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Full text of "Musikalisches Wochenblatt"

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1817 


AKTES      SCIENTIA      VERITAS 


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Musikalisches  Wochenblatt. 


-^~>s^~^ 


Organ   für  Musiker   und  Musikfreunde 


HerauBgegeben  von 


B.  W.  FRITZ SCH. 


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IMüt  Beiti*ägren 


von 


Max  Arend  in  Cöln,  Dr.  H.  Behn  in  Stuttgart,  Louis  Bödecker  in  Hamburg,  Dr.  Ludwig  Braeutigam  in  Bremen, 
Dr.  Hugo  Dinger  in  Dresden,  Dr.  Peter  Druffel  in  Trier,  Franz  Friedrich  in  Sondersbausen,  Bmil  Fritzsch  in  Hannover, 
Dr.  Carl  Fuehs  in  Danzig,  Paul  Garwen  in  Berlin,  E.  Grüel  in  Potsdam,  Dr.  Theodor  Helm  in  Wien,  Dr.  E.  Kauffmann 
in  Tübingen,  Prof.  H.  Krause  in  Leipzig,  Prof.  Dr.  H.  Kretzsehmar  in  Leipzig,  Dr.  Johannes  Merkel  in  Königsberg  i.  Pr., 
Prof.  Dr.  C.  Müller  in  Kiel,  A.  Nlggli  in  Aarau,  F.  R.  Pfau  in  Leipzig,  Dr.  P.  Pfltzner  in  Zwickau,  Dr.  Riehard  Pohl  in 
Baden-Baden,  Eduard  Reuss  in  Carlsrube,  Dr.  Hugo  Rlemann  in  Wiesbaden,  Dr.  Heinrich  Schenker  in  Wien,  Dr.  Rudolf 
Schlösser  in  Leipzig,  Scholasticus  in  Magdeburg,  Julius  Schuch  in  Graz,  Dr.  Arthur  Seidl  in  Weimar.  Arthur  Smolian 
in  Garlsrubie,  Dr.  Hans  Sommer  in  Weimar,  F.  A.  Sorge  in  Hoboken,  Riehard  Timmersoheidt  in  Cöln,  Moritz  Vogel 
in  Leipzig,  Paul  Graf  Waldersee  in  Königsberg  in  Franken,  G.  H.  Witte  in  Essen  a.  d.  R.,  Moritz  Wirth  in  Leipzig 

und  vielen  Ungenannten. 


Leipzig, 

Verlag  von  E.  W.  Fritzsch. 

1892. 


[AI- 


INHALTS-YERZEICHNISS 


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XXIII.  JAHRGANaE  DES  MUSIKALISCHEN  WOCHENBLATTES. 


(Die  den  Seitenzahlen  beigefugten  Buchstaben  a  und  b  bezeichnen  die  betreffende  Spalte.) 


I.  Grössere  Aufsätze  etc. 

Arend  (Max),  Bemerkungen  zur  Pädagogik  der  Schlüssel- 
Lehre  in  der  Musik  173  a.  • 

Druff el  (Dr.  Peter),  Das  Lied  von  den  sieben  Worten  des 
Erlösers  am  Kreuze  la,  13  a,  25  a,  37  a,  49  a. 

FaehS  (Dr.  Carl),  Fünfzig  Thesen  und  Aphorismen  zur  Ver- 
ständigung über  Dr.  Hugo  Riemann's  Phrasirungsreform 
485  a,  497  a,  513  a,  525  a,  537  a,  549  a,  561a,  577  a,  593  a. 

Grüel  (E.),  Zur  Vereinfachung  der  Tonschlüssel-Lehre  238a. 

K — P  (C.),  Die  Stellung  der  Musik  in  der  griechischen  Tra- 
gödie 365  a. 

Merkel  (Dr.  Johannes),  Zur  Vereinfachung  der  Tonschlüssel- 
Lehre  250  a. 

Pohl  (Richard),  Anton  Eubinstein  als  Schriftsteller  38a, 
50  b,  62  b. 

Reuss  (Eduard),  Schumanniana  298  a. 

Riemann  (Dr.  Hugo),  Ein  Wörtchen  über  Wiederbelebung 
und  Vortrag  alter  Vocalmusik  387  a,  349  a. 

Schlösser  (Dr.  Rudolf),  Zu  „Köni^  Marke"  499a. 

Scholasticus.  Schulgesangunterncht  381a,  393a. 

Seidl  (Dr.  Artnur),  Die  Sage  von  „Tristan  und  lolde"  bei 
E.  Wagner  105a,  121a,  133a,  149a,  161a,  189a,  201a, 
213a, 225a, 237a,  249a,  261a,  273a,  285a,  297a,  309a,  325a. 

Sorge  (F.  A.),  Schulgesangunterncht  61a,  77  a. 

Waldersee  (Paul  Graf),  Zur  Passionsmufiäk  nach  dem  Evan- 
gelisten Lucas  von  Johann  Sebastian  Bach  605  a. 

Wirth  (Moritz),  Brangäne.  Eine  neue  Probe  des  „andeuten- 
den Verfahrens"  449  a,  461a,  473  a. 

II.   Recensionen. 

Arend  (Max),  Die  Schlüssel-  und  Transpositionslehre  in  der 
Musik  443  a. 

Systematisches    Lemprincip    für    die    Schlüssel-    und 

Transpositionelehre  in  der  Musik  443  a. 

Bayreuther  Taschenkalender  1892  257a. 

Behn  (Hermann),  Lieder  und  Gesänge  654a. 

Bendlx  (Victor),  Lieder,  Op.  3  468  b. 

Berger  (Wilhehn),  Fünf  Lieder,  Op.  41  468a. 

Boeekelmann  (Bern.),  Romance  pour  Violon  ou  Violoncelle, 
Op.  2  317a. 

Brahms  (Johannes),  Fünf  Gesänge  für  gemischten  Chor  a 
capella,  Op.  104  409a,  425a,  437a. 

Brandt  (G.  W.),  Drei  Lieder,  Op.  5  468  a. 

Brendel  (Franz),  Geschichte  der  Musik  etc.  Siebente  Aufl.  51 4  a. 

Bulthaupt  (Heinrich),  Dramaturgie  der  Oper  366  a. 

Cesack  (Hans  A.),  Barcarole  für  Violine,  Op.  9  317a. 

Chamberlaln  (Houston  Stewart),  Das  Drama  R.  Wagner's  505b. 

Cui  (Cäsar),  Drei  Lieder,  Op.  37  481a. 

Dwelshauvers-Dery  (Dr.  F.  V.),  „Tannhäuser  und  der  Sänger- 
krieg auf  der  Wartburg"  432a. 

Dinger  (Dr.  Hugo),  „Die  Meistersinger  von  Nürnberg",  eine 
Studie  zur  Einfuhrung  in  das  Werk  418  a. 

Dorn  (Alexander),  Zwei  Lieder,  Op.  137  481a. 

Dreher  (Dr.  Eugen;,  Die  Physiologie  der  Tonkunst  629  b. 

Eltz  (Carl).  Da«  mathematisch-reine  Tonsysteni,  gemeinver- 
ständlich dargestellt  621a,  638  a. 

Engl  (Johann  Ev.),  Festschrift  zur  Mozart-Centenarfeier  in 
Salzburg  15.— 17.  Juli  1891,   175a. 

Fiehtner  (0.),5esangunterricht  tUr  deutsche  Volksschulen  360  a. 

Forst  (D.  C),  Cliorgesangschule  486  b. 

Freisauf  (R.  von),  Mozart's  „Don  Juan"  1787—1887.  Ein 
Beitrag  zur  Geschichte  dieser  Oper  175  a. 

GJellerup  (Carl),  Richard  Wagner  in  seinem  Hauptwerk 
„Der  Ring  des  Nibelungen"  589b. 

Glasberger  (A.),  Theoretisch-praktische  Gesangschule  zum 
Gebrauche  für  höhere  Lehranstalten  376  a. 

Glasenapp  (C.  Fr.),  Wagner-Encyklopädie  387  a. 

Richard  Wagner  «3s  Mensch  387  b. 

Goepfart  (Carl),  „Camilla",  komische  Oper  2a. 


Grftdener  (Hermann),  2.  Ciavierquintett,  Op.  19  214  b. 
Grässner  (A.)^  Der  Volksschulgesang.    Eine  Anleitung  für 

Seminaristen  und  Lehrer  402  a. 

u.  Kropf  (R.),  Volksliederbuch  403b. 

GröSSler-Heim  (L^onie),  Lieder,  Op.  1—3  468  b. 

Gruber  (Franz),  Wanderlieder  481a. 

Grüel  (Eugen),  „Die  Nesselkönigin",  Op.  28,  Märchenmusik 

433  b. 
Hausegger  (Dr.  Friedrich),  Richard  Wagner  und  Schopen- 

h  fl.11  AT*    o90  A. 

Heckel  (Carl),  Ueber  Wagner^s  „Tristan  und  Isolde"  584  b. 

„Die  Bühnenfestepiele  zu  Bayreuth"  520  a. 

Heintz  (Albert),  „Der  King  des  Nibelungen".  Geschichtliches 

über  Rieh.  Wagner's  Tetralogie  520a. 
Herold  (Henri),  Nocturne  für  Violine  oder  ViolonceU,  Op.  12 

817a, 
Herrmann  (Eduard),  Vier  Lieder,  Op.  16  600a. 
Heuser  (Ernst),  Vier  Lieder,  Op.  13  481b. 
Höf  1er  (Alois),  Der  Festspiel-Cyklus  „Tristan  —  Meistersinger 

—  Parsifal"  520  a. 
Hoftaiann  (Heinrich),  Sechs  Ciavierstücke,  Op.  101  156a. 
Jahn  (Otto),  W.  A.  Mozart,  8.  Aufl.  175  a. 
Jahrbuch  für  1892,  Kirchenmusikalisches,    herausge 

feben  von  Dr.  Fr.  X.  Haberl  190a. 
ulius),  Wagner 's  „Tristan  und  Isolde"  und  das  Kunst- 
werk der  Zukunft  584  a. 

Katechismen,  Max  Hessens  musikalische  89a. 

Keiser  (Reinhard),  Suite  von  Tanzstücken,  aus  seinen  Opem- 
zusammengestellt  von  Dr.  Friedrich  Zelle,  Clavier- 
bearbeitung  von  William  Wolf  156  a. 

Kirehner  (Theodor),  „NachtbUder"  &it  Ciavier,  Op.  25  I56a. 

Kistler  (Cyrill),  „Eulenspiegel«,  Komödie  14b. 

Klauwell  (Otto),  Musikalische  Bekenntnisse.    2.  Aufl.  463a. 

Kleffel  (Arno)^  Sechs  Gesänge,  Op.  86  481b. 

Klose  (F.),  Elegie  für  Violine  oder  Bratsche,  Op.  7  317a. 

*Kramm  (G.),  Zwei  Lieder,  Op.  10  600a. 

Kretsehmar  (Max),  Gesänge  und  Lieder  Op.  4,  5  u.  11  615  a. 

Kufferath  (Maurice),  „Parsifal''  de  Richard  Wagner,  Legende- 
Drama.  —  Partition  585  b. 

„Lohengrin".    Essai  de  critique,  litt6raire,  esth6tique 

et  musicale  585  b. 

Kulke  (Eduard),  Richard  Wagner  und  Friedrich  Nietzsche  887  b. 

Lassen  (Per),  Zwei  Lieder  555  a. 

Llnge  (Albert),  „Liedergarten".  Eine  Sammlung  ein-,  zwei- 
u.  dreistimmiger  Lieder  für  Schulen  388  b. 

Llnnarz  (Robert),  „Soli  Deo  gloria!"  Eine  Auswahr  religiöser 
Gesänge  für  gemischten  C'hor.  Zum  Gebrauche  für 
höhere  Schulen  u.  Kirchenchöre  bearbeitet  388  b. 

Mayerhoff  (Franz),  Lieder  Op.  5,  6,  9  u.  10  555  b. 

Meinek  (Dr.  Ernst),  „Die  sagenwissenschaftliohen  Grundlagen 
der  «Nibelungen» -Dichtung  Richard  Wagner's"   505a. 

Meister,  Neue,  Sammlung  ausgewählter  Cla vierstücke  zu 
zwei  Händen  144  a. 

Menzel  (Arthur),  „Das  Märchen  vomNusszweiglein",  ()p.3  4d2b. 

Merklin  (Rudolf),  „Zur  Schulreform".  Eine  Erweiterung  des 
deutschen  Lehrstoffes  etc.  504  b. 

Mey  (Curt),  „Der  Meistergesang  in  Geschichte  und  Kunst"  521  a. 

Miekwitz  (H.  von),  Deux  Romances  pour  Piano,  Op.  8  52 Ib. 

Mohaupt  (Franz),  Sechs  Lieder,  Op.  1  555a. 

Motta  (Jos6  Vianna  da),  Capriccio  für  Ciavier,  Op.  6  34b. 

Müller-Reuter  (Theodor),  Clavierstücke,  Op.  6  10 a. 

Gesänge,  Op.  7  600a. 

Muneker  (Franz),  „Richard  Wagner"  505  b. 

Nesvera  (Josef),  Zehn  Eklogen  für  Violine,  Op.  48  317  a. 

Palme  (R.),  »Sang  und  Klan^".  Auswahl  geistlicher  und 
weltlicher  Gesänge  viei-stimmig  bearbeitet  388  a. 

Petri  (Henri),  Sechs  Lieder,  Op   4  480 a. 

Pf 0hl  (Ferdinand),  Führer  durch  Richard  Wagner's  „Tann- 
häuser" 521a. 

Führer  durch  Richard  Wagner's  deutsche  Nationaloper 

„Die  Meistersinger  von  Nürnberg"  5*21  a. 


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Poske  (F.),  „Richard  Wsigner  und  die  deutsche  Cultur"  604a. 
Reckendorf  (Alois),  24  Etüden  für  Glavier,  Op.  10  34a. 
Rehbaum  (Theobald),  Drei  Lieder,  Op.  22  600  a. 
Relneeke  (Carl),  „Schneeweisschen  und  Rosenroth",  Op.  208 

482b. 
Relnhold   (Hugo),    Romanze    und    Menuett    fiir   Violoncell, 

Op.  42  3l7a. 
Ritter  (Alexander),  „Wem  die  Krone",  Oper  16  a. 
Ritter   (Hermann),   „Richard   Wagner   a&   Erzieher".     Ein 

Volksbuch  268  a. 
Rtlbner  (Cornelius),  „Friede,  Kampf  und  Sieg!"  Symphonische 

Dichtung,  Op.  20  668  b. 
Seharwenka  (Philipp),  Pianoforte- Werke  156b. 

Zwei  Tanz-Impromptus,  Op.  86  166  b. 

Sehilling  (Ferdinan^,  Lieder  Op.  20,  25,  30,  32  u.  33  600  b. 
Sehlegel  (Leander),  Claviercompositionen,  Op.  4—6  116  a. 
Sehmidt  (Otto),  Ciavierstücke.  Op.  63  99a. 
Sehneider   (Paul),    „lieber    das    Darstellungsvermögen    der 

Musik    629  a. 
Sehatky  (Fr.  Jos.),  Drei  Lieder,  Op.  22  616  a. 
—  —  „Wers  nur  verstände",  Op.  26  615a. 
Schütz  (Max),  Fünf  Lieder  616b. 

Sehüz  (Dr.  Alfred),  Die  Greheimnisse  der  Tonkunst  657. 
Schwalm  (Robert),  „Frauenlob",  Oper  14b. 
183  ein-  und  zweistimmige  Lieder  nebst   einer  kurz- 

gefassten  Chorgesangschule,  herausgegeben  388  b. 
Schytte  (Ludwig),  Kleine  Phantasien  für  Ciavier,  Op.61  46  b. 
Seifhardt  (Wilhelm),  „Stimmungsbilder"  ftlr  Ciavier  Op.  6  48  a. 
SherWOOd  (Wm.  H.),  Allegro  patetico,  Op.  12  10b. 
Sinding  (Christian),  Alte  Weisen,  Lieder  und  Gresänge,  Lieder 

600  b. 
Spitta  (Philipp),  „Zur  Musik".    Sechszehn  Au&ätze  668. 
Steinhäuser  fE.),  Lieder  für  Kinder  und  Erwachsene  376a. 
Sturm  (Wilhelm),  G^sangstudien  für  Mittel-  und  Oberschulen 

376  b. 
„Tannhäuser-Nachklänge",   mitgetheilt   aus   den  „Bay- 
reuther Blättern"  520  b. 
Tausch  (Julius),  Zwei  Charakterstücke  für  Ciavier,  Op.  20  46  b. 

Fünf  Lieder,  Op.  21  616  b. 

Vier  Jagdlieder  61 5b. 

Tyson-Wolff  (Gustav),  Zwei  Sonatinen,  Op.  11  156b. 
Waldapfel  (Otto),  „ueber  das  Idealschöne  in  der  Musik  und 

cUe  2i£ittel  zu  dessen  künstlerischer  Wiedergabe"  629  b. 
Weiss  (Josef),  Drei  ungarische  No  veUetten  für  Ciavier,  Op.  8  46  a. 
Werner  (C.  L.),  Romanze  aus  dem  Violinooncert  von  Gade  und 

Larghetto  aus  dem  Violinooncert  von  Beethoven,   be- 
arbeitet für  Violine  und  Orgel  621b. 
Widmann  (S.),  Die  noth  wendigsten  technischen  Singübungen 

flu-  Schulanstalten  388  a. 
Wiel-Lange,  -Märchenbilder"  für  Ciavier  99  b. 
Witzmann  (Ferd.),  „Aschenbrödel"  433b. 
Wolzogen  (Hans  von),   Erinnerungen   an   Bichard  Wagner 

387  b. 
Zimmer  (Fr.  und  D.  F.),   Christliche  Volkslieder  aus  alter 

imd  neuer  Zeit  fiir  den  Schulgebrauch  gesammelt  388  b. 

III.  Biographien  nebst  Portraits. 

Freund  (Robert)  175b,  202a. 

Hilf  (Arno)  5l5a. 

Leisinger  (Elisabeth)  487b. 

Maszkowski  (Kafeiel)  2b,  16a. 

Das  Prill-Quartett  (die  HH.  Carl  Prill,  Hjalmar  v.  Dameck, 

Bernhard  ünkenstein  und  Georg  WiUe  339  a,  351a. 
Rummel  (Franz)  639a. 

IV.  Feuilleton. 

Dr.  Hans  von  Bülow's  Ansprache  an  das  Publicum  des 
10.  Pilharmonischen  Concertes  zu  Berlin  203  a. 

Die  „Cavalleria  rusticana"  in  ihrer  Heimath.  —  „Lohengrin" 
in  Bologna.  Von  Dr.  phil.  Rudolf  Schlösser  3(58  a,  382  a. 

Zum  Dresdener  „Rienzi^-Juoiläum  588a. 

Sprachliches  204  a. 

V.  Musikbriefe  und  Berichte. 

AltenbUFg.  Concert  des  Kirchenchores  unter  Leitung 
des  Hm.  Franke  am  6.  April  fFrl.  Schnittmann  und  Hr. 
Homeyer)  217a.  Basel.  Ausführung  von  Fr.  He^r's 
.Manasse*',  durch  den  Gesangverein.  Beginn  der  Saison, 
Concerte   der   Allgemeinen   Musikgeseuschaft  No.    1   und   2 


(Novitäten  derselben:  2.  Symphonie  von  Dvoiik,  Suite  aus 
„Peer  Gynt"  von  Grieg,  Solisten:  Frls.  Davies,  Hiller  und 
Leisinger)  78  b.  No.  3  (Frau  Menter),  No.  4  (Mozart-Feier,  Frau 
Huber),  No.6  (Hr.  Plank),  sonstige  Concerte  (Bläsergesellschaft 
Taffanel),  bevorstehendes  Jubiläum  des  Hrn.  Bargheer  90  a. 
Benefizconcert  des  Hm.  Dr.  Volkland  („Todtenvolk"  von  Hegar, 
Hr.  Hildach),  die  übrigen  Concerte  der  Musikgesellschaft 
(u.  A.  Reinecke's  Ouvertüre  zu  „Zenobia"  und  Tschaikowsky's 
Gdur-Suite)  274b.  Solisten  der  fiinf  Concert«  (Frau  Sanderson, 
HH.  Krasselt,  Perron,  Rosenthal  und  Heermann,  Frl.  v.  Si- 
cherer), Quartett-Soireen  286  a.  Gesang vereinsconcerte  im 
Februar  ^,Stabat  mater"  von  Dvoi&k)  und  Juni  (Baches 
Johannis- Passion),  die  Duo- Abende  der  HH.  Huber  und 
Bargheer,  das  Festspiel  zur  Baseler  Vereinigungsfeier  (Dich- 
tung von  Wackemagel,  Musik  von  Hans  Huber)  500b. 
Bayreuth.  Die  ersten  vier  Festspielaufführungen  896a. 
Weitere  sechs  Aufführungen  412  a.  Bericht  aus  anderer  Feder 
über  die  4.  Aufführung  des  „Parsifal",  von  „Tristan  und 
Isolde'^  am  5.  Aug.,  die  2.  „Tannhäuser''- Aufführung,  die  des 
„Parsifal"  am  8.  Aug.  413a.  Bayreuther  Künstler  —  Bay- 
reuther Schule  826  b.  Aiiffilhrungen  des  „Parsifal"  am 
II.  Aug.,  des  „Tannhäuser"  am  12.  Aug.,  der  „Meistersinger" 
am  14.  Aug.  427a.  Aufführung  des  „Parsifal"  am  15.  Aug., 
Rückblick  auf  den  G^sammtverlauf  der  Aufführungen  438a. 
Berlin.  Mozart- Cyklus  im  k.  Opernhaus,  3.  Abend  des 
Joachim-Quartetts  unter  Mitwirkung  des  Hm.  Dr.  Brahms 
(AmoU-Trio  für  Ciavier,  Clarinette  und  Violoncell,  HmoU- 
Quintett  für  CUarinette  und  Streichinstrumente),  2.  Concert 
das  Hm.  v.  Sliwinski,  der  kleine  Görardy,  Hr.  S.  Blumner 
mit  Hm.  HaUr,  Beethoven-Feier  der  k.  Capelle  ob.  1.  Auf- 
führung der  Oper  „Boabdil"  von  Moszkowski  226b.  Jahres- 
bericht des  Löwe- Vereins,  Pastor  Dr.  Runge,  der  Gründer 
und  Vorsitzende  des  Vereins,  eifriger  Sammler  über  Löwe 
580  a.  Bremen.  Die  Oper,  Frau  v.  Hübbenet  und  Hr.  Ernst 
neu  engagirt,  Hr.  Scheuten,  die  Feier  des  hundertjährigen 
Bestehens  einer  ständigen  Bühne,  Kammermusikabende  der 
HH.  Bromberger  und  ökalitzky,  Solisten  in  voriger  Saison, 
Hm.  Bromberger's  künstlerische  Thntiffkeit,  1.  Conc.  dieser 
Saison  540  b.  Carlsruhe.  Ueberblick  der  musikalischen  Er- 
eignisse von  Ostern  bis  Weihnachten  1891,  die  Hofoper, 
Personalbestand,  Novitäten:  „Murillo"  von  F.  Langer,  „Caval- 
leria rusticana^  von  Mascagni,  Neueinstudirung:  „Francesca 
da  Rimini"  von  Goetz,  Geburt*<tagsfeiem,  Mozart-i'eier,  Mozart- 
Concert  des  Hoforchesters  79  b.  Drei  Abonnementconcerte 
des  grossherzogl.  Hoforchesters  (Damen  Hoeck-Lechner  und 
Mailhac  und  HH.  Heermann,  Stavenhagon  und  Thomson), 
Kammermusikabende  der  HH.  Deccke  imd  Gen.,  der  HH. 
Reuss  und  Gen.,  Solistenconcerte  (Hr.  Krasselt  mit  Frl. 
Rucquoy  und  Hrn.  Werner,  Frau  Hoeck-Lechner  mit  den 
HH.  Pauer  luid  Hugo  Becker,  Frl.  Barbi  mit  Frl.  Wurm, 
Hr.  A.  Wolf  mit  den  HH.  Buhlmann  imd  Römhildt,  Otto 
Hegner  mit  Frl.  Merck),  Vereinsconcerte  (Caecilien- Verein, 
„LiederhaHe",  „Liederkranz"  [öOjähr.  Jubiläum]  etc.),  das 
Conservatorium  90b.  Festaufführung  der  Oper  „Der  Cid" 
von  P.  Cornelius  241a.  Die  Abonnementconcerte  des  Hof- 
orchesters (Frau  Reuss,  HH.  Th.  Reichmann  und  Ahner, 
Frl.  V.  Schöhafzoff),  MottVs  Verdienste  um  Einbürgerung 
neuer  Werke,  Concert  am  Palmsonntag  („Christus  am  OeP 
berge"  und  9.  Symphonie  von  Beethoven),  Kammermusiken 
der  HH.  Deecke  und  G«n.,  Concerte  des  Philharmonischen 
Vereins  unter  dem  neuen  Dirigenten  Hm.  Rübner  883  a. 
Zwei  Concerte  des  Caecilien- Vereins,  Concerte  des  Vereins  für 
evangelische  Kirchennmsik  und  des  Katholischen  Kirchen- 
musik-Vereins, Concerte  des  Hm.  Römhildt  mit  Frau  Uzielli 
und  des  Ehepaares  Röe,  Schlussprüfungen  des  Conservatorium» 
898  a.  Das  50jährige  Stiftimgsfest  das  Männergesang  Vereins 
„Liederhalle  ('arlsruhe"  414a.  Die  Hofoper,  Lücken  in  der 
Besetzung,  Gastspiel  der  Gesellschaft  der  }Ul.  L.  Midier  und 
R.  Schultz  aus  Wien  (Pantomime  „Der  verlorene  Sohn", 
Musik  von  Wormser),  Frl.  Fritsch  nach  ihrer  Genehmig  ge- 
feiert, AuffUhnmg  der  „Götterdämmerung"  von  Wagner  am 
Geburtstag  des  Meisters  428b.  „Der  faulo  Hans",  Oper  von 
A.  Ritter,  erstmalig  aufgeführt  438b.  „Der  Cid"  von  Peter  Cor- 
nelius 461  a.  Cöln.  Standpunct  des  Berichterstatters,  die  Volks- 
symphonieconcerte  und  die  Philharmonischen  Concerte  im 
Volksgarten  488  a.  Eröffnung  des  Stadttheaters,  Zustände  des- 
selben, die  Capellmeister,  der  Regisseur,  der  Chor,  die  Solisten 
499b.  Darmstadt.  Auffuhrung  oesBühnenspiels  „Lorelei"  von 
Hans  Sommer  564a.  Dessau.  Auffiihrung  von  Verdi's  Re- 
quiem durch  die  Singakademie,  zwei  Concerte  der  Hofcapelle, 
Kammermusik  6CSb.  Dortmund.  Zweites  WostfÄlisches Musik- 


IV 


test  zu  Dortmund  am  22.  und  23.  Mai  1892  310b,  326«l. 
Dresden.  Aufführung  der  „Nibelungen"-Tetralogie  v.  Wagner 
in  der  Hofoper  am  23.,  26.  und  30.  Jan.  und  2.  Febr.  94a. 
Auffuhrung  von  Draeseke's  Oper  „Herrat"  166a.  Grosse 
Musikauffuhrung  im  k.  Opemhause  am  Palmsonntag  (9.  Sym- 
phonie von  Beethoven  und  Bruchstücke  aus„Parsifar*v.  Wagner) 
227  b.  „Meistersinger"- Aufführung  zu  Gunsten  der  Platen- 
Stiftun^  253  a.  Mascagni's  Oper  „Freund  Fritz"  erstmalig 
aufgefiärt  399  a.  Vorbemerkungen  zur  regelmässigen  Bericht- 
erstattung, die  Bedeutung  der  Dresdener  Hofoper,  das  Orchester, 
die  Chöre,  die  scenische  Ausstattung,  das  Solopersonal,  Auf- 
führungen des  „Tannhäuser"  und  der  „Cavalleria  rusticana" 
439b.  „Tristan  und  Isolde"  nach  zweijähriger  Abwesenheit 
wieder  erschienen  464b.  Frankfurt  a.  M.  Wachsendes 
Interesse  an  der  Saison  der  Museumsconcerte  (Novitäten: 
3.  Concert  v.  Bruch,  „Tod  und  Verklärung"  von  R.  Strauss, 
Ouvertüre-Phantasie  ,,Romeo  imd  Julie"  von  Tschaikowsky, 
Solisten:  Frauen  Lilli  Lehmann  und  Heink,  Hr.  Gregorowitsch) 
3  b.  Quarte tt-Matin6e  des  Joachim-Quartetts  aus  Berlin,  Con- 
cert der  Soci6t6  de  musique  de  chambre  pour  instruments  k 
vent  aus  Paris,  die  drei  ersten  Kammermusiksoir6en  der  Mu- 
seumsgesellschaft (Quintett  v.  Sinding,  Clavier-Violoncellsonate 
von  Grieg),  Aufführung  von  Tinel's  „Franciscus"  durch  den 
Rührschen  Chor,  Aufführung  von  Beethoven's  Ddur- Messe 
durcb  den  Caecilien- Verein  loa.  Concert  des  Gesangchors  des 
Lehrer- Vereins  (Otto  Hegner),  zweites  Concert  des  Theater- 
orchesters, die  Oper,  ihr  bedauerlicher  Zustand,  „Golo"  von 
B.  Scholz  26a.  Novitäten:  Ballade  „Das  Glück  von  Edenhall" 
von  Humperdinck  und  Sonate  für  Pianoforte  und  Violine  von 
A.  Urspruch  163  a.  Die  fünf  letzten  Museumsconcerte  (HH. 
Emil  Sauer  und  Lamond,  Frau  Carreno,  Frl.  Wietrowetz,  HH. 
Heermann  und  Hugo  Becker.  Frau  Sanderson,  Frl.  Barbi),  die 
vier  letzten  Kammermusik-Soir6en  (Frl.  Rouge,  HH.  Waller- 
stein, Heermann,  Kwast,  Mannstädt  imd  Becker)  177  a.  Die 
Oper  „Freund  Fritz"  von  Mascagni  840  a,  351b.  Programm- 
Entwurf  der  Museumsconcerte,  befremdliche  Wahl  eines 'neuen 
Dirigenten  der  Theater  -  Abonnementconcerte  an  Stelle  des 
verstorbenen  Dessoff,  in  Aussicht  stehende  Aufführungen  des 
Rühl'schen  Gesangvereins,  des  Caecilien- Vereins,  desSänger- 
chores  des  Lehrer-Vereins,  Kammermusiken  des  Heermann*- 
scben  Quartetts,  die  Museumsconcerte,  Mängel  in  der  Zw 
sammenstelhmg  des  Orchesters,  1.  Museumsconcert  („Faust"- 
Ouverture  von  Wagner,  Hr.  Halir),  2.  Concert  (Frl.  Kleeberg, 
Hr.  Birrenkoven)  594a.  Zwei  Kammermusikabende  der  Mu- 
seumsgesellschaft (u.  A.  GmoU-Trio  Op.  1  von  H.  v.  Bron- 
sart),  1.  Ciavierabend  des  Hrn.  Max  Schwarz,  2.  Abonnement- 
Concert  der  Theatercapelle  (Hr.  Scheidemantel),  die  Oper  607  a. 
Genf.  Veränderungen  in  der  Verwaltung  des  Theaters  und 
der  Abonnementconcerte,  vier  Concerte  vor  Neujahr,  darunter 
eine  Mozart-Feier,  die  drei  ersten  Kammermusiksitzungen  des 
Quartett  Sternberg  unter  Mitwirkung  des  Hrn.  W.  Rehberg, 
das  Theater  66  b.  Das  Hinscheiden  des  Hm.  H.  de  Senger, 
Ernennung  des  Hm.  W.  Rehberg  zum  Capellnieister  der  Abonne- 
mentconcerte,  Concerte  im  neuen  Jahre  (HH.  Hugo  Becker 
und  E.  Ysaye,  Frl.  Montalant,  HH.  Stavenhagen  und  Halir, 
Kammermusiksitzungen  des  Quartett  Stemberg  mit  Hm.  W. 
Rehberg  228  a.  Concert  der  Soci6t6  de  Chant  du  Conserva- 
toire,  Aufführung  von  Liszt's  „Legende  von  der  heiligen 
Elisabeth"  durch  den  gen.  Verein  in  Gemeinschaft  mit  der 
Soci6t6  de  Chant  sacrö,  Concert  der  HH.  Poulin  und  Doret 
mit  französischen  Werken,  Concerte  der  HH.  Barblan  und 
Jaques  -  Dalcroze  (Letzterer  mit  eigenen  Werken),  des  Frl. 
Doria,  Prüfungen  im  Conservatorium,  Opemnovitäten,  Abgang 
des  Hrn.  Stemberg  371a.  Gera,  2.  Concert  des  Musikali- 
schen Vereins  (u.  A.  symphonische  Phantasie  „Des  Meeres  imd 
der  Liebe  Wellen"  von  ICleemann,  Hr.  Zeller),  Concert  des- 
selben Vereins  am  25.  Januar  („Am  Niagara"  von  Tschirch, 
„Tasso"  von  Liszt,  Hr.  C.  Thomson),  ä)iree  desselben  am 
14.  Dec.,  zwei  Kammermusikabende  der  HH.  Kleemann  u.  Gen. 
81a.  Concert  des  Musikalischen  Vereins  am  17.  Febr.  (HH. 
Wendling  [Jank6-Claviatur]  u.  Kiessling),  Concert  der  „Lieder- 
tafel" am  9.  März,  3.  Kammermusikabend,  Aufführung  der 
„Jahreszeiten"  von  Haydn  als  200.  Concert  des  Musikalischen 
Vereins  192  a.  Kleines  Concert  am  5.  April  („Der  Rose  Pilger- 
fahrt" von  Schumann  etc.)  217  a.  „Fi delio"- Aufführung,  zum 
Theil  mit  Leipziger  Gästen  595  b.  Graz.  Bericht  über  die  Spiel- 
zeit 1891/92,  die  Oper,  deren  Personal,  der  Steiermärkische 
Musikverein,  Neuheiten  (u.  A.  Ländliche  Symphonie  von  G. 
Peters),  Solisten  (HH.  Peters,  Rossi,  Frl.  Scotta  etc.),  die 
Musikschule  des  Vereins  453a.  Der  Grazer  Singverein,  der 
Männer-Gesangverein,  der  Deutsch -akademische  Gesangverein, 


der  Gesangverein  „Typographia",  fremde  Künstler  (HH.  Sauer, 
Koczalski,  d* Albert,  Ehepaar  R6e,  HH.  Labor,  Sarasate  und 
Frau  Marx,  Frls.  Panteo  und  SgarameUi,  Frau  Matema,  HH. 
Bulss  und  Masbach  463  b.  Einheimische  Künstler  (Hr.  von  Zois, 
Compositionsabend  des  Hrn.  M.  Plüddemann  mit  HH.  Stöckel 
und  Dr.  Posener,  Hr.  Perdacher  etc.),  Kammermusik  (Musik- 
abend der  HH.  Rosö  und  G^n.  aus  Wien  [D  dur-Streichquartett 
von  Tschaikowsky  und  Gdur- Streichquintett  von  Brahms], 
Concert  des  Hm.  G.Peters  (mit  seinem  Cmoll-Quartett),  Kirchen- 
musik, der  Wagner- Verein,  verschiedene  Mozart-Feiern  476  a. 
Greifswald.  Thätigkeit  des  Singvereins,  des  akademischen  Ge- 
sangvereins „Guüelmia",  des  Concertvereins,  letzte  Aufführung 
des  Singvereins  (Frl.  Stade)  Sommerfest  der  ,,Guilelmia"  399b. 
Hambarg.  5.  Abonnementconcert  unter  Leitung  des  Hm. 
V.  Btüow  (Damen  Schmitt-CsÄnjri  und  Wietrowetz),  Mozart- 
Feier  der  mit  der  Singakademie  vereinigten  Philharmoniker, 
1.  Kirchenconcert  des  Hrn.  Armbrust,  Kammermusiken  des 
Hrn.  Fiedler  und  des  Frl.  Marstrand,  Concert  der  Geschwister 
Burmester,  Frau  Joachim's  historische  Liederabende,  Opern- 
neuheit: ,,Des  Königs  Schwert"  von  Th.  Hentschel  52  a. 
6.  Neues  Abonnementconcert  unter  Leitung  des  Hm.  v.  Bülow 
(Fdur-Symphonie  von  d* Albert,  Hr.  d'Albert),  6.  imd  6.  Phil- 
harmonisches Concert  (u.  A.  „Peer  Gynt"- Suite  von  Grieg), 
Aufführung  der  Missa  solemnis  von  A.  Mehrkens  durch  den 
Bach -Verein,  des  Requiem  von  Verdi  durch  den  Caecilien- 
Verein,  Kammermusiken  im  Januar,  Solistenconcerte,  Theater : 
Opern  „Eugen  Onögin"  von  Tschaikowsky  und  „Philemon 
und  Baucis"  von  wunod  etc.  109  a.  Scmussconcerte  unter 
Leitung  des  Hm.  H.  v.  Bülow  imd  der  Philharmoniker,  sonstige 
grössere  Concerte,  zwei  Ciavierabende  des  Hm.  H.  v.  Bülow, 
sonstige  Kammermusiken  206a.  Drei  neue  Opern:  „Lorle" 
von  A.  Förster,  „Der  Traum"  von  Bruneau  und  „Isora  von 
Provence"  von  Mancinelli  288a.  Symphonieconcert  zur  Feier 
des  77.  Geburtstags  des  Fürsten  Bismarck  imter  Leitung  des 
Hm.  H.  V.  Bülow,  Aufführung  der  Matthäus -Passion  von 
S.  Bach  durch  die  Philharmoniker,  geistliches  Concert  im 
Stadttheater  (u.  A.  „Te  Deum"  von  A.  Brückner),  letztes 
Philharmonisches  Volksconcert,  Soir6e  des  Quartettvereins  der 
HH.  Kruse  und  Gen.  (u.  A.  Brahms'  Op.  116)  343  b.  Feier 
des  25jährigen  Bestehens  des  Tonküjistlervereins,  Concert  der 
Dresdener  Liedertafel,  Rückblick  auf  die  Thätigkeit  der 
PoUini'schen  Theater  in  Hamburg  und  Altena  355  b.  1.  Con- 
cert unter  Leitung  des  Hrn.  H.  v.  Bülow  (Frau  Soldat), 
1.  Concert  der  Philharmoniker  (Frau  Krebs),  Beginn  der 
Saison  im  Stadttheater  580  b.  Hannover.  Aufführung  der 
Opern  „Hiame"  von  I.  v.  Bronsart  und  „La  Basoche"  von 
A.  Messager  107a.  Gastspiele  in  der  Oper,  2.— -4.  Abonnement- 
concert der  k.  Capelle,  Solistenconcerte,  Concert  des  Kirchen- 
chors der  Marktkirche,  Concert  des  Hrn.  Metzdorlf  mit  eigenen 
Werken,  Musikabende  des  Hm.  Lutter,  1.  Musikabend  des 
Richard  Wagner- Vereins,  Concert  des  Hannoverschen  Männer- 
gesangvereins zur  Vorfeier  von  des  Kaisers  Geburtstag  13f)a. 
Zweimalige  scenische  Auffährung  der  „Legende  von  der 
heiligen  Elisabeth"  von  Liszt  durch  die  Musikakademie,  die 
vier  letzten  Abonnementconcerte  der  k.  Capelle  (Frau  Sander- 
son, HH.  Stavenhagen,  GiUmeister  und  Popper,  Frl.  Jahn, 
Hr.  Prof.  Joachim,  Frau  Koch-Bossenberger)  311  a.  Drei 
Concerte  der  Schaumburg-Lippischen  Hofcapelle  unter  Lei- 
tung des  Hrn.  Sahla  (Hr.  Evers,  Frau  Schmidt-Köhne,  Hr. 
Zarneckow,  „RÖverie"  von  MetzdorfF),  Kirchenconcerte,  zweites 
Orgelconcert  des  Hm.  Wuthmann,  Orgelconcert  des  Hm. 
Pfannstiehl  aus  Leipzig,  Kirchenconcert  des  Frl.  Bors  340  b. 
Auswärtige  Künstler  (Frau  Gerster,  Hr.  Liebling,  HH.  Wil- 
helmj  und  Niemann),  einheimische  Künstler  (HH.  Lutter, 
Sahla,  Frl.  Schotel,  Hr.  Braune,  Hr.  Klose),  Kammermusik- 
abende der  HH.  Haenflein  und  Gen.  und  Küler  und  Gren., 
Kammermusikabende  für  Blasinstrumente,  2.  Vereinsabend  des 
Richard  Wagner-Vereins,  Concert  des  Hannoverschen  Männer- 
gesangverein.s,  die  k.  Oper,  Gastspiele  (u.  A.  des  Hm.  Emil 
Qoetze)  363a.  1.  Abonnementconcert  der  k.  Capelle  (Frau 
Beck-Radecke  und  Hr.  Vizthum),  der  neue  Dirigent  der  Musik- 
akademie Hr.  Frischen,  Concert  des  Hrn.  H.  Kunke,  1 .  Kammer- 
musikabend der  HH.  Haenflein  und  Gen.,  1.  Kammermusik- 
abend für  Blasinstrumente  der  HH.  Herbort  und  Gen. 
(Quintett  von  Scheck,  Trio  Op.  188  von  Reinecke  eto.)» 
Abschiedsconcert  des  Hrn.  Bietzacher,  Oper,  Einweihung 
des  Sängerheims  des  Hannoverschen  Männergesangvereins, 
1.  Musikabend  des  Richard  Wagner- Vereins  578  a.  Heidel- 
berg. Concerte  des  Bach- Vereins:  No.  1,  Frau  Bächi-Fähr- 
mann,  No.  2,  Prof.  Joachim  (8.  Concert  von  Brach),  Ouvertüre 
„Der  faule  Hans"  von  A.  Ritter,   Mozart -Gedenkfeier  28b. 


Kiel.  Eiiiwickeluug  der  Musik  in  den  beiden  letzten 
Decennien,  Oper  und  Kirch  enmnsik  halten  nicht  s^leichen 
Schritt  mit  derselben,  Concertmusik,  Frls.  Spies  und  Jeppe, 
Frauen  Sanderson  und  Essipoff  und  HH.  Gregoro witsch  und 
Fontaine,  Frau  Gerster  und  Hr.  Liebling,  Frau  Schmidt- 
Köhne  429a.  Abonnementconcerte  des  Gesangvereins:  No.  1, 
Frl.  Jordan  und  Kleeberg,  No.  2,  Frl.  Kretma,  No.  5,  Händers 
„Samson",  No.  6,  Frl.  Burmester,  zwei  grössere  Concerte  des 
St.  Nicolai-Chors  (HH.  Lorleberg  und  C.  Borchers,  Frl.  Ristow), 
der  Richard  Wagner -Verein  44  la.  Königsberg  i.  Pr.  Zwei 
Künstlerconcerte  des  Hm.  Hübner  (Frls.  Heymann  und  Kleeberg 
und  HH.  Sliwinski,  von  Zur-Mühlen  und  Kem6ny),  Symphonic- 
coucert  des  Hm.  Brode  (Hr.  Stavenhagen),  Concerte  der  Musi- 
kalisclien  Akademie  und  des  Brode'schen  Streichquartetts  642  a. 
Leipzig.  Abonnementconcerte  im  Neuen  Gewandhaus:  No.  9 
(Hr.  Paur  als  Componist  und  Pianist,  Frl.  Spies)  5a.  Neu- 
jahrsconcert  (Hr.  Homeyer,  der  Thomanerchor,  Chorlieder 
von  Rust)  17  a.  No.  U  (Frl.  Brammer,  Hr.  Demuth)  28  a. 
No.  12  (Orchesterlegenden  von  A.  Dvof&k,  Frls.  Leisinger  und 
Eibenschütz).  51  b.  No.  13  (Symphonische  Variationen  von 
Nicod6,  A  moll-Violoncellconcert  von  J.  Klengel,  Frau  Bau- 
mann und  Hr.  Klengel)  64b.  No.  14  (Hr.  Moriz  Rosenthal) 
65  a.  Festconcert  am  4.  Februar  (Frau  Schmitt-Csanyi  und 
Hr.  Prof.  Reinecke)  93b.  No.  15  und  16  (Hr.  Prof.  Joachim, 
Frl.  Joachim,  Frau  von  Knappstaedt)  107b.  No.  17  (1.  Sym- 
phonie von  Äeinecke,  FrL  Minor  und  Hr.  Hilf)  124  a.  No.  18 
(„Christus  der  Auferstandene"  von  G.  Schreck)  137  b.  No.  19 
(Frl.  von  Poznanska)  151a.  No.  20  (mit  Werken  und  unter 
Leitung  und  Mitwirkung  des  Hm.  A.  Rubinstein)  179  a. 
No.  21  (Ouvertüre  „Hilarodia"  von  L.  Grill,  HH.  Messchaert, 
PriU  und  Hilf  etc.)  191b.  No.  22  (u.  A.  9.  Symphonie  von 
Beethoven)  206  b.  Einweihung  des  Mendelssohn -Denkmals 
imd  Festconcert  im  Neuen  Gewandhaus  287  a.  Concert  zu 
Ehren  der  10.  Wanderversammlung  des  Verbandes  deutscher 
Architekten-  und  Ingenieur -Vereine  am  80.  August  455  a. 
No.  1  mit  dem  Amsterdamer  a  capeUa-Chor  unter  Leitung 
des  Hm.  D.  de  Lange  516a.  No.  2  (Frl.  Wietrowetz)  527  b. 
No.  3  (Frau  Mielke,  Vorspiel  zur  „Stindfluth**  von  Saint-Saens) 
539  a.  No.  4  (Hr.  Stavenhagen)  551  b.  No.  5  (Frl.  Leisinger 
und  Hr.  Wille)  567  a.  No.  6  (Werke  von  Schumann)  607  b. 
No.  7  (Frl.  Jordan,  Hr.  Prill),  No.  8  (B  dur-Symphonie  von 
Herzogenberg  etc.)  628  b.  No.  9  (Brahms- Abend,  Frau  Matz- 
Langsdorff,  Hr.  Freund)  640  b.  Akademische  Orchester- 
concerte:  No.  4  mit  Werken  von  Weber,  Spohr  und  Schubert, 
Hr.  Hilf  64b.  No.  6  (slavische  und  französische  Compo- 
nist en,  Frau  Kretzschmar  auf  dem  Janko-Flügel)  108  a.  No.  6 
(Werke  neuerer  Zeit,  Hr.  Hausmann)  150a.  No.  1  (von 
Gabrieli  bis  Bach  und  Händel)  567  a.  No.  2  (Cesti,  Piccini, 
Gluck,  Viotti,  Hr.  Zajic)  623a.  Liszt-Verein:  3.  Concert 
(„Mazeppa**  von  Liszt,  „Tod  und  Verklärung"  von  Rieh. 
Strauss,  Hr.  Siloti)  164  b.  4.  Concert  unter  Leitung  des  Hrn. 
Weingartner  (Dante-Symphonie  von  Liszt  etc. ,  HH.  Gausche 
und  Schuster)  313  a.  5.  Concert  (C  moll- Symphonie  von 
Klughardt,  Symphonie-Bruchstück  von  Ansorge,  Hr.  Staven- 
hagen und  Frl.  Schämack  Ho5a.  1.  Concert  („Macbeth"  von 
Rieh.  Strauss  etc.)  566  b.  Riedel -Verein:  1.  Concert  mit  Werken 
der  Venetlanischen  Schule  12db.  2.  Concert  (13.  Psahn  von 
O.  Taubmann,  und  Deutsches  Requiem  von  Brahms)  165  a.  Con- 
cert am  2.  Juni  (die  deutsche  Schule)  312b.  Aufführung 
von  Draeseke's  Fis  moU-Messe  608  a.  Bach -Verein:  Concert 
am  81.  Januar  80  b.  2.  Kirchenconcert  191a.  Hausconcert 
(u.  A.  „Weihe  der  Nacht"  von  Herzogenberg,  HH.  Klengel 
und  Consolo)  276a.  1.  Kirchenconcert  (Weihnachtsoratorium 
von  S.  Bach)  664  b.  Singakademie :  Aufführung  von  Schumann's 
„Paradies  und  Peri"  I37a.  Auffuhrung  der  „Jahreszeiten" 
von  Haydn  am  7.  Nov.  579  b.  Universitäts- Sänger  verein  zu 
St.  Pauli:  Concert  im  Neuen  Gewandhaus  (u.  A.  „Die  ver- 
lassene Mühle"  von  T.  Streng)  123  b.  Concerte  am  17.  und 
18.  Juli  bei  Gelegenheit  des  70jährigen  Stiftungsfestes  385  b. 
„Arion":  Concert  am  9.  Februar  108  b.  Sommerfest  (u.  A. 
Akademische  Festouverture  von  Draeseke)  370a.  Lehrer- 
Gesangverein :  16.  Stiftungsfest  (u.  A.  „Columbus"  von  H. 
Zöllner)  137  b.  Concert  am  9.  Juli  37(  b.  Concert  am  12.  No- 
vember (Nummern  aus  der  2.  Messe  von  Volkmann,  Frau 
Baumann,  Hr.  Hilf)  579  b.  Concert  des  „Arion"  aus  New- York 
am  14.  Juli  (Frl.  Powell  und  Hr.  Rummel)  370  b.  Kammer- 
musiken im  Neuen  Gewandhaus:  No.  4  (HH.  Prill  und  Gen.) 
28a.  No.  6  (HH.  Hilf  und  Gen.  unter  Mitwirkung  des  Hrn. 
Prof.  t)r.  Reinecke,  u.  A.  Streichquartett  Op.  211  von  Reinecke) 
66b.  No.  6  (HH.  Prill  imd  Gen.)  108a.  No.  8  (HH.  Prill 
und  Gen.)  165b.    Extrakammermusik  unter  Mitwirkung  des 


Hrn.  A.  Rubinstein  (G  moU-Clavierquintett  von  Rubinstein) 
179a.  Letzte  Kammermusik  („Der  Rose  Pilgerfahrt."  von 
Schumann  etc.)  205  a.  No.  1  (HH.  Hilf  und  Gen.,  u.  A.  B  dur- 
Streichquartett  von  Brahms)  640  a.  No.  2  (HH.  PriU  und 
Gen.,  Clarinetten-Quintett  von  Brahms,  E  moU-Streichquartett 
von  Verdi  etc.)  579a.  No.  3  (HH.  Hilf  und  Gen.)  624  b. 
No.  4  (HH.  Prill  und  Gen.,  Blasoctett  von  C.  Reinecke)  640b. 
Kammermusikverein:  3.  und  4.  Soiree  (Ciavierquartett  Op.  14 
von  R.  Kahn  et«.)  205  b.  1.  Musikabeud  (Streichquartett  von 
Affemi,  Frl.  Hoppe)  579b.  3.  Musikabend  (Ciavierquartett 
Op.  75  von  H.  v.  lierzogenberg)  641a.  BLammermusiken  im 
Riedel -Verein:  No.  168  (u.  A.  „Rosen  und  Myrthen",  Lieder- 
cyklus  von  C.  Piutti)  206  a.  Populäre  Kammermusikabende 
von  Hm.  von  Böse  und  Gen.:  No.  3  52a,  No.  1  540a,  No.  2 
641  a.  Gründungsconcert  des  Grieg -Vereins  (Frl.  Polscher) 
276b.  Kammermusik  der  HH.  Prof.  Barth,  de  Ahna  und 
Hausmann  aus  Berlin  65b.  Geistliche  MusikauffUhrungen: 
Hauptmann-Feier  in  der  Thomaskirche,  von  den  Thomanern 
veranstaltet  528a.  Concert  des  Hrn.  Pfannstiehl  mit  den 
HH.  E.  Schneider  und  Müller  540  a.  Concert  des  Frl.  Gross- 
schupf  mit  den  HH.  Gerhardt  und  Schlemüller  540  a.  Char- 
freitagsaufftihrung  der  Matthäuspassion  von  S.  Bach  240  a. 
Concerte  des  Amsterdamer  a  capella-Chors  unter  Leitung  des 
Hrn.  Daniel  de  Lange  am  23.  Juni  343 a  und  12.  Oct.  627b. 
Concert  zum  Besten  der  Gemeindepflege  in  der  Lutherparochie 
(Frau  Steinbach-Jahns,  Fritz  Brückner,  HH.  Weidenbach  und 
von  Böse)  66a.  Verschiedene  Orchesterconcerte:  Zum  Besten 
der  Arbeitelosen  (Frl.  Polscher ^  Hr.  Field)  165b.  American 
Composer's  Concert  unter  Leitung  des  Hrn.  Arens  216a. 
Concert  zu  Ehren  des  Congresses  f&r  innere  Medicin  240  b. 
Matinee  zur  Begründung  des  Pensionsfonds  der  Aspiranten 
des  städtischen  Theater-  und  G^wandhausorchesters  (,,Don 
Quixote"  von  Rubinstein,  Hr.  Rosen thal)  240b.  Zwei  Con- 
certe des  Hrn.  Meyder  mit  seiner  Oapelle  aus  Berlin  500  b. 
Wohlthätigkeitsconcert  in  der  Musikhalle  des  Krystell-Palastes 
unter  Leitung  der  HH.  C.  Schröder  und  von  Woyisch  (unter 
Mitwirkung  des  Frl.  Mark  und  der  HH.  Perron  und  Halir)  527  a. 
Concert  des  Vereins  ehrenvoll  verabschiedeter  Militärs  (Hr. 
Prof.  Reinecke  und  Frl.  Walther)  608  b.  Concert  des  Orchester- 
vereins der  Musikfreunde  (Symphonie  von  Ferd.  Thieriot  etc.) 
623  b.  Solistenconcerte:  des  Hm.  Sarasate  66  a,  des  Hrn.  Moriz 
Rosenthal  94  a,  der  Frau  Formhals  151  a,  des  Ehepaares  Röe  165  b. 
2.  Concert  des  Hm.  Moriz  Rosenthal  178b.  Musikauffiihrungen 
des  Hm.  Pfannstiehl  am  10.  April  216b  und  4.  Dec.  64 Ib. 
Concert  des  Hrn.  Wild  mit  Werken  eigenen  Verlags  (Frls. 
Polscher  und  Brammer)  276  b.  Concert  der  Frau  Lillian 
Sanderson  mit  Frau  Soldat -Roeger  und  Hm.  Staven- 
hagen 640  a.  Concert  des  kleinen  Pianisten  Raoul  Ko- 
czsuski  640  a.  Matinee  der  Frls.  Rosa  Paghell  i  und  Polly 
Hofmann  654b.  Aufführungen  des  k.  Conservatoriums: 
I.  OefFentliche  Prüfung  (9.  Symphonie  von  Beethoven)  124a. 
Die  übrigen  neun  PrSungen  240b,  252a.  Vorführung  von 
Schülerinnen  der  Frau  Unger- Haupt  287  b.  Musikfiuische 
Soir6e  des  Frl.  Götze  am  26.  Oct.  661  a.  Die  Oper:  Frl.  Doen^ 
als  Agathe  im  „Freischütz"  17  b.  Mozart-Feier,  einschliesslich 
eines  Concert/cs,  sonstige  Vorkommnisse  im  November  und 
December  39  a.  Fünf  Wagner- Abende,  „DerBlita"  und  „A'ida" 
neueinstudirt  108b.  Ereignisse  im  Februar:  Wiederauftreten 
des  genesenen  Hm.  Schelper,  „La  Basoche"  von  Messager, 
Neueinstudirungen,  100.  Geburtetag  Rossini^s,  „ Meistersinger" - 
Aufführung  am  14.  Febr.  ete.  261a.  Vier  Wagner- Abende 
im  März  263  a.  Ereignisse  im  April  277  a.  Ereignisse  im 
Monat  Mai  („Casilda"  von  Ernst,  Herzog  von  Sachsen-Coburg- 
Gotha,  Gastspiele  ete.).  Hauptvorkommnisse  seit  Anfang 
Juli  („Der  Gouverneur  von  Tours"  von  Reinecke  u.  s.  w.)  4l4b. 
„Gringoire"  von  I.  Brüll  464a.  Lübeck.  1.  Aufführung  der 
neuen  komischen  Oper  „Der  Gouverneur  von  Tours"  von 
C.  Reinecke  67a.  Magdeburg.  Der  Tonkünstlerverein,  Con- 
certe des  Kirchengesangvereins,  des  Brandt^schen  Gtesang- 
vereins,  Künstlerconcerte  (Hr.  Oberhauser  mit  Frls.  v.  Pilgrim 
und  V.  Schönwald,  Frl.  Nikita  mit  den  HH.  de  Mlynarski 
und  M^er-Mahr),  Gesellschaftsconcerte  (Kaufmännischer 
Verein,  Lo^e  Ferdinand)  609a.  MOlhelm  a.  d.  Ruhr.  Der 
Gesangverein  unter  der  Leitung  des  neuen  Dirigenten  Hrn. 
StroncK  277  b.  Oldenburg.  1.  Abonnement-Concert  der  Hof- 
capelle  (Hr.  Ernst)  624a.  Paris.  Concerte  der  HH.  Colonne 
und  Lamoureux,  Berlioz  und  Wagner  nehmen  die  Hauptstelle 
ein,  Novitäten  französischerComponisten(Saint-SaÖn8'„Africa", 
Charpentier's  „Eindrücke  aus  Italien",  Erinnerung  an  die 
Verdienste  Victor  Wilderes)  622a.  Plauen  i.  V.  Die  Cantate 
Op.  20  von  Aug.  Riedel,  bei  Einweisung  dos  neuen  Superin- 


VI 


tendenten    aufgeführt   416b.      Schwerin.     Hofcapellmeister 
Alois  Schmitt  verlässt  Schwerin  infolge  von  Differenzen  mit 
der  Intendantur  138  b.     Sondershausen.     AufftLhrang  von 
Carl  Schröder^s  Oper  .Aspasia"  138  b.    2.  und  3.  Lohconcert 
(u.  A.  „Romeo  und  Julia"  von  Tschaikowsky,  Ouvertüre  zu 
„Christoforus"    von   Bheinberger   und  „Todt^ntanz"  von  G. 
Hiemenschneider)  344  a.    4.  Lohconcert  und  Extraconcert  am 
28.  Juni  (Balletmusik  aus  „Aspasia"  von  0.  Schröder).  5.  Loh- 
concert (Phantastische  Symphonie  vonBerlioz,  „Liebesn-ühlin^" 
von  Rückbeil),  Weggang  des  Solo  Violoncellisten  Hm.  Martm 
372a.     6.— 15.  Lohconcert  (HH.  Corbach  und  Martin)  477b. 
16.   und    17.  Lohconcert   (HH.    Martin   imd   Corbach)   601b. 
Stettin.  Aufführung  des  Chorwerks  „Krösus"  von  0.  A.  Lorenz 
durch   den   Stettiner  Musikverein  161b.     Stuttgart.    Erste 
Auffühnmg  von  Cornelius'  Oper  „Der  Barbier  von  Bagdad" 
288b.    Utrecht.    17.  Generalversammlung  und  Musikfest  des 
Niederländischen      Tonkünstlervereins      (Hr.     Petri)     313  b. 
Weimar.  Aufführung  von  Wagner's  „Tristan  und  Isolde"  53a. 
Gastspiel  des  Hrn.  Alvary  als  Tannhäuser  und  Walther  von 
Stolzin^    95  a.       1.    Aufführung    von    Hans    Sommer's    Oper 
„Lorelei"  327  a.    Kurze  Zusammenstellung  der  Vorkommnisse 
in  der  letzten  Saison,  Kammermusikabende  der  HH.  Lassen, 
HaHr  und  Gen.  (Hr.  Giessen),   Musikabend  der  HH.  Eoesel 
und  G«n.  (Hr.  Bucha)  369  a.    Concert  der  Frau  Hessenland- 
Formaneck,     Aufführung     von    Berlioz'    Requiem    in    der 
Stadtkirche,     Solisten    der    Theaterconcerte     (HH.    Staven- 
hagen  und  Joachim,  Frau  Margarethe  Stern),  die  Orchester- 
leistungen  in   den    Theaterconcerten    385  a.      Erste   Auffüh- 
rung in  Deutschland  von  Massenet's  Oper  „Werther"  596a. 
Wien.    Philharmonische  Concerte  No.  1,  No.  2  (Mozart-Feier, 
Frl.  Baumeyer)  27a.  No.  3  (C  moll-Symphonie  von  Brückner) 
4b,  16b.  No.  4  (u.  A.  „Don  Juan"  v.  Rieh.  Slrauss)  122b. 
No.  5,  No.  6  (Suite  a.  „Esclarmonde**  von  Massenet),  Ausser- 
ordentliches  Concert    (Ouvertüre    „Husitska**    von   Dvor&k, 
„Sommernächte**  von  Berlioz,  Hr.  Rossi  etc.)  136  a.   Ende  des 
Cyklus,  No.  7  (Ouvertüre  „Im  Herbst"  v.  Grieg  und  „Vene- 
zianische Nächte"  für  Ciavier  und  Orchester  von  Pirani,  ge- 
spielt   vom   Componisten) ,   Ausserordentliches   Concert   zum 
Besten  des  Hofopernpensionsfonds   204  a.     Concerte  der  Ge- 
sellschaft der  Musikfreunde:  2.  Mozart -Festconcert  (HH.  G. 
Peters  und  G.  Walter  etc.),  1.  Mozart-Festconcert  27  b.    Drei 
Ordentliche  und  ein  Ausserordentliches  Concert  (Hr.  Wessely, 
„Das  Lied  von  der  Glocke"  von  M.  Bruch  etc.)  164  a.   No.  4 
(Mendelssohn's  „Walpurgisnacht",  S.  Bach's  Pfingstcantate  und 
Dvol&k's  D  dur-Suite)  178a.     Concert  des  Hm.  A.  Rubinstain 
zum  Besten  der  Armen  am  31.  Jan.  mit  eigenen  Werken  (G  moll- 
Symphonie,  Es  dur-Clavierconcert)  92  b.  Aufführung  der  Missa 
solemnis  von  Beethoven  durch  den  Singverein  239  a.   Kirchen- 
concert  der  Singakademie  239  b.     Aufführung  von  MendeLs- 
sohn's  „Antigone"-Musik  durch  den  Männergesangverein  und 
das  Hofopernorchester  178b.    Kammermusik:  Quartett  Rosö, 
Mozart-Feier  27b.    Ciavierquartett  Op.  18  von  Rieh.  Strauss, 
Streichquintett  Op.  111  und  Clarinettenquintett  von  Brahms 
122b.     Joachim -Quartett  aus  Berlin  123  a.     10.  Renaissance- 
Abend  der  HH.  Dr.  Hirschfeld  und  Köstinger  239a.    Virtuo- 
senconcerte:    HH.  Rosenthal,  Sauer  und  d^Albert.,  Frl.  Poz- 
nanska,  Hr.  Knutzen  239  b.     Concerte   des  Frl.  Kemdl  mit 
den  HH.  von  Stocla  und  Luka,  des  Frl.  Mandlich  mit  den 
HH.  Radnitzky  und  Luka  und  des  Frl.  Dürmberger  mit  den 
HH.  Rosö  und  Hummer,  Frl.  von  Timoni,  Hr.  Stavenhagen, 
die  Wunderknaben  Koczalski  und  Spielniann  262  a.    Gebrüder 
Thern,  Hr.  und  Frau  R6e,  HH.  Joachim  (Concerte  v.  Bruch 
[No.  3]  und  Joachim  [No.  2])  und  Ondriiek,  Damen  Panteo  und 
Scotti,  Frau    Amann-Neusser,  Frl.  von  Brennerberg,  Frau 
Breitner,  HH.  Breitner,  Lewinger,  Sara.sate,  Frau  B.  Marx 
275  a.    Liederconcerte  der  Damen  Sanderson,  Barbi,  Finken- 
stein und  Pattini,    der  HH.  Bettini,  Bulss  und  Reichmann 
299b,  sowie  des  Hrn.  G.  Walter  u.  der  Frau  Nicklas-Kempner, 
über  Hugo  Wolfs  Lieder,  Hr.  F.  Löwe,  HH.  Gärtner  und 
Savart    (Hornconcert    Von    R.    Strauss)    312a.      Oper:    Der 
Mozart-Cyklus  63  a.     „Siegfried "-Aufführung  am  13.  Febr.  mit 
Hrn.  Dippel  als  Siegfried  I23a.     Novitäten:    „Die  Liebenden 
von  Teruel"  von  Breton,  „Ritter  Pasman"  von  Job.  Strauss 
342a.     „Werther"   v.  Massenet,   „Freund  Fritz"  v.  Mascagni 
353b.    Von  der  internationalen  Musik-  und  Theater- Ausstel- 
lung, 1.  und  2.  Festconcert,  die  Populären  Symphonieconcerte 
454a.  Gastdirigenten  HH.  F.H.  Cowen  aus  London  mit  eigenen 
Werken,  F.  Löwe  (D  moll-Symphonie  von  Anton  Brückner), 
Miisikaufführung   des   Akademischen  Wagner -Vereins  unter 
Leitung  des  Hm.  J.  Schalk   einige  Wochen  zuvor  (Esdur- 
Symphonie   von  Anton  Brückner,   Ovationen  fiir  Brückner) 


476  b.  Concert  mit  Werken  amerikanischer  Componisten 
unter  Leitung  des  Hm.  F.  X.  Arens,  Gttötdirigenten  HH. 
Mancinelli  und  Svendsen  mit  eigenen  Werken,  Nachschrift 
189  b.  Gastdirigent  Hr.  Heuberger,  „Die  Eroica"  in  einem 
Populären  Concert  unter  Jjeitung  des  Hm.  Grädener  616a. 
Die  Historischen  Concerte,  darunter  drei  von  dem  Amster- 
damer a  capella-Chor  unter  Leitung  des  Hm.  D.  de  Lange, 
Concerte  des  Ambrosius-Vereins  und  aer  Wiener  Singakademie 
526 b.  Fremde  Opern  im  Ausstellungstheater:  die  czechische 
Oper  („Die  verkaufte  Braut"  und  ,, Dalibor"  von  Smetana, 
„Dimitrij"  von  A.  DvorÄJk,  das  Melodram  „Pelop*s  Braut- 
werbung" von  Fibich),  die  italienische  Oper  (Mascagni's  „Ca- 
valleria  rusticana"  und  „Amico  Fritz"  ^  „I  Pagliacci"  von 
Leoncavallo  550a.  „Mala  Vita"  von  Giordano  u.  s.  w.,  die 
polnischen  Opemvorstellungen:  „Halka"  von  Moniuszko,  das 
Singspiel  „Krakowiaken  und  Goralen"  von  Kurpinski  565  a. 
ZwiCKau.  Die  Aufführung  der  9.  Symphonie  von  Beethoven 
das  Hauptereigniss  der  Saison,  1.  Muslkvereinsconcert  als 
Mozart-Feier,  Hr.  Vollhardt  als  Pianist,  Frl.  Schauseil,  zwei 
Kammermusikabende  des  Hm.  Türke,  Kirchenmusik,  Ein- 
weihung der  grossen  Orgel  in  der  Marienkirche,  Aufführung 
von  Mozart's  Requiem  am  22.  Nov.  53b.  Die  letzten  zwei 
Musikvereinsconcerte  (B  dur-Symphonie  von  Svendsen,  Ouver- 
türe zur  Oper  „Hertha"  von  Curti,  Frl.  Polscher,  HH.  R. 
Zwintscher  und  Hilf),  HH.  W^ilhelmj  und  R.  Niemann, 
3.  Kammermusik  des  Hm.  Türke,  Verdienste  dieses  Herrn 
um  die  Pflege  der  Kammermusik  263  b.  Zwei  Concerte  der 
Pauliner  aus  Leipzig,  der  Zwickauer  Lehrer -Gesangverein, 
die  kleinen  Kirchenmiusiken  des  Hm.  Vollhardt,  Schlussconcert 
des  a  capella-Vereins,  „Selig  aus  Gnade"  von  A.  Becker  277  b. 

VI.   Concertumschau. 

In  jeder  Nummer. 

VII.   Engagements  und  Gastspiele  in  Oper  und 

Concert. 

In  jeder  Nuiomer. 

VIII.   Kirchenmusik. 

In  jeder  Nummer. 

IX.   Opernauffahrungen. 

No.    1—4,  6—9,   11—13,   15,   17—21,  24,  25,  27,  41—43,  46, 
47-61. 

X.  Aufgeführte  Novitäten. 

No.  1,  3,  6,  9,  11,   18,   14,   16,  19,  21,  26—30,  36,  36,  38,  40, 
41,  44,  47,  49,  61. 

XI.   Musilcalien-  und  Büchermarlct. 

9a,  183b,  346a,  402a,  492a,  503a. 

XII.   Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

In  jeder  Nummer. 
Daraus  im  Besonderen: 

Auszeiehnungen:  de  Ahna  71a.  AUögre  115b.  Auber^ 
gier  71a.  Aubrun  115b.  Bär  504b.  J.  Bamby  432a.  L. 
Bas  71a.  A.  Bauer  245  b.  Frl.  Baux  71a.  P.  Benoit  614  b. 
E.  Bertrand  402b.  v.  Bezecny  630b.  B.  Bilse  619a.  Frau 
Blavet  71a.  J.  C.  Boers  479a.  A.  Brodsky  57b.  H.  v.  Bron- 
sart  143  b,  544  a.  M.  Brucb6o7b.  Brument  115  b.  Büttner  83  b. 
Dr.  H.  Bulthaupt  281b.  Frl.  B.  Carante  71a.  Frau  Ca- 
stillon  71a.  Ohabaud  115  b.  Frl.  C.  Chaminade  71a.  Chapiiis 
ll5b.  Chavaffnat  115b.  Chevillard  115b.  Chimöne  115b. 
CUerc  ll5b.  A.  CoUongues  71a.  de  Corteuil  116b.  Cossira 
7la.  G.  Cusins  468  b.  Delaunay  115  b.  L.  Desjardins  71a. 
J.  Diamand  196  b.  Donnay  115  b.  A.  v.  Dommer  876  b. 
Doppler  317b.  F.  Draeseke  233b.  Frau  Duverdray  71a. 
A.  Bichbom  860b.  A.  Felchner  418b.  G.  Ferling  20b. 
Fichot  ll5b.  Fischer  169b.  Fritsch  ll5b.  Frl.  Fritsch  281  b. 
Gaene  115  b.  Gazier  115  b.  Gianni  71a.  Gillard  115  b. 
Goldberg  333b.  Gresse71a.  Guillaume  115b.  A.  Hal6vy7la. 
Halir  504b.  Handloser  268b.  Frau  Heink  33b.  J.  Hellmes- 
berger  sen.  33  b.  Hennig  376  a.  Graf  v.  Hochberg  71a, 
268b.  Hohlfeld  33b.  H.  Huber  418b.  V.  d'Indy  33b. 
Jacobson  456  b.  Jahn  33  b,  530  b.  JuUien  115b.  feeiser 
360b.  Kempter  599b.  de  Kervöguen  115b.  Knapp  281b. 
Knüpfer  i55b.  Koch  115b.  Kohl  115b.  Anton  Krause  645b. 
M.  Krause  376  a.  E.  Kretschmer  238  b.  Kruse  466  b. 
JLacoste  71a,  115  b.  Lagier  71a.  Th.  Lammers  57  b. 
Laurent  115b.     Laveissi^re  (gen.  Nouvelli)  115b.     Lematte 


vn 


llBb.  Ligner  115b.  Louvat  I15b.  Frau  Luc  ll5b.  Lyon 
116  b.  Madoulö  116  b.  New -Yorker  Männergesangverein 
„Arion"  387  a.  Marcbal  116  b.  Marmontel  10  b.  Marquart 
115b.  Martel  115b.  Martin  116b.  A.  Meissner  86b,  5d0b, 
628  a.  A.  Messa^r  46  a.  Metius  268  b.  J.  Meyer  402  b. 
Mottl  268b.  F.  Müller  B7b.  de  Ifattes  115b.  Dr.  E.  Nau- 
mann 664a.  J.  Nestier  888b.  W.  F.  Nicolai  479a.  Opitz 
919b.  Paladilhe  376b.  W.  Parrat  468b.  P6not  115b. 
Perdu  115b.  Perri6  115b.  Piödeleu  71a.  Pirodon  71a. 
Pourcel  115  b.  E.  Prager  654a.  A.  Bandegger  185  b.  Frl. 
Baoult  115  b.  B^s  115  b.  Frau  Eenaua-Maury  116  b. 
O.  Reubke  165  b.  E.  Reyer  33  b.  Frau  L.  de  EiU6  71a. 
Rosenberg  281b.  E.  Rüdiger  245b.  Frau  Sallard  71a.  P. 
de  Sarasate  376a.  Frl.  Scherenberg  10b.  A.  Schott  196b.  A. 
Schwartz402b.  Prof.  L  Seiss  360b.  S6v6n6ry  402b.  Sicard 
115b.  J.  Smith  530b.  Staegemann  I15b,  645b.  Staven- 
hagen  554a.  W.  Steinhart  245b.  W.  Steinway  360b.  F. 
Stockhausen  166b.  Stoumon  33  b.  Strauss  5l9a.  Sucher  85  b. 
A.  Sullivan  468b.  E.  Thuillier  71a.  Turban  115  b.  Unger 
268b.  Urban  219b.  Frau  Vaucorbeil  116b.  de  Vaux  116b. 
P.  V6ronge  de  la  Nux  402  b.  Frau  Therese  Vogl  376  a. 
Weingartner  85b,  504b.  C.  Wendling  493b.  Ch.  Widor 
402  b.  Wieprecht  466  b.  Wünzer  860  b.  Prof.  A.  Zamara 
804  b.    Zumpe  360  b. 

Nekrolog:  Robert  Franz  554a. 

Todtenllste:  Heinrich  de  Ahna  646  a.  J.  Allen  482  b. 
A.  Artus  219b.  A.  Aulagnier  304b.  Frau  Cl.  Bartolini  67b. 
E.  Behnke  504  b.  E.  Berger  185  b.  G.  Bergmann  387  b. 
J.  Blaes  67b.  A.  Bottero  115b.  O.  Bottero  418b.  A.  Bouvier 
804b.  Frau  Brandt-Görtz  219b.  Marie  Breidenstein  291b. 
Prof.  G.  Brückner  599  b.  H.  Brückner  360  b.  L.  Buti  98  b. 
Ch.  Buzian  443b.  A.  Capanna  57  b.  W.  0.  Carpenter  432b. 
Frau  A.  Cataneo  71a.  A.  Cellier  20  b.  Frau  Chturton-Demeur 
667b.     Chollet  46a.     G.  Ciampi  219b.     Abb6  F.  CoUin  10b. 

D.  Cortesi  360b.  R.  Costa  186b.  H.  Cr^mieux  519a.  J. 
Cyriax  519  a.  Rosa  CziUag  115  b.  A.  Desrousseaux  628  a. 
O.  Dessoff  654a.  A.  Didot  256b.  Th.  Dodds  156b.  F.  Dol- 
metsch 256b.  Frl.  M.  Donne  317b.  H.  Dom  34a.  J.  Duprato 
291b.  Ch.  Duvois  144a.  G.  BhrUch  196b.  J.  S.  Evans  85b. 
J.  Farley  338b.  C.  Faust  479a.  Ch.  Ferlus  333b.  G.  Fiori 
10  b.  H.  Franke  564  a.  Dr.  Robert  Franz  544  a.  A.  Gambara 
268b.  B.  Gamucci  98b.  Ch.  N.  E.  Gand  115b.  A.  Garzoni 
98b.  Th.  Gaugier  468b.  A.  W.  Gihner  317b.  P.  S.  Gümore 
519a.     A.  Gouzien  443b.     Grandjany  20b.     H.  Greve  268b. 

E.  Guiraud  268b.  A.  E.  Hablawetz  493  b.  F.  J.  Hager  504b. 
W.  HaUe  317b.  M.  Hanisch  258b.  G.  Hartmann  209b.  C. 
Hauer  186  b.  Henseler  614  b.  F.  Herv6  570  b.  Frau  E.  von 
Herzogenberg  33b.  J.  Heyberger  116  b.  Th.  H.  W.  Hül  20  b. 
Prof.  E.  Hille  20  b.  F.  Hinrichs  554a.  T.  Hohler  317  b.  B. 
Hopstock  814b.  Ed.  Horak  646a.  R.  Ibach  418b.  Frau 
H.  Jadassohn  84  b.  Prof.  G.  Janke  245  b.  G.  J.  Japha  143  b. 
L.  Jungmann  604b.  A.  Jungmann  699  b.  H.  Kahl  418  b. 
Frau  Th.  Kalliwoda  233b.  C.  Kammerlander  443b.  M. 
Earasowski  246  b.  H.  Klahre  71a.  Frau  Z.  Kotschetoff 
245b.  Dr.  E.  Krause  196b.  Frau  Krüte-Wüst  657b.  F. 
Krug  584  b.  J.  JLallemand  20b.  Th.  Lalliet  291b.  E.  Lalo 
246b.  J.  Lambert  143b.  Dr.  W.  A.  Lampadius  219b.  F. 
Lamperti  245  b.  Dr.  W.  Langhans  317  b.  R.  Larwill  466  b. 
M.  Laufer  155b.  Lauwers  169  b.  A.  Leduc  d33b.  A.  Lim- 
nander  de  Nieuwenhove  443  b.  G.  Lobero  418  b.  G.  Lom- 
bardo  (Lombardini)  383  b.  C.  Lucca  504  b.  Hannsfeldt  86  b. 
L.  Massart  128b.  Ch.  W.  Melville  196b.  L.  M6nard  614b. 
A.  A.  Mercuri  156  b.  Frau  Sarah  Metzger  432  b.  Michel 
570  b.  Dr.  P.  Mirsch  468  b.  F.  Mittelhauser  699  b.  Morel 
614b.  G.  W.  Morgan  402b.  E.  Morlais  360b.  A.  Mutel 
144a.  J.  Ifagel  519a.  F.  Niest  128b.  L.  Oertel  165b. 
J.  Cid  ll5b.  Baron  B.  Orczy  85  b.  A.  Panizza  833b.  E. 
Pasquö  185b.  H.  S.  PauUi  71a.  J.  F.  Pester  115b.  H. 
PhiHppi  817  b.  Pickaert  418  b.  F.  Poise  281b.  H.  de  la 
Pommeraye  20  b.  V.  de  Pontigny  144  b.  C.  Pontoglio  169  b. 
T.  auilez  360b.  B.  Razzetti  143b.  Frl.  A.  Richardson  85b. 
H.  Riedel  376  b.  F.  Riga  67  b.  Frau  S.  Rosen  98  b.  Frau 
Rossi-Caccia  333b.  J.  fiuczek  57  b.  J.  Ruelle  466b.  Prof. 
Dr.  W.  Rust  245b.  A.  C.  Ryder  479a.  F.  Sangalli  519a. 
A.  Sangiovanni  57  b.  Prof.  G.  Scharfe  347  a.  W.  Schauseil 
664a.  C.  Scheel  86b.  A.  Schubert  85b,  115b.  J.  Schubert 
148  b.  H.  de  Senger  46  a.  E.  Sheppard  482  b.  A.  Sinsoilliez 
347b.  J.  N.  Skraup  268b.  F.  Z.  Shnihersky  443b.  Marianne 
Spohr,  geb.  Pfeiflfer  57b.  J.  StahUmecht  46  a.  Ch.  E.  Stephens 
418b.  F.  Strauss  876b.  FrL  M.  Tayau  466b.  P.  Tharaud- 
Mainvielle  876b.    Frau  Theisen  (Edith  Ploux)  155b.     E.  W. 


Thomas  670b.  G.  Thomas  18öb.  0.  Tiersch  684b.  H.  C. 
Tinmi  604b.  C.  Tingry  402b.  L.  Tofanelli  98b.  F.  Toms 
238  b.  Zelia  TrebeUi-Bettini  432  b.  W.  Tschirsch  33  b.  F. 
Tetta  418b.  Ch.  L.  A.  Vogel  493b.  Vogl  71a.  Frau  Viguier 
98  b.  A.  Wallerstein  196  b.  Dr.  A.  E.  Wendler  281b.  R. 
Westühal  432b.  Ch.  A.  White  219b.  V.  Wüder  468b. 
C.  Will  443b.  Dr.  A.  Wogritsch  504b.  Frau  A.  Worgitzka 
185b.  J.  E.  Wurm  209b.  J.  G.  Zahn  584b.  J.  B.  Zerbolini 
57  b.    Zimmermann  10  b.    G.  Zucchini  196  b. 

XIII.   Offener  Sprechsaal. 

Zum  Capitel  der  „Nachempfindung".    Von  Robert  Franz  20a. 

Erwiderung  des  Hrn.  Dr.  Reimann  45  a. 

Nochmals  zum  Capitel  der  „Nachempfindung".  Von  Robert 
Franz  57  b. 

Erwiderung  des  Hm.  Dr.  Reimann  71a. 

Zimi  Capitel  der  „Nachempfindung".    Von  Robert  Franz  85  b. 

Brief  des  Hrn.  Moriz  Rosenthal  an  den  Redacteur  85  b. 

Erklärung  des  Hm.  H.  Ehrlich  98  b. 

Erwiderung  des  Hm.  Moriz  Rosen thal  99  b. 

Noch  einmal  die  „Camilla"  des  Hm.  Carl  Goepfiart.  Von 
A.  Smolian  220  a. 

Kurzer  Brief  des  Hm.  H.  v.  Bülow  245  b. 

Zu  meiner  Methode  der  Schlüssel-Lehre.  Von  Max  Arend  479  b. 

Marke  Tristan's  Ohm.  Erwiderung  an  Hrn.  Dr.  Rudolf 
Schlösser.     Von  Moritz  Wirth  519  b. 

Hr.  Concertagent  Hermann  Wolff  in  Berlin  und  seine  Be- 
handlung unberühmter  Künstler.    Von  A.  Siloti  600  a. 

Protest  gegen  unwahre  Beschuldigungen.  Von  E.  W.  Fritzsch 
614b. 

Brief  des  Hm.  A.  Siloti  628  a. 

Berichtigung  des  Hrn.  Dr.  H.  Reiniann  und  Erwiderung  von 
E.  W.  Fritzsch  628b. 

Ein  Preisausschreiben.    Von  Th.  Graff  646  a. 

XIV.   Berichtigungen  und  Ergänzungen. 

281b,  304  b,  360b,  418b,  443b,  499a,  544b,  646a. 

XV.  Abbilduna. 

Das  Felix  Mendelssohn  Bartholdy-Denkmal  in  Leipzig  301. 

XVI.  Briefkasten. 

In  jeder  Nummer. 

XVII.  Anzeigen. 

(Die  Nummernangabe  gilt  nicht  der  Anzeige  selbst,  sondern 

dem  Blatt.) 
Jos.  Aibl  Verlag  (München)  No.  8,  15,  25,  43,  47,  51,  52. 
W.  Auerbach  Nachf  (Leipzig)  No.  1,  4,  5.  6,  25,  37,  39,  41, 
43,  45,  47,  49,  51.  Aufruf!  No.  46.  Chr.  Bachmann  (Hannover) 
No.  15.  Aug.  Batschari  (Baden-Baden)  No.  40,  41,  42.  C. 
Bechstein  (Berlin)  No.  1,  3,  6,  8,  9,  10,  11,  13,  14,  16,  17,  19, 
21,  22,  24,  25,  28,  29/30,  32,  33/34,  35,  36,  38,  41,  43,  45,  46, 
47,  49,  50,  52.  M.  P.  Belaieff  (Leipzig)  No.  5,  6,  7,  8,  9,  12. 
Felix  Berber  (Magdeburg)  No.50.  Hedwig  Bernhardt  (Breslau) 
No.  49,  51.  Irma  Betteea  (Leipzig)  No.  41,  43,  45,  47^  49,  51. 
Ludwig  Bleuer  (Berlin)  No.  26.  J.  Blüthner  (Leipzig)  No.  1 — 52. 
Job.  Aug.  Böhme  (Hamburg)  No.  42,  44  46,  48,  50,  52.  J.  G. 
Boessenecker  (Regensburg)  No.  32.  Bodo  Borchers  (Leipzig) 
No.  1—48,  50,  51,  52.  Gustav  Borchers  (Leipzig)  No.  2,  6, 
10,  15,  17,  24,  28,  41,  45,  50.  Fritz  von  Böse  (Leipzig)  No.  38, 
39.  F.  Bosse  Musikalienhandlang  (Leipzig)  No.  4,  5.  May 
Brammer  (Leipzig)  No.  24.  Breitkopf  &  Härtel  (Leipzig) 
No.  2—8,  10,  11,  13,  15,  17—28,  24—36.  38,  40,  41,  43—52. 
H.  Brett  (Leipzig)  No.  23.  C.  A.  ChaÜier  &  Co.  (Berlin) 
No.  10,  20,  41.  Das  Gomite  zur  Errichtung  eines  Denkmals 
für  Ferdinand  Möhring  No.  6.  Welcher  Componist  von 
Ruf?  No.  50.  Scharwenka-Ganservatorium  (Berlin)  No.  37. 
Conservatorium  für  Musik  (Carlsruhe)  No.  10,  11,  81,  32. 
Conservatorium  der  Musik  (Cöhi)  No.  8,  li?,  18,  28.  Kgl. 
Conservatorium  der  Musik  (imd  Theaterschule)  (Dresden) 
No.  29/30.  Raff- Conservatorium  (Frankfurt  a.  M.)  No.  11, 
32.  Königliches  Conservatoriimi  der  Musik  (Leipzig)  No.  8, 
9.  29/30,  31.  Oonservatoriimi  der  Musik  (Mainz)  No.  31,  35. 
Fürstl.  Conservatorium  der  Musik  (Sondershausen)  No.  8,  9, 
13,  29/30,  32.  Städtisches  Conservatorium  für  Musik  (Strass- 
burg  i.  Eis.)  No.  33/34,  35.  Conservatorium  für  Musik  (Wies- 
baden) No.  18,  33/34.  35.  Spangenberg'sches  Conservatorium 
für  Musik   (Wiesbaden)   No.   89.      Städtische   Cur-Direction 

gViesbaden)  No.  10,  11.    Margarethe  David  (Leipzig)  No.  1. 
udolf  Dietrich  (Leipzig)  No.  44.    Dirigentengesuch  No.  40, 
41,  42.    Dirigent  gesucht  No.  19,  21.    Nicola  Doerter  (Mainz) 


vm 


No.  26.  Verlag  der  „Dresdener  Wochenblätter"  No.  47. 
Sbner^sche  Hoi- Musikalienhandlung;  (Stuttgart)  No.  39. 
Eduard  Ebert-Buchheim  (Strassburg  i.  E.)  No.  39,  40,  41,  42, 

43.  Adolf  Eismann  (Dresden)  No.  22,  26,  28,  32,  35,  37,  39, 
41,  43,  45,  47,  49,  51.  Fräulein  Margarethe  Eussert  No.  24. 
Expedition  dieses  Blattes  in  fremden  Angelegenheiten:  Ein 
prächtiger,  ganz  neuer  grosser  Concert- Flügel  No.  13,  14 
Eine  Verlagshandlune  No.  14,  16.  Ein  Musikdirector  No.  2L 
Ein  tüchti^r  1.  Violinist  No.  36.  Für  den  ersten  Männer- 
gesangverein No.  41.  Wer  kauft  ein  einactiges  Opernlibretto 
No.  43.  Ein  Opemtext,  von  Fachm.  No.  44.  Gesucht  zu 
antiquar.  Preisen  No.  47.  Julius  Feurich,  kgl.  sächs.  Hof- 
Pianofortefabrik  (Leipzig)  Nö.  20,  29,  24,  26,  28.  31,  32,  33/34, 
36,  38,  40,  41,  43,  45,  46,  47,  49,  51.  Anna  Fleischer  (Cfon- 
stanz  a.  B.)  No.  8,  10,  12.  Roh.  Forberg  (Leipzig)  No.  5 — 7, 
49,.  52.  Eugen  Franck's  Buchhandlung  [G.  Maske]  (Oppeln) 
No.  29—24.  E.  W.  Fritzsch  (Leipzig)  No.  1—26^  28—52. 
Hermann  Gausche  (Creuznach)  No.  1,  2,  22,  23.  Eine  echte 
Jacobus  Stainer  -  Geige  No.  10.  Der  Gemeinde -Kirchenrath 
der  St.  Johanniskirche  (Memel)  No.  19,  20,  21.  Gesucht  wird 
sofort  ein  begabter  Componist  No.  12.  Gnevkow  &  v.  Gell- 
hom,  Musikalienhandlung  (Kiel)  No.  36.  Gnevkow  &  Stern- 
berg (Berlin)  No.  1,  2,  10,  22,  23,  24,  60.  Franzisca  Gondar 
(Leipzig)  No.  44,  46,  46,  48,  49,  50,  61,  62.  Joh.  Gross  (Inns- 
bruck) No.  1.    Alfred  Grünfeld  (Wien)  No.  21,  22,  23,  49,  50. 

51,  52.  Ludwig  Grünfeld  No.  21,  22,  23,  49,  60,  51,  52.  Carl 
Grüninger  (Stuttgart)  No.  11,  17,  18,  19,  33/3i,  35.  Moritz 
Alb.  (Sitter  (Markneukirchen)  No.  87.  Julius  Hainauer, 
k.  Hofmusikalienhandlung  (Breslau)  No.  7,  8,  9,  10,  20,  21, 
22,  45,  46,  47  48,  49,  50,  61,  52.  Carl  Halir  (Weimar)  No. 
17,  18,  19,  52.  Wilhelm  Hansen  (Leipzig)  No.  2,  3,  4,  5, 
7—26,  27,  28,  31—52.  Ein  Harfenist  No.  3.  Prof.  Hugo 
Heermann  (Frankfurt  a.  M.)  No.  23, 24.  Anna  Heinig  (Leipzig) 
No.  2  86^  37,  38,  39,  41,  42,  43,  44,  46,  47, 49, 60,  51.  Heinrichs- 
liofen  s  Verlag  (Magdeburg)  No.  10,  44.  Rudolph  Herfurth 
(Berlin)  No.  46,  47,  48.   Max  Hessens  Verlag  (Leipzig)  No.  43, 

44,  46,  46,  47,  48,  49,  60,  61,  52.  Fräulein  Sophie  Heyden 
No.  18.  Jenny  Heymann  No.  16.  Frau  Meta  Hieber  No.  22. 
Fritz  Higgen  (Bremerhaven)  No.  36—52.  Eugen  und  Anna  Hil- 
dach  No.  22,  23.  Fräul.  Hoffelt  (Dessau)  No.  24.  Johanna 
Höfken  No.  23.  L.  Hoflarth  (Dresden)  No.  20,  60.  A.  Hoff- 
mann (Striegau)  No.  5.  Friedrich  Hofmeister  (Leipzig)  No.  38. 
Das  herzogt.  Hoftheater  (Braunschweig)  No.  19,  20.  Clara 
Hoppe  (Frankfurt  a.  0.)  No.  2,  6,  11,  15,  19,  22,  24,  28,  32, 
36,  86,  37^  38,  39,  40,  44  46,  4ö  47,  48,  49,  60,  51,  52.  R. 
Hoppen  (Cassel)  No.  27,  28.  Otto  Junne,  Musikverlag  (Leipzig) 
No.  19,  20,  43,  44,  46,  46,  47,  48,  49.  60,  51,  52.  Rieh.  Kahle's 
Verlag  (Dessau)  No.  18.  A.  Kell's  Buchhandlung  (Plauen  i.  V.) 
No.  3.  Fr.  Kistner  (Leipzig)  No.  1—52.  C.  A.  Klemm 
(Leipzig,  Dresden,  Chemnitz)  So.  44,  47.  Carl  Klinner,  Musik- 
verlag (Leipzig)  No.  39, 40.  Frau  B.  von  Knappstaedt  (Leipzig) 
No.  27.  Alfred  Krasselt  ^Baden-Baden)  No.  1,  2,  20—62.  Gustav 
Krausse  (Leipzig -Gohlis)  No.  44.  Frau  Krebs  -  Brenning 
(Dresden  -  Strehlen)  No.  4,  6,  8,  10.  Frederic  ILamond  No. 
22,  23.  E.  Lanz,  Musikverlag  (Bern)  No.  46.  Commissions- 
Verlag  v.  C.  F.  Leede  (Leipzig)  No.  44.  Maurits  Leffson 
(Philaäelphia)  No.  32.  Robert  Leideritz  (Ticipzig)  51,  62. 
F.  E.  C.  Leuckart  (Leipzig)  No.  1,  6,  9,  11,  12,  13,  14,  15, 
17,   18,  24,  26,  26,  32,  37,  38,  89,  42,  44,  46,  46,  48,  50,  61, 

52.  Hans  Licht  (Leipzig)  No.  18.  Lippert'sche  Buchhandlung 
(Halle  a.  S.)  No.  47.  Eduard  Mann  (Dresden)  No.  40,  41, 
43,  46,  47,  49,  51.  Georg  Maske  (Oppeln)  52.  Concert- 
direction  Daniel  Mayer  (London)  No.  21,  23,  25,  26,  29/30, 
82,  37.  Carl  Merseburger  (Leipzig)  No.  2,  6.  Job.  Messchaert 
(Amsterdam)  No.  32.  Carl  Meyer  No.  23.  Anna  Münch 
(Leipzig)  No.  1,  37,  38,  39,  40,  41,  42,  48,  44,  45,  46,  47,  48, 
49,  50,  51.  Ein  akademisch  gebildeter  Musiker  No.  37.  Klind- 
worth'sche  Musikschule  (Berlin)  No.  35.  Grossherz,  sächsische 
Musikschule  (Weimar)  No.  7,  9.  Königliche  Musikschule 
(Würzburg)  No.  33/34,  40.  Musikverein  (Linz,  Ober-Österr.) 
No.  29/30,  31.  Mimi  Ifaber  (Cöln-Düren)  No.  37,  39,  4L  48,  45, 
47,  49,  61.  Nagel's  Musikalien- Verlag  und  -Sortiment  (Leipzig) 
No.  9,  10,  11,  12,  18,  14,  15,  16,  17,  18,  19.  Der  Oberbürger- 
meister (Aachen)  No.  33/34,  41.  Der  Oberbürgermeister  (Cöln) 
No.  8,  36,  60.  Für  den  Oberbürgermeister  (Düsseldorf)  No. 
27,  28.  Martin  Oberdörffer  (Leipzig)  No.  37. '  Herrn.  Oester- 
witz  (Dessau)  No.  18.  Opemtext  (romant.  Dichtung)  zu  ver- 
geben No.  42.     Für   ein  Orchester  in  Irland  No.  83/34,  85. 


P.  Pabst's  Musikalienhandlung  (Leipzig)  No.  2,  3,  4,  6 — 15, 
17,  18— 26,  28— 37,  39,  41,  42—62.  A.  H.  Payne  (Lei^^) 
No.  50.  Helene  Perl  (Sondershausen)  No.  35—44,  46—62. 
C.   F.   Peters   (Leipzig)   No.    11,    17,   50,   51,    52.     Heinrich 


Petersen  (Leipzig)  No.  46.     Martin   Plötner  (Chemnitz)  No. 

)lscher  (Leipzig)  T 
Wühehn  Posse  (Berlin)  No.  1,  3,  6,  6,  10,  U,  15,  19,  23,  28, 


14.    Clara  Polscher  (Leipzig)  No.  38,  39,  40,  42,  43,  47,  51. 


32,  36,  38,  40,  43.  Praeger  &  Meier  (Bremen)  No.  3,  6,  11. 
Der  Präsident  des  Schiürathes  (Glarus)  No.  23,  24.  Carl 
Prill  (Leipzig)  No.  4 — 40.  4|uittuiig  und  Dank  No.  1,  7, 
16.  Baabe  &  Plothow  [M.  Raabe]  (Berlin)  No.  6,  6,  8,  10, 
16,  IV,  18,  44,  45,  46,  47.  D.  Rahter  (Leipzig)  No.  2,  3,  6,  8, 
10,  12,  16.  Der  Rath  der  Stadt  Leipzig  No.  12,  46.  Louis  und 
Susanne  R6e  (Wien)  No.  26.  Willy  Rehberg  (Genf)  -No.  1—52. 
Feodor  Reinboth,  Verlag  (Leipzig)  No.  31.  Dr.  Hugo  Rie- 
mann  (Wiesbaden)  No.  14,  28.  Ries  &  Erler  (Berlin)  No.  2, 
3,  5,  10,  11,  13,  14,  15,  18,  21,  22,  23,  24.  26,  41,  42,  44,  46, 
46,  47,  49,  50,  51.  Max  Röder  (Mülheim  [Ruhr])  No.  42.  Max 
Ronneburger  (Dresden)  No.  1,  3,  5,  7,  9,  11,  13,  15.  Arnold 
Ros6  rWien)  No.  21,  22,  23.  Franz  Rummel  No.  23.  Fräu- 
lein Clara  Schacht  No.  28.  Anna  Schimon-Regan  (München) 
No.  Ij  41,  42,  43,  44,  45,  46,  47,  48,  49,  50,  51,  62.  Arthur  P. 
Schmidt  (Leipzig  und  Boston)  No.  6,  7,  11,  13.  Dorothea 
Schmidt  No.  22.  Ernst  Schneider  (Leipzig-Reudnitz)  No.  48, 
51,  52.  Katharina  Schneider  (Dessau)  No.  1,  2.  3,  4,  6,  6,  7  8,  9, 
10,  11,  12,  14,  16,  18.  Schott  fr^res  (Brüssel)  =  Otto  Junne 
(Leipzig)  No.  1,  9,  10,  11,  12,  43,  44,  45,  48,  49.  B.  Schott's 
Söhne  (Mainz)  No.  12,  16,  17,  24,  88/34,  43,  44,  46,  46,  47, 
49,  50,  51.  Hofcapellmeister  Prof.  Schröder  (Sondershausen) 
No.  29/30,  31.  J.  Schuberth  &  Co.  (Leipzig)  No.  32—52. 
Richard  Schulz -Domburg  (Würzburg)  No.  20,  21,  22.  C. 
Schwalbach  (Leipzig)  No.  1,  2,  3,  4,  6—22,  24—26,  28—36, 
88,  39  41—62.  Schweers  &  Haake  (Bremen)  No.  26.  Schwei- 
zerische Verlagsdruckerei  (Basel)  No.  61.  C.  F.  W.  Siegel's 
Musikalienhandlung  [R.  Linnemann]  (Leipzig)  No.  1,  4,  6, 
6,  7,  9,  10,  11,  12,  13,  14,  16,  20,  21,  23,  24,  26,  26,  38, 
40,  41,  42,  44,  46,  47,  48,  49,  60.  Felix  Siegel  (Leipzig) 
No.  1,  2,  3,  4,  5,  6,  7,  10,  12,  14.  A.  Süoti  (Paris)  No.  11, 
13,  15,  17,  19,  21,  2a  26,  27,  29/30,  32,  88/34,  36,  37,  39,  40, 
42,  44,  46,  48,  60.  Carl  Simon,  Musikverlag  (Berlin)  No.  23, 
24,  26,  26.  Anton  Sistennans  No.  22,  23.  Emil  Sommer- 
meyer, Musikalienhandlung  (Baden-Baden)  No.  20,  21,  22,  38. 
Der  Stadtrath  (Ehrenfriedersdorf)  No.  45.  Margarethe  Stahl 
(Dresden)  51,  62.  Steingräber  Verlag  (Leipzig)  No.  37—46. 
Stern  &  Ollendorf  (BerBn)  No.  46—62.  Steyl  &  Thomas 
(Frankfurt  a.  M.)  No.  4,  5,  8,  15,  41.  Clara  Strauss-Kurzwelly 
No.  52.  Ein  kreuzsaitiger  Stutzflügel  No.  10.  Hermann 
Teibler's  concess.  Musiklehranstalt  (Aussig  a.  Elbe)  No.  61. 
Dr.  Thilenius  (Wiesbaden)  No.  32.  P.  J.  Tonger  (Cöln)  No.  2. 
Verein  Bremischer  Musikfreunde  No.  33/34.  Der  Verein  zur 
Errichtung  eines  Denkmals  für  Felix  Mendelssohn  Bartholdy 
(Leipzig)  No.  20.  Zu  verkaufen:  Eine  Stradivarius-Geige  No.  43. 
Verwaltungsrath  der  Bühnenfestspiele  (Bayreuth)  No.  37,  38. 
Ein  routinirter  Violinist  No.  19.  Ein  conservatorisch  gebil- 
deter vorzüglicher  Violoncellist  No.  16,  17.  Agnes  Wahls 
(Leipzig)  No.  41 — 62.  Constantin  Wild's  Verlag  (Leipzig  und 
Baden-Baden)  No.  28—39,  41,  49,  50,  51, 62.  Frau  Emilie  Wirth 
No.  22,  23.  Herrn.  Wolff  (Berlin)  No.  1-62.  O.  A.  Zumsteeg 
(Stuttgart)  No.  40,  41. 

Beilagen 

von 

M.  P.  Belaieff  in  Leipzig  zu  No.  8, 

Breitkopf  ÄHartel  in  Leipzig  zu  No.  6,  16,  24,  42,  45,  47, 

E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig  zu  No.  40, 

E.  Hatzfeld  in  Leipzig  zu  No.  48, 

Max  Hesse's  Verlag  in  Leipzig  zu  No.  48, 
Gebrüder  Hug  in  Leipzig  zu  No.  41, 
Otto  Junne  in  Leipzig  zu  No.  39, 
Fr.  Kistner  in  Leipzig  zu  No.  20, 
Benno  Koebke  in  Neustrelitz  zu  No.  26, 

F.  E.  C.  Leuckart  in  Leipzig  zu  No.  60, 
C.  F.  Peters  in  Leipzig  zu  No.  35  und  41, 

der  Jos.  ß ethischen  Verlagshandlung  in  Stuttgart  »u  No.  49, 
C.  F.  W.  Siegels  Musikanenhandlung  (R.  Linnemann)    in 

Leipzig  zu  No.  29/80,  36,  37,  47 
Steingräber  Verlag  in  Leipzig  zu  No.  41. 


Druck  von  C.  O.  Röder,  Leipzig. 


Leipzig,  am  31.  Deoember  1891. 


I  liooiai  Bui-,  [un- 


iitck  iiu  nuiiin 


rtt  lu  iiiibiiitki  nmuma 
Mimet  liiuliifu  liU  u 


^w^ö^       för  Musiker  und  Musikfreunde.         ^/^ 

V*  yerantwortlicher  ßedaoteur  und  Verleger:  ^ß 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

yerantwortlicher  ßedaoteur  und  Verleger: 

E.  W.  FritzBch, 

Leipzig,  Könlgsstrasse  6. 


Daa  Hurikalitcha  WoehenbUtt  encheint  Jährlich  in  63  Hummani.  Der  Äboimeiiiaitibateftff 

fSr  du  Qurtal  von  13  Nammem  üt  S  Hark ;  eine  einMine  Nnmmar  koatet  40  Pfennige.  Bm 

Wut        Y    L         1        directer  frankirter  KreuEbandaendnng  treten  nachetebende  TiertehUuliche  Abounementi- 

lAili.     JäDrS*  Ef^i*«  '"  ^^^-^  S  »Kk  60  Pf.  fflr  dai  Dent«;be  Reich  nnd  Oetterreicb.  —  3  Uark  7&  Pf. 

^^-1        für  weitere  L&nder  dei  Allgemeinen  PoitTereiiie.  —  Jahrewbonoement*  vetden  unter 

Zognindel^onK  vontebender  BemgtbedinnLugen  bereclmaL 

Die  loeerlionigeD  Obren  Hr  den  Baum  einer  geapaltenen  FebtHÜe  betragen  90  Pfennig«. 

Inhalt;   Du  LIsd  toh  dM  sieban  Wortan  du  BrlHun  am  Erenu.    Von  Dr.  Fet«r  DrnffSL  —   KilUk:  Oarl  i 
BlographiMbu:  Raful  Huckomkl.   (Hit  PortniL)  —   TagugMohlchM:  MiulkliiierB  au  FranUnTt 

mnuhan     —  BagaaMaaBla  nad  Outaplale  In  Opw  und  Conoart.   —  SIrohaiimMik.         " *~ 

MnalkaUBn- nndfiBahBimi-^-        " — "--■-*    —"■    "  '  "    '  " -■ 


[No.  1. 


aKl^uI 


lang»  nüd  MotiiBa.  • 


-   Ani^eniiTU  HoTltUen.    - 
n  foa  Ttu  HUIer-Bantar  nad 


Einladung  zum  Abonnement 

seinen  dreiundzwanzigsten   Jahrgang, 

/m-  weieAmt  zaAlratoA«  üti&rMSiuU«  SSoiiräffe  »do»  jeixi  iereU  lUgan. 

%«r  'UrUersmohmfaU  erbUtot  oAteh  ßiT  d»t^  neuon  Jakrgam^  aainot  SSlaÜM,  da»  in  d«r  Mondän» 
und  ^ffiehhaZti^k«Uf  »owi»  in  daf  äussoran  i^ussiaüiin^  und  der  S$erechnunff  ^ama  ,Aend«nm^  er/ahrat 
ttiird,   di»  ffvnti  des  munia^ei«»  ^uSUeuant  und  ladet  xnt  aMteiüffmn  o^ionnaneni  a^  datmiB»  «m. 

E.   W.  FRJTZSCH. 


Das  Ued  von  den  sieben  Worten  des  Erlösers 
am  Kreuze. 

Ton  Df.  PetoF  DraffeL 

Litteratnr. 

1)  H.  Hoffmann  von  Fallersleben:  „Oeechiobt«  des  deut- 
schen Kirohenliedea  bis  auf  Lntber's  Zeit".  Breslau 
1883. 

S)  Job.  Eebreis:  „Kirchen-  nnd  religiöse  Lieder  ans  dem 
13.  bis  16.  Jahrhundert".    Paderborn,  1853, 

5)  Ph.  Wackernagel:     nDas  dentache  Kirchenlied  vonder 

ältesten  Zeit   bis  zum  Anfang«   des  17.  Jahrhonderts". 
Leipzie;,  B.  O.  Teabner.    I.  iSiU.    II.  1867. 
4)  £.  Weiler:  „Die  deutsche Litteratur  im  ersten  Viertel  des 
16.  Jahrbnnderte«.    NOidlingen,  1864. 

6)  W.  B&nmker:    „Das  kathoUiBche  deutsche  Kirchenlied  in 

seinen  Singweisen   von   den  frttheeten  Zeiten  bis  gegen 
Ende  des   17,  Jahrhonderts".     Fieibarg  i.  Br.    Herder, 


6)  F.  U.  B&hme:  .Altdeutsches Liederbuch".  Leipzig,  Breite 

köpf  A  Hftrtsl,  1877. 

7)  A.  de  Waal:     „Das  Kleid  des  Herrn  auf  den  frAbohrist- 

Uohen  Denkm&lem".    Freiburg  i.  Bi.    Herder,  1891. 

Hsig  die  Eigenart  jedes  dentichen  Stammes  noch  so 
ausgeprägt,  die  Kluft  Ewischen  den  religiOs«!  Bekennt- 
nissen noch  so  gross  nnd  die  Anschauung  dar  politischen 
Parteien  noch  so  mannig&ltig  sein  —  swei  fundamen- 
tale Dinge  sind  dennoch,  in  welchen  sich  die  äbarwie- 
gende  Mehrheit  des  deutschen  Volkes  einig  fOhlt:  Chri- 
stenthum  and  Deutschthum.  Dieser  gemeinsame 
Doppelboden  gab  uns  von  jeher  unsere  geistig-ideale 
Nahrang,   gibt  sie  ans  auch  heute  noch. 

Wohl  Nichts  darfle  uns  hieran  so  deutlich  gemahnen, 
wie  unsere  alten  ehrwürdigen  kirchlichen  Volksgeelnge: 
jene  Lieder,  die  weit  alter,  als  die  Glaabensspoltang, 
sich,  bis  zur  Stande  noch,  sowohl  bei  den  Y olkssUmmen 
des —  im  Allgemeinen  —  protestantischen  Nordens,  wie  bei 


denen  des  katholischen  Südens  erhalten  haben.  Darum 
sollten^gerade  sie,  als  Eines  der  kostbarsten  Vermächt- 
nisse unserer  Vorfahren,  uns  besonders  theuer  sein  und 
bleiben,  und  so  begrüssen  wir  mit  aufrichtiger  Freude 
das  allmählich  wachsende  Verständniss  für  diese  ideale 
Seite  unseres  Volkslebens;  gern  erklären  "wir  den  Heraus- 
gebern neuer  Gesangbücher  unsere  Zustimmung  zu  dem 
offenkundig  dargelegten  ernsten  Bestreben,  jene  alten 
Weisen  dem  Volke  dauernd  erhalten  und,  wo  sie  im 
Laufe  der  2ieit  verunstaltet  worden,  in  ihrer  ursprüng- 
lichen Reinheit  wieder  herstellen  zu  wollen.  Und  das 
Volk?  Nun,  ein  Volk,  das  Jahrhunderte  hindurch  seine 
alten  Lieblinge  vom  Vater  zum  Sohne  fortzuerben  ver- 
mochte und  selbst  dann  nicht  untergehen  liess,  wann 
seine  „Tonangeber^  längst  die  alten  Weisen  aufgegeben 
hatten,  ein  solches  Volk  ist  wohl  werth,  in  dieser  Hin- 
sicht nachdrücklich  unterstützt  zu  werden:  sonst  erlahmt, 
sinkt  und  unterliegt  am  Ende  auch  das  edelste. 

Nicht  der  letzte  Platz  gebührt,  unter  jenen  alten 
kirchlichen  Volksgesängen,  dem  sich  in  der  ergreifenden 
phrygischen  Tonart  bewegenden  Liede  von  den  sieben 
Worten  des  Erlösers  am  Kreuze,  da  es  —  selbst  in 
einer  verdorbenen,  verstümmelten  und  verschnörkelten 
Form  —  bei  Manchem  schon  in  seiner  Jugend  einen 
tiefen  Eindruck  hinterlassen  hat.  Als  Dichter  des  Liedes 
galt  bisher  Johann  Böschenstain  (1472  bis  nach 
1536),  als  Erfinder  seiner  Melodie  ein  fast  zur  selben 
Zeit  lebender  gewisser  Peter  Boland.  Beides  aber 
ist  unrichtig. 


Gedruckt  finden  wir  den  Text  des  Liedes  zuerst 
im  Anfange  des  16.  Jahrhunderts  auf  verschiedenen  flie- 
genden Blättern.  Später  ging  er  über  in  die  Kirchen- 
Oesangbücher,  und  zwar  in  der  Fassung  J.  Böschen- 
stain's  in  die  evangelisch-lutherischen,  in  der  Umarbei- 
tung Georg  Wizel's  (1501 — 1553)  in  die  katholischen. 

Die  ältesten  Gesangbücher  dieser  Art  sind: 

1)  Das  Gesangbuch  von  Vehe  1537  (k.), 

2)  Das  Gesangbuch  von  Schumann  1539  (ev.), 

3)  Das  Magdeburger  Gesangbuch  1540  (ev.), 

4)  Odae  Christianae  von  Wizel  1541  (k.), 

5)  Psaltes  ecclesiasticus  von  Wizel  1550  (k.). 

In  keinem  dieser  Druckwerke  befindet  sich  die  Me- 
lodie des  Liedes. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Kritik. 

Neue  Bühnenwerke. 

Carl  Goepfart.     »GamiUa".  Komische  Oper  in  3  Acten. 

Leipzig,  Bureau  der  Genossenschaft  dramatischer  Autoren 

und  Componisten. 
Robert  Schwalm.     „Frauenlob''.    Oper  in  4  Aufzügen. 

Mainz,  B.  Schott's  Söhne. 
Cyrili  Kistler.      „Eulenspiegel''.     Komödie  in  2  Acten. 

Kissingen,  Verlag  der  „Musikalischen  Tagesfragen''. 
Alexander  Ritter.     „Wem  die  Krone?"    Oper  in  1  Act. 

München,  Jos.  Aibl. 

Das  erste  dieser  Werke,  Carl  Goepfart's  „Camilla", 
ist  ein  künstlerisches  Nichts  in   des  Wortes  vollster  Be* 


deutung  und  wäre  zur  Lecture  solchen  Leuten  zu  em- 
pfehlen, bei  denen  eine  gewisse  Elrregbarkeit  der  Nerven 
durch  absolute  Laingeweile  gestillt  werden  soll.  Wenn 
dem  Componisten  wirklich  Etwas  einßlllt,  was  eigentlich 
nur  zwei  Mal  in  der  dreiactigen  Oper,  also  mindestens 
ein  Mal  zu  wenig  der  Fall  ist,  so  ist  das  entweder  ein  Ge- 
danke, den  Andere  ihm  schon  besser  vorgedacht  hatten 
(wir  meinen  hier  die  auch  von  Liszt  seiner  Gondoliera  zu 
Grunde  gelegte  Canzone  des  Peruchini),  oder  aber  ein 
hübscher  eigener  Gedankenkeim  (das  der  Camilla  beige- 
gebene zweitaktige  Thema),  der  jedoch  völlig  unfruchtbar 
bleibt,  da  Goepfart  Nichts  mit  demselben  anzufangen 
weiss,  als  ihn  unaufhörlich  wiederzukäuen  und  ihn  dabei 
abwechselnd  von  dem  tonischen  Vordergebiss  auf  die  do- 
minirenden  Backenzähne  zu  schieben.  Allerdings  vermag 
die  „Camilla"  ausser  zur  Langeweile  auch  noch  zu  einer 
herzhaften  Heiterkeit  anzuregen.  Letzteres  jedoch  nur  in 
jenen  Exemplaren,  denen  der  Autor  seine  schwungvolle 
Mittheilung  „An  meine  Freunde"  beigegeben  hat.  Wer 
sich  nicht  entblödet,  die  Namen  eines  Wagner  und  eines 
Liszt  auf  seinen  Schild  zu  setzen,  wenn  er  für  ein  Werk 
wie  die  „Camilla"  streiten  will,  der  beweist  damit  nur, 
dass  ihm  jegliches  Verständniss  für  die  Geistesthaten 
unserer  Grossen  fehlt,  und  wir  können  ihm  somit  kaum 
ernstlich  ob  seiner  Selbstbegeisterung  zürnen,  da  ihm 
eben  jeder  Maassstab  zur  Schätzung  eines  musikalischen 
Werkes  zn  fehlen  scheint  Wäre  Goepfart  Dillettant  und 
fein  manierlich  und  bescheiden,  so  würden  wir  seine 
„Camilla"  mit  nachsichtsvollem  Schweigen  aus  der  Hand 
gelegt  haben;  da  er  aber  Musiker  von  Fach  sein  will, 
sich  öffentlich  auf  Liszt's  Antheilnahme  an  seinen  musi- 
kalischen Nothdürftigkeiten  beruft  und  laut  vor  aller 
Welt  für  sich  in  die  Reclametrompete  stösst,  so  gebührt 
ihm  eine  Antwort,  die  wir  denn  auch,  damit  er  uns  ja 
verstehe,  mit  einigem  Blech  instrumentirt  haben.  Die 
sehr  harmlose  und  bisweilen  recht  ungeschickte  Dichtung 
von  Robert  Herold  harmonirt  vortreflFlich  mit  Goepfart^s 
Musik,  und  so  erscheint  wenigstens  eine  gewisse  Stilein- 
heit in  der  „Camilla"   gewahrt. 

(Schluss  folgt.) 


Biographisches. 

Rafaei  Maszkowski. 

(Mit  Portrait.) 

Als  vor  anderthalb  Jahren  musikalische  Fachblätter 
die  Nachricht  brachten,  dass  zum  Nachfolger  Max  Bruch's 
Hr.  R.  Maszkowski  als  Dirigent  der  Breslauer  Orchester- 
vereins-Concerte  ernannt  worden  sei,  haben  sich  gewiss 
sehr  viele  Musiker  und  Musikfreunde  gefragt,  wie  es  wohl 
komme,  dass  die  Wahl  auf  einen  bis  dahin  so  wenig  be- 
kannten Künstler  gefallen  sei.  Sogar  in  Leipzig,  wo  doch 
das  weitgehendste  Literesse  für  Alles,  was  mit  der  Musik 
zusammenhängt,  vorhanden  ist,  konnte  man  über  den 
Künstler,  mit  dem  sich  diese  Zeilen  eingehender  beschäftigen 
wollen,  so  gut  wie  Nichts  in  Erfahrung  bringen.  Kaum 
aber  hatte  die  nächste  Concertsaison  begonnen,  als  mit 
Einem  Male  die  glänzendsten  Berichte  über  die  erstaun- 
liche Leistungsfähigkeit  des  neuen  Breslauer  Dirigenten 
überall  bekannt  wurden  und  den  Wunsch  laut  werden 
liessen,  Näheres  über  seine  bisherige  künstlerische  Thätig- 
keit  zu  erfahren. 


8 


Hafael  Maszkowski  wurde  1838  in  Lemberg  geboren. 
Trotz  seiner  ausgesprochenen  Begabung  für  Musik,  welche 
sich  schon  in  jungen  Jahren  bei  ihm  zeigte,  widmete  er 
sich  auf  den  Wunsch  seiner  Eltern  zunächst  technischen 
Studien  und  bezog  -1854  das  Polytechnikum  zu  Wien. 
Um  sich  im  Violinspiel,  das  er  frühzeitig  angefangen  hatte,  zu 
vervollkommnen,  trat  er  gleichzeitig  als  Schüler  Hellmes- 
berger*8  ins  dortige  Musikconservatorium  ein.  Hier  fand 
er  reiche  Gelegenheit,  gute  Musik  zu  hören;  insbesondere 
wurde  für  ihn  die  Bekanntschaft  mit  Schumann's  Com- 
positionen  verhängnissvoll,  indem  dieselben  auf  ihn  einen 
derartigen  Eindruck  machten,  dass  er  beschloss,  Musiker 
zu  werden.  Zu  diesem  Zwecke  ging  er  1859  nach 
Leipzig,  wo  er  bis  1862  als  Schüler  des  damals  berühm- 
testen Musikconservatoriums  den  Unterricht  David's,- 
Hichter's  und  Hauptmann's  genoss.  Aus  dieser  Zeit  da- 
tirt  sein  erster  grösserer  Erfolg  als  Orchester -Dirigent. 
1860  dirigirte  er  in  einer  Abendunterhaltung  der  Hoch- 
schule Schumann*s  Gdur-Symphonie  mit  solchem  Schwung, 
dass  Ferdinand  David  auf  sein  Talent  aufmerksam  wurde 
und  ihm  eine  glänzende  Zukunft  als  Dirigent  prophezeite. 
Damals  hat  sich  wohl  der  junge  Künstler  nicht  träumen 
lassen,  dass  er  so  viele  Jahre  auf  eine,  seiner  Begabung 
entsprechende  Stellung  werde  warten  müssen. 

Nach  beendigten  Studien  ver]iess  Maszkowski  Leipzig 
und  ging  nach  Hamburg,  wo  er  als  Stellvertreter  Julius 
Stockhausen's  mehrere  Aufführungen  der  Philharmonischen 
Gesellschaft,  sowie  die  Singakademie  leitete.  In  Einem 
dieser  Concerte  musste  er  auf  besonderen  Wunsch  der 
Frau  Clara  Schumann  ohne  vorhergegangene  Probe  Beet- 
hoven's  Clavierconcert  in  Esdur  dirigiren,  was  er  mit 
solcher  Sicherheit  und  Umsicht  that,  dass  die  grosse 
Künstlerin  sich  veranlasst  fühlte,  ihn  an  der  Hand  vor 
das  Publicum  zu  führen  xmd  so  an  den  Ehren  des  Bei- 
falls Theil  nehmen  zu  lassen.  Seine  erste  feste  Anstellung 
fand  Maszkowski  1865  als  Director  des  „Imthumeums" 
zu  Schaffhausen,  welche  er  fünf  Jahre  bekleidete.  1869 
vertauschte  er  diese  Stelle  mit  dem  Directorat  des  Mu- 
sikinstituts zu  Coblenz. 

Hier  fand  er  bei  seinem  Antritt  die  musikalischen 
Verhältnisse  sehr  im  Argen  voi;  für  seine  Winterconcerte 
standen  ihm  ein  äusserst  mangelhaftes,  aus  Militärmusikern 
zusammengesetztes  Orchester  und  ein  ebenso  untauglicher 
Chor  im  städtischen  Gesangverein  zur  Verfügung.  Man 
muss  einen  Einblick  in  die  Concertprogramme  aus  Masz- 
kowski's  Coblenzer  Thätigkeit  gethan  haben,  um  zu  be- 
greifen, wie  ungemein  vorsichtig  der  Künstler  anfangs 
vorgehen  musste,  wie  er  dann  nach  und  nach  immer 
grössere  Aufgaben  sich  stellte,  bis  er  endlich  durch  rast- 
losen Fleiss  seinen  Musikapparat  so  weit  gebracht  hatte, 
dass  er  mit  ihm  die  schwierigsten  Werke  mit  Erfolg  auf- 
führen konnte.  Als  ein  echter  Künstler,  dem  seine  Kunst 
heilig  ist,  hat  er  es  stets  unter  seiner  Würde  gehalten, 
schlechte  Musik  zu  machen;  wurde  er  mit  der  Vorberdtung 
eines  anspruchsvollen  Werkes  bis  zur  festgesetzten  Zeit 
nicht  fertig,  so  führte  er  es  nur  '/um  Theil,  jedenfalls 
nur  so  weit  auf,  als  er  es  vor  seinem  künstlerischen  Ge- 
wissen verantworten  konnte.  Wie  viele  Werke  hat  er  in 
Coblenz  wiederholt  zur  Aufführung  gebracht,  deren  Auf- 
führung vor  ihm  geradezu  für  unmöglich  gehalten  worden 
war:  als  die  bedeutendsten  seien  Bach's  grosse  Passionen 
nach  Matthaeujs  und  Johannes,  Händeis  „Messias'*  und 
Beethoven's  neunte  Symphonie  erwähnt,  welch  Letzere  er 
für  ständig  in  sein  Repertoire  aufnahm.  Wie  gewaltig  Masz- 
kowski die  musikalischen  Verhältnisse  in  Coblenz  gehoben 


hat,  lä88t  sich  für  den  mit  den  dortigen  Musikverhältnissen 
nicht  Vertrauten  am  besten  aus  einer  sehr  bemerkenswer- 
then  Thatsache  erkennen.  Während  nämlich  früher  Göblenz 
von  den  grossen  Künstlern  fast  ängstlich  gemieden  wurde, 
kamen  sie  später  zu  Maszkowski  in  seltener  Vollzählig- 
keit. 'Joachim,  Sarasate,  Sauret,  Marsick,  Clara  Schu- 
mann, d'Albert,  Friedheim,  Stockhausen,  Georg  Henschel, 
Hermine  Spies,  ja  sogar  Bruch  und  Brahms  haben  in 
seinen  Concerten,  sowie  in  den  von  ihm  begründeten 
Kammermusikabenden  mitgewirkt 

Die  grösste  Anerkenniug  für  sein  künstlerisches 
Streben  mochte  wohl  Maszkowski  darin  erkennen,  dass 
der  Grossmeister  der  lebenden  Gomponisten  wiederholt 
seine  Concerte  durch  seine  Mitwirkung  als  Componist  und 
Pianist  oder  auch  nur  als  Zuhörer  auszeichnete.  Um 
Brahms  hat  sich  aber  auch  Maszkowski  in  seltenem  Maasse 
verdient  gemacht,  sind  doch  sämmtliche  grösseren  Instru- 
mental-Compositionen  dieses  von  ihm  aufs  Höchste  be- 
wunderten Meisters  durch  ihn  in  Coblenz  zu  Gehör  ge- 
bracht worden.  Grosse  Verdienste  hat  er  sich  auch  um 
Wagner  und  besonders  um  Liszt  erworben,  von  dessen 
Werken  die  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth*'  und  die 
symphonischen  Dichtungen  „Tasso"  und  „Les  Pr^ludes"  in 

seinen  Programmen  vertreten  sind. 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Frankfurt  a. 


'•» 


im  DecemDer. 


Die  mit  dem  ersten  Museumsconcert  so  verheissungs- 
voll  begonnene  Saison  gewinnt  immer  mehr  an  Glanz  und 
Interesse.  Bx.  Capellmeister  Kogel  hat  bei  seinem  ersten 
Debüt  nicht  die  besten  Trümpfe  ausgespielt,  sondern  gerade 
in  den  folgenden  Museumsconcerten  auch  diejenigen  über- 
wunden, welche  der  mehr  modernen  Richtung  des  Dirigenten 
gegenüber  ein  gewisses  Misstrauen  nicht  imterdrücken  zu 
ürfen  glaubten.  Es  ist  kaiun  möglich,  Haydn*s  Cdur- 
Symphonie  (Nr.  7  der  Breitkopf  &  HärteFschen  Ausgabe)  ohne 
jedes  geistigeForciren  mit  grösserer  Liebenswürdigkeit,  firoh^- 
mutherem  Humor  imd  pikanterer  Grazie  (namentlich  im 
Menuett)  wiederzugeben.  Auch  die  „Egmont"  -  Ouvertüre, 
sowie  die  zum  Gedächtniss  des  imsterblichen  Meisters  vorge- 
führten Werke  Mozart's  (insbesondere  die  Ouvertüre  ziu: 
„Zauberflöte"  und  die  Jupiter-Symphonie;  im  TJebrigen  war 
das  Programm  der  Feier  sehr  anfechtbar)  wichen  trotz  allen 
Schwunges  in  der  dynamischen  (Gestaltung  nicht  so  von  der 
traditionellen  Auffassung  ab,  dass  die  passiven  Vertreter  der 
Olassicität  daran  hätten  Anstoss  nehmen  können.  Befremd- 
licher mögen  ihnen  manche  Nuancen  der  „Freischütze-Ouver- 
türe gewesen  sein,  aber  dieselben  standen  in  vollem  Einklang 
mit  der  Interpretation  Rieh.  Wagner's  LUeber  das  Dirigiren"), 
dem  einst  die  Wittwe  Weber's  unter  Thränen  gedankt  hatte, 
dass  sie  die  Werke  ihres  Mannes  erst  durch  ihn  wieder  in 
seinem  Geiste  imd  nach  seiner  Art  gehört  habe.  An  Novi- 
tÄten  erfreuten  wir  uns  bisher  der  Ouvertüre  zu  „Benvenuto 
Cellini"  von  Berlioz,  der  „Pr61udes"  von  Liszt,  der  symphoni- 
schen Tondichtung  „Tod  und  Verklärung"  ^n  B.  Strauss, 
der  Ouvertüre-Phantasie  „Bomeo  und  Julie*^  von  Tscha'ikowsky 
und  des  Dmoll-ViolinconcertesOp.  68  von  Max  Bruch.  Mögen 
uns  die  ersteren  Meister  verzeihen,  dass  wir  ihnen  M.  Bruch 
angehängt:  es  ist  kaum  ein  grösserer  Gegensatz  denkbar;  bei 
Berlioz,  Liszt  und  Strauss  das  edelste  Gestein  in  selbstge- 
schaffener, durch  den  Stoff  bedingter  Form,  bei  dem  Berliner 
Classiker  unechte  Steine  in  brillanter  Fassung,  eine  Art  Talnii- 
Musik,  bei  welcher  nur  die  Mache  einigen  Werth  beanspruchen 


kann.  Aber  dieses  ist  es  fferade,  was  fhr  den  Geeclimaok  des 
grösseren  PubUcums  GtefiE3iren  in  sich  schliesst,  Alles  klingt 
schön  und  abgerundet,  zumal  es  nicht  ohne  Pr&tension  aiu- 
tritt  und  den  Schein  aes  Bedeutenden  hat,  aber  leider  auch 
nur  den  Schein,  denn  der  feingebüdetere  Kunstfreund  kann 
über  das  hohle,  nichtssagende  Fathos,  über  das  rein  Formale 
dieser  Bruch^scnen  Kunst  nicht  im  Zweifel  sein.  Das  Concert 
Op,  68  ist  überdies  von  ermüdender  Länge  und  vermochte 
mcht  einmal  unter  der  Aegide  des  G«i£erköxiigs  Joachim 
zu  fesseln.  Freilich  schien  uns  der  berimmte  Slünstler  auch 
nicht  sonderlich  disponirt,  seine  Technik  und  Intonation  ent- 
sprachen  nicht  übeiall  seinem  Weltrufe  und  Hessen  manchen 
Wunsch  imbefriedigt.  Erst  in  einifi;en  Bach'schen  Stücken 
und  namentlich  in  dem  gesangreichen  Adagio  aus  Viotti's 
AmoU-Concert  üsuiden  wir  Dasjenige  wieder,  woran  uns  der 
^osse  Geiger  gewöhnt  hat.  Eine  hochbedeutende  Erscheinung 
ist  die  in  Eisenach  auf  der  TonkünsÜer- Versammlung  von 
dem  Componisten  vorgeiRÜirte  und  in  der  Stimmung  an  den 
8.  Act  von  „Tristan  und  Isolde"  imd  die  Schlussscene  der 
„Götterd&mmerung"  erinnernde  Tondichtung  „Tod  und  Ver- 
klärunfl^  von  B.  Strauss.  Ein  grosser  2iUg  geht  durch  das 
ganze  Werk,  die  glänzendste  Ins&umentation  und  eine  merk- 
würdig klare  Form  sind  mit  poetischem  Erfassen  des  Stoffes 
ffeeint.  Mag  vielleicht  motivis<m  die  „Don  Juan^-Tondichtunff 
aes  Künstlers  noch  hervorragender  sein,  deutlicher  ohne  auf- 
dringliche Realistik  kann  die  Tonkunst  kaum  sprechen.  Wir 
sind  daher  auch  sehr  im  Zweifel,  ob  es  des  als  Programm  nach- 
geschaffenen  Gedichtes  von  Alexander  Bitter  bedurft  hätte,  zu- 
mal uns  dasselbe  dasBeich  des  Idealen  nicht  erschliesst,  sondern 
unsere  Phantasie  alltäglich  in  eine  -ärmlich  kleine  Kranken- 
kammer mit  leise  tickender  Wanduhr^  bannt.  Wie  nüchtern  er- 
scheint diese  moderne  naturalistische,  fast  pathologisch  ange- 
hauchte Interpretation  gegenüber  der  ^ossartigen  Erhabenheit 
des  einleitenden  CmoU-Lar^,  dem  Nichts  von  der  Atmosphäre 
einer  Krankenstube  anhakt!  Hier  hätte  wohl  ein  Lord 
Byron  den  richti^n  Ton  getroffen.  —  Des  russischen  Ton- 
künstlers Phantasie  läset  dagegen  ein  Programm  schmerzlich 
vermissen,  das  „d'aprto  Shakespeare"  erweckt  Hoffaun^n, 
welche  nicht  erfüllt  werden.  Soll  dieses  immerhin  ^istreiche 
und  interessante,  aber  doch  an  vielen  Stellen  slavische  Bru- 
talität mit  französischem  Raffinement  verbindende  Werk  das 
hohe  Lied  der  Liebe  sein,  welches'  einst  der  geniale  Britte 
eesungen?  Unmöglich  lässt  sich  annehmen,  dass  der  Componist 
dem  ooch  nur  nebensächlich  in  Betracht  kommenden  Kader 
der  Montecchi  und  Capuletti  einen  so  breiten,  das  Ganze  be- 
herrschenden Baum  hat  gestatten  wollen;  was  bedeutet  also 
das  Allele  giusto  in  Hmoll,  dessen  oft  von  den  Flöten  und 
Geigen  m  hoher  Lage  wiederholte  chromatische  Sechszehntel 
und  Achtel  (so  z.  B.  b  e  es  d,  fis  f  e  etcO  einen  infernalischen 
Charakter  haben  und  an  eine  Wolraschlucht  oder  einen 
Hezensabbath  mahnen?  Das  Werk  hat  einzelne  sehr  schöne 
Klangwirkungen  und  Partien,  vor  Allem  das  einleitende, 
traeisch  erhabene  Andante  und  den  Desdur-Satz  mit  den  con 
soraini  spielenden  Streich-Instrumenten.  Ais  Ganzes  jedoch 
wirkt  die  Ouvertüre  peinlich-gewaltsam  \md  fällt  gegen  die 
dem  grossen  Britten  congeniale  Schöpfung  von  Berlioz  unend- 
lich ab.  Hr.  Gapellmeister  Kogel  hat  übris^ens  die  beiden 
äusserst  schwierigen  Werke  von  Strauss  und  Tschaikowskv 
meisterhaft  klar  und  prägnant  vorgeführt  und  den  poetisch 
erhabenen  Inhalt  der  Strauss'schen  Tondichtung  ohne  jeden 
wohlfeilen  Effect  so  vornehm  wiedergegeben,  dass  der  Wunsch 
einer  Wiederholung  in  dieser  Saison  schon  jetzt  laut  ge- 
worden ist.  Als  Solisten  traten  in  den  letzten  drei  Museums- 
concerten  Frau  Lilli  Lehmann  (Ocean-Arie  aus  „Oberon"), 
Frau  Emestine  Heink  (Arie  „Ach  nur  einmal*^  aus  „Titus^) 
und  Hr.  Charles  Gregorowitsch  auf.  Während  erstere 
Künstlerin  ihren  grossen  Buf  auch  hier  rechtfertigte,  war  der 
Erfolg  der  Frau  Heink  trotz  ihres  herrlichen  Organes  nicht 
einwandfrei  und  bewies  wieder  einmal,  dfuss  eine  treffliche 
Bühnensängerin  trotz  aller  Intelligenz  eine  weniger  hervor- 
ragende Concertsängerin  sein  kann.  Die  Tonbildung  der  ge- 
nannten Dame  erschien  unfrei,  und  der  Tonansatz  entbehrte 
der  Bestimmtheit  —  mö^cher  Weise  die  Folge  einer  vorüber- 

gehenden  Indisposition.  Hr.  Gregorowitsch  ist  ein  vorzüglicher 
«iger  ohne  Ladividualität  und  besondere  charakenstische 
Eigenschaften.  Er  brachte  Mendelssohn'sEmoll-Concert  tadel- 
los und  mit  ausserordentlicher  technischer  Verve  zu  Gehör: 
wozu  aber  das  unglaubliche  Verhetzen  des  letzten  Satzes? 
Die  zeitgenössischen  Virtuosen,  Sarasate  an  der  Spitze,  haben 
es  sich  anscheinend  zur  Aufgabe  gesteUt,  das  Aüegro  molto 
vivace  zu  einem  Wettrennen  zu   oenutzen,  ohne  Rücksicht 


darauf,  ob  die  Blasinstrumente  in  dem  rapiden  Tempo  über- 
haupt noch  erkennbare  Töne  wiedergeben  können.  — 

(Schluss  folgt.) 


Wien. 

Es  dürfte  wohl  nicht  zu  häufi|;  vorkommen,  dass  die  erste 
Symphonie  eines  berühmten  Tonmchters  erst  volle  26  Jahre 
nach  ihrer  Entstehung  zur  AnfEÜhrung  gelangt,  dabei  nach 
vier  später  geschaffenen  „Schwestern*'  und  na^dem  der  Com- 
ponist selbst  67  Jahre  geworden  ist.  Sie  haben  wohl  schon 
errathen,  dass  ich  von  der  Erstaufführung  der  Bruckner*- 
schen  Cmoll-S^mphonie  im  8.  Philharmonischen 
Concert  der  Saison  —  am  13.  Deoember  1891  —  spreche. 
1866—66  in  Linz  componirt,  wurde  das  Werk  daselbst  zwar 
probeweise  1868  im  engen  Kreise  dortiger  Musiker  vorge- 
nommen, aber  mit  so  unzureichenden  orchestralen  Kräften, 
dass  von  einer  wirklichen  Aufführung,  einer  Darstellung 
eigentlich  ^ar  nicht  die  Bede  war.  Seither  ruhte  die  Symphonie 
jahrelang  im  Musikschranke  ihres  Autors,  der  beispiellos  ver- 
wirrende Eindruck  jener  Linzer  „Probe**  schreckte  Bruclmer 
zurück,  das  Werk  der  Oeffentlichkeit  vorzulegen,  nur  Wenigen 
seiner  intimsten  Freunde  und  Schüler  gewährte  er  Einsicht  in 
die  Partitur.  Einer  der  getreuesten  und  berufensten  darunter 
ist  nun  Hr.  Ferdinand  läwe,  Concertpianist  und  Lehrer  des 
Clavierspiels  am  Wiener  Conservatonum.  Hr.  Löwe  weiss 
Brückner  am  Ciavier  wiederzugeben,  wie  etwa  F.  MotU  Wag- 
ner*s  „Tristan^  oder  „Parsifal^:  damit  ist  wohl  Alles  gesagt 
So  verstand  er  denn  nun  auch  die  unendlich  kühne  Polyphonie 
der  Erstlingssymphonie  seines  Lieblingsmeisters  in  einen  Cla- 
vierauszu^  zusammen  zu  drängen,  der  mit  erstaunlicher  Be- 
stimmtheit das  Wesentliche  sagt.  Leider  ist  dieser  Clavier- 
auszufi;  nicht  veröffentlicht.  Prof.  Löwe  spielt  seit  Jahren  die 
Symphonie  ohne  vorliegende  Noten  mit  Mwunderungswürdi- 
eer  Gedächtnisstreue  auswendig.  Als  nach  den  grossen  Er- 
folgen der  4.  und  7.  Symphome  in  Wien  Hofcapellmeister 
Hans  Bichter  nach  weiteren  „Bruckneriana^  spürte,  die 
mian  vor  das  Publicum  bringen  könnte,  liess  er  sich  von  Hm. 
Löwe  mehrere  ihm  noch  unn^Eannte^ymphonien  vorspielen, 
und  merkwürdiger  Weise  machte  ihm  die  erste,  vor  einem 
VierteljXhrhündeH  compönirte  den  grössten  Eindruck.  Indem 
er  den  bei  besagter  Ciavierinterpretation  selbst  anwesenden 
ereisen  Tondichter  stürmisch  umarmte,  sagte  er:  Brückner, 
die  Symphonie  müssen  Sie  mir  zur  Auffuhrung  überlassen, 
denn  als  Sie  die  geschrieben  haben,  waren  Sie  verliebt! 
„Das  war  ich  ja  immer**,  entgegnete  in  seiner  naiven  Treu- 
herzigkeit der  Componist.  Aber  von  einer  öffentlichen  Auf- 
führung seines  Erstlingswerkes  wollte  er  Nichte  hören,  er 
hielt  es  für  ein  unvorbereitetes  Publicum  zu  kühn,  zu  sehr 
aus  dem  gewohnten  Geleise  heraustretend  und  darum  unver- 
ständlich. Es  kam  auch  dunals  wirklich  nicht  zu  der  von 
Hans  Bichter  drinfi;end  gewünschten  Aufführung,  sondern 
es  wurde  an  der  Stelle  der  ersten  die  dritte,  B.  Wagner  gewid- 
mete Dmoll-Symphonie  gespielt,  welche  —  wie  die  Leser  sich 
vielleicht  erinnern  •—  gerade  vor  Jahresfrist  dem  Wiener  Phil- 
harmonischen Publicum  (am  21.  Dec.  1890)  stürmischen  Bei- 
fall abzwang.  Nun  trat  Hans  Bichter  neuerdings  wegen 
Ueberlassung  der  „Ersten**  mit  Brückner  in  Unterhandlung  und 


nischen  Concerte  fand,  bezeugt  am  besten,  wie  Bruckner's 
Ansehen  in  Wien  gestiegen,  besonders  seit  seiner  kürzlich 
erfolgten  Ernennung  zum  Ehrendocter  der  hiesigen  Univer- 
sität, ein  Ereigniss,  welches  unsere  akademische  Jugend  in 
einem  von  Notaoilitäten  aller  Art  besuchten  glänzenden  Fest- 
commers  noch  besonders  feierte.  Vor  10— 16  Jahren  wäre  eine 
derartig  die  Aufmerksamkeit  und  Geduld  der  Hörer  in  An- 
spruch nehmende  Novität,  wie  Bruckner's  Linzer  Symphonie, 
von  einem  Publicum,  welches  dem  des  Leipziger  Cbwand- 
hauses  an  conservativem  Sinn  kaum  nachsteht,  ja  überdies 
zum  Theil  nur  wegen  der  Mode  in  diesen  Concerten  erscheint, 
ohne  Weiteres  abgelehnt  worden  —  oder  vielmehr,  man  hätte 
schon  nach  dem  ungewöhnlich  langen  und  verwickelten  ersten 
Satz  in  hellen  Scharren  Beissaus  genommen.  Diesmal  rührte 
sich  fast  Niemand  vom  Platee:  als  Hans  Bichter  das  Zeichen 
zum  Anfang  der  Symphonie  gab,  herrschte  eine  Todtenstille 
im  Saale,  wie  etwa  die,  welche  man  in  früheren  Jahren  im 
Bavreuther  Festepielhause  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte. 
Jeaer   hielt  sozusagen  den  Athem   zurück.     Sodann   folgte 


jedem  Satze  starmieolier  Applans,  wenn  aach  vielleicbt  mebr 
von  den  „Wiesenden",  duröli  Prof.  Löwe'a  häufige  ClaTier- 
InteTpretattonen  Yorbereitetan,  als  vom  ganzen  PiiBlioum  ans- 
gehend,  aber  immerhin  ansgibig  genag,  am  harzlichaten  und 
«llgemeinsten  offenbar  bei  dem  prächtigen  ScheTso — wiefitst 
immer  bei  Bmokner  der  klarste  und  aogeruDdetste  Sata  — , 
sodann  boi  dam  wunderschön  verklingenden  Adagio,  nach 
welchem  dem  Componisten  auch  ein  mächtiger  Loroeerkranz 
überreicht  wnrd«. 

{Fortsetitmg  folgt.) 


Wenn  Hr.  Paur  eich  durch  das  vorgetragene  Scherzo  caprio- 

cio  als  Componist  legitimiren  wollte,  so  Hat  er  damit  höchst 
bedenklich  debutirt  und  vor  Allem  einen  merkwürdigen 
Mangel  an  Selbstkritik  mit  der  Wahl  dieses  f^edanklich  kind- 
lichen, zum  Theil  verwassert  Hendelesohnisch  klingenden 
Opas,  wie  es  jeder  halbäügge  UnsikschUler  componiren  kann, 
bewiesen.  Gterade  von  Hrn.  Paur,  dem  begeiaterten  Verehrer 
Beetboven's  und  B.  Wagner's,  h&tte  man  eine  derartige  Ge- 
schmacksverirrung nicht  erwartet.  Als  Pianist  hatte  sich  Hr. 
Paur  übrigens  eines  schönen  Erfolges  zu  erfreuen.   In  dieser 


Rafael  Itaszkowski. 


Berichte. 


Nei 


Leipzl?.  I>a8  9.  Abonnementconcert 
Gewandhaus  machte  seine  Beencher  mit  Hm.  Theater- 
capellmeister  Paur  in  dessen  pianistisohem  und  compositori- 
schem  Können  bekannt.  Der  ^nannte  Künstler  hatte  ruseinen 
VortrÄgen,  denen  ein  ansgeEetchneter  Blüthner-Flügel  sehr  zu 
Statten  kam,  Ibahms"  herrliches,  stets  von  Neuem  begeistern- 
des Bdur-Concert,  ein  eigenes  Scherzo  capricoio  und  Desdur- 
Noctume  und  Asdnr-Polonaise  von  Chopin  gew&hlt.  Dass 
Hr.  Paur  ein  vielseitiger  und  überall  tüchtiger  Musiker  ist, 
weiss  man  bereite  Ihngät;  ob  er  aber  nicht  besser  tbftte,  die 
Lorbeeren,  naoh  denen  er  als  Concertpianist  strebt,  Anderen 
xa  übertaten,  ist  eine  Frage,  die  auch  bei  diesem  Antass 
offen  blieb,  denn  nm  ernstlich  mit  den  Clavierspielem  und 
Olavierepielerinnen,  die  man  im  Gewandbaus  gewohnt  ist, 
in  Concurrenz  treten  lu  könneuj  bedürfte  er  vor  Allem  einer 
ausgegliohenwsn  und  zuverl&eaigeren  Technik,  als  er  sie  in 
'WiäEehkeit  besitzt  und  wie  sie  (üx  seine  capellmeisterischen 
Arbeiten  au<äi  ausreichend  ist.  und  dann  müsste  er  weniger  auf- 
güegt  beim  Spiel  sein.  Musikalisch  hat  er  ja  das  Meiste  sehr 
annenrnbar,  mit  Gtoist  und  Empfindung  vorgetragen,  aber  was 
ist  ihm  In  anderer  Beziehung,  ganz  besonders  in  der  Polo- 
siUse,  nicht  Alles  possirtl  Für  gewisse  dynamische  Steige- 
rungen gebricht  es  ihm  überhaupt  an  der  physischen  Kraft. 


Beziehung  hatte  ihm  neulich  Hr.  d' Albert  nicht  Viel  voraus. 
Allerdings  Iftsst  der  Letztere  sich  auch  etwas  mehr  als  manch 
Anderer  nöthigen,  bevor  er  einem  zweitmali^n  Hervorruf 
Folge  leistet.  Neben  Hm.  Pant  war  Frl.  Hermine  Spies  ans 
Wiesbaden  eolistisch  in  dem  Ooncerte  thfttig.  Sie  sang  die 
von  E.  Frank  etwas  stil-  und  zeitwidrig  instrumentirte  Haydn'- 
sche  Cantate  „Ariadne  auf  Nazoe"  und  Lieder  von  Schobert, 
Br^ms  und  d  Albert  so  herzbewegend,  wie  nur  je,  und  gross 
war  der  Beiiall,  den  sie  namentlich  mit  den  Liedern  entfachte. 
Hoffentlich  bestätigt  sich  das  Gerücht,  dass  Frl.  Spiee  nach 
ihrer  demn&chst  bevorstehenden  Verheirathung  dem  Conoert- 
singen  entsagen  werde,  nicht:  Sllngerinnen  ÜLTer  Art  sind  zu 
selten,  als  dass  man  sie  venniasen  möchte.  Die  vorerwähnten 
Solovortrbge  hatten  ihren  Platz  im  Programm  zwischen  Oade's 
in  der  Wirkung  gar  nicht  mehr  recht  verfangen  wollender 
„Ossian" -Ouvertüre  und  Beetboven's  ewig  jung  bleiben  wer- 
dender 8.  Symphonie  erhalten,  welche  beiden  Werke  unter 
Leitung  des  Hm.  Prof.  Dr.  Beinecke  eine  ganz  vortreffliche 
Ausführung  erfuhren. 

BerUD,  17.  Dec.  Der  Hozart-Cyklos  im  königl.  Opern- 
hause  hat,  wie  das  bei  den  BUhnen  gar  keine  Seltenheit, 
leiderzugaterletztnocheine  kleine  Aenderung  erfahren  müssen. 
Frau  Slaudigl  war  nämlich  wieder  einmal  krank  geworden, 
und  so  mnsste  der  „Titos"  um  zwei  ^Tage  verschoben  werden. 


So  bildete  denn  diese  Oper  am  Dienstag  den  Schluss  des 
Cvklos,  nnd  ihr  wurde  dann  natürlicli  auch  das  scenische 
l^hspiel  angehängt,  das  an  der  Hand  einer  von  vier  Musen 
gesprochenen  Diditung  von  Emil  Taubert  prachtvolle  lebende 
Silder  zur  Verherrlichung  des  unsterblichen  Meisters  vor  dem 
Auge  heraufbeschwor.  —  Ben  Mittelpunct  der  Goncerte  der 
Woche  bildete  der  dritte  Abend  des  Joachim-Quartetts, 
vornehmlich  um  deswillen,  weil  zwei  Manuscriptwerke  von 
Joh.  Brahms  zur  AufftQirung  gelangten  und  Dr.  Brahms  selbst 
sich  an  der  Ausfährung  betheiligto.  Beide  Werke  sind  sehr 
eigenartig  schon  deshalb,  weileine  Clarinette  darin  th&tigist,ein 
in  unseren  Concertsftlen  in  solcher  Weise  recht  selten  noch  be- 
schäftigtes  Instrument.  Ein  AmoU-Trio  fi&r  Glavier,  Clarinette 
und  Violoncell  bildete  den  AnÜEuag  des  Abends,  seine  vier  Sätze 
sind  sänmitlich  knapp  gehalten,  nehmen  insgesammt  incL  der 
kleinen  Pausen  dazwischen  kaum  eine  halbe  Stunde  in  An- 
spruch. Einem  Idaren,  lebendigen  Allegro  in  Amoll  folgt  ein 
melodiöses  Adagio  in  Ddur,  ein  Zwiegesang  zwischen  Ulari- 
nette  und  Violoncell,  zu  dem  das  Glavier  den  harmonischen  Hin- 
tergrund bietet;  ein  ^^z  reizendes  Andantino  in  Adur,  das  sei- 
nem Beiworte  „graziöse"  buchstäblich  entspricht,  und  dessen 
heitere  Grazie  einen  wahren  Sturm  von  BeiÜEdl  hervorrief,  bildete 
den  dritten  Satz,  und  ein  thematisch  meisterhaft  gearbeitetes 
AileffTO  in  Anxoll  den  vierten,  ümüem^reicher  ist  das  zweite 
Werk,  ein  Quäitett  in  HmoU  für  Clarinette,  zwei  Violinen, 
Viola  und  Violoncell.  Ein  ernstes  Allegro  in  Hmoll.  ausge- 
zeichnet durch  die  gleichartige  Verwerthung  aller  füni  Instru- 
mente, die  einander  in  dem  thematischen  Geflecht  vollkommen 
ebenbürtig  erscheinen,  was  eine  aussergewöhnliche  Kenntniss 
der  Natur  jedes  einzelnen  voraussetzt,  eröffnet  den  Reigen. 
Ihm  folgt  ein  Adagio  in  Hdur,  das  zu  dem  Eigenarti^ten 

fshört,  was  wir  seit  langer  Zeit  gehört  haben.  J^  liebliches 
ottumo  möchte  maus  nennen.  Hier  tritt  auch  die  Clari- 
nette besonders  bevorzugt  auf;  in  einem  Piü  lento  ergeht  sie 
sich  in  ihrem  ganzen  Umfiamge  in  einer  Art,  die  an  den 
virtuosen  Hirten  erinnert,  der  sein  unaussprechliches  Ver- 
gnügen in  die  Lüfte  hinaufirjubelt.  Der  dritte  Satz,  ein  Presto 
non  assai,  ma  con  sentimento,  Hmoll,  eingeleitet  durch  ein 
kurzes  Andantino  in  D  dur,  bietet  einen  wirkunjKSvollen  Gegen- 
satz zu  dem  Adagio.  Das  Finale  in  Hmou  aber  ist  ein 
iVMiaüonensatz^  in  dessen  Ausftihjrung  Brahms  eine  Meister- ^ 
Schaft  besitzt,  die  als  unübertroffen  längst  anerkannt  ist. 
Und  nun  denke  man  sich  den  Meister  mit  dem  ehrwürdigen 
grauen  Vollbart  in  dem  Trio  selbst  am  Ciavier  sitzen,  und 
man  wird  sich  eine  Vorstellung  davon  machen  können,  welch 
ein  Jubel  die  Bäume  der  Singakademie  erfüllte.  Dass  die 
anderen  Herren,  im  Verein  mit  dem  Kammervirtuosen  Hm. 
Mühlfeld  aus  Meininsen,  ihre  ganze  eminente  Kunstfertig- 
keit daransetzten,  die  Werke  unter  den  Augen  des  Meisters 
mit  möglichster  Vollkommenheit  auszuführen,  ist  selbstver- 
ständlich. —  Hr.  Josef  v.  Sliwinski  hat  noch  ein  zweites  Con- 
cert  gegeben  und  sich  in  demselben  als  ein  recht  tüchtiger  Cla- 
vierspieler  bewährt,  der  sowohl  die  Technik,  wie  den  Ausdruck 
in  gleichem  Grade  beherrscht.  Er  spielte  auch  Beethoven's 
Sonate  in  Ddur  Op.  28  vortrefflich,  und  das  ist  nicht  Jeder- 
manns Sache.  Im  Uebrigen  bestand  sein  Programm  aus  Chopin, 
Schumann,  Sgambati,  Scarlatti,  Mendel^hn,  Bubinstein, 
Heymann  und  Liszt,  und  man  sieht  daran,  dass  er  in  allen 
Sätteln  fest  ist.  Dass  daneben  die  Altistin  Frl.  Martha 
Schwarz  unter  Mithilfe  einer  ganzen  Reihe  von  Mitwirken- 
den ein  Concert  gegeben  und  bei  den  Zuhörern  Beifall  ge- 
funden hat,  mag  mit  vermerkt  sein.  Interessanter  war  aber 
jedenfalls  die  Erscheinung  eines  Knaben  von  dreizehn  Jahren, 
Jean  G4rardy  mit  Namen,  der  das  Violoncell  spielt,  welches  ihn 
an  Grösse  fast  überragt.  Und  wie  spielt  er  es!  Da  ist  auch 
nicht  die  Spur  von  Eingelerntem,  nicht  ein  Atom  von  Dressur; 
eine  echte  und  wahre  Künstlernatur  scheint  in  diesem  Kna- 
ben zu  wohnen  und  im  Aufblühen  begriffen.  Wir  hörten 
von  ihm  das  Concert  in  Amoll  von  doltermann  und  das 
Andante  aus  dem  Violoncellconcert  von  Rubinstein,  technisch 
tadellos,  selbst  gelegentlich  der  schwierigen  Doppelmffpassa- 
^en;  aber  was  mehr  werth  ist:  der  Junge  hat  eine  Musikseele, 
die  er  in  seinem  Spiel  zum  Ausdruck  zu  bringen  vermag. 
Aus  Dem  kann  etwas  Grosses  werden,  mag  die  Muse  ihn  in 
ihren  besonderen  Schutz  nehmen!  —  Der  Piiuiist  Sigismund 
Blumner,  der  Bruder  unseres  Sin^kademie-Directors,  ist 
nach  langen  Jahren  der  Abwesenheit  nach  Berlin  zurückge* 
kehrt  uiä  hat,  wie  er  seinerzeit  die  eingegangenen,  aber 
ehemals  viel  genannten  Montagsconcerte  für  Kammermusik 
gründete,  jetzt  etwas  Aehnliches  begonnen.  Leider  unter 
nicht  günstigen  Aoapicien,  denn  da  der  Saal  nicht  anders 


mehr  zu  haben  war,  so  hat  er  die  l^gakademie  für  einige 
Sonntag-Mittage  für  seine  neuen  Kammermusik -Veranstal- 
tungen wählen  müssen,  und  wo  da  das  zahlende  Publicum 
herkommen  soll,  ist  uns  noch  nicht  recht  verständlich.  Gut 
war  der  Anfsmg,  das  muss  man  sagen:  Mit  Carl  Halir  zu- 
sammen die  Kreutzer-Sonate  von  Beethoven  und  nach  einigen 
Solostücken  Mozart*s  Quintett  für  Ciavier  und  Blasinstrumente 
(königL  Kammermusiker),  das  ist  ein  vielbedeutender  Finger- 
zeig mr  DaSj  was  kommen  soll.  Möge  es  dem  wackeren 
Pianisten  gdingen,  denn  so  etwas  fehß  uns  in  Berlin  recht 
sehr.  —  Gütern  Abend  endlich  gestaltete  diekönigl.  Capelle 
ihr  fönftes  Symphonienconcert  zu  einer  besonderen  Beethoven- 
Feier,  würdig  und  schön.  Sucher  dirigirte  den  ersten  Theil: 
Ouvertüre  zu  „Egmont**  und  Symphonie  No.  8  in  Fdur. 
Weingartner  den  zweiten:  8.  Ouvertüre  zu  „Leonore*'  und 
Symphonie  No.  7  in  Adur,  und  diesem  Theil  schickte  FrL 
iilisabeth  Leisinger  die  Arie  „Ah,  perfido"  vorauf,  die  sie 
mit  einer  Meisterschaft  sang,  wie  sie  uns  seit  Jahren  nicht 
gegenüber  ^treten  ist.  Dass  sie  einen  unglaublichen  Beifekll 
land,  war  indessen  doch  nur  bedingt  er£eulich,  denn  die 
rasende  Klatscherei  ist  seit  einiger  Zeit  in  unseren  Concert» 
Sälen  zu  einer  förmlichen  Plage  geworden,  die  dem  feiner 
Empfindenden  einen  soeben  gehabten  Genuss  völlig  verleiden 
kann.  — i. 

Concertumschau. 

Aachen .  Versammlungen  des  Instrumental  ver.  (Seh  wicke- 
rath):  No.  16.  8.  Symph.  v.  Schumann,  „Charfreitagszauber^ 
a.  „Parsifi&l"  v.  Wagner,  zwei  Sätze  a.  der  1.  Suite  v.  F.  Lach- 
ner. No.  17  m.  Compositionen  v.  Mozart  nnt.  Mitwirk,  der 
Sängerin  FrL  Dussel  a.  Cöln.  Jupiter-Symph.,  ^Zauberflöten*'* 
Ouvert.  etc. 

Altona«  1.  Conc.  der  Singakad.  (Prof.  Krug)  m.  Handelns 
„Messias"  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  (Verlach  a.  Düsseldorf 
u.  Schacht  a.  Berlin  u.  der  HH.  Hermann  und Sistermans  a* 
Frankfurt  a.  M. 

AmstePdam.  d.  Soiröe  f.  Kammermusik  der  Maatschappij 
tot  Bevord.  der  Toonkunst:  Adur-Clavierquint.  v.  Dvof&k, 
daviertrio  Op.  1|  No.  2,  v.  Beethoven,  Clav.-Violoncellsonate 
V.  Grieg.  (Ausrahrende:  Frau  Boemans-Benedictfl  [Clav.]  u. 
HH.  Cramer,  Frowein,  Hofmeester  u.  Bosmans  [Streicher].) 

Angers.  6.  Abonn.-Conc.  der  Assoc.  artist.  (Fr6maux): 
3.  Symnh.  v.  Beethoven.  „Tannhäuser^'-Ouvert.  v.  Wagner^ 
Vorspiel  zu  „Eloa**  v.  Ch.  Lefebvre.  Entr'actea.  „Philemon 
et  Baucii}**  v.  Ch.  Gounod,  Ungar.  Marsch  v.  Berlioz. 

Asohersleben.  8.  Abonn.-Conc.  des  Hrn.  Finzel:  „Les 
Pr^ludes"  v.  Liszt,  „Ein  norwegischer  Künstler-Cameval''  f. 
Dreh.  v.  Svendsen,  Ouvertüren  v.  Beethoven  (No.  3  zu  .Leo- 
nore")  u.  Wagner  („Tannhäuser**^,  Streichorchesterstücke  v. 
Massenet  („Cröpuscule**)  u.  Delibes  (^Pizzicato**),  Ghesang- 
vortrage  des  Frl.  Doenfi;es  a.  Leipzig  („Wie  berührt  mich*'  v. 
Bendel,  „Komm  aus  der  engen  Stodt**  v.  H.  v.  Koss  etc.). 

Bamberg«  99.  Musikabend  des  Musikal.  Ver.:  Es  dur- 
Streichquart,  v.  Mozart,  AmoU-Clav.-Violinson.  v.  Beethoven, 
altböhm.  Gesänge  „Krieger  des  Herrn"  u.  „Dem  die  Sternen- 
beere",  f.  gem.  Chor  v.  C.  Biedel  etc. 

Berlin.  2.  Conc.  des  Hm.  Gura  a.  München  m.  G^esang« 
soll  V.  H.  So  mm  er  („Wemer*s  Lieder  aus  Welschland"),  Schu- 
bert u.  Löwe.  —  3.  Quartettabend  der  HH.  Prof.  Joachim, 
de  Ahna,  Wirth  und  Hausmann  unter  Mitwirk,  der  HH.  Dr. 
Brahms  a.  Wien  (Clav.)  u.  Mühlfeld  a.  Meiningen  (Clar.): 
HmoU-Quint.  f.  Clar.  u.  Streichquart,  u.  Amoll-Trio  f.  Clav., 
Clar.  u.  Violonc.  v.  Brahms,  Gdur-Streichquart.  v.  Mozart-. — 
Conc.  des  dreizehnjähr.  Violoncellisten  Jean  G^rardy  unt.  ge- 
sangsolist  Mitwirkung  des  Frl.  Saak  u.  des  Hm.  Greene  am 
12.  I)ec.:  Soli  f.  Ges.  v.  Mascagni  („Blumenorakel"),  Grieg^ 
(„Das  alte  Lied"),  Haynes  („Gute  Nacht")  u.  A.  u.  f.  Vio* 
lono.  V.  Goltermann  (AmoU-Conc),  Bubinstein  (And.)^ 
J.  Görardy  (Bdverie),  de  Swert  (Seren.)  u.  Popper  („Pa- 
pillen"). 

Boston.  2.  Conc.  des  Boston  Philharm.  Orch.  (Listemann): 
„Le  Bouet  d^Omphale"  v.  Saint-Sa6ns,  „Sakunta]a"-Ouvert. 
V.  Goldmark.  Entr'acte-Gavotte  v.  Gillet,  „Cinderella"  v. 
Bendel,  Melodrama  „Bergliot"  v«  Edv.  Grieg  (Declam.:  Hr. 
Biddle),  Ddur-Violincono.  v.  Tschalkowsky  ^9t.  Listemann). 

Breslau.  6.  Abonn.-Conc  des  BresL  Dreh.- Ver.  (Masz- 
kowsld):  GmoU-Symph. V.Mozart,  Ouvertüren v. Mendelssohn 
u.  Beethoven  (No.  8  zu  „Leonore"),  Ciaviervorträge  der  Frau 
Carreno  (Conc.  v.  Grieg  etc.).  — 10.  &fmph.-Conc.  der  Bresl. 
Ck)ncertcapelle  (Riemenschneider)  m.  Compositionen  v.  Mozart 


unt.  Mitwirk,  der  Fi'au  Biemenscbneider,  der  Frls.  Michalke 
u.  Höbich  u.  der  HH.  Paul  u.  Steinitz  am  8.  Dec.:  Jupiter- 
Symph.,  div.  Ouvertüren,  Dmoll-dayierconc.  etc. —  3.  Musik- 
abend des  Tonkünstlerver. :  Esdur-Clavierquint.  v .  M  e  t  z  d  o  r  f f , 
div.  C/ompoflitionen  v.  Mozart.    (Ausföhrende:  Frl.  Strassner 

g^es.]  u.  HH.  Kuron,  Bensch,  Besse,  Dambitsch,  Fabian,  Dr. 
oldscbmidt,  Scholz,  Steinitz  u.  Wendel.) 

Brlghton.  Mozart-Feier  der  Brighton  and  Hove  Choral 
and  Orchestral  Society  (Dr.  Sawver):  Jupiter-Symph.,  Bequiem 
(Solisten:  Damen  Moore  und  Child  und  HH.  Heidgecock  und 
Ward)  etc. 

Buohholz.  2.  Odeonconc.  (Stiehler):  2.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, ^Dinorah"-Ouvert.  v.  Meyerbeer  u.  a.  Orchesternum- 
mem,  Gesangvorträge  der  Frau  Schmidt-Köhne  a.  Berlin  („Schlaf 
nur  ein**  v.  Ad.  Jensen,   „Die  Bekehrte"  v.  Stange  etc.). 

Cambridge  (Massach.).  3.  Oonc.  des  Boston  Symph.  Orch. 
(Nikisch):  7.  S3rmph.  v.  Beethoven,  Amoll-Suite  v.  £.  A.  Mac- 
Do  well,  Gdur-Ckvierconc.  v.  Bubinstein  (Frau  Hopekirk). 

Constanz.  2.  Abonn.-Symph.-Conc.  des  Hm.  Handloser: 
Gmoll-Symph.,  „Zauberflöten*' -Ouvert.  u.  Yariat.  a.  dem  Quart, 
concert.  f.  Ob.,  Olar.,  Hom  u.  Fag.  v.  Mozart,  Orchestersuite 
a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  Violin  vortrage  des  Frl.  Wietro  wetz 
a.  Berlin  (Conc.  v.  Beethoven,  Bomanze  v.  Bruch  u.  Polon. 
V.  Wieniawskij. 

Danzig.  1.  Aufföhr.  des  Gresangver.  (Schumann)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Küster,  des  Frl.  Suhr  u.  der  HH. 
Reutener  u.  Bud.  v.  Milde:  9.  Symph.  v.  Beethoven,  3.  Ab- 
theil, der  „Faust*'-Scenen  v.  Schumann. 

Darmstadt.  2.  Oonc.  des  Musikver.  (de  Haan^  unt.  sollst. 
Mitwirk,  der  Frau  Schubart-Tiedemann  a.  Frankfurt  a.  M.^ 
des  Frl.  Bau  v.  hier,  der  HH.  Müller  a.  Frankfurt  a.  M.  und 
Lievermann  a.  Mannheim  u.  A.  m.:  „Erlkönigs  Tochter**  v. 
Gade,  Scenen  a.  .Parsifal"  v.  Wagner. 

Dessau.  4.  Conc.  der  Hofcap.  (Elughardt)  m.  Compositio- 
nen  V.Mozart:  Gmoll>  Symph.,  zwei  Ouvertüren,  Ddur-Flöten- 
conc.  (Hr.  ünger),  zwei  Arien  (Hr.  Feuge). 

Dresden.  Mozart-Feier  im  k.  Oonservat.  f.  Musik  unter 
Leit.  des  Hm.  Prof.  Bappoldi  u.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Bi- 
schoff u.  Freitag  u.  der  HH.  Mann  u.  Gässner  am  9.  Dec: 
Bequiem  u.  Jupiter-Symph. 

DaMlB.  Mezart-Feier  der  Unirersity  of  Dublin  Choral 
Society  (Stewart):  Bequiem  (Solisten:  Damen  Craig u.  Elslner 
u.  HH.  Bobertson  u.  Weldon)  u.  »Ave  verum". 

Genf.  3.  Kammennusik  des  Quart.  Stemberg  (Hr.  Stern- 
berg, Frl.  Dorsival  u.  HH.  Bulson  u.  Ad.  Behber^)  u.  des  Hm. 
W.  Behberg  (Clav.):  Emoll-Clavierquint.  v.  Sin  ding,  Gmoll- 
Streichquartett  v.  Tolkmann,  Ddur-Clav.-Violinsonate  von 
W.  Rehberg. 

Gera.  197.  Conc.  des  Musikal.  Ver.  (Elleemann):  8.  Symph. 
V.  Beethoven,  svmphon.  Phant.  „Des  Meeres  und  der  Liebe 
Wellen"  v.  C.  Kleemann,  „ Wasserträger" -Ouvert.  v.  CJheru- 
bini,  Gesangvortrftee  des  Hrn.  Zeller  a.  Weimar  (Lohengrin's 
Erzählung  u.  Abscnied  a.  „Lohengrln"  v.  Wagner  u.  „Wie 
sollten  wir  geheim  sie  halten",  „firelt  über  mein  Haupt"  u. 
„Ständchen"  v.  B.  Strauss). 

Hanau.  1.  Abonn.-Conc.  des  Oratorienver.  (Fleisch  aus 
Frankfurt  a.  M.)  m.  Compositionen  v.  Mozart  unt.  sollst.  Mit- 
wirk, der  Frau  Adler-Hugonett  u.  des  Frl.  Grote  a.  Frank- 
furt a.M.,  sowie  der  HH.^JiaMlsteinu.Wassmuth:  Bequiem, 
„Ave,  verum  corpus"  u.  „Laudate  Dominum". 

Herzogenbuseh.  Am  3.  Dec.  Aufführ.  v.  Haydn's  „Jahres- 
zeiten" durch  die  (^angvereenig.  (Bouman)  unt.  Solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München  u.  der  HH.  Litzinger 
a.  Düsseldorf  u.  Spoel  a.  dem  Haag. 

Jena.  3.  Aloid.  Conc.  (Prof.  Dr.  Naumann)  m.  Compo- 
sitionen V.  Mozart  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Detmer,  der 
Frls.  Schoder  a.  Weimar  u.  Schwarz  u.  der  HH.  Bobert  und 
Bucha  a.  Weimar,  Dr.  Paul  u.  Pfau:  MaurerischeTrauermusik^ 
Prolog  (Hr.  Dir.  Drescher),  Jupitersymph.,  „Don  Juan"-Ouv. 
u.  div.  Opemfragmente. 

Klagenfort.  Mozart-Feier  des  Musikver.  f.  Kärnten  am 
6.  Dec:  Prolog  v.  Prof.  Braumüller  (Hr.  Dobernig),  Esdur- 
Svmph.,  Fragmente  a.  dem  Bequiem  und  der  „Zauberflöte", 
3iännerchöreu 

Königsberg  !•  Pr.  Conc  des  Sängerver.  (Schwalm)  unt. 
sollst.  Mitwirk,  des  Frl.  Oberbeck  a.  Berlin  u.  des  Hm.  Birn- 
baum von  hier:  „Zauberflöten"-Ouvert.  v.  Mozart,  „Fingal" 
f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  v.  Arn.  Ktne,  Männerchöre  v. 
Mozart,  F.  Hegar  („Schlafwandel")  u.  A^,  Gesangsoli  v.  Schu- 
mann, Brahms  („Ständchen")  und  M.  Blumser  („Vöglein, 
mein  Bote"). 


Laibaoh.  1.  Kammermusikabend  der  Philharm.  Ctosell- 
schafb  m.  Compositionen  von  Mozart:  C moll-Streichquintett, 
Gmoll-Clavierquart.  u.  Ddur-Streichquart.  (Anführende:  KH. 
Zöhrer  [Clav.],  Gerstner,  Nlckerl,  Moravec,  Till  und  Lasner 
[Streicher].) 

Leipzig«  Mozart-Feier  des  Ver.  der  Musiklehrer  und 
-Lehrerinnen  zu  Leipzig:  „Laudate  pueri"  f.  Chor  u.  Orch., 
Vortrag  des  Hrn.  Weidenbach :  „Welche  geistigen  BeriÜirungs- 

Suncte  finden  wir  in  Mozart's  Charakter  als  Mensch  und 
lünstler  für  (?)  die  praktischen  und  ^eoretischen  Bestrebun- 
gen unseres  Vereins",  „Laudate  Dominum"  f.  Sopransolo  (Frl. 
Grossschup^  Chor  u.  Orch.,  Fmoll-Phant.  f.  Ciavier  zu  vier 
Händen  (HH.  Weidenbach  und  Dr.  Stade),  Ddur-Divert.  für 
Streichinstrumente  u.  zwei  Homer  (HH.  Beyer,  Weber,  Heintzsch, 
Hansen.  Wolschke,  Müller  und  Zeumer).  —  166.  Kammer- 
musik-Aufftihr.  im  Biedel- Ver.:  Streichquartette  Op.l8,  No.  2, 
u.  132.  sowie  Kreutzer-Son.  v.  Beethoven.  (Ausführende:  KH. 
PaurfClav.],  PriU,  v.  Dameck,  TJnkensteinu. Wille  TStreicher].) 
—  4.  Musikabend  des  Kammermusikver.:  Ddur-Ciavierquint. 
V.  F.  Thieriot  (HH.  Buthardt,  Payne,  Löwenthal,  Klesse  u. 
Thieriot),  Ddur-Streichquart.  v.  Borodin  (HH.  Payne,  Lö- 
wenthal, Klesse  u.  Haagmans),  Amoll-Clav.- Violinsonate  von 
AI.  B ecken dorf(HH.Suthardt  u.  v.  Dameck),  Lieder  „Him- 
melfahrt" u.  „Und  kommst  du  nicht"  v.  F.  Draeseke  u.  „An 
der  Linden"  v.  Ad.  Jensen  (Frl.  Langhammer).  —  Abend- 
unterhalt, im  k.  Conservat.  der  Musik  am  11.  Dec.:  AUegro 
marc,  Pastorale  u.  Fuge  f.  Org.  von  Hm.  Fe  j  a.  Neumünster, 
Schüler  der  Anstalt  =  der  Comp.,  G  dur-Streichquartett  von 
Haydn=HH.  Wasshausen  a.  New- York,  Schochardt  a.  Merse- 
burg, Hundhammer  a.  Beichenbach  i.  V.  u.  Haagmans  a.  Hotter- 
dam,  FismoU-Clavierconcert  v.  F.  Hiller  =  Hr.  Haan  aus 
Brooklyn,  Polon.  f.  Clav.  u.  Violonc.  v.  Chopin  =  Frl.  Peters 
a.  Hamburg  u.  Hr.  Haagmans,  Litrod.  u.  Yariat.  f.  Clav.  a. 
Op.  114  V.  Jadassohn  =  Frl.  Vosburgh  a.  Clinton  (Iowa), 
Lieder  „Der  Wanderer"  und  „Der  Kreuzzug"  v.  Schubert  = 
Frl.  Malier  a.  Höchst  a.  M.,  And.  spin.  u.  Esdur-Polon.  für 
Ciavier  v.  Chopin  —  Frl.  Doane  a.  Brooklyn,  Ddur-Sonate  f. 
zwei  Claviere  v.  Mozart  =  HH.  Turner  a.  South- Hampstead 
u.  Hamilton  a.  Chiselhurst  (England). 

London.  7.  Crystal  Palace  Conc.  (Manns):  7.  Symph.  v. 
Beethoven,  Ouvert.  „Llmd  of  the  Mountain  and  the  iE^loKKl"  v. 
H.  McCnnn,  Scherzo  capricc.  v.  A.  Dvof&k,  Solovorträge 
des  Frl.  Walker  (G^)  u.  des  Hm.  Stavenhagen  ((31av.,  Gdur- 
Conc.  V.  Beethoven,  Intermezzo  v.  Brahms  etc.).  —  Conc. 
der  Musical  Guild  am  3.  Nov.:  Fdur-Qulnt.  v.  Brahms,  £s- 
dur-Trio  f.  Ciavier,  Clar.  u.  Bratsche  v.  Mozart,  „Frühlines- 
gedanken"  f.  Clav.  u.VioLv.  Kreuz,  „Legenden"  v.Dvotak 
(f.  ?)  (Frl.  Grimson  u.  Hr.  Sewell),  „Serbisches  Liedersplel" 
V.  G.  Henschel.  —  Mozart-Feier  in  Albert  Hall  (Bamby  u. 
Henschel):  Jupiter-Symph.,  Bequiem  (Solisten:  Damen  üen-^ 
schel  u.  Patey  u.  HH.  Lloyd  u.  Mills)  etc.  —  9.  Crystal  Pa- 
lace Conc.  (Manns)  m.  Compositionen  von  Mozart:  Jupiter- 
Symph.,  Bequiem  (Solisten:  Damen  Williams  u.  Mackenzie  u. 
HH.  Piercy  u.  Salmond)  etc« 

Magdeburg«  3.  Lo^nconc.  (Kauffmann)  unt.  Mitwirk« 
des  S&ngerpaares  Hildacn  aus  Berlin:  8.  Symphonie  von 
Schumann,  „ Meistersinger" -Vorepiel  v.  Wagner,  Yocalduette 
V.  F.  Hiller  („Abends"  u.  „Zwiegespräch"),  AI.  Hollaen der 
(,^rühlingsahnung")  u.  £.  Hildach  („Nun  bist  du  worden", 
j^aues  Stemelein"  u.  „Im  blühenden  Garten"),  Vocalsoli  v. 
Beinecke  („Voer  de  Goeren")  u.  A. 

Mlünz«  6.  Symph.-Conc.  der  stftdt.  Capelle  (Steinbach): 
Gmoll-Symph.,  „2!auberfiöten"-0uvert.,  Andante  a.  der  CmolU 
Seren,  f.  Bhisinstrumente,  Maurerische  Trauermusik  u.  Larg- 
hetto  f.  V^iolonc.  (Hr.  Vollrath)  v.  Mozart,  Vorspiel  u.  „Isol- 
dens  Liebestod"  (Frau  Ende-Andriessen  a.  Cöln)  a.  „Tristan 
und  Isolde"  von  Wagner,  weitere  Vorträge  der  Genannten 
(„Komm,  wir  wandeln  zusammen"  v.  Cornelius  etc.). 

Mannheim«  3.  Akad.-Conc.  (Frank):  Oceansymphonie  v. 
Bubinstein,  „L'Arlösienne"  v.  Bizet,  Huldigungsmarsch  v« 
Wagner,  Gesangvorträge  des  Frl.  von  Sicherer  a.  München 
(Arie  a.  dem  „Feuerkreuz"  v.  Bruch,  „Feldeinsamkeit"  von 
Brahms,  Mallied  v.  Beinecke  etc.). 

Melmngen.  1 .  Kammermusikabend  des  Singver.  m.  Compo* 
sitlonen  v.  Schubert:  Clavierquint.,  AmoU-Streichquart, Vanat. 
a.  dem  Dmoll-Streichquart..  Gesangsoli.  (AusftUirende:  HH. 
Dr.  L.  WüUner  [Ges.].  Steinbach  [Clav.],  Fleischhauer,  Abbass, 
Funk,  Wendel  u.  Bohnert  [Streicher].)  —  1.  Abonn.-Oonc.  der 
Hofcap.  (Steinbach):  8.  Symph.  v.  Beethoven,  „Tannhäuser"- 
Ouvert.  V.  Wagner,  Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches: 
Thema  v.  J.  Brahms',  Gesangvorträge  des  Hrn«  Perron  aus. 


8 


Dresden  („Mainacht''  und  „Meine  Liebe  ist  grttn"  von 
Brahms  etc.). 

MiddelbUFg.  Conc.  des  Gresangver.  „Tot  Oefenin^  en  Uit- 
spanning*^  (Cleuver)  am  1.  Dec.:  Ouvertüre  zu  „Iphigenie  in 
Aulis"  V.  Gluck  m.  R.  Wagner's  Schlnss,  OmoÜ-±tequiem  v. 
Chembini,  Psalm  114  v.  Mendelssohn,  Violinvortr&gedesHm. 
Dessau  a.  Rotterdam  (1.  Conc.  v.  Bruch  etc.). 

Mflnohen.  8.  Abonn.-Conc.  der  Mnsikal.  Akad.:  S.Symph. 
V.  Beethoven,  symph.  Stimmungsbild  „Sonnenuntergang"  nir 
"Orch.  V.  A.  öorter,  Schauspielouvert.  v.  Ad.  Sandberger, 
"Geftuigvorträge  des  Hm.  Walter. 

SaaPbPflcken.  dO.StifkmgsfestdesMusikver.  „Eintracht" 
(Krause):  4.  Symph.  v.  Schumann,  Jubelouvert.  v. Weber, Vor- 
spiel u.  Arie  a.  Jtfurillo"  v.  F.  Langer.  Altniederl&ndjsche 
Volkslieder,  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  oearbeit.  v.  Kremser, 
gem."  Chöre  v.  Bruch  („Jubilate,  Amen"),  Mangold  (Seren.) 
u.  Wagner  (Einzug  der  GMlste  auf  Wartburg  a.  „Tann- 
häuser*^. 

Stettin.    2.  Kammermusikabend   des  Hm,  Wild  (Yiol.) 

'Unt.  Mitwirk,  der  HH.  Schumann  a.  Danzig  (Clav.),  Sandow 

n,  Heese  a.  Berlin  (Streicher):    Ciavierquartette  von  Mozart 

<Gmoll)  u.  G.  Schumann  (CmoU),  Clav.-Violoncellsonate  v. 

Grieg. 

Worms.  Conc.  der  Musikgesellschaft  u.  Liedertafel  (Kie- 
bitz): „Erlkönigs  Tochter"  v.  Gade  (Solisten:  Frls.  Polscher 
a.  Leipzig  u.  Clotz  v.  hier  und  Hr.  Keller  a.  Ludwigshafeo), 
„Ostermorgen"  f.  Männerchor  m.  Sopransolo  (Frl.  Pofecher)  v, 
F.  Hill  er,  Solovorträge  des  Frl.  Folscher  („Dort  unterm 
'Fliederbusch"  v.  Umlauf  t,  Wiegenlied  v.  Hart h an  u.  „Ach, 
w«r  doch  das  könnte"  v.  Berger)  u.  des  Hm.  Keller  („Bettler- 
liebe"  von  Bungert,  „Komm,  wir  wandeln  zusammen"  von 
Cornelius  u.  Seren,  v.  Bruch). 

Zeitz.  4.  Aufflihr.  des  Concertver.:  Ciaviertrios  v.  Beet- 
hoven (Op.  70,  No.  1)  u.  Rubinstein  (Bdur),  Soli  f.  Ges.  v. 
Lassen  („In  der  Nacht";,  Lessmann  („Du  schaust  mich 
an"),  Wagner  („Träume"),  Thuille  („Es  klingt  der  Lärm") 
u.  A.,  f.  Clav.  u.  f.  Violonc.  v.  Bruch  („Kol  Sidrei"),  Mo- 
niuszko  (Valse  m61anc.)  u.  Wihan  (Wiegenlied).  (Ausföh- 
rende: Frl.  Marsala  a.  Berlin  [Ges.],  Frau  Stern  a.  Dresden 
SHav.]  u.  HH.  V.  Voigtländer  a.  BerUn  [Viol.]  u.  Wihan  aus 
Ünchen  (Violonc.].) 

Zürich.  Am  24.  Nov.  Aufführung  v.  Händel's  -Josua" 
"durch  den  Gem.  CJhor  Zürich  (Dr.  Hegar)  unt.  Solist.  Mitwirk, 
der  Frls.  v.  Sicherer  u.  Kloppenburg  und  der  HH.  Lederer, 
Jakob  u.  Sistermans. 

S^  VeraUete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  volmändig  unbeachtet  bleiben  l 

Engdgements  und  GSste  in  Oper  und  Concert. 

CarläPUhe.    Dem  letzten  Concert  des  Instrumental- Ver- 

-eins  verlieh  einen  strahlenden  Glanz  das  Violinspiel  des  Hm. 
Hofconcertmeister  Hohlfeld  aus  Darmstadt,   das  jene  reife 

•Meisterschaft  zeigte,  welche  selbst  das  Minderwerthige  künst- 
lerisch veredelt.  —  Cöln.  Im  5.  Gürzenichconcert  trat  der 
Violoncell virtuos  Hr.  Rensburg  aus  Bonn  nach  langer  Zeit 
wieder  vor  das  hiesige  Publicum,  das  ihn  von  seiner  Lehr er- 
thäti^keit  am  Conservatorium  her  noch  in  ehrender  £rinne- 
rung  hatte.  Hr.  Bensburg  ist  mittlerweile] Kaufmaim  gewesen, 
jetzt  aber  wieder  zur  Kunst  zurückgekehrt.  Er  trug  ein 
eigenes,  seinem  Instrument  angepasstes,  im  Mittelsatz  zu  wirk- 

*  licn  poetischer  Stimmung  gelangendes  Concert  vor  und  bewies 
sich  hierbei  als  der  vor^nliche  Meister  von  ehemals.  Neben 
ihm  wirkte  noch  Hr.  Perron  aus  Dresden  solistisc]i  mit  und 
entfesselte  mit  seinem  Gesänge  ordentliche  Beifallsstürme. 
Als  Fidelio  erÖfEhete  am  19.  Dec.  FrauMielke,  das  ehemalige 
beliebte  Mitglied  unseres  Theaters,  ein  kurzes  Gastspiel  an 
demselben.    Als  weitere  (j^äste  sind  die  HH.  Heydrich  aus 

'  Aachen,  imser  zukünftiger  Heldentenor,  und  Hr.  Oberhauser 
aus  Berlin  zu  nennen.  Letzterer  sang  den  Bossini*schen  Fi- 
garo, doch  war  seine  Darstellung  recht  matt.  —  Heilbronn. 
Um  die  gelungene  Durchfährung  der  vom  hiesigen  Singkranz 

'  veranstalteten  Mozart-Feier  machte  sich  von  den  Solisten  be- 
sonders der  Leipziger  Baritonist  Hr.  Gau  sc  he  verdient,   in 

-dessen  von  einem  vorzüglichen  Organ  unterstützten  Vortrag 
sich  ausgezeichnete  Gesan^bildimg  und  musterhafte  Decla- 
mation  mit  grosser  Intelbgenz  und  Wärme  der  Auffassung 

'aufs  Schönste  verbanden.  —  Nürnberg.  Dem  Publicum  des 
«.  CJoncei:ts  des  /Philharmonischen  Vereins  wurde  durch  Ge- 
sinnung des  Leipziger  Pianisten  Hrn.  Wendling  Gelegen- 


heit geboten,  das  epochale  Jank6-Clavier  von  einem  fertigen 
Künstler  gespielt  zu  hören.  Hr.  Wendling  trug  auf  einem 
herrlichen  Blüthner-Flügel  dieser  Construction  das  Gmoll- 
Concert  von  Saint-Saöns  u.  A.  m.  vor  und  stellte  mit  der  aus- 
gezeichneten Wiedergabe  der  Stücke  sich  und  der  genialen 
^Neuerung  im  Clavierbau,  deren  Vorzüge  auch  dem  blödesten 
Auge  und  Ohr  wahrnehmbar  werden  mussten,  das  glänzendste 
Zeugniss  ans.  —  Philadelphia.  Hr.  Alfred  Grünfeld,  der 
exc^ente  Wiener  Claviervirtuos,  hat  kürzlich  in  der  Academy 
of  Musik,  in  einem  von  dem  Boston  Symphony  Orchestra  ^ 
gebenen  Concert,  einen  brillanten  Erfolg  mit  seinem  Spiel 
errungen  und  das  Publicum  in  ganz  enthusiastische  Stimmung 
versetzt.  —  Sehwerin«  In  der  Oper  gastirte  mit  einem  seinen 
decimirten  Stimmmitteln  entsprechenden  Erfolg  Hr.  Ant4>n 
Schott.  Von  den  hiesigen  Mitgliedern  möchten  wir  hier  des 
Hm.  Hu n gar  rühmendste  Erwänung  thun,  der  seit  seinem 
Eintritt  in  das  Ensemble  enorme  Fortschritte  in  seinen  Dar- 
stellungen gemacht  und  neuestens  namenüioh  als  Wotan 
(„Walküre")  und  Simeon  („Joseph  in  Egypten")  hochbefrie- 
£gende  Leistungen  geboten  hat. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  24.  Dec.  Thurmchoral  v.  Vier- 
ling.  Drei  altböhmische  Weihnachtslieder  von  C.  Biedel. 
25.  Dec.  „Die  heilige  Nacht**  aus  dem  „Messias"  v.  H&ndel. 
Nicolaikirche:  26.  ESc.  „Die  heilige  Nacht**  v.  Händel. 


OpemaufRIhrungen. 

October. 

Wien.  K.  k.  Hofopemtheater:  1.,  6.,  11.,  16.,  21.,  23.,  26. 
u.  29.  Cavalleria  rusticana.  3.  u.  24.  Carmen.  4»,  7.,  10.,  13. 
u.  30.  Die  Liebenden  von  Teruel  (Breton).  6.  Die  Hugenotten. 
8.  Mignon.  12.  Mefistofeles.  14.  Die  Königin  von  Saba. 
16.  Das  Glöckchen  des  Eremiten.  16.  u.  29.  Der  betrogene 
Kadi.  17.  Der  Troubadour.  18.  Götterdämmerung.  20.  Der 
Wildschütz.  21.  Othello.  25.  Siegfried.  28.  Die  Afrikaaerin. 
81.  FideUo. 

November. 

Baden-Baden.    Grossherzogl.  Hoftheater:  18.  Murillo. 

Garlsruhe.  Grossherzogl.  Hoftheater:  1.  Die  Meister- 
sinfi'er  von  Nürnberg.  8.  Beatrice  und  Benedict.  7.DasBhein- 
gola.  8.  Die  Walküre.  12.  Siegfried.  15.  Götterdämmerung. 
20.  Fra  Diavolo.  24.  üthal.  Cavalleria  rusticana.  26.  Der 
fliegende  Holländer.    29.  Robert  der  Teufel 

Coburg.  Hofbheater:  1.  Die  Walküre.  5.  Fra  Diavolo. 
8.  u.  25.  Lohengrin.  12.  Das  Nachtlager  von  Granada.  15.  Er- 
nani.    20.  Martha.    22.  Afraja  (O.  Dorn).    26.  Die  Jüdin. 

Schwerin.  Grossherzogl.  Hoftheater:  1.  Gtötterd&mme- 
rung.  4.  Der  Troubadour.  8.  ündine.  13.  u.  29.  Die  Walküre. 
15.  Margarethe.  20.  Rienzi.  22.  u.  30.  Der  Gouverneur  von 
Tours  (C.  Beinecke).    25.  Das  Bheingold. 

Stuttgart.  K.  Hoftheater:  1.  Die  Jüdin.  4.  Die  Begi- 
mentstochter.  6.  Das  Nachtlager  von  Granada.  8.  Bienzi. 
12.  Cavalleria  rusticana.  15.  Die  Walküre.  20.  Wilhelm  Teil. 
22.  Lohengrin.  25.  Margarethe.  27.  Der  Postillon  von  Lon- 
jumeau.    29.  Der  Prophet. 

Aufgefflhrte  Novitäten. 

Berlioz  (H.),  j^Benvenuto  Cellini" -buvert.  (Danzig,  2.  Abonn.- 
Conc.  des  Hm.  Schumann.) 

«König  Lear"-Ouvert.   (Aachen,  2.  Stadt.  Abonn.-Conc.) 

Ouvert.  „Der  römische  Cameval".  (Dessau,  2.  Conc.  der 

Hofcap.) 
Brahms  (J.),  4.  Symph.    (Ebendaselbst.) 

Violinconc.   (Genf,  2.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater.) 

Ciavierquartett  Op.  60.    (London,  1.  Conc.  der  Musical 

Guild.) 
AmoU-Streichquart.      (Frankfurt  a.  M.,  Kammermusik 

der  Museumsgesellschaft  am  15.  Nov.) 
G  dur-Clav.-y iolinson.      (Osnabrück,  1.  Eammermusik- 

abend  der  HH.  Oeser  u.  Gen.) 
Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orchester.    (Aachen,  2.  StAdt. 

Abonn.-Conc.) 
Bronsart  (H.  v.),    Gmoll-Claviertrio.     (Carlsruhe,  2.  Conc. 

der  HH.  Reuss  u.  Gen.) 


9 


Bruch  (M.),  8.  Yiolinoonoert.  (Frankfnrt  a.  M.,  8.  Museums- 

conc.) 
„Achilleus*'  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester.     (M.-Gladbach, 

1.  Abonn.-Cono.  der  „Caecüia^.) 

Bungert  (A.),  Ciavierquart.  Op.  18.  (Hamburg,  Tonkünstler- 
ver.  am  7.  Nov.) 

Clarus  (M.),  „Die  Wacht  vorSamoa**  f.  Baritonsolo,  Männer- 
chor u.  Orch.  (Minden,  Oonc.  des  Männer-Gesangver.  am 
6.  Nov.) 

Dvof&k  (A.),  Cdur-Streichquart.  (Ghenf,  2.  Kammermusik  des 
Streichquart.  Stemberg  u.  des  Hm.  W.  Behber^.) 

Esdur-Streichquart.   (Bremen,  2.  Kammermusik  Brom- 

berger-Skalitzky.) 

Faur6  (G.),  Gmoll-Glavierquart.  (London,  Monday  Pop.  Conc. 
am  9.  Nov.) 

Gernsheim  (F.),  Fdur-Claviertrio.  (Genf,  2,  Kammermusik 
des  Streichquart.  Stemberg  u.  des  Hm.  W.  Behberg.) 

„Salamis*'  f.  Männerchor,  Baritonsolo  u.  Orch.  (Amster- 
dam, Festconc.  v.  Amstel's  Mannenkoor.) 

Goldmark  (C),  -Sakuntala^-Ouvert.  (Chemnitz,  1.  Abonn.- 
Conc.  der  städt.  Gap.) 

Grieg  (Edv.),    1.  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt".      (Danzig, 

2.  Abonn.-Conc.  des  Hm.  Schumann.) 

—  —  2.  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt",  Scenen  a.  „Olaf  Tryg- 
vason^  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  u.  „Vor  der  Klosterpforte" 
f.  Soli,  Frauenchor  u.  Orch.  (Christiania,  2.  Conc.  des 
Musikver.,  sowie  eig.  Conc.  des  Comp.) 

Kahn  (E.),  Ciavierquart.  Op.  14.  (Hamburg,  Tonkünstlerver. 
am  7.  Nov.) 

Kiel  (F.),  Streichquart.  Op.  58,  No.  2.  (Berlin,  I.  Kammer- 
musikabend der  HH.  Kruse  u.  Gen.) 

Klen^el  (J.).  HmoU-Clav.-Violoncellson.  (Glogau,  Conc.  der 
„Gesellschaft"  am  18.  Nov.) 

Krug  (Am.),  „Italienisches  Liederspiel"  f.  vier  Singstimmen 
m.  Clav.  (Berlin,  Conc.  des  Frl.  Nittschalk  am  15.  Nov.) 

Liszt  <F.),  FauBt-Sym^h.     (Leipzig,  2.  CJonc.  des  LiszIrVer.) 

„Orpheus".    (Mamz,  3.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 

„Tasse".    (Breslau,  7.  Sympü.-Conc.  der  Bresl.  Concert- 

capelle.) 

Lorenz  (J.),  DmoU-Messe  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Glogau, 
2.  Oonc.  der  Singakad.) 

Bheinberger  (J.),  davierquart.  Op.  38.  (Bristol,  l.«Pop. 
Chamber  Conc.  des  Frl.  Lock,  sowie  Classical  Chamber  Conc. 
des  Frl.  Eyre  am  1 2.  Nov.  Foiest  Hill,  Conc.  of  Cham- 
ber Musik  am  2.  Nov.) 

Conc.  f.  Org.  m.  Streichorch.  u.  drei  Hörnern.  (Glogau, 

Kirchenconc.  aes  evan^.  Kirchenchors  am  1.  Nov.) 

Amoll-Orgelson.  (WeissenstadtjWohlthätigkeitsconc.  des 

Hm.  Oechsler  a.  Erlangen.) 

„DsA  Thal  des  Espingo"   f.    Männerchor  u.  Orchester. 

(Amsterdam,  Festconc.  v.  Amstel's  Mannenkoor.) 

Bubinstein  (A.),  Amoll-Clav.-Yiolinson.  (Berlin,  1.  Kammer- 
musikabend V.  Gust.  u.  Ingeb.  Ezner  u.  F.  Espenhahn.) 

Schulz  (A.),  „Der  erste  Schnee"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch. 
(Minden.  Conc.  des  Mäimer-Gesanj^er.  am  5.  Nov.) 

Sin  ding  (Cur.),  Clavierquint.  (Frankmrt  a.  M.,  2.  Kammer- 
musikabend der  Museumsgesellschafb.) 

Strauss  (B.),  Tondicht.  „Tod  und  Verklärung".  (Frankfurt 
a.  M.,  8.  Museumsconc.) 

Tinel  (Edg.),  „Franciscus"  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester.  (Cöln, 
2.  Gürzenichconc.) 

Tscha'ikowsky  (P.),  B moll-Clavierconc.  (Berlin,  3.  Phil- 
harm. Conc,  sowie  Conc.  des  Hm.  v.  Sliwinski  am 
26.  Nov.) 

Volkmann  (B.),  2.  Symph.  (Danzig,  2.  Abonn.-Conc.  des 
Hm.  Schumann.) 

GmoU-Streichquartett.  (Minden,  1.  Soiröe  f.  Kammer- 
musik.) 

Wagner  (B.),  „Meistersinger" -Vorspiel.  (Breslau,  7.  Symph.- 
Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 

Kaiser-Marsch.    (Leipzig,  2.  Conc.  des  Liszt- Ver.) 

Zuschneid  (C),  Deutsches  Liederfest- Vorspiel  f.  Orch.  mit 
Schlusschor.  (Minden,  Conc.  des  Männer-Gesangver.  am 
5.  Nov.)  . 


^Musikalien-  und  BQohermarIct. 

Eingetroffen: 

Bazzini,  A^  Streichquartette  No.  4,  Op.  79,  u.  No.  5,0p.  80. 
(Mainz,  B.  Schottes  Söhne.) 


Brahms,  J.,   Sechs  Quartette  f.  Sopr.,  Alt,  Ten.  u.  Bass  m. 

Clav.,  Op.  112.    (Leipzifij,  C.  P.  Feters.) 
Cornelius,  Peter,  „Der  Cid",  Ivrisches  Drama  in  drei  Auf- 
zügen.   (München,  Jos.  Aibl.) 
Dvoi^&K,  Anton,  Bequiem  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester,  Op.  89. 

(London  und  New- York,  Novelle,  Ewer  &  Co.) 
Kistler,  C^rrül,  „Baldur's  Tod".    Musikdrama  in  drei  Acten. 

(Bad  Kissingen,  Verlag  der  „Tagesfrafi;en".) 
Kluffhardt,  August,  Symph.  in  Cmoll,  Op.  67.    (Leipzig  u. 

Baden-Baden,  Constantin  Wild's  Verlag.) 
Krause,   EmiL   Praktische  Clavierschule  für  Lehrende  und 

Lernende,  Op.  70.    (Hamburg,  D.  Bahter.) 
Bitter,   Alexander,    „Wem  die  Krone",  Oper  in  einem  Act. 

(München,  Jos.  Aibl.) 
Schumann,  Bobert,  4.  Symph.,  Op.  120.    Erste  Bearbeit.  a. 

dem  Jahre  1841,  herausgegeben  v.  F.  Wüllner.   (Leipzig, 

Breitkopf  &  Härtel.) 
Strauss,  Bichard,  Tondicht.  „Macbeth"  f.  Orch.    (München, 

Jos.  Aibl.) 
Zeleiiski,  Ladislaus,  Streich quart.  Op.  42.    (Breslau,  Julius 

Hainauer.) 

* 

Arend,  Max,  Die  Schlüssel-  und  Transpositions-Lehre  in  der 
Musik.    (Basel,  Schweizerische  Verlags-Druckerei.) 

Briefwechsel  zwischen  Felix  Mendelssohn  Bartholdy  und  Julius 
Schubring;  zugleich  ein  Beitrag  zur  Geschichte  und  Theorie 
des  Oratoriums.     (Leipzig,  Duncker  &  Humblot.) 

Dwelshauvers-Dery,  Dr.  F.  V.,  Die  „Cavalleria rusticana" 
und  ihre  Bedeutung  fiir  Deutschland.  Elritische  Aus- 
einandersetzung. (I^pzig  und  Baden-Baden,  Constantin 
Wild's  Verlag.) 

Gerhard,  C,  Ludwig  van  Beethoven  in  seinen  Beziehungen 
zu  berühmten  Musikern  und  Dichtem.  (Dresden-N., 
Oskar  Damm.) 

Kirchenmusikalisches  Jahrbuch  fUr  das  Jahr  1892.  Herausgegeben 
von  Dr.  Fr.  X.  Haberl.    (Begensburg^  Friedrich  Pustet.) 

Krause,  Emil,  Die  Entwickeking  des  einstimmigen  Liedes 
am  Ciavier  und  dessen  Abarten.    (Hamburg,  C.  Boysen.) 

Johannes   Brahms   in   seinen   Werken.    Eine   Studie. 

(Hamburg,  Lucas  Gräfe  &  SiUem.) 

La  Mara,  Classisches  und  Bomantisches  aus  der  Ton  weit. 
(Leipzig,  Breitkopf  A  Härtel.) 

Pudor,  Dr.  Heinrich,  Die  alten  und  die  neuen  Wege  der 
Musik  nebst  einem  Vorwort.    (Dresden-N.,  Oskar  Damm.) 

Schneider,  PauL  Ueber  das  Darstellungsvermögen  der  Mu- 
sik. Eine  Untersuchung  an  der  Hand  von  Prof.  Ed. 
Hanslick's  Buch  „Vom  Musikalisch-Schönen".  (Oppeln  u. 
Leipzig,  Eugen  Franck*s  Buchh.  [G^rg  Maske].) 

Zellner,  L.  A.,  Vorträge  über  Akustik.  Gehalten  am  Conser- 
vatorium  der  Musikfreunde  in  Wien.  (Wien,  Pest  und 
Leipzig,  A.  Hartleben*s  Verlag.) 

Vermisohte  Mittheiiimgen  und  Notizen. 

*  Der  Porees'sche  Gesangverein  zu  München 
brachte  am  15.  Dec.  zum  zweiten  Mal  in  diesem  Jahr  Ber- 
lioz'  gewaltige  „Verdammung  des  Faust"  zur  Aufführung 
und  erregte  mit  derselben  eine  noch  grössere  Begeisterung, 
als  bei  der  Wiedergabe  im  v.  Mai.  Zumal  am  Schluss  des 
Werkes  wollte  der  Beifall  kein  Ende  nehmen  und  mussten 
der  ausgezeichnete  und  hochverdiente  Diri^^t  Hr.  Borges  und 
die  Solisten  (Hr.  Vogl,  Frau  Hieber  etc.)  immer  von  x^euem 
zur  Entgegennahme  der  Dankeebezeugungen  hervortreten. 

*  Wie  kürzlich  in  der  deutschen  Beichshauptstadt  die 
beiden  neuesten  Kammermusikwerke  von  Joh.  Brahms,  so 
haben  zwei  Tage  später  in  der  englischen  Metropole  London 
auch  mehrere  Nummern  aus  des  Meisters  kürzlich  als  Op.  112 
im  Druck  erschienenen  Gesang^quartetten  mit  Clavierbe- 
gleitung,  au%eftihrt im  MondayPopular  Concert  am  14.  Dec., 
eine  begeisterte  Aufnahme  gefunaen,  ja  Zweie  der  Zigeu- 
nerlieder mussten  sofort  da  capo  gesungen  werden. 

*  Mit  einer  Aufführung  von  Händel's  „Messias"  beging 
ktlrzlich  der  Oratorienverein  zu  Augsburg  das  2&jährige 
Jubiläum  seines  Bestehens  und  der  Thätigkeit  des  Hrn.  Dr. 
Schletterer  als  seines  Dirigenten. 

*  In  Buenos-Ayres  soll  ein  neues,  6000  Personen  fas- 
sendes Theater  erbaut  werden,  welches  an  Grossartigkeit  alles 
Dagewesene  übertreffen  soll. 


10 


*  Die  italienisohen  Journale  best&tigen  die  Thateache, 
das8  der  Gomponist  Baron  Franchetti  das  Branetti- 
Theater  in  Bologna  erworben  habe,  um,  nach  einer  gründ- 
lichen Wiederhers^Uung  desselben,  „grossartige''  Yorstellun- 
gen  daselbst  zu  veranstalten. 

*  Im  Hoftheater  zu  Wien  kamen  Ende  y.  Woche  als 
Beschluss  der  Mozart-Feier  die  Jugendwerke  ddS  Gomponisten 
„Bastien  und  Bastienne**  und  „Die  (Gärtnerin"  zur  Dar- 
stellung. 

*  In  Turin  ist  unlängst  die  „Walküre"  von  Wagner 
erstmalig  mit  grossartieem  Erfolg  in  Scene  gegangen;  ganz 
besonders  enthusiastisch  wurde  der    .  Auizug  aufgenommen. 

*  Im  Theater  zu  Montpellier  bereitet  man  die  Auffüh- 
rung des  „Lohengrin^^  vor. —  Li  Toulouse  ist  die  gleiche 
Oper  wieder  aufgenommen  worder. 

*  Die  im  Monnaie-Theater  zu  Brüssel  kürzlich  gegebene 
komische  Oper  „Barbeiine*  von  Saint-Quentin  hat,  ob- 
gleich graziös  und  mit  einzelnen  hübschen  Sachen  ausge- 
stattet,  das  Publicum  doch  kühl  gelassen. 

*  Im  französischen  Theater  im  Haa^  hat  F.  A.  Ge- 
vaert*s  Oper  „Quentin  Durward"  neulich  emen  grossartigen 
Erfolg  davongetrskgen. 

*  In  Madrid  v/urde  eine  neue  Oper  „El  Fantasma  de 
fuego"  mit  der  liebenswürdigen  und  graziösen  Musik  von 
Femandez  Caballero,  einem  der  angesehensten  Musiker 
Spaniens,  gegeben. 


Mossager*s  Oper  „La  Basoche"  gelangte  am  SO.  Dec. 
in  Hannover  zur  J?remiöre  und  wurde  günstig  aufjge- 
nommen. 

*  Frau  Amalie  Joachim  wird,  sich  im  n.  Frühjahr  zu 
einer  Concertreise  nach  Amerika  begeben  \md  dort,  wie  es 
heisst,  ihre  öffenüiche  Th&tigkeit  als  Sängerin  beschliessen. 
—  Ein  Gleiches  soll  Hr.  Anton  Rubinstein  betr.  seiner  pia- 
nistischen Laufbahn  planen.  Er  beabsichtige,  wie  man  mel- 
det, derselben  während  der  Ohicagoer  Weltausstellung  defini- 
tiv ein  Ende  setzen. 

*  Hr.  Bernhard  Stavenhagen,  der  ausgezeichnete  Pia- 
nist, und  seine  Göttin,  die  trefirliche  Sängerin  Frau  Denis- 
Stavenhagen.  haben  kürzlich  eine  ruhmgekrönte  Concert- 
toum6e  in  England  und  Schottland  absolvirt. 

*  Die  italienische  Frentano- Akademie  hat  der  dramatischen 
Sängerin  Frl.  Scherenberg  in  Stettin  die  goldene  Medaille 
fiir  Kunst  und  Wissenschaft  verliehen. 

*  Der  französische  Glaviermeister  Marmontel  ist  vom 
König  von  Rumänien  zum  Commandeur  des  Ordens  der  ru- 
mänischen Krone  ernannt  worden. 

Todtenliste,  Zimmermann,  köni^l. Gonoertmeister  a. D.| 
t,  82  Jahre  alt^  kürzlich  in  Steglitz  bei  Berlin.  —  Giovanni 
Fiori,  komiscner  Bass,  welcher  auf  den  hervorragendsten 
italienischen  Bühnen  eine  glänzende  Laufbahn  eingeschlagen 
hatte,  t»  78  Jahre  alt,  in  Mailand.  —  Abbö  Felix  Co  Hin, 
Director  des  Kirchenchors  der  Kathedrale  Saint-Brieuc  und 
der  Capelle  Saint-Guillaume,  Componist  geistlicher  Werke,  f 
in  vorgerückten  Jahren. 


Kritischer  Anhang. 


Tl  eodor  Mailer-Reuter.  Fünf  Ciavierstücke,  Op.  6.  Dres- 
den, L.  HofiParth. 
An  diesen  Sachen  ist  vor  Allem  das  Bemühen  ihres 
Schöpfers,  dem  Gewöhnlichen  aus  dem  Wege  zu  gehen,  und 
um  eine  noblere  Ausdrucksweise  ersichtlich  und  anerkennens- 
werth.  Louis  Bödecker. 


Wm.  H.  Shepwood.    Allegro  patetico,  Op.  12.    Leipzig  und 
Hamburg,  Fritz  Schuberth  jun. 

Von  erhabenem  Charakter  ist  dieses  Allegro  nicht,  viel- 
mehr zeigt  es  sich  als  freundlich  und  graziös. 

Louis  Bödecker. 


Brie  f*l£  a.  s  t  e  n« 


Dr.  Rob,  F,  in  H,  a,  S.  Eine  Veröfifentlichung  Ihrer  ge- 
schätzten Einsendung"  „Zum  Capitel  der  Nachempfindung" 
war  aus  rein  technischen  und  zeitlichen  Gründen  in  der  vor- 
liegenden No.  nicht  möglich,  dafür  wird  der  Abdruck  voU- 
ständie^  in  nächster  Woche  erfolgen. 

IV,  IC,  m  B.  Der  uns  von  Ihnen  zugesandte  Artikel 
gegen  die  Concertagentur  H.  W.  wurde  uns  bereits  von  zwei 
anderen  Seiten  mit  dem  Wunsche  um  Abdruck  übermittelt. 
Leider  fehlt  uns  gegenwärtig  hierzu  der  nöthige  Raum,  je- 


doch gedenken  wir,  den  Artikel  bei  dem  Interesse,  welches  die 
in  demselben  mit  Recht  bekämpften  Zustände  und  Verhält- 
nisse übersJl  erregen  müssen,  demnächst  auszugsweise  mitzu- 
theilen. 

G.  E,  in  L,  Wenn  jener  „allerhand  Musik,  erhaben  über 
der  Kritik"  enthaltende  Verlagskatalog  das  Jahr  1761  als 
Gründungsjahr  der  Firma  angibt,  so  ist  dieser  Irrthum  jeden- 
falls kein  absichtlicher,  sondern  nur  auf  ein  Versehen  des 
betr.  Xylographen  zurückzuführen. 


AuBelffoii' 


Flttg^el-  und  Planlno-Fabrlkant. 


Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutschland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 

I.  Fabrik:    6—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  i  k :    21  Grünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
in.  Fabrik:    124  Reich enberger-Strasse. 


445  OxfOFd-Str. 


:Oerliii  ]>jr. 

5—7  Johannis-Str. 


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Conipositionen 

für  Pianof orte 


von 


Joseph  Lamberg. 


Op.  10. 


Op.  11. 


Op.  12. 


Op.  13. 

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Mazurka  et  Valse  grotesque. 

No.  1.     Mazurka jH  1,20 

No.  2.     Valse  grotesque   ,     ,     .     ,  Ji  1,20 
S^r^nade  et  Valse-Caprice. 

No.  1.     S^r^nade ,  jH  1,20 

No.  2.     Valse-Caprice .^1,20 

Nippes.  Suite  de  petits  morceaux  en 

forme  de  danse Jt  3, — 

(4)  Bizzarreries Jt  2, — 


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Quittung  und  Danic. 


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Verein  in  Leipzig  28  ^  70  y^.  Smolian  in  Carlsruhe  6  Ji 
F.  Ernst  in  Leipzig  2  A.  Dr.  D. 


für  Soli  und  Franenclior  mit  Clavierbegleitung. 

Grosse,  lieais,  Op.  72.  Das  Frühllngsklnd.  Ein  Mär- 
chen von  den  vier  Jahreszeiten  von  Marie  Meissner. 
Für  zweistimmigen  Chor  (Sopran  und  Alt),  Soli  (Sopran 
und  Alt)  und  verbindende  Dedamation.  Ciavierauszug 
mit  Text  «^  8, — .  Solostimmen  60  /^,  Chorstimmen  (jede 
einzelne  50  /^)  ,S  1,—.  Vollständiges  Textbuch  n.  80  4&. 
Text  der  G^esänge  n.  10  z^, 

Hammel,  Ferdmand,  Op.  66.  Die  Naiaden.  Märchen- 
Dichtung  (frei  nach  L.  Bechstein's  Märcnen  ,,Der  Docken- 
teich'') von  Albert  Schaefer.  Für  vier  Solostimmen 
(Sopran,  Alt,  Tenor  oder  Sopran,  Bariton  oder  Mezzo- 
sopran), weiblichen  Chor  und  verbindende  Dedamation. 
Ciavierauszug  mit  Text  Ji  7,50.  Solostimmen  complet 
Ji  1,60.  Chorstimmen  (jede  einzelne  70  y^)  JH  2,10.  Voll- 
ständig!^ Textbuch  n.  60  /ij.    Text  der  Gesänge  n.  10  /ij. 

Hüllcr,  jUermaim,  Op.  8.  König  Goldner.  Märchen- 
Dichtung.  Für  Soli  (Sopran  und  Alt  oder  Bariton),  drei- 
stimmigen Frauenchor  und  Pianofortebegleitun^  mit  ver- 
bindender Dedamation  und  unter  Berücksichtigung  der 
Stimmenverhältnisse  jugendlicher  Sänger.  Ciavierpartitur 
Ji  5,~.  Solostimmen  60  ^,  Chorstimmen  Ji  2,40.  Voll- 
ständiges Textbuch  n.  60  ^.  Text  der  Gesänge  n.  10  y^. 
(NB.  Dieses  Werk  erschien  auch  für  gemischten  Chor.) 

S^toeckert,  Hermann,  Op.  11.  Feenwalten.  Märchen- 
Dichtung  für  Sopransolo,  areistimmigen  Chor  (2  Soprane 
und  Alt)  und  Ciavier  mit  Dialog  und  scenischer  Dar- 
stellung (oder  mit  verbindender  Dedamation)  und  mit 
lebenden  Bildern  (ad  Hb.).  Ciavierauszug  Ji  6,60.  Chor- 
stimmen, das  Solo  mit  enthaltend  (jede  einzelne  80  yij) 
Jt  2,40.  Text-  und  Begiebuch  n.  Jü  1,—.  Text  der  Ge- 
sänge n.  10  .ij.  [7.] 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Siegers  UusikaUenhandlnng 
(B.  Linnemann). 


Soeben  erschien: 

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Schule  der  Geläufigkeit. 

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versehen  von  £■  PMiei*« 

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Leipzig,  December  1891.  [8.] 

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Singstimmen  (&  J6  1,26.)  Ji  6,—. 

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HL  fienf  (Bobweil),  [16— ■] 

Conoert-Vertretung : 


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Concert-n.0rat«rieii8äng«r fTen»r).  neb] 

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Anna  Münch, 

CoDcert-  HDd  OratoriensäBgerin  (Sopran). 

Leipzig,  Branstrasae  8 III.  [19».] 

Goncert-Vert  retung  Herrn.  WolfT.  Berlin,  Am  Carlsbad  10. 

Tollständige  Ansbildgng  fflr  Oper  n.  tacert 

Ensemble- Debnngen.     Rollenstndinm. 
Von  mir  ausgebildete  Schüler:   Magdalena  Jahne,  Selma 
Schoder,  Carl  Soheidemantel  n.  A.  m.  [30—.] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

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Anfang  Januar  1892    erscheint   in  unserem  Verlage: 

Max  Bruch, 

Op.  59. 

F-a.zif  Xjlecier  f-ü.r  Bariton 

compl.  Jl  3, — .netto.  pla.] 

No.  1.    Um  Mitternacht.    M  1,86. 
(  Mo.  S.    Kophtisches  Lied.  l       „  , 


Hermann  Gausche 

(Bariton),  riöb.i 

SehUer  Stoekhi 


Zweitee  Eophtischee  Lied, 
f  No.  4.    Die  Auswanderer  (I.    Flucht). 
~-     ■  -      r  (H.  r  ■■ 


Jl  a,86. 


t  No.  6.     Die  Auswanderer  (ü.  Heimathbild.  . 

Sehott  ft'6res,BrUssel.-0ttoJunne,Leipzig.^ 


empfiehlt  sich  den  verehrl.  Concertdirectionen. 

Berlin,  Gnevkow  &  Stemberg. 

Eigene  Adresse:  Creuznach,  Villa  Ehlsheimer. 

"^Villielm  I*0(S(se, 

tiilH-  luiBiiiilcu  nid  Lelugi  dsi  Harlt  u  du  ttilil.  Hockicknlo  Hl  lult 
BerllB.   H.  W.    Honutr.  ».  (17q.] 

Drook  von  C.  O.  f 


Keuer  Verlag  von  1 
'Werner,  Aiur.,  Op.  49. 

gleitung  des  Pianoforte. 


.  W.  Frltzsoh  In  Leipzig. 
Qavott«  tfa  Violonoell  mit  Be- 
Jf  2,-.  [28.] 


Leipzig,  am  7.  Januar  ldd2. 


fiiiGh  linatiicti  mi;  msi- 
ui  lultaUealiaiiliaiipii,  lowle 
urEb  alle  Mänui 


Ftl  All  KllttalilCtl  WKtHliltt 

uiiinunie  znseuilauiei  ini  u 
EeilaciBu  II  adiitiiia 


^I^J^       för  Musiker  jmdjrusikfreunde.         ^/j^ 

Y  yerantwortlicher  Redacteur  und  Verl^en  ^ß 


yerantwortlicher  Redacteur  und  Verl^en 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


Der  Äbonnemontcbetrag 
mer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
TVfii        ■    1.         T        directer  Irankirter  üreuzbandsendunE  treten  naciuteneniie  vierteljährliche  Ahonnemente- 
aUIL      JjLDrS.  E"^'»^  '"  ^^^^'^■-  2  Hark  50  Pf.  fQr  dai  Dentache  Reich  und  Oesterreich.  —  2  Mark  75  Pf.      \Xuf.    O 

~  J         für  weitere   Lander  dea  Allgemeinen  PoBtrereins.  —   Jahreaabonnementa  werden  nutet       yWtt   U\ 
ZuKnindeleKnns  vorstehander  BeEDgabedinRun^en  berechnet. 
Die  InaertioneKebühreD  mr  den  Raum  einer  geapoltenen  Febtzeile  betragen  90  Pfennige. 

Inhalt:  Du  Lied  von  den  sieben  Wortsn  dea  Eridaers  am  KreoEe.  Van  Dr.  Pater  Dmffel.  (Portagtiiiiig,)  —  Kritik:  Robert  Schwalm,  „Franenlob". 
Oper,  Cyrill  Kirtlar,  „KnIenapiegBl",  KomBdiB,  und  A I  Bland  er  Mtter,  „Wem  die  Krone  ?",  Oper.— Blograpbisoliea:  Bafael  Maaekowaki.  (Sohliifla.J 
~  TageseeaotüDlite:  Masilibriefe  aiia  Frankfnrt  a.  U.  (Fortaetaung)  und  Wien  (FoTisetzangl.  —  Berlebte.  —  ConoeTtumaobaii.  —  EnKagemaat« 
nnd  OaatapielB  in  Oper  und  Concert.  —  Kirehenmiuik.  —  OpemaofKlinuigeii.  —  Vormlaohte  Hlttheilimsen  und  NotiEen.  —  Offener 
Spraoluaal.  —  Brietkaaten.  —  Anzeigen. 


Das  Lied  von  den  sieben  Worten  des  EriOsers 
am  Kreuze. 

Von  Dr.  Peter  DrufTel. 

(Fortsetaniig.) 

Erst  in  dem  1567  gedmcktenGcsangbuche  Leisen- 
trit'fl  (k.)  treffen  wir  anf  naclifolgonde  Melodie: 


No.  76. 
(Mel  I  Da  Jeius  an  dem  Jtreuze  stund.} 


uerWor-te    Got  -  tea-kraft  Michtief  cu  Her-ien  faa-ien. 


Gesang-  und  Gebetbuch  für  die  Diöcese  Trier  (vc 
M.  Hermesdorff),     Trier  1872,  Fr.  Lintz. 
No.  59. 
Die  sieben  Worte  am  Krenie. 


Von  weniger^  Abweicbangen  abgesehen ,  erkennen 
wir  diese  Melodie  sofort  als  diejenige,  in  welcher  das 
Lied  aoch  beute  noch  geaungen  wird,  nAmlich: 

Evangelisches  Gesangbuch,  herausgegeben  nach  den 
Beschlüssen  der  Synoden  von  Jülich,  Cleve,  Berg  und 
'  von  der  Grafschaft  Mark.  Elberfeld,  Sam.  Lucas. 


14 


Psälterlein.     Katholisches  Gebet-  und  Gesangbuch. 
Begensbnrg,  1891.     Fr.  Fastet. 

No.  62. 
Die  sieben  Worte  Christi  am  Kreuze. 


Da    Je  -  8U8  Christ  am  Kreu-ie  hing,  Und  ihn  des  Ster-bens 


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Not   um -fing  Mit      bit- ter- li-chen    Schmer-zens  Die 


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sie  -  ben  Wort',    die       er      da  sprach 


,  Se- 


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trachf    in 


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2 


E^^ 


g   J 


I 


dei-nem     Her  -   zen. 


(Folgen  8  St) 


Fast  derselben  Melodie  begegnen  wir  schon  in  zwei 
älteren  evangelischen  Gesangbüchern,  nur  zu  anderen 
Texten: 


Gesangbuch  yon  Valentin  Babst.    1545. 


^ziiiriz^---?^"-^^" 


In    dich  hab  ich     ge  -  hof- fet  Herr,      hilff  das    ich 


ÄS 


^      ^"~?" 


:.^; 


^=3:^: 


$^!^ 


nicht  zu  schänden  werd,    noch    e-wig-lichzu   spot- te, 


>-^' 


:i^=: 


ä 


3^:= 


das  bitt  ich   dich,  er  -  hal  -  te   mich       in    dei  -  ner 


S 


^»--»— ^ 


^ 


trew  Herr  Got  -'  te. 


Gesangbuch  von  Valentin  jTriller.     1555  f(bezhsw.  1559). 
Von  dem  Evangelium  Luce  XIV.*) 

Auff  die  Noten  Von  den  sieben  Worten  Christi. 


Ä 


3M^.- 


3^— - 


3r-Z=r=2*E: 


Es      war    ein -mal  ein    gros-ser  Herr,    der  schickt  inn  al- 


^^"^^-^ 


:-^=3^ 


^=^-: 


^\     4  "- 


le  landtgarferr,     lies  jhm   ein  Volk  ein  -  la  -  den,      zu 


-: — ^ 


ei- nem  gar   kost -li- eben  mall,  aus  lieb  vnd    laut-ter 


3Me: 


I 


gna  -  den. 

*)  Homo  quidam  fecit  ooenam  magnam:  et  vocavit  mul- 
to6.  Et  misit  servum  sunm  hora  coenae  dicere  invitatis,  ut 
venixent:  quia  jam  parata  sunt  omnia.    Etc. 


Die  bisher  mitgetheilten  Melodien —  besonders  aber 
die  erste  mit  dem  ausdrücklichen  Zusätze  „im  alten  Tone*', 
sowie  die  letzte  mit  der  Angabe  »auf  die  Noten:  Von 
den  sieben  Worten  Christi**  —  gestatten  den  Schluss, 
dass  die  heute  noch  gesungene  Melodie  unseres  Lie- 
des eine  sehr  alte  ist  und  von  altersher  zu  den  Wor- 
ten des  Liedes  ,,Da  Jesus  an  dem  E^reuze  stund**  ge- 
sungen worden  ist 

(Fortsetzung  folgt) 


Kritik. 

Neue  Bühnenwerke. 

Robert  Schwalm.     „Frauenlob**.    Oper  in  4  Aufeügen. 

Mainz,  B.  Schott's  Söhne. 
Cyrill  Kistler.      „Eulenspiegel**.     Komödie  in  2  Acten. 

Kissingen,  Verlag  der  „Musikalischen  Tagesfragen**. 
Alexander  Ritter.     „Wem  die  Krone?**    Oper  in  1  Act. 

München,  Jos.  Aibl. 

Ein  besserer  Musiker  und  eine  liebenswürdigere  Per- 
sönlichkeit —  wenn  auch  kein  wahrhaft  schöpferischer 
Geist  und  kein  Dramatiker  —  tritt  uns  aus  Robert  Schwalm's 
ohne  Vorwort  veröffentlichter  Oper  „Frauenlob**  entgegen, 
und  wenn  wir  die  Musik  dieses  Werkes  im  Allgemeinen 
wohl  mit  Fug  und  Recht  als  sogenannte  Capellmeistermusik, 
und  zwar  vorwiegend  als  „altdeutsche  Capellmeistermusik** 
bezeichnen  müssen,  so  dufteten  uns  aus  derselben  doch 
manche  lieblich  anmuthvoUe  Melodienblüthen  entgegen, 
welche  uns  eine  Aufführung  des  „Frauenlob**  überall  da, 
wo  far  den  Titelhelden  des  Werkes  oder  fär  den  Gom- 
ponisten  oder  den  Verfasser  des  Librettos,  Hm.  Wilhelm 
Jacoby,  Sympathien  vorhanden  sind,  wohlberechtigt  er- 
scheinen lassen  würden. 

Wir  .gelangen  nun  zur  Besprechung  der  Bühnenwerke 
von  Kistler  und  Ritter,  welche  Beide  Das  miteinander  ge- 
meinsam haben,  dass  sie  musikalisch  vielfach  an  Wagner 
anknüpfen  und  dem  siegreichen  Vorgange  Wagner^s  auch 
darin  Folge  leisten,  dass  ihre  Autoren  als  Wort-  und  Ton- 
dichter zugleich  in  die  Schranken  treten.  Als  das  musi- 
kalisch werth vollere  —  weil  selbständiger  und  in  grösserem 
Flusse  concipirte  Werk — erscheint  uns  Kistler's  Komödie 
„Eulenspiegel**,  die  bei  guter  Besetzung  der  schwierigen 
Titelpartie  und  der  übrigen  drei  in  Betracht  kommenden 
Rollen  trotz  mancher  Albernheiten  des  Sujets  und  der 
vielen  bedauerlichen  Absurditäten  der  Diction  unserer  An- 
sicht nach  überall  willkommen  geheissen  werden  dürfte. 
Die  in  ihrem  recht  polyphonen  Gefüge  durchweg  eine 
sehr  geschickte  Hand  verrathende  Musik,  die  bisweilen, 
so  namentlich  im  Vorspiele,  in  durchaus  statthafter  humor- 
voller Weise  nach  älteren  Vorbildern  zurückgreift,  zeichnet 
sich  durch  eine  heutzutage  immer  seltener  werdende 
Frische  und  Stetigkeit  aus,  lässt  den  Hörer  dabei  an 
wirklich  hübschen  musikalischen  Gedanken  nicht  zu  kurz 
kommen  und  illustrirt  die  drastischen  Vorgänge  der  Hand- 
lung in  wirksamster  Weise.  Dabei  smd  cUe  Singstimmen 
sinngemäss  und  wirkungsvoll  behandelt,  und  das  beglei- 
tende Orchester  dürfte  bei  guter  Instrumentation  —  eine 
Partitur  haben  wir  leider  nicht  einsehen  können  —  dem 
Musiker  vieles  Interesse  abgewinnen.  An  der  Diction 
liesse  sich  ja  wohl  Manches  leicht  verbessern,  und  jede 
Bühne,    welche    in    ihrem  Opempersonale   die  für  dieses 


16 


Werk  erforderlichen  humoryollen  und  gewandten  dar- 
stellenden Künstler  besitzt,  dürfte  mit  der  Vorfübrong 
dieser  übermütbigen  deutschen  Oesangskomödie  einen  be- 
deutenden Erfolg  erzielen. 

Alexander  Ritter's  einactige  Oper  „Wem  die  Krone ?^ 
zeichnet  sich  zunächst  durch  ein  fein  ersonnenes  und  in 
seinen  mehrfach  geradezu  actuell  wirkenden  Momenten  sehr 
wirksames  Sujet  aus,  welches  jedoch  häufig  durch  eine 
ungeschickte  und  in  läppischen  Wortwitzen  und  trivialen 
Redensarten  schwelgende  Behandlung  der  Sprache  ge- 
schädigt wird.  Die  Musik  entbehrt  im  Allgemeinen  nicht 
eines  grossen  und  stimmungsvollen  Zuges,  erscheint 
jedoch  überall  da  am  bedeutendsten,  wo  sie  sich  in  bedenk- 
licher Weise  den  Ausdrucksformen  Wagner's  nähert,  was 
übrigens  mit  Ausnahme  weniger  Scenen  überall  der  Fall 
ist.  Jedenfalls  sind  die  ganz  recht  Bitter^schen  Partien 
der  Musik  die  erfindungsärmeren,  und  volle  Schönheit 
strahlt  uns  da  entgegen,  wo  Heinrich  in  seiner  grossen, 
auch  in  der  Dichtung  bedeutenden  Erzählung  vollständig 
zum  „ Meistersinger '^  wird.  Wir  gestehen  ganz  ehrlich  zu, 
dass  wir  diesem  Werke  vielleicht  nicht  ganz  unparteilich 
gegenüberstehen;  aber  wir  konnten  uns  von  der  Forderung 
nicht  lossagen,  dass  der  Mann,  der  vor  Kurzem  in  einer 
allerdings  witzigen,  aber  unwissenschaftlich  frivolen  Ab- 
handlung über  das  „Spanisch-Schöne"  sich  als  einen  ge- 
waltigen Sprachkenner  aufspielte,  nun  den  Beweis  zu  er- 
bringen hätte,  dass  er  selbst  seine  Muttersprache  wenig- 
stens —  wir  meinen  hier  speciell  die  musikalische  —  mit 
vollendeter  Fertigkeit  und  in  ausdrucksvollster  Schönheit 
selbständig  zu  gebrauchen  vermöge.  Nun  aber  mussten 
wir  aus  diesem  „Ritterlich-Deutschen"  ersehen,  wie  dem 
grossen  Sprachgelehrten  überall  da,  wo  es  galt.  Bedeu- 
tendes zu  sagen,  der  rechte  Ausdruck  fehlte  und  er  zu 
mehr  oder  minder  genauen  Citaten  aus  den  allerdings  ur- 
deutschen Werken  des  auf  diesem  Gebiete  allergrössten 
Sprachmeisters  seine  Zuflucht  nehmen  musste.  Mag  daher 
Ritter's  immerhin  gross  angelegtes  und  zeitgemässes  Opern- 
werk bei  seinen  voraussichtlich  vielfach  bevorstehenden 
Aufführungen  überall  beifällige  Aufiiahme  finden,  wir 
halten  es  für  unsere  Pflicht,  öffentlich  zu  constatiren,  dass 
Ritter  dem  von  ihm  in  seiner  vollberechtigten  Eigenart 
nicht  verstandenen  und  daher  mit  Unrecht  geschmähten 
„Spanisch-Schönen"  mit  seiner  einactigen  Oper  „Wem 
die  Krone?"  ein  nur  anempfundenes  und  schon  darum 
unbedeutenderes  „Deutsch-Schönes"  gegenüberzustellen 
vermocht  hat.  Arthur  Smolian. 


Biographisches. 

Rafaei  Maszkowski. 

(Schluss.) 

So  Bedeutendes  indessen  Maszkowski  in  Coblenz  mit 
den  geringen  Mitteln,  die  ihm  zu  Gebote  standen,  auch 
leisten  mochte,  so  gelangte  doch  sein  Ruf  erst  seit  1883 
zu  weiterer  Verbreitung.  In  diesem  Jahre  veranstaltete 
er  zum  75jährigen  Jubiläum  des  Musikinstituts  zu  Cob- 
lenz ein  grosses  Musikfest,  das  zwei  Tage  währte,  und 
an  welchem  sich  die  ersten  Gesangvereine  der  Rhein- 
provinz betheiligten.  Schon  aus  der  Thatsache,  dass 
Brahms  und  Joachim  dabei  mitwirkten,  lässt  sich  ersehen, 
dass  das  Fest  in  grossem  Stile  arrangirt  war,  Maszkowski's 


Bemühungen  blieben  abSr  auch  nicht  unbelohnt  Von 
allen  Berichterstattern  wurde  ihm  einstimmig  das  höchste 
Lob  als  genialem  Dirigenten  gezollt,  sein  Musikfest  als  ein 
den  grössten  Niederrheinischen  Festen  völlig  ebenbürtiges 
bezeichnet. 

Bereits  ein  Jahr  vorher  war  der  Vorstand  des  Bres- 
lauer Orchestervereins  durch  Brahms  auf  Maszkowski 
aufmerksam  gemacht  worden  und  hatte  an  ihn  den  Ruf 
ergehen  lassen,  als  Nachfolger  von  Bernhard  Scholz  nach 
Breslau  überzuziedeln.  Leider  kam  es  nicht  schon  da- 
mals zu  einem  festen  Engagement,  da  Maszkowski  zu 
Gunsten  des  sich  in  letzter  Stunde  bewerbenden  Meisters 
Max  Bruch  zurücktrat  Indessen  behielten  seitdem  die 
Breslauer  ihn  stets  im  Auge,  und  als  schliesslich  Bruch 
nach  achtjähriger  Wirksamkeit  im  vorigen  Jahre  Breslau 
wieder  verliess,  erg^g  abermals  an  Maszkowski  der  Ru^ 
die  Direction  der  Orchestervereins -Concerte  daselbst  zu 
übernehmen.  Maszkowski  kam  diesmal  wirklich,  sah 
recht  wenig  erfreuliche  Zustände  und  —  siegte  trotzdem 
gleich  im  ersten  Concerte  aufs  Glänzendste«  Nach  jeder 
Nummer  —  das  Programm  enthielt  Wagner's  „Meister- 
singer"-Vorspiel,  Liszt's  „Les  Pr^ludes"  und  die  „Eroica" 
von  Beethoven  —  wurde  der  Künstler  mehrmals  hervor- 
gerufen, um  den  jubelnden  Beifall  des  geradezu  ver- 
blüfften Publicums  entgegen  zu  nehmen,  während  der 
berühmte  Solist  des  Abends,  Emil  Götze  aus  Cöln,  sich 
mit  verhältnissmässig  bescheidenen  Ehrenbezeigungen  be- 
gnügen musste.  Dass  an  dieses  erste  Debüt  die  grössten 
Erwartungen  geknüpft  wurden,  war  natürlich.  Aber  wie 
hat  sie  Maszkowski  erfüllt,  ja  geradezu  überboten!  Jedes 
seiner  weiteren  Concerte  bedeutete  für  ihn  einen  Triumph, 
far  das  Publicum  ein  wahres  Fest  Von  den  Werken, 
die  er  bisher  in  Breslau  aufgeführt  hat,  das  Eine  oder  das 
Andere  als  besonders  gelungen  zu  bezeichnen,  ist  ganz 
unmöglich,  da  sie  alle  in  ihrer  Art  so  vollendet  wieder- 
gegeben wurden,  dass  man  meinen  mochte,  es  könne 
gar  nicht  anders  sein,  und  doch  wissen  die  Breslauer 
Musikfreunde  am  besten,  dass  es  früher  ganz  anders 
war,  hatten  sie  sich  doch  in  den  letzten  Jahren  daran 
gewöhnt,  recht  mittelmässige  Orchesterleistungen  hinzu- 
nehmen, ja  ein  nicht  geringer  Theil  war  schliesslich  den 
grossen  Concerten  überhaupt  fem  geblieben.  Wie  ge- 
waltig die  Frequenz  der  Concerte  unter  Maszkowski  zu- 
genommen hat,  mögen  Zahlen  beweisen.  Während  der 
Orchesterverein  unter  Bruch  in  den  letzten  Jahren  Defidts 
von  7000 — 8000  Mark  zu  decken  hatte*),  gelang  es 
Maszkowski,  bereits  im  ersten  Jahre  ein  Plus  von  über 
2000  Mark  zu  erzielen.  Ein  Dirigent,  der  solche  Wunder- 
thaten  verrichtet,  ist  selbstverständlich  ein  vielbegehrter 
Mann.  Das  sollten  die  Breslauer  nur  zu  bald  erfahren« 
Maszkowski  war  kaum  ein  Vierteljahr  da,  als  von  Frank- 
frirt  a.  M.  aus  der  Ruf  an  ihn  erging,  er  möge  als  Nachfolger 
des  in  den  Buhestand  tretenden  Professor  Müller  die  Direction 
der  berühmten  Museumsconcerte  übernehmen.  Eine  grosse 
Versuchung,  die  damit  an  unseren  Künstler  herantrat,  der, 
als  er  in  Coblenz  war,  sich  so  oft  gewünscht  hatte,  das 
herrliche  Frankfurter  Orchester  nur  ein  einziges  Mal  dirigiren 
zu  dürfen I  Trotzdem  lehnte  Maszkowski  ab:  ein  Schritt, 
den  er  hoffentlich  niemals  zu  bereuen  haben  wird. 

unter  den  lebenden  Dirigenten  hat  Maszkowski  die 
meiste  Aehnlichkeit  mit  Hans  v.  Bülow,  mit  welchem  er 

*  Durch  Anstellung  des  Hm.  Bruch  als  Vorsteher  einer 
der  Akademischen  Meisterschulen  für  Composition  in  Berlin 
ist  demselben  die  Gelegenheit,  Deficits  aLs  Dirigent  zu  machen , 
vorläufig  benommen.  D.  Bed. 


16 


auch  die  aufgeregte  Art  zu  dirigiren  gemein  hat.  Er  be- 
sitzt aber  auch  dessen  Oebeimniss,  seine  Zuhörer  unwider- 
stehlich mit  sich  fortzureissen  und  sie  zu  lautester  Be- 
geisterung anzufachen.  Und  das  Oeheimniss  selbst?  Nach 
Maszkowski's  eigenem  Ausspruch  besteht  es  in  folgendem 
Princip:  Das  Orchester  muss  die  Vorschriften  in  der 
Composition  sklavisch  erfüllen,  der  Dirigent  dagegen  muss 
Das  herausfinden  und  zum  natürlichen  Ausdruck  bringen, 
was  der  Gomponist  mit  Zeichen  nicht  ausdrücken  konnte. 
Dahin  gehören  die  fast  unmerklichen  Ritardandi,  Crescendi, 
Diminuendi,  Accelerandi,  die  an  gewissen  Stellen  ein  feiner 
Musiker  zumeist  unbewusst  anbringt,  obgleich  sie  der 
Gomponist  nicht  vorgeschrieben  hat,  entweder  weil  er 
fürchtete,  dass  jede  Vorschrift  leicht  zu  Uebertreibungen 
veranlassen  könne,  oder  weil  sie  ihm  selbst  bei  der  Com- 
position nicht  zum  Bewusstsein  kam.  Daher  erscheinen 
unter  Maszkowski's  Leitung  die  bekanntesten  älteren 
Werke  oft  wie  in  neuem  Oewande,  ohne  jedoch  deshalb 
irgend  welchen  befremdenden  Eindruck  zu  machen.  Aus 
dem  Gesagten  erklärt  sich  femer,  warum  Maszkowski  mit 
Brahms'  C  moU-Symphonie,  welche  doch  bekanntlich  für 
so  Viele  ein  Buch  mit  sieben  Siegeln  ist,  in  Coblenz 
einen  solchen  Enthusiasmus  erregen  konnte,  dass  er  in 
derselben  Saison  das  Werk  auf  Verlangen  wiederholen 
musste. 

Dagegen  dürfte  es  wohl  ein  ungelöstes  Bäthsel  bleiben, 
wie  es  möglich  war,  dass  dieser  bedeutende  Künstler  in 
seiner  bescheidenen  Stellung  in  Coblenz  20  volle  Jahre 
ausharren  musste,  ehe  es  ihm  gelang,  an  die  Spitze  eines 
seiner  würdigen  Kun^tinstituts  berufen  zu  werden.  Möge 
es  den  Breslauem  beschieden  sein,  den  Meisterdirigenten 
Rafael  Maszkowski  recht  lange  den  Ihrigen  nennen  zu 
dürfen!  Dr.  Johannes  Merkel« 


Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

Frankfurt  a.  M.,  im  December. 
(Fortsetzung.) 

Der  Anwesenheit  Joachim^s  verdankten  wir  auch  eine  unter 
Zuziehung  seiner  berühmten  Berliner  Kunstgenossen  de  Ahna, 
Wirth  und  Hausmann  veranstaltete  Quartett-Matin6e.  In 
Werken  von  Mozart  (Köchel  No.  465),  Brahms  (Op.  61,  No.  2) 
und  Beethoven  (Op.  130)  forderte  diese  unvergleichliche  Künst- 
ler-Vereinigung unsere  vollste  uneingeschränkteste  Bewunder- 
ung heraus.  Edler,  geistvoller,  klangschöner  können  diese 
herrlichen  Tondichtungen  unmöglich  zuG^hör  kommen,  und 
Joachim  stand  hier,  ohne  sich  vorzudr&ngen,  auf  der  vollen 
Höhe  seiner  Meisterschaft.  —  Nicht  minderen  JBeifall  fand  die 
Soci6t6  de  musique  de  chambre  pour  instruments  k  vent  aus 
Paris.  War  schon  die  Vorführung  so  selten  gehörter  Werke 
wie  Mozart'sEsdur-Quintett  (Köchel  462),  Schubert's  ilöten- 
Variationen  Op.  160,  der  Phantasie-Stücke  fiir  Clarinette  von 
Schumann  Op.  73,  der  Oboe-Sonate  von  Händel  in  Gmoll, 
des  Octetts  von  Gouvy  Op.  71  etc.  an  sich  ein  Verdienst,  so 
steigerte  sich  dieses  noch  durch  die  hervorragende  Kunst 
jedes  einzelnen  Mitwirkenden.  Namentlich  der  Flötist  Hr. 
Paul  Taffanel  imd  der  Oboer  Hr.  Georges  Gillet  dürften 
in  der  Welt  wohl  kaum  einen  Rivalen  finden.  Auch  der 
Pianist  Hr.  Louis  Di6mer  erfreute  sich  der  vollsten  Aner- 
kennung, wennschon  er  seinen  Landsmann  Plant6  nicht  er- 
reichen dürfte.  Er  ist  ein  vorzüglicher  Ensemblespieler  und 
verfügt  über  ein  piano  von  sehr  schöner  Klangwirkung,  sein 
forte  dagegen  ist  hart  und  reizlos.  Ob  der  Künstler  auch 
bedeutenderen,  Geist  und  Gemüth  mehr  in  Anspruch  nehmenden 
Aufgaben  (Bach  und  Beethoven)  gewachsen  ist,  lässt  sich  nach 


den  vorgeführten  Solo-Stücken  von  Bameau,  d*Aquin,  Chopin 
und  Liszt  (Ungarische  Rhapsodie  No.  11)  schwer  beurtheüen, 
wir  möchten  es  indessen  kaum  annehmen,  sein  Spiel  scheint 
mehr  nach  der  technischen  Seite  ausgebildet.  —  Die  drei  ersten 
Kammermusik -Soir6en  der  Museums -Gesellschaft  brachten 
ausser  Quartetten  von  Haydn,  Mozart,  Beethoven,  Schubert, 
Schumann  und  Brahms  als  Novitäten  Brahms'  Glavierousirtett 
in  Adur,  Sinding's  Claviercjuintett  in  EmoU  und  Grieg'sClavier- 
Violoncellsonate  unter  pianistischer  Mitwirkung  von  Frau 
Bassermann  und  der  HH.  Director  Max  Schwarz  und 
James  Kwast.  Das  Spiel  der  erstgenannten  Dame  ist  virtuos, 
correct,  nicht  ohne  männliche  Kraft,  aber  auch  nicht  von  einer 
gewissen  Trockenheit  freizusprechen.  Der  Mitdirector  des 
Kaff-Conservatoriums  Schwarz,  welcher  an  einem  kurz  vor- 
her veranstalteten  eigenen  Ciavierabend  mit  Liszt's  selten 
Erhörter  Hmoll-Sonate  und  anderen  Stücken  von  Chopin  und 
iszt  ausserordentliche  Anerkennung  gefunden,  erwies  sich 
auch  in  Sinding's  Quintett  als  ein  uoeraus  feinfühliger  her- 
vorragender Ensemblespieler.  Die  unstatthafte  Amputation, 
welche  sich  der  norwegische  Gomponist  hier  hat  gefallen 
lassen  müssen,  ist  bereits  in  dem  Briefkasten  dieses  Blattes 
gewürdigt  worden.  Das  Werk  hat  hier  übrigens,  ohne  ge- 
rade zu  zünden,  doch  mehr  Beifall  gefunden,  als  man  nach  seiner 
Ei^nart  hätte  annehmen  können.  Die  Glavierpartie  in 
Gneg^'s  Sonate,  namentlich  den  letzten  Satz,  brachte  Hr.  Kwast 
mit  aer  ihm  eigenen  Eleganz  und  Verve  zur  Geltung.  So 
sehr  wir  in  Grieg  den  feinsinnigen  Schöpfer  reizender,  poesie- 
erfüllter  kleinerer  Tonstücke  verehren,  hat  uns  doch  auch 
die  Sonate  wieder  in  der  Ueberzeugung  bestärkt,  daas  es  dem 
trefflichen  Künstler  leider  versagt  ist,  grössere  Formen  mit 
seinem  Talente  auszufüllen.  (?)  Auch  in  dem  erwähnten  Werke 
reiht  sich  eine  interessante  Einzelnheit  mosaikartig  an  die 
soidere.  Nichts  ist  banal  oder  unschön,  Manches  so^ar  von 
bezaubernder  Klangwirkung,  aber  dem  Ganzen  fehlt  die  ein- 
heitliche Idee,  Grieg  arbeitet  zu  sehr  in  das  Detail  und  ver- 
liert dabei  das  Ganze  aus  dem  Auge. 

Von  den  hiesigen  Gesangs- Vereinigungen  hat  der  Rühl'- 
sche  Chor  in  der  Besetzung  des  vergangenen  Jahres  eine 
Reprise  des  „Franziscus"  von  Tinel  gebra<iht.  Wir  haben 
dem  Werke  in  den  beiden  ersten  Nummern  des  Jahrganges  1891 
gelegenüich  seiner  ersten  Aufführung  in  Deutschland  ^eine 
sehr  eingehende  Besprechung  gewidmet  und  fi^lauben  uns  da- 
her hier  auf  die  Bemerkung  beschränken  zu  Surfen,  dass  das 
Oratorium  doch  wohl  nicht  bedeutend  und  originell  genug 
ist,  um  von  einem  Vereine,  dem  in  der  Saison  nur  drei 
Concerte  zur  Verfügung  stehen,  schon  binnen  Jahresfrist 
wiederholt  zu  werden. 

Der  Caecilien -Verein  brachte  unter  der  bekannten  pie- 
tätvollen Leitung  des  Hm.  Professor  C.  Müller  Beethoven's 
Ddur-Messe.  Die  Soli  lagen  in  den  Händen  unserer  jetzt 
eanz  dem  Concertgesan^  gewidmeten  trefflichen  früheren 
Opern-Altistin  Frau  Mana  Fleisch-Prell,  des  Frl.  Ober- 
beck aus  Berlin  und  der  HH.  Dierich  und  Sistermans. 

(Schluss  folgt.) 


(FortsetzTing.) 


Wien. 


WennmanzuBruckner'sErstlingssjonphonie  die  rechte  Stell- 
ung finden  will,  muss  man  aber  vor  AUem  ihre  Entstehungs- 
zeit ins  Auge  fassen.  Brückner  war,  als  er  das  Werk  schrieb, 
kein  Jüngling  mehr,  er  hatte  das  Alter  von  40  Jahren  über- 
schritten, auch  war  ihm  vergönnt  gewesen,  seine  schöpferische 
Krafb  in  Gesangswerken,  besonders  in  einer  für  die  Linzer 
Domkirche  componirten  grossen  Messe  (DmoU)  zu  bethätigen, 
welch  Letztere  in  unseren  Tagen  erst  in  dem  Musikalienhänaler 
Gross  zu  Innsbruck  ihren  Veneger  fand.  Aber  des  Tondichters 
bedeutende  Subjectivität,  der  absolute,  nicht  ans  Wort  gebun- 
dene Musiker  in  ihm  waren  damals  noch  nicht  zur  Aussprache 
gekommen.  Und  nun  denke  man  sich  einmal  in  Bruckner^s 
lage  recht  hinein.  Kein  anderer  hervorragender  Tonsetzer 
der  Gegenwart  hatte  eine  gründlichere  Schüfe  durchgemacht; 
an  der  Hand  des  berühmten  Theoretikers  und  Contrapunc- 
tisten  S.  Sechter  war  er  dazu  gelangt,  die  schwierigsten 
Kunstformen  spielend  zu  beherrschen;  die  strengsten  Prüfun- 
gen hatte  er  mit  Glanz  bestanden,  und  dennoch  arbeitete  er 
noch  immer  rüstig  weiter  an  seiner  Selbstvervollkommnung. 
Musste  es  ihn  da  nicht  endlich  stürmisch  drängen,  die  nmn 
seit  langen  Jahren  eingefallenen  Gedanken  und  Combinationen. 
das  grosse  technische  Können,  das  er  sich  erworben,  einmal 


17 


in  tönende  Wirklichkeit  übertreten  zu  lassen?  So  entstand 
als  ein  echtes  Sturm-  und  Drangwerk  der  Koloss  seiner  ersten 
Symphonie.  Was  Wunder,  wenn  gerade  in  dieser  seine 
Phantasie  fessellos  einherstürmte,  jede  Schranke  verachtend 
oder  sie  wohl  auch  durchbrechend?  Dass  wir  in  dieser  OmoU- 
Symphonie  den  ursprünglichsten  Brückner  vor  uns 
haben,  der  noch  nicht  Wagner,  welcher  später  auf  ihn  so 
bedeutsam  einwirkte,  in  sich  aufgenommen,  macht  das  Werk, 
biofi;raphi8ch  betrachtet,  zum  vielleicht  interessantesten  Denk- 
mal des  überreichen  Erfindungs-  und  Ghestaltungsvermögens 
seines  Schöpfers.  Aber  künstlerisch  genommen  müssen  wir 
doch  Bruckner's  spätere  Symphonien ,  namentlich  die  dritte, 
vierte  und  siebente,  in  welchen  der  Componist  sich  kürzer  zu 
fiEhSsen,  seine  grossen  Gedanken  klarer  zu  fassen  gewusst,  vor- 
ziehen. Am  unmittelbarsten  hat  beim  erstmaligen  Hören  das 
Adagio  (Asdur,  ^/i,  mit  Zwischensatz:  Andajite  74}E6dur)  auf 
uns  gewirkt:  ein  aus  geheimnissvoll  trübem  Sinnen  sich  wun- 
dersam innig  und  lieblich  emporringender  Gesang  der  Streich- 
instrumente, von  gleichsam  verklärten  Stimmen  der  Holz- 
bläser ermuthigt,  zuletzt  nach  einer  neuen  Wanderung  durch 
Nacht  und  Tag  in  wundervollem  Pianissimo  ersterbend  oder 
—  man  könnte  das  Bild  gebrauchen;  so  feierlich  ist  der  Ein- 
druck! —  zum  Himmel  au&chwebend!  Ob  auch  in  diesem 
sehr  langen  Stück  einzelne  Mitte^lieder  uns  dunkel  geblieben, 
der  Totäeindruck  war  ein  ergreifender,  das  Publicum  brach 
noch,  bevor  das  Stück  zu  Ende  war,  bei  der  zauberischen 
Klangschönheit  der  letzten  Takte  in  stürmischen  BeiÜEill  aus. 
Als  ein  Meisterstück  in  seiner  scharfen  charakteristischen  Rhyth- 
mik und  klaren,  durchgebildeten  Form  erschien  uns  das  Scherzo; 
der  Hauptsatz  (Lebhaft,  G-moU),  ein  trotzig  aufstürmender 
Dreivierteltakt,  ähnlich  dem  Scherzo  der  8.  Symphonie  des 
Componisten,  das  reizende  Trio(Gdur),  ländlerartig,  mit  gar 
süssen  Locktönen  der  Homer  ausgestattet,  während  die  Geigen 
nie  den  eigentlichen  Tanz  auszuführen  scheinen,  die  Holz- 
bläser muthig  vorwärts  drängen:  das  Ganze  voll  echt  pasto- 
ralen  Lebens.  Aus  dem  ersten  Satz  (Alleero  ^/4,  Cmoll)  konn- 
ten wir  uns  beim  ersten  Mal  Hören  eigenUich  nur  das  pracht- 
voll langathmige,  echt  symphonische  Hauptthema  einprägen, 
auf  das  wir  uns  jedes  Mal  n-euten,  wenn  es  wiederkehrte,  das 
auch  den  grossartigen,  fast  tragisch  zu  nennenden  Schluss  des 
Satzes  vermittelte.  Aber  zwischen  den  Eintrittspuncten  dieser 
hochbedeutenden  Melodie  versetzt  uns  ein  Uebermaass  an  sich 
höchst  interessanter  polyphoner  Details:  Nebengedanken,  Mo- 
tive und  Motivchen ,  häufig  gleichzeitig  spielender  über- 
raschender ausdrucksvoller  Soli,  ungefllhr  in  die  Lage  Des- 
jenigen, von  dem  man  sagt:  dass  er  vor  lauter  Bäumen  den 
Wald  nicht  mehr  zu  erkennen  vermöge.  Und  diese  Empfin- 
dung stellte  sich  gesteigert  in  dem  kolossalen,  von  einem 
wahrhaft  welterobernden  Hauptgedanken  und  einem  ungemein 
capricciösen  Trillermotiv  beherrschten  Finale  (Bewegt,  feurig, 
^Ia,  Cmoll)  ein,  dessen  schier  unerschöpflicher  Gontrapunct 
Stoff  und  Raum  für  drei  normal  gebildete  Symphoniesätze 
hergegeben  hätte.  In  so  grossartig  kühnen  Steigerungen  sich 
auch  dieser  Satz  zuletzt,  gleichsam  Felsen  auf  Felsen  thür- 
mend,  das  helle  Cdur  erkämpft:  dass  hier  weniger  mehr  wäre, 
dass  ohne  Kürzungen  dem  natürlichen  Aufhämevermögen 
auch  selbst  des  opferwilligsten  Hörers  zu  viel  zugemu&et 
werde:  dieser  Empfindung  konnten  wir  uns  bei  aller  Bewun- 
derung des  grossen  Ganzen  nicht  entschlagen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Wie  in  den  beiden  Vorjahren  waren  es  hehre 
Orgelklänge,  welche  im  Neujahrsconcert  im  Neuen  Ge- 
wandhause  in  feierlicher  Weise  das  neue  Jahr  begrüssten. 
Hr.  Homeyer,  der  preisenswerthe  Organist  des  berühmten 
Concertinstitutes,  hatte  für  seinen  diesmalifi;en  Neujahrsvor- 
trag die  Dorische  Toccata  von  S.  Bach  gewfi^lt,  die,  von  ihm 
mit  wahrer  Meisterschaft  interpretirt  und  unter  Beihilfe  einer 
ungemein  sinngemässen  Begistration  zu  imposanter  Wirkung 

S »bracht,  vortrefflich  zu  der  2.  Programmnummer,  desselben 
eisters  herrlicher  Beformationscantate  „Ein  feste  Burg**,  hin- 
überleitete. Unser  gegenwärtig  auf  höchster  Stufe  der  Lei- 
stnngs&higkeit  stehender  Thomanerchor^die  ausgezeichneten 
Künstler  des  Gewandhausorchestörs  und  Hr.  Homeyer  an  der 
Orgel  als  Ausführende  mit  Hm.  Prof.  Dr.  Bust,  unserem 
grossen  Bach-Forscher  und  -Kenner,  als  begeistertem  Diri- 
genten, —  wer  hätte  da  nicht  schon  im  Voraus  eine  ganz 
ausgezeichnete  Wiedergabe  dieses  musikalischen,  sich   über 


den  siegesfreudigen  Luther-Choral  wölbenden  Wunderbaues 
erwarten  sollen?  Sicher  ist  hierin  Niemand  getäuscht  worden ; 
die  Ausführung  war  im  Gesanglichen  —  das  Baritonsolo  war 
ebenfalls,  und  zwar  recht  annehmbar,  durch  einen  Hm.  Tho- 
maner  besetzt  — ,  wie  im  Instrumentalen,  das  an  einigen 
Stellen  auf  die  höchst  einsiclitsvoll  ergänzende  Hand  des  Diri- 

fenten  schliessen  Uess,  eine  nicht  nur  äusserst  sichere,  son- 
em  auch  überall  von  feuriger  Begeisterung  getragene  und 
deshalb  unmittelbar  wirkende.  Der  jugendliche  Chor  machte 
hierdurch  den  Vorrang  fast  vergessen,  aen  grössere  Vereine  in 
Betreff  der  Kopfzahl,  des  weiolichen  Elementes  und  ausge- 
reifter Bassstimmen  ihm  gegenüber  zu  behaupten  vermögen. 
Ganz  prächtig,  in  unanfechtbarer  Litonation,  feinst  dynamisch 
ausgearbeitet  und  mit  lebendiger  Auffassung,  dabei  mühelos 
und  sicher  die  theilweise  grossen  technischen  Schwierigkeiten 
überwindend,  sangen  die  jungen  Leute  später  noch  me  vier 
Chorgesänge  „Frünlingsglaube**,  Schilf  lied,  Morgenlied  und 
—  als  Zugabe  —  „mltchen"  ihres  hochverdienten  Lehrers 
Hm.  Prof.  Dr.  Rust,  von  denen  ganz  besonders  das  Schilflied 
mit  seiner  feinen,  poetischen  Stimmung  und  das  in  helle  Da- 
seins&eude  getauchte  Morgenüed  sich  durch  gefällige  und  reiz- 
volle Melodu:,  fesselnde  Harmonik  und  interessante  und  effect- 
volle  Stimmführung  hervorthatenund  allseitigsten  Beifall  erreg- 
ten. Ebenso  ausgezeichnet,  'wie  die  soeben  erwähnten  Programm- 
nummem,  spieße  sich  der  übrige  Theil  des  Programms :  Ghe- 
rubini's  fein  ciselirte  „Anakreon*' -Ouvertüre  und  Schumann's 
phantasieüppifi;e  Bdur-Symphonie  ab,  welche  Werke  längst  zu 
den  Glanzstücken  des  Repertoires  der  Gtewandhausconcerte 
zählen  und  auch  diesmal  unter  Hrn.  Prof.  Dr.  Reinecke*s 
feinfühliger  Direction  ihre  erprobte  Wirkung  nicht  verfehlten. 

Leipzig.  Der  alte,  liebe,  gute  „Freischütz**  diente  am 
29.  Dec.  „als  erster  theatralischer  Versuch**  für  Frl.  Paula 
Doengesals  Agathe.  Wir  hatten  Gelegenheit,  die  junge  Dame 
in  derselben  RoUe  bei  der  letzten  Opemauffiührung  des  niesigen 
k.  Gonservatoriums  zu  sehen  und  zu  hören,  und  fühlten  uns 
schon  damals  angezogen  von  der  naturfrischen  Leistung;  wir 
waren  aber  Alle  damals  nicht  unbefangen,  denn  man  war 
unter  sich,  Kameradschaft  und  Gönnerschaft  konnten  mög- 
licherweise auf  das  Urtheil  einen  Eindruck  üben,  der  zur 
Üeberschätzung  ^hrte.  Jetzt,  im  Neuen  Theater,  unter  ganz 
anderen   Bedingungen,    vor   einem    anderen   Publicum,    im 

S'össeren  Raum,  unter  routinirten  Künstlern  die  einzige  An- 
nfi;erin,  zeigte  Frl.Doenges  erst  die  wahre  Art  ihrer  Begabung. 
Und  sie  zeigte  das  in  einer  Weise,  dass  man  schon  nach  den 
ersten  Takten  von  ihrem  Beruf  für  die  Bühne  überzeugt 
sein  musste.  Eine  anmuthige,  jugendliche  Erscheinung,  eine 
volle,  frischquellende  schöne  Stimme,  die,  ohne  angestrengt 
zu  werden,  den  grossen  Raum  füllt,  ein  bedeutend  ent- 
wickeltes Können  in  gesanglicher  Beziehung,  völlige  Be- 
herrschung ihrer  Aufgabe  und  der  Mittel,  welche  ihr  dafür 
zu  Gebote  stehen,  Natürlichkeit  und  Unbefi&ngenheit  des 
Auftretens,  alles  Das  trug  dazu  bei,  der  Darstellerin  die  Herzen 
eines  ausnahmsweise  starken  Publicums  zu  erobern  und  ihr 
einen  Erfolg  zu  sichern,  wie  er  in  der  Bühnengeschichte  nicht 
zu  oft  angetroffen  wira.  Bei  offener  Scene,  wie  an  den  Act- 
schlüssen  wurde  die  hochbegabte  june;e  Dame  wiederholt 
gerufen.  Möge  ein  gütiges  Geschick  über  der  Zukunft  der 
uebenswerthen  Dame  walten,  mögen  Schmeichelei  oder  fort- 
firesetztes  Lob,  auch  wenn  es  verdient  ist,  der  Entwickelung 
oieses  vielversprechenden  Talentes  nicht  im  Wege  stehen! 
(Das  k.  Conservatorium,  welchem  die  junge  läme  noch 
als  Schülerin  angehört,  sowie  ihr  Gtesanglehrer  Hr.  Reb- 
ling  können  stolz  auf  den  Erfolg  ihrer  Arbeit  sein.) 
Ein  solches  Bräutchen  musste  seinen  Max  zu  den  schönsten 
G^esangsthaten  begeistern,   Hr.  Hüb n er  schien  aber   nicht 

rimmt,  dem  magnetischen  Einfluss  zu  gehorchen.  Dass 
Scenen  zwischen  Agathe  und  Aennchen  (Frl.  Mark)  dies- 
mal von  höchst  bestrickendem  Reiz  waren,  versteht  ach  fast 
von  selbst.  Die  übrigen  Darsteller  waren  Alle  an  ihrem 
Platze,  besonders  möchten  wir  noch  Hm.  Wittekopf  (Kaspar) 
und  Hm.  Demuth  (Ottokar)  nennen.  Das  Orchester  war 
wie  immer  bewundemswerth,  das  ViolonceUsolo  entzückend, 
das  Bratsohensolo  vortrefflich,  der  unsichtbare  Chor  am  Anfang 
der  Wolfisschluchtscene  sang  schrecklich  unrein,  die  übrigen 
Chöre  hielten  sich  wacker,  am  liebsten  war  uns  schon  der 
Brautjung^emchor.  Der  wirksamen  Wol£sechluchtdecoration, 
welche  den  Beifall  des  Publicums  sich  erwarb,  sei  auch  der 
unsere  nicht  versagt.    Nur  die  Darstellung  der  wilden  Jagd 

fibt  der  Phantasie  des  Zuschauers  zu  viel  zu  thun.    Ueber 
er  Aufführung  waltete  sonst  ein  guter  Geist,  ein  nicht  geringes 


18 


Verdienst  des  Hm.  Capellmeister  Paur,  welcher  diesmsd  die 
Einleitungstakie  zur  prachtvoll  gespielten  Ouvertüre  nicht  so 
furchtbar  langsam  nahm,  wie  wir  sie  einst  von  ihm  hörten.  — s. 

Conoertumschau. 

Aaehen«  3.  Stadt.  Abonn.-Conc.  (Schwickerath)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Wilhelmj  a.  Wiesbaden,  des  FrL 
Huhn  a.  Cöln  u.  der  HH.  Wulff  su  Strassburg  i.  E.  u.  Stau- 
digl  a.  Berlin:  9.  Symph.  v.  Beethoven,  Requiem  v.  Mozart. 

Angers.  8.  Abonn.-Conc.  der  Assoc.  artist.  (Frömaux): 
I.  Symphonie  v.  Beethoven,  „Manfred"-Ouvert.  v.  Schumann, 
-Khngsor  und  die  Blumenmädchen"  a.  „Parsi&l''  v. Wagner, 
Olaviervorträge  des  Frl.  Steiger  a.  Paris  (u.  A.  „Im  Früh- 
ling" v.  Grieg  u.  -La  Lisoiyera"  v.  Chaminade). —  Festi- 
val J.  Massenet  der  Association  artistique  unter  Leit.  des 
Hm.  Massenet  m.  Compositionen  v.  demselben  unt.  Mitwirk, 
der  Sängerin  Frau  Durand-Ulbach  und  der  Caecilien-Gesell- 
schafb  V.  Angers:  Suite  a.  „Esclarmonde",  „Phödre"-Ouvert. 
u.  andere  kleinere  Orchesterstücke,  „1812",  Doppelchor  a  cap., 
Soli  f .G-es.  („Noöl  Payen" ,  z  wei  Bruchstücke  a.  „Poöme  d'Octobre" , 
„Enchantement",  „Les  Merkes"  u.  „LePoöte  et  le  Fantöme"). 

Darmstadt.  3.  Gonc.  des  Hoforch.  (de  Haan):  Jupiter- 
Svmph.  V.  Mozart,  „Les  Pr61udes"  v.  F.  Liszt,  „Fahrt  zum 
Hades"  u.  „Elysium"  f.  Orch.  v.  W.  de  Haan,  Violin  vortrage 
des  Hm.  Welier  a.  Wiesbaden  (1.  Gonc.  v.  Bruch,  Romanze 
V.  Uhl  u.  Rondo  v.  Spohr). 

Dresden.  2.  Gesellschaftsconc.  der  „Harmonie"  unter 
Mitwirk,  der  Frls.  Friedmann  u.  Fröhlich  u.  der  HH.  Ronne- 
burger  u.  Glömme:  „Spanisches  Liederspiel"  v.  Schumann, 
„Zigeunerlieder"  v.  J.  Brahms,  G^sangsoli  v.  0.  Goldmark 
(„Herzeleid"),  Mascagni  („Pena  d'amore")  u.  A.  (lieber  den 
Ensemblegesang  schreibt  man  u.  A.:  „Die  genannten  Künstler 
führten  beide  Werke,  sowohl  das  Brahms^che  wie  das  Schu- 
mann*sche,  in  musikalisch  gediegner  Auffassung  und  feiner, 
geschmackvoller  Abtönung,  sowie  stimmlieh  sehr  eindrucks- 
voll vor  und  erzielten  so  von  beiden  Gompositionen  eine 
schöne  und  eindrucksvolle  Wiedergabe.") 

Hamburg.  Gemeinsame  Aufrahr.  der  Philharm.  Gesell- 
schaft u.  der  Singakademie  am  4.  Dec.  m.  Mozart's  Jupiter- 
Symph.  u.  Requiem  unt.  solist.  Mitwirk,  des  FrL  Galfy  und 
der  rrau  "v.  Richter  a.  Berlin  u.  der  HH.  Wolff  v.  hier  und 
Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.  —  Privatauffiihr.  des  Gesang- 
ver.  V.  1880  (Prof.  Bödecker)  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Ehrharot, 
des  Frl.  Faller  u.  des  Hrn.  Kugelberg  am  5.  Dec. :  „FrühlinM- 
botschaft"  V.  Gade,  „Liebesglück"  f.  Chor  u.  Soli  m.  Cia- 
vier von  Heuser,  Chöre  m.  Orgel  von  Crüger-Ritter  („Ad- 
vent"), Prätorius  („Weihnachten")  und  Grell  (Weihnachts- 
motette), Soli  f.  Ges.  V.  Brahms  („Dort  in  den  Weiden")  u. 
A.  u.  f.  Clav.  V.  Beethoven  (Son.  path6t.)  u.  Chopin  (Phant. 
Op.  49).  —  1.  Kammermusikabend  des  Hrn.  M.  Fiedler  (Clav.) 
unt.  Mitwirkung  des  Hm.  Gowa  (Violonc):  Clav  .-Violoncell- 
sonaten V.  S.  Bach  (GmoU)  u.  Brahms  (Fdur),  Ciaviersoli  v. 
Beethoven,  Schumann  u.  Th.  Kirchner  (a.  Op.  2).  —  Conc. 
v.  Johanna  u.  Willy  Burmester  am  8.  Dec.:  Esdur-Clavier- 
Violinson.  v.  Beethoven,  Soli  f.  Clav.  v.  Beethoven,  Chopin  u. 
Rubinstein  (Stacc-Etude)  u.  f.  Viol.  v.  Raff  (AmoU-Cbnc), 
Mendelssohn,  Chopin  u.  Sarasate  (Span.  Weisen).  —  1.  Conc. 
der  Pianistin  FrL  Marstrand  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Bargheer, 
Tief  trank,  Bolland,  Claus,  Fuchs  u.  Sabisch:  Quintette  f.  Clav, 
u.  Blasinstrumente  v.  Spohr  (Op.  52)  u.  Mozart  (Esdur),  Es- 
dur-Trio  f.  Clav.,  Viol.  u.  Hörn  v.  Brahms.  —  6.  Abonn.- 
Conc.  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow:  4.  Symphonie  von 
Brahms,  Ouvertüren  v.  Beethoven  („Coriolan")  und  Weber 
(„Freischütz"),  Solovorträge  der  Frau  Sohmitt-Csiuiyi  a.  Schwe- 
rin (Ges.)  u.  des  Frl.  Wietrowetz  a.  Berlin  (Viol.,  Concert  in 
Ungar.  Weise  v.  Joachim). 

Kattowitz,  Am  13.  Dec.  Aufführ.  v.  Beethoven*s  Missa 
solemnis  durch  den  Meister*schen  Gesangver.  (Meister)  unter 
solist.  Mitwirk,  des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München,  der  Frau 
Wirth  a.  Aachen  u.  der  HH.  von  Zur-Mühlen  a.  Berlin  und 
Schmalfeld  a.  Cöln. 

Leipzig.  10.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Reinecke)  unt.  Mitwirk,  des  Hrn.Homeyer(Org.)  u.  des  Tho- 
maner-Chors  unt.  Leit.  des  Hrn.  Prof.  Dr.  Rust:  1.  Symph.  v. 
Schumann,  „Anakreon"-Ouv.  v.  Cherubini,  Reformationscantate 
V.  S.  Bach, Cnorlieder  „Frühlingsglaube",  Schilf lied,  Morgenlied 
u.  „Hütchen"  v.  W.  Rust,  Dorische  Tocc.  f.  Org.  v.  S.  Bach. 
—  Abendunterhaltungen  im  k.  Conservat.  der  Musik:  15.  Dec. 
Dmoll-Claviertrio  v.  Schumann  =  Frl.  Spittel  11.  a.  Gotha  u. 
HH.  Oppenheim  a.  Brunn  u.  Haagmansa.  Rotterdam,  FmoU- 


Clar.-Conc.  v.  Weber  z=  Hr.  Wolf  a.  Bad  Reinerz,  Fantaisie- 
Caprice  f.  Viol.  v.  Vieuitemps  =  Hr.  Brandenburg  a.  Bres- 
lau, Ciaviersoli  v.  Rein  ecke  (Asdur-Polon.)  u.  Liszt  (Valse- 
Lnpromptu)  =  Frl.  Blässig  a.  Altenburg,  Arie  „Und  ob  die 
Wolke"  V.  Weber  =  Frl.  Munkelt  a.  Leipzig,  Lied  ohne 
Worte  f.  Trompete  v.  Proch  =  Hr.  Voges  a.  Hessen,  Ddur- 
Clav.-ViolonceUson.  v.  Rubinstein  =  Frl.  Grahn  a.  Leipzig 
u.  Hr.  Haagmans,  Phantasiestück  u.  Mazurka  f.  Clav.  v.  Hrn. 
Mittrup  a.  Düsseldorf,  Schüler  der  Anstcdt  =  der  Comp. 
18.  Dec.  „Deutsches  Liederspiel"  f.  Soli  u.  Chor  m.  Clav.  v. 
H.  V.  Herzogenberg,  Soli  =  Frl.  Wolf  a.  Chemnitz  u.  Hr. 
Pinks  a.  Pausa  i.  V.,  Cmoll-Olavierconc.  v.  Beethoven  =  Hr. 
Farmer  a.  New- York,  CmoU-Claviertrio  v.  Beethoven  =  FrL 
Hanson  a.  Melbourne  u.  HH.  Schäfer  a.  Wiesbaden  u.  Hammig 
a.  Leipzig,  And.  u.  Scherzo  f.  Viol.  v.  David  -■  Hr.  Capron  a, 
Proviaence,  1.  Clav.-Violinson.  v.  Grieg  =  Frl.  Christensen 
a.  Bergen  u.  Hr.  Oppenheim.  19.  Dec.  Weihnachtspastorale 
f.  Orgel  V.  G.  Merkel  =«  Hr.  Eckert  a.  Leipzig,  Romanze  f. 
Pos.  V.  Klughardt  =  Hr.  Truntz  a.  Leipzig,  Kanon a.  „Fi- 
deUo"  V.  Beethoven  =  Frls.  Wolf  u.  Duf6s  a.  Niemes  u.  HH. 
MüUer  a.  Crimmitschau  u.  Scholz  a.  Breslau,  Edur-Clavier- 
trio  V.  Haydn  =  Frl.  Bolomey  a.  St.  Legien  (Schweiz)  und 
HH.  Warnecke  a.  Wiesbaden  u.  Klein  a.  Bukarest.,  Terzett  a. 
„Wilhelm  Teil"  v.  Rossini  =  Frls.  Chadima  a.  Leipzig, 
Duf6s  u.  Hyde  a.  Worcester,  Duett  f.  zwei  Bassstimmen  aus 
„Israel  in  Egypten"  v.  Händel  =  HH.  Fulford  a.  Brockville 
u.  Weaver  a.  Westfield  (Mass.),  Cdur-Claviertriov.  Haydn  = 
Frl.  Lumsdale  a.  Hüll  (England)  u.  HH.  Schäfer  u.  Hatten- 
bach  a.  Weimar. 

London.  8.  London  Symph.  Conc.  (Henschel):  7.  Symph. 
V.  Beethoven,  „Ouvert.  zur  „Zauberflöte"  v.  Mozart,  Hutdi- 
gungsmarsch  u.  „Oharfreitagszauber"  a.  „Parsifal"  (Soli:  HH. 
Probert  u.  Greene)  v.  Wagner,  Violoncellooncert  v.  Volk- 
mann (Jean  G6rardy). 

Lübeck.  2.  Kammermusikabend  des  Frl.  Herrmann  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Zimdars  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.)  und  der 
HH.  Zajic  a.  Berlin,  Balling  a.  Schwerin  u.  Gowa  a.  Ham- 
burg [Streicher]:  Ciavierquartette  v.  H.  Goetz  (Edur)  und 
Brahms  (Gmoll),  Soli  f.  Ges.  v.  Brahms  („Feldeinsamkeit" 
u.  „Wie  froh  und  frisch«),  Grieg  („Ich  liebe  dich"),  Bizet 
(Pastorale)  u.  A.,  f.  Viol.  v.  Tartini  u.  f.  Bratsche  v.  Spohr  u. 
H.  Ritter  (Pastorale  u.  Gavotte). 

Meiningen.  Conc.  der  Hofcap.  (Steinbaoh)  am  28.  Nov. : 
3.  Satz  a.  der  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Weber 
u.  Wagner  („Tannhäuser"),  „Lohengrin" -Vorspiel  u.  „Char- 
freita^zauber"  a.  „Parsifal"  v.  Wagner,  Solovorträge  der 
HH.  Fleischhauer  (Viol.)  u.  Mühlfeld  (Clar.,  2.  u.  8.  Satz  aus 
dem  Fmoll-Conc.  v.  Weber).  —  Gr.  Kirchenconc.  am  6.  Dec., 
veranstaltet  vom  Gesangver.  Hildburghausen  u.  v.  den  Sing- 
vereinen Sonneberg  u.  Meiningen  unt.  Leit.  des  Hm.  Stein- 
bach u.  Mitwirk,  des  Sängers  Hrn.  Messchaert  a.  Amsterdam, 
des  Leipziger  Gewandhausorganisten  Hm.  Homeyer,  der  Herren 
des  Salzunger  Kirchenchors  u.  der  Hofcap.:  Triumphlied  für 
Chor,  Orch.  u.  Org.  v.  Brahms  (zu  Anfang  und  zu  Schluss 
gesungen),  „Ave  verum"  v.  Mozart,  Cant.  „Ich  will  den  Kreuz- 
stab gerne  tragen"  f.  Bass  m.  Choral  v.  S.Bach,  Dmoll-Conc. 
f.  Org.  u.  Orch.  v.  Guilmant. 

New-York.  1.  Conc.  des  „Arion"  (van  der  Stucken): 
Programm-Symph.  Antar"  v.  N.  Rimski-Korsakow,  zwei 
Sätze  a.  der  Suite  Op.  42  v.  Mac-Dowell,  „Gtermanenzug" 
f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  von  J,  R.  Lund  (Solisten:  Frl. 
Müller-Hartung  u.  Hr.  Remmertz),  Schwur  und  Gesang  der 
Geusen  f.  Baritonsolo  (Hr.  Schachner),  Männerchor  u.  Orch.  a. 
dem  lyr.  Drsuna  „Der  Friedensschluss  von  G^nt"  v.  P.  Benoit, 
„Der  alte  Soldat"  f.  Basssolo  (Hr.  Fischer),  Männerchor  und 
Orch.  V.  Berlioz,  Männerchöre  von  F.  van  der  Stucken 
(„Frühlingsglaube"),  Ed.  Kremser  („Hell  ins  Fenster")  und 
C.  L.  Fischer  („Röslein  im  Wald"),  Solovorträge  des  FrL 
Müller-Hartung  („Liebesglück"  v.  Sucher,  „Zur  Drossel  sprach 
der  Fink"  v.  d' Albert  etc.)  u.  des  Hm.  Fischer.—  2.  Gonc. 
der  Symph.  Society  (Damrosch):  Cdur-Symph.  v.  Schubert, 
Vorspiel  u.  Schlussscene  a.  „Tristan  und  Isolde"  v. Wagner, 
Variat.  a.  dem  Kaiserquart,  f.  Streichorch.  v.  Haydn,  Gesang- 
vorträffe  der  Frau  Ritter-Götze  (Ariea.  „Achilleus"  v.  Brucn 
u.  Frünlingslied  a.  „Samson  und  Dalila"  v.  Saint-Saöns). 

Nürnberg.  5.  Conc.  des  Philharm.  Ver.  (Winderstein): 
-Tasso"  V.  Liszt,  Ouvert.  zum  „Fliegenden  Holländer"  von 
Wagner,  Maurerische  Trauermusik  v.  Mozart,  Violin  vortrage 
des  Hm.  Prof.  Dr.  Joachim  a.  Berlin. 

Paris.  Colonne-Conc.  am  13.  Dec:  Symphonien  v.  Beet- 
hoven (No.  8)  u.  Mozart  (Gmoll),    „Le  Rouet  d'Omphale"  v. 


19 


Saint-Sa^ns,  -Bruchstücke  a.  der  „Zauberflöte^  (Solisten: 
Damen  de  Montalant,  de  Bemy  u.  Pregi  ii.  Hr.  Villaret)  und 
Concert  f.  zwei  Claviere  (HH.  Diömer  u.  Pierret)  v.  Mozart, 
„Vision"  V.  Lefebvre  u.  „Myrto**  v.  Delibes  (Frl.  de  Mon- 
talant).  —  Lamoureux-Gonc.  am  13.  Dec:  1.  Symph.  v.  Schu- 
mann, ,,Dan8e  macabre**  v.  G.  Saint-Sa6ns,  Ouvertüren  v. 
Weber  („Freischütz")  und  Wagner  („Tannhäuser**).  Bruch- 
stücke a.  „Merlin  encnantö"  v.  Marty  n.  „Patria"  v.  Gnaumet, 
ges.  Y.  Hm.  Lassalle. 

Rostock.  2.  Gonc.  des  Goncertver.  (Dr.  Thierfelder):  Ju- 
piter-Symph.,  zwei  Ouvertüren  u.  Arie  a.  „Idomeneo"  v.  Mo- 
zart, Liedervorträge  des  Frl.  Kretma  a.  Elberfeld  („Die  Wan- 
derschwalbe" V.  Rubinstein,  „Am  Ufer  des  Manzanares"  v. 
Ad.  Jensen  etc.). 

Seh  worin.  Orchesterconcerte  der  Hofcapelle  (Schmitt): 
No.  1  m.  Liszt's  ^liegende  von  der  heil.  Elisabeth"  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Minor  u.  Wiborg  u.  der  HH.  Stae- 
din«,  Hungar  u.  Drewes.  No.  2.  2.  Symph.  von  Schumann, 
Orchestersuite  a.  „PeerGynt"  v.  Grieg,  Solovorträge  des  Frl. 
Minor  (zwei  Arien  v.  Bruch)  u.  des  Hm  W.  Meyer  a.  Berlin 
(Viol.,  Adagio  u.  „Perpetuo  mobile"  v.  Ries  etc.). 

WürzbUPg.  Goncerte  der  k.  Musikschule:  No.  2.  Fdur- 
Oct.  f.  zwei  Violinen^  Bratsche,  Violonc,  Fl.,  Clar.,  Fag.  und 
Hörn  V.  H.  Hof  mann,  Streichquart.  Op.  18,  No.  3,  v.  Beet- 
hoven"; Soli  f.  Ges.  V.  Weber,  Böhm  („Still  wie  die  Nacht"), 
Liszt  („Wieder  möcht  ich  dir  beg^nen")  und  Brahms 
(„Meine  Liebe  ist  grün")  u.  f.  Fl.  v.  Fürstenau  („Gesang- 
scene").  (Ausführende:  Frau  Hieber  a.  München  [Ges.]  und 
HH.  Schwendemann,  Vollrath,  Ritter,  Boerngen  [Streicher], 
Bukovsky,  Stark,  Roth  u^  Linaner  [Bläser].)  No.  3  m.  Gom- 
positionen  v.  Mozart  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  Kliebert  u.  Solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Kirchdorflfer  (Clav.)  und  des  Hm.  Schulz- 
Üomburg  (Ges.):  Esdur-Symph.,  Ouvert.  zu  „Figaro's  Hoch- 
zeit", Hymne  „Ob  fürchterlicn  tobend",  Adur-Glavierconcert, 
Arie  „Per  questa". 

Zeitz.  5.  Aufführung  des  Goncertver.  (Fritsch):  Esdur- 
Symph.  V.  Haydn,  Frühlingsouvert.  v.  Goldmark,  Gavotte 
u.  Menuett  a.  der  Balletmusik  zu  „Paris  und  Helena"  von 
Gluck,  Gesangvorträge  des  Hm.  Demuth  a.  Leipzig  (Simon 
Dach's  Monolog  a.  „  Aennchen  von  Tharau"  v.  H.  Hof  mann, 
„Es  muss  ein  Wunderbares  sein"  v.  Liszt,  „Der  Corsar"  v. 
W.  Berger  etc.). 

Zürich.  3.  Abonn.-Conc.  der  Al]gem.  Musikgesellschafb 
(Dr.  Hegar):  1.  Sjrmph.  v.  Schumann,  Ouvert.  „Le  Garnaval 
romain"  v.  Berlioz,  „Der  Abend"  f.  vier  Singstimmen  mit 
Glav.  V.  Brahms  (Frls.  Süsstrunk  u.  Bosshardt  u.  HH.  Jacob 
u.  Furrer),  Violin  vortrage  des  Hm  Halir  a.  Weimar  (Gonc. 
V.  Beethoven,  Berceuse  v.  Gui  u.  Polen,  v.  Sitt).  — 2.  Kam- 
mermusikaufführ.  der  Tonhalle-Gesellschaft:  Emoll-Streich- 
quart.  V.  Beethoven,  DmoU-Glaviertrio  v.  Mendelssohn,  Soli  f. 
Ges.  V.  Attenhofer  („Wohin  ich  geh"),  F.  Hegar  („Meine 
Freude  war  die  Rose")  u.  Schubert  u.  f.  Clav.  v.  Schumann 
(Fismoll-Son.).  (Ausführende:  Frl.  Abdorf  [Ges.]  und  HH. 
Freund  [CJlav.],  Dr.  F.  Hegar,  Rosenberger,  Kahl  u.  J.  Hegar 
[Streicher].) 

Zweibrücken.  Mozart-Gonc.  des  Caecilien-Ver.  (Gtehlen) 
unt  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Fassbaender  a.  Saarbrücken 
am  6.  Dec:  Gmoll-Symph.,  „Zauberflöten"-Ouvert.,  Dmoll- 
Clavierconc.  u.  verschiedene  Ghöre  v.  Mozart. 

Zwickau.  1.  Philharm.  Gonc.  (Eilenberg  u.  Rochlich): 
HmoU-Symph.  v.  G.'Schumann,  „Föte  au  chäteau  de  Heidel- 
berg" f.  Orch.  V.  E."Pirani,  „Freischütz"-Ouvert.  v.  Weber, 
Ciaviervorträge  des  Frl.  Härtung  a.  Leipzig  (Esdur-Gonc.  v. 
Beethoven,  AmoU-Gravotte  v.  Raff  etc.).  —  2.  Abonn.-Conc. 
des  Musikver.  (Vollhardt)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Münch 
a.  Leipzig  u.  Fischer  a.  Dresden  u.  der  HH.  Kirchner  und 
a.  Berlin  u.  Glömme  a.  Dresden:  9.  Symph.  v.  Beethoven, 
Caecilien-Ode  v.  Händel.  (Die  „Neunte"  fand,  wie  man  uns 
schreibt,  eine  angesichts  der  localen  Verhältnisse  über  alle 
Erwartung  gute  Ausführung.) 

■^  Veraltete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  mÜ9»en  voUeitändig  unbeachtet  bleiben  i 

Engagements  und  GBste  in  Oper  und  Concert. 

Carlsruhe.  Die  Direction  des  Philharmonischen  Vereins 
ist  von  Hm.  Hofcapellmeister  Mottl  an  den  Pianisten  Hrn. 
C.  Rübner  übergegangen.  —  Chicago.  Die  italienisch-fran- 
zösische Oper,  welche  wir  fünf  Wochen  hier  hatten,  brachte 
u.  A.  auch  „Lohengrin"  und  „Cavalleria  rusticana"  in  wieder- 


holten Aufführungen.  Das  Urtheil  Ihres  Hrn.  Leipziger  Re- 
ferenten über  das  letztere  Werk  fanden  wir  bei  eigenem  Hören 
bestätigt;  um  so  merkwürdiger,  ist  der  nachhaltige  Erfolg,  den 
dasselbe  in  Deutschland  findet.  Die  Goncerle  des  Hrn.  Tho* 
mas  werden  leidlich  besucht  und  dürften  sich  wohl  bis  zur 
Ausstellung  erhalten.  —  London.  Zu  den  vielen  Pianisten, 
die  hier  jahraus  jahrein  ccncertiren,  gesellte  sich  auch  Hr. 
Heinrich  Lutter  aus  Hannover  und  erwies  sich  mit  seinen 
Vorträgen  als  ein  mit  grossem  technischen  Können  und  ge- 
diegener Auffassung  ausgestatteter  Künstler  und  des  ihm  ge- 
spendeten reichen  Beifalls  werth.  Die  Unternehmer  der 
Deutschen  Oper  haben  das  Recht  zur  Aufführung  des  „Tann- 
häuser", des  „Fliegsnden  Holländer",  des  -Barbier  von  Bag- 
dad" und  das  „Hans  Heiling"  erworben.  Ihnen  werden  fol- 
e;ende  Opemkräfte  zur  Verfügung  stehen:  die  Damen  Sucher, 
Mailhac,  Pauline  Gramer,  Herzog  und  Macintyre,  so- 
wie die  HH.  Winkelmann,  Alvary,  Grünin g,  Reich- 
mann, Grengg  und  Wiegand.  Als  Orchesterdirigenten 
werden  die  HH.  Mottl  und  Carl  Armbruster  genannt.  — 
Wien.  Hier  hat  ein  neues  musikalisches  Wunderkind,  der 
siebenjährige  polnische  Knabe  Raoul  Koczalski  mit  seinem 
weit  über  sein  Alter  hinaus  fertigen  und  verständigen  Clavier- 
sniel  berechtigtes  Erstaunen  erregt.  Die  Zukunft  wird  zeigen, 
OD  das  merkwürdige  Talent  des  Kleinen  zu  höheren  Dingen 
berufen  ist. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  31.  Dec.  „Mit  der  Freude  zieht 
der  Schmerz"  v.  Mendelssohn.  „Des  Jahres  letzte  Stunde"  v. 
J.  A.  P.  Schulz.  1.  Jan.  „Nun  lob,  mein  Seel,  den  Herren", 
„So  spricht  der  Herr"  u.  „All  solch  dein  Gut  wir  preisen"  v. 

5.  Bach.  2.  Jan.  „Es  ist  ein  Ros  entsprungen"  von  C.  G. 
Reissiger.  „Die  ihr  schwebet"  v.  G.  Vierling.  —  Nicolai- 
kirche: 3.  Jan.  „Verleih  uns  Frieden"  v.  Mendelssohn. 

Chemnitz.  St.  Nicolaikirche:  22.  Nov.  „Allmächtiger 
Gott  und  Vater"  v.  C.  Götze.  29.  Nov.  „Lasset  uns  froh- 
locken" von  Engel.  13.  Dec.  „Ach,  dass  die  Hilfe  aus  Zion 
käme"  v.  Engel.    24.  Dec.  Weihnachts-Cantate  m.  Org  v.  Gast. 

—  Schlosskirche:  22.  Nov.  „Wie  sie  so  sanft  ruhn"  v.  Senecken. 
29.  Nov.  Psalm  121  v.  Wermann.  13.  Dec.  „Wie  der  Hirsch 
schreit"  v.  Mendelssohn.  24.  Dea  Altbdhmische  G^esänge  v. 
Riedel.  —  St.  Jacobikirche:  29.  Nov.  „Gku:  lustig  jubüiren 
die  lieben  Engelein",  altes  Weihnachtslied.  6.  Dec.  „In  dulci 
jubilo"  V.  Prätorius.     13.  Dec.  Weihnachtslied  von  Calvisius. 

24.  Dec.    Pastorale,  Rec.  u.  Chor  a.  dem  „Messias"  v.  Händel. 

25.  Dec.  Schlusschor  a.  „Christus  am  Oelberg"  v.  Beethoven. 

—  St.  Johanniskirche:  29.  Nov.  „Freue  dich  sehr,  du  Tochter 
Zion"  V.  Palme.  24.  Dec.  Weihnachts-Cantate  ra.  Org.  v.  Gast. 
25.  Dec.  „Ein  Jauchzen  geht  durch  alle  Lande"  v.Wermann. 

—  St.  Paulikirche:    29.  Nov.    Psalm  100  von  Mendelssohn. 

6.  Dec.  „Macht  hoch  die  Thür"  v.  M.  Hauptmann.  13.  Dec. 
„Hoch  thut  euch  auf"  v.  Gluck.  24.  Dec.  „Vom  Himmel  hoch" 
V.  Richter.    25.  Dec.     „Machet  die  Thore  weit"  v.  Drobisch. 

—  St.  Petrikirche:  29.  Nov.  „Jesu,  komm  doch  selbst  zu  mir" 
V.  Arcadelt.    6.  Dec.  Psalm  95  v.  Herzog.     13.  Dec.  „Das  ist 

fewissUch  wahr"  v.  Franke.    24.  Dec.  -Benedictus"  v.  Schu- 
ert.  —  St.  Marcuskirche:    24.  Dec.     „Die  schönste  Zeit,  die 
liebste  Zeit"  v.  Funke. 


OpernauffÜhrungen. 

November. 

Wien.  K.  k.  Hofopemtheater:  1.  Don  Juan.  2.  Die  Re- 
gimentstochter. 2.,  5.,  f.,  14.,  16.,  23.,  26.  u.  29.  Cavalleria 
rusticana.  3.  Der  Prophet.  6.  u.  25.  A'ida.  7.  Der  Dorfbarbier. 
9.  u.  19.  Lohengrin.  10.  Der  Trompeter  von  Säkkingen.  11.  Die 
Jüdin.  12.  Manon.  13.  Die  Königin  von  Saba.  15.  u.  24. 
Margarethe.  16.  Der  Wasserträger.  17.  Die  lustigen  Weiber 
vonWindsor.  18.  Das  goldene  Kreuz.  20.  Martha.  22.  Hamlet. 
27.  Romeo  und  Julie.    28.  Idomeneo.  30.  Die  Entführung  aus 

dem  Serail. 

December. 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  9.  Scenischer 
Prolog  u.  Don  Juan.    30.  Fra  fiiavolo. 

Carlsruhe.  Grossherzogl.  Hoftheater:  3.  Die  Legende 
von  der  heiligen  Elisabeth.  6.  Don  Juan.  10.  Scenischer  Pro- 
log und  Die  Entführung  aus  dem  Serail.  15.  Fra  Diavolo. 
18.  Fidelio.    21.  u.  27.  Cavalleria  rusticana.    26.  Undine. 


20 


Vermisohte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Dem  Fonds  für  das  in  Berlin  projectirte  Haydn- 
Mozart-Beethoven-Denkmal  sind  kürzlich  7000  Ji  als 
Beinertrae  zweier  Ck>ncerte  in  Berlin,  veranstaltet  von  der 
k.  Hochschale  für  Musik  und  der  Singakademie,  zugeflossen. 

*  In  Liverpool  wurde  eine  Musikschule  begründet, 
welche,  von  hervorragenden  Lehrkräften  unterstützt,  Unter- 
richt in  allen  musikalischen  Fächern,  mit  Ausnahme  der 
Blasinstmmente,  gewährt. 

*  Die  erste  diesjährige  Aufführung  der  Musikalischen  Ge- 
sellschaft zu  Cöln  am  2.  Januar  war  der  Erinnerung  an 
Bobert  Heckmann  geweiht,  welcher  dem  Verein  län^re  2^it 
als  Orchestermitglied  in  ernster  Pflichterfüllung  zugehört  hat. 
Das  Pro^amm  enthielt  Orchesterwerke  von  Beetnoven  und 
Grieg,  einen  Prolog  von  Fremery  und  eine  Reihe  Cla vier- 
stücke, von  Hm.  Prof.  Seiss  gespielt.  Am  11.  Juli  v.  J.  war  es 
das  letzte  Mal.  dass  Heckmann  eine  Aufföhrung  obiger  Ge- 
sellschaft durcn  sein  herrliches  Violinspiel  verschönte. 

*  In  Mailand  erlebte  am  29.  Dec.  Wagner's  ,,Tann- 
häuser"  die  erste  Aufführung  für  dort.  Die  Aufnahme  des 
Werkes  war  eine  ganz  enthusiastische.  Von  den  Darstellern 
zeichnete  sich  namentlich  Hr.  Scheidemantel  aus  Dresden  als 
Wolfram  aus. 

*  Im  Hoftheater  zu  Coburg  hat  H.  Hofmann*s  an- 
muthige  Oper  „Aennchen  von  Tharau"  bei  ihrer  neulichen 
Erstaufführung  einen  hübsch<;n  Erfolg  gehabt. 

*  G.  Reinecke's  neue  Oper  „Der  Gouverneur  von  Tours" 
ist  in  Leipzig  in  Vorbereitung.  Die  Hauptpartie  wird  Hr. 
Schelper  singen.  Die  Premiere  der  Novität  musste  infolge 
eines  Augenleidens  des  ausgezeichneten  Künstlers,  das  aber 
glücklicherweise  so  gut  wie  gehoben  ist,  um  einige  Zeit  ver- 
tagt werden. 

*  An  der  Grossen  Oper  zu  Paris  hatte  jüngst  die  Oper 
„Tamara **  von  Bourgault-Ducoudray,  welche  daselost 
zur  Premiere  gelangte,  einen  schönen  Erfolg  zu  verzeichnen. 


*  Massenet's  Opern  sind  in  Frankreich  sehr  in  Auf- 
nahme gekommen.  In  Nantes  fanden  kürzlich  bei  ihren  dor- 
tigen Erstaufführungen  der  „Cid"  und  in  Tours  „Manon" 
glänzende  Aufnahmen,  während  „H6rodiade"  in  Marseille 
triumphirt  und  „Esclarmonde"  ihrer  Erstaufführung  in  Bor- 
deaux im  Laufe  des  Januar  entgegensieht. 

*  Joh.Strauss'  schon  viel  besprochene  neue  Oper  „Ritter 
Pasman"  ist  am  1.  d.  Mts.  erstmalig  über  die  Bretter  der 
Wiener  Hofoper  gegangen  und  hat  einen  grossen  Local- 
erfolg  gehabt. 

*  Aus  der  Beethoven-Stiftung  des  Allgemeinen  deut- 
schen Musikvereins  sind  am  17.  Dec.  dem  Componisten  Hrn. 
Fei.  Draeseke  in  Dresden  und  demMusikschnftsteller  Hm. 
Dr.  Rieh.  Pohl  in  Baden-Baden  Ehrengaben  verliehen 
worden,  und  zwar  1000  Ji  dem  Ersteren  und  500  Ji  dem 
Letzteren. 

*  Hr.  Kammervirtuos  G.  Ferling  in  Stuttgart  erhiek 
anlässlich  seines  40jährigen  Dienstjubiläums  die  grosse  goldene 
Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft  vom  König  ver- 
liehen. 

Todtenliste.  Prof.  Ed.  H  i  1 1  e,  Organist  und  Universitäts- 
musikdirector  in  Gt)ttingen,  f,  69  Jahre  alt,  kürzlich  daselbst. 
—  Alfred  Cellier,  Theatercapellmeister,  Componist  von 
Opern,  Operetten  und  Vaudevilles,  welche  ihn  populär  ee- 
macht  haoen,  f,  47  Jahre  alt,  in  London.  —  Jules  Lalle- 
mand,  Musikdirector,  wurde  während  er  ein  Gartenconcert 
leitete,  zufällig  erschossen,  in  Rio  Janeiro.  —  Thomas  Henry 
Weist  Hill,  der  Gründer  und  Leiter  der  Guildhall  School  of 
Music  in  London,  vortrefflicher  Geiger,  Orchesterdirigent,  f, 
64  Jahre  alt,  dieser  Tage  in  London.  —  Grandjany,  Orga- 
nist an  der  Kirche  St.  Vincent-de-Paul,  Begleiter  an  der  Ko- 
mischen Oper  und  Solfeggienprofessor  am  Conservatorium  in 
Paris,  t,  noch  nicht  30  Jahre,  in  gen.  Stadt.  —  Henri  de  la 
Pommeraye,  musikalischer  Kritiker  des  Journals  „Paris^, 
Professor  der  Geschichte  der  dramatischen  Kunst  am  Pariser 
Conservatorium,  f  io  Paris. 


Offener  Sprechsaal. 


Ziun  Capitel  der  „Nacheinpfiiidiuia:^^ 

In  dem  Artikel  der  No.  5Q  des  „Musikalischen  Wochen« 
blattes'',  welcher  obige  üeberschrift  trägt  und  zu  dessen  Ver- 
fasser der  Unterzeichnete  sich  hiermit  ausdrücklich  bekennt, 
ist  von  einem  „Plagiate*'  gar  nicht  die  B>ede,  wohl  aber  vom 
„Nachempfinden"  fremden  Gutes.  Dass  Hm.  Dr.  H.  Beimann 
bei  Fertigstellung  der  beiden  Lieder  aus  Schemelli^s  Samm- 


lung meine  Bearbeitungen  derselben  Nummern  schwarz  auf 
weiss  nicht  vorgelegen  nahen,  will  ich  ihm  glauben,  weil  er 
es  versichert;  dann  spielte  ihm  aber  sein  treues  Gedächtniss 
einen  fettalen  Streich;  denn  dass  er  meine  Sammlung  der 
geistlichen  Lieder  Seb.  Bach's  gekannt  hat,  wird  er  schwer- 
uch  in  Abrede  stellen  können.  Da  ich  mich  nun  auf  die 
Kritik  in  Notenköpfen  besser  verstehe,  als  auf  einen  weit 
ausgesponnenen  Wortschwall,  so  erlaube  ich  mir  in  Noten- 
schrift einige  Beispiele  vorzuführen,  die  in  das  Capitel  der 
„Nachempfindung"  zu  gehören  scheinen;  der  Deutlichkeit 
wegen  stelle  ich  sie  einander  gegenüber. 


Robert  Franz. 


fel^^;im 


533 


fea 


fe 


li-ffll^ii'^ir-^'^ 


S 


In  dem  Liede:  »Liebster  Herr  Jesu«  lauten  die  Takte  9 — lt>: 
Heinrich  Iteimann. 


i  '     I       1 


5EIL_3_      tü~5i 


fe=j^ 


21 


Im  11.  Takte  der  Sobemelli'scben  Sammlung  setze  ioh  statt 
des  ersten  Viertels  e  ein  es,  —  Hr.  Dr.  Eeimann  leistet  mir 
hierin  Nachfolge.     Im  14.  Takte  schreibt  Bach's  Bezifferong 

n^über  dem  8.  Achtel  des  Basses  vor;   ich  erhöhe  das  c  erst 

auf  dem  4.  Achtel  —  dasselbe  thut  Hr.  Dr.  Reimann,  indem 
er  das  b  in  h  verwandelt.  Der  Hauptunterschied  zwischen 
der  Beimann'schen  Harmonisirun^  und  der  meinigen  besteht 
darin,  dass  Jene  bald  drei-,  bald  vier-,  ja  ftinf-  und  sechs- 
stimmig wird,  während  docn  der  Continuo  auf  die  Vierstim- 
migkeit angelegt  ist. 

Ein  weiteres  Beispiel  der  „Nachempfindung"  liegt  im 
19.  Takte  meines  Tonsatzes,  im  21.  Takte  des  Reimann'schen, 
in  nachfolgendem  Contrapuncte  vor: 


R.  F. 


H.R. 


M4J^ 


2rK 


^^ 


Mag  nun  auch  ein  Körnchen  Wahrheit  in  der  Behaup- 
tung jener  „klugen  Leute"  verborgen  liegen,  dass  bei  ge- 
f  ebener  Melodie  und  beziffertem  Basse  übereinstimmende 
Lusdrucksformen  zweier  Bearbeiter,  die  von  einander  gar 
Nichts  wissen,  erzielt  werden  können,  so  verhält  sichs  doch 
anders  bei  dem  Volksliede  „Scheiden  und  Meiden",  das  ich 
zur  Illustration  meiner  Beziehungen  zu  dem  „Deutschen 
Volks-  und  Kirchenliede"  för  die  Brochure  A.  Saran*s  bear- 
beitete. Die  Melodie  des  Lochheimer  Liederbuches  musste 
zunächst  mit  einie;en  Modificationen  in  den  modernen  Rhyth- 
mus —  ich  entschied  mich  für  den  •/s-Takt  —  £;ebracht  und 
dann  zu  ihr  ein  gehaltvoller  Bass  eriunden  werden,  aus  wel- 
chen Vorlasren  die  Mittelstimmen  wie  von  selbst  resultirten. 
Dies  Alles  nat  sich  Hr.  Dr.  Reimann  in  seiner  Bearbeitung 
zu  Oemüthe  geführt.  Den  Rhythmus  bildete  er  dem  meinigen 
nach,  mit  Ausnahme  eines  ein^^eschobenen,  recht  lahmen  74- 
Taktes;  dasselbe  Schicksal  ernihr  der  Bass  mit  seinen  Har- 
monien, die  zum  Unterschiede  von  den  meinigen  in  Klim- 
pereien aufgelöst  wurden.  Wie  weit  die  ConformitÄt  jg^ht, 
mögen  einige  Beispiele  zeigen.  Takt  17  in  meiner  Bearbeitung 
und  Takt  18  in  der  Reimann'schen  laaten: 


fl.  R. 


Sapienti  sat! 

Auch  das  Lied:  „Komm,  süsser  Tod"  enthält  in  der  Be- 


arbeitung des  Hm.  Dr.  Reimann  gar^  manches  zum  Capitel 

Tachempfindung"  G  ' 
genügen.    T£^  9  s^reibt  die  Schemelli'sche  Sammlung  im 


der  „Nachempfindung"  Gehörende.     Einige  Beispiele  mögen 


zweiten  Viertel  des  Basses  ein  f  vor;  ich  verwandelte  das- 
selbe in  fls.  —  Hr.  Reimann  schliesst  sich  diesem  Vorgange 
an.  —  Takt  13  lautet  mein  Tonsatz: 


^ 


r«f    r 


R.  F. 


der  des  Herrn  Dr.  Keimann:       Takt  22  bringe  ich  in  der  Melodie  folgende  Verzierung  an: 


1^ 


k=i- 


■l 


f 


m 


t 


# 


f 


Die  gleiche  findet  sich  im  23.  Takte  der  Reimann'schen  Be- 
arbeitung vor.  —  Takt  28  meiner  Bearbeitung  und  Takt  24 
der  Reimaim.^SGhen  stimmen  Note  für  Note  mit  einander 
überein.    Man  vergleiche: 


Die  verdeckten,  sehr  übel  lautenden  Octaven  im  14.  Takte  der 
Reimann'schen  Bearbeitung  finden  sich  allerdings  in  der 
meinigen  nicht  vor.  — 


R.  F. 


Takt  16  setze  ich: 
R  F. 


^^ 


Herr  Dr.  R.  schreibt 


H,B. 


I^J     I'    J     -fTd= 


Endlich  legte  ich  im  vorletzten  Takte  einen  Verschlang  ein, 
um  die  Melodie  geschmeidiger  zu  gestalten:  Hr.  Dr.  Reimann 
adoptirt  gleichÜEklls  denselben.  Dies  kleine  Nötchen  ist  aber 
ein  schlimmerer  Verräther,  als  alles  Uebrige! 


Die  Quinten-Parallelen  sind  jedoch,  wie  ersichtlich,  in  meiner 
Fassung  nicht  vorhanden.  —  Mit  totaler  Blindheit  müsste 
geschlagen  sein,  wer  es  nicht  wahrnähme,  dass  sichs  hier  nur 
um  das  Capitel  der  „Nachempfindung"  handelt.  Dergleichen 
Leistungen  können  vielleicht  Leuten,  die  Nichts  von  der  Sache 
verstehen,  die  Augen  blenden,  —  Kennern  schwerlich! 


S./V^'V^'^N 


Halle,  den  26.  Dec 
1891. 


Robert  Franz. 


B  T*  i  e  f*k  asten. 


F,  G.  in  /^,  Die  jetzt  cursirende  Nachricht,  dass  Sarasate 
nur  noch  eine  Concerttourn^  zu  machen  und  sich  dann  ins 
Privatleben  zurückzuziehen  beabsichtige,  ist  wahrscheinlich 
nur  ein  Tric  des  Impresarios  und  seiner  Helfershelfer,  um  für 
die  bevorstehenden  Concerte  des  Künstlers  das  liebe  und  so 
gläubige  Publicum  heranzulocken. 

Af.  in  Ch,  Mehr  als  eine  gewandte  und  witzige  Feder 
st  uns  bei  unseren  Mitarbeitern  ehrliche  und  charakt^rtüch- 


tige  G^innung  werth.  —  Ihre  dem  mittlerweile  verstorbenen 
Halm  zugedachte  freundliche  Gabe  werden  wir,  Ihres  Ein- 
verständnisses im  Voraus  sicher,  dessen  in  dürftiger  Lage  be- 
findlicher Familie  übermitteln. 

^.  C.  in  B,  Auch  wir  verstehen  die  auffällige  Wand- 
lung nicht,  die  in  diesem  Betreff  sich  bei  dem  Genannten 
vollzogen  nat. 

F.  F.  in  /.    Eingetroffen! 


Auxelffeu. 


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stimmen  12  Jt  Ausgabe  mit  Ciavier  7  Jt 
Die  „Cölnische  Zeitung"  vom  18,/lB.  91  schreibt  über  das 
vom  Componisten  im  OUrzenichconcert  gespielte  Werk  u.  A.: 
„Der  Mittelsatz  offenbart  eine  echt  poetische  Stimmung  und 
eine  gleichbleibende  melodische  Schönheit,  die  vorübergehend 
vor  dem  Wiedereintritt  des  ersten  Themas  in  den  dissonirenden 
Blftser-Accorden  vielleicht  zn  sehr  getröbt  wird,  die  aber  gleich 
darauf  in  wahrhaft  Uberraacb ender  Weise  wieder  hervorbricht. 
Mäohstdem  möchte  der  1.  Salz  wegen  der  Vornehmheit  seiner 
Erfindung  und  des  Beizee  seities  2,  Themas  Werthschätzung 
verdienen.  Jadenfallsdarfdasganze  Werk,  das  die  eingeh endst« 
Kenntntäs  des  Instruments  verräth,  sehr  discret  instramentirt 
ist  und  beimPublicum  eine  freundliche  Aufnahme  fand,  der  Be- 
achtung aller  Violoncellisten  empfohlen  sein.  Hr.  Kensburg 
Kielte  es  mit  technischerUeisterschaftundgrosser Innigkeit  im 
in."  (Durch  die  vom  Componisten  den  schweren  Steilen  bei- 
gil^lgten  Erleicht^rungsfignren  wird  das  Concert  auch  besseren 
LIettanten  zugänglich.) [25b.] 

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Holunann's  Violinsehnle, 

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El  Heim. 

Hm  rnEkt-HiMilii  <»  1  Baorii  3  ^,  li  S  IbHio  |e  1  Ji 

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Hohmann'eche  Viohusohnle  weist  in  der  Umarbeitung 
durchHeim  viele  und  bedeutende  Vorzug«  auf,  istaber 
in  der  Anlage  und  Hefteintheilung  diesdlbe  geblieben. 

Die  Uebungen  sind  strenger  nnd  methodlsolier 
geordnet,  durch  erläuternden  Text  (in  neuer  Recht- 
schreibung) miteinander  verbunden;  Fingersatz  und  Bo- 
genstrich entsprechen  den  heutigen  Anforderungen  et«. 

Dass  trotz  der  vielen  wesentlichen  Verbesserungen, 
der  Er  Weiterung  von  131)  auf  164  Seiten  nnd  der  schöneren 
Ausstattung  der  Preis  filr  das  ganze  Werk 

von  9  auf  3  M.,  für  die  5  Hette  von  je  2  auf  IM., 

herabgesetzt  ist,  wird  gewiss  dazu  beitragen,  der  wohl- 
durchdachten Arbeit  zu  den  zahlreichen  Jten  Freunden 
viele  neue  zu  gewinnen.  [29.] 

Herr  Semlnarlehrer  Fiel,  kgl.  Musikdirector  in  Bop- 
pard, nennt  sie  „eine  wirklich  tQoht Ige  Schule 
mit      ausserordentlich       werthToliem. 
wohlgeordnetem   Uebangsmaterial". 
D^^  Ansiohtsendung  steht  gerne  zn  Diensten.  "^11 

Vertag  von  P.  J.  Tonger  in  Cöln. 


Moriz  Rosenthal. 

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Schindlep,  Anleitung  fOr  Streichmelodlon 
Schubept,  Oboe-Schule.    Op.  66.    3.  Aufl 

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2,26 
0,76 
2,70 
2,25 
2,25 

8- 
0,76 

2^26 
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0,90 
0,90 
2,25 
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No.  4.    April.    Schneeglöckchen.    J(  —,80. 
No.  6.    Mai.    Helle  Nächte.    Ji  —,80. 
No.  6.    Juni.    Barcarole.    Ji  1,—. 
No.  7.    Jnli.    Lied  des  Schnitters.    J(  —,80. 
No.  8.    Anlast.    Die  Ernte.    Ji  1,—. 
No.  9.    September.    Jagdlied.    Ji  —,80. 
No.  10.  October.    HerhsUied.    Ji  —,80. 
No.  11.  November.    Troika-Pahrt    Ji  1,—. 
No.  12.  Deeember.    Weilmachten.    Jü  1,—. 

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FSrJaiimtiliukiTKlnUin 

tntiQiBtt  ZüBiiiniiiEi  siid  u 
iBHi  Eilicieiu  u  lAnuiru- 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Keäacteur  und  Verlegen 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Köiilgsstrasse  6. 


VA 


^«' 


xm  Jahrg.] 


rnhklt:    Du  Lisd 


Du  Hnaikaliiche  Wochenblatt  erscbeint  jatirlich  id  53  Nammem.  Der  AbonnenieDtibetnu 
fnr  das  Quartal  von  13  NummeTO  ist  2  Mark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
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Die  Insertion^eDübraD  mr  den  Raum  einet  getpalteueu  Fetitzeile  betragen  90  Ffennige, 


[Ho. 


Du  Lisd  von  den  alsben  Worten  des  Erlösers  sm  Kreuze.  Von  Dr.  Peter  DmffeL  (Port«atznng.)  —  TagesEeachlchCe :  Unsikbrlefe  aasFrauk- 
rnrt  B.  U.  (SohlnM)  und  Wien  (Fortselzung).  —  Bsrlchte.  —  OencerUmuchan.  —  BnHBRemauta  and  Outspiele  in  Oper  und  Conoert.  — 
Klrabaniniulk.    —   Openianfnihrangen.   —  AnfeefUhrte  Hovltiteii.  —  Vermischta  Hllthallungen  und  Notizen.  —  Krltlscbai  Anhang-   Oon. 


n  Alois  BsohendorT  and  Jose  Tlenna  da  Hotta.  —  Bilafkasten,  - 


D«s  Li«d   von  den  sieben  Worten  des  Erlösers 
am  Kreuze. 

VoQ  Dp.  Petep  DruBTal. 

(ForteetzoDg.) 

Von  verschiedenen  Seiten  aber  ist  behauptet  worden, 
unser  Lied  sei  ursprünglich  nach  der  Melodie  „Es  wohnet 
Lieb  bei  Liebe"  gesungen.  Veranlassung tfhierzu  gibt 
allerdings  ein  Einzeldruck  ans  dem  Jahre  1515: 

Zwo  Lieder,  von  den  syben  Worten  JEbu 
Christi,  Tnd  von  den  zehen  Oebotten  QOttes  aus 
der  Bibel  gezogen  durch  Johann  Böachenstain. 
In   dem  Thon   Es  wohnet  Lieb  hey  Liebe. 

Diese  Lieder  sind: 


Po  Jbesns  an  dem  crentze  stannd 
vtind  im  sein  leichnam  was  verwandt  • 
so  gar  mit  pittem  sehmertzen, 
Die  siben  Wort  die  der  Herr  da  sprach 
die  betracht  in  Deinem  Hertzen. 


Wölt  ir  mich  merckon  eben 
vnd  wölt  mich  recht  verstan 
So  will  ich  euch  gern  singen 
das  best«  so  ich  kan. 
Ich  erkenn  es  sey  der  wille  gots 
das  wir  mit  fleiss  solln  halten 
die  heiligen  zehen  gebot. 


Das  Lied  aber,    wonach    1  und  2   gesangen  worden 
sein  sollen,  lautet: 


Cs  wohnet  Lieb  bei  Liebe 

das  bringt  gross  Herzenlayd 

Ein  edle  Herzoginne 

ein  Ritter  hochgemait 

Sie  hatten  einander  von  Herzen  lieb 

vnd  kunntes  vor  grosser  Hate 

zusammenkommen  nie. 

Man  ersieht,  dass  wohl  das  zweite  der  Lieder  nach 
der  Melodie  des  dritten  gegangen  werden  konnte,  nimmer- 
mehr aberdas  fünfversige  erste  nach  dem  siebenversigen 
dritten. 

Dass  das  Lied  von  den  Zehn  Geboten  (No.  2)  in  dem 
angegebenen  Tone  gesungen  wurde,  bekunden  noch  zwei 
andere  Einzeldrucke  aus  dem  Anfange  des  16.  Jahr- 
hunderts : 

a)  Die  zehen  gebot  auss  der  bibel  gezogen  durch  Johann 
Böschenstain  priester,  In  der  tageweiss  Es  wona(  lieb 
bey  liebe,  das  pringt  gross  berzenlaydr  Ge- 
truckt  zu  Ängspnrg  durch  Erhart  Oglin. 

b)  Ain  hübsch  hed  von  den  zehen  geboten  In  der  tage- 
wyss  Es  wonet  lieb  hei  liebe  Das  bringt  gross 
hertzentayd. 

Offenbar  ist  der  Titel  jenes  Einzeldruckes  aus  dem 
Jahre  1515  ungenau:  die  Angabe  des  „Tones"  kann 
sich  nur  auf  das  zweite  der  Lieder  beziehen^  vielleicht 
ist  s(^ar  der  ganze  Zusatz  „aus  der  Bibel  gezogen"  etc. 


äd 


nur  von  dem  zweiten  tiede  (dem:  von  den  Zehn  Ge- 
boten) gemeint,  und  hiernach  J.  Böschenstain  gar  nicht 
einmal  der  Dichter  des  ersten  Liedes,  sondern  nur  der 
des  zweiten. 

Jedenfalls  hatte  das  Lied  „Da  Jesus  an  dem  Kreuze 
stund **  schon  1515  seinen  eigenen  „alten  Ton'';  dieser 
war  von  altersher  auch  so  bekannt,  dass  die  Tonangabe 
überflüssig  erscheinen  durfte.  Das  beweisen  auch  die 
Titel  zweier  anderen  Einzeldrucke  des  Liedes  aus  dem  Be- 
ginne des  16.  Jahrhunderts,  die  ohne  jede  Tonangabe 
sind,  nämlich: 

a)  Ein  gaistlich  lied  von  den  syben  wortten  die  got  der 
herr  sprach  an  dem  stammen  des  heyligen  creut^. 
^o  Jnesus  an  dem  creutze  stunnd'*. 

b)  £in  geistlich  Lied  von  den  Syben  wortten,  die  der  Herr 
Jhesus  Christus  Vnnser  erlöser  am  creutze  sprach. 

Wohlgemerkt  auch,    dass  J.  Böschenstain  hier  als 
Dichter  des  Liedes  nicht  genannt  wird. 
Text  und  Melodie  sind  eben  älter! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 

Mu8ikbriefe. 

Frankfurt  a.  M.,  im  December. 

(Schluss.) 

Einen  uneetrübten  Genuss,  bei  welchem  das  kritische 
Gewissen  des  Keferenten  ruhen  durfle,  gewährte  wieder  das 
CJoncert  des  Gesangchores  des  hiesigen  Lehrer-Ver- 
eines. Dank  dessen  ausserordentlicher  Schulung  durch  seinen 
Dirigenten  Hm.  Director  Maximilian  Fleich  sind  „ZutUilig- 
keiten",  wie  sie  bei  jedem  grössern  Vocaikörper  unvermeid- 
lich erscheinen,  hier  ganz  ausgeschlossen,  und  die  Ge&üiige 
vollziehen  sich  bei  dem  Chore  und  seinem  Leiter  ungeachtet 
der  feinsten  dynamischen  Schattirungen  und  geistigen.  Belebung 
selbst  auf  den  schwierigsten  contrapunctischen  Irrwegen  mit 
einer  Kühe  und  Sicherheit,  weiche  neben  dem  Genüsse  der 
Receptivität  auch  das  Gefühl  reinsten  Wohlbehagens  erzeugen. 
Es  gereicht  dem  Vereine  zum  Buhme,'  dass  das  hervorragende, 
alle  Schwierigkeiten  leicht  überwindende  Können  den  Eifer 
in  keiner  Weise  gemindert  hat  und  jeder  Novität  das  pein- 
lichste Studium  gewidmet  wird.  So  waren  denn  auch  der 
von  Eduard  Kremser  für  Oichester  und  Orgel  bearbeitete 
Gyklus  von  sechs  Altniederländischen  Volksliedern  aus  der 
Sammlung  des  Adrianus  Valerius  vom  Jahre  iH26  —  eine 
entzückende  Perle  der  Männergesang  -  Litteratur  — ,  der 
ergreifende  a  capella-Chor  „Schlafwandelt  von  Friedrich  Hegar, 
die  überaus  geschickt  und  geschmackvoll  iur  Männerchor  und 
Baritonsolo  von  E.  Hunperdinck  bearbeitete  Serenade  von 
Gouuod  und  die  von  Liszt  für  Tenorsolo,  Chor,  Orchester  und 
Orgel  bearbeitete  „Allmacht"  von  Franz  Schubert  von  vollster, 
zum  Tbeil  hinreissender  Wirkung.  Die  Soli  waren  den 
bewährten  Kräften  unseres  hohen  künstlerischen  Zielen  nach- 
strebenden Opernsängers  Hm. Franz  Na val  und  des  verdienten 
Vereinsmitgliedes  Hrn.  Adolf  Müller  anvertraut.  Ein  sehr 
glücklicher  Gedanke  war  es,  sich  die  Mitwirkung  des  vielbe- 
gehrten jungen  Otto  Hegner  zu  sichern.  Ein  phänomenales 
Wunder  und  ein  Kind  —  und  doch  kein  „Wunderkind". 
Die  ganz  unglaublichen  geistigen  und  physischen  Leistungen 
des  kleinen  Schweizers  sind  von  Dressur  nicht  angekränkelt, 
es  spiegeln  sich  vielmehr  geistige  Selbständigkeit  und  spon- 
tanes, oft  sogar  etwas  willkürliches  Empfinden  in  dem  Spiele 
des  schönen  Knaben  wieder.  Chopin's  EmoU-Concert  und 
Stücke  von  Mendelssohn,  Chopin,  Liszt  und  Tausig,  Alles  ohne 
Noten  mit  verblüffender  Sicherheit  gespielt,  fanden  den  ver- 
dienten rauschendsten  Beifall,  Um  unliebsamen  Schlussfolge- 
ruiigen  vorzubeugen,  sei  hier  noch  des  zweiten  Concertes  des 
Theater-Orchesters  unter  der  Leitung  des  Hrn.  Capell- 
meister  Dessoff  erwähnt.  Leider  waren  wir  dem  Concerte 
beizuwohnen  gehindei't,  da  wir  das  sehr  schnell  vergriifene 


Abonnement  versäumt  haben  und  andere  uns  zusagende  Plätze 
nicht  mehr  zur  Verfügung  stehen;  es  ist  uns  indessen  im 
Eiiiklange  mit  der  hiesigen  Kritik  bestätigt  worden,  dass  die 
Vorführungen,  vor  Allem  Geldmarkts  „Prometheus**-Ouverture 
und  Beethoven's  Bdur-Symphonie,  einen  in  jeder  Beziehung 
trefflichen  Eindruck  hervorgerufen  haben. 

Von  der  Oper  vermögen  wir  nach  wie  vor  nichts  Wesent- 
liches zu  berichten;  es  bleibt  Alles  bei  dem  Alten.  Man  hat 
wohl  in  der  Person  des  Hm.  Kumpel  aus  Graz  mit  nicht 
unbedeutender  Gage  einen  dritten  CapeUmeister  herangezogen, 
für  welchen  man  jetzt  allerdings  kerne  Beschäftigung  findet, 
und 'der  vollständig  feiern  könnte,  wenn  ihm  nicht  Hr. 
CapeUmeister  Dessolf  mitunter  die  einmalige  Direction  einer 
Oper  abzutreten  liebenswürdig  genug  wäre.  Lidessen  ent- 
behren wir  auch  heute  noch  nach  Jahre  langem  Laviren 
einer  ersten  dramatischen  Sängerin  und  sind  daher,  wollen 
wir  grosse  Werke  wie  den  „Nibelungen-King**  etc.  hören,  nach 
wie  vor  auf  die  kleinen  benachbarten  Hoftheater  in  Darm- 
stadt, Carlsruhe  und  Weimar  angewiesen.  Wahrlich,  der 
Ehrgeiz  unserer  Opemleitung  und  der  Scharfblick  der  Neuen 
Theater-Actiengesellschaft  müssen  sich  in  überaus  bescheidenen 
Grenzen  bewegen,  wenn  die  maassgebenden  Factoren  nicht 
einsehen  wollen,  dass  die  hiesigen  Opemzustände  dem  Glänze 
und  den  Mitteln  Frankfurts  in  keiner  Weise  entsprechen. 
Es  genügt  nicht,  „das  Geschäft**  prosperiren  zu  lassen,  auch 
die  Kunst  und  die  Bildung  des  Pubiicuras  sollen  erfordert 
werden!  Was  beweist  eine  vereinzelte  treffliche  Leistung 
gegenüber  dieser  künstlerischen. Passivität,  dieser  vollständi- 
gen Gleichgiltigkeit  gegen  höhere  Ansprüche?  Wir  haben  in 
LJebereinstimmung  mit  vielen  Kunstfreunden  an  dieser  Stelle 
bereits  so  oft  auf  eine  Beorganisation  unseres  ganzen  Opern  wesens 
gedrungen^  dass  wir  nur  noch  mit  Widerwillen  und  aus  ehr- 
lichem Pfiichtgefühl  auf  diesen  Punct  zurückkommen.  Dass 
der  bei  Beginn  der  Saison  wie  schon  öfters  in  Aussicht  ge- 
stellte „Barbier  von  Bagdad**  auch  für  dieses  Jahr  wieder 
von  dem  Repertoire  abgelegt  ist,  befremdet  uns  nicht  mehr, 
und  sind  wir  auch  völlig  darauf  gefasst,  dass  der  angekündigte 
„Benvenuto  Cellini**  nicht  herausgebracht  wird;  haben  doch 
auch  die  für  die  internationale  elektrische  Ausstellung  mit 
Emphase  angekündigten  Vorstellungen  der  „Nibelungen**- 
Tetralogie  zu  Gunsten  des  Ballets  „Excelsior**  nicht  stattge- 
funden! Wozu  sollte  man  auch  em  so  überaus  vornehmes 
W^erk  wie  dis  Oper  von  Cornelius  oder  den  genialen  „Cellini** 
einstudiren?  Vercli*s  brutaler  „Hernani**  ist  jedenfalls  bequemer 
und  nach  Ansicht  der  nur  lür  ihren  speciellen  äusserlichen 
Erfolg  besorgten  Sänger  sicher  auch  viel  dankbarer!  Das 
Opernhaus  hat  ja  sein  festes  Abonnement,  was  braucht  man 
sich  mit  Gluck,  Boieldieu,  Marschner  und  Spohr  zu  quälen? 
Meyerbeer  ist  doch  der  „alleinseligmachende*",  dessen  Opern 
„stehen** ;  und  führt  man  noch,  nicht  aus  Pietät  für  die  Werke, 
sondern  um  neben  der  unverwüstlichen  „Cavalleria  rusticana** 
den  Abend  zu  füllen,  „Joseph  in  Egypten**  oder  den  „Wasser- 
träger** in  übereilter  Einstudirung  aut,  so  hat  man  allen  höheren 
Ansprüchen  genügt.  In  diesem  jeden  festen  künstlerischen 
Gesichtspunct  anssch liessenden  Spielplan  nahm  der  neu  einstu- 
dirtenGolo**  des  hier  amtirendenHrn.i:*rofessor  Bernhard  Scholz 
eine  eigenthümliche,  last  verschämte  Stellung  ein.  Schrieben 
wir  heute  186 1  und  nicht  L89L,  so  wäre  die  Wiederaufnahme 
des  Werkes,  eines  Nachklanges  der  romantischen  Epoche 
eines  Schumann  und  Marschner,  sicher  nicht  ohne  jeden  Er- 
folg geblieben.  Die  Oper  ist  keineswegs  der  sog.  Gapell- 
meistermusik anzureihen  und  enthält  an  keiner  Stelle  Banales 
oder  Keminiscenzen.  Manches  ist  offenbar  auch  selbst  empfun- 
den, nichtblos  nachempfunden.  Hätte  Wagnernicht  gelebt,  wir 
würden  uns  heute  des  „Golo**  als  einer  durchaus  achtbaren 
Epigonenarbeit  erfreuen  können;  indessen  der  Oper  fehlt  das 
Meiste,  was  wir  heute  von  einem  modernen,  den  Genius  eines 
Mozai*t  nicht  ausstrahlenden  Werke  beanspruchen,  vor  Allem 
glänzende  Instrumentation  und  prägnante  Charakteristik.  Es 
ist  merkwürdig,  wie  das  Werk  mit  den  Jahren  verblasst  er- 
scheint! Noch  1875  machte  die  Oper  bei  ihrer  Au&'ührang 
in  Cassel,  obschon  wir  mit  Wagner^s  Schöpfungen  genau 
vertraut  waren  und  wie  heute  begeistert  seinem  Genius  hul- 
digten, auf  uns  nicht  nur  vorübergehenden  Eindruck,  und 
manche  Stellen,  wie  z.  B.  Siegfried's  Wiedersehen  mit  Gtonovefe^ 
erweckten  in  uns  wegen  ihrer  reinen  Schmucklosigkeit  auf- 
richtige Hührung.  Wenn  wir  jetzt  nicht  mehr  derselben 
Regung  fllhig  sind,  könnte  es  vielleicht  an  uns  selbst  liegen, 
indessen  beweist  die  gleiche  Enipfinduug  Derjenigen,  denen 
das  Werk  bisher  fremd  geblieben,  denn  doch,  dass  wir  auch 
hier  mit  einer  Thatsache  zu  rechnen  haben,  welcher  wir  in 


27 


KuDSt  und  Politik  gleichmässig  begegnen.  Eine  übergrosse 
geniale  Erscheinung  drängt  achtungswerthe,  aber  nicht  vom 
Genius  inspirirte  Gebilde  in  den  Hintergrund,  und  die  an  den 
Maassstab  des  Ersteren  gehöhnte  Mitwelt  beurtheilt  minder- 
werthige ,  aber  immer  noch  anerkennenswerthe  Werke  nicht 
mehr  gerecht ,  indem  sie  ihnen  jede  Bedeutung  abspricht. 
Das  verdient  aber  ein  so  achtbares  Werk  wie  „Golo"  nicht, 
und  wenn  dasselbe  trotz  der  glänzenden  Wiedergabe  durch 
die  Damen  Schröder-Hanfstaengl  und  Luger,  sowie 
Hrn.  von  Bandrowski  nach  wenigen  Vorstellungen  auch 
schon  von  dem  Kepertoire  verschwunden  ist,  so  wird  es  in 
der  Kunstgeschichte  doch  immerhin  Zeugniss  von  dem  ernsten 
Streben  eines  Künstlers  ablegen.  Vielleicht  ist  es  die  Miss- 
stimmung über  den  lauen  Erfolg  .seines  „Golo",  welche  den 
Hm.  Professor  Scholz  in  seiner  Eigenschaft  als  Director  des 
Hoch -Conservatori ums  e^elegentlich  der  Mozart- Feier  seinen 
Schülern  gegenüber  zu  den  gröbsten  Ausf^len  gegen  Brichard 
Wagner  veranlasst  hat.  Man  kann  Hrn.  Scholz  nur  bedauern, 
wenn  er  den  reinen  Genius  Mozart's  feiern  oder  vielleicht  auch 
die  Bedeutung  eines  anderen  ihm  recht  nahe  stehenden  Compo- 
nisten  dadurch  erhöhen  zu  können  vermeint,  dass  er  Wagner 
„Entwürdigung  der  Kunst  durch  den  Schrei  thierischer  Leiden- 
schaft** und  andere  Liebenswürdigkeiten  ins  Grab  nachwirft. 
Hr.  Professor  Scholz  ist  nicht  der  Mann,  welcher  die  Ent- 
wickeluu^  der  Kunst  oder  die  grossartigen  Erfolge  des  titanen- 
haftt^n  Künstlers  nach  irgend  einer  Richtung  durch  Wort 
oder  Ton  beeinflussen  könnte,  und  es  steht  jedem  unbefangenen 
Musikfreund  nur  an,  mitleidig  in  die  Worte  Wotan's  einzu- 
stimmen, als  er,  nach  dem  Fluche  Alberich ^s  in  die  Betrachtung 
des  Ringes  verloren,  von  Logo  gefragt  wird,  ob  er  dem 
Liebesgrusse  gelauscht.  B. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Mit  der  Schilderung  der  sensationellen  Erstaufführung  von 
Bruckner's  Erstlingss^mphonie  habe  ich  die  Leser  in  medias 
res,  d.  h.  mitten  hinein  in  unsere  Concertsaison  geführt,  von 
dei^  es  ja  auch  sonst  allerlei  Interessantes  zu  berichten  gibt. 
Wie  in  Leipzig  das  erst«  Gewandhausconcert,  so  bezeichnet  in 
Wien  das  erste  Philharmonische  regelmässig  den  Anfang 
der  Saison:  Gherubini's  „Anakreon"-Ouverture  —  ein  bereits 
stark  abgerittenes  Paradepferd  unserer  Philharmoniker:  wir 
hörten  das  Stück  von  den  Herren  heuer  zum  13.  Male  — , 
J.  S.  Bach 's  Passacaglia  in  H.  Esser's  gediegener  Orchestri- 
rung,  Berlioz'  „König  Lear**-Ouverture  (trotz  einiger  wunder- 
lich oder  naturalististisch  klingenden  Stellen  doch  ein  ent- 
schieden geniales  Werk!)  und  zum  Schluss  die  Adur-Sym- 
phonie  Beethoven's  bildeten  das  Programm  unseres  Eröfliiungs- 
concertes.  Von  Ende  November  an  stand  die  Saison  fast 
vollständig  unter  dem  Zeichen  Mozart's,  die  Trauerfeier,  gel- 
tend dem  am  5.  December  1891  sich  zum  hundertsten  Male 
jährenden  Todestage  des  Meisters,  das  allgemeine  Bestreben 
des  modernen  Wien,  die  Geringschätzung,  welche  das  alte  Wien 
dem  grossen  Tondichter  bezeugt,  nunmenr  in  glänzender  Weise 
wett  zu  machen,  regte  eine  wahre  Fluth  von  Mozart- Auffüh- 
rungen an,  von  denen  Manche  den  Besuchern  Gennss  und 
Erhebung  bereiteten.  Andere  weniger  glückten  und  sich  nicht 
gerade  geeignet  erwiesen,  den  Rimm  Einer  der  ersten  Musik- 
stAdte  der  Welt  zu  erhöhen.  Ein  wahrhaft  würdiges  Mozart- 
Cioncert  war  das  zweite  Philharmonische:  die  weihevolle 
Maurerische  Trauermusik,  das  Adagio  und  die  Fuge  in  Cmoll 
fiir  Streichquartett  (ursprünglich  iür  zwei  Cla viere  comnonirt) 
in  verstärkter  Besetzung  gespielt,  zwei  hochemste  Stücke, 
welche  zeigen,  was  Mozart  auch  als  Nachfolger  Bach 's  zu 
leisten  im  Stande  war,  dann  noch  die  unverwelklich  blühende 
Esdur-Symphonie,  alles  Dies  wurde  unter  Hans  Richter's 
Leitung  mustergiltig  aufgeführt.  Zwischen  den  reinen  Instru- 
mentalnummem  stand  das  letzte  der  Mozart'schen  Clavier- 
concerte  (Bdur,  in  seinem  Todesjahr  1791  geschaffen),  nicht 
zu  den  bedeutendsten  derartigen  Werken  gehörig  und  dies- 
falls von  dem  Dmoll-  und  CmoU-Goncert  des  Tondichters  weit 
übertroffen,  aber  doch  anziehend  genug:  von  reinstem  Wohl- 
klang, lieblich  spielvoll  und  bei  all  seiner  graziösen  Heiter- 
keit mitunter  leicht  überschattet  von  den  Ahnungen  des 
nahen   Endes.*)    Man   kann    der   Solistin   Frl.  Marie  Bau- 


*)  Wir  haben  das  Werk,  wie  überhaupt  alle  Mozart'schen 
Clavierconcerte  vor  22  Jahren,  im  2.  Janrgang  der  damals 
von  Dr.  Oskar  Paul  redi^rten  Leipziger  „Tonh^le"  voi*  1869 


mayer  kein  grösseres  Lob  spenden,  als  wenn  man  der  Wal.. - 
heit  gemäss  versichert,  sie  habe  das  Concert  —  für  sie  tech- 
nisch ein  Kinderspiel  —  von  Anfiemg  bis  Ende  im  echt  Mo- 
zart'schen  Geiste  wiedergegeben.  Und  das  will  für  eine  mo- 
dern geschulte  Virtuosin,  die  ihr  bedeutendes  Können  am 
liebsten  BrahmsVhen  Vorlagen:  z.  B.  dessen  beiden  Goncerten 
oder  dem  umgearbeiteten  Hdur-Trio  zuwendet,  nicht  wenig 
sagen.  Mozart  sollte  heut  überhaupt  nur  mehr  Derjenige 
öffentlich  am  Cla  vier  vortragen,  welcher  an  den  Meister 
glaubt. 

Dieses  üeberzeugt-  und  Durchdrungensein  von  dem  holden 
Sänger  that  immer  so  wohl  in  den  Mozart- Vorträgen  unseres 
Conservatoriumsprofessors  Julius  Epstein,  es  berührte  eins 
neuerdings  höchst  sympathisch  in  der  soeben  besprochenen 
Leistung  des  Frl.  Baumayer  und  ganz  besonders  auch  in  der 
Wiedergabe  des  D  moll-Concertes  durch  einen  jungen  Pianisten, 
Hm.  Guido  Peters,  gelegentlich  des  zweiten  Mozart-Festcon- 
certes  der  Gesellschaft  der  Musikfreunde.  Nach  seiner 
eigenen  Versicherung  hat  Hr.  Peters  —  den  Sie  in  Leipzig 
wohl  noch  besser  kennen,  als  wir  in  Wien,  da  er  ja  in  Ihrer 
Stadt  seine  ersten,  auch  selbstschöpferischen  Erfolge  errungen 
—  sich  die  besondere  Erforschung  Mozart's  zu  seinem  Lieb- 
lingsstudium erkoren.  Und  die  durch  und  durch  beseelte, 
sich  ganz  dem  Geiste  der  Composition  unterordnende,  Letztere 
aber  so  klar  und  zierlich  als  möglich  wiedergebende  Art,  mit 
der  er  das  Dmoll-Conc^rt  spielte,  bestätigte  obiges  Geständ- 
niss.  Besagte  Leistung  des  Hm.  Peters,  die  „Zauberfiöten"- 
Ouverture,  vollendet  vom  Hofopemorchester  unter  H.  Rich- 
ter's  Leitung  ausgeführt,  ferner  die  süsse  Adur-Tenorarie 
aus  „Cosi  fan  tutte",  von  Hm.  G.  Walter  init  seinem  noch 
immer  unwiderstehlich  einschmeichelnden  Piano  und  Falsett 
gesungen,  bildeten  die  mit  lebhaftem  Beifall  aufgenommenen 
Ferien  des  in  Rede  stehenden  Concertes,  während  der  Rest 
des  Programms  viel  schwächer  wirkte.  Alle  Tüchtigkeit  imd 
aller  Eifer  der  Spieler  (J.  Hellmesberger  jun.  und  8ch  wendt) 
konnten  in  dem  Doppelconcerte  für  Violiiie  und  Viola  (I.Satz) 
über  das  Abgetragene,  Formalistische  der  Composition  nicht 
hinweghelfen;  bei  dem  von  Hm.  E.  Kremser  trefflicb  ge- 
leiteten Vortrage  des  Männergesangvereins  bedauerte  man, 
dass  derselbe  nur  einem  apokryphen  Stück  (Abendlied)  galt, 
und  am  wenigsten  passte  für  ein  Festconcert  die  Schluss- 
nummer: eine  verscnoUene  Schauspiel-Ouvertüre  Mozart^s 
(Köchel  318),  diesmal  als  „Symphonie  in  Einem  Satz"  vorge- 
führt. Eine  höchstens  musikgeschichtlich  interessirende,  weil 
deutlich  die  altitalienische  dreitheüige  Ouverturenform  er- 
kennen lassende  Composition,  von  deren  Wirkungslosigkeit 
in  der  Gegenwart  man  sich  schon  im  Juni  1880  bei  dem  da- 
mals dem  M^^^^^^y^^^  ^^^  Hofoper  angehängten  Concert 
hatte  überzeugen  können. 

Das  erste  Mozart-Festconcert  der  Gesellschaft  der  Musik- 
freunde brachte  unter  Hm.  Gericke*s  Leitung  das  innig 
fromme,  vom  Singverein  sehr  zart  vorgetragene  „Ave  verum" 
und  das  erhabene  Requiem ,  zwischen  welchen  beiden  Num- 
mern Hof  Schauspieler  Krastel  einen  selbstverfassten  Fest- 
prolog sprach.  Wohl  mehr  der  überströmenden  Wärme  des 
Vortragenden,  als  der  Neuheit  des  Gesagten  —  was  liesse  sich 
auch  über  Mozart  und  sein  Verhältniss  zu  Wien  noch  Neues 
sagen?  —  verdankte  das  immerhin  poetisch  empfundene  Fest- 
gedicht seine  zündende  Wirkung.  Als  Solisten  gaben  sich 
im  Requiem  die  Damen  Luise  v.  Ehrenstein  und  Gisela 
Körner  und  die  HH.  G.Walter  und  C.  Grengg  redlichMühe 
um  ein  möglichst  gerundetes  Ensemble,  das  uns  aber  freilich 
weit  idealere  Auftuhrungen  früherer  Jahre  (z.  B.  mit  Frau 
Wilt  als  erstem  Sopran  und  Hrn.  Rokitansky  als  Bass)  nicht 
vergessen  machen  konnte.  Dabei  übersttlrzte  Hr.  Gericke 
häimg  die  Tempi,  und  besonders  schmerzlich  wurden  die  Phil- 
harmoniker vermisst,  es  spielte  nämlich  aus  unbekannten 
Gründen  nur  das  weit  geringere  „Gesellschafts** -Orchester. 

Ungleich  Vollkommeneres  wurde  bei  der  Mozart-Feier  des 
Quartetts  Ros6  geleistet,  nämlich  von  den  Qnartettisten 
selbst.  Ein  von  der  Hofschauspielerin  Frl.  Pospischil  mit 
unbegreiflichen  Declamationsfehlem  gesprochener  Festprolog, 
dessen  Verfasser,  ein  gewisser  Hr.  Specht,  Mozart  auf  Kosten 
der  deutschen  Sprache  feierte,  wäre  wohl  zu  entbehren  ge- 
wesen, üebrigens  fehlte  es  diesem  Quartettabend  an  der 
rediten  Steigerung.  Nach  der  vielleicht  kostbarsten  Perle 
Mozart^scher  Kammermusik,  dem  herrlichen  und  gleich  herr- 

in  einer  eigenen  Studie  eingehend  besprochen  und  ist  unsere 
damalige  Ansicht  auch  heute  so  ziemlich  unverändert  ge- 
blieben. 

3» 


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lieh  ausgeführten  GmoU-Quintett,  konate  das  für  den  Goncert- 
saal  wohl  zu  einfache  Glavierquartett  in  Esdur  unmöglich 
wirken,  umsoweniger,  als  eine  recht  nüchterne  Dilettantin 
vor  dem  Flügel  sass.  Durch  die  Mittelnummer  ermüdet, 
hatt«  man  dann  auch  für  das  Schlussstück,  das  köstliche 
Adur-Quartett  mit  den  wundervollen  Variationen  nicht  mehr 
den  rechten  Sinn.  Dass  es  speciell  auf  dem  Gehiete  der 
Kammermusik  weit  ermüdender,  ein  paar  Stunden  hinter- 
einander nur  den  sich  doch  stets  sehr  ähnlichen  Mozart,  als 
den  tmendlich  mannigfaltigeren  Beethoven  zu  hören,  bewies 
der  Abend  zur  Genüge. 

Wenden  wir  uns  nun  zu  dem  Schwerpuncte  der  jüngsten 
Trauer-Gentenarfeier  in  Wien,  dem  von  der  Hofoper  ver- 
anstalteten Mozart-Cyklus! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Das  11.  Abonnementconcert  im  Neuen 
Gewandhaus  hatte— wie  sein  Vorgänger  am  10.  Jan.  1878  — 
als  Orchesternummem  Weheres  „Euryanthe** -Ouvertüre  und 
Brahms*  2.  Symphonie  im  Programm,  zwischen  welchen  Solo  vor- 
trage der  einheimischen  Künstler  Frl.  May  Brammer  und 
Hr.  Demuth  Platz  gefunden  hatten.  Die  Weber^sche  Ouver- 
türe ging  äusserst  glänzend  und  flott  von  Statten,  wogegen 
die  Ausführung  der  Symphonie  trotz  subtilster  technischer 
Ausführung  und  warmbeseelter  Einzelnheiten  über  den  Cha- 
rakter einer  Kreidezeichnung  selten  hinaus  kam.  Man  muss 
das  Werk  unter  Leitung  des  Componisten  oder  v.  Bülow^s 
gehört  haben,  um  unsere  Bemerkung  richtig  verstehen  zu 
können.  Für  Brahms'  Eigenart  scheint  eben  unserem  sonst  so 
vielseitigen  und  feingebildeten  Gewandhausdirigenten  das 
rechte  Verständniss  abzugehen.  Dass  die  Symphonie  erst  im 
2.  Theil  des  Concertes  zur  Ausführung  gelangte,  wo  sie  sich 
einer  durch  das  vorausgegangene  Vielerlei  schon  abstrapazirten 
Zuhörerschaft  gegenüber  befand,  war  ausserdem  für  ihre 
Wirkungsfähigkeit  nicht  förderlich,  wie  dies  im  gleichen  Fall 
jedem  symphonischen  Werke  passirt.  Doch  dies  ist  ein  Punct, 
auf  welchen  weiter  hinzuweisen  wir  bei  der  erlebten  Resultat- 
losigkeit  unserer  Bekämpfung  diesOT  Programriistellung  füg- 
lich unterlassen  müssen.  Von  den  Sololeistungen  erregten 
wohl  das  meiste  Interesse  die  Vorträge  der  jugendlichen 
Violinistin,  die  einem  Theil  des  Publicums  schon  von  anderen 
Gelegenheiten  her  —  sie  war  bekanntlich  Schülerin  des  hie- 
sigen k.  Conservatoriums  der  Musik,  ihre  violinistische  Aus- 
bildung speciell  Hrn.  Ad.  Brodsky  verdankend,  und  hatte  nicht 
nur  in  Aufführungen  dieses  Institutes,  sondern  auch  schon  sonst 
vielfiache  Beweise  ihres  hervorragenden  Talentes  und  Könnens 
erbracht  —  bekannt  war  und  nunmehr  erstmalig  auf  dem  ge- 
fährlichen Podium  des  Gewandhauses  erschien,  um  in  Con- 
currenz  mit  den  berühmtesten  Vertretern  ihres  Instrumentes 
zu  treten.  Ohne  in  Localpatriotismus  zu  verfallen,  dürfen  wir 
berichten,  dass  das  Debüt  äusserst  rühmlich  ausgefallen  ist, 
indem  Frl.  Brammer  sowohl  das  Dmoll-Concert  von  Wie- 
niawski,  als  die  gesang-  und  klangvolle  Romanze  von  Svend- 
sen  mit  nicht  gerade  grossem,  aber  sehr  sympathischem  Ton, 
klarer  und  sicherer  Technik  —  besonders  fiä  das  Staocato- 
und  Octavenspiel  auf  — ,  ausgezeichneter  Intonation  und 
musikalisch  reifer  Auffassung  vorgetragen  hat.  Für  die  Schluss- 
nummer, einen  Spanischen  Tanz  von  Sarasate,  ging  ihr  noch 
in  Etwas  die  nöthige  rein  virtuose  Bravour  ab.  Der  Beifall 
war  nach  jedem  Stück  ein  einhelliger,  sich  zu  zweimaligem 
Hervorruf  der  in  ihrer  äusseren  Erscheinung  zarten  Künst- 
lerin steigernder.  Sehr  ehrenvoll  war  auch  die  Aufnahme 
des  Hm.  Demuth,  der  in  Gompositionen  von  Spohr,  Löwe, 
Schubert  und  Liszt  mit  seiner  soliden  G«sangbildung  und 
warm-timbirten,  nur  ab  und  zu  etwas  ins  Weichliche  ver- 
fallenden Vortragsweise,  verbunden  mit  guter  Gharakterisi- 
rung,  allgemeinste  Befriedigung  auch  an  dieser  Stelle  erregte. 
Däss  der  Künstler  den  Muth  besessen  hatte,  gleich  bei  seinem 
ersten  Auftreten  daselbst  ein  Liszt'sches  Lied  („Wieder  möcht 
ich  dir  begegnen**)  zu  wählen,  sei  als  ganz  besonders  rühm- 
lich betont.  Belohnt  wurde  er  dafür  auf  frischer  That  durch 
den  grossen  Succ^s,  den  er  sich  mit  demselben  ersang.  Dass 
Hr.  Prof.  Dr.  Beinecke  die  Solostücke  mit  Ciavier  wie  immer 
auch  diesmal  ganz  excellent  begleitete,  darf  nicht  unerwähnt 
bleiben. 

In  der  zwei  Tage  später  folgenden  4.  Kammermusik 
im,  gleichen  Hause  sassen  die  JBH.  Prill,  von  Dam  eck, 
Unkenstein  und  Wille  an  den  Pulten  und  führten  unter 


sich  steigernden  Beifallsbezeugungen  Quartette  von  Haydn 
(Gdur,  No.  72  der  G.  F.  Peters'schen  Ausgabe),  B.  Smetana 
(„Aus  meinem  Leben**)  und  Beethoven  (Op.  132)  vor.  Leider  ver- 
hindert, der  Aufführung  von  Anfang  an  beizuwohnen,  können 
wir  von  dem  letzten  Haydn'schen  Satz  und  den  beiden  anderen 
Werken  berichten,  dass  die  Ausführung  die  hohe  Meinung, 
welche  uns  gleich  die  erste  Production  dieser  Quartettgenossen- 
schafb  abzwang,  nur  noch  bestärken  konnte.  Vor  Allem  haben 
das  ausgezeichnete,  bis  ins  kleinste  Detail  hinein  au£s  Ge- 
wissenhafteste ausgearbeitete  Ensemble  und  die  einheitliche 
Auffassung  unsere  vollste  Befriedigung  erregt,  und  liessen  die 
vier  Herren  bei  Haydn  und  Smetana  (in  dem  hier  schon 
wiederholt  gespielten,  aber  immer  von  Neuem  interessirenden 
Werke  des  Letzteren  machte  sich  speciell  die  musterhafte  Aus- 
•führung  der  mehrfach  selbständig  hervortretenden  Bratschen- 
partie durch  Hm.  ünkenstein  aufs  Rühmlichste  bemerklich!) 
auch  kaum  Einen  Wunsch  in  Bezug  auf  vollständige  Erschö- 
pfung des  geistigen  Gehalts  übrig,  die  wir  dagegen  —  bei 
allen  schon  genannten  Vorzügen  der  Ausführung  —  in  dem 
letzten  Beethoven  noch  hier  und  da  zu  vermissen  hatten, 
indem  die  erschütternde  Tragik,  die  gewaltigen  dramatischen 
Steigerangen  und  Höhepuncte  des  Tonpoöms  nicht  immer 
zum  höchsten  energischen  Ausdruck  gelangten,  wie  anderer- 
seits die  verklärte  Inm'gkeit,  welche  namentlich  aus  dem 
3.  Satz  heraus  spricht,  manchmal  noch  wärmere  Farben  in 
der  Tongebung  vertragen  hätte. 

Heldelbepg,  9.  Dec.  Concerte  des  Bach-Vereins. 
Unsere  durch  die  Pflege  der  Wissenschaft  berühmteStadt  ist  auf 
dem  We^,  sich  in  musikalischer  Beziehung  ein  gleiches  Lob 
zu  verdienen,  dank  der  unermüdlichen  GÄätigkeit  des  von 
Professor  Wolf rum  vor  einigen  Jahren  gegründeten  Bach- 
V  er  eins.  Um  den  G^ist  und  die  weiten  Gesichtspuncte, 
von  denen  dieser  Verein  sich  leiten  lässt,  zu  kennzeichnen, 
genügt  es,  die  Namen  der  beiden  letzten  von  ihm  zur  Auf- 
führung gebrachten  grossen  Werke  zu  nennen:  Bach 's  „Hohe 
Messe"  und  Liszt's  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth**. 

Idit  aufrichtiger  Freude  musste  man  es  deshalb  begrüssen, 
dass  in  diesem  Winter  zum  ersten  Male  die  Veranstaltung 
sämmtlicher  Abonnement-Goncerte  in  die  Hände  des  genannten 
Vereins  göTegt  würd"^  und  diese  Empfindung  ist  eS,  '#el6he 
uns  heute,  nachdem  die  drei  ersten  Goncerte  vorüber  sind, 
zur  Berichterstattung  über  dieselben  veranlasst. 

Mit  Beethoven's  Bdur- Symphonie,  jenem  an  charakte- 
ristischer Kühnheit  und  Energie  von  anderen  Werken  des 
Meisters  überragten,  dafür  aber  in  hellsten  Sonnenschein  ge- 
tauchten Werke  von  höchster  Formvollendung,  begann  äas 
erste  Goncert.  Es  schloss  mit  Mendelssohn*s  „Hebnden**-Ou- 
verture,  über  welche  Richard  Wagner,  „der  Feind  des  Gom- 
ponisten**.,  das  Urtheil  fällte:  „Mendelssohn  war  ein  Land- 
schaftsmaler erster  Glasse,  und  die  »Hebriden« -Ouvertüre  ist 
sein  Meisterwerk.  Da  ist  Alles  wundervoll  geistig  geschaut, 
fein  empfimden  und  mit  grösster  Kunst  wiedergegeben.  Die 
Stelle,  wo  die  Oboen  allein  durch  die  anderen  Listrumente 
hindurch  klagend  wie  der  Wind  über  die  Wellen  des  Meeres 
zur  Höhe  steigen,  ist  von  ausserordentlicher  Schönheit.** 
Beiden  Werken  wurde,  wie  auch  der  Fdur-Serenade  für 
Streichinstrumente  von  Volkmann,  deren  Melodien  nicht  sehr 
originell,  dafür  aber  leicht  zu  Gehalten  sind,  sodass  sich 
„unsere  Alten**  jedenfalls  nicht  über  sie  ärgern  können,  eine 
vorzügliche  Ausführung  zu  Theil.  Der  (^sang  war  durch 
Frau  Bächi-Fähr mann  aus  Dresden  vertreten,  welche  mit 
ihrer  edlen,  umfangreichen,  wenn  auch  nicht  grossen  Alt- 
stimme ein  „Sanctus**  von  Gherubini,  eine  Arie  von  Itossi, 
sowie  mehrere  Lieder  von  Schubert,  Beethoven,  Schumann 
und  Brahms  zum  Vortrag  brachte  imd  besonders  mit  der 
„Litaney**  von  Schubert  durch  Wahrheit  und  Innigkeit  des 
Ausdrucks  eine  ergreifende  Wirkung  erzielte. 

Das  zweite  Goncert  stand  unter  dem  Zeichen  Joseph 
Joachim' s.  Der  unvergleichliche  Künstier  spielte  das  neue 
Bruch'sche  Violinconcert  in  Dmoll,  von  dem  man  sagen 
kann,  dass  Form  und  Inhalt  sich  decken,  ohne  ihm  dadurch 
ein  Lob  zu  spenden.  Trivial  in  der  Erfindung,  ist  es  über- 
laden instrumentirt  und  nur  in  seinem  zweiten  Satz  dankbar 
für  den  Spieler.  Allein  von  Joachim  gilt  das  Goethe'sche 
Wort:  indem  er  das  Q^ringwerthige  aufnimmt,  ist  es  schon 
geadelt;  er  besitzt,  wie  alle  gössen  Künstler,  das  Majestäts* 
recht  der  Adelsverleihung.  Dass  trotzdem  der  G^burtsadel, 
dessen  Zeichen  die  Meisterwerke  aller  Zeiten  tragen,  auch  den 
von  einem  Joachim  verliehenen  weit  überragt,  bewies  der  Künst- 
ler selbst  in  der  Wiedergabe  der  Fdur-Bomanze  von  Beethoven 


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und  dem  Vortrag  von  drei  Sätzen  aus  der  Edar-Soite  von 
Bacli,  welchen  er  noch  als  stürmisch  verlang  Zugabe  das 
Andante  ans  der  Odnr-Suite  folgen  Hess.  Hier  erst  erregte 
er  die  höchste  Begeisterung,  Publicum  und  Orchester  wett- 
eiferten in  den  herzlichsten  Beifallsbezeugungen,  und  mit 
Becht:  wird  er  doch  in  dem  heiligen  Ernst  und  der  schlichten 
Grösse,  mit  der  er  Bach  und  Beethoven  vor  uns  erstehen 
'lässt,  van  keinem  Künstler  übertroffen.  Von  Orchesterwerken 
wurde  die  Ddur-Symphonie  von  Brahms,  die  Balletmusik  aus 
„Paris  und  Helena**  von  Gluck,  sowie  die  Ouvertüre  zur  Oper 
„Der  fiiule  Hans**  von  A.  Bitter  gespielt  und  die  Ballet- 
musik von  den  Zuhörern  am  freuiälichsten  aufgenommen. 
Sie  ist  in  der  That  von  so  liebenswürdigem  Charakter,  sowohl 
in  der  majestätischen  Einleitung,  wie  in  der  auf  einer  edel 
dahinfliessenden  Melodie  aufgebauten  Ghaconne  und  in  der 
graziösen  Ghivotte,  dass  wir  die  Freude,  die  Gluck  selbst 
offenbar  an  ihr  hatte,  da  er  die  beiden  letzten  Stücke  später 
in  seine  „Iphigenie  in  Aulis**  aufiiahm,  vollkommen  be- 
greifen, mir  geringen  Beifall  fand  die  Eitter^sche  Ouvertüre  — 
unseres  Erachtens  mit  unrecht.  Manche  Absonderlichkeiten 
im  Einzelnen,  wie  die  rhythmisch  und  melodisch  gewaltsamen 
Sprünge  in  den  Hörnern,  die  später  in  den  Posaunen  wieder- 
kehren und  wohl  das  Gähnen  des  faulen  Hans  andeuten  sollen, 
dann  die  an  einer  Stelle  etwas  operettenmassige  Begleitung, 
endlich  die  oft  mit  zu  viel  Blech  arbeitende  Instrumentirung 
treten  gegenüber  den  Yorzü^n  des  Ganzen  zurück.  Die  Ou- 
-verture  ist  Übersichtlich  gegliedert,  die  Einleitung  stimmungs- 
voll, das  erste  Thema  mit  seiner  aufstei^nden  Violinfigur 
von  grosser  ibiergie.  das  zweite  von  lieblich-sangbarem,  am 
^hlusse  zum  Feierbchen  sich  steigernden  Charakter,  beide 
'Themen  durchaus  frei  von  jeder  Anlehnung  an  Wagner. 
Da  man  aber  wusste,  dass  Bitter  der  neuen  Bichtung  ange- 
hört, ja  sogar  ein  Verwandter  des  Bayreuther  Meisters  ist,  so 
wiirae  die  Ouvertüre  natürlich  von  Vielen  verurtheilt, 
-weil  jede  Note  darin  von  Wagner  sei. 

Das  Concert  am  Todestage  Mozart's  gestaltete  sich  mit 
seinem  in  feinsinnigster  Weise  zusammengestellten  Programm 
zn  einer  von  hoher  Weihe  getragenen  Gedenkfeier  für  den 
grossen  Unsterblichen.  Es  wurde  eröffnet  durch  „Eine  kleine 
Sfachtmusik  für  Streichinstrumente^  (Köchel  526).  Ist  es 
nicht,  als  ob  uns  schon  beim  Anblick  dieses  Titels  das  liebens- 
würdig schalkhafte  Antlitz  des  Meisters  freundlich  anlächelte? 
TJnd  wahrlich,  die  Serenade  ist  von  so  Überquellendem 
Humor  und  von  so  köstlicher  Frische,  dass  sie  nicht  nur 
bei  solch  aussergewöhnlicher  Gelegenheit  ^^espielt  werden 
sollte.  Ihr  folgte  das  erste  Finale  aus  ,jCosi  fan  tutte^,  — 
eine  nach  zwei  Sichtungen  hin  glückliche  Wahl:  Mozart 
musste  hier,  wo  seine  Opern  nie  auf  der  Bühne  erschei- 
nen, auch  als  dramatischer  Componist  gefeiert  werden, 
ausserdem  aber  kann  der  herrlichen  Musik  dieses  Werkes 
des  gänzlich  misslungenen  Textes  wegen  ihre  Unsterblich- 
keit nur  durch  Uebertragung  in  den  Concertsaal  gewahrt 
werden.  Hieran  schloss  sieh  das  Andante  aus  der  CmoU- 
Serenade  (K.  388)  und  das  Allegro  aus  der  Es  dur- Serenade 
(K.  87Ö)  für  Blasinstrumente,  —  zwei  Stücke,  die  uns  in 
ihrem  echten  Ständchen- Charakter  mit  Einem  Schlage  um 
hundert  Jahre  und  in  die  Zeit  zurückversetzten,  in  der  man 
Seiner  Geliebten  oder  seinem  Freunde  durch  ein  aargebrachtes 
IStändchen  noch  Freude  und  nicht  Verlegenheit  bereitete. 
Den  Schluss  des  Concertes  bildete  hier,  wie  wohl  überall,  das 
Bequiem  und  musste  ihn  bilden  der  ernsten  Bedeutung  des 
Tages  entsprechend.  Wohl  gilt  es  als  Keines  der  gewaltigsten 
Werke  des  Mozart'schen  Genius,  allein  wir  müssen  bekennen, 
in  dieser  Stunde  hat  es  uns  durch  seinen  tief  religiösen  G^ 
halt  und  im  Gtedanken  an  seine  erschütternde  Entstehungs- 
geschichte bis  ins  innerste  Herz  ergriffen,  und  wir  wür&n 
es  für  einen  Frevel  halten,  ihm  heute  mit  kritischer  Sonde 
zu  nahen.  Um  das  Gelingen  der  Feier  machten  sich  alle 
Mitwirkenden  in  gleicher  Weise  verdient.  Die  von  den  Mit- 
gliedern des  Bach-Vereins  und  des  Akademischen  Ge- 
sang-Vereins vorgetragenen  Chöre  waren  technisch  und 
musikalisch  ausgezeichnet  studirt;  die  Damen  Helbing  aus 
Karlsruhe,  Krause  aus  Heidelberg,  Zimmer  und  Fleisch 
aus  Frankfurt  a.  M.,  die  HH.  Hin tzelmann  und  Lauckhar dt 
aus  Berlin,  Eömhildt  aus  Carlsruhe,  welche  zimi  Theil  in 
Folge  von  Erkrankungen  Anderer  erst  in  letzter  Stunde  ihre 
Partien  mit  grosser  Opierwilligkeit  übernommen  hatten,  boten 
sehr  tüchtige  Leistungen,  und  auch  unser  Stadtorchester,  das 
diesmal  nicht,  wie  in  den  beiden  vorhergehenden  Concerten, 
durch  Mitglieder  der  Carlsruher  Hofcapelle  verstärkt  war, 
that  sein  Bestes.    Die  „kleine  Nachtmusik''  wurde  von  den 


Streichern  sehr  zierlich  und  fein  vorgetragen;  dass  aber 
unsere  Bläser  im  Concertsaal  selbstänoig  und  mit  Beifaedl 
auftreten  könnten,  wer  hätte  dies  früher  für  möglich  gehalten? 
Dies  Alles,  wie  den  ganzen  Au&chwung,  den  imser  musika- 
lisches Leben  in  den  letzten  Jahren  genommen  hat,  verdanken 
wir  der  mit  eiserner  Energie  gepuurten  grossen  Begabung 
Wolfrum's,  der  —  beiläufig  bemerkt  —  durch  die  geist-  und 

Eietätvolle  Art,  in  der  er  die  Mozart'schen  Weisen  zum 
leben  erweckte,  wieder  einmal  den  Beweis  geliefert  hat,  dass 
gerade  die  auf  dem  Boden  der  neuen  Schule  stehenden  Diri- 
genten die  besten  Interpreten  der  alten  Meister  sind.  Doch 
für  heute  soll  die  Streitoxt  begraben  sein! 

Uns  Allen,  den  Alten  wie  den  Jungen,  wird  die  letzte 
Spanne  des  sich  neigenden  Jahres  verkl&t  durch  die  lichten 
Strahlen  der  Mozart"schen  Sonne,  und  diese  Sonne  wird  ihre 
Leuchtkraft  bewahren  bis  in  die  fernsten  Zeiten,  trotzdem 
wir  uns  in  unserer  musikalischen  Entwickelung  weit  und 
weiter  von  ihr  entfernen:  Sonnen  leuchten  ja  durch  unge- 
messene Entfernungen.  Wohl  kann  uns  ein  wehmüthiges 
Bedauern  darüber  beschleichen ,  dass  die  frühere  einfSeu^h  zu- 
friedene Art,  zu  musiciren  und  zu  componiren,  für  immer  vor- 
bei ist,  und  uns  zu  dem  Geständnis  bewegen,  dass  wir  durch 
diesen  Wandel  der  Zeiten  nicht  glücklicher  geworden  sind. 
Allein  das  Bad  der  Zeit  lässt  sich  nicht  zurückdrehen,  und 
auch  das  Genie  eines  Mozart  hätte  sich  in  unseren  Tagen 
anders,  als  vor  hundert  Jahren  und  gewiss  nicht  weniger 
herrlich  entfaltet.  F.  B. 

Conoertumsohau. 

Amsterdam«  Mozart-Conc.  im  Neuen  Concerthaus  (Kes) 
am  10.  Dec.:  Esdur-Symph.,  „Don  Juan"-Ouvert.,  Maureri- 
sche Trauermusik,  Concerte  f.  zwei  Claviere  (Frau  Bosmans- 
Benedicts  u.  Hr.  Kes)  u.  f.  Harfe  u.  Fl.  (Frl.  Winzer  u.  Hr. 
Dement). 

Baden-Baden.  Mozart-Feier  des  städt.  Curorch. (Krasselt 
sen.)  am  5.  Dec.:  GmoU-S^ntnph.,  „Zauberflöten" -Ouvertüre, 
Variat.  f.  Streichorch.  u.  zwei  Hörner,  Esdur-Quint.  f.  Clav.  u. 
Blasinstrumente  (Frl.  Oswald  u.  HH.  Käppel,  Munkelt,  Haller 
u.  Walther),  Larghetto  f.  Violoncell  (Hr.  Wamke).  —  Soiröe 
f.  Kammermusik  der  HH.  Bletzer,  Bienert,  Pageis  u.  Wamke 
am  7.  Dec:   Streichquartette  v.  Haydn  (Ddur)  u.  Beethovöi 

SOp.  18,  No.  6),  Variat.  a.  dem  Gmoll-Streichquartett  von 
r.  Kiengel. 

Berlin*  S.  Blumner's  1.  Popul.  Sonnt.-Mat.  unt.  Mitwirk, 
der  HH.  Halir  a.  Weimar  (VioL),  Heise,  Esberger,  Kunze  u. 
Littmann  (Bläser):  Esdur-Quint.  f.  Clav.  u.  Blasmstrumente  v. 
Mozart,  Kreutzer-Sonate  u.  F  dur- Violinromanze  v.  Beethoven, 
Symph.  Etüden  f.  Clav.  v.  Schumann.  —  2.  Conc.  des  Pia- 
nisten Hm.  V.  SUwinsH  m.  Compositionen  v.  Bubinstein 
(Seren,  u.  Gdur-Barcarolle),  Heymann  („Elfenspiel''),  Liszt 
(Fmoll-Etude  u.  12.  Ungar.  Bhaps.)  u.  A. 

Breslau.  11.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcapelle 
(Biemenschneider):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  7)  u.  Schu- 
bert (Hmoll),  Polen,  f.  Orch.  v.  Chopin-Biemenschneider  etc. 

CasseL  8.  Abonn.-Conc.  des  k.  Theaterorch.  (Treiber):  Es- 
dur-Svmph.  u.  „Idomeneus^-Ouvert.  v.  Mozart,  Solovorträge 
der  Frau  Halir-Zerbst  a.  Weimar  (Ghw.,  „Weisst  du  noch"  v. 
Ad.  Jensen,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d*  Albert  etc.) 
u.  der  HH.  Treiber  v.  hier  (CHav.,  DmoU-Conc.  v.  Mozart)  u. 
Halir  v.  ebendaher  (VioL,  8.  Conc.  v.  Bruch,  Berceuse  v. 
Cui  u.  Polen,  v.  Sitt). 

ChFlstlanla.  8.  Conc.  des  Musikver.  (Holter)  m.  Compo- 
sitionen V.  Mozart:  Jupiter-Symph.,  Ouvertüren  zur  „Zauber- 
flöte** u.  zu  „Figaro's  Hochzeit",  DmoU-Clavierconc,  „Ave, 
verum  corpus". 

Coblenz.  8.  Conc.  des  Musikinstituts  (Heubner)  m.  Com- 
positionen V.  Mozart  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Mensing- 
Odrich  a.  Aachen,  des  Frl.  Bübsamen  u.  der  HH.  Hermann 
u.  Dr.  Gtoist  (Ges.),  sowie  des  Hm.  Prof.  Seiss  a.  Cöln  (Clav.): 
Ddur-Symph.,  Bequiem,  Bdur-Clavierconc.  u.  Arie  -TTnd  Su- 
sanna Commt^t".     ' 

OÖln.  Kammermnsikaufftlhrungen  der  HH.  Hollaender, 
Schwarte,  Kömer  u.  Hegyesi:  No.  9  unt.  Mitwirk,  der  HH. 
Pauer  (Clav.),  Wolschke  (Contrabass),  Wehsener,  Zachmann  u. 
Ketz  (Bläser).  Dmoll-Sept.  v.  Hummel,  Streichquartette  von 
Mozart  (Esdur)  u.  Beethoven  (Op.  18,  No.  6).  No.  4  imt.  Mit- 
wirk, der  HH.  Prof.  Seiss  (ClavO.  JProf.  Jensen,  Wolschke 
(Streicher),  Friede,  Abendroth  u.  Ketz  (Bläser).  Sept.  Op.  20 
V.  Beethoven,  Gmoll-Streichquart.  v.  Mozart,  Bdur-Trio  fÄr 
Clav.,  Clar.  u,  Violonc.  v.  Beethoven.  —  6.  Gürzeniohconcert 


30 


(Prof.  Dr.  Wüllner):  5.  Symph.  v.  Beethoven,  eymph.  Prolog 
zu  Shakespeare's  „Othello"  v.  Am.  Krug,  „Aiiakreon**-Ouv. 
V.  Cherabini,  Nachtlied  f.  Chor  u.  Orch.  v.  Schumann,  Solo- 
Torträge  der  HH.  Perron  a.  Dresden  (Ges.,  „So  willst  du  des 
Armen*'  v.  Brahms  etc.)  und  Bensburg  a.  Bonn  (Violoncell, 
Conc.  eiff.  Comp.). 

Creield.  l.u.2.  Kammermusikabend  der  HH.  Hollaender, 
Schwartz,  Kömer  u.  Hegresi  a.  Cöln  unt.  Mitwirk,  der  HH. 
Prof.>Seiss  (Clav.)  u.  Prof.  Jensen  (Bratsche)  von  ebendaher: 
Gmoll-Streichquint.  v.  Mozart,  Streichquartette  v.  C.  v.  Ditters- 
dorf  (Esdur)j  Schubert  (Gdur)  u.  Beethoven  !(0p.  127),  CmoU- 
Allegro  assai  f.  Streichquart,  v.  Schubert,  Ciaviertrio  Op.  70, 
No.  I,  V.  Beethoven.  —  3.  Abonn.-Conc.  der  Concert-Gesell- 
Schaft  (Grüters)  m.  Compositionen  v.  Mozart:  Gmoll-Symph., 
„Zauberflöten'^-Ouvert..  Chöre  a.  dem  Bequiem  u.  den  Ves- 
perae  solemnes  de  Coniessore,  Bdur-Clavierconcert  (Hr.  Prof. 
Seiss  a.  Cöln),  Arie  und  Lieder  (Frl.  Schauseil  aus  Düssel- 
dorf). 

Dresden.  1 .  Aufßihr.- Abend  des  TonkOnstlerver.  m.  Com- 
positionen V.  Mozart  unt.  Leitungdes  Hrn.  Hofrath  Schuch: 
Prolog  V.  Dr.  F.  Kopnel-Ellfeld  (Hr.  Drach),  Schlusssatz  aus 
der  Jupiter-Symph.,  Chivert.  zur  Oper  .Lucio  Silla",  Esdur- 
Conc.  f.  zwei  Claviere  (HH.  Hess  u.  BoUfuss),  GmoU-Streich- 
quint.  (HH.  LauterbachjFeijgerl,  Wilhelm,  Bemmele  u.  Grütz- 
macher),  Lieder  (Frau  Wittich). 

Düren.  Conc.  des  Instrumentalver.  (Hilgers)  am  20.  Nov. : 
GmoU-Symph.,  .Zauberflöten^'-Ouyert.  u.  Larghetto  aus  dem 
Clar.-Quint.  v.  Mozart,  Vorspiel  u.  Siciliana  aus  „Cavalleria 
msticana*'  von  Mascagni,  Gesangvorträge  des  Frl.  Naber 
(„GrüssGott,  du  lieber  Prühlingswind"  v.  E.Heuser  etc.). 

Frankfurt  a.  0.  2.  S^ph.-Conc.  des  Philharm.  Yer. 
unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Mm.  Schumann  a.  Danzig:  Ju- 
piter-Symph., Ouvertüren  zu  „Don  Juan^  u.  ^.Titus**,  Maure- 
rische Trauermusik  u.  Dmoll-Clavierconc  v.  Mozart,  Ciavier- 
soli  „Traumbilder*'  u.  Variat  v.  G.  Schumann. 

Friesach.  Concert  (Mozart-Feier)  des  M&nnergesangver. 
(Ghitterer)  unter  Mitwirk,  der  Frau  Kuschar-HiJke  a.  Juden- 
burg, des  Frl.  ünger  und  der  HH.  Dobemig.  Gugl,  Kliman, 
KrauszleTj  Dr.  Botnauer  u.  Weidt  a.  Klagenturt  am  8.  Deo.: 
Clavierquint.  v.  Schumann,  Bdur-Streichquartett  v.  Mozart, 
Chöre  v.  Mozart,  C.  Weidt  („FrühlinASzeichen'')  u.  Herb  eck 
(„Am  wilden  Klippenstrande"),  Soli  £Ges.,  f.  Clav.  v.  Jen- 
sen-Niemann  („Murmelndes  Lüftchen")  u.  A.  u.  f.  Violonc. 
(Ein  Prolog  V.  Dr.  Kusohar,  gespr.  v.  Frl.  Unger,  und  eine 
von  Hm.  Dobemig  gehaltene  Festrede  nahmen  auf  Mozart 
Bezug.) 

Genf.  4.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  (de  Senger): 
1.  Svmph.  V.  Schumann,  „Peer  Gynt"-Suite  v.  Grieg,  „Sieg- 
firied-I^ll"  v.  Wagner,  Ciaviervorträge  des  O.  Hegner  aus 
Basel  (EmoU-Conc.  v.  Chopin,  Spinnerlied  v.Wagn  er- Liszt 
etc.).  —  Weihnachtsconc.  aes  Organisten  Hm.  Barblan  unter 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frau  Ketten  u.  des  Violinisten  Hm. 
Bey  in  der  Cathödrale  de  St.  Peter  am  26.  Dec. :  Soli  f.  Ges. 
y.  Gounod  („Priöre")  u.  Händel,  f.  Org.  v.  Guilmant  (Pa- 
storale), S.  Bach,  Nicolai  u.  Mendelssohn  u.  f.Viol.  v.  Nardini 
u«  Tartini. 

Grflnberg.  Mozart-Centenarfeier  des  Quartettver.  unter 
Leit.  der  HH.  Suckel  u.  Beer  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Behder  v.  hier,  der  Frls.  Ströder  a.  Glogau  u.  Fischer  a.  Bres- 
lau u.  der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Prof.  Kühn  a.  Breslau: 

1.  Conc.  am  6.  Dec.  Bequiem,  Cant.  rp^i  Seele  des  Welt- 
alls", Motette  qAvo.  verum  corpus"  u.  Hymne  „Gottheit,  dir 
sei  Preis  und  Ehre".  2.  Conc.  am  6.  I)ec.  Jupiter-Symph. 
u.  Fragmente  a.  der  „Zauberflöte". 

Haag.  2.  Conc.  der  Diligentia  (Hol):  Esdur-S^ph.  v. 
Mozart,  Ouvertüre  zum  „Fliegenden  Holländer"  v.  Wagner, 

2.  Ün^u:.  Bhaps.  v.  Liszt.  ,|Herzwunden"  u.  „Der  Frühling" 
f.  Streichorch.  v.  Grieg,  donc.  f.  Harfe  u.  Flöte  von  Mozart 
fFrl.  Winzer  u.  Hr.  Demont),  Gesangvorträge  der  Frau  Schmidt- 
jCöhne  a.  Berlin. 

Hannover.  Conc.  des  Hm.  Bich.  Metzdorff  m.  eigenen 
Compositionen  unt.  Leit.  des  Comp,  und  des  Hm.  Sahla  aus 
Bückeburg  u.  Mitwirk,  des  Hanno v.  Damenfi;esangver.  u.  der 
Hofcapelle  a.  Bückeburg  am  9.  Dec.:  Syinpnonien  in  DmoU 
(Trag.)  u.  Esdur,  Chor  der  gefangenen  Gepidenfrauen  und 
Balletmusik  a.  der  Oper  „Bosamunde"  und  2.  Satz  aus  dem 
symph.  Conc.  f.  Viol.  (Hr.  Sahla). 

Helsingfors.  Aufführungen  des  Musikinstituts:  No.  4. 
AmoU-Streichquart.  v.  Schumann,  Violinconc.  v.  Mendelssohn, 
Lieder  v.  J.  H  a  1  v  o  r  s  e  n.  (Ausführende :  HH.  Ojanperä  [Ges.], 
Halvorsen,  Sante,  Schwartz  u.  Merck  [Streicher].)      No.  5  m. 


Compositionen  v.  Mozart.  Dmoll-Streich<juart.,  Adur- Violin- 
conc. u.  Fragmente  a.  „Don  Juan"  u.  „Titus".  (Ausführende 
wie  oben  u.  die  Damen  Leinberg,  Leander,  Morduch  u.  Seder- 
ström  [Ges.].)  —  Mozart-Conc.  unt.  Leit.  der  HH.  Kajanua, 
Wegelius  u.  Dayas  am  3.  Dec.:  Cdur-Symph.,  „Ziauberflöten"- 
Ouvert.,  „Ave,  verum  corpus"  u.  Esdur-Clavierconcert  (FrL 
WendeU). 

Hof.  Auffuhr.  V.  HändePs  „Judas  Maccabäus"  durch  den 
„Liederkranz"  (Scharschmidt)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls. 
V.  Sicherer  a.  München  u.  Martini  u.  HH.  Trautermann  und 
Leideritz  a.  Leipzig.  (Von  dem  Verein  schreibt  man:  „Der 
Chor  trat  mit  einer  Sicherheit,  Accuratesse,  Gefügigkeit  und 
einer  Fülle  von  Stimmmitteln  auf,  wie  ihn  besser  ausgestattet 
der  »Liederkranze  wohl  noch  niemab  gehabt  hat  und  wie  ihn 
auch  die  grössten  Vereine  kaum  besser  besitzen  werden."  — 
Von  den  beiden  hier  noch  unbekannt  gewesenen  Solokräften 
wird  gesagt,  dass  Frl.  Martini  über  eine  „ungemein  anmu- 
thende  und  wohlgeschulte  Stimme"  verfüge  und  sich  mit 
Ehren  neben  einer  v.  Sicherer  behauptet  haoe,  wie  der  Verein 
auch  mit  Hm.  Leideritz,  der  „eine  sehr  sympathische  mäch- 
tige Stimme"  besitze,  eine  „gute  Wahl"  getro£fen  habe.) 

Leipzig.  11.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prol 
Dr.  Reinecke):  2.jSymph.  v.  Brahms,  „Eurvanthe"-Ouvert.  v. 
Weber,  Solovorträge  des  FrL  Brammer  (Violine,  2.  Conc.  v. 
Wieniawski,  Bomanze  v.  Svendsen  und  6.  Span.  Tanz  v. 
Sarasate)  n.  des  Hm.  Demuth  (Geeuuig,  „Wieder  möcht  ich 
dir  begegnen"  v.  Liszt  etc.).  —  4.  Kammermusik  ebendaselbst;: 
Streichquartette  v.  Haydn(Cdur),  B.  Smetana  („Ans  meinem 
Leben")  n.  Beethoven  ((Op.  132).  (Ausführende:  HH.  Prill, 
V.  Dameck,  ünkenstein  u.  Wille.)  —  8.  Popul.  Kammermusikr 
abend  des  Hm.  v.  Böse  (Clav.)  u.  des  Frl.  fiobinson  (Violine)^ 
unter  Mitwirkung  der  HH.  P.  Wille,  Heintzsch  und  Eüiengel 
(Streicher):  Clavierquint.  v.  Brahms,  DmoU-Claviertrio  von 
Schumann,  Bondo  briU.  f.  Clav.  u.  Viol.  v.  Schubert. 

Magdeburg.  4.  Logenconc.  (Kauffmann):  8.  Sym^.  v. 
Beethoven,  Ouvert.  „Im  Frühling"  v.  Goldmark,  „Wald- 
weben"  a.  „Siegfried"  v.  Wagner,  VioUnvorträge  des  FrL 
Brammer  a.  Leipzig  (2.  Conc.  v.  Wieniawski  etc.).  —  Har- 
monieconcerte  (Kauffmann):  No.  2.  5.  Symph.  v.  Beethoven, 
-Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Solovortri^  der  Frau  Schmidt- 
Köhne  a.  Berlin  (Gto. , .  „Ingeborg*s  Klage*  v.Bruoh,  ^^Lnuaam 
leiser  wird  mein  Schlammer"  v.  Kienzl,  „Komm,  wir  wanr 
dein  zusammen"  v.  Cornelius,  „Ständchen"  v.  E.  Strauss 
u.  „Der  Savoyard"  v.  Tau  her  t)  u.  des  Hm.  Ellengel  a.  Leip* 
zig  (Violonc,  ;Amoll-Conc.  v.  M.  Sitt,  „Sur  le  Lac"  v.  Go- 
dard  u.  Wiegenlied  u.  Caprice  eig.  Comp.).  No.  8»  Ouver- 
türen V.  Mozart,  Schumann  („G^ovefa")  n.  F.  v.  Holstein 
(„Frau  Aventiure"),  Solovorträge  des  Frl.  Münch  a.  LeipzL^ 
(Ges.,  Arie  v.  Hi^dn,  „DieThräne"  v.  Bubinstein,  „Stän£> 
chen"  [Op.  106, 1^.  ij  V.  Brahms,  Wiegenlied  v.  Henschel,. 
„O  daxike  nicht"  v.  Franz,  jiDie  Bekehrte'^  v.  M.  Stange  u. 
^ur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  E.  d* Albert)  und  der 
Frau  Stern  a.  Dresden  (Clav.,  Esdur-Conc  v.  Beethoven  etc.)» 
—  Tonkünstlerver.  am  16.,  24.  u.  80.  Nov.  u.  8.  Dec.:  Streich-» 
Quartette  v.  Beethoven  (Op.  16,  No.  2  u.  4),  Haydn  (Dduz), 
Schubert  (Amol!  u.  DmoU),  Mozart  (Bdur)  u.  Liszt  („Ange- 
lus"),  Variat.  a.  dem  Kaiser-Quart,  v.  Haydn,  Bdur-Clavier» 
trio  V.  L.  Finzenhagen  (Clav.:  der  Comp.),  Adur-Clavier- 
Violoncellson.  v.  Beetnoven  (HH.  Petersen  u.  Lange),  Gesangs 
vortrage  der  Frls.  Eter  (MaiUed  v.  Beinecke,  ^nderlied  v. 
W.  Berger,  „Der  Dombusch"  v.  Böhm  etc.),  Ktihlich (,^lu- 
menorakel"  v.  Mascagni,  „Das  Kraut  Vergessenheit"  v.  Hil* 
dach,  „0  Maienzeit"  v.  O.  Schmidt  etc.),  Sträbe  u.  Albrecht 
a.  Berlm  („Wie  bist  du,  meine  Königin"  v.  Brahms,  „Ein 
Obdach"  v.  B.  Kahn  u.  Schlummerlied  von  H.  Schmidt),. 
Gdur-Rondo  f.  Clav.  v.  Beethoven^  Chaoonne  f.  Viol.  v.  Bach 
^r.  Berber).  7-  Am  22.  Nov.  Auflühr.  v.  Mozart^s  Bequiem 
durch  den  Bebling'schen  Kirchengesan^er.  (Bebline)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Münch  a.  Leipzig  und  Böacher  a. 
Halberstadt  u.  der  HH.  Hormann  a.  Frazudurt  a.  M.  u.  Heilig* 
tag  V.  hier.  —  Conc.  des  Lehrer-Gesangvereins  (Schaper)  am. 
80.  Nov.:  8,  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  B^thoven,  Huldigunge» 
marsch  f.  Orch.  v.  G.  Schaper.  Bomanze  £  Streichorch.  u» 
Harfe  v.  F.  Poenitz,  „Harald's  Brautfisthrt"  f.  Baritonsolo 
(Hr.  Heiligtag),  Männerchor  u.  Orch.  v.  H.  Hof  mann,  „Sa- 
lamis" f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Ger ns heim,  „Vigilien"  lu 
„Schnitter  Tod"  f.  do.  v.  A.  Becker,  Männerchöre  a  cap.  v. 
G.  Schaper  („Wandern  im  Frühling")  und  F.  He  gar 
(„Schlafwandel"). 

Mainz.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.  (Steinbach)  am. 
16.  Deo.:  1.  Sympn.  v.  Schumann,  „Teil" -Ouvert.  v.  Bossini^ 


31 


Solovorträge  der  Frauen  Schott  (Ges.)  und  Sauerwein  (Clavier, 
Esdur-Oonc.  v.  Beethoven)  u.  des  Hm.  Barö  (Viol.,  DmoU- 
Gonc.  V.  Vieuxtemps  u.  „Faust^-Phant.  v.  Wieniawski). 

München.  Conc.  des  Lehrer-Gresangver.  (Sturm)  unter 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Schjelderup  a.  Paris  am  30.  Nov. : 
-Das  Liebesmahl  der  Apostel"  v.  R.  Wagner,  „Das  Meer" 
f.  lÜLnnerchor,  Solo,  Orch.  u.  Org.  v.  J.  L.  Nicod6  (unter 
Leit.  des  CJomp.). 

MtUlsteP  I.  W«  1.  Conc.  des  Eoothaan^schen  Gesangver. 
(Boothaan):  Rhapsodie  f.  Altsolo  u.  Männerchor  v.  Brahms, 
,,Der  Böse  Pilger&ihrt"  v.  Schumann  ^Solisten:  Frauen  Pape 
u.  Wirth  u.  Hr.  Boothaan).  G^esangsoli. 

NeubPandenbapg.  Conc.  des  Yer.  f.  gem.  Chorgesang 
(Naubert)  am  4.  Dec.:  „Hafis"  f.  Soli  u.  Chor  m.  Ciavier  v. 
Ger ns heim,  Deut49che  Tänze  f.  gem.  Chor  m.  Ciavier  von 
Schubert,  gem.  Chöre  a  cap.  v.  E.  Hildach  („Wo  du  hin- 
gehst") u.  J.  Schondort  („Matten  Has"),  Frauenchöre 
^höner  Mai"  u.  „Dort  in  den  Weiden"  v.  A.  Naubert, 
Claviervortr&ge  der  Frau  Naubert. 

Oels.  Mozart-Feier  des  Rieh.  Wagner-Z weiter.  (Winkel- 
mann) unt.  lifitwirkung  der  Frau  Riemenschneider,  des  Hm. 
Boldt  n.  des  Geeangver.  f.  gem.  Chor  am  6.  Dec.:  Ddur-So- 
nate  f.  zwei  Claviere,  nAye,  verum  corpus"  u.  „Misericordias 
Domini"  f.  gem.  Chor,  Bundeslied  f.  Männerchor,  div.  0])em- 
fragmente. 

Roehlitz.  Conc  der  Gksellschafb  „Club"  am  16.  Dec: 
„Oberen" -Ouvert  v.  Weber  u.  a.  Orchestemummem,  Solovor- 
träge der  SfiAgerin  FrL  Martini  a.  Leipzig  („Cstebet"  v.  Hill  er, 
Schlummerlied  V.  R. Wagner,  „Das  Gkiheimniss"  v.  H.Zöll- 
ner, ,3arbara-Zweige"  v.  Reinecke,  „Frühlingsnacht"  v. 
Ad.  Jensen  etc.)  u.  des  Pianisten  Hm.  Zwintscher  a.  Leip- 
zig (Variat.  s^.  von  Mendelssohn,  „Oamaval"  von  Schu- 
mann etc.). 

Sondepshausen.  Mozart-Feier  der  Hofcap.  (Prdf.  Schröder) 
am  6.  Dec:  Ddur-Symph.,  Ouvertüren  zu  „Don  Juan"  und 
„Figaro's  Hochzeit",  Mauerische  (?)  Tanzmusik  (!),  1.  Satz  a. 
dem  Conc.  f.  YioL  u.  Bratsche  (HH.  Corbach  und  Martin), 
Larghetto  a.  dem  Clar.-Quint.  —  8.  Kammermusik  im  Con- 
servatorium  der  Musik:  Streichoctett  v.  Mendelssohn^  Bdur- 
Claviertrio  v.  Beethoven,  Gksanssoli  v.  Rubinstein  („Es 
bü&kt  Äer  Than*^),  Waffner  (,.Bliok  ich  umher"  aua  .Taim- 

".:  H] .<^^-      ^ 


häU8er")u.A.  (Ausföhrende:  HH.  Hugo  [Ges.],  HeroldJClav.], 
Corbach,  Neumann,  Nolte,  £.  Martin,  Cämmerer,  A.  Martin, 
Laube  n.  Schneevoigt  [Streicher].) 

Stockholm.  1.  ADonn.-Conc  der  Philharm.  Gesellschafb 
(HaUön)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Damen  Holmstrand  u.  Piehl 
und  des  Hm.  Grevillius:  2.  Serenade  f.  Streichorchester  von 
Yolkmann,  Orator.  „Die  sieben  Worte"  v.  H.  Schütz  in  der 
Bearbeit.  v.  C.  Riedel,  Chöre  v.  A.  Hall6n  („Philharmonie**, 
m.  Solo)  und  L.  Norman  („Linden"  und  „Bön"),  Arie  aus 
„H6rodiade"  v.  Massenet.  —  Matinte  des  Hm.  Hall6n  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Holmslarand  und  der  k.  Cap.  am  18.  Dec: 
„TJr  Valdemar-sagan",  symph.  Orchestersuite  v.  A.  Hall6n, 
-Phaöton"  v.  Saint-Saöns,  Gesangsoli  von  Godard  und 
Delibes. 

WarnsdOPf.  Mozart-FeierdesMännergesangver.  (Wagner) 
unt  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Menzel  u.  Qrisel  und  der  HH. 
Thiele  u.  Ackermann  v.  hier  am  8.  Dec:  Gedächtnissrede, 
„Laudate,  Dominum"^  Jupiter-Symph.  u.  Requiem.  (Das  Con- 
cert  habe  sich,  wie  ein  dortiges  Blatt  u.  A.  berichtet,  infolge 
der  Aufstellung;  des  Programms  und  der  über  alles  Lob  er- 
habenen Durcnführung  desselben  zu  einem  .musikalischen 
Ereigniss  ersten  Ranges"  für  Wamsdorf  gestaltet,  es  sei  eine 
Aufrahrung  gewesen,  über  welcher  der  Geist  des  unsterb- 
lichen Tondichters  geschwebt  habe.) 

Wiesbaden,  (^klus  von  zwölf  Concertendes  städt.Cur- 
orch.  (Lüstner)  tmt.  Mitwirk,  hervorragender  Künstler:  No.  1. 
Ouvertüren  v.  Cherubini  u.  Brahms  (Tragische),  Prael.  aus 
„Le  D6luge"  v.  Saint-Saöns,  Scherzo  v.  Mendelssohn,  Ge- 
sangvorträge des  Ehepaares  Lehmann-Kalisch  (Arie  aus  dem 
„Barbier  von  Bagdad  ,  sowie  „Komm,  wir  wandeln  zusam- 
men" u.  „Ein  Ton"  v.  Cornelius,  „Säuselndes  Lüftchen"  v. 
Ad.  Jensen,  „Bei  der  Trösterin"  und  „Sie  will  tanzen"  von 
Bungert  etc.).    No.  2.  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „König  Man- 


ther's  Preislied  a.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner,    „Ich 
liebe  dich"  v.  Grieg  u.  „Die  Rose  im  Gebetbuch"  v.  Mas- 


cagni).     No.  8.    4.  Symph.  v.  Schumann,    Ouvertüren  von 
Beethoven  u.  Wagner  („Der  fliegende  Holländer"),  Ciavier- 


vorträge der  Frau  Carrefio  (Bmoll-Conc.  v.  Tscha'ikowsky 
etc.).  No.  4.  Fdur-Symph.  v.  H.  Goetz,  „Oberen" -Ouvert.  v. 
Weber,  Rigaudon  v.  Rameau,  Violin vortrage  des  Hrn.  Thom- 
son a.  Lüttich  (Concertsatz  v.  Paganini,  Adagio  v,  Ries,  Ro- 
manze V.  Rubinstein  u.  Polen,  v.  Wieniawski).  No.  5. 
Esdur-Symph.  v.  Mozart,  8.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volk- 
mann (obhg.  Yioloncell:  Hr.  Eichhorn),  Gesang  vortrage  der 
Frau  Ende-Andriessen  a.  Cöln  („Komrn^  wir  wandeln  zusam- 
men" V.  Cornelius  etc.).  No.  6.  Suite  „Roma"  v.  Bizet, 
„Coriolan"-Ouvert.  v.  Beethoven.  „Lrrlichtertanz"  y.  Berlioz, 
Violin  vortrage  des  Hm.  Ysaye  (AmoU-Conc.  v.  Viotti  etc.). — 
2.  Quartettsoir^e  der  HH.  Nowak,  Schäfer,  Sadony  u.  Eich- 
horn unt.  Mitwirk,  des  Pianisten.  Hrn.  Spangenbere:  Streich- 
quartette v.  Mozart  (DmoU)  u.  Haydn  (Kaiser-^,  Bdur-Clavier- 
trio  V.  Rubinstein.  —  1.  Conc.  des  Sängerchors  des  Lehrer- 
ver.  (Spangenberg):  Hmoll-Rondo  f.  Clav.  u.  Viol.  v.  Schubert 
(HH.  (Jerlmrd  u.  Weber),  Chöra  v.  Mendelssohn,  F.  He  gar 
(Hymne  an  den  G^esang)  u  A.,  Solovorträge  der  Frau  WaLd- 
schmidt-Gkirth  ((j^es.,  „Es  haben  zwei  Blümlein  geblühet"  v. 
W.  Bunte,  „Mutterauge"  v.  C.  Reinecke,    „Lieb  Kindlein, 

Site  Nacht"  v.  Taubert  etc.)   u.   des  Hm.  Weber  (Violine, 
omanze  v.  E.  Uhl*  etc.). 

Bl^  VtraiUte  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angahe  von  Ort  und 
Datum  müaeen  voUaiändig  unbeaehtet  bleiben/ 

Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Angers.    Ln  9.  Abonnementconcert  durfte  sich  der  Qei- 

fer  Hr.  Römy  eines  schönen  Erfolges  erfreuen  und  fhr  die 
erzliche  Aufnahme  mit  einer  Zugabe  danken.  Die  künstle- 
rischen Eigenschaften  dieses  Herrn  sind  hervorragend;'  — 
London.  Der  amerikanische  Tenorist  Hr.  Hedmondt  ge- 
hört seit  Kurzem  der  Carl  Rosa-C^tesellschafb  an.  —  Meinin- 
gen. Der  dreizehnjährige  belgische  Violoncellist  Jean  G^ 
rardy,  welcher  unlängst  in  Dresden  und  Berlin  Aufstehen 
mit  seinen  Leistungen  erregte  j  hat  in  dem  gleichalterigen 
Fritz  Brückner  in  Leipzig  emen  ebenbürtigen  Rivalen  er- 
halten. Dieser  hochbe^btemiabe.  ein  Schüler  Alwin  Schröder's 
und  gegenwärtig  Julius  Kiengers,  spielte  hier  am  2.  Weih- 
nachtstag in  einem  Concert  der  Hoioapelle  das  Saint-Saöns'sche 
Concert  und  einige  andere,  kürzere  Stüofce  mit  so  staonens- 
werther  Technik  und  Auffieissung,  dass  das  Publicum  sich  im 
Applandiren  gar  nicht  genug  thun  konnte  und  den  kleinen 
Wimdermann  inmier  und  immer  wieder  hervorrief.  — 
Wien.  Wie  schon  anderwärts,  wo  sie  sich  hören  Hess,  hat 
die  zwölQährige  italienische  VioUmstin  Bianca  Panteo,  eine 
Schülerin  A.  Bazzini's,  auch  bei  ihrem  hiesigen  Auftreten  den 
Eindruck  eines  ungewöhnlich  früh  entwickelten  und  gereiften 
musikalischen  Talentes  mit  ihrem  reizvollen  Spiel  gemacht. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  5.  Jan.  „Verleih  uns  Frieden" 
V.  Mendelssohn.  Nicolaikirche:  10.  Jan.  Sopransolo,  „Die 
drei  Weisen  aus  dem  Morgenlande"  u.  Chor  a.  dem  Orator. 
„Christus"  v.  Mendelssohn. 

Bibepaob.  Stadtkirche:  4.  Oct.  „Herr  unser  Herrscher*^ 
V.  Naumann.  11.  Oct.  „Selig  sind  die  Todten"  von  Spohr. 
18.  Oct.  {{Haltet  mich  nicht  auf"  und  „Sei  getreu  bis  in  den 
Tod"  V.  Becker.  „Wann  ich  einmal  soll  scheiden"  v.  Bach. 
26.  Oct.  „Sei  nur  still"  v.  Frank.  1.  Nov.  „Geist  der  Wahr- 
heit" V.  L.  Leo.  8.  Nov.  „Selig  sind,  die  reinen  Herzens  sind" 
V.  Braun.  15.  Nov.  „0  theures  Gotteswort"  v.  Hauptmann. 
22.  Nov.  „Tag  des  Zornes"  (v.?).  29.  Nov.  Adventscantate  v. 
Braun.  6.  Dec.  „Darob  lasset  uns  frohlocken"  von  Faisst. 
13.  Dec.  „Tröstet  mein  Volk"  v.  Palmer.  20.  Dec.  -Wachet 
auf,  ruft  uns  die"  v.  Praetorius.  25.  Dec.  „Es  waren  Hirten", 
„Ehre  sei  Gott"  u.  „Uns  ist  ein  Kind  geboren"  a.  dem  „Mes- 
sias" V.  Händel.  81.  Dec.  „Wie  fleucht  dahin"  von  Braun. 
„Herr,  es  will  Abend  werden"  v.  Abel. 

OpernauffÜhrungen. 

December. 

Schwerin.  Ghrossherzogl.  Hoftheater:  6.  u.  26.  Die  Zau- 
berflöte. 9.  u.  1 1.  Joseph  in  Egypten  u.  Cavalleria  rusticana. 
15.  Don  Juan.  18.  Der  Waffenschmied.  20.  Die  Hugenotten. 
80.  Fideüo. 


Statterart.  K.  Hoftheatw:  4.  Di«  EntfUinili^  MU  dem 
Senil.  6.  Figaro's  Hochzeit.  9.  Don  Joad.  11.  Die  Zuiber- 
flat«.  13.  Coat  &I1  tuUe.  15.  Ihrtiu.  90.  Die  Hagmcttaa. 
S6.  Cumen.     27.  CaTalleria  msticui*. 

AufgeflHirt«  Novittten. 

Abert  (J.  J),  Ouvert  zu  „Aatorgi^.      (BresUa,  9.  Symph.- 

Conc.  der  Breel.  Conc-Gap.) 
Albert  (E.  d*},  Fdar-Svmpb.    (Cain,  3.  Oärzenichconc.) 
BelicE«;  (J.  v.),  DmoU-E^upfa.    (Bod^pest,  S.  PhÜbAimon. 

Coac.) 
Berlioz  (H^  .Fanst's  Terd«mmtmf;'.  (Dondee,  Goncert  der 

Choral  Union  am  0.  Dec    OUsgow,  1.  Gonc.  der  Glasgow 

Choral  Union.) 
Sinf.  &nt.    ^ondetshanBen,  S.  Conc.  im  Gonservat.  der 

Unsik.) 
Borodin  (A),  Ddor-Streichqnart.  (Wien,  1.  Kammermusik' 

abend  der  HH.  Bosä  o.  Qen.) 
Brabms  (J.),    2.  Sjmph.      (Heidelberg,   S.  Abonn.-Conc  des 

Bach-Ver.) 
8.  Symph.    (Breelan,  i.  Abonn.-Conc.  de«  Breel.  Orch.- 

Vereina.) 
4.  Symph.      (Zittau,  1.  Conc.  des  (üoncertver.     Berlin, 

4.  Philharm.  Gonc.) 

Akad.  Feetouvert.    (Berlin.  4.  Fbilhann.  Conc.) 

Orcheeterrariat.  fiber  ein  Haydn'schee  Thema.     (Inne- 

brnck,  V.  Uitgliederconc.  des  Musikver.) 

I.  Clavierconc.    (Cöhi,  3.  Oürzenichconc.) 

Conc.  f.  Viol.  n.  Violonc.  m.  Orch.  (Crefeld,  3.  Abonn.- 
Conc.  der  Concengeeellschaft.) 
Fmoll-Clarierqaint.    (Mannheim,  3.  Eaminermusikaaf- 

fhhr.  der  HH.  Schuster  u.  Oen.) 
Omoll-Clavierquart.    (Birmingham,  Conc.  dee  Shinner- 

Qoart.  am  17.  Dec.) 
ClaTiertrio  Op.  B  in  der  Neubearbeitung.  (London,  Hon- 

day  Pop.  Gonc.  am  6.  Dec.) 
CUTJeraon.  Op.  6.     (Wien,  1.  Eammennnsikabead  der 

HH.  &OBt>  u.  Gen.) 
ESn  deotecbee  Beqniem.    (New- York,  1.  Conc  derOra- 

torio  Society.) 
„Nftnie"  t.  Chor  u.  Orch.     (Kiel,  2.  Abonn.-Conc.   dee 

Geeangver.) 
Bruch  (M.),  3.  Violinconc.  (Bonn,  2.  Abonn.-Conc.  des  sUdt. 

Geeangver.    Glasgow,  4.  Subecr.-Conc.  der  Glasgow  Gho- 

ral  Union.    Heidelberg,  3.  Abonn.-CoDc.  dee  Bach-Ver.) 
„Des  Fenerkrenz"  u.  „Fritlyof".    (D&aeeldorf,  8.  Conc. 

des  Geaangver.) 

Frithjor*.    [Trier,  Conc  der  Liedertafel.) 

Cornelius  (P.),  Scenen  a.  der  Oper  „Dar  Barbier  von  Bag- 
dad".   (Elberfeld,  2.  Abonn.-(JoDC.) 
Davidoff  (C),  Hmoll-ViolonoeUcono.  (Baden-Baden, Symph.- 

Cono.  dee  stftdt.  Cororch.  am  97.  Nov.  Htthlhausen  i.  Tb., 

2.  „Bessoarce'''Conc.) 
Draeeeke  (F.),  Adventlied  f.  Chor,  Soli  u.  Orch.    (Dresden, 

Husikaufitibr.  der  Dreiesig'Bchen  Sin^kad.) 
DroF&k  (A.),    OuTert.    zur  (>per    „Der  Baner  ein  Schelm". 

(Innsbruck,  2.  MitgUederconc.  des  Uueikver.) 
Fleischmann  Iß.  G.).  Ouvert.  „Hero  und  Leander".    (New- 

Tork,  7.  Seidl  Pop.  ConoJ 
Gernsheim  (F.),  Ouvert.  „Waldmeisters  Brautfahrt".    (Ber- 
lin, 4.  Philhann.  <>>nc.) 
Ooldmark  (C),    Sympi..    „Ländliche    Hochzeit".       (Breslau, 

9.  Symph .-Cöuc.  der  Gresl.  Concertcap.) 
(}rie|g  (Wv.),  Orchesterauite  aas  „Peer  Qvnt".      (Innsbruck, 

9.  Mlwlii~^ •"-   des  Uosikver.      BHatol,  Monday  Pop. 


Eauffmann  (F.),  Amoll-Sympb.     (Magdeburg,  1.  ^armo- 

nie'-Conc.) 
EiesslfW.),  Fmoll-GhTieitrio.    (Linx,  Gonc  der  FtsnKisBd 

M.  Graz.) 
Lisct  (F.),   „Lee  Prilodes".    (Baden-Baden,  9.  Abonn.-Conc 

des  et&dt  Gnrorch.) 
HmoU-Clavierson.    (Carl«mhe,  Clarienibead  v.  SchQle- 

rinnen  des  Hm.  Beuss.) 
Moor,    Serenade   f.   Streichorch.      (New-Yotk,  7.  Seidl  Pop. 

Conc.) 
Baff  (J.),  Waldsymphonie.    (Oldenburg,  1.  Abonn.-Conc  der 

Hofcap.) 
Drei  S&tze  a.  dem  Straichqnart.  „Die  sch&ne  MfiBerin". 

(Linz,  1.  Kammermosikconc  dn  Hfi.  Sohreyer  o.  Kfihns.) 
Beinecke  (C),  „Fnedensfeier^-FeetoaTert.  (MfihIhaafleni.Th.,  . 

2.    Beaoorce'-Cono.) 
BheinberKer  (J.),    „Wallenstein'e  Lager"    a.    der  Jffallen- 

stein"-0ymph.    (Oldenburg,  1.  Abonn.-O}nc  derHofbap.) 
„Christoftrns".     (Edinburgh,  j&hrl.  Winterconoert  von 

Hm.  Kirkhope's  (Thor.) 


Bitter  (A.),    Onvert.  znr  Oper  «Der  faule  Hans".      (Heidri- 

berg,  2.  Abonn.-Conc.  des  Bach-Ver.) 
Bnbinsteiu  (A),    Bdor-Clavierooncert.    (Linz,  1.  Eammer- 

mosikoone.  der  HH.  Schreyer  n.  Kahns.) 
Saint-Safins  (C),  „Danse  macabre".  (Amsterdam,  Conc  der 

„CaecUia".      Baden-Baden,  Symph.-Conc.  des  sttdt.  Cor- 
orch. am  97.  Nov.) 
~  F  dnr-Claviertrio.  [Leipzig,  3.  Kanunermusik  im  Nenen 

Gewandhans.) 
Schwalin(B.),  Orator.  „Der  Jtlngting  zu  Nain".  (Jena,Gonc 

des  Eirchenchors.) 
Sinding  (Chr.),  Emoll-Cnavierquint.  (Dordrecht,  1.  Kammer- 

mnsitLsoir6e  der  HH.  Vink  n.  Erdelmann.) 
StrauBS  (&.),  Symph.  „Aas  Italien".   (Amsterdam,  Conc.  der 

„CaeciHa".) 
Svendsen  (J.  S.).  Ddnr-Symph.    (ChemniU, 4. Sym^.-Conc 

des  et&dt.  Orch.) 

Bdnr-Symph.    (Dessau,  8.  Gono.  der  Hofoap.) 

„Camaval  in  Paris".     (Obugow,   4.  Snbeor.-Oone. '  ist 

Choral  Union.) 
Tsoha'lkowsky  (P.),    Onvert.-Phant.    „Bomeo  and  JuUa". 

(Leipzig,  8.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhans.) 
Tolkmann  (B),  9.  Symph.    (Ebendaselbet.) 
3.  Seren,  f.  Streichorch.     (Baden-Baden,  Symph.-Gonc 

des  st&dt.  Gnrorch.  am  97.  Not,) 
Ouvert  zu  „Bichard  IIL"    (Breslau,  4.  Abonn.-Goncert 

dee  Brest.  Orchestervsr.) 
Wagner  (B.),  Vorspiel  zu  „Parsifid".    (Glasgow,  B.  Snbscr.- 

Conc.  der  Choral  Union.) 
Vorspiel  zn  „Tristan  nod  Isolde".    (Berlin,  4.  Philharm. 

Kaiser-Marsch  m.  Chor.      (Mfihlhausen  i.  Th.,  8.  Gonc 

dee  AUgem.  Mnsikver.) 

„Siegfried-Idyll".    (Breslau,  9.  Symph.-Conc  derBresU 

Concertcap.  Amsterdam,  Conc.  der  „Oaeoilia".  Glasgow, 
2.  Pop.  Conc.  der  Glasgow  Choral  Union.) 

„Waldweben"  a.  „Siegfried".    (Magdeburg,  I.  „Hanno- 

Wermann  (d),  Scherzo  f.  Orch.  (Leipzig,  WohlthUigkeite- 
conc.  am  1.  Dec.  im  Saale  Battenberg.) 

Wullner  (F.),  „Thrftnen"  f.  gem.  Chor  n.  Orchester.  (Bonn, 
2.  Abonn.-Conc.  des  st&dt.  Gesangver.) 

—  —  „Trost"  u.  „Die  Libellen"  f.  Frauenchor  m.  Orchester. 
(Oöln,  3.  Gftrienichconc.) 

Zelenski  (W.),  Ouvert.  „Waldklinge".  (Breaku,  4.  Abonn.- 
Conc  des  Bresl.  Orcheaterver.) 


',Haddock'B2.Mufiik.  VermisoMe  MlttheMungen  und  Notizen. 

"i,  1.  Conc.  des  *  Das    dieej&hrige  in  Cöin   zur  Abhaltung  gelangende 

Niederrheinische    Musikfest    wird,    nach   der     A.  M.", 

n  i,  Th-,      abweichend    von   den  seitherigen  Principien,   „ein  durchaua 

modomes  Geprftge"  erhtjten.     .,Von  der  9.  Symphonie  Beet- 

":.des      hoven's  ausgehend,  soll  das  Programm  die  seitherige  Ent- 

1  am      wickelang  der  instrumentalen  Tonkunst  in  Meisterwerken  der 

verschiedenen  Gattungen  vorführen,"     Der  1.  1^  wird  den 

V.      detitsohen  Tonsetzem,   der  9.  den  Franzosen  und  Italienern 

gewidmet  sein,    w&hrend  der  3.  Tag  gani  international  ge- 


\ 


33 


staltet  werden  soll.  (Im  Rahmen  von  nur  drei  Concerteu  die 
Entwickelung,  welche  die  Instrumentalmusik  seit  Beethoven 
in  den  verschiedenen  Ländern  in  verschiedenen  Gattungen 
genommen  hat,  veranschaulichen  zu  wollen,  klingt  etwas  naiv, 
und  wir  können  nicht  glauben,  dass  das  bez.  Gomit6  wirklich 
eine  derartige  Mittheilung  veröfifentlicht  hat.) 

*  Der  Männergesangverein  „Liederhalle"  zu  Carls- 
ruhe  wird  im  Julid.  J.,  anlässlich  seines  50.  Stiftungsfestes, 
einen  Gesang- Wettstreit  für  mindestens  60  Mitgliederzäh- 
lende Vereine  deutscher  Zunge  veranstalten  und  dabei  Me- 
daillen imd  Geldpreise  von  400 — 2C00  M  zur  Vertheilung  an 
die  prämürten  Vereine  gelangen  lassen.  Anmeldungen  sind 
bis  zum  16.  Febr.  an  Hrn.  Landgerichtsrath  Theodor  Roth- 
weiler in  Carlsruhe  zu  richten. 

*  In  dem  6.  Symphonieconcert  der  Hofcapelle  zu  Berlin 
hat  kürzlich  Liszts  Faust-Symphonie  unter Weingartner^s 
genialer  Leitung  einen  unbeschreiblichen  Erfolg  gehabt. 

*  J.  Brahms'  neues  Quintett  für  Clarinette  und  Streich- 
instrumente hat  kürzlich  auch  in  Wien  (im  Quartett  Rosö) 
eine  ausserordentliche  Wirkung  erzielt. 

*  Der  Pianist  Hr.  Sherwood  und  der  Violinist  Hr.  Eis- 
mann in  Dresden  haben  kürzlich  daselbst  an  di-ei  Abenden 
die  Sonaten  für  Ciavier  und  Violine  von  Beethoven  mit 
schönem  künstlerischen  Erfolg  zur  Wiedergabe  gebracht. 

*  Die  Commission  der  Internationalen  Musik-  und  Theater- 
ausstellimg  in  Wien  hat  die  Bildung  eines  eigenen  grossen 
Concertorchestecs,  welches  vom  April  bis  September  thä- 
tig  zu  sein  hat,  beschlossen  und  hierfür  einen  allgemeinen 
Concurs  ausgeschrieben.  Es  wird  nur  auf  vorzügliche  Musiker 
mit  tüchtiger  Orchesterroutine  reflectirt. 

*  Am  9.  Dec.  ist  in  Neapel  die  Asche  PaiSiello*s  mit 
grossem  Pomp  aus  der  Kirche  des  Tiers-Ordre  nach  der 
Donnalbina-Kirche  übereefilhrt  und  daselbst  beigesetzt  wor- 
den, bei  welcher  Gelegenheit  Compositionen  des  Meisters  auf- 
geführt wurden. 

*  Im  Hoftheater  zu  Coburg  wird  unter  der  Protection 
df^^HftfSQg»  Ernst  und  Leitunc;  des  Gesangsprofessors  Hrn. 
Julius  Hey  im  Monat  Juli  des  I.  Jahres,  wie  der  beiden  fol- 

fanden  ein  Turnus  von  mustergiltigen  Vorführungen 
eutscher  Meisteropern  von  Gluck  bis  Wagner  stattfin- 
den. Zur  Mitwirkung  sollen  in  erster  Linie  die  hervorragend- 
sten Schüler  und  Schülerinnen  Prof.  Hey's  oder  doch  nach 
dessen  Methode  gebildete  Sänger  und  Sängerinnen  berufen 
werden,  um  dem  unternehmen  gleich  von  Vornherein  eine 
einheitliche  gesangliche  Basis  zu  geben.  Hoffentlich  entspricht 
die  Ausführune  den  echt  künstlerischen  Intentionen,  welche 
der  Idee,  durch  diese  Unternehmung  einen  deutschen  Vor- 
tragsstil zu  schaffen,  zu  Grunde  liegen. 

*  Die  königliche  Oper  in  Berlin  hat,  wie  man  mittheilt, 
im  Jahre  1891  im  Gkinzen  49  verschiedene  Werke  zur  Auf- 
führung gebracht;  davon  sind  Wagner  mit  9,  Mozart  mit  7, 
Verdi  mit  5,  Meyerbeer  mit  4,  Lortzing  mit  3,  Plotow,  Ros- 
siÄi  und  Weber  mit  je  2,  Auber,  Beethoven,  Bizet,  v.  Bron- 
sart,  Brüll,  Dittersdorf.  Donizetti,  Gluck,  Goetz,  Hal^vy, 
Kreutzer,  Mascagni,  Kessler,  Nicolai  und  Thomas  mit  je  einem 
Werk  vertreten.  Unter  den  Componisten  steht  nach  wie  vor 
Bichard  Wagner  voran;  er  hat  nicnt  weniger  als  70  Abende  für 
sich  in  Anspruch  genommen ;  es  schliessen  sich  an  Mascagni 
mit  83,  Weber  mit  28,  Lortzing  und  Bizet  mit  je  16,  Nessler 
mit  11,  Meyerbeer  mit  10,  Thomas  mit  8,  Bossini  und  Verdi 
mit  je  7,  v.  Bronsart,  Dittersdorf,  Donizetti,  Kreutzer  mit  je  5, 
Auber,  Brüll,  Goetz,  Nicolai  mit  je  4  Abenden.  Die  meisten 
Aufführungen  erlebten:  „Cavalleria  rusticana"  38,  „Tannhäu- 
ser« 28,  „Oberon"  22,  „Lohengrin"  19,  „Carmen«  16,  „Die 
Zauberflöte«  12,  „DerTrompeter  vonSäkkingen  11,  Mignon  8, 
„Don  Juan«  und  „Zar  und  Zimmermann«  je  7,  -Hjame«, 
„Doctor  und  Apotheker«,  „Die  Regimentstochter«,  „Der  Bar- 
bier von  Sevilla«,  „Der  Freischütz«  pe  6,  „Das  Nachtl^r  von 
Granada«,  „Der  Waffenschmied«,  „Die  Hu^notten«,  „Figaro*s 
Hochzeit«,  „Die  Meistersinger«  und  „Tristan  und  bolde«  je 
6  Aufführungen. 

*  In  Weimar  arbeitet  man  unausgesetzt  an  „Tristan 
und  Isolde«,  welches  Werk  nun  endlich  am  nächsten  Sonn- 
tag, zum  ersten  Male  ganz  mit  eigenen  Kräften,  zur  AufiUh- 
rung  gelangen  soll.  Hr.  Hofcapellmetster  Richard  Strauss 
führt  den  Taktstock,  und  Hr.  Fritz  Brandt  leitet  die  scenische 
Darstellimg. 


*  Im  Moimaio -Theater  in  Brüssel  ist  nach  langem  Auf- 
schub, aber  mit  desto  grösserem  Erfolg  „Lohengrin«  wieder 
gegeben  worden. 

*  Das  Hoftheater  zu  Braunschweig  hat  mit  der  am 
5.  d.  Mts.  erfolgten  Wiederaufführung  von  Hans  Sommer^s 
Oper  „Lorelei«  einen  grossen  Erfolg  gehabt.  Die  Aufführung 
des  mehrfach  neu  und  zum  Theil  besser  als  früher  besetzten 
Werkes  war  vortrefflich  und  soll  zunächst  Sonntag  den  17. 
d.  Mts.  wiederholt  werden. 

*  P.  Tscha'ikowsky's  Oper  „Eugen  On6gin«  soll  am 
19.  d.  Mts.  ihre  erste  Aufführung  in  Deutschland  im  Stadt- 
theater zu  Hamburg  erleben. 

*  Die  Dresdener  Hofoper  will  den  Componisten  Hrn. 
Meyer-Helmund  hoffähig  zu  machen  versuchen,  indem  sie 
dessen  neue  Oper  „Der  Liebeskampf«  zur  Aufführung  ange- 
nommen hat.  Endlich  scheint  sie  auch  mit  F.  Draeseke's 
„Herat«  Ernst  machen  zu  wollen,  zu  welchem  Novum  bereits 
eine  Verständigungsprobe  stattgefunden  haben  soll.  Hoffent- 
lich kommt  das  Werk  noch  in  diesem  Jahrhundert  heraus. 

*  Im  Hoftheater  zu  München  ist  am  vorigen  Sonntag 
Pranchetti's  „Asraöl«  erstmalig  mit  ge theil tem  Succ6s  in 
Scene  gegangen. 

*  Die  Saison  classischer  Opern,  gegeben  vom  Impre- 
sario Canori  im  Nationaltheater  inKom,  ist  mitCimarosa's 
„Matrimonio  segreto«  aufs  Glücklichste  eröffnet  worden. 

*  Des  soeben  verstorbenen  Alfred  Celli  er  neue  komische 
Oper  „The  Mountebanks«  wurde  dieser  Tage  im  Londoner 
Lyrischen  Theater  mit  entschiedenem  Erfolge  gegeben. 

*  Im  Nemetti-Theater  in  St.  Petersburg  fand  Mas- 
cagni*s  in  russischer  Sprache  gesun^ne  „Cavalleria  rusti- 
cana«  einen  nur  getheilten  Erfolg.  Freilich  liess*  die  Auffüh- 
rung Viel  zu  wünschen  übrig. 

*  In  Nantes  hat  die  einactige  Oper  „Le  Maitre  ä  Chanter« 
von  de  Witkowski  bei  ihrer  Erstaufführung  sehr  gefallen 
und  die  besten  Hoffnungen  für  die  Zukunft  dieses  Compo- 
nisten erweckt. 

*  Der  vortreffliche  Capellmeister  Hr.  Niki  seh  hat  sich 
neulich  in  Detroit  auch  als  Pianist  hören  lassen,  und  zwar 
in  Sinding's  Quintett.  Genanntes  Werk  ist  kürzlich  auch 
in  Genf,  mit  Hm.  Willy  Rehberg  am  Ciavier,  erfolgreich 
aufgeführt  worden. 

*  Hr.  Hofmusiker  Wien  in  Stuttgart,  ein  vorzüglicher 
Violinist,  beging  am  1.  d.  Mts.  sein  25jährige9  Dienstjubi- 
läum daselbst. 

*  Die  Altistin  Frau  Heink  in  Hamburg  wurde  vom  Her- 
zog von  Coburg-Gotha  zur  Kammersängerin  ernannt. 

Hr.  Hofconcertmeistor  Hohlfeld  in  Darmstadt  erhielt 
vom  Herzog  von  Sachsen- Altenburg  die  Medaille  für  Kunst 
und  Wissenschaft  mit  der  Krone,  am  Bande  zu  tragen,  ver- 
liehen. 

*  Hr.  Kanmiersänger  Büttner  in  Coburg  erhielt  vom 
Herzog  von  Coburg-Gotha  die  Herzog  Ernst-Medaille  imd  vom 
Herzog  von  Sachsen-Meiningen  das  Yerdienstkreuz  für  Kunst 
und  Wissenschaft  verliehen. 

"^  Der  Kaiser  von  Oesterreich  verlieh  Hm.  Hofcapell- 
meister  Jos.  Hellmesberger  sen.  in  Wien  den  Orden  der 
Eisemen  Krone  8.  Classe. 

*  Der  französische  Componist  Hr.  E.  Beyer  ist  bei  Ge- 
legenheit der  100.  Auffuhrung  seiner  Oper  „Sigurd«  in  der 
Pariser  Oper  zum  Commandeur  der  Enrenlegion  ernannt 
worden. 

*  Die  HH.  Stoumon,  Director  des  Brüsseler  Monnaie- 
Theaters,  Jahn,  Director  der  Hofoper  in  Wien,  und  der  Com- 
ponist y.  d'Indy  in  Paris  sind  zu  Rittern  d.r  französischen 
Ehrenlegion  ernannt  worden. 

Todtenliste.  Wilhelm  Tschirch,  fürstlicher  Capell- 
meister a.  D.  in  Gera,  durch  seine  Männerfi^esang-Composi- 
tionen  zu  weitem  Huf  gelangt,  wie  unter  dem  Pseudonym 
Alex.  Czersky  als  Saloccomnonist  iür  Ciavier  bekannt  gewor- 
den, ty  iix^  74.  Jahre  stehena,  am  6.  Jan. — Frau  Elisabeth  von 
Herzogenberg,  Gattin  des  Componisten  Heinrich  von  Her- 
zogenberg, eminent  musikalische  und  feinfühlige  Pianistin 
mit  schönem  compositorischen  Talent,   welche  Begabungen 


31 


leider  einer  grösseren  OefFentlichkeit  vorbehalten  blieben,  f, 
44  Jahre  alfc,  am  7.  Jan.  in  San  Remo  an  einem  langjährigen 
Herzleiden.  —  Heinrich  Dorn,  k.  Capellmeister  a.D.  in  Ber- 


lin, als  Componist  und  Musikschriftsteller  bekannt  geworden, 
t,  87  Jahre  alt,  am  10.  Jan.  —Frau  Helene  Jadassohn,  Ge- 
sangspädagogin  in  Leipzig,  f,  48  Jahre  alt,  am  31.  Dec. 


Kritischer  Anhang. 


Alois  ReekendOPf .  24  Etüden  in  allen  Dur-  und  Molltonarten 
für  Ciavier  zu  zwei  Händen,  Op.  10.  4  Hefte.  Leipzig, 
E.  W.  Fritzsch. 

Diese  neuen  Etüden  des  am  Leipziger  Conservatorium  der 
Musik  wirkenden  Pädagogen  sind  als  eine  werth volle  Bereiche- 
rune[  des  ünterrichtsroateriales  anzusehen  und  werden  in  Zu- 
kunft wohl  ihren  Platz  neben  den  Moscheles*schen  Studien 
Op.  70  einnehmen,  obschon  sie  diesen  Letzteren  an  Erfindun^- 
gehalt  nicht  ganz  ebenbürtig  sind.  Dieser  Mangel  wird  je- 
doch reichlich  aufgewogen  durch  die  äusserst  zweckmässige 
Abfassung  des  Uebungsmateriales,  welche  durchaus  den  prak- 
tischen erfahrenen  Lehrer  verräth,  der  genau  weiss,  wasNoth 
thut.  Sind  die  sechs  Etüden  des  ersten  Heftes  rein  techni- 
sche Studien,  so  gesellt  sich  in  denen  des  zweiten  Heftes  dem 
Zwecke  der  Geläufi^keitsentwickelung  eine  durchaus  aner- 
kennenswerthe  Einführung  in  allerhand  rhythmische  Probleme 
hinzu,  und  die  letzten  zwölf  Etüden  greifen  bereits  in  das 
Gebiet  der  Vortragsstudien  hinüber.  iS)  ist  denn  in  diesem 
Studien  werke  allen  Disciplinen  des  Ciavierunterrichtes  Rech- 


nung getrafi;en  worden,  und  viele  Collegen  werden  es  dem 
Autor  desselben  gewiss  Dank  wissen,  dass  er  ihnen  beim 
Kneten  des  alten  Teiges  mit  frischem  Sauerteig  zu  Hilfe 
kommt.  Arthur  Smolian. 


JOSÖ  Vlanna  da  Motta.    Capriccio  für  Ciavier  zu  zwei  Hän- 
den, Op.  6.    Leipzig,  E.  W.  Fritzsch. 

Ein  frisches,  virtuos  erfundenes  und  sehr  geschmackvoll 
durchgearbeitetes  Vortragsstück,  welches  jedem  modernen  Clar 
vierspieler  Freude  bereiten  dürfte.  Weisen  der  latdnte  Mazurka- 
Rhytnmus  und  einige  Wendungen  der  Melodie  auf  Chopin  hin, 
so  ist  die  ungemein  vollgriffige  Art  des  Satzes  doch  mehr  im 
Liszt*schen  Sinne  concipirt,  und  in  der  Durchführung  gemahnt 
die  Fortspinnung  des  siebenten  Thementaktes  geraJezu  ein 
wenig  an  ganz  ähnliche  Wendungen  in  Liszt's  „Qretchen^. 
Immerhin  bekundet  aber  da  Motta^s  Capriccio  entschiedene 
und  im  Technischen  der  Composition  bereits  recht  gereifte 
Eigenart  Arthur  Smolian. 


B  x*  i  e  f*]£  asten. 


Dr,  IL  R.  in  Ch.  Der  Abdruck  der  Einsendung  wird  in 
n.  N.  erfolgen. 

/.  A'.  in  B,  Für  die  eingesandten  „Stimmen  der  Presse" 
über  Ihre  Gesangsleistungen  haben  wir  mit  dem  besten  WiUen 
keineVerwendung.  Interessirt  hat  es  uns  aber,  dass  sich  unter 
diesen  ^.Stimmen"  auch  ein  Zeugniss,  dat.  10.  Oct.  1891,  be- 
findet, das  Ihnen  von  jenem  Dr.  Riemann  ausgestellt  wurde, 
vor  welchem  unsergeehrter  Mitarbeiter  Hr.  Dr.  Hu^o  Riemann 
in  diesem  Blatte  Öffentlich  gewarnt  hat.  Können  Sie  uns  wohl 
die  nähere  Adresse  dieses  zweifelhaften  Herrn  mittheilen?  Es 
wird  doch  nicht  gar  unser  alter  Freund  Töpfer  sein  Wesen 
wieder  treiben? 


y.  W.  in  5.  Musikalisch  belanglose  Proeramme,  wie  die 
Ihren,  können  nicht  berücksichtigt  werden.  Wir  haben  schon 
Mühe,  die  besseren  unterzubringen. 

M.  Z,  in  C.    Das  neueste  Bruch'sche  Violinconcert  wird, 
mag  es  infolge  sachlich  unbegreiflicher  UeberschäLzung  Hr. 
Prof.  Joaclum  auch  noch  so  &issig  spielen  und  son^t  jN^jto 
giren,  zweifellos   bald  vergessen  sein,    "^ine  Lücke  eneiaaT 
Ihre  Bibliothek  nicht,  wenn  dasselbe  ihr  fehlt. 

F,  C.  in  Fr,  a,  M.  Die  Verstorbene  war,  entgegen  dem 
dort.  „Fr.  J.**,  weder  Musikschriftstellerin,  noch  ist  der  hinter- 
lassene  Gatte  ein  bekannter  Violoncellist. 

G,  R,  in  5.    Verlag  von  Rob.  Forberg,  hier. 


An.  sei  ST o»-« 


Wichtig 


für  Cantoren! 

Texte 

zu  den  Kirehenmusiken  (zusammengestellt  auf  Grund  der 
1.  evangel.  Perikopenreihe),  welche  im  Jahre  1892  zu  Plauen  i.V. 
zur  Aufführung  kommen.  Zum  Besten  des  Kirchenchors 
herausgegeben  von  August  Riedel.  [60.] 

Gegen  Einsendung  von  40  ^  in  Briefmarken  durch 
A.  Keil 's  Buchhandlung  in  Plauen  i.  V.,  woselbst  auch  die 
Texte  von  1891  (20  y^)  und  1890  (40  ^)  zu  haben  sind. 


Fr.  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig, 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 

Musikalien,  muslkalisehen  Sehrlften  etc.  —  Kataloge 

und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.     [61 — .] 


Verlag  von  E»  W.  Fritzsch  in  Leipzig.        [52.] 

Tim  IIA    (^     Trauungsgesang.     „Zwei  Hände  wollen  heute 
ePIlllllC)   Vt,  sich«  (nachGerok)  fiir  ^mischten  Chor.    Par- 
titur und  Stimmen  J^  1, — .    (Partitur  Jf  — ,60.  Stimmen 
k  Jf  —,16.) 


Verlag  von  D,  Bahter  in  Leipaeifl. 

Pique^Dame. 

Oper  in  t  leten  und  7  Bildern. 

Text  mit  Benutzung  der  gleichnamigen  Novelle  Puschkin's 

von  M.  TschaTkowslcy.  [53.] 

Deutsch  von  A.  Bernhard. 

Musik  von 

P.  Tschaikowsky. 

Clavierauszug  vom  Componisten.     Pr.  15  Jt  no. 

Verlag  von  E.  W.  Fpitzseh  in  Leipzig. 
Daai*    Mov   lAflAf    Op-  ^'     Fünf  Minnelieder  fiir  Piano- 

ueer,  ml  Josei,  foirte.  >i  4,-,  [^4.1 


• 

Flilgrc^l-  nnd  Planloo-Fabrlkant. 


36 


Sr.  Maj.  des  EaiBers  von  DenUchland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  and  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser],  and  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentschland  und  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


T^ondLon   W. 

445  Oxford-Str. 


r.  Fabrik:    5—7  Johannis-Stp.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  i  k :    21  Orünauep-Stpasse  und  Wlener-Strasse. 
in.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


[55.] 

Serlin  IV. 

5—7  Johannis-Stp. 


•n 


Verlag  von  Wilhelm  Hansen,  Leipzig. 


[59.] 


PlaninOS    S     Ant.  Strelezki. 


bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabriic 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[66-.] 

lllustpirte  Prels-Yerzeiehnisse  zu  beziehen  durch 
C,  Schwalbach,  Reicbsstrasse  24,  Leipzig. 


t 


In  unserem  Verlage  erschien: 


:^Siilif  f  $$3imrw#ttfc% 


Op.  35. 

DSrpertanaeweise 


fap  gemischten  Chor  a  capella  mit  Pianoforte- 

Begleitung  ad  libit. 

Preis:    Partitur  Ji  2,50.,   compl.  Stimmen  Ji  1,60. 

Allen  Gesangvereinen  empfehlen  wir  diese  weit  verbrei- 
teten, ansprechenden  und  leicht  ausführbaren  Chöre.        [57.] 


Bremen . 


Ihfoeger  &  Meter. 


Antiquarisch 

[58b.]      offerire  in  gut  erhaltenen  Exemplaren: 

H Ander«    Werke,    Ausgabe    der    H&ndel-Gesellschafb; 
Bd.  1—42,  54-83,  ^»5,  87—90. 
{Ji  920,—.  netto  für 
dto.    Alcina,  Partitur  (netto  Ji  12, — .)  für 
dto.    Salomon,    dto.    (netto  J6  30,—.)  für 
l¥a||:ner.  Rieh«,  Lohengrin,  Partitur  für 

—  —    Tristan  und  Isolde, 

—  —    Rheinp^ld,   • 

—  —    Siegfried, 

—  —    Götterdämmerung,  »  »  » 
lilndpatntner,  ,|l4chtenstein^,  Clav. -Auszug  m.  T. 

mit  Autograph  des  Componisten  {Ji  48, — .)  für  Ji  15, — . 


n 


9) 

n 
n 


M  350,— 
Ji  5, — 
„     7,60 

„   100,- 

n  100,- 
n  100.— 
n  100,- 
100,— 


pour  Piano  (dedi^es  k  Edvard  Orleg;). 

(Oeuvre  130)       Fr.  8  Mark. 


No.  1.  Fismoll.  75  4. 

No.  2.  Gmoll.  50  4- 

No.  3.  Cdur.  50  4. 

No.  4.  Gmoll.  75   4. 


No.  5.  HmoU.  75  ^ 

No.  6.  AmoU.  75  4 

No.  7.  Ddur.  75  ^ 

No.   8.  Ddur.  50  4 


Leipzig. 


P.  Pabst. 


PremKre  Ballade  pour  Pfano.    1  ^  50  4. 

Op.  129.  No.  1.  Nocturne  (ä  MUe.  Zimmermann).  .^1,25 
Op.  129.  No.  2.  Mazurka  do.  ^1,25 

Op.  123.  No.  1.  Nocturne  (4  Francis  Thom*).     Jt\,— 
Op.  123.  No.  2.  Mazurka  (^Joseph Wieniawski).  ^  1, — 

Das  Tonwerk  130  enthält  acht  Mazorken,  welche  in  den 
Motiven  meist  originell,  in  der  Harmonisirung  irisch,  sich 
abseits  von  musikalischen  Trivialitäten  halten.  Auch  tragen 
diese  polnischen  Tänze  den  Vorzug  leichter  Spielbarkeit,  und 
ragen  unter  denselben  besonders  Jene  in  Fismoll,  Cdur  und 
Gmoll  durch  anmuthende  IJrsprünglichkeit  hervor. 

(„Neue  Musikzeitung*'  No.  20,  1891.) 

Wenn  auf  dem  Titelblatt  dieser  Mazurkas  auch  kein 
Automame  stände,  so  würde  man  doch  leicht  errathen.  dass 
der  Gomponist  ein  Slave  oder  doch  slavischer  Abkunft  ist. 
Der  ganze  Ductus  seiner  Musik  lässt  es  durchfühlen:  von 
deutscher  Art  ist  Nichts  darin  zu  entdecken.  Sämmtliche 
acht  Stücke  sind  eigenartig  pikant  und  theilweise 
geistreich,  aber  auch  ungebunden  und  vielfBKih  abspringend 
in  harmonisch  modulatorischer  Hinsicht,  manchmal  mt  zu 
sehr.  Bald  fesseln  sie  durch  spirituellen  Ausdruck,  und 
bald  bewegen  sie  sich  in  nrotesken  Sprüngen,  lian  hat  da 
das  Gefiihl,  als  ob  £inem  der  Boden  imter  den  Füssen  hinweg- 
gezogen würde.  Um  ein  Beispiel  für  die  Absonderlichkeiten 
des  Componisten  zu  eeben^  sei  auf  den  dritten  Mazurek  hin- 
^wiesen.  Für  denselben  ist  die  Tonart  Cdur  gewählt,*  aber 
im  ganzen  Stück  kommt  von  derselben  Nichts  weiter  vor,  als 
einige  Male  der  Cdur-Dreiklanj^.  Einige  bemerken s- 
werthe  Eigenschaften  hat  das  Opus  auf  alle  Fälle:  " 
es  ist  nicht  langweilig.  Dieses  f  rädicat  kann  ihm 
als  empfehlendes  Motto  dienen. 
(„Signale"  No.  68,  1891.) 

Verlag  von  E.  "W.  Fritzsobi  in  Leipzig. 
Aiiniifif      ^P    ^®      Concertstück  (Fdur)  für  Oboe  mit  Or- 
1^1     Ej.    ehester.    Part,  mit  untergelegtem  Clavierauszug 
Klughardty  Ji  a,— .    Principalstimme  Ji  >-,75.     Orchester- 
Stimmen  Ji  5, — .  l<5<)  i 


f^uüu^  TSliithner,  ^ippff. 


Bedeutendste  Planoforte^Fabrlk  Xioropasl 

Flügel  und  Pianinos 

von  anei-kanut  uuüberti-ofietier-  Haltbarkeit 
und  edlem,  sang^-eiohem  riTon. 


-"'^nn/l,     "T'extcetvr  "bei 


"VarkaufatxiBgBzliie  »n  all«n  'badnutea 
Di«  Fabrik  besteht  seit  7.  NoVember  1853. 


lerazk  Flfttxsn 


Katharina  Schneider, 

CoDcert-  md  Oratoriensängerm  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-Striuse  33.  [6an.] 

henogl.  säohi.  Ho^ianiBt,  Frofsueur  supärienr  am  OonBerratorituii 
in  Genf  (Sohweii).  [^3—-] 

Concert-VortretnngT    Hermann  Wolff,  Bertin. 

Max    RonnebHrirery 

Concert-u.OratoriensäD2er  [Tenor),  lu.?, 

Lebrer  am  k.  Conservatoriiim  Dreadea,  Christianatr.  SO  ifi. 

>Villielm  l^osiBte« 

UilEl.  [niimulnt  lU  Ltlrei  ler  Harfe  ai  in  tüiliii.  Hucbcinlt  Ilr  insit 
Berlin.   S.  W.    Hornstr.  9.  [65p.] 

Vollstäudige  Insbildung  für  Oper  d.  ConeerL 

Ensemblä'Uebnngen.     Rollenstndtom. 
Von  mir  aosgiebildete  Scbüler:   Magdalena  Jahns,  Sebn« 
Schoder,  Carl  Scheidemact«!  u.  Ä.  m.  [W— •] 

L.ip.ig.    Bodo  Borchers. 

Gesangl  ehrer. 


Breitkopf  A  HArtel  in  L«ipzis. 
X^iedei-  für  eine  Stimme. 

HeftauBgabe  Je  .M  1,—,  (69— .1 

Sopran  No.  1—200,  MezBOSopranNo.  901— 400,  Alt  No  401—460 

Tenor  No.  451—600,  Bariton  and  Bass  No.  601—700. 

Yaraeichnisse  unentgcltlieb  in  jeder  Buch-  a.  Mnaihhandinng. 

Neuer  Verlag  von  Ries  ft  Epler  in  flerUn. 

tläiqUeS  K  KUnSDUrg,  Op.  3.  Partitnr  la  ^  Orcbester- 
stünmen  13  M  Ausgabe  mit  Glavier  7  Jt 
Die  „Cölniscbe  ZeituDg"  vom  18./IS.  91  scbmbt  tJber  dtf 
vom  Ctamponisten  im  Gtirzenichconcert  gespielte  Werl  o.  A.; 
„Der  Mittelsatz  offenbart  eine  echt  poetigrfie  Stimmui^  olid 
eine  gleichbleibende  melodische  Schönheit,  die  vorübergehend 
vor  dem  Wiedereintritt  des  ersten  Themas  in  den  diasonirenden 
Bl&äer-Accorden  vielleicht  zu  sehr  getrübt  wird,  die  aber  gleich 
darauf  in  wahrhaft  überraschender  Weise  wieder  hervorbricht. 
Nachstdem  möchte  der  I.  Satz  wegen  der  Vornehmheit  leiner 
Erfindung  und  des  Reizes  seines  2.  Themas  WerthacbUzang 
verdienen.  Jedenfallsdarfdasganze  Werk,  das  die  eingehendstfl 
Kenntniss  des  Instruments  verräth,  sehr  discret  instmmentirt 
ist  nnd  beimPublicumeine  freundlicheAutnahme&nd,  dorB»- 
achtnng  aller  Violoncellieten  empfohlen  sein.  Hr.  Rensbnrg 
spielte  es  mit  technischer  Meisterachaft  and  grosser  Innigkeit  im 
Ton."  [Durch  die  vom  Componisten  den  schweren  SteUen  bel- 
gefUgten  Erleichterunesflguren  wird  dae  Concertaach  besseren 
Dilettanten  zng&nglich.) fO*.] 


[71.] 


Utltr,  Irin  «lt.   m  tn. 

liaebe  Unfverul-Blbllotnek. 
Jede  Nr.  «OFT.  In  midirb 

, hait.ttirtMratlV'  — RItfiiUu 

[tMitbt*  AlbDMis  t  \M.  mHtrt  TM  IbMun.  J>4b 
'--' (f  Ulli««.  -  KiMHitla. 

il«fl9l,  Ltlnilfl,  tUr.in.nir.  I. 


Ein  Harfenist 


mit  ausreichender  Technik  und  g^tem  Instmment  fnr 
tiefe  Stimmung,  welcher  sich  Orchesterroutine  em-erben 
will,  findet  an  einer  gnlen  Oper  bis  Ostern  Beschäftigung. 
Adressen    uDter  A.  146    an    Rudolf  MoSSe   in  Leipzig 


erbeten. 


[68.] 


Heuer  Verlag  von  E.  W.  Frltzseh  In  Leipzig. 
Werner,  Au.,  Op.  48.    Gavotte  für  ViolonceU  mit  Be- 

gleitnng  defi  Pianoforte.    Jl  2,—.  [72.] 


n  0.  Q.  Roder  In  Leiptig. 


Leipzig,  am  21.  Januar  1892. 


DvEk  ilantUcke  Bul-,  Iiut- 

ul  luttsIlBUullutiii,  awlE 
Imk  aiit  Fniiimer  n 


Dl,    MI  DIE  „^  -^^.^^ 


Fl!  du  lisjtaliitkt  VKkiUlin 
Mctun  zutiduiu  iiid  u 

tmn  Bglactni  n  aiinsirti, 


ffir  Musiker jMMusikfreunde. 

VenrntwortKclier  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Köntgsstrasse  6. 


% 


XXBI.  Jalrg.]    £' 


Du  Hnrikftliiob«  Wodieoblfttt  encheint  jährlich  in  62  Nnnmien).  Der  Abonnementsbetrw 
far  du  Quartal  von  13  Numcaern  ist  3  Hark;  eine  einzelne NummeT  hostet  40  Pfennige.  Bei 
icter  fraDkirtar  Eienzbandsendnog  treten  nachetehecde  vierteljährliche  Abonnementa- 
iee  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  fQr  da«  Deutsche  Reich  nnd  OeBteireich.  —  2  Mark  76  Pf. 
weitere  Länder  das- Atlgemeinen  Postverema.  —  JahresabonnemontB  werden  Dnter 
ZaRmDdeleeiin^  vorstehender  Beiagsbedi  neunten  berechnet. 
Die  iDtertionigebahren  mr  den  Ratim  einer  gespaltenen  Fetitieile  betragen  30  Pfennige. 


[No.  4. 


lahalt:    Daa  LIsd  von  den  Bieben  Worten  des  Erläseni  am  Kreius.    Von  Dr.  Peter  Dmffel.    (FortsetKnng.)  - 
Tageagetehlohte;   Bariclit  aoi  LaipzU.  —  ConcertoiDioban.    —    Bnngamenla  und  Outsplale  In 

OpenwntnUmingen.    —    Venoliohte  HitthallnnBan  nnd  Nottron.  —  OÜranr"  " •— -■  .-_.^- 

büdt,  Job.  Weiu,  JuL  Taiuch  und  Lndw.  SolijÜs.  —  Briefkasten.        '    - 


-  Anton  Bnbiniteül  aU  Sohtiftateller.    — 

Oper  and  Oonoert   —   Klrobennwlk.  — 

Krllfteber  Aibaag:   Gompoeitlonen  von  W.  Seir- 


Das  Ued  von  den  sieben  Worten  des  Erlösers 
am  Kreuz« 

Von  Dr.  Peter  Draffel. 

(Forteetzong.) 

IL 

Aelter  «la  die  erwtbnten  Druckwerke,  ja  überbaapt 
die  ilteate  Quelle  for  den  Text  Tind  die  Melodie 
mueres  Liedes  iit  eine  Hsndscfarift  (Codex  3027}  der 
k.  k.  Hefbibliothek  zu  Wien. 

Beim  DorcliBelien  einer  Anzahl  deutscher  Lieder, 
welche  mein  Freund  Eberhard  Schwickerath  aas 
mittelalterlichen  Handschriften  der  genannten  Bibliothek 
vor  Jahren  abgeeclirieheii  hatte  und  nnlftiiget  mir  zur  Ver- 
fägung  stellte,  erregte  ein  iiiUcheinbareB  Lied  mit  der 
Ueberachrift  „dy  aiben  wordt  x'  am  krewtz"  durch  seine 
seltsam  geformten  Noten  meine  Aufmerksamkeit  in  hohem 
Haasse.  Gb  war  jenem  Codex  entnommen.  Begierig,  das 
Original  genauer  kenneu  zu  lernen,  erbat  ich  mir  von 
der  Wiener  Hofbibliotbek  die  Handschrift  zur  Duicbncht. 
Uit  grosser  BereitwiUigkeit  wurde  meine  Bitte  erfüllt, 
wofür  ich  der  genannten  BiUlothek,  so^e  dem  Biblioäiekar 
der  gUdtbibhothek  zu  Trier,  &n.  Konffer,  als  dem 
Vermittler  meines  Oesnchee,  meinen  besten  Dauk  abstatte. 

Der  in  Leder  gebundene  S^-Band  besteht  aus  357 
gut  erhaltenen  Bl&ttem  von  starkem  Papter  und  enth&lt 
theils    Iftngere    Abhandlungen    in   lateinischer   Sprache: 


„Boherti  Holkot  Horalitates;  Aenigmata  Aristotelis; 
Ima^nes  PnlgentÜ;  Declamationes  Senecae";  theils  kür- 
zere Aufsätze  in  deutscher  Sprache:  n^en  den  4  Angel- 
tugendeu",  „Ex  gestis  Romanorum"  (deutsch),  „Der  gül- 
dene Esel",  femer:  Denksprfiche,  „Ein  hübschen  Spruch 
vom  schlanrafi^n  Land",  «in  Fastnachtsspiel;  „ij  narren 
kappen",  „Snsaoua  und  die  2  falschen  Riahter",  „Tom 
pheonigen",  „Rumpelt  und  Marethet**,  eine  Bereohunng 
„was  ein  Mann  vnn  sein  weih  tu  dim  zw  passair  ain  jsir 
pedurpfen",  ein  Spottgedicht  auf  die  Landehuter  WeH>er, 
„vom  Kryeg  der  fVawen  vnd  der  Diem"  und  viele  andere 
Oedichte  religiösen  und  weltlichen  Inhalts. 

Qedichte  (Lieder)  mit  Note%  sind  nur  folgende 
TOrhauden:  ^ 

1)  „Der  paur  von  vppigkeyt". 

r^istiromig  —  Discaat,  Tenor  und  Coatrs-Tenor  — 
in  viereckigen  weissen  Hensoralnoten  auf  Systemen  von 
5  Liuieu  mit  diesen  Vorzeichen; 


'  Diic.  Ten.  OoetM-Ten. 

13  Strophen.     Bl.  172»»— 176. 

2)  „Haria  zur  raetten  zeyt". 

Einstimmig  in  schwarzen  ChoralDoteo  anf  Systemen 
von  4  Linien  mit  C-Schlüssel  auf  der  2.  und  3.  oberen 
Linie.     8  Strophen.     Bl.  210''— 212». 


38 


3)  ^Wer  als  wer«. 


4)  „0  patris  sapientia"  in  latino.  Bl.  354^  Das- 


Emstiinmig  in  weissen  Mensuralnoten  auf  Systemen      selbe    Lied    deutsch    (in    vulgari).      Bl.    355.      Je   acht 


Ton  4  Linien  mit  folgenden  Vorzeichen: 


später: 


i 


3  Strophen      BL  212»»  und  213*. 


Strophen. 

Beide  LJeder  sind  mit  Noten  versehen  —  ähnlich 
denen  unter  5  —  auf  Systemen  von  4  Linien  mit  C- 
Schlüssel  auf  verschiedenen  Linien. 

5)  „dy  sibenwordx^amkrewtz^  Bl.  297^—298*. 

Dieses  Lied  gehe  ich  hier  genau  nach  dem  Original: 


V 


.C^ r^ ■ — - 


y 


+ 


Ä^ 


Jiy  fiitfi£kic§Hja^tväA  Utexto^j^ 


:ftUU9^  fym^n^4i,^SkSk 


^^ 


^  f    m\h   ^IS 


•t 


d^i^so^  Si^^^tiAc^  u  Si^?  ^1^7 


Die  Ueberschrift  ist  roth  geschrieben,  ebenso  der 
erste  Buchstabe  (D)  des  Liedes,  der  Punct  im  zweiten 
Buchstaben  und  der  Strich  unter  ,,Da  iesus*';  es  sind 
femer  die  ursprünglich  schwarzen  Striche  zwischen  den 
Noten  —  die  sich  auf  die  Textesworte  unter  den  Noten 
beziehen  —  roth  nachgezogen.  Das  Wort  »ain**  am 
Ende  der  zweiten  Zeile  ist  später  in  „jm^  umgewandelt, 
das   noch    zu   erkennende    „a**    roth   durchstrichen,     der 


Punct  auf  dem  „i"  aber  stehen  geblieben:  »jin*'. 

Es  folgen  acht  Strophen,  die  hier  übergangen  wer- 
den können.*) 

Wie  alt  ist  das  Lied? 

(Schluss  folgt.) 


*)  Der  Text  steht  abgedruckt  bei  J.  Eehrein  (a.  a.  O.) 
S.  198. 


Anton  Rubinstein  als  Schriftsteller. 


—  „Das  ist  ein  ansserordentliches  Ereigniss",  wel- 
ches „grosses  Aufsehen  errregen  wird"  —  so  beginnt  die 
Beclame,  —  denn  eine  Becension  ist  es  nicht  —  in  I9o.  72  der 
„Si^ale'^  Nun  —  wenn  man  sich  ein  „ausserordentliches 
iSreigniss"  für  2  Mark  60  Pfennifi^  verschaffen  kann,  so  darf 
man  sich  diesen  Luxus  schon  erlauben. 

E$  war  dafübr  geborgt,  dass  dieses  ausserordentliche  Er- 
eigniss  uns  nicht  unerwartet  über  den  Hals  kam.  Seit  Jahr 
und  Tag  hatte  es  schon  gewetterleuchtet.  Zuerst  hiess  es, 
Rubinstein  ,^beabsichtige",  ein  finch  zu  schreiben,  in  welchem 
die  musikalischen  Fragen  der  Gegenwart  behandelt  werden 
sollen.  Die  Presse  spitzte  pflichtschuldi^t  die  Ohren.  Nach 
einiger  Zeit  kam  das  Bulletin,  Bubinstem  habe  „begonnen". 
Abermaliges  Ohrenspitzen  und  schüchterne  Gonjecturen,  was 
wohl  in  dem  Buche  Alles  gesagt  werden  würde.  Nach  aber- 
maliger Kunstpause  erschien  der  Hofbericht,  Bubinstein 
,,werae  sich"  —  spater  „habe  sich"  —  nach  Deutschland  be- 


geben, um  „in  stiller  Zurückgezogenheit"  sein  (selbstverständ- 
lich bedeutendes)  Werk  zu  vollenden. 

Nun  ist  es  da;  der  Ber^;  hat  die  Maus  geboren,  und  —- 
diese  russische  Invasion  wird  Deutschland  nicht  erobern,  ja 
nicht  einmal  irgend  Wem  Schaden  zufügen. 

„Lieb  Vaterland,  kannst  ruhi«;  sein!" 

Wenn  ein  Künstler,  der  sein  öOjähneres  Jubiläum  schon 
hinter  sich  hat,  dann  erst  zur  Feder  greifb,  so  muss  er  dabei 
seine  ganz  bestimmten  Absichten  haben.  Er  kann  doch 
unmö^ich  nur  dem  längst  gefühlten  Bedürfhiss  haben  ent- 
sprechen wollen,  der  Welt  kundzuthun,  dass  seine  Lieblings- 
componisten  Bach,  Beethoven,  Schubert,  Chopin  und 
Glinka  sind.  Mit  Ausnahme  des  Letzten,  einer  nationalrus- 
sischen  Specialität,  die  in  Deutschland  niemals  festen  Fuss  ge- 
fasst  hat,  dürfte  es  sehr  viele,  wenn  auch  nicht  so  berühmte 
Menschen  geben,  die  diesen  Geschmack  mit  Bubinstein  theilen. 
Daran  ist  weder  etwas  Neues,  noch  Apartes  zu  finden.  Und 
was  er  sonst  über  Gomponisten  der  Vergangenheit  —  von 
Palestriiia  an  gerechnet  —  sagt,  ist  meist  plausibel,  wenn 


8« 


auch  nicht  e^rade  neu.  Er  hält  in  leichter  GresDrächsform 
einer  Dame,  die  ihn  »interviewt",  einen  Vortrag  ober  Musik- 
geschichte, der  den  vorzng  der  Stürze  hat  und  namentlich 
von  Solchen,  die  von  der  Gküchichte  noch  Nichts  wissen,  dank- 
bar acceptirt  werden  kann.  Wen  es  interessirt,  Ruhinstein's 
Ansichten  über  seine  „Yorg&nger^*  kennen  zu  lernen,  erhält 
genügenden  Aufschluss  darüber  und  wird  finden, '  dass  Bubin- 
stein  im  Ganzen  genommen  einen  guten  Geschmack  und  in 
vielen  Dingen  ein  klares  ürtheil  hat,  —  nur  nicht  über  die 
Zeit,  in  der  er  lebt,  und  nicht  in  ästhetischen  Frafi;en.  Er 
spricht  immer  als  orthodoxer  specifischer  Musikei*,  hat  also 
von  vornherein  einen  beschränkten  Ghssichtskreis  und  einsei- 
tigen Standpunct,  abKesehen  davon,  dass  er,  als  „Selbst  Aner" 
(wie  der  selifi;e  Lachner  sagte)  seine  „CoUegen^  nicht  unbe- 
fangen beurtheilen  kann. 

Des  Pudels  Kern  enthüllt  sich,  sobald  er  bei  der  neuesten 
Periode  unserer  Musikentwickelung,  bei  den  Neu-Romantikern, 
angelangt  ist.  Da  hört  die  Gemüthlichkeit  auf,  und  er  wird 
sehr  unangenehm.  Sich  über  seine  „cauchemars*'  Berlioz, 
Liszt  und  Wagner  und  deren  Schule  auszusprechen,  hat 
ihm  schon  lange  auf  dem Herzen^gelegen,  —  unddasistder 
Zweck  dieser  Brochure. 

Was  er  über  diese  Meister  sagt,  ist  uns  übrigens  auch 
nicht  neu.  In  seiner  berüchtigten  Bede,  die  er  am  Gonser\'a- 
torium  zu  St.  Petersburg  gehsQten  hat,  bevor  er  ging,  um 
nicht  wieder  zu  kommen,  hat  er  seinen  Standpunct  schon  un- 
zweideutig zu  erkennen  gegeben.  Dass  ihm  damals  mit  einem 
allgemeinen  Schütteln  des  Konfes  erwidert  wurde,  genügte 
ihm  aber  noch  nicht.  Er  wollte  seine  pei*sönlichen  Bemer- 
kungen fixiren,  zu  Nutz  und  Frommen  Aller,  die  an  ihn 
glauben.  Er  wollte  Wagner  an  die  Wand  drücken,  er  wollte 
liszt  mit  einer  Handbewegung  beseitigen  und  dadurch  sein 
musikalisches  GFewissen  erleichtem  oder,  richtiger  gesagt, 
seinem  lang  verhaltenen  Grolle  Luft  machen.  —  Hinc  illae 
lacrymae. 

Man  könnte  diese  Expectorationen  ganz  auf  sich  beruhen 
lassen,  und  die  Kunstgeschichte  wird  trüber  auch  sehr  ge- 
lassen zur  Tagesordnung  übergehen.  Aber  da  diese  Herzens- 
ergüsse vom  Standpuncte  des  Erlegers  ein  „ausserordentliches 
Ereigniss''  sein  sollen,  das  ,,grosse8  Aufsehen'^  erregen  wird,  so 
muss  man  sich  das  Ding  doch  etwas  näher  ansehen. 

Bubinstein  ist  eine  musikalische  Erscheinimg,  die  Viel 
von  sich  reden  gemacht  hat,  —  allerdings  weniger  als  Compo- 
nist,  denn  als  ißanist.  Und  Das  ist  es  eben,  was  ihn  ver- 
driesst.  Er  hat  sein  Leben  lang  sich  abgemüht,  als  Compo- 
nist  durchzudringen,  es  ist  ihm  aber  ni(Sit  gelungen.  Denn 
dass  der  ,,Bal  C06tum6'*  und  „Trot  de  Cavallerie'',  eine  Bar- 
carole und  einige  Etüden,  eine  Violoncellsonate,  ein  Trio  und 
verschiedene  Lieder  und  Duette  auf  denConcertprogrammen  er- 
scheinen, daran  wird  ihm  wohl  nicht  viel  gelegen  sein.  Diese 
Auszeichnung  theilt  er  mit  Spindler,  Popper,  Meyer-Helmund 
und  vielen  anderen  Du  minorum  gentium.  Wir  können  es 
ihm  nicht  verdenken,  wenn  er  höher  hinaus  wollte,  und  müssen 
ihm  zugestehen,  dass  er  sich  ileissig  bemüht  hat,  den  Gradus 
ad  Pamassum  zu  erklimmen. 

Ist  es  ihm  aber  gelungen,  den  Gipfel  zu  ersteigen?  — 
Nein!  —  In  der  Kammermusik  hat  ihn  Brahms  ra^t  voll- 
ständig verdrängt,  in  der  Symphonie  trat  ihm  die  Lisz ti- 
sche ^hule  so  entischieden  in  den  Weg,  dass  er  überall  dar- 
über stolj^rte,  und  in  der  Oper  hat  er  ein  dreissigjähriges 
Fiasco  hinter  sich.  Eine  wahre  Sysiphus-Arbeit  hat  er 
unternommen;  er  stiess  überall  auf  Wagner,  der  ihn  nicht 
aufkommen  liess. 

Ich  habe  nun  zwar  die  intime  Üeberzeugung,  dass  Bnbin- 
stein  als  Opemcomponist  auch  dann  nicht  auf  einen  grünen 
Zwei^  gekommen  wäre,  wenn  Wagner  nicht  gelebt  hätte. 
Das  ist  aber  schwer  zu  beweisen.  Denn  ohne  Bichard 
Wagner  ist  die  musikalische  Gegenwart  gar  nicht 
densbar.  Ohne  Anton Bubinstein  ist  aber  die  musi- 
kalische Gegenwart  sehr  gut  denkbar.  Man  streiche  ihn 
aus  der  Kunstgeschichte,  und  man  wird  keine  Lücke  entdecken. 


Er  ist  kein  „Erfinder";  er  ist  nur  ein  bedeutendes  Talent, 
aber  kein  Genie.  Danbr  kann  er  freilich  Nichts,  denn  er  ist 
nun  einmal  so  geboren.  Aber  soviel  Selbsterkenntniss  kann 
man  Keinem  zumuthen,  dass  er  über  die  Tragweite  seines 
Talents  selbst  völlig  im  Klaren  sein  könnte.  Bubinstein 
hat  die  innerste  üeberzeugung,  dass  er  als  Opem- 
componist durchgedrungen  wäre,  wenn  Wagner 
nicht  gewesen  wäre.  Daher  seine  grenzenlose  Wuth  auf 
ihn,  die  sich  in  der  Brochure  noch  sehr  gemässigt  äussert, 
in  ungedruckten  Gesprächen  aber  ganz  anders  losbricht. 

Ja,  dieser  Wagner!  In  richtiger  "^^rahnung,  dass  dieser 
geflLhrliche  Mann  ein  Bevolutionär  sei,  stark  genug,  um  die 
Welt  zu  erobern,  hat  man  sich  30  Jahre  hing  abgemüht,  ihn 
nicht  aufkommen  zu  lassen.  Es  hat  Alles  Nichts  geholfen. 
Er  ist  Alleinherrscher  der  Bühne  geworden,  und  —  Mascagni 
wird  ihn  auch  nicht  stürzen!  Aber  Mascagni  hat  mit  seinem 
einen  Act  schon  in  einem  Jahre  mehr  AufEUrungen  erlebt 
und  mehr  Enthusiasmus  erregt,  als  Bubinstein  mit  einem 
halben  Dutzend  Opern  sein  ganzes  Leben  lang.  —  Ist  das  nicht 
charakteristisch? 

Nun  kommt  eine  Ueberraschung. —  Gleich  auf  der  zweiten 
Seite  der  Brochure  sagt  Bubinstein:  „Mir  ist  die  Oper  über- 
haupt eine  untergeordnete  Gattung  der  Kunst".  Und 
dieser  Gbdanke  wird  dann  weiter  ausgerahrt.  —  Die  Trauben 
sind  offenbar  recht  sauer!  Er  hat  grosse  Anstrengungen  von 
Jugend  auf  gemacht,  sich  als  Opemcomponist  Geltung  zu 
verschaffen,  —  und  nun  ist  die  Oper  mr  ihn  eine  untergeordnete 
Kunstgattung.  Dass  er,  als  ausgesprochener  specifischer  Mu- 
siker, keine  Befähigung  zur  ecnten  dramatischen  Musik  hat 
und  haben  kann,  oias  mhlt  er  gar  nicht.  Seine  BegrifEs- 
Confusion  kennzeichnet  sich  schlagend  in  der  unglücknchen 
Idee  der  „geistlichen  Oper",  —  die  einzige  „Erfindung",  die  er 

SBmacht  hat,  und  auf  die  er  sich  nicht  wenig  einbildet.  Ein 
ratorium,  das  man,  je  nach  Bedürfniss  im  Frack  im  Concert- 
certsaal  oder  im  Gostume  auf  der  Bühne  aofföhren  kann :  das 
ist  seine  „geistliche  Oper".  So  weit  war  Händel  schon 
vor  150  Jahren.    Und  das  soll  lebensfähig  sein! 

Bubinstein  verräth  uns  auch,  weshalb  er  Opern  ge- 
schrieben hat:  Erstens  „hat  die  schnellere  und  allgemeinere 
Anerkennung"  —  wenn  man  sie  nämlich  findet  —  ^etwas 
Yerführerisches" :  zweitens  „hat  es  auch  etwas  VerfÜhreruiches, 
Gtötter,  Köni^,  Priester,  Helden  und  Bauern,  Überhaupt  Men- 
schen aller  Zeiten,  aller  Länder,  aller  Artennach  seiner  Melodie 
handeln  zu  sehen  und  singen  zu  hören"  (er  hätte  auch  sagen 
können,  nach  seiner  Pfeife  tanzen  zu  lassen);  drittens  wird 
„die  Oper  leichter  verstanden.  Abgesehen  vom  Interesse, 
welches  der  Stoff  des  Stückes  (soll  wohl  heissen  die  Hand- 
lung im  Publicum  erweckt,  erklären  ihm  die  Worte  die  Musik." 
—  Das  sind  ja  recht  praktische  Gesichtspuncte ,  zu  denen 
jeder  speculative  Theaterdirector  Beifall  klatschen  wird. 

Also  deshalb  haben  Gluck,  Mozart,  Weber,  Waener 
Opern  geschrieben;  sogar  Beethoven  ist  der  Yersucnung 
unterlegen,  sich  populär  zu  machen  und  bessere  Honorare  zu 
beziehen!  Das  ist  ein  so  naiver  Standpunct,  dass  wir  ihn 
Bubinstein  gar  nicht  zugetraut  hätten.  Wir  hielten  ihn  we- 
nie;8tens  für  zu  klug,  um  das  auszusprechen,  wenn  es  die 
geheime  Triebfeder  seines  Opern-Ehrgeizes  gewesen  sein 
sollte. 

Ich  war  Ohrenzeuge,  wie  Bubinstein  einem  hervorragen- 
den Ckpellmeister,  der  ihn  fragte^  was  er  wünsghe,  von  sich 
aufgefhnrt  zu  hören  (der  Capellmeister  meinte  eine  Symphonie, 
Ouvertüre  oder  Kammermusik),  in  fast  bittendem  Tone  erwie- 
derte:  „Führen  Sie  meine  Opern  auf!"  —  Zu  mir  hat  er 
einmal  gesagt  —  es  ist  freilich  schon  lange  her  — :  „Schreiben 
Sie  mir  einen  Fidelio!"  Die  Antwort,  die  ihm  daraufhätte 
gegeben  werden  sollen:  „Ja,  wenn  Sie  einen  componiren 
können"  —  verschluckte  ich  damals  aus  HöfHchheit.  —  Und 
dabei  soll  man  nun  glauben,   dass  ihm  an  der  Oper  wenig 

gelegen  sei! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


BericKt. 

Leipzig,  1.  Januar  189S.  So  wie  allerorts  nahm  auch  in 
unserem  Neuen  Stadttheater  in  den  Monaten  November  und 
December  v.  J.  der  von  der  Direction  zur  Erinnerung  an  die 


hundertste  Wiederkehr  von  Mozart's  Todestag,  den  6.  Dec., 
angesetzte  Mozart-Cyklus  das  Hauptinteresse  in  Azispruoh; 
er  oestand  bei  uns  aus  sechs  Abenden,  und  zwar  der  „^uber- 
flöte"  (29.  Nov.),  der  „Entfahrung  aus  dem  Serail«  (80.  Nov.), 
„Figaro's  Hochzeit"  (2.  Dec.),  dem  „Don  Juan"  (4.  Dec.),  einem 

4* 


40 


Mozari-Coacert  mit  sich  anschliessendem  Festspiel  (5.  Dec.) 
und  endlich  aus  ^Cosifantutte"  unddem„Schauspieldirector" 
(6.  Deo.).  »Idomeneus"  und  „Titus"  waren  also,  wie  man  aus 
dieser  Aufstellung  ersieht,  libergangen  worden.  Doch  gern 
hfktte  laan  sich  diese  beiden  zuletzt  genannten  Opern  geschenkt, 
wenn  Das,  was  geboten  wurde,  der  Mozart*schen  Werk^  Über- 
haupt und  einer  solchen  feierlichen  Q^legenheit  im  Beson- 
deren würdig  gewesen  wäre.  TJnd  das  war  es  nicht.  Zuge- 
geben, dass  die  Direction  durch  die  schwere  Erkrankung  un- 
seres Meistersängers  Schelper  (zu  aller  Freude  imd  Genue- 
thuung  vernimmt  man  mit  Bestimmtheit,  dass  derselbe  bald 
wieder  ganz  von  seinen  Augenleiden  hergestellt  und  der  Kunst 
zurückgegeben  sein  wird),  sowie  durch  die  XJnpässlichkeit  des 
Frl.  Doxat  und  der  Frau  Baumann  in  ein  böses  Dilemma  ^e- 
rathen  war  und  oft  nicht  wusste,  wo  aus,  noch  ein ;  verschie- 
dene Vorkommnisse  bei  den  betreffenden  Auffuhrungen  hatten 
aber  mit  den  obenerwähnten  Ereignissen  Nichts  zu  thun  und 
wären  bei  sorg£älti£nrer  Vorbereitung  ohne  Zweifel  zu  ver- 
meiden gewesen,  ^n  denke  da  speoiell  an  den  „Don  Juan^: 
die  Wiedergabe  des  unsterblichen  Werkes  stand  in  umgekehr- 
tem VerhMtniss  zu  seiner  Bedeutung  und  war  geradezu  eine 
Schande  für  ein  Kunstinstitut  wie  das  Leipziger  Theater; 
soflar  unser  sonst  doch  wirklich  nachsichtiges  und  mit  Allem 
zimiedenes  Publicum  schien  das  Unpassende  und  Schmähliche 
der  Situation  zu  empfinden:  es  wies  die  Wenigen,  die  ent- 
weder aus  Gewohnheit,  Dummheit  oder  „Pietät^  für  sonst  Wen 
nach  Schluss  des  ersten  Actes  klatschten,  durch  energisches 
ZAsch&n  lurück,  —  und  zwar  mit  Becht,  denn  mehr  in  die 
Brüche  gehen,  als  damals,  kann  unserer  Meinung  nach  das 
beireffenae  Finale  überhaupt  nicht,  es  war  Alles  „ausser  Band 
undBend**.  Dass  die  übrigen  Ensemblesätze  nicht  viel  besser 
gingen,  braucht  wohl  nicht  besonders  erwähnt  zu  werden. 
DieSololeistungen  des  Abends  waren  von  verschiedenem^erthe : 
Hr.  Grien auer,  der  aus  Cöln  für  die  Titelpartie  herbei^rufen 
worden  war,  konnte  weder  gesanglich,  nodi  darstellerisch  ge- 
nügen: in  ersterer  Beziehung  reichen  für  so  eine  anspruchs- 
voüe  Kolle  wie  den  Don  Juan  bei  ihm  weder  die  Stimme 
selbst,  noch  die  Schule,  die  dieselbe  genossen,  noch  die  natür- 
lichen masikalischen  Anlagen  auS;  —  und  in  der  anderen  Be- 
ziehung glich  er  eher  einem  auf  Liebesabenteuer  ausgehenden 
Fleischermeister,  als  dem  vornehmen,  eleganten  Spanier.  Die 
Donna  Anna  sang  das  in  letzter  Stunde  hercitirte  Frl.  Balph 
aus  Altenburg  (an  Stelle  des  erkrankten  Frl.  Doxat).  Wenn 
man  alle  Umstände  ins  Auge  fasst,  unter  denen  sich  Frl.  Ralph 
bei  uns  einführte,  die  Schnelligkeit,  mit  der  sie  die  schwierig^ 
Partie  übernommen,  das  leicht  erklärliche  Lampenfieber,  mit 
dem  sie  sichtlich  zu  kämpfen  hatte,  und  wenn  man  schliess- 
lich dem  allgemein  circulirenden  Gerüchte,  dass  sie  die 
Bolle  überhaupt  zum  ersten  Male  sänge,  Glauben  schenkte, 
so  konnte  man  von  der  G^ammtleistung  keinen  un^tlnstigen 
Eindruck  empfangen  und  dürfte  der  jungen  Dame  eme  wenn 
auch  nicht  grosse,  so  doch  hübsche  Carriöre  prophezeien.  Den 
Lichtpunct  der  Aufführung  bildete  die  ausgezeichnete  Elvira 
der  Frau  Baumann  (die  sich  damals  schon  wieder  vollstän- 
dig im  Besitz  ihrer  schönen  Stimmmittel  sah)  und  derLepo- 
reUo  des  Hrn.  Knüpf  er;  Hr.  Neldel  war  ein  guter  Masetto 
und  Hr.  Wittekopf  ein  überzeugend  wirkender  Gk)uvemeur. 
Frl.  Mark  und  Hr.  Merkel,  sie  Beide  bei  ihrer  hohen  musi- 
kalischen Begabung  sonst  fast  stets  absolut  sicher,  liessen 
sich  dieses  Mal  leider  von  der  allgemein  herrschenden  Un- 
sicherheit uistecken,  und  so  kam  es,  dass  Zerlinchen  und 
Octavio  sich  ein  paar  recht  anti-Mozart*sche  Sachen  gestatteten, 
doch  verzieh  man  ihnen  das  in  Hinblick  auf  die  trefflichen 
Gresammtleistungen,  die  sie  boten,  herzlich  gern.  Eine  bei- 
nahe ebenso  wenig  genügende  AiiffClhrung  wie  die  des  „Don 
Juan"  war  die  der  „Zauberflöte".  Hier  muss  auch  das 
Orchester  ein  scharfer  Tadel  treffen,  das  unter  Hrn.  Gapell- 
meister Paur  Mozart's  wahrlich  nicht  würdig  spielte,  geradezu 
bemitleidenswerth  aber  sangen  die  drei  Damen  (Frls.  Calm- 
bach,  Eibenschütz  und  FrauDuncan-Chambers),  nicht 
viel  besser  die  drei  Genien.  Ein  wirklich  guter  Sarastro  ist 
Hr.  Wittekopf,  Hr.  Merkel  gab  sich  als  Tamino  viel  Mühe, 
Frau  Baumann  (Königin  der  Nacht)  litt  schon  zu  sehr  unter 
ihrer  Indisposition,  um  ihre  Kräfte  voll  entfialten  zu  können. 
Die  kleineren  Bollen  waren  theils  gut,  theils  weniger  gut  be- 
setzt, auf  alle  Einzelnheiten  einzugehen  verbietet  uns  der 
Mangel  an  Baum.  Einen  ungleich  besseren  Eindruck  als  die 
soeben  besprochenen  Vorstellungen  machte  die  der  „Entfüh- 
rung aus  dem  Serail",  schade  nur,  dass  Frau  Baumann 
(Constanze)  gänzlich  indisponirt  war,  und  dass  für  das  eben- 
üaUs  unpäasliche  Frl.  Mark,  die  das  Blondchen  gelegentlich 


einer  Aufführung  des  Werkes  am  3.  Nov.  so  entzückend  ge- 
sungen, Frau  Porst  hatte  einspringen  müssen;  damit  soll 
aber  andererseits  nicht  gesagt  sein,  dass  Frau  Porst  irgend 
Etwas  verdorben  habe,  die  äusserst  strebsame  Künstlerin  ver- 
dient vielmehr  für  ihre  Vielseitigkeit  und  für  ihren  Fleiss, 
durch  den  sie  ihr  Bei)ertoire  in  neuester  Zeit  sehr  erweitert 
hat,  volles  Lob;  dass  sie  jedoch  mit  Frl.  Mark  nicht  concurriren 
kaiin,  wird  sie  selbst  gern  einräumen.  Hr.  Merkel  war  ein 
recht  annehmbarer  Beunonte,  gesanglich  wie  schauspielerisch 
von  gleicher  Güte  und  Vollendunfi:  waren  der  Osmin  und  der 
Pednilo  der  HH.  Wittekopf  una  Marion.  Li  „Figaro's 
Hochzeit",  diesem  köstlicnen  Meisterwerke,  an  dem  man 
sich  nie  satt  hören  kann,  sang  an  Stelle  der  Frau  Baumann 
^die  Bolle  der  Susanne  Frl.  Stolzenberg  vom  Stadttheater 
*  in  Düsseldorf  als  Grast;  wir  haben  uns  über  die  Bekanntschaft 
mit  der  jungen  Dame  aufrichtig  ge:6:eut,  denn  wir  lernten  in 
ihr  eine  Künstlerin  kennen,  die  bei  Über  jeden  Zweifel  er- 
habener Begabung  etwas  Tüchtiges  gelernt  hat  und  sich  mit 
ihren  Leistungen  überall  sehen  lassen  kann,  schade,  dass  die 
Stimme  nur  klein  ist,  ein  Umstand,  der  sich  in  der  bekannten 
Fdur-Arie  des  letzten  Actes  am  au£&lligsten  bemerkbar 
machte.  Dass  ihr  in  dem  Duett  mit  dem  Grafen  zu  An&ng 
des  zweiten  Actes  Einiges  „passirte",  wird  man  ihr  bei  dem 
fremden  Ensemble  etc.  nicht  weiter  übelnehmen;  allerliebst  hat 
Frl.  Stolzenberg  die  Bolle  gespielt,  am  besten  in  den  komischen 
imd  neckischen  Situationen.  Unsere  einheimischen  Künstler 
und  Künstlerinnen  boten  in  dieser  Aufführung  auch  fast  Alle 
recht  Gutes,  Frl.  Mark  hatte  sich  in  der  Partie  des  Pagen 
gegen  frtlher  noch  vervollkommnet,  Frl.  Calmbach  gab^ch 
als  Gräfin  zweifelsohne  viel  Mühe,  und  wenn  sie  doch  auf 
keinen  grünen  Zweig  kommen  kann,  so  liegt  das  an  der 
mangelhaften  Ausbildung  ihrer  Stimme;  Hr.  Knüpf  er  ist  ein 
trefflicher  Figaro,  und  Hr.  Demuth  war  ein  senr  cavalier- 
mässiger  Graf.  Die  beste  der  unseren  Mozart-Gyklus  umfas- 
senden Opemaufftlhrungen  war  zweifelsohne  die  von  „Cosi 
fan  tutte",  alle  Mitwirkenden  —  Frau  Baumann  (Leonore), 
Frl.  Pewny  (Dorabella),  Frl.  Mark  (Despina),  sowie  die  HH. 
Marion  (Fernando)  und  Schmidt  (Guguelmo)  als  (hist  von 
der  Berliner  Hofoper  —  standen  auf  der  Höhe  ihrer  Aufgaben 
und  ergänzten  sich  zu  einem  trefflichen  Ensem,ble.  Eine  nicht 
minder  ^ute  Wiedergabe  fand  die  darauf  folgende  Operette 
„Der  Sonauspieldirector",  um  die  sich  in  erster  Linie  die 
Damen  Bau  mann  und  Mark  (Antonie  Lange  und  Mademoi- 
selle  Uhlich).  sowie  die  HH.  Knüpfer  una  Marion  (Schi- 
kaneder  und  Mozart)  verdient  machten;  mit  dem  österreichi- 
schen Dialect  standen  die  Herrschaften  freilich  zum  Theü  auf 
etwas  gespanntem  Fusse.  Um  den  Bericht  über  den  Mozart- 
Cyklus  an  unserem  Theater  zu  ergänzen,  sei  zum  Schluss  noch 
ein  Wort  über  das  nur  aus  Compositionen  des  Meisters  be- 
stehende Concert  am  5.  Dec.  gesagt.  Es  wurde  eingeleitet 
durch  die  GmoU-Symphonie,  die  —  wie  alle  Orchestersätze  -— 
von  Hm.  Capellmeister  Paur  dirigirt  wurde  und  eine  äusserst 
schwungvolle,  dabei  auf  die  Intentionen  des  Tondichters  fein- 
sinnig eingehende  Wiedergabe  fand,  worauf  Hr.  Prof.  Dr. 
Bei  necke  mit  seiner  in  dieser  Materie  wohl  kaum  zu  über- 
bietenden Meisterschaft  das  Cmoll-Clavierconcert  spielte  imd 
sich  damit  nicht  enden  wollenden,  stürmischen  Beifall  errang. 
Wenn  Frau  Baumann  sich  nach  diesem  Biesenerfolge  auf 
der  Höhe  der  Situation  zu  erhalten  vermochte,  so  ist  dies 
wieder  einmal  ein  Beweis  für  ihre  auserlesene  Künstlerschaft: 
sie  sang  aber  auch  die  Lieder  „Vergiss  mein  nicht,  wenn  dir 
die  Freude  winkt",  -Der  Sylphe  des  Friedens"  und  „Un  moto 
di  gioja"  so  hochvollendet  und  so  entzückend,  dass  man  gern 
noch  mehr  eehört  hätte.  Es  folgte,  von  den  HH.  CJoncert- 
meister  Prill  und  Unkenstein  aufs  Feinsinnigste  wieder- 
gegeben, die  Symphonie  concertante  für  Violine  und  Viola  und 
zum  Schluss  noch  die  Ouvertüre  zu  „Titus** ;  auch  der  Leser 
wird  vielleicht  das  Gefühl  bekommen  haben,  dass  das  Pro- 
gramm des  Concertes  zwar  sehr  interessant  zusammengestellt, 
aber  doch  etwas  zu  umfemgreich  war:  weniger  wäre  wieder 
einmal  mehr  gewesen,  zumal  da  nun  noch  das  eben&Us  ziem- 
lich ausgedehnte  Festspiel  „Der  Zauberstab"  von  Wilhelm 
Henzen  folgte,  an  dessen  AusfÜhrimg  sich  die  ersten  Mit- 
glieder unseres  Opern-  und  Schauspielensembles  betheiligten, 
und  von  dem  man  zwar  nicht  leugnen  kann,  dass  es  seinen 
Zweck  —  eine  Verherrlichung  und  Apotheose  Mozart*s  — 
erfüllt,  das  aber  in  seinem  zweiten  Theile  die  einzelnen 
Scenen  und  Situationen  viel  zu  gewaltsam  und  unnatürlich 
herbeiholt  und  zu  viel  Geschraubtes  und  Outrirtes  enthält, 
als  dass  Einem  dabei  hätte  so  recht  wohl  zu  Muthe  werden 
können. 


41 


Soviel  über  den  Mozart-Cyklus.  Es  erübris^  noch,  über 
4ie  sonätigen  Vorkommnisse  in  den  Monaten  November  und 
December  an  unserem  Theater,  die  von  alk^emeinem  Interesse 
sein  können,  kurz  Bericht  zu  erstatten.  Meister  Wagner  war 
nur  mit  vier  Werken,  die  Jedes  eine  Wiedergabe  erfuhren, 
vertreten*),  nämlich  den  „Meistersingern"  (11.  Nov.),  der 
„Götterdämmerung"  (13.  Dec.),  dem  „Tannhäuser" 
(18.  Dec.)  und  dem  „Lohengrin"  (25.  Dec.).  Inder  „Götter- 
dämmerung" sang  Frl.  Doxat  zum  ersten  Male  bei  uns  die 
Brünnhilde,  und  nachdem  sie  mit  ihrer  Bezia  im  „Oberon" 
am  8.  Nov.,  der  Donna  Anna  im  „Don  Juan"  am  15.Dec.  und 
der  Valentine  in  den  „Hugenotten"  am  25.  Dec.  ob  ihrer  un- 
Teinen  Intonation  und  des  lästigen  Tremolo  allgemeinen  ün- 
-willen  erregt,  hat  sie  sich  durch  die  Ausführung  dieser  an- 
spruchsvollen Partie  er^ulicher  Weise  sowohl  mit  dem  Pub- 
licum, als  mit  der  Kritik  wieder  versöhnt:  wenn  auch  die 
alten  Fehler  noch  nicht  ^anz  verschwunden  waren  —  specieU 
im  höchsten  Affect  intonirte  sie  fast  regebnässig  zu  hoch  —, 
so  war  ihre  Brünnhilde  doch  so  naturwahr  und  wirkte  in  den 
entscheidenden  Momenten  so  unmittelbar  Überzeugend,  ja 
fortreissend,  dass  man  seine  aufrichtige  Freude  haben  musste 
und  zu  den  schönsten  Hoffiiun^n  für  die  Zukunft  berechtifi^ 
sein  darf.  Im  Uebri&;en  war  die  beregte  „Götterdämmenmg"- 
AuffÜhrung— abfi^esehen  von  dem  sehr  achtenswerthen  Hagen 
des  Hm.  WitteKopf  und  der  brillanten  Ausführung  des 
Bheintöchter-Terzetts  durch  die  Damen  Baumann,  Mark 
und  Duncan-Ghambers  —  eine  sehr  massige,  die  Nomen- 
und  Waltrauten-Scene  mussten,  horribile  dictu,  we^^n  Erkran- 
kung einer  Künstlerin  ganz  wegbleiben,  der  Siee^ied  des 
Hm.  de  Grach  war  noch  vollständig  unfertifi^,  ebenso  der 
Günther  des  Hm.  Demuth  und  die  Gutrune  des  Frl.  Calm- 
bach.  Als  Tannhäuser  gastirte  Hr.  Zeller  aus  Weimar, 
dessen  Leistung  in  dieser  Partie  gelegentlich  der  Bayreuther 
Bühnenfe6t8pie&  an  dieser  Stelle  eingehend  besprochen  wor- 
den ist.  Frl.  Pewny,  die  mit  jedesmaligem  Auftreten  sich 
verbessert,  sang  zum  ersten  Male  die  Venus  mit  achtens- 
werthem  Gelingen.  Zum  Schluss  sei  noch  erwähnt,  dass  am 
11.  und  16.  December  Hr.  Gerhartz  aus  Braunschweig  ein 
zweimaliges  Gastspiel  bei  uns  als  Troubadour  und  Faust  in 
Gounod's  „Margarethe"  absolvirte  und  sich  dabei  als  ein  wohl- 
gebildeter Sänger  mit  leider  ^r  eine  grössere  Bühne  zu 
schwachen  Mitteln  erwies;  sein  Spiel  war  auch  noch  zu 
indifTerent .  um  irgend  welchen  iäidruck  hervorrufen  zu 
können.  Wenn  noch  hinzufi^efügt  wird,  dass  in  der  eben- 
erwähnten „Troubadour"-Aumlhrung  Hr.  Staegemann  unserer 
Backfisch-Generation  eine  Biesenfireude  gemacht  und  ihren 
zuokersüssen  Hm.  Perron  als  Luna  hatte  ^astiren  lassen, 
und  wenn  wir  noch  an  das  von  anderer  Seite  besprochene 
höchst  glückliche  Debüt  des  Frl.  Doenges  als  Agathe  erinnern 
—  dann  dürften  alle  wiüirhaffc  wichtigen  Ereignisse,  die  un- 
sere Oper  zum  Schluss  des  Jahres  IB^l  brachte,  in  Erwäh- 
nung gezogen  worden  sein.  F.  R.  Pfau. 


Conoertumsohau. 

Angers.  9.  Abonn.-Conc.  der  Assoc.  artist.  (Frtoiauz): 
Svmph.  V.  A.  Savard  (unt.  Leit.  des  Comp.),  Ouvertüre  zu 
„Figaro^s  Hochzeit"  v.  Mozart,  Marche  joyeuse  v.  Chabrier, 
Jiymönöe"  a.  ^Esclarmonde"  v.  Massenet,  Yiolinvorträge  des 
Hm.  Rtoiy. 

Annaberg.  6.  Museumsconc.  (Stiehler):  Orchestersuite 
a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  „Titus"-Ouvert.  v.  Mozart,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Mandem  (G^.,  „Sappho"  v.  Yolkmann, 
„Du  meiner  Seele  schönster  Traum"  von  Lassen,  „Blumen- 
orakel" V.  Mascagnieto.)  u.  des  Hm.  Stiehler  (Clav.,  4.  Conc. 
V.  Bubinstein^  Thema  u.  Melodie  v.  Moszkowski  u.Con- 
«ertwalzer  v.  Wieniawski). 

Arnheim.  Am  22.  Dec.  Auffuhr,  v.  Mendelssohn's  «Elias" 
durch  den  G^esangver.  „Euphonia"  unt.  Leit.  des  Hm.  Meijroos 
u.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Mensing-Odrich  a.  Aachen,   des 

*)  Es  dürfte  nicht  uninteressant  sein,  an  dieser  Stelle  eine 
TJebersicht  sämmtlicher  Wagner- Aufführungen,  die  im  vor- 
gansenen  Jahre  an  unserem  Theater  statt&naen,  einzuschalten, 
fis  mnden  deren  im  Geusen  48  statt,  davon  fielen  auf  „Tann- 
häuser"  18  (4  Mal  in  der  alten,  9  Mal  in  der  neuen  Biearbei- 
tuBg),  f.Lohengrin''  8,  „Die  Meistersinger"  6,  „Bienzi",  „Der 
fliegende  Hol&nder",  .Die  Walküre^  je  8,  „Tristan  und 
läoße",  „Das  Bheingold",  „Götterdämmerung"  je  2  und  „Sieg^ 
frled"  1. 


Frl.  Snyders  a.  Delft  u.  der  HH.  Litzinger  a.  Düsseldorf  u. 
Prof.  Schmidt  a.  Berlin. 

Baden-Baden.  8.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Curorchesters 
(Krasseltsen.):  „Fidelio"-Ouvert. v.  Beethoven,  Bacoczy-Marsch 
V.  Berlioz,  Solovorträge  der  HH.  v.  Löwenberg  a.  Berlin  (Ges., 
Frühlingslied  a.  der  „Walküre"  v.  Wae ner,  „Die  Prinzessin" 
V.  Grieg  etc.)  u.  Sauer  a.  Dresden  (Clav.,  Omoll-Onoert  v. 
Saint-Saöns,  „Liebestraum"  v.  Liszt  etc.). 

Baltlmope.  8.  Becital  v.  Rieh.  Burmeister*s  Histor.  Cycle 
ofihePiano-Sonata:  Sonaten  v.  Liszt  (Hmoll),  Grieg  (EmoU) 
u.  Brahms  (Cdur). 

BaseL  5.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Volkland):  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Ddur-Suite  v.  S.  Bach, 
„Freischütz"-Ouvert.  v.  Weber,  zwei  schwed.  Volksmelodien, 
f.  Streiohorch.  v.  Svendsen,  Gesangvortrfl^  des  Hm.  Plank  a. 
Carlsruhe  (Lied  an  den  Abendstem  a.  JTumhäuser"  u.  Wo- 
tan^s  Abschied  von  Brünnhilde  a.  der  „Walküre"  v. Wagner, 
„Von  ewiger  Liebe"  v.  Brahms  etc^. 

Berlin.  6.Sj[mph.-Abend  der  k.  Cap.  (Sucher  u.  Weingart- 
ner)  m.  Compositionen  v.  Beethoven:  8.  u.  7.  Symph.,  Ouver- 
türen zu  2,Egmont"  u.  No.  8  zu  „Leonore",  Arie  „Ah,  perfido" 
(Frl.  Leisinger).  -—  2.  Conc.  des  Philharm.  Chors  (Ochs)  mit 
Compositionen  v.  Beethoven:  „Meeresstille  und  glückliche 
Fahrt",  Musik  zum  Festspiel  „Die  Ruinen  von  Athen"  (Soli: 
Frl.  Berg  u.  Hr.  König),  Schott,  u.  Engl.  Lieder  f.  Sopr.  (Frl. 
Berg),  Clav.,  Viol.  u.  Violonc,  Violinconc.  (Hr.  Prof.  Dr. 
Joachim). 

Bern.  2.  Abonn.-Conc.  der  Musikgesellschaft  (Munzinger) : 
Esdur-Symph.,  „Zauberflöten"-Ouvert.  u.  äaurerische  Trauer- 
musik V.  Mozart.  CJlaviervorträge  des  Hm.  Blumer  a.  Strass- 
burg  i.  E.  (GmoÜ-Conc.  v.  Saint-Saöns  etc.). 

Bielefeld.  1.  Conc.  des  Musikvereins  m.  Mendelasohn's 
„Elias"  imt.  Leit.  des  Hm.  Zuschneid  a.  Minden  und  sollst. 
Mitwirk,  des  Frl.  Oberbeck  a.  Berlin,  einer  ungen.  Altistin  u. 
der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Brune  a.  Hannover. 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.  Orchestra  (Nildsch) : 
No.  6.  „Lenoren" -Symph.  v.  Baff,  Ouvert.  zu  „Le  Boi  d'Ys" 
V.  Lalo,  Solovorträge  des  Frl.  Hall  (G^.^  Ballade  v.  Hen- 
schel  etc.)  u.  des  Hm.  Loeffler  (Viol.,  Smte  „Les  Veillöes  de 
rUkraine"  eig.  Comp.).  No.  7.  Cdur-JSymph.  von  Schubert, 
Ouvert.  zu  „J^higeme  in  Aulis"  v.  Gluck  (m.  Rieh.  Wagner*s 
Schluss),  Violinconc.  v.  Brahms  (Hr.  BrodsW).  No.8.  4.Sym- 
phonie  v.  Beethoven,  ,,Cameval  in  Paris"  v.  Svendsen,  jEu- 
ryanthe" -Ouvert.  v.  Weber,  Ciaviervorträge  dM  Hm.  Pade- 
rewski  ^AmoU-Conc.  eig.  Comp.  etc.).  No.  9  m.  Compositionen 
V.Mozart:  Esdur-Symph.,  .Zauberflöten"-Ouvert.,  Maurerische 
Trauermusik,  Arien  (Frau  Fursch-Madi).  No.  10.  Oceansymph. 
V.  Bubinstein,  Vorspiel  zu  „PacsifEd"  v.  Wagner,  Fdur- 
Conc  f.  Streich-  u.  zwei  Blasorchester  v.  Händd. 

Bremen.  8.  Kammermusik  Bromberger-Sluüitzky  imter 
Mitwirk,  der  Frau  Uzielli  a.  Frankfort  a.  M.  (Ges.)  und  der 
HH.  Blome  (Bratsche)  u.  Prof. Hausmanna. Berlin  (Violonc): 
Gmoll-Clavierquart.  v.  Brahms,  Stücke  im  Volkston  f.  Clav, 
u.  Violonc.  V.  Schumann,  Soli  f.  G«s.  v.  Brahms  („Botschaft", 
„Immer  leiser  wird  mein  Schlummer"  u.  „Ständ<men")  u.  A. 
u.  f.  Violonc.  V.  Bruch  (Canzone).  —  Conc.  der  Sängerin  Frl. 
Polscher  a.  Leipzig  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.,Förster 
V.  ebendaher  u.  des  Violoncellisten  Hm.  Smith  v.  hier:  C3av.- 
Violoncellson.  v.  Grieg,  Soli  £  Ges.  v.  Liszt  („Mignon"), 
Schumann,  W.  Fritze  („Das  verlassene  Mädchen"),  Corne- 
lius („Der  Liebe  Lohn"),  W.  Berger  („Ach.  wer  das  doch 
könnte"),  AI.  Hollaender  („Nacht"),  C.  Beinecke  („Luft- 
schloss")  u.  Harthan  (Wiegenlied),  f.  Clav.  v.  Baff  („La 
Fileuse"),  Liszt  (Tarantelle  a.  „Venezia  e  Napoli")  u.  A.  u. 
f.  Violonc.  V.  H.  Sitt  (Fdur-Bomanze)  u.  Popper  (Gavotte). 
Breslau.  6.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Maszkowski) 
m.  Compositionen  v.  Beethoven  unt.  Mitwirk,  der  Frls.  von 
Sicherer  u.  Gareissen  a.  München  u.  der  HH.  Hintzelmann  u. 
Staudia^l  a.  Berlin,  sowie  der  Bresl.  Singakad.:  9.  Symphonie, 
„Coriomn"-Ouvert.,  „Benediotus"  a.  der  Missa  solemnis  u.  Arie 
^h,  perfldo".  —  IS.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Conoertcapelle 
(Biemenschneider):  „l)enoren"-Symph.  v.  Baff,  Festoraelu- 
diumf.  Orch.  v.  G.  Biemenschneider,  „F^:^lings-Morgen- 
ständchen"  v.  P.  Lacombe  u.  a.  Orchestemummem,  Ctesang- 
vorträge  des  Frl.  Michalke  (Lithauisches  Wiegenlied&hen, 
„Verrath"  v.  Meyer-Helmund  etc.). 

BpQssel.  1.  Pop.  Conc.  (Dupont):  „Don  Juan"  v.  Bich. 
Strauss,  „8akuntala"-0nvert  v.  Goldmark,  Serenade  und 
„Bdverie  Orientale"  v.  Glazounow,  Gaviervorträge  des  Hm. 
Gurickx  (Conc.  v.  Tsohalkowsky  etc.). 

Bttekeburg.    8.  Aufführ,  des  Oratorienver.  (Sahla):  „Der 


82 


Stuttgart.  E.  Hoftheater:  4.  Die  Entf&hran^  aus  dem 
Serail.  6.  Figaro's  Hochzeit.  9.  Don  Juan.  11.  Die  Zauber- 
flöte. 13.  Cofii  fan  tutte.  15.  Martha.  20.  Die  Hugenotten. 
26.  Carmen.    27.  Cavalleria  rusticana. 

Aufgeführte  Novitäten. 

Abert  (J.  J.),  Ouvert  zu  „Astorga".      (Breslau,  9.  Symph.- 

Conc.  der  Bresl.  Gonc.-Cap.) 
Albert  (E.  d»),  Fdur-Svmph.    (Cöln,  8.  Gürzenichconc.) 
Beliczay  (J.  v.),  DmoU-Symph.    (Budapest,  2.  Philharmon. 

Conc.) 
Berlioz  (H^  „Faust's  Verdammung'.  (Dundee,  Goncert  der 

Choral  Union  am  9.  Dec.    Glasgow,  1.  Conc.  der  Glasgow 

Choral  Union.) 
Sinf.  fant.    (Sondershausen,  2.  Conc.  im  Conservat.  der 

Musik.) 
Borodin  (A.),  Ddur-Streichquart.   (Wien,  1.  Eammermusik- 

abend  der  HH.  Hosö  u.  Gton.) 
Brahms  (J.),    2.  Symph.     (Heidelberg,   2.  Abonn.-Conc.  des 

Bach-Ver.) 
3.  Symph.    (Breslau,  4.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.- 

Vereins.) 
4.  Symph.      (Zittau,  1.  Conc.  des  Concertver.     Berlin, 

4.  Phitharm.  Conc.) 

Akad.  Festouvert.    (Berlin,  4.  Philharm.  Conc.) 

Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches  Thema.     (Inns- 
bruck, 2.  Mitgliederconc.  des  Musikver.) 

1.  Clavierconc.    (Cöln,  3.  Gürzenichconc.) 

Conc.  f.  Viol.  u.  Violonc.  m.  Orch.  (Crefeld,  2.  Abonn.- 
Conc.  der  Concert^esellschafb.) 
Fmoll-Clavierquint.    (Mannheim,  2.  Kammermusikauf- 

führ.  der  HH.  Schuster  u.  Gbn.) 
Gmoll-Clavierquart.    (Birmingham,  Conc.  des  Shinner- 

Quart.  am  17.  Dec.) 
daviertrio  Op.  8  in  der  Neubearbeitung.  (London,  Mon- 

day  Pop.  Conc.  am  6.  Dec.) 
— •  —  Clavierson.  Op.  6.     (Wien,  1.  Kammermusikabend  der 

HH.  Ros6  u.  Gen.) 
Ein  deutsches  Requiem.    (New- York,  1.  Conc.  der  Ora- 


torio  Society.) 
>"  f. 
lanever.) 
Bruch  (m.),  8.  Yiolinconc.  (Bonn,  2.  Abonn.-Conc.  des  städt. 


„Nänie* 

Gtosangver.) 


Chor  u.  Orch.      (Kiel,   2.  Abonn.-Conc.   des 


Gesang ver.  Glasgow,  4.  Subscr.-Conc.  der  Glas^w  Cho- 
ral Union.    Heidelberg,  2.  Abonn.-Conc.  des  Baä-Yer.) 

„Das  Feuerkreuz«  u.  „Frithjoi^.    (Düsseldorf,  2.  Conc. 

des  Gesanfi^ver.) 

„Frithjor*.    (Trier,  Conc.  der  Liedertafel.) 

Cornelius  (P.),  Scenen  a.  der  Oper  „Der  Barbier  von  Bag- 
dad".   (Elberfeld.  2.  Abonn.-(jbnc.) 

David  off  (C),  Hmoll-Violoncellconc.  (Baden-Baden,  Symph  .- 
Conc.  des  städt  Curorch.  am  27.  Nov.  Mühlhausen  i.  Th., 
2.  „Ressource" -Conc.) 

Draeseke  (F.),  Adventlied  f.  Chor,  Soli  u.  Orch.  (Dresden, 
MusikauffÜhr.  der  Dreissig'schen  Singakad.) 

Dvof&k  (A.),  Ouvert.  zur  Oper  „Der  Bauer  ein  Schelm". 
(Innsbruck,  2.  Mitgliederconc.  des  Musikver.) 

Fleischmann  (S.  G.).  Ouvert.  „Hero  und  Leander".  (New- 
York,  7.  Seidl  Pop.  ConcJ 

Gernsheim  (F.),  Ouvert.  „Waldmeisters  Brautfahrt".  (Ber- 
lin, 4.  Philharm.  Conc.) 

Goldmark  (C),  Symph.  „Ländliche  Hochzeit".  (Breslau, 
9.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 

Grie]g  (Edv.),  Orchestersuite  aus  „Peer  Gynt".  (Innsbruck, 
2.  Mitgliederconc.  des  Musikver.  Bristol,  Monday  Pop. 
Conc.  am  14.  Dec.) 

Amoll-Clavierconc.    (Elberfeld,  2.  Abonn.-Conc.) 

1.  Clav.-Violinson.     (London,  Conc.  im  Princess'  Hall 

am  11.  Dec.) 

2.  Clav.-Violinson.    (Leeds,  Hm.  E.  Haddock's2.Musik. 

Abend.) 

Scenen  a.  „Olaf  Trygvason".    (Antwerpen,  1.  Conc.  des 

Cercle  artistique.) 

Hof  mann  (H.),  Ungar.  Suite  f.  Orch.  (Mühlhausen  i.  Th., 
2.  -Ressource"-Concj 

„Editha"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Eisenach,  2.  Conc.  des 

Musikver.  Erfurt,  Au&Uhr.  durch  den  Musikverein  am 
11.  Dec.) 

Kahn  (R.),  „Weihgeschenk"  f.  Soli,  Frauenchor  u.  Clavier. 
(Hamburg,  1.  Abonn.-Conc.  des  Caecilien-Ver.) 


Kauf fmann  (F.),  AmoU-Symph.  (Magdeburg,  1.  „Harmo- 
nie"-Conc.) 

Kienzl(W.),  Fmoll-Claviertrio.  (Linz,  Conc.  der  Frau Kiensl 
a.  Graz.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pr^ludes".  (Baden-Baden,  2.  Abonn.-Conc. 
des  städt.  Curorch.) 

Hmoll-Clavierson.  (Carlsruhe,  Ciavierabend  v.  Schüle- 
rinnen des  Hm.  Reuss.) 

Moor,  Serenade  f.  Streichorch.  (New- York,  7.  Seidl  Pop. 
Conc.) 

Raff  (X),  Waldsymphonie.  (Oldenburg,  1.  Abonn.-Conc.  der 
Hofcap.) 

Drei  Sätze  a.  dem  Streichquart.  „Die  schöne  Müllerin". 

(Linz,  1.  Kammermusikcono.  der  HH.  Sohreyer  u.  Kuhns.) 

Reinecke  (C),  „Friedensfeier"-Festouvert.  (MÜmhauseni. Th., 
2.  „Ressource" -Conc) 

Rheinoerger  (J.),  „Wallenstein's  Lager"  a.  der  -Wallen- 
stein"-Symph.    ((Oldenburg,  1.  Abonn.-Conc.  derHofcap.) 

„Christoforus".     (Edinburgh,  jährl.  Winterconcert  von 

Hm.  Kirkhope's  Chor.) 

Richter  (E.  F.),  Ddur-Clav.-Violinson.  (Leipzig,  Abendunter- 
halt, im  k.  Conservat.  der  Musik  am  19.  Nov.) 

Ritter  (A.),  Ouvert.  zur  Oper  „Der  faule  Hans".  (Heidel- 
berg, 2.  Abonn.-Conc.  des  Bach-Ver.) 

Rubinstein  (A.),  B dur-Clavierconcert.  (Linz,  1.  Kammer- 
musikconc.  der  HH.  Schreyer  u.  Kuhns.) 

Saint-Saöns  (C),  „Danse  macabre".  (Amsterdam,  Conc.  der 
„Caedlia".  Baden-Baden,  Symph.-Conc.  des  städt  Cur- 
orch. am  27.  Nov.) 

Fdur-Claviertrio.  (Leipzig,  8.  Kammermusik  im  Neuen 

Gewandhaus.) 

Schwalm(R.),  Orator.  „Der  Jüngling  zu  Nain".  (Jena, Conc 
des  Kirchenchors.) 

Sindin^  (Chr.),  Emoll-Clavierquint.  (Dordrecht,  1.  Kammer- 
musiksoiröe  der  HH.  Yink  u.  Erdelmann.) 

Strauss  (R.),  Symph.  „Aus  Italien".  (Amsterdam,  Conc  der 
„CaeciHa".) 

Svendsen  (J.  S.).  Ddur-Symph.  (Chemnitz,  4.  Symph.-Conc 
des  städt.  Orch.) 

Bdur-Symph.    (Dessau,  3.  Conc.  der  Hofcap.) 

„Cameval  in  Paris".     (Glasgow,   4.  Subsor.-Ocno. '  der 

Choral  Union.) 

Tschaikowsky  (P.),  Ouvert.-Phant.  „Romeo  und  Julia". 
(Leipzig,  8.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 

Yolkmann  (R.),  2.  Symph.    (Ebendaselbst.) 

8.  Seren,  f.  Streichorch.     ^aden-Baden,  Symph.-Conc 

des  städt.  Curorch.  am  27.  Nov.) 

—  —  Ouvert.  zu  „Richard  HL"  (Breslau,  4.  Abonn.-Ooncert 
des  Bresl.  Orchesterver.) 

Wagner  (R.),  Vorspiel  zu  „Parsifal".  (Glasgow,  8.  Subscr.- 
Conc.  der  Choral  Union.) 

Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde".    (Berlin,  4.  Philharm. 

Conc.) 

Kaiser-Marsch  m.  Chor.      (Mühlhausen  i.  Th.,  8.  Conc. 

des  AUffem.  Musikver.) 

„Siegfried-Idyll".    (Breslau,  9.  Symph.-Conc.  der  Bresl. 

Concertcap.  Amsterdam,  Conc.  der  „Caecilia".  Glasgow, 
2.  Pop.  Conc.  der  Glasgow  Choral  Union.) 

„Wald weben"  a.  „Siegfried".    (Magdeburg,  1.  „Harmo- 

me"-Conc.) 

W ermann  (0.),  Scherzo  f.  Orch.  (Leipzig,  Wohlthätigkeits- 
conc.  am  1.  Dec.  im  Saale  Battenberg.) 

Wüllner  (F.),  „Thränen"  f.  gem.  Chor  u.  Orchester.  (Bonn, 
2.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Gesangver.) 

„Trost"  u.  „Die  Libellen"  f.  Frauenchor  m.  Orchester. 

^     (Cöln,  8.  Gürzenichconc.) 

Zelenski  (W.Y,  Ouvert.  „Waldklänge".  (Breslau,  4.  Abonn.- 
Conc.  des  Bresl.  Orchesterver.) 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Das  diesjährige  in  Cöln  zur  Abhaltung  gelangende 
Niederrheinische  Musikfest  wird,  nach  der  „A.  M.", 
abweichend  von  den  seitherigen  Principien,  „ein  durchaus 
modernes  Gepräge"  erhalten.  „Von  der  9.  Symphonie  Beet- 
hoven's  ausgehend,  soll  das  Progranmi  die  seitherifi;e  Ent- 
wickelung  der  instrumentalen  Tonkunst  in  Meisterwerken  der 
verschiedenen  Gattungen  vorführen."  Der  1.  Tag  wird  den 
deutschen  Tonsetzem,  der  2.  den  Franzosen  und  Italienern 
gewidmet  sein,   während  der  3.  Tag  ganz  international  ge- 


33 


staltet  werden  soll.  (Im  Rahmen  von  nur  drei  Concerten  die 
Entwickelung,  welche  die  Instrumentalmusik  seit  Beethoven 
in  den  verschiedenen  Ländern  in  verschiedenen  Gattungen 
genommen  hat,  veranschaulichen  zu  wollen,  klingt  etwas  naiv, 
und  wir  können  nicht  glauhen,  dass  das  hez.  Comitö  wirklich 
eine  derartige  Mittheilung  veröffentlicht  hat.) 

*  Der  Männergesangverein  .Liederhalle''  zu  Carls- 
ruhe wird  im  Julid.  J.,  anlässlich  seines  60.  Stiflungsfestes, 
einen  Gesang- Wettstreit  für  mindestens  60  Mitgliederzäh- 
lende Vereine  deutscher  Zunge  veranstalten  und  dabei  Me- 
daillen und.  Geldpreise  von  400 — 2C00  Jt  zur  Vertheilung  an 
die  prämürten  Vereine  gelangen  lassen.  Anmelduugen  sind 
bis  zum  15.  Febr.  an  Hrr.  Landgerich tsrath  Theodor  Hoth- 
weiler  in  Carlsruhe  zu  richten. 

*  In  dem  6.  Symphonieconcert  der  Hofcapelle  zu  Berlin 
hat  kürzlich  Liszt*s  Faust-Symphonie  unter Weingartner^s 
genialer  Leitung  einen  imbeschreiblichen  Erfolg  gehabt. 

*  J.  Brahms'  neuesQuintett  für  Clarinette  und  Streich- 
instrumente hat  kürzlich  auch  in  Wien  (im  Quartett  Ros6) 
eine  ausserordentliche  Wirkung  erzielt. 

*  Der  Pianist  Hr.  Sherwood  imd  der  Violinist  Hr.  Eis- 
mann in  Dresden  haben  kürzlich  daselbst  an  drei  Abenden 
die  Sonaten  &a  Ciavier  und  Violine  von  Beethoven  mit 
schönem  künstlerischen  Erfolg  zur  Wiedergabe  gebracht. 

*  Die  Commission  der  Internationalen  Musik-  und  Theater- 
ausstellung in  Wien  hat  die  Bildung  eines  eigenen  grossen 
Concertorchesters,  welches  vom  April  bis  September  thä- 
tig  zu  sein  hat,  beschlossen  und  hierfür  einen  allgemeinen 
Concurs  ausgeschrieben.  Es  wird  nur  auf  vorzügliche  Musiker 
mit  tüchtiger  Orchesterroutine  reflectirt. 

*  Am  9.  Dec.  ist  in  Neapel  die  Asche  Pai6iello*s  mit 
grossem  Pomp  aus  der  Kirche  des  Tiers-Ordre  nach  der 
Donnalbina-Eirche  übergeföhrt  imd  daselbst  beigesetzt  wor- 
den, bei  welcher  Gelegenheit  Compositionen  des  Meisters  auf- 
geführt wurden. 

*  Im  Hoftheater  zu  Coburg  wird  unter  der  Protection 
i^^^jmo^  Ems^  und  Leitung  des  Gesangsprofessors  Hrn. 
Julius  Hey  im  Monat  Juli  des  1.  Jahres,  wie  dei*  beiden  fol- 

fBnden  ein  Turnus  von  mustergiltigen  Vorführungen 
eutscher  Meisteropern  von  Gluck  bis  Wagner  stattfin- 
den. Zur  Mitwirkung  sollen  in  erster  Linie  die  hervorragend- 
sten Schüler  und  Schülerinnen  Prof.  Hey's  oder  doch  nach 
dessen  Methode  gebildete  Sänger  und  Sängerinnen  berufen 
werden,  um  dem  Unternehmen  bleich  von  Vornherein  eine 
einheitliche  gesangliche  Basis  zu  geben.  Hoffentlich  entspricht 
die  Ausführung  den  echt  künstlerischen  Intentionen,  welche 
der  Idee,  durch  diese  Unternehmung  einen  deutschen  Vor- 
tragsstil zu  schaffen,  zu  Grunde  liegen. 

*  Die  königliche  Oper  in  Berlin  hat,  wie  man  mittheilt, 
im  Jahre  1891  im  Ganzen  49  verschiedene  Werke  zur  Auf- 
führung gebracht;  davon  sind  Wagner  mit  9,  Mozart  mit  7, 
Verdi  mit  5,  Meyerbeer  mit  4,  Lortzing  mit  3,  Flotow,  Ros- 
siÄi  und  Weber  mit  je  2,  Auber,  Beethoven,  Bizet,  v.  Bron- 
sart,  Brüll,  Dittersdorf.  Donizetti,  Gluck,  Goetz,  Hal6vy, 
Kreutzer,  Mascagni,  Kessler,  Nicolai  und  Thomas  mit  je  einem 
Werk  vertreten.  Unter  den  Componisten  steht  nach  wie  vor 
Richard  Wagner  voran ;  er  hat  nicnt  weniger  als  70  Abende  für 
sich  in  Anspruch  genommen;  es  schli essen  sich  an  Masca^i 
mit  83,  Weber  mit  28,  Lortzing  und  Bizet  mit  je  16,  Nessler 
mit  11,  Meyerbeer  mit  10,  Thomas  mit  8,  Bossini  und  Verdi 
mit  je  7,  v.  Bronsart,  Dittersdorf,  Donizetti,  Kreutzer  mit  je  5, 
Auber,  Brüll,  Goetz,  Nicolai  mit  je  4  Abenden.  Die  meisten 
Aufführungen  erlebten:  „Cavalleria  rusticana"  38,  „Tannhäu- 
ser** 28,  „Oberen**  22,  „Lohengrin**  19,  „Carmen**  16,  „Die 
Zauberflöte**  12,  „Der  Trompeter  von  Sakkingen  1 1 ,  Mignon  8, 
„Don  Juan**  und  „Zar  und  Zimmermann"  je  7,  -Hjame**, 
„Doctor  und  Apotheker**,  „Die  Regimentstochter**,  „Der  Bar- 
bier von  Sevilla**,  „Der  Freischütz"  ^e  6^  „Das  Nachtlager  von 
Granada**,  „Der  Waffenschmied**,  „Die  Hu^notten**,  „Figaro*s 
Hochzeit**,  „Die  Meistersinger**  und  „Tristan  und  Isolde**  je 
6  Aufführungen. 

*  Li  Weimar  arbeitet  man  unausgesetzt  an  „Tristan 
und  Isolde**,  welches  Werk  nun  endlich  am  nächsten  Sonn- 
tag, zum  ersten  Male  ganz  mit  eigenen  Ki^iten,  zur  Auffüh- 
rung fl;elangen  soll.  Hr.  Hofca^meister  Richard  Strauss 
fÄhrt  aen  Taktstock,  und  Hr.  Fritz  Brandt  leitet  die  scenische 
Darstellung. 


•  Im  Monnaie-Theater  in  Brüssel  ist  nach  langem  Auf- 
schub, aber  mit  desto  grösserem  Erfolg  „Lohengrin**  wieder 
gegeben  worden. 

•  Das  Hoftheater  zu  Braunschweig  hat  mit  der  am 
5.  d.  Mts.  erfolgten  Wiederauffuhinmg  von  Hans  Sommer's 
Oper  „Lorelei**  einen  grossen  Erfolg  gehabt.  Die  Aufführung 
des  mehrfach  neu  und  zum  Theil  besser  als  früher  besetzten 
Werkes  war  vortrefflich  und  soll  zunächst  Sonntag  den  17. 
d.  Mts.  wiederholt  werden. 

•  P.  Tschaükowsky's  Oper  „Eugen  Onögin**  soll  am 
19.  d.  Mts.  ihre  erste  Aufführung  in  Deutschland  im  Stadt- 
theater zu  Hamburg  erleben. 

•  Die  Dresdener  Hofoper  will  den  Componisten  Hrn. 
Meyer-Helmund  hoffähig  zu  machen  versuchen,  indem  sie 
dessen  neue  Oper  „Der  Liebeskampf**  zur  Aufführung  ange- 
nommen hat.  Endlich  scheint  sie  auch  mit  F.  Draeseke's 
„Herat**  Ernst  machen  zu  wollen,  zu  welchem  Novum  bereits 
eine  Verständigungsprobe  stattgefunden  haben  soll.  Hoffent- 
lich kommt  das  Werk  noch  in  diesem  Jahrhundert  heraus. 

•  Im  Hofbheater  zu  München  ist  am  vorigen  Sonntag 
Franchetti's  „ABraöl**  erstmalig  mit  getheiltem  Succös  in 
Scene  gegangen. 

•  Die  Saison  classischer  Opern,  gegeben  vom  Impre- 
sario Canori  im  Nationaltheater  in  Rom,  ist  mit  Cima rosa* s 
„Matrimonio  segreto"  aufs  Glücklichste  eröffnet  worden. 

•  Des  soeben  verstorbenen  Alfred  Celli  er  neue  komische 
Oper  „The  Mountebanks**  wurde  dieser  Tage  im  Londoner 
Lyrischen  Theater  mit  entschiedenem  Erfolge  gegeben. 

•  Im  Nemetti-Theater  in  St.  Petersburg  fand  Mas- 
cagni's  in  russischer  Sprache  gesungene  „Cavalleria  rusti- 
cana"  einen  nur  getheilten  Erfolg.  Freilich  liess'  die  Auffüh- 
rung Viel  zu  wünschen  übrig. 

•  In  Nantes  hat  die  einactige  Oper  „Le  Maitre  ä  Chanter** 
von  de  Witkowski  bei  ihrer  Erstaufführung  sehr  gefiillen 
und  die  besten  Hoffnungen  für  die  Zukunft  dieses  Compo- 
nisten erweckt. 

•  Der  vortreffliche  Capellmeister  Hr.  Nikisch  hat  sich 
neulich  in  Detroit  auch  als  Pianist  hören  lassen,  und  zwar 
in  Sinding's  Quintett.  Genanntes  Werk  ist  kürzlich  auch 
in  Genf,  mit  Hm.  Willy  Rehberg  am  Ciavier,  erfolgreich 
aufgeführt  worden. 

•  Hr.  Hofmusiker  Wien  in  Stuttgart,  ein  vorzüglicher 
Violinist,  beging  am  1.  d.  Mts.  sein  26jährige9  Dienstjubi- 
läum daselbst. 

•  Die  Altistin  Frau  Heink  in  Hamburg  wurde  vom  Her- 
zog von  Coburg-Gotha  zur  Kammersängerin  ernannt. 

Hr.  Hofconcertmeistor  Hohlfeld  in  Darmstadt  erhielt 
vom  Herzog  von  Sachsen- Altenburg  die  Medaille  für  Kunst 
und  Wissenschaft  mit  der  Krone,  am  Bande  zu  tragen,  ver- 
liehen. 

•  Hr.  Kammersänger  Büttner  in  Coburg  erhielt  vom 
Herzog  von  Coburg-Gotha  die  Herzog  Emst-Meaaüle  und  vom 
Herzog  von  Sachsen-Meiningen  das  Yerdienstkreuz  für  Kunst 
und  Wissenschaft  verliehen. 

**  Der  Kaiser  von  Oesterreich  verlieh  Hm.  Hofcapell- 
meister  Jos.  Hellmesberger  sen.  in  Wien  den  Orden  der 
Eisernen  Krone  8.  Classe. 

•  Der  französische  Componist  Hr.  E.  Reyer  ist  bei  Ge- 
legenheit der  100.  Aufführung  seiner  Oper  „Sigurd**  in  der 
Pariser  Oper  zum  Commandeur  der  Enremegion  ernannt 
worden. 

•  Die  HH.  Stoumon,  Director  des  Brüsseler  Monnaie- 
Theatera^  Jahn,  Director  der  Hofoper  in  Wien,  und  der  Com- 
ponist V.  d'Indy  in  Paris  sind  zu  Rittern  ds.r  französischen 
Ehrenlegion  ernannt  worden. 

Todtenllste.  Wilhelm  Tschirch,  fürstlicher  Gapell- 
meister a.  D.  in  Gtera,  durch  seine  Männergesang-Composi- 
tionen  zu  weitem  Ruf  gelangt,  wie  unter  dem  Pseudonym 
Alex.  Czersky  als  Saloccomponist  für  Ciavier  bekannt  gewor- 
den, t,  im  74.  Jahre  stehend,  am  6.  Jan.  —  Frau  Elisabeth  von 
Herzogenberg,  Gattin  des  Componisten  Heinrich  von  Her- 
zogenberg, eminent  musikalische  und  feinfühlige  Pianistin 
mit  schönem  composi torischen  Talent,   welche  JBegabungen 


31 


leider  einer  grösseren  Oeffentlicbkeit  vorbehalten  blieben,  f, 
44  Jahre  alt,  am  7.  Jan.  in  San  Remo  an  einem  langjährigen 
Herzleiden.  —  Heinrich  Dorn,  k.  Gapellmeister  a.D.  in  Ber- 


lin, als  Componist  und  MusikschriftsteUer  bekannt  geworden, 
t,  87  Jahre  alt,  am  10.  Jan.  —Frau  Helene  Jadassohn,  Ge- 
sangspädagogin  in  Leipzig,  f,  48  Jahre  alt,  am  31.  Dec. 


Kritischer  Anhang. 


Alois  ReekendOPf  .  24  Etüden  in  allen  Dur-  und  Molltonarten 
für  Ciavier  zu  zwei  Händen,  Op.  10.  4  Hefte.  Leipzig, 
E.  W.  Fritzsch. 

Diese  neuen  Etüden  des  am  Leipziger  Gonservatorium  der 
Musik  wirkenden  Pädagogen  sind  als  eine  werth volle  Bereiche- 
rung des  ünterrichtsroateriales  anzusehen  und  werden  in  Zu- 
kunft wohl  ihren  Platz  neben  den  Moscheles'schen  Studien 
Op.  70  einnehmen,  obschon  sie  diesen  Letzteren  an  Erfindun^- 
gehalt  nicht  ganz  ebenbürtig  sind.  Dieser  Mangel  wird  je- 
doch reichlich  aufgewogen  durch  die  äusserst  zweckmässige 
Abfassung  des  Uebungsmateriales,  welche  durchaus  den  prak- 
tischen enahrenen  Lehrer  verräth,  der  genau  weiss,  wasl^oth 
thut.  Sind  die  sechs  Etüden  des  ersten  Heftes  rein  techni- 
sche Studien,  so  gesellt  sich  in  denen  des  zweiten  Heftes  dem 
Zwecke  der  Gteläufi^keitsentwickelung  eine  durchaus  aner- 
kennenswerthe  Einfuhrung  in  allerhand  rhythmische  Probleme 
hinzu,  und  die  letzten  zwölf  Etüden  greifen  bereits  in  das 
Gebiet  der  Vortragsstudien  hinüber.  So  ist  denn  in  diesem 
Studien  werke  allen  Disciplinen  des  Ciavierunterrichtes  Rech- 


nung getrafi;en  worden,  und  viele  Collegen  werden  es  dem 
Autor  desselben  gewiss  Dank  wissen,  dass  er  ihnen  beim 
Kneten  des  alten  Teiges  mit  frischem  Sauerteig  zu  Hilfe 
kommt.  Arthur  Smolian. 


Josö  Vlanna  da  Motta.    Capriccio  für  Glavier  zu  zwei  Hän- 
den, Op.  6.    Leipzig,  E.  W.  Fritzsch. 

Ein  frisches,  virtuos  erfundenes  imd  sehr  geschmackvoll 
durchgearbeitetes  Vortragsstück,  welches  jedem  modernen  C\s^ 
vierspieler  Freude  bereiten  dürfte.  Weisen  der  lat3nte  Mazurka- 
Rhytnmus  und  einige  Wendungen  der  Melodie  auf  Chopin  hin, 
so  ist  die  ungemein  vollgriffige  Art  des  Satzes  doch  mehr  im 
Liszt'schen  Sinne  concipirt,  und  in  der  Durchführung  gemahnt 
die  Fortspinnung  des  siebenten  Thementaktes  geraJezu  ein 
wenig  an  ganz  ähnliche  Wendungen  in  Liszt's  „Gretchen^. 
Immerhin  bekundet  aber  da  Motta's  Capriccio  entschiedene 
und  im  Technischen  der  Composition  bereits  recht  gereiilbe 
Eigenart  Arthur  Smolian. 


B  i*  i  e  f*]£  asten. 


Dr,  //.  Ä\  in  CA,  Der  Abdruck  der  Einsendung  wird  in 
n.  N.  erfolgen. 

/.  /V.  iu  B.  FiSiT  die  eingesandten  „Stimmen  der  Presse** 
über  Ihre  Gesangsleistungen  haben  wir  mit  dem  besten  Willen 
keine  Verwendung.  Interessirt  hat  es  uns  aber,  dass  sich  unter 
diesen  ^.Stimmen"  auch  ein  Zeugnis^,  dat.  10.  Oct.  1891,  be- 
findet, das  Ihnen  von  jenem  Dr.  Riemann  ausgestellt  wurde, 
vor  welchem  unsergeehrter  Mitarbeiter  Hr.  Dr.  Hugo  Riemann 
in  diesem  Blatte  ÖflSntlich  gewarnt  hat.  Können  Sie  uns  wohl 
die  nähere  Adresse  dieses  zweifelhaften  Herrn  mittheilen?  Es 
wird  doch  nicht  gar  unser  alter  Freund  Töpfer  sein  Wesen 
wieder  treiben? 


y.  W.  in  S.  Musikalisch  belanglose  Programme,  wie  die 
Ihren,  können  nicht  berücksichtigt  werden.  Wir  haben  schon 
Mühe,  die  besseren  unterzubringen. 

M,  Z,  in  C    Das  neueste  Bruch 'sehe  Violinconcert  wird, 
mag  es  infolge  sachlich  unbegreiflicher  UeberschäLzung  Hr. 
Pj^.  Joachim  auch,  noch  so  bissig  sjpielep  und  sonst  jpjroj|y 
giren,  zweifellos   bald  vergessen  sein.    "Eine  Lücke  erreiaST 
Ihre  Bibliothek  nicht,  wenn  dasselbe  ihr  fehlt. 

F,  C,  in  Fr.  a,  M,  Die  Verstorbene  war,  entgegen  dqm 
dort.  „Fr.  J.**,  weder  Musikschriftstellerin,  noch  ist  der  hinter- 
lassene  Gatte  ein  bekannter  Violoncellist. 

G,  R,  in  S,    Verlag  von  Rob.  Forberg,  hier. 


AnseisT®»-« 


Wichtig  für  Cantoren! 

Texte 

zu  den  Klrehenmuslken  (zusammengestellt  auf  Grund  der 
1.  evangel.  Perikopenreihe),  welche  im  Jahre  1892  zu  Plauen  i.V. 
zur  Aufführung  kommen.  Zum  Besten  des  Kirchenchors 
herausgegeben  von  August  Riedel.  [60.] 

Gegen  Einsendung  von  40  4&  in  Briefmarken  durch 
A.  Kell 's  Buchhandlang  in  Plauen  i.  V.,  woselbst  auch  die 
Texte  von  1891  (20  ^)  und  1890  (40  ^)  zu  haben  sind. 

Fr.  Klstner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  % 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 

Musikalien,  musikalisehen  SehPitten  etc.  —  Kataloge 

und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.     [51—.] 


VerUig  van  E*  W.  JPi'Uzsch  in  Leipzig*        [52.] 

TlinnA    r     Trauungsgesang.     „Zwei  Hände  wollen  heute 
ePIlllllOy  V%^  sich<<  (nachGerok)  für  ^mischten  Chor.    Par- 
titor und  Stimmen  J^  1, — .    (Partitur  Jf  — ,50.  Stimmen 
k  Ji  —,16.) 


Verlag  von  D,  Bahter  in  Leipaeig. 

Fiquer-Dame. 

Oper  in  3  ietea  und  7  Bildern. 

Text  mit  Benutzung  der  gleichnamigen  Novelle  Puschkin's 

von  M.  TschaTkowslcy.  [.53.] 

Deutsch  von  A.  Bernhard. 

Musik  von 

P.  Tschaikowsky. 

Clavierauszug  vom  Componisten.     Pr.  Ib  Ji  no. 

Verlag  von  E.  W.  FPitzseh  in  Leipzig. 
Da  AI*    Mov   lAflAf    Op.  6.     Fünf  Minnelieder  für  Piano- 

peor,  mal  fi086i,  fo^.  >i4,-,  [54.1 


86 


Flilgrel-  und  Planino-Falirlkant. 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  Kaiserg  von  Dentschland  and  Königs  von  Prenssen, 
Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  and  Königin  von  Prenssen, 
Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 
.    .  Sr.  Kaiser!,  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentscliland  nnd  von  Preassen, 
Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinsen  Friedrich  Carl  von  Preassen, 
Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [55.] 

T^ondLon  ^W^.      »Jü^^'K^*   57"!  •^ohannls^Str,  und  27^iegej-Stpas8e.      IBerlin  IV« 
445  OxfOPd-Str. 


I.  F  a  b  r  i  k :    5--7  Johannis-Stp«  und  27  Ziegel-Stpasse. 
II.  F  a  b  r  i  k :    21  Opünauep-Stpasse  und  Wienep-Stpasse. 
in.  Fabrik:    124  Relehenbepgep-Stpasse. 


5—7  Johannis-Stp. 


Verlag  von  Wilhelm  Hansen,  Leipzig. 


l>iaiiiiios    S     Ant.  StrelezkL 


[59.] 


bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrilc 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[56-.] 

lllustpirte  Prels-Yepzeiehnlsse  zu  beziehen  durch 
w  C.  Schwalbachy  Reicbsstrasse  24,  Leipzig. 

> 

In  unserem  Verlage  erschien: 

Op.  35. 

DSrpertanaeweise 

(ECelTil  TTorL  Steier,  ttozi  Sclie£fel) 

fap  gemischten  Chop  a  capella  mit  Pianofopte- 

Begleitung  ad  liblt. 
Preis:    Partitur  Ji  2,60.,   compL  Stimmen  J6  1,Ö0. 

Allen  Gesangvereinen  empfehlen  wir  diese  weit  verbrei- 
teten, ansprechenden  und  leicht  ausführbaren  Chöre.        [57.] 


Bremen . 


Ihfoeger  &  Meier. 


Antiquarisch 

[68b.]      offerire  in  gut  erhaltenen  Exemplaren: 

HEnder«    Werke,    Ausgabe    der    Händel-Qesellschafih; 
Bd.  1—42,  64—83,  bö,  87—90. 
IS  »20,—.  netto  für 
dto.    Alcina,  Partitur  (netto  Ji  12, — .)  für 
dto.    Salomon,    dto.    (netto  Ji  20,—.)  für 
Wag^ner,  Rieh.,  Lohengrin,  Partitur  für 

—  —    Tristan  und  Isolde, 

—  —    Rheinp^old,   • 

—  —    Siegfried, 

—  —    Götterdämmerung,  »  »  »» 
lilndpatntmer,  „Lichtenstein**,  Clav.-Auszug  m.  T. 

mit  Autograph  des  Componisten  {Ji  48,—.)  für  Jt  15,—. 


n 

9) 


M  350,— 
M  5, — 
,  7,80, 
»  100,- 
«  100,- 
n  100.— 
n    100,- 

100,— 


pour  Piano  (dedi^es  k  Edvard  Orleg;)« 

(Oeuvre  130)       Fr.  8  Mark. 


No.  1.  Fismoll.  75  4. 

No.  2.  Gmoll.  50  4- 

No.  3.  Cdur.  50  4. 

No.  4.  Gmoll.  75   4. 


No.  5.  HmoU.  75  4. 

No.  6.  Amoll.  75  /§. 

No.  7.  Ddur.  75 

No.   8.  Ddur.  50 


Leipzig. 


P.  Pabst. 


PremKre  Ballade  pour  Pfano.    \  Jl  hO  ^. 

Op.  129.  No.  1.  Nocturne  (ä  MUe.  Zimmermann).  ^1,25. 

Op.  129.  No.  2.  Mazuika  do.  ^1,25. 

Op.  123.  No.  1.  Nocturne  (4  Francis  Thom*).     ^1,—. 

Op.  123.  No.  2.  Mazurka  (4  Joseph  Wieniawski).  ^  1, — . 

Das  Tonwerk  130  enthiüt  acht  Mazurken,  welche  In  den 
Motiven  meist  originell,  in  der  Harmonisirung  frisch,  sich 
abseits  von  musikalischen  Trivialitäten  halten.  Auch  tragen 
diese  polnischen  Tänze  den  Vorzug  leichter  Spielbarkeit,  und 
ragen  unter  denselben  besonders  Jene  in  Fismoll,  Cdur  und 
Gmoll  durch  anmuthende  ursprünglich keit  hervor. 

(„Neue  Musikzeitung*'  No.  20,  1891.) 

Wenn  auf  dem  Titelblatt  dieser  Mazurkas  auch  kein 
Automame  stände,  so  würde  man  doch  leicht  errathen,  dass 
der  Gomponist  ein  Slave  oder  doch  slavischer  Abkunft  ist. 
Der  ganze  Ducttis  seiner  Musik  lässt  es  durchfühlen:  von 
deutscher  Art  ist  Nichts  darin  zu  entdecken.  Sämmtliche 
acht  Stücke  sind  eigenartig  pikant  und  theilweise 
geistreich,  aber  auch  ungebunden  und  vielfeu^h  abspringend 
in  harmonisch  modulatorischer  Hinsicht,  manchmal  ear  zu 
sehr.  Bald  fesseln  sie  durch  spirituellen  Ausdruck,  und 
bald  bewegen  sie  sich  in  nrotesken  Sprüngen.  Man  hat  da 
das  Gefühl,  als  ob  £inem  der  Boden  unter  den  Füssen  hinweg- 
gezogen  würde.  XJm  ein  Beispiel  für  die  Absonderlichkeiten 
des  Componisten  zu  geben,  sei  auf  den  dritten  Mazurek  hin- 
^wiesen.  Für  denselben  ist  die  Tonart  Cdur  gew&hlt,^  aber 
im  ganzen  Stück  kommt  von  derselben  Nichts  weiter  vor,  als 
einige  Male  der  Cdur-Dreiklang.  Einige  bemerken s- 
werthe  Eigenschaften  hat  das  Opus  auf  alle  Falle:  "- 
es  ist  nicht  langweilig.  Dieses  Prädicat  kann  ihm 
als  empfehlendes  Motto  dienen. 
(„Signale"  No.  68,  1891.) 

Verlag  von  IC.  "W.  Fritzsobi  in  Leipzig. 
A        c*      ^P    *^      Concertstück  (Fdur)  für  Oboe  mit  Or- 
AtigtlSI      ehester.    Part,  mit  untergelegtem  Clavierauasug 
Klugnardt,  Ji  8,—.    Principalstimme  J6  ->,76.     Orchester- 
stimmen J$  5,—-.  [O  J 


^uiiu^  jßlütAner,  ^eippff. 


IIS     _ 

Bedeutendste  Planoforte^Fabrlk  Europas  I 

Flügel  und  Pianinos 

-von  anerkannt  unäl>ex*ti'o£renei*  XIaltl>a.i*l£eit 
und  edlem,  sangi^^icliem  n7on. 


"uiA/l/l/     ■Vettrat«!  b«* 


Vexkdufaixia.giixl ce  >n  allexi  'bedeutender an.  PlKt: 
Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Katharina  Hctinelder, 

CoDcert-  nnd  Oratoriensangerin  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-Strssse  33.  [OSn.] 

XOMiy  ne^i»e<f0, 

henogl.  i&obs.  Hof^iaoist,  FroFeuem  Bupdrienr  am  OoDBerratorinii] 
in  Genf  (Bohweis).  [Ö8— .] 

Goncert-Vertretnag:   Hermann  Wolff,  Berlin. 

Hax    Konneburirer, 

Concert-a.OratoriensänfferfTenor).  [64^] 

Iiehrer  am  k.  Conaervatorium  DresoAn,  Ghristianatr.  20  In. 

"Willielnfi  Jr*osise, 

tililtl.  liBiinnilcii  iii  Lttm  in  Harfe  u  diu  tSilii.  Eockickile  m  lailt 
Berlin.   H.  W.    Rornstr.  9.  [65p.] 

Vollständige  Ausbildung  für  Oper  d.  ConeerL 

Ensemble'üebnngen.     RoUenitiidlDin. 

Von  mir  ausgebildet«  Schaler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [M— ■] 

uiprig.    Bodo  Borchers. 

Gesanglehrer. 


Breitkopf  A  HArtel  in  Lieipzifi:. 
X^ieder  füt*  eine  Stimme. 

Heftanagabe  je  Jl  l,—.  [^— ■] 

Sopran  No.  1—200,  Mezzosopran  No.  201—400  Alt  No.  401—460, 

Tenor  No.  451—600,  Bariton  nnd  Bass  No.  601—700. 

Veraeichnisse  unentgeltlich  in  jeder  Buch-  n.  Mnaihhandinng. 

Neuer  Verlagr  von  Bles  ft  Brler  1d  Berlin. 

Jacques  E.  Rensbnrg,  SH"  KrrT;j:"<Sr2J 

stimmen  13  jV  Ausgabe  mit  Ciavier  7  Jl 
Dia  „Cölniscbe  Zeitung"  vom  I8./ia.  91  schreibt  über  im 
vom  Componisten  im  Gürzenichconcert  gespielte  Wsrli  o.  A.: 
„Der  Mitt«lsatz  offenbart  eine  echt  poetisi^e  Stimmung  nltd 
eine  gleich  bleibende  melodische  Schönheit,  die  voräbergehtaid 
vor  dem  Wiedereintritt  des  ersten  Themas  in  den  dissonirendan 
B läser- Accorden  vielleicht  zn  sehr  getrübt  wird,  die  nber  gleich 
darauf  in  wahrhaft  überraschender  Weise  wieder  hervorbriobt. 
N&cbstdem  möchte  der  1.  Sats  wesen  der  Vornehmheit  eainw 
Erfindung  und  des  Reizes  seines  3.  Themas  Werthsch&tzung 
verdienen.  Jeden btlsdarfdas ganze  Werk,  das  die  eingehendste 
Kenntnisa  des  Instraments  verrÄth,  sehr  disoret  instrumeotirt 
ißt  und  heim  Publicum  eine  freundliche  Aufiiahme  fand,  der  Be- 
achtung aller  Violoncellisten  empfohlen  sein.  Hr.  Ransbnrg; 
spielte  es  mit  technischer  Meistarschoft  undgrosser  Innigkeit  im 
Ton."  (Durch  die  vom  Componislan  den  säweren  SteUen  bei- 
getilgten  Erleich terungsfignren  wird  das  Concert  ancb  besseren 
Dilettanten  zngfcnglich.) [7Qa.| 


I 

1 

■Bl 

1 

1 

Kll!^ 

ansehe  lialverui-Bibtlottiek, 

■f""8"p',i«ir"i-— '— .| 

Ein  Harfenist 

mit  ansuchender  Technik  und  gntem  Instrument  för 
tiefe  Stimmung,  welcher  sich  Orchesterroutine  erwerben 
will,  findet  an  einer  gnten  Oper  bis  Ostern  Be^ch&ftigrung. 
Adressen    unter  A.  140    an    Rudotf  MOSSO   in  Leipzig 

erbeten.  [68.] 


Neuer  Verl^  von  S.  W.  Frftzach  In  Leipzig. 
Weraer,  Au.,  Op.  42,    Oavotte  für  Violoncell  mit  B^ 
gleitung  des  Pianoftrte.    Jl  2,—.  p8.] 

Bfider  In  L«l^üg. 


Leipzig,  am  21.  Januar  1892. 


Diick  ilnntUclg  VK\-,  Kiut- 

ul  KuüalinkuUiiisiii,  uwic 
tirck  allB  Fotfimler  n 


^ 


Flr  tat  IlllÜllltU  WKkUUltt 

Wliuii  iiuijuni  iiid  u 


für  Mnsiker  und  MusiktouMe. 

VenmtworflioLer  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzscli, 

Leipzig,  Köntgsstrasse  6. 


% 


niU,  Jahrg.] 


Dm  Honk&limihfl  Wodienblatt  «mchemt  jährlich  in  62  Nummem.  Der  ÄbonDementabetarag 
fOr  das  Quartal  von  ISNammem  ist  SHark;  «ine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bu 
directer  frankiitei  Erensbandaendnag  treten  nachstellende  vierteljährliche  Abonnementa- 
preiee  in  Enft:  3  Mark  50  Ff.  für  das  Deatache  Reich  und  Oeaterreich.  —  2  Mark  76  Pf. 
für  weitere   LBndor  des  Allg^emeineo  Postvereini.  —   Jahrenboanementa   werden  nnter 

Znnundele^nK  vorstehender  Beiugsbedingungen  berechnet. 
Die  iDsertiong^bührffi  rar  oen  Raum  einer  gespaltenen  Fetitieile  betragen  30  Pfennige, 


[No.  4. 


Inhalt:   Dw  Lied  von  den  rieban  Worten  des  E .  . 

Tagetgeulilaht« :  Beiioht  au  Leipzig.  —  aanoertomachUL  —  Bi 
OpemuffUmiDgaii.  —  VarmiBchta  SltthHllimKBn  nnd  Notizen.  — 
hudt,  ^B,  Welaa,  JdL  Tamdi  imd  Lodw.  SoliTtto.  —  Brleriiarten.  - 


-  KritlKh«r  Anbans:  Compixitionen  v 


Das  Lied  von  den  sieben  Worten  dra  Erlösers 
am  Kreuze. 

Von  Dp.  Petw  DpuffeL 

fPortsotzang.) 

n. 

Aelter  als  die  erwähnten  Dmckwerke,  ja  überhaupt 
die  alteite  Quelle  for  den  Text  und  die  Melodie 
nneeres  Liedes  ist  eine  HsndBcbrift  (Oodez  3027)  der 
k.  k.  Hof  bibliothek  zu  Wien. 

Beim  Durchsehen  einer  Anzahl  deutscher  Lieder, 
welche  mein  Freund  Eberhard  Schwickerath  aas 
mittelalterlichen  Handschriften  der  ^numten  Bibliothek 
vor  Jahren  abgeschrieben  hatte  und  uslKoget  mir  zur  Ver- 
fügung stellte,  erregte  ein  unscheinbares  Lied  mit  der 
Ueberschrift  „dy  sihen  wordt  x'  am  krewtz"  durch  seine 
seltsam  geformten  Noten  meine  Aufmerksamkeit  iu  hohem 
Maasse.  Es  war  jenem  Codex  entnommen.  Begierig,  das 
Original  genauer  keimen  zu  lernen,  erbat  ich  mir  von 
der  Wiener  Hofbibliothek  die  Handschrifl  zur  Durcbsicht 
Hit  grosser  Bereitwilligkeit  wurde  meine  Bitte  erfüllt, 
wofür  ich  der  genannten  BlUlothek,  sowie  dem  Bibliotfa^ar 
der  Stadthibliothek  zu  Trier,  Hm.  Kenffer,  als  dem 
Termittlar  meines  Gesuches,  meinen  besten  Dank  abstatte. 

Der  in  Leder  gebundene  S'^-Baad  besteht  aus  357 
gut  erhaltenen  BISttem  von  starkem  Pajner  und  entb&It 
thflils    l&ngere    Abhandlungen    in    lateinischer   Sprache: 


„Boberti  Holkot  Moralitates;  Aeuigmata  Äristotelis; 
Imagines  Fulgeutit;  Declamationes  Senecae";  theils  kür- 
zere Aufsätze  in  deutscher  Sprache:  „^on  den  4  Angel- 
tugenden",  „Ex  gestis  Romauorum"  (deutsch),  „Der  gül- 
dene S^el",  femer:  Denksprüche,  „Ein  häbschen  Spruch 
vom  schlanraS^n  I^and",  ein  Fastnachtsspiel;  „dy  narren 
kappen",  „Snsanna  nnd  die  2  fiilschen  Richter",  sVom 
phennigen",  „Rumpelt  und  Maretbet",  eine  Beret^ni^ 
„was  ein  Manu  vnn  sein  weib  vu  dim  zw  passaw  ain  jar 
pedurpfen",  ein  Spottgedicht  auf  die  Landshuter  Wrainr, 
„vom  Kryeg  der  Änwen  vnd  der  Diem"  und  viele  andere 
Gedichte  religiösen  und  weltlichen  Inhalts. 

Gedichte  (Lieder)  mit  Note%  sind  nur  folgende 
vorhanden:  , 

1)  „Der  paur  von  vppigkeyt". 

Dreistimmig  —  Discant,  Tenor  und  Contra-Tenor  — 
in  viereckigen  weissen  Hensuralnoten  auf  Systemen  von 
5  IJnieD  mit  diesen  Vorzeichen; 


'  "Diic.  Ten.  Ooetn-Ten. 

13  Strophen.     Bl.  1721'— 176. 

2)    „Maria  zur  metten  zeyt". 

Einstimmig  in  schwarsen  Choralnoten  auf  Systemen 
von  4  Linien  mit  C-Schlüssel  auf  der  2.  nnd  3.  oberen 
Linie.     8  Strophen.     Bl.  210''— 212». 


38 

3)  nWer  als  wer**.  4)  «0  patris  sapientia"  in  latino.  Bl.  364^.  Das- 

Einstimmig  in  weissen  Mensuralnoten  auf  Systemen      selbe    Lied    deutsch    (in    vulgari).      Bl.    355.      Je   acht 
Ton  4  Linien  mit  folgenden  Vorzeichen:  Strophen. 

Beide  Ljeder  sind   mit   Noten    versehen  —  ähnlich 
später:  denen   unter  5  —  auf   Systemen    von  4  Linien  mit  C- 

13 ^1 i-j r  Schlüssel  auf  verschiedenen  Linien. 

6)  „dy  sibenwordx'amkrewtz".  Bl.  297^— 298*. 

3  Strophen     Bl.  212»'  und  213».  ^'*'®'  ^""^  ^^  ''^^  '''*'  ^""^  "**=^  ^®™  Original: 


\ 


^**«^t^^^;^ 


f h 


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«•  % 


^ 


)dUflLe^  ^na^ikM^4ciB& 


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^  /   .^  u  ^IS 


•t 


iw 


Sä^ffta^  Sh^^ätiA^t  U  Si^?  ^1^7 


Die  Ueberschrift  ist  roth  geschrieben,  ebenso  der 
erste  Buchstabe  (D)  des  Liedes,  der  Punct  im  zweiten 
Buchstaben  und  der  Strich  unter  „Da  iesus^;  es  sind 
femer  die  ursprünglich  schwarzen  Striche  zwischen  den 
Noten  —  die  sich  auf  die  Textesworte  unter  den  Noten 
beziehen  —  roth  nachgezogen.  Das  Wort  „ain"  am 
Ende  der  zweiten  Zeile  ist  später  in  „jm"  umgewandelt, 
das    noch    zu    erkennende    „a**    roth  durchstrichen,     der 


Anton  Rubinstein  als  Schriftsteller. 

—  „Das  ist  ein  ausserordentliches  Ereigniss",  wel- 
ches ,,grosses  Aufsehen  errregen  wird"  —  so  beginnt  die 
Beclame,  —  denn  eine  Becension  ist  es  nicht  —  in  l^o.  72  der 
^ignale'^  Nun  —  wenn  man  sich  ein  ^^ausserordentliches 
JSreigniss"  für  2  Mark  60  Pfennige  verschaffen  kann,  so  darf 
man  sich  diesen  Luxus  schon  erhüben. 

Es  war  dafür  ge.'^orgt,  dass  dieses  ausserordentliche  Er- 
eigniss  uns  nicht  unerwartet  über  den  Hals  kam.  Seit  Jahr 
und  Tag  hatte  es  schon  gewetterleuchtet.  Zuerst  hiess  es, 
Rubinstein  ,^beabsichtige",  ein  Buch  zu  schreibeu,  in  welchem 
die  musikalischen  Fragen  der  Gegenwart  behandelt  werden 
sollen.  Die  Presse  spitzte  pflichtschuldi^t  die  Ohren.  Nach 
einiger  Zeit  kam  das  Bulletin ,  Bubinstem  habe  „begonnen". 
Abermaliges  Ohrenspitzen  und  schüchterne  Conjecturen,  was 
wohl  in  dem  Buche  Alles  gesagt  werden  würde.  Nach  aber- 
maliger Kunstpause  erschien  der  Hofbericht,  Rubinstein 
„werde  sich"  —  später  „habe  sich"  —  nach  Deutschland  be- 


Punct  auf  dem  „i"  aber  stehen  geblieben:  „jin". 

Es  folgen  acht  Strophen,  die  hier  übei^angen  wer- 
den können.*) 

Wie  alt  ist  das  Lied? 

(Schluss  folgt.) 


•)  Der  Text  steht  abgedruckt  bei  J.  Kehrein  (a.  a.  0.) 
S.  198. 


geben,  um  „in  stiller  Zurückgezogenheit"  sein  (selbstverständ- 
üch  bedeutendes)  Werk  zu  vollenden. 

Nun  ist  es  da;  der  Berg  hat  die  Maus  geboren,  und  ~ 
diese  russische  Invasion  wird  Deutschland  nicht  erobern,  ja 
nicht  einmal  irgend  Wem  Schaden  zufügen. 

„Lieb  Vaterland,  kannst  ruhig  sein!" 

Wenn  ein  Künstler  ^  der  sein  öOj&hriees  Jubil&um  schon 
hinter  sich  hat,  dann  erst  zur  Feder  grem,  so  muss  er  dabei 
seine  ganz  bestimmten  Absichten  haben.  Er  kann  doch 
unmöglich  nur  dem  längst  gefühlten  Bedürfniss  haben  ent- 
sprechen wollen,  der  Welt  kundzuthim,  dass  seine  Lieblings- 
componisten  Bach,  Beethoven,  Schubert,  Chopin  und 
Glinka  sind.  Mit  Ausnahme  des  Letzten,  einer  nationalrus- 
sischen  Specialität,  die  in  Deutschland  niemals  festen  Fuss  ge- 
fasst  hat,  dürfte  es  sehr  viele,  wenn  auch  nicht  so  berühmte 
Menschen  geben,  die  diesen  Geschmack  mit  Rubinstein  theilen. 
Daran  ist  weder  etwas  Neues,  noch  Apartes  zu  finden.  Und 
was  er  sonst  über  Componisten  der  Vergangenheit  —  von 
Palestrina  an  gerechnet  —  sagt,  ist  meist  plausibel,  wenn 


89 


auch  nicht  gerade  neu.  Er  hält  in  leichter  Gresprüchsform 
einer  Dame,  die  ihn  ^jinterviewt",  einen  Vortrag  über  Musik- 
geschichte, der  den  Vorzug  der  Kürze  hat  und  namentlich 
von  Solchen,  die  von  der  (beschichte  noch  Nichts  wissen,  dank- 
bar acceptirt  werden  kann.  Wen  es  interessirt,  Rubinstein's 
Ansichten  über  seine  „Yorg&nger"  kennen  zu  lernen,  erhält 
genügenden  Aufschluss  darüber  und  wird  finden, '  dass  Rubin- 
stein im  Gkmzen  genommen  einen  guten  Geschmack  und  in 
vielen  Dingen  ein  klares  XJrtheil  hat,  —  nur  nicht  über  die 
Zeit,  in  dererleht,  und  nicht  in  ästhetischen  Frae^en.  Er 
spricht  immer  als  orthodoxer  specifi scher  Musikei*,  nat also 
von  vornherein  einen  beschränkten  G«aichtskrtiis  und  einsei- 
tigen Standpunctj  abgesehen  davon,  dass  er,  als  „Selbst  Aner" 
(wie  der  selige  Lachner  sagte)  seine  „Ck>llegen**  nicht  unbe« 
üeuigen  beurtneilen  kann. 

Des  Pudels  Kern  enthüllt  sich,  sobald  er  bei  der  neuesten 
Periode  unserer  Musikentwickelung,  bei  den  Neu-Romantikem, 
angelangt  ist.  Da  hört  die  Gemüthlichkeit  auf,  und  er  wird 
sehr  unane;enehm.  Sich  über  seine  „cauchemars"  Berlioz, 
Liszt  uncL  Wagner  und  deren  Schule  auszusprech<)n ,  hat 
ihm  schon  lange  auf  dem  Herzen^^gelegen,  —  unddasistder 
Zweck  dieser  Brochure. 

Was  er  über  diese  Meister  sagt,  ist  uns  übrigens  auch 
nicht  neu.  In  seiner  berüchtigten  Rede,  die  er  am  Gonserva- 
torium  zu  St.  Petersburg  gehalten  hat,  bevor  er  ging,  um 
nicht  wieder  zu  kommen,  hat  er  seinen  Standpunct  schon  un- 
zweideutig zu  erkennen  gegeben.  Dass  ihm  damals  mit  einem 
allgemeinen  Schütteln  des  Eonfes  erwidert  wurde,  genügte 
ihm  aber  noch  nicht.  Er  wollte  seine  pei'Sönlichen  Bemer- 
kungen fixiren,  zu  Nutz  und  Frommen  Aller,  die  an  ihn 
glauben.  Er  wollte  Wagner  an  die  Wand  drücken,  er  wollte 
Liszt  mit  einer  Handbewegung  beseitigen  und  dadm^ch  sein 
musikalisches  Gewissen  erleichtem  oder,  richtiger  gesagt, 
seinem  lang  verhaltenen  Grolle  Luft  machen.  —  Hinc  illae 
lacrymae. 

Man  könnte  diese  Expectorationen  ganz  auf  sich  beruhen 
lassen,  und  die  Kunstgeschichte  wird  darüber  auch  sehr  ge- 
lassen zur  Tagesordnung  übergehen.  Aher  da  diese  Herzens- 
ergüsse vom  Standpuncte  des  Verlegers  ein  „ausserordentliches 
Ereigniss**  sein  sollen,  das  ,,gros8es  Aufsehen**  erregen  wird,  so 
muss  man  sich  das  Ding  doch  etwas  näher  ansehen. 

Rubinstein  ist  eine  musikalische  Erscheinung,  die  Viel 
von  sich  reden  gemacht  hat,  —  allerdings  weniger  als  Gompo- 
nist,  denn  als  irauoist.  Und  Das  ist  es  eben,  was  ihn  ver- 
driesst.  Er  hat  sein  Leben  lang  sich  abgemüht,  als  Gompo- 
nist  durchzudringen,  es  ist  ihm  aber  nicht  gelungen.  Denn 
dass  der  ,,Bal  costumö'*  und  „Trot  de  GavaUerie",  eine  Bar- 
carole und  einige  Etüden,  eine  Violoncellsonate,  ein  Trio  und 
verschiedene  Lieder  und  Duette  auf  den  Goncertprogrammen  er- 
scheinen, daran  wird  ihm  wohl  nicht  viel  gelegen  sein.  Diese 
Auszeichnung  theüt  er  mit  Spindler,  Popper,  Meyer-Helmund 
und  vielen  anderen  Du  minorum  gentium.  Wir  können  es 
ihm  nicht  verdenken,  wenn  er  höher  hinaus  wollte,  und  müssen 
ihm  zugestehen,  dass  er  sich  fleissig  bemüht  hat,  den  Gradus 
ad  Pamassum  zu  erklimmen. 

Ist  es  ihm  aber  gelungen,  den  Gipfel  zu  ersteigen?  — 
Nein!  —  In  der  Kammermusik  hat  ihn  Brahms  £Eist  voll- 
ständig verdrängt,  in  der  Symphonie  trat  ihm  die  Li sz ti- 
sche ^hule  so  entschieden  in  den  Weg,  dass  er  überall  dar- 
über stolperte,  und  in  der  Oper  hat  er  ein  dreissigjähriges 
Fiasco  hinter  sich.  Eine  wahre  Sysiphus-Arbeit  hat  er 
unternommen;  er  stiess  überall  auf  Wagner,  der  ihn  nicht 
aufkommen  Hess. 

Ich  habe  nun  zwar  die  intime  Ueherzeugung,  dass  Rubin- 
stein als  Opemcomponist  auch  dann  nicht  auf  einen  grünen 
Zwei^  gekommen  wäre,  wenn  Wagner  nicht  gelebt  hätte. 
Das  ist  aber  schwer  zu  beweisen.  Denn  ohne  Richard 
Wagner  ist  die  musikalische  Gegenwart  gar  nicht 
denkbar.  Ohne  Anton  Rubinstein  ist  aher  die  musi- 
kalische Gegenwart  sehr  gut  denkbar.  Man  streiche  ihn 
aus  der  Kunstgeschichte,  und  man  wird  keine  Lücke  entdecken. 


Er  ist  kein  „Erfinder";  er  ist  nur  ein  bedeutendes  Talent, 
aber  kein  Genie.  Dafür  kann  er  freilich  Nichts,  denn  er  ist 
nun  einmal  so  gehören.  Aber  soviel  Selbeterkenntniss  kann 
man  Keinem  zumuthen,  dass  er  über  die  Tragweite  seines 
Talents  selbst  völlig  im  Klaren  sein  könnte.  Ruh  in  stein 
hat  die  innerste  Ueherzeugung,  dass  er  als  Opem- 
componist durchgedrungen  wäre,  wenn  Wagner 
nicht  gewesen  wäre.  Daher  seine  grenzenlose  Wuth  auf 
ihn,  die  sich  in  der  Brochure  noch  sehr  gemässigt  äussert, 
in   ungedruckten  G^prächen  aber  ganz  anders  losbricht. 

Ja,  dieser  Wagner!  In  richtiger  Vorahnung,  äBsa  dieser 
gefllhrliche  Mann  ein  Revolutionär  sei,  stark  genug,  um  die 
Welt  zu  erobern,  hat  man  sich  20  Jahre  lang  abgemüht,  ihn 
nicht  aufkommen  zu  lassen.  Es  hat  Alles  Nichte  geholfen. 
Er  ist  Alleinherrscher  der  Bühne  geworden,  und  —  Mascagni 
wird  ihn  auch  nicht  stürzen!  Aber  Mascagni  hat  mit  seinem 
einen  Act  schon  in  einem  Jahre  mehr  Aufführungen  erlebt 
und  mehr  Enthusiasmus  erregt,  als  Rubinstein  mit  einem 
halben  Dutzend  Opern  sein  ganzes  Leben  lang.  —  Ist  das  nicht 
charakteristisch? 

Nun  kommt  eine  TJeberraschung. —  Gleich  auf  der  zweiten 
Seite  der  Brochure  sagt  Rubinstein:  „lAit  ist  die  Oper  über- 
haupt eine  untergeordnete  Gattung  der  Kunst''.  Und 
dieser  (bedanke  wird  dann  weiter  ausgeSlhrt.  —  Die  Trauben 
sind  offenbar  recht  sauer!  Er  hat  grosse  Anstrengungen  von 
Jugend  auf  gemacht,  sich  als  Opemcomponist  GMtung  zu 
verschaffen,  —  und  nun  ist  die  Oper  mr  ihn  eine  untergeorfuiete 
Kunstgattung.  Dass  er,  als  ausgesprochener  specifischer  Mu- 
siker, Keine  Befähigung  zur  e^ten  dramatischen  Musik  hat 
und  haben  kann,  aas  mhlt  er  gar  nicht.  Seine  BegrifGs- 
Confusion  kennzeichnet  sich  schlagend  in  der  unglückuchen 
Idee  der  „geistlichen  Oper",  —  die  einzige  „Erfindung",  die  er 

Sdmacht  hat,  und  auf  die  er  sich  nicht  wenig  einbudet.  Ein 
ratorium,  das  man,  je  nach  Bedürfniss  im  Frack  im  Ooncert- 
certsaal  oder  im  Costume  auf  der  Bühne  aufführen  kann :  das 
ist  seine  „geistliche  Oper".  So  weit  war  Händel  schon 
vor  160  Jahren.    Und  das  soll  lebensfähig  sein! 

Rubinstein  verräth  uns  auch,  weshalb  er  Opern  ge- 
schrieben hat:  Erstens  „hat  die  schnellere  imd  allgemeinere 
Anerkennung"  —  wenn  man  sie  nämlich  findet  —  „etwas 
Verflkhrerisches" ;  zweitens  „hat  es  auch  etwas  Verführerisches, 
Götter,  Könige,  Priester,  Helden  und  Bauern,  überhaupt  Men- 
schen aller  Zeiten,  aller  Länder,  aller  Artennach  seiner  Melodie 
handeln  zu  sehen  und  singen  zu  hören"  (er  hätte  auch  sagen 
können,  nach  seiner  Pfeife  tanzen  zu  lassen);  drittens  wird 
„die  Oper  leichter  verstanden.  Abgesehen  vom  Interesse, 
welches  der  Stoff  des  Stückes  (soll  wohl  heissen  die  Hand- 
lung) im  Publicum  erweckt,  erklären  ihm  die  Worte  die  Musik." 
—  Das  sind  ja  recht  praktische  G^sichtspuncte ,  zu  denen 
jeder  speculative  Theaterdirector  Beifall  klatschen  wird. 

Also  deshalb  haben  Gluck,  Mozart,  Weber,  Wa&;ner 
Opern  geschrieben;  sogar  Beethoven  ist  der  Versucnung 
unterlegen,  sich  populär  zu  machen  und  bessere  Honorare  zu 
beziehen!  Das  ist  ein  so  naiver  Standpunct,  dass  wir  ihn 
Rubinstein  gar  nicht  zugetraut  hätten.  Wir  hielten  ihn  we- 
nigstens für  zu  klug,  um  das  auszusprechen,  wenn  es  die 
geheime  Triebfeder  seines  Opern-Ehrgeizes  gewesen  sein 
sollte. 

Ich  war  Ohrenzeuge,  wie  Rubinstein  einem  hervorragen- 
den Gapellmeister,  der  ihn  fragte^  was  er  wünsghe,  von  sich 
aufgefunrt  zu  hören  (der  Gapellmeister  meinte  eine  Symphonie, 
Ouvertüre  oder  Kanmiermusik),  in  fast  bittendem  Tone  erwie- 
derte:  „Führen  Sie  meine  Opern  auf!"  —  Zu  mir  hat  er 
einmal  gesagt  —  es  ist  freilich  schon  lange  her  — :  „Schreiben 
Sie  mir  einen  Fidelio!"  Die  Antwort,  aie  ihm  daraufhätte 
gegeben  werden  sollen:  „Ja,  wenn  Sie  einen  componiren 
können"  —  verschluckte  ich  damals  aus  Höflichheit.  —  Und 
dabei  soll  man  nun  glauben,   dass  ihm  an  der  Oper  wenig 

gelegen  sei! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Berioht. 

Leipzig»  1.  Januar  180S.  So  wie  allerorts  nahm  auch  in 
unserem  Neuen  Stadttheater  in  den  Monaten  November  und 
December  v.  J.  der  von  der  Direction  zur  Erixmerung  an  die 


hundertste  Wiederkehr  von  Mozart's  Todestag,  den  6.  Dec., 
angesetzte  Mozart-Gyklus  das  Hauptinteresse  in  Anspruch; 
er  bestand  bei  uns  aus  sechs  Abenden,  und  zwar  der  „Zauber- 
flöte" (29.  Nov.),  der  „Entführung  aus  dem  Serail"  (80.  Nov.), 
„Figaro's  Hochzeit"  (2.  Dec.),  dem  „Don  Juan"  (4.  Dec.),  einem 


40 


Mozari-Coacert  mit  sich  anschliessendem  Festspiel  (6.  Dec.) 
uad  endlich  aus  ^Cosi  ÜBin  tutte"  und  dem  „Schauspieldirector" 
(6.  Dec).  „Idomeneus"  und  „Titus"  waren  also,  wie  man  aus 
dieser  Au&tellang  ersieht,  tibergangen  worden.  Doch  gern 
hätte  laansich  diese  beiden  zuletztgenannten  Opem  geschenkt^ 
wenn  Das,  was  geboten  wurde,  der  Mozart'schen  Werke  über- 
haupt und  einer  solchen  feierlichen  G^egenheit  im  Beson- 
deren würdig  gewesen  wäxe.  Und  das  war  es  nicht.  Zuge- 
geben, dass  die  Direction  durch  die  schwere  Erkrankung  un- 
seres Aleistersangetrs  Schelper  (zu  aller  Freude  und  Genug- 
thuung  yemimmt  man  mit  Bestimmtheit,  dass  derselbe  bald 
wieder  ganz  von  seinem  Augenleiden  hergestellt  und  der  Kunst 
zurückgegebeöi  sein  wird),  sowie  durch  Sie  Unpässlichkeit  des 
Frl.  Doxat  und  der  Frau  Baumann  in  ein  böses  Dilemma  ^- 
rathen  war  und  oft  nicht  wusste,  wo  aus,  noch  ein ;  verschie- 
dene Vorkomnmisse  bei  den  betreffenden  Auffuhrungen  hatten 
aber  mit  den  obenerwähnten  Ereignissen  Nichts  zu  thun  und 
wären  bei  sorgfaltigerer  Vorbereitung  ohne  Zweifel  zu  ver- 
meiden gewesen,  lak  denke  da  speoiell  an  den  „Don  Juan'': 
die  Wiedergabe  des  unsterblichen  Werkes  stand  in  umgekehr- 
tem Yerhl^iniss  zu  seiner  Bedeutung  und  war  geradezu  eine 
Sdliande  für  ein  Kunstinstitut  wie  das  Leipziger  Theater; 
SQgar  unser  sonst  doch  wirklich  nachsichtiges  und  mit  Allem 
zvariedenes  Publicum  schien  das  Unpassende  und  Schmähliche 
der  Situation  zu  empfinden:  es  wies  die  Wenifi^en,  die  ent- 
weder aus  Gewohnheit,  Dummheit  oder  „Pietät"  rar  sonst  Wen 
nach  Schluss  des  ersten  Actes  klatschten,  durch  energ^ches 
Zischtti  lurück,  —  und  zwar  mit  B.echt,  denn  mehr  in  die 
Brüche  gehen,  als  damals,  kann  unserer  Meinung  nach  das 
betrefBsnde  Finale  überhaupt  nicht,  es  war  Alles  „ausser  Band 
und  Bcuid".  Dass  die  übrigen  Ensemblesätze  nicht  viel  besser 
gingen,  braucht  wohl  nicht  besonders  erwähnt  zu  werden. 
Die  oololeistungen  des  Abends  waren  von  verschiedenem^erthe : 
Hr.  Grien auer,  der  aus  Cöln  für  die  Titelpartie  herbeigerufen 
worden  war,  konnte  weder  gesanglich,  noch  darstellerisch  ge- 
nügen: in  ersterer  Beziehung  reichen  für  so  eine  anspruchs- 
vofie  Bolle  wie  den  Don  Juan  bei  ihm  weder  die  Stimme 
selbst,  noch  die  Schule,  die  dieselbe  genossen,  noch  die  natür- 
lichen musikalischen  Anlagen  au&  —  und  in  der  anderen  Be- 
ziehung glich  er  eher  einem  auf  Liebesabenteuer  ausgehenden 
Fleischermeister,  als  dem  vornehmen,  eleganten  Spanier.  Die 
Donna  Anna  sang  das  in  letzter  Stunde  hercitirte  Frl.  Ealph 
aus  Altenburg  (an  Stelle  des  erkrankten  Frl.  Doxat).  Wenn 
man  alle  Umstände  ins  Auge  fasst,  unter  denen  sich  Frl.  Balph 
bei  uns  anführte,  die  Schnelligkeit,  mit  der  sie  die  schwierig 
Partie  Übernommen,  das  leicht  erklärliche  Lampenfieber,  mit 
dem  sie  sichtlich  zu  kämpfen  hatte,  und  wenn  man  schliess- 
lich dem  allgemein  circulirenden  Gerüchte,  dass  sie  die 
Bolle  überhaupt  zum  ersten  Male  sänge,  Glauben  schenkte, 
so  konnte  man  von  der  Gesammtleistung  keinen  ungünstigen 
Eindruck  empfEuigen  und  dürfte  der  jungen  Dame  eine  wenn 
auch  nicht  grosse,  so  doch  hübsche  Garri^e  prophezeien.  Den 
Lichtpunct  der  Aufführimg  bildete  die  ausgezeichnete  Elvira 
der  Frau  Baumann  (die  sich  damaJs  schon  wieder  vollstän- 
dig im  Besitz  ihrer  schönen  Stimmmittel  sah)  und  derLepo- 
reUo  des  Hm.  Knüpf  er;  Hr.  Neldel  war  ein  guter  Masetto 
und  Hr.  Wittekopi  ein  überzeugend  wirkender  Gouverneur. 
Frl.  Mark  und  Hr.  Merkel,  sie  Beide  bei  ihrer  hohen  musi- 
kalischen Begabung  sonst  fast  stets  absolut  sicher,  liessen 
sich  dieses  Mal  leider  von  der  allgemein  herrschenden  Un- 
sicherheit anstecken,  und  so  kam  es,  dass  Zerlinchen  und 
Octavio  sich  ein  paar  recht  anti-Mozart^sche  Sachen  gestatteten, 
doch  verzieh  man  ihnen  das  in  Hinblick  auf  die  trefflichen 
Gesammtleistungen,  die  sie  boten,  herzlich  gern.  Eine  bei- 
nahe ebenso  wenig  genügende  Aufführung  wie  die  des  „Don 
Juan"  war  die  der  „Zauber flöte".  Hier  muss  auch  das 
Orchester  ein  scharfer  Tadel  treffen,  das  unter  Hrn.  Capell- 
meister  Paur  Mozart's  wahrlich  nicht  würdig  spielte,  geraaezu 
bemitleidenswerth  aber  sangen  die  drei  Damen  (Frls.  Galm- 
bach,  Eibenschütz  und  FrauDuncan-Ghambers),  nicht 
viel  besser  die  drei  Genien.  Ein  wirklich  guter  Sarastro  ist 
Hr.  Wittekopf,  Hr.  Merkel  gab  sich  als  Tamino  viel  Mühe, 
Frau  Bau  mann  (Königin  der  Nacht)  litt  schon  zu  sehr  unter 
ihrer  Lidisposition,  um  ihre  Kräfte  voll  entfalten  zu  können. 
Die  kleineren  Bollen  waren  theils  gut,  theils  weniger  gut  be- 
setzt, auf  alle  Einzelnheiten  einzugehen  verbietet  uns  der 
Mimgel  an  Baum.  Einen  ungleich  l^sseren  Eindruck  als  die 
soeben  besprochenen  Vorstellungen  machte  die  der  „Entfüh- 
rung aus  dem  Serail",  sohade  nur,  dass  Frau  Baumann 
(Gonstanze)  ^;änzlich  indisponirt  war,  und  dass  für  das  eben- 
falls unpäiehche  Frl.  Mark,  die  das  Blondchen  gelegentlich 


einer  Aufführung  des  Werkes  am  8.  Nov.  so  entzückend  ge- 
sungen, Frau  Porst  hatte  einspringen  müssen:  damit  soU 
aber  andererseits  nicht  gesagt  sein,  dass  Frau  Porst  irgend 
Etwas  verdorben  habe,  die  äusserst  strebsame  Künstlerin  ver- 
dient vielmehr  für  ihre  Vielseitigkeit  und  für  ihren  Fleiss, 
durch  den  sie  ihr  Be{)ertoire  in  neuester  Zeit  sehr  erweitert 
hat,  volles  Lob ;  dass  sie  jedoch  mit  Frl.  Mark  nicht  concurriren 
kann,  wird  sie  selbst  gern  einräumen.  Hr.  Merkel  war  ein 
recht  annehmbarer  Behnonte,  gesanglich  wie  schauspielerisch 
von  gleicher  Güte  und  Vollendung  waren  der  Gsmin  und  der 
Pednilo  der  HH.  Wittekopf  und  Marion.  Li  „Figaro's 
Hochzeit",  diesem  köstlicnen  Meisterwerke ,  an  dem  man 
sich  nie  satt  hören  kann,  sang  an  Stelle  der  Frau  Baumann 
^die  Bolle  der  Susanne  Frl.  Stolzenberg  vom  Stadttheater 
'in  Düsseldorf  als  Gast;  wir  haben  uns  über  die  Bekanntschaft 
mit  der  jungen  Dame  aufrichtig  gefreut,  denn  wir  lernten  in 
ihr  eine  Künstlerin  kennen,  die  oei  Über  jeden  Zweifel  er- 
habener Begabung  etwas  Tüchtiges  gelernt  hat  und  sich  mit 
ihren  Leistungen  überall  sehen  lassen  kann,  schade,  dass  die 
Stimme  nur  Mein  ist,  ein  Umstand,  der  sich  in  der  bekannten 
Fdur-Arie  des  letzten  Actes  am  auffälligsten  bemerkbar 
machte.  Dass  ihr  in  dem  Duett  mit  dem  trafen  zu  Anfang 
des  zweiten  Actes  Einiges  „passirte",  wird  man  ihr  bei  dem 
fremdenEnsembleetc.  nicht  weiter  übel  nehmen ;  allerliebst  hat 
Frl.  Stolzenberg  die  Bolle  gespielt,  am  besten  in  den  komischen 
und  neckischen  Situationen.  Unsere  einheimischen  Künstler 
und  Künstlerinnen  boten  in  dieser  Aufführung  auch  fast  Alle 
recht  Gutes,  Frl.  Mark  hatte  sich  in  der  Partie  des  Pagen 
gegen  früher  noch  vervollkommnet,  Frl.  Oalmbach  gabach 
als  Gräfin  zweifelsohne  viel  Mühe,  und  wenn  sie  doch  auf 
keinen  grünen  Zweig  kommen  kann,  so  liegt  das  an  der 
mangelhaften  Ausbildungihrer  Stimme;  Hr.  Knüpf  er  ist  ein 
trefflicher  Figaro,  und  Hr.  Demuth  war  ein  sehr  cavalier- 
mässiger  Graf.  Die  beste  der  unseren  Mozart-Cyklus  umfas- 
senden OpemauffÜhrungen  war  zweifelsohne  die  von  „Gosi 
fan  tutte",  alle  Mitwirkenden  — Frau  Baumann  (Leonore), 
Frl.  Pewny  (Dorabella),  Frl.  Mark  (Despina),  sowie  die  HH. 
Marion  (Fernando)  und  Schmidt  (Guguelmo)  als  Gast  von 
der  Berliner  Hofoper  —  standen  auf  der  Höhe  ihrer  Aufgaben 
und  ergänzten  sich  zu  einem  trefflichen  Ensen^ble.  Eine  nicht 
minder  crute  Wiedergabe  fand  die  darauf  folgende  Gperette 
„Der  Sohauspieldirector",  um  die  sich  in  erster  Linie  die 
Damen  Baumann  und  Mark  (Antonie  Lange  und  Mademoi- 
selle  Uhlich),  sowie  die  HH.  Knüpfer  una  Marion  (Schi- 
kaneder  und  Mozart)  verdient  machten;  mit  dem  österreichi- 
schen Dialect  standen  die  Herrschaften  freilich  zum  Theü  auf 
etwas  gespanntem  Fusse.  Um  den  Bericht  über  den  Mozart- 
Cyklus  an  unserem  Theater  zu  ergänzen,  sei  zum  Schluss  noch 
ein  Wort  über  das  nur  aus  Gompositionen  des  Meisters  be- 
stehende Concert  am  5.  Dec.  gesagt.  Es  wurde  eingeleitet 
durch  die  GmoU-Symphonie,  die  —  wie  alle  Orchestersätze  — 
von  Hm.  Capellmeister  Paur  dirigirt  wurde  und  eine  äusserst 
schwungvolle,  dabei  auf  die  Intentionen  des  Tondichters  fein- 
sinnig eingehende  Wieder^be  fand,  worauf  Hr.  Prof.  Dr. 
Bei  necke  mit  seiner  in  dieser  Materie  wohl  kaum  zu  über- 
bietenden Meisterschaft  das  GmoU-Clavierconcert  spielte  und 
sich  damit  nicht  enden  wollenden,  stürmischen  Beifall  errang. 
Wenn  Frau  Bau  mann  sich  nach  diesem  Biesenerfolge  auf 
der  Höhe  der  Situation  zu  erhalten  vermochte,  so  ist  dies 
wieder  einmal  ein  Beweis  für  ihre  auserlesene  Künstlerschaft: 
sie  sang  aber  auch  die  Lieder  „Ver«ss  mein  nicht,  wenn  dir 
die  Freude  winkt",  „Der  Sylphe  des  Friedens"  und  „Un  moto 
di  eioja"  so  hochvollendet  und  so  entzückend,  dass  man  gern 
noch  mehr  gehört  hätte.  Es  folgte,  von  den  HH.  Goncert- 
meister  Prill  und  Unkenstein  aufs  Feinsinnigste  wieder- 
gegeben, die  Symphonie  concertante  für  Violine  und  Viola  und 
zum  Schluss  noch  die  Ouvertüre  zu  „Titus" ;  auch  der  Leser 
wird  vielleicht  das  Gefühl  bekommen  haben,  dass  das  Pro- 
gramm des  Ooncertes  zwar  sehr  interessant  zusammengestellt, 
aber  doch  etwas  zu  umfangreich  war:  weniger  wäre  wieder 
einmal  mehr  gewesen,  zumal  da  nun  noch  das  ebenfalls  ziem- 
lich ausgedehnte  Festspiel  „Der  Zauberstab"  von  Wilhelm 
Henzen  folgte,  an  dessen  AusfÜhrxmg  sich  die  ersten  Mit- 
glieder unseres  Opern-  und  Schauspielensembles  betheiligten, 
und  von  dem  nuin  zwar  nicht  leugnen  kann,  dass  es  seinen 
Zweck  —  eine  Verherrlichung  und  Apotheose  Mozart*s  — 
erfiillt,  das  aber  in  seinem  zweiten  Theile  die  einzelnen 
Scenen  und  Situationen  viel  zu  gewaltsam  und  unnatürKch 
herbeiholt  und  zu  viel  Geschraubtes  und  Outrirtes  enthält, 
als  dass  Einem  dabei  hätte  so  recht  wohl  zu  Muthe  werden 
können. 


41 


Soviel  über  den  Mozart-Oyklus.  Es  er&bri|^  noch,  über 
die  sonstigen  Vorkommnisse  in  den  Monaten  November  und 
December  an  unserem  Theater,  die  von  allgemeinem  Interesse 
sein  können,  kurz  Bericht  zu  erstatten.  Meister  Wagner  war 
nur  mit  vier  Werken,  die  Jedes  eine  Wiedergabe  erfuhren, 
vertreten*),  nftnüich  den  „Meistersingern''  (11.  Nov.),  der 
„Oötterdämmerung"  (18.  Dec.),  dem  „Tannhäuser" 
(18.  Dec.)  und  dem  „Liohengrin*'  (25.  Dec).  Inder  „Götter- 
dämmerung*' sang  Frl.  Doxat  zum  ersten  Male  bei  uns  die 
Brünnhüde,  und  nachdem  sie  mit  ihrer  Bezia  im  „Oberon'' 
am  8.  Nov.,  der  Donna  Anna  im  „Don  Juan**  am  15.Dec.  und 
der  Valentine  in  den  „Hugenotten*'  am  26.  Dec.  ob  ihrer  un- 
Teinen  Intonation  und  des  lästigen  Tremolo  allgemeinen  XJn- 
-willen  erregt,  hat  sie  sich  durch  die  Ausfuhrung  dieser  an- 
roruchsvollen  Partie  erfreulicher  Weise  sowohl  mit  dem  Pub- 
licum, als  mit  der  Kritik  wieder  versöhnt:  wenn  auch  die 
alten  Fehler  noch  nicht  ^anz  verschwunden  waren  —  speciell 
im  höchsten  AiFect  intonirte  sie  üßt  regelmässig  zu  hoch  — , 
so  war  ihre  Brünnhüde  doch  so  naturwahr  und  wirkte  in  den 
entscheidenden  Momenten  so  unmittelbar  überzeugend,  ja 
förtreissend,  dass  man  seine  aufrichtige  Freude  haben  musste 
und  zu  den  schönsten  Hofinun^n  für  die  Zukunft  berechtig 
sein  darf.  Im  Uebrieen  war  die  beregte  „Götterdämmerung**- 
Aufführung— abgesehen  von  dem  sehr  achtenswerthen  Hagen 
des  Hm.  Wittelopf  und  der  brillanten  Ausführimg  des 
Bheintöchter-Terzetts  durch  die  Damen  Baumann,  Mark 
und  Duncan-Ghambers  —  eine  sehr  massige,  die  Nomen- 
und  Waltrauten-Scene  mussten,  horribile  dictu,  wejB;en  Erkran- 
kung einer  Künstlerin  ganz  wegbleiben,  der  Siee^ed  des 
Hrn.  de  Grach  war  noch  vollständig  unfertig,  ebenso  der 
Günther  des  Hm.  Demuth  und  die  Gutrune  des  Frl.  Calm- 
bach.  Ais  Tannhäuser  gastirte  Hr.  Zeller  aus  Weimar, 
dessen  Leistung  in  dieser  Partie  gelegentlich  der  Bayreuther 
Bühnenfestspiek  an  dieser  Stelle  eingehend  besprochen  wor- 
den ist.  Frl.  Pewny,  die  mit  Jedesmaligem  Auftreten  sich 
verbessert,  sang  zum  ersten  Male  die  Venus  mit  achtens- 
werthem  Gelingen.  Zum  8chluss  sei  noch  erwähnt,  dass  am 
11.  imd  16.  December  Hr.  Gerhartz  aus  Braunschweig  ein 
zweimaliges  GhbStspiel  bei  uns  als  Troubadour  und  Faust  in 
Gounod's  „Margarethe"  absolvirte  und  sich  dabei  als  ein  wohl- 
gebildeter kluger  mit  leider  fär  eine  grössere  Bühne  zu 
schwachen  Affiiteln  erwies;  sein  Spiel  war  auch  noch  zu 
indifferent,  um  irgend  welchen  landruck  hervorrufen  zu 
können.  Wenn  noch  hinzugefügt  wird,  dass  in  der  eben- 
erwähnten „Troubadour''-Au&Ührung  Hr.  Staegemann  unserer 
Backfisch-Generation  eine  Biesenfireude  gemacht  und  ihren 
zuckersüssen  Hm.  Perron  als  Luna  hatte  ^^iren  lassen, 
und  wenn  wir  noch  an  das  von  anderer  Seite  besprochene 
höchst  glückliche  Debüt  des  Frl.  Do  enges  als  Agathe  erinnern 
—  dann  dürften  alle  wahrhaft  wichtu^n  Erei^iisse,  die  un- 
sere Oper  zum  Schluss  des  Jahres  1^1  brachte,  in  Erwäh- 
nung gezogen  worden  sein.  F.  B.  Pfau. 


Conoertumsohau. 

Angers.  9.  Aboim.-Conc.  der  Assoc.  artist.  (Frömaux): 
Svmph.  V.  A.  Savard  (unt.  Leit.  des  G:>mp.),  Ouvertüre  zu 
„Figaro's  Hochzeit"  v.  Mozart,  Marche  joyeuse  v.  Chabrier, 
-^ymön^"  a.  „Esclarmonde*'  v.  Massenet,  Violinvorträge  des 
Hrn.  B<&my. 

Annaberg.  5.  Museumsconc.  (Stiehler):  Orchestersuite 
a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  „Titus"-Ouvert  v.  Mozart,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Mandem  (G^.,  „Sappho''  v.  Volkmann, 
„Du  meiner  Seele  schönster  Traum"  von  Lassen,  „Blumen- 
orakel*' V.  Mascagnieto.)  u.  des  Hm.  Stiehler  (Olav.,  4.  Conc. 
V.  BubinsteiiL  ^ema  u.  Melodie  v.  Moszkowski  u.  Oon- 
certwalzer  v.  W^ieniawski). 

Amhelm.  Am  22.  Dec.  Aufführ.  v.  Mendelssohn's  „Elias" 
durch  den  Ghesangver.  „Euphonia"  unt.  Leit.  des  Hm.  Me^jroos 
u.  soLLst.  Mitwirk,  der  Frau  Mensing-Odrich  a.  Aachen,   des 

'*')  Es  dürfte  nicht  uninteressant  sein,  an  dieser  Stelle  eine 
Uebersicht  sämmtlicher  Wagner- AufiEÜlhrungen,  die  im  ver- 
fangenen Jahre  an  unserem  Theater  stattfemden,  einzuschalten. 
Es  mnden  deren  im  Ganzen  48  statt,  davon  fielen  auf  „Tann- 
häuser"  18  (4  Mal  in  der  alten,  9  Mal  in  der  neuen  Bearbei- 
tung), -Lohenmn''  8,  „Die  Meistersinger^  6,  ^Bienzi",  JDer 
fliegende  Hol&nder^,  „Die  Walküre*^  je  8,  „Tristan  und 
Isoße",  „Das  Bheingold^,  „Götterdämmerung"  je  S  und  „Sieg- 
fried" 1. 


Frl.  Snijders  a.  Delft  u.  der  HH.  Litzinger  a.  Düsseldorf  u. 
Prof.  Schmidt  a.  Berlin. 

Baden-Baden.  8.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Gurorchesters 
(Krasseltsen.):  „Fidelio"-Ouvert. v.  Beethoven,  Bacoczy-Marsch 
V.  Berlioz,  Solovorträge  der  HH.  v.  Löwenberg  a.  Berlin((}es., 
Frühlingslied  a.  der  „Walküre"  v.  Waffner,  „Die  Prinzessin" 
V.  Grieg  etc.)  u.  Sauer  a.  Dresden  (Clav.,  Cmoll-(3oncert  v. 
Saint-Saöns,  „Liebestraum"  v.  Liszt  etc.). 

Baltimore.  8.  Becital  v.  Rieh.  Burmeister's  Histor.  Cycle 
of  thePiano-Sonata:  Sonaten  v.  Liszt (Hmoll),  Grieg  (EmoU) 
u.  Brahms  (Gdur). 

Basel.  5.  Abonn.-Gonc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Volkland):  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Ddur-Suite  v.  S.  Bach, 
„Freischütz"-Ouvert.  v.  Weber,  zwei  schwed.  Volksmelodien, 
f.  Streichorch.  v.  Svendsen,  Gesangvortrfl^eie  des  Bm.  Plank  a. 
Oarlsruhe  (Lied  an  den  Abendstem  a.  „^fiuinhänser"  u.  Wo- 
tan's  Abschied  von  Brünnhüde  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner, 
„Von  ewiger  Liebe"  v.  Brahms  etcj. 

Berlin.  6.  Symph.- Abend  der  k.  Gap.  (Sucher  u.Weingart- 
ner)  m.  Compositionen  v.  Beethoven:  8.  u.  7.  Symph.,  Ouver- 
türen zu  „Egmont"  u.  No.  8  zu  „Leonore",  Arie  „Ah,  perfido" 
(Frl.  Leisinger).  —  2.  Conc.  des  Philhum.  Chors  (Ocha)  mit 
Compositionen  v.  Beethoven:  „Meeresstille  und  glückliche 
Fahrt",  Musik  zum  Festspiel  „Die  Ruinen  von  Athen"  (Soli: 
Frl.  Berg  u.  Hr.  König),  Schott,  u.  Engl.  Lieder  f.  Sopr.  (Frl. 
Berg),  Clav.,  Viol.  u.  Violonc,  Violmconc.  (Hr.  Prof.  Dr. 
Joachim). 

Bern.  2.  Abonn.-Conc.  der  MusikgeseUschaft  (Munzinger) : 
Esdur-Symph.,  „Zauberflöten"-Ouvert.  u.  l^aurerische  Trauer- 
musik V.  Mozart.  Ciaviervorträge  des  Hm.  Blumer  a.  Strass- 
burg  i.  E.  (Gmoll-Conc.  v.  Saint-Saöns  etc.). 

Bielefeld.  1.  Conc.  des  Musikvereins  m.  Mendelssohn's 
„Elias"  unt.  Leit.  des  Hm.  Zuschneid  a.  Minden  und  Solist. 
Sütwirk.  des  Frl.  Oberbeck  a.  Berlin,  einer  ungen.  Altistin  u. 
der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Brune  a.  Hannover. 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.  Orcheetra  (Nikisch) : 
No.  6.  „Lenoren"-Symph.  v.  Raff,  Ouvert.  zu  „Le  Roi  d'Ys" 
V.  Lalo,  Solovorträge  des  Frl.  Hall  (G«s.,  Ballade  v.  Hen- 
schel  etc.)  u.  des  Hm.  Loeffler  (Viol.,  Suite  „Les  VeiUöes  de 
l*Ukraine"  eig.  Comp.).  No.  7.  Cdur-Symph.  von  Schubert, 
Ouvert.  zu  „Iphigenie  in  Aulis"  v.  Gluck  (m.  Rieh.  Wagner's 
Schluss),  Violinoono.  v.  Brahms  (Hr.  Brodsky).  No.8.  4.dyin- 
phonie  v.  Beethoven,  „Cameval  in  Paris"  v.  Svendsen,  „Eu- 
ryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Ciaviervorträge  des  Hxn.  Pade- 
rewski  CAmoll-Conc.  eig.  Comp.  etc.).  No.  9  m.  Compositionen 
V.Mozart:  Esdur-Symph.,  „Zauberflöten" -Ouvert.,  Maurerische 
Trauermusik,  Arien  (Frau  Fursoh-Madi).  No.  10.  Oceansymph. 
V.  Rubinstein,  Vorspiel  zu  „ParsifiEd"  v.  Wagner,  Fdur- 
Conc.  f.  Streich-  u.  zwei  Blasorchester  v.  Händd. 

Bremen.  8.  Kammermusik  Bromberger-Skalitzky  unter 
Mitwirk,  der  Frau  üzielli  a.  Frankfort  a.  M.  (Ges.)  und  der 
HH.  Blome  (Bratsche)  u.  Prof. Hausmanna. Berlin  (Violonc): 
GmoU-Clavierquart.  v.  Brahms,  Stücke  im  Volkston  f.  Clav, 
u.  Violonc.  V.  Schumann,  Soli  f.  G^.  v.  Brahms  („Botschaft", 
„Immer  leiser  wird  mein  Schlummer"  u.  „Ständcnen")  u.  A. 
u.  f.  Violonc.  V.  Bruch  (Canzone).  —  Conc.  der  Sängerin  Frl. 
Polscher  a.  Leipzig  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.^Förster 
V.  ebendaher  u.  des  Violoncellisten  Hm.  Smith  v.  hier:  Clav.- 
Violoncellson.  v.  Grieg,  Soli  f.  Qtee.  v.  Liszt  („Mijgnon"), 
Schumann,  W.  Fritze  UDas  verlassene  Mädchen"),  Corne- 
lius (nD&r  Liebe  Lohn"),  W.  Berger  („Ach.  wer  das  doch 
könnte"),  AI.  Hollaender  („Nacht"),  C.  Reinecke  LLuft- 
schloss")  u.  Harthan  (Wiegenlied),  f.  Clav.  t.  Ralf  („La 
FUeuse"),  Liszt  (Tarantelle  a.  „Venezia  e  Napoli")  u.  A.  u. 
f.  Violonc.  V.  H.  Sitt  (Fdur-Romanze)  u.  Popper  (Gavotte). 
Breslau.  6.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  ()rch.-Ver.  (Maszkowski) 
m.  Compositionen  v.  Beethoven  unt.  Mitwirk,  der  Frls.  von 
Sicherer  u.  Gareissen  a.  München  u.  der  HH.  Hintzelmann  u. 
Staudigl  a.  Berlin,  sowie  der  BresL  Singakad.:  9.  Symphonie, 
„Corio£ui"-Ouvert.,  „Benedictns"  a.  der  Missa  solemnis  u.  Arie 
^h,  perfido".  —  12.  Symph.-Conc  der  Bresl.  Conoertcapelle 
(Riemenschneider):  „Inneren" -Symph.  v.  Raff,  Festpraelu- 
diumf.  Orch.  v.  G.  Riemenschneider,  „FMilings-Morgen- 
ständchen"  v.  P.  La  comb  e  u.  a.  Orohestemummem,  Gesuig- 
vorträge  des  Frl.  Michalke  (Lithauisches  Wiegenlied&hen, 
„Verrath"  v.  Meyer-Helmnnd  etc.). 

Brüssel.  1.  Pop.  Conc.  (Dupont):  „Don  Juan"  v.  Rieh. 
Strauss,  „Sakuntala"-Onvert.  v.  Goldmark,  Serenade  und 
„Rdverie  Orientale"  v.  Glazounow,  Ciaviervorträge  des  Hm. 
Guri(^x  (Cono.  v.  Tschalkowsky  etc.). 

Büekeburg.    8.Aufföhr.  des  Oratorienver.  (Sahla):  „Der 


42 


entfesselte  Fromethens''  (Vorspiel  u.  Chöre)  v.  Lisztm.  dem 
verbind.  Ged.  v.  Bich.  Pohl,  Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orch. 
V.  Brahms,  Arie  „Ghrosser  Herr  u.  König"  v.  S.  Bach  (Hr, 
Bnme  a.  Hannover). 

Dessau.  2.  u.  3.  Abend  des  Kammermusikver. :  Gmoll- 
Glavierqoart.  v.  K 1  u  e  h  a r  d  t,  Gt  moll-Clävierquart.  v.  B  r  a h  m  s, 
Streichquartette  v.  Seethoven  (Op.  74)  u.  Schumann  (Op.  41, 
No.  1).  (Ausftihrende:  HH.  Klughardt  [ClavierJ,  Seitz,  Voss, 
Weise  u.  Jä«;er  [Streicher].) 

Dflren.  Conc.  der  Liedertafel  (Necke)  unt.  gesangsolist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Heyer  a.  Elberfeld  u.  des  Hm.  GrotzfeM  a.  Aachen 
am  6.  Dec:  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  u.  Herold,  „Vor  der 
Kloeterpforte**  f.  Soli.  Prauenchor  u.  Orch.  v.  E.  Grieg,  Ein 

Seistlich  Abendlied  i.  Tenorsolo.  eem.  Chor  u.  Orchester  v. 
lein  ecke,  „FrühHngsbotschaft^  f.  gem.  Chor  u.  Orch.  von 
Gade.  Frauenchor  „Schlaf,  edles  Kind"  m.  Streichorch.  von 
CheruDini,  Chorlieder  v.  Mendelssohn  u.  Schumann,  Gtesang- 
soli  V.  Rossi,  Edm.  Kretschmer  (Frühlinfi;8lied) ,  F.  Ries 
(„Am  Rhein^),  Franz  („Für  Einen*'),  Ad.  Jensen  („0,  lass 
ddch  halten")  u.  W.  Berger  („Ach,  wer  das  doch  könnte**). 

Blsenaeh.  3.  Conc.  des  Musikver.  (Prof.  Thureau):  Cdnr- 
Symph.  V.  Schubert,  „0ssian"-0uvert.  v.  Gade,  Solovorträge 
des  IVl.  van  Messen  a.  Dresden  (G«s.,  Friihlingsarie  v.  Saint- 
Sadns,  „Obdach"  v.  R.  Hahn,  „Wie  bist  du,  meine  Koni- 
ein"  V.  Brahms  u.  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d' Al- 
bert) u.  des  Hm.  Petri  v.  ebendaher  (Violine,  1.  Concert  v. 
Bruch,  Romanze  v.  Thureau  etc.). 

mi>epfeld.  3.  Abonn.-Conc.  (Dr.  Haym):  „N&nie"  f.  Chor 
u.  Orch.  V.  Brahms,  Prolog  (Mozart  betr.)  v.  Dr.  W.  Bloem 
(Frl.  Willig),  Esdur-Symphonie,  Arie  „A  questo  seno"  (Fitiu 
Schröder-lSuafistaengl  a.  Frankfurt  a.  M.)  u.  Requiem  (Frauen 
Schröder-Hanfstaengl  u.  Wirth  a.  Aachen  u.  Hfi.  Doerter  a. 
Mainz  u.  Nöthj^;  v.  hier)  v.  Mozart. 

Brfart.  (x»ncerte  des  Soller'schen  Musikver.  (Büchner): 
15.  Oct.  4.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Cherubini  u. 
Weber  („Rüllezahl"),  Sylphentanzv.  Berlioz,  Gesanrvorträge 
des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München  („Feldeinsamkeit"  v.  Brahms, 
Maüied  v.  Reinecke,  „Die Bekehrte"  v.M. Stange,  „StAnd- 
chen"  V.  R.  Straussetc.).  5.  Nov.  8.  Symph.  v.  Mendelssohn, 
Ouvertüren  v.  Mendelssohn  u.  Rietz,  Violinvortrftge  des  Hm. 
Zajßc  a.  Berb'n.  8.  Dec.  Streichquartette  v.  Haydn  (Bdur), 
Mozart  (Cdur)  u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  2).  (Ausführende: 
HH.  Hollaender,  Schwartz,  Kömer  und  Hegyesi  a.  Cöln.)  — 
Conc.  des  Männergesangver.  (Sie&rth)  am  26.  Nov. :  llfilnner- 
chöre  v.  H.  Kornhass  („Hymne  an  das  Vaterland"),  P.  Ge- 
bauer („Der  Glaube  der  Freundschaft"),  G.  Schreck  („Wo 
ist  Gott"),  Engelsberg(„AnnabellLee"),F.  Hegar(„Todten- 
volk"),  A.  Bungert  (,|Erinnerun^"),  Th.  Krause  („Ln  Grase 
thauts"),  C.  Goepfart  („Am  Chiemsee")  und  Rosenmeyer 
(Volkslied)^  sowie  Volkslied  „Herzdrücken",  Tonsatz  v.  F.  M. 
Böhme,  Violinvorträge  des  Hm.  Franke  a.  Weimar  (1.  Conc. 
V.  Bruch  etc.). 

Frankfurt  a.  M.  4.  Kammermusikabend  der  Museums- 
geeellschi^:  Cdur-Streichquint.  v.  Beethoven,  GmoU-Clavier- 
quart.  v.  Brahms,  Dmoll-Streichquart.  v.  Mozart.  (AüsftÜi- 
rende:  Frl.  Eibenschütz  [Clav.]  und  HH.  Prof.  Heermann, 
Naret-Koning,  Bassermann,  Welcker  u.  Becker  [Streicher].)  — 
5.  Museumsconc.  (Kogel):  Waldsymph.  v.  Raff,  „Orpheus"  v. 
Liszt,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  („Hebriden")  u.  Beethoven 
(No.  8  zu  „Leonore"),  Claviervortrftge  des  Hm.  Sauer  a.  Dres- 
den (Cmoil-Conc.  v.  Saint-Saöns  etc.). 

Genf.  5.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  (W.  Rehbers^): 
8.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvert.  „Meeresstille  und  glücklicne 
Fahrt"  v.  Mendelssohn,  Scene  u.  Walzer  a.  dem  Ballet  „Gretna- 
Green"  v.  Giraud,  Ddur-Menuett  f.  Streichorch.  v.  H&ndel, 
Violoncellvorträge  des  Hm.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Conc. 
V.  Saint-Saöns,  „Kol  Nidrei"  von  Bruch,  Taranteile  von 
Popper  etc.). 

Oent.  8.  Conservatoriumsconcert:  4.  Sym]ph.  v.  Mendels- 
sohn, „Eur9Bnthe"-Ouvert.  v.  Weber,  „Lohengrm" -Vorspiel  v. 
Wagner,  Psalm  62  f.  Chor  v.  F.  A.  Gevaert,  Violinvorträge 
des  Hm.  J.  Smit  (8.  Conc.  v.  Saint-Saöns,  Romanze  v. 
Kes  etc.). 

Gera.  Conc.  des  Musikal.  Ver.  am  14.  Dec.:  Octett  von 
Schubert,  Jagdchor  und  Wein-  und  Tanzchor  a.  den  „Jahres- 
zeiten" V.  Haydn,  Basslieder  v.  Tschirch  („Winter"),  Pressel 
u.  W.  Hill  („Das  Herz  am  Rhein"),  Variat.  f.  Clar,  v.  Berr 
(Hr.  Hässner).  —  1.  Kammermusikabend:  Gmoll-Clavierquart. 
V.  Mozart,  Streichquart.  Op.  18,  No.  1,  v.  Beethoven,  2.  Clav.- 
Violinson.  v.  Grieg.  (Ausführende:  HH.  Kleemann  [Clav.], 
Jäger,  Grümmer,  wipel  u.  Kliebes  [Streicher].) 


Herzogenbuseh.  0)nc.  der  Liedertafel  „Oefening  en  Uit- 
spanning"  (Bouman)  am  16.  Dec.:  3.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v. 
Beethoven,  Orchesterlegende  „Zorahayda"  v.  J.  S.  Svendsen, 
„Gtebet"  f.  Männerchor  u.  Altsolo  m.  Orch.  v.  F.  Bouman, 
Männerchöre  v.  Massenet  („Amour"),  B.  Zweers  („Scheme- 
ring")  u.  Kjerulf  („Brautfahrt  in  Hardanger"),  Solovortrftge 
des  Frl.  Eberle  a.  Rotterdam  (Ges.,  Scene  a.  „Achilleus"  v. 
Bruisiv  lyZwiflgeaang."  v.  J.  C.  Visser,  JDas  Mädchen  und 
der  Schmetterling"  v.  d' AI  her  tu.  „Vergebliches  Ständchen" 
V.  Brahms)  u.  des  Hm.  Gregore  witsch  a.  Moskau  (Violine, 
2.  u.  1.  Satz  a.  dem  Conc.  v.  Moszkowski,  „Legende"  von 
Wieniawski  u.  „Zij^eunerweisen"  v.  Sarasate). 

Hildesheim*  Kirchenconc.  des  Oratorienver.  (Nick)  am 
6.  Dec.:  Requiem  v.  Mozart;  Psalm  18  v.  Liszt,  Adventlied 
V.  Draeseke.  —  Damenabend  des  Ver.  f.  Kunst  u.  Wissen- 
schaft am  15.  Dec.  m.  Solovorträgen  der  Frls.  Herms  a.  Ber- 
lin (Ges.,  „Die  Wanderschwalbe"  v.  Rubinstein,  „Rastlose 
Liebe"  v.  0.  Eichberg,  „Ich  ging  im  Wald"  v.  B.  Horwitz, 
„Wecewart"  v.  Sommer,  „Unruhige  Nacht"  v.  Thi er f eider 
u.  „Wie  er  heisst"  v.  Heymann-Keinick)  u.  Koch  v.  eben- 
daher (Clav.,  8.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt  etc.). 

Homburg  v.  d.  H.  Abonn.-Conc.  im  Curhaus  fTömlich) 
am  19.  Dec.:  „Au  Village",  Seines  po6t.  v.  Godard,  „Phftd- 
ra"-Ouvert.  V.Massen  et,  oolo  vortrage  des  Frl.  Haas  a.  Mainz 
(Ges.,  Arie  „Die  Sonne,  sie  lachte"  v.  Saint-Sagns,  „Träu- 
me" V.  Wagner,  „Die  Bekehrte"  v.  Stange  etc.)  und  dee 
Hm.  A.  Krasselt  a.  Baden-Baden  (VioL,  9.  Conc.  v.  Spohr  u. 
zwei  Sätze  a.  dem  1.  Conc.  v.  Vieuxtemps). 

Jena.  4.  Akad.  Conc.  (Prof.  Dr.  Naumann):  5.  Symph.  v. 
Beethoven,  Ouvertüre  „Meeresstille  und  glückliche  Fahrt"  v» 
Mendelssohn,  Solo  vortrage  des  Frl.  vanNiessen  a.  Dresden  (G^.. 
Arie  v.  Glu<^,  „Liebes^nss"  v.  R.  Becker,  „Blumenorakel" 
V.  Mascagni  u.  Wiegenlied  v.  Petri)  u.  des  Hm.  Petri  v. 
ebendaher  (VioL,  Romanze  a.  Op.  86  v.  Rubinstein  etc.). 

Imuibmek.  Ausserordentl.  Conc.  des  Musikver.  (Pembaur) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Wölfel  a.  Wtkrzburg  u.  der  HH. 
Schulz-Domburg  u.  Andre  (Ges.),  sowie  des  Hm.  Labor  aus 
Wien  (Org.)  am  19.  Dec. :  «^^  Feuerkreuz"  f.  Soli,  Chor, 
Orch.  u.  Org.  v.  Bruch,  Soli  f.  Ges.  v.  Beethoven  u.  C.  Krebs 
(2, Vater  unser")  u.  f.  Org.  v.  S.  Bach  (Cmoll-PassacagÜa)  und 
Händel  (Bdur-Oono.) 

Kempten.  Conc.  des  „Liederkranzes"  (Gteiger)  am  5.  Dec. : 
Sechs  Altniederländ.  Volkslieder,  f.  Männerchor  u.  Soli  mit 
Clav,  bearbeit.  v.  Kremser,  „Zigeunerleben"  f.  gem.  Chorm. 
Clav.  V.  Schumann,  Hymne  „Preis  dir,  Gk>ttheit"  v.  Mozart 
f.  do.,  Männerchöre  v.  Mozart  u.Zenger(„Dörpertanzwei8e"), 
Frauenchore  ^Die  Libellen"  und  „Im  Frühling"  v.  Bargiel, 
Sextett  a.  „Figaro's  Hochzeit"  v.  Mozart,  Soli  f.  Qtea.  v.  Mo- 
zart, C.  Geiger  („Gteheimniss"),  Schumann  u.  Rubinstein 
(„Der  Asra")  u.  f.  Clav.  v.  Mozart  (Phant.  u.  Cmoll-Sonate). 

Kiel.  56.  musikal.  Abendunterhalt,  des  Düett.-0rch.-V6r. : 
Ddur-Seren.  f.  Orch.  v.  Mozart,  zwei  Island.  Melodien,  f.  Streich- 
orch. V.  Svendsen,  Cavatine  f.  Hom  v.  Weber-Franz  (Hr.  Ja- 
kobs^. —  17.  Kammermusikaufföhr.  desselben  Ver.:  GmoU- 
Streichquart.  v.  Haydn,  CmoU-Claviertrio  und  Fdur-VioUn- 
romanze  v.  Beethoven,  Andante  a.  dem  Amoll-Violoncellconc. 
V.  Goltermann. 

Leipzig.  12.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Reinecke):  Gdur-Symph.  v.  Haydn,  Orchesterle«;enden 
Op.  69,  No.  6  u.  8,  V.  Dvofäk,  Solovorträge  der  Prfi.  Lei- 
singer  a.  Berlin  (Ges., . Wiegenlied  v.  Brahms,  „Mein  Lieb- 
ster ist  ein  Weber"  v.  Hildach  etc.)  u.  -  Eibenschütz  a.  Wien 
(Clav.,-7,0ampanellB"  -v.  Paganini*Liflgt  etc.). 

Linz.  9.  Kammermusixconc.  der  HH.  Schreyer  (Clav.)  u. 
Kuhns  (Viol.)  unter  Mitwirk,  der  HH.  v.  Neumann -SpaÜart, 
Sohweinitzer  u.  Schober  (Streicher):  GmoU-Clavierquartett  v. 
Mozart,  Streichquart.  Op.  18,  No.  6,  v.  Beethoven,  Amoll- 
Clav.-Violinson.  v.  Schumann.  —  3.  Conc.  des  Mumkvereins 
(Schreyer)  m.  Compositionen  v.  Mozart:  Festgedicht,  verf.  u. 
vorgetr.  v.  Hm.  Dr.TTeutschraann,  Esdur-Symph.,  Maurerieche 
Trauermusik,  „Ave,  verum  corpus"  u.  Bdur-Clavierconc.  (Hr. 
Schreyer). 

lliaillüielin.  4.  Akad.-Conc.  (Frank):  3.  Svmph.  v.  Beet- 
hoven, Ouvertüren  v.  Goldmark  („Salnintala")  u.  Beethoven 
(„König  Stephan"),  Solovorträge  | der  Frau  Seubert  von  hier 
(Ges.,  „Der  Sandträger"  v.  Bungert,  „In  Lust  und  Schmerzen" 
v.  Cornelius  u.  ^ein  Stem*^v.  Mascagni)  und  des  Hm. 
Wille  a.  Leipzig  (violonc,  Hmoll-Conc.  u.  „Am  Springbrun- 
nen" V.  Davidoffi  Seren,  v.  Sitt  etc.).  — Weihnachts-Orgel- 
vortrag  des  Hm.  Hänlein  unt.  Mitwirkung  des  Ver.  f.  class. 
Kirchenmusik  am  18.  Dec.:   Chöre  v.  C.  Kiedel  („Maria  im 


43 


Walde^  u.  „Christkindleiiis  Bergfahrt")  u.  Sucher,  Soloquart, 
^it  Fried  und  Freud  fiahr  ich  dahin**  a.  0.  Devrient's  Luther- 
Festspiel,  Orgelsoli  v.  S.  Bach  (vier  Pastorales),  A.  Hänlein 
(Weihnachtspastorale)  und  Lux  (Ooncertphant.  „0  du  fröh- 
liche"), sowie  zwei  v.  AI.  Guilmant  ühertragene  alte  Weih- 
nachtsmelodien . 

Meiningen.  Conc.  der  Hofcap.  (Steinbach)  f.  ihren  Witt- 
wen-  u.  Waisenfonds  am  26.  Dec:  3.  Satz  a.  der  6.  Symph.  v. 
Beethoven,  Orchesterfragmente  a.  dem  Weihnachtsoratorium 
V.  S.  Bach,  „Fee  Mab"  y.  Berlioz,  Vorspiel  u.  Intermezzo.a. 
„Gavalleria  rusticana"  v.  Mascac^ni,  Solovorträge  des  Hm. 
Öüttner  a.  Coburg  (Ges.,  Wotan^  Abschied  von  Brünnhüde 
a.  der  „Walküre"  v.  Wagner,  „Die  Nacht"  v.  Sommer  etc.) 
u.  des  dreizehnjähri^n  Violoncellisten  Fritz  Brückner  aus 
Leipziff  (Conc.  v.  Samt-Saöns  etc.). 

Kmdeil.  1.  Abonn.-Conc.  des  Musik ver.  (Zuschneid)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Kloppenburg  a.  Frankfurt  a.  M.  und 
der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Ulrich  a.  Göttingen:  „Sommer- 
nachtstraum"-Ouvert.  V.  Mendelssohn,  „Die  freuzuthrer"  f. 
Chor,  Soli  u.  Orch.  v.  Gade,  G^sangsoli  v.  Bruch  (Arie  a. 
„Achüleus"),  Franz  („Nun  die  Schatten  dunkeln"),  H.Kirch- 
ner („In  der  Nacht"),  Ad.  Jensen  („Margareth  am  Thore"), 
Brahms  (.Vorschneller  Schwur")  u.  A. 

New-York.  1.— 4.  Conc.  der  String  Quart.  Society  (HH. 
Ed.  Herrmann,  Hauser,  Lilienthal  u.  Scmenck):  Streichquint. 
Op.  111  V.  Brahms  (2. Bratsche:  Hr. Schill),  Ciavierquart,  v. 
Schumann  (Clav.:  Hr.  Prox),  Streichquartette  v.  Beethoven 
(Op.  18,  No.  1—5),  Mozart  (DmoU)  und  Baff  („Die  schöne 
Mtdlerin"),  Clav.-Violinson.  Op.  145  v.  Raff  (Ciavier:  Frau 
Chadick),  Ddur-Son.  f.  Violonc.  u.  Clav.  v.  S.  Bach  (Ciavier: 
Frau  Chadiok). 

OsnabPüOk.  2.  Kammermusikabend:  CmoU-Clavierquart. 
V.  G.  Schumann,  Seren.  Op.  8  v.  Beethoven,  Ddur-€k>nate 
f.  zwei  Cla viere  v.  Mozart.  (AusftÜirendc:  HH.  G.  Schumann 
a.  Danzig  u.  Oeser  v.  hier  [Clav.],  Wünsch,  Schulz  u.  Bieler 
a.  Braunschweig  [Streicher].)  (Die  KammermusikaoffÜhrung 
hat  nach  uns  vorliegenden  Berichten  einen  vollen  künstleri- 
schen Erfolg  gehabt.) 

Paris*  (^nservatoriumsconcerte  (Ghircin) :  6.  u.  13.  Dec 
9.  Skrmph.  V.  Beethoven  (Solisten:  Damen  Leroux-Bibeyre  u. 
Boioin-JPuisais  und  HH.  Warmbrodt  u.  Auguez).  Ouvert.  zur 
„Fingalshöhle"  von  Mendelssohn,  ^Tannhäuser"-Mar8ch  von 
Wagner,  Duett  a.  „B6atrice  una  Bönödict"  von  Berlioz 
(die  obendenannten  Damen).  20.  u.  27.  Dec.  2.  Symphonie 
von  J.  Brahms,  Bruchstücke  a.  „La  Damnation  de  Faust"  v. 
Berlioz,  Solo  vortrage  der  HH.  Delmas  (Ges.,  Arie  a.  „L'Eroet- 
rate"  v.  £.  Beyer)  u.  Nadaud  (Viol.).  —  Colonne-Ooncerte: 
29.  Nov.  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Suite  aus  „Le  Collier  de 
Saphirs"  v.  Pier n 6,  Vorspiel  zu  „rarsi&l"  u.  „Walkürenritt" 
V.  Wagner,  „Kermesse"  v.  GodarcL  G^esangvorträge desHm. 
Manourv  (Arie  a.  „Hörodiade"  v.  Massenet,  „Bavissement" 
u.  „Le  Message"  v.  P.  Fuget).  6.  Dec.  7.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, „Tannhäuser" -Ouvert.  v.  Wagner,  Ballet  a.  „Asoanio" 
V.  Saint-Saöns,  Seren,  a.  „Le  Collier  de  saphirs"  v.  Pierne, 
Polen.  V.  P.  Vi  dal,  Gesangvortrftge  des  Hm.  Delmas  (Litrod., 
Recit.  u.  Arie  a.  „L'Erostrate"  und  lyr.  Scmie  „L'Homme" 
von  E.  Beyer).  (13.  Dec.  s.  No.  2.)  20.  Dec.  9.  Symph.  v. 
Beethoven  (Solisten:  Damen  Montalant  u.  Pregi  und  HH. 
Warmbrodt  u.  Auguez),  Venusberg-Scene  a.  „Tannhäuser"  v. 
Wagner,  Conc.  t.  zwei  Cla  viere  v.  Mozart  (HH.  Diömer  u. 
Pierret),  Lied  f.  Violonc.  v.  V.  d'Indy  (Hr.  Baretti).  27.  Dec. 
9.  Symph.  v.  Beethoven  (Solisten:  Damen  Montalant  u.  Pregi 
u.  HH.  Delaquerriöre  u.  Auguez),  Thema,  Variat.  u.  Finale  v. 
Tschalkowsky,  Venusberg-Scene  a.  „Tannhäuser"  v. Wag- 
ner, Solovortrftge  der  HH.  Delaquerriöre  (G(es.,  Arie  aus  dem 
Weihnachtsorator.  v.  Bach)  und  Baretti  (Violonc,  Lied  von 
d'Indy).  —  Lamoureux-Concerte:  29.  Nov.  6.  Svmphonie  v. 
Beethoven,  „Don  Juan"  v.  Bich.  Strauss,  „Manued^'-Ouvert. 
V.  Schamann,  Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde*^  v.  Wagner, 
Militftrmarsch  a.  der  Suite  algörienne  v.  C.  Saint-Saöns. 
6.  Dec.  1.  Symph.  v.  Schumann,  „Don  Juan*'  v.  B.  Strauss, 
„Danse  maoabre'^  v.  Saint-Sadns,  „Tannhäuser^'-Ouvert.  u. 
„Sie^ried-Idyll"  v.  Wagner,  6.  Slav.  !EUiaM.  v.  Dvoi^&k. 
(13.  Dec.  s.  No.  2.)  20.  Dec.  5.  Symph.  v.  Beethoven,  Vor- 
spiel zu  den  „Meistersingern"  v.Wagn er,  No.  1  a.  derKhaps. 
norvöffienne  v.  Lalo,  BfUletair  v.  Massen  et,  3.  Clavierconc. 
V.  Samt-Safins   (Frl.  Ohattelyn). 

Schwerin.  1.  u.  2.  Kammermusikabend:  Adur-Clavier- 
quint.  V.  Dvof4k,  Gdur-Streichauint.  v.  Brahms.  Clavier- 
trios  V.  Schubert  (JSsdur)  u.  Beethoven  (Op.  97),  Caur-Son.  f. 
Clav.  u.  Altgeige  v.  Meyer-Olbersleben,   Oesangsolovor- 


träge  der  Frau  Joachim  („Feldeinsamkeit"  und  „Ruhe.  Süss- 
lie^shen"  v.  Brahms,  „Mein  Schatz  ist  auf  der  V/ander- 
schaft"  V.  R.Franz,  „Zu Tanz"  v.  H.  Schmidt,  Kinderlied 
V.W.  Berg  er,  Schlummerlied  v.  R.Wagner  etc.)  u.  des  Frl. 
Wiborg  (Wulfhildens  Gesang  von  Oehme,  „Ständchen"  von 
R.  Strauss,  „Still  wie  die  Nacht"  v.  Böhm  u.  „Die  Rose  im 
Gebetbuch",  „Entsagumg"  u.  „Blumenorakel"  v.  Mascagni). 
(Listrumentaüsten:  HH.  Schmitt  fClav.],  Hahn,  Päpke,  Bjeü.- 
ling,  Hartmann  u.  Lang  [Streicher].) 

Stuttgart.  Abonnementconcerte  der  Hofcap.  (Zumpe): 
No.  1.  6.  Symph.  v.  Beethoven  .Ein  deutsches  Requiem  v. 
Brahms  (Solisten:  Frl.  Riegl  u.  Hr.  Hromada).  No.  2.  Cdur- 
Symph.  V.  Schubert,  Huldigungsmarsoh  v.  Wagner,  Solovor- 
träge des  Frl.  Broch  ((3«s.,  „Vö^lein,  wohin  so  schnell"  von 
Lassen  etc.)  u.  des  Hm.  Scnapitz  (Viol.,  Reverie  u.  Caprioe 
V.  Berlioz  etc.).  No.  8.  7.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvert. 
zu  „Iphigenie  in  Aulis"  v.  Gluck,  Solo  vortrage  der  Frau 
Schröder-Hanfstaengl  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.,  „Ah,  perfido" 
V.  Beethoven,  „Dein  Stern"  u.  „Blumenorakel"  v.  Mascagni 
u.  -Neuer  Frühling"  v.  Sucher)  u.  des  Hm.  Schuler  (Clav., 
Esaur-Conc.  v.  Beethoven  etc.).  No.  4  m.  Compositionen  v. 
Mozart.  GmoU-Symph.,  Requiem  (Solisten:  Frls.  Czerwenka 
u.  Hieser  u.  HH.  Ballufi  u.  Schütky),  Arie  „Dies  Bildniss" 
(Hr.  Götze  a.  Berlin).  No.  5.  1.  Svmph.  v.  Schumann,  Ddur- 
Suite  V.  S.  Bach,  Rhaps.  -Espana"  v.  Chabrier,  Concert  f. 
Fl.  u.  Ob.  V.  Moscheies  (HH.  Ferling  u.  Krüger),  Chesangvor- 
träge  des  Frl.  Münch  a.  Leipzig  („Ständchen"  v.  Brahms, 
„Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d'Albert  etc.).  (Gleich 
mit  dem  ersten  Concert  sich  durch  sein  liebevolles  Verständ- 
niss  imd  seine  warmblütige  Leitung  die  begeisterte  Anerken- 
nung des  Publicums  und  der  Krituc  erobernd,  hat  der  neue 
Hofcapellmeister  Hr.  Zumpe  auch  im  weiteren  Verlauf  der 
Concerte  gezeigt,  dass  er  zu  den  berufenen  Dirigenten  zählt 
und  dass  sein  Engagement  ein  grosser  Gewinn  fCür  die  Stutt- 
garter Musikverhiütnisse  ist.) 

Trier.  Concerte  des  Musikver.  (Lomba):  No.  1.  Gmoll- 
Svmph.  V.  Mozart,  „Hebriden"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Kaiser- 
Marsch  m.  Chor  v.  Wagner,  Ciaviervorträge  der  Frau  Car- 
reno  (Amoll*Conc.  v.  Griegetc.).  No.  2  unt.  solist.  Mitwirk, 
der  Frls.  Berg  a.  Nürnberg  u.  Beck  a.  Frankfurt  a.  M.  und 
der  HH.  Doerter  a.  Berun  u.  Gerold  a.  Frankfurt  a.  M.: 
9.  Symph.  v.  Beethoven,    „Spanisches  Liederspiel"  v.  Sohu^ 


mann. 


V^rait0t$  Frogramme,  $owiB  Programme  okne  JMgabe  vim  Ort  und 
Dak*m  mü$$eH  voU$tandig  uhoßoehtet  hUfbent 


Engagements  und  Giste  in  Oper  und  Concert. 

Altenburg.  Das  an  musikalischen  Novitäten  reiche 
Concert  für  den  Wittwenpensionsfonds  der  Hofcapelle  wartete 
auch  noch  mit  einer  Nemgkeit  anderer  Art  auf:  einem  Jank6- 
Flüg^,  gespielt  von  Hm.  Wendling  aus  Leipzig.  Als  fer- 
mer  V  irtuos  hat  der  Genannte  sich  und  der  genialen  Erfindung 
des  Hm.  v.  Janko  reichste  Anerkennung  und  Bewunderung  er- 
rungen.— Basel.  Frau  Moran-Olden  gastirt  hier  und  erweckt 
allgemeinste  Begeisterung  mit  ihren  grosseu^gen  Leistungen. 
—  Brooklyn«  Li  zwei  Concerten  entflammte  Hr.  P ädere wski 
das  fhr  kalt  verschrieene  Publicum  zu  den  hellsten  Auf- 
brüchen begeisterten  BeiüeJls  und  muaste  jedesmal  durch  Zu- 
gaben danken.  —  BrflflSeL  In  dem  letzten  Populären  Concert 
unter  Hrn.  Dnpont^s  Leitung  feierte  Frau  Bosa  Sucher  aus 
Berlin  grossartige  Erfolge  a^B  Wagner-Sängerin.  —  Badik» 
pest.  un  letzten  Philharmonischen  Concert  hat  die  Wiener 
Hofopemsängerin  Frau  v.  Ehrenstein  einen  ausgezeichneten, 
^mpathischen  Eindruck  mit  ihrem  G^esan^  gemacht.  — 
AOntresJ.  Die  Gebrüder  Grünfeld  haben  die  hiesige  musi- 
kalische Welt  mit  ihren  Leistungen  gefangen  genonmien. 
Wahre  Wunderthaten  verrichtete  der  Pianist,  und  der  Violon- 
cellist entzückte  durch  sein  Spiel.  —  New-Tork.  Hr.  Alwin 
Schröder,  der  nunmehrige  soloviolonceUist  des  Boston  Sym- 
phony  Orchestra,  war  der  Solist  des  2.  Concertes,  welches  die 
Bostoner  Künstlerschaar  hier  gab,  und  rechtfertigte  den  Buf 
eines  vortrefflichen  Künstlers  durch  die  technisch  und  musi- 
kalisch vollendete  Wiedergabe  des  Volkmann'sdhen  Conoertes, 
wekhe  ihm  reichen  Beifiül  eintrug.  -—  St.  Petersburg.  Von 
den  beiden  Solisten,  welche  für  das  4.  Concert  der  Kaiserlicsh 
russischen  Musikgesellsohaft  enganrt  waren,  hat  die  reichsten 
Ehren  der  Violoncdlist  Hr.  Hugo  Becker  aus  Frankfurt  a.  M. 
sich  geholt.  Derselbe  ist  nicht  blos  ein  Virtuos  von  bester 
Güte,   sondern  auch  ein  ganz  ausgezeichneter  Künstler,    bei 


^ 


44 

dem  die  Technik  nur  Mittel  zum  Zweck  ist,  sodass  sein  Er- 
folg ein  wahrhaft  tiefgehender,  nachhaltiger  war.  —  Pforz- 
heim. Der  Kaufmännische  Verein  hatte  für  sein  letztes  Con- 
oert  nehen  einheimischen Kr&fien  die  HH.  Werner  (Harmo- 
nium) und  Krasselt  jun.  (Violine)  aus  Baden-Baden  als  Solisten 
gewonnen,  welche  lebnaftest  aufgenommene  Vorträge  spendeten. 
Hr.  Krasselt  hat  mit  seinen  am  der  Höhe  modemer  Virtuo- 
sität stehenden  Leistungen  geradezu  sensationell  gewirkt.  — 
Stuttgart.  Im  5.  Abonnementconcert  der  Hofoapelle  fi|ab  es 
neben  anderen  vorzüglichen  Kunstgenüssen  ganz  vortreffliche 
Qesangvorträge  zu  hören.  Die  Spenderin  derselben  war  das 
jngencQiche  Irl.  Anna  Münch  aus  Leipzig,  welche  sich  mit 
ihrem  frühlingsfrischen,  klaren  und  dabei  musterhaft  ge- 
schulten Sopran  und  ihrer  warmfühligen  Auf&ssung  schnell 
die  Herzen  der  Zuhörer  eroberte  und  vielen  BeifiebU  fand.  — 
Toronto.  Hr.  Arthur  Friedheim  gab  ein  Concert  vor  einem 
zwar  nicht  grossen,  aber  desto  auserwählteren  und  dank- 
bareren Publicum,  welches  mit  Andacht  der  Abwickelung  des 
groesartigen  Programms  folgte  und  mit  seinen  Beifallsbezeu- 
gnngen  nicht  kargte. 


Kirohenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  16.  Jan.  „Tröstungen**  von 
B.  Vofljel.  „Ich  lasse  dich  nicht"  v.  S.  Bach.  17.  Jan.  So- 
pranscSo,  „Die  drei  Weisen  aus  dem  Morgenlande"  u.  Chor 
».  dem  Orator.  „Christus"  v.  Mendelssohn. 

Chemnitz.  St.  Petrikirche:  26.  Dec.  „Hosannah"  v.  Schu- 
bert. 31.  Dec.  „Des  Jahres  letzte  Stunde"  v.  J.  P.  Schulz. 
1.  Jan.  ^Lobet  den  Herrn"  v.  Dr.  Schneider.  6.  Jan.  Motette 
V.  Engel.  —  St.  Nicolaüdrche:  26.  Dec.  Weihnachtslieder  v. 
P.  Cornelius.  „Ehre  sei  Gott  in  der  Höhe"  v.  Bortniansky. 
31.  Dec.  „Des  Jahres  letzte  Stunde"  v.  J.  P.  Schulz.  1.  Jan. 
^Herr,  du  wollest  Barmherzigkeit"  von  Hauptmann.  6.  Jan. 
^och  thut  euch  auf"  v.  Gluck.  —  Schlosskirche:  26.  Nov. 
„Uns  ist  ein  Kind  geboren"  v.  Flügel.  31.  Dec.  »Des  Jahres 
letzte  Stunde"  v.  J.  P.  Schulz.  I.Jan.  „Mit  der  Freude  zieht 
•der  S<diinerz"  v.  Mendelssohn.  6.  Jan.  „Du  Stadt  der  Heiden 
werde  Licht"  (v.  ?).  —  St.  Jacobikirche:  26.  Dec.  Schlnsschor 
A.  dem  Lobgesang  V.  Mendelflsohn.  „Des  Jahres  letste  Stunde" 
V.  J.  P.  Scnulz.  1.  Jan.  „Singet  und  spielet  dem  Herrn"  v. 
W.  Bust.    6.  Jan.    Sopransolo  m.  Chor  Dp.  47  v.  Volkmann. 

—  St.  Johannifdkirohe:  31.  Dec.  „Des  Janres  letzte  Stunde" 
V.  J.  P.  Schulz.  1.  Jan.  „Jauchzet  dem  Herrn  alle  Welt"  v. 
W.  Markuli.  6.  Jan.  „Freuet  euch  allesammt"  v.  EngeL  — 
St.  Paulikirche:  31.  Dec.  „Des  Jahres  letzte  Stunde"  von 
J.  P.  Schulz.  1.  Jan.  „Du  bists,  dem  Ruhm  und  Ehre"  von 
J.  Haydn.    6.  Jan.  „Mache  dich  auf,  werde  Licht"  v.  Kücken. 

—  St.  Marcuskirche:  6.  Jan.  „Freuet  euch  allesanmit"  von 
iingel. 

Opernauffllhrungen. 

December.    "* 

Wien.  K.  k.  Hofoperntheater:  1.  Die  Walküre.  2.  u. 
'29.  Hernani.  8.  Figaro*s  Hochzeit.  6.  Don  Juan.  7.,  12.  u. 
23.  Manon.  8.,  14.,  22.,  26.  u.  31.  Cavalleria  rusticana.  10. 
Cosi  fan  tutte.  11.  GR^Uerd&mmening.  13.  Die  Zaub^rflöte. 
16.  Carmen.  16.  Titus.  17.  Der  Maskenball.  18.  Romeo  und 
JuUe.  20.  Die  Königin  von  Saba.  26.  Bastien  und  Bastienne 
u.  Die  G&rtnerin  (Mozart).  26.  Bastien  und  Bastienne.  27.  Die 
Afrikanerin.    80.  Fidelio. 


VermieoMe  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Sodötö  des  grandee  auditions  musicales  in  Paris 
liat  am  16.  Januar  das  Weihnachtsoratorium  von  Seb. 
Bach  angeführt. 

*  Hr.  Dr.  Yiotta  in  Amsterdam,  dessen  ausgezeich« 
neten  Wirkens  wir  schon  des  Oefteren  zu  gedenken  hatten, 
brachte  kürzlich  im  dortigen  Bichard  Wagner-Verein  unter 
Mitwirkung  des  Frl.  Mulder,  der  HH.  Plimk,  Jensen,  Grü- 
ning,  Hofinüller,  Orello  u.  A.  m.  mit  kolossalem  Erfolg  den 
1«  und  drei  Soenen  aus  dem  3.  Aufrug  der  „Meistersinger** 
von  Wagner  zur  Concertaufßihrimg. 

*  Frau  Marie  Ja Ö 11  hat  zum  Besten  einer  künstlerischen 
Stiftung  eine  Serie  von  sechs  Sitzungen  begonnen,  in  welcher 


sie  die  Cla vierwerke  von  Franz  Liszt  vorzuführen  die  Ab- 
sicht hat. 

*  Die  Pariser  Kammermusikyereinigung  der  HH. 
R6my  und  Genossen  wird  ihre  diesjährigen  sechs  Soireen 
zum  Theil  Schumann  widmen,  daneben  ältere  Werke,  auf 
den  Instrumenten  ihrer  Zeit  gespielt,  und  solche  der  modernen 
französischen  Schule  auffuhren. 

*  Die  Stadt  Paris  schreibt  wieder  einen  Concours  fur 
französische  Componisten  aus*.  Für  das  beste  symphoni- 
sche Werk  ist  ein  ^reis  von  10,000  Frcs.  ausgesetzt  imd  die 
Aufßihrung  auf  Kosten  der  Stadt  zugesichert.  Ist  das  Werk 
aber  ein  dramatisches,  so  erhält  der  Sieger  keinen  Geldpreis, 
dagegen  wird  ein  Theaterdirector,  welcher  daa  preisgekrönte 
Werk  zur  Aufführung  annimmt,  durch  eine  Subvention  bis 
zur  Höhe  von  30,000  Frcs.  dazu  in  den  Stand  gesetzt. 

*  In  Paris  hat  sich  ein  aus  den  hervorragendsten  Kunst- 
lern  zusammengesetztes  Comitö  gebildet,  um  ein  Denkmal 
auf  dem  Grabe  Henry  Litolff's  auf  dem  Friedhof  von  Co- 
lombes  zu  errichten. 

*  Nach  der  .Zeitschr.  f.  Instrumentenbau**  werden  ia 
Deutschland  jährlich  durchschnittlich  70,000  Flügel 
und  Pianinos  utbricirt.  Von  den  einzelnen  Firmen  dürfte 
Julius  Blüthner  in  Leipzig  obenan  stehen  und  direct  nach 
ihm  C.  Bechstein  in  Berlm  rangiren. 

*  Die  Instrumentenfabrik  F.  Besson  in  Paris  hat  ein 
neues  Blasinstrument,  Clarinette  p6dale  oder  Contrabass- 
Clarinette,  construirt,  welches  sechs  volle  Octaven  Um£uig  hat 
und  eine  Octave  tiefer  als  die  Bassclarinette  steht.  Diese 
Contrabass-Clarinette  ist  jüngst  in  London  einem  Kreise  von 
Sachverständigen  vorgeführt  worden  und  hat  deren  vollen 
Beifall  gefunden. 

*  Die  Zahl  der  italienischen  Opernunternehmun- 
gen nimmt  stetig  ab.  Von  28  Gesellschaften  im  Jahre  1883 
geht  die  Zahl  immer  herunter,  bis  sie  1891  auf  91  gesun- 
ken  ist. 

*  Das  Marie-Theater  in  Odessa  ist  wegen  des  Ban- 
kerotts der  Direction  plötzlich  geschlossen  worden,  die 
engagirten  italienischen  Künstler,  erwerb-  und  mittellos, 
mussten  die  Hilfe  ihres  Consuls  in  Anspruch  nehmen,  um  in 
ihre  Heimath  gelangen  zu  können. 

*  Im  Laufe  des  Jahres  1891  wurden  auf  den  italie- 
nischen Opernbühnen  48  neue  Werke  gegeben,  darunter 
31  Operetten,  die  in  Italien  überhaupt  jetzt  in  Blütne  stehen. 
Fünf^neue  Opern  italienischen  Ursprungs  wurden  auf  frem- 
den Bühnen  angeführt. 

*  Im  Nationaltheater  zu  Bukarest  wurde  kürzlich  die 
italienische  Oper  „Celeste''  von  Francesco  Spetrino  erstma- 
lig und,  wie  es  scheint,  mit  gutem  Erfolg  gegeben.  Der  Com- 
ponist  erhielt  bei  dieser  Gelegenheit  das  Band  eines  Bitters 
der  rumänischen  Krone. 

*  Aus  Hamburg  wird  gemeldet,  dass  Hr.  Dr.  Hans  von 
B  ülow  sich  in  Bücksicht  auf  seine  infolge  eines  hartnäcki- 
gen Nervenleidens  der  anstrengenden  Doppelthätigkeit  nicht 
mehr  gewachsene  Gtesundheit  entschlossen  habe,  mit  Schluas 
dieser  Saison  die  Leitung  der  Berliner  Philharmonischen  Con- 
certe  aufzugeben  und  nur  die  Hamburger  Abonnementcon- 
certe  weiter  zu  dirigiren.  Dieser  Entschmss  bedeutet  für  das 
Berliner  Musikleben  und  speciell  för  die  Philharmonischen 
Concerte,  die  ihre  glänzenden  künstlerischen  und  pecuniären 
Resultate  in  erster  Reihe  ihrem  gegenwärtigen  ausserordent- 
lichen Dirigenten  zu  verdanken  haben,  einen  Verlust,  der 
kaum  zu  ersetzen  sein  wird. 

*  Hr.  E.  d 'Albert  wird  seine  zweite  Amerika-Reiae 
Ende  Februar  antreten  und,  wie  der  Agent  des  Künstlers  in 
der  Presse  angibt,  meistens  unter  Mitwirkung  des  Bostoner 
Sjrmphonie-Orchesters  spielen.  (Sollte  das  Verhältnis  nicht 
vielmehr  so  sein,  dass  die  berühmte  unter  Nikisoh*s  Leitung 
stehende  Capelle  die  Concerte  gibt  und  Hr.  d'Albert  mitwir- 
kender Solist  ist?) 

*  Hr.  Anton  Rubinstein,  der  vor  einigen  Jahren  ganz 
definitiv  seine  Pianistencarriöre  abschloss,  wird  Anfimg 
Februar  in  Wien  und  Dresden  öffentiich  sich  hören  lassen, 
und  zwar  in  Wohlthätigkeitsconcerten. 

*  Noch  grössere  Sensation,  als  im  vor.  Winter ^  hat  der 
Pianist  Hr.  M.  Rosenthal   in   den  drei  von  ihm  jüngst  in 


45 


Berlin  veranstalteten  Concerten  erregt.  Man  ist  darin  einig, 
dass  sein  Spiel  nach  technischer  Seite  ganz  einzig  dasteht. 
Dagegen  sind  betreffs  der  musikalischen  Auffassnng  die 
Stimmen  noch  getheilt,  denn  w&hrend  Einige  ihm  eine  solche 
schroff  absprechen,  bewundern  Andere  ilin  auch  hierin  oder 
gestehen  ihm  wenigstens  eine  starke  künstlerische  Individuali- 
tät zu,  die  das  Recht,  sich  in  ihrer  Weise  zu  äussern,  wohl 
beanspruchen  dürfe.  Dass  Hr.  Bosenthal  mit  seinen  Vorträ- 
gen eine  fascinirende  Wirkung  hervorbringt,  können  auch 
seine  Gegner  nicht  bestreiten. 

*  Aus  Dresden  erhalten  wir  die  erfreuliche  Nachricht, 
dass  die  berühmte  dortig  Pianistin  Frau  Mary  Kr  ebs-Bre u- 
ning  von  der  Krankheit,  an  welcher  sie  in  den  letzten  Mo- 
naten damiederlag,  vollständig  genesen  und  im  Stande  ist, 
ihre  Concertthätigkeit  wieder  anzunehmen. 

*  Nachdem  Hr.  Herrmann,  der  redegewandte  Intimus  des 
Hm.  Theaterdirector  Staegemann,  aus  dem  Stadtverordneten- 
CoUegium  der  Stadt  Leipzig  ausgeschieden  ist,  scheint  sich 
in  dieser  städtischen  Behörde  eine  richtigere  Beurtheilung  der 
Theaterwirthschaft  des  Pächters  der  drei  Leipziger  Büh- 
nen aUmählig  Bahn  brechen  zu  wollen.  So  wissen  es  alle 
wahren  Kunstfreunde  Hm.  Kirchhoff  Dank^  dass  er  jüne;st 
in  einer  Sitzung  des  gedachten  Collegiums  nicht  nur  auf  das 
ungenügende  Personal  hingewiesen  hat,  sondern  auch  mann- 
hait  gegen  das  Bepertoire  vorgegangen  ist,  das  mit  seinen 
Possen  und  Schaustücken  der  ^ekelhaftesten"  Art  die  Sitt- 
lichkeit unterhabe  und  einen  „Gifthauch"  unters  Volk  bxin£;e, 
sodass  das  Leipziger  Theater  auf  dem  Wege,  eine  „Giftbuoe" 
zu  werden,  sich  befinde.  Dass  Hr.  Bürgermeister  Dr.  Tröndlin 
hierauf  Hrn.  Staegemann  in  Schutz  genommen  hat,  kann  den 
mannhaften  Worten  des  Hm.  Kirchnoff  nicht  die  geringste 
Einbusse  thun,  umsoweniger,  als  der  Hr.  Bürgermeister  in 
seiner  Entgegnung  in  der  Hauptsache  den  rein  geschäftlichen 
Standpunct  betonte,  nach  welchem  der  Theaterdirector 
dem  Geschmacke  des  Publicums  Concessionen  zu  machen 
habe,  statt,  wie  man  doch  fordern  darf,  erziehlich  und  ver- 
edelnd auf  denselben  einzuwirken.  Solange  die  Stadtverwal- 
tung sogar  in  Einem  ihrer  ersten  Vertreter  Hrn.  Staegemann 
in  dessen  Gebahreu  bestärkt,  die  Kunst  vor  Allem  als  milchende 
Kuh  zu  betrachten  und  den  geschäitlichen  Interessen  die  künst- 
lerischen hintanzusetzen,  so  lange  wird  leider  trotz  verein- 
zelter Stimmen  der  Opposition  aus  den  Kreisen  der  städtischen 
Behörden  ein  Wandel  in  den  bez.  Verhältnissen  sich  kaum 
erwarten  lassen  und  Hr.  Staegemann  Arm  in  Arm  mit  seinem 
geschäftsfindigen  Oberreeisseur  Hm.  Goldberg  nach  wie  vor 
sein  Säckel  nach  bester  Möglichkeit  zum  Schaden  der  Kunst 
und  der  Sittlichkeit  zu  füllen  suchen. 

*  Hr.  Bichard  Fr  icke,  Hof  balletmeister  in  Dessau,  Einer 
der  tüchtigsten  Männer  seines  Faches,  den  bekannüich  s.  Z. 
Bichard  Wagner  zu  den  Bühnenfestspielen  in  Bayreuth  herbei- 
zog, beging  am  18.  d.  in  voller  körperlicher  und  geistiger 
Elasticität  sein  50jähriges  Balletmeister- Jubiläum. 

*  Das  Stuttgarter  Hoftheater  hat  in  dem  Premier- 
lieutenant GtJXB  ^ler  zu  Putlitz,  dem  Sohn  des  verstorbenen 
gleichnamigen  Dichters,   einen  neuen   Intendanten  erhalten. 

*  Der  französische  Componist  Hr.  A.  Messager  erhielt 
vom  Grossherzog  von  Hessen  die  goldene  Verdienstmedaille 
für  Kunst  und  Wissenschaft  verliehen. 

Todtenllste.  C hellet,  ehemab'ger  berühmter  Tenorist 
in  Paris,  Pensionär  der  dortigen  Komischen  Oper.  %  92  Jahre 
alt,  unlängst  in  Nemours.  —  Julius  Stahlknecht,  k.  Con- 
certmeister  a.  D.  in  Berlin,  tüchtiger  Violoncellist,  f,  75  Jahre 
alt,  am  16.  d.  Mts.  —  Hugo  de  Senger,  langjähriger  ver- 
dienter Dirigent  der  Orchester-Abonnementconcerte  und  der 
Soci6t^  de  Uhant  sacrö,  sowie  Lehrer  am  Gonservatorium  der 
Musik  zu  Genf,  auch  als  Componist  bekannt  geworden,  f, 
56  Jahre  alt,  am  18.  Jan. 

Offener  Sprechsaal. 

Sehr  geehrter  Hr.  Fritzsch! 

Nachdem  sich  Hr.  Bob.  Franz  in  Halle  a.  S.  in  No.  2 
Ihres  geschätzten  Blattes  als  Ver£ASser  des  xyz.  gezeichneten 
Angriss  (in  Ko.  50,  Jahrg.  1891)  bekannt  hat,  gestatten  Sie 
mir,  als  dem  ang^riffenen  Theile,  wohl  gütigst  ein  „unwider- 
ruflich*' letztes  Wort  als  Erwid^ung. 


Ich  bedauere  auf  das  Lebhafteste,  dass  der  von  mir  bis- 
her in  jeder  Beziehung  hochverehrte  Meister^  fi)r  dessen 
Bach- Ausgabe  ich  manche  Lanze  gebrochen  habe,  m  jenem  xyz- 
Angriff  in  offenbarer  Unbekanntschaft  mitPersonen  und  That- 
sachen  seine  Worte  —  mit  geringen  Veränderungen  —  Bericht- 
erstattern „nachempfunden"  hat,  von  denen  er  sich  im  eige- 
nen Interesse  viel  besser  fem  gehalten  hätte. 

Zur  Sache  selbst  bemerke  ich,  dass  die  von  Bob.  Franz 
an^zogenen  Vergleicbungsbeispiele  gerade  die  Verschieden- 
heit viel  mehr  beweisen,  als  die  vermeintliche  Aehnlichl^it, 
wobei  ich  natürlich  als  bekannt  voraussetze,  dass  Melodie, 
Bass  und  Bezifferung  gegeben  sind.  Wären  die  beiden 
Bach'schen  Lieder  Fr  anzische  Compositionen,  sa  stünde  die 
Sache  anders.  Da  aber,  so  viel  ich  weiss,  Franz  kein  Monopol 
besitzt,  allein  Bach  „nachempfinden^*  zu  dürfen,  so  habe  auch 
ich,  nach  mehr  denn  20jähriger  unausgesetzter  Beschäftigung 
mit  Bach  mir  die  Freiheit  genommen,  in  Bach'schem  Stüe, 
so  gut,  meinetwegen  auch  so  schlecht  ich  konnte,  Bach'schen 
Stil,  aber  nicht  Franz'sche  Bearbeitungen  ,,nachzuempfinden". 
So  lan^e  Hr.  Franz  nicht  nachweisen  kann,  dass  er  die  Falsi- 
bordoni-üeberleitungsstellen  und  Seztenparallelen,  die  er  citirt, 
neu  und  eigens  erfunden  habe,  so  lange  er  nicht  nachweist, 
dass  sie  dem  Bach'schen  Stile  fremd  sind  und  sich  weder  in 
Chorälen,  noch  in  Choralbearbeitungen  u.  dgL  bei  Bach  selbst 
finden,   so  lange  ist  sein  Beweis,   cbss  ich  mich  eines  „Pla- 

g'ates"  schuldig  gemacht  habe,  missglückt.  Denn  trotzdem 
r.  Franz  den  Ausdruck  „Plagiat"  zurückweist  als  nicht  von 
ihm  gebraucht,  bin  ich  gegen  mich  selber  viel  strenger,  und 
wür&  mich  eines  solchen,  auch  wenn  es  mir  unbewusst 
begegnet  wäre  —  im  ge^benen  Falle  bezichtigen  ujad  hätte 
Sorge  getragen,  dass  die  2.  Auflage  geändert  erschienen 
wäre. 

Im  Einzelnen  Folgendes:  Im  11.  Takte  des  Liedes  874  der 
sog.  Schemelli'schen  l^mmlung  steht  allerdings  e:  ich  änderte 
es  in  es,  ohne  mich  um  e  oder  es  bei  Franz  kümmern  zu 
können,  weil  unmittelbar  darüber  (im  6.  Takte)  in  ähnlichem 
Falle  es  steht,  ausserdem  das  b|  des  9.  Taktes  und  endlich  der 
durch  e  drohende  Querstand  zum  es  im  Tenor  des  letzten 
Viertels  mich  dazu  zwang.  Zu  der  Anwendung  der  Achtel- 
figur in  Takt  21,  die  mit  Takt  19  bei  Franz  (schon  die  Stelle 
ist  verschieden!)  übereinstimmen  soll,  bewog  mich  die  Imi- 
tation der  Bassfigur  in  Takt 5  und  93,  sowie  das  Gefühl:  Takt  19 
müsse  bei  der  Wiederholung  etwas  lebhafter  gestaltet  werden. 
Bleiben  jetzt  noch  die  bemen  Vorschläge  übrig.  Der  Vor- 
schlag im  vorletzten  Takte  des  „Komm,  süsser  Tod"  ist  von 
mir  hinzugesetzt,  weil  er  vernünftigerweise  da  stehen  muss. 
So  hat  es  mich  seiner  Zeit  Brosig  gelehrt,  und  genaue  und 
höchst  dankenswerthe  Aufschlüsse  über  Anwendung  und  Aus- 
fuhrung solcher  Zeichen  verdanke  ich  Hm.  Prof.  Julius  Schäffer 
in  Breäau,  mit  welchem  ich  vor  15—20  Jahren  öfter  gerade 
über  solche  Dinge  zu  sprechen  bezw.  mich  von  ihm  belehren 
zu  lassen,  das  Glück  hatte.  Darum  also  setzte  ich  den  Vorschlag. 
Dass  ich  bti  jenem  Vorschlag  an  Franz  gar  nicht  gedacht  habe, 
beweist  schon  der  umstand,  dass  dort  sowohl  in  der  Besai- 
tung, als  in  der  Liedmelodie  eine  erosse  Anzahl  von  vor- 
halten und  Vorschlägen  vorkommen,  aie  bei  mir  fehlen.  Wie 
mir  aber  Hr.  Franz  zumuthen  kann,  dass  ich  eine  echt  Bach'- 
sche  Cadenz  durch  Weglassung  jener  allbekannten  Nuance 
verunstalte,  das  verstehe  ich  nicht.  Was  die  „Verzierung" 
in  dem  „altdeutschen  Liede":  ,,Scheiden  und  Meiden^*  betrint, 
so  war  sie  von  mir  ursprün^licn  in  der  Form  eines  Vorschlags: 
fis  a,  nicht:  fis  g  a,  wie  bei  Franz  beabsichtigt.  Beweis:  cUe 
Begleitung  an  jener  Stelle^  die  fis  a  zeigt;  aber  Frau  Joachim 
zog  jenen  —  doch  sicher  von  Franz  ebenfalls  nicht  neu  er- 
fundenen, also  auch  ihm  nicht  nachempfundenen  Vorschlajg 
Ueoer  viele  andere  Dinge  kann  ich  schweigen;  wer  mir 


vor. 


nicht  zutraut,  dass  ich  eine  Cadenz  harmonisiren  kann,  wer 
meint,  Cadenzen,  wie  in  Takt  17  und  18  jenes  Liedes  neu 
erfunden  zu  haben,  mit  Dem  rechte  ich  nicht,  und  wer  in  der 
fjanzen  „Auswahr^  (fälschlich  „Album"  genannt)  lediglich  auf 
jenen  zwei  Boch'schen  Liedern  heromtritt  und  die  anderen 
Bearbeitungen  (die  Keiser^sche  Arie,  die  Ahle'schen,  Graun'- 
schen  Arien)  nicht  ansieht,  um  daraus  den  Bückschlnss  auf 
den  Bearbeiter  des  Bach'schen  Liedes  daselbst  zu  machen, 
dessen  ürtheil  kann  ich  nicht  als  gerecht  und  gründlich  be- 
zeichnen. 

Noch  Eines:  Hr.  Franz  wirft  mir  Quintenparallelen  vorl 
0  wie  unrecht,  verehrter  Meister!  Sie  vergassen  das  Corpus 
delicti  genau  abzudrucken  und  die  Querbalken,  die  meme 
harmonische  Sünde  darthuen  sollen,  stehen  an  unrichtiger 
Stelle.    Das  Beispiel  heisst  richtig  so: 


46 


Da  mit  dem  Auftakt  das  Bitomell  einsetzt,  so  ist  doch  wohl 
klar,  dass  der  Tenor  nicht  nach  e  fährt  und  so  Qainten  mit 
dem  Sopran  bildet,  sondern  das  a  ideell  festhält.  Hätte  ich 
das  d  gesetzt,  so  wäre  die  Begleitung  „orgelmässig^'  und 
„dickflüssig^'  geworden.  Denn  so  bezeichnet  sie  Hm.  Franz' 
Gewährsmann  in  Berlin.  Hr.  Franz  nennt  sie  „Klimperei^', 
also  das Gegentheil  von  „dickflüssig*  und  „orgelmässig* .   Das 


Neue  ClavierstOcke. 

Wilhelm  Seifhardt.     „Stinunungsbilder«,  Op.  6.     Dresden, 
L.  Hoffarth. 

Die  Stimmung  in  dieser  Musik  ist  keine  eißenthümliche 
und  zur  Tiefe  neigende,  aber  bei  bequemer  Spielbarkeit  klin- 
gen die  Stücke  ganz  gefyHg. 


Josef  Weiss.      Drei    ungarische    Novelletteu,   Op.  8.     Cöln, 
Alt  &  Uhrig. 

Rhythmisch  haben  diese  Novelletten  manches  Besondere, 
und  auch  harmonisch  wirken  sie  recht  lebendig. 


Richtige  wird  wohl  in  der  Mitte  liegen,  und  damit  will  ich 
zufrieden  sein. 

Dass  Hr.  Franz  sich  Ausdrücke  wie  des  erwähnten: 
„Klimperei",  femer  „Wortschwall**,  „totale  Blindheit**  bedient, 
zeigt  mir  zu  meiner  Freude,  dass  er  sich  trotz  seiner  76  Jahre 
noch  sehr  jugendfrisch  fillhlt  und  ihm  die  ,,suavitas  et  comitas**, 
die  der  alte  Cato  als  Kennzeichen  imd  Vorzug  des  Greisen- 
alters preist,  noch  immer  nicht  zu  Theil  geworden  ist. 

Hochachtungsvoll 
Charlottenburg,  den  8.  Jan.  1892.  Dr.  H.  Reimanu. 


Julius  Tauseh.    Zwei  Charakterstücke,  Op.  20.    Düsseldorf. 
W.  Bayrhoffer  Nachfolger. 

Weshalb  Tausch  die  beiden  ganz  gewöhnlichen  Märsche 
als  Charakterstücke  in  die  Welt  schickt,  überdies  den  Einen 
davon  als  „Altgermanischen  Zug**  und  den  Anderen  „Mittel- 
alterlichen Zug"  bezeichnet,  vermögen  wir  nicht  einzusehen. 

Ludwig  Schjrtte.    Kleine  Phantasien,  Op.  61.   Wien,  Albert 

J.  Gutmann. 

Der  Titel  trüR  das  Richtige  nur  in  Hinsicht  des  Um- 
fange und  der  Ausdehnung  der  Piöcen,  aber  im  Uebrigen 
redet  er  von  einer  Sache,  die  nicht  vorhanden  ist;  Phantasie, 
Frische  und  Freiheit,  Regsamkeit  und  Aufechwunfi;  haben  wir 
durchaus  vermisst.  Louis  Bö  cf  eck  er. 


Brie  f*l£  asten« 


L.  B.  in  H.  u.  P.  Pf.  in  Z.  Die  Berichte  mussten  wegen 
Raummangels  leider  immer  noch  einmal  zurück  gestellt 
werden. 

F.  Ä  in  C.  Wir  bitten  um  apf.  Einsendung  des  „hoch 
charakteristischen"  Beitrags  zum  uoncertagenturwesen ,  den 
wir  zu  dem  übrigen  Material  legen  und  s.  Z.  verwenden  wer- 
den. Dass  gewisse  Theaterdirectoren  als  Agenten  ihrer  Mit- 
glieder die  eigentlichen,  gewerbsmässigen  Agenten  hinsicht- 


lich der  Provision  an  den  Conoerthonoraren  noch  erheblich 
übertrumpfen,  ändert  an  dem  angedeuteten  Factum  Nichts. 

F.  D.  in  G,  Der  Ausführung  Ihrer  Absicht  steht,  wenn 
Sie  dabei  alles  Persönliche  vermeiden,  Nichts  im  Wege. 

M,  G,\TL  L,  Sie  sind  im  Irrthum,  denn  der  Redactenr  des 
musikalischen  Theils  des  „L.  T.**  ist,  wie  wieder  erst  kürzlich 
die  Besprechung  der  Rubinstein'schen  Broohure  zeigte,  ent- 
schieden kein  Liszt-Qegner. 


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Barcarole  ftir  Ciavier,  Op.  15.    M.  1,80. 
Geistliches  Lied  „Glücklich,  wer  auf  Gott  vertraut** 

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IIliiDln>  ober  Cid|tflcrtcg!Eitung. 


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niiacii.  gn  l  «et   giit  iiali\a=  Dbti 
CntcBntealiiiung. 

Mr««»tti(  ■■■»  ftlH  ^tnalHB.    3n 

1  ttt    DHt  Blatitn*  DbCT  Oci^eOeiiefll. 

SSIt  StanIfC'  otiti  Oi4rfIti6eB[eltung. 
Sn  2  Settn.   Otlt  UlatrinbEgllitune. 


itflnStfllHlim 


Text  dei  Gesänge  d.  Ifi  4. 


0t 


«««^»,  «6.,  jr^s.."s; 

1  Set.    <Dtlt  Slav(tt6eg[dtung. 

Stutm,  W.,  1.",  SrXi 

Stavterttsltitnng.' 

^•f  Dbei;  >(f  «MigtiinMHt  ^untn 
Mak,  3n  2  «den.  SHt  CliiDlei'  obn 
CtiSeflrtfial'l'uiia. 

5(nnn, ».,  ?ä;5W 

IRIt  «IsDintFgltftuno. 

eumsmk  In  t  nn.    SHt  ClmilfTbesl. 

t«rm".  glngtplel  In  1  «et.  9nit  Ülii« 
nleiEiMltllung. 

ea*f  DbR:  C«  IH  ja  aOM  ««■]  u«lt 

Jn  1  so.  911t  Slavln*  abn  0[iI)ePn< 
eglfttunii. 

(lt»tB»*r  obn:  >ft  Snwt  mM  i*n 
»atmUTwtatit.  SnlZct  DHtSlablec» 
obre  ndnn  Diiffllnbesltitunii. 

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Kafitn$anbfuna  ann  jut  iTnftcSf 
JM  Vitnfitn. 
taalt  »M  JtibaKM  iin»  »h  8aIInu 
»t|*%Mii«  ant  »iiHlit  «rall*  Mti» 


Bei^ig. 


<9^.  £^.  1^*  ^ie0et's  AurUtalienliblg. 

(H.  Kinnemann). 


/>.  Pabsts 

JluaiJtalienhaniiliin^ 
in  Letptig 

hält  sich  cimm  giihrlin  ausviär- 
ligfi  mmikalisthtn  PuiUcum  tur 
!ch«illea  und  biltigin   Btsir- 

SettH/ten  de. 

Kataloge  gratit  und  frunco. 

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Fr.  Kuhlau, 

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Heinrich  Germer. 

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(Deatscher  und  englischer  Text.) 


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—  -     Rheingold,  „  „  „    100,- 

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48 


[84.] 


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"beaexa-tezideren  Pl&tze: 


^2/in/i^^ 


Die  Fnbrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


■AMmAi 


Ich  ersuche  hiermit,  Briefe  und  Ekigagements,  Con- 
eei^ngelegenheiten  betreffend,  nur  direct  an  mich  zu 
adressiren.  [85dil 

Mary  Krebs-ßrenning, 

königl.  Sachs.  Eammervirtnosin. 
Dreeden-StreMen,  Albertplats,  Ecke  Mary  Krebs-Strasse. 

KatHarliia  (ieimelder» 

Coneert-  ind  Oratorieiis&igeriii  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-Straase  33.  [86in.] 


■*" 


hersogl.  säohs.  Eof^laniflt,  Froftsseur  Buptfrtenr  am  OosBeryatoriuin 

EU  Genf  (Sohweto).  [B7— .] 

Ooücert-Vertretuiig:    Hermann  WolfT,  Berlin. 


Conoertmeister    des   Gewandhaus-    und    Theater- 
orchesters. (B8— .] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  31. 
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Elisemble-Üebnngefi.    RoIIenstudinm. 

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Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [39—-] 

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[91.]  Zur  Aüfinilanuig  enapfoUeni: 

CUkllW    l^oktf a.    Dramatisches  Concertwerk  fhr  Solo,  Chor 

Wllf  Jfy  und  Orchester.    Op.  85.    Deutsch-französisch.   Cla- 

yierauszug  10  M    Jede  Chorstimme  60  /ij.    Text  20  /^. 


\m 


•Wr1|1(AA    ^—  ^^^srer^zu  Qmünd.   Legende  von 


_  J.  Kerner.   Für  gemischten  Chor,  Tenor- 

solo und  Orchester  (Violinsolo).    Op.  27.     Deutsoh-engl. 
Olavieraufizug  6  M    Jede  Chorstimme  80  /i}. 

Vp||f*iki»t    CIhFistuSy  der  Auferstandene.    Oratorium  für 

(jtlirtH^IL)  Soli,  Chor,  Orchester  und  Orgel.  Op.  26.   Oavier- 

auszug  6  M    Jede  Chorstimme  60  \,    Text  20  /^. 


[92d.] 


usik 


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LI«4«r,  Arten  cte.  700  In.      -^  - 

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igfi.  TNif  L  Ithh  «.  Dnck,  itarkes  Papier.  —  Elefant  «n» 
gMlitttto  Albnttmi  I.M,  rtrfdirt  von  Uemann,  Jadas- 
lohn  ete.  —  Oebnndon«  luik  alier  Editionen.  —  InmerUtle«. 

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Im  Verlage  von  Steyl  &  Thomas  in  Frankfurt  a. 

erschien  soeben: 
OToliazii^es  SraVinas  g^'x^riäzneit. 


Wh^mt§LM^sim^h 


[93.] 


för  Claviei*  componirt 


von 


Sr.  kgl.  Höh.  dem  Landgrafen 

Aleiander  Eriedneli  von  Hessen. 

Op.  2.     3  Mark. 
Neuer    Verlag   von    BreKkopf  &  HSrtel  in  Leipzig. 

FAP  Claviep  zweihftndis- 

0 

Hollaender,  Jul.,  Op.  5.  Walzer  (Valsecaprice)  in  Cmoll. 
Ji  2, — .  Op.  6.  Kleiner  Walzer  in  DmoU.  Ji  1,25. 
Op.  7.  Gavotte  in  Amoll.  Ji  1,60. 

Moore,  Graham  P.,  Chromatische  Etüden.  Heftl.  ^3, — . 
Heft  2.  Ji  2,50. 

Spohr,  Louis,  Walzer.  (Comp.  1808?)  Nach  einer  Nieder- 
schrift von  M.  Hauptmann  (1865).  Herausgegeben  von 
Carl  Rundnagel  (1891).     Jt  1,50. 


Dntok  von  C.  G. 

Hierzu  Titelblatt  und  Inhaltsverzelchniss  zum 


Röder  in  LeipEig. 

22.  Jahrgang  des  „Musikalischen  Wochenblattes '^^ 


Leipzig,  am  28.  Januar  1Ö02. 


Dua  miiueki  vunr.  im- 
nl  luftiilniaiAiuin,  lawle 
iirci  tu  MOain  n 


# 


ÄJ~^  -Pn  T»     Tlfn  Oilrnt»     tirtA      Wn  nilr-ßnnii-n  /1  n  "^Wjß 


rOi  iai  InsüaUicki  TockiMlitl 
Mluiit  zutnaiuBi  siii  ai 
Man  iMacuii  n  adttulici. 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Redacteur  und  Verleger: 

E.  W.  FritzBch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


^^ 


Dm  Haiitulifche  Wocheablatt  erscheint  jährlich  in  63  Nummern.  Der  Abonnementabetru 

far  du  Quartal  von  13  Nummern  ist  3  Mark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  10  Pfennige.  Bei 

VTTIt         11.  1         directer  frankirter  EreuzbandHendnns  treten  nnelutehende  vierteljBiir liehe  Aboonementa' 

AAIU.      Jahrs.  I        L^'*^  '"  ^'^^-  3  ^>^^^  ^  ^f-  ^  ^"  [>ei'ttche  Beich  and  Oeaterreich.  —  S  Hark  75  Pf. 

^  -I        [Qr  weitere  Lander  de«  Allgeineinen  PoctvareiDS.  —  JahrecabounementB  werden  nntor 

ZuKrundelegnnK  Torrtehender  Beingsbedin^n^n  berpchnet. 

Die  InKrtioDagebühren  mr  den  Raum  einer  geipaltenen  Fetiteeile  betragen  30  Pfennige. 


[No.  5, 


:   Du  Lied  tdd  den  sieben  Worten  des  BilOserB 
—  Tuessushiolkte :   Berlohte. 
Utthellassen  ond  Motlisa.  - 


Kreue.    Tos  Dr.  Peter  Drnffel.  (ScbloBS.)  —  Anton  Rnblnstein  als  Schriftneller.  (Fortsetzang.) 
lenla  nnd  Q*atiplelc  In  Opar  nsd  Conoert.   —   Kimlieumuiik.  "  Veimlaohte 


Das  Lied  von  den  sieben  Worten  des  Erlösers 
am  ICreiize. 

Von  Df.  Peter  Droffel. 

(Fortsetznng.) 

Der  Codex,  der  das  Lied  enth&It,  war,  allem  An- 
scheine nach,  bereits  als  solcher  gebunden,  bevor  Einer 
der  zahlreichen  verschiedenen  Schreiber  irgend  ein  Blatt 
beschrieben  hatte.  Es  ist  daher  auch  aDKonehmen,  daas 
die  einzelnen  Abhandlungen,  Oedicbte,  Lieder  u.  a.  f.  nach- 
einander und  allmfthlig  vom  ersten  bis  zum  letzten  Blatte 
fortachr eilend  eingetragen  vorden  sind.  Nun  findet  man 
am  Ende  der  vier  ersten  grösseren  lateinischen  Abhand- 
lungen, nlLnlich  auf  Bl.  52,  59,  87  und  117,  jedesmal 
die  Jahreszahl  94  (anno  Domini  LSXXXUII),  was  auf 
das  Jahr  1494  schliessen  läest,  da  gerade  im  15.  Jahr- 
hundert die  Jahrhunderte  häufig  ausgelassen  wurden. 
Unser  Lied  „Aj  siben  wordt"  rfthrt  aber  von  ESnem  der 
letzten  Schreiber  her,  kann  mithin  nicht  vor  dem  Jahre 
1494  niedergeschriehen  sein,  ist  vielmehr  wahrscheinlich 
noch  eroige  Jahre  splter,  etwa  um  1500  niedergeschrie- 
ben worden.  Wird  Dieses  zugegeben,  so  kann  der  Schrei- 
ber uamögUch  der  Componist  oder  Dichter  des  Liedes  ge> 
wesen  aün  oder  ans  dem  Volksmunde  die  Melodie  anfge- 
seichnet  haben;  er  kann  vielmehr  nur  der  Abschreiber 
einer  älteren  Vorlage  sein. 

Hierfür  spricht; 
1)  Die  Form  der  Noten. 


Die  Noten  erinnern  an  die  alten  Nenmen,  ja,  sie  sind 
eigentlich  Nichts  als  Neumen,  die  auf  die  vier  Guidoni- 
schen  Ldnien  niedergelegt  wurden.  Es  wechseln'  punct- 
fonnige  Noten  mit  solchen,  welche  der  „Bistropha"  der 
alten  Neumenscbrift  ungemein  ähnlich  sehen;  nur  tweä 
Ual  kommt  eine  der  „Clivis"  entsprechende  Ligatur  vor, 
zu:  „schmertzen"  und  nhertzen".  So  aber  schrieb 
kein  Componist  seine  Compoeitionen  um  das  Jahr  1500. 
Wohl  aber  schrieb  man  so  im  14.  Jahrhundert.  Und  in 
der  That  gleichen  die  Noten  unseres  Liedes  auffallend 
denen  eines  im  Codex  2701  (RFrauenlobs  und  Anderer 
Lieder")  der  Wiener  Hofbibliothek  enthaltenen  Liedes: 
Dis  ist  vTOUwinlobis  tn  der  gmnen  wjse  „Myn  vroud  ist 
gar  czngangyn"  u,  a.  w.  Dieser  Codex  aber  stammt  ans 
dem  14.  Jahrhundert. 

2)  Der  Rhythmus  der  Melodie. 

Die  Melodie  ist  im  dreitheiligen  Taktmaasse  aufzu- 
fassen und  unschwer  folgendermaaseen  zu  fibertragen; 


60 


Die  Angabe  der  Dreitlieiligkeit  detf  Taktes  feklt  bei 
unaerem  Liede.  Im  15.  Jahrhundert,  wo  es  auch  schon 
eine  zweitheilige  Mensur  gab,  wftre  die  Vorzeichnung 
erforderlich  gewesen.  Die  Lieder  1  und  3  desselben  Co- 
dex, die  wohl  zweifellos  dem  15.  Jahrhundert  angehören, 
haben  auch  die  Verzeichnung  $  3  und   $. 

Aus  dem  Fehlen  der  Verzeichnung  lässt  sich  daher 
schliessen,  dass  das  Lied  zu  einer  Zeit  entstanden  sein 
müsse,  wo  unsere  Volkslieder  —  als  ein  solches  hat  sich 
auch  das  unsere  entpuppt  —  sftmmtlich  noch  Tripeltakt- 
Helodien  waren:  in  einer  Zeit  also,  wo  eine  Vorzeich- 
nung, wie  $  3,  überflüssig  war.  Unsere  alte  Volksmelo- 
die ist  also  ursprünglich  im  dreitheiligen  Takte  ge- 
sungen worden  und  erst  im  16.  Jahrhundert,  gleich  so 
vielen  anderen,  in  eine  mit  sweitheiligem  Takte  umge- 
modelt worden.^)     Ob  zu  ihrem  Vortheile? 

3)  Die  Fehler  in  der  Abschrift. 

Das  Lied  ist  in  der  fänfzeiligen  „Lindenschmid''- 
Strophe  gedichtet,  in  welcher  der  1.  und  2.  Vers,  femer 
der  3.  und  5.  reimen,  der  4.  aber  reimlos  ist  So  ist  es 
auch  in  dem  ganzen  Gedichte  zu  finden.  Der  Abschreiber 
aber  schreibt  gleich  im  Anfange  nBtayndt**  (stand)  statt 
„stundt**,  wie  es  heissen  muss,  da  das  Wort  sich  reimen 
soll  mit  „verwundt*'. 

Auch  in  den  Noten  vermuthe  ich  zwei  Fehler,  die 
ich  daher  bei  der  Üebertragung  geAndert  habe  (a  u.  b). 
a)  Die  4.  und  5.  Note  im  1.  Systeme  (a)  müssen  zu- 
sammen  eine  Perfection  ausmachen,  d.  h.  also  einen  Takt 
Könnte  man  den  Strich  vor  der  4.  Note  als  Zeichen  für 
die  „Division^  oder  „Alteration^  ansehen,  so  müsste  die 
Üebertragung  lauten     J        1 .     Das  aber  ist  nicht  anzu- 

CHÖlgt    am 

nehmen,  da  diese  Striche  offenbar  die  Zugehörigkeit  der 
Worte  zu  den  Noten  bezeichnen.  lä  glaube  daher, 
dass  die  4.  Note  als  eine  zweizeitige  Bistropha  zu  lesen 
ist  und  übertrage:      I       J. 

Christ     un 

b)  Die  kleinen  Noten  am  Ende  jeden  Systemes 
(„Custos*')  verkündigen  nicht  allein  die  Höhe  der  ersten 
Note  des  folgenden  Systemes,  sondern  auch  ihren  Zeit- 
werth.  Hiervon  macht  der  Gustos  am  Ende  des  3.  Sy- 
stemes eine  Ausnahme.  Dieser  ist  ein  zeitig,  die  Anfangs- 
note des  4.  Systemes  aber  zw  ei  zeitig.  Ich  vermuthe  da- 
her, dass  die  beiden  ersten  Noten  dieses  4.  Systemes 
—  aber  nur  hinsichtlich  ihres  Werthes  —  verwechselt 
worden  sind  und  declamire  wie  bei  a: 


Er    da    sprach« 


was  auch  natürlicher  und  schöner  ist,  als  die  Lesart  der 
Handschrift: 


4)  Der  Text 

Schon  W.  Bäumker  hatte  darauf  aufmerksam  ge- 
macht, dass  die  erste  Zeile  far  das  hohe  Alter  des  Liedes 
spreche,  weil  es  in  einer  Zeit  entstanden  sein  müsse,  in 
welcher  man  sich  den  Heiland  am  Kreuze  stehend 
dachte.  Er  nimmt  flr  die  Elntstehung  des  Textes  das 
14.  Jahrhundert  an. 

Die  Christen  der  ersten  Jahrhunderte  haben  den 
Tod  des  Herrn  weder  in  Farben,  noch  in  Stein  dar* 
gestellt  Die  Gemälde  der  Katakomben,  die  Skulp- 
turen der  Sarkophage  und  die  Alteren  Mosaiken  zeigen 
Christus  stets  in  seiner  göttlichen  Hoheit:  Wunder  wir- 
kend, Todte  erweckend,  thronend  inmitten  der  Heiligen. 
Die  ersten  Christen  hatten  keine  Cmcifixe.  Selbst  als  man 
sich  im  4.  Jahrhundert  auch  an  Passionsscenen  wagte, 
stellte  man  stets  Erniedrigung  und  Erhöhung  nebenein- 
ander; und  auch  da  noch  hielt  eine  ehrwürdige  Scheu  die 
Christen  zurück,  den  Heiland  in  jener  Todesart  darzu- 
stellen, welche  in  den  Augen  der  Römer  die  schmach- 
vollste  und  entehrendste  war.***) 

Die  ersten  Kreuzigungsbilder  finden  sich  erst  um  die 
Mitte  des  5.  Jahrhunderts  —  von  dem  Spotterucifix  jenes 
römischen  Knaben  abgesehen,  der  zur  Verhöhnung  seines 
christlichen  Mitschülers  mit  dem  Oriffel  ein  Bild  an  die 
Wand  kratzte:  Christus  mit  einem  Eselskopf,  aneinEjreuz 
geheftet,  die  Füsse  stehend  auf  einem  Querbrett  — .  Das 
älteste  von  einem  christlichen  Künstler  ausgeführte  Bild 
der  Kreuzigung  Christi  befindet  sich  am  Portale  der 
Kirche  der  h.  Sabina  auf  dem  Aventin:  Christus  steht 
am  Kreuze,  die  Füsse  ruhen  auf  der  Erde.  Ein  zweites 
ebenso  altes  Bild  befindet  sich  auf  einer  Elfenbeintafel 
des  Britischen  Museums:  Christus  steht  auf  einem  Fnss- 
brett,  die  Hände  sind  wagerecht  ausgestreckt.  Diese 
ältere  Auffassung  beginnt  erst  im  13.  Jahrhundert  zu 
erlöschen  und  einer  anderen  zu  weichen,  nach  welch sr 
der  Heiland,  bereits  verschieden,  am  Kreuze  hängt,  die 
Füsse  übereinander  gelegt  und  Beide  von  einem  Nagel 
durchbohrt. 

Unsere  Untersuchung  hat  somit  ergeben: 

1)  Dass  Text  und  Melodie  unseres  Liedes  sehr  alt 
und  wahrscheinlich  im  14.  Jahrhundert  entstanden  sind, 
wenn  nicht  noch  eher; 

2)  dass  die  Melodie  ursprünglich  im  Tripeltakt  ge- 
sungen wurde  und  eine  echte  Volksweise  war; 

3)  dass  der  Text  früher  nicht  nach  einer  anderen 
Melodie,  etwa  nach  der:  „Es  wohnet  Lieb  bei  Liebe**  ge- 
sungen worden  ist 

4)  Endlich  ist  anzunehmen,  dass,  weil  Text  und 
Melodie  gleichzeitig  entstanden  zu  sein  scheinen  und  die 
Textesworte  sich  eng  an  die  Melodie  anschliessen ,  auch 
diese  nicht  ursprünglich  einem  anderen  weltlichen  Texte 
angehört  habe,  wenngleich  diese  Möglichkeit  nicht  ganas 
ausgeschlossen  ist 


i 


rrt 


2^ 


32: 


Br      da  spraeh. 


*)  Das  Fehlen  der  Takt-Bezeichnune  gestattet  aber  nur 
eine  relative  Schlussfolgerang:  Bei  mehrstimmigen  Lie- 
dern setzten  die  Alten  ein  Zeichen  ftlr  das  Tempus  (Prolatio) 
wohl  stets,  bei  einstimmigen  hingegen  fehlte  es  auch  im 
15.  Jahrhundert  nicht  selten. 


Anton  Rubinstein  als  Schriftsteller. 

(Fortsetzung.) 

Auf  aUe  Paradoxien  Bnbinstein^s  einzugehen,  ist  hier  nicht 
möglich.  Dazu  müsste  man  eine  eigene  firochure  schreiben, 
und  das  würde  seinen  Expectorationen  eine  Bedeutung  bei- 
legen, die  sie  nicht  haben.  Betrachten  wir  also  nur  die 
Art,  wie  er  Wagner  und  Liszt  behandelt  Die  ist  nun,  was 

♦)  A.  de  Waal  (a.  a.  0.  S.  16  ff.). 


61 


Wagner  betrifft,  so  oberflächlich  und  verständnisslos  und,  was 
Liszt  betriül,  so  absprechend  and  pietätlos,  dass  man  seinen 
Augtn  nicht  traut. 

„Schön  oder  gross,  tief  oder  hoch  in  S]|^ijQsch  musi- 
kalischer Hinsicht  ist  Wagner  (nach  Rubinstein's  Meinung) 
nicht.**  —  Also  im  besten  Falle  ein  mittelmässiges  Talent. 
Der  arme  Wagner!  Deshalb  hat  er  auch  keine  Uarri6re  ge- 
machtl 

„Werden  Sie  ihm  vielleicht  auch  die  Neuheit  abspre- 
chen wollen?*'  —  fragt  die  interviewende  Dame  Bubinstein. 

—  Dieser  antwortet:  .Er  ist  so  vielseitig  (ein  unbeabsich- 
tigtes Compliment)  auig^treten,  dass  es  schwer  wird,  ein  all- 
gemeines Urtheil  über  ihn  abzugeben.  Ausserdem  ist  er  mir 
m  seinen  Kunstprincipien  so  unsympathisch,  dass  meine 
Ansicht  Über  ihn  Sie  nur  ärgern  kann.**  Also  —  wenn 
ein  Künstler  vielseitig  ist,  wenn  er  sich  fort  und  fort  ent- 
wickelt und  immer  grösser  wird,  so  ist  das  nach  Rubinstein 
ein  Fehler!  Er  soll  gleich  fix  und  fertig  sein  und  bleiben, 
wie  er  ist.  Das  trifft  bei  Mendelssohn,  auch  bei  Rubin- 
stein SU,   aber  leider  bei  Beethoven  ganz  und  gar  nicht. 

„Wagner  stellt  dieVocalmusik  als  die  höchste  Aeusse- 
rung  der  Musik  hin.  Für  mich  fängt  die  Musik  (mit 
Ausnahme  des  Liedes  und  des  Kirchengebetes)  erst  da  an, 
wo  das  Wort  aufhört."  —  Ach,  der  arme  Händel  und 
Weber!  Sie  haben  gar  nicht  gewusst,  dsss  sie  keine  Musiker 
sind!  Hätten  sie  es  lieber  bleiben  lassen,  zu  componiren. 
Gluck  ist  auch  so  ein  ünglücksvogel,  der  seinen  Beruf  ver- 
fehlt hat. 

-Warmer  befürwortet  die  Sage  (das  Uebematürliche)  als 
Ston  zu  Operntexten.  Meines  Erachtens  ist  die  Sage  immer 
eine  kalte  Aeusserung  der  Kunst.  Es  mag  ein  interessantes, 
auch  poetisches  Schaustück  sein,  aber  nie  ein  Drama. 
Denn  mit  übernatürlichen  Wesen  können  wir  nicht  mitfühlen." 

—  Im  „Lohengrin"  stört  ihn  der  Schwan  —  der  doch  mit  dem 
psychologischen  Conflict  zwischen  Lohengrin  und  Elsa 
nicnt  das  Geringste  zu  thun  hat,  wie  ja  auch  Lohengrin 
selbst  gar  kein  übernatürliches  Wesen  ist.  —  Li  „Tristan  und 
Isolde"  stört  ihn  der  Liebestrank;  Rubinstein  ist  also  so  naiv, 
an  den  Liebestrank  zu  glauben,  der  doch  nur  svmbo lisch 
zu  nehmen  ist.  —  TTnd  die  „Meistersinger"?  Die  hat  er  wahr- 
scheinlich dabei  vergossen,  obgleich  er  später  findet,  dass  die 
-Meistersinger",  „Lohenmn"  und  —  die  Faust-Ouverture  (ist 
Die  keine  specifische  musik?)  „beachtenswerth"  sind.  — 
Das  ist  doch  inmierhin  Etwas! 

Rubinstein  zielt  hauptsächlich  auf  den  „Nibelun^^enring". 
Da  genirt  ihn  die  Tarnkappe  etc.,  und  seine  Seele  bleibt  „voll- 
kommen theilnahmlos"  für  die  Grötterschicksale.  Als  wenn  es 
sich  dabei  um  die  Götterschicksale  allein  handelte!  Gibt  es 
denn  etwas  Reinmenschlicheres,  als  das  tragische  Geschick  von 
Siegmund  und  Sieglinde,  von  Siegfried  und  Brünnhilde?  Der 
Wotan-Speer,  die  Tarnkappe  etc.  sind  dabei  doch  wahrlich 
nicht  das  Wesentliche,  sondern  die  tiefe  Tragik  in  den  rein- 
menschlichen Verhältnissen  zu  einander. 

Dass  der  Russe  Rubinstein  fOr  die  Poesie,  die  tragische 
Grösse  des  deutschen  Mythus  keinen  Sinn  hat,  kann  man  be- 

f  reifen.  Aber  unbegreiflich  ist  es,  wie  er  bei  seiner  Theorie 
arauf  gekommen  ist,  den  ^Dämon"  zu  componiren,  wo  ein 
Teufel  die  Hauptrolle  spiejft.  auch  ein  Engel  mitwirkt.  „Ja, 
Bauer,  das  ist  eanz  etwas  Anderes".  Diese  Oper  ist  von 
Rubinstein!  Zufällig  ist  es  seine  beste! —  Wer  lacht  da? 


Das  Leitmotiv  findet  Rubinstein  als  ein  so  naives  Ver- 
fBkhren,  „dass  es  eher  ins  Komische  führt,  als  ernsten  Sinn  be- 
anspruchen kann",  —  es  ist  „beinahe  Carricatur".  Da  ist  es 
nun  merkwürdig,  dass  noch  Niemand  in  den  „Nibelungen" 
gelacht  hat,  — Itubinstein  auekronommen.  Später  findet  er 
Wa^er  zu  wenig  naiv,  zu  „renectirt".  Es  ist  ^ine  zwingende 
Logik  in  dieser  Beweisführung! 

Das  AusschUessen  der  Arien  und  Ensembles  erklärt 
Rubinstein  für  psychologisch  nicht  richtic^,  „weil  man  nie 
erfährt,  ob  und  was  in  dem  Innern  der  handelnden  Personen 
vorgeht".  Nun  wissen  wir  doch,  wozu  die  Arie  da  ist.  Sie 
ist  kein  aus  der  specifischen  Musik  (daher  Rubinstein's  Vor- 
liebe dafür)  herübergenommenes  formales  Element;  sie  ist 
kein  Paradestück  für  die  Sängerin;  sie  kann,  ohne  das  Ver- 
ständniss  der  inneren  Entwickelung  zu  schädigen,  ohne  die 
Handlung  zu  stören,  nicht  gestrichen  werden,  —  sie  ist  sehr 
wichtig!  —  Ist  das  vielleicht  nicht  naiv? 

Das  Wa^ner'sche  Orchester  ist  Rubinstein  natürlich  viel 
zu  aufdringlich;  auch  stört  es  ihn,  daa?  es  unsichtbar  ist, 
denn  —  man  höre  —  die  „Tannhäuser" -Ouvertüre  z.  B.  muss 
an  Wirkung  verlieren,  wenn  man  nicht  „die  Armbewegung 
bei  der  Violinfigur  am  Schluss  sehen  kann".  Unglaublich! 
Aber  es  steht  auf  Pag.  101. 

Dass  der  Zuschauerraum  verdunkelt  wird,  stört  ihn  auch. 
Er  spürt  dabei  „das  Verlangen  nach  Zündhölzchen"  —  wahr- 
scheinlich, um  seine  Nachbarinnen  besser  sehen  zu  können. 
Die  aufsteigenden  Dämpfe  sind  ihm  nun  gar  unausstehlich. 
Dass  diese  Dämpfe  eine  (allerdings  meist  sehr  laute)  Rolle 
nur  bei  den  „Nibelungen"  spielen,  dass  sie  das  lodernde  Peuer 
ersetzen  sollen,  das,  wenn  es  in  natura  erschiene,  geradezu 
belüigstigend  wirken  würde  (wie  wir  in  München  und  in 
Mannheim  selbst  erlebt  haben),  das  übersieht  Rubinstein  in 
seinem  Nibelungen-Hass. 

Das  sind  doch  lauter  Aeusserlichkeiten,  die  mit  dem 
Wesen  der  Wagnerischen  Kunst  Nichts  zu  thun  haben.  Für 
die  künstlerische  Bedeutung  von  Wa^er*8  Reform  hat  Rubin- 
stein keinen  Sinn^  für  die  Grösse  seiner  Gestaltungskraft  na- 
türlich noch  wemger. 

—  „Sie  sagen  aber  Nichts  von  seiner  Musik"  —  bemerkt 
die  Dame  sehr  richtig.  —  Darauf  erwidert  Rubinstein:  „Die 
Lifallibilitäte-Erklärnng  des  Papstes  hat  vielleicht  so  Manchem 
die  katholische  Religion  verleidet."  Wagner's  Schriften  seien 
es,  die  die  Opposition  erst  erweckt  haben.  —  Zufälligerweise 
ist  es  nur  gerade  umgekehrt.  Die  wüthende  Opposition 
ist  es  gewesen,  dieWagner's  Schriften  hervorgeruxen  hat. 
Hätte  man  ihn  verstanden,  gelten  lassen,  so  Mtte  er  nicht 
nöthjg  gehabt,  sich  in  Polemik  einzulassen.  Nun  will  man 
den  l^iess  unuiehren;  dieses  Manöver  ist  schon  alt.  —  Sollte 
nicht  vielleicht  „Das  Judenthum  in  der  Musik"  hierbei  die 
Hauptrolle  spielen? 

„Im  Vergleich  mit  dagewesenen  Grössen,  specifisch  musi- 
kalisch, ist  Wagner  für  mich  doch  sehr  discutabler  Art."  — 
Immer  reitet  Rubinstein  auf  demselben  Prindp  des  specifisch 
Musikalischen  herum.  Da  dieser  Maassstab  nun  aber  für 
Wagner*s  Musikdrama  nicht  passt,  gar  nicht  passen  kann  und 
solL  so  kann  es  Rubinstein  natürlich  nie  gelingen,  Wagner 
zu  oegreifen  —  was  nun  freilich  sehr  gleichgütig  ist. 

(Sohluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Berichte. 

Leipzig.  Das  12.  Abonnementconcert  im  Neuen 
Gewandhaus  bespann  mit  den  Orchesterlegenden  Op.  69, 
No.  6  und  3,  von  A.  Dvof&k,  ohne  jedoch  dem  Publicum  ein 
grösseres  Interesse  für  diese  Novitäten  abringen  zu  können. 
Darf  auch  wohl  angenommen  werden,  dass  diesen  Stücken, 
namentlich  dem  bewegteren  zweiten,  eine  etwas  belebtere 
Ausführung  von  Nutzen  gewesen  wäre,  so  hätte  doch  auch 
diese  kaum   ihre   gering^  Eigenart   zu  verdecken  vermocht, 

fmz  abgesehen  davon,  dass  etwas  wirklich  Legendarisches  in 
einem  derselben  zu  Tage  tritt  und  dass  auch  die  Instrumen- 
tation durch  Nichts  zu  interessiren  vermag.  In  No.  6  hätte 
man  eher  auf  Mendelssohn  imd  Schubert  als  auf  Dvofäk 
schliessen  können.  Bei  den  vielen  Neuerscheinungen  auf 
orchestralem  Gebiete  ist  es  auffallend,   dass  man  angesichts 


des  geringen  Raumes,  den  man  ihnen  in  diesen  Goncerten 
zuweist,  nicht  ganz  besonders  vorsichtig  in  der  Wahl  von  Novi- 
täten ist.  Eine  ganz  reizvolle  Wiedergabe,  der  man  die  liebe- 
volle Einstudirung  anmerkte,  erfuhr  das  weitere  Orchester- 
werk des  Abends,  Haydn's  hübsche  Gdur-Symphonie  (No.  13 
der  Breitkopf  &  Härtel^schen  Ausgabe)  mit  dem  kurz  ange- 
bundenen Finalsatz,  der,  alter  Gewohnheit  eemäss,  auch  dies- 
mal da  capo  verlangt  und  auch  gewährt  wurofe.  Der  solistische 
Theil  des  Goncertes  wurde  durch  die  Berliner  Hofopemsängerin 
Frl.  Elisabeth  Leisinger  und  die  Pianistin  Frl.  Ilona  Ei  ben- 
schütz aus  Wien  aus^führt  Frl.  Leisinger,  eine  im  (jl^wand- 
haus  bestens  accreditirte  Künstlerin,  zeigte  sich  dieses  Vor- 
ranges auch  bei  diesem  neuesten  Auftreten  im  höchsten  Grade 
würdig.  Mouiren  wir  im  Vornherein  den  umstand,  dass 
einige  kräftig  genommene  hohe  Töne,  wohl  infolge  einer 
kleinen  stimmlichen  Indisposition,  im  Ansatz  etwas  gepresst 


63 


erschienen,  so  bleiben  nur  noch  Worte  begeisterter  Anerken- 
nung für  die  künstlerisch  aasfi;esacht  vollendeten  Leistungen 
übrig,  die  die  Sängerin  in  Mozart's  Arie  „Zephiretten*'  und 
—  in  Verhinderung  des  Hm.  Prof.  Dr.  Beinecke  von  Hm. 
von  Böse  am  Flügel  begleiteten  —  Liedern  von  Schubert, 
J.  Brahms  und  £.  Hildach  auch  dieses  Mal  darbot.  Frl. 
Leisinger  zählt  zu  den  eottbegnadeten  Sängerinnen,  die 
ihr  Künstlerthum  nicht  blos  in  der  Kehle  sitzen  haben, 
sondern  auch  mit  echter,  reiner  musikalischer  Seele  nach- 
empfinden und  congenial  nachschaffen.  Für  eine  solche 
auserlesene  Priesterin  der  Kunst  soUte  aber  auch  nur  das 
Beste  der  Litteratur  —  wozu  Hildach's  Weber-Lied  nicht  er- 
hört —  ^rade  gut  ^nugsein.  Die  Zuhörerschaft  jubelte  der 
Künstlenn  ausser  emer  Wiederholung  des  ganz  entzückend 
gesungenen  Brahms'schen  Wiegenliedes  auch  noch  eine  Zu- 

Sibe  (Schubert's  „Wohin")  ab.  Frl.  Eibenschütz  spielte 
eethoven's  —  vom  Orchester  unverzeihlich  salop  begleitetes  — 
Esdur-Concert,  ein  Lied  ohne  Worte  von  Mendelssonn,  Paga- 
nini-Liszt's  „Gampanella"  und,  als  Zugabe,  ein  Allegro  von 
Scarlatti,  erreichte  aber  mit  diesen  Vorträgen  nicht  aas  un- 
län^t  im  Saale  Blütbner  von  ihr  Gebotene.  Was  am  meisten 
aufnel,  war  die  technische  Unsicherheit  in  Beethoven's  Con- 
cert  und  der  „Oampanella",  denn  es  unterliefen  Falschnoten 
und  Unsauberkeiten ,  wie  man  sie  nach  dem  Auftreten  bei 
Blütbner  nicht  für  möglich  g^ehalten  hätte.  Weiter  waren  es 
ganz  unmotivirte  Tempobeschleunigungen,  die,  wie  schon  ge- 
legentlich der  Matinöe  bei  Blüthner,  den  Grenuss  auch  diesmal 
störten.  Das  Beste,  Vorwurfisfreieste  gab  Frl.  Eibenschütz  mit 
Mendelssohn,  dessen  Stück  sie  namentlich  auch  mit  hübscher 
Gefühlswärme  spielte,  und  Scarlatti.  Zur  Entschuldigung  der 
im  Ganzen  nicht  recht  befriedigenden  Vorträge  des  Frl.  Eiben- 
schütz  nehmen  wir  an,  dass  dieselbe  dem  ihr  neuen  Auditorium 
gegenüber  aussergewöhnlich  befangen  Seewesen  ist. 

Der  8.  Populäre  Kammermusikabend  des  Hrn.  v.  B  o  s  e  und 
des  Frl.  Robinson  (der  Dritte  im  Bunde,  Hr.  Georsf  Wille, 
war,  wie  schon  im  1.  Concert,  an  der  Mitwirkung  vernindert) 
war  reich  an  Auszeichnungen  ftlr  die  Ausführenden,  als 
welche  ausser  Hm.  v.  Böse  und  Frl.  Robinson  noch  die  HH. 
Heintzsühj  Paul  Wille  und  Kiengel  zu  nennen  sind.  Der 
Abend,  eröfmete  mit  Schumann's  Dmoll-Claviertrio,  darauf 
folgte  F.  Schuberts  HmoU-Rondo  brillant  för  Ciavier  und 
Vlöhne,  in*  welchem"  namentlich  Frl.  Robinson  ganz  espritvoll 
ihren  Part  ausführte,  und  den  Schlass  bildete  Brahms*  un- 
vergleichliches Glavierauintett,  dem  Programm  die  Krone 
aufsetzend  und  sämmtliche  Ausführende  zur  höchsten  An- 
spannung ihrer  künstlerischen  Kräfte  befi;eistemd.  Die  Wieder- 
gabe dieses  herrlichen  Werkes  war  dementsprechend  auch 
eine  in. hohem  Grade  vorzügliche  und  erwirkte  dem  Wjsrke 
eine  geradezu  ^thusiastisohe  Aufnahme  bei  dem  zahlreicher, 
als  zu  den  beiden  vorangeanneenen  Abenden  erschienenen 
Publicum.  Ein  ganz  vortrenlidier,  tonstarker  und  klang- 
schöner Blüthner-Flügel  diente  der  soliden  pianistischen  Thätig- 
keit  des  Hm.  v.  Böse  aufs  TrefiTlichste,  wie  ein  solcher  auch 
im  vorerwähnten  Abonnementconcert  zur  Benutzung  stand. 

Hamburg,  1.  Januar.  Der  Decembermonat,  sonst  eine 
Art  Schonzeit  für  abgetriebene  und  müde  gewordene  Recen- 
senten  bildend,  war  dieses  Mal  musikalisch  sehr  bewegt  und 
mit  Veranstaltungen  in  den  verschiedenen  Concertsälen  reich- 
lich versehen. 

Das  5.  Abonnementconcert  hatte  Brahms'  Emoll-Sym- 

Shonie,  deren  Wiedergabe  eine  nicht  genug  zu  rtlhmende 
>rchesterleistung  unter  H.  v.  Bülow's  Meisterhand  war,  die 
Ouvertüren  zu  „Ooriolan"  und  zum  -Freischütz",  welche  in 
der  wunderbar  schönen  Ausführung  die  Hörer  entzückten,  und 
Solovorträge  der  Frau  Schmitt-Csänyi  und  des  Frl.  Wie- 
trowetz  zum  Inhalt  Frau  Schmitt's  Gewangstechnik  hat 
uns  Respect  abgenöthigt,  aber  warm  sind  wir  weiter  nicht 
beim  Beobachten  ihrer  Darbietungen  (Beethoven*s  „Ah,  per- 
fido"  und  „Freischütz**-Arie  „Wie  nahte  mir«)  geworden,  weil 
sie  sich  zu  sehr  in  einem  gewissen  tonlosen  Pianosingen  und 
zu  häufigen  Tem^verschleppungen  gefiel;  mit  ihrem  „Leise, 
leise,  fironmae  Weise"  kam  sie  schier  nicht  von  der  Stelle. 
Bewundert  aber  haben  wir  Frl.  Wietrowetz,  und  es  fehlt  nicht 
Viel,  dass  wir  sie  allen  geigenden  Damen  voranstellen  und  sie 
„Königin  des  ViolinspieJ^"  heissen:  so  prächtig  hat  sie  Joa- 
chim*s  Concert  in  ungarischer  Weise  körperlich  und  geistig 
bewältigt. 

Die  Philharmoniker  und  die  Singakademie  ver- 
einigten sich  am  4.  December  unter  Prof^v.  Bernuth  zu 
einer  Mozart-Feier,  die  nicht  gut  verlief.   Der  Requiem-Auf- 


führung fehlte  überall  die  rechte,  weihevolle  Stimmung;  es 
war,  wie  wenn  die  Sinkenden  und  Snielenden  ^nz  andere 
Dinge  zu  denken  hätten^  als  des  unsterblichen  Scheidemon^ts 
von  der  Erde  in  würdiger  Weise  sich  zu  erinnern.  Das  Re- 
sultat dieses  Abends  hat  uns  eigentlich  recht  verstimmt:  weil 
wir  noch  weniger  Pietät  an  diesem  Ort  vorfanden,  als  wir 
erwartet  hatten,  und  weil  wir  uns  immer  wieder  vorstellen 
mussten,  zu  welchen  Thaten  dieser  Chor  und  dieses  Orchester 
unter  einem  künstlerisch  tüchtigen  Mann  befolgt  sein  könnten. 
Von  der  Jupiter-Symphonie,  die  dem  Requiem  folgte,  haben 
wir  nur  den  ersten,  sehr  unfein  gegebenen  Satz  gehört. 

Von  Carl  Armbrust's  Kircnenconcerten  hat  das 
erste  stattgefunden  und  verschiedenes  Literenante  gebracht: 
Orgelsachen  von  Bach,  Guilmant  und  Merkel,  die  Hr.  Arm- 
brust auf  seiner  £EunosenSt.Petri-Orgel  virtuos  spielte,  Violin- 
vorträge  des  Hm.  Kopecky  (Sonata  von  Locatelli),  Arien 
aus  .Messias"  und  „Paulus",  die  Hr.  Ehrke  ganz  lobens- 
wertn  sang,  und  recht  wohlgerathene  Chorsj^enden  der  Dannen- 
berjB[*6chen  Singakademie. — Zu  erwähnen  ist  hier  gleich  eine 
treuliche  „Messias" -Aufführung  durch  die  Altonaer  Sing- 
akademie unter  Arnold  Krug,  in  der  der  Chor  und  von  den 
Solisten  Hr.  Wolff  aus  Hamburfi;  und  Hr.  Sistermans  aus 
Frankfurt  a.  M.  sich  wacker  hielten. 

Li  der  ersten  Kammermusik-Soiröe  des  Hrn.  Fiedler 
wurden  zwei  Sonaten  für  Violoncell  und  Ciavier  von  S.  Bach 
(GmoU)  und  Brahms  (Fdur),  dazwischen  Claviersoli  von  Schu- 
mann (Op.  111).  Beethoven  (Op.  77)  und  Kirchner  (Op.  9)  ge- 
hört. Hr.  Fiedler  fasste  wohl  einige  Male  die  Tasten  reich- 
lich fest  an,  that  aber  sonst  ganz  verständig,  und  Hr.  Gowa 
bewies  sich  als  ein  Meister  desViolonceUs.—  Frl.  Marstrand's 
erster  Kammermusikabend  hatte  verschiedene  seltenere 
Sachen  auf  dem  Progrramm:  Quintette  von  Mozart  (Esdur)  und 
Spohr  (Cmoll)  für  (kavier  und  Blasinstrumente  und  Brahms' 
Trio  mit  HorUi  die  vorzüglich  gut  in  der  Wiedergabe  gelan- 
gen und  ebenso  efifectuirten.  —  Mit  grossem  Vergnügen  hörten 
wir  in  einem  von  den  Gesch wüstem  Johanna  und  Willy  Bur- 
mester  gegebenen  Concert  dem  Spiel  der  jungen  hochbe- 
gabten Künstler  zuj"  sie  haben  Beethoven^s  Sonaten  Op.  12.  No.  3, 
und  Op.  81a,  das  Violinconcert  in  Amoll  von  BafiTuna  eine 
Beihe  kleiner  Stücke  von  Mendelssohn,  Chopin,  Bnbinstein 
und  Sarasate  in  einer  Weise  hingestellt,  die  hohe  Achtung 
verdient. 

Von  der  von  Frau  Joachim  gesimgenen  Geschichte 
des  deutschen  Liedes  haben  auch  die  beiden  letzten  Ca- 
pitel  tiefgehend  gewirkt  und  sowohl  hinsichtlichder  Anlage,  wie 
Ausführung  grossen  Erfolg  gehabt.  Es  wird  genügen,  wenn 
vrir  den  Letzteren  constatiren  und  uns  jedes  weiteren  Ein- 
gehens auf  den  Gegenstand  enthalten,  da  das  von  verschie- 
denen Seiten  bereits  hinreichend  gescnehen  ist  und  wir  den 
Baum  d.  Bits,  nicht  mehr  als  eben  nothwendig  in  Anspruch 
nehmen  wollen. 

Von  einer  Opempremiöre  im  Laufe  der  letzten  Wochen 
haben  wir  noch  in  Elürze  zu  berichten;  die  Neuigkeit  ist 
textlich  die  Arbeit  des  Begisseurs  Franz  Bittong,  musika- 
lisch die  des  Capellmeisters  Theodor  Hentschel  und  führt 
den  Namen  „Des  Königs  Schwert**.  Wenn  von  einer 
freundlichen  Aufnahme  des  Werkes  die  Bede  gewesen  ist,  so 
kann  sich  diese  Bemerkung  nur  auf  den  zweiten  Act  bezogen 
haben,  der  unter  ziemlicn  lebhaitem  Beifall  vorüber  ging. 
^^£^^1^  d^  orate  und  dritte  keine  Spuren  hinterliessen  und 
beinahe  lautlos  von  Seiten  des  Auditoriums  entgegen  genom- 
men wurden ;  das  Stück  scheint,  nachdem  es  im  December  zwei 
Mal  gegeben,  denn  auch  bereits  zurückgelegt  zu  sein.  Leid 
thut  es  uns  um  das  Textbuch,  das  von  Haus  aus,  mit  seinen 

TT  -  ■  *     ■*        ■%  .  -r.«  5T  «1.     „■_-. 


Hemrich's  IV.  von  Frankreich  und  Navarra  gegen  die  Liga 
unter  dem  Herzog  von  Mavenne  am  Ende  des  16.  Jahrhunderts, 
ein  vortreflFliches  Lustspiel  abgibt,  das  aber  in  der  Verbin- 
dung mit  der  Musik  Alles  veruert,  was  sonst  reizt,  alle  Fri- 
sche und  Lebendigkeit;  in  die  G^talt  eines  Opembuches  ge- 
bracht, geht  die  ^mdlung  im  zu  langsamen  Tempo  vorwärts, 
die  Verwirrungen  und  Aufklärungen  liegen  dadurch  manch- 
mal so  weit  auseinander,  dass  sie  kaum  Zusammenhang  mehr 
haben^  und  das  Ganze  nimmt  sich  so  recht  öde  aus.  Von 
Hentschers  Musik  zu  „Des  Köniea  Schwert"  wissen  wir  nur 
das  Eine  zu  sagen:  sie  präsentirt  sich  als  richtige  Capell- 
meistermusik  und  bringt  etwas  Hal6vy  und  Meyeroeer,  ein 
wenig  Lortzing  und  Nicolai,  eine  grosse  Dosis  Wagner  und 
dieses  Alles  in  recht  geschickter  Anordnung,  aber  von  eigenen 
Gedanken,  von  selbständigem  Erfinden  und  Empfinden  nicht 


53 


die  Probe.  Die  Sache  möchte  noch  eehen.  wenn  die  Personen 
oben  auf  der  Bühne  nur  etwas  melodischer  und  gesanglich- 
wohllautender  sich  au£Fahrten,  aber  das  Orchester  malt  un- 
ausgesetzt mit  dicken  Pinselstrichen  und  Iftsst  nicht  Eine  das 
Ohr  angenehm  berührende  Gantilene  aufkommen,  namentlich 
nicht  im  ersten  Act^  wo  die  langgestreckten  politischen  Rede- 
reien gar  kein  musikalisches  Interesse  haben,  und  nicht  im 
dritten,  wo  die  Liebesscenen  zu  keiner  Geltung  gelangen. 
Im  zweiten  Aufzug  stehen  dagegen  einige  Perioden,  die  mehr 
Schwung  und  Leben  haben,  die  auch  die  erwfthnte  freund- 
liche Aufnahme  fanden.  Um  die  Aufführung,  die  unter  des 
Ck>mponisten  Leitung  stattfand,  machten  sich  FrL  Bettaque, 
FrL  Polna,  Frau'Heink,  die  HH.  Lissmann,  Wiegand 
und  Oronberger,  sowie  Chor  und  Orchester  sehr  yerdient. 

Louis  Bödecker. 

Weimar»  18.  Jan.  1892.  Von  unserer  Oper  war  bisher 
wenig  zu  vermelden.  Sie  stand  unter  dem  Banne  der  Vor- 
bereitungen zu  „Tristan  und  Isolde".  Novitäten  sind  daher 
nicht  erschienen ;  ich  hätte  Ihnen  höchstens  berichten  können, 
dasB  unsere  neue  Coloratursängerin  Frau  Ho  1mm  eine  grosse 
Geean{;8virttiosin  ist,  dass  sie  aber  stimmlich  und  aJs  Dar- 
stellenn  ihre  Yorffän^^arin  nicht  zu  ersetzen  vermag,  und  dass 
Letztere,  jetzt  ^rau  Fleischer- Alt,  bei  ihrem  ^;astweisen 
Wiedererscheinen  als  Philine  und  als  Carmen  freudig  begrüsst 
worden  ist.  Weit  besser  hat  sich  ein  anderes  neues  MitA^ed 
eingef)\hrt:  Frl.  Sehe  der,  eine  noch  sehr  jugendliche  Wei- 
maranerin  von  hübscher  Erscheinung  und  wohlklingender, 
modnlationsreicher  Stimme,  die  eben  ihre  gesanglichen  Stu- 
dien bei  Frau  Namnann-Gnngl  beendigt  hat.  Was  diese  Kunst- 
Novize  bei  ihrem  ersten  Auftreten  als  Aennchen  im  »Frei- 
schütz**  und  als  Baronin  im  „Wildschütz**  geleistet,  war 
geradezu  verblüffend  durch  die  sichwe  Beherrschung  nicht 
allein  des  geeaiid|khen,  mehr  noch  des  darstellerischen  Theils 
der  Aui^g;abe.  wo  so  früh  schon  der  Eindruck  des  Einge- 
lernten nicht  aufkommt,  wohl  aber  originelle  Züge  sich  zei- 
gen, die  der  augenblicklichen  Einhebung  entsprungen  zu  sein 
scheinen,  da  ist  zweifellos  ein  bedeuteimee  Bühnentalent  vor« 
banden.  Ob  nur  ftr  die  koioisohe  Oper,  ob  auch  fttr  grosse 
dramatische  Angaben  —  das  wird  die  Zukunft  lehren. 

Nun  aber  zum  E^igniss  der  Saison,  zum  „Tristan*'.  Schon 
Ende  October  sollte  er  erscheinen,  und  zwar  mit  einer  aus- 
wärtigen Sjraft  in  der  Partie  der  Isolde.  Als  dem  sich  auch 
MitteNovember  noch  Schwierigkeiten  entgegenstellten,  übex^ 
nahm  es  FrauNaumailn-Gangl,  deren  nahe  bevorstenender 
Absang  von  der  Bühne  lebhaft  zu  bedauern  ist,  die  Isolde 
no<m  zu  Studiren.  Ist  dadurch  die  Aufftlhrung  bis  gestern 
verzögert  worden,  so  darf  doch  Weimar,  welches  1874  ak 
erste  Bühne  nach  der  Münchener  unter  Lassen*s  Leitung  sich 
an  den  „Tristan"  heranwagte,  jetzt  mit  Stolz  sich  rühmen, 
eine  ganz  vortreffliche  Aufrahmng  des  gewaltigen  Werkes 
canz  mit  eigenen  Straften  bestritten  zu  haben:  £una]s  näm- 
Hch  wurden  Hr.  und  Frau  Yogi  ak  Gäste  herangezogen,  und 
auch  später,  als  Hr.  Memmler  den  Tristan  sang,  musste  als 
Isolde  Frl.  Malten  berufen  werden.  Früher  war,  vielleicht 
der  Qäste  wegen.  Manches  gekürzt  worden,  jetzt  ist  kein  Takt 
weggebliebeoi,  das  Werk  erschien  in  seiner  ganzen  monumen- 
talen Grösse.  Aber  auch  sonst  ist  von  der  Aufführung  nur 
Bühmliches  zu  berichten.  Wahrhaft  überrascht  hat  Frau 
Naumann-Gun^l  als  Isolde.  Bei  dem  Beichthum  an  drama- 
tischen Säneennnen,  über  welchen  Weimar  gegenwärtig  ver- 
fügt, war  diese  vortreffliche  Künstlerin  mehr  und  mehr  in 
den  Hinte^mmd  f^edrängt  und  dadurch  vielleicht  entmuthigt 
worden.  Es  gereicht  ihr  zur  ^prössten  Ehre,  dass  sie,  kurz  vor 
ihrem  Scheiden,  diese  gewaltige  Partie  noch  rasch  sich  zu 
eigen  gemacht  und,  besonders  nach  der  Seite  des  Weichen, 
Gemüthvollen  hin,  so  ausgezeichnet  verkörpert  hat.  So  weit 
Hr.  Zell  er  nicht  durch  eine  Indisposition  behindert  war, 
stand  auch  er  iJs  Tristan  auf  der  Höhe  seiner  Aufgabe;  im 
ersten  Acte  und  im  „Tagesgespräch**  bot  er  Vortreffliches, 
was  umsomehr  zu  rühmen  ist,  als  der  auch  weiteren  Kreisen 
.flds  Bayreuther  Tannhäuser  bekannte  Künstler  erst  seit  we- 
nigen Jahren  der  Bühne  angehört.  Mit  gleicher  Anerken- 
nung sind  Hr.  Bucha  aJs  Marke,  Hr.  Schwarz  als  Kurwenal, 
Frl.  Tibelti  als  Brangäne  und  in  den  kleineren  Rollen  die 
HH.  Giessen,  Bobert,  v.  Szpinger  und  Wiedey  zu 
nennen.  Jeder  war  bestrebt,  nur  im  fiahmen  des  Kunstwerks 
-und  doch  mit  höchster  Ausdrucksfilhigkeit  zu  wirken.  War 
dabei  vielfach  eine  überraschende  Steigerung  der  künstleri- 
-Bchen  Kraft  wahrzunehmen,  so  ist  dieses  dem  belebenden,  be- 
geisternden Einflüsse  unseres  gem'alen  Capellmeisters  Rieh. 


Strauss  zu  verdanken,  der  die  Künstler  in  zahllosen  Proben 
in  das  Wesen  ihrer  Rollen  eingeführt  hat  und  der  die  eisent- 
liche  Seele  der  vortrefflichen  Aufführung  war.  Er  hat  damit 
begonnen,  die  dynamischen  Bezeichnungen  in  der  für  ein  ver- 
decktes Orchester  bestimmten  Partitur  da,  wo  es  nöthig  war, 
so  abzudämpfen,  dass  auch  bei  offenem  Orchester  die  Ver- 
ständlichkeit der  Sänger  nicht  beeinträchtigt  ward.  Ein  nach- 
ahmungswürdiges Beispiel!  Die  weitere  Verfeinerung  und 
Durcheeistigung  der  orchestralen  Wirkung  war  das  Werk  von 
17  Orcnesterprooen.  Dass  schliesslich  Strauss  den  „Tristan** 
ganz  im  Sinne  seines  Schöpfers  geleitet,  versteht  sich  bei 
einem  so  begabten  und  für  das  Kunstwerk  begeisterten  Diri- 
genten von  selbst. 

Ein  grosses  Verdienst  hat  sich  auch  Fritz  Brandt  um 
die  Auffmirung  erworben,  der  als  Maschinenmeister  freilich 
sehr  wenig,  desto  mehr  aoer  als  Ober-Regisseur  im  „Tristan** 
zu  thun  fuid.  Ihm  ist  es  zu  verdanken,  dass  das  gewaltige 
Drama  auch'  in  Scenerie  und  Blandlung  zu  voller  Wirkung  ge- 
langte. Strauss  und  Brandt  fanden  seitens  des  begeisterten 
Publicums  in  zahlreichen  Hervorrufen  eben  so  warme  Aner- 
kennung, wie  die  Darsteller  selbst  Hoffentlich  ist  uns  durch 
ihre  Tmit  „Tristan  und  Isolde**  dauernd  gewonnen.         ** 

Zwiekau«  An&ng  Januar.  Das  Hauptereigniss  der  Sai- 
son war  die  längst  geplante  und  über  alles  Erwarten  gelungene 
Aufführung  der  9.  ^mphonie  von  Beethoven  (4.  Dec.).  Für 
eine  Mitt^tadt,  wie  die  unsere,  ist  das  immer,  selbst  bei  all- 
seitig bestem  Wülen,  ein  kühnes  Unterfangen;  es  wird  doppelt 
precär,  wenn  das  22auberwort  „9.  Symphonie**  nicht,  wie  es 
wohl  anderwärts  der  Fall  wäre,  ak  Talisman  wirkt,  dessen 
„22auber  binden  wieder,  was  die  Mode  streng  getheilt**.  Der 
Opferwilligkeit  des  Musikvereins  und  dem  Eifer  seines 
Dirigenten  Vollhardt,  dessen  glücklicher  Hand  in  den  sechs 
Jahron  seines  hiesi^n  Wirkens  noch  nie  Etwas  misslungen 
ist,  gelang  es  schhessUch  auch  diesmal,  den  erst  so  gefanr- 
deten  Chor  aus  unseren  besten  Kreisen  vollzählig  zosammen- 
zubrinf;en  —  den  Grundstock  bildete  der  a  oapeOa-Verein  — 
und  mit  ihm  Grossartiges  zu  leisten.  Zwar  hat  auch  das  Orche- 
ster, unterstützt  durch  auswärtige  Kräfte  —  u.  A*  Benkert 
aus  Chemnitz  (Violoncell)  und  Wienand  aus  Lcdpzig  (Oon- 
tnfagott)  —  und  wahrhaft  künstlerisch  gef%Qirt  anroh  den 
ausgezeichneten  Primgeiger  Kammermusious  Eismann  aus 
Dresden,  für  unsere  Verhältnisse  ganz  Ausserordentliches  ge- 
leistet, auch  das  Söloquartett  —  FrL  A.  Münch  ans  Leipzig, 
Frl.  M.  Fischer  ausDresden,  Hr.  H.  Kirchner  aus  Berlin  und 
Hr.  Kammersänger  E.  Glömme  aus  Dresden —  that  in  voll- 
stem umfange  seine  Schuldigkeit  (zu  weihevollster  Wirkung 
brachte  Hr.  Glömme  die  berühmten  Anfangsworte;  „0  Freun- 
de** etc.);  aber  im  Ganzen  verdienten  do<m  die  Kraft,  Rein» 
heit  und  Präcision  des  Chors  das  höchste  Lobj  wir  glauben 
im  Leipziger  Gewandhaus  den  chorischen  Theil  der  Neunten 
manchmal  weniger  ß;ut  gehört  zu  haben*).  Kurzum,  Hr.  Voll- 
hardt hat  wieder  einmal  einen  so  glänsranden  Beweis  seiner 
Tüchtigkeit  ^^egeben,  dass  unsere  Stadt  stolz  darauf  sein  dajtf, 
ihn  an  der  Spitze  ihres  Musiklebens  zu  sehen.  —  Der  „Neunten** 
voran  |;ing  Handelns  Caecilien-Ode,  von  deren  Chören  dasselbe 
g^t;  die  Solisten,  Frl.  Münch  und  Hr.  Kirchner,  zeichneten 
sich  durch  reine  Intonation  und  nnbedin^;te  Sionerheit  aus; 
die  gewandte  Coloratur  der  Sopranistin,  die  dramatische  De- 
clamation  des  Tenoristen  verdienen  hohes  Lob. 

Das  erste  Musikvereinsconcert  (98.  Oct.)  enthielt  zum  Ge- 
dächtniss  Mozart's  neben  der  sehr  gutges|^ieltenGmoll-Sym- 
phonie  das  Cmoll-CIavierconcert  dieses  Meisters,  gespielt  von 
Hm.  Mttsikdirector  Vollhardt  (Direction  Roohnch^  und  die 
Concertarie  „A  questo  seno**  etc.,  gesungen  von  FrLW.  Schau- 
seil aus  Düffielobrf.  BLr.  Vollhardt  hat  uns  als  Pianist  noch  nie 
so  ^t  gefallen,  wie  diesmal,  zweifellos  Hegt  classische  und 
speciell  Mozart^sche  Musik  seiner  Individuultät  besser,  als 
der  Mehrzahl  der  modernen  Pianisten.  Frl.  Schauseil*s  grosse 
Vorzug  sind  bekannt :  ihre  virtuos  geschulte  Stimme  ^horcht 
ihr  wie  ein  vorzüglicnes  Instrument,  was  sowohl  m  jener 
Arie,  wie  in  einigen  Liedern  (besonders  Mozart^s  Wiegenlied) 
lebhaften  Beifall  ner vorrief. 


*)  Da  wir  uns,  soweit  es  zu  ermitteln  war,  mit  allen  hie- 
sigen Musikverständigen,  wie  auch  den  mitwirkenden  Künst- 
lern durchaus  in  üeoereinstimmung  befinden,  so  halten  wir 
unsere  günstige  Ansicht  über  die  Chorleistungen  in  vollstem 
Umfange  aufrecht,  trotz  eines  sehr  ungünstig  lautenden  Be- 
richts der  „Neuen  Zeitschrift  für  Musik**. 


64 


Grosse  (Genüsse  brachten  uns  zwei  Elaminermasikabende 
(Türke),  an  welchen  Hr.  Organist  Türke  auf  solopianistischee 
Auftreten  verzichtete  und  seine  Stelle  am  Ciavier  an  Frl. 
Joh.  Müller  übertrug,  welche  mit  Hm.  Concertmeister  Petri 
aus  Dresden  durch  eine  mustergiltige  Wiedergabe  der  bekann- 
ten Gmoll-Cla vier- Violinsonate  von  Grieg  und  femer  mit  Hm. 
Kammermusicus  A.  S  t  e  n  z  aus  Dresden  als  Violoncellisten  in  dem 
grossartigen,  in  seiner  trostlosen  Trauerstimmung  geradezu  er- 
schütternden BmoU-Trio  von  Volkmann  excellirte.  Hr.  Stenz 
spielte  ausserdem  kleinere  harmlose  Sachen,  u.  A.  ein  „Album- 
blatt*' eigner  Schöpfung,  mit  angenehmem  Ton  und  gutem  Ge- 
schmack ;  auch  Frl.  Müller  erhielt  reichen  Beifall  nach  Solostücken 
von  Nawratil  und  Schumann  (die  „Traumes  wirren**  konnten  viel- 
leicht noch  etwas  poetischer  klingen).  Einen  Hochgenuss 
boten  am  zweiten  Aoend  mit  nur  Mozart'schen  Werken  Hr. 
Petri  und  seine  Leipziger  Genossen,  die  HH.  von  Dameck, 
ünkenstein  und  Wille,  wirklich  erquickend  ^^ar  die  voll- 
endete Wiedergabe  des  Gdur-Quartetts  und  des  Glarinetten- 
guintetts,  Letzteres  imter  Hinzuziehung  des  ausgezeichneten 
larinettisten  Kammermusicus  Lange  aus  Dresden,  welcher 
wunderbar  schön  spielte.  Nicht  ganz  auf  der  Höhe  stand  die 
etwas  nüchterne  Wiedergabe  des  Esdur-Clavierquartetts  (Gla- 
vier:  Hr.  Türke). 

Was  die  Kirchenmusik  anlangt,  so  nimmt  die  nun  voll- 
endete grosse  Orgel  der  Marienkirche  (Gtebr.  Jehmlich)  unser 
Interesse  in  Anspruch.  Sie  kam  in  einem  Einweihungscon- 
cert  (4.  Oot.)  vor  Allem  tmter  den  Händen  eines  so  hervor- 
ragenden Orgelspielers  wie  Musikdirector  C.  A.  Fischer  aus 
Dresden  zu  glänzendster  Wirkung.  Wie  Überwältigend  kam 
da  Seb.  BacVs  Chromatische  Phantasie  heraus!  Nur  schade, 
dass  die  Kraft  und  Fülle  des  vollen  Werks  selbst  ftlr  unser 
stattliches  Gotteshaus  doch  zu  gross  ist,  die  Tonmassen  waren 
stellenweise  kaum  zu  ertragen,  sodass  das  Publicum  sichtlich 
unruhig  wurde.  Von  höchstem  Literesse  war  sodann  Fischer's 
Symphonie  No.  1,  Cdur,  für  Orchester  und  Orgel,  ein  hoch- 
bedeutsamefl,  imponirendes  Werk  voll  hohen  Ernstes.  Femer 
waren  Frl.  Strauss-Kurzwelly  aus  Leiprig  und  die  schon 
genannten  Dresdener  HH.Petri  und  Stenz,  neben  dem  Con- 
certgeber  Hm.  Organist  Türke  als  Begleiter,  betheiligt.  Zu 
der  von  der  recht  respectablen  Sopranistin  sehr  hübsch  fi;e- 
sungenen  Trompetenarie  von  Händel  konnte  die  Orgel  den 
wirklichen  Trompetenton  doch  nicht  wahr  genug  wiedergeben ; 
und  in  einem  schönen  Violin- Arioso  von  Rietz  kam  eine  auf- 
filllige  Discrepanz  mit  dem  Begleiter  vor ;  aber  alles  üebrige, 
besonders  ein  hübscher  Suitensatz  von  Bheinberger,  ist  als 
durchweg  gelungen  zu  bezeichnen. 

Das  dankenswerthe  Streben  des  Kirchenvorstandes,  edle 
Musik  ftkr  minimalen  Eintrittspreis  zu  bieten,  wurde  auch  bei 
einer  guten  Wiedergabe  des  Mozart'schen  Requiems  (Voll- 
hard^  9.  geistliches  Concert,  22.  Nov.)  durch  ein  überfüdltes 
Gotteshaus  belohnt.  Dass  man  bei  einem  Billetpreis  von  20  /ij 
keine  solistischen  Sterne  erster  Grösse  erwarten  darf,  Hessen 
uns  Frl.  M.  David  und  Hr.  Pin  k  saus  Leipzij^,  Frl.  R.Näser 
und  Hr.  Cantor  Kressner  von  hier  gar  bald  vergessen.  Frl. 
Näser's  weiche  Sopranstimme  hat  besonders  in  der  Höhe  un- 
gemein liebliche  Töne,  Hr.  Pinks  verfugt  über  einen  kräfti- 
gen, edelgebildeten  Tenor;  Frl.  David,  die  als  geist-  und 
temperamentvolle  Liedersän^rin  bekannte  Mezzosopranistin, 
fühlte  sich  in  der  als  ziemlich  unwirksam  bekannten  Altpar- 
tie wohl  weniger  in  ihrem  Element,  brachte  sie  aber  doch  zu 
durchaus  angemessener  Wirkung;  und  endlich  Hr.  Kressner 
imponirte  .durch  unbedingte  Zuverlässigkeit.  Während  dem 
vorangehenden  Elegischen  Gesang  von  Beethoven  etwas  Un- 
sicheres anhaftete,  war  dem  Requiem  volles  Gelingen  nach- 
zurühmeu.  Das  Orchester  genügte;  die  Leistungen  des  Chors 
(a  capella- Verein  und  Kirchenchor)  waren  auch  diesmal  ganz 
ausgezeichnete.  Dr.  P.  Pfitzner. 


Concertumschau. 

Aaehen.  18. — 20.  Versamml.  des  Instrumentalvereins 
(Schwickerath):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  1)  und  Gade 
(No.  4),  zwei  nachgel.  Symphoniesätze  v.  Schubert,  Ouvert., 
Noct.  u.  Hochzeitsmarsch  a.  der  „SoiDmemachtstraum** -Musik 
V.  Mendelssohn,  Ouvertüren  v.  Beethoven  u.  Weber,  „Hoch- 
zeitsmusik (f.?)  V.  Ad.  Jensen,  Solovorträge  des  Frl.  Plüdde- 
mann  a.  Breslau  (Ges.,  Elsa^s Traum  a.  „Lohengrin"  v.W ag- 
ner, Solvejg's  Lied  v.  Grieg,  „Im  Maien**  v.  Seh  äff  er  und 
Winterlied  v.  H.  v.  Koss)  u.  des  Hm.  Prof.  Schmidt  a.  Brüs- 
sel (Viol.,  Son.  V.  Händel  u.  5.  Conc.  v.  Vieuxtemps). 


Annaberg.  6.  Museumscono.  (Stiehler)*:  3.  Symphonie  v. 
Mendelssohn,  Ouvertüren  v.  Beinecke  („Zur  Jubelfeier**  [?]) 
u.  Rossini,  „Lohengrin**- Vorspiel  v.  Wagner,  Violoncellvor- 
träge des  Hrn.  Benkert  a.  Chemnitz. 

Baden-Baden.  4.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Curorchesters 
(Krasselt  sen.):  Ouvertüren  v.  Cherubini  u.  Smetana  („Die 
verkaufte  Braut**),  Prael.  f.  Viol.  v.  S.  Bach-Stör  (in  mehr- 
£Bkcher  Besetzung),  Solovorträge  des  Frl.  Huhn  a.  Oöln  (G(es., 
„Mainacht**  v.  Brahms,  „Liebestraum**  v.  H.Ritter,  „Nord- 
licht** V.  R.  Pohl  etc.)  u.  des  Hrn.  Dr.  Neitzel  v.  ebendaher 
(Clav.,  Esdur-Polon.  v.  Liszt  etc.).  —  Kammermusiksoir6e 
der  HH.  Bletzer,  Bienert,  Pageis  u.  Wamke  am  11.  Jan.: 
Streichquartette  v.  J.  Rosenhain  (Gdur)'  u.  Beethoven  (Op. 
69,  No.  8).  ~  Symph.-Conc.  des  städt.  Curorch.  (Krasselt  sen.) 
am  15.  Jan.:  8,  S^ph.  v.  Beethoven,  Ouvert.  zu  „Der  Cid.** 
V.  Massenet,  Stmmiungsbilder  „Am  Abend**  f.  Streichorch. 
V.  J.  Rosenhain,  Amc^-Violoncellconcert  v.  Saint-Saöns 
(Hr.  Wamke). 

Barmen.  8.  Abonn.-Conc.  m.  Bruch 's  „Odysseus*'  unt. 
Leit.  des  Hrn.  Krause  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Münch  a. 
Leipzig  u.  Beck  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der  HH.  Heinen  v.  hier 
und  Büttner  a.  Coburg.  („Für  die  wichtige  Odysseus-Partie 
war**,  so  schreibt  die  „B.  Z.**,  „Hr.  Kammersänger  M.  Büttner 
a.  Coburg  berufen,  dessen  schöner  Bariton  und  künstlerische 
Vortragsweise  vor  den  so  überaus  zahlreichen  Besuchern  des 
Bruoh'schen  Sommerfestconcertes  in  Düsseldorf  bereits  viel 
Anerkennung  fand.  Bei  den  günstigen  akustischen  Verhält^ 
nissen  des  Concordia-Saales  klsmg  die  Stimme  noch  weit  voller 
und  stattlicher,  als  in  der  Düsseldorfer  Tonhalle,  und  bot 
solchergestalt  ein  in  hohem  Grade  geeignetes  Material  fiir  die 
denjL  Titelhelden  in  den  Mund  gelegen  getragenen  Klagege- 
sänge, leidenschafUich-pathetischen  Zornesausbrüche  und  wei- 
chen, lyrischen  Stimmungsmomente*'  etc.) 

BePlln.  Conc.  der  Frls.  Clara  u.  Marianne  Eisslo'  (Harfe 
u.  Viol.)  am  6.  Jan.:  Compositionen  f.  Harfe  u.  VioL  v.  Mo- 
zart (Cdur-Conc.)  u.  J.Thomas  (Rondo  place vole),  SoH  £  Harfe 
▼.  Spohr  (CmoU-Phant.)  und  Hasselmans  u.  f.  Violine.  — 
6.  Symph.-CJonc.  der  k.  Cap.  (Weingartner):  Symphonien  vpn 
Liszt  („Fau6t**,  Tenorsolo:  Hr.  Sylva)  u.  Beethoven  (No.  6), 
„Euryanthe**-Ouvert.  ▼.  Weber.  —  5.  Philharm.  Conc.  (Dr. 
V.  Bttlow):  Fdur-Symph.  ▼.  E.  d' Albert,  Oaverturenr  v^ Che« 
rubini,  Brahms  (Trag.)  u.  Wagner  („Tannhäuser**).  Esdnr- 
Clavierconc.  v.  Beethoven  (Hr.  d'Albert).  —  Clavieraoend  der 
Frau  Carrefio  am  12.  Jan.  m.  Compositionen  von  Brahms 
(Hmoll-Rhaps.),  Hiller  („Zur  Guitarre**),  Liszt  (Edur-Polon.) 
n.  A.  —  Conc.  der  Damen  Helene  Krüger  (Ghes.)  und  Helene 
Geisler  (Clav.)  am  26.  Jan.:  Soli  f.  Ges.  v.  R.  v.  Keudell 
(-Der  Fischer**),  Cornelius  („Komm,  wir  wandeln  zusammen**), 
Franz  („Zwei  welke  Rosen**,  „Ö  sah  ich  auf  derHaide  dort** 
u.  Mailied),  Grieg  („Herbststimmung**,  „Mit  einer  primula 
veris**  u.  „Hoffiiung**),  W.  Taubert  („Wüdfang**)  u.  A.  u.  f. 
Clav.  V.  Beethoven  (Sonate  Op.  110),  Cnopin,  E.  E.  Taubert 
(Walzer  Op.  42)  u.  Liszt  (Pofon.). 

Bern.  Am  20.  Dec.  Aufführ.  v.  Berlioz'  Trilogie  „Des 
Heilands  Kindheit**  durch  den  Caecilien-Ver.  (Munzinger)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Schulz-Lilie  a.  (Jenf  und  der  HH. 
Troyon  a.  Lausanne,  Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  Sturm 
a.  Biel.  —  1.  Soiree  f.  Kammermusik  der  Musikgesellschaft: 
CmoU-Streichquart.  v.  Brahms,  Bdur-Claviertrio  v.  Beetho- 
ven, Harmoniumsoli  v.  Guilmant  ((^anzonetta),  Godard 
(Romance  sans  Paroles),  Lemmens  (R&verie)  u.  A.  (AusftÜi- 
rende:  Frau  Dähler-Hänni  [Ges.]  u.  HH.  Wemer  a.  Baden- 
Baden  [Harmon.],  Jahn,  Beyer,  Tuczek  u.  Monhaupt^treicher].) 

Breslau.  7.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Masz* 
kowski):  2.  Symph.  v.  A.  Dvotäk,  Ouvert.  zu  Shakeroeare's 
„Heinrich  IV.**  v.  J.  Joachim,  Trauermarsch  a.  der  „Götter- 
dämmerung** V.  Wagner,  Violinvorträge  des  Hm.  Prof.  Dr, 
Joachim  a.  Berlin  (8.  (Donc.  v.  Bruch  u.  Teufelstrillerson.  v, 
Tartini).  —  1.  Symph. -Conc.  der  Bresl.  Concertcap.  (Riemen- 
schneider): Cdur-Symph.  v.  Schubert,  Ouvert.  u.  drei  Num- 
mern a.  dem  „Märchen  von  der  Prinzessin  Turandot**  von 
G.  Riemenschneider,  „Euryanthe** -Ouvertüre  von  Weber, 
„Anitra's  Tanz**  a.  der  „Peer  Gynt**-Suite  v.  Grieg,  Gesang- 
vortrage  des  Frl.  Samosch  („Von  ewiger  Liebe**  v.  Brahms 
etc.).  —  Gonc.  derselben  Cap.  zum  Benefiz  des  Hm.  Riemen- 
schneider unt.  dessen  Leit.  u.  Mitwirkung  der  Frau  Riemen- 
schneider (Ges.)  u.  der  HH.  Strakosch  (Ges.)  u.  Ludwig  (Clav.) 
am  14.  Jan. :  „Die  Ideale**  v.  Liszt,  „Titus** -Ouvert.  v.  Mozart, 
Vorspiel  zur  Oper  „Die  Eisjungfrau**  u.  Miarche  des  chasseurs 
d'Afrique  v.  G.  Riemenschneider,  Vocalduett  von  Verdi, 
Soli  f.  Ges.  V.  G.  Riemenschneider  (Serenade  a.  der  Oper 


56 


^Mondeszauber^),  Auguste  Riemenschneider  („Im  Früh- 
ling**) u.  A.  u.  f.  Ciavier  v.  Beethoven  (CmoU-Conc),  Grieg 
(„Norwegischer  Brautzug")  u.  Godard  (2.  Mazurka). 

Chemnitz.  Mozart-Feier  des  Hrn.  Fohle  unt.  Mitwirk, 
der  Sängerin  Frl.  Bockstroh,  des  Hrn.  Michaelis  (Declamat.), 
des  Musikver.  (Mayerhoff)  u.  der  städt.  Gap.  am  5.  Dec.:  Pro- 
log V.  Em.  Walther,  Jupiter-Syniph.,  „Zauberflöten**-Ouvert., 
Maurerische  Trauermusik,  vier  Sätze  der  Haffiier-Serenade, 
„Ave,  verum  corpus**,  zwei  Chöre  a.  „König  Thamos**  u.  Ge- 
sanfi;soli  v.  Mozart.  —  Kirchenconc.  des  Hm.  Fohle  unt.  Mit- 
wirk, des  Orgelvirtuosen  Hm.  Fischer  a.  Ihresden,  desLehrer- 
Gesangver.  u.  der  städt.  Cap.  am  16.  Dec:  Symph.  „In  me- 
moriam"  f.  Org.  u.  Orch.  v.  C.  A.  Fischer,  Männerchöre  v. 
Cherubini,  Adam  u.  Schubert,  Air  f.  Streichorch.  u.  Gmoll- 
Phant.  f.  Org.  v.  S.  Bach.  —  4.  geistl.  Musikauffilhrung  des 
Kirchenchors  zu  St.  Jacobi  (Schneider):  Chöre  von  Zachau, 
Gruber  u.  Calvisius,  sowie  Stollberger  Weihnachtslied, Weih- 
nachtslieder, herausgeg.  v.  C.  Riedel  u.  Reinecke  (FrL  Boehme). 
—  Symphonieconcerte  der  städt.  Cap.  (Fohle):  No.  6.  4.  Sym- 
phonie V,  Schumann,  „Coriolan**-Ouvert.  v.  Beethoven,  „Sieg- 
iried's  Rhein&hrt**  a.  der  „Götterdämmerung"  v.  Wagner, 
SoloYorträge  des  Frl.  Knop  (Ges.)  u.  des  Hm.  Weimershaus 
(Viol.).  No.  6.  7.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvert.  „Der  gefes- 
selte Prometheus**  v.  Goldmark,  „Fee  Mab**  v.  Berlioz, 
„Der  Venusberg**  (nachcomp.  Scene  zu  „Tannhäuser**)  v. Wag- 
ner, Arie  v.  Weber  (Frl.  Elzer). 

Dresden.  1.— 6.  Üebunp;sabend>de8  Tonkünstlervereins: 
Blasoct.  V.  Mozart,  Streichquintette  y.  M.  Haydn  (Gdur)  und 
Brahms  (Gdur),  Streichquartette  v.  Haydn  (Fdur),  Mozart 
(Dmoll)  TL  Beethoven  (Op.  59,  No.  2),  Ciaviertrios  v.  Volk- 
mann (Bmoll),  Mozart  (ödur),  Beethoven  (Op.  70,  No.l),  Schu- 
mann (Fdur),  Brahms  (Hdnr)  u.  Rubinstein  (Bdur),  Yariat. 
Op.  121a  f.  dieselben  Instrumente  u.  Streichseren.  Op.  8  v.  Beet- 
hoven, Cdnr-Clav.-Violoncellson.  v.  Asioli,  Phantasie  f.  zwei 
Claviere  v.  Raff,  Phantasiestücke  f.  Clar.  u.  Clav.  v.  Schu- 
mann, Tenorlieder  v.  A.  Becker  („Nach  Norden**  n.  „Roth- 
haarig  ist  mein  Schätzelein**)  u.  A.,  Dmoll-Suite  f.  Violonc.  v. 
Schenck-Grützmacher.  (Ausfahrende:  HH.  Mann  u.  Ronne- 
burger  [Ges.],  Buchmayer,  Hess,  Höpner,  Janssen,  Knöbel, 
Sauer,  Sichmeidler  u.  Sherwood  [Clav.j,  Brückner,  Drechsler, 
Feigerl,  Gunkel,  Kratina,  Krey^ie,  LiaDge-Frohberg,  Petri, 
Rappoldi,  Schlegel  u.  Schramm  [ YiolJ,  £ichhom,  RiBmmele, 
Schmid,  Schramm  u.  Wilhelm  [Bratscoe],  Böckmann,  Bürohl, 
Grützmacher,  Hüllweck,  Michael,  Nebelongu.Nusser  [Violonc], 
Biehring  u.  Wblf  \Ohl  Gabler,  Lange  u.  Schneider  [Clar.j, 
Tränkner  u.  Schmidt  [Fajg^.],  Beyer  u.  ühlemann  [Hom].) 

Fürth«  Oonc.  des  Singver.  (Weidner)  unt  Mitwirk,  der 
Frau  V.  Wenz-Niederhahnstein  u.  des  Hrn.  Dörwald  a.  Nürn- 
berg (G^.),  sowie  der  Winderstein'schen  Cap.  (Winderstein) 
V.  ebendaher  am  14.  Dec.:  Ouvert.  zum  „Fliegenden  Hollän- 
der** v.  Wagner,  „Aufforderung  zum  Tanz**  v.  Weber-Berlioz, 
Scenen  a.  chi  Fritnjof-Sage  f.  Männerchor,  SoH  u.  Orch.  von 
Bruch,  „Waldharfen**  f.  uännerchor  u.  Tenorsolo  m.  Orch.  v. 
E.  Schultz,  Gesangsoli  v.  R.  Franz  („Er  ist  gekommen**), 
Strauss  („Ständchen**),  V.  Knebel-Döberitz  („Der  Kukuk**), 
Hill  („Das  Herz  am  Rhein**)  u.  Löwe. 

Hamburg.  2.  Kammermusiksoir6e  des  Hrn.  Kopecky(Viol.) 
unt.  Mitwirk,  des  FrL  Marstrand  (Clav.):  Clav.- Violinsonaten 
V.  F.  Thieriot  (Emoll)  u.  Brahms  (Dmoll),  Grave  u.  Fuge 
f.  Viol.  V.  S.  Bach.  —  1.  Oonc.  der  Bach-Gesellschafb  (Mehr- 
kens) m.  der  Missa  solenmis  v.  Ad.  Mehrkens  unter  solist. 
Mitwirk,  der  Frauen  Schneider  a.  Berlin  u.  Wirth  a.  Aachen 
u.  der  HH.  Mann  a.  Dresden u. Schulz -Domburg a. Würzburg. 

Kaiserslautern.  Mozart-Gedächtnissfeier  des  Caecilien- 
Ver.  (Pohl)  m.  Compositionen  Mozart*s  unt.  Mitwirk,  der  Frls. 
Gtdfy  a.  Berlin  u.  Bezold  a.  Wiesbaden  u.  der  HH.  Lang  a. 
Carlsruhe  u.  Keller  a.  Ludwigshafen  (Ges.),  der  Frls.  Concordia 
u.  Aug.  Maczewski  a.  Heidelberg  (CSav.)  u.  der  HH.  Bühlmann 
a.  Cansruhe  (Viol.)  u.  Prof.  Ritter  a.  Würzburg  (Viola  alta) : 

1.  Conc.  am  6.  Dec.  Jupiter-Symph.,  Requiem,  Sonate  für 
zwei  Claviere  u.  Duett  „Bei  Männern,  welche  Liebe  fühlen**. 

2.  Conc.  am  7.  Dec.  „Zauberflöten" -Ouvert..  Symph.  concert. 
f.  Viol.  u.  Viola,  Dmoll-Clayierconc.  (Frl.  Aug.  Maczewski), 
Soli  f.  Ges.  u.  f.  Viola  alta. 

Leipzig.  1.  Conc.  des  Hrn.  Sarasate  unter  Mitwirkung 
der  Capelle  des  184.  Inf. -Reg.  unt.  Leitung  des  Hm.  Reim: 
„Ruv  Blas** -Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Entr'acte  a.  „König  Man- 
fred" V.  Reinecke,  Violinsoli  v.  Bruch  (3.  CJonc.  u.  Schott. 
Phant.)  n.  A.  m.  —  4.  Akad.  Orch.-Conc.  (Prof.  Dr.  Kretzsch- 
mar):  Symphonien  v.  Weber  (Cdur)  u.  Schubert  (Cdur),  Larg- 
hetto  a.  der  Cmoll-Symph.  v.  Sponr,  1.  Sätze  a.  dem  Militär- 


conc.  V.  Lipinski  u.  dem  1.  Conc.  v.  Paganini  (Hr.  Hilf). — 
18.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Ghe wandhaus  (Prof.  Dr.  Reinecke): 
Esdur-Symph.  v.  Mozart,  Symphon.  Variat.  v.  J.  L.  Nicod6 
(unt.  Leit.  des  Comp.),  Solovorträge  der  Frau  Baumann  (Ges., 
„Dein"  v.  H.  Sitt,  „Komm,  wir  wandeln  zusammen"  v.  Cor- 
nelius etc.)  u.  des  Hrn.  Klengel  (Violonc,  Amoll-Oonc.  eig. 
Comp.,  Air  v.  S.Bach,  Seines pitt.  v.  Massenet u. TaranteUe 
V.  Piatti). —  5.  Kammermusik  ebendaselbst:  Streichquartette 
V.  Reinecke  (Op.  211)  und  Schubert  (Op.  161),  Ciaviertrio 
Op.  97  V.  Beethoven.  (Ausi^rende:  HH.  Prof  Dr.  Reinecke 
[C?lav.],  Hilf,  Becker,  Sitt  u.  Klengel  [Streicher].)  —  Abend- 
unterhaltungen im  k.  Conservat.  der  Musik:  15.  Jan.  Emoll- 
Orgelson.  ▼.  G.  Merkel  =  Hr.  Brice  a.  Paris,  Cdur-Streich- 
qutnt.  v.  Svendsen  =  HH.  Listemann  L  a.  Boston,  Wass- 
hausen  a.  New-York,  Krug  a.  Stockholm,  Hundhammer  aus 
Reichenbach  u.  Listemann  Ö.  a.  Boston,  Arie  a.  „Samson  und 
Dalila"  v.  Saint-Saöns  «*  Frl.  Schmidt a.  Leipzig-Reudnitz, 
Clav.-Violoncellson.  Op.  6,  No.  1,  v.  Beethoven  =  FrL  Riese  a. 
New-York  u.  Hr.  Bahrdt  a.  Weimar,  Ciaviersoli  v.  Chopin, 
Henselt  u.  Moszkowski  (Walzer)  =  Frl.  Hoeh  a.  Brooklyn, 
Lieder  „Fluthenreicher  Ebro",  „Schöne  Wiege  meiner  Leiden" 
u.  „TJeberm  Grarten  durch  die  Lüfte"  v.  Schumann  «» Hr.  Bärge 
a.  Leipzig,  Clav.-Violinson.  Op.  80,  No.  3,  v.  Beethoven  = 
Frl.  Knapp  a.  New-York  und  Hr.  Wille  a.  Greiz.  18.  Jan. 
GmoU-Clavierquart.  v.  Mozart  =  Frl.  Strassberger  a.  Leipzig 
u.  HH.  Zimmermann  a.  Groningen,  Thomas  a.  Leipzig  und 
Braun,  Fdur-Fag.-Conc.  v.  Weber  =  Hr.  Hennig  a.  Leipzig, 
And.  past.  f.  Ob.  u.Org.  v.  Rheinberger  =  HH.  Köhler  a. 
Eisenberg  u.  Görschen  a.  Annaberg,  VioIonceUconcv.  Saint' 
Saöns  =  Hr.  Klein  a.  Bukarest,  Flötensolo  No.  18  v.  Tulou 
=  Hr.  Hessler  a.  Stauchitz  i.  S.,  Clav.-Violoncellson.  Op.  6, 
No.  2.  V.  Beethoven  =  FrL  Schaube  u.  Hr.  Hammig  a.  Leii)zig. 

Rheydt.  1.  Abonn.-Conc.  des  Singvereins  (Schauseil  a. 
Düsseldorf)  zur  Feier  des  öOjähr.  Bestäens  des  Vereins  am 
12.  Dec.:  Kaiser-Marsch  v.  R.  Wagner,  Prolog  y.  Hm.  Dr. 
Wittenhaus,  v.  demselben  gesprochen,  „Der  Messias"  v.  Hän- 
del (Solisten:  Frls.  Schauseil  a.  Düsseldorf  u.  Haas  a.  Mainz 
u.  HH.  Ritter  a.  Düsseldorf  u.  Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.). 

Schwerin.  8.  Orchesterconc.  der  Hofcap.  (Schmitt)  mit 
Compositionen  v.  Mozart:  Ddinr-Svmph.  in  drei  Sätzen,  Mau- 
rerische Trauermusik.  Requiem  (Solisten:  Frls.  Wiborg  und 
Minor  u.  HH.  Liebeekind  u.  Hungar),  D  moll-Clavierconcert 
(Hr.  Schmitt).  —  Liederabend  des  Hm.  Prof.  Ad.  Schulze  a. 
Berlin  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Ochs  a.  Wismar  am 
8.  Dec:  Soli  f.  Ges.  v.  Schubert,  Hungert  („Die  Loreley"), 
Tappert  („Vale  carissima";.  Ad.  Jensen  („Margareth  am 
Thore"),  A.  Becker  („Vor  Jena"  u.  „Lasst  uns  heimgehn"), 
Emmerich  (Wiegenlied),  F.  v.  Woyrsch(„Wenn  du  kein 
Spielmann  wärst"),  Sommer  („Nachts"  u.  „Ganz  leise")  und 
Löwe  u.  f.  Clav.  v.  Beethoven  (Son.  Op.  81)  u.  A.  —  Am 
28.  Dec.  Aufführ.  v.  HändePs  „Messias"  durch  den  Hoftheater- 
chor u.  Gtesangver.  unt.  Leit.  des  Hm.  Schmitt  u.  Solist.  Mit- 
wirk, der  Frls.  Wiborg  u.  Minor  und  der  HH.  Liebeskind  u. 
Hungar. 

Zürich.  4.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Hegar)  m.  Compositionen  von  Mozart:  Jupiter-Symph., 
„Zauberflöten"-Ouvert.,  Dmoll-Conc.  u.Claviersoli  (Hr.  Freund), 
zwei  Arien  (Frl.  Mailhac  a.  Carlsruhe).  —  8.  Kcunmermusik- 
aufiühr.  der  Tonhalle-Gesellschaft:  Bdur-Streichsextett  von 
Brahms,  Amoll-Streichquart.  v.  Schubert,  Ciaviertrio  Op.  70, 
No.  1.  V.  Beethoven,  Harmoniumsoli  v.  Guilmant  („Canzo- 
netta"),  Godard  (Lied  ohne  Worte),  Lemmens  (Röverie)  u. 
A.  (Ausfahrende:  HH.  Wemer  a.  Baden-Baden  [Harmon.], 
Freund  [Clav.],  Dr.  Hegar  u.  Gen.  [Streicher].) —Benefizconc. 
f.  Hm.  Dr.  F.  Hegar  unt.  Mit  wirk,  des  Hm.W.  Rehberg  a.  Genf 
(Clav.),  sowie  des  Gem.  Chors  u.  des  Lehrer-Gesangver.  am 
12.  Jan.:  Cdur-Symph.  v.  Schubert,  Marsch  u.  Chor  a.  den 
„Ruinen  von  Athen"  v.  Beethoven,  gem.  Chorlieder  -In  der 
Fremde",  „Heimweh"  u.  „Der  Daxelhofen"  von  F.  Hegar, 
Ciaviersoli  v.  Henselt  (FmoU-ConoA  G.  Weber  (Elegie  u. 
„Schmetterlinge")  u.  Rubinstein  (Staccato-Etude). 

B^  Veraltete  Programme,  mowU  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müeeen  voUnändig  unbeachtet  bleiben/ 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Amsterdam.  Grossen  Erfolg  hatte  in  drei  Concerten  die 
Pianistin  Frl.  ten  Have  mit  ihrer  unfehlbaren  Technik  und 
ihrem  echt  musikalischen  Wesen.  —  Angers.  Im  12.  Abonne- 
mentconcert  der  Association  artistique  hatte  das  Publicum  das 


56 


äusserst  seltene  Vergnügen,  eine  Yioloncellistin  zu  hören,  eine 
Dame,  welche  mit  untadeliger  Technik  einen  reinen,  mächti- 
gen Ton  verbindet.  Frl.  Baude,  das  ist  der  Name  der  Künst- 
lerin, eine  Schülerin  des  Pariser  Yioloncellmeisters  Delsart, 
hatte  das  Schumann'sche  Goncert,  sowie  einige  Solostücke  zum 
Vortrage  gewählt,  aber  natürlich  erst  mit  den  Letzteren  gezün- 
det. —  Braunsehwelg.  Unter  dem  Zeichen  grossen  firfolgs 
stand  das  Concert,  welches  am  vor.  Donnerstag  der  berühmte 
Tenor  Hr.  E.  Götze  aus  Berlin  veranstaltete,  denn  nicht  nur 
zündete  und  begeisterte  der  Concertgeber  mit  seinen  in  üppi- 
ger Stimmfülle  dargebotenen  und  warmfühligen  Leistungen, 
es  behauptete  sich  neben  ihm  mit  eleichen  Ehren  auch  der 
Leipziger  Goncertmeister  Hr.  Prill ,  dessen  Spiel  sowohl  in  der 
Gantilene,  wie  auch  nach  Seiten  der  Virtuosität  allerwege  den 
fertigen  technischen  Meister  und  guten  Musiker  verriet.  — 
Breslau.  Im  Stadttheater  gastirt  mit  grossem  Erfolg  der 
Heldentenor  Hr.  v.  Bandrowsky  aus  Frankst  a.M.  Eine 
seinem  künstlerischen  Naturell  besonders  angepasste  Aufnibe 
löste  er  als  Tannhäuser.  ~  Chemnitz.  Ein  filzendes  <J«8t- 
spiel  hat  unlängst  an  unserem  Stadttheater  Hr.  Hofmüller 
aus  Dresden  absolvirt;  der  Künstler,  vortrefflich  disponirt, 
hat  aber  auch  seine  Sache  in  aUen  vier  Partien^  in  denen  er 
auftrat,  ausgezeichnet  jeemocht.  —  Mainz.  Eme  hier  stets 
mit  Jubel  oegrüaste  Sängerin  ist  nach  Verdienst  Frau  von 
Knappstaedt  aus  Leipssig.  Dieselbe  wirkte  im  7.  Symphonie- 
concert  der  städtischen  (&pelle  mit  und  hat  die  Zuhörer  durch 
ihren  meisterhaften  Gesang  geradezu  entzückt.  Dass  die  Dame 
trotz  der  Mächtigkeit  der  ^imme  auch  über  eine  perlende 
Coloratur  verfügt,  trat  siegend  im  Vortrag  einer  Rossmi'schen 
Arie  hervor.  —  Moskau.  Hier  hat  im  6.  Goncert  der  kais. 
ruasieohen  Mosikgesellschaft  der  Frankfurter  Violoncellmeister 
Hr.  Hoffo  Becker  Sensation  mit  seinen  Vorträgen  erregt. 
Noch  selten  hat  man  bei  einem  Künstler  seines  Cistruments 
eine  gleiche  Vereini^;iing  prächtiger  Tongebung,  virtuoser 
Technik  und  ausgezeichneter  Auf&ssung  g^fonden.  Das  von 
ihm  als  Haupts^ok  gespielte  Goncertstück  von  Bazzini  ist 

gut  erfunden  und  effectvoU  ftkr  den  Solisten.  —  Parle.  In 
er  Ghroflsen  Oper  debutirte  zum  zweiten  Male  Frau  De- 
schamps-Jehm,  und  z^^ar  als  Amneris  in  y^Aidtk^^  und 
hinterliess  mit  ihrer  schönen  grossen  Stimme,  die  allerdings 
etwas  schwerfällig  ist,  einen  günstigen  Eindruck.  Hr.  Salöza, 
ehraoals  der  Konusohen  Over  aag^örig,  ist  für  die  Grosse 
Oper  gewonnen  worden.  Frau  de  Nuovina,  bisher  in  Brüs* 
sei,  ist  an  die  Komische  Oper  engagirt.  —  Zürich.  In  dem 
Benefizconcert  unseres  GapeUmeisters  Hm.  Dr.  Hegar  wirkte 
solistisch  Hr.  Hofoianist  WiUy  Behberg  aus  Gknf  mit  und 
errang  mit  dem  Vortrag  des  Henselt'schen  Gonoertes  und  kür- 
zerer Stücke  von  G.  Weber  und  Bubinstein  einen  grossen, 
echten  Erfolg.  Das  folgende  Abonnementooncert  hatte  Frau 
Sanderson  und  Hm.  Alfred  Krasselt,  den  schnell  zu  An- 
sehen cetangten  jungen  Violinvirtuosen,  als  Solisten,  die  eben- 
Mls  sehr  gefeiert  wurden.  —  Zwickau.  Dem  8.  Musikvereins- 
concert  gaben  die  solistische  Würze  die  l^gerin  Frl.  Polscher 
und  der  junge  Pianist  Hr.  R.  Zwintscher  ans  Leipzig.  Da 
Ihr  geschätztes  Blatt  jedenfalls  ausführlicher  über  dieses  Gon- 
oert  oerichten  wird,  so  constatiren  wir  hier  nur  die  mehr  als 
warme  Au&ahme,  welche  beide  Graste  hier  fanden. 


KirohenmuiiL 

Leipzig«  Thomaskirche:  23.  Jan.  ^Jauchzet  dem  Herrn*' 
V.  E.  F.  Bichter.  „Kyrie**  v..  Dr.  W.  Kust.  Nicolaikirohe: 
24.  Jan.    „Kyrie**  a.  der  Gdur-Missa  v.  Beethoven. 

Vermlsohte  MHtheiiungen  und  Notizen. 

*  Die  Pariser  Gonservatoriumsconcerte  haben, 
nachdem  der  Marsch  aus  „Tannhäuser**  schon  zu  ihrem  eiser- 
nen Bestand  gehört,  nun  auch  das  Vorspiel  zu  „Tristan 
und  Isolde**  ihren  Programmen  einzuverleiben  versucht,  und 
siehe  da,  das  reservirte  Publicum  hat  diesem  Werke  einen 
Beifall  gespendet,  wie  sonst  nur  einem  classischen. 

*  Der  FlügePsche  Gesangverein  in  Breslau  brachte  kürz- 
lich Ed|^  Tinel's  Oratorium  „Franziscus**  zur  Aufführung, 
und  erzielte  das  Werk  einen  nachhaltigen  Eindruck. 

*  Nicodö's  grossartige  Symnhonie-Ode  „Das  Meer**  fisuid 
Anfieuig  d.  Mts.  in  Maimheim.  auigeftihrt  durch  den  „Lieder- 
kranz**, eine  höchst  ehrenvolle  Au&ahme. 


*  La  Ha  vre  haben  Künstler  und  Musikliebhaber  eine 
Gesellschalt  zum  Zweck  der  Abhaltung  populärer  Oon- 
certe  gegründet. 

*  Wie  schon  Ende  1890,  so  ging  erst  kürzlich  wieder  ein 
in  einigen  Puncten  von  damals  abweichendes  Feuilleton  unter 
der  Au&chrifb  „Mozart's  Schädel  ist.  gefunden**  von  Wien  ans 
durch  eine  grosse  Anzahl  von  Zeitungen,  das  auf  eine  dem 
verstorbenen  Maler  Gaul  gelegentlich  gemachte  mündliche 
Mittheilung  des  Prof.  Jos.  Hyrtl  zurückzuführen  ist.  Dass 
sich  diese  Geschichte  mit  den  historischen  üeberlieferungen 
nicht  deckt,  hat  La  Mar a  in  ihrem  kürzlich  erschienenen 
Buche  „Glassisches  und  Romantisches  aus  der  Tonwelt**  und 
neuerdings,  unter  besonderer  Bezugnahme  auf  die  neueste 
WienerDarstellung,  in  einem  längeren  Artikel  im  „Leipz. 
Tagebl.**  (Mor^nausgabe  vom  16.  Jan.)  sehr  klar  und  überzeu- 
gend nachgewiesen,  auf  welche  Beweisführungen  wir  die  Inter- 
essenten nachdrücklich  aufmerksam  machen. 

*  Das  Hoftheater  zu  Dresden  führt  gegenwärtig,  und 
zwar  vom  23.  bis  80.  Januar,  den  „Bing  des  Nibelungen** 
vollständig  auf. 

*  Die  AufiEÜhnmg  vonWagner's  „Tristan  und  Isolde**, 
welche  im  Hoftheater  zu  Weimar  am  17.  d.  stattfiuid,  war 
für  dort  die  erste  ohne  auswärtige  Unterstützung  und  verlief 
unter  grosser  Begeisterung  der  Ausführenden  wie  der  Zuhörer. 
Die  Titelpartien  worden  von  Hm.  Zeller  und  Frau  Naumann- 
Gungl  dargestellt.  Wegen  des  Weiteren  verweisen  wir  auf 
unseren  heutigen  Bericnt. 

*  In  Lille  hat  kürsdich  R.  Wagner*s  „Lohengrin**  hei 
seiner  Erstaafföhrung  daselbst  einen  grossen  Erfolg  gehabt. 

*  Das  k.  Gonservatorinm  für  Musik  zu  Dresden 
hat  in  v.  Woche  im  dortigen  Besidenstheater  mit  durchaus 
eigenen  Kräften  (nur  in  einer  Partie  musste  wegen  einge- 
tretener Krankheit  einer  Schülerin  eine  Ausnahme  statt- 
finden) „Figaro* s  Hochzeit**  von  Mozart  zu  sehr  gelun- 
gener DarsteUung  gebracht. 

*  Dieselbe  günstige  Au&ahme  wie  vor  zwei  Monaten  in 
Schwerin  fand  G.  Reinecke^s  neue  komische  Oper  „Der 
(Gouverneur  von  Tours**  auch  hei  ihrer  Erstaufführung  am 
17.  d.  M.  im  StadtÜieater  zu  Lübeck.  Der  anwesende  Uom- 
ponist  erntete  reiche  Ovationen  ftür  sein  Werk. 

*  Die  Oper  fi'Eageia  On^gin**  von  P.  Tschalkowskj, 
welche  am  19.  d.  im  Stadttheater  zu  Hamburg  ihre  erste 
AufEÜhrung  auf  deutschem  Boden  erlebte,  hat  dabei  einen 
freundlichen  Erfolg  gehabt.  Wenn  die  Wirkung  keine 
grössere  war,  so  lag  es  an  dem  undramatischen  Svget. 

*  Messager's  Oper  „La  Basoche**  hat  auch  in  Göln 
und  Mannheim,  wo  sie  kürzlich  erstmalig  über  die  Bretter 
ging,  mit  ihrer  liebenswürdigen  Musik  angesprochen. 

*  Pietro  Mascagni*s  neue  Oper  „Amioo  Fritz**  hat  in 
Turin,  wo  sie  ktiSzlich  erstmalig  herauskam,  ein  Fiasoo 
erlebt.     Auch  in  Budapest  hat  sie  kein  Glück  gehabt. 

*  Mascagni's  „Gavalleria  rusticana**  hat  bei  ihrer  Erst- 
aufführung in  der  Komischen  Oper  zu  Paris  tumultuarische 
Scenen  im  Publicum  veranlasst,  —  es  wurde  heftig  geklatscht 
und  noch  stärker  gezischt.  Es  wird  sich  zeigen,  od  das  Werk 
trotzdem  Boden  dort  gewinnt. 

*  In  Mailand  hat  eine  neue  Oper.  „Die  Geierwally**  von 
Gatalani,  bei  ihrer  Premiere  nicht  übel  gefallen. 

*  Das  Hoftheater  zu  Sondershausen  hat  die  neue  Oper 
gAspasia**  des  dortieen  Hofcapellmeisters  Hm.  Prof.  (&rl 
Schröder  zur  Aufführung  angenommen. 


*  Zum  Object  seiner  vorletzten  Opemumarbeitun^ 
sich  Hr.  Ernst Pasquö  G.  A.  Mangoldes  üßt  gleichzeitü 


^  hatte 
gleichzeitig  mit 
Bich.  Wagner's  gleichnamigem  Werk  entstandenen  „Tann- 
häuser** ausersehen,  welcher  seit  1850  der  wohlverdienten 
Buhe  im  Theaterarchiv  zu  Darmstadt  pflegte.  Hm.  Pasquö 
war  aber  nicht  mit  der  blossen  Bearbeituns;  gedient,  sondern 
das  Werk  musste  auch  zur  Aufführung  geumgen,  damit  die 
Notizen,  welche  während  der  Wiedergeourtswehen  die  Presse 
durchliefen,  nicht  umsonst  geschrieben  waren.  Dank  den  zu 
diesem  Zweck  in  Bewegung  gesetzten  Hebeln  ist  das  restau- 
rirte  Werk,  für  welches  Hr.  Pasquö  anf^glich  durch  die 
Titelgleichheit  mit  der  Wagner'scnen  Oper  Interesse  zu  er- 
regen versuchte,   am  17.  Jan.  im  Hofbheater  zu  Darmstadt, 


67 


wahrscheinlich  nicht  zur  Freude  des  dortieen  Hm.  Hofcapell- 
meisters,  der  sicher  lieber  etwas  Lebens&higeres  einstudirt 
hätte,  in  Scene  gegangen,  aber  unter  dem  Titel  „Der  getreue 
Eckart*',  weil  Hm.  Pasquö  die  Gleichnamigkeit  mitWagner^s 
Oper  schliesslich  der  unwillkürlichen  Vergleiche  halber  ge- 
fanrlich  erschienen  sein  dürfte.  Gegenwärtig  hat  der  uner- 
müdliche Mann  Cherubini's  „Wasserträger"  in  eine  Yeijün- 
fungscur  genommen ,  deren  praktische  Besultatlosigkeit  ihm 
öffentlich  die  Lust  an  weiteren  derartigen  überflüssigen 
Operationen  benimmt. 

*  Die  von  uns  gelegentlich  geäusserte  Beförchtung,  dass 
die  s.  Z.  von  einem  Berliner  Blatt  gebrachte  Nachricht  von 
der  Aufföhrung  einer  Scene  aus  OT  Goepfart's  Oper  „S%- 
rastro"  in  einem  holländischen  Ort  eine  „Zeitungsente**  sein 
könnte,  war  unbegründet,  denn  auf  einem  uns  vorliegenden 
Concertprofiramm  aus  Henkele,  einem  Dorf  oder  Fleocen  in 
den  Niedenanden,  finden  wir  neben  acht  anderen  Nummern 
auch  „Sarastro**  „ftXr  Solo  und  Chor  mit  Doppelstreichquar- 
tett-, Orgel-  und  Clavierbefi;leitung**  verzeichnet.  Dieses  ein- 
fache Factum  ist  aber  mittlerweile  zu  einem  bedeutenden  Er- 
eigniss angeschwollen,  denn  in  dem  „  Münch.  K.-  u.  Th.-Anz.**  vom 
19.  Jan.  steht  zu  lesen:  „Carl  Goepfart's  neues  Mnsikdrama 
»Sarastro«,  das  vor  Kurzem  zu  Hengelo  in  Holland  seine  Erst- 
aufftlhrung  erlebte,  wird,  obwohl  diese  in  deutscher  Tezt- 
wiedergabe  stattfiemd,  ^on  der  holländischen  Presse  überaus 
günstig  beurtheilt"  etc.  Es  wird  also  ganz  unverfroren  der 
Glaube  zu  wecken  versucht,  dass  das  Novnm  vollständig  zu 
einer  scenischen  Aufführung  gelangt  sei;  eine  andere  Deutune 
lässt  die  Fassung  dieses  wahrscheinlich  von  Einem  der  HH. 
Stommel  fabricirten  Reclameberichtes  wenigstens  nicht  zu. 
Dass  solche  Mittel  diesem  sogen.  „Musikdrama**  auf  die  Beine 
helfen,  d.  h.  eine  Theaterdirection  zur  Annahme  des  Werkes 
verleiten  sollten,  ist  kaum  anzunehmen,  eine  so  überaus  gün- 
stige Meinung  die  beiden  Autoren  von  ihrer  Jubiläumsspende 
auch  haben  mögen. 

*  In  St.  Petersburg  wurde  im  Alexandrow-Theater, 
welches  etwa  1648  Plätze  enthält,  eine  italienische  Opern- 
saison eröffiiet.  Die  engagirten  Künstler  sind  aber  nicht 
ersten  Banges. 

*  Das  berühmte^  Berliner  Strekhqnartptt  dar  HH.  Pro- 
fessoren Dr.  Jo ach i tili,  de  Ahna,  Wirth  und  Hausmann 
hat  in  der  letzten  Zeit  mit  ezceptionellem  Erfolg  in  Wien  und 
Budapest  concertirt  und  bei  dieser  Gelegenheit  auch  die  bei- 
den neuesten  Kammermnsikwerke  (Glarinetten-Quintett  und 
-Trio)  von  Brahms  zur  (am  Glavier  vom  Gomponisten  und 
an  der  Glarinette  von  Hm.  Mühlfeld  aus  Meinugen  unter- 
stützten) Aufführung  gebracht. 

*  Hr.  Adolph  Brodsky  hat  in  New- York  mit  den  HH. 
Conus,  Koert  und  Hekking  ein  Streichquartett  begründet, 
das  im  vor.  Monat  unter  grossem  Beiiall  debutirte.  Die 
Leipzi^r  Thätigkeit  des  Hrn.  Primarius  bürgt  dafür,  dass 
sich  dieses  neue,  auch  in  den  Übrigen  Stimmen  ausgezeichnet 
besetzte  Quartett  schnell  eine  erste  Stelle  jenseits  des  Oceans 
erringen  wird. 

*  Hr.  Anton  Bubinstein  veranstaltet  AnfEuig  n.  Mts. 
ausser  in  Wien  und  Dresden  auch  in  Berlin  ein  Wohlthätig- 
keitsconcert. 

*  Das  Conservatorium  zu  Moskau,  jetzt imter Direc- 
tion  des  Hm.  Safoneff  stehend,  hat  unlängst  das  26jährige 
Jubiläum  seines  Bestehens  begangen. 

*  Der  Wiener  Pianist  Hr.  Alfred  Grünfeld,  welcher  mit 
seinem  Bruder  Heinrich  seit  einiger  Zeit  in  Amerika  concer- 
tirt, erregt  nach  dortigen  Berichten  allerwärts  Enthusiasmus 
mit  seinem  Spiel,  das  die  Presse  mit  allen  Superlativen  des 
Lobes  belegt. 

*  Hat  erst  kürzlich  Frl.  Doenges,  eine  Schülerin  des  aus- 

Sazeichneten  Leipzi^r  Gesangmeisters  Hm.  F.  Reblins^,   als 
pemnovize  berechtiges  Aufsehen  erregt,  so  eroberte  sich  eine 


andere  Elevin  des  Genannten,  Frl.  Anna  Münch  in  Leipzig, 
bei  ihren  dieswinterlichen  weiteren  Ausflügen  allerwärts,  wo 
sie  auftrat^  als  Goncertsängerin  die  Herzen  der  Zuhörer. 
Uns  vorliegende  Kritiken  und  briefUcha  Mittheilungen  aus 
Barmen,  Stuttgart,  Bremen^  Gotha  etc.  bestätigen  mit  grosser 
Wärme  die  vorzüglichen  Eigenschaften  dieser  jungen  durch 
stimmliche  Beanlc^ng  und  Ausbildung,  wie  ungeschminkt- 
natürlichen  Vortrag  gleich  sympathisch  berührenden  Künst- 
lerin, die  wir  schon  wiederholt  aus  eigener  Kenntniss  rüh- 
mendst  erwähnen  durften. 

*  Der  Dechant  Hr.  F.  Müller  in  Amöneburg  ist  in  An- 
erkennung seiner  kirchlichen  Gompoeitionen  zum  Ehrenmit- 
glied der  St.  Caecilien- Akademie  zu  Bom  ernannt  worden. 

*  Der  Goncerteänger  und  Dirig^ent  Hr.  Thorvald  Lam- 
mers in  Christiania  und  der  Yiolinmeister  Hr.  Adolf  Brodsky 
in  New- York  wurden  zu  Rittern  des  königl.  norwegischen 
St.  Olafsordens  ernannt. 

Todtenliste.  Franz  B  i  g  a,  bels^scher  Componist,  t^2  Jahre 
alt,  am  18.  d.  Mts.  in  Schaerbeekoei  Brüssel.  —  Jos.  ituczek, 
Hofoapellmeister  in  Garlsruhe,  als  Componist  von  Männer- 
chören auch  weiterhin  bekannt  geworden,  f,  67  Jahre  alt,  in 
Italien,  wo  er  Heilung  seiner  angefiriffenen  Gesundheit  erhofft 
hatte.  —  Marianne  Bpohr  geb.  Pfeiffer .  zweite  Gattin  des 
Grossen  Yiolinmeisters,  s.  Z.  eine  trefflicne  Pianistin,  f,  87 
Jahre  alt,  am  4.  Jan.  in  Gassei.  —  Padre  Alessandro  Ca- 
panna,  Componist  einer  grossen  Anzahl  von  Messen,  Hym- 
nen und  profanen  Werken,  f,  bald  78  Jahre  alt,  in  Bologna. 

—  Antonio  Sangiovanni,  angesehener  Gesangmeister  und 
Prof.  am  Conservatorium  in  Mailand,  f  am  6.  Jan.  in  gen.  Stadt. 

—  Frau  Clementine  Bartolini,  einst  bemerkenswerthe  Sän- 

gerin,  t,  76  Jahre  alt,  in  Mailand.  —  Joseph  Blaes,  ehem. 
larinettenprofessor  und  berühmter  Virtuos  auf  seinem  In- 
strument, t,  78  Jahre  alt.  in  Brüssel.  —  John  Baptist  Zer- 
bini,  einst  in  London  als  Violin-  und  Yiolaspieler  vortheil- 
haft  bekazmt,  zuletzt  Musiklehrer  in  Melbourne  (Austr.),  f 
daselbst,  52  Jahre  alt. 


OfTener  Spreohsaal. 

If  ochiiiAl«  suiii  C«pltel  der  „Nmclieiiiplliidiuiii:*^. 

Da  Hr.  Dr.  Beimann  in  seiner  Entgegnung  die  von  mir 
in  dem  Volksliede:  „Scheiden  und  ln^iaen"  angemerkten 
Quinten-Parallelen  als  „ideelle*'  in  Abrede  stellt  und  ich 
nicht  gern  im  Geruch  eines  Anschwärzers  dastehen  möchte, 
so  erlaube  ich  mir,  ihm  ein  anderes  Exemplar  dieser  Grattung 
vorzuführen,  das  er,  als  der  Vater  des  G-eschöpfes,  im  Inter- 
esse Bach 'scher  Kunst  vielleicht  aus  der  Welt  schafft. 
Man  findet  das  Quinten-Pärchen  in  dem  geistlichen  Liede 
Seb.  Bach 's:  „Liebster  Herr  Jesu'',  und  zwar  im  12.  Takte, 
vom  zweiten  zum  dritten  Viertel  (hoffentlich  nicht  wieder 
„ideelP)  zwischen  Tenor  und  Bass.  Es  nimmt  sich  folgender- 
maassen  aus: 


Die  „zwanzigjährige  unausgesetzte  Beschäftigung  mit  Bach*' 
scheint  dem  Beimann'schen  Stile  nicht  besonders  forderlich 
gewesen  zu  sein. 

Beweis:  Der  Tonsatz  des  eben  citirten  Taktes. 


Halle  a.  S.,  im  Januar  1892. 


Robert  Franz. 


B  X*  i  e  rk.  a.  fe9  t  e  n. 


M.  G,  in  C.  Wie  merkwtlrdig,  dass  Sie  uns  für  den  ver- 
späteten Abdruck,  den  andere  Zeitungen  sich  mit  Kotizen 
unseres  Blattes  zu  Schulden  kommen  lassen,  verantwortlich 
machen!  Ihre  Beschwerden  müssen  Sie  bei  den  betr.  Redac- 
tionen  anbringen. 

F,  G,  in  5.  Es  ist  uns  bei  der  soliden  künstlerischen  Rich- 
tung des  Redacteurs  und  der  musikalischen  TJrtheilsf^Jiigkeit 


des  Verlegers  des  gen.  Blattes  ebenfalls  unbegreiflich,  dass 
Hr.  Dr.  £  zu  dessen  Mitarbeitern  zählt. 

B,  A'.  in  ^V.  Wir  wünschen  Ihnen  zu  dem  beabsichtigten 
Liederabend  in  B.  viel  Glück,  doch  schon  jetzt  denselben  wie 
ein  Ereigniss  zu  behandeln,  das  seine  Schatten  weit  voraus- 
wirft,  vermögen  wir  nicht. 

M,  iV.  in  T,    Die  Anerkennung  wird  sehr  gern  gezollt! 


68 


Anzelsren. 


[96.] 


Verlag  von  BreitkopfjAJD8rteli^^ 

Edgar  Tinel 


Vor  Kurzem  erschien: 


Oratorium  fOr  Soli,  Chor,  Orgel  und  Orchetter. 

Partitur  Jt  60,—.  Violine  I/II  je  jH  6,60.,  Viola  M  6,—., 
Violoncell  Ji  6, — .,  Bass  J^  8^60.,  Harmonießtimmen  (leih- 
weise) Jt  Ib^—.     Jede   Ohorstimme  Ji  1,60.,   Olavierauszug 

Jt  16,—. 

Seit  Oetober  1891  aufgeführt  In  Frankfurt  a.  M., 
COIn,  Copenhagen,  Düsseldorf,  Breslau,  m^ 

überall  mit  glänzendem  Erfolg. 

Demn&ehst  Aufführungen  in  Aachen  (18.^.),  Würz* 
bürg  (18./8.)»  Amsterdam  (9./4.)  ete.  Hh 

Dieses  hervorragende  Werk  kann  mit  vollem  tlecht  tüch- 
tigen Vereinen  zur  Aufftlhrung  bestens  empfohlen  werden. 

Streichquartette 

im  Verlage  von 

M.  P.  Belaief  f  in  Leipzig. 

Glazounow,  A.,  Liadow,  A.,  et  Rimsky-Korsakow,  N., 

Jour  de  Fdte.  Quatuor  d'archets.  Partition  1  Jt  bO  /^, 
Partition  et  parties  s^par^es  5  Jt  Pour  Piano  k  4  mains 
4  Jf, 
Kopylow,  A.,  Op.  7.  Andantino  sur  le  th&me  B-la-f  pour 
quatuor  d'archets.  Partition  1  Ji  Partition  et  parties 
s^par^es  2  Jtf     Pour  Piano  k  4  mains  2  Ji 

—  Op.  11.  Pr^lude  et  Fugue  sur  le  thfeme  B-la-f  pour 
quatuor  d'archets.  Partition  1  Ji  Partition  et  parties 
s^paröes  2  Jt     Pour  Piano  k  4  mains  1  ^  50  4. 

—  Op.  15.  Quatuor  pour  2  Violons,  Alto  etVioloncelle. 
Partition  2  J^  Partition  et  parties  s^par^es  8  Jt  Pour 
Piano  k  4  mains  6  Ji 

Rymsky^Korsakow,  N.,  Liadow,  A.,   Borodin,  A.,  et 

Glazounow,  A.,  Quatuor  sur  le  nom  B-la-f  pour  2 
Violons,  Viole  et  Violoncello.  Partition  et  parties  s^- 
par^es  8  Jt  Pour  Piano  k  4  mains  8  Jt 
Sokolow,  Nicolas,  Op.  7.  Quatuor  pour  2  Violons,  Alto 
et  Violoncello.  Partition  2  Ji  Partition  et  parties 
s^par^es  9  Ji     Pour  Piano  k  4  mains  6  Jt 


W.  Auerbach  Nachf .^ 

Maslkalienliandlans^  und  lielhanstalt, 

üfeninarkt  82,  Leipzig,  Nenmarkt  82. 

Grosses  IJasrer  von  Musikalien  etc., 

umfangreiche   Leihanstalt  der  classischen  und 

modernen  Musiklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedingfungen,  sehneliste  Lieferung. 

Ansichtsendungen   stets  zu  Diensten. 

Prospeote  gratis  und  franco.  P7— .] 


Arion,  der  Töne  Meister. 


Dichtnng  von  Jnlins  Stnrra. 


[•8.] 


Dramatisches  Tongemälde 

fDr  Soli  (Tenor  and  Basa),  M8nnerchor  u.  Orchester 

oomponirt  von 

ühelxa  Tsahisrsh. 

Op.  106. 

Clav.-Ausz.  mit  Text  Jt  6,—.    Solostimmen  Ji  1,—. 
Ohorstimmen  (jede  einzelne  60  4)  Ji  2,—.   Textbuch  n.  10  4. 
Orch.-Partitur  n.  J$  22,—.    Orch.-Stimmen  n.  Ji,  16,—. 

Da«  in  Sängerkreisen  bereita  allgemein  mit  Spannung  erwar* 
tete  Werk  ist  ein  würdiges  Seitenstück  zu  desselben  Componisten 
„Nacht  auf  dem  Meere". 

„Arion»  der  Töne  Meister"  beansprucht  zur  Auffuhrong 
etwa  ein  Drittel  einer  gewöhnlichen  Ooncertdauer  und  ist  fiir 
Sänger  und  Instrumentalisten  ausserordentlich  praktisch  und  dank- 
bar geschrieben. 

Die  effectvoUe  Dichtung  von  Jt^xMS  Sturm,  der  angemes- 
sene  Wechsel  zwischen  Solo-  und  Chorgesan^  und  der  Melodien« 
reichtum  des  Werkes  sichern  demselben  emen  durchgreifenden 
Erfolg. 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Sitg^l'e  Ibuikhdig. 

(R.  Linnemann). 


In  unserem  Verlage  erschienen: 


[W.J 


giehjen 

für 

eine  Singstimme 

mit  Begleitung  des  Pianoforte 

componirt 


von 


Op.  27. 

Preis  complt.  Ji  4,50. 

No,  1.     Die  Mutter  mahnt  mich,  Abends .     .  Ji  1, — 

„    2.     Armes  Herz,  schlaf  ein!       ....  „  — ,80 

3.  Dass  Gott  dich  behüt „  —,80 

4.  Gretel «—,80 

5.  Welke  Blätter 1,    1,— 

6.  Letzte  Begegnung »    1, — 

7.  Herzeleide »    1| — 


n 


» 


Berlin,  W. 

Potsdamerstr.  7a. 


Raabe  ft  Plothow 

(M.  Raabe). 


[lOOc] 


laast.  «.  nodii.l«  ■.4hd(r.  Onvertorai, 
Ued«r,  Arien  cU.  700  Nrn. 

ische  UnIversal-BIbllothek. 

_  JTede  Nr.  »OPf.  lea  rcfldirt« 
lUfeB.  TORgl.  VMM  V.  drvrk,  starkes  Ftpter.  —  Eleput  au- 
gestattet« AlbnmH  i  1.&0,  reTidirt  re«  EleaaBB,  Jadu- 
tollt  etc.  —  Gekudeoe  loiik  aller  EdlUooea.  —  HoBoristiu. 
Vtt—Icha.  y.  B.fr.  Ton  FtllxSia^,  Uifflifl,  D5rrieBttr.  1. 


I$9 


Wener  Verlag  von  Blea  <8  Bf  1er  In  6efUa. 

Lieder  für  eine  Singstimme  mit  GlaYier. 

Pauline  Erdmannsdörfer-Flohtner,  6  türkisehe  Uebes- 

lieder.    8V«Mf.  llOl.] 

Ad.  Oonkel,  Op.  6.  4  Lieder.  No.  1.  Diebstahl.  No.  2.  Blaue 

Augen.     No.  8.  Eheinsteizi  k  l  J(.     No.  4.  Yogelweisheit. 

^1,30. 
A.  Naubert,  Op.  54.  3  Lieder.    No.  1.  Mägdlein.  No.  2.  Fin- 

uüches  Volkslied.    No.  8.  Mädel,  wie  blühst  k  IJt 
E.  E.  Taubert,   Op.  47.    8  Lieder.    No.  1.  Trabant.    1  Ji 

No.  2.  Heimfahrt.    No.  8.  Die  Lerche  k  1,20  .^. 


tn  meinem  Verlage  erschien: 


[106c.] 


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Wilhelm  HanseB,  Mesik-Yeriag  in  Leiprige 

[loaj 


J.B.  Gramer: 

66  ClaTier«  Studen,  zu  systemati- 
schem Btudiengebrauch  geordnet,  in  Bezug  auf 
Textdarstellung,  Fingersatz  und  Vortragszeichen 
kritisch  revidirt  und  mit  einem  Vorwort,  sammt 
Bemerkungen  färs  Studium,  versehen  von 

einrich   Germer. 

4  Bände  je  Jt  1,25. 
Dentsclier  und  enn^lisclier  Text. 

Muzio  Clementi: 


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1 
I 
1 
I 
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I 


I 
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I 

n 


8S  ClaTier-Etaden   ans   „Gradus 

•d  Parnassum",  za  Bystematischem  Studienge- 
bntacli  geordnet,  in  Beeng  anf  Textdantellnng, 
Elngersatz  nnd  Vortragszeichen  kritisch  revidirt 
nnd  mit  einem  Vorwort,  sammt  Bemerkungen 
f&n  Stndinm,  verseilen  von 

einrich   Germer.  E 

2  Bände  je  Jt  1,60. 
I^ntsclier  und  eni^llsclier  Text. 


l 
J 
1 
I 
l 
I 


Kammermusik 

im  Verlage  von  .^irtlimr  P.  Soliniiclt 

in  Leipzig  und  Botton. 

[108.] 
Chadwioki  G.  W.,  Quintett  far  Pianoforte,  2  Violinen, 
Viola  und  Violoncell.     15  ^ 

Foote,  Artilur,  Op.  20.    Sonate  in  Omoll  für  Glavier 

und  Violine.     6  ^ 

Hoftnann,  Rioliard,  Op.  73.    Serenade  für  Pianoforte, 

Violine  und  Violoncell.     (Im  leichteren  Stile.)  5  ^ 
Whitney,  S.  B.,  Op.  30.     Trio  für  Pianoforte,  Violine 
und  Violoncell.     9  »4^ 


Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig.       [104. 
Pilltti,  Ctrl,  Op.  8     Drei  Interludien  ftkr  Orgel    JH  8,25. 


P.  Tschaftowsky. 

Alleinige  rechtmassige 

Ausgabe. 


Op.  37.     Die    JalireSZeiten.      12  Charakterstücke  für 
Pianoforte.     Complet  in  1  Bande.  Brochirt  n.  ^  2,50. 

Einzeln : 
Januar.     Am  Kamin 
Februar.     Gameval  .     . 
März.     Lied  der  Lerche 
April.     Schneeglöckchen 
Mai     Helle  Nächte 
Juni.    Barcarolle 
Juli.     Lied  des  Schnitters 
Augnst.    Die  Ernte  .     . 
September.     Jagdlied 
October.     Herbstlied 
November.     Troika-Fahrt 
December.     Weihnachten 
Dasselbe«     Für  Pianoforte  zu  4  Händen  bearbeitet 
von  Professor  W.  Krüger. 

Complet  in  1  Bande.     Brochirt  netto  ^  3, — . 

Einzeln : 

No.  1.  1  Jt2b  ^.     No..,2.  1  Jt2b  4.  No.  3.  75  4. 

No.  4.  1  Ji    No.  6.  1  .^    No.  6.  1  Ji   No.  7.  75  /|. 

No.  8.  1  ^  50  /^.    No.  9.  1  ^  25  4.  No.lO.  75  /|. 

No.  11.  1  j«  25  4.     No.  12.  1  j«  25  4. 

Leipzig. 


No.  1. 
«    2. 

»       d. 

»    4. 
„    5. 

,    7. 

n     8. 
n     •'• 

»10. 

„11. 
»12. 


jt  1,- 
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„  1 - 
«  1,- 
»  —,75 

»    1,- 

»  1.— 
„  —.76 

,  1,- 
»    1,— 


Ä0t«  S^vhct^* 


Soeben  erscliienenl 
Neue  Lieder  fOr  mittlere  Stimme! 

Kudell,  Reinhold,  Op.  22.  Des  Sängers  Braut-  und  £he- 
stands-Gute  Nacht-Wunsch.  JH  1,20. 

Kudell,  Reinhold,   Der  Eichter  (nach  Heiners  .Der  Asra**). 

[106.]  JH  1,—. 

Kudell,  Reinhold,  Der  ürstudent  Eine  paläontologische  fos- 
sile Historie.    U.  Aiiflap:e.    Ji  1,—. 

Mittmann,  Paul,  Op.  68.  Vier  Lieder  in  schlesischer  Mund- 
art, mit  unterlegton  Üebertragungen  ins  Hochdeutsche. 
Gedichto  von  Philo  vom  Walde.    Ji  1,80. 

Prelss,  Albert,  Op.  15.  Ständchen:  Mein  Liebchen,  komm! 
Beizendes  Walzerlied.    Ji  1,20. 

Freiss,  Albert,  Op.  8.  Grüsst  mir  das  blonde  Kind  am 
Ehein.    80  4* 

Veriag  von  A.  HoflVnann  in  Striegau. 

Zu  beziehen  durch  jede  Musikalienhandlung  oder  nach  Ein- 
sendung des  Betrages  in  Briefmarken  durch  die  Verlagsbuch- 
handlung franco. 

Soeben  erschien  von  [107a.] 

(!i»lii*AiiiAi*  lilAlf  Op.  257.  -Liebesgeschichtont,  hum. 
OClirOlllOr,  AUVII,  QuodUbet  für  Männerchor.  Partitur 
Ji  1,6.  Stimmen  Ji  2,—. 
Versende  m.  sehr  reichhaltige  Auswahl  von  Potpourris, 
Märschen  und  ge&lligenMännercüören,  sowie  zu  Aufßihrungen 
zur  Ansicht. 

F*  Bosse»  Musikalienhandlung,  Leipzig. 


6Ö 


loe.] 


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Bedeutendste  Pianoforte-Fabrik  Earopas! 

Flügel  und  Pianinos 

^on  anerkannt  unikbeirtrofieneir  Haltbarkeit 

und  edlem,  sangpreiekem  n^on. 


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Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Platze: 


^l/lfin^^ 


A A A  #  ^^  ^A       ^   -^  In  unserem  yerlaA:e  erschien  soeben:  [116.1 

IDttlY  VUVfh^x^f    Sonate  f Cmolll 

Bogl.  Bäohs.  Eofj^ianiflt,  Frofessenr  sup^rieur  am  OonBervatorimn      ^^  X^ AA V^  v^^    ^  ^^  m.a.mJ^^ A.A. ß 


henogl.  Bäohs.  Eofj^ianiflt,  Frofessenr  snp^rieur  am  Oonservatorimn 

SU  Genf  (Bohweis).  [109^.] 

Goncert-Vertretong:    Hermann  WoHT,  Berlin. 

Conoertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [HO— .] 

Leipzig,  laiser-Wflhelffl-Strasse  ^. 

nax   Ronneburirer» 

CoDeert-n.OratorieD8änger(Tenor).  [mf] 

Lehrer  am  k.  Conservatorium  Dresoen,  Ohriatianstr.  20111. 

kSiiiKl.  lauemiuiciis  iid  Lelrer  ier  HarTs  ai  der  Uiim.  HocMale  Ar  insik 

Berlin.  8.  W.    Horastr.  9.  fll^o.] 

Katliartna  üclinelder, 

Ooneert-  imd  Oratoriensängerin  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-StnMse  33.  [1181.] 

Vollständige  Ansbildnng  für  Oper  d.  Coneert 

Ensemble-Üebnngen.     Rollenstndinm. 

Von  mir  ansgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [114 — .] 


fUr  Pianoforte  und  Viola 

von 

Frank  L.  Limbert. 

Op.  7.     Ji  7,50. 
Früher  erschienen : 

Umbert,  Frank  L«,  Op.  3.  Goncertstück(Gmoll)  für 
Pianoforte  mit  Orchester.  Partitur  M  7,50.  Orchester- 
stimmen Ji  6, — .    Solostimme  M  3,50. 

—  —  Op.  4.  Sonate  (Adur)  für  Pianoforte  und  Violine. 
*M  6,—. 

—  —  Opb  6.  Drei  Lieder  fte  eine  ffiuggtimuie'mit  Piaa»* 
forte.  No.  1.  Alles  stille  (J.  Bodenberg).  Ji  1,—.  No.  2. 
Heimkehr  (M.  Kalbeck).  80  A,  No.  3.  Enttäuschung 
(C.  Siebel).    60  y^. 

—  —  Op.  6.  Ein  Oyklus  von  Sonetten  von  N.  Lenau 
für  Sopran,  Alt,  Tenor  und  Bass.  Partitur  M  2,40. 
Stimmen  M  1,20. 

—  —  -Leben  und  Sterben"  (A.  Bartels)  fttr  eine  mitt- 
lere Singstimme  und  Pianoforte.    Ji  1,—-. 


K   "- 


Frankfurt  a.  M. 


Steyl  9l  Thomasi 


ConipositionerL 


von 


Leipzig. 


3 


Jos.  Rbeinberger. 

In  unserem  Verlage  sind  erschienen:  [117.] 

Op.  72.    Aus  den  Ferientagen.    4  Stücke  für  Piano 

zu  4  Händen.     Preis  HeftL  Jt  2,80.  HeftH.  Jl  2,30. 

Op.  78.  Drei  ClavierstOcke  zu  2  H&nden.  Scherzino, 
Fuge,  Menuett.     2  Jt 

Hieraus  einzeln:  Sehersino  aus  dem  Concert-Programm 
von  Hans  V. Bülow  und  eingeführt  in  dem  Rafrschen 
Conservatorium  in  Frankfurt  a.  M. 

Preis  Ji  1,50.    Neue  revidirte  Ausgabe. 

Op.  76.     Toggenburg.     Ein   Römanzen-Gyklus    für  ge- 
mischten Chor,  Soli  und  Pianoforte  oder  Orchester. 
In  mehr  als  200  Städten  zur  Auffilhrung  gelangt. 
Preis  Clav.-Auszug  Jt  4,50.     Chorstimmen  Jt  4,50. 

Op.  90.  Vom  Rliein.  Sechs  vierstimmige  Männerchöre. 
Heft  L  Ji  2,50.     Heft  H.  Jt  3,—. 

Bremen.  Btaeger  &  Meier. 

Dniek  von  Ö.  ä  äödör  in  I^ipsig. 

Zu  den  auf  Buchhändlerwege  bezogenen  Exemplaren  der  vorliegenden  Nummer  eine  Beilage  von 

T\ IXI  ._AA  ■■■■«■.  -m 


Bodo  Borchers. 

Q-esanglehrer. 


4» 


Fr*  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  % 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 
Musikalien»  musikalischen  Schriften  etc.  ^  Kataloge 
und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [115 — .] 


Leipzig,  am  4.  Februar  1802. 


Duell  linunilicii!  Biet-,  KlUl- 
M  lultallialiaiidlnuBi,  lOKtE 
im\  alli  cutiniiT 


Flr  lai  iDiItiUKlil  f  «blUllt 
bHüMt!  ziULlniien  iim  u 
Eelaciiiii  »  DiiMiiM. 


uuuB.  imi  ^  'to-M-  -V  beiüMt!  imi 

^Ä^5^       für  Musiker jmdjlusikfi'euiide.         ^Jjf^ 

N^  yerentwortlicler  Eedacteur  und  Yerlegor:  ^jß 


yerantwortUcher  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6- 


Ulli.  Jahrg.] 


Dm  Mnrikaliacbe  Wochenblatt  eracheint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  Abonnementsbotrac 
für  das  Quartal  von  13  Nummern  ist  3  Mark ;  eine  einzelne  Kammer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  KreiiEbandeendiing  treten  naobstehende  viertelj&brlicbe  Abennements- 
preiae  in  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  das  Deutacbe  Beich  und  Oesterreich.  ~  3  Mark  75  Pf. 
füT  weitere  Länder  des  Allgemeinen  PoBtvereini.  —  Jahreaabonnements  werden  unter 

ZuffTundeleKunff  vontebender  Becogsbedinsun^n  berechnet. 
Die  InHrtioDBgebübren  fflr  den  Rftom  einer  gespaltenen  Petiteeile  bebagen  30  Ffenaiget 


[Ho.  6. 


-  Anton  Rubinstein  bIb  Sohrlftatellar.  (Saunas.)  —  Tageigeschiobte :   Unaikbrlef  ans  Wien  (Fort- 

„..       —  EngagBiDButfl  and  aaitspiela  in  Opar  nnd  Ooncert.   —  Klrohonmiuik.  —  OpsmanflUhnrnKen. 

-  AnrgefUhrt«  Norltäten.  —  VanniHohta  Mlttbeilongen  nnd  NoUebb.  —  OffSner  SprecliuaL  —  Briefkasten.  —  Anzeigen. 


Sohulgesangunterrioht. 

Von  F.  A.  Sorge.*) 

In  einem  Zeitalter,  wo  jeder  gebildete  Mensch  Än- 
tbeil  an  dem  musikalischen  Leben  za  nehmen  und  sich 
ein  Minimum  von  darauf  bezüglicbeii  Kenntnisaen  anzu- 
eignen hat,  die  Berechtigung  dee  Oesangnnterrichta  ak 
Schnldisciplin  nach  zu  weisen,  ist  überflüssig.  Musik  ist 
Tbeil  unseres  öfTentlicben  und  privaten  Lebens  geworden, 
folglich  musB  die  Schale  Musik  treiben,  die  Schüler  mit 
den  Eiern  es  tarkenntnissen  derselben  auarnsten  und  im 
Gebrauch  des  besten,  dem  Menschen  von  der  Katur  ge- 
gebenen Instrumentes,  der  Singetimme,  unterweiseu. 
Diese  Unterweisung  aber,  wenn  verständig  geleitet,  kann 
nur  wohlthuenden,  nutzbringenden  Einfluse  auf  Schüler 
und  Schale  ausüben.  Der  Nachweis  Für  diese  Behauptung 
ist  ungefähr  der  folgende. 

Der  Gesangunt erriebt  erstrebt  möglichst  vollständige 
Herrschaft  über  die  Ätbmnnggorgane  und  Sicherheit  im 
Gebraacb  derselben,  und  es  ist  deshalb  den  Schülern  ge- 
eignete Auskunft  über  die  Beschaffenheit  und  die  Func- 
tionen dieser  Organe  zu  ertbeilen.  Tiefes,  Tofles  Äthmen 
wird  geübt  und  wirkt  stärkend  auf  Langen  und  Brust. 
Ungezwungene  gerade  Haltung  des  ganzen  Körpers  ist 
dabei  erforderlich,  wie  auch  die  Haltung  des  Kopfes  und 
die  Mundstellung  zu  beachten  sind. 


•)  Der  Verfasser  ist  seit  nahezu  40  Jahren  als  Diri- 
gent, Musik-  und  Geaang-Lebrer  in  New-Tork  und  dessen 
ijuigebaug  thfttig.  D.  Bed. 


Die  Elementarkenntnisse  der  Musik  bie>»n  reichen 
Stoff  zu  geistiger  Anregung  und  sind,  dem  Fassun^ver- 
mögen  der  Schüler  entsprechend,  in  anschaulicher  Weise 
mitzutheilen.  Dieser  Gegenstand  gibt  in  den  oberen 
Stufen  häufig  Gelegenheit  zur  Begründung  einer  ge- 
drängten Theorie  der  Musik,  welche  bei  der  Lehre  von 
der  Entstehung  der  Töne  und  von  deren  Schwingungs- 
zahlen in  dos  Feld  der  Mathematik  und  Physik  hinüber 
greift. 

Die  Sprache  wird  bei  der  Verbindung  von  Wort 
und  Ton  sorglichst  gepflegt  durch  die  Nöthigung  eu  ge- 
nauer, Bchüner  Aussprache  und  sinngemässer  Wiedergabe 
des  Textes,  welcher  den  Gesangnnterricbt  in  nahe  Be- 
ziehungen zu  Poesie  und  Lttteratur  bringt  nnd  gelegent- 
lich Streifziige  auf  diese  Gebiete  veranlassL 

Das  einfache  Rechnen,  d.  h.  das  Kopfrechnen,  wird 
im  Musik-  und  Gesang-Unterricht  gefördert  durch  die 
Lehre  vom  Werth  der  Noten,  vom  Takt,  von  den  ge- 
bundenen nnd  punctirten  Noten  u.  dgL,  nnd  ia  der  Praxis 
müssen  die  Schüler  nicht  blos  die  Berechnung  im  Kopfe 
vornehmen,  sondern  das  Berechnete  auch  sofort  aus- 
führen. 

Von  grossem  Werthe  sind  die  Treffübungen,  denn 
sie  sotten  den  Schüler  gewöhnen  und  beAhigen,  sich  einen 
verlangten  Ton  nicht  blos  geistig  voranstellen,  sondern 
auch  gleichzeitig  sein  Stimmorgan  für  denselben  in 
Thätigkeit  zu  setzen,  ihn  zu  nennen  u.  s.  f.,  und  solche 
Uebungen  schärfen  ausser  dem  Gehör  auch  die  Fassungs- 
gabe in  nicht  geringem  Grade. 

Zweckmässige  Beschäftigung  mit  irgend  welcher  Kunst 
bildet  den  Geschmack  jedes  strebsamen  Menschen.    Rück- 


m 


sieht  anf  die  Geschmacksbildung  der  Schüler  wird  daher 
den  Lehrer  bei  der  Auswahl  der  Compositionen  und 
Texte  leiten.  Die  Veredelung  des  Geschmacks  wird  am 
sichersten  gefördert  durch  Bekanntschaft  mit  den  Werken 
unserer  grossen  Meister,  wie  Händel,  Mozart,  Beethoven, 
Weber,  Schubert,  Schumann  u.  s.  f.,  deren  Namen  wir 
erfreulicher  Weise  in  den  besseren  neueren  Sammelwerken 
oft  begegnen.  Die  Pflege  des  Volksliedes  aber  führt 
dem  Oemüthsleben  reiche  Nahrung  zu. 

Wurde  oben  gesagt,  dass  ein  verständig  geleiteter 
Oesangunterricht  nur  wohlthätigen,  nutzbringenden  Ein* 
fluss  auf  Schüler  und  Schule  ausüben  könne,  so  kann 
nach  dem  Vorhergesagten  nunmehr  dieser  Anspruch  da- 
hin erweitert  werden,  dass  wohlgeleiteter  Gesang- 
unterricht auf  Körper  und  Geist,  Geschmack  und 
Gemüth  der  Schüler  segensreich  einwirkt,  und 
dass  er  auch  der  Schule  als  Bildungsanstalt  erhebliche 
Dienste  leistet. 

Für  die  Praxis,  d.  h.  für  das  beim  Gesangunterriclit 
zu  beobachtende  Verfahren  seien  hiermit  einige  unmaass- 
gebliche,  aber  auf  eine  mehr  als  dreissigjährige  Fach- 
thätigkeit  sich  stützende,  allgemeine  Winke  und  Umrisse 
gegeben,  deren  Mittheilung  auch  einem  grösseren  Leser- 
kreis nicht  ganz  uninteressant  sein  dürfte.*) 

Wie  jeder  andere  Unterricht  ist  auch  der  Gesang- 
unterricht nach  streng  pädagogischen  Grundsätzen  zu 
ertheilen.  Er  darf  Nichts  voraussetzen,  muss  das  Princip 
der  Anschaulichkeit  wahren,  vom  Leichteren  zum  Schwereren, 
vom  Einfachen  zum  Zusammengesetzten  fortschreiten  und 
die  von  den  Schülern  zu  erwerbenden  Fertigkeiten  lang- 
sam entwickeln  vom  Nachahmen  und  Nachbilden  an  bis 
zu  bewusster  eigener  Thätigkeit. 

Wirklich  Erspriessliches  kann  im  Gesangunterricht 
nur  geleistet  werden,  wenn  von  der  Benutzung  musi- 
kalischer Instrumente  dabei  so  viel  als  möglich  abgesehen 
wird,  eine  Forderung,  welche  von  den  bedeutendsten 
Fachleuten  und  Gesanglehrem  überhaupt  für  die  Aus- 
bildung der  Stimme  im  Allgemeinen  gestellt  wird.  Durch 
das  lebendige  Beispiel  des  Lehrers  allein  können  die 
leider  so  häufig  beobachteten  vulgären  Manieren,  kann 
das  Plärren  und  Näseln  bekämpft  und  vermieden,  eine 
correcte  Tonbildung  und  Aussprache  erzielt  werden.  Und 
nur  im  n  capella- Gesang,  im  Gesang  ohne  Instrumental- 
begleitung, zeigen  sich  die  gemachten  Fortschritte,  nur 
nach  ihm  sind  die  Leistungen  zu  beurtheilen. 

Bei  den  Uebungen  sowohl,  wie  beim  Einstudiren 
ist  sorgsamst  darauf  zu  achten,  dass  nicht  zu  grosse  An« 
Sprüche  an  die  Stimmen  der  Kinder  gestellt  werden. 
Kinderstimmen  haben  einen  geringen  Umfang,  dessen  un- 
vorsichtige Ueberschreitung  schädlich  wirkt.  Allerdings 
erweitert  sich  dieser,  ursprünglich  kaum  eine  Octave  be- 
tragende Umfang  mehr  und  mehr,  besonders  durch  fort- 
gesetzte Uebungen  in  der  Mittellage  der  Stimmen,  aber 
es  darf  nie  vergessen  werden,  dass  Kinderstimmen  weder 
den  Umfang,  noch  das  Volumen  der  Stimmen  von  Er- 
wachsenen haben,  dass  Kinderstimmen  durchaus  keine 
Männer-  und  Frauen -Stimmen  sind  und  deshalb  auch 
nicht  Sopran  und  Alt  genannt  werden  sollten.  Drei- 
stimmiger  oder  gar  vierstimmiger  Schulgesang  ist  daher 

♦)  Der  Verfasser  hat  bei  den  folgenden  Ausführungen 
besonders  Schulen  im  Auge,  "welche  dem  Gesangxmterricht 
2  wöchentliche  Lectionen  von  40  bis  60  Minuten  ^vidmen, 
und  Kinder,  welche  methodischen  Gesaneunterricht  vom 
dritten  Schuljahre,  d.  h.  vom  8.  oder  9.  Jahre  bis  zum  14. 
oder  15.  Jahre  gemessen. 


grundsätzlich  auszuschli essen.  Ijeider  haben  viele,  sogar 
berühmte  Verfasser  von  Schul-Gesangbüchern  und  Lieder- 
sammlungen den  Fundamentalunterschied  zwischen  den 
Stimmen  von  Kindern  und  Erwachsenen  nicht  beachtet 
und  viele  Lieder  dem  Stimmumfang  Erwachsener  gemäss 
gesetzt,  wodurch  dem  Lehrer  die  unangenehme,  den 
Unterricht  und  die  Anschaulichkeit  desselben  störende 
Aufgabe  erwächst,  solche  Lieder  zu  transponiren,  einzu- 
richten oder  ganz  zu  übergehen. 

(Schluss  folgt.) 


Anton  Rubinstein  ai8  Schriftsteiler. 

(Schlnss.) 

Nun  kommen  wir  aber  zu  Liszt,  dem  Dritten  der  „ars 
militans".  Der  Anfang  über  ihn  lautet  ganz  plausibel:  „Dä- 
mon der  Musik  möchte  ich  ihn  nennen!  Versengend  durch 
Gewalt,  berauschend  durch  Phantastik,  berückend  durch 
Liebreiz,  in  seinem  Fluge  Einen  in  die  höchsten  Höhen 
erhebend  und  in  die  tiefsten  Tiefen  mitschleppend,  alle  For- 
men auf-  und  annehmend,  ideal  und  real  zugleich,  Alles  ken- 
nend und  könnend**,  —  nun,  das  klingt  ja,  wie  ein  grosses 
Lob  —  aber  „in  Allem  falsch,  unwahr,  auflehnend, 
komödiantisch  und  das  böse  Princip  in  sich  tra- 
gend.***) 

Das  ist  eine  unerhörte  Anklage,  eine  Blasphemie!  Und 
das  wafi^  ein  Künstler  dem  Meister  ins  Grab  nachzuwerfen, 
der  Bubinstein  geliebt  und  verwöhnt  hat  wie  seinen  Sohn! 
Man  muss  es  mit  erlebt  haben,  welche  Hofinungen  Liszt  auf 
Bubinstein  setzte;  wie  er  ihn  g6fi[en  uns,  die  wir  immer 
Zweifel  gegen  ihn  hatten,  hoch  hidt;  wie  erder  Erste  war, 
der  Rubinstein's  Opern  („Sibirische  Jfiger**,  „Kinder  der 
Haide**X  sein  ^ Verlorenes  Paradies**,  die  Ocean-Symphonie  in 
Deutschland  einftlhrte;  wie  er  darnach  trachtete,  Bubinstein 
mit  dem  Gewicht  seiner  Persönlichkeit  zu  decken  und  zu 
heben  —  um  zu  begreifen,  welche  Herzlosigkeit,  welche  Pietät- 
losigkeit  in  diesen  Worten  liegt. 

Man  kann  erwidern:  „Das  ist  gerade  der  Beweis  voi^ 
Bubinstein's  Objectivität.  Ihm  gilt  Dankbarkeit,  Anhänglich- 
keit, Pietät  Nichts,  —  die  Wahrheit  geht  ihm  über  Alles.**  — 
Bubinstein  objectiv!  Er,  der  in  Bezug  auf  die  Gegenwart 
voller  Vorurtheile  ist  und  einen  völlig  eetrübten  Blick  filr 
seine  Zeitgenossen  hat,  weil  er  eben  selbst  componirt,  und 
zwar  anders  als  sie! 

Wie  will  er  denn  beweisen,  dass  Liszt  durch  und  durch 
ein  musikalischer  Lügner  war?  Weils ihm  so  vorkommt. 
Das  beweist  gar  Nichts,  als  dass  Bubinstein  sich  iuLiszt^s 
Empfindungsweise  und  Gedankengang  absolut  nicht  hinein 
finden  kann,  und  er  nur  die  Logik  aller  Egoisten  anwendet: 
„Was  ich  nicht  begreife,  das  ist  falsch!**  Liszt^s  religiöse  Em- 
pfindung ist  ihm  gänzlich  fremd,  folglich  ist  sie  „komödianten- 
haft** !  Wer  Liszt  näher  gestanden  hat,  der  weiss  ganz  genau, 
dass  es  Liszt  mit  seiner  Beligion  tiefer  Ernst  war.  Das  Pa- 
thetische im  Ausdruck,  das  Aeusserliche  in  der  sinnlichen 
Ersfcheinung  ist  eine  Eigenschaft  der  katholischen  Kirche 
überhaupt,  die  Liszt  von  ihr  als  strenggläubiger  Katholik 
mit  übernommen  hat.  Und  die  sonstigen  Eigenschaften  -- 
meinetwegen  auch  Eigenheiten  —  seiner  Künstlernatur  sind 
durchaus  individueller  Art:  er  dachte,  er  filhlte,  er  ge- 
staltete nun  eben  anders,  als  Andere.  Das  war  eine  Folge 
seines  eigenthümlichen  Entwickelungsganges,  des  magyari- 
schen Blutes,  der  französischen  Erziehung,  des  internationalen 
Weltbürgerthums  in  seiner  Virtuosenzeit.  Aber  dies  Alles  für 
„ein  ewigjes  sich  gebärden**  zu  erklären,  weil  man  es  nicht 
begreift,  ist  unwürdig. 

Bubinstein  glaubt,  für  diese  unerhörte  Anklage  sich  durch 
unbedingte  Anerkennung  Liszt's  als  Cla viervirtuos  loskaufen 
zu  können.  Nun,  dazu  ist  Bubinstein  als  Claviervirtuos  denn 
doch  zu  gross,  um  nicht  besser,  als  Viele  zu  wissen,  was  Liszt 

*)  Bedingungslosen  Antheil  an  dieser  unglaublichen  Be- 
schimpfung des  verstorbenen  Meisters  nimmt  in  der  Presse 
unseres  Wissens  nur  Hr.  Prof.  J.  Sittard  in  Hamburg,  indem 
er  sie  im  „Hamb.  Corr.**  als  „ein  geistvolles  und  treffendes 
Urtheil**  bezeichnet.  D.  Bed. 


63 


auf  dem  Pianoforte  geleistet  hat.  Wenn  Kubinstein  sagt, 
„man  muss  Chopin;  Liszt,  Thalberg  und  Henselt  ge- 
hört haben,  um  zu  wissen,  was  wirkliches  Clavierspiel  heisst**, 
so  darf  er  sich  selbst  ohne  Ueberhebunfi"  als  Fünfter  dazu 
gesellen.  Hier  ist  Gleichberechtigung  und  aamit  Verständniss 
vorhanden.  Wenn  aber  nun  Liszt  ganz  und  gar  anders  com- 
ponirt,  als  Rubinstein,  so  ist  Letzterer  ebensowenig,  wie 
Wagner  gegenüber,  berechtigt,  Liszt  deshalb  anzugreifen. 
Ein  Jeder  hört  doch  nur,  was  er  versteht! 

Natürlich  sind  es  Liszt^s  eigenartijg;e  Compositionsformen, 
die  thematische  Arbeit  in  den  Symphonischen  Dichtungen  etc., 
die  Itubinstein  abstossen.  £r  nennt  Liszt's  Stil  ein  „absolut 
unmusikalisches  Verfahren**.  Nun,  dann  ist  der  letzte  Satz 
in  der  9.  Symphonie  (nämlich  der  Chorsatz)  auch  absolut 
unmusikalisch.  Oder  hat  Itubinstein  noch  nicht  gemerkt, 
dass  Beethoven  dort  Alles  auch  aus  einem  Thema  und  einem 
melodischen  Contrapunct  zu  diesem  Thema  heraus  entwickelt 
hat?  Ein  Verfahren,  dass  Beethoven  auch  hn  letzten  Satz  der 
„Eroica**  anwendet?  Wenn  man  demnach  die  Variationenform 
(die  Beethoven  überhaupt  sehr  liebte  und  oft  anwandte,  be- 
sonders in  seiner  Kammermusik)  zu  solcher  Vollkommenheit 
ausbilden  kann,  weshalb  soll  man  es  nicht  thun?  und  das 
soll  unmusikalisch  sein! 

Uebrigens  ist  es  gar  nicht  wahr,  dass  Liszt  ganze  Com- 
Positionen  nur  aus  einem  Thema  geformt  hat.  Er  hat  immer 
ein  Gegenthema,  meist  aber  mehrere  einfi;eführt.  Der  erste 
Satz  der  Faust-Symphonie  hat  allein  sieben  Motive,  dann 
treten  noch  die  Gretchen-Motive  hinzu. 

Das  ist  Alles  so  oberflächlich  von  Bubinstein  hingeworfen, 
dass  man  es  nicht  anders  als  dilettantisch  nennen  kann. 


Die  meisten  Ausstellungen,  die  man  gegen  Liszt's  Gompo- 
sitions weise  erhebt,  sind  auch  gar  nicht  neu;  sie  sind  hundert 
Mal  gemacht  imd  hundert  Mal  widerlegt  worden.  Nur  die 
Behauptung  ist  neu,  dass  Liszt  sich  und  Anderen  das  Alles 
nur  vorgelogen  hat.  „Das  war  kein  Heldenstück,  Octavio" !  — 
Und  das  verdient,  zur  Charakterisirung  Bubinstein's  fixirt 
zu  werden. 

Ich  könnte  schliessen,  denn  Alles  kann  man  hier 
doch  nicht  durchsprechen.  Aber  ich  will  dem  Leser  noch 
Etwas  verrathen.  Bubinstein  spricht  (Pag.  116)  u.  A.  auch 
von  der  modernen  Auffassung  und  Vorführung  von  classischen 
Meisterwerken:  „Heutzutage  gefallen  sich  die  Vorführer  in 
Willkürlichkeiten,  Tempowechsel,  Fermaten,  Eitardandos, 
Stringendos,  Crescendos  etc.,  die  vom  Componisten  nicht  vor- 
geschrieben sind,  — daran  tragen  meist  Wagner  und  Liszt  die 
Schuld; — Ausgaben  mit  Effectuirung  von  Claviercom- 
positionen,  Ignoriren  der  Wiederholungszeichen 
und  vieles  Aiidere".   — 

Das  zielt  auf  Hans  von  Bülow.  Man  weiss  ja,  wie 
Bubinstein  sich  gegen  seinen  berühmten  Collegen  in  Peters- 
burg und  Berlin  ausgesproehen  hat,  —  und  es  stimmt  auf- 
fallend.   Dafür  mag  sich  —  wenn  er  es  für  nöthig  findet  — 

Hans  V.  Bülow  bei  Kubinstein  selbst entschuldigen! 

Die  Collegen  sind  immer  besonders  liebenswürdig,  wenn  sie 
—  Rivalen  sind! 

Genug!  Es  macht  einen  peinlichen  Eindruck,  wenn  ein 
reichbegabter,  geistreicher  ETünstler  sich  in  seinen  Ideenkreis 
so   verrannt  nat,   dass  er  sich  solche  Blossen  gibt.    Konnte 

Rubinstein  das  nicht  ftlr  sich  behalten? Si  tacuisses, 

philosophus  mansisses!  Richard  Pohl. 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Der  am  28.  November  1891  mit  „Idomeneo"  eröffiiete,  am 
16.  December  mit  „TKtus"  vollendete  Mozart-Cyklus  der  Hof- 
oper, dem  dann  am  ersten  Weihnachtsfeiertas:e  noch  ein  Nach- 
spiel in  der  Auffuhrung  zweier  Jugendoperndes  Meisters  folgte, 
hat  den  Verehrern  des  Letzteren  natürlich  grosse  Genüsse,  aoer 
fast  noch  mehr  Enttäuschungen  bereitet.  Die  wahren  Mozart- 
Sänger  sterben  eben  immer  mehr  aus,  es  wird  von  Jahr  zu 
Jahr  schwerer,  den  technischen  Anforderungen  zu  genügen, 
welche  der  Componist  des  „Don  Juan"  oder  gar  der  des  „Ido- 
raeneo"  und  „Titus"  an  die  Ausfuhrenden  stellt.  Sehr  natür- 
lich! Die  bewährten  Kräfte  werden  altersschvrach,  der  jüngere 
Nachwuchs  wendet  sich  mit  Vorliebe  anderen  Auffi;aDen  zu, 
deren  Lösung  müheloser,  rascher  und  eben  darum  auch  dankbarer 
erscheint.  Dabei  darf  man  bei  aller  Verehrung  ftlr  den  unsterb- 
lichen Meister  doch  nicht  übersehen,  dass  so  manche  Rouladen, 
Fiorituren  und  Cadenzen,  die  er  der  individuellen  Virtuosität 
einzelner  Zeitgenossen  auf  den  Leib  schrieb,  heute  nur  mehr 
den  Eindruck  verblassten  Modeflitters  hervorbringen,  und  dass 
namentlich,  was  Mozart  in  seinen  zwei  antiken  Stoff  behan- 
delnden classischen  Opern  dem  Tenor  zumuthet,  fast  nicht 
weniger  den  Anschauungen  der  Gegenwart  widerstrebt,  als 
die  Coloraturen  der  meisten  Tenorarien  HändeFs.  Würde  wohl 
Mozart,  wenn  er  mit  all  seinem  Genie  und  seiner  Meisterschaft 
als  ein  Kind  des  19.  Jahrhunderts  zur  Welt  gekommen  wäre 
und  etwa  gar  noch  unter  uns  weilte,  Stücke  wie  die  Arien 
des  Idome'neus  und  Titus  oder  die  beiden  Arien  der  Königin 
der  Nacht,  selbst  Jene  der  Constanze  („Martern  aller  Art")  so 
geschrieben  haben,  wie  es  heute  in  der  Partitur  zu  finden? 
Wir  glauben,  es  wäre  das  ganz  und  gar  unmöglich.  Man 
muss  daher  immer  einen  etwas  milderen  Maassstab  anlegen, 
wenn  man  über  GesammtauffiÜirungen  Mozart'scher  Opern  in 
der  Gegenwart  zu  Gericht  sitzt.  Aber  selbst  den  aUermil- 
desten  Maassstab  vermochten  manche  Vorstellune^n  unseres 
letzten  Mozart-Cyklus  nicht  auszuhalten.  Was  soll  man  z.  B. 
zu  einer  Darstellung  der  ,;Entfilhrung  aus  dem  Serail^  (NB.  bei 
einer  Erinnerunfi;8ieier,  wo  doch  Alles  möglichst  festlich  und 
am*egend  herankommen  soll)  sagen,  wenn  man  die  kostbaren 
Wutnausbrüche  des  fanatischen  Cnristenhassers  Osmin  ein- 
fach gar  nicht  hört,  sondern  höchstens  an  der  Mimik  des 
Sängers  (Hrn.  Rokitansky)  erkennt,  was  der  originelle" Alte 
gegen  die  Andersgläubigen  ftlr  C^fÜhle  im  Busen  hegt?  Wie 


soll  eine  „Don  Juan" -Vorstellung  wirken,  wenn  der  Titelheld 
(Hr.  Sommer)  kaum  einen  Blutstropfen  wahren  Temperaments 
und  überdies  unzureichende  Schule  verräth  und  gar  eine  reine 
Naturalistin  (Frl.  Schläger)  die  Donna  Anna  gibt?  Und  das 
noch  dazu  an  dem  Haupt«Erinnerungstage  der  Trauer- Oen- 
tenarfeier:  am  5.  Decemoer!  Fii.  Schläger,  durch  ihre  ge- 
waltigen Stimmmittel  und  ein  grosses  theatralisches  Aneig- 
nungstalent (z.  B.  för  gewisse  halb  erstickte  Schreie  u.  dgl.) 
von  hinreissender  Wirkung  als  Santuzza  in  der  „Cavalleria 
rusticana'',  als  Ximene  im  „Cid*'  von  Massenet,  als  Meyerbeer- 
und  Verdi-Sängerin,  ist  verloren,  wenn  sie  nur  ein  paar  ruhig 
ariose  Takte  Mozart's  zu  singen  hat.  Da  flackert  ihr  prächtig 
metallischer  Sopran  unleidlich  und  jede  Coloratur  wird  zur 
Caricatur:  Sie  Können  sich  denken,  wie  sie  das  AUegro  der 
Briefarie  herausbrachte!  Frl.  Beeth,  die  sogenannte  erste 
„Beaut6^  der  Hofoper,  ist  als  Susanne  kaum  wenie^r  unge- 
niessbar,  Frl.  v.  Artner  als  Zerline  und  Blondcnen  recht 
liebenswürdig,  doch  fehlt  manchmal  die  wahrhaft  Mozart'sche 
Feinheit.  Unsere  weitaus  stilvollste,  anmuthigste  und  musi- 
kalischste jüngere  Mozart- Sängerin  wäre  Frau  Forster  (wie 
sie  trotz  ihrer  Verheirathung  mit  einem  ehemaligen  preussi- 
schen  Oflicier,  Brandt,  noch  immer  genannt  wird),  leider 
dringt  aber  ihr  zartes  Stimmchen  in  den  weiten  Räumen  des 
Wiener  Opernhauses  nur  mühsam  durch,  und  man  muss  daher 
an  ihrer  sonst  so  reizenden  Pamina,  Zerline  und  dem  beson- 
ders hübsch  gegebenen  Cherubin  häufig  den  Willen  für  die 
That  nehmen.  Eine  treffliche  Meisterin  der  Coloratur  be- 
sitzen wir  an  Frl.  Marie  Lehmann,  und  gehört  ihre  Con- 
stanze, besonders  aber  ihre  Königin  der  Nacht  noch  immer  zu 
den  Zierden  der  bezüglichen  Mozart- Abende,  leider  bleibt  aber 
auch  ^^egenüber  solchen  Talenten  die  Zeit  nicht  stehen,  was 
sich  emerseits  durch  Abnahme  der  Stimmfrische,  andererseits 
selbst  in  der  nicht  wie  einst  unfehlbar  sicheren  Intonation 
kundgibt.  Gänzlich  verschwunden  ist  aus  dem  Wiener  Hof- 
opemtheater  mit  Hrn.  G.  Walter's  Abgang  der  specifisch 
Mozart'sche  schwärmerische  Liebestenor  (Belmonte,  Ottavio, 
Ferrando,  Tarn ino) .  In  Hm .  Schrödter  könnte  er  verj üngt 
wieder  aufleben,  aber  dazu  müsste  der  ebenso  talentirte.  wie 
beliebte  Sänger,  dem  die  Natur  überdies  einen  bestricxend 
jünglingshaften  Schmelz  in  die  Kehle  gelegt,  noch  gar  Viel 
lernen.  Und  dazu  hat  er,  von  Masca^i,  Johann  Strauss  (König 
im  „Ritter  Pasman**)  und  anderen  nicht  classischen  Tonsetzern 
vollauf  in  Anspruch  genommen,  keine  Zeit.  Hat  er  doch  so- 
gar eine  seiner  liebenswürdigsten  und  stofflich  werthvollsten 
Bollen  -^  den  Nureddin  in  Cornelius'  „Barbier  von  Bagdad '^  — 
unbegreiflicher  Weise  wieder  bei  Seite  gelegt!  — 

6» 


u 


Unser  Stolz  bleibt  auch  bei  den  Mozart-Vorstellnngen 
nach  wie  vor  das  Orchester:  feiner,  ausdrucksvoller,  kla^ag- 
sohöner  begleitet  wird  in  „Figaro's  Hochzeit",  im  „Don  Juan" 
und.xler  „Zauberflöte"  doch  nirgends.  Wir  müssen  freilich 
häufig  erst  durch  das  Entzücken  zugereister  Freunde^  selbst 
aus  £eipzig  und  Berlin,  neuerdings  an  die  unvergleichliche 
TJeberlegexmeit  unseres  Hofopemorchesters  erinnert  werden, 
da  wir  sonst,  an  dessen  Vorzüge  gewöhnt,' nur  zu  leicht  ver- 
leitet werden  könnten,  sie  zu  unterschätzen.  Von  den  sieben 
Vorstellungen  des  letzten  Mozart-Gyklns  machten  durch  Leben 
und  Temperament  im  Ganzen  „Cosi  fan  tutte"  (sonst  textlich 
ein  so  schwaches  Stück)  und  die  „Zauberflöte"  den  günstigsten 
Eindruck,  einen  geradezu  trostlosen  durch  das  fast  durdiaus 
altersschwache  Ensemble  dagegen  die  „Entführung  aus  dem 
Soiuil".  Und  die  beiden  am  25.  December  auffireftlhrten  Jugend- 
opem?  Ihr  Eindruck  war  durch  eine  ungeannte  Frische  und 
Fülle  von  Reizen  ein  geradezu  sensationeller,  wobei  aber  das 
höchst  unschuldige  einacti^e  Singspiel  des  zwölfjährigen 
Knaben  Mozart.  „Bastien  und  Bastienne"  eine  beinahe  noch 
grössere  Wirkung  erzielte,  als  die  imgleich  reichere  Partitur 
des  achtzehnjährigen  Jünglings:  „Die  (Gärtnerin"  („La  finta 
giardiniera").    Das  erklärt  sich  theils  stofflich,  theils  biogra- 

Ehisch.  In  „Bastien  und  Bastienne"  vereinigen  sich  einfachste 
[andlung  und  Scenerie  mit  den  anheimelnden  ländlichen 
Oostumes  und  Mozart's  Musik  zu  einem  allerliebsten  Idyll. 
Dabei  erscheint  die  Musik,  als  von  einem  zwölQährigen  Kna- 
ben herrührend,  geradezu  erstaunlich.  Wie  das  Alles  correct 
und  sicher  hingestellt  ist,  keine  Note  zu  wenig  und  keine  zu 
viel,  und  wie  herzig  der  geniale  Knabe  eben  das  Wesentliche: 
den  gemüthlichen  Ton  eines  echt  deutschen  Singspiels,  triffl! 
Auch  schon  Ansätze  zur  Charakteristik  finden  sich  —  in  der 
Hokuspokus- Arie  des  Dorfwahrsagers  Colas — und  die  Versuche, 
die  Ungeschicklichkeit  ländlicher  Dudelsackbläser  durch  ein 
übermässiges  Intervall  zu  persifliren,  wirken  ungemein  ergötz- 
lich. Für  Reminiscenzenjäger  von  echtem  Schrot  und  Korn 
bietet  überdies  die  kleine  Einleitung  der  Oper  einen  beson- 
ders ergibigen  Fund.  Man  transponire  den  zerlegten  Esdur- 
Dreiklang,  mit  welchem  Beethoven's  „Eroica"  anfängt,  nach 
G-dur,  und  man  hat  das  Eingangsthema  von  „Bastien  und 
Bastienne",  nur,  dass  durch  Begleitung  und  Instrumentation 
bei  Mozart  ganz  idyllisch  klingt,  was  oei  Beethoven  helden- 
haft erhaben.  Es  versteht  sich,  dass  hier  Nichts,  als  der  Zu- 
fiEdl  mitgespielt,  allerdings  ein  sehr  merkwürdiger. 

Wenn  man  bedenkt,  dass  Mendelssohn  mit  siebzehn  Jahren 
eine  „Sommemachtstraum" -Ouvertüre,  Franz  Schubert  mit 
achtzehn  Jahren  seinen  „Erlkönig"  geschaffen,  so  erscheint 
die  Partitur  der  „Finta  giardiniera"  ror  den  achtzehnjährigen 
Mozart,  der  ja  sonst  als  das  frühreifste  Genie  bekannt,  nicht 
gar  zu  merkwilrdig.  Jedenfalls  verblüfBb  „Bastien  und  Bastienne" 
verhältnissmässig  noch  mehr.  Ueberdies  ist  der  Text  der  „Gärt- 
nerin" ein  recht  unglücklicher  und  haben  alle  Sorgfalt  imd  dich- 
terische Begabung,  sowie  aUer  Witz  des  NeubBarbeiters  des 
Stückes,  Max  Kaloeck  (der  auch  in  der  Knabenoper  Mozart's 
für  eine  verständigere  Diction  sorgen  musste),  über  die  Platt- 
heiten und  UnWahrscheinlichkeiten  des  Ganzen  nicht  hinweg- 
helfen können.  Uebrigens  mag  man  den  Originaltext  in  Otto 
Jahn  nachlesen,  hier  sei  nur  erwähnt,  dass  wenigstens  der 
Gipfel  des  Ungeschmackes:  die  Wahnsmnsscene  der  als  Gärt- 
nerin verkleideten  Gräfin  und  des  von  ihr  in  dieser  Maske 
gesuchten  Liebhabers  von  Kalbeck  ganz  beseitigt  und  durch 
einen  verntlnftigeren  Ausgang  ersetzt  wurde.  Aber  wer  inter- 
essirt  sich  sonst  noch  für  dieses  bunte  Durcheinander  von 
lauter  im  Grunde  herzlich  gleichgiltigen  farblosen  Personen, 
herkömmlichen  Typen  der  italienischen  Opera  bufia  (worunter 
der  eigentliche  Bassbuffo^  geistesverwandt  dem  Doctor  Bartolo 
und  Don  Pasquale,  sowie  ein  sich  erst  neckendes,  dann  lie- 
bendes Domestiken  paar  die  auffallendsten)  ?  Hält  man  sich  an 
Mozart's  Musik  allein,  so  erkennt  man  freilich  überall  die 
Hand  des  Meisters,  jede  Person  ist  so  charakterisirt,  dass  sie 
Einem  aus  der  Partitur  leibhaftig  entgegenspringt,  reizende 
Melodien  gibt  es  in  Hülle  imd  Fülle.  AUes  ist  voll  Wohllaut 
und  reizender  Beweglichkeit,  nur  vielleicht  im  Einzelnen  zu 
gedehnt,  und  den  ganzen  reitsten  Mozart  geben  uns  die  beiden 
Finales,  welche  in  ihrer  prächtigen  Steigerung  schon  im 
„Figaro"  stehen  könnten. 

ueberhaupt  weht  in  der  ganzen  Oper  schon  entschieden 
„Figaro"-Luft,  selbst  directe  Anklänge  an  das  Mozart'scheste 
der  Mozart'schen  Meisterwerke  kommen  vor,  ja  selbst  solche 
an  „Don  Juan";  zu  einem  anderen  Texte  gesetzt  würde  sich 
die  Musik  der  „Gärtnerin"  gewiss  unter  die  Partituren  der 
sieben  dassischen  Opern  des  Tondichters  als  nahezu  eben- 
bürtig einreihen  lassen. 


Unter  den  Darstellern  errangen  in  beiden  Jugendopem 
Frau  Forster  und  Hr.  Ritter  (dieser  neu engagirte  jugend- 
liche Bariton,  wohl  der  für  Mozart  berufenste  unserer  Sänger 
dieser  Stimmlage)  die  Palme,  ausserdem  offenbarte  Veteran 
Mayerhofe r  m  „Bastien"  als  Dorfwahrsager  Colas  seinen 
unverwüstlichen  Humor.  In  der  „Gärtnerin"  wirkten  noch 
die  Damen  Beeth  und  v.  Artner,  die  HH.  Müller  (ein 
mitunter  recht  greisenhafter  Jugenalicher"  Tenor)  und  Felix 
mit,  zusammen  ein  Ensemble  „nach  den  vorhandenen  Kräften". 
Oapellmeister  Fuchs  leitete  die  beiden  Opern  mit  Lust  und 
Liebe,  und  das  in  der  „Gärtnerin"  schon  überraschend  reich 
bedacnte  Orchester  spielte  vorzüglich. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Das  4.  Akademische  Orchester-Concert 
unter  Leitung  des  Hm.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  hatte  als 
Vertreter  der  Symphonie  in  den  ersten  Decennien  unseres 
Jahrhunderts  C.  M.  v.  Weber  (Odur-Symphonie  No.  1),  Spohr 
(Larghetto  der  Omoll-Symphonie)  und  Schubert  (grosse  Odur- 
Symphonie)  im  Programm,  mit  Violinconcertsätzen  von  Li- 
pmski  (1.  Satz  aus  dem  Müitärconcert)  und  Paganini  (1.  Satz 
des  1.  Concertes)  war  die  damalige  „Entwickelung  der  höheren 
Instrumentalformen  auf  virtuosem  Gtebiete"  vertreten.  Von 
den  symphonischen  Werken  wirkte  nur  das  Weber'sche,  hier 
zuletzt  wohl  1839  im  Gewandhaus  aufgeführt,  quasi  wie  eine 
Novität.  Dasselbe  ist  von  grosser  Mannigfaltigkeit  in  seinem 
Stimmungsgehalte,  interessirt  aber  vornehmlich  durch  die  ver- 
schiedenen Spuren,  die  auf  die  späteren  berühmten  Opern 
Weber's,  besonders  den  „Freischütz",  hinföhren.  Der  gehalt- 
vollste Satz  ist  das  gesangvoUe  Andante  mit  seiner  roman- 
tischen Stimmung,  sehr  frisch  efifectuirt  das  Scherzo  mit  sei- 
nem hübschen  mtteltheil.  Die  beiden  vollständigen  Sympho- 
nien, wie  auch  der  einzelne  Spohr*sche  Satz,  dem  die  starke 
Besetzung  der  Streicher  besonaers  zu  Statten  kam,  gelangten 
unter  der  oft  geradezu  Wunder  wirkenden  EEand  des  Hrn. 
Prof.  Dr.  Kretzschmar  zu  geist-  und  lebensvoller  Darlegung. 
Wer  vorher  geglaubt  hatte,  die  Schubert'sche  Symphonie  aus 
dem  Fundamente  zu  kennen,  wird  durch  diese  Aufführung, 
eines  Anderen  belehrt  worden  sein  und  in  manche  Stellen  einen: 
ganz  neuen  Einblick  gewonnen  haben.  Das  Orchester,  die  Ca- 
peUe  des  184.  Infanterie-Regiments,  war  überall  in  gutem  Zuge 
und  folgte  aufinerksam  den  genialen  Litentionen  seines  Lei- 
ters, mt  der  Ausfuhrung  der  beiden  Violinsoli  war  der  ein- 
heimische Meister  Hr.  Hilf  betraut  worden,  imd  wenn  Jemand 
hi^zu  berufen  war,  so  war  er  es,  denn  vollendeter,  effect- 
voUer  ist  dieselbe  eben  nicht  denkbar.  Erst  mit  diesen  beiden 
Leistungen,  welche  eine  in  ihren  Schwierigkeiten  ganz  einzig 
dastehende  Cadenz  des  Künstlers  zu  dem  Paganini^hen  Satz 
in  sich  schlössen,  hat  Hr.  Hilf  seine  exorbitante  Virtuosität, 
in  welcher  er  von  Keinem  der  lebenden  uns  bekannten  Geiger 
überflügelt  werden  kann,  voll  erkennen  lassen.  Der  KünsUer 
ist  aus  der  reservirten  Stellung,  welche  er  infolge  seiner  ner- 
sönlichen  Bescheidenheit  bisher  hier  einnahm,  mit  Einem  Male 
als  Meteor  hervorgetreten  und  von  dem  durch  seinen  Glanz 
fascinirten  Publicum  rückhaltslos  als  solches  auch  gefeiert 
worden.  Das  hiesige  k.  Oonservatorium  der  Musik,  dessen 
LehrercoUegium  Hr.  Hilf  seit  Kurzem  angehört,  hat  vollstes 
Becht,  sich  dieser  Acquisition  zu  freuen.  Es  fehlt  dem  In- 
stitut zur  Vervollständigung  eines  Triumvirats  der  Lehrer 
der  Hauptinstrumente  nur  noch  ein  Pianist;  die  Meister 
1.  Banges  auf  der  Violine  und  dem  ViolonceU  besitzt  es  in 
den  HH.  Hilf  und  Kiengel  bereits. 

Das  13.  und  14.  Abonnementconcert  im  Neuen 
Gewandhaus  boten  vielfaches,  zum  Theil  sogar  sensatio- 
nelles Interesse.  Das  13.  Concert  hatte  zwei  grössere  Novi- 
täten im  Programm,  deren  Eine,  ein  AmoU-Violoncellconoert 
von  J.  Kiengel,  noch  Manuscript  war,  während  wir  in  der 
Anderen ,  den  Symphonischen  Variationen  von  J.  L.  Nicod6, 
einer  bereits  an  anaeren  Orten  mit  grossem  Genuss  gehörten 
Composition  begegneten,  die,  vom  Oomponisten  persönuch  diri- 
girt,  nun  auch  im  Gewandhaus  durch  die  meisterhaften, 
stets  von  Neuem  erfreuenden,  oft  geradezu  packenden  Umgestal- 
tungen ihres  glücklich  erfundenen  prägnanten  Themas,  sowie 
den  wunderbaren  Schmelz  und  Glanz  ihrer  Instrumentation, 
in  deren  Betreff  unter  den  lebenden  Oomponisten  Nicodö  die 
erste  Stelle  einnehmen  dürfte,  den  Ruf  als  Eines  der  bedeut- 
samsten Orchesterwerke  der  Neuzeit  sich  erworben  hat  und 
ihrem  Autor  äusserst  lebhaften,  zu  dessen  Hervorruf  an- 
schwellenden Beifall  erwirkte.    Das  Novum  des  einheimischen 


66 


Künstlere  hatte  ebenfalls  einen  nollen  Erfolg,  wenn  derselbe 
allerdings  aucb  mehr  auf  Conto  der  eminenten,  ganz  phäno- 
menalen Ausführung  durch  den  Gomponisten  zu  schreiben, 
als  auf  den  zu  Tage  tretenden  musikalischen  Gehalt  zurück- 
zuführen war.  Durch  was  dieses  Goncert  in  letzterer  Beziehunc" 
für  sich  einnimmt,  das  ist  neben  der  Liebenswürdigkeit  und 
Anmuth  des  gedanklichen  Materials  die  knappe  Form  und  die 
lichtvolle,  den  Solisten  immer  deutlich  zu  Worte  kommen  las- 
sende Instrumentation,  die  der  Componist  Jedem  der  drei, 
organisch  unmittelbar  mit  einander  verbundenen  Sätze  ge- 
gegeben hat.  Auf  gleicher  Stufe  reproductiver  Meisterschaft 
wie  im  eigenen  Concert  stand  Hr.  Klengel  in  weiteren  Solo- 
stücken von  S.  Bach,  J.  Massenet  und  Piatti.  Neben  ihm  wirkte 
noch  Frau  Bau  mann  solistisch  an  diesem  Abende  mit. 
Konnte  dieselbe  mit  ihrer  Anfangsnummer,  einer  Arie  aus 
„Badamisto'^  von  Händel- Franz ,  keinen  rechten  Eindruck  ma- 
chen, so  wurde  sie  umsomehr  gefeiert  nach  ihren  übrigen  Spen- 
den, der  Spohr'schen  Bomanze  „Rose,  wie  bist  du  reizend  und 
inild^  und  Liiedem  von  Sitt  (dem  empfindungssatten,  tiefinner- 
lichen „Dein*'),  Cornelius  (dem  nach  langem  üebersehen  end- 
lich vielfach  zur  Beachtung  gelangenden  „Komm,  wir  wandeln 
zusammen  im  Mondenschein^)  und  Bietz  (der  etwas  stark 
verblassten  „Elfe").  Die  in  der  Ausführung  allgemein  ge- 
rühmte Symphonie  des  Abends  war  die  bekannte  in  Esdur  von 
Mozart.  Im  folgenden  14.  Abonnementconcert  concentrirte 
sich  das  Interesse,  so  prächtig  und  Genuss  spendend  auch  die 
Orchestemummern  —  Mendelssohn^s  „Sommemachtstraum"- 
Musik  und  Beethoven's  I.  Symphonie  —  waren,  auf  den  solisti- 
schen Theil,  der  in  den  Händen  des  Hm.  Moriz  Uosenthal  laß. 
Dieser  neueste  Wundermann  des  Clavierspiels  hat  sich,  nach- 
dem er  in  vor.  Saison  in  zwei  Concerten  des  Liszt- Vereins 
bereits  die  denkbar  grösste  Sensation  mit  seiner  unglaublichen, 
märchenhaften  Technik  erregt  hatte,  nunmehr  auch  in  sieg- 
haftester Weise  das  Gewandhauspublicum,  sowohl  die  Probe- 
wie  die  Conoertbesucher,  gewonnen  und  zu  beiden  Zeit-en 
Beifallsstürme  entfesselt,  wie  wir  sie  in  solcher  Stärke  und 
Länge  in  diesen  Concerten  vorher  noch  nicht  gehört  hatten. 
Bas  Publicum,  schon  nach  dem  Vortrag  des  Chopin'schen 
Emoll-Concertes  höchst  animirt,  gerieth  nach  der  „Don  Juan**- 
Phnntasie  wahrhaft  in  Extase  und  rang  sowohl  in  der  Probe, 
wie  im  Concert  dem  in  seiner  Virtuosität  schier  unheimlichen 
Ktlnstler  je  zwei  Zugaben  ab.  Mit  der  blossen ,  wenn  auch 
noch  so  imposanten  Technik  sind  derartige  fascinirende  Wir- 
kungen entschieden  nicht  zu  erzielen,  wenn  der  Künstler,  der 
sie  besitzt,  ihr  nicht  auch  individuelles  Leben  und  Wesen  zu 
geben  vermag.  Es  ist  daher  einüeu^h  absurd,  Hm.  Bosenthal, 
wie  jüngst  trotz  der  in  vier  Concerten  in  Berlin  von  ihm  er- 
rungenen unerhörten  Erfolge  in  der  dortigen  Presse,  aller- 
dings vereinzelt ,  geschah ,  kurzweg  zum  Ciavierakrobaten  zu 
degradiren.*)    Wer    z.  B.    den    Mittelsatz  des   Chopin'schen      ven 

*)  Zu  den  Berliner  Gegnern  des  Hm.  Eosehthal  gehört 
auch  Hr.  Professor  Heinrich  Ehrlich.  Er  hat  denselben  zwar 
nicht  einen  Akrobaten  oder  ähnUch  genannt,  aber  seine  Agi- 
tation ist  um  so  verwerflicher,  als  er  sie,  im  Widerspruch 
mit  seinem  Namen^  in  aller  Heimlichkeit  betreibt,  wie  dies 
uns  ein  vor  dem  Emtreffen  des  Hm.  Bosenthal  in  Leipzig  an 
uns  gerichteter  Brief  bezeugt,  den  wir,  um  Hm.  Ehruch  ein 
ftlr  alle  Male  die  Lust  an  derartigen  unsauberen  Manövern 
zu  Ungunsten  eines  ihm  missliebigen  Collegen  zu  verderben, 
hiermit  zur  Kenntnissnahme  nicht  blos  uns  „nahestehender 
Bedactionen",  wie  er  dies  ausdrücklich  wünscht,  um  dieselben 
im  Vornherein  gegen  Hrn.  Bosenthal  einzunenmen,  sondern 
des  ganzen  Leserkreises  unseres  Blattes  bringen.  Wir  be- 
merken hierzu,  dass  wir  Hrn.  Prof.  Ehrlich  weder  je  persön- 
lich nahe  gestanden  haben,  noch  die  Confession  mit  ihm  thei- 
len  und  deshalb  kein  anderer  Grund,  als  der  eben  angedeutete, 
für  sein  Schreiben  denkbar  ist.  Da  der  Brief  wegen  seiner 
ungemein  deutlichen  Tendenz  keines  weiteren  Commentars 
von  unserer  Seite  bedarf,  einige  etwas  unklare  persönliche 
Bemerkungen  in  demselben  dag;egen  wohl  Hm.  Bosenthal  selbst 
veranlassen  dürften,  auf  diesäben  zu  reagiren,  so  möge  das 
Sehr  i  ftstüok  nunmehr  wörtlich  seinen  Platz  hier  finden .  Es  uiutet : 
„Berlin,  10.  Januar  1892.  GtoehrtesteBedactionI  Die  Berichte 
des  »Berliner  Tageblatt«  über  Hm.  Bosenthal  sind  nicht  von 
mir  geschlichen.  Hr.  B.  hat  mich  Anfang  Dezember  besucht, 
und  mit  Complimenten  überhäuft.  Ich  bemerkte  ihn  sehr 
freundlich  dass  er,  um  sich  als  Musiker  einzujRihren  —  nach- 
dem seine  riesige  Technik  bereits  vollste  Anerkennung  gefun- 
den —  ein  Conzert  mit  Orchester  geben  müsse;  das  schien  ihm 
nicht  zu  conveniren.   Dann  begann  er  ein  Gespräch  über  Bach, 


Emoll-Concertes  so  weihevoll-duftig  spielt,  wie  ihn  hier  Hr. 
Bosenthal  darbot,  wer  über  einen  solchen  Beiohthum  von 
Klangfarben,  von  den  zauberhaffc-zart  abgetönten  bis  zu  den 
an  Kraft  una  Glanz  sattesten,  gebietet  und  von  demselben  so 
intelligent  und  feinfühlig  Gebrauch  macht,  wie  Hr.  Bosenthal, 
der  dem  benutzten  Blüthner-Flügel,  einem  in  der  Ergibigkeit 
und  der  Modification  des  Tons  allerdings  geradezu  unüber- 
trefflichen Instrumente,  oft  ordentliche  Sphärenmusik  ent- 
lockte, wer  ausserdem,  wie  der  Genannte,  die  besten  Werke 
der  Clavierlitteratur  gerade  für  gut  genug  fiir  sein  Bepertoire 
hält,  ist  kein  Charlatan,  sondern  ein  echter  und  voller  Künstler 
und  noch  dazu  Einer  ^ster  Potenz,  dem  man  höchstens  nach- 
sagen kann,  dass  er  sich  durch  das  Kraftgeftihl  seiner  uner- 
hörten Technik  manchmal  zu  nicht  immer  künstlerisch  moti- 
virt«n  Tempobeschleunigungen  verleiten  lässt,  im  Uebrigen 
aber  so  musikalisch  veranlagt  ist,  wie  irgend  Einer  seiner 
Collegen. 

Die  5.  Kammermusik  im  selben  Haus,  welche  zwischen 
beide  vorerwähnte  Concerte  fiel,  machte  zuiiächst  mit  einem 
neuen  Ddur-Streichquartett  (Op.  211)  von  C.  Beinecke  bekannt, 
dessen  positive  Eigenschaften  knappe  Fassung  der  einzelnen 
Sätze  und  zumeist  vorzügliche  Stimmführung  waren.  Nach 
Seite  der  thematischen  Erfindung  dürfte  der  erste  Satz  mit  sei- 
nen zwei  gut  contrastirenden  Hauptthemen  der  beste  des  No- 
vums  sein.  Ein  gesangvolles,  aber  gedanklich  nicht  sehr  tiefes 
Adagio,  ein  Scherzo,  das  den  Beiz  der  Neuheit  mehr  in  der 
anhaltenden  efPectvoUen  Ausbeutung  des  Pizzicatcspiels,  als  in 
der  Erfindung  besitzt,  und  ein  flottes  Schlussallegro  bilden  die 
übrigen  Sätze  des  von  den  HH.  Hilf,  Becker,  Sitt  und 
Klengel  in  ausgezeichneter  Weise  ausgeführten,  das  Publi- 
cum zu  einem  Hervorruf  des  auf  dem  Podium  sitzenden  Com- 
ponisten  animirenden  Werkes.  Eine  ungemein  elektrisirende 
Wiedergabe  fand  das  andere  Streichquartett  des  Abends,  das 
in  G  dur  von  F.  Schubert,  in  welcher  sich  nicht  blos  ein  sehr 
feinabgewogenes  Ensemble,  sondern  auch  das  liebevollste  Ein- 
gehen jedes  Einzelnen  der  genannten  vier  Herren  auf  die 
poetischen  Intentionen  des  Componisten  bemerklich  Jmachte. 
Zwischen  beiden  Quartetten  war  Beethoven's  Claviertrio  Op. 
97  placirt,  dem  die  HH.  Prof.  Dr.  Beinecke,  Hilf  und 
Klengel  eine  nicht  minder  vortreffliche  Ausführung  ange- 
deihen  Hessen.  Bewundemswerth  erschien  uns  auch  hier  be- 
sonders die  jugendlich-elastische,  dabei  technisch  und  klang- 
lich subtile  Behandlung  des  Ciavierparts ,  bei  welcher  Hm. 
Prof.  Dr.  Beinecke  ein  prachtvoller  Blüthner-Flügel  zu  Ge- 
bote stand. 

Einer  weiteren  Kammermusik- Veranstaltung  wohnten  wir 
in  der  Alberthalle  bei.  In  derselben  fieoid  am  27.  Jan.  ein 
Kammermusik- Abend  der  HH.  Professoren  Barth,  deAhna 
und  Hausmann  aus  Berlin  mit  Compositionen  von  Beetho- 
ven (Ciaviertrios  Op.  1,  No.  8,  und  Op.  70,  No.  3,  Clavier- 
Violoncellsonate  Op.  69  und  Yiolinromanzen  in  Fdur  und  Gdur) 
statt.    Die  Wahl  der  Zeit  für   dieses  Concert  seitens  dessen 


ich  nahm  die  »Suiten«  zur  Hand,  und  konnte  meine  Verwun- 
derung über  seine  gänzliche  ünkenntniss  der  Vortrags- 
zeichen,  Stimmführung  u.  dgl.  nicht  vollständig  verbergen. 
Alles  dastheilte  ich  unmittelbar  nach  dem  Besuche  des 
Hm.  B.  dem  mir  befreundeten  Bedacteur  des  »Berliner  T.« 
Dr.  A.  Levyson  schriftlich  mit,  ^^damit  Niemand  behaupten 
dürfe,  ich  wäre  etwa  beeinflusst«.  Nun  ist  Hr.  B.  dem  Eigen- 
thümer  des  Blattes  von  reichen  Wiener  Kauf  leuten  sehr  warm 
empfohlen,  und  so  kam  der  Bedacteur  auf  den  Gedanken,  die 
Berichte  (mit  meinem  Wissen)  von  einem  Anderen  besorgen 
zu  lassen  da  »ich  mir  durchaus  nichts  vorschreiben  lasse«. 
Hr.  B.  aber  Hess  mir  von  seinem  Conzert-Agenten 
keine  Billete  senden:  ich  habe  gestern  Abend  an  der 
Casse  für  unbemittelte  Schülerinnen  des  Conserva- 
toriums  Sitze  gekauft,  damit  sie  diesen  enormen 
Virtuosen  hören  [dem  freilich  ktlnstlerischer  Anstand  und 
weltmännische  Klugheit  ^nz  fehlen].  Hanslick  schreibt  mir, 
dass  der  »unmusikalische  Hexenmeister«  sich  gegen  ihn  ganz 


ebenso  benommen  hat.    Ais  dieser  nach  Amerika  ging,    hat 


ihm  H.  sehr  nützliche  Empfehlungen  mitgegeben.  Als  er  von 
Amerika  zurückkam  [wo  er  mit  dem  unmöglichen  Josephi 
Freundschaft  geschlossen  hatte]  schrieb  H.  einmal  »bei  aller 
Anerkennung  der  riesigen  Technik«  er  habe  Chopin  und 
Schumann  nicht  gut  gespielt,  und  hierauf  grüssteihnK.  nicht 
mehr!!  Indem  ich  Sie,  geenrteste  Bedaction,  bitte  diese Mit- 
theilnngen  auch  zur  Kenntniss  der  Ihnen  nahe  stehenden 
Leipziger  Bedactionen  bringen  zu  wollen,  zeichne  ich  in  aus- 
gezeichneter  Hochachtung   Ihr  ergebenster  Heinr.  Ehrlich." 


1 


66 

geschäftlichen  Unternehmers,  des  Hm.  E.  Eulenburg,  war  we- 

fen  der  vorauszusehen  gewesenen  gleichzeitigen  Feiern  des  Ge- 
urtstages  Sr.  Majestät  des  Kaisers,  zu  welchen  auch  noch  eine 
,, Walküren-Aufführung  im  Theater  kam,  keine  günstige,  wie 
dies  der  im  Interesse  der  Sache  und  angesichts  der  ausgezeich- 
neten Leistungen  der  drei  Herren  bedauemswerthe  ungewöhn- 
lich schwache  Besuch  des  Concertes  bezeue^.  Aber  auch  die 
Wahl  des  Locals  hätte  nicht  getroffen  weraen  sollen,  da  sich 
die  gewaltige  Alberthalle  wenig  für  Reproductionen  intimer 
Kammermusik  eignet.  Diese  Ausstellungen  sollen  aber  nicht 
das  Verdienst  schmälern,  das  sich  Hr.  Eulenburg  erwarb,  in- 
dem er  dem  Leipziger  Publicum  Gelegenheit  bot,  diese  Trio- 
vereinigung nach  SiJigerer  Zeit  (1885)  wieder  einmal  hören  zu 
können,  so  wenig  £eselbe,  wie  gesae^,  von  Jenem  auch 
ausgenutzt  worden  ist.  Die  Wenigen,  die  gekommen  waren, 
haben  wohl  alle  ihre  Erwarttmgen  erfüllt  gefunden  und  sich 
ebenso  erfreut  an  dem  auf  einem  in  der  Weichheit  und  Klar- 
heit des  Tones  köstb'chen  Bechstein-Flügel  gebotenen  licht- 
und  stilvollen  Spiel  des  Hm.  Prof.  Barth,  der  edlen  und 
keuschen  Toneebung  des  Hm.  Prof.  de  Ahna  und  dem  männ- 
lich-schönen Violoncellspiel  des  Hm.  Prof.  Hausmann,  sowie 
an  der  überall  von  feinstem  Yerständniss  der  vorgeiührten 
Werke  zeugenden  Gesammtwirkung',  soweit  Letztere  nicht 
unter  den  akustischen  Verhältnissen  des  Locals  zu  leiden  hatte. 
Die  drei  Künstler  wurden  dem  Gebotenen  entsprechend  reich- 
lich durch  Beifall  belohnt.  Hoffentlich  lassen  sie  sich  durch 
den  schwachen  Besuch  dieses  Debutabends  nicht  von  der  Aus- 
führung der  angekündigten  zwei  übrigen  Kammerconcerte  ab- 
halten. 

Aus  den  letzten  Wochen  ist  noch  des  1.  Ck}ncertes  des 
Violinvirtuosen  Hm.  P.  Sarasate  und  eines  am  29.  Jan.  im 
Alten  Gewandhaus  zum  Besten  der  Gemeindepflege  in  der 
Lutherparochie  veranstalteten  Concertes  zu  gedenken.  Hr. 
Sarasate  spielte,  zum  Theil  von  der  Capelle  des  134.  Infanterie- 
Begiments,  zum  Theil  am  Ciavier  von  seinem  Impresario 
accompagnirt,  Bruches  neuestes  (3.)  Concert,  das  trotz  den 
vorausgegangenen  Beclamenotizen  in  der  Localpresse  keine 
Novität  für  hier  war,  desselben  Componisten  Schottische 
Phantasie,  sowie  eine  „Carmen** -Phantasie  und  andere  Vir- 
tuosenstücke eigener  Mache  und  bewährte  in  allen  seinen 
Vorträgen  die  schon  in  allen  Tonarten  besungenen  Vorzüge 
seiner  Technik ,  seines  Tons  und  seiner  geschmeidigen  Auffas- 
sung, sodass  etwas  Neues  über  ihn  zu  sagen  nicht  möglich  ist. 
Das  3.  Bruch'sche  Concert  hat  uns  diesmal  m)ensowenig,  wie  vor 
einiger  Zeit,  als  es  Hr.  Halir  in  einem  Liszt-Vereinsconcerte  an 
derselben  Stelle  (Alberthalle)  vorführte,  gefiaJlen.  und  auch 
Hr.  Prof.  Joachim,  der,  wie  wir  hören,  dasselbe  im  Gewand- 
hausconcert  am  11.  Febr.  spielen  will,  wird  uns  und  viele 
Andere  in  der  geringen  Meinung  über  dieses  schale  musika- 
lische Gemüse  nicht  bekehren  können.  Li  den  zwei  folgenden 
Concerten,  zu  welchen  wir  die  Billets  theils  zu  spät  für  recht- 
zeitige Disposition,  theils  gar  nicht  erhielten,  ist  Frau  Marx 
aus  Berlin  die  Mitwirkende  gewesen.  Mag  der  Besuch  dieser 
Concerte  kein  recht  befriedigender  gewesen  sein,  so  konnte  da- 
gegen der  Saal  des  Alten  Gewandhauses  das  Publicum  kaum 
fassen,  welches  gekommen  war,  um  sich  an  dem  versprochenen 
Gesang  der  Frau  Steinbach-Jahns  zu  erfreuen,  die  Be- 
kanntschaft, des  einheimischen  dreizehnjährigen  Violoncellisten 
Fritz  Brückner  zu  machen  und  die  sonst  noch  in  Aussicht 
gestellten  musikalischen  Gtenüsse  en^e^enzunehmen.  Mit  der 
Ouvertüre  zu  „König  Manfred"  von  Semecke  durch  die  treff- 
liche CaneUe  des  134.  Lifanterie-Begiments  unter  Leitung  des 
Hrn.  Janrow  begonnen,  bestanden  dieselben  ausser  den  Vor- 
trägen der  genannten  Solisten  in  gut  gelungenen  Ghorspenden 
der  Thomaner  (dem  bekannten  „Wenns  Ostern  wird  am  Tiber- 
strom" von  Vierling,  einem  lieblichen  Wiegenlied  und  stim- 
muiigsedeln  „Das  macht  das  dunkelgrüne  Laub"  von  C.  Piutti, 
sowie  dem  kunst-  und  wirkungsvollen  Wechselgesang  „Mein 
Herz,  ich  will  dich  fragen"  und  dem  bekannten  hübschen 
Morgenlied  von  W.  ßust)  und  soliden  zweiclavierigen  Dar- 
bietungen der  HH.  v.  Böse  und  Weidenbach  (den  gedie- 
genen Variationen  Op.  13  von  H.  v.  Herzogenberg,  der  ge- 
danklich reizlosen  Chaconne  von  Jadassohn  und  zwei  ganz  präch- 
tigen Stücken  „Humoreske"  und  Intermezzo  von  F.  Thieriot). 
Ein  schon  frühzeitig  zu  ganz  respectabler  Technik  und  anspre- 
chendem Vortrag  gdangter  Violoncellspieler  ist  Fritz  Brückner, 
der,  stünde  ihm  die  für  einen  grösseren  Ton  nöthige  physische 
Kraft  zu  Gebote  und  erlaubte  ihm  seine  körperliche  Ent- 
wickelung  bereits  die  Benutzung  eines  normal  grossen  Listru- 
mentes,  mit  manchem  körperlich  und  künstlerisch  ausgewach- 
senen  CoUegen   sieghaft  concurriren   können  würde.     Trat 


dieses  Manco  an  Kraft  natnrgemäss  besonders  in  dem  vom 
Orchester  begleiteten  Concert  von  Saint-Saöns  hervor,  so  liess 
es  sich  aber  auch  in  den  sehr  discret  von  der  kunstgebildeten 
Mama  des  Kleinen  am  Ciavier  begleiteten  Stücken  virtuoser 
Natur  von  Klengel  (Gavotte)  und  Cossmann  (Taranteile)  nicht 
ganz  übersehen,  während  die  schöne  und  freie  Ton^bung 
und  der  warme  und  richtige  Ausdruck,  womit  der  Kieme  ein 
Air  von  S.  Bach  spielte,  eine  völlig  concertreife  Leistung  er- 
gaben. Den  Höhepunct  des  Concertes  nach  Seite  der  Aus- 
führung bildeten  oie  Liederinterpretationen  der  Frau  Stein- 
bach-Jahns. Die  ausgezeichnete  Künstlerin  hatte  hierzu 
Brahms'  „Alte  Liebe",  Liszt^s  „Wo  weilt  er",  Mascagni's 
„Blumenorakel",  Bungert's  „Auf  der  Bleiche",  Geldmarkts 
„Quelle"  und  Marschner's  „Liebchen,  wo  bist  du",  sowie  als 
stürmisch  verlangte  Extraspende  Sommer's  „Wiegenliedchen 
für  eine  deutsche  Capresin"  gewählt  und  brachte,  bei  köst- 
lichster stimmlicher  Disposition,  Alles,  was  an  Stimmung  und 
Poesie  in  diesen  Compositionen  geborgen  liegt,  mit  der  ihr 
eigenen  intensiven  künstlerischen  Intuition  zu  entzückendstem 
Ausdruck  und  unmittelbarster  Wirkung. 

Genf,  Ende  December.  Die  Verwaltung  des  Theaters 
seitens  der  städtischen  Behörde  dauerte  nur  zwei  Jahre,  weil 
das  pecuniäre  Resultat  kein  befriedigendes  war.  In  Folge 
dessen  gab  unser  Magistrat  das  Unternehmen  auf  und  ver- 
traute dasselbe  dem  früheren  Geschäftsführer  Hm.  Dauphin, 
welcher  seit  Anfang  der  gegenwärtigen  Saison  als  verant- 
wortlicher Director  unsere  Bühne  leitet.  Die  Abonnement- 
concerte  wurden  vom  vorigen  Comite  auf  eigene  Rechnung 

genommen,  sodass  imser  musikliebendes  Publicum  sicher  sein 
urfbe,  dieselben  artistischen  Genüsse  wie  ehemals  zu  empfan^;en. 
Der  Cyklus  umfasst  zehn  Abende,  deren  vier  vor  Neujahr 
stattgefunden  haben.  Das  verstärkte  Theater-Orchester,  unter 
der  anregenden  Leitung  des  Hm.  Capellmeisters  Hugo  von 
Senger,  spielte  recht  lobenswerth  Symphonien  von  Beet- 
hoven („Eroica"),  Haydn  (Ddur),  Mozart  (GmoU),  Schumann 
(Bdur)  und  Stücke  von  Wormser,  Mascagni,  Weber  (Ouver- 
türe zu  „Euryanthe"),  Beinecke,  Mendel^hn,  Saint- Saens, 
Wagner  („Siegfried-Idyll")  und  Grieg  (Suite  aus  „Peer  Gynt"). 
Für  Solisten  wurde  bestens  gesorgt :  Frl.  Issaurat,  Sängerin 
aus  Paris,  der  Violinvirtuos  Hr.  Marteau  und  der  jugend- 
liche Ciavierheld  Otto  Hegner  aus  Basel  traten,  besonders 
die  zwei  Letzten,  mit  grossem  Erfolg  auf.  Merkwürdig  ist 
es,  dass  wir  einem  17  jährigen  französischen  Ktknstler  die  Be- 
kanntschaft Eines  der  schönsten  Werke  von  Brahms,  des 
Violinconcertes ,  verdanken.  Das  Programm  des  auf  den 
5.  December  angesetzten  dritten  Abonnementconoertes  war 
dem  Andenken  Mozart's  gewidmet.  Instrumental-  und  Vocal- 
nummem  wechselten  in  glückUcher  Folge.  Von  den  Letzteren 
machten  namentlich  mehrere  von  der  „Soci^te  de  Chant  du 
Conservatoire"  vortrefflich  gasungene  Fragmente  aus  dem 
„Requiem"  einen  erhabenen  Eindruck.  Was  ich  in  meinem 
Juni-Bericht  über  den  neuen  Antrieb  schrieb,  welchen  das 
Quartett  Sternberg  durch  die  Mitwirkung  des  ausgezeich- 
neten Cla viervirtuosen  und  Professors  der  ooeren  Classen  am 
hiesigen Conservatorium,  Hm.  Willy  Rehberg,  erhalten  hatte, 
kann  ich  heute  wiederholen.  Die  drei  ersten  Kammermusik- 
sitzungen brachten  uns  Interessantes  in  Hülle  und  FüUe. 
Von  den  aufgeführten  neueren  Compositionen  muss  ich  Zweie, 
die  besonderes  Glück  machten,  hervorheben:  das  Clavierquin- 
tett  von  Sinding  und  die  Sonate  für  Cla  vier  und  Violine  von 
Willy  Rehberg.  Ersteres  frappirte  durch  seine  urwüchsige 
Originalität,  Letztere  entzückte  durch  den  wohllautenden  Reiz 
der  Gedanken.  In  der  Sonate  hatte  der  Componist  als 
Partnerin  die  gewandte  Violinistin  Frl.  Dorsival;  in  den 
anderen  Werken  von  Haydn,  Mendelssohn,  DvoHJc,  Volk- 
mann und  Gemsheim  war  Hr.  Sternberg  in  Thätigkeit  und 
fand  vollauf  Gelegenheit,  sein  temperamentvolles  Spiel  zu 
documentiren.  Eine  Sonate  für  Ciavier  und  Violoncell  von 
Hans  Huber  verschafide  uns  femer  das  Vergnügen,  das  Spiel 
des  vorzüglichen  Violoncellisten  Hrn.  Adolf  Renberg  zu 
schätzen.  Sehr  gelungen  war  auch  die  Interpretation  der 
Variationen  für  zwei  Claviere  von  Saint- Saens  durch  die 
HH.  Willy  Rehber^  und  Fricker.  —  Unser  Theater  besitzt 
in  diesem  Winter  einen  stimmbegabten  und  gutgescbulten 
Tenoristen,  wie  noch  nie  zuvor.  Wenn  die  anderen  Sänger 
dem  Hm.  Imbart  de  la  Tour  gleich  wären,  so  hätten  wir 
eine  Opemtruppe  ersten  Ranges.  Als  wichti^re  Novität 
wurde  „Samson  und  Dalila"  von  Saint-Sa^ns  mit  Erfolg  ge- 
geben. Man  verspricht  uns  für  das  Ende  der  Saison  die 
Premiere  einer  unedirten  Oper  von  Lacombe,  „Winkelried" 


67 


betitelt,  und  den  ersten  Act  der  „Walküre",  welcher  in  Be- 
gleitung eines  Werkes  von  Gr6try  zum  Benefiz  des  Theater- 
capellmeisters  Hrn.  Bergalonne  gegeben  werden  soll.         tt 

Lübeck.  Nachdem  Prof .  Dr.  B.einecke's  neue  komische 
Oper  „Der  Gouverneur  von  Tours"  bereits  vor  Kurzen  ihren 
Einzug  in  Schwerin  ^ehalten,  ist  das  gehaltvolle  Werk  nun 
auch  bei  uns  am  17.  Januar  in  Scene  gegangen  und  hat  dem 
Autor  die  schmeichelhaftesten  Ehrenbezeugungen  eingetragen. 
Der  mit  Geschmack  und  Bühnenkenntniss  von  Edwin  Bor- 
maim  nach  dem  alten  französischen  Lustspiele  „Die  Mönche" 
gefertigte  Text  bietet  die  willkommene  Unterlage  ftir  eine 
ganze  Keihe  fein  enrpfundener  Musikstücke  lyrischer  und 
komischer  Gfl.ttang.  Die  eigenthümlichen  Beize  vieler  der- 
selben waren  anfiprechend  genug,  um  den  lauten  Beifall  zu 
rechtfertigen,  der,  den  Gesammteindruck  zusammenfassend, 
nach  jedem  Actschlusse  erscholl,  um  den  hier  ungemein  ge- 
feierten Componisten  stets  von  Neuem  auf  die  Bühne  zu 
rufen.  Fast  jeder  Act  enthält  anziehende  Einzelnheiten  in 
melodischer  Beziehung,  die  von  einem  charakteristischen  Ton- 
colorit  im  Orchester  getragen  werden.  Besondere  Erwähnung 
verdienen  die  warmempfundenen  Duette  zwischen  den  beiden 
Liebespaaren,  das  lustige  Liedchen  „Trari,  Trara",  die  Tenor- 
cavatine  „Das  Bächlein  frage"  und  endlicn  Brissac's 
stimmungsvoller  Gesang  „Zwischen  Ja  und  zwischen  Nein" 
mit  obligater  Yiolinbegleitung.  Mit  wirkungsvollem,  aber 
durchaus  nicht  aufdringlichem  Humor  sind  £e  Partien  des 
dünkelhaften  Gouverneurs  und  des  schlauen  Dr.  Marteau  aus- 
gestattet. Der  Erfolg  der  Oper  trat  in  den  lauten  Beifalls- 
bezeugungen des  Publicums  vollgerechtfertigt  zu  Tage.   S.T. 


Concertumschau. 

Altenburg.  Hofconc.  (Dr.  Stade)  unt.  solist.  Mitwirk,  des 
Prl.  Halph  u.  des  Hm.  Voigt  v.  hier  (Ges.),  sowie  des  Hm. 
Hohlfeld  a.  Darmstadt  (Viol.)  am  2.  Jan.:  Ouvertüren  von 
F.  Schneider  (Fest-)  u.  Mendelssohn,  „König  Manfred" -Vor- 
spiel V.  Reinecke,  Duett  a,  „Mignon"  v.  Thomas,  Soli  für 
Ges.  V.  Beethoven,  Mascagni  („Blumenorakel",  „Mondland- 
schaft" u.  „Entsagung")  u.  Brahms  („Mainacht")  u.  f.  Viol. 
V.  Spohr  u.  Wieniawski  („Legende").  —  Ooncert  für  den 
Wittwen-  u.  Pensionsfonds  der  Hofcap.  am  9.  Jan. :  Sinfonietta 
f.  Orch.  V.  F.  Thieriot  (unt.  Leit.  des  Comp.),  „Melusinen"- 
Ouvert.  V.  Mendelssohn,  Festmarsch  f.  Orch.  üb.  zwei  Melo- 
dien a.  dem  13.  Jahrb.  v.  W.  Stade  (unt.  Leit.  des  Comp.), 
Andante  a.  einer  Sext.-Serenade  v.  E.  Toller  (unt.  Leit.  des 
Comp.),  Solovorträge  der  HH.  Voigt  („An  die  Geliebte"  von 
P.  Frommer,  „Entsagung"  v.  Mascagni  etc.)  u.  Wendling 
a.  Leipzig  (Jankö-Flügel,  Gmoll-Oonc.  v.  Saint-Saöns  etc.). 

—  118.  MusikauffÜhr.  der  Singakad.  (Sitt  aus  Leipzig)  unter 
Solist.  Mitwirk,  des  Ehepeiares  Schmidt(-Köhne)  a.  Berlin  u. 
des  Frl.  Wolf  a.  Leipzig:  „Schön  Ellen"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch. 
V.  Bruch,  „Der  Sturm"  f.  Chor  u.  Orch.  v.  Haydn,  „Erlkö- 
nigs Tochter"  f.  do.  v.  Gade,  Vocalduette  v.  Händel  u.  Boiel- 
dieu,  G^esangsoli  v.  H.  Sitt  („Hab  ichs  geträumt")  und 
H.  Schmidt  („Waldruf"). 

Amsterdam.  Abonnementconcerte  im  Neuen  Concerthaus 
(Kes)  am  17.  Dec.,  7.  u.  14.  Jan.:  Symphonien  v.  Beethoven 
(No.  6)  u.  Brahms  (No.  3),  Ouvertüren  v.  Schumann  („Die 
Braut  von  Messina"  u.  „Genovefa"),  Thomas  („Mignon")  u, 
Mozart,  „Gameval  in  Paris"  f.  Orch.  v.  Svendsen.  Maureri- 
sche Trauermusik  v.  Mozart,  „Lohengrin" -Vorspiel  v.  Wag- 
ner, Intermezzo  sinf.  a.  „Cavalleria  rusticana"  v.  Mascagni^ 
Solovorträge  der  Frls.  Nikita  a.  St.  Petersburg  (Ges.)  u.  ten 
Have  a.  Paris  (Clav.,  Dmoll-Gonc.  v.  Bubinstein)  und  der 
HH.  Tibbe(Clav.,  CmoU-Conc.  v.  Saint-Saöns  etc.)u.Holl- 
man  (Violonc,  2.  Conc.  eig.  Comp.  u.  „KolNidrei"  v.  Bruch). 

—  2.  Auffuhr,  geistl.  Musik  unt.  Leit.  des  Hm.  Averkamp  am 
20.  Dec:  Gem.  Chöre  a  cap.  v.  Sweelinck,  Obrecht,  de  trös, 
Hasler,  Lotti,  Palestrina,  Prätorius,  Bortniansky  u.  S.  Bach. 

—  1.  Auffuhr,  des  Bich.  Wagner- Ver.  m.  dem  1.  Aufzug  u. 
der  1.,  4.  u.  6.  Scene  des  3.  Aufzuges  der  „Meistersinger"  v. 
Wagner  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  Viotta  u.  Mitwirk,  des  Frl. 
Mnlder  a.  Bayreuth  u.  der  HH.  Grüning  a.  Hannover,  Hof- 
müller u.  Jensen  a.  Dresden,  Plank  a.  Carlsruhe  und  Orelio 
V.  hier. 

Angers.  10.  Abonn.-Conc.  der  Assocat.  artist.  (Frömaux): 
Italien.  Symph.  v.  Mendelssohn,  Suite  alg6rienne  v.  Saint- 
Saöns,  Andante  u.  Finalß  a.  der  1.  Symph.  v.  E.  Lefövre, 
«Pavane"  v.  L.  Itasse. 


Basel.  Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft  zum  Benefiz 
ihres  Capellmeisters  Hrn.  Dr.  Volkland  imt.  dessen  Leitung  u, 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Kündig  u.  der  HH.  Sandreuter  von 
hier  u.  Hildach  a.  Berlin  am  10.  Jan.:  7.  Symph.  v.  Beetho- 
ven, „Man£red"-Ouvert.  v.  Schumann,  „Die  erste  Walpurgös- 
nacht"  V.  Mendelssohn,  „Tod tenvolk"  f.  Männerchor  v.  F.  fie- 

far,  Baritonsoli  v.  Händel  u.  Schubert.  —  6.  Abonn.-Concert 
erselben  Gesellschaft  (Dr.  Volkland):  3.  Symph.  v.  Schumann, 
„Zenobia"-Ouvert.  v.  Beinecke,  Solovorträge  der  Frau  San- 
derson  a.  Berlin  (Ges.,  „All  meine  Herz^danken".  „Der  Schuh- 
macher", „Der  Sandträger"  u.  „Ein  kleines  Lied"  v.  Hungert, 
„Inmitten  des  Balles"  v.  P.  Tscha'ikowsky,  „Zur  Drossel 
sprach  der  Fink"  v.  d'Albert  etc.)  u.  des  Hm.  A.  Erasselt 
a.  Baden-Baden  (Viol.,  9.  Conc.  ▼.  Spohr  u.  2.  u.  8.  Satz  des 
1.  Conc.  V.  Vieuxtemps). 

Braunschweig.  Geistl.  Conc.  am  9.  Jan. :  Son.  f.  Violonc. 
u.  Org.  V.  0.  Wermann,  Soli  f.  Ges.  v.  A.  Becker  (Geistl. 
Lied),  Winterberger  („Vater  unser")  u.  A.,  f.  Org.  v.  S.  Bach 
(Edur-Fuge)  u.  Schumann  (BACH-Fuge)  u.  f.  Violoncell  von 
Merkel  (Arioso)  u.  A.  Wolferman  (Adagio  relig.).  (Aus- 
führende: Frl.  Osterloh  (Ges.)  u.  HH.  Wegmann  (Ges.),  Wilms 
(Org.)  u.  Klingenberg  (Violonc). 

Brooklyn.  2.  Conc.  der  Philharm.  Society,  ausgeführt 
vom  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch):  2.  Symph.  v.  Brahms, 
Ouvert.  „Der  gefesselte  Prometheus"  v.  Goldmark.  „Wald- 
weben" a.  „Siegfried"  v.  Wagner,  Claviervorträgo  des  Hm. 
Paderewski  (AmoU-Conc.  eig.  Comp.,  6.  Ungar.  Rhaps.  und, 
als  Zugabe,  „Campanella"  v.  Liszt  etc.). 

Carlsruhe.  4.  Abonn.-Conc.  des  Hoforch.  (Mottl):  Sym- 
phonien V.  Beethoven  (No.  1)  u.  Berlioz(fanta8t.),  „Waldes- 
nacht" V.  Schubert  (Hr.  Plank). 

Gassel.  4.  Abonn.-Conc.  des  k.  Theaterorch.  (Treiber): 
7.  Symph.  v.  Beethoven,  Slav.  Bhaps.  v.  DvoJ&k,  Solovor- 
träge der  Frau  Carreno  (Clav.,  Amoll-Conc.  v.  Grieg  u.  Polon. 
V.  Weber-Liszt)  u.  des  Hrn.  Bartram  (Ges.). 

Coburg.  3.  Symph.-Conc.  (Faltis):  „Frühling8"-8ymph. 
V.  H,  V.  Bronsart,  „Mazeppa"  v.  Liszt,  „Genoveia"-Ouvert. 
V,  Schumann,  „Parsifal" -Vorspiel  v.  Wagner,  Streichoct.  v. 
Mendelssohn. 

Chicago.     1.  Pop.  Piano  Recital  des  Hm.  Em.  Liebling 


Polon.)  u.  A. 

Cöln.  6.  Gürzenichconc.  (Prof.  Dr.  Wüllner):  2.  Symph. 
V.  Brahms,  Ouvert.  zu  Shakespeare's  „Der  Widerspänstigen 
Zähmung"  v.  ßheinberger,  Cliorphant.  v.  Beethoven  (Clav.: 
Frl.  Meyer  v.  hier),  „Königin  Waldlieb"  f.  Chor  u.  Orch.  v. 
Meyer-Olbersleben,  Violinvorträge  des  Hrn.  Sarasate 
(3.  Conc.  V.  Bruch  u.  „Die  Liebesfee"  v.  Raff). 

Dessau.  5.  Conc.  der  Hofcap.  (Klughardt):  Symphonien 
V.  Beethoven  (No.  7)  und  Schubert  (Hmoll),  Ouvertüren  von 
Schumann  („Genovefa")  u.  Weber  (Jubel-). 

Erlangen.  1.  Symph.-Conc.  des  Winderstein'schen  Orch. 
(Winderstein)  a.  Nürnberg:  Ddur-Symph.  v.  Mozart,  „Danse 
macabre"  v.  Saint-Saöns,  3.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beet- 
hoven, Italienisches  Capriccio  v.  Tscha'ikowsky,  Violin  vor- 
trage des  Hm.  Amigo. 

Essen  a.  d.  R.  3.  Conc.  des  Musikver.  (Witte):  4.  Symph. 
V.  Schumann,  „Athalia" -Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Chöre  m.  Orch. 
V.  Brahms  („Nänie")  u.  Brambach  („Morgensehnsucht"  u. 
„Frühlingsmorgen"),  Violinvorträge  des  Frl.  Wietrowetz  aus 
Berlin  (Conc.  v.  Beethoven,  Elegie  v.  G.  H.  Witte  u.  Ma- 
zurka V.  Zarzicky). 

Frankfurt  a.  M.  6.  Museumsconc.  (Eogel):  6.  Symph.  v. 
Beethoven,  „Parsifal"- Vorspiel  v.  Wagner,  Orchestervariat. 
üb.  ein  Haydn'sches  Thema  v.  Brahms,  Danse  des  Sylphes  v. 
Berlioz,  Frölude  a.  „D61uge"  f. Streichorch.v. Saint-Saöns 
(oblig.  Viol.:  Hr.  Prof.  Heermann),  Gesangvorträge  der  Frau 
Sanderson  a.  Berlin  („Der  Schuhmacher"  u.  „Der  Sandträger" 
V.  Bungert,  „Zur  Drossel  surach  der  Fink"  v.  d*Albert  etc.). 
—  5.  Kammermusikabend  aer  Museums-Gesellsohafl:  Cdur- 
Streichquint.  v.  Schubert,  Ddur-Streichquart.  v.  P.  Tschai- 
kowsky,  Kreutzer- Sonate  v.  Beethoven.  (Ausführende:  HH. 
Wallerstein  [Clav.],  Prof.  Heermann,  Naret-Koning,  Welcker, 
Prof.  Cossmann  u.  Becker  [Streicher].) 

Gera.  2.  Kammermusikabend:  GmoU-Clavierquartett  v. 
Brahms,  Ddur-Streichquart.  v.  Haydn,  „Kol  Nidrei"  f.  Vio- 
lonc. V.  Bruch.  (Ausführende:  HH.  Kleemaun  [Clav.],  Jä- 
ger, Grümmer,  Geipel  u.  Kliebes  [Streicher].) 

Gotha.    Vereinsconcerte  des  Musikver.  (Prof.  Tietz):  No.4. 


68 


Ein-  u.  mehrstimm.  Lieder  u.  Gesftoge  a.  P.  Heyse's  „Siechen- 
trost**  m.  Clav.  u.  Viol.  v.  Bruch,  ^ukrainische  Liebeslieder" 
f.  vier  Singstimmen  m.  Clav.  v.  I.  Knorr,  Vocalquartette  v. 
Hauptmann,  Ad.  Jensen  {J^^  sterbende  Kind"),  Löwe  u. 
Costa,  Ciaviersoli  v.  J.  Batf  (Variat.  Dp.  162)  u.  J.  Kwast 
(Capriccio).  (AusfiÜirende:  Frauen  Uzielll  u.  Hahn  und  HH. 
Naval  u.  Sistermans  [Ges.1,  HH.  Uzielli  [Clav.]  und  Maisch 
[Viol.],  sämmtlich  a.  Frankfurt  a.  M.)  No.  6  m.  Compositionen 
V.  Mozart.  Jupiter-Symph.,  Maurerische  Trauermusik,  Re- 
quiem, „Graduale"  f.  Chor  u.  Orch.  No.  6.  Esdur-Symph.  v. 
fiaydn,  Akad.  Festouvert.  v.  Brahms^  Solovorträge  der  Frla. 
van  Niessen  a.  Dresden  (Ges.,  „Wie  bist  du,  meine  Königin" 
V.  Brahms,  „Aus  deinen  Augen"  v.  F.  Ries,  „Zur  Drossel 
sprach  der  Fink"  v.  d'Albert  etc.)  u.  Wietrowetz  a.  Berlin 
(Viol.,  Romanze  v.  Bruch,  Ungar.  Tänze  v.  Brahms- Joa- 
chim etc.). 

Halberstadt.  1.  Stöbe'sches  Abonn.-Conc. :  5.  Symph.  v. 
Beethoven,  „Frieden8feier"-Festouvert.  v.  Rein  ecke  (unter 
Leit.  des  Comp.),  Solo  vortrage  der  Frau  Stöbe-Spiegelberg 
(G«s.,  „La  Captive"  v.  Berlioz  u.  „Frauenliebe  und  -Leben" 
V.  Schumann)  u.  des  Hm.  Prof.  Dr.  Reinecke  (Clav.,  Ddur- 
Conc.  V.  Mozart  u.  Notturno,  Menuett,  Gavotte  u.  Pastorale 
eig.  Comp.). 

Heidelberg.  4.  Abonn.-Conc.  des  Bach-Ver.  (Prof.  Wolf- 
rum) :  „Die  Ideale"  v.  Liszt,  „Egmont"-Ouvert.  v.  Beethoven, 
„Gesang  der  Todten"  f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Ph.  Wolfrum, 
Solovorträge  der  HH.  von  Zur-Mühlen  a.  Berlin  (G^es.,  „An 
die  ferne  Geliebte"  v.  Beethoven  etc.)  u.  da  Motta  v.  ebendaher 
(Clav.,  Phant.  üb.  ungar.  Volksmelodien  u.  „Gondoliera"  von 
Liszt,  Loitermezzo  scnerzoso  v.  H.  v.  Bülow  etc.). 

Innsbruck.  3.  Mitgliederconc.  des  Musikver.  (Pembaur) 
m.  Compositionen  v.  Mozart:  Gmoll-Symph.,  „Zauberflöten" - 
Ouvert.,  Concerte  f.  Clav,  in  Adur  (Hr.  Pemoaur  jun.)  u.  f. 
Viol.  in  Eedur  (Hr.  Eibl),  Gesanesoli  (Hr.  Stötter). 

Kiel.  3.  Abonn.-Conc.  des  Gesangver.  (Prof.  Stange)  m. 
Compositionen  v.  Mozart  unt.  Mitwirk,  der  Frls.  Schmidt  u. 
Zimdars  u.  der  HH.  Krause  u.  Gerold  a.  Frankfurt  a.  M.,  so- 
wie des  Hm.  Keller  v.  hier:  FmoU-Orgelphant.  f. zweiSpieler, 
Requiem  u.  „Ave,  verum  corpus". 

Laibach.  2.  Mitgliederconc.  der  Philharm.  Gesellschaft 
(Zöhrer):  Bdur-Sympn.  v.  Schubert,  D dur-Orchestersuite  v. 
S.  Bach,  Solo  vortrage  der  Frau  Kulp  (Ges.,  „Die  rothe  Rose" 
V.  Lessmann,  „Ueoers  Jahr"  v.  Böhm,  „Die  blauen  Fruh- 
lingsaugen"  v.  Rubinstein,  „Alle  Blumen  möcht  ich  binden" 
V.  Sommer  u.  „Meine  Liebe  ist  grün"  v.  Brahms)  und  des 
Hm.  Lasner  (Violonc.j  Conc.  v.  Molique). 

Leipzig.  5.  Musikabend  des  Kammermusik-Ver. :  Fdur- 
Streichquart.  v.  Haydn  (HH.  Löwenthal,  Klesse,  Schlemüller 
u.  Merckel),iClaviertrio  v.  M.  J.  Erb  (HH.  Ruthardt,  v. Dameck 
u.  Haagmans),  Vocalduette  v.  Schumann  (Frl.  Wehner  u.  Hr. 
Trautermann),  Solovorträge  des  Frl.  Wehner  („Loreley"  von 
F.  Liszt,  „Am  Ufer  des  Flusses  des  Manzanares"  von 
Ad.  Jensen  u.  Mailied  v.  Reinecke)  u.  des  Hm.  von  Böse 
(Clav.,  Son.  v.  Ad.  Jensen).  —  2.  Conc.  des  Hm.  Sarasate 
unter  Mitwirkung  der  Pianistin  Frau  Marx:  Clav.-Violinson. 
Op,  47  V.  Beethoven,  Hmoll-Rondo  f.  do.  v.  Schubert,  Soli  f. 
Clav.  V.  Chopin,  P.  v.  Schlözer  (Etüde)  u.  Liszt  (6.  u.  12.  Un- 
gar. Rhaps.)  u.  f.  Viol.  v.  Mackenzie  C„Pibroch")  u.  A.  — 
Kammermusikabend  der  HH.  Professoren  Barth  (Ciavier),  de 
Ahna  (Viol.)  u.  Hausmann  (Violonc.)  a.  Berlin  am  27.  Jan.  mit 
Compositionen  v.  Beethoven:  Claviertrios  Op.  1,  No.  3,  und 
Op.  70,  No.  2 ,  Clav.-Violoncellson,  Op.  69  und  beide  Violin- 
romanzen. —  14.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Reinecke):  1.  Symph.  v.  Beethoven,  „Sommernachtstraum" - 
Musik  V.  Mendelssohn,  Ciaviervorträge  des  Hm.  Rosenthal  a. 
Wien  (Emoll-Conc.  v.  Chopin,  „Don  Juan"-Phant.  v.  Liszt, 
„Hexam6ron"  v.  Liszt  u.  A.  m.  u.  „Am  Springbrunnen"  v. 
Davidoff).  —  Wohlthätigkeitsconc.  im  Alten  Gewandhaus 
am  29.  Jan.,  ausgeführt  v.  der  Cap.  des  134.  Inf.-Reg.  (Jah- 
row),  dem  Thomanerchor,  Frau  Steinbach- Jahns  (Ges.),  den 
HH.  V.  Böse  u.  Weidenbach  (Clav.)  u.  dem  dreizehnjährigen 
Violoncellisten  Fritz  Brückner:  „König  Manfred"-Ouvert.  v. 
Rein  ecke,  gem.  Chöre  v.  Vierling  („Wenns  Ostern  wird 
am  Tiberstrom"),  C.  Piutti  (Wiegenliea  u.  „Das  macht  das 
dunkelgrüne  Laub")  u.  W.  Rust  („Mein  Herz,  ich  will  dich 
fragen"  u.  Morgenlied),  Compositionen  f.  zwei  Claviere  von 
H.  V.  Hejrzogenberg  (Variat.  Op.  13),  Jadassohn  (Cha- 
conne)  u.  F.  Tnieriot  („Humoreske"  u.  Intermezzo),  Soli  f. 
Ges.  V.  Brahms  („Alte  Liebe"),  Liszt  („Wo  weilt  er"),  Mas- 
cagni  („Blumenorakel"),  Bungert  („Auf  der  Bleiche"), 
Gold  mark   („Die  Quelle"),    Marschner   („Liebchen,    wo  bist 


du")  u.  Sommer  („(Wiegenliedchen  für  eine  deutsche  Capre- 
sin")  u.  f.  Violonc.  v.  Saint-Saöns  (Conc.  Op.  33),  S.  Bach 
(Air),  J.  Kiengel  (Gavotte)  u.  Cossmann  (Tarantelle).  — 
1.  Kirchenconc.  des  Bach-Ver.  (Sitt)  unt.  Solist.  Mitwirk,  des 
Frl.  Martini,  der  Frau  v.  Knappstaedt  v.  hier  und  des  Hm. 
Glömme  a.  Dresden  (Ges.),  sowie  des  Hrn.  Homeyer  (Orgel): 
Cantaten  „Li  allen  meinen  Thaten"  und  „Also  hat  Gott  die 
Welt  geliebt",  Chor  „Nun  lob,  mein  Seel,  den  Herrn",  Arie 
„Bereite  dich,  Zion"  und  Praelud.  u.  Fuge  in  DmoU  f.  Org. 
V.  S.  Bach. 

London.  1.  Conc.  des  Hin.  Dannreuther  (Ciavier)  unter 
Mitwirk,  des  Frl.  Williams  (G^s.)  u.  der  HH. 'Gibson,  Grim- 
son,  Kreuz  u.  Ould  (Streicher):  Ciavierquart.  Op.  87  v.  Dvof  ik, 
Ciaviertrio  Op.  70,  No.  2,  v.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  C.  H. 
H.  Parry  (a.  dem  „De  profundis")  u.  f.  Ciavier  v.  S.  Bach 
(Goldberg- Variat.). 

Magdeburg.  Concerte  des  Kaufmännischen  Ver.  (Kaufi- 
mann):  No.  1.  1.  Symph.  v.  Beethoven,  „Meistersinger"-Vor- 
spiel  V.  Wacner",  „Freischtitz"-Ouvert.  v.  Weber,  Solovor- 
träge der  Frls.  Berg  a.  Berlin  (Gesang,  Arie  a.  dem  „Feuer- 
kreuz" V.  Bruch  etc.)  u.  Geisler  v.  ebendaher  (Clav.^  Emoll- 
Conc.  V.  Chopin  etc.).  No.  2  unt.  Mitwirk,  des  Baritonisten 
Hm.  Hungar  a.  Schwerin.  1.  Symph.  v.  Bruch,  „Efimont"- 
Ouvert.  V.  Beethoven,  Wotan's  Abschied  von  Brünnhilde  u. 
„Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  u.  1.  Gesang  Wolfram's  im 
Sängerkrieg  a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner,  Variat.  aus  dem 
Kaiserquart,  v.  Haydn,  „Archibald  Douglas"  v.  Löwe.  No.  3. 
Jupiter-Symph.  v.  Mozart,  Ouvertüren  v.  Mozart  u.  Wagner 
(  'Tannhäuser"),  Solovorträge  des  Frl.  Schauseil  a.  Düsseldorf 
(Ges.,  „Gebet"  v.  Reinecke,  „Das  Mädchen  an  den  Mond" 
V.  H.  Dorn  etc.)  u.  des  Hm.  Petersen  v.  hier  (Violonc^  Conc. 
V.  Molique  etc.). —  2.  Abonn.-Conc.  des  Brandt^schen  Vereins 
(Brandt)  m.  Vierling^s  „Raub  der  Sabinerinnen"  unt.  sollst. 
Mitwirk,  der  Frau  Schmidt-Köhne  u.  des  Hrn.  Grahl  a.  Berlin, 
sowie  des  Hrn.  v.  Lauppert  v.  hier.  (Das  Werk  hat  sich  auch 
bei  dieser  Gelegenheit  als  das  in  der  Erfindung  frischeste 
unter  den  Compositionen  gleicher  Gattung  aus  derselben  Feder 
erwiesen  und  sowohl  das  Publicum,  wie  die  Kritik  in  hohem 
Grade  ftir  sich  eingenommen.  Sehr  gelobt  wird  auch  die 
Aufführung,  die  unter  der  erprobten  Leitung'des  Hm.  Brandt 
in  allen  Theilen  trefflich  gelungen  ist.) 

Mühlhausen  i.  Th.  4.  Conc.  des  Allgem.  Musikvereins 
(Möller)  unt.  gesangl.  Mitwirk,  der  Frls.  Breuer  u.  Gismar  u. 
des  Hm.  Zimmermann  a.  Sondershausen:  „Jessonda"-Ouvert. 
V.  Spohr,  „Erlkönigs  Tochter"  v.  Gade,  G-esangsoli. 

München.  4.  Abonn.-Conc.  der  Musikal.  Akad.:  Bdur- 
Symphonie  v.  Haydn,  „Tannhäuser" -Ouvertiure  v.  Wagner, 
Orchestervariat.  über  ein  Schubert'sches  Thema  v.  R.  Heu- 
berger,  SolovortiUge  der  HH.  Gura  (Ges.,  „Waldesnacht"  v. 
Schubert-Mottl,  „Auf  döm  Kirchhofe"  und  „ Verrat h"  von 
Brahms  u.  „Nun  grüsse  dich  Gott,  Frau  Minne"  v.  Nau her t). 

Nürnberg.  6,  Conc.  des  Philharm.  Ver.  (Winderstein): 
Ddur-Symph.  v.  Mozart,  8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beetho- 
ven, Vocalquartette  v.  Isaak,  Morley,  Siloher,  Mendelssohn. 
Kjerulf  u.  Söderman,  ges.  von  den  Frauen  Günthner  und 
Vogger  u.  den  HH.  Vogger  u.  Späth,  Vorträge  des  Hm.Wend- 
ling  a.  Leipzig  auf  dem  Jank6-Flügel  (Gmofl-Conc.  v.  Saint- 
Saöns,  „Hongroise"  v.  Smulders  u.  Spinnlied  v.  Wagner- 
Liszt). 

Oldenburg.  3.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  (Manns):  6.  Sym- 
phonie V.  Beethoven,  „Zauberflöten" -Ouvert.  v.  Mozart,  zwei 
„Legenden"  f.  Orch.  v.  Dvof&k,Violoncell vortrage  des  Hm. 
Kufferath  (Ddur-Conc.  v.  Haydn-Gevaört ,  Spinnhed  v.  Pop- 
per etc.). 

Quedlinburg.  6.  Kammermusikabend  der  Concertgesell- 
schaft:  Streichquartette  v.  Beethoven  (Emoll)  u.  Mozart  (Bdur), 
„Erklärung"  und  „Die  Mühle"  a.  dem  Streichquartett  „Die 
schöne  Müllerin"  von  J.  Raff,  Soli  f.  Violine  v.  Sarasate 
und  für  Violoncell  v.  David  off  (Romanze  u.  -Am  Spring- 
bmnnen").  (Ausführende:  HH.  Corbach,  Hüf,  E.  u.  A.  Mar- 
tin a.  Sondershausen.) 

Rostock.  Orchesterconcerte  des  Ver.  Rostocker  Musiker 
(Dr.  Thierfelder) :  No.  1.  Ddur-Symph.  v.Ph.E.  Bach,  Gmoll- 
Conc.  f.  Streichorch^  zwei  obhg.  Violinen  u.  oblig.  Violonc.  v. 
Händel,  Toccata  f.  Orch.  v.  S.  Bach-Esser,  Allegro  u.  Larg- 
hetto  a.  dem  Clar.-Quint.  v.  Mozart  (Clar. :  Hr.  Heflfter).  No.  2 
m.  Compositionen  von  Beethoven.  6.  Symphonie,  „Fidelio"- 
Oüvert.  u.  Sept.,  Op.  5K).  Am  11.  Jan.  5.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, Ouvertüren  v.  Reinecke  ( „Fried ensfeier*^  u.  Möhul, 
„Aufforderung  zum  Tanz"  v.  Weber-Berlioz ,  Seren,  f.  Fl.  u. 
Hörn  V.  Titl,  Emoll- Violiiiconc.  v.  David  (Hr.  Voss).  —  Am 


69 


14.  Jan.  Aufführ.  v.  Bruches  «Odysseus"  durch  die  Singjakad. 
(Dr.  Thierfelder)  unt.  sollst.  Mitwirk,  des  Frl.  Gundlacn  aus 
Neustrelitz  u.  des  Hm.  Gausche  a.  Creuznach. 

SondershauBen.  Wohlthätigkeitsconc.  desConservat.  der 
Musik  am  20.  Dec.:  Pdur-Claviertrio  v.  G*de  (Frl.  Strang- 
xnann  u.  HH.  Martin  u.  Schneevoigt),  Religioso  f.  vier  Violon- 
celli v.G  ölte  r  mann  u.Conoertwalzer  f.  do.  V.  Fitzenhafi;en 
(HH.  Prof.  Schröder.  A.  Martin,  Schneevoigt  und  Grabofekv), 
Weihnachtscantate  f.  Frauenchor,  Soli  u.  Clav.  v.  Reinecke 
(Soli:  Frls.  Nohren,  Haase  u.  Bartholomö),  Duett  a.  „Carmen" 
v.  Bizet  (Frl.  Franic  u.  Hr.  Bulinckx),  Solovorträge  derHH. 
Peder  (Ges.,  drei  Weihnachtslieder  v.  Cornelius)  und  Bur- 
mester  (Viol.). 

Speyer.  3.  Conc.  v.  Caecilien-Ver.  u.  Liedertafel:  Streich- 
quartette V.  Haydn  (Bdur)  u.  Smetana  („Aus  meinem  Le- 
hen"), Streichquartettßätze  v.  Grieg  (a.  Op.  27),  Beethoven 
(a.  Op.  130)  u.  Eaff  (a.  Op.  77).  (Ausfuhrende:  HH. Walter, 
Ziegler,  Yollnhals  u.  Bennat  a.  München.) 

Strassburg  1.  E.  5.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Orch.  (Stock- 
hausen): 3.  Symph.  v.  Schumann,  Ouvert.  zu  „Der  gefesselte 
Prometheus"  v.  Goldmark.  Solo  vortrage  des  Frl.  Ermavon 
hier  (Ges.,  „Ständchen"  v.  E.  Strauss  etc.)  u.  des  Hrn.  Prof. 
Heermanna. Frankfurt  a.  M.  (Viol.,  Conc.  v.  Brahms  u.  „Heyre 
Kati"  V.  J.  Hubay). 

Weimar.  3.  Abonn.-Conc.  der  fi;ro8sherzogl.  Musikschule 
(Prof  Müller-Hartung):  Gmoll-Sympn.  v.  Baff,  „Anakreon"- 
Ouvert.  V.  Cherubim ,  Duett  a.  dem  „Freischütz"  von  Weber 
(Friß.  Ickel  v.  hier  u.  Schulze  a.  Cassel),  Solo  vorträge  der  HH. 
Räbel  a.  Eisenach  (Clav.)  und  Wider  a.  Apolda  (Waldhorn. 
Conc.  V.  B.  Strauss). 

Wien.  Conc.  des  Wiener  Orchesterbundes  (Gotthardt)  am 
3.  Jan.:  Svmphonien  v.  Haydn  (Ddur)  u.  Schubert  (Bdur), 
Egmont" -Ouvert.  v.  Beethoven,  Suite  f.  Streichorchester  u. 
Inaugurations-Festfanfare  v.  Gotthard. 

Wiesbaden.  2.  Conc.  des  Männergesangver.  „Concordia" 
(Weins):  Chöre  v.  Marschner,  Engelsberg  („Der  Einsiedler", 
m.  Tenorsolo),  v.  Weinzierl  („Herbststurm"),  A.  Smolian 
(„Herbst"  u.  „Wächterruf"),  Koschat  u.  Santner^  Solovor- 
träge der  HH.  Heuckeshoven  v.  hier  (Ges.,  „Was  hegt  wohl 

der  Welt"  v.  A.  Smolian  etc.)  u.  des  Hrn.  Smolian  aus 


an 


Carlsruhe  ((5lav.,  Cdur-Sonate  v.  F.  W.  Eust  u.  „Eomanzero" 
V.  St.  Krehl). 

Zwickau.  3.  Abonn.-Conc.  des  Musikver.  (Vollhardt): 
2.  Symph.  v.  Svendsen,  „Eosamunden" -Ouvert.  v.  Schubert, 
Solovorträge  des  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  (Ges.,  Arie  „Hell- 
strahlender Tag"  V.  Bruch,  „Müller,  hab  Acht"  v.P.  P fitzner, 
Wiegenlied  V.  Hart  ha  n  etc.)  u.  des  Hm.  Zwintscherv.  eben- 
daher (Clav.,  DmoU-Conc.  v.  Eubinstein  etc.). 

B9*  Veraltete  Programme,  eowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben/ 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Cassel.  Ein  lange  vergeblich  ersehnter  Gast  war  endlich 
in  unserer  Stadt  eingetroffen:  Hr.  Emil  Götze,  der  langjährige 
Magnet  des  Cölner  Stadttheaters.  Derselbe  erschien  hier  aber 
aut  dem  Concertpodium,  entzündete  mit  seinem  Gesang  aber 
nichtsdestoweniger  wahre  Beifallsstürme.  Ein  ihm  ebenbür- 
tiger Kunstcollege,  Hr.  Concertmeister  Prill  aus  Leipzig, 
flmrte  die  andere  Programmhälfte  aus  und  erwirkte  sich  mit 
seinem  Spiel  eine  gleiche  begeisterte  Anerkennung,  trotzdem 
dass  ihm  der  berühmte  Name  für  hier  bisher  noch  gefehlt 
hatte.  —  Lüttich.  Auch  hier  hat  Frau  Sucher  aus  Berlin 
mit  ihrer  Wagner-Interpretation  in  einem  Conservatoriums- 
concert  die  Zuhörer  zur  Begeisterung  entflammt.  —  New- 
York.  Paderewski*s  Erfolge  spotten  jeder  Beschreibung. 
Für  seine  Concerte  musste  ein  5000  Personen  fassender  Saal 
gewählt  werden.  —  Paris.  In  der  Grossen  Oper,  und  zwar 
m  der  ,j Afrikanerin",  debutirte  Frl.  Br6val,  enem.  Schülerin 
des  Pariser  Conservatoriums,  mit  vollständigem  Erfolg.  — 
Sondershausen.  In  der  letzten  „Zauberflöten'^-Aufführung 
des  Hoftheaters  debutirten  niclit  weniger  als  fünf  Eleven  des 
hiesigen  Conservatoriums,  und  zwar  Frl.  Frank  als  Pami na, 
Hr.  Vaupel  als  Sprecher  und  die  Frls.  Nohren,  Kur th  und 
Bartholomö  als  knaben.  Ganz  ausnehmend  gat  machte 
Frl.  Frank  gesanglich  ihre  Sache.  Alle  vier  Schülerinnen  und 
Hr.  Vaupel  l^ten  für  die  ausgezeichnet«  Gesangsmethode 
ihres  Lehres  Hrn.  Kammersänger  Günzburger  das  beste  Zeug- 
niss  ab.  —  Witten.  Der  gereierte  Gast  des  2.  Concerts  des 
Musikvereins  war  die  Sopranistin  Frl.  Naber  aus  Cöln,  welche 
mit  dem  Wohlklang  ihrer  Stimme  und  der  trefflichen  Aus- 


sprache ebenso  erfreute,  wie  durch  den  warmbeseelten  Aus- 
druck, mit  welchem  sie  die  Sololieder  und  den  Solosopran  in 
de  Haan*s  „Harpa*'  sang. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  30.  Jan.  „Seliges  Gedenken**  u. 
„Yergiss  mein  nicht",  geistl.  Gesänge  von  S.  Bach.  .Unser 
Vater"  v.  Homilius.  31.  Jan.  „Zeuch  ein  zu  deinen  Tnoren" 
V.  Th.  Weinlig. 

Glessen.  Stadtkirche:  Evan^l.  Kirchengesangverein. 
15.  October  bis  26.  December.  „Die  Himmel  rühmen"  von 
BeeÜioven.  Psalm  100  v.  StoUbrock.  „Herr  Gott,  dich  loben 
wir"  nach  Fielitz.  „Nun  bitten  wir"  v.  Erythraeus.  „Was 
ist  der  Mensch"  v.  Krtlger.  Hymne  v.  Gluck.  „Wohlauf  gen 
Bethlehem",  geistl.  Volkslied  a.  dem  15^  Jahrh.  „Es  ist  ein 
Itos  entsprungen"  v.  Prätorius.  „Brich  an,  du  scnönesMor- 
genlicht"  v.  8.  Bach.  „Ehre  sei  Gott  in  der  Höhe"  v.  Hegele. 
Altböhmische  Weihnacntslieder  v.  C.  Riedel  „Gelobet  seist 
du,  Jesu  Christ"  v.  S.  Bach. 

Torgau.  Stadtkirche:  26.  Dec.  „Es  waren  Hirten  da- 
selbst auf  dem  Felde"  u.  „Ehre  sei  Gott  in  der  Höhe"  von 
Händel.  „Freut  euch,  ihr  lieben  Christen"  von  L.  Schröter. 
26.  Dec.     „Benedictus"  v.  Mozart. 

OpernauffDhrungen. 

December. 

Coburg.  Hoftheater:  6.  Die  Zauberflöte.  10.  Der  fliegende 
Holländer.  16.  u.  20.  Teil.  18.  Ernani.  25.  Aennchen  von 
Tharau.    27.  Troubadour. 

Januar. 
Coburg.    Hoftheater:  1.  Asragl.    3.  Bigoletto. 

Aufgeflihrte  Novitäten. 

Bella  (J.  L.),    Apotheose  f.  Soli,  Männerchor  u.  gem.  Chor. 

(Hermannstadt  i.  S.,  Mozart-Feier  des  Musikver.) 
Berti 0  2  (H.),  Symph.  „Komeo  und  Julie".  (Amsterdam,  Conc. 

der  GesellschaÄ  „Excelsior"0 
„Faust's  Verdammung".  (Birmingham,  Triennial  Festi- 
val.) 
yjKönig  Lear"-Ouvert.  (Hamburg,  4.  Abonn.-Conc.  unt. 

Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow.) 
Requiem.    (Weimar,  Auffuhr,  unt.  Leit.  des  Hrn.  Prof. 

Müller-Hartimg.) 
Brahms  (J.),    1.  Symph.    (Hamburg,  3.  Philharm.  Concert.) 

3.  Symph.    (Birmingham,  Triennial  Festival.) 

Akad.  Festouvert.      (Hildburghausen,    1.  Abonn.-Conc. 

der  Hofcap.  in  Meiningen.) 
—  —  Streichquintett  Op.  8^.    (London,  3.  Conc.  der  Musical 

Guild.) 
Streich quintett   Op.  111.     (London,   2.  Kammermusik- 

conc.  der  HH.  Ludwig  u.  Whitehouse.) 
Cmoll-Clavierquart.  (London,  1.  Conc.  des  Frl.  L.Douste 

de  Fortis.) 
1.  Clav.-Violoncellson.  (London,  Monday  Pop.  Conc.  am 

14.  Dec.) 
2.  Clav.-Violoncellson.  (London,  Thursday  Subscr.  Conc. 

am  3.  Dec.) 
Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orch.  (Wiesbaden,  2.  Auffuhr. 

des  Conservat.  der  Musik.) 
Bruch  (M.),  3.  Violinconc.  (Münster  i.  W.,  Caecilien-Fest  des 

Musikvereins.     London,  2   Sonntagsconc.  im  South  Place 

Institute.) 
Delibes  (L.),  Suite  a.  „Sylvia".  (Buffalo,  1.  Orch  .-Conc.) 
Dvor&k  (A.),  Adur-Streichsext.  (London,  Conc.  derHH. Hann 

am  1.  Dec.) 
Clavierquint.  Op.  81.     (London,  3.  Kammermusikconc. 

der  HH.  Ludwig  u.  Whitehouse.) 

Requiem.    (Birmingham,  Triennial  Festival.) 

Godard  (B ;,  Concerto  romant.  f.  Viol.    (New- York,  10.  Pop. 

Conc.  im  Lenox-Lyceum.) 
Goetz  (H.),  Edur-Clavierquart.      (London,  2.  Conc.  des  Frl. 

L.  Douste  de  Fortis.) 
Goldmark  (C),    „Sakuntala"-Ouvert.  (Hamburg,  4.  Abonn.- 
Conc.  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow.    Annaberg,  Conc. 

des  Musikver.  am  8.  Dec.) 
Violinconc.    London,  Conc.  der  Schüler  der  Royal  Aca- 

demy  of  Music  am  17.  Dec.) 


70 


1 


Grieg  (Edv.),    Orchestersuite  aus  „Peer  Gynt".      (Erlangen, 

Conc.  des  Philharm.  Orcb.  a.  Nürnberg.  Zürich,  2.  Abonn.- 

Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft.     New- York,   Seidl 

Pop.  CJonc.  am  13.  De:.) 
Clav.-Violoncellson.  (Frankfurt  a.  M.,  8.  Kammermusik- 

abend  der  Museumsgesellschaft.) 
„Vor  der  Klosterpforte"  f.  Soli,  Frauenchor  und  Orch. 

(Wiesbaden,  Auffuhr,  des  Conservat.  der  Musik.) 
Henschel  (G.),  „Serbisches  Liederspiel**.  (London,  3.  Conc.  der 

Musical  Guild.) 
Joachim  (J.),  Conc.  in  ungar.  Weise.    (Birmingham,  Trien- 

nial  Festival.) 
Klu^hardt  (A.),  Oboeconc.    (Annaberg,  Gonc.  des  Musikal. 

Ver.  am  8.  Dec.) 
Liebing  (GX  „Das  deutsche  Helgoland**  f.  M&nnerchor  und 

Orch.    (Weissenfeis,  Conc.  der  „Liederhalle**.) 
Liszt  (F.),  „Les  Pröludes**.    (Erlangen,  Conc.  des  Philharm. 

Orch.  a.  Nürnberg.) 
Nicod6  (J.  L.),  ^Das  ist  das  Meer**  a.  der  Symph.-Ode  „Das 

Meer**.    (Weissenfels,  Conc.  der  „Liederhalle**.) 
Prout  (E.),  3.  Symphonie.      (London,  1.  Mitgliederconc.  der 

StroUing  Players  Society.) 
Kaff  (J.),  „Xienoren**-S3rmph.  (Hamburg,  3.  Abonn.-Conc.  unt. 

Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow.) 
DmoU-Streichquart.  (Hamburg,  2.  Kammermusikabend 

der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 
Ciaviertrio   Op.  102.     (Hildesheim,    1.   Kammermusik- 
abend der  HH.  Nick  u.  Gen.) 
—  —  Ciaviertrio  Op.  112.  (London,  2.  Couc.  des  Frl.  L.  Douste 

de  Fortis.) 
Saint-SaÖns  (C),  3.  Symph.     (Zürich,  2.  Abonn.-Conc.  der 

Allgem.  MusikgeseUschaft.) 
4.  Clavierconc.    (Hamburg,  4.  Abonn.-Conc.  unt.  Leit. 

des  Hm   Dr.  v.  Bülow.) 
Schwalm  (R.),  Kirchenorat.  „Der  Jüngling  zu  Nain**  f.  Chor, 

Soli  u.  Org.    (Giessen,   Aufführung  durch  den  Evangel. 

Kirchengesangver.) 
Sin  ding  (Chr.),  Clavierquint.  (Detroit,  l.Conc.  des  Philharm. 

Club.) 
Stanford  (V.),  Oratorium  „Eden**.     (Birmingham,  Triennial 

Festival.) 
Svendsen  (J.  S.),   „Cameval  in  Paris**.      (Providence,  E.  L, 

Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.  im  Dec.) 
„Norwegischer  Künstlercarneval**.  (New- York,  Conc.  in 

der  Neuen  Musikhalle  am  20.  Dec.) 
Symph.  Dicht.  „Romeo  und  Julia**.    (Buffalo,  1.  Orch.- 

Conc.) 
Tschaikowsky  (P.),    Ouvert-Phant.    „Romeo    und   Julia**. 

(Frankfurt  a.  M.,  4.  Museumsconc.) 
1,  Clavierconc.    (New- York,  Conc.  in  der  Neuen  Musik- 
halle am  20.  Dec.) 
Volk  mann  (R.),  3.  Seren,  f.  Streichorch.    {Annaberg,  Conc. 

des  Musikal.  Ver.  am  3.  Dec.) 
Wagner  (R.),    „Meistersinger**- Vorspiel.      (Hildburghausen, 

1.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  a.  Meiningen.) 
Wolff  (W.),  „Stabat  mater**  f.  SoH,  Chor  u.  Orch.      (Tilsit, 

Auffilhr.  durch  den  Oratorienver.) 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Das  diesjährige  Niederrheinische  Musikfest  in 
Co  In  imter  der  Hauptleitung  des  Hrn.  Prof.  Dr.  Wüllner 
wird  folgendes  Programm  hal^n:  1.  Tag:  „Euryanthen** -Ou- 
vertüre von  Weber,  JPsalm  114  von  Mendelssohn,  4.  Symphonie 
von  Schumann,  „Triumphlied**  von  Brahms,  Fragmente  aus 
der  „Grötterdämmerung"  von  Wagner,  9.  Symphonie  von 
Beethoven.  2.  Ta^:  „Anakreon**- Ouvertüre  von  Cherubini, 
Requiem  von  Verdi,  Symphonie  „Romeo  und  Julie**  von 
Berlioz.  3.  Tag:  „Leonoren"- Ouvertüre  von  Beethoven, 
Kaiser -Marsch  von  Wagner,  „Schön  Ellen**  von  Bruch, 
Psahn  13  von  Liszt  etc.  (Der  Berichterstatter  der  „A.  M.** 
[Hr.  A.L.?],  den  wir  in  unserer  No.  3  betr.  dieses  Musikfestes 
citirten,  hat,  wie  das  mitgetheilte  factisch  aufgestellte  Pro- 
gramm zeigt,  wieder  einmal  die  Glocken  läuten,  aber  nicht  zu- 
sammenschlagen gehört.) 

*  Durch  die  Presse  schwirren  bereits  allerhand  Nach- 
richten über  das  diesjährige  Personal  der  Bayreuther 
Bühnen-Festspiele,  ohne  dass  an  officieller  Stelle  schon 
Alles  richtig  geordnet  ist.  Im  Gegentheil  sind  zahlreiche 
Unterhandlimgen  noch  gar  nicht  zum  definitiven  Abschluss 


gediehen,  von  denen,  welche  mit  neuen  Kräften  angeknüpft 
wurden,  die  allerwenigsten.  In  dieser  Richtung  wissen  wir 
nur  den  jungen  Baritonisten  Hrn.  Bachmann  in  Halle  a.  S.  als 
sicher  acceptirt.  Dass  die  bewährtesten  früheren  Mitwirken- 
den zunächst  wieder  ins  Auge  gefasst  wurden  und  ein  Theil 
dei'selben  auch  bereits  zugesagt,  hat,  ist  selbstverständlich. 
Betreffs  der  Dirigenten  hat  überhaupt  keine  Nöthigung  zu 
einer  Aenderung  vorgelegen. 

*  Durch  ministeriellen  Erlass  ist  die  nationale  Musik- 
schule in  Perpignan  als  Filiale  des  Pariser  Conser- 
vatoriums  erklärt  worden. 

*  Das  Rossini-Theater  in  Turin  imd  das  Ristori- 
Theater  in  Verona  haben  noch  vor  beendigter  Saison  ihre 
Pforten  schliessen  müssen.  Das  Dal-Verme-Theater 
in  Mailand  hat  unter  dem  Vor  wand  der  Influenza  einige 
Zeit  lang  gefeiert  und  nun  mit  einem  neuen  Personal  be- 
gonnen, da  das  alte  ungenügend  war. 

*  Am  13.  Janiiai*  wurde  im  Municipal-Theat-er  in  Nizza 
„Lohengrin**  zum  ersten  Male  gegeben  imd  hatte  bei  guter 
Aufführung  vollständigen  Erfolg. 

*  Im  Hoftheater  zu  Dessau  ging  am  29.  Januar  unter 
Capellmeister  Klughardt's  begeisternder  Führung  erstmalig 
Wagner's  „Rheingold**  mit  enthusiastischem  Erfolg  in 
Scene.  Die  „Walküre**  soll  in  dieser  Woche,  „Siegfried**  und 
„Götterdämmerung**  ebenfalls  noch  in  dieser  Saison  folgen. 
Das  renommirte  Kunstinstitut  hat  sich  mit  der  schnellen  Ein- 
studiruug  des  Riesenwerkes  eine  ebenso  grosse,  als  schwere 
Aufgabe  gestellt,  deren  Lösung  bei  dem  dort  herrschenden 
regen  künstlerischen  Eifer  aber  sicher  treiFlich  gelingen  wird. 

*  Wie  man  aus  Paris  meldet,  sollen  in  der  Grossen  Oper, 
nachdem  „Lohengrin**  festen  Fuss  gefasst  hat,  nunmehr  auch 
die  „Meistersinger**  einstudirt  werden. 

*  Die  Weber-Mahl  er 'sehe  Oper  „Die  drei  Pintos**, 
welche  schon  recht  rar  auf  den  Bühnen  geworden  ist,  erlebte 
wieder  einmal  eine  Premiere  in  Düsseldorf,  die  aber  nicht 
viele  Wiederholungen  garantirte. 

*  Im  Hoftheater  zu  Copenhaffen  hat  eine*  neue  Oper 
von  August  En na,  „Die  Hexe**,  nach  Fitger's  gleichnamigem 
Drama,  bei  ihrer  kürzlich  stattgehabten  Premiöre  einen 
grossen  Erfolg  gehabt. 

*  Alban  Förster*s  Oper  „'s  Lorle**,  die  vorher  schon  in 
Dresden  über  die  Bretter  gegangen  war,  hat  kürzlich  bei 
ihrer  Erstauf iiihrung  in  Neustrelitz,  wo  der  Componist  als 
Hofcapellmeister  thätig  ist,  sehr  gefallen. 

*  „Esclarmonde**  von  Massenet  hatte  in  St.  Peters- 
burg sehr  grossen  Erfolg,  dank  der  Mitwirkung  des  Frl. 
Sanderson,  welche  im  Laufe  des  Abends  35  (!)  Mal  gerufen 
wurde.  Auch  in  Bordeaux  hatte  das  gleiche  Werk,  unter 
Leitung  des  Componisten  aufgeführt,  grossen  Erfolg. 

*  Reyer's  „Sigurd**  wurde  in  der  französischen  Oper  in 
New-Orleans  erstmalig  mit  dem  grössten  Erfolg  gegeben. 

*  Am  Deutschen  Landestheater  zu  Prag  brachte  es 
die  neue  Oper  „Maritana**  von  J.  Mannheimer  bei  ihrer 
Premiere  nur  zu  einem  lauen  Erfolg. 

*  Im  k.  Theater  zu  Hannover  ging  am  31.  Jan.  erst- 
malig die  Oper  „Hiame**  von  Ingeborg  von  Bronsart  imter 
lebhaftem  Beifall  in  Scene. 

*  Tschaikowsky's  Oper  „Eugen Onögin**  ist  in  Darm- 
stadt in  Vorbereitung  una  soll  noch  Ende  d.  Mts.  heraus- 
kommen. 

*  Wie  dia  „Allgem.  M.-Z.**  meldet,  wird  die  Berliner 
Philharmonischen  Concerte,  von  deren  Leitung,  wie 
mitgetheilt,  Hr.  Dr.  H.  v.  Bülow  mit  Ende  der  l.  Saison 
zurücktritt,  Hr.  Maszkowski  aus  Breslau  dirigiren,  ein 
Ersatz,  welcher  bei  dem  grossen  Ansehen  dieses  Künstlers  als 
ein  glücklicher  bezeichnet  werden  darf. 

*  Hr.  WiUy  Rehberg,  seit  dem  Herbst  1890  die  erste 
Ciavierprofessur  am  Conservatorium  zu  Genf  innehabend,  ist 
kürzlich  auch  noch  zum  Dirigenten  der  dortigen  Abonnement- 
concerte  im  Stadttheater,  an  Stelle  des  kürzlich  verstorbenen 
verdienten  Hugo  de  Senger,  erwählt  worden.  Die  beiden 
letzten  Concerte  hat  derselbe  bereits  dirigirt. 

*  Die  durch  den  Tod  Prof.  Haupt's  erledigte  Director- 
stellung  am  k.  Akademischen  Institut  für  Kirchenmusik  zu 


Berlin    soll   durch  Hrn.   Hofcapellmeister  a.  D.  Prof.  Ro\). 
Rad  ecke  neu  besetzt  werden. 

♦  Hm.  Hoftheaterintendant  Graf  von  Hochberg  zu  Berlin 
wurde  der  Stern  zum  k.  preuss.  Kronenorden  2.  Classe,  Hm. 
k.  Concertmeister  Prof.  de  Ah  na  daselbst  der  Eothe  Adler- 
orden 4.  Classe  verliehen. 

*  Zu  Officieren  des  öffentlichen  Unterrichts  in  Frank- 
reich wurden  ernannt:  die  HH.  Alexis  Collen gu es,  1.  Gei- 
ger an  der  Pariser  Oper,  L6on  Desjardins,  Prof.  am  Con- 
servatorium  in  Paris,  Gresse,  Ciavierprofessor,  LudovicHa- 
16vy,  Pi^deleu,  1.  Gei^r  am  Grand-Thtötre  in  Nantes, 
Edmond  Thuillier,  Musikprofessor  und  Componist,  Frl. 
ereile  Chaminade,  Componistin.  Zu  Officieren  der  Akade- 
mie wurden  ernannt:  die  HH.  Cossira,'  Opernsänger,  Au- 
bergier,  Componist,  Louis  Bas,  l.  Oboer  an  der  Oper,  Frl. 
Baux  und  Fninen  Blavet  und  Duverdray,  Opemsänge- 
rinnen,  Frl.  Berthe  Garant e,  Clavierlehrerin ,  Frau  Castil- 
lon,  Musiklehrerin,  HH.  Gianni  und  Lacoste,  Orchester- 
mitglieder der  Komischen  Oper,  Lagier,  Violinlehrer,  Frauen 
Laurent  de  Bill 6  und  Sallara,  G^anglehrerinnen,  undPi- 
rodon,  Clavierlehrerin,  sämmtlich  in  Paris. 

Todtenliste.    Frau  Aurelia  Cataneo,  dramatische  Sän- 

ferin  an  verschiedenen  grossen  Bühnen  (in  Bologna  hat  sie 
ie  Isolde  in  Bich.  Wagner^s  „Tristan  und  Isolde^  gesungen), 
t,  28  Jahre  alt,  in  Maiuind.  —  H.  Klahre,  Musikdirector  am 
Opernhaus  zu  Frankfurt  a.  M.,  f.  44  Jahre  alt,  am  25.  Dec. 
—  H.  S.  Paulli,  früher  Capellmeister  des  k.  Theaters  zu 
Copenhagen,  t»  81  Jahre  alt,  vor  Kurzem.  —  Vogl,  ehema- 
liger Gbsangsprofessor  am  Conservatorium  zu  Prag,  dem  viele 
berühmt  gewordene  Sänger  und  Sängerinnen  ihre  Ausbildung 
verdanken,  f,  hochbetagt,  am  dO.  Dec. 


Offener  Sprechsaal. 

Werthgeschätzter  Herr  Fritzsch! 

Da  das  ^jCapitelaer  Nachempfindung"  in  einer  fröhlichen 
„Quinteniaga"  endet,  so  gestatten  Sie  mir  noch  ein  Wort.  — 

Ich  bin  so  unbescheiden,  meine  mit  vollem  Bewusstsein 
geschriebenen  Quinten: 


•) 


*)  Infolge  eines  Versehens  in  der  Druckerei  hatte  dieses 
Not^mbeispiel  bei  seinem  Abdruck  in  der  vor.  No.  d.  Bits,  im 
1.  Viertel  eine  unrichtige  Wiedergabe  der  Oi-iginal vorläge 
des  Hm.  Dr.  Bob.  Franz  erfahren,  was  wir  hier  berichtigend 
bemerken.  D.  Red. 


71 

als  echt  Bach'sche  Quinten  —  nicht  etwa  aus  der  Lucas- 
Passion  —  mit  aller  Entschiedenheit  zu  vertheidigen.  Da 
aber  beweisen  mir  mehr  gilt,  als  Worte  machen,  so  offerire 
ich  Ihnen  hiermit  einige  echt  Bach^sche  „Quintenpärohen", 
genau  nach  obi^m  Zuschnitt.  Hr.  Bob.  Franz  möge  daraus 
ersehen,  dass  meine  zwanzigjährige  Beschäftigung  mit  BachBe- 
sultate  gehabt  hat,  zu  denen  er  trotz  Allem  doch  nicht  ge- 
langt ist.  Ich  wähle  die  allerbekanntesten  Beispiele  und 
mache  mich  anheischig,  noch  ein  halbes  Dutzend  der- 
artiger Bach*schen  Quintenpärchen  aufzustöbern,  die  in  irgend 
welchen  versteckten  Ecken  Hm.  Bob.  Franz,  dem  Quinten- 
verfolger^ustige  Schnippchen  schlagen. 

Im  Wohltemperirten  Ciavier:  Bd.  II,  Praeludium  in 
Ddur  (Ausgabe  von  Bischoff  S.  23,  Syst.  1,  T.  2)  Theil  2, 
Takt  2,  heisst  es: 


In  Reinken-Bach^s  Amoll  Sonate: 


Und  den  Bach'schen  Choralschluss: 


r 


sollte  Hr.  Bob.  Franz  wirklich  nicht  kennen?  Vielleicht 
würdigt  derselbe  fürs  Erste  das  betr.  Capitel  in  Ziehn*s  aus- 
gezeichneter Harmonielehre,  dem  der  Kürze  wegen  diese 
wenigen  Beispiele  entnommen  sind,  einer  gefWigen  Durch- 
sicht. Ich  kann  dann  mit  noch  anderen  Exemplaren  Bach^scher 
Quinten  dienen! 

Hochachtungsvoll 

Charlottenburg,  d.  29.  Jan.  1892.         Dr.  H.  Beimann. 


Brie  fk  a.  s  t  e  n* 


F.  E.  in  C.  Bei  jenem  Referenten  mit  seinen  blödsinni- 
gen Strichvorschläffen  ftlr  die  „Walküre"  fkllt  Einem  ganz 
unwillkürlich  das  aerbe  Sprichwort  von  der  Kuh  und  der 
Muscate  ein.  Und  solche  gedruckte  Dummheiten  werden  von 
der  betr.  2ieitnng  wahrscheinlich  gar  noch  honorirt! 

G.  H.  in  B.  Möglichenfalls  ist  der  Verfasser  Hr.  Schi., 
der  hier  lebt  und,  wie  man  sagt,  immer  noch  als  Mnsikrefe- 


rent  sein  Wesen  treibt.  —  Hr.  Crome-Schwiening,  der  den 
Leipziger  Theater brief  in  der^^Bohemia**  geschrieben  hat,  ist 
Dramaturg  des  Hm.  Director  Staegemann,  welches  Verhält- 
niss  hinlänglich  die   Natur  dieser  Lobeshymne  erklärt. 

y,  F,  in  IV.  Wir  werden  der  Beclamenotiz ,  welche  die 
„N.  M.  N.**  über  jene  Oper  brachten,  auf  den  Grund  zu  gehen 
suchen. 


Anseiffen. 


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AUgUST      ehester.    Part,  mit  untergelegtem  Ciavierauszug 

Klugnardty  J$  a,— .    Principalstlmme  Ji  —,75.     Orchester* 

stimmen  J$  6, — .  '  [H®] 


72 


Verlan  von 

M.  P.  Belaieif  m  Leipzig. 

Demnächst  erscheint: 

Finale  de  l'Opipa-Ballet  inachevi 

„Mlada'' 

Alexandre  Borodlne. 

Orchestre  par 

m.  Bimsky-Korsakow. 

Partitur.  Orchesterstimmen.    Für  Pianoforte  zu  4  Händen. 


Früher  erschienen:  [120.] 

Orchester^y^erke 


von 


Alexander  Bopodin. 

Ouvertüre,  Danses  et  Marche   pour  grand   Orchestre, 
tir^es  de  TOp^ra   „Le  Prince  Igor". 

1.    Ouvertüre.    • 

Partition  d'Orchestre  Q  Jt  n.  Parties  d'Orchestre 
12  Ji  no.  Pour  Piano  k  4  mains  4  Ji  Pour 
Piano  k  2  mains  3  Ji 
2.  Danses  No.  8.  (Danse  des  jeunes  filles  polovt- 
siennes)  et  No.  17  (Danse  polovtsienne). 
Partition  d'Orchestre  12  Jt  no.  Parties  d'Orche- 
stre  24  Jt  n.  Pour  Piano  k  4  ms.  6  Ji  Pour 
Piano  k  2  ms.  4  Ji 

3.    Marche  polovtsienne. 

Partition  d'Orchestre  6  ^  n.  Parties  d'Orchestre 
12  Jt  no.  Pour  Piano  k  4  ms.  3  Ji  Pour 
Piano  k  2  ms.  2  Ji 

2  Parties  de  la  3me  Symphonie  inachev^e  en  La-mi- 

neur.  Terrpin^e  et  instrument^e  par  A.  Glazounow. 
Partition  d'Orchestre  9  Ji  no.  Parties  d'Orchestre 
18  J6  no.     Pour  Piano  k  4  ms.  5  Ji 

Eine  Steppensicizze  aus  Mittelasien. 

Partition  3  Ji  no.  Orchesterstimmen  6  Ji  no. 
Für  Pianoforte  zu  4  Händen  3  Ji  Für  Piano- 
forte zu  2  Händen  2  Ji 

Neuer  Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzigr. 

ÜVerner,  AuiTm  Op-  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Jt  2, — .  [121.] 


W.  Auerbach  Nachf ., 

MasikallenhandlanK  und  lieihanstalt, 

Neninarkt  82,  Leipzig,  Neumarl[t  32. 

Grosses  Ltager  von  Musikalien  etc., 

umfangreiehe   Leihanstalt  der  classischen  und 

modernen  Musiklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedinpngen,  sehnellste  Lieferang". 

Ahslehtsendungen   stets  zu  Diensten. 

Prospecte  gratis  und  franco.         [122 — .] 


Verlag  von  V.lE.CJjenekartiaTieipxig. 

Robert  Kahn. 

Op.  10.     Zwei  Gesinge  für  Solostimmen,  vierstimmigen 
Frauenchor  und  Orchester  oder  Pianoforte. 
No.  1.    Weihgeschenk  von  Conrad  Perd.  Meyer. 

Vollständige  Partitur  Ji  7,60  netto.  Ciavier- 
Partitur  Ji  2,—.  Singstinunen  (ä  30  ^)  J$  1,20. 
No.  2.  Aus  der  Ferne  von  £d.  Möricke.  Vollständige 
Partitur  J6  7,50  netto.  Clavier-Partitur  J6  2,—. 
Singstimmen  (ä  30  4)  Ji  1,60. 
(Orchesterstimmen  in  Abschrift.) 

Op.  II.     Sechs  ClavierstUcke.      Zwei  Hefte   ä  Ji  2,60. 

[Hieraus  einzeln  * 
Op.  10,  No.  1.    Elegie  für  Pianoforte.    Ji  1,50. 
Op.  12.     Fünf  Ges8nae  für  eine  Singstimme  mit  Pfie. 

Für  nohe  Stimme. 
Jägerlied  von  Ed.  Möricke. 
Ständehen  von  A.  v.  Schack. 
Ligurisehes  Lied  von  H.  Leuthold. 

Für  tiefe  Stimme. 
Haidenaeht  von  H.  Allmers. 
Denk  es,  o  Seele  von  Ed.  Möricke. 

Am  See.  sechs  kleine  Stücke. 

Quartett  für  Pianoforte,  Violine,  Viola 
und  Violoncell „  10, — . 


No.  1. 
No.  2. 
No.  3. 

No.  4. 
No.  5. 

Op.  13. 
Op.  14. 


Ji—fiO, 


n 


—,80. 
—,80. 

4,-. 


«--.■■^v   ^-w  ^  _'VN/S/\.> 


Bona  Pastor 


für  gemischten  Chor  mit  Orgel 


Ph  i  I  i 


von 


Qfep. 


[124.] 


P  P 

Op.  37.    Partitur  und  Stimmen  .^  2, — .    Stimmen  allein 

(ä  15  4)  60  4. 


Neues  vollständiges  Verzeichniss  der  bei  mir  er- 
sckieftenen  Chorwerke  für  gemischte  und  Frauenstimmen 
steht  gratis  utul  franco  zu  Diensten.     —     Ansicht s- 
sendmigen  auf  Verlangen. 
Leipzig,  Februar  1892.  F.  E.  ۥ  lieuckart. 


78 


tm  Verlage  von  E.  W.  FritZSCh  in  Leipzig  erschien: 


Wagner-Encyklopädie. 


clor  Slixzist-  \xxid.  Onltiargesoliiolite  im   Xjiolite  der  A.rifloliaiiiip.g' 


[125.] 


In  wörtlichen  AnfUhrungen  aus  seinen  Schriften  dargestellt 

von 

€•  Fr«  Olaüenapp« 

Zwei  Bände  (60  Bogen  gr.  8^).   Brochirt  IS  Mark.  Gebunden  18  Mark. 

Bestellungen  werden  van  jeder  Buch^f  Kunst-  und  Musikalienhandlung j  sowie  auch  directvotn  Verleger 

angenommen  und  ausgeführt» 


BTene 

Conipositionen 

von 

Eduard  Behm. 

[126.] 

Op.  5.    Sechs  Lieder  f.  I  Singstlmme  m.  Pfte.-Begl. 

No.  1.    Sapphißche  Ode Ji  —,80. 

„    2.    Liebesfrüliliiig „  — ,80. 

„    8.  Frühling  Lie&ter      .    .     .    .  „  —,80. 

„    4.    Sommerabend „  1, — . 

„    6.  An  die  Nachtigall      .     .    .     .  „  — ,60. 

-    6.    Die  Spröde „  1, — • 

Op.  6.    Fünf  Lieder  f.  eine  Singstimme  m.  Pfte.-Begl. 

No.  1.    Auf  der  Wacht ^  1,—. 

„    2.    In  der  Mainacht „  1, — . 

„    8.    An  meine  Laute „  1, — . 

„    4.    Meerfahrt „  1, — . 

„    B.    Ständchen „  1, — . 

Op.  7.    Aus  dem  Engeren  und  Weiteren.      „  5,—. 

Phantasiestücke  für  Kanoforte  zu  2  Händen. 

Op.  8.    Sechs  Lieder  f.  I  Singstimme  m.  Pfte.-Begl. 

No.  1.  Der  Kranke Ji  1, — • 

„    2.  Gebet „    1,— . 

„    8.  Heimkehr „    1, — . 

„    4.  Der  Ungetreuen „  — ,60. 

„    6.  Nachtgruss „   1,20. 

„    6.  Der  Soldat       „  —,60. 

Raabe  tk  Plothow.  Musikverlag. 

BerUn,  W.  9.  Potsdamerstr.  7a. 


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Neue  Oompositionen  im  Verlag  von  E.  W.  FritZSCh 

in  Leipzig:  [127.] 

Willy  Rehberg. 

Goncertwalzer  für  Clayier,  Op.  18.    M.  2.40. 
Festmarsch  für  Clavier  zu  vier  Händen,  Op.  14.  M.  2,—. 
Barcarole  für  Clavier,  Op.  IB.    M.  1,80. 
Geistliches  Lied  „Glücklich,  wer  auf  Gott  vertraut" 

für  gemischten  Chor.    Part.  u.  Stimmen  M.  1,&0. 

Part.  M.  1,—.    Stimmen  ä  15  Pf. 

Durch  Jede  Buch-,  KonBt-  tind  MiXBikalienhandlnng,  sowie 
direot  Yom  Verleger  su  beziehen. 


^ 


ac 


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^ 


Ln  Verlage  des  Unterzeichneten  erschien  kürzlich  und  ist 
durch  jede  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlung  zu  beziehen: 

(E  moll) 

für  zwei  Violinen,  Viola  und  Violoncell 

componirt 


von 


Ottokap  Nov^cek. 

Partitur  Pr.  5  Mark  netto.     Stimmen  Pr.  5  Mark  netto. 

Li  vergangner  Saison  wiederholt  in  Leipzig  (in  der 
6.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaus  und  im  3.  Concert 
des  Liszt- Vereins)  mit  aussergewöhnlichem  Erfolg  durch 
das  Brodsky-Quartett  zur  Aufführung  e^ebracht,  wird  diese 
Novität  auch  anderwärts  ihre  bedeutende  Wirkung  nicht  ver- 
sagen, weshalb  sie  allen  Quartettvereinen  angelegentlichst 
empfohlen  werden  darf.  [128.] 


Leipzig. 


E.  W.  FritZSCh. 


In  seiner  Vaterstadt  Alt-Euppin  soll  dem  verstorbenen 
Liedercomponisten,  unserem  hochverdienten  Meister 

ein  ihm  würdiges  Denkmal  errichtet  werden.  Das  unterzeich- 
nete Comit^  hegt  die  Hoffiaimg^  dass  alle  deutschen  Gesang- 
vereine und  Sangesfreunde  an  diesem  Werke  mit  bauen  helfen, 
und  bittet.  Beiträge  an  den  Rendanten  Herrn  Kuhrt  in  Alt- 
Ruppin  (Provinz  Brandenburg)  freundlichst  einzusenden. 

Alle  Mithelfende  erhalten  sowohl  eine  Einladung  zur  Ein- 
weihung des  Denkmals,  als  auch  ihrer  in  der  bei  der  Grund- 
steinlegung zu  versenkenden  Urkunde  gedacht  wird. 

Auf  denn,  Sangesbrüder,  ^bt  recht  bald  Euer  Scherf  lein 
zu  unseres  Meisters  Gedenkstein!  [129.] 

Mit  deutschem  Sangesgruss! 

Das  Comitii 

Nürnberg,  Bürgermeister.    Rosentr&ger,  Beigeordneter. 

Rademaeher,  Gutsbesitzer.    Riebieke,  Pastor. 

Bild,  Stadtverordneten- Vorsteher.    Herein,  Bentier. 

Meyer,  Lehrer.     Hotze,  Apotheker.     Ebel,  Mühlenbesitzer. 

Sehulz,  Zimmermeister.    Kuhrt,  Bendant. 

Sämmtlich  in  Alt-Buppin. 


In  meinem  Verlage  erscbien: 


P.  Tscbaikowsky. 

Alleinige  rechtmässige 
Ausgabe. 


Op.  37.    Die  JahreszeHen.     12  Charaktentflcke 

für 

Pianoforte.     Complet  in  1  Bande.  Brochirt  n.  Jt  2,50 

Einzeln: 

No.  1.     Januar.     Am  Kamin 

.     .     JUl,- 

„    2.     Febrnar.     Caraeval  .     . 

-    1 

— 

„    3.     März.     Ued  der  Lerche 

„  — 

75 

„    4.     April.     ScIineeglackcIiPn 

„  — 

75 

„    5.     Mai.     Helle  N&chte       . 

— 

„    6.     Juni.     Barcarolle      .     . 

— 

„    7.     Juli.     Lied  des  Scbnitlers 

75 

„    8.     August.     Die  Ernte  ,     . 

— 

„    9.     September.     Jagdlied    . 

— 

„  10.     October.     Herbitlied 

n  

7  h 

„  11.     November.     Troika-Fabrt 

_ 

,  12.     December.     Weibnacbten 

— 

Dasselbe.     Fflr  Pianoforte  zn  4  ] 

iftnden  bearbeitet 

von  Profesflor  W.  Krüger. 

Complet  in   1  Bande.     Brocbirt  ne 

to  Jt  3,—. 

Einzeln: 

No.  1.  1  j«  25  4.     No.  2.  1  ^  25  ^ 

l   No.  3.  75  4 

No.  4.  1  -*    No.  5.  1   .^    No.  6.  1   - 

«   No.  7.  75  4 

No.  8.  1  ^  50  4.    No.  9.  \  Jt25   ^ 

\.  No.lO.  75  4 

No.  U.  1  ^  25  ^.     No.  12,  1 

Ji  2 

5  4- 

Leipzig. 


^^h.  ^^thct^^ 


Bpeitkopf  *  Hfiptel  in  IL,eipzie:. 
X^ieder   fikr  eine  Stimme. 

Heftanegabe  je  Jl  l,~.  [188—.] 

Sopran  No.  1~S00,  Mezzosopran  No.  201—400,  Alt  No.  401—450, 

Tenor  No.  461— 600,  Bariton  und  Baae  No.  601—700. 
VerzeicbnUae  unentgeltlich  in  jeder  Buch-  n.  Mu&ikhandlung. 


Compositionen 

lür 

Pianoforte  und  Violine 

von 

Fabian  Rehfeld. 


Op. 

45.    Valw  brllhnte. 

Jl  3,- 

Op. 

46.    Romanze. 

.*  1,80. 

Op. 

M  6,-. 

No.  1.    SeUumnierUed. 

jt  -.80 

No.  3.    lArcken. 

Jl    1,80 

Jl    \,- 

Jl    1,80 

No.  6.    SpiuiiieheF  Tans. 

Jl    1,80 

No.  6.    Impronpt«. 

Jl    a,- 

Op. 

48.    Träumerei. 

A  1,20. 

Op. 

49.    Caprice. 

Jl  2,-. 

Op. 

50.    Mazurka. 

M   1,80 

Op. 

51.    Barcarole. 

..*  1,50 

Op. 

Jl  6,—. 

No.  !.    Geh«t.                         Ng.  4.    Impromptu. 

No.  8.    Onomeninarech.         No.  6.    Too«&t» 

[133. 

Raabe  k  PI»tliow,  Berlin, 

W 

9. 

Pottdimerstr.  7a. 

In  Bachdrack  buB»'~—i  ......»>  ..^i....,  ..... 

iniatze  und  mit  der  Dnickinu'ke  de«  BKrci. 

■orten:    A.  Wela*  hrüftlg.    B.  Bl&ullsh  krUtlR.    C  Wefv  MhWsr.  L 

D.  Bläulich  achwer.    £.  Weiss  mittalscliwer.   Hoch- und  Qdst-FoUo,  I 

Qaart  nnd  Oot»v. 

rill  Fartttirei  ui  sniun  ti  iiian  STiim»  ml  LUktim. 

intiFt«  Not«Ba«hr*lbupl*r*  mit  kttnstlBriBdien  I 
t.  Tön  Flall«.    PftpieraorU  -     --    ■    ■ 
Orün,  Violetl  und  Hellbro 


PsßierBorta  C.    Hach-  I 


ümrandulL, ... 

und  (Jner-folla. 
VorrilklK  IB  allen  Baeb-,  Huikallen-  and  Paplerhandlaaaea. 
uf  Wtmaeh  kaHenfreL  -^ 


aus   der   Oper   „Pique- Dame" 

P.  Tschaäcowsky. 

Für    PiELno forte    übertrage  n. 
Theodor  Klrchucr. 

Pr.  2  Ji 

Verlag  von  D.  Rahtop  in  Leipzig. 


n        Uifar,  IriH  «lt.   Üt  In. 

Jüiaohe  Ualversal-BIblloUiek. 

■  JedeSr.ML 

, _ -_ dLlnck.iUrtNrirlir.  — B«|uttH- 

(irtiiikM  ATbnm*  1  l.M,  mUlit ■■- 


Verlag  von  B.  W.  Frltzseli  in  Leipzig.        (1S7.J 
Pllfttl,  Cari,  Op.  8.    Drei  Intwludien  för  Orgel.    Jt  »,85. 


75 


Flüs^l-  and  Planino-Fabrikant. 


Sr.  Haj.  des  Kaisers  von  Deutschland  nnd  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser],  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Prensseni 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


Hjoiidon   W. 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    6—7  Johannis-Str.  und  27  Zlegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  i  k :    21  Orünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


[138.] 

:Berliii  T^. 

5—7  Johannis-Str. 


CARL  MERSEBURGER  IN  LEIPZIG. 

Special -Yerlai::  Schiileii  und  Unterrichtswerke  fftr  alle  Instrumente. 

Hofknann,  Tuba-Schule.    Op.  20.    4.  Aufl. 

—  Posaunen-Schule.  Op.  19.  4.  Aufl.  . 
Hoppe,  Der  erste  Unterricht  Im  Violinsplei 

—  Der  erste  Unterricht  Im  Clavlersplel 
Meyer,  Zither-Schule.    3.  Aufl.      .    .    . 
Pöhlmann,  Trempeten-Schule     .... 
Richter,  Contrabass-Schule.    Op.  15.    5.  Aufl 

—  Flageolet-Schule.    Op.  7.    3.  AufL 
Schindler,  Anleitung  fOr  Strelchmelodion 
Schubert,  Oboe-Schule.    Op.  66.    3.  Aufl 

—  Clarinetten-Schuie.    8.  Aufl 

—  Trompeten-Schuie.  Op.  101.  5.  Aufl. 
Schulz,  Gesang-Schule.    Neue  Aufl.  .    . 

—  Vorschule  fUr  den  Pianoforte-Unterricht 

—  Guitarre-Schuie.  Op.  112.  7.  Aufl.  . 
Struth,  FHIten-Schule.  12.  Aufl.  .  .  . 
Wahls,  PIccolo-FItften-Schule.    Op.  10    . 

—  Harmonika-Schule.    1  reihig.    4.  AufL. 

—  Harmonika-Schule.    2  reihig.    2.  Aufl. . 

—  Bandonion-Schule.    Op.  7 

Wagner,  Der  Wiener-Zither-Lehrer .    .    . 
Widmann,  Elemente  der  Stimm-Blldung  . 
Wltting,  Lehrgang  des  Gultarresplels 
Wohlfahrt,  Harfen-Schule.    Op.  109.    2.  AufL 

—  Eiementar-ZIther-Schule.    Op.  105.    2.  Aufl 

—  Streich-Zither-Schule.    Op.  107.    2.  AufL 

—  Harmonium-Schule.    Op.  97.    2.  AufL     . 


Blied,  Elementar-VIoiln-Schule 3  H.  &  1,50 

Bönicke,  Vorschule  fOr  das  Clavlersplel 2,25 

Brähmigr,  VIolln-Schuie.    7.  Aufl 3  H.   .  4,80 

—  Bratschen-Schule.    5.  AufL 2,25 

—  Organisten-Schule 3  H.   .  14,10 

Brandt,  Elementar-Orgei-Schuie 2  H.  &  3,30 

—  Erster  Lehrmeister  im  Clavierspiei   .....  3  H.  &  1,50 

—  Jugendfreuden  am  Clavler 3  H.   .  4,20 

Brauer,  Elementar-Pianoforte-Schule.    19.  Aufl 3,— 

—  Der  Pianoforte-SchOier.    16.  Aufl 3  H.  ^  3,— 

CampagnoÜ,  B.,  Lehrgang  des  Vioilnsplels 7,80 

Dalle-i&te,  Schule  der  Gesangstechnik 4,50 


Friedrich,  Kinder-Clavier-Schuie.    Op.  299 . 

Haniseh,  Ciavier-Schuie.    Op.  110 3  H.  & 

Hansmann,  Jankö-Glavier-Scnuie 3  H.  & 

Henning,  Gesang-Schule.    Op.  38 2,25 

—  Vioionceli-Schule.    Op.  37.    5.  Aufl 2,25 

Hertel,  Xylophon-Schule.    Op.  60 '^"~ 

—  Mandollnen-Schule.    Op.  62.    2.  Aufl 

Hofmann,  Viola-Schule.    Op.  40 2  H.  ^ 


2,40 
1,80 


2,25 
2,25 
2,25 

—  Fagott-Schule.    Neue  Aufl 2,25 

Horn-Schule.    Op.  17.    4.  Aufl 2,25 

Cornet*Schule.    Op.  16.    8.  Aufl 2,25 

PIccoio-Cornet-Schule.    Op.  45.    2  Aufl 2,25 

C-B-Trompeten-Schuie.    Op.  33.    7.  Aufl 

Tenorhorn-Schule.    Op.  21.    4.  Aufl 

Althorn-Schule.    Op.  33.    3.  Aufl 


2,25 
2,25 
2,25 


-^M^  Verlagsverseleliiiititie  bitte  su  verlangen,   ^ih 


[139a.] 

.  2,25 

.  9,25 

.  0,90 

.  2,40 

.  2,25 

.  2,25 

.  2,25 

.  2,25 

.  0,75 

.  2,70 

.  2,25 

.  2,25 

.  3,- 

.  0,75 

.  2,- 

.  2,95 

.  1,80 

.  0,90 

.  0,90 

.  2,25 

.  2,25 

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ten Chor  mit  Ciavierbegleitung.  Partitur  \  M  ^  A, 
Stimmen  (ä.  40  4)  1  ^  60  /^, 

Op.  6.  Frühlings-Walzer:  „Die  linden  Lüfte  sind  erwacht«. 
Für  gemischten  Chor  mit  zwei-  oder  vierhändiger  Cia- 
vierbegleitung. Ciavierpartitur  (zu  2  Händen)  %Ji  Chor* 
stimmen  (jede  einzelne  60  /^)  2  Ji  Vierhändige  Ciavier- 
begleitung 3  ^  n. 

Op.  12.  Die  Sternen  weit:  «Nun  sinkt  hinab  die  Sonne", 
n.  Walzer  für  gemischten  Chor  mit  Ciavier-  oder  Orchester- 
begleitung. Ciavierauszug  3  Ji  Chorstimmen  (jede  ein- 
zelne 40  /ij)  1  .^  60  4.  Orchesterpartitur  netto  7  Ji 
Orchesterstimmen  (volle  Besetzung)  no.  l\  Ji  Orchester- 
stimmen (kleine  Besetzung)  9  ^  60  /ij. 

Leipzig.         C.  F.  W.  Siegel's  IMusilcailenhandiung 

{/?.  Liwmnann), 


R0der  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  il.  Februar  1892. 


BiRk  liiimck«  Bici-,  luii- 
ui  luitalitUuiiusii,  uwl« 

(uck  lUt  Fwiaiir  ii      ' 


'^^^jir  ftiT'  TVrnallrflr  nnH  TffnsiVfpflmido  ■▼iO 


nr  du  IiiiblMi  f  NkiiUin 
Hmuu  UiudiKU  uu  ai 
Etüetiu  u  iiTWlni. 


für  Musiker  juidJEusikfreimde. 

Verantwortlicher  Redacteur  und  Verleger: 

S.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


^^ 


XXIU.  Jabrg.]    ^ 


Du  Haiikaliiche  Wochenblatt  encbeint  jährlich  in  53  Nummern.  Der  AbonnemeatabetrAs 
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Ton  F.  A.  Sorpe.   Oohlm«,)    —    TagmesoUchte:   Moilkbriefa  »ti»  Basel  nua  Carlirulio.    -    Berlcbte.  —  Oducert- 
'    und  OaiUpiele  in  Opar  and  Ooueeri  —  ElrohenmaBik.  —  OpcTnaoflUhnuigsn.  —  VanniietiU  MlttluUiiDBBD  and 


Offener  SpreobaaaL 


Sohulgesingunterricht. 

Ton  F.  A.  Sorgt. 

(SchluBs.) 

GleicbtnBssigD,  rnhige,  mildo  Tongebnng  ist  bei  den 
Uebangea  immer  anzastreben.  Das  Schreien  and  For- 
ciren der  Stimme  moss  steta  bekämpft  und  vermieden 
werden. 

Die  ESntbeiInng  der  Schfiler  ood  Scbölerinneu  in 
erste  und  zweite  oder  Ober-  ond  Unterstimme  richte  sich 
in  dea  unteren  und  mittleren  Stufen  in  der  Kegel  nach 
der  Belobigung  der  Schüler,  d.  h.  die  begabteren,  intel- 
ligenteren Schfiler  sind  meiBtens  der  zweiten  oder  Unter- 
Stimme  zuzuweisen,  was  am  so  anstandaloser  geschehen 
kann,  als  wirklich  bedeutende  Unterschiede  im  Klang  und 
Charakter  der  Stimmen  in  diesem  Alter  —  8  bis  11  oder 
12  Jabre  —  selten  scharf  hervortreten  und  vorkommen- 
den  Falls  dem  Lehrer  gewiss  nicht  entgehen.  Auch 
dfirfen  die  Uebungen  und  die  einsustudirenden  Lieder  nur 
einen  massigen  Umfang  haben,  wie  er  durchschnittlich 
allen  Kindern  dieser  Stufen  zu  eigen  ist.  In  den  oberen 
Glassen  hingegen,  häufig  vom  12.  Jahre  an,  ist  hohe 
und  tiefe  Stimme  oft  wohl  zu  erkennen  und  dann  zu  be- 
rücksichtigen, obgleich  besonders  die  Mädchen  dieser 
Stufen  gewöhnlich  Jede  der  beiden  Stimmen  ausfuhren 
können,  eine  Fähigkeit,  welche  ihnen  ansehnliche  Vor- 
theile  in  der  Ausübung  der  Musik  gewährt 

Die  Mutation,  d.  h.  der  Stimmenwecbsel  bei  Eintritt 
der  Matnrität,  ist  zu  geeigneter  Zeit  wohl  zu  beachten. 
Doch  ist  es  nicht  etwa  nötbig,   während  dieser  Ueber- 


gangsperiode  das  Singen  ganz  einzustellen ,  sondern  es 
sind  nur  wirkliche  Anstrengungen  der  Stimme  zu  ver- 
meiden. Bei  den  Knaben  ist  dieser  Stimmwechsel 
meistens  auffallend  und  störend,  bei  den  Mädchen  weniger; 
die  Knaben  sind  daher  in  dieser  Zeit  vom  Singen  zu 
dispensiren,  die  Mädchen  zu  schonen. 

Die  Uebungen  dürfen  nicht  bis  zur  Ermüdung  ge- 
trieben werden.  Vom  dritten  Schuljahre  an,  d.  h.  von 
dem  Zeitpuncte  an,  wo  nach  dem  Plane  dieser  Hit- 
theilungen  ein  systematischer  Gesangnnterricht  zu  er- 
theilen  ist,  wird  im  Allgemeinen  die  Unterrichtszeit  so 
einzuthülen  sein,  dass  davon  ein  Drittel  auf  die  Uebungen, 
ein  Drittel  auf  Musiklehre  und  ein  Drittel  auf  die  Ein- 
stndirung  von  Gesangstücken  fällt.  Die  Zahl  dieser 
Letzteren  aber,  der  in  einem  Schuljahre  zu  erlernenden 
Lieder,  muss  eine  beschränkte  sein,  damit  die  Forderung  der 
Pädagogik,  dass  der  Schüler  kenne  und  könne,  was  er 
gelernt,  nicht  umgangen,  der  Oberflächlichkeit  nicht  Thür 
nnd  Thor  geöfinet  werde.  Dem  Abrichten  und  Ein- 
pauken wird  wahrscheinlich  durch  die  empfohlene  Kn- 
theilung  der  Zeit  ein  wirksamer  Siegel  vorgeschoben. 

Der  Sologesang  ist  nicht  Sache  oder  Aufgabe  der 
Schule,  doch  sind  von  Zeit  zu  Zeit  befähigte  Schüler, 
einzeln  und  paarweise,  zum  Vortrag  anzuhalten. 

Gute  Haltung  des  Körpers  ist  beim  Singen  stets  zu 
verlangen.  Dieselbe  soll  eine  ungezwungene,  —  nicht 
soldatisch  —  gerade  sein ;  die  Brost  ist  unbeengt  frd, 
Schultern  und  Arme  leicht  herabhängend,  der  Kopf  hoch 
zu  halten,  die  Zunge  möglichst  ruhig,  die  Zähne  von 
einander  getrennt,  der  Hund  wohl  geöffnet. 

Mit  Anfang  des  wirklichen  Unterrichts  im  Gesang, 
also  ungeAhr   im    dritten  Schuljahre,    ist   den   Schülern 


78 


vorerst  eine,  je  nach  dem  Bildungsstande  der  betr.  Classe 
mehr  oder  weniger  eingehende  Schilderang  derjenigen 
Organe  und  Körpertheile  zu  geben,  welche  beim  Singen 
und  Sprechen  in  Thätigkeit  treten,  und  diese  Thätigkeit, 
diese  Functionen  der  Organe  sind  zu  beschreiben.  Zur 
Besprechung  gelangen  also  vornehmlich  Lunge,  Zwerch- 
fell und  Brust,  Hals  und  Luftröhre,  der  Kehlkopf  mit 
Stimmbändern  und  Stimmritze,  die  Mundhöhle  mit  Oau- 
men^  Zunge  und  Zähne  und  der  äussere  Mund,  die 
Lippen.  (Modelle  des  Kehlkopfs  sind  hierbei  von  grossem 
Vortheil.)  Bei  dieser  Besprechung  sind  Nutzen  und  Noth- 
wendigkeit  der  vorhin  angegebenen  Haltung  des  Körpers 
und  seiner  Theile  zu  begründen  und  zur  Anschauung 
zu  bringen. 

Die  darauf  folgende  erste  Forderung  an  die  Schüler 
ist,  sich  an  tiefes  volles  Athmen  zu  gewöhnen.  Die  Er- 
zeugung, das  Halten  lang  getragener  Töne  ist  wohl  das 
beste  Mittel  zur  Erlernung  dieser,  auch  der  Oesundheit 
so  zuträglichen  Art  des  Athmens,  wobei  auch  die  Zwerch- 
fell- und  Flanken-Athmung  erläutert  und  geübt  werden 
kann.  Durch  lang  gehaltene  Töne  wird  die  Tonbildung, 
die  Reinheit  des  Ansatzes  und  die  Genauigkeit  der  Vo- 
calisation  erheblich  gefördert  Für  diese,  in  jeder  Lec- 
tion  vorzunehmende,  wichtige  Uebung  sind  in  den  unteren 
und  mittleren  Classen  nach  und  nach  alle  gebräuch- 
lichen Vocale,  nicht  etwa  blos  das  au  zu  verwenden.*) 
In  den  oberen  Stufen  sind  die  sog.  Solmisationssylben  ut, 
re,  mi,  fa,  sol,  la,  si  zu  benutzen,  weil  sie  zu  gleicher 
Zeit  eine  Art  Textunterlage  und  Trefiubung  bilden. 

Ebenfalls  vom  dritten  Schuljahre  an  sind  Treff- 
übungen aller  Art  einzufahren.  Die  Schüler  sind  anzu- 
halten: den  Ton  einer  genannten  Note  zu  singen,  den 
Namen  eines  ihnen  vorgesungenen  Tones  anzugeben,  den 
Ton  einer  (an  der  Tafel)  gezeigten  Note  zu  singen,  die 
Note  eines  angegebenen  Tones  zu  zeigen  (an  der  Tafel), 
einen  höheren  oder  tieferen  Ton  als  den  angegebenen 
zu  singen  u.  dgl.  Für  diese  äusserst  werthvoUen  Uebungen 
benutze  man  abwechselnd  die  deutschen  und  lateinischen 
Solmisationssylben.  Die  Schüler  der  untersten  Stufe 
werden  genug  erreichen,   wenn  sie  auf  diese  Weise  drei 

nebeneinander  liegende  Töne  (f,  g,  a,  oder  c,  d,  e,  oder 
andere)  wohl  von  einander  unterscheiden  und  richtig  an- 
geben lernen.  In  den  folgenden  Jahren  sind  diese 
Uebungen  stets  weiter  auszudehnen,  bis  in  den  obersten 
Classen  eine  erträgliche  Sicherheit  in  der  Angabe  der 
gewöhnlichen  einfachen  Intervalle  erreicht  ist  Der  ge- 
forderte Ton  ist  aber  stets  weich  und  mild,  niemals 
schreiend  und  hart  zu  verlangen. 

Hand  in  Hand  mit  diesen  Treffübungen  und  neben 
denselben  her  gehe  der  musikalische  Elementarunterricht, 
der  Unterricht  in  der  Notenschrift  Dazu  gehören  das 
Linien-  und  Noten-System,  die  Schlüssel,  Werth  der  Noten 
und  Pausen,  Verlängerung  derselben,  unregelmässige 
Notengruppen,  Takt,  Tempo,  Versetzungszeichen,  dyma- 
nische  Zeichen,  Halb-  und  Oanzton,  Tonleitern  und 
deren  Vorzeichnung,  Tonleiterstufen,  Dur  und  Moll,  chro- 
matische Tonleiter,  der  Dreiklang  u.  s.  w.  Dieser  reiche 
Stoff  ist  in  angemessener  Weise  progressiv  auf  die  ver- 
schiedenen Stufen  zu  vertheilen  und  so  anschaulich  als 
möglich  zu  behandeln.  Es  genügt  z.  B.  nicht,  den  Kindern 
zu  sagen:  „Dies  ist  eine  Note",  sondern  es  muss  ihnen 
jeder  Theil  der  Note  gezeigt  und  von  ihnen  selbst   be- 


schrieben werden.  In  den  obersten  Stufen  ist  die  Ent- 
stehung der  Notenschrift,  des  (Linien-)Sy8temB,  der  Schlüssel 
zu  zeigen  und  zu  begründen. 

Schon  in  den  mittleren  Classen  ist  die  Entstehung 
der  Töne  durch  Schwingungen  zu  schildern,  und  in  den 
obersten  Classen  sind  die  einfachen  Schwingungszahlen 
(1.  2.  3.  4.  5.  6.)*)  mitzutheilen  und  auf  Grund  der- 
selben wenigstens  Octaven  und  Quinten  zu  berechnen. 
Die  oberste  Classe  sollte  mit  den  drei  Schlüsseln  ver- 
traut sein  und  darin  Noten  lesen  können;  auch  sollte 
hier  öfters  eine  kurze  Analyse  des  musikalischen  Baus 
und  Inhalts  der  zu  erlernenden  Gesangstücke  gegeben 
werden,  und  die  Schüler  dieser  Stufe  sollten  die  ge- 
bräuchlichen technischen  Ausdrücke  wohl  verstehen. 

Beim  Einstudiren  von  Gesangstücken  lasse  man  wo- 
möglich die  ganze  Classe  zuerst  die  zweite,  dann  die 
erste  Stimme  durchsingen  oder  ablesen,  ehe  man  das 
Stück  zweistimmig  singen  lässt,  und  achte  in  erster  Linie 
auf  reinen  Ton  und  deutliche  Aussprache.  In  der  ober- 
sten Classe  lasse  man  öfters  leichte  Sachen  vom  Blatt 
singen. 

Der  Text  jedes  einzuübenden  Liedes,  mit  alleiniger 
Ausnahme  der  in  den  höheren  Classen  vo^n  Blatt  (a  vista) 
zu  singenden,  ist  vom  Lehrer  langsam  und  sinngemäss 
vorzulesen  und  von  der  Classe,  mitunter  auch  von  ein- 
zelnen Schülern,  ebenso  zu  wiederholen,  worauf  der  Lehrer, 
besonders  in  den  unteren  Stufen,  durch  geeignete  Er- 
läuterungen für  das  Verständniss  des  Gelesenen  zu  sorgen 
hat  Auch  in  den  oberen  Classen  muss  sich  der  Lehrer 
durch  passende  Fragen  überzeugen,  dass  die  Schüler  das 
Gelesene  verstehen,  und  dadurch  wird  dem  Lehrer  häu£g 
Anlass  gegeben,  einen  Streifzug  auf  das  Gebiet  der  Lit- 
teratur  zu  machen,  ebenso  wie  die  Besprechung  dea 
musikalischen  Inhalts  ihm  die  Gelegenheit  bietet,  den 
Schülern  nützliche  und  willkommene  Mittheilungen  aus 
der  Musikgeschichte  zu  machen. 

Der  Lehrer  muss  sich  einer  dialektfreien,  muster- 
giltigen  Aussprache  befleissigen,  darf  weder  näseln,  noch 
schnarren  und  hat  sich  ganz  besondersl[vor  einer  zu 
breiten  Aussprache  zu  hüten;  er  muss  in  richtig  gebauten 
Sätzen  sprechen  und  Antworten  gleicher  Art  verlangen, 
und  er  soll  sich  stets  erinnern,  dass  seine  Thätigkeit 
allerdings  in  erster  Linie  dem  Singen  gilt,  aber  auch  den 
Anforderungen  der  Schule  im  Allgemeinen  entsprechen 
und  förderlich  sein  muss.  — 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Basel. 


*)  üeber  die  Vocale  und  deren  Bildung  sollte  sich  jeder 
Gesanglehrer  Eaths  erholen  in  den  Werken  Über  Phonetüc 
von  Bruecke,  Sievers,  Trautmann,  Victor  und  Anderen. 


Bevor  ich  Ihnen  Mittheilung  über  die  erste  Hälfte  der 
gegenwärtigen  Conoertsaison  mache,  habe  ich  noch  einen 
Nachtrag  zu  meinem  letzten  Berichte  in  d.  Bit.  zu  liefern, 
indem  ich  der  Auffährang  von  Fr.  Hegar's  „Manasse^  durch 
den  Gesangverein  gedenke.  Dieselbe  £nd  imter  der  persön- 
lichen Leitung  des  Uomponisten  statt  und  erregte  allgemeines 
Interesse,  da  ja  Hegar  in  Basel  aufgewachsen  ist  und  hier 
seine  erste  musikalische  Bildung  erhalten  hat.  Das  biblische 
Oratorium  „Manasse**  (Dichtimg  von  J.  V.  Widmann)  stellt 

*)  Es  wird  vorausgesetzt,  dass  jeder  Gesanglehrer  die 
Forschungen  von  Helmholtz  u.  A.  kenne  und  zum  Mindesten 
die  „Lehre  von  den  Tonempfindungen**  studirt  habe. 


79 


eine  Episode  der  jüdischen  Geschichte  dar,  einen  Trinmph 
der  freien  Religionsübnng  gegenüber  dem  Priesterfanatis- 
mns,  Manasse  wird  wegen  seiner  Liebe  za  der  heidnischen 
Nicaso  von  Esra  ausgestossen  und  gründet  anf  dem  Berge 
Garizim  einen  neuen  Galt.  Alleraings  dürfte  das  Motiv 
dieser  Lostrennnng  vom  Volke  ein  edleres  sein,  und  es  ver- 
mag nicht  gerade  Sympathie  für  den  Helden  zu  erwecken. 
Jedenfalls  ist  es  absurd,  wenn  Manasse  auf  die  Frage;  ,, Ehrst 
du  Gott?^  mit  der  Schilderung^  der  Beize  seines  Weibes  ant- 
wortet. Biblisch  ist  es  auch  nicht  im  Entferntesten.  Ferner 
wirkt  in  der  Dichtung  der  Wechsel  der  Scenen  nicht  gerade 
günstig;  bald  stehen  wir  auf  der  Seite  der  Priester,  bald  bei 
Manasse,  und  da  die  Chöre  hier  wie  dort  ähnlichen  Charakter 
haben,  so  schwanken  auch  unsere  Empfindungen  vom  Einen  zum 
Anderen.  Wenn  ich  diese  Mängel  der  Dichtung  berühre,  weil 
sie  einigermaassen  die  Befriedifirung  beeinträchtigen,  so  bleibt 
der  Werth  der  Comnosition  s^bst  ungeschmälert.  Die  Chöre 
sind  besonders  wirkungsvoll.  Hegar  hatte  das  Oratorium 
ursprünglich  frU*  Männerchor  componirt,  und  dieser  Umstand 
hat  auch  die  Umarbeitung  beeinflusst.  An  vielen  Stellen 
treten  die  Männerstimmen  vorherrschend  auf,  und  man  sieht, 
wie  sich  der  Componist  oft  die  effectvoUen  Klänge  derselben 
nicht  hat  entgehen  lassen  wollen.  Am  grossartigsten  ist  der 
Eingangschor,  bei  welchem  gerade  die  Männer^mmen  eine 

Sräcntige  Steigerung  hervorbringen.  Femer  bildet  der 
chnitterchor  eine  anmuthige  Einleitimg  zu  der  mehr  lyrisch 
Behaltenen  zweiten  Scene.  Manasse's  Entschluss,  auf  G^arizim 
en  neuen  Altar  zu  eirunden,  schliesst  die  Handlung;  in 
heroischer  Weise:  auch  die  Composition  hat  dort  mren 
Höhepunct  erreicht,  während  der  Wechselgesang  des  Schluss- 
chores eher  etwas  abfllllt.  Im  Allgemeinen  bietet  das  Werk 
ein  musikalisch  sehr  interessantes  Bild  und  verräth  in  der 
Behandlung  der  Singstimmen,  sowie  der  Instrumente  den  ge- 
bildeten Musiker  und  begabten  Componisten. 

Indem  ich  mich  nun  den  neuesten  musikalischen  Vorkomm- 
nissen in  unserer  Stadt  zuwende,  darf  ich  zumYoraus  mit  Befrie- 
digung constatiren,  dass  auch  in  dieser  Saison  recht  ^nussreiche 
Concerte  zu  verzeichnen  sind,  und  dass  besonders  die  veranstal- 
tende Commission  es  an  glücklichen  Engagements  nicht  hat 
fehlen  lassen.  Es  ist  auch  eine  sehr  praktische  Neuerun^^  einge- 
führt worden,  eine  vorläufige  Aufstellung  des  Repertoires  rar 
die  ganze  Saison;  allerdings  scheint  die  Clausel,  oass  fär  voll- 
ständige Einhaltung  nicht  könne  garantirt  werden^  nicht 
umsonst  da  zu  sein,  aber  immerhin  oietet  diese  Einrichtung 
eine  gewisse  (Garantie  fhr  das  abonnirende  Publicum,  das 
sonst  auf  Treu  und  Glauben  abonniren  musste,  ohne  zu  wissen, 
was  ihm  von  Seiten  der  Commission  bereit  gehalten  wurde. 
Der  gute  Ruf,  den  unsere  Concerte  fi;eniessen,  vermag  eben 
nicht  immer  vor  Enttäuschungen  zu  Dewahren .  Aber  glück- 
licherweise haben  besonders  die  enga^rten  Solisten  dieser 
Jahreshälfte  durchweg  befriedigt.  Die  Programme  boten  wie 
immer  eine  passende  Abwechselung  zwischen  Classischem  imd 
Modernem. 

An  der  Spitze  des  ersten  Concertes  stand  die  zweite  Svm- 
phonie  Dvoräk^s.   Schon  im  letzten  Winter  hatte  dieses  Werk 
sich  einer  bei^li^n  Aufnahme  zu  erfreuen  gehabt.    Bei  der 
dUesjäJirigen  Wiederholung,   die  dem  Yerständniss  desselben 
sehr   zu  Statten   kam,   war   es  noch  in  erhöhterem  Maasse 
möglich,  die  geniale  Schönheit  in  allen  Detaüs  zu  erkennen, 
als  es  bei  dem  erstmaligen  Hören  der  Fall  sein  konnte.    Das 
Interesse  an  dem  Componisten  nimmt  auch  bei  uns  von  Jahr 
zu  Jahr  zu,   und  unser  Gesangverein  ist  gerade  jetzt  mit 
der  Einübung  seines  „Stabat  mater^  beschäftigt.    In  den  übri- 
gen Concerten  standen  zwei  Mal  Beethoven'sche  Symphonien 
(No.  4  und  8),  Havdn  mit  der  Esdur  (mit  dem  Paukenwirbel) 
und  Mozart  mit  der  GmoU-Symphonie  auf  dem  Programm; 
Schumann's  DmoU-Symphonie  wurde  im  Concert  zu  Gunsten 
der  Pensionscasse  aufgeführt.    Unter  den  übrigen  Orchester- 
stücken mögen  zuerst  diejenifi;en  genannt  werden,  die  mehr 
oder  weniger  Novitäten  sinu,   so   die    „Kamarinskaja*'    des 
russischen  Componisten  GHnka,  ein  merkwürdiges,  originelles 
Stück,  dem  man  hübsche  Elangeffecte  nicht  absprechen  kann, 
wenn  auch  manches  Banale  mit  unterläuft.    Nicht  gewöhn- 
lich, aber  doch  auch  nicht  von  grosser  Wirkung  ist  femer 
die  Suite  Grieg^s  aus  .Peer  Gynt''.    Es  ist  entschieden  ge- 
fiihrlich,   das  Ungesunde  und  Unnatürliche  des  Ibsen'schen 
Dramas  in   die    Musik   hineinzulegen;   wenn  dieselbe  dann 
eher  einen  düstem,  unerfreulichen  Eindruck  macht,  so  hat 
sie  das  mit  ihrem  dichterischen  YorbUd  gemein,  das  wohl  zu 
erschüttern , .  aber  in   seinem    crassen   Realismus   nicht   zu 
rühren  vermag,  ja  oft  sogar  abstossend  wirkt.    Ueber  die 


anderen  Orchesterstücke  brauche' ich  mich  nicht  weiter  aus- 
zulassen. Gade^s  „Michel  Angelo  "-Ouvertüre  hat  die  Würdi- 
gung, die  sie  verdient,  längst  gefunden ;  diejenigen  zu  „Eury- 
anthe",  „Figaro",  „ZauDerflöte".und  „Freischütz"  werden  immer 
au£9  Neue  mit  Freude  angehört.  Seltener  bekommt  man 
schon  die  Maurerische  Trauermusik  von  Mozart  zu  hören, 
sowie  ein  Ooncerto  grosso  von  Händel,  und  ein  ganz  seltenes 
Ereigniss  war  das  Hervorholen  eines  Larghettos  aus  der  d. 
Symphonie  Spohr's.  Dass  die  Werke  des  grossen  Yiolinkünstlers 
mit  Unrecht  vom  Repertoire  verschwunden  sind,  ist  beim 
Anhören  dieses  Satzes  Manchem  klar  geworden;  die  Geiger 
verschmähen  es  doch  nicht,  seine  Yiolinconcerte  wegen  ihrer 
classischen  Form  und  Schönheit  immer  wieder  vorzubringen. 
Endlich  ist  die  Ddur-Suite  Bach's  zu  erwähnen.  Zum  Schhiss 
sei  der  immer  wachsenden  Anerkennung,  die  die  Leistungen 
unseres  Orchesters  unter  Dr.  Yolklancrs  trefflicher  Leitung 
finden,  rühmend  gedacht. 

Im  ersten  Concerte  spielte  Frl.  Fanny  Davies  aus  London 
das  Beethoven'sche  Gdur-Concert.  Das  Spiel  der  Künstlerin, 
das  vielleicht  nur  im  geistigen  Eingehen  noch  wachsen 
könnte^  war  technisch  vollendet  und  von  feiner,  durchsichtiger 
Klarheit.  Auch  in  den  Solostücken  wurde  jeder  Manierismus, 
alle  äussere  Effecthascherei  vermieden.  Aehnlich  im  Auf- 
treten war  Frl.  Hill  er  aus  Stuttgart,  die  im  gleichen  Con- 
certe eine  Arie  aus  Haydn's  „Schöpfung"  und  verschiedene 
Lieder  sang.  Wir  trafen  bei  ihr  eine  gut  geschulte  anmuthige 
Stimme  mit  reicher  Modulationsfähi^keit,  oesonders  mit  einem 
zarten,  nur  hiegehauchten  Pianissimo,  dessen  Effectes  die 
Dame  sich  wohl  bewusst  ist.  Im  zweiten  Concert  trat  FrL 
Leisinger  aus  Berlin  auf,  wie  allbekannt,  eine  Sängerin 
grossen  Stiles.  Yon  ihren  prächtigen  Stimmmitteln  macht 
sie  den  ausgibigsten  Gebrauch  una  weiss  ihren  (besang  so 
dramatisch  äa  möglich  zu  ^talten;  so  konnte  sie  mit  der 
grossen  „Freischütz"-Arie  mit  ihren  tief  empfundenen  Canti- 
lenen  und  den  hochdramatischen  Scenen  eine  nachhaltige 
Wirkung  erzielen.  Daneben  sprach  wieder  von  den  Liedern, 
welche  die  Künstlerin  sang,  das  äusserlich  einfachste  (»Yor- 
abend"  aus  den  BrauÜiedem  von  Cornelius)  am  meisten  an. 

(Schluss  folgt.) 

Carlsrahe. 

Mein  heutiger  Musikbrief,  der  einen  Ueberblick  aller 
wesentlichen  hierorts  in  der  2ieit  von  Ostern  bis  Weihnachten 
des  Jahres  1891  stattgehabten  musikalischen  Ereignisse  und 
Yorkommnisse  geben  soll  und  somit  da  anknü^,  wo  meine 
letzten  Berichte  in  den  Nummern  17  und  18  d.  Bis.  schlössen, 
sei  gleich  Jenen  mit  einem  Hinweis   auf  die   im  Allgemei- 
nen sehr  bedeutenden  Leistungen  unserer  Hofoper  eröffiiet. 
Yon  den  ungefUir  60  Opernabenden  des  vorerwähnten  Zeit- 
raumes entfielen  11   Abende  auf  die  Tondramen  Wagner's, 
welche  hier  nicht  nur  eine  vortreffliche  Wiedergabe  finden, 
sondern   dank   der  stilgerechten  Art    unserer  Aufführungen 
sich  auch  ein  imgemein  oegeistertes  und  wirklich  verständiges 
Publicum  gewonnen  haben.     So  war  denn  auch   bei  jeder 
Yorführung    eines  Wagnerischen  Werkes    unser   immerhin 
ziemlich  geräumiges  Opernhaus  bis  auf  den  letzten  Platz  aus- 
verkauft,   und   der    „Fliegende  Holländer",    der    ein   MeA, 
„Lohengrin,"    „Die  Meistersinger"  und  „(Götterdämmerung", 
die  je  zwei  Mal  gegeben  wur&n,  fluiden  eine  geradezu  fest- 
spielartige Verlebendigung  und  eine  dementsprechend  freudig 
begeisterte  Aufnahme,  bis  denn  die  in  den  Ta^n  vom  7.  bis 
15.  November  trotz  mancher  kleinen  und  bei  einem  einfachen 
Personale  leicht  erklärlichen  Störungen   überaus  schön  ver- 
laufenen Yorstellungen  sämmtlicher  vier  Theile  des  „Ringes" 
des  Meisters  einst  viel  bekrittelte  Worte:    „Wenn  Sie  nun 
wollen,  so  haben  wir  eine  Kunst"  in  erfreulicher  Weise  zur 
Wahrheit  werden  liessen.    Der  geniale  Leiter  unserer  Oper, 
Hr.  Hofoperndirector  M  o  1 1 1,  ist  so  recht  eigentlich  eine  Pe  rsoni- 
fication  jenes  von  Wagner  gemeinten  wulens,  \md  da  unser 
zumeist  vortreffliches  Personal  —  darstellende  Künstler  wie 
Orchester  —  sich  der  ener^evollen  und  begeisternden  Führung 
dieses  überaus  thatkräftigen  Willens   in  ernstester  Kunst- 
treue unterordnet,  so  haben  wir  hier  die  grosse  Kunst  des 
deutschen  Musikdramas  in  rechter  Art  und  echtester  Weise ' 
und  sind  stolz  auf  unser  „Klein -Bayreuth",    wie  Carlsruhe 
von  mehreren  Wagner-begeisterten  westlichen  Nachbarn  nicht 
mit  Unrecht  genannt  wird.    Nächst   den  Damen   Mail  ha  c 
und  Keuss   und  unserem  trefflichen   Baritonisten   Plank, 
welche  durch    ihre  Mitwirkung  in    den  Bayreuther  Fest- 


80 


spielöD  ja  auch  weit  über  Carlsruhe  hinaus  bekannt  geworden 
sind,  besitzen  wir  tu  unserem  sehr  tüchtigen  und  vielseitigen 
Heldentenor  Hm.  Oberländer  (besonders  gut  als  Junjg-Sieg- 
fried  und  Walther  Stolzing),  in  Frl.  F ritsch  (vortrefflicher 
CJoloratursängerin),  Frl.  Friedlein  (Altistin),  Hm.  Rosen- 
berg (lyrisdiem  Tenor,  als  Tamino  wie  als  Mime  gleich 
schÄtzenswerth)jHm.  Lang  (jugendlichem  Tenor  mit  schönen 
Stimmmitteln),  Hrn.  Cords  (selu*  tonsohönem  Bariton),  sowie 
in  den  HH.  Heller  und  Nebe  (Bassisten,  Letzterer  ein  vor- 
züglicher Alberich  und  Beckmesser)  Blrftfte,  die  uns  zum 
Theil  schon  jetzt  durch  einwandfreie  und  vornehm  künst- 
lerische Leistungen  erfreuen,  zum  anderen  Theil  durch 
schönes  Stimmmaterial  und  wohlersichtliches  ernstes  Streben 
von  der  Zukunft  das  Beste  erhoilen  lassen.  Dazu  wurden 
in  den  Damen  Arnhold  und  Xönigstätter,  Beide  aus 
Wien,  zwei  junge  Sängerinnen  engagirt,  die  bei  gewissen- 
hafter Entwickelung  ihrer  hübschen  Anlagen  —  die  Erstere 
als  jugendlich  dramatische  Sängerin,  dieAndere  als  Soubrette  — 

ganz  tüchtig  zu  werden  versprechen.  Mehrfach  mussten  an 
teile  erkrankter  Mitglieder  Öäste  eintreten,  und  haben  wir 
unter  diesen  rühmend  des  Frl.  de  Ah  na  vom  Hoftheater  in 
Weimar,  welche  in  ansprechender  Weise  einmal  die  Elsa 
sang,  des  Frl.  Blank  vom  Hoftheater  in  München,  welche 
ungeachtet  einer  bisweilen  nicht  ganz  zweifellosen  Intonation 
die  Erda  im  „Siegfried"  recht  bedeutend  wieder^b,  und 
schliesslich  unserer  einheimischen  Concertsängerin  Frau 
Hoeck -Lechner,  welche  die  von  ihr  in  denkbar  kürzester 
Frist  studirten  Fartien  der  Gutrune  und  der  zweiten 
Bheintochter  schön  und  mit  vollkommener  musikalischer  Zu- 
verlä^igkeit  durchführte,  zu  gedenken.  Im  „Trompeter  von 
Säkkingen",  der  letzten  Vorstellung  vor  den  Sommerferien 
—  zum  Abschiednehmen  von  der  Oper  just  das  rechte  Werk  — , 
verabschiedete  sich  Frau  Harlacher,  ein  seit  Jahren  in 
ihrer  vielseitigen  Verwendbarkeit  als  Soubrette  und  als 
jugendlich  dramatische  Sängerin  für  das  Repertoire  unserer 
Oper  geradezu  unschätzbar  gewesenes  Mitglied,  vom  hiesigen 
Publicum  und  erhielt  schier  zahllose  Blumenspenden  als  Be- 
weise dankbarer  und  anhänglicher  Gesinnung.  In  den  letzten 
Tagen  des  Jahres  verstarb  in  Italien,  woselbst  er  Heilung 
von  einem  ernsten  Leiden  gesucht  hatt«,  der  langjährige 
zweite  Capellmeister  und  Chordirector  unserer  Oper,  Hr.  Hof- 
capellmeister  Joseph  Ruzcek,  ein  Mann,  der  in  der  be- 
scheidenen und  allerdings  wenig  warmen  Solidität  seiner 
Directionsweise  neben  der  genialen  und  stürmischeren  Diri- 
gentengestalt Mottl's  leicht  unterschätzt  werden  konnte,  der 
aber  nut  seinen  gründlichen  musikalischen  Kenntnissen  und 
seiner  hochgradigen  Opern-Routine  eine  der  unentbehrlichsten 
Stützen  unseres  Opern-Ensembles  war.  Noch  ist  kein  £rsatz 
für  diesen  unermüdlich  thätigen  und  allgemein  geschätzten 
Künstler,  dem  die  Erde  leicht  sein  möge,  gefunden  worden.  *) 

Als  Novitäten  brachte  die  Oper  des  Mannheimer  Hof- 
capellmeisters  Ferdinand  Langer  „Murillo",  ein  anspruchs- 
loses, aber  liebenswürdig  anmuthiges  Werk,  dem  eine  recht 
freundliche  Aufnahme  zu  Theil  wurde,  und  Mascagni^s 
„Cavalleria  rusticana*^.  die  bei  sehr  ^uter  Besetzung  (hervor- 
ragend Frau  Reuss  als  Santuzza)  una  geradezu  entzückender 
Ausstattung  auch  hier  vermöge  des  leidenschaftlichen  und 
bündigen  Sujets  und  der  zwar  selten  ursprünglichen,  aber 
doch  zumeist  frischen  und  stimmungsvollen  Musik  einen 
ziemlich  bedeutenden  Eindruck  machte.  Von  Wiederholungen 
des  Intermezzos  können  wir  allerdings  nicht  berichten,  da 
weder  unser  Publicum  ein  lebhafteres  Verlangen  nach  solchen 
bezeugte,  noch  von  Seiten  MottPs  ein  Eingehen  auf  einen 
derartigen  der  Handlung  sowohl,  als  der  Musik  gegenüber 
recht  unsinnigen  Wunsä  zu  erwarten  gewesen  wäre. 

In  vorzüglicher  Neu-Einstudirung  präsentirten  sich  ims 
„Francesca  da  Rimini"  von  Hermann  Cfoetz,  welche  in  ihrer 
wenig  einheitlichen  und  allzu  fragmentarischen  musikalischen 
Factur  uns  trotz  mancher  Schönheiten  der  Partitur  nicht 
lebhafter  zu  interessiren  vermochte,  und  Möhul's  „Uthal",  ein 
äusserst  stimmungsvolles  und  musikalisch  vornehmes  ein- 
actiges  Werk,  dessen  Erlösung  von  dem  Scheinleben  in 
Musikgeschichten  und  Lexicas.  die  seiner  auch  nur  gedenken, 
weil^M6hul  in  diesem  Werfce  den  Versuch  gemacht  hat, 
durch  Fortlassung  der  Geigen,  deren  Stimme  den  Bratschen 
zufWt,  ein  ungewöhnlich  düsteres  Colorit  zu  erzielen,  wohl 
zu  wünschen  wäre. 


*)   Neuesten   Nachrichten    zufolge    tritt    Hr.    Hofcapell- 
meister  Frank  in  Mannheim  in  diese  Stelle  ein. 

D.  Red. 


Während  Wagner^s  Geburtstag  mit'  einer  Aufführung 
des  „Lohengrin",  Beethoven's  Geburtstag  mit  einer  solchen 
des  „Fidelio**  gefeiert  wurde,  gedachte  man  des  hundert- 
jährigen Geburtstages  Meyerbeer's  mit  einer  im  Ghinzen 
ziembch  unbedeutenden  Wiedergabe  der  „Hugenotten**, 
welcher  jedoch  im  Laufe  der  Zeit  eine  bedeutend  bessere 
Vorstellung  des  „Propheten"  und  eine  recht  gute  Aufführung 
von  „Robert  der  Teufel"  gefolgt  sind. 

Der  Erinnerung  an  Mozart^s  hundertjährigen  Todestag 
waren  im  Theater  drei  Abende  gewidmet  worden,  an  deren 
Erstem  —  eingeleitet  von  der  Maurerischen  Trauermusik  und 
einem  sehr  schwungvollen  scenischen  Prologe  des  hier  leben- 
den Litterarhistorikers  Michael  Bemays  —  das  Reouiem  in 
ziemlich  guter  Ausführung,  am  Zweiten  der  „Don  Juan"  in 
anerkennenswerther  Wiedergabe  und  am  Dritten,  wiederum 
eingeleitet  vom  Bemays^schen  Prologe,  die  „Enfcrahrong  aus 
dem  Serail"  in  recht  guter  Weise  zu  Gehör  gebracht  wurden. 
Die  würdigste  Mozart-Feier  am  hiesigen  Orte  bildete  jeden- 
falls der  Mozart -Abend  des  grossherzogl.  Hoforchesters,  an 
welchem  unter  MottPs  Leitung  die  Ouvertüre  zur  „Zaubeo:- 
flöte",  das  von  Hm.  Prof.  Heinrich  Ordenstein  mit  grosser 
Reinheit  und  Anmuth  gespielte  Clavier-Ooncert  in  Adur, 
Thema  mit  Variationen  in  Ddur  für  Streichinstrumente  und 
Homer  (eine  ganz  prächtige  Composition  aus  Einem  der 
Divertimenti),  £e  von  unserer  Hofopemsängerin  Frl.  Fritsch 
schön  gesungene  Esdur-Arie  mit  obligater  Violine  ans  „Ö 
re  pastore"  und  schliesslich  die  Jupiter -Symphonie  in  ganz 
vorzüglicher  Weise  zur  Ausführung  gelangten. 

(Schluss  folgL) 


Beriotite. 

Leipzig.  Der  Bach- Verein  veranstaltete  unter  Fühnuag 
seines  ausgezeichneten  Dirigenten  Hm.  (Kapellmeister  Sitt  und 
Mitwirkung  der  hiesigen  Sängerinnen  Frl.  Martini  und  Fran 
von  Knappstaedt,  des  Baritonisten  Hrn.  Glömme  aus 
Dresden,  des  einheimischen  Orgelmeisters  Hm.  Homeyer 
und  des  Gewandhausorchesters  am  31.  Jan.  in  der  Thomas- 
kirche  sein  1.  diesjährifi;es  Kirchenconcert,  des^n  Programm, 
wie  meistens  die  Auffünrungen  des  Vereins,  nur  Werke  des 
Unsterblichen  umschloss:  Zu  Anfang  Praeludium  und  Fuge 
in  Dmoll  —  Band  IV  der  Edition  Petors  — ,  dann  weiter  me 
Cantaten  „Li  allen  meinen  Thaten"  und  „Also  hat  Gk)tt  die 
Welt  gelieot",  getrennt  durch  die  Arie  „Bereite  dich,  Zion, 
mit  zärtlichen  Trieben"  aus  dem  Weihnachtsoratorium,  und 
als  Schlussnummer  den  Chor  „Nun  lob,  mein  Seel,  den 
Herren",  Alles  Compositionen,  die  den  unvergänglichen  Ruhm 
ihres  Schöpfers  verkündeten,  von  einem  Relchthum  und  einer 
Schönheit  un4  Pracht  der  Ideen  und  Harmonien,  dass  man 
aus  der  Bewunderung  über  die  Ünerschöpflichkeit  dieses 
Riesengeistes,  dieser  Urquelle  unserer  heutigen  und  zukünfld- 

fen  Musik,   nicht  herauskommt.     Und  wie  den  Zuhörer  die 
Begeisterung  gegenüber  diesen  musikalischen  Offenbarungen 
unwillkürlicn  ergreift,  wie  viel  mehr  (}enuss  müssen  erst  die 
Ausführenden   dieser  Wunderwerke   haben!    Diese   freudige 
Hingabe  an  seine  hohen  Aufgaben,  welche  den  Bach-Verem 
von  jeher   beseelt  und  seinen  Leistungen  den  charakteristi- 
schen Stempel  aufgedrückt   hat,    sie    trat  auch   dieses  Mal 
überall  da,  wo  er  einzugreifen  hatte,  überzeugend  hervor  und 
Hess   die  fiir  die  Tonwellen  überhaupt  und  einen  numerisch 
schwachen  Chor  im  Besonderen  ungünstigen  akustischen  Ver- 
hältnisse, welche  die  einstmalige  Wirkungsstätte  des  Compo- 
nisten  nach  ihrer  Restauration  immer  bei  schwach  besuchtem 
Hause   zeigt,   bald   vergessen.      Die  Chöre  gingen  unter  der 
energischen   und   sieghaften  Leitung  des  Hrn.  Sitt  wirklich 
ganz  vortrefflich,  und  ebenso  war  es,  bis  auf  den  Baritonisten, 
mit  der  Thätigkeit  der  mitwirkenden  Solisten  bestellt.    Der 
angenehme  und  doch  überall  voUaustönende  Sopran  und  die 
feinfühlige  Ausdrucksweise  des  Frl.  Martini  übten  auch   bei 
dieser  Gelegenheit  eine  starke  Attraotionskraft  aus,  und  der 
klangsatte  und  ausgezeichnete  Mezzosopran   und   der   warm- 
beseelte  und  stilvolle  Vortrag  der  Frau  v.  Knappstaedt  warfen 
sowohl   in   der  1.  Cantate,  wie  in  der  Arie  aus  dem  Weih- 
nachtsoratorium die  Frage  auf,   warum  unsere  vornehmsten 
Concertinstitute  diese  ausgezeicnnete,  voUwerthige  Künstlerin 
so  lange  ignoriren  konnten?  Recht  zurück  gegen  seine  Part- 
nerinnen stand  Hr.  Glömme  mit  seinem   auffällig  zur  Deto- 
nation   neigenden    und   dabei    einige  Male  sehr  unsicheren 
Gesang,  so  sympathisch  seine  Stimme  an  sich  auch  klingt. 
Hr.  Homeyer  hat  seine  Solonummer  mit  einer  technischen  und 


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s^iBtigdii  Yortrofflichkeit  vorgetrages,  wie  sie  der  herrlichen 
oomposiiioii  höchst  selten  zu  Theü  werden  dürfte.  Das  Or- 
ehester  föllte  in  Allem  anÜB  Beste  seinen  Platz  ans.  Namhaft 
gemacht  sei  aher  nur  Hr.  Wille,  der  in  der  geeangvoUen 
Aosföhrong  des  ohligaten  Yioloncells  in  der  Arie  „Mein  gläa- 
faigee  Herze"  der  Sängerin  wirkliche  Concnrrenz  machte. 

Gera,  96.  Jan.  Das  2.  Concert  des  Musikalischen 
Vereins,  welches  am  28.  Nov.  stattfand,  wurde  mit  der 
8.  Beethoven'schen  Symphonie  eröffnet,  deren  ahgerundeter. 
in  allen  Theilen  wohlvorhereiteter  Vortrag  lehhaiten  Beifall 
hervorrief.  In  der  Temponahme  hatte  aiSa.  unser  trefflicher 
Dirigent  Hr.  Klee  mann  mehr  an  das  allgemein  ühliche 
Maass,  als  an  die  Partiturangahen  in  den  Mittelsätzen  ge- 
halten, wodurch  einer  üeherhastung  des  Allegrettos  und  Ver- 
schleppung des  Tempos  di  Menuette  vorgeheugt  wurde.  Ferner 
kam  eine  symphonische  Phantasie  „Des  Meeres  und  der  Liehe 
Wellen"  nach  Grillparzer*s  gleichnamigem  Trauerspiel  fUr 
Orchester  von  Carl  Kleemann  zur  Auftllhrung.  Der  Compo- 
nist,  welcher  früher  zu  einem  anderen  Grillparzer'schen  Stücke: 
„Der  Traum  ein  Lehen"  eine  für  die  Theateranfführung  berech- 
nete Musik  geschrieben,  hat  die  musikalische  Illustration  des 
obengenannten  Dramas,  welche  dem  Concertsaal  angehört,  in 
die  Form  einer  symphonischen  Dichtung  gebracht,  deren  ein- 
heitlicher Charakter  sich  dem  Inhalte  des  Stückes  eng  an- 
schliesst.  Besonders  hervorzuheben  sind  dabei  der  Anfang: 
ruhiges  Meer,  das  sinnig  schöne  Liebesmotiv  und  der  meister- 
haft gesetzte  Sturm;  hier  wirken  die  chromatischen  Quinten- 
gänge in  den  Streichinstrumenten  mit  Überraschender  Natür- 
uchkeit.  Nicht  minder  hervorragend  ist  die  Vereinigung  der 
Liebenden  nach  dem  Tode  durch  des  Meeres  Wellen,  der 
Eintritt  der  Dur-Tonart  (Cdur),  welcher  das  Ganze  schliesst. 
In  kurzen,  erepreifenden  Bildern  wird  uns  die  Geschichte 
Hero  und  Leander's  vorgeführt,  die  Klarheit,  in  der  das  Ganze 
gehalten,  liess  die  einzelnen  Theile  leichter  verfolgen,  und  all- 
gemeiner, wohlverdienter  Beifall  folgte  dem  Vortrage.  Auch 
aas  Orchester  ehrte  den  Dirigenten-Componisten  mit  dreima- 
ligem Tusch.  Hr.  Hofopemsänger  Zeller  aus  Weimar,  der 
"Solist  des  Abends,  sang  Lohengrin*s  Erzählung  imd  Abschied 
mit  Orchesterbegleitung  und  erweckte  durch  sein  schönes 
Stimimnaterial  das  lebhafteste  Interesse ;  von  den  Liedern  am 
Ciavier,  welche  sämmtlich  von  B.  Strauss  componirt  waren, 
musste  das  „Ständchen"  auf  Verlangen  wiederholt  werden. 
Die  Stimme  des  Künstlers  hat  bei  aller  Kraft  auch  viel  Weich- 
heit, namentlich  in  der  Mittellage,  weshalb  es  an  lebhaftem 
Beimll  nicht  fehlte.  Den  Schluss  des  Abends  bildete  die  feurig 
geleitete  und  vom  Orchester  mit  Hingebung  gespielte  Ouver- 
türe zum  „Wasserträger"  von  Chernbini. 

Das  Concert  desselben  Vereins  am  26.  Januar  wurde  mit 
der  Ouvertüre  «Am  Niagara"  von  W.  Tschirch,  zum  Gedächt- 
liiss  des  am  6.  Jan.  verstorbenen  Componisten  eröf&iet.  Das 
Werk  schildert  in  lebhaften  Farben  den  Eindruck,  den  jenes 
Weltwunder  auf  den  Beschauer  macht;  nach  einer  majestäti- 
schen Einleitimg  ertönen  Indianersignale,  denen  eine  eigen- 
artige Melodie  folgt,  während  gegen  den  Schluss  hin  das 
Brausen  und  Tosen  des  Wasserfalls  sich  hören  lässt.  Eine 
glänzende  Instrumentirung  verleiht  dem  Gkinzen,  dessen  all- 
gemeinere Verbreitung  erwünscht  wäre,  bedeutenden  Werth. 
&ie  Ausfuhrung,  welche  mannichl&uihe  Schwierigkeiten  bietet, 
geschah  seitens  der  Capelle  in  liebevoller  Hingebung,  was 
allseitige  Anerkennung  fisind.  Das  Hauptwerk  des  Abends 
stand  am  Anfang  des  zweiten  Theüs:  „Tasso"  von  F.  Liszt. 
Schon  früher  war  Eine  von  den  symphonischen  Dichtungen : 
„Les  Pröludee"  zu  Gtohör  ^bracht  worden,  und  zwar  mit 
bestem  Erfolge,  der  auch  diesmal  nicht  ausblieb.  Namentlich 
kam  nach  der  schönen  Einleitung  die  düster  klagende  Melo- 
die in  der  Bassclarinette  trefflich  zum  Vortrag,  wie  auch  die 
Violoncelli  ^)IEi,ter  mit  der  Fisdur-Melodie  kräftig  hervortraten. 
Mächtig  erschallte  das  Schlussmotiv  in  Cdur  mit  den  lel>- 
kaften  Gängen  in  den  Violinen,  welche  den  letzten  Ton,  das 
dreigestrichene  c,  sehr  rein  ausnielten.  Es  war  dieser  Vortrag 
eine  künstlerische  That,  welche  dem  Dirigenten,  wie  den  Aus- 
fahrenden in  gleicher  Weise  zu  besonderer  Ehre  gereicht  und 
den  Wunsch  berechtigt  erscheinen  lässt,  es  möchten  die  Liszt'- 
schen  Orchesterwerke  in  jeder  Saison  auf  dem  Programm 
ihren  Platz  finden.  Ein  weiteres  Orchesterwerk  folgte  dann: 
Marsch  aus  Schubert's  Divertissement  ä  la  Hongroise,  von 
Liszt  orchestrirt.  Die  einfache  Weise  wirkte  in  dem  glän- 
zendsten Orchestergewande  derartig  belebend,  dass  einem  da 
eapo-Buf  Folge  geleistet  werden  musste.  Auch  die  Goldmark'- 
8cne  „Frühlings" -Ouvertüre  erregte  mit  ihren  stimmungsvollen 


Motive«,  sowohl  dem  getragenen^  als  dem  tanzähnlichen,  leb- 
hafte Befriedigung,  die  sich  in  entsprechendem  Beifedl  kund 
Sab.  Als  Solist  erschien  Hr.  Prof.  Thomso;i  ans  Lüttich, 
em  der  Ruf  eines  ganz  ausgezeichneten  Violinvirtuosen 
vorausging.  Ihm,  dem  zweiten  Pafianini,  gab  eine  Phantasie 
dieses  Meisters  Gelegenheit,  eine  SibelhafM  Technik  zu  ent- 
wickeln und  in  Ausführung  fast  unmöglich  scheinender 
Sprüngej  Octavengänge  etc.  ganz  Ausserordentlichea  zu  leisten, 
wobei  die  den  Bogen  schmückenden  Diamanten  mächtig  fun- 
kelten. Doch  bereicherte  der  Künstler  das  Programm  auch 
durch  den  Vortrag  wirklicher  Musikstücke,  namentlich  des 
2.  Concerts  von  Wieniawski,  wobei  er  in  derBomanze  einen 
süssen,  zu  Herzen  gehenden  Ton  seinem  prachtvollen  Instru- 
ment entlockte.  Ausserdem  spielte  er  mit  gleicher  Bravour 
ausserprogrammmässig  noch  den  I.  Satz  aus  dem  2.  Violin- 
concert  von  Bruch  (Op.  44).  Das  Publicum  ehrte  ihn  durch 
ausserordentlichen  Beiiall  und  wiederholten  Hervorruf.  Sämmt- 
liche  Solostücke  wurden  vom  Orchester  begleitet,  das  sich  in 
hervorragender  Weise  dieser  Aufgabe  entledigte. 

Die  Soiröe  des  Musikalischen  Vereins  am  14.  Dec.  ent- 
hielt zunächst  Schuberts  herrliches  Octett,  dessen  Vortrag  in 
allen  Theilen  eine  sorgflkltige  Vorbereitung  zeigte  imd  in  Hin- 
sicht der  zahlreichen  Schwierigkeiten  eine  treffliche  Wieder- 
gabe fand.  Leider  fehlte  in  den  hierzu  benutzten  Stimmen 
(aus  dem  Verlage  von  Haslinger  und  Diabelli  in  Wien)  das 
Andante  mit  Variationen  und  das  Menuett,  was  allgemein 
ungern  vermisst  wurde.  Ein  bekannter  Dilettant  trug  mit 
seiner  herrlichen  Bassstimme  drei  Lieder  vor,  ausserdem 
spielte  Hofmusicus  Hässner  Variationen  für  Clarinette  von 
Berr  und  hatte  Gelegenheit,  dabei  namentlich  seine  technische 
Fertigkeit  in  helles  Licht  zu  setzen,  denn  musikalisch  bietet 
diese  Composition  wenig  Werthvolles.  Der  Vereinsohor  debu- 
tirte  mit  dem  Jagd-  und  dem  Weinchor  aus  den  in  der  Ein- 
übung befindlichen  Haydn'schen  „Jahreszeiten",  welche  Chöre 
durch  fiotten.  in  allen  Theilen  lein  abgetönten  Vortrag  leb- 
haften Bei&ll  hervorriefen. 

Der  Erste  der  projectirton  drei  Kammermusikabende  des 
Hm.  Hofcapellmeister  Kleemann  eröffnete,  in  Erinnerung  an 
Mozart^s  100jährigen  Todestag,  mit  dessen  Gmoll-Clavier- 
quartett,  welches  in  der  Ausführung  durch  die  HH.  Klee- 
mann, Jäger,  Geipel  und  Kliebes  zum  Glanzpunct  des 
Abends,  zu  einem  würdigen  Todtenopfer  für  den  unsterblichen 
Meister  sich  gestaltete.  Das  treffbche  Zusammenspiel,  wel- 
ches ge^n  früher  merklich  gewonnen  hat,  kam  namentlich 
auch  heim  nachfolgenden  Streichquartett  Op.  18,  No.  1,  Fdur, 
von  Beethoven  (mit  Hm.  Grümmer  an  der  2.  Violine)  zur 
G^eltung.  Der  Primgeiger,  dessen  energischer  Strich  das 
Ganze  mit  bemerkenswerther  Sicherheit  leitete,  hatte  in  der 
mit  Hm.  Kleemann  gespielten  Grieg'schen  Sonate  Op.  ld,Gdur, 
ausserdem  noch  Gelegenheit,  sich  als  ein  Künstler  zu  zeigen, 
dem  unsere  vollste  Anerkennung  gebührt.  — Am  2.  Kammer- 
musikabend stand  ein  Haydn'sches  Ddur-Streichquartett  (aus 
Op.  76)  zu  AnfBuig  des  Programms,  mit  dessen  trefflichem 
Vortrag,  die  oben  genannten  HH.  Streicher  einen  vollen  Er- 
folg erzielten.  Hierauf  spielte  Hr.  Kliebes  mit  lebhafter  Em- 
pfindung und  vollem,  weichem  Ton  Bruch's  „Kol  Niedrei". 
Den  Scnwerpunct  des  Programms  büdete  dessen  Schlnss- 
nummer:  Brahms*  herrliches  Adur-Clavierquartett.  Das  Werk 
erscheint  orchestral  gedacht,  stellt  den  Ausführenden  zwar 
schwere,  aber  dankbare  Au^^ben  und  gibt  namentlich  dem 
Ciavierspieler  Gelegenheit,  nach  den  verschiedensten  Bich- 
tungen  nin  sich  zu  zeigen.  Hr.  Hofcapellmeister  Kleemann 
bot  am  Ciavier  eine  Meisterleistung  nicnt  blos  in  der  Energie 
und  Kraft  des  Spiels,  wie  es  die  Ecksätze  verschiedentlich  er- 
fordern, sondern  namentlich  auch  in  dem  zarten  Vortrage  des 
9.  Satzes  poco  Adagio  mit  den  träumerischen  Axpeggien  neben 
dem  kurzen  Motive  der  Streichinstrumente.  Die  Vertreter  der 
Letzteren,  die  HH.  Jäger,  Geipel  und  Kliebes,  zeigten  sich 
ihrer  Aufgabe  vollkommen  gewachsen.  Die  Zuhörencfen  Hessen 
dem  ganzen  Werke  den  wohlverdienten  Beifiedl  in  vollstem 
Maasse  zukommen.  P.  M. 


Concertumschau. 

Altona.  (3onc.  der  Allgem.  Altonaer  Liedertafel  (v. Woyrsch ) 
zur  Feier  ihres  öOjähr.  Bestehens  unt.  solist.  Mitwirk,  der  HH. 
Grahl  u.  Severin  a.  Berlin  am  23.  Jan.:  Victoria-Ouvert.  mit 
dem  Bundeschor  der  Jubilarin  v.  C.  Gurlitt,  Festrede  des 
Hm.  Saul,  „Deutscher  Heerbann"  f.  Soli,  Männerchor,  Orch. 
u.  Org.  V.  F.  V.  Woyrsch,    „Normannenzug'^  f.  Baritonsolo, 


82 


einstimm.  Männerchor  u.  Orch.  y.  Bruch,  M&nnerchöre  v. 
Am.  Krug  („Scheiden*'),  J.  Melchert  („Der  Abend**), 
G.  Jahncke  LVivat,  die  Freiheit")  und  H.  Jünjest  („Das 
Mühlenrad**  n.  Sarabande),  Gesangsoli  y.  Gluck  u.  H.  Hof  mann 
(Die  Lieder  des  Troubadours  Baoul  le  Preux  an  Königin  Jo- 
lanthe  yon'Navarra).  (Die  Noyität  yon  P.  v.  Woyrsch,  die 
als  eine  bedeutende,  werthyolle,  die  im  Texte  abwechselnden 
verschiedenen  Stimmungen  ungemein  charakteristisch  aus- 
prägende Tonschöpfung  bezeichnet  wird,  ist  wahrhaft  enthu- 
siastisch vom  Publicum  aufgenonmien  worden.) 

Amsterdam.  Abonnementconcerte  im  Neuen Concerthaus 
(Kes)  am  21.  u.  28.  Jan.:  Symphonien  y.  Haydn  (Gdur),  Mo- 
zart (Jupiter-),  Beethoyen  (Wo.  7)  u.  Eaff  („Lenore").  „Max 
und  Thekla**  a.  der  „Wallenstein**-Trilogie  yon  V.  a*Indy, 
S.  Ouyert.  zu  „Leonore**  v.  Beethoyen,  Scherzo  capriccioso  f. 
Orch.  V.  Dyo^&k,  Clayierconcert  v.  J.  Brandt  Buijs  (der 
Comp.).  —  Olass.  Gonc.  des  Paleis-Ork.  (Hol)  am  21.  Jan.: 
B.  Symph.  y.  Mendelssohn,  „Hochland '*-Ouyert.  y.  Gade,  Ballet- 
musik  a.  „Feramors**  y.  Rubinstein,  „Herzwunden**  und 
„FrÜhHng**  f.  Streichorch.  y.  Grieg,  Violoncellconc.  y.  Lalo 
{Et.  Bosmans). 

Basel.  6.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Volkland) :  3.  Symph.  y.  Schumann,  „Zenobia*-Ouyert.  y. 
Beinecke,  Soloyortrftge  der  Frau  Sanderson  (Ges.,  „AU  meine 
Herze;edanken**,  „Der  Schuhmacher**,  „Der  Sandträger**  und 
Ein  kleines  Lied  y.  A.  Bungert,  „Inmitten  des  Tanzes**  y. 
Tschalkowsky,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink**  y.  d*Albert 
u.  A.)  u.  des  Hm.  A.  Krasselt  (Viol.,  9.  Conc.  v.  Spohr  u.  2. 
u.  3.  Satz  a.  dem  1.  Conc.  y.  Yieuxtemps). 

BeFlln.  2.  Kammermusikabend  der  H&.  Kruse,  Markees, 
Müller  u.  Dechert  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Schultzen-y.  Asten, 
des  Frl.  y.  Asten  u.  des  Hm.  y.  Mendelssohn:  Cdur-Streich- 
quint.  y.  Schubert,  Amoll-Streichtrio  y.  F.  E.  Koch,  drei 
schwed.  Volkslieder,  f.  eine  Singstimme  m.  Clayiertriobegleit. 
arr.  y.  Em.  Krause.  —  Conc.  des  Hm.  AI.  Costa  m.  eig.  Com- 
poeitionen  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Lieban-Globig  (Ges.)  u.  der 
HH.  E.  Wolff  (Olay.),  Kruse,  Markees,  Müller,  Briggs  u.  De- 
chert  (Streicher)  am  18.  Jan.:  Clayierquint.  Dp.  1, Streichquint. 
u.  Lieder  „Pfemd  der  Liebe**,  „Nacht**,  „Presse  una  fontana** 
u.  „Ideale*^.  —  Conc.  der  Sängerin  Marie  Busjaeger  und  des 
Piamston  Jos.  Weiss  am  19.  Jan.  m.  Soli  f.  Ges.y^  Brahms 
(„Meine  Liebe  ist  grün**  u.  „Dort  in  den  Weiden**),  Franz 
(„Nun  die  Schatten  dunkeln**).  Volkmann  («Die  Bekehrte**), 
G.  Kulenkampff  („Frühling**),  E.  Grieg  („Solyejg's  Lied**), 
B.  Strauss  („Ötändchen**)  u.  A.  u.  f.  Clay.  v.  Brahms  (Variat. 
üb.  ein  Händel*sches  ThemiOj  Cui  („Argenteau**),  Solowioff 
(Bomanoe  russe),  Ljadoff  (Intermezzo)  u.  J.  Weiss  (Sonate 
0|>.*  17).  —  Conc.  des  Pianisten  Hm.  J.  Wieniawski  unt.  Mit- 
wirk, des  Philharm.  Orch.  am  21.  Jan.:  Dramat.  Ouyerture 
„Guillaume  le  Tacitume**  y.  J.  Wieniawski,  ClayiersoLL  y. 
S.  Bach  (DmoU-Conc),  Li  toi  ff  (Conc.hoU.),  y.Bülow-Liszt 
(Sonett  y.  Dante),  Brahms  (Bhaps.  Op.  79,  No.  2),  Moniuszko 
(„Albumblatt**),  Schubert-Liszt  <Valse-Caprice)  u.  J.  Wieni- 
awski LLes  Gn6mes**).  —  Clayierabend  des  Hm.  d* Albert 
am  22.  Jan.  m.  Compositionen  y.  S.  Bach- Albert  (Praelud.  u. 
Fuge  in  Ddur),  Beetnoyen  (Sonate  Op.  53),  F.  Kiel  (EmoU- 
Phant.),  Raff  (Suite  Op.  91),  Chopin  u.  Liszt  (Petrarca-So- 
nett in  Desdur,  „Irrlichter"  u.  Tarantelle  a.  „Venezia  e  Na- 
poli**).  —  6.  Philharm.  Conc.  (Dr.  y.  Bülow):  2.  Symph.  y.  Beet- 
noyen, „Les  Pröludes**  von  Liszt,  Ouyert.  zum  „Fliegenden 
Holländer**  y.  Wagner,  Violinconc.  in  unear.  Weise  y.  Joa- 
chim (der  Comp.).  —  Conc.  der  Damen  Helene  G^isler  (Clay.) 
u.  Helene  Krüger  (Ges.)  am  26.  Jan.  m.  Soli  f.  Qes.  y.  R.  y. 
Keudell  („Der  Fischer**),  Cornelius  („Komm,  wir  wandeln**), 
Franz  („Zwei  welke  Rosen**,  „0  sah  ich  auf  aer  Haide  dort** 
und  Maüied),  Grieg  („Herbststimmung** ,  „Mit  einer  Primula 
yeris**  u.  „Hofl&mng**).  W.  Taubert  („Wildlang**)  u.  A.  u.  f. 
Clay.  y.  Beethoyen  (Sfon.  Op.  110),  Chopin,  E.  E.  Taubert 
(Walzer  Op.  42)  u.  Liszt  (Polen.).  —  Conc.  des  Violinisten 
Hm.  Hagemeister  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Frank  (Ges.)  u.  der 
HH.  Hirschberg  (Clay.),  Gtohwald,  Krelle  u.  Lüdemann  (Strei- 
cher) am  28.  Jan.:  Streichquart.  Op.  95  y.  Beethoyen,  Soli  f. 
Ges.  y.  Brahms  („Meine  Liebe  ist  grün**),  R.  Hagemeister 
(„Leise  zieht  durcn  mein  G«müthe**,  „Die  Jugendgeliebte**  u. 
„An  der  Strommündung**),  E.  E.  Taubert  („Fensterlein"), 
Bungert  („Der  Schuhmacher**)  u.  A.,  f.  Clay.  y.  Kiel  (Mel.) 
u.  Schumann  (ABEGG-Variat.)  u.  f.  Viol.  y.  Raff  (Tarantelle) 
u.  A.  —  1.  Conc.  des  Violinisten  Hm.  Sarasate  unt.  Mitwirk, 
der  Pianistin  Frau  Marx:  SoH  f.  Viol.  y.  Bruch  (3.  Conc), 
Saint-Sagns  (Adnr-Concertstück)  u.  Sarasate  („Die  Mülle- 
rin**) u.  f.  Clay.  y.  Em.  Bernard  (Phant.)  u.  A. 


Hera.  2.  Kammermusik-Mat.  des  Hm.  Denhof  unt.  Mit- 
wirk.  der  Frau  R&uber-Sandoz  y.  hier  (Ges.)  u.  der  HH.  Jahn 
y.  hier  (Viol.  u.  Bratsche)  u.  Ad.  Rehberg  a.  Genf  (Violonc): 
F dur-dayiertrio  y.-Saint-Saöns,  D dur-Clay.-Violoncellson. 
y.  Mendelssohn.  Soli  f.  Gesang  y.  Brahms  („Gestillte  Sehn- 
sucht** u.  Geisti.  Wiegenlied,  m.  oblig.  Bratscne)  u.  f.Violon- 
cell  y.  S.  Bach.— Abonn.-Concerte  der  MusikgeseUschafb (Dr. 
Munzinger):  No.  3.  5.  Symph.  y.  Beethoyen,  Lustspielouyert. 
y.  Smetana,  Soloyorträge  der  Frau  Bareiss  a.  Zürich  (Ges^ 
„Da  unten  im  Thale**  u.  „Vergebliches  St&ndchen**  y.  Brahms 
etc.)  u.  des  Hm.  Hagen  (Violonc,  Amoll-Conc.  y.  Sttt,  Ro- 
manze eig.  Comp.  u.  „Elfentanz**  y.  Popper).  No.  4.  Adur- 
S^nnph.  y.  Mendelssohn,  „Benyenuto  CeUmi**-Ouyert.  y.  Ber- 
lioz,  Soloyorträge  der  Frau  Sanderson  (Ges.,  „Limitten  des 
Balles**  y.  Tscha'ikowsky,  „Der  Schahmacher**  u.  „Der  Sand- 
träger** yon  Bungert,  „iZur  Drossel  sprach  der  Fink**  yon 
d' Albert  etc.)  u.  des  Hm.  Denhof  (Clay.,  Ungar.  Phant.  y. 
Liszt,  Rigaudon  y.  Raff  etc.). 

Breslau.  8.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Masz- 
kowski):  6.  Symph.  y.  Beethoyen,  Ouyerturen  y.  Cherubini  u. 
Wagner  („l'aust**),  Clayieryorträge  der  Frau  Stern  a.  Dresden 
(11.  UnflÄr.  Rhaps.  y.  Liszt  etc.).  —  1.  u.  2.  S3anph.-Conc. 
der  Bred.  Concertcap.  (Riemenschneider):  Symphonien  y.  Beet- 
hoyen (No.  2)  und  H.  Ulrich  (triomph.),  Kaiser-Marsch  y. 
Wagner,  diy.  Ouyerturen,  „Aus  aller  Herren  Ländern**  y. 
Moszkowski,  Polon.  a.  der  „Faust** -Musik  y.  Lassen,  Bal- 
letmusik  a.  „Astorea**  y.  Abert,  Cz&rdäs  a.  „Ritter  Pasman** 
y.  Job.  Strauss,  Walzer  „Friedenspalmen**  y.  Jos.  Strauss, 
Soloyorträge  der  Frls.  Rösel  (Ges.,  ^Blumenorakel**  y.  Mas- 
cagnietc.)  u.  Rosenbaum  (Clay.,  „Chachoucha**y.  Raff  etc.). 

BflekebUFg.  3.  Abonn.-Conc  der  Hofcap.(Sahla):  3.  Sym- 
phonie y.  Beethoyen,  „Freischütz**-Ouyert.  y.  Weber,  Soloyor- 
träge der  Frau  Hoeck-Lechner  aus  Carlsruhe  (Ges.,  „Komm, 
wir  wandeln  zusammen**  y.  Cornelius,  Winterlied  v.  H.  y. 
Koss  etc.)  u.  des  Hm.  Steins  (Hom,  Esdur-Conc.  y.  Mozart). 

Cassel.  G«istl.  Musikauffhhr.  der  Concertyereini^.  (Spens^ler) 
am  17.  Jan.:  Chöre  y.  M.  Blumner  (Weihnachtmied),  £>rt- 
niansky,  Ph.  Em.  Bach  u.  Mendelssohn,  Soloyorträge  des  Frl. 
Bode  (Ges.,  „Heilige  Nacht**  y.  Lassen  etc.)  u.  der  HH.  Rund- 
nagel (Org.,  Sonate  „Weihnacht**  y.  W.Volckmar  u.  Weih- 
naohtspastorale  t.*  Merkel)-  u.  Pfarrer  Haas  (Violonc^  Adagio 
y.  Tartini  u.  „Aye  Maria**  y.  Fitzenhagen). 

Chemnitz.  2.  Gesellschaftsabend  des  Lehrer-Gesangyer. 
(Pohle):  Männerchöre  y.  J.  Otto  jun.  (Piratengesang),  Weber, 
O.Wermann  („Freud  und  Leid**),  Brahms-Hirsch  (Minne- 
lied), Kremser  („Die  Alpenfee**),  F.  Mair  („Wie  die  wilde 
Ros**),  Attenhoier  („Ständchen**)  und  Girschner  („Hüte 
dich**),  Vocalduette  „Altdeutscher  Liebesreim**  y.  Hildachu. 
„Lauter  Freude**  y.  0.  Wermann  (Frl.  Rockstroh  und  Hr. 
Beier),  Soloyorträs^e  des  Frl.  Rockstroh  („Der  arme  Peter**  v. 
Schumann,  „Durch  den  Wald**  y.  L.  Hartmann,  „Frühling 
ist  da**  y.  E.  Hildach.  „Es  muss  ein  Wunderbares  sein**  y. 
F.  Ries  u.  „Ilse**  y.  Mayerhoff)  u.  des  Hm.  Weimerhaus 
(Viol.).  —  2.  GbseUschaftsabend  der  Singakad.  (Schneider): 
DmoÜ-Clay.-Violinson.  u.  „Zigeunerleben**  f.  Chor  m.  Clay.  y. 
Schumann,  „Die  erste  Walpurgisnacht**  y.  Mendelssohn,  „Ständ- 
chen** f.  Altsolo  u.  Frauenchor  y.  Schubert. 

Cöln.  7.  Gürzenichconc.  (Prof.  Dr.  Wüllner):  Ouyerturen 
y.  Schumann  u.  Wagner|( „Tannhäuser**),  „Gott  in  der  Natur" 
f.  gem.  Chor  u.  Orch.  y.  Schubert- Wüllner,  „Sanctus**  u.  „Bene- 
dictus**  f.  do.  V.  P.  Benoit,  Clayieryorti^Lge  des  Frl. E^eeberg 
a.  Paris. 

Constanz.  3.  Abonn. -Symph. -Conc  des  Hm.  Handloser: 
Amoll-Symph.  y.  Mendelssohn,  symph.  Dich.  „Im  Jugendlenze** 
y.  AI.  Adam,  2.  Seren,  f. Streichorch.  y.  Volkmann,  Gesang- 
yorträge  der  Frau  Sanderson  ^„La  Captiye**  y.  Berlioz,  „In- 
mitten des  Balles**  y.  Tschau Kowsky^  „Der  Schuhmacher** 
und  „Der  Sandträger**  y.  Bungert,  „Zur  Drossel  sprach  der 
Fink**  y.  d'Albert  etc.). 

Creuzaaeh .  2.  Abonn.-Conc.  der  Conoert-Gesellsohaft En- 
zian) :  „Messias**-Ouyert.  y.  Händel,  Entr'acte  a.  „König  Man- 
fred** y.  Reinecke,  Chöre  y.  Mozart,  Händel  und  Brahms 
(„Liebeslieder**-Walzer),  Soloyorträge  des  Frl.  y.  Mülmann  y. 
hier  (G«s.,  „Gondoliera"  y.  Bohrer.  „Das  Vaterland**  y.  Las- 
sen etc.)  und  der  HH.  Gausche  y.  nier  (Ges.,  Minnelied  yon 
Brahms,  „Die  Nacht  ist  weich**  y.  A.  y.  Fi elitz)  u.  Werner 
a.  Baden-Baden  (Harmon.,  Canzonetta  y.  Guilmant,  R^yerie 
y.  Lemmens,  „Ständchen**  y.  Godard  etc.). 

Darmstaat.  4.  Conc.  der  Hofcap.  (de  BLaan):  8.  Symph.  y. 
Beethoyen,  „Meistersinger **- Vorspiel  y.  Wa  g  n  e  r ,  Soloyorträge 
der  Frau  y.  Knappstaedt  a.  Leipzig  (G^.,  Arie  a.  „Odysseus" 


83 


V.  Brach,  „Im  Maien"  v.  F.  Hiller.  „Ich  liebe  dich"  von 
Grie^etc.)  u.  des  Hrn.  Masbach  a.  Berlin  (Clav.,  GmoU-Conc. 
V.  Saint- Sa @ns  etc.).  —  1.  Kammermnsikabend  der  HH.  de 
Haan  (Clav.),  Helmer,  Walter,  Oelsner  und  Beitz  (Streicher) : 
Clavierquint.  v.  Schumann,  Streichqnart.  Op.  18,  No.  2,  von 
Beethoven,  Adur-Clav.-Yiolinson.  v.  Brahma. 

Dordreeht.  2.  Soiröe  f.  Kammermusik  der  HH.  Yink  u. 
Erdelmann  unt.  Mit  wirk,  des  Hm.  Mossel  (Yiolonc):  Clavier- 
trios  v.Saint-SaSns  u.  Beethoven  (Op.  3),  Clav.-Violoncell- 
aon.  V.  Grieg. 

Dflren.  Conc.  des  Instrumentalver.  (Hilgers)  am  24.  Jan.: 
8.  Svmph.  V.  Beethoven,  „■Wasserträger"-Ouvert.  v.  Cherubini, 
ßalletmusik  a.  „Feramors"  v.  Rubinstein,  Gesang  vortrage 
des  Hm.  Amtsrichter  Merrem  („Neue  Liebe"  v.  Rubinstein, 
„So  willst  du  des  Armen"  v.  Brahms  etc.). 

Esslingen.  Am  18.  Jan.  Auffuhr,  v.  H.  Hofmann's 
J^färchen  von  der  schönen  Melusine"  durch  den  Oratorienver. 
(Prof.  Fink)  unt.  sollst.  Mitwirk,  des  Frl.  HiUer  a.  Stuttgart, 
der  Frau  Fink  v.  hier  u.  der  HH.  Buess  a.  Cannstadt  u.  Beck 
V.  hier.  (Die  Aufführung  habe  mit  vollem  Recht  als  eine  sehr 
gelungene  bezeichnet  werden  dürfen,  und  das  höchste  Lob 
gebühre  dem  umsichtigen  Leiter  derselben.) 

Genf.  6.  Abonn.-(3onc.  im  Stadttheater  (W.  Rehberg): 
Marche  fanöbre  v.  H.  de  Senger,  6.  Symph.  v.  Beethoven, 
„Les  Pr61udes"  v.  F.  Liszt,  Violin  vortrage  des  Hm.  Ysaye 
(3.  Conc  V.  Saint- Saöns  u.  Schott.  Phant.  v.  Bruch). 

Gera.  Conc.  des  Musikal.  Ver.  (Kleemann)  am  25.  Jan. : 
„Tasso"  V.  Liszt,  Ouvertüren  v.  W.  Tschirch  („Am  Nia- 
gara") u.  Gold  mark  („Im  Frühling"),  Marsch  a.  dem  Divert. 
hongr.  V.  Schubert,  orch.  v.  Lissst,  Violin  vortrage  des  Hm. 
Thomson  a.  Lüttlch  (2.  Conc.  v.  Wieniawski,  Andante  v. 
Bruch  u.  Phant.  v.  Paganini). 

Halle  a.  S.  3.  Conc.  der  Stadtschützen-Gesellschaft  (Zehler) : 

4.  Symph.  v.  Schumann,  „Coriolan"-Ouvert.  v.  Beethoven,  Solo- 
vorträge des  Frl.  v.  Yahsel  a.  Dessau  (G^es.,  Arie  „Die  Kraft 
versagt"  v.  H.  Goetz,  Ein  kleines  Lied  v.  Bungert,  „Dein" 
V.  Böhm  u.  „Wenn  der  Vogel  naschen  will"  v.  Bück)  und 
des  Hm.  Klengel  a.  Leipzig  (Violonc,  Amoll-Conc.  eig.  Comp., 
„Scöne  pittoresque  v.  Massenet,  Tarantelle  v.  Piatti  etc.). 

Hannover.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Damengesangver. 
(Metadorff)  am  20.  Jan.:  £sdu]>Clayierc|uintett  v.  R.  Metz-» 
dorff  (Frl.  Meinardus  u.  HH.  B^er,  Yogelsang,  Stange  und 
Witteck),  „Die  Nixe"  f.  Altsolo  (Frl.  Schulze)  u.  Frauenchor 
V.  Rubinstein,  „Ständchen"  f.  do.  v.  Schubert  (Solo:  Frl. 
G^rst&cker),  „Stabat  mater"  v.  Pergolese,  Schnitterchor  von 
Liszt,  Solovorträ^  der  Damen  v.  Hadeln  (Ges.,  „Träume"  v. 
Wagner),  Röhng  (Ges.,  „Sehnsucht"  v.  Rubinstein  und 
„Die  Prinzessin"  v.  Grieg),  Galbreath  (Ges.,  „Der  Lenz"  v. 
Metz  dorff)  u.  Franke  (C&v.,  „Nachtfalter"  v.  Strauss-Tausig) 
Q.  des  Hrn.  Sahla  a.  Bückeburg  (Viol.). 

Königsberg  i*  Pr.  Matinöe  des  Hrn.  Rob.  Schwalm  m. 
eig.  Compositionen  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Birnbaum  (G^.), 
Brode,  Winter,  Pohl  imd  Heberlein  (Streicher)  am  24.  Jan.: 
Amoll-Streichquart.,  Soli  f.  Ges.  („Das  (Gewitter"),  f.  Clav.  (Cdur- 
Suite,  Lnpromptu  u.  Scherzo)  u.  f.  Yiolonc.  (Concertstück). 

Lausanne.    8.  Abonn.-C)onc.   des  Orch.- Vereins  (Banti): 

5.  Symph.  v.  Beethoven,  Litrod.  u.  Sidlienne,  sowie  Liter- 
mezzo  a.  „Cavalleria  rusticana"  v.  Mascagni,  Sevillana  aus 
J3on  Cösar  de  Bazan"  v.  Massenet,  Solovorträge  der  HH. 
Troyon  v.  hier  (Ges.)  u.  W.  Rehberg  a.  Gtenf  (Clav..  Conc.  v. 
Henselt,  Barcarolle  eig.  Comp.,  „Papillons"  v.  G.Weber  u. 
Stacc.-Etude  v.  Rubinstein). 

Leipzig.  6.  Conc.  des  Peeter'schen  Dilett.-Orch  .-Vereins 
(Pester):  Drei  Sätze  a.  einem  D moU-Streichquartett  v.  Haydn, 
Burlesque  f.  drei  Violinen  v.  F.  Hermann,  Lied,  Scherzando 
u.  Wiegenlied  f.  drei  Violoncells  v.  A.  Pest  er,  Solo  vortrage 
der  HH.  Trautermann  (Ges.,  „Frühling",  „Sommer",  „Herbst" 
und  „Winter"  v.  Em.  Paul,  „Hofi&iung"  v.  Grieg,  Wander- 
lied V.  Umlauft  etc.)  u.  Aifemi  (Clav.,  Marsch  a.  Op.  91  v. 
Raff  etc.).  —  Festconc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof.  Dr. 
Reineoke)  am  4.  Febr.:  7.  Symph.  v.  Beethoven,  2.  Seren.  £ 
Streichorch.  v.  Volkmann,  „ODeron"-Ouvert.  v.  Weber,  G^e- 
sangvorträge  der  Frau  Schmitt-Csänyi  a.  Schwerin  („Ah ,  pemdo" 
V.  Beethoven  etc.).  —  157.  Kammermusik- Aufführ,  im  Riedel- 
Verein:  Streichquartette  v.  Havdn(Cdur)  u.  Brahms  (Op.  51, 
Ko.  2),  Lieder  v.  R.Wagner  (Schlummerlied),  C.  Reinecke 
(„Barbarazweige")  u.  A.  Kitt  er  („Li  Lust  und  Schmerzen"). 
(Ausführende:  Frl.  Martini  [Ges.]  u.  HH.  Prill,  von  Dameck, 
Ünkenstein  u.  WUle  [Streicher].) 

Magdeburg.  Tonkünstlerver.  am  15.  Dec.  u.  19.  Jan.: 
Streichquartette  v.  A.  Dvof&k  (Op.  61),  Haydn  (Gmoll)  und 


Beethoven  (Op.  59,  No.  1),  Kreutzer-Son.  v.  Beethoven  (HH. 
Brandt  u.  Berber),  Solovorträge  des  Frl.  Lütkemüller  (Ges., 
„Der  Spielmann"  v.  Heuberger,  „Im Maien"  v.  Hiller  etc.), 
der  Frau  Martin  (Ges.,  „Liebestreu"  v.  Brabms,  „Keine  Sorg 
um  den  Weg"  v.  Raff  etc.)  u.  des  Hm.  Petersen  (Violonc.^ 
Romanze  u.  Seren,  v.  Sitt).  —  2.  Casinoconc.  (Kaufmann): 
Jupiter-Symph.  v.  Mozart,  3.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beet- 
hoven, Solovorträge  der  Frau  Schneider  a.  Berlin  (Ges.,  n^oüi- 
haarig"  v.  Steinbach  etc.)  u.  des  Frl.  Brammer  a.  Leipzig 
(VioL,  Romanze  v.  Svendsen  etc.). 

Montreux.  Concert  des  Violoncellisten  Hm.  Becker  aus 
Frankfurt  a.  M.  unt.  Mitwirkung  des  Curorch.  (Jüttner)  am 
12.  Jan.:  „Tannhäuser "-Ouvert.  v.  Wagner  u.  a.  Orchester- 
nummern, Violoncellsoli  v.  Bazzini  (Concertstück),  Godard 
(„Sur  le  lac")  u.  Popper  („Danse  de  Sylphes"). 

München«  2.  Conc  des  Orchestervereins:  Serenade  für 
Streichorch.  v.  J.  Klengel,  Passacaglia  f.  d.  v.  Mu&t.  Cla- 
vierquint. Op.  81  V.  Dvof&k  (Frl.  (xon^alves  u.  HH.  Scnulze, 
Ebene,  L.  und  H.  Schönchen),  Solovorträge  der  Frls.  Widen- 
mayer  (Ges.,  Arie  v.  Gluck,  Abendlied  v.  Giehrl,  „Erwachen" 
a.  den  Brautliedem]  V.Cornelias,  „Liebeslust"  v.  A.  Wulf- 
^'ius  u.  „Es  muss  ein  Wunderbares  sein"  v.  Ries)  und  Gon- 
9alves  (Romanze  v.  Schamann  u.  Zigeunerweisen  v.  Tausig). 

NeubrandenbUFg.  3.  Conc.  des  Concertver.  m.  Solovor- 
trägen des  Frl.  Lomsen  a.  Berlin  {Qes..  „Ich  liebe  dich"  v. 
Grieg,  Litermezzo  v.  Mascagni-Zeppler.  „Was  flüstert  in 
dem  fiosenbusch"  u.  „Ln  Mondschein"  v.  A.  Naubert,  „Ich 
liebe  dich"  v.  A.  Förster,  „Nimm  dich  in  Acht"  v.  Moulton 
etc.)  u.  des  Hxn.  Rosenthal  a.  Wien  (Clav.,  Sonate  Op.  39  v. 
Weber,  Concertetude  v.  P.  v.  Schlözer,  „Hexamöron"  von 
Liszt  u.  A.  m.,  „Wiener  Cameval"  v.  Rosenthal  etc.). 

Neuchätel.  3.  Conc.  der  Sociöt^  de  Masique  (Dr.  Mun- 
zinger  aus  Bern):  6.  Symphonie  von  Beethoven,  Ouvertüre 
„Die  verkaufte  Braut"  v.  Smetana,  zwei  Moments  musicauz 
f.  Orch.  V.  Schubert-Munzinger,  Solovorträge  der  Frau  Haber- 
Petzold  a.  Basel  (Ges.)  u.  des  Hrn.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M, 
(Violonc,  Concertstück  v.  Bazzini,  „Consolation"  v.  Liszt, 
„Perpetuum  mobile"  v.  Fitzenhagen  etc.). 

Osnabrück.  3.  Kammermusikabend  der  HH.  Oeser  von 
hier  (Clav.),  Wünsch  a.  Bieler  a.  Braunschweig  (Streicher):  Cla- 
viertrio  Op.  97  v..  Beethoven.  Clav.-Violoncellson.  Op.  18  v. 
Rubinstein,  Ciaviersoli  v.  »chubert  u.  Mendelssohn. 

Pforzheim.  Conc.  der  Liedertafel  (Wiemann)  am  23.  Jan. : 
Männerchöre  v.  Seh  war  tz  (Rheinlied),  Netzel  („Gehen  und 
Kommen"),  Dregert  („Zieh  hinaus")  u.  Fischer  („Meeres- 
stille"), Tanzweisen  f.  Clav,  zu  vier  Händen  v.  Kienzl(HH. 
Graff  a.  Heidelberg  u.  Wiemann),  Solovorträge  der  HH.  Ab- 
recht (Ges.),  Nagel  (Ges.,  „Abschied"  v.  Hörn  etc.),  Meyle  (Ges., 
gZwei  Särge"  v.  R.Wiemann  u.  „Grondoliera"  v.  Thiele)  u. 
Wamke  a.  Baden-Baden  (Violonc,  Adagio  v.  Davidoff,  Se- 
renade V.  Sitt,  Mazurka  v.  Popper,  „Aibumblatt"  v.  R.  Wie- 
mann, Tarantelle  v.  Cossmann  etc.). 

Strassburg  i.  E.  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Ebert-Buch- 
heim  imt.  Mitwirk,  der  Frau  Thomas-Schwartz  (Ges.)  u.  des 
Hm.  Zimbauer  (Viol.)  am  6.  Jan.:  HmoU-Rondo  f.  Clav.  u. 
VioL  V.  Schubert,  Soli  f.  (3es.  v.  Bruch  („Ligeborg'sElage"), 
Franz  („Aus  meinen  grossen  Schmerzen")  u.  A.,  f.  Clav.  v. 
Beethoven  (Sonate  Op.  67),  Schumann  („Camaval"),  Brassin 
(Noct.y,  Chopin-Rosenthal  (Des  dur- Walzer)  u.  Liszt  (Polen.) 
u.  f.  Viol.  V.  Ries  (Romanze  u.  Scherzo  a.  der  Fdur-Suite). 
(Ueber  den  Hm.  Concertgeber  schreibt  ein  dort.  Blatt  u.  A.: 
„Mit  einer  Gewissenhaftigkeit,  dabei  mit  künstlerischer  Seele, 
mit  bis  ins  Kleinste  sich  versenkender,  feiner  Au£&ssang  be- 
handelt der  hochbegabte  Pianist  seine  Vorträge.  Man  hat  das 
wohlthuende  Gefühl,  dass  er  ganz  in  seiner  Sache  aufgeht. 
Wenn  Ebert-Buchheim  spielt,  gibt  er  sich  selbst,  gibt  er  alles 
Schöne,  was  in  seinem  Innern  vorherrscht,  imd  dessen  ist  ein 
reicher  Born  vorhanden.") 

Trier.  Conc.  im  Officier-Casino  des  29.  Inf.-Reg.  „von 
Hom"  am  22.  Jan.:  Ouvert.  .Meeresstille  and  glückliche  Fahrt" 
V.  Mendelssohn,  „Altdeutscnes  Weihnachtsliederspiel"  f.  Soli. 
Chor  u.  Oirch.  (unt.  Benutzung  von  Liedern  a.  dem  14.  und 
15.  Jahrh.)  v.  P.  Druffel  u.  Ä.  m. 

Wiesbaden.  Cyklus  von  zwölf  Concerten  des  städt.  Cur- 
orch. (Lüstner)  unt.  Mitwirk,  hervorragender  Künstler:  No.  7. 
8.  Symph.  v.  Brahms,  „Faust"-Ouvert.  v.  Spohr,  Violinvor- 
träge des  Hrn.  Sarasate  (3.  Conc.  v.  Bruch  u.  Romance  andal. 
u.  Chant  du  rossignol  eig.  Comp.).  No.  8.  2.  Symphonie  v. 
Beethoven,  „Camaval  romain"  v.  H.  Berlioz,  Largo  cant.  L 
Streichquart,  v.  Haydn,  Claviervortrl^  des  FrL  Kleeberg  a. 
Paris.     No.  9.    Esdur-Symphonie  v.  Haydn,    Symphoniesatz 


84 


„Wallenstein^s  Lager**  v.  Rbeinberger,  „Manfred**-Ouvert. 
V.  Schumann»  Olaviervortrage  der  Frau  Essipoff  (Barcarolle  v. 
Bnbinstein,  Etüde  humor.  und  „Babillarde"  v.  Lesche- 
tizky  etc.). 

Witten.  2.  Conc.  des  Musikyer.  unt.  sollst.  Mitwirk,  des 
Frl.  Naber  a.  Cöln  n.  des  Hm.  Städtgen  a.  Elberfeld:  „Harpa** 
f.  Soli  u.  Chor  ▼.  W.  de  Haan,  „Sonntags  am  Rhein"  f.  Chor 
y.  Vierlinge  GesangsoU  v.  R.  Wagner  (Lied  an  den  Abend- 
stem  a.  „Tannhäuser"),  Bruch  („Ingeborg's  Klage"),  F.  Lor- 
leberg  („Spielmannsleben"),  J.  Brahms  („Feldeinsamkeit"), 
Yolkmann  („Die  Nachtigall**)  u.  Nicolai  (Variat.  üb.  Weber's 
Wiegenlied). 

Zittau.  Goncert  der  Kaufmännischen  Gesellschaft  am 
19.  Jan.:  „Michel  Angelo**-Ouvert.  v.  Ghtde,  Orch.-Variat.  v, 
R.  Wüerst,  „Ave  Msuia**  f.  Streichorch.  ▼.  Liszt,  „Flirta- 
tion**  f.  do.  V.  P.  Steck,  Violin  vortrage  des  Hm.  A.  Krasselt 
a.  Baden-Baden  (1.  Conc.  v.  Bruch,  Wiegenlied  v.  R.Pohl, 
Mazurka  v.  Zarzycki  etc.). 

Mp  VeraUäte  Programme,  soieU  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben  t 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Chicago.  Frl.  Maud  Powell,  Eine  der  besten  Geigerin- 
nen Amerikas,  hat  hier  mit  riesigem  Erfolge  gespielt. 
—  Cöln.  Li  der  Musikalischen  Geselkchafb  spielte  unlän^t 
der  junge  Pianist  Hr.  Afferni  aus  Leipzig  und  jB;e wann  sich 
mit  seinen  virtuosen  Leistungen  den  regsten  Beiiall  der  zahl- 
reichen Zuhörerschaft.  —  Detroit.  Am  12.  Jan.  erschien  der 
Pianist  Hr.  Paderewski  hier  auf  dem  Goncertboden  und 
wurde  nach  jeder  Nummer  seines  Programms,  besonders  nach 
Schumann's  „Carnaval**,  stürmisch  applaudirt  und  immer 
wieder  gerufen.  Mit  mehreren  Zugaben  beschwichtigte  er 
den  Sturm.  —  Halle  a.  S.  Im  letzten  Concert  der  JFride- 
riciana**  waren  drei  junge  Leipziger  musikalische  Kräne  soli- 
stisch thätig.  Von  ihnen  war  Frl.  Polscher  diejenige, 
welche  sich  hier  schon  seit  längerer  Zeit  der  grössten  und 
berechtigtsten  Beliebtheit  erfreut.  Sie  hat  auch  £eses  neueste 
Mal  mit  ihrem  Gesänge  das  reinste  Vergnügen  bereitet.  Dire 
schöne,  jugendlich-schmelzvolle  Stimme,  die  vorzügliche  Aus- 
bildung derselben  und  die  stets  lebensvolle  warmblütige  Auf- 
fassung feierten  auch  hier  wieder  Triumphe.  Von  den  beiden 
Leipziger  Herren  gab  sich  der  Tenorist  Hr.  Borchers  als 
ein  Sänger  von  Empfindung  und  künsüerischem  Geschmack 
zu  erkennen,  während  der  Bassist  Hr.  Schreiber  noch  zu 
sehr  am  Lampenfieber  zu  leiden  schien,  als  dass  man  ernstlich 
mit  ihm  ins  Gericht  gehen  sollte.  —  Lüttieh.  Das2.Nouveau- 
Concert  erhielt  seinen  solistischen  Glanz  durch  Hm.  Prof. 
Heer  mann  aus  Frankfurt  a.  M^  welcher  mit  seinen  Violin- 
vorträgen, namentlich  dem  des  Brahms'schen  Concertes,  Sen- 
sation erregte.  —  Magdeburg.  Das  4.  Concert  des  Kaufmän- 
nischen Vereins  hatte  ausser  einer  beliebten  einheimischen 
Sängerin  die  Pianistin  Frl.  Meta  Walther  aus  Leipzig  als 
Soliitin,  welche  sich  auch  wieder  bei  dieser  Gelegenheit  als 
Eine  der  brillantesten  und  temperamentvollsten  Pianistinnen 
des  jüngsten  Nachwuchses  erwies  und  als  solche  begeistert 
gefeiert  wurde.  —  Marseille.  Im  13.  Concert  der  Association 
artistique  hat  die  jugendliche  Geigerin  Frl.  Juliette  Dantin 
ausserordentlich  gefeulen  und  auf  wiederholte  Hervorrufe  mit 
einer  Zugabe  geantwortet.  —  Philadelphia.  Hr.  Alwin 
Schröder  hat  hier  in  einem  Concert  enthusiastische  Bewun- 
derer seines  Violoncellspiels  gefanden.  —  Weimar.  Li  der 
2.  Aufftihrung  von  „Tristan  und  Isolde*',  die  bei  ausverkauftem 
Hause  glänzend  verlief,  sang~Hr.  Bud.  v.  Milde  gastweise  den 
Kurwenal,  und  zwar,  wenn  auch  unvorbereitet,  mit  bestem  Ge- 
lingen. Hr.  AI  Vary,  früher  der  Unsere,  eröffnete  als  Tann- 
häuser ein  Gastspiel.  Die  Aufnahme  des  Sängers  war  eine 
äusserst  warme.  Sein  weiteres  Auftreten  wird  u.  A.  den 
Walther  Stolzing  und  Tristan  umfassen. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  6.  Febr.  ,2Es  sollen  wohl  Berge 
weichen"  v.  Dr.  W.  Eust.  „Dir,  dir,  Jehovah"  v.  S.  Bach. 
Nicolaikirche:  7.  Febr.  „Zeuch  ein  zu  deinen  Thoren"  von 
Th.  Weinlig. 

OpernauffUhrungen. 

Januar. 

Coburg.  Hoftheater:  10.  Die  Zauberflöte.  13.  Der  Bar- 
bier von  Sevilla.     16.  u.  18.  Teil.    21.  Der  Troubadour.    24. 


Lohenmn.    96.  Cavalleria  rusticana.    27.  Bigoletto.   39.  Der 
fliegende  Holländer. 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

***  Der  Danziger  Gesangverein  unter  der  anfeuernden 
Leitung  des  Hm.  Gustav  Schumann  wiederholte  am  81.  Jan. 
mit  grossem  Erfolge  die  vor  Kurzem  erstmalig  von  ihm  dar- 
gebotene Auffllhrung  von  Beethoven 's  9.  Symphonie. 

*  In  einem  Monstreconoert,  das  am  31.  v.  Mts.  im  Teatro 
Principe  Alfonso  zu  Madrid  stattfand,  erregten  Fragmente 
aus  Wagnerischen  Musikdramen  einen  seltenen  £2nthu- 
siasmus. 

*  In  dem  am  15.  d.  Mts.  stattflndenden  5.  Akademi- 
schen Orchesterconcert  in  Leipzig  wird  die  Gbtttin  des 
Dirigenten  dieser  Ooncerte,  die  Pianistin  Frau  Clara  K  retzsch- 
mar,  solistisch  mitwirken,  und  zwar  dergestalt,  dass  sie  die 
eine  Nummer  auf  der  alten,  die  andere  auf  der  Jankö- 
Glaviatur  spielen  wird.    Frau  Kretzschmar   ist  nach  un- 

f  laublich  kurzem  Studium  vollkommene  Meisterin  auf  dem 
ank6-Flilgel  geworden,  ohne  dabei  an  ihrer  Bedeutung  als 
Vertreterin  der  bisherigen  Glaviatur  einzubüssen.  Indem  sie, 
mit  dem  alten  Glavier  aufgewachsen  und  auf  demselben  zur 
vollsten  Eünstlerschafb  gereift,  trotzdem  objectiv  die  Janko'- 
sche  Erfindung. betrachtete  und  dieselbe  erprobte,  bildet  sie 
Eine  der  wenigen  so  rühmlichen  Ausnahmen  unter  ihren 
zahllosen  Kunstorüdern  und  -Schwestern. 

*  Während  der  Anwesenheit  Sr.  Majestät  des  Königs 
Albert  in  Leipzig  gelegentlich  der  Ausstellung  für  das 
Bothe  Kreuz  wurde  dem  Pianisten  Hm.  Wen  dl  in  g  die  Ehre 
zu  Theil,  demselben  im  Saale  Blüthner  auf  einem  klang- 
schönen und  mächtig  ausgibigen  Jankö -Flügel  dieser  Welt- 
flrma  Verschiedenes  (darunter  das  an  einem  zweiten  Flügrel 
von  Hm.  Buthardt  begleitete  Scherzo  aus  Saint-Saöns'  Gmoll- 
Goncert)  vorspielen  und  die  Eigenschafton  und  Vortheile 
dieser  genialen  Erfindung  erklären  zu  dürfen.  Der  hohe  Herr 
verfolgte  mit  grosser  Aunnerksamkeit  die  Vorträge  und  legte 
auch  sonst  warmes  Interesse  &a  das  neue  Instrument  an  oba 
Tag,  das  seltsam  abstach  .'von  der  Gleichgiltigkeit,  welcher 
dieser  grossartige  Fortschritt  im  Glavierbau  in  vielen  Kreisen 
noch  begegnet.  Das  ganz  Traurig  an  der  Sache  ist,  dass  gerade 
unter  den  Pianisten  die  hartnäckuston  und  wüthendstenGtegner 
der  verbesserten  Glaviatur  des  Hm.  v.  Janko  sich  befinden, 
die  die  lächerlichsten  Mittel  nicht  scheuen,  derselben  den 
Weg  in  den  praktischen  Gebrauch  zu  erschweren.  Kennen 
wir  doch  sogar  Einen  dieser  Zeloten,  von  dem  man  als  ver- 
bürgt erzählt,  dass  er  neue  Schüler  nur  annimmt,  wenn  sie  ihm 
schriftlich  die  Versicherung  geben,  die  Hand  von  dieser  ver- 
fehmten  Glaviatur  zu  lassen. 

*  Die  Leitung  der  diesjährigen  Kammermusikabende  der 
Philharmonischen  Goncerte  zu  Bremen,  welche  in  den  Hän- 
den des  im  November  verstorbenen  Bob.  Heckmann  lag,  ist 
an  den  Weimarischen  Hofconcertmeistor  Hm.  Halir  über- 
gegangen. 

*  Der  Pianist  Hr.  de  Greef,  Professor  am  Gonseryatorium 
in  Brüssel,    wird   in    Paris   vier   historische    Goncerte 

geben,  in  welchen  er  die  Glaviermeister  vom  16.  Jahrhundert 
is  auf  unsere  Zeit  vorfllhren  wird. 

*  Nachdem  das  Hoflheater  zu  Dessau  am  99.  Jan.  das 
Vorspiel  zum  „Ring  des  Nibelune^n"  mit  grösstem  Erfolg 
zur  ersten  Darstellung  für  dort  georacht  hatte,  liess  es  dem- 
selben am  7.  Febr.  die  „Walküre"  folgen,  welches  Werk  mit 
einem'  wahren  Jubel  von  dem  Publicum  aufgenommen  wurde. 
Die  Aufführung  gestaltete  sich  unter  der  excellenten  Leitung 
des  Hm.  E[lughardt  zu  einem  vollen  Ehrenabend  filr  alle  an 
derselben  Betneiligton. 

*  Im  Stadttheater  zu  Halle  a.  S.  unter  der  intelligenten 
Direction  des  Hm.  Budolph  werden  in  diesem  Monat  „Tristan 
und  Isolde",  „Die  Walküre"  und  „Siegfried",  Letzterer 
als  Novität,  zur  Aufführung  gelangen.  Als  Gäste  werden  in 
diesen  Aufführungen  die  Frauen  Moran-Olden  und  Sucher 
und  Hr.  Gudehus  mitwirken. 

*  „Lohengrin"  ist  in  der  Grossen  Oper  zu  Paris  nun- 
mehr bereite  80  Mal  aufgeführt  worden. 

*  Im  Hofopemhaus  zu  Berlin  fand  am  4.  d.  Mte.  die 
300.  Aufführung  von  Wagner 's  „Tannhäuser"  statt.     Der- 


i 


85 


selben  wohnte  a.  A.  die  Wittwe  des  Meisters  bei.    Es  steht 
daselbet  in  Külrze  ein  yollständigerW agner- Gy kl ns  bevor. 

• 

*  In  Lyon  wurde  ein  neues  Streichquartett  be- 
gründet, das  den  stolzen  Namen  „Jean  Sebastian  Bach^  an- 
genommen hat. 

*  Die  letzte  „Nibelungen^ -Auffuhrung  in  Dresden, 
welche,  abweichend  von  der  ursprÜngKchen  Disposition,  am 
2.  d.  Mts.  endigte ,  hat  wieder  grossen  Enthusiasmus  erreet. 
Wir  kommen  auf  die  zweite  Häfite  derselben  in  unserer  n.  No. 
zurück. 

*  Im  Stadttheater  zu  Leipzig^  erschien  am  7.  d.  Mts» 
Messag^r's  „La  Basoche"  als  Novität  und  gefiel  recht  gut. 

*  Trotz  der  abfälligen  Kritik,  welche  Mascagni's  „Gaval- 
leria  rusticana**  in  Paris  gefunden,  bringt  dieselbe  ^osse 
Einnahmen,  w&hrend  Bruneau's  vielbelobte  Oper  „Le  B^ve*' 
es  niemals  zu  einem  Gassenstück  bringen  will. 

*  Das  Deutsche  Landestheater  zu  Prag  hat  die  neue  Oper 
.Friedel  mit  der  leeren  Tasche**  von  M.  J .  Beer  zur  Auf- 
nihrung  angenommen. 

*  A.  Forste r*s  Oper  *s  Lorle**,  unl&ngst  in  Neustrelitz 
zur  Premiöre  geläufig,  wira  in  dieser  Saison  auch  noch  in 
Hamburg  und  Schwerin  in  Scene  gehen. 

*  Die  „Münchener  Neuesten  Nachrichten*^  brachten  kürz- 
lich die  überraschende  Nachricht,  dass  Goepfart*s  „Musik- 
drama »Sarastro«,  welches  in  Hengelo  einen  so  nachhaltigen 
Erfolg  errang**  (man  erinnere  sich  gef.  unserer  betr.  Mittheilung 
in  der  vor  vor.  Nummer!),  von  den  Hoflheatem  zu  Stut^art, 
Weimar  und  Dessau  und  den  Stadttheatem  von  Nürnberg, 
Strassburg,  Düsseldorf  und  Halle  a.  S.  zur  Aufführung 
angenommen  worden  sei.  Wir  können  auf  Grund  direc- 
ter  Liformationen  die  unglaubliche  Thatsache  constati- 
ren,  dass  an  dieser  Mittheuung  kein  wahres  Wort  ist  und 
sie  sich  somit  als  Eine  der  frechsten  Beclamenotizen 
erweist,  die  noch  je  von  Operncomponisten  oder  -Dichten^  in 
die  Presse  lancirt  worden  sind. 

*  Hr.  Anton  Bubinstein,  welcher  kürzlich  in  Wien 
ein  Wohlthfttigkeitsconcert  mit  grossem  pecuniären  Erfolge 
veranstaltete,  erhielt  für  dieses  Verdienst  die  grosse  goldene 
Salvatormedaille  vom  Magistrat  der  Stadt  Wien.  In  Dres- 
den scheint  das  von  ihm  zu  gleichem  Zweck  gegebene  Gon- 
cert  nicht  dasselbe  Besultat  gehabt  zu  haben,    weil  bekannt 

f3worden  war,  dass  er  noch  ein  allerletztes  Goncert,  mit 
rau  Krebs-Brenning  zusammen,  veranstalten  werde.  Soeben 
meldet  die  „Dr.  Z.^,  dass  Hr.  Bubinstein  definitiv  nach 
Amerika  reise,  um  dort  gegen  ein  Honorar  von  625,000  Frcs.  in 
50  Goncerten  zu  spielen.  Der  Garant  ist  Hr.  Hermann  Wolff 
in  Berlin. 

*  Hr.  Moriz  Bosenthal  gibt  in  Leipzig  am  12.  d.  Mts. 
ein  eigenes  Goncert,  zu  welchem,  infolge  seiner  Triumphe 
im  G^wandhause,  die  Billets  bald  nach  deren  Ausgabe  ver- 
griffen waren. 

*  Wie  man  schreibt,  hat  Hr.  Hofcapellmeister  Schmitt 
in  Schwerin  seine  Entlassung  aus  der  von  ihm  36  Jahre  hin- 
durch au&  BühmUchste  .behaupteten  Stellung  eingereicht. 

*  In  den  Lehrkörper  der  philosophischen  Facultät  der 
Berliner  Universität  ist  kürzlich  Hr.  Dr.  0.  Fleischer,  der 
Director  der  königl.  Sammlung  alter  Musikinstrumente,  als 
Privatdocent  eingetreten. 

*  Hr.  Arno  Rief  fei,  zur  Zeit  Gapellmeister  am  Stadt- 
theater zu  Göln,  tritt,  an  Stelle  des  abgehenden  Hm.  Prof. 
Bob.  Badecke,  als  künstlerischer  Beirath  der  Directorin  und 
Theorielehrer  in  das  Stem'sche  Oonservatorium  zu  Berlin  ein. 

*  Das  Guratorium  der  Liszt -Stiftung  hat  in  vor.  Woche 
den  HH.  Dr.  Bob.  Franz  (Halle  a.  S.),  Alexander  Bitter 
(Würzburg),  Otto  Urbach  (Weimar),  Ant.  Förster  (Leipzig) 
und  Franz  bersten  (Berlin)  Ehrengaben  von  je  500  ML  dem 
Halle'schen  Liedermeister  auf  Lebenszeit  sich  aiyänrlich 
wiederholend,  den  üebrigen  als  einmalige  Spende,  überwiesen. 
Eine  Ehrengabe  von  800  Ji  empfing  des  Weiteren  Hr.  Musik- 
director  Beubke  in  Halle  a.  S.  für  die  mit  der  dortigen  Sing- 
akademie bewirkten  Aufführungen  von  Liszt's  „Legende  von 
der  heil.  Elisabetii**  in  Halle  a.  S.  und  Leipzig. 

*  Zum  Professor  der  theatralischen  Litteratur  am  Oon- 
servatorium in  Paris  an  Stelle  des  verstorbenen  de  Lapom- 
meraye  ist  Hr.  Marcel  Fouquier  ernannt  worden. 


*  Der  König  von  Bum&nien  hat  den  Berliner  Hofcapell- 
meistem  HH  Sucher  und  Weingartner  das  Bitterkreuz 
des  Ordens  ^Stem  von  Bumänien**  verliehen. 

*  Hm.  Gapellmeister  Aue.  Meissner  in  Stockholm  wurde 
vom  König  von  Schweden  oie  goldene  Medaille  Litteris  et 
artibus  verliehen. 

Todtenliste.  Baron  Bodo^  0 r cz v,  Gomponist,  t»  56  Jahre 
alt,  in  London.  —  Frl.  Annie  Bichardson,  vortreffliche 
Altistin,  t  am  15.  Jan.  in  Liverpool.  —  John  Sebastian  Evans, 
vortrefflicher  Musiker,  Gteiger,  I^ianist  und  Lehrer,  f,  23  Jahre 
alt,  in  Liverpool. —  Gapellmeister  Mannsfeldt,  durch  seine 
mehrjährige  Di  rigententhätigkeit  in  Dresden  bekannt  fi;eworden, 
später  in  Bad  Rms  als  GapeUmeister  der  GurcapelTe  thätig, 
t,  50  Jahre  alt,  daselbst  am  3.  d.  Mts.  —  Garl  dcheel,  Be- 
gründer und  Inhaber  der  Hoi^ianofortefiBibrik  Garl  Scheel  in 
Gassel,  ein  hochintelligenter  Glavierbauer,  f  am  26.  Jan.  — 
Aug.  Schubert,  k.  preussischer  Kammermusicus  a.  D.,  einst- 
ma&  ausgezeichneter  Glarinettist,  ti  ^^  Jahre  alt,  kürzlich  in 
Potsdam. 


Offener  Sprechsaal. 

Zum  Capital  der  „Naehempflndong«.*) 

Vielleicht  trägt  es  Etwas  zur  Beruhigung  Hm.  Dr.  Bei- 
mann*s  bei,  wenn  ich  hiermit  erkläre,  dass  die  von  ihm  zu 
meiner  Belehrung  publicirten  Quinten-Paralielen  aus  Bach's 
Werken  mir  Neues  nicht  bieten.  Freilich  lernte  ich  sie  an 
Ort  und  Stelle  kennen  und  hatte  nicht  nöthig,  die  Ziehn^sche 
Harmonie-  und  Modulationslehre  erst  um  Hilfe  anzugehen. 

Begegneten  mir  gelegentlich  in  Bach*s  Werken  derg^leichen 
von  der  Theorie  vei^nte  Formen,  so  beschied  ich  mich  und 
überliess  die  Verantwortung  dafür  dem  Meister.  Auch  erin- 
nerte ich  mich  daran ,  dass  Vater  Homer  zuweilen  ebenfalls 
p;eschlafen  hat.  Ein  anderes  lateinisches  Sprüchlein  übergehe 
ich  lieber  mit  Schweigen. 

Aus  der  Thatsache,  dass  Seb.  Bach  hin  und  wider  eine 
Quinten-Parallele  setzte,  nun  zu  folgern,  jeder  Beliebige  dürfe 
dem  grossen  Meister  diese  verpönte  Waare  »mit  vollem 
Bewusstsein"  aufdrängen,  dazu  gehört  wirklich  ein  star- 
kes Selbst^fÜhl!  Ein  solches  hat  Hr.  Dr.  Beimann  in  dem 
von  mir  citirten,  sehr  übellautenden  Notenbeispiele  ge- 
zeigt; er  muss  sich  daher  einen  entschiedenen  Protest  von 
Leuten  gefallen  lassen,  die  obige  Ansicht  theilen,  ohne  den 
„Quintei^ägem"  beigezählt  zu  werden. 


Halle,  den  6.  Febr.  1892. 


Bobert  Franz. 


*)  Wir  lassen  diese  Erklärung  des  verehrten  Hall  eschen 
Meisters  das  letzte  Wort  in  dieser  Streitsache  sein. 

D.  Bed. 


Hochgeehrter  Herr  Bedacteur! 

Ihre  Vermuthung,  dass  ich  zu  dem  famosen  Briefe  Ehrliches 
Etwas  zu  bemerken  haben  dürfte,  kann  ich  in  bejahendem 
Sinne  durch  eine  genetische  Entwickelung  der  ganzen  Leidens- 
geschichte unseres  geschätzten  Berliner  £itikers  beantworten. 
Als  ich  im  December  1890  in  Berlin  concertirte,  mischte  Hr. 
Ehrlich  in  seiner  Becension  Über  mich  derartige  Lobesfanfaren 
und  Buhmesposaunen  in  das  gewohnte  „Blech**  seiner  kriti- 
schen Auseinandersetzimgen,  £u3S  ein  illustrer  älterer  Gollege 
daran  collegialischen  Anstoss  nahm  und  Hm.  Ehrlich  dar- 
über Vorwürfe  machte,  der  sich  auch,  nach  seinem  eignen  6e- 
ständniss,  durch  denselben  beeinflussen  Hess  und  mich  schon 
in  der  zweiten  Kritik  nicht  mehr  mit  Garl  Tausig,  sondern 
mit  einer  Spieluhr  verglich.  0,  quae  mutatio  rerum!  Meine 
diesbezügKcne  Interpeuation  beantwortete  Hr.  Ehrlich  in 
geistvoller  Weise  danin,  er  wäre  missgestimmt  gewesen,  er 
hätte  Bheumatismus  im  Arm  ^gehabt.  Ob  dieser  Rheumatis- 
mus nicht  durch  den  schroffen  Temperaturwechsel  seiner 
Kritik  entstanden  ist? 

Dieser  chamäleonartige  Farbenwechsel  und  nicht 
die  ganz  köstlich  erfundene  f^bel  von  meiner  angeblichen  TJn- 
kenntuiss  Bach'scher  Vortragszeichen  p?)  und  Bach'scher 
Stimmführung  war  der  Grund,  dass  Hm.  Ehrlich  das  Beferat 
über  meine  diesjährigen  Goncerte  durch  Hm.  Ghefredacteur 


8G 


Lerysohn  entzogen  wurde,  und  war  Letzterer  auf  mich  nicht 
durch  Wiener  Saufleute,  sondern  durch  Hm«  Pro£  Stoerk, 
den  berühmten  Laryngologen,  dessen  Freundschaft  mich  ebenso 
ehrt,  wie  die  Feindscnaft  des  Hm.  Ehrlich,  aufmerksam  ge- 
macnt. 

Die  restlichen  Anschuldigungen  H.  Ehrliches  sindfieistso 
läppisch,  wie  sein  Briefwec^el  mit  Hofrath  Hanslick.  Am 
19.  März  1887  schrieb  Hanslick  in  der  „Neuen  Freien  Presse** 
über  mich:  „Hr.  Rosenthal  entwickelte  eine  unver- 
gleichliche Zartheit  des  Anschlags  und  Vortrags.** 
Wenn  ich  ietzt  wieder  „unmusikalisch**  bin,  so  ist  vielleidit 
meine  allzuhäufi^e  Lecture  der  Hanslick'schen  Musikfeuilletons 
schuld  daran.  Behr  zu  Herzen  ^hen  mir  dagegen  der  tiefe 
Seelenschmerz  Hanslick's  und  seme  sanfte,  rührende  Klage, 
ich  hätte  ihn  nicht  gegrüsst.  Seien  Sie  getrost,  Hr.  Hofrath, 
ich  will  mein  beispieUoses  Vergehen  wieder  gut  machen,  schon 
aus  weiter  Ferne  will  ich  den  Hut  lüften  im   zierlichsten 


Legatoboeen,  Ich  will  das  Schubert'sche  „Sei  mir  gegrüsst*' 
vor  mich  hinsummen,  so  oft  oder  so  selten  ich  Direr  gedenke, 
und  sehe  ich  Sie,  so  soll  mein  Bücken  so  gerundet  und  höhl 
werden  wie  Eines  Ihrer  ^lungensten  Feuilletons.  Also  lassen 
Sie  wieder  Buhe  und  Frieden  in  Ihre  conservative  firust  ein- 
ziehen, Hr.  Hofrath,  oder  wenn  Sie  das  trauliche  »Du**  ge- 
statten 

„So  viele  Stemlein  am  Himmel  stehn, 
So  oft  sei  Du  mir  ^^üsst.** 

SchKessHch  sei  mir  noch  die  Bemerkung  gestattet,  dass, 
um  Hm.  Ehrlich  die  zeitraubende  Beschäftigung  des  Brief- 
schreibens an  alle  Bedactionen  zu  ersparen,  ich  ihm  gern 
meinen  Hektographen  zur  Verfügung  stelle. 

Ihnen,  Hr.  Bddacteur,  den  Ausoruck  meiner  besonderen 
Hochschätzung,  in  der  ich  verharre  als  Ihr  ergebenster 


Wien,  Februar  1899. 


Moriz  Bosenthal. 


B  X*  i  e  f  ]£  asten« 


F,  T,  in  C,  Wir  verweisen  Sie  betr.  des  G.'schen  „Sa- 
rastro**  auf  unsere  Mittheilung  unter  den  heutigen  Notizen. 
—  Auf  der  Wahlstatt  in  Leipzig  ist  der  grosssprecherische 
Herr  noch  nicht  erschienen. 

L.  G.  in  H.  Sie  finden  die  beiden  nachgefragten  Instru- 
mentalwerke in  dem  189  Ler  Musik-Verlagsbericht  von  Breit- 


kopf &  Härtel  in  Leipzig,  welchen  Sie  mit  der  No.  6  unseres 
Blattes  erhalten  habcni,  verzeichnet.  Die  bez.  Ghsangschule 
erschien  bei  B.  Schott's  Söhne  in  Mainz. 

IV,  in  IV,  Handeln  Sie  ^mz  nach  Ihrem  Gutdünken; 
wir  sind  sicher,  dass  Sie  das  Bichtige  in  dieser  Sache  treffen 
werden. 


Anzeigen. 


[158.] 


Quittung  und  Dank. 


Für  Halm's  gingen  ein;  Procurist  Breuer  1  Ji,   Baron 
Dr.  V.  Wünsch  8  Jt,    Frl.  N.  B.  2  MF.  —  Summa:  6  Ji. 

Dr.  D. 


W.  Auerbach  Nachf ., 

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Nenmarkt  32,  Leipzig,  iüenmarkt  82. 

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in  Leipzig  und  Boston. 

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Quatre  Morceaux 

de  Piano 

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ARTHUR  BIRO. 

Op.  33. 

No.  1.  Scherzando.       J$  1,20.    No.  3.  Valse  noble.      Ji  1,20. 
No.  2.  Appassionato.   Ji  1,60.    No.  4.  Humoresque.     Ji  1,20. 


Im  Verlage  von  Julius  Halnauer, 

kgl.  Hof-MuBikalienhandlung  in  Breslau, 

ist  erschienen:  [166.] 

Das  Vaterunser. 

Ein  Oyklüs  von  Gesängen  nebst  Declamation  als 

verbindendem  Text. 

Gedicht  von  Dr.  Hermann  Unbeseheid. 

Für  zwei-  und  dreistimmigen  Chor  (Sopran  und  Alt), 
Sopransolo  mit  Begleitung  des  Pianoforte,  verbin- 
dendem Text  und  lebenden  Bildern, 

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Otto   JHflller 

Op.  20. 

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Ä  Gesangwerken.  [157— .J 

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Königin  Waldlieb. 

(Gedictt  voQ  Hugo  von  Blomberg.) 

Für  gemisclitiin  Chor  und  Orchester 

compoDirt  von 

MaxMeyer-Olbersleben. 

Op.  34. 

Clavieranazog  ^  2, — .     ChoTstimmeB  (425  ,^)  Jt  1, — . 
Partitttr   n,   ^    4, — .       Orcbesterstiinmen  n.   X   10, — . 

Das  Werk  ist  bereits  in  Terschiedenen  Stttdten  (CfllD, 
WflrzbuFff,  Weimar,  HAraber;  und  Landshat)  seitens  ber- 
vorragender  Concert Vereinigungen  mit  groesem  Erfolg  zur 
ÄaßUirnng  gebracht  worden.  ui%  Presse  hat  sich  durcnweg 
günstig  übM  die  Composition  geftussert.  Einige  Proben  aus  den 
Stimmen  der  Presse  mögen  hier  folgen;  [168.] 

Cölner  HaehFlehtea:  (6.  Gürzeniob-Conoert.)  „Köoigin 
Waldlieb"  von  Hax  Meyer-Olbetslaben  ist  eine  sinnig  roman- 
tische Tondichtong.  die  jedem  feinen  Concertprogramm  tat 
Zierde  gereichen  wird. 

AasNOrnberg  .  . .;  (Weihnachtsfeier  des  „Sing Vereins") . . 
Die  Composition  athmet  die  im  Text  liegende  Empfindung. .. 
Die  InsträmentaleinleituoK  malt  Waldeasäuseln  and  Vogdge- 
zwitBcber.  Am  Sohluse  fällt,  ohne  does  der  Qmndstinunung 
Gewalt  angethan  ^^re,  die  Steigerung  nicht. 

Carler  von  Niederbayern:  (Concert  der  „Landshuter 
Liedertafel ".)  Eigenartige  Poesie  athmet  der  Text  und  eigen- 
artig, wenn  anch  an  Weber,  Liszt  und  Wagner  anklingend, 
ist  nie  Composition  mit  ihrem  reichen  Harmonie  Wechsel.  Der 
Componist  zeigt  in  seinem  Werke  eine  bemerkensworthe 
Kenntnifie  der  Urcbest«rtechnlk ,  wie  denn  die  gesammte  In- 
Btnunentation  einen  gewiegten  Musiker  von  Fach  verr&tb. 

Die  Sftngerhalle:  In  Worten  und  Tönen  weht  duftige 
Waldpoesis  nnd  treibt  duftige  Blüthen.  Besonderes  Lob  ver- 
dient die  gewählte  und  bewwUche  Harmonik,  mit  welcher 
der  Componist  seine  ansprechenden  Melodien  im  Ansdnick 
gut  unterstützt. 


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Leipzig. 


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Pianoforte.     Complet  in  1  Bande.  Brochirt  n.  Jl  2,&0. 
'    Einzeln: 
No.  1.     Janoar.     Am  Kamia     .     . 
„    2.     Febniar.     Gameval  .     ..    . 
„    3.     Mar«.     Lied  der  Lerche 

April.  Schneeglöckcben  . 
Mai.  Helle  Nftchte  .  . 
„  6.  Juni.  Barcarolle  .  .  . 
„  7.  Juli.  Lied  des  Schnitters. 
„  8.  August  Die  Ernte  .  .  . 
„  9.  September.  Jagdlied  .  . 
„10.  October.  Herbstlied  .  . 
„11.  November.  Troika-Fahrt  . 
„  12.  December.  Weibnachten  . 
Dasseii»e.  Für  Pianoforte  zu  4  Hftnden  bearbeitet 
von  Professor  W.  Krüger. 

Complet  in   1   Bande.     Brochirt  netto  Jt  3, — . 

Einzeln : 

No.  1.  1  .X  26  4.     No.  2.\Ji2b  ^.   No.  3.  75  4. 

No.  4.  1  ^    No.  5.  1  ^    Ne.  6.  1  ^   No.  7.  75  4. 

No.  8.  X  J»  50  4.    No.  9.  1  ^  2&  4.  N0.IO.  75  4. 

No.  11.  1  .^  25  4.    No.  12.  1  ^  25  4. 

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C.  F.  W.  Sregel'i  Miulkalienhandlung 

(R.  Umtemamt). 


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Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novomber  1853. 


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hersogl.  Bftolu.  Hoi^ianist,  Frofessenr  Bup^rieiur  am  OonBeryatorimD 

lu  Genf  (Sohweii).  [166—.] 

Concert-Vertretniig!   Hermann  WolfT,  Berlin, 

Conoertmeister    des    Gewandhaus-    und   Theater- 

orohesters.  [le?— .] 

CoDeert-n.0ratorien8änger(T6Dor).  [les«.] 

Lehrer  am  k.  Conservatorium  Dresoen,  Christianstr.  20  DI. 

KatHanna  üciinelder» 

CoDcert-  and  OrstoriensiDgerin  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-Straase  33.  [16%.] 


Verlag  von  Wilhelm  Hansen  in  Leipzig. 

Neue  Studienwerke 


[179.] 


von 


Heinr.    Ehrlich. 


ff    de 


Fingeriilniniiei 


schwarzen    Taste 

und 


Drei   rhythmische    chromatische 
Studien  von  Heinr.  Ehrlich. 

2  M.  60  Pf. 


von 


Haberbier  und  Meupert, 

systematisch   geordnet  von   Heinr.  Ehrüch.     3  Jt 


FollslÄndige  Ansbildnng  für  Oper  n.  Concert  '^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 


Ensemble-Üebungen.    BoUenstadinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schtüer:  Magdalena  Jahns,  Sehna 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.  [170—.] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

G-esan^lehrer. 

Grossherzoglich  sächsische  Musikschule  in 
Weimar  für  alle  Zweige  der  Musik. 

Aufnahme  neuer  Schüler  und  Schülerinnen:  Donners- 
tag den  21.  April  Vormittaas  10  Uhr  im  Probesaale 

der  Scnule. 

Besonders  befähigte,  aber  bedürftige  Schüler  oder  Schüle- 
rinnen können  zur  Ausbildung  fCbr  Oper-  und  Goncerte^esang 
oder  [auf  irgend  einem  Instrumente  flpeien  IJntemtmt  er- 
halten. [Statuten  gratis  durch  das  Secretariat.  [171b.] 

Weimar,  Hofrath  MOIIer-Hartung, 

Januar  1892.  Direetor. 


Verlag  von  m.  P.  Belaiefff  in  Leipzig. 

r^ 

Compositionen 

für  Pianoforte  mit  Orchester 

(oder  fDr  xwei  Pianefferte). 


Blumenfeld,  FötbC,  Op.  7.     Allegro  de  Concert  (en  LA 
miyeur)  pour  piano  et  orchestre. 
Partition  d'orchestre  net.  9  Jt 
Parties  d'orchestre  net.  9  Jt 
R^duction  pour  2  pianos  par  l'auteor  5  Ji 
(Pour  Tex^cution  k  2  pianos  il  faut  2  ezemplaires.) 

Rlmsky-Korsakow,  Nicolas,  Op.  30.    Concerto  (UT  % 

mineur)  pour  le  piano  avec  accompa^ement  d*orchestre. 
(A  la  memoire  de  Fran^ois  Liszt.) 

Partition  d'orchestre  net.  6  Ji 

Parties  d'orchestre  net.  9  Jt 

R^duction  pour  2  pianos  par  Tauteur  5  Ji 

(Pour  Tez^cution  k  2  pianos  il  faut  2  exeraplaires.) 


Dniok  Ton  0.  G.  Böder  in  Leipsig. 


Leipzig,  am  18.  Februar  1892. 


Diinit  liBDiMc  Mir,  um- 
lai  litUalieibaiilliiiiieii,  sswie 
darct  iiit  PDiiäDter  n 


SB,  SDWl»  ^  ■^ 

'^SSS^       für  lusiker  und  Musikfreunde.       ^ 


rar  das  iniitaiucki  f  ockiDDUtt 
aesüDintt  zuiMsiiEeii  sial  u 
dm»  BMuuir  ii  idiniim. 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

Terantwortüchei-  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsch, 

Lelpsdg,  Königsstrasse   6 


^^ 


IXDL  Jahrg.]    g 


Das  MuaikaliBche  Wochenblatt  erscheint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  AbonnemeDtabetTft^ 
ffir  das  Quartal  von  13  Nummern  ist  3  Mark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 


weitere  Länder  des  Allgemeineu  Fottvereine.  - 

Zuzrundelesung  vorstehender  BeiugebedinKungen  berechnet. 
Die  IneeTtionggeb Uhren  (hi  den  Raum  einer  gespaltenen Tetitzeile  betragen  30  Pfennige. 


[No. 


iBhall:    Kritih:    Hut  Heise'a  mnslkaligche  EstechiBmen,    —  TagesgaioMobte :  Mnsilihtiete  ans  Basel  (Sohlnss],  Carlsratie  (Sclilnss)  and  Wii 

seteong).  ~   Berichte.    —   Conosi'taiiualuu.  —  EngagemsaU  und  Osa^lele  In  Oper  und  Conoert.  —  ElTohenmr--'-         " '*" 

—  Vermisclite  KlttheilnngeD  imd  Hotlzen.  —  Offener  Spraohsaal.        '^-•••—<-—  ■-■■ " " 

""""""""'"~     -  Anzeigen, 


äitlsoher  Anhang:   Compositiai 


_. (Foifr 

OpemanffUhntngeil. 

Otto  Srhmjdt  nnd  Wiel-Lange. 


Kritik. 

Max  Hesse's  musikalische  Katechismen. 

Ea  wsr  ein  glücklicher  Gedanke  der  rühmlichst 
bekannten  Verlagehandlung,  das  WisaenBwerthe  aus  den 
verschiedenen  Zweigen  der  musikalischsn  Kunst  in  ge- 
drängter und  doch  alles  Wesentliche  umfassender  Form 
von  tüchtigen  Fachmännern  behandeln  zu  lassen.  Die  Num- 
mern 1 — 6  dieser  Katechismen  sind  schon  früher  in  diesem 
Blatte  gebührend  gewürdigt  worden;  seither  ist  ihre  Zahl 
um  15  gewachsen,  nnd  man  kann  denn  sagen,  dass  in  den 
21  Katechismen  so  ziemlich  Alles  zu  finden  ist,  was  ein 
Jeder  wiesen  soll,  der  anf  eine  höhere  musikalische  Bil- 
dung Anspruch  erhebt.  Dei  Verfasser  der  Meisten  ist 
der  unermüdlich  thätige,  geniale  Dr.  Hngo  Riemann, 
dem  die  Musikwissenschaft  schon  seit  langer  Zeit  zu 
grossem  Danke  verpflichtet  ist. 

Man  ist  oft  geneigt,  mit  solchen  Katechismen  den 
Begriff  der  Ungründlichkeit  nnd  Oberflächlichkeit  zu  ver- 
binden, denn  dieOefahr  liegt  nur  zu  nahe,  bei  dem  Stre- 
ben nach  Kürze,  Knappheit  und  Uebersicbtiichkeit  in 
Phrasen  und  wenig  bedeutende  Schlagwörter  zu  verfallen. 
Riemann  hat  diese  gefährliche  Klippe  glücklich  ver- 
mieden. Was  er  bringt,  sind  keine  ÄUtagsanscbauungen, 
die  man  sich  auch  aus  jedem  anderen  Compendinm  holen 
kann,  sondern  einerseits  hat  Riemann  das  sämmtliche  von 
ihm  darzustellende  Material  vollständig  durchdacht  und 
gibt  darum  auch  fast  überall  neue  Gesichtspuncte,  anderer- 
seits ist  die  Form,  in  welche  er  seine  Ausführungen  kleidet, 
nicht  eine  leichte,  oberflächliche,  sondern  auch  darin  ist 
er  der  Mann  der  Wissenschaft.     Es  gehört  darum  schon 


ein  ziemlich  bedeutendes  allgemeines  Wissen  dazu,  um  R. 
überall    folgen    zu    können. 

Die  vier  Katechismen,  die  nicht  R.  zum  Verfasser 
haben,  sind  in  gleicher  Weise  von  tüchtigen  Fachleuten 
bearbeitet.  Es  sind  dies  Katechismus  7,  verfasst  von 
Dannenberg,  der  das  Wissenswerthe  über  das  Oesangs- 
organ,  die  Tonbildung,  Aussprache  beim  Gesang  u.  A.  in 
übersichtlicher  Form  darbietet,  sowie  die  Katechismen 
12 — 14,  welche  sich  über  das  Violinspiel  (K.  12),  das 
Violoncellspiel  (K. 13)  und  das  Taktiren  (K,  14)  verbreiten. 
Ausser  den  technischen  Dingen  werden  die  kurzen  histo- 
rischen Ueberblicke  gewiss  besonders  gefallen.  Der  Ver- 
fasser der  letzteren  Drei  ist  Prof.  C.  Schröder. 

Die  musikalische  Compositionslebre  hat  Riemann  in 
zwei  Theilen  behandelt,  und  zwar  in  K.  8  die  allgemeine, 
in  K.  9  die  angewandte  Formenlehre.  R.  geht  aus  von 
den  kleinsten  musikalischen  Gestaltungen,  den  Motiven, 
und  entwickelt  progressiv  die  grösseren  Verhältnisse  bis 
zu  den  Formen  des  thematischen  Baues,  an  welche  sich 
dann  Erörterungen  anknüpfen  über  die  Suite,  Sonate, 
Symphonie  u.  A.,   also  die  cyklischen  Formen. 

Zur  Erklärung  der  theoretischen  Auseinandersetznn- 
gen  dienen  mit  Sorgfalt  ausgewählte  Beispiele  ans  den 
Werken  der  grossen  Tonmeister.  Der  zweite  Theil  (die 
angewandte  Compositonslebre)  enthält  u.  A.  eine  sehr 
gründliche  nnd  von  vielem  historischen  Wissen  zeugende 
Behandlung  der  Formen  der  Tanzmusik  in  alter  und  neuer 
Zeit.  Das  General bassspiel,  welches  den  Inhalt  des  K.  10 
bildet,  erhält  von  R.  eine  ganz  neue  Gestalt  Nach  Er- 
klärung der  bisherigen  Methoden  führt  R.  die  seinige  aus, 
welche  auf  dem  Princip  des  Klangschlüssela  baeirt;  Letz- 
terer hinwieder  findet  seine  Begriindung  in  der  Auffassung 


do 


des  MoUdreiklaoges  als  eines  dem  Durdreiklang  entgegen- 
gesetzten Gebildes.  R.  führt  jeden  Zusammenklang  zurück 
auf  Einen  der  beiden  genannten  Grundaecorde.  Die  gänz- 
lich eigene  Auffassung  der  Zusammenklänge  durch  R. 
macht  sich  noch  mehr  g^tend  in  dem  Ejitechi^us  der 
Harmonielehre  (K.  15).  R.  ist  vielleicht  nach  Hauptmann 
derjenige,  dem  diese  Wissenschaft  am  meisten  zu  danken 
hat,  an  Vielseitigkeit  übertrifft  er  denselben  bei  weitem. 
Den  Lesern  des  „Musikalischen  Wochenblattes"*  sind  R.'s 
Theorien  nicht  neu,  er  selber  hat  verschiedene  Male 
sich  darüber  ausgesprochen,  und  es  mag  darum  hier  mit 
diesem  Hinweise  genug  sein.  Dasselbe  gilt  von  dem  Ka- 
techismus der  Phrasirung  (K.  16).  Die  Versuche  R.'s  um 
eine  richtigere  Phrasirung  der  Compositionen  sind  bekannt, 
seine  Vorschläge  auch  praktisch  geworden  in  Ausgaben, 
in  welchen  seine  Methode  angewendet  ist.  Die  Analysen 
classischer  und  romantischer  Tonsätze,  an  welchen  R.  seine 
Ansichten  entwickelt,  lassen  aufs  Neue  erkennen,  wie  tief 
R.  den  Dingen  auf  den  Grund  geht.  Am  meisten  neu  mag 
der  Inhalt  des  Katechismus  des  Musikdictats  (K.  11)  er- 
scheinen, welcher  systematisch  die  Fähigkeit  entwickeln 
will,  gehörte  Musik  dergestalt  zu  erkennen,  dassmansie, 
wenigstens  der  Hauptsache  nach,  niederschreiben  kann. 
Der  grosse  Nutzen  solcher  Uebungen  springt  sofort  in  die 
Augen,  und  es  wäre  zu  wünschen,  dass  an  allen  Conser- 
vatorienund  Musikschulen  das  Gehör  der  Schüler  in  dieser 
Weise  erzogen  würde.  K.  18  und  19  geben  eine  genaue 
Analyse  von  S.  Bach's  Wohltemperirtem  Ciavier  und  der 
Kunst  der  Fuge  unter  dem  Titel:  Katechismus  der  Fugen- 
composition.  Die  Analysen  sind  in  hohem  Grade  anregend 
durch  geistreiche  und  eigene  Auffassung.  InK.  20behandeItR. 
die  Gesangsmusik.  Es  werden  nacheinander  die  einzelnen 
Formen  der  Vocalmusik  dargestellt  und  an  classischen 
Mustern  erläutert.  Auch  die  beiden  noch  übrig  bleiben- 
den Katechismen,  K.  der  Akustik  (K.  20)  und  der  Musik- 
ästhetik (K.  17),  sind  sehr  werthvoll;  namentlich  sagen 
wir  dies  von  dem  Letzteren,  der  in  vieler  Hinsicht  ganz 
neue  und  der  Weiterentwickelung  filhige  Gedanken  über 
das  Verhältniss  des  die  Musik  in  sich  aufnehmenden  Sub- 
jectes  zu  dem  Kunstproduct  enthält  und  einen  Mittelweg 
schafft  zwischen  den  Theorien  Hanslick's  und  Derjenigen, 
denen  die  Musik  nur  Gefühl  ist. 

Die  Max  Hesse'schen  Musikkatechismen  bilden  eine 
wahrhafte  Encyklopädie  des  musikalischen  Wissens.  Auch 
die  äussere  Ausstattung  lässt  Nichts  zu  wünschen  übrig, 
zudem  ist  der  Preis  der  einzeln  käuflichen  Katechismen 
(1,50  Ji)  ein  erstaunlich  niedriger  in  Verhältniss  zu  dem 
Inhalt.  P.  Garwen. 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


(Schluss.) 


Basel. 


Frau  Sophie  Menter,  deren  Mitwirkung  das  3,  Ooncert 
zierte,  war  in  Basel  schon  seit  langer  Zeit  nicht  mehr  auf- 
getreten, kein  Wunder,  dass  man  auf  die  Leistungen  der 
Gefeierten  Künstlerin  sehr  gespannt  war.  Das  Beethoven'sche 
Isdur-Olavierconcert,  sowie  die  virtuosenhaften  Solostücke 
wurden  denn  auch  mit  Enthusiasmus  aufgenommen.  Es  ist 
aber  doch  manchem  Zuhörer  und  auch  mir  die  rechte  Befrie- 
digung nie  gekommen.     Abgesehen   von  den  Solonummem, 


meist  Liszt*8chen  Transscriptionen  (Schubert's  „Erlkönig*'  und 
Mendelssohn^s  „Auf  Flügeln  des  Gesanges**),  fehlte  uns  im 
Concert  die  innere  Wärme,  ohne  welche  alle  Technik  ein  so 
bedeutendes  Werk  nicht  zu  interpretiren  vermag.  Oder  lag 
es  nur  an  dem  etwas  matt  klingenden  Fitigel?  Kurz,  wenn 
man  sich  nicht  durch  den  technischen  Vortrag  hinreissen 
lassen  wollte,  konnte  man  auch  von  der  grossen  Künstlerin 
nicht  ganz  beMedi|^  sein.  „Wem  Viel  gegeben  ist,  von  dem 
wird  auch  Viel  gefordert.** 

Das  4.  Concert  war  in  seinen  Compositionen  dem  Meister 

gewidmet,  dessen  hundertjähriger  Todestag  in  diese  Zeit  fiel, 
[ozart.  Als  Solokräfte  wirkten  Fxau  Ida  Hu  her  aus  Basel 
und  der  schon  weit  bekannte  jugendliche  Pianist  Otto  Heg- 
ner sammt  seinem  Lehrer  Hans  Hu  her  mit.  lieber  Frau 
Huber  habe  ich  schon  letztes  Jahr  nur  Vortheilhaflkee  berich- 
ten können ;  auch  diesmal  erfreute  sie  uns  mit  dem  anmuthi- 
gen  Vortrag  einer  Sopranarie  aus  der  verschollenen  Oper 
^L*oca  del  Cairo**  und  mehrerer  Lieder.  Neue  Schönheiten 
JSfozart'scher  Musik  ofienbarte  auch  das  von  den  beiden  ge- 
nannten Künstlern  gespielte  Concert  in  Esdur  fhr  zweiClaviere. 

Im  5.  Concert  trat  Hr.  Plank  aus  Carlsruhe  auf.  Als 
rühmlichst  bekannter  Wagpier-Sftnger  vermochte  er  denn  auch, 
durch  den  Vortrag  des  Liedes  an  den  Abendjstem  aus  „Tann- 
häuser** und  von  Wotan*s  Abschied  aus  der  „Walküre**  grossen 
Eindruck  zu  machen.  Auch  „Die  beiden  Grenadiere**  von 
Schumann  tru^  er  mit  vieler  Dramatik  vor. 

Halten  wir  noch  eine  kurze  Nachlese  in  den  übrigen 
Concerten,  so  ist  zunächst  daerjenige  zu  Gunsten  des  Orchester- 
vereins (der  freiwilligen  Pensionscasse  unserer  Orchestermit- 
glieder) zu  erwähnen.  Sein  Proj^ramm  ist  in  der  oben  an- 
geföhrten  Aufzählung  in  seinen  Orchestemummem  schon  an- 
gegeben worden.  —  Femer  üemd  eine  Matinte  der  französi- 
schen Bläsergesellschaflb  Taffanel  statt,  und  endlich  heben 
wir  aus  den  verschiedenen  Mozart-Feiern  erstlich  ein  Concert 
im  Münster  hervor  mit  dem  Vortrag  einer  Sonate  ftir  Orgel 
und  Streichinstrumente,  sodann  als  Höhepunct  die  Aui^tOurung 
des  Requiems,  eingeleitet  mit  dem  „Ave  verum**,  durch  den 
G^esangverein.  Es  war  eine  trefflich  gelungene,  recht  herz- 
erhebende Feier  zu  Ehren  des  grossen  Todten. 

Auch  die  erste  Hälfte  der  Kammermusiksoir^en  liegt 
hinter  uns;  dieselben  fiEmden  seitens  4es  PubUcums ein^  etwas 
regere  Tnei Inahme,  als  frühere  Jahre,  wohl  aus  dem  Grunde, 
dABs  die  Mitwirkung  des  Hm.  Hans  Huber  mehr  Abwechse- 
lung verspricht,  obschon  die  Leistungen  unseres  Quartetts  von 
Jedermann  anerkannt  werden« 

und  nun  zum  Schluss  noch  etwas  Persönliches.  Unser 
Concertmeister  Adolf  Bargheer  feierte  im  September  sein 
25jähriges  Jubiläum.    Seine  Schüler,  junge  und  ältere,  be- 

flückwünschten  ihn  bei  einem  bescheidenen  Feste,  und  im 
.  Concert  spielte  er  bei  diesem  Anlass  das  Ooncert  in  Form 
einer  Gesangsscene  von  Spohr.  A.  Baii'heer  (1840  in  Bücke- 
burg geboren)  war  der  letzte  Schüler  Spohr*s  und  kam  im 
Jahre  1866  nach  Basel.  Seinem  schlichten  Sinne  entsprachen 
die  äusseren  Erfolg  des  Concertspiels  wenig,  und  er  &nd  in 
der  Thätigkeit,  die  ihm  in  Basel  zu  Theil  wurde,  mehr  Be- 
friedigung. Und  so  steht  er  denn  seit  25  Jahren  als  Concert- 
meister an  der  Spitze  unseres  Orchesters  und  unseres  Quar- 
tettes; daneben  entfaltet  er  eine  rege  pädagogische  Wirksam- 
keit. Er  selbst  erwähnte  bei  diesem  Anlass,  wie  Basel  eigent- 
lich eine  verhältnissmässi^^  grosse  Zahl  Violindilettanten  be- 
sitze. Das  ist  vorzugsweise  Bargheer's  Verdienst;  denn  ab- 
gesehen davon,  dass  aus  seiner  Schule  mehr  als  ein  tüchtiger 
Berufsgeiger  hervorgegangen  ist,  finden  immer  eine  Anzahl 
seiner  Schüler  als  freiwiluge  Mitglieder  Aufnahme  in  unser 
Orchester. 

Lidem  ich  auch  in  Ihrem  Blatte  der  Verdienste  Barg- 
heer's  lobende  Erwähnung  thue,  schliesse  ich  dunit  meinen 
Bericht  über  die  erste  Häifle  der  Concertsaison  Basels. 

Dr.  B.  L. 


(Schluss.) 


Caplsmhe. 


Die  übrigen  drei  in  die  Zeit  unseres  Berichtes  fitllenden 
Abonnement-Concerte  des  grossherzogl.  Hoforchesters  —  im 
April,  October  und  November  —  brachten  an  Orchester- 
werken Beethoven*s  sechste  und  siebente  Symphonie,  Glinka's 
„Kamarinskaja",  H.  v.  Bülow's  „Nirwana",  Liszt's  „Mazeppa" 
und  die  Ouvertüren  zu  „Euryanthe**  und  zu  „Q^novefii**.  Als 
Solisten  Hessen  sich  in  diesen  Concerten  hören:  Hr.  Prof. 
Hugo  Heermann  aus  Frankftirt  a.  Main,  der  mit  der  ton- 


dl 


schönen  Wiedergabe  des  Beethoven'sclien  Yiolinconcertes 
lebhaften  BeiÜEJl  errang,  Frau  Hoeck-Lechner,  welche  die 
grosse  Sopran-Arie  aus  den  .Jahreszeiten''  sehr  hübsch  vor- 
trug, Frl.  Mailhac,  die  mit  der  äusserst  stimmungsvollen  Be- 
prcäuction  Liszt'soher  und  Wagnerischer  Lieder  einen  tiefen 
Eindruck  erzielte,  der  Pianist  Stavenhagen,  welcher  das 
Adur-Concert  und  die  12.  und  18.  Bhapsodie  von  Liszt,  das 
Desdur-Praeludium  von  Chopin  und  aie  Edur- Etüde  von 
Paganini- Liszt  spielte  und  in  diesen  Vorträgen  ebensosehr 
eine  erstaunliche  Zunahme  an  technischer  Sicherheit  und 
Bravour,  als  einen  bedauerlichen  Mangel  an  Wärme  der  Em- 

S findung  wahrnehmen  liess,  und  schliesslich  the  last  not  least 
er  Prof.  Cesar  Thomson  aus  Lüttich,  dessen  herrliches 
G^igenspiel  einen  geradezu  stürmischen  Beifall  hervorrief. 
Hatten  uns  das  4.  uoncert  von  Vieuxtemps  und  die  Phan- 
tasie von  Paganini  Hm.  Prof.  Thomson  mehr  als  Techniker 
bewundern  lassen,  so  offenbarte  sein  herrlicher  Vortrag  des 
ersten  Satzes  aus  Bruches  zweitem  Violinconcert  mit  zwingen- 
der Gewalt  seine  tief  und  schön  empfindende  Künstlerseele, 
und  diese  letzterwähnte  Leistung  des  belgischen  Geigers  ge- 
hört mit  zu  dem  AUerschönsten,  was  wir  je  an  Gteigenspiel 
gehört  haben. 

In  den  ständigen  Kammermusik- Abenden  des  Hm.  Gon- 
certmeister  Deeoke  und  der  HH.  Hofmusiker  Stein- 
brecher (für  welchen  in  neuerer  Zeit  Hr.  Hubel  einge- 
treten ist),  Hoitz  und  Seh  übel  gelaugten  unter  der  menr- 
maligen  sehr  schätzenswerthen  pianistischen  Mitwirkung  des 
Hm.  Prof.  Heinrich  Ordenstein  das  Fdur-Streichquartett 
von  Mozart,  die  Olavier- Violoncellsonate  in  Ddur  von  Mendels- 
sohn, das  ulavierquartett  in  Adur  von  Brahms,  dieKreutzer- 
Sonate,  Schumamrsche  Lieder,  gesungen  von  Hm.  Hof  Opern- 
sänger Langj  das  Bdur-Streichquartett  Op.  64  von  Haydn, 
das  Streichqumtett  Op.  111  von  Brahms,  Keinecke's  Ciavier- 
variationen Op.  52  über  ein  Thema  von  Bach  und  Schuberts 
Bdur-Claviertrio  zu  schöner  und  beifallswürdigster  Wiedergabe. 
Sehr  hübschen  Erfolg  errangen  auch  die  l)eiden  von  den 
HH.  Beuss,  Zajic  und  Jacobs  veranstalteten  Kammer- 
musikabende, an  welchen  das  Esdur-Claviertrio  Op.  70,  die 
Kreutzer-Sonate  und  das  B dur-Claviertrio  Op. 97  von  !Beethoven, 
sowie  Volkmann's  Bmoll-Claviertrio,  Chopm's  Olavier- Violon- 
cellsonate Op.  65  und  Bronsart's  Ciaviertrio  m  Gmoll  zu  durchaus 
schöner  Ausführung  gelangten,  sowie  femer  das  von  dem  Schrei- 
ber dieser  Zeilen  zu  einem  wohlthätigen  Zwecke  gegebene  Con- 
cert,  dessen  in  musikhistorischer  wie  vaterländi^üier  Hinsicht 
sehr  interessantes  Programm  Compositionen  Friedrich*s  des 
Grossen  (Sonate  n  für  Flöte  und  Ciavier  und  Cantabile  aus  dem 
ersten  Conoerte  für  Flöte)  und  des  Prinzen  Louis  Ferdinand 
von  Preussen  (Quatuor  inFmoU,  Op.  6,  ffOa  Ciavier,  Violine, 
Bratsche  und  ViolonceU,  Fuge  Op.  7  für  Ciavier  und 
Notturno  Op.  8  für  Ciavier,  Flöte,  Violine,  Bratsche,  Violon- 
ceU und  2  Homer),  sowie  Weber's  Gesangscomposition  der 
Kömer'schen  Dichtung  „Bei  der  Musik  aea  Prinzen  Louis 
Ferdinand"  und  Liszrs  ^Elögie  sur  des  motlfs  du  Prince 
Louis  de  Prusse**  enthielt.  Eine  ganz  besonders  enthusiastische 
Aufoahme  fand  das  heute  noch  durch  die  Schönheit  seiner 
musikalischen  Ideen  fesselnde  und  ernsten  Gtenuss  gewäh- 
rende Ciavierquartett  des  Prinzen  Louis  Ferdinand. 

Als  Erster  der  mehreren  hiesigen  wie  auswärtigen  Künstler, 
welche  sich  in  eigenen  Concerten  hören  Hessen,  kam  der 
ausserordentlich  begabte  jugendliche  Violinvirtuos  Alfred 
Krasselt,  der  vornehmlich  mit  dem  in  jeder  Hinsicht  vor- 
trefflichen Vortrage  des  ersten  Satzes  von  Paganini's  Ddur- 
Concert  einen  vollen  Erfolg  errang,  aber  auch  Schuberts 
Bondeau  brillant  Op.  70,  das  Adagio  aus  Spohr*s  9.  Concert 
und  eine  Tarantella  von  Wieniawski  sem:  schön  spielte. 
Wenig  Erwähnenswerthes  leisteten  Krasselt's  Partner,  der 
Orgelvirtuos  Werner,  welcher  das  „Harmonium  Mustel'' 
sehr  überflüssiger  Weise  in  den  Concertsaal  einzuführen 
suchte,  und  ein  als  Concertsängerin  recht  unbedeutendes 
Frl.  Bucquoy  aus  Strassburg,  welche  nach  dem  Vortrag^ 
verschiedener  Lieder  in  deutscher,  italienischer  und  französi- 
scher Sprache  des  deutschen  Schumann  deutsche  „Frühlings- 
nacht** unserem  deutschen  Publicum  in  französischer  Be- 
arbeitung vorsetzte  imd  für  diese  dreiste  G^esohmacklosi^keit 
lebhaften  Applaus  erntete.  Ja,  ja!  die  Kunst  ist  international 
und  das  deutsche  Publicum  indifferent! 

Frau  Hoeck-Lechner  erwies  sich  in  ihrem  eignen 
Concerte  als  eine  durchaus  vornehme  und  feinsinnige  Lieder- 
Bäneerin,  deren  hübsch  gewählte  G^esangsgaben  (Canzona: 
qCh'io  mai  vi  possa"  von  Händel  und  Lieder  von  Beethoven, 
Cornelius,  Richard  Strauss  und  Vincenz  Lachner)  beifälligste 


Aufnahme  fanden.  Zudem  war  dieses  Concert  interessant 
durch  die  sehr  rühmenswerthe  Mitwirkung  der  HH.  Prof. 
Max  Pauer  aus  Cöln  und  Hugo  Becker  aus  Frankfurt  a.  M. 
Ersterer.  der  uns  vielleicht  nur  hier  und  da  eine  grössere 
Lmerlicnkeit  des  Tones  vermissen  Hess,  excellirte  ab  Tech- 
niker ohne  Furcht  und  Tadel  im  Vortrage  der  Toccata  von 
Schumann,  der  Concertetuden  „En  automne**  von  Moszkowski 
und  „Feux  follets^  von  Liszt,  sowie  einer  gleichnamigen  Com- 
position  von  Schutt  und  des  Edur- Nocturne  von  Chopin. 
In  der  absolut  zuverlässigen,  markigen  und  unermüdlichen 
Wiedergabe  der  Schumann'schen  Toccata  dürfte  Hr.  Pauer 
gegenwärtig  schwerlich  einen  Bivalen  haben.  Hr.  Hugo 
Becker  spiäte  mit  hübschem  Tone  und  vortrefflicher  Bravour 
Einige  der  beliebten  Puradestücke  von  Davidoff  und  Popper^ 
sowie  ein  auch  musikalisch  werthvolles  Adagio  von  Tartim 
und  fand  reiche  Anerkennung. 

Sodann  kam  Signorina  ^ice  Barbi,  die  —  ohne  ganz 
vollkommen  zu  sein,  da  ihre  Höhe  etwas  schwer  anspricht 
und  einzelne  Momente  der  Tonbildung  zu  auffldüg  werden  — 
so  überaus  schön  singt,  wie  man  es  neutzuta^,  da  die  Ge- 
sangskunst in  den  letzten  Zügen  liegt,  kaum  wieder  zu  hören 
bekommt.  Ausser  älteren  itidienischen  Compositionen  sang 
Frl.  Barbi  Lieder  von  Schumann  und  Branms,  besonders 
schön  des  Letzteren  „Lnmer  leiser  wird  mein  Schlummer**, 
und  wurde  nach  jedem  Vortrage  geradezu  stürmisch  gefeiert. 
Als  Partnerin  der  erossen  G^esangskünstlerin  hörten  wir  Miss 
Mary  Wurm,  welche  ausser  den  stimmungsvollen  Beglei- 
tungen zum  Ghesange  Baches  Praeludium  und  Fu^  in  Amoll, 
Schumann's  „Des  Abends**  und  „Ende  vom  Liede**,  sowie 
eigene  ganz  hübsch  cmemnfundene  Compositionen  spielte 
und  sich  auch  tmserem  Publicum  als  eine  recht  respectable 
Pianistin  zu  erkennen  gab. 

Hr.  Alexander  Wolf,  Lehrer  für  Theorie  und  Orgel- 
spiel am  hiesigen  Conservatorium  für  Musik,  trug  in  einem 
eigenen  Concerte  auf  der  für  Concertzwecke  alleraings  recht 
unzulänglichen  Orgel  unserer  Stadtkirche  Bheinberger's 
Cdur-Sonate,  Baches  Passacaglia,  eine  sehr  wirksame  Caprice 
eigener  Composition  und  Phantasie  und  Fuge  über  BACH 
von  Liszt  ganz  vortrefflich  vor  und  hatte  in  den  HH.  Hof- 
musicus  Bühlmann  und  Concertsänger  Bömhildt,  Beide 
von  hier.  Mitwirkende  gewonnen,  die  —  Ersterer  durch  aus- 
drucksvoll schöne  Wiedergabe  eines  Violin- Adagios  von  Bach 
und  der  Gdnr-Romanze  von  Beethoven,  Letzterer  mit  schönen 
Vorträgen  des  Bussliedes  von  Beethoven  tmd  der  „Litanev** 
und  „Irax  vobiscum**  von  Schubert  •—  das  Auditorium  recht 
zu  erfreuen  vermochten. 

Als  Letzter  kam  sodann  der  „grosse**  kleine  Otto  Hegner, 
welcher  zumal  in  der  erstaunlichen  Wiedergabe  der  „Apaa- 
sionata**  und  der  herrlichen  Interpretation  der  Variations 
sörieuses  einen  Grad  selbständiger  künstlerischer  Auffassung 
imd  Reife  bekundete,  der  uns  in  frreudiges  Erstaunen  setzte. 
Jedenfalls  haben  wir  von  dem  kleinen  Künstler  Hegner, 
üMa  er  die  gei&hrlichen  Jahre  des  Wunderkindes  glücklich 
überstehen  sollte,  auf  piani^tischem  —  und  vielleicht  auch 
auf  compositorischem  —  Gebiete  noch  ganz  Ausserordentliches 
zu  erwarten.  Frl.  Helene  Merck,  eine  durch  hübsche  Stimm- 
mittel und  mit  Ausnahme  des  Sprachlichen  gute  Tonbildung 
interessirende  Concertsängerin  aus  Stuttgart,  füllte  mit  Mendels- 
sohn*s  Arie  „Höre,  Israel"  und  Liedern  von  Jensen,  Brahms, 
Beinecke  und  Thuille  den  vocalen  Theil  des  Programmes  in 
cmsprechender  Weise  aus. 

Auch  unsere  Vereine  haben  sich  tüchtig  ^rührt,  und 
nur  der  „Philharmonische  Verein,**  der  zuletzt  im  Juni  eine 
Aufführung  veranstaltet  hat.  der  wir  jedoch  fem  geblieben 
waren,  wen  uns  eine  fast  vollständig  ConcertauffÜhrung  des 
„ParsiiSal**  mit  da  vier,  selbst  wenn  em  Mottl  am  Ciavier  sitzt, 
schon  in  der  Idee  widerwärtig  ist,  feiert  in  Folge  des  IJm- 
standes,  dass  Hr.  Hofopemoirector  Mottl  die  Leitung  des 
Vereins  niedergelegt  hat  und  dem  als  Pianist  wie  als  Compo- 
nist  wohlbekannten  Hm.  Cornelius  Bübner  dieselbe  erst  in 
letzter  2ieit  übertragen  worden  ist. 

Der  von  Hm.  Bofkirchenmusikdirector  Max  Brauer  ge- 
leitete Caecilien- Verein  brachte  im  Mai  eine  Anzahl 
Ideinerer  Chorwerke  von  MendeliMohn,  Schubert,  Brahms, 
Jensen  und  Bruch  zu  ansprechender  Wiedergabe  und  hatte 
sich  för  dieses  Concert  der  sehr  dankenswerthen  Mitwirkung 
der  HH.  Prof.  Ordenstein  und  Hofinusiker  Bühlmann  ver- 
sichert, welche  als  Hauptstück  Schumann's  Amoll-Sonate  für 
Ciavier  und  Violine  vortrugen.  Der  Verein  debutirte  sodann 
im  November  mit  einer  des  Werkes  nicht  ganz  würdigen 
AuffÜhmng  von  ^Paradies  und  Peri**  und  errang  schliessfich 

9* 


93 


einen  sehr  wohlverdienten  Erfolg  mit  seinem  letzten,  der  Er- 
innerung an  Mozart's  hundertjährigen  Todestag  geweihten 
Concerte,  in  welchem  nur  Werke  Mozart's,  und  zwar  an 
Chorcompositionen  die  Motette  y,Misericordias  Domini,"  das 
a  capella  gesetzte  „Adoramus  te,  Christe",  das  herrliche  ftAye. 
verum  corpus"  und  die  F diu: -Messe,  an  Instrumental-  und 
Sologesangs -Nummern  die  Nachtmusik  für  Streichorchester 
in  (rdur,  das  Andante  aus  dem  Gdur- Streichquartett  und 
die  Arie  „Wie  schön  ist  die  Liebe,  die  zärtliche  Treue"  aus 
„Cosi  fan  tutte"  (gesungen  von  Hm.  Hofopernsänger  Lang) 
zu  durchaus  anerkennenswerther  Wiedergabe  gelangten. 

Von  unseren  grösseren  Männergesan^ereinen  hat  die 
unter  der  trefflichen  Leitung  des  Hm.  Musikdirector  Gageur 
stehende  —  und  im  diessommerlichen  internationalen  Ge- 
san^swettstreit  zu  Wiesbaden  zwiefältig  preisgekrönte 
„Liederhalle"  drei  Concerte  gegeben,  aus  deren  Program- 
men wir  als  die  der  Composition  nach  bedeutendsten  und  in 
ihrer  Ausführung  hervorragendsten  Nummern  das  sehr  schöne 
„Waldweben"  von  Gustav  Weber,  „Todtenvolk"  von  Hegar, 
„Nachtzauber"  von  Storch,  „Wintemacht"  von  Podbertsky, 
„Die  Wanderblume"  von  Ferd.  Langer  und  „Das  Grab  im 
Busento"  von  Zerlett  hervorheben  müssen.  Als  Solisten 
wirkten  in  den  Concerten  der  „Liederhalle"  ausser  einigen 
recht  schätzenswerthen  Mitgliedern  des  Vereins  mit:  Frau 
Zerlett-Alfenius  aus  Wiesbaden,  welche  mit  schöner 
Stimme  und  künstlerisch  vollendetem  Vortrage  classische 
und  moderne  Compositionen  gleich  schön  sang,  Hr.  Prof. 
Orden  st  ein,  welcher  mit  der  an  ihm  gewohnten  Meisterschaft 
Chopin *s  Asdur-Ballade,  Gavotte  von  Sgambati,  Walzer  von 
Moszkowski  und  Desdur-Etude,  Gondoliera  und  2.  Polonaise 
von  Liszt  vortrug,  ferner  die  HH.  Hof  Opernsänger  Cords 
und  Heller,  deren  sympathischen  Gesangsleistungen  wir  in 
den  Concerten  der  „Lieaerhalle^^  häufiger  begegnen,  und  schliess- 
lich Frl.  Mathilde  Vaeth,  eine  mit  kleiner,  aber  sehr  wohl- 
lautender Stimme  begabte- junge  Sängerin  aus  Pforzheim. 

Der  von  Hm.  Musikdirector  Seh  ei  dt  bestens  geleitete 
Gesangverein  „Liederkranz"  feierte  zu  Ende  October  mit 
einer  mehrere  Tage  lang  währenden  Festlichkeit  sein50jähriges 
Jubiläum  und  brachte  bei  dem  die  Feier  eröifnenden  grossen 
Concerte  in  der  Festhalle,  welchem  auch  Se.  Kgl.  Hoheit  der 
Grossherzog  anwohnte,  eine  sehr  schwimgvolle  Ouvertüre 
„Feier-Klänge"  von  Meyer-Olbersleben,  einen  für  Männerchor 
mit  Listrumentalbegleitung  von  Ferd.  Langer  componirten 
Fest-Gruss  und  Heinrich  2iöllner's  grosse  Cantate  „Cofumbus" 
ftlr  Männerchor,  Soli  und  grosses  Orchester  zu  sehr  an- 
sprechender Wieaergabe.  Die  Solopartien  der  Cantate  wurden 
von  Frl.  Mailhac  und  Hrn.  Bosenberg  von  unserem  Hof- 
theater und  Hm.  Knapp  vom  Hoftheater  in  Mannheim 
sehr  dankenswerth  ausgeführt,  und  das  stimmungsreiche  und 
erfindungskräftige  Werk,  besonders  aber  der  ausserordent- 
Kch  klangschöne  und  vorzüglich  gesungene  grössere  Ein- 
leitungschor wurde  sehr  beiiallig  aufgenommen.  Der  Can- 
tate folgte  ein  sehr  fein  ersonnenes  und  in  der  Sprache 
sehr  schön  durchgeführtes  Festspiel  von  Ludwig  Lantz, 
dessen  lebende  Bilder  der  „Liederkranz"  mit  hübscn  vorge- 
tragenen Chören  begleitete.  Bei  dem  die  Jubiläumsfeier  am 
dritten  Abend  beschliessenden  „Grossen  Costume-Fest"  in  der 
Festhalle  wurde  ein  sehr  frisches,  von  dem  Strassburger 
Theaterdirector  Hrn.  A.  P rasch  unter  Benutzung  der  Walzer- 
Idyllen  von  Koschat  verfasstes  Liederspiel  „Ein  Kirchtag  in 
Kärnten"  aufgeführt  und  mit  lebhaftestem  Beifall  aufgenommen. 

Auch  die  zahlreichen  kleineren  Vereine  und  an  deren 
Spitze  die  Vereine  für  evangelische  und  katholische  Kirchen- 
musik (Dirigenten:  die  HH.  Lehrer  Bräu ninger  und  Musik- 
director Gageur)  waren  eifrig  bemüht,  die  Kunst  der  Töne* 
in  rechter  Weise  zu  pflegen  und  mit  ihren  reinen  Gaben 
gottesdienstliche  Versammlungen  zu  verschönen  und  froh- 
müthige  gesellige  Zusammenkünfte  zu  veredeln. 

Von  Seiten  des  hiesigen  unter  dem  Protectorate  Ihrer 
KgL  Hoheit  der  Frau  Grossherzogin  Louise  von  Baden 
stehenden  und  von  Hrn.  Prof.  Ordenstein  treff'lich  ge- 
leiteten Conservatoriums  für  Musik,  welchem  im  Laufe 
des  letzten  Jahres  als  neue  Lehrkräfte  Hr.  Hofkirchenmusik- 
director]  Brauer  für  Partiturspiel  und  Instrumentations- 
lehre. Schreiber  dieser  Zeilen  für  Ciavier,  Hr.  Hofmusiker 
Bühl  mann  für  Violinspiel  und  Hr.  Münz,  bisher  Schüler 
der  Anstalt,  für  den  Elementarunterricht  beitraten,  wurden 
im  Laufe  des  Schu^ahres  1890 — 1891  drei  Uebungsabende 
im  Conservatorium  selbst,  eine  Aufführung  von  Lachner'schen 
Compositionen  im  Foyer  des  grossherzogl.  Hoftheaters  als 
Vorfeier  von  Vincenz  Lachner 's  80.  Geburtstage  und  im  Juli 


zum  Beschluss  des  Schuljahres  sieben  öffentliche  Prüfungen 
im  grossen  Saale  des  Museums  abgehalten.  .  Alle  diese  Ver- 
anstaltungen, besonders  aber  die  Schlussprüfungen,  legten  be- 
redtes Zeugniss  von  ernster  künstlerischer  und  zielbewusster 
wie  erfolgreicher  Arbeit  ab,  und  aus  den  vielen  sehr  respec- 
tablen  Leistungen  im  Gebiete  des  Instrumenten^pieles  (Ciavier. 
Violine  und  ViolonceU),  des  Ensemblespieles,  des  Solo-  und 
Chorgesanges  und  der  Composition  ragten  namentlich  mehrere 
pianistische  Vorträge  in  völliger  Beherrschung  der  Technik 
und  in  bedeutender  Reife  der  Auffassimg  zu  beträchtlicher 
Höhe  auf.  Das  Conservatorium  wird  gegenwärtig  von  un- 
gefthr  400  Studirenden  besucht,  und  findet  neuerdings  all- 
monatlich eine  öffentliche  Vorspiel -Uebung  in  dem  eigens 
hierfür  gemietheten  Saale  der  „Vier  Jahreszeiten"  statt. 

Arthur  Smolian. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Machen  wir  nun,  die  Novitäten  des  Hofoperntheaters 
(„Ritter  Pasman"  von  Johann  Strauss  und  „Die  Liebenden 
von  Teruel"  von  Th.  Breton)  einstweilen  unberührt  lasseni 
einen  Sprung  von  der  Oper  zurück  in  den  Concertsaal  und 
führen  wir  aie  Leser  sofort  in  ein  Sensationsooncert.  So  kann 
wohl  die  grosse  Musikaufführung  genannt  werden,  welche 
Anton  Rubinstein  am  31.  Januar  zum  Besten  der  Armen 
Wiens  veranstaltete.  Schon  die  erste  Ankündigung  dieses 
Concertes  hatte  unsere  musikalischen  Kreise  —  und  wohl  auch 
ein  gut  Theil  der  nicht  musikalischen  —  in  eine  Aufregimg 
versetzt,  die  sich  kaum  beschreiben  lässt.  Gutmann's  Musik- 
handlung, das  Local  des  Kartenverkaufs,  wurde  förmlich  ge- 
stürmt, und  über  Nacht  waren  sämmtliche  Sitze  und  Stehplätze 
vergriffen,  ohne  dass  noch  irgend  Jemand  wusste,  was  denn 
der  Künstler  an  musikalischen  Gaben  bieten  würde.  Der 
Zauber  der  Persönlichkeit  entschied  Alles,  um  die  Sache  küm- 
merte man  sich  weniger,  hatte  man  doch  nach  den  unver- 
gleichlichen Genüssen,  welche  man  Rubinstein  am  Ciavier 
verdankt,  alle  Ursache,  auch  diesmal  wieder  Grosses,  Ent- 
zückendes oder  mindestens  Hochinteressantes  zu  erwarten. 
Dem  gegenüber  lag  in  der  anfluiglichen  geflissentlichen  Ver- 
schweiguug  des  beschlossenen  Concertprogramms  seitens  des 
„grossmüthigen"  Meisters  eine  feine  Berechnung,  um  nicht  zu 
sagen:  Bosheit.    Die  enorme  Nachfrage  nach  Eintrittskarten 

—  sogar  die  Generalprobe  des  Concertes  musste  schliesslich 

—  und  zwar  zum  Besten  der  Mozart-Stiftung  —  vor  zahlendem 
Publicum  veranstaltet  werden  —  galt  doch  ausschliesslich  dem 
vergötterten  Virtuosen,  kein  Mensch  dachte  an  den  in  Wien 
nur  wenig  beliebten  Componisten  Rubinstein. 

G^raae  dieser  sollte  aber  in  dem  wochenlang  angekündigten 
Concert  die  Hauptrolle  spielen.  Rubinstein  wollte  die  Wiener, 
denen  er  es  nicht  verzeihen  kann,  dass  sie  seinen  umfang- 
reichen Tonschöpfungen  gar  so  geringe  Theilnahme  entgegen- 
bringen, einmal  wieder  zur  Anhörung  einiger  der  Letzteren 
feraaezu  zwingen.  Da  dies  in  liebenswürdigster  Form^  unter 
em  Deckmantel  der  Wohlthätigkeit  geschah,  konnte  Niemand 
gegen  ihn  den  Vorwurf  der  Anmaassuns;  erheben,  im  Gegen- 
theil  häufte  er  sogar  noch  glühende  Kohlen  auf  den  Häuptern 
Derjenigen,  die  ihn  bisher  so  wenig  „erkannt**. — Es  hat  etwas 
Rührendes,  wie  sich  der  Componist  Rubinstein  immer  von 
Neuem  um  die  Gunst  der  spröden  Vindobona  bewirbt,  so 
viele  Körbe  er  sich  von  ihr  auch  geholt.  Vor  Allem  lechzt  er 
formlich  nach  einem  Opemerfolg,  so  wenig  er  es  Wort  haben 
will,  so  ostentativ  er  in  seiner  neuesten  (von  Richard  Pohl  so 
treiilich  beleuchteten)  Brochure  die  Oper  überhaupt  für  eine 
„untergeordnete  Gattung  der  Kunst**  eÄlärt.  Dem  gegenüber 
wäre  daran  zu  erinnern,  dass  der  grosse  Virtuos  1884,  erbost 
über  das  rasche  Verschwinden  seiner  „Maccabäer**  vom  Spiel- 
plan des  Hofopemtheaters  —  sie  wurden  daselbst  1878  nur 
etwa  vier  oder  fünf  Mal  gegeban — ,  einem  Freunde  ausdrück- 
lich schrieb,  er  würde  m  Wien  nie  mehr  öffentlich  Ciavier 
spielen,  bevor  nicht  in  der  undankbaren  Stadt  seine  neu  ge- 
schaffene Oper  „Nero**  die  siebente  Aufführung  hinter  sich 
hätte.  Nun,  er  gab  schliesslich  doch  im  Frühjahr  1884  hier 
mehrere  Concerte.  obgleich  „Nero**  erst  am  20.  April  1885  das 
Licht  unserer  Hoitheaterlampen  erblickte,  und  noch  war  sein 
jüngstes  dramatisches  Schmerzenskind  nicht  zum  siebenten 
Male  vor  dem  Wiener  Publicum  erschienen  —  diese  ominöse 
„siebente  Aufführung**  hat  sogar  im  Augenblick,  als  wir  dieses 
schreiben,  noch  immer  nicht  stattgefunden ! !  — ,  als  er  sich  zu 
seinem  kolossalen  siebentägigen  historischen  Cyklus  von  Cla- 


93 


vierconcerten  herbeiliess  (November  und  December  1885).  — 
Vielleicht  hat  sich  Itubinstein  geheime  Hoffnung  gemacht, 
durch  die  in  seinem  letzten  Concert  am  31.  Jan.  aufgeführten 
Instrumentalwerke  bei  den  Hörern  Verlangen  auch  nach  seinen 
anscheinend  definitiv  zurückgelegten  Opern  zu  erwecken,  und 
man  hätte  dem  alternden  Meister  für  seine  grossmüthige 
Armen-  und  Mozart-Spende  immerhin  die  Freude  ein^s  neu- 
scenirten  „Nero"  oder  „Feramors"  bereiten  können,  so  gründ- 
lich auch  Letzterer  1872  in  Wien  durchgefallen  war.  Eine 
derartige  Reprise  —  die  der  „Maccabäer"  und  der  „Kinder 
der  Haide"  eingeschlossen  —  wäre  schon  deshalb  recnt  zeit- 
gem&ss  erschienen,  weil  sie  unwillkürlich  zu  Vergleichen  etwa 
mit  „Tannhäuser",  „Lohengrin",  den  „Meistersingern",  „Tri- 
stan und  Isolde"  und  den  Dramen  des  „Nibelungen-Ringes" 
angeregt  und  sich  dann  so  unklar  herausgestellt  nätte,  dass 
der  leidenschaftlich  erbitterte  Kampf  Rubinstein  gegen  Wag- 
ner auf  diesem  Felde  dem  eines  Zwerges  gegen  den  Riesen 
oder  sagen  wir:  den  des  engherzig -voreingenommenen,  massig 
talentirten,  absoluten  Musikers  gegen  den  kühnsten  dichteri- 
schen Genius  bedeutete.  — 

Was  aber  das  Concert  vom  31.  Januar  anbelangt,  so  wäre 
es  unseres  Erachtens  von  Rubinstein's  Standpunct  aus  für  den 
von  ihm  angestellten  Zweck  weit  praktischer  gewesen,  auch 
andere  —  vor  AUem  classische  —  Tondichter  zum  Worte 
kommen  zu  lassen,  statt  immer  nur  sich  allein.  Erfrischt 
durch  wahrhaft  bedeutende  Zwischennummem  —  einen  ge- 
waltigen Beethoven,  einen  lieblichen  Mozart,  einen  herz- 
innigen Schubert  —  hätte  man  die  unleugbaren  Einzelschön- 
heiten der  vorgeführten  Rubinstein'schen  Tonwerke  weit 
lebendiger  empfunden.  Aber  in  einem  schier  endlosen  Mittags- 
concerte  ausschliesslich  nur  einen  und  denselben  prononcirt 
sla vischen  Componisten  hören  zu  mtissen,  der,  sich  meist  in 
den  Extremen  fieberhafter  Erhitzung  und  nüchternster  Re- 
flexion bewegend,  nur  selten  das  Gemüth  trefiFende  Töne  an- 
zuschlagen weiss  und  dabei  unbedenklich  nach  wahrhaft 
Poetischem  dem  Trivialsten  Thür  und  Thor  öfihet:  ein  solcher 
musikalischer  Massengenuss  wird  doch  deutschen  Ohren  und 
Herzen  schliesslich  zur  Qual.  Die  völlig  befreiende  Wirkung, 
welclie  nach  dem  neulichen  Riesenconcerte  drei  Chopin'sche 
Zugaben  (die  Asdur-Etude  aus  der  „M6thode  des  m6thodes" 
von  Moscheies  und  F6tis,  die  Esmoll-Etude  Op.  10,  No.  6, 
und  die  CmoU-Polonaise)  übten,  erscheint  uns  für  den  Compo- 
nisten Rubinstein  nicht  eben  schmeichelhaft.  Ergötzlich  ist, 
dass  die  drei  Chopin'schen  Stücke,  weil  sie  Rubinstein  in 
Einem  Zuge,  ohne  Unterbrechung,  gespielt  hatte,  von  dem 
Berichterstatter  der  „Neuen  Fr.  Presse"  (übrigens  nicht  Hof- 
rath  Hanslick,  der  schon  früher  weggegangen  war)  für  eine 
einzige  „sehr  lange"  Polonaise  gehsuten  wurde.  Auch  den 
Componisten  schien  der  weise  Daniel  nicht  errathen  zu  haben, 
vermuthlich  glaubte  er,  nochmals  Rubinstein'sches  zu  hören. 
Doch  die  Leser  wissen  ja  noch  immer  nicht,  was  denn  Rubin- 
stein endlich  von  seinen  Schöpfungen  zum  Besten  gab.  Zu- 
erst also  eine  Symphonie  in  Gmoll,  offenbar  die  letzte  des 
Künstlers  (Op.  107),  die  er  dem  Andenken  der  um  das  Musik- 
leben Petersburgs  hochverdienten  Grossfürstin  Helene  von 
Russland  gewidmet  hat.  Dieser  Beisatz  war  auf  dem  Concert- 
zettel  verschwiegen,  was  zu  bedauern,  da  er  die  Hörer  über 
die  Intentionen,  welche  der  Componist  in  dieser  ausserhalb 
des  Zarenreiches  wohl  noch  nirgends  aufgeführten  Symphonie 
verfolgte,  ein  wenig  orientirt  hätte.  Die  Symphonie  hat  näm- 
lich emen  ausgesprochen  russischen  Charakter:  „Bilder  von 
der  Newa — der  Wolga"  oder  „Aus  der  Ukraine"  könnten  ihre 
einzelnen  Sätze  überschrieben  sein.  Gleich  zu  Anfang  des  ersten 
Satzes  ertönt  eine  schwermüthige,  echt  volksthünaiiche  Melo- 
die in  der  Art  Jener,  wie  wir  sie  vor  zwei  Jahren  von  den 
russischen  Sängern  des  Hrn.  Slaviansky  d'Agreneff  hier  ge- 
hört. Im  grellen  Gegensatz  zu  dieser  wahrhaft  vornehmen 
Weise,  die  man  wohl  als  würdigen  Nachruf  an  eine  edle  Be- 
schützerin der  Kunst,  wie  jene  Grossfürstin  Helene  Eine  war, 
verstehen  könnte,  erklingt  das  zweite  Hauptthema  herzlich 
trivial,  Beide  begegnen  sich  nur  in  ihrer  unverfälscht  russi- 
schen Abstammung.  Eigenthümlich  berührt,  dass  der  Com- 
ponist gegen  den  Schluss  des  Satzes  die  besagte  zweite  Haupt- 
melodie nach  verschiedenen  schon  früher  vorgekommenen 
Reprisen  noch  ein  letztes  Mal  bringt,  jetzt  aber  wie  unter 
dem  Drucke  einer  feindlichen  Gewalt  stückweise  zusammen- 
brechen lässt.  Die  Musik  verfolgt  hier  offenbar  ganz  bestimmte 
schildernde  oder  malende  Absichten.  Welche?  Das  kann  man 
freilich  ohne  vorgesetztes  Programm  nicht  errathen.  Wenn 
übrigens  Rubinstein  gegen  Liszt^s  grosse  Tondichtungen  den 
Vorwurf  eines  „ewigen  sich  Gebärd eus"  erhebt,  so  passt  diese 


rein  willkürliche,  durch  Nichts  bewiesene  Behauptung  weit 
eher  auf  den  ersten  Satz  von  Rubinstein's  Gmoll-Symphonie. 
Das  gebärdet  sich  —  besonders  in  einem  grossen  Crescendo  — 
mitunter  furchtbar  tragisch,  lässt  aber  doch  den  Hörer  kalt, 
weil  man  nicht  an  den  Ernst  der  Sache  glauben  kann.  Dem 
ersten  Satze  der  Symphonie  folgt  als  deren  wohlgelungenstes 
Stück  ein  originelles  Scherzo  (der  Hauptsatz  vnrKlich  scherz- 
haft, das  Trio  wieder  melancholisch:  man  meint,  ein  Echo 
aus  dem  berühmten  Schiffsziehergesang  „Ei  uchneii"  zu  ver- 
nehmen, mit  welchem  die  russischen  Sänger  hier  so  Furore 
machten),  weiter  ein  edel  gesangvoUes,  sich  aber  mehr  und 
mehr  verflachendes  Andante,  endlich  ein  Finale,  wie  fast 
immer  bei  Rubinstein  der  schwächste' Satz,  trivial  in  Erfin- 
dung und  Ausführung,  dabei  zum  Theil  von  fast  abstossender 
Klangwirkung.  Es  ist  überhaupt  seltsam,  dass  das  5.  syna- 
phonische  Werk  eines  erfahrenen  Orchestercomponistea ,  wie 
feubinstein  doch  Einer  ist,  so  wenig  klingen  will.  Wir 
mussten  uns  erst  aus  dem  Concertzettel  überzeugen,  dass  wirk- 
lich unsere  ausgezeichneten  Philharmoniker  spielten,  so  spröde, 
grau  in  grau,  verschwommen  kam  das  Meiste  heraus.  Alles 
in  AUem  genommen  wäre  diese  seltsame  Symphonie,  die  sich 
freilich  erst  nach  öfterem  Hören  endgiltig  beurtheüen  Hesse, 
ohne  Beisein  des  Componisten  —  wie  wir  unser  Publicum  kennen 
—  rundweg  abgelehnt  worden.  Manches  darin  scheint  wirk- 
lich nur  für  russische  Ohren  gemacht,  da  aber  Rubinstein 
persönlich  dirigirte,  wurde  natürlich  pflichtschuldigst  applau- 
ttirt.  Bei  weitem  wärmer  wurde  die  Versammlung,  als  die 
2.  Nummer  des  Programms  begann:  ein  Clavierconcert  in 
Esdur,  das  wir  zuletzt  von  Rubinstein  am  16.  März  1876  an 
derselben  Stelle  gehört.  Kaum  hatte  er  die  Tasten  berührt, 
so  wusste  man  schon:  die  Kraft  des  sarmatischen  Löwen  ist  un- 
gebrochen und  man  hat  einmal  wieder  fascinirende  Ciavier- 
eindrücke zu  erwarten.  So  war  es  denn  auch:  Rubinstein 
hat  nie  grandioser,  feuriger  gespielt,  aber  auch  nur  ein  Instru- 
ment von  unverwüstlicher  Bonstruction ,  wie  der  von  ihm 
diesmal  benutzte  prächtige  Bösendorfer,  vermochte  einen 
solchen  erbarmungslosen  virtuosen  Ansturm,  als  er  in  den 
Ecksätzen  dieses  Clavierconcertes  über  es  erging,  ohne  Schaden 
zu  nehmen,  auszuhalten.  Als  Composition  ist  der  erste  Satz 
des  Rubinstein'schen  Es  dur-Concertes  nahezu  musiklos,  höch- 
stens interessiren  die  neuen  technischen  Combinationen  von 
kaum  je  dagewesener  Schwierigkeit.  Dem  theils  melancholisch 
weichen,  theils  phantastisch  schwärmenden  Andante  sind  eine 
gewisse  Innigkeit  und  poetische  Stimmung  nicht  abzusprechen, 
im  Finale  bricht  dann  wieder  die  ganze  Furie  des  wilden 
Sarmaten  los,  das  Stück  könnte  „Tarantella  ä  la  russe"  über- 
schrieben sein ,  Manches  reisst  unter  den  Meisterhänden  des 
Componisten  unwillkürlich  mit  sich  fort,  zuletzt  wird  man  des 
monotonen  Triolenrhythmus  und  athemraubenden  Wettrennens 
zwischen  Ciavier  und  Orchester  doch  vneder  müde.  Einen 
wohlthuenden  Gegensatz  hätten  die  nun  folgenden  entzückend 
gespielten  Solostücke  (Nocturne  —  Valse  —  Etüde  —  Melodie  etc.) 
gebildet,  wäre  nur  ihr  Gehalt  ein  Bischen  tiefer  gewesen. 
Aber  da  erhob  sich  kaum  Etwas  über  den  Standpunct  feinerer 
Salonmusik,  und  eine  Etüde  gehörte  einfeu^h  ins  Gebiet  bru- 
taler Tastenschlächterei.  Man  verzeihe,  wenn  wir  nach  Alle- 
dem für  die  derben,  drastischen  Effecte  der  Schlussnommier 
„Caprice  russe".  die  nach  stimmungsvollem  Anfang  wieder  alle 
Dämonen  des  Claviers  entfesselte,  während  das  Orcnester  ziem- 
lich roh  nachstürmte,  nicht  mehr  den  rechten  Sinn  hatten. 
Ob  es  dem  Publicum  auch  so  ging,  wissen  wir  nicht,  fectisch 
blieb  es  gegen  zehn  Minuten  compact  beisammen,  sicn  fast  die 
Här.de  zerschlagend,  um  Rubinstein  zu  der  obligaten  Zugabe 
zu  bewegen.  Dass  er  sich  endlich  erweichen  Hess  und  in 
seiner  bestrickendsten  Weise  drei  höchst  anziehende  Stücke 
Chopin's  spielte,  haben  wir  schon  oben  mitgetheilt. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig«  Zur  Feier  der  Anwesenheit  Sr.  Majestät  unseres 
hochverehrten  Königs  Albert,  dieses  hochedeln  Kunstfreundes 
und  -Förderers  im  schönsten  Sinne,  in  unserer  Stadt  fand  am 
Donnerstag  den  4.  Februar  im  Neuen  Gewandhaus  ein 
Fest  concert  statt,  das  sowohl  das  Oberhaupt  wie  verschie- 
dene andere  Mitglieder  des  königlichen  Hauses  mit  allerhöchst 
ihrer  Gegenwart  beehrten.  Das  Programm  umfasste  von 
Orchesterwerken  Weber's  „Oberen" -Ouvertüre,  die  Serenade 
No.  2,  Fdur,  von  Volkmann  und  Beethoven's  Adur-Svmpho- 
nie,    sowie  die  Gesang  vortrage  der  Frau  Cornelia  Schmitt- 


94 


Osänyi  ans  Sohwerm.  Um  mit  der  Besprecliimg  der  Letz- 
teren zu  beginnen  —  sie  bestanden  ans  aer  Arie  „AH.  per- 
fido"  von  Beethoven  (in  italienischer  Sprache  gesungen)  und 
drei  ungarischen  Nationalliedern  (in  ungarischer  Sprache  ge- 
sunken) — ,  so  gine  das  anspruchsvolle  Beethoven^sche  Gesangs- 
stück weit  üb«:  das  Können  der  Ausführenden  hinaus,  von 
packenden  dramatischen  Acoenten  war  ear  Nichts  zu  merken, 
und  da  überdies  noch  hinzukommt,  dass  die  stimmlichen  Mittel 
der  Dame  schon  arg  im  Verblühen  begriffen  sind,  so  musste 
man  unwillkürlich  hin^r  die  seitens  der  Gewandhausdirection 
bei  einem  so  besonderen  Anlass  getroffene  Wahl  ein  Frage- 
zeichen machen :  die  Volkslieder  sang  die  Künstlerin  in  ihrem 
einheimischen  Idiom,  von  Hm.  Prof.  Dr.  Beinecke,  wie  ge- 
wohnt, in  unübertrefflichster  Weise  begleitet,  recht  „raci£;*', 
ohne  aber  damit  höheres  Interesse  erregen  zu  können.  Von 
den  Orchesterstücken  wurde  die  Ouvertüre  sehr  schwungvoll 
und  die  Serenade  mit  feinster  Nuancirung  gespielt,  die  Sym- 
phonie technisch  bis  auf  die  im  Scherzo  ein  paar  Mal  sinkende 
Oboe]  vollendet,  was  die  geistige  Seite  d!er  Sache  anlangt, 
so  hatte  man  —  dieselbe  mit  einer  sehr  profiuien  verglichen  — 
manchmal  das  unbehagliche  Gteföhl  der  „Wassersuppe  ohne 
Salz**  oder,  da  es  vieUeicht  Jemand  übel  nehmen  könnte, 
wenn  man  ein  Beethoven'sches  Werk  mit  der  nüchternen 
Wassersuppe  in  Connex  brächte,  als  ob  etwa  Champagner  in 
Kaffeetassen  servirt  würde!  F.  B.  Pfau. 

Leipzig.  Dass  der  ausser^wöhnliche  Erfolg  i  den  der 
Pianist  Hr.  Moriz  Bosenthal  jüngst  im  Neuen  Gewandhans 
sich  errungen,  ein  stark  nachwirkender  gewesen,  lehrte  sehr 
deutlich  der  kolossale  Andrang  zu  dem  eignen  Concert,  wel- 
ches der  eminente  Künstler  kütz  darauf  im  Saale  des  Alten 
Gewandhauses  veranstaltete.  Er  hatte  für  dasselbe  folgendes 
Progranun  aufgestellt:  Asdur-Sonate  von  Weber,  „Oainaval" 
von  Schumann,  zwei  Moments  musicals  von  Schubert,  „Soiröede 
Vienne^  No.  8  von  Schubert-Liszt,  Desdur-Noctume  von  Cho- 
pin, eigen^  Studie  über  dessen  Des  dur- Walzer,  Chant-polonais 
von  Chopin-Liszt  und  „Hexamöron**  von  Liszt  u.  A.  m.,  wel- 
ches er,  durch  das  stürmische  Verlangen  des  Publicums  dazu 
bewogen,  durch  die  sogen.  Vöglein-Etude  und  das  Wiegenlied 
von  Henselt  und  seinen  „Wiener  Cameval**  ergänzte.  Was 
Hr.  Bosenthal  an  diesem  Abend  in  Bezug  auf  Technik,  Ton- 
modulation, Ausdauer  und  Kraft  geleistet,  grenzte  wieaemm 
ans  Wunderbare,  Unglaubliche;  namentlich  waren  es  seine 
beiden  eigenen  Arbeiten  mit  ihren  ebenso  wagehalsigen,  als 
geistvollen  und  witzigen  Combinationen  und  die  „Hezamöron**- 
Variationen,  die  ihm  in  gleicher  absoluter  Sicherheit  kein 
Zweiter  nachspielt.  Was  dieser  einzig  dastehenden  Virtuosität 
wieder  erst  cLLe  höhere,  künstlerische  Bedeutung  verschafile, 
war  der  Umstand,  dass  sie  nur  selten  aJs  Selbstzweck,  son- 
dern in  der  Hauptsache  blos  als  die  blendende  äussere  Schale 
erschien,  in  welcher  der  Künstler  die  Compositionen  darbot. 
So  wusste  der  Vortragende  gleich  mit  seiner  ersten  Pro^;ramm- 
nummer,  der  Weber'schen  Sonate,  trotz  aller  Brillanz  m  tech- 
nischer Beziehung  doch  mehr  noch  das  musikalische  Interesse 
für  dieselbe  wachzurufen,  um  darauf  in*  Schumann*s  ^Cama- 
val^  und  den  beiden  Schubert*schen  Moments  musicals  voll- 
e^tigste  Beweise  auch  für  tieferes  poetisches  Nachempfinden, 
das  man  ihm  von  gewissen  Seiten  so  gern  absprechen  möchte, 
zu  erbringen.  Gbrade  der  phantasi&-  und  poesievolle  Schu- 
mann'sche  „Camaval*'  erstand  unter  seinen  Händen,  mochte 
man  in  der  AuffassunK  einzelner  Figuren  und  Episoden  viel- 
leicht auch  abweichender  Meinung  sein,  zu  wiruich  packen- 
der, überall  individuell-bestimmter  Darstellung,  und  von  den 
Schubert^schen  Stücken  war  das  zweite  in  Fmoll  von  geradezu 
wundervoller  Delicatesse  im  Ausdruck.  Die  Zuhörerschaft 
zeigte  sich  auch  dieses  Mal  durch  die  phänomenalen  Leistun- 
gen des  Hm«  Bosenthal  in  höchstem  Grade  elektrisirt  und 
enthusiasmirt  und  machte  ihrer  Begeisterung  durch  lang- 
dauernde  und  mächtige  Beifedlssalven  Luft,  oie  konnte  sicn 
auch  dann  noch  nicht  beruhigen,  als  der  benutzte  ausgezeich- 
nete Blüther-Flügel  bereits  zu^;edeckt  worden  war,  sondern 
rief  den  Künstler  wohl  noch  em  halbes  Dutzend  Mal  auf  das 
Podium  zurück. 


S 


Dresden.  Am  28.,  26.  und  80.  Januar,  sowie  2.  Februar 
ing  im  k.  Hofopemhause  ~  wie  man  sagte,  auf  den  wieder- 
olt  geäusserten,  dringenden  Wunsch  der  eng|lisch-amerika- 
nischen  Colonie  hin  —  unter  Leitung  des  Mm.  General- 
musikdirector  Hofrath  Schuch  Wagner 's  „Nibelungen**- 
Trilogiein  Scene,  ein  Unternehmen,  das  von  ebenso  grossem 
äusseren  wie  ideellen  Eri[blge  begleitet  war,  d.h.  der  umfang- 


reiche Zuschauerraum  war  jedes  Mal  bis  auf  den  letzten  Platz 
gefüllt,  und  die  Wiedergabe  des  gigantischen  Werkes  mit 
seinen  an  alle  Ausführenden  die  höchsten  Anforderungen 
stellenden  Ansprüchen  war  in  fast  allen  Theilen  eine  hoch- 
vollendete. Wenn  wir  an  die  nähere  Besprechung  der  »Sieg- 
fried^- und  „Götterdämmerung**-Auäührungen,  die  hier 
speciell  in  Betracht  gezogen  werden  sollen,  herantreten,  so 
muss  zunächst  der  meisterhaften  Leistung  des  rühmlich  be- 
kannten Orchesters  gedacht  werden,  das  unter  Schuoh's 
sicherer,  zielbewusster  und  befeuernder  Leitung  mit  voller 
Hingabe  an  die  herrliche  Aufgabe,  mit,  was  die  technische 
Seite  der  Sache  anlangt,  bewunderungswürdiger  Präcision 
und  mit  einer  geistigen  Vertiefung  und  absoluten  Klarheit 
spielte,  die  ihres  Gleichen  sucht:  man  genirt  sich,  irgend  Et- 
was besonders  hervorzuheben,  da  man  dadurch  in  den  Ver- 
dacht kommen  könnte,  auf  ein  Anderes,  als  minder  gut,  einen 
Schatten  werfen  zu  wollen,  und  so  sei  denn  nur  in  Kürze 
gesagt,  dass  die  Holzbläser  von  entzückender  Feinheit  und 
EQangschönheit  waren,  dass  das  zweite  Hömerquartett  und 
die  Tuben  —  sonst  ja  oft  die  Schmerzenskinder  der  „Nibelun- 
gen"-Aufführungen  —  sich  durch  edle  Tongebung  und,  was 
nicht  minder  anerkennenswertb,  löbliche  Discretion  auszeich- 
neten, ja  dass  sogar  der  am  meisten  geförchteten  Basstrom- 
pete mst  Alles  glückte!  Wenn  nun  nicht  Alles  so  klang,  wie 
man  es  ^wünsont  und  schliesslich  erwartet  hätte,  wenn  in 
den  Tutti-Stellen  die  Streicher  von  den  Bläsern  meist  gedeckt 
wurden,  und  wenn  z.  B.  im  Vorspiel  zum  „Siegfried"  die 
Contrabasstuba  —  wenigstens  vom  Parquet  aus  gehört  — 
etwas  zu  stark  hervortrat,  so  ist  daraus  den  Ausführenden 
kein  Vorwurf  zu  machen,  sondern  es  erklärt  sich  dies  ledig- 
lich aus  der  zu  hohen  Lage  des  Orchesters  und  aus  der  mangel- 
haften Akustik  des  Dresdener  Hoftheaters  überhaupt.  Ein 
besonderes  Wort  der  Anerkennung  verdient  es  noch,  dass  Hr. 
Gbneralmusikdirector  Schuch  sich  dieses  Mal  von  seiner  sonst 
bekannten  Vorliebe  für  allzu  beschleunigte  Tempi  fast  ganz 
emancipirte,  allenfialls  hätten  wir  im  „iSegfried"  den  ersten 
Eintritt  des  Wanderer-Themas,  sowie  —  in  Hinsicht  auf  seine 
spätere  Bedeutung  —  des  herrlichen  Themas  in  der  Erda- 
Scene  des  dritten  Aufzuges: 


A.   .      A 


m 


te=£ 


*^E 


I 


etwas  langsamer  und  infolgedessen  nachdrucksvoller  gewünscht, 
auch  für  den  wundervollen  Gesang  der  BrtUmhilde:  „Ewig  war 
ich,  ewig  bin  ich"  etc.  wäre  ein  noch  etwas  massigeres  Zeit- 
maass  vortheilhafter  gewesen :  in  der  „Götterdämmerung**  er- 
schien mir  nur  die  Stelle  in  dem  grossen  Schlussgesang  der 
Brünnhilde  von  den  Worten:  „Grane,  mein  Boss,  sei  mir  ge- 
grüsst**  an  bis  zu  deren  Abgang  etwas  überhetzt,  wunderbar 
und  geradezu  ergreifend  wirkte  am  Ende  der  Einsatz  des 
Walhall-Motivs  und  die  Durchführung  desselben:  das  war 
meisterhaft  heraui^gearbeitet!  Erwähnt  sei  noch,  dass  das 
Wald  weben  so  schön,  so  zart  und  fein  empfunden  gespielt 
worden  ist,  wie  man  es  selten  gehört  hat. 

Nach  diesen  Allgemeinbetrachtungen  ist  es  unsere  Auf- 
gabe, dem  Leser  über  die  solistischen  Leistungen  ein  Bild  zu 
S)ben,  und  erfreulicher  Weise  werden  wir  auch  hier  fast  nur 
Utes  zu  sagen  haben.  Allen  Anderen  voran  ist  die  Brünn- 
hilde des  Fn.  Malten  zu  nennen:  ja,  das  war  es,  wie  man 
es  sich  vorstellt,  „des  Meisters  liebstes  Kind**  vom  Scheitel 
bis  Tur  Sohle,  eine  so  vollkommene,  in  jeder  Beziehung  durch- 


96 


dachte,  wahr  und  edel  nachempfundene  und  infolgedessen 
auch  ein&u^h  erschütternde  und  mitfortreissende  Leistung,  wie 
man  sie  nur  ganz  selten  findet,  und  wie  sie  nur  eine  so  gott- 
begnadete,  geniale  Künstlerin  wie  eine  Malten  bringen  luinn. 
Wenn  ihre  Stimme  im  Laufe  der  Zeit  an  Weichneit  und 
Schmelz  —  eine  leider  nicht  wegzuleugnende  Thatsache  — 
verloren,  so  hat  ihre  Darstellung  an  Tiefe  und  TJeberzeugungs- 
krafb  gewonnen,  alle  Phasen  und  Wandlungen,  die  sie  durchzu- 
machen hat,  gelanp;en  meisterlich  —  erst  der  himmelanstre- 
bende Jubel  und  die  schrankenlose  Liebesseligkeit,  dann  der 
gewaltige,  unheilschwangere  Zorn  des  betrogenen  Weibes, 
schliessuch  das  „blühende  Leid",  die  tiefergreifende  Trauer 
um  den  geliebten  Helden.  Den  Siegfried  sanfi^  ebenfalls  an 
beiden  Abenden  Hr.  Gudehus  als  Glast,  er,  der  früher  der 
Liebling  des  Dresdener  Publicums  war  und  bei  dieser  Gelegen- 
heit nicht  minder  gefeiert  wurde,  als  Frl.  Malten.  Er  decla- 
mirte  wieder,  wie  man  das  von  ihm  nicht  anders  gewöhnt, 
ausgezeichnet,  seine  Phrasirung  war  mustergiltig,  die  Dar- 
stellung war  überall  roUengereät  und  erhob  sich  so^r  zum 
Schluss  über  das  Niveau  dessen,  was  man  von  ihm  in  dieser 
Beziehung  sonst  gewöhnt  war,  aber  die  Stimme  hat  doch  in 
den  letzten  Jahren  sehr  verloren  und  ist  keinesfalls  mehr  das. 
was  sie  war:  Hr.  Gudehus  scheint  Übrigens  selbst  sehr  wohl 
zu  empfinden,  dasser  nicht  mehr  so  kann,  wie  er  will,  denn 
er  schonte  sich  zu  Anfang  immer  in  recht  auffälliger  Weise, 
konnte  allerdin^  infol^aessen  beide  Male  zum  Schluss  hin 
noch  grosse  Enecte  erzielen,  so  mit  der  überaus  glücklichen 
Wiedergabe  der  Erzählung:  .Mime  war  ein  mürrischer  Zwerg" 
etc.  im  letzten  Aufzug  der  „Götterdämmerung".  Als  Alberich 
bewährte  sich  Hr.  Jensen  au&  Beste,  ein  ganz  ausgezeich- 
neter Mime  war  Hr.  Hofmüller,  was  Hr.  Perron  in  der 
Partie  des  Wanderers  leistet,  ist  längst  bekannt  und  aner- 
kannt, weniger  emp&hlen  sich  Frl.  Beuther  als  Gutrune  und 
Hr.  Schrauff  ak  Günther,  für  Hrn.  Decarli  (Hagen)  müsste 
eine  jüngere  Ejraft  eintreten,  denn  von  ihm  kann  man  nur 
noch  sagen:  „Es  war  einmal!"  Eine  ganz  vorzügliche  Wal- 
traute  war  Frl.  von  Chavanne,  sie  gab  ihre  grosse  Erzäh- 
lung plastisch  meisterhaft  gegliedert  wieder  und  machte  sich 
überdies  noch  neben  Frl.  Friedmann  (Woglinde)  und  Frl. 
Hummel  (Wellgunde)  als  Flosshilde  um  die  vortreffliche 
Ausführung  des  Kheintöchter-Terzetts  verdient. 

Im  Hinblick  auf  den  so  überaus  reichen  kikistlerischen 
Erfolg  dieser  letzton  Dresdener  „Nibelungen^-Aufführungen 
ist  es  nun  um  so  bedauerlicher,  dass  in  den  vollschäumenden 
Becher  der  Freude  doch  noch  ein  Wermuthstronfen,  und  zwar 
noch  dazu  ein  recht  bitterer,  fallen  musste:  ich  meine  einen 
Strich,  den  dieTrilogie  erfahren  hat,  —  übrigens  nicht  nur 
dieses  Mal,  den  sie  im  Gegentheil  in  Dresden  stets  erfährt, 
sodass  man  das  bekannte  „usus  tyrannus"  in  des  Worts  ver- 
wegenster Bedeutung  aussprechen  Icann :  es  ist  dies  der  Strich 
der  Nornenscene.  Unoedeutende  Auslassungen,  wie  z.  B. 
die  in  dem  Vorspiel  zum  zweiten  Au&uge  des  ^Siegfried"  etc. 
lässt  man  sich  ja  noch  gefsillen,  —  aber  dass  man  gerade  die 
Nornenscene,  die  eine  ganze  Welt  ftlr  sich  bedeutet,  die  mit 
ihrem  düsteren,  unheilsäwangeren,  beinahe  heimliches  Grauen 
erweckenden  Colorit  erst  den  rechten  Contrast  zu  dem  darauf- 
folgenden lichtvollen  Duett  zwischen  Siegfried  und  Briüin- 
hilde  bildet,  streichen  kann,  das  kommt  uns  beinahe  unbe- 
greiflich vor!  Jedenfalls  ist  daraus  der  sehr  einfache  Schluss 
zu  ziehen,  dass  Hj.  Schuch  dem  Publicum  Goncessionen  macht 
—  das  Publicum  will  die  Nornenscene  nicht,  also  lässt  er  sie 
weg !  Wir  bedauern,  ein  solches  Verfahren  schlechterdings  als 
unkünstlerisch  bezeichnen  zu  müssen,  denn  anders ^ann 
man  es  in  der  That  nicht  nennen,  wenn  man  so  und  so  vielen 
dummköpfigen  Schreiern  zu  Liebe  ernsten  und  wahrhaften 
Kunstfreunden,  ganz  abgesehen  von  den  Fachmusikem,  den 
vollen  Genuss  verdirbt.  Wir  bemerken  zum  Schluss  noch 
ausdrücklich,  dass  wir  bei  weiteren  Dresdener  Wa^er- Auf- 
führungen immer  für  solche  und  ähnliche  Dinge  em  offenes 
Auge   haben  und  mit  vollständiger  Bücksichtäosigkeit  vor- 

fehen  werden,  denn  wenn  gerade  die  Oberleitung  einer  Bühne, 
ie  dazu  prädestinirt  erscheint,  die  betreffenden  Werke  in 
vollendetster  Weise  wiederzugeben,  sich  solche  Unterlassungs- 
sünden zu  Schulden  kommen  lässt,  so  ist  das  doppelt  rügens- 
werther,  als  wo  anders!  —  F.  K.  Pfau. 

Weimar.  Dass  in  unserer  blasirten  Zeit  eine  ganze 
Stadt,  wenn  auch  nur  eine  kleine  Eesidenz,  noch  in  eine  ge- 
wisse künstlerische  Erregung  gerathen  kann,  —  hier  haben  wir 
66  jüngst  erlebt:  zuerst  bei  3^ri6tan  und  Isolde**,  über  dessen 
Auferstehung  ich  Ihnen  bereits  berichtet  habe  und  über  dessen 


noch  gelungenere  Wiederholung  ich  nachtragen  möchte,  dass 
Hr.  Zell  er  bis  zum  Schlüsse  im  Vollbesitz  seiner  schönen 
Mittel  blieb,  und  dass  den  Kurwenal  Hr.  Rud.  von  Milde 
vortrefflich  durchführte,  obgleich  er  die  schwierige  Partie 
ganz  unvorbereitet  übernommen  hatte.  Noch  höher  aber 
gingen  die  Wogen  der  Erregung  bei  Hrn.  Alvary's  GastspieL 
Als  lyrischer  Tenor,  noch  stark  im  Anfllngerhaften  befEuigen, 
ist  er  vor  wenigen  Jahren  aus  dem  hiesigen  Engagement,  dasSein 
erstes  war,  geschieden, — als  Heldentenor  mit  stark  ausgeprägter 
Eigenart  und  weit  verbreitetem  Ruf  ist  er  wiedergekehrt.  Da 
Jeder  die  Wandlung,  die  sich  an  ihm  vollzogen,  selbst  wahr- 
nehmen wollte,  so  ist  der  Andrang  zum  „Tannhäuser**  und  zu 
den  „Meistersingern**  ein  ungeheurer  gewesen ;  nicht  geringer 
aber  der  Enthusiasmus,  nicht  geringer  die  Auszeichnungen, 
die  dem  Künstler  in  Lorbeerspenden  und  unzähligen  Hervor- 
rufen geworden.  Ein  solcher  Stolz,  eine  solche  Begeisterung 
steht  dem  Publicum  gut,  wenn  auch  Unbe&ngene,  die  dann 
freilich  zu  den  Seltenheiten  gehören,  sich  sagen  müssen,  dass 
die  einheimischen  Künstler  in  ihrer  Weise  doch  auch  Vor- 
treffliches leisten  und  im  rein  Gesanglichen  vielfeu^h  vorzu- 
ziehen sind.  Hr.  Alvary  nämlich  hat  das  Lyrische  mehr,  als 
gut  ist,  abgestreift:  ein  weicher  Tonsatz  una  schön  gefänrte 
Cantilenen  liegen  ihm  ^etzt  fern;  hell  und  fest,  wie  schwer- 
flüssiges Erz,  klingt  die  Stimme,  der  Hauptvorzug  des  Ge- 
sanges ist  der  scharfe  Ausdruck  des  Sprachlichen,  weit  her- 
vorragender ist  Hm.  AI  Vary  *s  Spiel,  weil  es  bis  zum  Vir- 
tuosenhaften durchgebildet  und  dabei  doch  von  höchster 
Ei^nart  ist.  Ueber  den  Tannhäuser  haben  Sie  bei  (Gelegen- 
heit der  Bayreuther  Aufführungen  bereits  berichtet,  unbe- 
kannter aber  und  doch  nicht  minder  interessant  ist  sein 
Walther  Stolzing  in  den  „Meistersingern**,  dessen  Eigenart 
darin  besteht,  dass  Hr.  Alvary  hier  den  Kothurn  der  Tragödie 

fbnz  beiseite  lässt  und  sich  dem  Rahmen  der  musikalischen 
omödie  auf  das  Natürlichste  einfügt.  Als  schlichter  Junker, 
dem  man  die  ländliche  Befangenheit  sogar  deutlich  anmerkt, 
tritt  er  in  eine  ihm  fremde  Welt.  Der  familiäre  Ton  des  ge- 
schwätzigen Lehrbuben  verletzt,  das  philiströse  Gebahren  der 
Meister  befremdet  ihn:  der  Unmuth  über  alles  Kleinliche  ver- 
fliegt aber  stets  sehr  rasch,  da  seine  vornehmere  Natur  ge- 
rade wie  diejenige  Sachsens)  mit  gutem  Humor  sich  darüber 
zu  erheben  vermag.  Die  Bosheit  Beckmesser^s  freilich,  die  die 
rasch  erwachte  Liebe  zu  Eva  ernstlich  bedroht,  ruft  seine 
helle  Empörung  wach,  und  ^anz  verflogen  list  diese  erst  in 
der  traulichen  Zwiesprache  mit  Sachs,  in  der  dem  freundlich 
gelehrigen  Schüler  die  Deutweise  seines  Mor^ntraumes  wie 
unwillkürlich  auf  die  Lippen  kommt.  Gerade  in  der  Schlicht- 
heit und  Natürlichkeit  der  Darstellung  offenbarte  sich  ein 
höchst  bedeutendes  schauspielerisches  Talent,  dem  einzelne 
Missgriffe  zu  Gute  gehalten  werden  mögen.  Es  bleibt  freilich 
zu  bedauern,  dass  die  gesangliche  Leistung  nicht  auf  derselben 
Höhe  stand,  und  auch  dass  unsere  sonst  vollständige  „Meister- 
singer**-Aufführung,  die  sich  wahrlich  mit  Ehren  sehen  lassen 
kann,  dem  Geiste  zu  Liebe  stark  gekürzt  werden  musste.  Ein 

frosses  Verdienst  des  Hrn.  Alvary  ist  es  aber,  dass  er  mit 
er  Tradition  gebrochen  hat,  die  den  Walther  mit  „Würd 
und  Hoheit**  an^ethan  sein  lässt;  seine  schlichte  und  naive 
Auffassung  scheint  mir  eine  weit  grössere  Berechtigung  zu 
haben,  und  gerade  dieser  Umstand  mag  die  Ausführlichkeit 
meines  Bericntes  entschuldigen.  ** 

Concertumschau. 

Aachen.  1. — 8.  Versammlung  des  Instrumental  Vereins 
(Schwickerath):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  6)  u.  Haydn 
(Cdur),  „L'Arl6sienne**  v.  Bizet,  „Meistersinger** -Vorspiel  v. 
Wagner,  Ouvertüren  v.  Goldmark  („Sakuntala**)  u.  A.,  En- 
tr*acte  a.  „La  Colombe**  v.  Gounod,  Balletmusik  a.  „Fera- 
mors**  V.  Rubinstein,  Menuett  v.  Boccherini,  Marsch  von 
Schubert-Liszt,  Gtesangvorträge  der  Frau  Wirth  („Von  ewiger 
Liebe**  u.  „Ständchen"  v.  Brahms,  „Die  todte  Nachtigall"  v. 
Liszt,  „Bei  der  Trösterin"  v.  Bungert,  „Du  rothe!^>se"  v. 
Lessmann  u.  „Die  Bekehrte"  v.  Stange)  u.  des  Hrn. West- 
berg (Clav.,  Seren,  v.  Gounod).  —  4.  Stadt.  Abonn.-Conc. 
(Schwickerath):  „L*Arl6sieime"  v.  Bizet,  Ouvertüren  v.  We- 
ber u.  Goldmark  („Sakuntala"),  Kaiser-Mcursch  v. Wagner, 
„Das  Glück  von  Edenhall"  f.  Chor  u.  Orch.  v.  E.  Humper- 
dinck,  Violinvorträge  des  Hrn.  Prof.  Heermann  a.  Frank- 
furt a.  M.  (Conc.  v.  Brahms  etc.). 

Angers.  Aboim.-Concerte  der  Assocat.  artist  (Frömaux): 
No.  II.    6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Weber  (Ju- 


96 


bei-)  u.  Mendelssohn  („Heimkehr  aus  der  Fremde"),  Suite  aus 
„L^Enfant  prodigue**,  „Au  Bord  du  Danube"  und  Gigue  von 
A.  Worms  er  (unter  Leit.  des  Comp.).  No.  12.  „Le  Rouet 
d'Omphale"  v.  Saint-Saöns,  „ZauDerflÖten**-Ouvert.  v.  Mo- 
zart, S6r6n.  hongr.  V.  V.  Jonciöres,  Marsch  a.  „Tannhäuser" 
V.  Wagner,  Requiem  f.  drei  Violoncelle  v.  D.Popper  (Frl. 
Baude  u.  die  HH.  Delsart  u.  Fr6maux),  Violoncellvorträge  des 
Frl.  Baude  (Conc.  v.  Schumann,  Romanze  v.  G.  Faurö  und 
„Fileuse"  v.  Popper). 

Baden-Baden.  Soir6e  f.  Kammermusik  der  HH.  Bletzer, 
Bienert,  Pageis  u.  Wamke  am  11.  Jan.:  Streichquartette  v. 
J.  Rosenhain  (Gdur)  u.  Beethoven  (Op. 59,  No. 3).  — Soli sten- 
conc.  des  städt.  Curorch.  (Krasseltsen.)am  22.Jan.:  Orchester- 
suite a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  „Ruy  Blas"-Ouvert.  v.  Men- 
delssohn, Nordischer  Hochzeitsreigen  f.  Orch.  v.  C.  Rübner, 
3.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volkmann  (oblig.  Violonc:  Hr. 
Warnke),  Festmarsch  v.  Lassen,  Türkischer  Alarsch  v.  Mozart, 
Fdur-Violinromanze  v.  Beethoven  (Hr.  Bletzer).  —  5.  Abonn.- 
Conc.  desselben  Orch.:  „Friedensfeier"-Festouvert.  von  Rei- 
necke, Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  Solovorträge  der  Erau 
Sanderson  (Ges.,  -Arie  a.  „Samson  und  Dalila"  v.  Saint-Saens, 
Lieder  v.  Schumann,  P.  zu  Eulenburg  [„Die  grünen  Blätter"] 
u.  E.  d' Albert  [„Zur  Drossel  sprach  der  Fink"])  u.  derHH. 
Pfeiffer  (Clav.,  Deutsche  Militärpnant.  m.  Orch.  eig.  Comp.)  u. 
Gregorowitsch  (Viol.,  2.  Conc.  v.Wieniawski,  Barcarofie  v. 
Ondriöek  u.  Zigeunerweisen  v.  Sarasate).  —  Symph.-Conc. 
desselben  Orch.  am  29.  Jan.:  1.  Symph.  v.  Schumann,  3.  Satz 
a.  der  4.  Symph.  v.  Tschai kowsky,  Ouvert.  zu  „Richard  III." 
V.  Volkmann,  Stücke  f.  Streichorch.  v.  Schumann  („Träu- 
merei") u.  Haydn  (Seren.). 

Bingen.  Am  22.  Jan.  Auffuhr,  v.  Schumann's  „Das  Pa- 
radies und  die  Peri"  durch  den  Caecilien-Ver.  (Louwerse)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Wittenhaus  a.  Rheidt  und  der  HH. 
Doerter  a.  Mainz  u.  Walti  a.  Lengfeld. 

Boston.  Concerte  des  Boston  Philharm.  Orch .  (Listemann) : 
No.  8.  „Danse  macabre"  v.  Saint-Saens,  Orchesterepisode 
„Csurneval  in  Paris"  v.  J.  S.  Svendsen,  Ouvert.  zu  ^^Komeo 
und  Julie"  v.  Raff,  Schlummerlied  f.  Streichorch.  v.  H.  Hof- 
mann, Menuett  f.  do.  v.  Delahaye,  Solo  vortrage  der  Frau 
Hopekirk  (Clav.,  Gdur-Conc.  v.  Rubinstein)  und  des  Hm. 
Webber  (Ges.,  Lieder  v.  H.  Hofmann,  C.  F.  Webber  und 
Ehlert).  No.  4.  Orch.-Phant.  „Francesca  da  Rimini"  von 
P.  Tschai  kowsky,  Praeludium  zu  „Oedipus  Tyrannus"  v. 
J.  C.  Paine,  Introd.  zu  „Le  D61uge"  v.  Saint-Saöns,  Solo- 
vorträge der  HH.  Clifford  (Ges.)  u.  Burmeister  (Clav.,  Esdur- 
Conc.  V.  Beethoven).  —  Concerte  des  Boston  Symph.-Orch. 
(Nikisch):  No.  11.  2.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvert.  „Der  ge- 
fesselte Prometheus"  v.  dfoldmark,  Entr'acte  a.  „Rosamunde" 
V.  Schubert,  Conc.  f.  Viol.  u.  Bratsche  v.  Mozart  (HH.  Loeff- 
1er  u.  Kneisel).  No.  12.  Hmoll-Symph.  v,  Schubert,  „Man- 
fred"-Mu8ik  v.  Schumann  (Solisten:  Frauen  Nikisch  u.Wyman 
u.  HH.  Heinrich,  Meyn,  Lamson,  Sargent  u.  Hay).  —  2.  Pianof. 
Rec.  des  Hm.  Mac-Do  well  m.  Compositionen  von  Beethoven 
(Son.  Op.  27,  No.  2),  Mac-Dowell  („Winter",  „Der  Bach", 
„Mondlicht",  Czardas,  „Idylle"  u.  Presto),  Alkan,  Stcjierbat- 
cheff  („Bluette",  Seren,  u.  Rondo  pantom.),  Chopin  u.  Saint- 
Saöns  (Etüde- Valse). 

Chris tlanla.  4.  Conc.  des  Musikver.  (Holter):  7.  Symph. 
V.  Beethoven,  Ouvert.  zum  „Fliegenden  Holländer"  v.Wagner, 
DmoU-Clavierconc.  v.  Rubinstein  (Frau  Nissen). 

Cref eld.  4.  Abonn.-Conc.  der  Concertgesellschaft  (Grüters) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frauen  Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe 
u.  Craemer-Schlegel  a,  Düsseldorf  u.  der  HH.  Horemann  a. 
Frankfurt  a.  M.  u.  Staudigl  a.  Berlin:  „ Acis  und  Galathea"  v. 
Händel,  „Magnificat"  v.  8.  Bach. 

Demmln.  21.  Conc.  des  Concertver.,  ausgef.  vom  Sänger- 
paar Schmidt(-Köhne)  u.  dem  Pianisten  Hrn.  Berger  a.  Berlin: 
Vocalduette  v.  Händel,  W.  Berger  (^Hans  und  Grethe")  u. 
Boieldieu,  Soli  f.  Ges.  v.  Brahms  („Die  Mainacht"),  W ein- 
gar tner  („Lied  des  Hunold  Singuf"),  Cornelius  („Komm, 
wir  wandein  zusammen"),  W.  Berger  („Sonnige  Stunde"  u. 
„Lied  des  Corsaren"),  Kienzl  („Immer  leiser"),  L  es  mann 
(„Lurley"),  Stange  („Tandaradei")  u.  A.  u.  f.  Clav.  v.  Cho- 
pin, Godard  (Mazurka)  u.  W.  Berger  (Barcarole  und 
„Arabeske"). 

Genf.  7.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  (W.  Rehberg): 
Waldsymph.  v.  Raff,  „Meistersinger" -Vorspiel  v.  Wagner, 
Rhaps.  Espana  v.Chabrier,  Air  a.  der  Ddur-Suite  f.  Streich- 
instrumente V.  S.  Bach,  Gesangvorträge  des  Frl.  Montalant  a. 
Paris  (Arie  v.  Gluck,  „Villanelle"  v.  Berlioz  u.  „Myrto"  v. 
Delibes). 


Gotha.  4.  Vereinsconc.  der  Liedertafel:  Männerchöre  v. 
Lachner,  Rabich  („Hüte  dich,  Jungfräulein")  u.  Möhring 
(„Im  Krug  zum  grünen  Kranze"),  Solovorträge  des  Frl.  Münch 
a.*Leipzig  (G^s.,  Weihnachtslied  „Die  Hirten"  v.  Cornelius, 
„Schön  Blümelein"  v.  Reinecke,  „Meine  Liebe  ist  grün", 
„Ständchen"  u.  Wiegenlied  v.  Brahms.  „Vöglein"  v.  Sitt, 
„Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d^Aloert  etc.)  u.  des  Hm. 
Mehmel  a.  Darmstadt  (Viol.,  Introd.  u.  Rondo  v.  Saint-Sa3ns, 
Polen.  V.  Wieniawski  etc.). 

Halle  a.  S .  Conc.  der  Neuen  Singakad.  (Voretzsch)  am  21 .  Jan : 
9.  Symph.  v.  Beethoven.  „Der  Königssohn"  f.  Soli,  Chor  u. 
Orch.  V.  Schumann,  Offertorium  f.  Solo,  Chor  und  Orch.  v. 
Schubert.  (Solisten:  Frauen  Schmidt-Köhne  a.  Berlin  und 
Metzler-Löwy  a.  Leipzig  u.  HH.  Grahl  a.  Berlin  und  Jensen 
a.  Dresden.) 

Jena.  5.  Akad.  Conc.  (Prof.  Dr.  Naumann)  unt.  Mitwirk, 
der  Sängerin  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  u.  der  Pianisten  HH. 
Fazer  a.  Helsingfors  und  Halsted  a.  Blackburne:  „Wander- 
bilder" f.  Orch.  V.  L.  Machts,  „Coriolan" -Ouvert.  v.  Beetho- 
ven, (Kompositionen  f.  zwei  Claviere  v.  Mozart  (Esdur-Conc), 
Ed.  Schutt  (Variat.)  u.  E.  Ch ab ri er  (Span.  Rhaps.),  Gesang- 
soli V.  H.  Goetz  (Arie  „Die  Kraft  versagt"),  Grrieg  („Aut 
einer  Primula  veris"),  W.  Berger  („Ach,  wer  das  doch  könnte"), 
Liszt  („Wieder  möcht  ich  dir  begegnen"),  Harthan  (Wie- 
genlied) u.  A. 

Klagenfurt.  Conc.  des  Männergesangver.  (Weidt)  am 
24.  Jan.:  „Lob  der  Freundschaft"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Clav. 
V.  Mozart,  „Ständchen"  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Clav,  von 
Schubert,  „Waldharfen"  f.  Männerchor  m.  Tenorsolo  u.  Clav. 
V.  Edw.  Schultz,  Männerchöre  a  cap.  v.  Mozart,  Schumann 
u.  Kremser  („Im  Winter",  m.  Soloquart.),  Solo  vortrage  der 
Frau  Bouvier  („Von  ewiger  Liebe"  v.  Brahms  etc.).  (Zwei 
uns  vorliegende  Berichte  sind  einstimmig  im  Lob  der  vor- 
züglichen Chor-  und  übrigen  Leistungen.) 

Laibach.  3.  Kammermusikabend  der  Philharm.  Gesell- 
schaft: Cdur-Streichquint.  v.  Beethoven,  GmoU-Streichquart. 
V.  Schubert,  Fdur-Claviertrio  v.  Schumann.  (Ausführende: 
HH.  Zöhrer  [Clav.],  Gerstner,  v.  Ragenfeld,  Moravec,  Till  u. 
Lasner  [Streicher].) 

Leipzig.  6.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaus: 
Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  18,  No.  3),  Haydn  (DmoU) 
u.  Brahms  (AmoU).  (Ausftihrende:  HH.  PriU,  v.  Dameck, 
Unkenstein  u.  Wille).  —  15.  Abonn.-Conc.  ebendaselbst  (Sitt): 
8.  Symphonie  v.  Beethoven,  Solovorträge  des  Frl.  Joachim  a. 
Elberfeld  (Ges.)  u.  des  Hrn.  Prof.  Joachim  a.  Berlin  (Viol., 
3.  Conc.  V.  Bruch  etc.).  —  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Rosen- 
thal im  Alten  Gewandhaus  am  12.  Febr.  m.  Compositionen  v. 
Weber  (Asdur-Sonate),  Schumann  („Camaval"),  Chopin-Rosen- 
thal (Des  dur- Walzer),  H  e  n  s  e  1 1  (Vöglein-Etude  u .Wiegenlied), 
Liszt  u.  A.  m.  („Hexam6ron"),  Rosenthal  (Phantasie  Über 
Strauss^sche  Themen)  u.  A.  —  5.  Akad.  Orchesterconc.  (Prof. 
Dr.  Kretzschmar):  Esdur-Symph.  v.  Borodin,  Seines  po6ti- 
ques  V.  Godard,  Ouvert.  „Le  Caniaval  romain"  v.  Berlioz, 

1.  Slav.  Rhaps.  v.  A.  Dvof&k.  Ciaviervorträge  der  Frau 
Kretzschmar  (1.  Satz  des  Dmoll-Conc.  v.  Rubinstein  [Jankö- 
Claviatur]  u.  GmoU-Conc.  v.  Saint- Saöns  (alte  Claviatur]). 
—  Abendunterhaltungen  im  k.  Conservat.  der  Musik:  22.  Jan. 
Sonate  f.  Violonc.  u.  Org.,  2.  u.  1.  Satz,  v.  0.  Wermann  =HH. 
Braun  a.  Lenzburg  u.  Gerhardt  a.  Leipzig;  Cdur-Streichquint. 
V.  Beethoven  z=:  HH.  Zimmermann  a.  Groningen,  Schochardt  a. 
Merseburg,  Schäfer  a.  Wiesbaden,  Barchewitz  a.  Schweidnitz 
u.  Hammig  a.  Leipzig,  Arie  „Neue  Freuden"  von  Mozart  = 
Frau  Boscn  a.  Los  Angeles  (Amerika),  2.  Clavierconcert  von 
Jadassohn  =  Hr.  Klamroth  a.  Eisenach,  Arie  „Frühlings- 
lüfte" V.  Mozart  =  Frl.  Friedel  a.  Osterfeld,  Ddur  Clavier- 
conc.  V.  Mozart  =  Hr.  Turner  a.  London.  29.  Jan.  Esdur- 
Orgelsonate  v.  Rheinberger=:  Hr.  Beyer  a.  Rastenburg, 
Hmoll-Quart.  f.  Soloviol.,  Viol.,  Bratsche  u.  Violonc.  v.  Spohr, 
Soloviol.  1.  Satz  =  Hr.  Korb  a.  Platten  (Böhmen),  2.  Satz  = 
Hr.  Lauboeck  a.  Wunsiedel,  die  übrigen  Instrumente  =  HH. 
Richter  a.  Paunsdorf,  Rudolph  a.  Diethensdorf  u.  Haagmans 
a.  Rotterdam,  Rec.  u.  And.  a.  der  Clav.-Violason.  v.  Rubin- 
stein ==  HH.  Goldfarb  a.  Stargard  u.  Sattler  a.  Bockwa  i.  S., 
Gdur-Clavierconc.  v.  Beethoven  =  Frl.  Doane  a.  Brooklyn, 
Ciaviersoli  v.  Chopin  (Asdur-Polon.)  u.  Liszt  (Taran teile  aus 
„Venezia  e  Napoli")  =  Hr.   Lockwood    a.    Troy   (Amerika). 

2.  Febr.  Hmoll-ViolonceUconc,  1.  Satz,  v.  Romberg  =:  Hr. 
Bramsen  a.  Copenhagen ,  zwei  Lieder  v.  Schubert  =:  Hr. 
Müller  a.  Crimmitschau,  A moll- Vi oloncellcon c.  v.  Volkmann 
=  Hr.  Braun,  Clav.-Clarinettenson.,  1.  Satz,  v.  Draeseke  = 
HH.  Löschen  a.  Zwischenahn  u.  Dougherty  a.  Winona,  Phau- 


91 


tasiestücke  f.  Clav.,  Viol.  u.  Violoncell  v.  Schumann  =  Frl. 
Burbage  a.  Washington  u.  HH.  Wille  a.  Greiz  und  Barth  a. 
Weimar,  „Hugenotten* -Phant.  f.  Fl.  u.  Clav.  v.  Walkirs  =: 
HH.  Kraemer  a.  Köstritz  u.  Freitag  a.  Dresden,  Clav.-Yiolin- 
son.  Op.  12,  No.  1,  V.  Beethoven  =  Frl.  Wainlud  a.Wilna  u. 
Hr.  Korb. 

London.  2.  Ooncert  des  Hm.  Dannreuther  (Clav.)  unter 
Mitwirk,  des  Frl.  Williams  (Ges.)  u.  der  HH.  Gibson,  Elreuz  u. 
Ould  ('Streicher):  Ciaviertrios  v.  J.  Brahms  (Op.  8  in  neuer 
Ausgabe)  u.  Schumann  (Op.  63),  Frühlingsphant.  f.  Viol.  und 
Clav.  V.  E.  Kreuz,  Soli  f.  Ges.  v.  Dvoi^K  („Mein  Herz  ist 
traurig"),  Brahms  („Verzagen ")  u.  Grieg(„ Die Prinzessi n" , 
„Mit  einer  Primula  veris"  u.  „Wald Wanderung")  u.  f.  Clav.  v. 
Schumann  (FmoU-Son.). 

Luzern.  2. Abonn.-Conc. (Frischen):  2. Symph.v. Brahms, 
„Genovefa"-Ouvert.  v.  Schumann.  1.  Norweg. Rnaps.  v.  Svend- 
sen,  G^sangvorträge  der  Frau  Sanderson  („La  Uaptive"  von 
Berlioz,  „Die  rothe  Hanne"  v.  Schumann,  „Der  Schuhmacher" 
u.  „Der  Sandträger"  v.  Hungert  u.  „Zur  Drossel  sprach  der 
Fink"  V.  d'Albert). 

Magdeburg.  5.  Logenconc.  (Kaufmann) :  Ouvertüren  v. 
Mendelssohn  u.  Berlioz  („Der  römische  Cameval"),  Inter- 
mezzo sinf.  a.  „Cavalleria  rusticana"  v.  Mascagni,  Solo  vor- 
trage des  Frl.  Eückward  a.  Berlin  (Ges.,  „Natur"  v.  (i.  Kulen- 
kampff.  „0  lass  dich  halten"  v.  Ad.  Jensen,  „Meine  Liebe 
ist  grün"  v.  Brahms,  „Der  vielbetretene  Pfad"  von  Kauff- 
mann  etc.)  u.  des  Hrn.  Berber  (Viol..  Ungar.  Conc.  v.  Joachim 
u.  S6r6n.  melanc.  v.  Tschaikowsty).  —  4.  Conc.  des  Kauf- 
männischen Ver.  (Kauffmann):  Oxfordsymphonie  v.  Haydn, 
-^benceragen"-Ouvert.  v.  Cherubini,  Solovorträge  der  Frls. 
jfclein  (Ges.,  „Dich,  theure  Halle"  a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner, 
„0,  wüsst  ich  doch  den  Weg  zurück"  v.  Brahms,  ^^ wiege- 
sang" V.  W.  Rischbieter  und  „Du  wundersüsses  JKind"  v. 
Tl\f  Kirchner)  u.  Walther  a.  Leipzig  (Clav.,  AmoU-Conc.  y. 
Schumann,  „Consolation"  v.  L  i s z t,  Taranteile  v.  Moszkows- 
ki  etc.).  —  4.  Harmonieconc.  (Kauffmann):  Gmoll-Symph.  v. 
Mozart,  Wotan's  Abschied  v.  Brünnhilde  (Hr.  von  Zur-^mhlen 
a.  Berlin)  und  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner, 
Solovorträge  der  HH.  von  Zur-Mühlen  („Jung  Dietrich"  von 
GJHenso  hei,  „Waldesrauschen"  u.  „Vogellehre"  v.  H.Schmidt, 
„Neue  Liebe"  v.  Rubinstein  etc.)  u.  Painparö  a.  Antwerpen 
(Clav.,  „Pas  de  Marionettes"  v.  £.  Pessard,  Gavotte  u.  Mu- 
sette V.  J.  Thom6  etc.). 

Mainz.  Conc.  des  Pianisten  Hrn.  Genss  unt.  Mitwirk,  der 
Sängerin  Frl.  Beuer  am  22.  Jan.  m.  Soli  f.  Ges.  v.H.  Genss 
(7  Lieder)  u.  f,  Clav.  v.  S.  Bach  (Chromat.  Phant.  u.  Fuge), 
H.  Genss  (Fmoll-Son.),  Brahms  (zwei  Rhapsodien)  u.  A. 

Mannhelm.  3.  Kammermusik  der  HH.  Schuster,  Stieifel, 
G«ul6  u.  Kündinger  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Vaeth  a. 
Carlsruhe:  Streicnquartette  v.  Volkmann  (Gdur)  u. Beethoven 
(Op.  127),  Lieder  v.  Rubinstein  („Die  Thräne"),  Taubert 
(„In  der  Fremde"),  Schubert  und  Ad.  Jensen  („Murmelndes 
Lüftchen").  —  5.  Akad.-Conc.  (Frank):  1.  Symph.  v.  Volk- 
mann, Ouvert.  „Der  römische  Cameval"  v.  Berlioz,  Ballade 
f.  Orch.  V.  Pirani,  Pr61.  zu  „Le  D6lnge"  v.  Saint-Saöns, 
Ciaviervorträge  des  Frl.  Kleeberg  a.  Paris.  — Conc.  des  Hrn. 
Paur  a.  Leipzig  (Clav.  u.  Viol.)  unt.  Mitwirk,  seiner  Frau  (Clav.) 
der  Frau  Seubert-Hausen  (GJes.)  u.  der  HH.  Kahn  (Ciavier), 
Gaul6  u.  Kündinger  am  28.  Jan.:  Hmoll-Clavierquartett  von 
R.  Kahn,  Conc.  path6t.  f.  zwei  Claviere  v.  Liszt,  Variat.  f. 
do.  V.  Schumann,  Soli  f.  Ges.  v.  Cornelius  („Vorabend"  u. 
„Erfüllung"  a.  den  Brautliedem),  Brahms  („Immer  leiser"  u. 
„Ständchen"),  R.Kahn  („Der  Gärtner")  u.  f.  Clav.  v.  E.  Paur 
(Intermezzo)  u.  A. 

Münehen.  1.  Volksthüml.  Conc:  Claviertrio  Op.  70, 
No.  1,  V.  Beethoven,  Fdur-Clav.-Violinson.  v.  Haydn,  Adur- 
Cla Viersen.  V.  Mozart.  (In  diesen  auf  Popularisirung  des  Musik- 
gennsses  abzielenden,  für  30  resp.  20  Pf.  ^zugänglichen  Con- 
certen  werden  Beifalls-  und  Missfallens-Bezeugungen  als  Stö- 
rungen des  musikalischen  Eindrucks  angesehen.) 

Nürnberg.  4.  Conc.  des  Privatmusikver.  (Bayerlein)  unt. 
Mitwirk,  des  Sängers  Hrn.  Büttner  a.  Coburg:  Esdur-Symph. 
V.  Haydn,  „Freischütz" -Ouvert.  v.  Weber,  „Wotan's  Abschied 
von  Brünnhilde"  u.  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  v.Wag- 
ner,  „Herzwunden"  u.  „Der  Frühling"  f.  Streichorchester  v. 
Grieg,  Baritonlieder  v.  H.  Sommer  („Nacht"),  E.  Lassen 
(„Die  Kosen  von  Jericho")  u.  Schumann. 

Schwerin.  Liederabend  des  Hrn.  Dierich  am  12.  Jan.  m. 
Solovorträgen  der  HH.  Dierich  („Ständchen",  „Was  zögerst 
du"  u.  „Wunsch"  v.  J.  Schäffer,  „Ein  Ton",  „Sei  mein"  u. 
„Komm,  wir  wandeln  zusammen"  v.  Cornelius,  „In  Liebes- 


lust" V.  Liszt  etc.)  u.  Balling  (Altgeige,  Elegie.iv.  Viexix: 
temps.  Hebräische  Melodien  v.  Joachim  u.  Concertphant. 
V.  H.  Bitter). 

Wismar.  Balladenabend  des  Hrn.  Ant.  Schott  a.  Schwerin 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Ochs  (Clav.),  Hopsch  (Viol.)u.Teetz(Vio- 
lonc.)  am  18.  Jan.:  Claviertrios  v.H.  Spielter  (Op.  15)  und 
Saint-Saöns  (Op.  18),  Soli  f.  Ges.  v.  V.  Becker  („Der  todte 
Soldat"),  Weber,  Löwe,  Schumann  und  Esser  („Des  Sängers 
Fluch"),  f.  Clav.  u.  f.  Violonc.  (Romanze  v.  Svendsen), 

Worms.  Kammermusikabend  der  HH.  Schuster,  ßl^ieffel, 
Gaul6  u.  Kündinger  a.  Mannheim  (Streicher)  unter  Mitwirk. 
der  Frau  Seubert-Hausen  v.  ebendaher  (Ges.)  und  des  Hrn. 
Kiebitz  V.  hier  (Clav.)  am  22.  Jan.:  Ciavierquintett  y.  Schu- 
mann, Streichquart.  Op.  18,  No.  2,  y.  Beethoven,  Soli  f.  Ges. 
V.  Schubert,  Kretschmer („Der Diebstahl"),  Brahms  („Immer 
leiser  wird  mein  Schlummer")  u.  Mascagni  („Entsagung") 
u.  f.  Viol.  V.  Spohr  u.  Sarasate  (Span.  Tanz). 

Würz  bürg.  4.  Conc.  der  k.  Musikschule  (Dr.  Kliebert): 
2.  Symph.  v.  Brahms,  „Sommemachtstraum"-Ouverture  v. 
Mendelssohn,  „Wittekind"  f.  Solostimmen,  Chor  u.  Orch.  v. 
C.  Kliebert  (Wittekind:  Hr.  Schulz-Dornburg,  Soloquartett: 
Frls.  WöLfel  u.  Dorsch  u.  HH.  Kern  u.  Dr.  Krause),  Phant: 
f.  Violonc.  V.  F.  Grützmacher  (Hr.  Boerngen). 

Zürich.  6.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschafb 
(Dr.  Hegar):  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Ruy  Blas* '-Ouvert.  v. 
Mendelssohn,  Solo  vortrage  der  Frau  Sanderson  (Ges.,  Arie  a. 
„Samson  und  Dalila"  v.  Saint-Saöns,  „Inmitten  des  Balles** 
V.  Tschaikowsky,  „Der  Schuhmacher**  u.  „Der  Sandträger*.* 
V.  A.  Bungert,  „2iu:  Drossel  sprach  der  Fink**  v.  E.  d'Alr 
bert  etc.). 

B9~  Veraltete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  GSste  in  Oper  und  Concert. 

Augsburg.  Der  Tenorist  Hr.  Emil  Götze,  welcher  un- 
längst hier  concertirte,  hat  mit  seinen  Vorträgen  eine  seltene 
Begeisterung  erweckt.  Sein  Organ  ist  ohne  Zweiföl  Eme  der 
herrlichsten  Tenorstimmen,  die  je  existirt  haben,  und  er  hal 
sie  in  der  Gewalt,  wie  ein  Meister.  Trotzdem  wäre"  dieses 
Stimmjuwel  nur  tönendes  Metall,  wenn  es  nicht  gleichzeitig 
auch  aus  einer  warm  empfindenden  Künstlerbrust  heraus- 
strömte! Ein  gottbegnadetes  Talent  gab  sich  aber  auch  in 
dem  Künstler  zu  erkennen,  der  sich  mit  Hrn.  Götze  in  die 
Ausführung  des  Programms  theilte.  Wenn  ein  junger  Geiger 
Anwartschaft  hat,  zu  den  Ersten  seiner  CoUegen  gerechnet 
zu  werden,  so  ist  es  Hr.  Alfred  Krasselt,  der  mit  seinen 
Leistungen  wahrhaftes  Furore  machte.  —  Bpemen.  Der  dritte 
Orgelvortrag  des  Hm.  Nössler  vermittelte  die  Bekanntschaft 
mit  dem  Baritonisten  Hrn.  G ansehe  aus  Creuznach,  welcher 
in  seinen  Vorträgen  nicht  blos  eine  warm  timbrirte  und  aus- 
gibige, dabei  ausgezeichnet  geschulte  Stimme,  sondern  auch 
eine  künstlerisch  intelligente  und  warmbeseelte  Auffassung 
verband  und  mit  derselben  einen  tiefen  Eindruck  hervorrief. 
—  Chemnitz.  Frau  Moran-Olden  hat  jüngst  an  zwei 
Abenden  in  unserem  Stadttheater  gastirt,  und  zwar  als  Fidelio 
und  Frau  Fluth.  Die  geniale  Künstlerin  müsste  nach  Chem-- 
nitz  kommen,  um  durch  das  „Chemnitzer  Tageblatt"  zu  er- 
fahren, dass  unser  bescheidenes  Stadttheater  zwei  Sängerinnen 
besitzt,  die  ihr  mindestens  ebenbürtig,,  wenn  nicht  gar  über- 
legen sind.  Es  ist  ihr  wie  Hrn.  Rosenthal  ergangen,  der  bei 
einem  Vergleich  mit  einem  einheimischen,  wenn  auch  sehr 
tüchtigen  Pianisten  den  Kürzeren ' zog.  Ländlich —  sittlich!  — 
Creuznaeh.  In  einem  am  31.  Jan.  Ypn  dör  Pianistin  Frl* 
Scharffenberg  von  hier  und  den  fifi.  Leacfeier  (Gesa!n)g>';; 
und  Brück- (Violine)  aus  Frankfurt  ä.,M.  aü)5gefühVten  0on-\, 
cert  theilte  sich  die  einheimische  Piani&tin  mit  dem  Violinisten 
in  die  wohlverdienten  Beifallsehren,  währenfl  'der  Sänger  die- 
selbe künstlerische  Durchbildung  noch  nicht  erreicht  zu  haben 
schien.  —  Dresden.  In  dem  letzten  Concert  der  „Harmonie*^ 
interessirte  als  neue  solistische  Kraft  der  Pianist  Hr.. Henry 
Falcke  aus  Paris,  welcher  in  seinem  Sjjiel  eine  ausgezeich^ 
nete  virtuose  Schulung  und  in  seiner  Auffassung  allenthalben 
künstlerischen  Geschmack  und  lebendiges  Temperament  ver- 
rieth,  welche  Factoren  den  errungenen  schönen  Erfok;- auch, 
als  voll  verdient  erscheinen  Hessen.  —  Frankfurt  a.  M.  Wte  . 
es  heisst,  ist  Aussicht  vorhanden,  dass'an  Stelle  der  unsete 
Oper  verlassenden  Frau  Luger.  die  ausgezeichnete  Berliner 
Altistin  Frau  Staudigl  treten  und  somit  ein  vorzüglicher 
Ersatz  geschafft  werden  wird.  —  Königsberg  i.  Pr.  Es  war 
ein  unvefgessUcher  Abend,  an  welchem  in  vor.  Woche -Wag- 


98 


nnr'«  uTrialan  nndlaolde*'  mit  Hrn.  Alvary  und  FrL  Malten 
auf  nnaeram  Stadtheater  in  Scene  gins.  Beide  Gaste  haben 
herrlich  ihre  Partien  duröhgef^lhrt  una  mit  ihren  leuchtenden 
Leistungen  auch  die  übrigen  Mitwirkenden  zur  höchsten  An- 
mannunff  ihrer  Krifie  fortgerissen.  Der  Jubel  wollte  nach 
oohhiSB  der  Gardine  kein  Ena»  nehmen,  das  Publicum  war  in 
Extase.  —  PmriS.  Die  bisher  stattgehabten  zwei  historischen 
dariarabende  des  Hrn.  de  Greef  aus  Brüssel  waren  vom 
pSflsten  Erfolg  begleitet.  —  New-Jersey.  Der  Geiger  Hr. 
Brodsky  aus  New- York  brachte  mit  seinen  fein  künstleri- 
Bohen  Soloyortrftgen  im  2.  Goncert  des  Symphony  Orchestra 
aus  New-York  den  gAnstigsten  Eindruck  nervor  und  machte 
das  Verlangen  nach  einer  baldig^  Wiederbegeffnune  rege. 
AuohHr.  Paderewski  gab  hier  ein  stark  besuchtes  Ooncert, 
welches  den  gewohnten  Enthusiasmus  hervorbrachte.  — 
Mtl.  Eine  grosse  Ftklle  von  Solonummem  enthielt  das  letzte 
Goncert  des  Goncertvereins,  glücklicherweise  in  einer  Ausfüh- 
rung, der  man  durchweg  das  Prftdicat  j^vollkommen**  beilegen 
durfte.  Da  war  zunächst  Frau  Sanderson,  die  excellente 
Sbigerin  und  unübertreffliche  Vortrafinskünstlerin,  die  aus 
Jedem  der  vorgetragenen  zahlreichen  liieder  ein  köstliches, 
durch  feinste  musikalische  Ausarbeitung,  wie  tiefe  seelische 
Durchdringung  gleich  ausgezeichnetes  Gabinetstück  schuf. 
Ein  Instrumentallst,  der  neb^i  dieser  genialen  Frau  mit  Ehren 
bestehen  will^  muss  schon  ein  ordentncher  Meister  seines  In- 
struments sem.  Der  jugendliche  Violinvirtuos  Hr.  Alfred 
K rasselt  hat  diese  ee&hrliche  Goncurrenz  glänzend  bestan- 
den und  mit  seinem  Spiel  nicht  minderen  Beifall,  als  Frau 
Saodenon  gefunden.  lieben  diesen  Solistengftsten  erschien 
noch  ein  OSst  am  Dirigentenpulte:  Hr.  Ferd.  Thieriot  aus 
LeijMEig  nut  seiner  reiz-  und  lebensvollen  Sinfonietta.  einer 
NovitM,  die  auch  hier  in  ihren  drei  Sätzen  einen  durcnschla- 
genden  Erfolg  sich  errang. 

Kirohminiitik. 

LeIpBig.  Thomaskirche:  12.  Febr.  „Wie  lieblich  sind 
deine  Wohnungen^  v.  G.  Beinthaler.  „Siehe,  um  Trost^  v. 
E.  F.  Biohter.  14.  Febr.  Schlusschor  aus  der  Kirchweih- 
Gaatale  v.  F.  W.  Bust. 


OpermuflDhningen. 

Januar. 

Bmden-Bmdeil.  Grossherzogl.  HofUieater:  20.  Gavalleria 
msiioana. 

Garlsnihe.  Grossherzogl.  Hofiheater:  1.  Die  Zauber- 
flöte. 8.  Lohengrin.  6.  n.  24.  Gavalleria  rusticana.  7.  Der 
Troubadour.  10.  Garmen.  14.  Franoesca  von  Bimini.  21.  Der 
Fteisohüts.    27.  Euryanthe.    81.  Bienzi. 

StuttgaFt.  K.  Hoftheater:  1.  Der  Trompeter  von  Säk- 
kinffen.  8.  Der  Freischütz.  6.  Tannhäuser.  10.  Teil.  12.  Der 
Waffenschmied.  16.  Die  Entführung  aus  dem  Serail.  17.'Bobert 
der  Teufel  19.  FraDiavolo.  22.  Die  Begimentetochter.  28.  Der 
Wildschütz,    dl.  Die  Afrikanerin. 


Varmisohte  Mtttbeilungan  und  Notizen. 

*  Dem  Verein  für  Errichtung  eines  Bobert  Schumann- 
Denkmals  in  Zwickau  sind  bis  jetzt  circa  14,000 ul  zuge- 
^;an^[eny  eine  Summe,  die  aber  nicht  genügt,  um  das  Project 
m  emer  der  Bedeutung  Bobert  Schumann's  würdigen  Weise 
auszuführen,  um  die  Sache  in  schnelleren  Fluss  zu  bringen, 
hat  ein  Freund  derselben  eine  namhafte  Spende  zugesagt  für 
den  Fall,  dass  das  Denkmal  in  fünf  Jahren  enthüllt  wird. 
Der  Vorstand  des  gedachten  Vereins  ist  der  Hoffnung,  dass 
diese  Zusage  manchem  säumigen  Schumann-Verehrer  die  An- 
regung zu  schnellerem  Handeln  und  somit  den  äusseren  An- 
stoss  zur  baldi^ien  Vollendung  des  Werkes  gebea  werde. 
Beiträge  zu  diesem  Denkmal  sind  an  Hm.  Banauier  Ferd. 
Ehrler  m  Zwickau  einzusenden,  von  welchem  aucn  die  Satz- 
ungen des  Vereins,  sowie  alle  weiteren  Auskünfte  in  dieser 
Angelegenheit  zu  erlangen  sind. 

*  Im  Hoftheater  zu  Dresden  fSsrnd  im  nördlichen 
Treppenhaus  eine  von  Hrn.  Dr.  G.  Kietz  modellirte  und  in 
Mannor  ausgeführte  Büste  Bichard  Wagner*s  in  Form 
«iaer  Herme  — Ehrengabe  der  Tiedge-Stiftnng  —  Au&tellung. 


*  Das  Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde**  von  Wagner 
ist  im  Laufe  dieser  Saison  bereits  vier  Mal  in  Marseille, 
jedesmal  einen  tiefen  Eindruck  hinterlassend,  aufgeführt 
worden. 

*  Zu  den  Frogrammnummern  des  7.  Symphonie-Abends 
der  k.  GapeUe  zu  Berlin  zählte  ausser  anderen  Werken  Bich. 
Wagner^s  auch  dessen  Cdur-Symphonie,  welche,  wie 
man  schreibt,  bei  dieser  Gelegenheit  zum  letzten  Male 'zur 
öffentlichen  Aufführung  gelangte. 

*  Der  vonHm.  A.Wagner  reformirte  Stuttgarter  k.  Hof- 
theaterzettel mit  seinen  fleissig  gearbeiteten  analytischen, 
kritischen  und  biographischen  Mittheilungen  über  die  jeweili- 
gen in  Betracht  kommenden  Werke  und  Autoren  bat  schnell 
festen  Fuss  bei  dem  kunstsinnigen  Publicum  der  württem- 
bergischen Besidenzstadt  gefunden  und  darf  auch  anderen 
Theaterstädten  als  ein  gutes  Orientirungs-  und  Vorbereitungs- 
mittel zur  Nachahmung  anempfohlen  werden. 

*  Das  Hoftheater  zu  Dresden  hat  im  Jahre  1891  69  ver- 
schiedene Gpem  und  Musikdramen  im  Bepertoire  gehabt.  Die 
meisten  Aufführungen  (63)  von  diesen  erlebte  —  ein  Zeichen 
der  Zeit!  —  Mascagni^s  „Gavalleria  rusticana'',  nach  dem  jun- 
gen Italiener  kommt  Bichard  Wagner  mit  46  Abenden  etc. 

*  Dank  der  Mitwirkung  des  Frl.  Malten  und  des  Hm. 
Alvary  konnte  am  Stadttheater  zu  Königsberg  i. Fr.  kürz- 
lich, nach  zehnjähriger  Pause,  B.  Wagner^s  „Tristan  und 
Isolde"  wieder  einmcu  in  Scene  gehen.  Die  von  Hm.  Capell- 
meister  Göllrich  trefflich  vorbereitete  und  geleitete  Auf- 
führung, in  den  Titelpartien  aus^zeichnet  bestellt  und  auch 
nach  gesanglicher  Seite  sehr  befriedigend,  litt  dagegen  in  der 
Wirkung  durch  das  schwach  besetzte  Orchester  und  die  ge- 
radezu ärmliche  Inscenirung. 

*  Im  Stadttheater  zu  Zürich  ging  am  29.  Jan.  unter 
Leitung  des  Hm.  Kempter  erstmalig  Bichard  Wagner 's 
„Tristan  und  Isolde^  mit  Hm.  G.  Lederer  und  Frl. 
Jrrosky  in  den  Titelpartien  in  ausgezeichneter  Ausfuhrung 
in  Scene.    Die  Au&ahme  war  eine  nochbegeisterte. 

*  Im  Hoftheater  zu  Stuttgart  stehen  unter  Hrn.  Zum- 
pe*s  Leitung  ^  die  nächste  Zeit  folgende  Premieren  bevor: 
26.  Febr.  „Die  Königin  von  Saba"  von  Goldmark,  20. März 
„Der  Barbier  von  Bagdad**  von  Gornelius,  im  April  „Sieg- 
med**  von  Wagner.  Für  den  Mai  ist  dann  die  erste  voS- 
ständige  AufEÜhruncj  des  „Binges  des  Nibelungen**  festgestellt. 
Mit  dem  neuen  Hoicapellmeister  Hm.  Zumpe  ist,  wie  für  das 
Goncertleben  nun  auch  für  die  dramatische  Musik  eine  neue 
Zeit  in  der  württembergischen  Hauptstadt  angebrochen. 

*  .Lohengrin**  macht  in  Nizza  volle  Häuser.  Dasselbe 
Werk  natte  in  Montpellier  grossen  Erfolg. 

*  In  Antwerpen  hatte  £runeau*s  Oper  „Le  B^ve** 
lebhaften  Erfolg. 

*  In  Lille  hat  die  einactige  komische  Oper  „L'öcole  des 
P^res**  von  de  Vleshouver  oei  ihrer  Erstaufmnrung  sehr 
gefsdlen. 

Todtenllste.  Frau  Viguier,  sehr  angesehene  Clavier- 
lehrerin  in  Paris,  f  daselbst,  67  Jahre  alt.  —  Baldassare 
Gamucci,  fruchtbarer  Gomponist  von  grösseren  geistlichen 
Werken,  sowie  einer  Oper,  Musikprofessor,  f,  69  Jahre  alt,  in 
Florenz.  —  Antonio  Garzoni,  seit  60  Jahren  Vicecapell- 
meister  an  der  musikalischen  Metropolitancapelle,  f  iu  Mailand. 
—  Ludovico  Buti,  einst  berühmter  Bariton,  f,  69  Jahre  alt, 
in  Born.  —  Luigi  Tofanelli,  Or&nniBt,  f,  29  Jahre  alt,  durch 
Selbstmord  in  Bom.  —  Frau  Sofia  Bösen,  ehem.  russische 
Primadonna,  endigte  durch  Selbstmord  in  Palermo. 


Offener  Sprechsaal. 

Erklärung. 

Herr  Bosenthal  behauptet,  ich  hätte  ihm  zugestanden,  von 
einem  „illustren  Kollegen*'  beeinflusst  worden  zu  sein,  und 
hätte  inn  erst  mit  Garl  Tausig,  und  schon  in  der  zweiten 
„Kritik*'  mit  einer  Spieluhr  verglichen.  Beide  Behauptungen 
sind  vollkommen  unrichtig.  Weder  in  meiner  zweiten 
Kritik  vom  IQ.  Dezember  noch  in  der  dritten  vom  20.  Dez. 
1890  ist  das  Wort  Spieluhr  oder  irgend  ein  Ausdruck  zu 


99 


finden  der  diesem  Begriffe  im  entferntesten  ähnelt.  Ich 
spreche  in  der  2.  Kritik  von  dem  „ganz  überwältigenden*'  Ein- 
druck (die  Worte  sind  eross  gedruckt)  den  seine  Leistung 
auch  auf  Jene  gemacht,  die  andere  Anschauungen  hegen.  Ich 
sage  dann  wörtlich  mit  Hinweis  auf  meine  erste  Kritik  „er 
darf  nicht  stehen  bleiben  auf  der  Höhe  grossartigster  uner- 
reichter Technik"  er  muss  in  die  Tiefen  wahrer  Kunst  drin- 
gen [wie  einst  Carl  Tausig  „der  ja  auch  als  niederschmet- 
ternder Techniker  begann"  —  Worte  der  ersten  Kritik]  In 
der  dritten  Kritik  spreche  ich  von  „manchem  fiedenklichen" 
und  endige  mit  den  Worten:  „Hr.  E.  hat  das  Prestissimo 
der  Beethoven-Sonate  109  mit  einer  Präcision  und  einer 
rhythmischen  Schärfe  gespielt,  die  von  blosser  Technik  nicht 
erreicht  werden  kann.  Nicht  allein  die  quasi  Verpflichteten 
haben  applaudirt  sondern  auch  die  Kompetenten.*^  Herr  R. 
befindet  sich  also  in  einem  bedenklichen  Doppel-Irrthmn.  Er 
citirt  Kritiken  die  ich  nicht  geschrieben  als  Beweis  für  Worte 
die  ich'  nicht  gesprochen  habe. 
Berlin  11.  Febr.  1802. 

Heinrich  Ehrlich. 


Um  diese  Polemik  mögliclist  in  der  vorliegenden  Nummer 
unseres  Bits,  zum  Abschluss  zu  brin^n,  haben  wir  vorstehende 
Erklärung  des  Hrn.  Prof.  Heinrich  Ehrlich  sofort  Hm.  Eosen- 
thal  zu  einer  event.  Gegenäusserung  vorgelegt,  welche  uns 
von  demselben  auch  zugegangen  ist  und  nachfolgend  zum  Ab- 
druck gelangt.  Wir  bedauern  nur,  dass  hierbei  Hr.  B.o6en- 
thal,  um  deutlich  zu  werden,  den  Namen  des  Hm.  Dr.  Hans 
V.  Bülow,  welcher  grosse  Künstler  dieser  Affaire  sicher  ganz 
fem  steht,  zu  nennen  genöthigt  war. 

D.  Eed. 


Hochgeehrter  Herr  Bedaotenr! 

Hr.  Professor  Ehrlich  scl^eint  trotz  seiner  phänomenalen 
LitteraturkenntnisB  das  Wort  Heine's  Übersehen  zu  haben: 
Es  ist  einerlei,  wann  und  wo  man  Etwas  ausspricht, '  wenn 
man  es  nur  ausspricht.    Der  schmeichelhafte  Spieluhfen-Yer- 

fleich  befindet  sich  in  einem  Artikel  der  „Gegenwart"  mit 
em  vollen  Namen  „Heinrich  Ehrlich"  ^zeichnet.  Sie  sehen 
also,  dass  den  „Ehrlich'schen"  Berichtigungen  nur  relative 
Glaubwürdigkeit  beizumessen  ist. 

Was  den  Gardinalpunct,  nämlich  die  Beeinflossong  des 
Hrn.  Heinrich  Ehrlich  durch  Hm.  Dr.  Hans  von  Bülow  (der 
mich  nicht  spielen  gehört  hatte)  anbelangt,  so  bin  ich  in  der 
Lage,  folgende  Puncto  für  meine  Behauptung  beizubringen.^ 

1.  Das  Eingeständniss  Hm.  Ehrliches  mir  gegenüber  und 
sein  Versprechen,  mir  im  nächsten  Jahre  Satisfaction 
für  das  Abfällige  seiner  Kritiken  zu  geben. 

2.  Die  theilweise  Bestätigung  durch  den  bekannten  Hm. 
Impresario  Hermann  Woln. 

Sollte  Hr.  Ehrlich  die  ganze  Angelegenheit  auch  weiterhin 
mit  so  beneidenswerthem  Aplomb  bestreiten,  so  werde  ich 
weitere  Zeugen  nominiren  und  namentlich  jener  Scene  im  trau- 
lichen Künstlerzimmer  der  Sin^kademie  erwähnen,  wo  Hr. 
Professor  Ehrlich  mir  im  Beisein  des  Hm.  Stember^  die  ge» 
wagtest^n  Complimente  schnitt,  um  Tags  darauf  vieles  Be- 
denkliche in  meinem  Spiele  zu  finden.  Siehe  „Berliner  Tage- 
blatt" vom  20.  Dec.  1890. 

In  aufrichtigster  Hochschäizung 

Moriz  Eosenthai. 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Clavier$tücke. 

Otto  Schmidt.     Vier    Ciavierstücke,   Op.  33.     Berlin,  C.  A. 
Ohallier  &  Co. 

Der  Componist  sagt  zu  häufig  dasselbe,  wiederholt  die- 
selbe Phrase  zu  oft  Note  für  Note  und  wird  dadurch,  ob- 
fleich  er  sonst  ganz  frisch  erfindet  und  empfindet,  langweilig. 
\t  muss  bei  den  Meistern  zusehen,  wie  die  einen  Gedanken 
umzuformen  und  demselben  Gegenstand  immer  wieder  neue 
Seiten  abzugewinnen  wissen. 


Wiel-Lange.    „Märchenbilder".     Copenhagen    un^   Leipzig^ 
Wilhelm  Hansen. 

Das  sind  derartige  Miniaturbilder,  wie  sie  uns  Gade  hinter- 
lassen hat,  ebenso  zierlich  und  anmuthvoU,  in  demselben 
Grade  vergnüglich  zu  spielen  und  zu  hören.  In  Wiel-Lanffe's 
Musik  kommen  keineswegs  ausserordentliche  Dinge  vor,  aper 
man  amnsirt  sich  doch,  wenn  er  so  ruhig  und  gemüthlich 
von  der  Schneekönigin,  der  Hühserwärterin  in  Ederland,  vom 
Aschenbrödelchen  und  den  wilden  Schwänen  erzählt. 

Louis  Bödecker. 


Bi*ief*l£a,stei]L. 


T.  0.  in  IV,  Das  sind  ja  allerdings  kostbare  Sachen, 
wohl  werth,  auch  weitere  Kreise,  als  die  dortigen,  zu  amu- 
siren. 

/^.  G.  in  C,  In  der  von  C.  Kipke  redigirten  und  in  C.  F. 
W.  Siegel's  Musikalienhandlung  (K.  Linnemann)  erscheinen- 
den „Sängerhalle"  finden  Sie  das  passendste  Organ  für  Ihren 
Gesangverein. 

/..  Z.  in  S,  Nach  zuverlässigen  Mittheilungen  besteht  die 
Great-Valleria-Gesellschaft,  für  welche  in  der  Presse  so  ^- 
waltiger  Lärm  geschlagen  wird,  fast  nur  aus  Mittelmässig- 
keiten.  Es  verlohnt  sich  deshalb  kaum  die  weite  Beise 
für  Sie. 

W,  K,  in  Z.  Wer  Hm.  S.  bei  Beginn  des  50.  Jahrganges 
seines  Blättchens  ein  Loblied  zu  singen  vermag,  muss  ab- 
sichtlich oder  unabsichtlich  blind  gegen  die  rein  geschäftlichen 


Zwecke  sein,  welchen  dieses  Unternehmen  von  jeher  diente. 
Das  Organchen  machte  und  macht  noch  jetet  nicht  blos  die 
unverfrorenste  Beclame  für  die  Compositionen  des  gleichen 
Verlags,  sondern  hat  auch  stets,  um  kein  Bisico  zu  haben, 
seine  Künstlerischen  Tendenzen  (wenn  überhaupt  von  solchen 
die  Bede  sein  konnte)    der  jeweiligen  Kunstströmung   an- 

fepasst  und  früher  namentlich  durch  seine  gehäsffigen  und 
oshaften  Ausfälle  auf  Wagner's  Kunstschaffen,  sowie  alles  in 
futem  Sinne  fortschrittlich-Neue  diesen  Bestrebungen  msse 
[indemisse  in  den  Weg  zu  legen  gesucht  Jetzt,  wo  sich  der 
Wind  gedreht  hat,  pfeSl  auch  das  speoulative  Blättchen  zu- 
meist aus  einem  anderen  Loche.  Dass  mit  der  Verfolgung 
solcher  durchaus  eigennützigen  verlegerischen  Ziele  künstle- 
rische Verdienste  nicht  zu  erwerben  waren,  ist  klar. 

G,  H,  in  B,    Unsere  Andeutung  galt  Hm.  Edw.  Schlömp. 


Anxelflron' 


Verlag  von  E>  "W.  Fritzsch  in  Leipzig. 

[TAH     ®P'  ^^"    Deutsches   Liederspiel.    Text  nach   älteren   und 

ffOII     neueren  Volksliedern   zusammengestellt  und  für  SoloitimnMn 
^    ?   und  gemischten  Chor  mit  Pianoforte  bu  vier  Händen  componirt. 
Partitur  Jk  8,—,    Cborstimmen  (Ji  Ji  — ,76.  und  1,—.)  Jk  3,—.  [IW.] 


Herzosenkm.  Heinrich 


100 

Kdnigliches  Conserratorinm  der  Mnsik  zn  Leipzig. 

Die  Anfnahme-Prüfung  findet  Mittwoch,  den  20.  April,  Vormittags.  9  Uhr  statt,  ^er  Unterricht  erstreckt 
sich  anf  Harmonie-  und  Compositionslehre,  Pianoforte  (auch  auf  der  Jankö-Claviatar),  Orgel,  Violine,  Viola,  Violoncell, 
Contrabass,  Flöte,  Oboe,  Clarinette,  Fagott,  Waldhorn,  Trompete,  Posaune,  —  auf  Solo-,  Ensemble-,  Quartett-,  Orchester- 
und  Partitur-Spiel  —  Sologesang  (vollständige  Ausbildung  zur  Oper),  Chor-Gesang  und  Lehrmethode,  verbunden  mit 
Uebungen  im  öffentlichen  Vortrage;  Geschichte  und  Aesthetik  der  Musik,  italienische  Sprache,  Declamations-  und 
dramatischen  Unterricht  -  und  wird  ertheilt  von  den  Herren:  Professor  F.  Hermann,  Professor  Dr.  R.  Papperitz, 
Organist  zur  Kirche   St.  Nicolai,    Capellmeister   Professor  Dr.  C.  Relnecke,   Tll.  Coccius,   Universitäts-Professor 

Dr.  0.  Paul,  Dr.  F.  Werder,   Musikdirector  Dr.  S.  Jadassolin,  L  Grili,  F.  Rebling,  J.  Weidenbach,  C.  Piuttl, 

Organist  zur  Kirche  St.  Thomae,   B.  Zwintsclier,  H.  Kiesse,   kgl.  Musikdirector  Professor   Dr.  W.  Rust,  Cantor 

an  der  ThomasBchule,  A.  Reckendorf,  J.  Klengei,  R.  Boiiand,  0.  Scliwabe,  W.  Bärge,  G.  Hinke,  F.  Gumpert, 
F.  Weinschenk,  R.  MDIIer,  P.  Quasdorf,  Capellmeister  H.  Sitt,  Hofpianist  C.  Wendung,  T.  Gentzsch,  P.  Homeyer, 

Organist  für  die  Gewandhaus-Concerte ,  H.  Becker,  A.  Ruthardt,  G.  Schreck,  C.  Beving,  F.Freitag,  Musikdirector 
G.  Ewald,  A.  Proft,  Regisseur  am  Stadttheater,  Fräulein  A.  Götze,   Herrn  Concertmeister  A.  Hilf. 
Prospecte  werden  unentgeltlich  ausgegeben. 


Leipzig,  Februar  1892. 


[175b.] 


Das  Directorium  des  Königlichen  Conservatoriums  der  Musilc 


Verlag  von  E.  IW*  FrltEScIi  in  Leipzig.       [176.1 

Fl  1  n  f  G-esfi  -n  ge 

für  eine  Bariton-  oder  Altstimme  mit  Pianoforte 

von 

Oskar  Bolck» 

Op.  51. 

No.  1.  Ich  liebte  dich.  (H.  Lingg.)  2.  In  düsterer  Zeit.  ,,Zu 
Boden  Binkt  von  meinen  Tagen".  (H.  Lingg.)  3.  Herbstgefiihl. 
„0  war  es  blos  der  Wange  Pracht".  (Em.  Geibel.)  4.  Wer 
keinen  Frühling  hat.  (0.  Prechtler.)  5.  Gute  Stunden.  „Zähle 
nicht  die  trüben  Stunden**.    (C.  Stelter.) 

M.  2,50. 


Verlag  von  Wilhelm  Hansen  in  Leipzig. 

Neue  Studienwerke 


[177.] 


von 


Heinr.    Ehrlich. 


ff    de 


Fingerübungen 


schwarzen    Tasten 

und 

Drei   rhythmische    chromatische 
Studien  von  Heinr.  Ehrlich. 

2  M.  50  Pf. 


von 


Haberbier  und  IVeupert, 

systematisch    geordnet  von   Heinr.  Ehrlich. 


O    %4v 


W.  Auerbach  Nachf ., 

Maslkalleiiliandlans^  und  lielhaitstalt, 

Neumarkt  B2,  Leipzig,  NeumarlLt  82. 

Grosses  Ijaarer  von  Musikalien  etc., 

umfangreiche   Leihanstalt   der   classlschen  und 

modernen  MusikUtteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedingungfen,  schnellste  Lieferung:. 

Ansiehtsendungen   stets   zu  Diensten. 

Prospecte  gratis  und  franco.         [178 — .] 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 

Richard  Wagner, 

Ein  Albumblatt  für  das  Ciavier. 

Preis  1  M. 


Für  Orchester  von  C.  Roichelt.  Partitur  ,ä  1,50.  Stim- 
men cplt.  .M  3, — . 

Für  Violine  mit  Orchesterbegleitung  von  Aug.  Wilhelm j. 
Partitur  J6  1^0.    Stimmen  cplt.  .M  3, — . 

Für  Violine  mit  ±*ianofortebegleitung  von  Aug.  Wilhelmj 
M  1,50. 

Für  Violoncell  mit  Orchesterbegleitung  von  Dav.  Popper. 
Partitur  Ji  1,50.    Stimmen  cplt.  ^S  3, — . 

Für  Violoncell  mit  Pianofortebe^eitung  von  Dav.  Popper. 
Ji  1,50. 

Für  Harmonium  mit  Pianofortebegleitung  von  Joh.  May. 
.^  2,—. 

Für  Violoncell,  (oder  Violine),  Harmonium  und  Pianoforte 
von  Aug.  Reinhard.    »,H  2,40. 

Für  Horn  mit  Orchesterbegleitung  von  F.  Gumbert.  Par- 
titur ^/6  1,50.     Stimmen  cplt.  Ji  3, — . 

Für  Horn  mit  Pianofortebegleitung  von  F.  Gumbert.  .^^  1,50. 

Für  Viola  alta  mit  Pianofortebegleitung  von  Hermann 
Ritter.    Ji  1,50. 

Für  Cornet  k  pistons  mit  Pianofortebegleitung  von  Rieh. 
Hofmann.    Ji  1,50. 

Für  Harmonium  oder  Pedalilügel  oder  Orgel  von  A.  W. 
Gottschalg.    A  1,50.  [179.] 


101 


Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau, 

sind  erschienen:  [180.] 

Anton  Strelezki's 

neueste 

Compositioneii 


für  Pianoforte  zu  2  Händen  : 


Promenade.    Pi^ce  de  Salon 


Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 
Op. 


174.    Dans  les  Bois*  Trois  Morceaux.  No.  1,2,3  & 

179,  No.  1.    Eondeau 

179,  No.  2.    Gigue    .     .    .    : 

181,  No.  1.    Bomanzero 

181,  No.  2.    Capriccio 

184,  No.  1.    Nocturne 

184,  No.  2.    Marche  Turque 

184,  No.  3.    Valse  Russe 

188.  .Ungarisch".    Rhapsodie 

189,  No.  1.    Intermezzo 

189,  No.  2.    Scherzino 

190.  Feuilles  volantes.  Album  de  5  Morceaux: 

No.  1.    Romance 

*  No.  2.    Habanera 

No.  8.    Valse-Pr61ude 

No.  4.    Souvenir  de  Bergen 

No.  6.    Chant  de  berceau 


Ji  1,50. 
»    1,50. 

r^     1,50. 
n   .1,50. 

„  1,60. 
1,50. 
1,50. 
1,50. 
1,75. 

2,-. 
1,50. 
1,50. 


n 
« 
n 
» 
n 
n 
I» 


„  1,25. 

«  «,50. 

"  ^'-:- 

r,  1,26. 


Anton  Strelezki's 

neueste 

Compositioneii 


für  Pianoforte  zu  4  Händen. 


Sept  Idylles:  No.  i. 

„  No.  2. 

No.  3. 


Au  läc  de  Galilöe 
„Gretchen"  .    .    . 


Ji  2,— 
.   2,- 


Ce  qu'on  entend  sur  les 

montagnes 

Löonore    

La  Röveuse 

Le  Soip 

Valse-Idylle 

DanseS  EspagnoieS.  Trols  cahlers.  Cahler  1 1—3  k  Ji  2,25 
Cahier  II  4—6.    Cahier  in  7-9 k  Jf  B,- 

Danses  Polonaises ^3,50 


n 


n 


No.  4. 
No.  6. 
No.  6. 
No.  7. 


n 


n 


2,- 

2,50 

2- 

2,50 


AjCLton  Strelezlti,  Op.  160B.  8  Lieder  für  eine 
Singstimme  mit  Pianoforte *^  2,50. 

Op.  158.    Chant  de  matln.     M61odie  pour  Violon  et 

Piano ^  2, — . 

Canzonetta :  Intermezzo  pour  Piano,  Violon  et  Violoncelle. 

Jü  1,50. 


In  unserem  Verlage  erschien: 


[181.] 


^7 


aus 


Jphigenie  auf  Tauris"  von  Black. 

Für  gemischten  Chor  eingerichtet 


von 


Albert  Becker. 

Preis:    Partitur  40  /ij.      Stimmen  60  /ij, 

Raabe  &  Plothow,  Berlin,  W.  9. 

Musikalienhandlung.       Potsdamerstr.  7a. 


Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  In  Leipzig.        [182.] 
Pilrttiy  Carl,  Op.  8.    Drei  Interludien  für  Orgel.    Ji  2,25. 


Neir  yerlas  m  Jon  Ailil  in  Miicltn 

AtoHder  Ritter. 


n 


<W#m  4i#  Kr(09^#?^ 


2675 

2675a 

2675h 

2674 

2681 

2674a 

2682 

2683, 

2695 

2718 

2719 


Oper  in  1  Act. 
Dichtung  und  Musik  vom  Componisten. 

Vollständige  Partitur  netto  Jt  — . 
Partitur  der  Ouvertüre  allein  netto  Ji  6,—. 
Stimmen  zu  der  Ouvertüre  allein  Jf  10,-»-. 
Ciavierauszug  mit  Text  (vom  Componisten)  no.  J$  10,—.. 


Texthuch  no. 

Ouvertüre  zu  2  Händen  (vom  Componisten) 
Ouvertüre  zu  4  Händen  (    „  „  ) 

Festmarsch  zu  4  Händen  (    „  „  ) 

Polonaise  zu  4  Händen  (    „  „  ) 

Festmarsch  zu  2  Händen  (von  H.  Ley). 
Polonaise  zu  2  Händen  (von  H.  Ley). 


n 


1,80. 
2,-. 

2,-. 
2,50. 

1,50. 

1,50. 

[183.] 


Peter  CorHels. 

,JDer  Cid". 

^Lyrisches  Drama  In  drei  AnfBÜffen* 

Dichtung  vom  Componisten. 

2696  Vollständige  Partitur. 

2697  Partitur  der  Ouvertüre  allein  netto  Ji  4,-—. 

2698  Stimmen  zu  der  Ouvertüre  allein  Ji  10,—. 

2699  Clav.- Auszug  mit  Text  (von  L.  Thuille)  netto  J6  12,—. 

2700  Ouvertüre  zu  2  Händen  (von  L.  Thuille).         Ji    1,80. 
.  2701  Textbuch  netto  Ji  —,50. 

2702    Ouvertüre  zu  4  Händen  (von  L.  Thuille).  J6    2,50. 

Das  Aufführungsrecht  beider  Werice  auch  für 

Concerte  vorbehaiten. 


RicM  Strauss,  Dp.  tl 

Tondiehtmiff  für  grosses  Orchester. 

(Nach  Shakespeare.) 

2680    Partitur  netto  .S  25,—. 

2689  Orchesterstimmen  netto  Ji  25,—. 

2690  Ciavierauszug  zu  vier  Händen  (v,  L.  Thuille)  Jt    6,—. 

Die  Erlaubniss  zur  Auffahrung  wird  von  der  Verlags- 
handluBg  nur  gegen  Revers  direet  ertheilt. 


103 


FIttsel-  und  Planino-Fabrikant. 

Hoflielerant 

Sr.  Haj.  dei  Kaisers  von  Dentsohland  nnd  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  MaJ.  der  Kaiserin  von  Deutschland  nnd  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser!,  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


Uondon   W. 

445  Oxford-Stp. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str:  und  27  Ziegel-Strasse. 
II.  Fabrik:    21  Grünauep-Strasse  und  Wienep-Stpasse. 
in.  Fabrik:    124  Reiehenbepgep-Stpasse. 


[184.] 
5—7  Johannis-Stp. 


ConserYatorkm  der  Musik  in  Cöln 

anter  Leitung  des  städtischen  Capellmeisters  Herrn  Professor  Dr.  Franz  Wüllner. 

[185.) 

Das  Conseryatorium  besteht  aus  einer  Instrumental-,  einer  Gesang-  und  einer  Musiktheorie-Schule,  einer 
Opernschule,  sowie  einem  Seminar  für  Olavierlehrer.  Es  besitzt  Vorbereitungsclassen  für  Clayier,  Violine,  Violon- 
cellund  Sologesang  und  lässt  Hospitanten  zum  Ohorgesang,  zu  den  Orchesterübungen,  Vorlesungen  und  zum  Unterricht  in 
Harfe,  eyent.  auch  in  Violoneell,  Contrabass  und  Blasinstrumenten  zu. 

Als  Lehrer  sind  thäUg  die  Herren:  ProfessorDr.  F.  Wüllner,  M.  Abendroth,  J.  W.  Franke,  W.  Bock, 
C.  BOtteher,  O.  F.  Cortella,  A.  Eibenschütz,  Director  Dr.  Erkelenz,  R.  Friede,  L.  Hegyesi,  E.Heuser, 
Ooneertmeister  O.  Hollaender,  N.  Hompesch,  Concertmeister  Professor  G.  Japha,  Professor  G-.  Jensen, 
A.  Iffert,  Frftulein  Felicia  Junge,  E.  Ketz,  Dr.  0.  Elauwell,  W.  Knudson,  C.  Körner,  A.  Erögel,  Ober- 
BegispeuF  E,  Lewinger,  königl.  Huiikdirector  E.  Mertke,  Aug.  y.  Othegrayen,  M.  Pauer,  J.  Schwavtz, 
Professor  I.  Seisj,  stellyertretender  Director,  0.  Singer,  Kammersänger  B.  Stolzenberg,  P.  Tomasini, 
'TrWolschke,  E.  Wehsener. 

Das  Sommersemester  beginnt  am  1.  April  d.  J.  Die  Aufnahme-Prüfung  findet  an  diesem  Tage,  morgens 
9  ühr,im  Schulgebftude  (Wolfsstrasse  No.  3/5)  statt.  Das  Schulgeld  beträgt  für  ein  Hauptfach  und  die  obligatorischen 
Nebenfächer  .A  300  p.  a.  Ist  das  Hauptfach  Sologesang,  ^400,  und  wonn  Betheiligung  an  der  Opernschule  hin- 
zutritt, Jk  460  p.  a.;  ist  das  Hauptfach  Contrabass  oder  ein  Blasinstrument  Jk  200  p.  a.  Für  die  Betheiligung  am 
Seminar  zahlen  die  betr.  Schüler  ein  für  allemal  Jk  50. 

Wegen  weiterer  Hittheilungen,  Schulgesetze  u.  s.  w.  wolle  man  sich  schriftlich  an  das  Secretariat  des  Con- 
seryatorhung  (Wolfsstrasse  3/6)  wenden,  i/^elohes  auch  schriftliche  und  mündliche  Anmeldungen  entgegennimmt. 

Cdln,  im  Februar  1892. 

Der  Torstaiid. 


Neue  Gesänge 

im  Verlage  von  Steyl  &  Thoihas  in  Frankfürt  a.  M. 

ans  den  Lieder- Symphonien  von  Schulte  vom  Brühl 

für  Mezzosopran  mit  Pianoforte 

von 

Otto  Dorn. 

Op.  33.  ^  1,80. 

[186.] 

ruaf  Ijrisohe  Skisiea 

fDr  eine  Singstimme  mit  Ciavier 

von 

Arthur  Smolian. 

Op.  7.  Jt  1,50. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseta  in  Leipzig. 

A.IcTA'PTirftn  f»Lieht  und  Sehatten".  Zwölf  kleine  Phan- 
^A^-^^^^      tasiebüder  für  Pianoforte,  Op.  4.    8  Hefte 


Xene 

Lieder  und  Romanzen 


von 


P.  Tschaikowsky. 


Dp.  63.    Seehs  Romanzen complet 

Einzeln: 
No.  1.    „Nicht  sogleich  hat  mich  Liebe  erfiillet" 
No.  2.    Am  offenen  Fenster 


No.  8.    „Fahret  hin,  ihr  Träume" 
No.  4.    Erstes  Wiedersehen     .    . 


No.  5.    -Kein  Lichtlein  gl&nzt  mehr  durch  die  Nacht" 
No.  6.    Serenade:  „Omein  Kind,  durch  die  schwei- 
gende mcht" 

Op.  65.    Sechs  Lieder complet 

No.  1.    Ständchen:    „Morgenlüfüein,  wohin  ziehst 

du?« 

No.  2.    Enttäuschung 

No.  3.    Ständchen:  ^n  dem  schimmernden  Strahl" 
„Was  thuts,  wennauch  des  Winters  Grimm" 

Die  Thränen 

Kondel 


No.  4. 

No.  6. 

No.  6. 

[188.] 


Jf  4,—. 

n — 1°" 
n-,80 
„     1,20 

«-,80 

»    1,20 

JK  4,— 

n  — ,°" 
n    1,20 

n    1,- 

r  1,- 
«-,80 


Verlag  von  D.  Rahtep  in  Leipzig. 


■  Verlag  von  Wilhelm  Hansen,  Leipzig. 

■  Ein  neues  Studienwerk, 
80  melodische 

Pwlin  *  ^ixi^<n 

berühmter  Meister 

ntlt  Begleltnug  einer  awelten  Vlollae. 


108 

Orchester-Werke 

im.  "Verlage  von 

8_studienweri(.     ■  M.  P.  Belaieff  in  Leipzig. 

'        '•         "  '  [IM.] 

AntIpOW,  C,   Op.  7.     Atlegro  ■ymphoniqne.     Part. 

9  M  HO.     Putiu  12  Jt  no.     Ponr  PUmo  k  4  nu. 

4  Ji 
ArtoibOUC^eff,  N.,   Op.  4.      Polkn    car&ot^rUtiqne. 

P&rtilion  3  Jl  DO.     PartiM  ^  Jt  im.     Pow  Kmio 

&  4  ms.  2  ^ 
Blumenf^d,  F.,  Op.  10.    ICatnrk*.    P«rtitioB  6  jf  bo. 

PutiM  12  Ji  no.     Pour  PUno  &  4  nu.  4  j| 
Kopylow,  A.,   Op.  10.      Schorio  en  LAmi|]eiu.     Ywt- 

tilion   9  ^   so.       Pardw  16  Jt  no.      Ponr   PUno 

Ji  4  ma.  6  ^ 
Kopylow,A.,  Op.l4.     Symphonie  en  UTminenr.  Pe- 
tition 18  JI  no.      Futiei  36  Jt  no.      Pov  Piuo 

\  4  ms.  9  Ji  no. 
Ltadow,  A^   Op.  19.     Usinrk».     Bc^e  nutiqne  prie 

de  U  greingaette.     Pftrdüon  6  Jl  no.  Fard«  12  Ji  no, 

Ponr  Piano  \  4  mi.  3  Ji 
SolcoloW,  N.,  Op.  4.     Elegie.  Partition  3  Ji  w>.    Fsr- 

Uea  6  Ji  no.     Ponr  Piano-  \  4  ma.  2  Ji 
Stoherbatoheff,  N.,  2  Idyllei.    (L  .L'^toOedaberger", 

Tablean  pastoral.     IL  „Eki  paaaant  l'ean",  Bchendno.) 

Fartiton  6  Ji  no.     Partiea  6  j|  no. 
Whitol,  J.,  Op.  4.     La  f«te  Lihgo.    Tablean  aympbo. 

niqne  rar  dea  th^ai  popnlairea  lettea.   Part.  9  ul  no. 

Parties  15  Ji  no.     Fonr  Piano  1  4  ma.  4  Ji 


Vorstudien  zu  Kreutzers  Etüden, 

hersuBgegeben  von 

Hermann  Schrödep. 

'  I.  Theil.    Erste  Lage.    3  .j«     n.  Theil.    Erste  bis  1 
füulile  Lage.    3  Ji  [18».] 

Eine  auserlesene  Sammlung  muslkaUsOb-sehO- 
ner  Vlolln-Etuden   von  den  berahmtMten  Mei- 
stern, progressiv  geordnet  und  mit  genauer  Bexeich- 
I   nung  der  Bogenstriche,   des  Fingersataee  und  der 
Vortragsweise   versehen    von  dem   hervorragenden,   I 
hoch  angesehenen  Violin'Pädagogen  Hermann  SchrS- 
der,   dessen  Name  schon   hinreichend  dafbr  htlrgt, 
dass  hier  sowohl  in  Hinsicht  auf  Wahl  des  Stofies, 
I  alsaufiQöglichstfruehtbrlDgendeundgesehmack-  i 
volle  Bearbeitung  desselben  AUes,  was  nur  zu  wit- 
schen wäre,  geleistet  worden,  und  somit  in  diesen 
Heften   ein  ausgezeichnetes,   bisher  sozusagen   i 
I  vermlsstes  Hilfsmittel  erschaffen,  das  allen  Den- 
I  jenigen,   die  sich  zu  den  Ereatzer-Etoden  empoi^  | 
\  arbeiten  wollen,  trefflich  zu  Nutze  kommen  wird. 


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Joh.  Seb.  Bach, 

Ewei-  uid  dr«istinmige  hratmen  fllr  Fiuifwt«, 


Heransgegeben  von  F.  B. 
S  Hafte  ja  8  u* 


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Diese  aof  Gmnd  »oi^ftUigar  Stadien  und  praktJaehar 
Unterriobtoerfsbrnngen  ron  neuen  Oeriobtqraneten  ana  doreh- 
gefUbrta  Bearbeitung  mit  lablreiDban  ^lautarungan  verdimt 
die  beaondere  Beachtung  der  Ltbrar  und  LaraandML 


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Bedeutendste  Pianoforte-lFabrik  EaropasI 

Flügel  und  Pianinos 

von  anerlcaiMit  «iitiibeirtroflrener  Hxi;ltl>arkeit 

und  edlem,  sangireioliem   HCon. 


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Beginn  des  Sommepsemesteps  am  21.  Appil.  [i96b.] 

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"*"  Der  fürstliche  Director: 

Hofcapellmeister  PpofeSSOP  SchPÖdeP. 


Ich  ersuche  hiermit,  Briefe  und  Engagements,  Con- 
certangelegenheiten  betrefiPend,  nur  direct  an  mich  zu 
adres^iren.  [197b.}  Ensemble-Uebungen.     Rollenstadinm. 


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Ania   Fleisclier,  Oboe  und  EnglischhorD.       m 

'^ '    ConCjBrtsSngerln  (Sopran),  l™  Cölner  städtischen  Orchester  ist  eine  Aspiranten- 

is  i-i^  ^-i_   j  i-  1    /^  ^j-      i.«  r  ^«  ,      stelle  für  Oboe  und  Englischhorn  mit  einem  Jahr esanfans^s- 

empnehlt  swjh  den  verehrl.  Concertdirectionen.  ri98c.l         ri^  ^e/\/^^  i. 

^  -  ^        ^      gehalt  von  loOO  Ji  neu  zu  besetzen. 

Coiistainz  €t*  I3»y  Schottenstr.  5. Bewerber  muss  einige  Operngewandtheit  besitzen  und 

befähigt  sein,  die  erste  Stimme  vollkommen  genügend  aus- 
zufüllen. 
Coneerf-'  und  OratorienSänfferin  (Sopran).  Meldungen  unter  Beifügung  von  Zeugnissen  sind  bis 

Dessau,  Bisiiiaiök-Stnisse  38.  [199h.]      !.'^.i®;..^^''"""'  •"■•  *•"  ^'^  Oberbürgermeister- Amt  Cöln 


KatAtiirtna  Sclinelder, 


zu  richten. 

Die  Stelle   ist  spätestens   bis   zum  15.  März  er.  an- 
zutreten. 

Die  Concurrenzprobe  findet   am  25.  Febr.  er.  Nach- 


herzogl,  säohs.  Hofpianißt,  Professeur  Bup^rieur  am  Oonservatorium     mittags  3  Uhr  im  Conservatorium  hier  statt 

«n  (Jeüf  (Sohweiz).  [200—.]  Cöln,  den  4.  Februar  1892. 

Goncert- Vertretung:   Hermann  VVolff,  Berlin. 


1 


f 


Der  Oberbürgermeister. 

L  V. 

der    Beigeordnete 

Jansen. 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater-  veriag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig. 

orcnesters.                     raoi— j  ^    e.,    ^       ^        ,t    .^--^-v — „ ,  ,  , 

•^           ^  Eduard  de       P"            Bauemtanz.     (La  Danse  des  Sabots.) 

Leipzig,  Käiser-Wilhelm-Strasse  21.    .  Hartog,  t^^^^'^  ^"^  ^"''"^""''  "'*  ^'*°1^j 


Druck  von  C.  G.  Röder  in  Leipzig. 

Hierzu  eine  Beilage  von  M.  P.  Belaleff  in  Leipzier. 


Leipzig»  am  25.  Föbruar  1892. 


tank  iluUieki  Buk-,  luii- 
lU  luOnuiUiiiiiiin,  init 

iiRk  IUI  m&wu  » 


H,  tun»  .^  'M'^v 

'^Ö^Ö^?'^         für  Muaikflr  und  flriisikfrfliiTidfl.         ■♦Ä 


ni  du  iiiitiiiitti  wiemiun 

MtDlBtl  ZulltHlEll  Itll  u 

MMi  Heuttni  n  idiialm. 


für  Musiker  und  Kusikfreunde. 

Yerantwortticher  Bedacteur  und  Verlegw: 

E.  W.  FriUsch, 

Leipzig,  KSnIgsstrasse  6. 


^^ 


XIIU.  Jabrg.] 


Du  Hniikaliiche  Wochenblatt  encheint  j&hrlicb  in  52  Nummeni.  Der  Aboiineiiientib«tnu 
fSc  dM  Qaartal  voQ  laNnmmern  iit  3M»rk;  eine  einielaeNummer  kettet  40  Pfennige  Bei 
directar  fnukirter  Kreaibaiubeudutig  tietw  nnchiteheade  Tiertelj&hrlicbe  Abonnemaati' 
preiie  in  Kraft:  3  Hark  60  Pf.  für  dai  Deatsche  Eeich  und  Oeaterreich.  —  3  Mark  76  Ff. 
(Or  weitere  Länder  dw  Allgemeinen  Fottveremi.  —  JahranbannnmeDti  «erden  unter 

Zugmndel^nR  TOrttehender  Bengibedinrnn^n  berechnet 
Die  latertionieebfibren  ßr  den  Banm  einer  gecpaltenen  Febtuile  bebagen  80  Pfennige. 


[No.1 


—  OMMtrtaduoliBD.  —  Kngagemenli  and  OuUpi«le  In  Op«r  «nd  Ooneeit.  -~   KlrahsniBnilk.  —  OpemanfnUinmnn.  —  Anl^enbita  No*i- 
Utea.  —  VenaUobte  WttliftUungM  nnd  NoUiml  —  XrlUnlisr  Anhang:  Oonp«iitianan  von  Laandsr  ScMagal.  ~  Brietkutan.  —  AnzelgeB. 


Die  Sag«  von   „THstan  und  Isolde" 
Richard  Wagner- 


Ton  Dr.  Arthur  Setcti. 


^Minne  ist  allenthalben, 

nur  nicht  in  der  HCtlel' 

Wolfram  T      ■     ■ 


Ge  sei  „jammerschade,  wenn  ein  solch  kösüichea 
dicbtaiüches  Denkmal  nur  füx  langhaarige  Altdeateche 
vorhanden  sei  and  so  prächtige  Sachen  unter  den  Stuben- 
gelehrten Termodem  seilen:  man  mus«  es  so  wieder  ge- 
bären, wie  Gottfried  von  Strassburg  dichten  wärde,  wenn 
er  heatEutage  lebte;  man  moss  sie  dem  Volke  schenkenl" 
—  So  schrieb  Carl  Immermanm,  —  er,  der  sich  selbst 
an  einer  Wiederdichtnng  desselben  versuchte,  in  den 
dreisBiger  Jahren  aber  das  alte  Tristan -Gedicht.  Das 
sollte  nun  freilich  noch  etliche  Jahrsehente  lang  lediglich 
beim  „{rommen  Wunsche"  bleiben.  Erst  Richard 
Wagner  war  es,  der  dieses  schöne,  trefiende  Wort  zom 
Leben  erweckte;  et  hat  uns,  hat  seinem  Volke  den  ur- 
alten Mythos  von  „Tristan  and  Isolde"  wieder  geschenkt, 
und  mit  Recht  behauptete  erst  künelich  Einer  unserer 
jüngeren  Gelehrten  dieser  Wissenschaft,  dass  sein  Werk 
weit  veniger  eine  „Bearbeitnng"  der  mittelalterlichen 
Dichtung,  als  vielmehr  eine  „Wiedergeburt"  des  alten 
Hjthus  im  Ganzen  bedeute. 

Zahlreiche  Bearbeitungen  aber  des  (von  Heister  Gott- 
fried in  30  Gesängen  nur  als  Fragment  hinterlaasenen) 
Epos  waren  seiner  gewaltigen  „Neudichtang"  —  wenn 
vir   so   sagen  dürfen  —  vorausgegangen.     Schon  Hans 


Sachs  hatte  die  „alte  Mar"  dramatisirt;  ea  ist  also  doeh 
etwas  mehr,  als  nur  zeitgemftase  Anspielung,  wenn  der 
moderne  Dichter  der  „Heistersinger"  im  3.  Act  seines 
Dramas  den  Schusterpoeten  ssu  Evchen  sagen  I&ssti 

nMein  K.ind,  von  Tristan  nnd  Isolde 
Kenn  ich  ein  traurig  Stück: 
Hans  Sachs  war  klug  nnd  wollte 
Nichts  von  Herrn  Marke's  Glück," 

Auch  hat  die  Sage  noch  später  als  weitverbreiteter 
und  vielgelesener  Prosa-Koman  bis  tief  in  dos  16.  Jahr- 
hundert hinein  ausserordentlich  stark  gewirkt.  Von  da 
ab  scheint  sie  so  ziemlich  gemht  zu  haben  bis  wiederum 
in  die  zweit«  H&Ifte  des  vorigen  Jahrhunderts.  Hier  war 
das  Gedicht  neuerdings  wieder  aufgegriffen  worden,  und 
es  wurde  nun  mehrmals,  zum  Theil  in  rascher  Aufein- 
anderfolge, herausgegeben ;  von  Ujrller  (1785),  von  Groote 
(1821),  Heinrich  von  der  Hagen  (1823),  dichterisch  be- 
arbeitet von  Aug.  Wilhelm  Schlegel  (1811).  Auf  diese 
litterarischen  Producte  mag  Immermann  mit  seiner  gleich 
eingangs  citirten  Apostrophe  an  die  „langhaarigen  Alt- 
deutschen und  Stubengelehrten"  angespielt  haben.  Seine 
(leider  nur  unvollendete)  Tristan-Dichtung,  verfasst  in  32 
Romanzen  —  das  Bedeutendste,  was  er  in  lyrischen  For- 
men gedichtet  hat  — ,  erschien  im  Jahre  1841.  Auch 
Platen,  sein  Antipode,  hatte  sich  (dieser  bereits  um  1826) 
an  einer  Neadichtnng  des  alten  Stoffes  versucht;  es  blieb 
aber  auch  hier  gleichfalls  nur  beim  Fragment.  Nun  folgte 
im  Jahre  1847  Hermann  Kurte  mit  seiner,  mittlerweile 
berühmt  gewordenen,  freien  Uebertragung  des  Gottfried'- 


10« 


sehen  Werkes,  die  der  eigentlichen  Dichtung  eine  lange 
prosaiBch-wissenschaftliche  Einleitung  über  die  mythischen 
Beziehungen  vorausschickt  und,  um  das  Ganze  harmonisch 
zu  Ende  zu  führen,  eine  selbständige  Ergänzung  des  von 
Gottfried  uns  überkommenen  Rumpfstückes  durch  Hinzu- 
fügung von  sechs  völlig  neuen  Gesängen  wagt.  Eine 
mehr  wortgetreue  Uebersetzung  (in  genauer  Anlehnung 
an  das  mittelhochdeutsche  Original)  von  Carl  Simrock 
liegt  aus  dem  Jahre  1855  vor;  ein  Jahr  später  beginnt 
Wagner  mit  der  Dichtung  seiner  gewaltigen  Tragödie; 
neuestens  (im  Jahre  1877)  hat  Wilh.  Hertz  in  München 
noch  eine  freie  und  durch  die  Schlussaventiure  „Noth 
und  Tod*'  abermals  vervollständigte  Uebertragung  Gott- 
fried's  geliefert,  die  —  nach  dem  übereinstimmenden 
Urtheile  aller  Sachverständigen  als  das  Bewundems- 
wertheste  auf  diesem  Gebiete  gilt.  Auch  die  Episode 
,, Tristan  und  Ysolde*'  aus  dem  Lustspiel  „König  Arthur 
und  seine  Tafelrunde'*  von  Aug.  Bürk  (Leipzig  1834) 
gehört  noch  hierher;  Carl  Philipp  Conz*  Romanze  „Tristan's 
Tod**  (1824)  und  R.  Baumbach's  gleichfalls  den  Tristan- 
Stoff  behandelndes,  indes  scherzhaftes  Gedicht:  „Traurige 
Folgen  des  Wassertrinkens**  aus  den  „Liedern  eines 
fahrenden  Gesellen**  (1882)  seien  dagegen  hier  nur  ganz 
beiläufig  erwähnt,  während  es  auf  der  anderen  Seite  ja 
wohl  als  bekannt  vorausgesetzt  werden  darf,  dass  Ulrich 
von  Türheim  und  der  ungleich  bedeutendere  Heinrich 
von  Freiberg  das  Gottfried'sche  Fragment  —  wiewohl  nur 
sehr  imbefriedigend  —  fortzuführen  suchten,  welches  (um 
1210  entstanden)  seinerseits  wieder  in  einer  Dichtung 
Eilhart's  vom  Oberge,  eines  ritterlichen  Lehensmannes 
Heinrich's  des  Löwen  (um  1175),  sowie  in  den  französischen 
Gedichten  von  Ghr^stien  de  Troyes  und  namentlich  von 
Thomas  seine  Vorgänger  bezw.  seine  eigentlichsten 
Quellen  erblickt.  — 

Unter  solchen  Voraussetzungen  ist  es  denn  für  uns 
nicht  ganz  uninteressant,  gleich  jetzt  zu  erfahren,  welche 
Stellung  unser  Meister  in  seiner  während  der  Jahre 
1856 — 1858  gereiften,  1859  vollendeten  Neu-Schöpfung 
sowohl  dem  Gottfried'schen  Liebesgedichte,  als  auch  diesen 
(mit  Ausnahme  der  Hertz'schen  Uebertragung)  sämmtlich 
seiner  Dramatisirung  des  .Stoffes  vorausgegangenen,  theils 
rein  litterarischen,  theils  wirklich  dichterischen  Bearbei- 
tungen gegenüber  einnimmt.  An  zwei  Stellen  —  nicht 
zwar  direct  auf  dieses  sein  Verhältniss  Bezug  nehmend, 
aber  doch  unzweideutig  genug,  um  daraus  Rückschlüsse 
zu  ziehen  —  lässt  er  sich  des  Näheren  darüber  aus; 
wovon  ich  hier  des  übersichtlicheren  Zusammenhangs 
wegen  die  der  Zeit  nach  spätere  Stelle  zuerst  anfuhren 
will.  In  dem  Aufsatz  „Was  ist  deutsch?**  vom  Jahre 
1878  schreibt  er  nämlich: 

„In  rauhen  Wäldern,  im  langen  Winter,  am  wärmen- 
den Herdfeuer  seines  hoch  in  die  Ijüfte  ragenden  Burg- 
gemaches pflegt  der  Deutsche  lange  Zeit  Urväter-Erinne- 
rungen, bildet  seine  beimischen  Göttermythen  in  uner- 
schöpflich mannigfaltige  Sagen  um.  Er  wehrt  dem  zu  ihm 
dringenden  Einfluss  des  Auslandes  nicht*  er  liebt  zu 
wandern  und  zu  schauen;  voll  der  fremden  Eindrücke 
drängt  es  ihn  aber,  diese  wiederzugeben;  er  kehrt  deshalb 
in  die  Heimath  zurück,  weil  er  weiss,  dass  er  nur  hier 
verstanden  wird:  Hier  am  heimischen  Herde  erzählt 
er,  was  er  draussen  sah  und  erlebte.  Romanische,  wälische, 
französische  Sagen  und  Bücher  übersetzt  er  sich,  und 
während  Romane,  Wälsche  und  Franzosen  Nichts  von 
ihm  wissen,  sucht  er  eifrig  sich  Kenntniss  von  ihnen  zu 
verschaffen.      Er    will    aber    nicht    nur    das   Fremde    als 


solches,  als  rein  Fremdes  anstarren,  sondern  er  will  es 
„deutsch**  verstehen.  Er  dichtet  das  fremde  Gedicht 
deutsch  nach,  um  seines  Inhaltes  innig  bewusst  zu  werden. 
Er  opfert  hierbei  von  dem  Fremden  das  Zufällige,  Aeusser- 
liehe,  ihm  Unverständliche,  und  gleicht  diesen  Verlust 
dadurch  aus,  dass  er  von  seinem  eigenen'  zufälligen, 
äusserlichen  Wesen  so  Viel  darein  gibt,  als  nöthig  ist, 
den  fremden  Gegenstand  klar  und  unentstellt  zu  sehen. 
Mit  diesen  natürlichen  Bestrebungen  nähert  er  sich  in 
seiner  Darstellung  der  fremdartigen  Abenteuer  einer 
Anschauung  der  reinmenschlichen  Motive  desselben. 
So  wird  von  Deutschen  „Parcival**  und  „Tristan** 
wiedergedichtet:  während  die  Originale  heute  zu 
Curiosen  von  nur  litterar-geschichtlicher  Be- 
deutung geworden  sind,  erkennen  wir  in  den 
deutschen  Nachdichtungen  poetische  Werke  von 
unvergänglichem  Werthe.** 

Das  ist  nun  schon  ein  recht  willkommener  Fingerzeig 
auch  für  unsere  Betrachtung  des  Stoffes;  die  Sache  wird 
indessen  noch  um  Vieles  klarer,  wenn  wir  aus  dem  „Epi- 
log^schen  Bericht  über  die  Schicksale  ded  »Nibelungen- 
ringes«** (Bd.  VI,  S.  378  f.  der  Ges.  Sehr.)  bez.  der 
historischen  Entstehung  seines  „Tristan** -Dramas  weiterhin 
Folgendes  in  Erfahrung  bringen: 

„Mit   dem  Entwürfe  von  »Tristan   und    Isolde«  war 
es  mir,  als  entfernte  ich  mich  selbst  nicht  eigentlich  aus 
dem  Kreise  der  durch  meine  Nibelungen  -  Arbeit  mir  er- 
weckten   dichterischen    und    mythischen    Anschauungen. 
Der  grosse  Zusammenhang  aller  echten  Mythen,   wie  er 
mir  durch   meine  Studien    aufgegangen  war,    hatte    mich 
namentlich  für    die    wundervollen  Variationen    hellsichtig 
gemacht,  welche  in  diesem  aufgedeckten  Zusammenhange 
hervortreten.    Eine  solche  trat  mir  mit  entzückender  Un- 
verkennbarkeit in  dem  Verhältnisse  Tristan 's  zu  Isolde, 
zusammengehalten     mit     demjenigen     Siegfried's     zu 
Brünnhilde,    entgegen.     Wie   in    den    Sprachen    durch 
Lautverschiebung    aus    demselben  Worte    zwei    oft   ganz 
verschieden  dünkende  Worte  sich  bilden,  so  waren  auch, 
durch   eine    ähnliche  Verschiebung  oder  Umstellung  der 
Zeitmotive,    aus    diesem    einen    mythischen  Verhältnisse 
zwei  anscheinend  verschiedenartige  Verhältnisse  entstanden. 
Die  völlige  Gleichheit  dieser  besteht  aber  darin,  dass  Tristan 
wie    Siegfried    das   ihm    nach  dem    Urgesetze    bestimmte 
Weib,  im  Zwange  einer  Täuschung,  welche  diese  seine 
That  zu    einer  unfreien  macht,    für  einen  Anderen  freit, 
und  aus  dem  hieraus  entstehenden  Missverhältnisse  seinen 
Untergang  findet.    Während  der  Dichter  des  Siegfried, 
den  grossen  Zusammenhang  des  ganzen  Nibelungen -My- 
thus vor  Allem  festhaltend,  nur  den  Untergang  des  Helden 
durch  die  Rache  des  (mit  ihm  sich  dennoch  aufopfernden) 
Weibes  in  das  Auge   fassen  konnte,    findet  der  Dichter 
des    Tristan   seinen  Hauptstoff  in   der  Darstellung  der 
Liebesqual,  welcher  die  beiden  über  ihr  Verhältniss  auf- 
geklärten Liebenden    bis   zu    ihrem  Tode   verfallen  sind. 
Hier  ist  nur    breiter    und    deutlicher    gefasst,    was    auch 
dort  unverkennbar  sich  ausspricht:  der  Tod  durch  Liebes- 
noth,  welche   in   der  einseitig  des  Verhältnisses  sich  be- 
wussten  Brünnhilde    zum  Ausdruck   gelangt.     Was   hier 
nur  mit    entscheidender  Heftigkeit    sich    äussern   konnte, 
wird  dort  zu  einem  unendlich  mannigfaltigen  Inhalte;  und 
hierin  lag  für  mich  der  Anreiz,  diesen  Stoff  gerade  jetzt 
auszuführen,  nämlich  als  einen  Ergänzungsact  des  grossen, 
ein    ganzes     Weltverhältniss     umfassenden     Nibelungen- 
Mythus.**  — 

(Fortsetzung  folgt.) 


107 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Hannover,  den  1.  Februar  1898. 

Das  Hauptereigniss  auf  UDserer  Bühne  war  die  gestrige 
Aufführung  der  grossen  Oper  „Hiame"  von  Ingeborg  von 
Bronsart,  Text  von  Hans  von  Bronsart  und  Friedr.  Boden - 
stedt.  (Dieselbe  wurde  bereits  im  vorigen  Jahre  in  Berlin 
gegeben.)  Das  volle  Haus  spendete  lebhaften  Beifall.  Die 
Oomponistin  (Gemahlin  unseres  früheren  Intendanten)  war 
selbst  anwesend  und  wurde  mehrmals  gerufen.  Das  Sujet 
der  Oper  ist  dramatisch,  weniger  die  Textcßchtung,  in  welcher 
zwar  die  schöne  Sprache  zu  loben  ist,  die  aber  zu  viel 
lyrisches  Empfinden  ausdrückt,  um  dramatisch  wirken  zu 
können.  Der  Inhalt  ist  kurz  folgender  (Vorspiel):  der  Dänen- 
könig Frotho  ist  todt.  Derjenige  soll  iNachfolger  des  Königs 
sein,  welcher  dessen  Ruhm  am  würdigsten  Besingt,  denn: 
.des  Wortes  Macht  wirkt  oft  gewaltiger,  als  die  Macht  des 
Schwertes;  die  höchste  Kunst  ist  die  vom  Oeist  gelenkte". 
Es  treten  drei  Bewerber  auf.  Der  Skalde  Harald  singt  von 
Frotho*s  Siegen,  Wingulf  dagegen  von  des  Köni^  gerechtem 
Walten  als  Vater  des  Volkes  im  Frieden.  Hiame  jedoch 
preist  den  todten  Helden  als  einen  Walhallgenossen,  der 
emporgehoben  ist  zu  Asgard's  Lichtwelt.  Deshalb  zieme 
dem  Volke  keine  Klage,   sondern  Jubel   und  Lust.    Hiame 

gewinnt  den  Preis.  Harald  imd  Wingulf  brüten  Bache, 
er  1.  Act  führt  in  den  schwedischen  Königspalast.  Hilda, 
die  Tochter  des  Königs  Erich,  sah  einen  jungen  Helden  im 
Traume.  Hiame  erscheint  mit  seinen  Mannen  und  bittet,  als 
Skalde  verkleidet,  um  die  Hand  Hilda's.  Die  Letztere  er- 
kennt in  dem  Skalden  ihr  Traumbild,  welcher  nun  gesteht, 
dass  er  selbst  Hiame  sei.  Im  2.  Act  ist  der  todtgaglaubte 
Sohn  des  verstorbenen  Königs  Fridleu  schiffbrüchig  zurück- 
gekehrt; er  verbindet  sich  mit  Harald  imd  Wingulf  zur 
Kache.  Die  Wahrsagerin  Wölwa  verkündet  ihnen  im  Voraus 
den  Tod  Hiame^s.  Bei  den  Hochzeitsfeierlichkeiten  des 
Letzteren  mit  Hilda  erscheinen  die  Verschwörer.  Nach 
l&neerem  Kampfe  weicht  Hiame  und  stürzt  sich  in  das  Meer. 
Fridleu  wird  als  König  anerkannt,  der  nun  HUda  zwingen 
will,  seine  Frau  zu  weraen.  Sie  nimmt  in  Verzweiflung  Gift, 
worauf  Hiame  zurückkommt,   welcher  sich  aus  den  Fluthen 

Errettet  hat.  Zu  sp&t!  Hilda  stirbt.  Der  3.  Act  bringt  Hilda's 
eichenzug  und  Verbrennung,  Hiame's  Klage,  dessen  Kampf 
mit  Fridleu,  in  welchem  er  sich  den  Tod  geben  l&sst  Thor 
erscheint  im  Wolkenwagen,  zertrümmert  durch  den  Blitz  die 
Burg  Fridleu's.  Hiame  wird  von  Hilda,  die  von  Walküren 
begleitet  ist,  nach  Walhalls  lichten  Höhen  geführt. 

Die  Musik  entbehrt  nicht  des  grossen  dramatischen  Zugs, 
ist  dabei  melodisch,  IdangyoU  instrumeutirt,  steht  nur  c3l- 
zusehr  im  Bajine  Bich.  Wa^er's  und  trägt  vielfach  die 
Färbung  von  dessen  „Lohengrm^-Musik.  Auch  „Nibelungen"- 
Anklänge  sind  zu  hören;  ja^  es  passirt  der  Oomponistin,  dass 
sie  das  Motiv  „Goldne  Aepfel^  notengetreu  in  inr  Werk  auf- 
nimmt. Den  Mangel  an  genügender  Oharakterisirung  der 
Personen,  welcher  aer  Dichtung  anhaftet,  hat  die  Tondichterin 
nicht  aufheben  können.  Der  2.  Act  ist  der  wirksamste  in 
Wort  und  Ton.  Im  Vorspiel  ist  der  Prei^esang  Hiarne*s 
hervorragend,  im  1.  Act  Hilda's  Ges&nge,  Hiame's  grosse  Er- 
zählung, der  Frauenchor  mit  Tanz  tmd  die  Wafienscene.  Von 
geringem  Eindrucke  dagegen  ist  das  Liebesduett.  (1.  Act.) 
Die  Oper  dürfte  sich  wirkungsvoller  gestalten,  wenn  dieselbe 
mit  dem  Zusammensturz  der  Burg  abschliessen  würde.  Die 
noch  folgende  Walkürenscene  ist  zu  sehr  Theatereffect.  Die 
Aufführung  war  gut  vorbereitet  und  ging  bis  auf  einige, 
allerdings  grössere  Versehen  erfolgreicn  von  Statten.  Die 
anstrengende  Titelpartie  fand  in  Hm.  Grüning  einen  vor- 
züglichen Vertreter.  Zu  loben  ist  auch  Frau  Görtz-Brandt 
(Hüda).  Die  weiteren  Partien  wurden  durch  Frau  Beck-Ba- 
decke und  durch  die  HH.  Gillmeister,  Emge  und  v.  Milde 
dargestellt.  Die  viel  verwendeten  Ghöre  sangen  tapfer.  De- 
corationen und  Oostume  waren  splendid.  Die  Oper  ist  reich 
an  Bühneneffecten:  Kampfscenen,  Schiffbruch,  Leichenver- 
brennung, Dampf,  Blit^  Donner,  Sturm,  Wetterleuchten,  Nord- 
licht, Mondschein.  Die  Maschinerien  und  Beleuchtungs- 
apparate traten  in  gute  Function.  Das  Orchester  unter  Hm. 
C^pellmeister  Herner's  Leitung  verdient  Lob. 


Als  erste  Novität  gelangte  am  14.  November  die  komische 
Oper  -La  Basoche"  („Zwei  Könige*')  von  Albert  Oarrö,  deutsch 
von  L.  Hartmann,  Musik  von  Andrö  Messager  zur  Dar- 
stellung; es  fjEUiden  mehrere  Wiederholungen  statt.  Die 
Handlimg  ist  unglaubwürdig,  aber  sie  enthä&  lebhafte  Volks- 
scenen,  Aufzüge  der  Schreiberzunft  unter  jauchzender  Volks- 
menge, frische  Ensemblesätze.  Die  Musik  ist  fortlaufend, 
doch  sind  Lieder  und  Arien  einfi^flochten,  meistens  von 
nicht  grosser  musikalischer  Erfinouug,  aber  wohlklingend 
und  geschickt  instrumeutirt.  Die  Messinginstrumente  sind 
sparsam  verwendet.  Am  besten  sind  die  beiden  ersten  Acte; 
der  dritte  fWt  dagegen  ab.  Die  Musik  ist  werthvoUer,  als 
das  Textbuch.  Trotz  der  genannten  Vorzüge  wird  sich  die 
Oper  kaum  auf  dem  SpielpGin  erhalten.  Schade,  dass  man 
meist  ausländische  Bühnenwerke  in  Deutschland  aufführt. 
Es  ist  anzunehmen,  dass  manche  brauchbare  Oper  im  Pulte 
dieses  oder  jenes  deutschen  Componisten  ruht,  welche  nicht 
zur  Aufführung  gelang,  da  das  geringe  Interesse  der  Theater- 
leitungen fiir  deutsche  Opern  dies  verhindert.  Möchten 
doch  die  Intendanten  von  Zeit  zu  Zeit  um  Einsendungen 
von  neucomponirten  Opern  ersuchen,  es  würden  sich  jedentalls 
mitunter  gute  Werke  finden,  welche  eher  berechtigt  sind, 
aufgefilhrt  zu  werden,  als  manches  ausserdeutsche  gäaltlose 
Bühnenstück.  Die  Hauptpartien  in  der  besprochenen  Oper 
wurden  dargestellt  durch  Frl.  Tu  seh  er  (Marie),  Frl.  Jann 
(Fleurette),  fiüm.  Grüning  (Clement)  und  Hm.  v.  Milde  (Her- 
zog), von  welchen  jedoch  nur  die  genannten  Herren  gerühmt 
werden  können.  Frl.  Tuscher  fehlte  es  an  genügenden  Stimm- 
mitteln, Frl.  Jahn  an  Temperament.  Der  Chor  wirkte  be- 
sonders am  Schluss  des  2.  Actes  vortrefflich. 

(Schluss  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Dasl6.undl6.Abonnementconcert  im  Neuen 
Gewandhaus  &nden  infolge  Erkrankung  des  ständigen 
Hrn.  Dirigenten  unter  Leitung  des  Hrn.  Sitt  statt  und  h&tien 
als  reine  Orchesterwerke  die  Symphonien  No.  3  von  Beethoven 
und  No.  S  von  Schumann,  sowie  die  1.  und  2.  Ouvertüre  zu 
„Leonore^  von  Beethoven  im  Programm,  deren  Ausführung 
mit  Ausnahme  einiger  Abweichun&ren  im  Tempo  sich  nicht 
Über  das  Niveau  des  daselbst  Traditionellen  und  Herkömm- 
lichen erhob;  die  Schumann'sche  Symphonie  wollte  nicht  ein- 
mal die  von  früher  gewohnte  Wirkung  machen.  Diesen  Aus- 
fall wird  Niemand,  der  Hrn.  Sitt^s  Diri^ntenschwungkraft 
von  anderer  Gelegenheit  in  dankbarer  Ermnerung  hatte,  auf 
Conto  dieses  ausgezeichneten  Künstlers  geschrieben  haben ;  er 
zeugt  nur  davon,  dass  Hr.  Sitt  entweder  im  Vornherein  auf 
Durchdrückung  seiner  eigenen  Intentionen  verzichtete  oder  aber 
in  der  ihm  zu  (^bote  stehenden  Zeit  zum  Probiren  in  dem 
Versuch  hierzu  an  der  jahrelangen  (j(ewÖhnung  des  Orchesters 
an  die  daselbst  übliche  Auffassung  scheiterte.  Das  15.  Ooncert 
hatte  Hm.  Prof.  Dr.  Joachim  aus  Berlin  und  dessen  Tochter, 
die  Sängerin  Frl.  Marie  Joachim  aus  Elberfeld,  zu  Solisten, 
währeml  im  folgenden  ftkr  die  an  der  angekündi^en  Mitwir- 
kung verhinderte  Frau  Huber  aus  Basel  die  hiesige  Sängerin 
Frau  von  Knapp staedt  helfend  einsprang.  Hr.  Prof  Dr. 
Joachim  hatte  Bruches  neues  (3oncert  und  Tartini's  sogen. 
Teufelsttiller-Sonate  zum  Vortrag  gewählt.  Das  erstere  Stück 
war  in  zweierlei  Richtung  ein  Miss^priff:  erstens  ist  es  als 
Composition  auch  im  (rewandhaus  mcht  besser  geworden  und 
zweitens  geht  es  in  seinen  Ansprüchen  über  das  gegenwärtige 
technische  Vermögen  des  grossen  Vortragsmeisters  entschieden 
hinaus.  Es  klan^  Vieles  so  unrein  und  unbestimmt  in  dem 
musikalisch  zumeist  ganz  öden  Passagenkram,  dass  mit  diesem 
Vortrag  weder  dem  Componisten,  noch  dem  Spieler  gedient 
sein  konnte.  So  weit  dürfte  bei  Mm.  Prof.  Dr.  Joachim  die 
Freundschaft  für  seinen  neuen  Compositionsprofessor  wirklich 
nicht  gehen,  dass  er  dabei  seinen  Kuhm  als  Virtuos  aufs  Spiel 
setzte.  Ganz  der  alte,  unerreichte  Meister  war  derselbe  in 
der  Wiedergabe  der  Composition  von  Tartini,  des  zugegebenen 
Abendb'edes  von  Schumann  und  der  Ausführung  der  obligaten 
Violine  zu  der  von  seiner  Tochter  gesungenen  Mozart*schen  Arie 
,11  re  pastore''.  Frl.  Joachim  liess  in  deren  Vortrag  und  in 
Liedern  von  Schubert  und  Schumann  eine  sympathische  und 
ausgibige  Mezzosopranstimme,  die  nach  der  Tiefe  zu  an  das 
Or^n  der  Mutter  erinnert,  aber  noch  der  letzten  Atusgleichanff 
beaürftig  ist,  und  sinngemässen  Ausdruck  erkennen  und  fand 
sehr  aufmunternden  Beifall.  Auch  Frau  von  Knappstaedt, 
die  Sängerin  des  folgenden  Ck)ncertes,  war  Debütantin  an  dieser 

9* 


108 


Stelle.  Sie  sang  das  Fragment  „Hellstrahlender  Tag*'  aus 
Braoh*8  -Odyssens"  und  Lieder  von  Schubert  und  Hiller,  ohne 
damit'  gleich  beMedigend  zu  wirken,  wie  kürzlich  in  der 
Kirche.  Stimme  und  Vortrag  machten  uns  &st  irre  an  dem 
Eindrudk,  welchen  wir  in  dem  bez.  Bach-Vereinsconcert  von 
ihren  Vorträgen  empfangen  hatten.  JedenflBiUs  hat  uds  dieser 
Fall  edatant  gezeigt,  in  welch  hohem  Grade  Wirkung  und 
Beurtheilung  gewisser  Gesangsleistungen  mit  von  der  Akustik 
des  Concertraumes  abh&neig  sind. 

Ben  beiden  vorerwähnten  Orchesterconcerten  war  die 
6.  Kammermusik  im  selben  Hause  vorausgegangen,  welche 
in  bestens  vorbereiteter  und  ausgezeichnet  verladener  Aus- 
führung durch  die  HH.  Prill,  von  Dameck,  Unkenstein 
und  Wille  die  StreichG[uartette  Op.  18,  No.  3,  von  Beethoven, 
in  Bmoll  (das  sogen.  Quinten-Quartett)  von  Haydn  und  Op.  61, 
No.  2,  von  Brahms  darbot.  Ganz  besonders  hervorragend  ge- 
staltete sich  die  Wiedergabe  des  Brahms*schen  Tonpoöms,  die 
zu  den  besten  Quartettproductionen  zu  zählen  war,  welche 
wir  überhaupt  an  dieser  Stelle  gehört  haben. 

Ein  interessantes  Programm  lag  dem  6.  Akademischen 
Orchesterconcert  unter  Direction  des  Hrn.  Prof.  Dr. 
Kretzschmar  zu  Grunde.  In  demselben  gelangten  Composi- 
tionen  slavischer  und  französischer  Autoren  zur  Vertretung.  Die 
Es dur-Symphonie von  A.  Borodin,  derl.  Satz  des  Dmoll-Clavier- 
concerts  vonBubinstein  und  die  l.SlavischeBhapsodie  von  Dvo- 
Hk  gravitirten  nach  der  einen  Bichtung,  Berlioz'  Ouvertüre 
„Camaval  romain*',  Saint-Saäns*  Gmoll-Qavierconcert  und  die 
„Seines  poötiques*'  von  B.  Godard  nach  der  anderen.  Von  die- 
sen Werken  waren,  obgleich  früher  schon  hier  vorgeftthrt, 
die  von  Borodin,  Dvotäk  und  Gbdard  die  dem  diesmaligen 
Auditorium  jedenfBills  am  wenigsten  bekannten.  Als  die  be- 
deutendste unter  ihnen  trat  die  Symphonie  des  Erstgenannten 
hervor,  eine  Schöpfung  voller  Phantasie  und  Geist,  zum  Theil 
aber  auch  von  einer  Herzlichkeit  der  Empfindung,  die  mehr 
an  einen  deutschen,  denn  an  einen  russiscnen  Autor  gemahnt. 
Dabei  ist  Alles  knapp  in  der  Form  und  ausgezeichnet  instru- 
mentirt.  Die  letztere  Eigenschaft  besitzen  auch  die  Oompo- 
fiitionen  von  Dvorak  und  Gk>dard,  nur  sind  sie  in  der  Haupt- 
sache auf  äusserlichen  Effect  zugespitzt  und  bieten  deshalb 
nur  vorübergehendes  Amüsement.  Die  beiden  Olaviemummem 
wurden  von  Frau  Clara  Kretzschmar,  der  hochtalentirten 
Gkittin  des  Dirigenten  dieser  Concerte,  ausgeführt,  der  Con- 
certsatz  von  Bubinstein  auf  einem  Jank6-Flügel,  das  Saint- 
Saöns'sche  Werk  auf  dem  gewöhnlichen  Flüeel,  Beide  Blüth- 
ner'sche  Fabrikate.  Die  ^Lnstlerin.  die  die  Neuclaviatur  erst 
seit  Kurzem  studirt  hat,  zeigte  sicn  in  beiden  S^temen  als 
Meisterin.  Dafür,  dass  Ton  und  Ausdrucksfähigkeit  des  Jank6- 
Flügels  noch  nicnt  die  Vollkommenheit  des  anderen  Instru- 
ments auswies,  ist  sie  nicht  verantwortlich  zu  machen.  Das 
Problem ,  den  Jank6-Flügel  in  diesen  Eigenschaften  seinem 
älteren  Öruder  ebenbürtig  zu  machen,  war  in  dem  zur  Ver- 
fügung gestellten  älteren  Instrument  dieser  Construction  ein- 
£Eidi  noä  nicht  ^löst.  Später  gebaute  Jankö-Flügel  der 
Firma  Blüthner  zeigen  hierin  grosse  Fortschritte  una  stehen 
den  Pendants  alten  Systems  kaum  nach*).  Frau  Kretzschmar, 
schon  nach  dem  ersten  Auftreten  wiederholt  gerufen,  musste 
nach  dem  Vortrag  des  Saint^öns*schen  Concertes  sogar  drei 
Mal  auf  das  Podium  zurück  kehren,  um  das  durch  ihre  wun- 
dervolle Leistung  enthusiasmirte  Publicum  zu  beschwichtigen. 
Was  die  Thaten  des  Orchesters,  der  Capelle  des  134.  Infanterie- 
Begiments  angeht,  so  ist  dasselbe  Günstige  zu  berichten,  wie 
aus  den  vorhergegangenen  Concerten.     Wie  wäre  dies  aber 

*)  Wir  hatten  Tags  darauf  in  einer  Abendunterhaltung 
des  k.  Conservatoriums  der  Musik  Gelegenheit,  Vorträge  zweier 
Elevinnen  des  Hm.  Wendung  auf  einem  Blüthner^schen  Jankö- 
Flügel  zu  hören,  der  in  der  Ausgibigkeit,  Fülle  und  Modula- 
tionsfähigkeit des  Tons  fieictisdi  perfect  war.  Wie  Frau 
Kretzschmar,  so  haben  auch  die  beiden  jungen  Conservato- 
ristinnen  —  Frl.  v.  Himpe  aus  Leipzig  und  Frl.  Lauten- 
schlaeger  aus  Jersey —  m  lächerlicn  kurzer  Zeit  eine  schon 
ganz  bedeutende  Fertigkeit  und  Sicherheit  auf  dem  Jankö- 
Flügel  gewonnen,  sodass  ihre  mit  künstlerischem  Gteschmack 
und  musikalischem  Empfinden  gepaarten  Leistungen  (Frl.  v. 
Himpe  spielte  „Der  Wanderer**  von  Schubert-Liszt  und  Spinner- 
lied von  Wagner-Liszt,  während  Frl.  Lautenschlaeger  höchst 
temperamentvoll  sich  an  der  Ausführung  des  Fdur-Clavier- 
trios  yon  Gade  beiheiligte)  mit  Becht  den  lebhaftesten  Beifall 
£Emden,  allerdings  vielleicht  zum  stillen  ingrimmigen  Aerger 
einiger  wenigen  Clavien>ädagogen,  die  in  den  praktischen  Er- 
folgen der  «Hinkö-Claviatur  eine  G^efahr  für  ihre  Existenz  be- 
fürchten. 


auch  anders  möglich  unter  der  Führung  eines  Künstlers,  bei 
dem  sich  wie  bei  Hrn.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  wirkliches 
Directionsgenie  mit  höchster  geisti^r  Potenz  und  heiliger 
Begeisterung  für  die  Kunst  au&  Innigste  verbindet. 

Zum  S<mlus8  unseres  heutigen  &richtes  wollen  wir  nur 
noch  mit  einigen  Worten  des  Concertes  gedenken,  das  der 
akademische  Gesangverein  „Arion**  unter  Leitung  seines 
langjährigen  Dirigenten  Hrn.  Prof.  Bich.  Müller  am  9.  Febr. 
im  Centr^hallensaal  abhielt.  Von  den  vom  Verein  gesungenen, 
meist  neuen  Chören,  die  in  unserer  heut.  Concertumschau 
vollständig  aufgeführt  sind,  hatten  höheren  musikalischen 
Werth  eigentlicn  nur  die  Compositionen  von  A.  Becker  und 
F.Hegar.  das  üebrige  war  meist  gut  gemeint,  aber  theilweise 
auch  recnt  conventionell  und  schwach.  Wo  dann  noch,  wie 
in  Jadassohn^s  Ballade  „Graf  Eberstein*',  die  fehlende  Tiefe 
durch  möglichste  Breite  ersetzt  worden  war,  wurde  es  wirk-' 
lieh  langweüig.  Die  Ausführunfi"  der  Chöre  stiand  nicht  gerade 
unter  einem  günstigen  Stern:  aie  Stimmen  gaben*  meistens 
keinen  besonders  edlen  Klang,  die  Intonation  liess  öfter  zu 
wünschen  übrig,  und  an  der  rechten  dynamischen  Ausarbei- 
sung  fehlte  es  last  überall.  Wir  wünschen  dem  Verein,  dass  er 
in  seinem  nächsten  Concert  das  Unbefriedigende  seiner  Lei- 
stungen in  Bede  gründlich  vergessen  machen  möge!  Aehn- 
Üch  wie  mit  den  Uhorvorträgen  war  es  auch  mit  den  in  die- 
selben eingeschobenen  Solospenden  der  Sängerin  Frl.  Else 
Müller  und  des  Pianisten  Hrn.  v.  Böse  bestellt^  wenn  auch 

fem   constatirt  werden    soll,    dass   der  Herr  die  Dame  an 
ünstlerischer  Durchbildung  weit  überrag,  die  Erstere  aber 
nichtsdestoweniger  nicht  ohne  Beifall  bheb. 

Leipzig.  Endlich  im  Monat  Januar  kam  an  unserem 
neuen  Stadttheater  Meister  Wagner,  nachdem  er  im  No- 
vember und  December  vorigen  Jahres  —  wohl  eine  Folge 
des  damals  abgehaltenen  Mozart -Cyklus  —  flEist  ganz  ver- 
bannt worden  war,  wieder  zu  Worte:  flünf  Abende  waren 
ihm  gewidmet,  an  denen  wir  den  ^Fliegenden  Holländer*', 
-Lohengrin",  „Die  Walküre"  (zwei  Mal)  und  „Götter- 
dämmerung" hörten.  Die  „Holländer" -Aufführung  am  6. 
bot  zu  neuen  Bemerkungen  keinen  Anlass,  von  allgemeinerem 
Interesse  war  schon  der  ^Lohengrin"  am  24.,  da  wir  an  dem 
betreffenden  'Abend  zwei  Gastinnen  zu  hören  GMettankeit 
hatten:  Frl.  K  ramm  er  vom  Stadttheater  in  Düssel(forf  als 
Elsa  und  Frau  Stemler-Wagner  aus  Chemnitz  als  Ortrud, 
die  für  das  erkrankte  Frl.  Dozat  als  rettender  Engel  ein- 
gesprungen war.  Die  erstere  Dame,  ein  früheres  Mitglied 
unserer  JSühne,  hat  seit  ihrem  Weggange  von  hier  Viel  ge- 
lernt, —  das  wird  ihr  Niemand  absprechen  wollen,  ist  aber 
bei  weitem  nicht  zu  solchen  Partien  prädestinirt,  wie  sie 
dieselben  sich  zu  ihrem  hiesigen  Gastspiel,  das  ausser  der 
Elsa  noch  die  Leonore  (im  „Troubadour"  am  22.)  und  die 
Sieglinde  (in  der  „WaUrüre"  am  27.)  umfasste,  ausgesucht 
hatte.  Wenn  sie  sich  mit  Verdi  in  schliesslich  noch  annehm- 
barer Weise  abzufinden  wusste,  so  konnte  sie  den  hoch- 
dramatischen  Wagnerischen  Partien  fiEist  nirgends  p^recht 
werden,  namentlich  die  Sieglinde  war  eine  fast  gänzlich  un- 
genügende Leistung;  weder  Stimme,  noch  schauspielerische 
Begabung  reichten  da  aus,  und  von  einem  Eindringen  in 
den  tiefen  poetischen  Gtehalt  der  Aufgabe  konnte  keine  Bede 
sein.  In  Hinblick  auf  dieses  wenig  erquickliche  Gesammt- 
resultat  ist  es  um  so  bedauerlicher,  als  in  hiesigen  einge- 
weihten Kreisen  das  Gerücht,  die  Dame  sei  för  unsere  Bühne 
zurückengagirt,  mit  ziemlicher  Bestimmtheit  cursirte,  da 
wir  beim  besten  Willen  nicht  herauszufinden  vermögen,  was 
uns  durch  diese  Neu -Erwerbung  genützt  werden  soU:  denn 
ein  Stern  erster  Grösse  wird  Frl.  Krammer  gewiss  nie  werden, 
und  solche  zweiter  Güte  haben  wir  nim  doch  nachgerade  ge- 
nug! Um  zum  „Lohengrin"  zurückzukehren,  so  kann  man 
von  der  anderen  Gastin,  Frau  Stemler-Wagner,  uneefähr  das- 
selbe berichten,  wie  von  Frl.  Krammer:  ganz  hübsche  Stimme 
und  Schule,  achtbares  Können,  aber  nicht  für  erste  Partien 
an  einer  Bühne  ersten  Banges  geeignet.  Die  übrige  hiesige 
Ausführung  des  Werkes  ist  bekannt,  erwähnt  sei  nur,  dass 
Hr.  de  Grach,  der  Vertreter  der  Titelrolle,  auf  seinen  hohen 
Tönen  wieder  wunderschön  Schule  ritt  imd  ihnen  zu  Liebe 
im  üebrigen  „funfe  gerade"  sein  liess.  —  eine  Verfahrungs- 
weise,  die  ihm  denn  auch  von  eini^n  niesigen  imparteiischen 
Locidkritikem,  z.  B.  in  der  „Leipziger  Zeitung",  die  ent- 
sprechende Würdigung  eintrug.  Alsäieffmund  am  27.  schien 
er  die  Scharte  wieder  auswetzen  zu  woUen  und  begann  sehr 
glücklich,  um  leider  in  der  Todesverkündigungs-ocene  des 
zweiten  Aufzuges  durch  einige  grobe  Unsicherheiten  und 
Versehen  den  guten  Eindruck  wieder  sehr  abschwächen  zu 


109 


mttflsen.  Zum  ersten  Male  bei  uns  sang  —  an  Stelle  des  da- 
mals noch  erkrankten  Hm.  Sohelper  —  Hr.  Neldel  den 
Wotan,  nnd  wenn  er  sich  den  TJmst&nden  entsprechend  so 
ehrenrwerth  mit  seiner  schwierigen  Aufgabe  abfand,  so  wird 
man  dem  strebsamen  Künstler  gern  Anerkennung  zollen.  In 
der  Walküren -Aufföhrong  am  2.  Janaar  sang  oder  woUte 
vielmehr  ein  gewisser  Hr.  Schue^raf  (aus?)  den  Wotan 
singen,  Hr.  Fritz  Ernst  aus  Berhn  stellte  den  Siegmund 
dar;  auf  die  Leistung  des  ersteren  Ghistes  einzugehen,  sei  uns 
erspart  und  nur  gesagt^  dass  sie  zu  dem  ungenügendsten 
gehörte,  was  wir  je  auf  der  Bühne  gehört  und  ge- 
sehen: Eines  war  uns  nur  noch  unbegreiflicher,  als  der  Wotan 
des  Hm.  Schuegraf:  wie  es  nämlich  Hr.  Staegemann  hatte 
wagen  können,  Derartiges  dem  Leipziger  Publicum  vorzu- 
fahren, —  wieder  einm^  ein  Beweis,  auf  welchem  Status 
unsere  Oper  sich  augenblicklich  befindet.  Hr.  Ernst  ist  den 
Lesern  des  „Musikalischen  Wochenblattes*'  kein  Neuling,  und 
es  sei  daher  nur  von  Neuem  constatirt,  dass  er  immer  noch  so 
Ungleichmässiges  bot  wie  früher.  Die  ^Götterdämmerune'' 
eing  am  12.,  nachdem  sie  im  December  v.  J.  in  Folge  Er- 
krankung eines  Mitgliedes  mit  Hinweglassung  der  I^men- 
nnd  Wafiorauten-Scene  hatte  gegeben  werden  müssen,  voll- 
ständig in  Scene,  —  an  jenem  Abend  waren  wir  also  sogar 
dem  Dresdener  Hoffcheater  über!  Allerdings  aber  nur  in  dieser 
Beziehung;  dezm  sonst  gab  es  des  Auszusetzenden  ziemlich 
Viel:  so  war  die  Waltraute  durch  Frl.  Eibenschütz  voll- 
ständig ungenügend  besetzt,  die  Nomen  hätten  schöner 
singen  können,  Hr.  Demuth  hätte  als  Günther  nicht  denken 
müssen,  dass  er  eine  Wachsfigur  darstellen  sollte,  unser 
Orchester  hat  auch  schon  besser  gespielt,  etc.  etc.  Die 
treffliche  Brünnhilde  des  FrL  Doxat  ist  von  uns  schon  oft 
rühmend  hervorgehoben  worden;  dass  sie  sich  freilich  das 
Znhochsingen  im  Affect  und  das  Tremoliren  in  der  Höhe 
werde  abgewöhnen  können,  der  Glaube  ging  uns  verloren. 
Aecht  gut  be-^khrte  sich  Hr.  Wittekopf  äa  Hagen,  auch 
Hr.de  Grach  (Siegfried)  ezhibirte  sich  dieses  Mal  günstiger, 
denn  sonst,  sehr  schön  sangen  wieder  die  Bheintöchter 
(Damen  Baumann,  Mark  und  Duncan-Ghambers). 

Zum  Schluss  seien  noch  zwei  Neueinstudirungen  in 
Erwähnung  gezogen,  in  deren  Wahl  die  Direotion  äusserst 
gMtoklioh  gewesen  war,  resp.  einem  dringenden  Bedürfriiss 
ab|;eho]fen  hatte:  ich  meine  die  von  Halövy*s  „Blitz"  am 
10.  und  die  der  „Aifda**  am  17.  Januar.  Die  entzückende 
französische  Oper  fand  bei  uns  eine  ganz  vorzügliche  Wieder- 

fsibe,  um  die  sich  namentlich  Frau  Bau  mann  (Henriette), 
rl.  Mark  (Madame  Darbel)  und  Hr.  Merkel  (Lionel)  ver- 
dient machten.  Den  Taktstock  ftlhrte  hier  wie  auch  bei  „Aida** 
Hr.  Oapellmeister  F  au  r,  die  AuffÜhrungdes  Verdi^schen  Meister- 
werkes war  leider  eine  nicht  in  allen  Theilen  so  vollendete, 
wie  die  des  „Blitz" :  Frl.  Pe  wny 's  Kräfte  reichen  zu  der  Titel- 
rolle nicht  aus,  Hr.  de  Grach  konnte  die  Partie  des  Badar 
m^  nicht  vollständig  decken  und  Hr.  Demuth  charakteri- 
sirte  als  Amonasro  zu  wenig.  Lobend  hervorgehoben  seien 
Frl.  Doxat  (Amneris)  und  Hr.  Wittekopf  (König).  Nicht 
vergessen  sei  hinzuzufügen,  dass  am  16.  Hr.  Demuth  mit 
dem  Bigoletto  sich  einen  ganz  aussergewöhnlichen  Erfolg 
ersang  und  erspielte,  und  dass  die  „Gavalleria^  hier  noch 
ebenso  en  vogue  ist,  wie  etwa  die  Influenza!  — 

F.  B.  Pfau. 

Hambarg,  I.  Febr.  Das  sechste  der  Neuen  Abon ne- 
in entconcerte  brachte  in  der  Hauptsache  die  für  unseren 
Ort  neue  Fdur-Symphonie  von  Eugen  d' Albert.  Das  Werk 
hat  uns  in  jeder  Hinsicht  imponirt  und  grossen  Bespect  vor 
seines  Componisten  ungewöhnlichem  Talent,  wie  vor  seinem 
ausserordentlichen  Können  und  Wissen  abgefordert.  Es  steckt 
in  der  Symphonie  des  Tüchtigen  und  Fertigen  so  Viel,  dass 
wir  V.  Bül  o  w's  lebhaftes  Literesse  für  sie  sehr  wohl  begreifen. 
Wie  vortrefflich  ist  das  erste  Allegro  in  Anlage  und  AusfClh- 
rung  gerathen  mit  seinem  singenden  und  geschickt  weiter 
gefmirten  Hauptgedanken,  dem  sehr  sinnigen,  den  Holzblas- 
instrumenten zugetheilten  zweiten  Thema  in  DmoU,  dem 
kanonartig  sich  einstellenden  kraftvollen,  rhythmisch  schnei- 
digen Motiv  und  der  nachherigen  freundlichen  Seztenfigur 
der  Flöten,  Clarinetten  und  Fagotte,  mit  welchem  Material 
d* Albert  so  prächtig  umzugehen  gewusst  und  in  der  Durch- 
führungspenode vieles  Bedeutende  ninzustellen  verstanden  hat. 
Wie  viele  Freude  und  welchen  Genuss  bereitete  uns  die  Be- 
obachtung des  von  einem  eigenartig  pathetischen  Satz  einge- 
leiteten Finale,  an  dessen  Spitze  ein  wunderhübscher,  lang- 
athmiger   Streichquintett-Gedanke  steht|  in  dessen  verlauf 


ein  ganz  reizendes  Bratschen- Adnr  und  eine  anziehende  Er- 
innerung an  das  Scherzo  und  das  erste  Allegro  sich  einfinden^ 
dieses  Finale  ist  so  frisch,  gesund  und  natürlich,  ist  das 
Netteste,  was  man  hören  kann.  Das  Omoll-Andante  ist  ein 
sehr  trübe  und  ernst  gestimmtes  Stück,  das  den  Blick  mehr 
nach  innen  wie  nach  aussen  richtet  und  das  nicht  Jeder- 
mann sogleich  in  demselben  Grade  einleuchtet^  wie  das  darauf 
fol^nde  fjEunose  Scherzo,  in  dessen  Leichtlebigkeit  und  lustig 
springende  Achtelfiguren  Oboen,  Clarinetten,  F^eotte,  Hör- 
ner und  Violoncell  beruhigende  und  gemüth volle  Worte  hinein 
zu  reden  haben.  Wer,  wie  Eugen  fAlbert,  als  Jüngling  von 
einundzwanzig  Jahren  eine  solche  Symphonie  in  die  "V^t  zu 
senden  vermochte,  der  ist  gewiss  zu  grossen  Thaten  berufen. 
—  Hr.  Dr.  v.  Bülow  hatte  dem  Werk  seines  jungen  Freundes 
die  liebevollste  Sorgfalt  gewidmet,  und  unter  seiner  Meister- 
hand gelang  die  Ai^fÜhrung  auf  das  Allerbeste;  es  &nd  beim 
Publicum  auch  grossen  Anklang,  und  nach  dem  dritten  und 
vierten  Satz  seiner  Symphonie  wurde  der  Componist,  der  als 
Solist  anwesend  war,  wiederholt  aufs  Podium  gerufen.  Die 
anderweitigen  Orchesterdarbietungen  bestanden  in  einer 
Ouvertüre  im  italienischen  Stü  von  Mozart»  die,  nach  Jahn's 
Angabe,  zu  dem  heroischen  Drama  „König  Thamos''  von 
Gelber  gehört  hat,  Adagio  ed  Andante  quasi  Allegretto  ans 
der  Musik  zum  Ballet  „Die  Geschöpfe  des  Prometheus*'  von 
Beethoven  und  Wa^er^s  „Meistersin^r^'-Yorspiel,  wovon 
Letzteres  in  der  genialen  Wiedergabe  einen  kaum  beschreib- 
lichen  Enthusiasmus  erregte.  Hr.  d*Albert  spielte  Beethoven's 
Gdur-Goncert,  das  Gdur-Lnpromptu  aus  Op.  90  von  Schubert 
und  die  Tarantella  ^Yenezia  e  Napoli**  von  Liszt  hinreissand 
schön. 

Ln  6.  und  6.  Philharmonischen  Concert  wurden  an 
Symphonien  die  in  Ddur  von  Ph.  Emanuel  Bach,  in  Fdur 
von  Beethoven  und  in  Dmoll  von  Volkmann,  die  Ouvertüre 
zum  „Mlürdien  von  der  schönen  Melusine**  von  Mendelssohn 
und  äa  Novität  Grieg*s  pikante,  zumal  in  Harmonie,  Rhyth- 
mus und  Listrumentation  recht  ungewöhnliche  „Peer  Gyiit*'- 
Suite  darfi;eboten.  Die  Ausführung  war  durchweg  eine  be- 
fnedigende  und  in  Betreff  des  Geuillens  stand  die  Sache  so, 
dass  von  der  Grieg'schen  Suite  die  beiden  letzten  Nummern 
wiederholt  werden  mussten.  Die  Solisten  dieser  beiden  Gon- 
certe  waren  vorzügliche  Künstler:  Frl.  Elisabeth  L eisin g er, 
Eine  der  vornehmsten  Sängerinnen  unserer  Tage^  Hr.  Cesar 
Thomson,  der  gewaltigste  Techniker  auf  der  Geige,  und 
unser  Bx,  Ottokar  Kopecky,  der  bewährte  Ooncertmeister 
der  Philharmoniker.  "v 

Die  Bach-Gesellschaft  hat  eine  Missa  solemnis  ihres 
Dirigenten  Adolph  Mehrkens,  die  vor  etwa  zwei  Jahren 
schon  einmal,  und  zwar  noch  im  Manuscriptzustande  zu  G^hör 
kam,  zur  wiederholten  Aufführung  gebracht.  Das  Werk  ist 
indessen  im  hiesigen  Yerla^  von  Jon.  Aug.  Böhme  gedruckt 
erschienen  und  ll^  sich  jetzt,  wo  Auge  und  Ohr  sich  bei  der 
Beurtheilung  unterstützen  können,  in  seinem  Wesen  gründ- 
licher fassen,  als  früher  nach  nur  einmaligem  Hören.  Das 
hat  bei  uns  aber  sofort  festgestanden  und  wir  bleiben  dabei: 
dass  in  Mehrkens'  Messe  sich  weni^r  eine  hervorragend  starke 
ihrfindungskraft  kund  gibt,  als  eine  grosse  contrapunctiBche 
Tüchtigkeit  und  eine  ausserordentliche  Geschicklichkeit  in  der 
Behandlung  der  vocalen  und  instrumentalen  KlangmitteL  Es 
sind  Periooen  in  dem  Werk,  die  darum  eewaltig  durchsohla- 
gen  und  enorm  wirken,  wie  das  „Oredo^  mit  der  sich  gross- 
artig steigernden  Fuge  „Et  unam  sanctam**,  das  achtstimmige 
„C^aeifixus**,  das  kraftvolle  „Sanctus**  und  das  vorwärts  stre- 
bende „Amen''.  —  Chor  und  Orchester^  ebenfalls  die  solosin- 
genden Herrschaften,  Frau  Dr.  Schneider  aus  Berlin,  Frau 
Wirth  aus  Aachen,  dieHH.  Mann  aus  Dresden  und  Schulz- 
Dornburg  aus  Würzburg,  thaten  unter  Mehrkens*  Leitung 
für  das  Gelingen  der  Messe- Aufführung  das  Beste.  Wir  haben 
noch  den  Wunsch,  dass  auch  andere  grosse  Chorvereine  der 
interessanten  Neuigkeit  ihre  Aufmerksamkeit  zuwenden. 

Der  Caecilien-Verein  hatte  für  sein  zweites  dieswin- 
terliches  Concert  ebenfikUs  eine  Composition  mit  lateinischem 
Texte  gewählt:  das  Manzoni-Eequiem  von  Verdi.  Wir  hörten 
es  nun  bereits  zum  dritten  Male  und  haben  uns  wieder  recht 
sehr  daran  erbaut.  Man  muss  nur  die  Sache  nehmen,  wie  sie 
ist,   als  die  Schöpfung  eines  warmblütigen  Italieners,  eines 

f  laubigen  Katholiken  und  eines  Künstlers,  der  Zeit  seines  Le- 
ons seine  Kräfte  dem  Theater  gewidmet  hat,  und  nicht  Werke 
völlig  anderer  Bichtung  zum  Yergleicli  heranziehen  wollen, 
wie  bei  uns  neulich  ein  „verdienter  Aesthetiker  und  Geschichts- 
schreiber** gethan,  der  gleich  Brahms  und  Verdi  als  Bequiem- 
Componisten  einander  gegenüber  gestellt  hat.  Diese  albernen 


110 


Parallelen!  —  Wir  müssen  gestehen,  dass  uns  Verdi's  ,,Dies 
irae"  noch  immer  gewaltig  gepackt  hat,  dass  wir  dem  merk- 
würdigen „Agnus  Dei"  mit  grosswn  Interesse  zugehört,  ebenso 
dem  „Sanctu?,  dem  JCjacrymosa**  und  noch  manchem  Anderen. 
&.  Spengel  sorgte  rar  das  gute  Herauskommen  desEeaniems, 
soweit  es  den  Chor  und  das  Orchester  anbetraf,  und  rilr  das 
Soloquartett  waren  genügende  Er&fbe  (Frl.  Johanna  Nathan, 
Frl.  Gaecilie  Eloppenburg  und  die  HH.  Franz  Litzinger 
und  Anton  Sistermans)  bestellt. 

Unsere  drei  Streichquartettvereine  haben  Jeder  eine  Soiree 
im  Januar  abgehalten.  Bei  den  HH.  Zajic,  Schloming, 
Löwenberg  und  Gowa  wurden  in  schönster  Ausftlhrung 
Brahms'  C^.  61,  No.  1,  Schumann's  Op.  41,  No.  3,  und  Beet- 
hoven's  Op.  18,No.  6,  gehört,  bei  den  HH.  Marwege,  Ober- 
dörffer,  Schmahl  und  Klietz  in  guter  Wiedergabe  Men- 
delssohn^i  Op.  18,  Beethoven's  Op.  69,  No.  2,  und  das  Clari- 
nettenauintett  von  Mozart,  während  die  HH.  Bl&ha,  Der- 
lien,  Harten  und  Schwormstaedt  sich  sehr  eifrig  um 
Bob.  Kahnes  hübsches,  wohlklingendes  Adur-Streichquartett, 
Schubert*s  Nachlass-D  moll  und  ein  Haydn'sches  Gaur  be- 
mühten. 

Hr.  Eopecky  hatte  für  seinen  zweiten  Eammermusik- 
abend  die  manchmal  etwas  derbe  und  hart  zufassende,  aber 
sonst  recht  musikalische  G^vierspielerin  Frl.  Wilhelmine 
Marstrand  eingeladen,  mit  welcher  zusammen  er  zwei  werth- 
volle  Stücke  der  neuen  Litteratur  für  Violine  und  Pianof orte: 
Brahms*  Dmoll-Sonate  Op.  108  und  die  in  ihren  drei  Sätzen 
nur  Werth volles  und  Bedeutendes  enthaltende  in  EmoU  Op.  24 
Ton  Thieriot  vortrug.  Zwischen  den  beiden  Sonaten  bot  der 
treffliche  Künstler  Adagio  und  Fuge  aus  der  Amoll-Sonate 
für  Sologeige  von  Bach,  deren  Darlegung  ihm  einen  zwei- 
maligen Hervorruf  einbrachte. 

Der  Zuzug  von  fremden,  selbständig  concertirenden 
Künstlern  war  im  Januar  nicnt  gross;  es  kamen  nur  Frl. 
Spies,  die  sich  verabschieden  wollte,  und  die  drei  Schwestern 
Eissler. 

Wir  haben  nun  noch  einige  Meldungen  vom  Theater  zu 
machen.  Die  Erste  betrifft  die  Neuigkeit  russischer  Herkunft 
„EugenOnögin^,  deren  Textbuch  nach  dem  bekannten  Poöm 
von  Puschkin  verfiisst,  von  A.  Bernhard  ins  Deutsche 
übertragen  ist,  und  wozu  die  Musik  Peter  Tschaikowsky 
geschrieben  hat.  Das  Werk  stiess  bei  der  Premiere  anfllng- 
Sch  beim  Publicum  auf  einigen  Widerstand,  erregte  im  wei- 
teren Verlaufe  aber  freundliche  Theilnahme  und  fand  stellen- 
weise 'sogar  lebhaften  Beifall.  Doch  aber  ist  es  nach  zwei- 
maliger Aufführung  bereits  vom  Bepertoire  abgesetzt,  imd  das 
dünn  uns  recht  be^uerlich,  denn  oie  Wenigsten  wissen,  wie 
sie  mit  .Onögin^  nach  dieser  flüchtigen  Bekanntschaft  daran 
sind  una  sein  eigentliches  Wesen  zu  deuten.  Sein  schnelles 
Verschwinden  ist  namentlich  wegen  der  interessanten  Ck)m- 
position  Tschaikowsky's  bedauerlich,  die  überall  Nobles  tmd 
Vornehmes  bietet,  sehr  Feines  und  Hübsches  enthält,  die  sich 
unzweifelhaft  auch  nach  längerem  Dasein  an  unserer  Bühne 
noch  viele  Freunde  erworben  hätte.  Die  erwälmte  Opposition 
richtete  sich  gegen  die  grosse  Ausdehnimg  der  Scenen  am 
Anfemg  von  „Onögin'',  welchem  TJebelstana  jedoch  unschwer 
abzuhdfen  gewesen  wäre.  Ganz  schlimm  aber  ist  es  um  das 
Textbuch  bestellt,  das  kaum  die  geringste  Handlung  aufweist 
und  durch  seinen  ausschliesslich  lyrischen  Charakter  müde- 
machend  wirkt.  Onögin  ist  ein  blasirter  Wüstling,  der  seinen 
Freund  zur  Eifersucht  reizt  und  ihn  nachher  im  Duell  er- 
schiesst,  der  das  Mädchen,  das  ihm  zugeneigt  ist,  sdköde 
und  verächtlich  behandelt,  das  er  aber  später,  als  es  die 
Qattin  eines  Anderen  geworden,  mit  seinem  Verlangen  und 
seinen  Anträgen  verfolsrt,  —  das  ist  im  Grunde  genommen 
Alles.  Man  hatte  ausserdem  den  Fehler  gemacht,  „Onögin"  auf 
dem  Theaterzettel  als  Oper  zu  bezeichnen ,  während  Dichter 
und  Gomponist  ihr  Werk  immer  nur  als  ^yrische  Scenen" 
hinstellen;  das  ist  doch  ein  unterschied.  Von  den  Ausfüh- 
renden sind  Frl.  Bettaque  und  Hr.  Cronberger  mit  Aus- 
zeichnung zu  nennen.  —  Eine  weitere  Neuigkeit  war  Gou- 
nod*s  alte,  freundlich  klingende,  aber  nicht  gross  interessirende 
Oper  „Philemon  und  Baucis",  die  aber  schnell  wieder  ver- 
scnwand.  Von  der  albernen  Fantomime,  dem  „musikalischen 
Schauspiel  ohne  Worte**  in  drei  Acten  von  Michel  Carrö  jun. 
mit  Musik  von  Andrö  Wormser :  „Der  verlorene  Sohn**  reden 
wir  nicht  weiter,  —  das  Ding  ist  zu  dumm.  Es  gefällt  aber 
den  Leuten  in  hohem  Grade  und  wird  wohl,  mit  etwas  An- 
derem zusammen,  einen  um  den  anderen  Abend  gegeben. 
Neulich  standen  auch  einmal  „Fidelio**  und  n^sr  verlorene 
Sohn**  gemeinsam  auf  dem  Zetteil  -^  Ob  Hr.  Fellini  Beetho- 


ven^s  Meisterwerk  als  verlorenen  Sohn  betrachtet,  der  sich 
nicht  mehr  allein  fortzuhelfen  vermag? 

Louis  Bödecker. 


Conoertumsohau. 

Amsterdam.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Concerthaus  (Kes) 
am  8.  Febr.:  4.  Symph.  (1.  Fassung)  v.  Schumann,  „Meister- 
singer**-Vorspiel  V.  Wagner,  Ouvertüren  von  Bubinstein 
t Antonius  \md  Cleopatra*')  u.  Mendelssohn,  JPee  Mab**  von 
erlioz,  drei  Sätze  a.  der  „Sc^ne  du  Bai**  v.  Delibes,  And. 
cant.  a.  dem  Streichquart.  Op.  11  v.  Tschaikowsky. 

Bamberg.  100.  Musikabend  desMusikal.Ver.:  „^mont**-. 
Ouvert.  V.  Beethoven,  „Lobgesang**  v.  Mendelssohn  (lausten: 
Frls.  Eilp  u.  Fischer  u.  Hr.  Römer.) 

Basel.  7.  Abonn.-Conc.  der  Alleem.Mumkgefiellschafb  (Dr. 
Volkland):  Cdur-Symph.  von  Schm)ert,  „Benvenuto  Celliiii**- 
Ouvert.  V.  Berlioz,  „Lohengrin**- Vorspiel  v.  Wagner,  Gte- 
sangvorträge  des  Hrn.  Perron  a.  Dresden  („Die  Mainacht*'  v. 
Brahms  ^.). 

Berlin.  2.  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Wieniawski  unter 
Mitwirk,  der  Sängerinnen  Frls.  Müller  u.  Jordan  am  80.  Jan.: 
Fünf  Vocalduette  v.  J.Wieniawski,  Claviersoli  v.  Moniusz- 
ko  (Polon.),Moszkowski  („En  automne**)^af  f  (Ung.BhaüS.), 
Beethoven  (Son.Op.  110),  Kubinstein  (Tarantelle)i  J.  Wie- 
niawski („Sur  Poc^n**),  Liszt  (Span.  Eha^.)u.  A.  —  Conc. 
des  eli^ähr.  Pianisten  Eisenberger  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin 
Frl.  Marsala  m.  SoU  f.  Ges.  v.  E.  Grie^  („Ich  liebe  dich**), 
J.  Brahms  („Wie  bist  du,  meine  Eönigm**),  O.  Lessmann 


( 


„Wüchsen  mir  Flügel**),  R.  Wagner  („Träume**),  Corne- 
ius  („Komm,  wir  wandeln  zusammen**)  u.  Deesauer  und  f. 
Clav.  V.  Beethoven  (Son.  Op.  22),  Scarlatti  (Adur-Son.)  u.  A. 
-—  Concert  des  Stem'schen  Gesan^er.  (Prof.  Gtemsheim)  am 
1.  Febr.:  „Das  Feuerkreuz**  f.  Soh,  Chor,  Orch.  u.  Orgel  von 
Bruch  (Solisten:  Frl.  Schauseil  u.  HH.  Büttner  u.  Severin), 
Violinconc.  (Hr.  Prof.  Dr.  Joachim)  u.  Psalm  42  v.  Mendels- 
sohn. —  2.  Eammermusikabend  von  Gustav  u.  Ingeborg  Emer 
u.  Fritz  Espenhahn  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Boldt: 
Claviertrios  v.  Volkmann  (Bmoll)  u.  Mendelssohn  (Dmoll), 
Soli  f. Ges.  V.  Ad.  Jensen  („0,  lass  dich  halten**).  Sieber  f^ch 
sah  den  Wald**)  u.  A.  u.  f.  Violonc.  v.  H.  Hof  mann  (Adagio  u. 
Allegro).  —  2.  Quartettabend  (2.  Cyklus)  der  HH.  Prof  Joachim, 
de  Ahna,  Wirth  u.  Hauismann:  Streichquartette  von  Haydn 
(Ddur),  Cherubini  (DmoU)  u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  2).  — 
Popul.  Liederabend  der  Sängerin  Frau  Feininger  unt.  Mitwirk, 
der  Pianistin  Frl.  Kretschmann  a.  Leipzig  am  6.  Febr.  mit 
Soli  f.  G^.  V.  Schulhoff  (Canzonetta) }  Benedict  („Came- 
val**),  Grieff  („Solvejg's  Lied**  u.  „Hoffnung**)  u.  A.  u.  f.  Clav. 
V.  Grieg  (,lNorwegischer  Brautzug**),  Beinecke  (Gavotte  u. 
Pastorale),  Moszkowski  (Barcarole)  u.  A.  —  7.  Philharm. 
Conc.  (Dr.  v.  Bülow):  Cdur-Symph.  v.  Schubert,  „Eamarins^ 
kaja**  u.  Ouvertüre  zu  „Bouslane  und  Ludmila**  v.  Glinka, 
Concertouvert.  im  ital.  Stil  v.  Mozart,  Ciaviervorträge  des  Frl. 
V.  Poznanska  (Dmoll-Conc.  v.  Bubinstein,  Edur-Polon.  v. 
Liszt  etc.).  —  Conc.  des  Tenoristen  ELm.  Götze  unt.  Mitwirk, 
des  Kulenkampff'schen  Frauench  ors  (Eulenkampff)  am  10.  Febr. : 
Frauenchöre  v.  A.  Naubert  („Li  die  Nacht,  die  sternenklare**), 
F.  E.  Koch  („Sonnenuntergang**  u.  „Der  Nachtigall  Antwort**), 
Ad.  Jensen  („Rübezahl"),  H.  Huber  („Die  Wäscherin**), 
Brahms  (drei Kanons  f.  Sopranstimmen),  G.  Kulenkampff 
(„Der  Schmied**  u.  „Elfenreigen**),  sowie  Volkslieder,  G^sang- 
soli  V.  G.  Kulenkampff  (B<)manze  a.  der  Oper  „Der  Mohren- 
fiirst**).  Ad.  Jensen  („Mar^reth  am  Thore**),  Em.  Sulzbach 
(„Stille  Liebe**),  F.  Ries  („Himmlische  Zeit**)  u.  A.  —  Conc. 
des  Hrn.  A.  Rubinstein  unter  Mitvnrk.  des  Philharm.  Oroh. 
(Herfurth)  m.  eig.  Coinpositionen  am  12.  Febr.:  Gmoll-Symph., 
Claviersoli  m.  Orch.  (Esdur-Conc.  u.  Caprice  russe)  und  ohne 
dasselbe. 

Bern.  4.  Elammermusikmat.  des  Pianisten  Hm.  Denhof 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Burgmeier  a.  Aarau  (G^.),  Stemberg 
(Viel.)  u.  Ad.  Rehberg  (Vioionc.)  a.  G^nf:  D  moll-Claviertrio 
V.  Mendelssohn,  AmoU-Clav.-Violinson.  v.  Bubinstein,  (Je- 
sangsoU  v.  Schubert  u.  Schumann. 

Bielefeld.  1.  Kammermusik  (2.  Folge)  der  HH.  Nacht- 
mann V.  hier  (Clav.),  Sahla  a.  Bückeburg  (Viol.)  u.  Lorleberf 
a.  Hsmnover  (Violonc):  Claviertrios  v.  Bargiel  (Esdur)  una 
Mozart  (Bdur),  Phantasiestücke  f.  dieselben  Instrumente  von 
Schumann,  Clav.-Violinson.  Op.  30,  No.  3,  v.  Beethoven. 

Bonn.  2.KammermusikaDend  der HH.HoUaender, Kömer, 
Schwartz  u.  Hegyesi  a.  (3öln  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Prof.  Jeu- 


111 


sen,  Friede,  Abendroth,  Ketz  u.  Wolschke  v.  ebendaher:  Sept. 
Op.  20  V.  Beethoven,  GmoU-Streichquint.  y.  Mozart,  Cmoll- 
Streichquartettsatz  v.  Schubert. 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.-Orch.  (Nikisch): 
No.  18.  3.  Symph.  v.  Beethoven,  Eine  Paust-Ouverture  von 
Rieh.  Wagner,  Fmoll-Clavierconc.  v.  Chopin  (Frau  Beach). 
No.  14.  Cmoll-Symph.  v.  Spohr,  Pastoral-Prelude  v.  Chad- 
wick, drei  Slav.  Tänze  v.  Övot&k,  l.Violinconc.  v.  Bruch 
(Hr.  Adamowski). 

Bremen.  2.  Kammermusikabend  der  Phüharm.  Concerte: 
Streichquartette  v.  Schubert  (Amoll)  und  Beethoven  (Op.  59, 
No.  1;,  fldur-Claviertrio  (neue  Ausgabe)  v.  Brahms.  (Aus- 
fahrende: Frau  Erdmannsdörfer-Fichtner  [Clav.]  u.  HH.  Halir, 
Wittenberg,  Ffitzner  u.  Smith  [Streicher].) 

Breslau.  9.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Masz- 
kowski)  unter  Mitwirk,  des  Hm.  Lewinsky  a.  Wien  und  der 
Bresl.  Singakad.:  4.  Symph.  v.  Brahms,  „Man£red"-Musik  v. 
Schumann.  —  4.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Conoertcap.  (Biemen- 
schneider):  GmoU-Symphonie  v.  Mozart,  sechs  Charakterbilder 
a.  der  Musik  zu  Hebbä*s  „Nibelungen"  v.  Lassen,  Gesang- 
vorträge des  Frl.  Höbich  („Das  ist  die  Zeit  der  Bosenpracht" 
u.  „Der  Schäfer  patzte  sich  zum  Tanze*'  v.  Lassen  etc.) 
u.  A.  m. 

Bückebarg.  1 .  Kammermusikabend  der  Hofcap. :  Streich- 
quartette V.  Mozart  (Eisdur),  Volkmann  (GmoU)  u.  Haydn 
(Gdur).  (Ausführende:  HH.  Beyer,  Ttiting,  Heisterberg  und 
Kellermann.) 

Chemnitz.  2.  Abonn.-Conc.  der  städt.  Cap.  (Fohle):  Fdur- 
Symph.  V.  Dvof&k,  2.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beethoven, 
^endlied  f.  Streichorch.  v.  Schumann,  Ciaviervorträge  des 
Hrn.  Rosenthal  a.  Wien  („Don  Juan"-Fhant.  v.  Liszt,  eig. 
„Wiener  Carneval"  etc.).  —  1.  Kammermusikaufflihr.  des  Hrn. 
Fohle:  E  moU-Clavierquint.  v.  Chr.  Sin  ding,  Esdur-Streich- 
quart.  v.  Mendelssohn,  Clav.-Violinson.  Op.  47  v.  Beethoven. 
(Ausführende:  HH.  Maverhoff  [Clav.],  Schiemann,  Weimers- 
haus,  Göllnitz,  Dörr  u.  Mann  [Streicher].)  (Das  Sinding'sche 
Novum  hat,  aasgezeichnet  interpretirt,  auch  hier  die  ihm  ^- 
bührende  Anerkennung  gefunden  und  den  blendenden  Ein- 
druck einer  kühn-genialen  Composition  hinterlassen.) 

Cöln.  5.  u.  6.  Kammermusikaufführ.  der  HH.  Hollaender, 
Sdrwartz,  Körner  u.  Hegyesi:  Streichquartette  v.  Beethoven 
(Op.  127),  Mendelssohn  (Ddur)  und  Haydn  (Ddur),  Cmoll- 
Streiohquartettsatz  v.  Schubert,  Ddur-Claviertrio  v.  E.  Heu- 
ser (Clav.:  der  Comp.),  Clav.-Violinson.  Op.  30,  No,  2,  von 
Beethoven  (Clav. :  Hr.  Eibenschütz). 

Danzlg.  3.  Abonn.-Conc:  Claviertriosv.Brahms(Op.lOl) 
u.  Beethoven  (Op.  97),  „Novelletten"  f.  dieselben  Instrumente 
V.  Th.  Kirchner.  (Ausführende:  HH.  Schumann  von  hier 
[Clav.],  Kruse  u.  Dechert  a.  Berlin  [Streicher].)  —  Matin6e  des 
Gesangver.  (Schumann)  am  31.  Jan.  m.  Beethoven's  9.  Symph. 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Küster  u.  Suhr  und  des  BGm. 
Reutener  v.  hier,  sowie  des  Hm.  Böckner  a.Köni^berg  i.  Fr. 

Dordreeht.  Am  4.  Febr.  Aufführ.  v.  Vierling's  „Con- 
stantin"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  durch  die  Zangvereeniging 
(Erdelmann)  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Landrö  a.  Haarlem 
u.  des  Frl.  Eberle  u.  des  Hm.  Haase  a.  Rotterdam. 

Essen  a.  d.  R.  4.  Conc.  des  Musikver.  (Witte):  Symphon. 
Sätze  „Fahrt  zum  Hades"  u.  „Elysium"  v.  W.deHaan,Lust- 
spielouverturen  „Marionetta"  u.  „Nordische  Sennfahrt"  von 
Gade,  Chöre  m.  Orch.  v.  E.  Heuser  („Mittemacht"  u.  „Wol- 
ken am  Meer",  unt.  Leit.  des  Comp^  u.  Baff  („Im  Kahn"  u. 
Morgenlied),  Violoncellvorträge  des  Hm.  Kiefer  a.  Erfurt  (Conc. 
V.  G.  H.  Witte,  „Am  Springbrunnen"  v.  David  off  etc.). 

Frankfurt  a.  M.  Museumsconcerte  (Kogel):  No.  7. 
3.  Symphonie  v.  Schumann,  Orchestersuite  a.  „Feer  Gynt"  v. 
Grieg,  „Fidelio" -Ouvert.  v.  Beethoven,  „Merlin"-Ouvert.  von 
Goldmark,  Violinvorträge  des  Frl.  Wietrowetz  (Concert  von 
Brahms,  Romanze  v.  Bruch  u.  Ungar.  Tänze  v.  Brahms- 
Joachim).  No.  8.  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Siegfried-Idyll" 
V.  Wagner,  Ouvert.  zu  „Le  Roi  d*Ys"  v.  Lalo,  Ciaviervor- 
träge der  Frau  Carreno  (Bmoll-Conc.  v.  Tscha'ikowsky  u. 
Fhant.  üb.  \mgar.  Volksmelodien  v.  Liszt). 

Grimma.  Conc.  der  Erholungsgesellschaft  am  8.  Febr.: 
Clav.-Violinson.  Op.  47  v.  Beethoven,  Soli  f.  Clav.  v.  Fade- 
rewski  (Menuett)  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Sitt  (Folon),  Bruch 
(Adagio  a.  dem  1.  Conc.)  u.  Böhm  (Gavotte).  (Ausführende: 
Frl.  Robinson  [Viol.]  u.  Hr.  v.  Böse  [Clav.]  a.  Leipzig.) 

Halle  a.  S.  Concert  des  Student.  Gesangver.  „Frideri- 
ciana"  rZehler)  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Folscher  u.  der 
HH.  G.' Borchers  u.  Schreiber  a.  Leipzig  am  1.  Febr.:  „Der 
Landsknecht"  f.  Männerchor.  Soli  u.  Orch.  v.  W.  Taubert, 


Männerchöre  v.  Bruch  („Auf  die  bei Thermopvlae Gefallenen"), 
J.  Rheinberger  („Nenuphar"),  Gade  („Warnung  vor  dem 
Rhein"),  Dregert  („Der  letzte  Gruss")  u.  Dürrner  (Maien- 
lied), Gesangsoli  von  H.  Goetz  (Arie  -Die  Kraft  versaget"), 
Franz  („FriÄlingsliebe"),  Umlauft  („Dort  unterm  Flieder- 
busch"),  H.Ritter  („Die  Spinnerin"),  Langenbeck  („lieber 
Nacht")  u.  F.  V.  Holstein  („Einkehr").  —  4.  Winterconcert 
der  Vereinigten  Berggesellschafb  (Wiegert):  8.  Symphonie  v. 
A.  Klughardt  (unt.  Leit.  des  Comp.),  „Oberen" -Ouvert.  von 
Weber,  Solovorträge  des  Frl.  Gleiss  a.  Dessau  (G^s^  Arie  v. 
Haydn,  „Solvejg's  Lied"  v.  Grieg,  „La  sera"  v.  A.öchimon 
u.  „Mein  Liebster  ist  ein  Hammerschmied"  v.  J.  Krug  -Wald- 
see) und  des  Hm.  Klughardt  (Clav.,  Esdur-Conc.  v.  Beetho- 
ven etc.).  —  3.  Quartottabend  der  HH.  Fetri  a.  Dresden, 
V.  Dameck,  ünkenstein  u.  E^engel  a.  Leipzig  unter  Mitwirk, 
des  Pianisten  Hrn.  v.  Böse  a.  Leipzig:  Streichquartette  von 
Haydn  (Ddur)  u.  Schubert  (Amoll).  Clav.-Violinson.  Op.  47  v. 
Beethoven.  —  Am  8.  Febr.  Aufrahriing  v.  P.  Umlauft *s 
„Agandecca"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  durch  den  Akadem. 
Gesangver.  (Reubke)  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Heinig  a. 
Leipzig  u.  Schiefer  v.  hier  u.  der  HH.  Trautermann  u.  tfm- 
lauit  a.  Leipzig,  sowie  Bachmann  v.  hier. 

Hamburg.  5.  Philharm.  Conc.  (Prof.  Dr.  v.  Bernuth) :  Svm- 
phonien  V.  Ph.  Em.  Bach  (Ddur)  u.  Volkmann  (Dmoll),  äolo- 
vorträge  des  FrL  Leisinger  a.  Berlin  (Ges.)  u.  des  Hm.  Ko- 
pecky  (Viol.).  —  3.  Kammermusikabend  der  HH.  Bl&ha,  Derlien, 
Märten  u.  Seh wormstaedt :  Streichquartette  v.  Schubert  (D  moll), 
R.  Kahn  (Adur)  u.  Haydn  (Cdur).  —  Conc.  der  Frls.  Marianne 
u.  Clara  Eissler  (Viol.  u.  Harfe)  am  14.  Jan.:  Conc.  f.  Harfe 
u.  Viol.  m.  Clav.  v.  Mozart.  Soli  f.  Harfe  v.  Spohr  (OmoU- 
Phant.),  Hasselmans  (Ballade)  u.  A.  u.  f.  Viol.  von  Raff 
(Gmoll-Suite)  u.  Saint-Saöns  (Introd.  u.  Rondo  capricc.).  — 
6.  Abonn.-Conc.  unt.  Leit.  des  Hm.Dr.  v.  Bülow:  Fdur-Sym- 
phonie  v.  E.  d' Albert,  „Meistersinger"-Vor8pielv. Wagner, 
Ouvert.  im  ital.  Stil  v.  Mozart,  Adagio  u.  Allegretto  aus  der 
Balletmusik  zu  „Prometheus"  v.  Beethoven,  Claviervorträge 
des  Hrn.  d* Albert  (Neapolit.  Tarantelle  v.  Liszt  etc.).  — 
2.  Abend  des  Quartettvereins  der  HH.  Marwege,  OberdörfFer, 
Schmahl  u.  Klietz  unt.  Mitwirk,  des  Hm.  Müller  (Clarinette): 
Clarinettenquint.  v.  Mozart,  Streichquartette  v.  Mendelssohn 
(Amoll)  u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  2).  —  3.  Kammermusik- 
abend der  HH.  Zajic,  Schloming,  Löwenberg  u.  Gowa:  Streich- 
?[uartette  v.  Brahms  (C moll),  Schumann  (Adur)  u.  Beethoven 
Op.  59,  No.  2).  —  2.  Abonn.-Conc.  des  Caecüien-Ver.  (Spengel) 
m.  dem  Requiem  v.  Verdi  unt.  Solist.  Mitwirkung  der  Frls. 
Nathan  u.  Kloppenburg  u.  der  HH.  Litzinger  u,  Sistermans  a. 
Frankfurt  a.  M. 

Hannover.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Kirchenchors  der 
Marktkirche  (Stöcker)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Schmidt 
u.  Hundoegger  u.  des  Hrn.  Brune(Ges.),  sowie  der  HH.|^Klose 
(Org.)  u.  Vizthum  (Harfe)  am  25.  Jan.:  Cant.  „Gottes  Zeit 
ist  die  allerbeste  Zeit"  v.  S.  Bach.  Psalm  23  v.  Liszt,  Chor 
„Jesus  ist  für  uns  gestorben"  v.  ralestrina,  Soli  f.  Ges.  von 
Fh.  Em.  Bach  („Wende  dich  zu  meinem  Schmerze")  u.  Rh  ei  n- 
berger  („Sehet,  welch  eine  Liebe"),  f.  Org.  v.  S.  Bach  (Prael. 
u.  Fuge  in  HmoU)  u.  f.  Harfe. ! 

Heidelberg.  5.  Abonn.-Conc.  des  Bach- Vereins  (Prof. 
Wolfrum)  unt.  Mitwirk,  des  Sängerpaares  Hildach  a.  Berlin: 
Symph.  fantast.  y.  H.  Berlioz,  Kaiser-Marsch  (m.  Chor)  v. 
Wagner,  Vocalduette  v.  Schumann  und  E.  Hildach  („Nun 
bist  du  worden".  Altdeutscher  Liebesreim"  u.  „Im  blühenden 
GartÄi"),  Gesangsoli  v.  H.  Riedel  („Biterolf  im  Lager  von 
Akkon")  u.  A. 

Hermannstadt  i.  S.  Conc  des  Musikver.  (Bella)  am  6.  Jan.: 
Concert.  Symph.  f.  Viol.  u.  Bratsche  v.  Mozart,  gem.  Chöre  v* 
Arn.  Krug  („An  die  Hoffnung",  m.  Orch.)  u.  Mozart  („Ave, 
verum  corpus",  m.  Streichorch.),  Weihnachtslied  f.  Sopran  m. 
Orch.  V.  J.  L.  Bella. 

Herzogenbusch.  2.  Vocal-  u.  Instrumentalconcert  der 
Liedertafel  „Oefening  en  Uitspanning"  (Bouman):  8.  Symph. 
V.  Beethoven,  Orchesterstück  „Frithjofs  Meerfahrt"  v.J.  Wa- 
gen aar  (unt.  Leit.  des  Comp.),  symph.  Intermezzo  a.  „Caval- 
leria  rusticana"  v.  Mascagni,  „Landkennung"  f.  Männerchor, 
Baritonsolo  u.  Orch.  v.  Grieg,  „Römischer  Triumphgesang" 
f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Bruch,  Gesangvorträge  der  Frau 
Nikita  a.  St.  Petersburg. 

Homburg  V.  d.  H.  Gr.  Vocal-  u.  Instmmentalconcert  der 
Stadt.  Theater-  u.  Curcap.  (Trömlich)  am  26.  Jan.:  Festvor- 
spiel V.  B.  Müller,  „Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Kaiser- 
Marsch  V.  Wagner,  Solovorträge  der  HH.  Milona  a.  Darmstadt 
(Ges.,  „Schliesse  mir  die  Augen  beide"  und  „Geheimnifls"  v. 


112 


H.  Goetz,  „Meine  Liebe  ist  grün*^  ▼.  Brahms,  „Murmelndee 
LtÜftchen"  u.  „Früblingsnacht"  v.  Ad.  Jensen  u.  Mädchenlied 
y.  Meyer-Helmund)  n.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Violonc, 
Concertstück  v.  A.  Bazzini,  „Sor  le  lac**  v.  Godard  u.  «Per- 
petaum  mobile"  ▼.  Fitzenhagen). 

Lausanne.  Gr.  Conc.  der  Soci6t6  de  Sainte-Cöcüe  (Banti) 
am  12.  Febr.:  Marche  fanöbre  f.  Orch.  v.  H.  de  Senger,  Missa 
solenelle  f.  Soli,  Chor  n.  Orch.  v.  F.  Klose  (Solisten:  Frls. 
Mercier  n.  Arlaud  u.  HH.  Trojon  u.  Saxod),  Chöre  ▼.  Corsi 
u.  Mendelssohn. 

Leipzig.  Conc.  des  akadem.  Gesangver.  ^Arion"  (Prof. 
Müller)  am  9.  Febr.:  Männerchöre  y.  A.  Becker  („Ite  noc- 
tee**).  J.  Gelbke  (nAde**),  F.  Hegar  („Rudolph  von Werden- 
berg**),  E.  Heuser  („Nun  giess  mir  ein",  m.  doIo),  AI.  Stae- 
ger  („Traumkönig  und  sein  Lieb",  m.  Soli  u.  Clav.),  M.  Vo- 


I 


el  („Andacht"),  Meyer-Helmund  („Im  Grase  thauts",  m. 
o\o  u.  Clav.),  Ad.  Eirchl  („Im  Abendwinde"),  Jadassohn 


blo 

CgGraf  Eberstein")  und  M.  v.  Wein  zier  1  („Es  blühet  der 
Wein"),  Solovorträce  des  Frl.  Else  Müller  (Ges.,  „Loreley"  v. 
Liszt,  „Es  blinkt  der  Thau"  v.  Rubinstein,  „Meine  Liebe 
ist  grün"  V.  Brahms  etc.)  u.  des  Hm.  v.  Böse  (Clav.,  Des- 
dur-Concertetude  v.  Liszt  etc.).  —  8.  Soiröe  des  Kammermusik- 
ver.:  Ciavierquart.  Dp.  14  v.  R.  Kahn  (der  Comp.  u.  HH.  Paur, 
TJnkenstein  u.  Hansen),  And.sost.  u.  Scherzo  i.  Streichquart. 
V.  Mendelssohn  (HH.  v.  Dameck,  Weber J,  Klesse  u.  Hansen), 
Solovorträge  des  Frl.  Boettcher  (Ges.,  „Es  war  zur  ersten  Früh- 
lingszeit" V.  Tschaikowsky,  „Freudvoll  und  leid  voll"  von 
Liszt,  Winterlied  v.  H.  v.  &os8,  „Untreu"  v.  Cornelius, 
.Aus  dem  Liebesfrühling"  v.  Reinecke  u.  fröhliches  Wan- 
dern" V*  Um  1  a  u  f  t)  u.  des  Hm.  Panzer  a.  Berlin  (Clav.,  Son.  Op.  1  Ol 
V.  Beethoven,  Scherzo  v.  Jadassohn,  Esdur-Polon.v.  Liszt 
etc.).  —  Kirchenconc.  des  Riedel-Ver.  (Prof.  Dr.  Eretzschmar) 
am  17.  Febr.:  Sonata  f.  Comette,  Posaunen,  Bratsche  u.  Org. 
V.  G.Gabrieli,  Chöre  v.  A.  Willaert(-Mamificat"),  A.CJabrieli 
LKyrie"  u.  „Gloria"),  G.  Gabrieli  (-Benedictus"  u.  ^Osuma"), 
G.  Croce  („Virtute  magna"  und  „0  sacrum  convivium"),  Cl. 
Monteverdi  („Aenus  Dei"),  F.  Cavalli  („Requiem"  u.  „Kyrie"), 
A.  Lotti  („Crucmxus")  u.  B.  Marcello  (.Credo"),  Mezzosopran- 
soli V.  Cl.  Monteverdi  („Maria  auf  GolgaÜia")  u.  B.  Marcello 
(Psalm  8),ges.  v.  Frau  (Heller  a.  Magdeburg.  —  16.  Abonn.- 
Conc  im  Meuin  (^ewandhaua  (Sitt):  3.  Symph.  v.  Schumann, 
1.  u.  8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  G^sangvorträee 
der  Frau  v.  Enappstaedt  („Hellstrahlender  Tag"  von  Bruch, 
„Die  Allmacht"  v.  Schubert  und  „Im  Maien"  v.  Hill  er).  — 
Abendunterhaltungen  im  k.  Conservat.  der  Musik:  6.  Febr. 
Emoll-Claviertrio  v.  Haydn=Frl.  Simmonds  a.  Rochester  u. 
HH.  Korb  a.  Platten  (Böhmen)  u.  Busse  a.  Bremen,  Cdur- 
Clavierconc^  2.  u.  3.  Satz,  v.  Beethoven  =  Frl.  WilUmann  a. 
Luzem,  l.violinconc,  1.  Satz,  v.  yieuxtemps=  Hr.  Zimmer- 
mann a.  Groningen,  Esdur-Clavierconc.  v.  Beethoven  =  Hr. 
Edmundson  a.  St.  Helens,  Polon.  Qp.  68  f.  Clav.  v.  Chopin = 
Frl.  Spittel  II.  a.Gk>tha,  B  dur-dav.-Yioloncellson.  v.  Mendelssohn 
=  Fn.  Richardson  a.  Melbourne  u.  Hr.  Hammig  a.  Leipzig. 
9.  Febr.  Orgelphant.  v.  Bro8ig  =  Hr.  Hiller  a.  Breslau, 
G  dur-daviertrio  v.  Haydn  =  Frl.  Smales  a.  Whitby  (England) 
u.  HH.  Zimmermann  u.  Hammig,  Dmoll-VioUnconc,  1.  Satz, 
V.  Sitt  =  Hr.  Wasshausen  a.  New- York,  Liedercyklus  „Rosen 
und  Myrthen"  v.  C.  Piutti  =  Frl.Wolfa.  Chemnitz,  Dmoll- 
Violoncellconc.  v.  Raff  =  Hr.Haagmans  a.  Rotterdun,  Declam. 
„Frau  Hitt"  v.  E.  Ebert  u.  „Die  schöne  Schifferin"  v.  Tiedge 
=  Frl.  Wolf,  Phant.  f.  Troinp.  v.  Otterer  =  Hr.  "V^gos  a. 
Hessen,  Fdur-Claviertrio  v.  Gade  —  Frl.  Stauber  a.  GJIinton 
(Iowa)  u.  HH.  Wille  a.  Greiz  u.  Barth  a.  Weimar.  12.  Febr. 
DmoU-Clavierconc.  v.  Mozart  =  Frl.  Kieserlinc;  a.  Posema, 
Phant.  f.  Pos.  v.  F.  Grützmacher  =  Hr.  Datne  a.  Leisnig, 
Dmoll-Violinconc,  1.  Satz,  v.  Sitt  =  Hr.  Lauboeck  a.Wun- 
siedel,  Emoll-Claviercono.  v.  Chopin  =  Frl.  BEartung  a.  Leip- 
zig,  Bdur-Claviertrio  v.  Schubert  =  Frl.  Müller  a.  Zwickau 
u.  HH.  Wille  u.  Barth. 

Lübeck.  8.  Kammermusik- Abend  des  Frl.  Herrmann  unt. 
Mitwirk,  der  HH.  Schultz  v.  hier  (C)lav.),  Zajic  u.  Dr.  Curtius 
a.  Berlin  (Streicher):  Dmoll-dav.-Violinsonate  v.  Schumann. 
Rondo  brill.  f.  dieselben  Instrumente  v.  Schubert,  Variat.  f. 
zwei  daviere  v.  Schumann,  Soli  f.  Ges.  v.  Stange  („Letzte 
Begeenimg").  Weingartner  („Lass  mich  dir  sagen")  u.A.  u. 
f.  Viw.— 4.  Fhilharm.  Conc.  (Stiehl):  Ddur-Symph.  v.  H^dn, 
Orchestersuite  a.  ^Peer  Gynt"  v.  Grieg,  Ouvertüren  v.  Rietz 
u.  Mendelssohn,  Balletmufidk  a.  „Prometheus"  v.  Beethoven, 
Yioloncellvorträge  des  Hm.  Becker  a.  Frankfort  a.  M.  (Con- 
certstück V.  A.  Bazzini,  „Sur  le  lac"  v.  Godard,  Minuetto 
V.  H.  Becker  u.  Elfentanz  v.  Popper). 


Merseburg.  Musikau££Ühr.  des  Geean^er.  (Schumann) 
uns.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Münch  a.  Leipzig  u.  Lehmann 
a.  Erfurt  u.  des  Hm.  E.  Schneider  a.  Leipzig  am  6.  Febr.:  „Erl- 
.königs  Tochter"  v.  Ghtde,  „Gus  Franfipan"  f.  Solo,  Chor  u. 
Orch.  V.  C.  Schumann,  „Die  erste  Walpurgisnacht"  v.  Men- 
delssohn. 

Nürnberg.  80.  Stiftungsfest  der  Gesangeesellsehaft 
(Eoffka)  des  £idustrie-  u.  Culturver.  unt.  Mitwirk.  aesWinder- 
stein*schen  Orch.  fWinderstein) :  „Friedensfeier" -Festouvert. 
V.  C.  Reinecke,  Marche  solenelle  v.  Tschaikowsky  u.  a. 
Orchestemummem,  „Bilder  aus  Thüringen"  f.  M&nnerchor  u. 
Soli  m.  Orch.  von  W.  Tschirch,  MftnnerchOre  a  oapella  v. 
J.  Rheinberger  („Die  Weissach-Mühle"),  F.Mair  (Suomi's 
Sang)  u.  Storch  („Blümchen  am  Hag"). 

Oldenburg.  Abonn.  Concerte  der  Hofcap.  (Manns):  No.  6. 
Ouvert.  „Le  Camaval  romain"  v.  H.  Berlioz,  Marsch  zu 
Shakespeare's  „Julius  Cäsar"  v.  H.  v.  Bülow,  Furientanz  und 
Reigen  seliger  Geister  a.  „Orpheus"  v.  Gluck,  Symph.  concert. 
f.  '\aol.  ü.  Sratsche  v.  Mozart  (HH.  Düsterbehn  u.  Klanproth), 
Gesangvortr&ge  des  Hm.  Gausche  a.  Creuznach  („BlüUien"  u. 
„Die  Nacht  ist  weich"  v.  A.  a.  Fielitzetc.).  No.  6.  Symph. 
iyr.  V.  A.  Hamerik,  „Jessonda"-Ouvert.  v.  Spohr,  Andante 
a.  der  Seren.  Op.  44  v.  A.  Dvo^Äk,  Yiolinvortr&ge  des  Frl. 
Brammer  a.  Leipzig. 

Osnabrück.  2.  Kammermusikabend  des  Ehepaares  Meier 
(Viol.  u.  Clav.)  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Hoeck-Lechner  a.  Carls- 
ruhe (Ges.)  u.  der  HH.  Schreiber,  Werschy  u.  Richter  (Streicher): 
Clavierquint.  Op.  6  v.  Sgambati,  Andante  a.  dem  Streich- 
quart. Op.  18,  iHo.  6,  V.  Bieethoven,  Bdur-Clav.-Violinsonate  v. 
Mozart,  Gesangsoli  v.  H.  v.  Eoss  (Winterlied)  u.  A. 

Rheydt.  Conc.  des  Mftnnergesangver.  (Lange)  unt.  solist. 
Mitwirk,  der  FrauMensing-Odrich  a.  Aachen  u.  des  Hm.Eiffen- 
bertz  V.  hier  am  7.  Febr.:  „Egmont" -Ouvert.  v.  Beethoven,  JSn- 
tr'acte  a.  „Misnon"  v.  Thomas,  Dramat.  Marsch v.  F.  Schwei- 
nein. „AohiUeus"  f.  Soli.  Chor  u.  Orch.  v.  Bruch,  „Das  Grab 
im  Busento"  f.  Mftnnercnor  u.  Orch.  v.  W.  de  Haan,  Chöre 
V.  Heintze  („Sonntag  auf  dem  Meere")  u.  Wagner  (Pilger- 
chor a.  „Tannhäuser"),  Arien  v.  H.  Goetz  („Die  EJraü  ver- 
sagt"^ u.  Mozart. 

Rostoek. ,  2.  Kammermusikabend  des  Pianisten  Hm.  Mh- 
ring  unt.  Mitwirk,  der  HB.  Weiglin  u.  Köhler  a.  Keustreütis 
(Streicher):  Ciaviertrio  Op.  101  v.  Brahms,  Ddur-Claviw- 
Vloloncellson.  v.  Mendelssohn ,  Soli  f.  Ciavier  v.  Sgambati 
(Menuett),  Chopin  u.  Sapellnikoff  (Valse)  u.  f.  Violine  von 
Bruch. 

Schwerin.  Conc.  der  Singakad.  (Ochs  a.  Wismar)  unter 
Solist.  Mitwirk.  desFrl.Fmth  u.  des  Hm.  Kirchner  a.  Berlinam 
80.  Jan. :  „Der  Rose  Piljerfehrt"  f.  Soli  u.  Chor  m.  Clav.  v. 
Schumann,  Psalm  96  f.  do.  v.  Mendelssohn ,  Ode  an  die  Kö- 
nifi;in  Luise  f.  Tenorsolo  u.  Chor  v.  P.  Reim.  Ge6anfi;8oli  v. 
Schumann,  R.  Steuer  (Mädchenlied),  Cornelius  („&  Lust 
und  Schmerzen"),  Liszt  („Es  muss  ein  Wunderbar  sein") 
u.  H.  Kirchner  („Li  der  Nacht"  u.  -MÄrzenwind"). 

Stuttgart.  6.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  (Zumpe):  „An- 
tigene" V.  Sophokles  m.  der  Musik  Mendelsisohn's  unter  Mit- 
wirk, der  Sänger  HH.  Schütky,  Hromada,  BaUuff,  Rosöe  und 
Pockh. 

Trier.  Wohlth&tigkeitsconc.  des  Officier-Casinos  des  29. 
Lif.-Reg.  „von  Hom"  am  6.  Febr.  m.  demselben  Programm 
wie  das  in  No.  7  mitgetheilte,  dess^i  Ausföhrung  den  allge- 
meinen Wunsch  nach  einer  Wiederholung  erregt  hatte. 

Wiesbaden.  Eztra-Symph.-Concert  des  sädt.  Curorch. 
(Lüstner)  am  6.  Febr.:  Sym^.  gFrühlingsklänge"  v.  Raff, 
Ballade  ^es  S&ngers  Fluch<^v.  M.  v.  Bülow,  BaUet-Diver- 
tiss.  a.  „Henry  Vul."  v.  Saint-Saöns. 

Zeitz.  1.  Aufführ,  des  Concertver.  (Fritsch):  Sinfonietta 
f.  Orch.  V.  F.  Thieriot  (unt.  Leit.  des  Comp.),  „Jessonda"- 
Ouvert.  V.  Spohr,  Solovortrftge  der  Frau  Sanderson  (Gte.,  vier 
Lieder  v.  Bungert,  „Liebeszauber"  v.  Clura  Schumann  etc.) 
u.  des  Hm.  A£nred  Srasselt  (YioL,  einzelne  S&tze  a.  den  ersten 
Yiolinconcerten  v.  Ritt  u.  Yieuxtemps). 

Zsehopau.  2.  Symph.-Conc.  der  stftdt.  Gap.  (Woldert): 
8.  Symph.  v.  Beethoven,  „Siegfried-Idyll"  v.  Wagner,  „König 
Lear"-Ouvert.  v.  Berlioz,  Finale  a.  der  Serenade  Op.  11  v. 
Brahms,  Violinvorträge  des  Frl.  Brammer  a.  Leipzig  (9.  Conc 
V.  Wieniawski  etc.). 

Zürich.  6.  Abonn.-Conc  der  AUgem.  Musikgesellschafb 
(Dr.  Hegar):  1.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvert.  zu  «Don  Juan 
d'Austria"  v.  H.  Sitt,  Solovorträge  der  HH.  Wulff  a.  Straas- 
burff  i.  E.  (G^.,  Arie  v.  Weber  u.  „Botschaft",  Minnelied  und 
„Feideinsamkoit"  v.  Brahms)  u.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M. 


113 


(Violonc.  Conoeitstüok  v.  A.  Bb z  z  i  n i,  „  Oonsolation "  v.  L  i  s  z  t, 
Taittntelle  t.  Popper  etc.)i^^i' 

YeraUtt^  Profframm$,  90wie  Programme  ohne  Angai^e  von  Ort  und 
Datum  mOeeen  voUrtändig  unbeaehtet  bleiben  t 


Eng«gement8  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

'  Berlin.  Nachdem  in  letzter  Zeit  bereits  zwei  junge 
Leipziger  Violinistinnen  sich  mit  Erfolg  hier  hören  gelassen 
hatten y  debutirte  hier,  in  einem  Concert  der  Sängerin  Frau 
Feininger,  auch  eine  junge  Pianistin  von  dort,  Frl.  Doris 
Eretschmann,  welche  mit  ihrem  technisch  fertigen  und 
feinmusikalischen  Spiel  einen  dehr  sympathischen  Eindruck 
machte.  Ein  ausserordentliches  und  schon  zu  schöner  künst- 
lerischer Beife  g^ehenes  Yiolintalent  produoirte  sich  jüngst 
in  dem  f&nfsehniähri^n  Frl.  Betty  Schwabe,  einer  Schülerin 
Joaohim's,  welche  mit  grossartigem  Erfolg  ein  eigenes  Con- 
cert in  der  Singakademie  veraifitaltete.  —  Halle  a«  S.  Sen- 
sation hat  kürzlich  hier  Frau  Moran-Olden  als  BrünnhUde 
in  der  „Walküre*'  durch  ihren  wunderbaron  (besang  und  ihr 
äuscinirendes,  geniales  Spiel  erregt.  Neben  ihr  gastirte  Hr. 
Fritz  Ernst  aus  Berlin  als  Siegmund.  Vielleicht  den  beiden 
Gasten  zu  Ehren  liess  der  Maschinenmeister  bei  dem  „Feuer- 
zauber" Raketen  und  Leuchtkugeln  steigen.  —  Hamburg.  Hier 
hat  das  Concert  der  feanosen  „Valleria- Tournee"  einen 
Heiterkeitserfolg  gehabt,  was  den  Herrschaften  jedoch  nicht 
passte  und  sie  zum  plötzlichen  Abbruch  ihrer  Vorträge  ver- 
anlasste. Eine  derartige  Rücksichtslosigkeit  gegen  das  Pub- 
licum, das  für  sein  gutes  Geld  die  voU^Andige  Abwickelung 
des  Programms  verlangen  durfte,  ist  hier  noch  nicht  dage- 
wesen! und  es  sind  noch  dazu,  mit  geringer  Ausnahme,  fi»nz 
mittelmäasige  Kräfte,  die  sich  so  Etwas  erdreisten.  Hr.  f  ol- 
linihatalszukünftigen  Capellmeister seiner  Oper  E^. Dr. Muck 
vom  Deutschen  Landestheater  zu  Prag  engaeirt.  Der  ausge- 
zeichnete Din^ient  wird  zum  Herbst  seine  niesige  Stellung 
antreten.  —  ifitinz.  Das  8.  Symphonieconcert  der  städtischen 
Capelle  erhielt  Licht  und  leuchtenden  Glanz  durch  die  Gesan^- 
vorträge  der  Frau  Sander  so  n,  welche  vom  Auditorium  mit 
einfr  wahren  Inbrunst  entgegen  genommen  wurden.  Wie  ent- 
züd^d,  wundervoll  singt  aber  auch  diese  gottbegnadete 
Künstlerin!  Ihresgleichen  findet  man  leider  nur  selten.  Im 
Stadttheater  hat  Hr.  Emil  Götze  aus  Berlin  als  Lohengrin 
mit  glänzendstem  Erfolg  ein  Gastspiel  begonnen.  —  Mann- 
helm. Gegenwärtig  steht  die  hiesige  Oper  im  2ieichen 
d'Andr ade,  welcher  Bariton  viele  Bewunderung  erreet.  — 
Paris.  In  der  Grossen  Oper  wurde  Frl.  Dufrane,  die  in 
„Alda**  wieder  eintrat,  sehr  gefeiert.  —  Schwerin.  An  die 
Hofoper  wurde  als  1.  Baritonist  Hr.  Carl  Meyer  in  Stuttgart 
engagirt,  ein  Künstler,  der  namentlich  von  seiner  mehrjäh- 
nfi;en  Cölner  Thätigkeit  her  einen  guten  Namen  hat.  — 
men.  Der  Tenorist  Hr.  Dippel  aus  Bremen  ist  infolge 
seines  sehr  Dünstig  verlaufenen  Gastspiels  in  der  Hofoper 
vom  Jahre  1893  f%tr  dieselbe  mit  dreijährigem  Contracte  ver- 
pflichtet worden. 


Kirohenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirohe:  20.  Febr.  „Richte  mich,  Gott^ 
V.Mendelssohn.  „Der  Geist  hllft^  v.  S.  Bach.  Nicolaikirche: 
21.  Febr.  „Sei  getreu**  u.  „Ich  danke  dir,  Herr**  a.  „Paulus** 
V.  Mendelffiohn. 

Chemnitz.  St.  Jacobikirche:  10.  Jan.  „Lass  dich  nur 
Nichts  nicht  dauern**  von  J.  Brahms.  17.  Jan.  „Lobsinget 
Gott,  dem  Herrn**  v.  J.  Bietz.  24.  Jan.  „Gott,  du  oist  gross** 
von  B.  Dietrich.  81.  Jan.  „Du  gabst  dem  ewgen  Gteist  die 
arme  Hülle**  v.  Yierling.  7.  Febr.  „Denn  er  hat  seinen  En- 
geln** a.  „Elias**  v.  Mendelssohn.  —  St.  Johanniskirche;  10.  Jan. 
2iGt>tt  sei  uns  gnädig**  v.  M.  Hauptmann.  81.  Jan.  n^^^i 
ich  habe  lieb  die  Stätte**  v.  Kuhn.  ^StPaulikirche:  10.  Jan. 
„Walte  nah  und  fem**  v.  M.  Hauptmann.  17.  Jan.  „Herr, 
sei  uns  ffnädig**  v.  B.  Pfretzschner.  24.  Jan.^,Gott  ist  unsere 
Znversi^t**  v.  Ph.  Eimberger.  81.  Jan.  „Was  betrübst  du 
dich**  V.  S.Jadassohn.  7.FeDr.  „Zu  dir,  Herr,  will  ich  fliehen** 
V.  Bichter.  —  St.  Petrikirche:  10.  Jan.  „Der  Herr  ist  mein 
Hirte**  v.  B.  Klein.  17.  Jan.  „Freuet  euch  in  dem  Herrn** 
V.  D.  Engel.  24.  Jan.  „0  Heiland,  reiss  die  Himmel  auf*  v. 
J.  Brahms.  81.  Jan.  „&omm,  heilger  Geeist**  v.  Grell.  7.  Febr. 
„Sanctus**  u.  „Benedictus**  v.  Pembaur.  —  St.  Niookukirohe: 
17.  Jan.  „Friede  sei  mit  dir**  v.  B.  Müller.    81.  Jan.  „Kommt, 


laset  uns  beten**  v.  Hauptmann.  -«  Schloeskirche:  17.  Jan. 
^Fürchte  dich  nicht**  v.  E.  F.  Bichter.  7.  Febr.  „Weichet, 
ihr  Berge,  &Uet,  ihr  Hügel**  v.  Neander.  —  St.  Marcuskirohe: 
24.  Jan.  „Gebet*'  v.  F.  mller. 

Hannover.  Marktkirchenchor:  18.  Nov.  „Ich  lass  dich 
nicht**  V.  S.  Bach.  22.  Nov.  „Tag  des  Zornes*  (v.?).  29.  Nov. 
„Tochter  Zion**  v.  Händel.  „Macht  hoch  die  Thür**  (v.  ?}. 
6.  Dec.  J!)u  Hirte  Israels**  v.  Bortnians^.  18.  Dec.^,Hoch 
thut  euch  auf**  v.  Gluck.  20.  Dec.  „Tochter  Zion**  v.  Händel. 
26.  u.  26.  Dec.  „Es  ist  ein  Bos  ent^rungen**  von  Piätorius. 
„Nun  sinket  una  seid  froh**  (Satz  v.  Prätoriue).  „Dozologie** 
V.  Mendelssohn.  „0  du,  die  Wonne  verkündet**  a.  dem  «Mes- 
Sias**  V.  Händel.  81.  Dec.  „Mitten  wir  im  Leben  sind**  von 
Walther.  Psalm  28  v.  Klein.  „So  nimm  denn  meine  Hände** 
(Satz  V.  0.  H.  Lange).  1.  Jan.  „Jesus.  Jesus,  Nichts  als  Jesus** 
(Satz  V.  S.  Bach).  Schlusschor  a.  „Gottes  Zeit**  v.  S.  Bach. 
8.  Jan.  „Mache  dich  auf,  werde  Licht**  a.  „Paulus**  v.  Men- 
delssohn. „Lobet  den  Herrn,  ihr  Heiden  all**  von  Yulpius. 
10.  Jan,  „0  Jesu  süss**  (Satz  v.  O.  H.  Lange).  17.  Jan.  „Mor- 
genglanz der  Ewigkeit**  v.  Freilinghausen.  24.  Jan.  „Ach 
Herr,  ich  habe  vertrauet**  von  Möhring.  81.  Jan.  „Fürchte 
dich  nicht**  v.  Gktehrich. 


OpernauffDhrungen. 

Januar. 

Sehwerln.  Grossherzogl.  Hoftheater:  I.Joseph  in 
ten.  „Gavalleria  rusticana.  8.  Der  Freischütz.  7.  Die 
küre.  10.  Lohengrin.  18.  Der  Gouverneur  von  Tours  (Beinecke). 
14.  Don  Juan.  17.  Hans  Helling.  19.  Der  fliegende  Hollän- 
der.   24.  Teil.    28.  Die  Stumme  von  Pordci. 


?e%: 


Aufgeführte  Novitäten. 

Bazzini  (A.),  Streichquart.  Op.  76.   (New- York,  2,  Oonc.  des 

Schmitt-Herhert-Quart.) 
Benoit  (P.),  Schwur  und  Gesang  der  Geusen  &  Baritonsolo, 

Männerchor  u.  Orch.  a.  dem  lyr.  Drama  .Der  Friedens- 

schluss  von  G«nt^.    (New-York,  1.  Oonc.  des  ^Arion".) 
Berlioz  (H.),  Ouvert.  .Ounaval  romain**.  (Zürich,  8.  Abonn.- 

Gono.  der  Allgem.  Musikgesellschaft.) 
„Der  alte  Soldat"  für  Beuassolo,  Mäjmerchor  und  Grch. 

(New-York,  1.  Gonc.  des  „Arion".) 
Bizet  (G.),  „L^Arlösienne**.    (Mannheim,  8.  Akad.-Gonc.) 
Orchestersuite  „Boma".  (Marseille,  16.  Gonc.  der  Assoc. 

artist.)' 
Borodin  (A.),  Ddur-Streichquart.     (Leipzig,  4.  Musikabend 

des  Kammermusikver.) 
Brahms  (J.),  2.  Symph.    (Leipzig,  11.  Abonn.-Conc.  im  Neuen 

Gewandhaus.) 
4.  S^ph.      (Hamburg,  6.  Abonn.-Gonc.  unt.  Leit.  des 

Hm.  Dr.  v.  Bülow.) 
Orchestervariat  üb.  ein  Haydn'sches  Thema.   (Meinin- 
gen, 1.  Abonn.-Oonc.  der  Hofoap.) 
Hmoll-Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  u.  Amoll- 

Trio  f.  Clav.,  Olar.  u.  Violonc.    (Berlin,  8.  Quartettabend 

[1.  Gyklus]  der  HH.  Prof.  Joachim  u.  Gen.) 
Glnvierquint.     (Leipzig,  8.  Popul.  Kammermusikabend 

von  Hm.  v.  Böse  u.  Gen.) 
Trio  f.  Clav.,  Viol.  u.  Hörn.  (Hamburg,  1.  Concert  des 

Frl.  Marstrand.    New-York,  Musikabend  des  Musio  Club 

am  28.  Jan.) 
Fdur-Clav.-VioloncellBon.    (Hamburg,  l.Eammermusik-^ 

abend  des  Hm.  Fiedler.) 
Triumphlied  f.  Chor,  Orch.  u.  Org.     (Meiningen,  £ir- 

chenconc.  am  6.  Dec.) 
Bruch  (M.),  8.  Yiolinconc.     (Cassel,  8.  Abonn.-Conc.  des  k. 

Theaterorch.) 
Finzenhagen  (L.),    Bdur-Claviertrio.      (Magdeburg,    Ton- 

künstlerver.) 
Goldmark  (C.)f   Symph.  „Ländliche  Hochzeit*'.      (Philadel- 
phia, 3.  Conc.  des  Boston  S^ph.  Orch.) 

Frühlingsouvert.   (Zeitz,  6.  Auff&hr.  des  Musikvereins.) 

Gort  er  (A.),  Svmphon.  Stimmungsbild  „Sonnenuntergang**. 

(München,  8.  Abonn.-Conc.  der  MusikaL  Akad.) 
Gouvy  (Th.),  2.  Sextett  f.  Streichinstrumente.    (New-York, 

1.  Conc.  des  N.-Y.  Philh.  Club.) 


114 

Grieg  (Edv.),   Orchestersuite  aus  -Peer  öynt".      (Constanz, 

2.  Abonn.-Cono.  des  Hm.  Handloser.  Genf,  4.  Abonn.- 
CJonc.  im  Stadttheater.  Liverpool,  2.  Subscr.-Oonc.  der 
Bootle  Orch.  Society.  Schwerin,  1.  Orchesterconcert  der 
Hofcap.) 

1.  Clav.-Violinson.   (Leavenworth,  Meeting  der  Kansas 

music  teachers  im  Dec.) 

3.  Clav.-Violinson.    (London,  3.  Kammermusikconc.  der 

HH.  Blagrove.) 

Olav.-Violoncellson.  (Amsterdam,  3.  Soiree  f.  Kammer- 
musik der  Maatschappij  tot  Bevordering  der  Toonkanst. 
Stettin,  2.  Kammermusikabend  des  Hm.  Wild.) 

Guilmant  (A.),  Dmoll-Conc.  f.  Orgel  u.  Orch.  (Meiningen, 
Kirchenconc.  am  6.  Dec.) 

Haan  (W.  de),  Orchesterstücke  „Fahrt  zum  Hades"  u.  „Ely- 
sium".    (Barmstadt,  3.  Oonc.  der  Hofcap.) 

Hofmann  (H.),  Oct.  f  Streich-  u.  Blasinstrumente.  (Würz- 
burg, 2.  Oonc.  der  k.  Musikschule.  Magdeburg,  4.  Logen- 
conc.) 

Holstein  (F.  v.),   Ouvert.  „Frau  Aventiure".     (Magdeburg, 

3.  Harmonieconc.) 

Joachim  (J.),  Violinconcert-  in  ungar.  Weise.    (Hamburg,  6. 

Abonn.-Conc.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow.) 
Kleemann  (C),  Symph.  Phant.  „Des  Meeres  und  der  Liebe 

Wellen".    (Gera,  197.  Oonc.  des  Musikal.  Ver.) 
Krug  (Am.),   Symphon.  Prolog  zu  Shakespeare's  „Othello". 

(Cöln,  5.  Gürzenichconc.) 
»Fingal"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  (Königsberg  i.  Pr., 

Oonc.  des  Sängerver.) 
Liszt  (F.),  „Les  Pr61udes".  (Darmstadt,  3.0onc.  desHoforch.) 

„Tasso".     (Nürnberg,  5.  Conc.  des  Philharm.  Ver.) 

„Die  Legende  von  der  heiligen  Elisabeth".  (Schwerin, 

1.  Orchesterconc.  der  Hofcap.) 
Lund  (J.  G.),    „Germanenzug"   f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch. 

(New- York.  1.  Conc.  des  „Arion".) 
Mac-Do  well   (E.   A.),    Amoll-Orchestersuite.      (Cambridge 

[Massach.],  3.  Conc.  des  Boston  Synaph.  Orch.) 
Zwei   Sätze   a.    derselben.    (New- York,  1.  Concert  des 

„Arion".) 
Met2dorff  (B.),  Esdur-Clavierquint.  (Breslau,  2.  Musikabend 

des  Tonkünstlerver.) 
Paderewski  (I.  J.),  Amoll-Clavierconc.  (Boston,  Pupils'Be- 

cital  des  New-England  Conservatory  am  18.  Jan.) 
Pirani  (E.),    „F6te  au  ch&teau  de  Heidelberg"  f.  Orchester. 

(Zwickau,  1.  Philharm.  Conc.) 
Piutti  (C),    Gmoll-Orgelson.    (New- York,  1.  Organ  Recital 

des  Hm.  Warren.) 
Popper  (D.),  Violoncellconcert  Op.  59.    (New-York,  Faculty 

Uonc.  des  American  Conservatory  of  Music  am  22.  Jsm.) 
Beckendorf  (AI.),  Amoll-Clav.-Violinson.  (Leipzig, 4. Musik- 
abend des  Kammermusik  ver.) 
R  e  h  b  e r  g  ( W.),  D  dur-Clav.- Violinson.  (Genf,  3.  Kammermusik 

des  Quart.  Stemberg  u.  des  Hm.  W.  Rehberg.) 
Rheinberger  (J.),  Ciavierquart. Op. 38.  (Philadelphia, 8. Sub- 

scr.-Conc.  des  Adamowski-Quart.) 
Rimski-Korsakow  (N.),  Symphonie  „Antar".    (New-York, 

l.Conc.  des  „Arion".) 
Sandberger  (Aa.),  Schauspielouvert.    (München,  3.  Abonn.- 
Conc.  der  Musikal.  Akad.) 
Schumann  (G.),  Hmoll-Symph.  (Zwickau,  I.  Philharm.  Conc.) 
—  —  CmoU-Clavierquart.      (Stettin,   2.    Kammermusikabend 

des  Hrn.  Wild.) 
Sin  ding  (Chr.),  EmoU-Clavierquint.  (Genf,  3.  Kammermusik 

des  Quart.  Sternberg  u.  des  Hrn.  W.  Rehberg.) 
Esmoll-Variat.  f.  zwei  Cla viere.  (New-York,  Musikabend 

des  Music  Club  am  23.  Jan.) 
Smetana  (F.),  Streichquart.  „Aus  meinem  Leben".  (Leipzig, 

4.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaus.) 
Svendsen  (J.  S.),  „Norweg.  Künstler-Caraeval".  (New-York, 

7.  Damrosch  Sunday  Conc.    Aschersleben,  7.  Abonn.-Conc. 

des  Hrn.  Finzel.) 
Thieriot  (F.),  Ddur-Clavierquint.      (Leipzig,  4.  Musikabend 

des  Kammermusikver.) 
Tschaikowsky  (P.),  1.  Clavierconc.      (Glasgow,  9.  Subscr.- 

Conc.) 
Volkmann(R.),  Gmoll-Streichquart.  (Genf,  3. Kammermusik 

des  Quart.  Sternberg  u.  des  Hrn.  W.  Kehberg.) 
Wagner  (R.),  „Meistersinger"- Vorspiel.    (Magdeburg,  3.  Lo- 

genconc.) 
Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde".  (Marseille,  16.  Conc. 

der  Assoc.  artist.) 


Wagner  (R.),  Vorspiel  zu  „Pac^^l".  (Philadelphia,  3.  Conc. 
des  Boston  Symph.  Orch.  Glaisgow,  7.  Pop.  Conc.  des  Cho- 
ral Choir.) 

„Siegfried-Idyll".  (Genf,  4.  Abonn.-Conc.  im  Stadt- 
theater.) 

Fragmente  a.  „Parsifal".      (Darmstadt,  8.  Concert  des 

Musilr^er.) 

Wieniawski  (H.),  2.  Violinconc.  (Leipzig,  II.  Abonn.-Cünc. 
im  Neuen  Gewsmdhaus.) 

Zöllner  (H.),  „Columbus".  (New-York,  7.  Damrosch  Sunday 
Conc.) 

VertnisoKte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Aufführungstage  der  Bayreuther  Bühnen- 
festspieled.J.  seien  hiermit  nochmals  in  Erinnerung  gebracht : 
„Parsifal"  21.  und  28.  Juli,  1.,  4.,  8.,  11.,  15.  und  2 L  August; 
Tristan  und  Isolde"  22.  und  29.  Juli,  5.  und  20.  Au^t; 
„Tannhftuser"  24.  Juli,  7.,  12.  und  17.  Au£pist;  „Die  Mei- 
stersinger von  Nürnberg"  26.  und  31.  Juli,  14.  und  18. 
August.  Der  Eintrittspreis  ist  wie  früher  20  ^  für  eine  Auf- 
führung, der  Beginn  immer  um  4  Ühr.  Da  der  Besuch  der 
Aufführungen  nach  den  bereits  eingegangenen  Bestellungen 
ein  noch  stärkerer,  als  im  Vorjahre  zu  w^en  scheint,  so  ist 
Jedem,  der  Bayreuth  besuchen  wiU,  zu  schneller  Sicherung 
der  gewünschten  Plätze  zu  rathen. 

*  Die  Bichard  Wagner-Vereine  zu  Berlin  und 
Potsdam  veranstalteten  am  16.  Febr.  in  Berlin  eine  Ge- 
dächtnissfeier für  Richard  Wagner,  deren  Prog^ramm 
den  Kaiser-Marsch  und  Fragmente  des  „Nibelungen-Ringes" 
enthielt  und  unter  Büm.  Prof.  Klindworth's  Leitung  von  Frau 
Sucher  und  den  HH.  Albert  Niemann  und  Krasa,  sowie  dem 
Philharmonischen  Orchester  ausgeführt  wurde.  Ganz  beson- 
ders und  mit  gr5sstem  Recht  wurde  Hr.  Niemann,  der  den 
Siegmund  sang,  gefeiert.  Dem  Concert  wohnte  u.  A.  Se. 
Majestät  der  £u8er  nebst  Gefolge  bei. 

*  Das  k.  Conservatorium  der  Musik  zu  Leipzig 
brachte  am  18.  und  28.  Febr.  unter  Hrn.  Sitt's  befeuernder 
Leitung  ausschliesslich  durch  Schüler  und  Schülerinnen  Beet- 
hoven*s  neunte  Symphonie  zur  Aufführung.  Nicht  nur, 
dass  diese  SchtderauffÜhrungen  des  gigantischen  Werkes  als 
solche  einzig  dastehen,  so  waren  sie  auch,  besonders  im  or- 
chestralen Theil,  von  einer  technischen  Sicherheit  und  spiri- 
tuellen Frische,  dass  man  seine  helle  Freude  an  ihnen  haben 
konnte. 

*  F.  Hegar's  eindrucksvolles  Oratorium  „Manasse"  fand 
unter  grossem  Erfolg  seine  erste  Aufführung  auf  deutschem 
Boden  am  7.  Febr.  durch  den  Caecilien- verein  in  Neu- 
stadt a.  d.  H. 

*  Die  fürsü.  Schaumburg-Lipne'sche  Hofcapelle 
unter  Leitung  ihres  Dirigenten  Hrn.  Sahla  wird  in  nächster 
Zeit  drei  Concerte  in  Hannover  veranstalten,  deren  Pro- 
gramme vorwiegend  neue  oder  seltener  zu  hörende  Werke 
enthalten  werden.  Da  die  Leistungen  dieser  Corooration  ge- 
rühmt werden  und  das  Entr6e  för  die  gedachten  Concerte  ein 
niedriges  ist,  so  wird  den  Letzteren  sicher  das  Publicum 
nicht  fehlen. 

*  Ea  wird  aus  Mannheim  zur  weiteren  Mittheilung  an 
Interessenten  geschrieben,  dass  dort  die  im  Nachlasse  des  ver- 
storbenen Roh.  Heckmann  befindlichen  echten  italienischen 
Geigen,  je  eine  Stradivarius , ' Amati  und  Guamerius,  zum 
Verkauf  stehen  und  die  Expedition  des  „Badischen  General- 
Anzeigers"  auf  Anfrage  bereitwilligst  Auskünfte  ertheilt. 

*  Unter  der  Ueberschrift  „Ein  Künstler  im  Kritiker- 
Boykott"  schreibt  die  „Frankf.  Zeit."  in  Betreff  der  Ange- 
legenheit Ehrlich-Rosenthal:  „Die  musikalische  Concertsaison 
1891/92  hat  den  Versuch  gezeitigt,  eine  der  gehässigsten  G^ 
pflogenheiten  des  wirthschafblichen  Lebens,  den  Boykott, 
in  die  ästhetische  Kjitik  einzuführen.    Der  Versuch  ist  miss- 

flückt.  Zur  Ehre  der  deutschen  Kritik,  die  sich  in  diesem 
alle  als  unzugänglich  erwiesen,  sei  hier  die  Geschichte 
des  Corruptions-Versuchs  erzählt.  Das  Opfer  des  ge- 
planten  Kritiker  -  Boykotts    sollte    der    Pianist  Hr.   Moria 

Itosenthal   aus  Wien  werden Wer  die  Ordre  aus- 

gej^ben.  ist  nicht  eanz  klar,  sie  scheint  von  dem  bekannten 
Wiener  Musik-Kritiker  Hm.  Hofrath  und  üniversitätsprofessor 
Dr.  Eduard  Hansliok  ausgegangen  zu  sein.    Der  Musik- 


HS 


Kritiker  des  »Berliner  Tageblattes«^  Hr.  HeinricK  Ehrlich, 
scheint  sie  als  williger  Agent  übernommen  zu  haben.  Immer^ 
hin,  ob  Hr.  Ehrlich  die  Ordre  ausgegeben  oder  blos  über- 
nonunen,  er  konnte  sie  nicht  aus^hren,  weil  die  Leitung  des 
genannten  Blattes,  die  das  Unheil  geahnt  haben  mochte,  ge- 
rade das  Keferat  Über  Bosenthars  Concerte  diesmal  Hrn. 
Ehrlich  entzogen  hatte.  Von  Berlin  aus  ^'ng  Hr.  Bosenthal 
Ende  Januar  nach  Leipzig,  und  Hr.  Ehrlich  folgte  ihm,  in- 
dem er  die  Boykott-Ordre  nach  Leipzig,  in  aller  Heimlichkeit 
weitergab.  Dort  langte  sie  auch  bei  dem  B;edacteur  des 
vMusikidischen  Wochenblattes«  wohlbenalten  an.  Aber  Hr. 
Ehrlich  hatte  sich  verrechnet.  Der  Leipziger  Kriticus 
parirte  nicht.  Er  hörte  Bosenthal,  schrieb  ein  brillantes 
Keferat  über  ihn  und  veröffentlichte  gleichzeitig  den  musi- 
kalischen Steckbrief,  den  er  erhalten,  im  »Musik.  Wochenbl.«, 
in  dem  auch  wir  ihn  mit  Staunen  gelesen  haben.  Das  sonder- 
bare Schriftstück,  ein  seltsames  Gemisch  von  Corruption  und 
Naivetät,  lautet  wörtlich:"  (Folgt  der  Abdruck  des  Briefes, 
der  „keines  weiteren  Oommentars"  bedürfe.)  Nachdem  dann 
noch  der  Erwiderung  des  Hrn.  Bosenthal  Erwähnung  gethan, 
heisst  es  zum  Schluss:^,Kleine  Ursachen,  grosse  "Wirkungen ! 
Hr.  Bosenthal  grüsst  Hrn.  Hanslick  nicht,  und  die  deutsche 
Kritik  soll  zu  einem  Boykott  ^gen  Hrn.  Bosenthal  aufge- 
rufen werden Das  einzige  Erfreuliche  an  der  Sache 

ist,  dass  die  eigenartigen  kritischen  Grundsätze  der 
HH.  Hanslick  und  Ehnich  auf  deren  Person  beschränkt 
bleiben.  Die  deutsche  Kritik  ist  im  Üebrigen  noch  nicht 
reif  für  eine  geschäffcsmässige  Corruption,  deren  Einführung 
das  Ende  afler  Kritik  wäre,  weil  es  diese  um  ihren 
moralischen  Credit  beim  Publicum  bringen  müsste." 
—  Wir  knüpfen  hieran  gleich  die  Mittheüung,  dass  uns  Hr. 
Prof.  Heinrich  Ehrlich  eine  weitere  „Erklärung"  zu  seinem 
Disput  mit  Hm.  Bosenthal  zugesandt  hat,  die  wir  aber  trotz 
der  Berufung  auf  das  Pressgesetz  ungedruckt  lassen  dürfen, 
da- das  in  aerselben  citirte  Beferat  in  der  „Gegenwart"  in 
dem  Passus  „Weber's  Asdur-Sonate,  manche  Variationen  in 
'den  Etudes  symphoniques  klangen  wie  Stücke,  die  ein  Uhr- 
werk in  rasendster  Schnelligkeit  ohne  den  mindesten  Vortrag 
ausfuhrt"  den  von  Hm.  Bosenthal  erwähnten  Vergleich  fac- 
tisch  enthält  und  bez.  der  Beeinflussung  Hr.  Prof.  Ehrlich 
wiedfir  nur  Behauptung  gegen  Behauptung  aufstellt,  ohne, 
wie  Hr.  Bosenthal,  Zeugen  für  die  Bichtigkeit  seiner  Aussage 
anzuführen. 

*  Hr.  Concertdirector  H.  Wolff  in  Berlin  lässt  in  der 
Linkstrasse  daselbst  einen  neuen  Concertsaal  bauen,  der 
hauptsächlich  für  Ciavier-  und  Kammermusikabende  bestimmt 
sein  und  schon  zu  Anfang  der  nächsten  Saison  eröffnet  wer- 
den soll.  Ob  er  ausschliesslich  den  dienten  des  Hrn.  Wolff 
oder  auch  anderen  Künstlern  zugänglich  sein  wird,  ist  aus 
den  bez.  Mittheilungen  nicht  zu  ersehen.  Da  derseloe  haupt- 
sächlich fiir  solche  Künstler  bestimmt  erscheint ,  die  sich  in 
Berlin  zunächst  einführen  wollen  und  im  Vornherein  sich 
auf  ihnen  entstehende  Unkosten  gefasst  machen,  so  hat  einen 
sicheren  Nutzen  von  ihm  nur  sein  Besitzer,  der  ausser  der 
Miethe  seine  bestimmten  Procente  auch  von  Deficitconcerten 
bezieht. 

*  Die  Frage  einer  zweiten  ständigen  Oper  in  Berlin 
hat  unerwartet  eine  einfache  Lösung  dadurch  gefunden,  deiss 
aus  der  Kroll'schen  Opernsaison  eineKroirscheJahresoper 
wird,  d.  h.  die  Opernvorstellungen  im  genannten  Etablisse- 
ment sollen  nicht  mehr,  wie  bisher,  nur  im  Sommer,  sondern 
das  ganze  Jahr  über  stattfinden.  Hr.  Jos.  Engel,  der  Besitzer 
des  KroU-Theaters,  verspricht,  für  ein  gutes  ständiges  Künstler- 
ensemble und  zeitweise  Gastspiele  hervorragender  Künstler 
zu  sorgen  und  neue  Opern  deutscher  begabter  Autoren  eine 
Heimstätte  finden  zu  lassen,  bei  Eintrittspreisen,  welche  auch 
dem  Mittelstande  den  Genuss  guter  Opern  zugänglich  machen. 

*  Der  Wiederaufbau  der  Komischen  Oper  in  Paris 
ist,  wie  man  von  dort  meldet,  nun  beschlossen.  Die  Bau- 
kosten sind  auf  3Vt  Million  Francs  veranschlagt,  der  Neubau 
soll  bis  zum  October  1998  fertig  gestellt  werden. 

*  Das  Th6ä.tre-Lyrique  im  Eden-Theater  in  Paris 
hat  wieder  greifbare  Gestalt  angenomröien.  Hr.  Löonce  De- 
troyat  hat  den  grössten  Theil  des  nöthigen  Capitals  durch 
Subscription  erlangt,  vor  allen  Dingjen  ist  er  aber  begeistert 
aÖüT  sein  Unternehmen  und  besitzt  viel  Intelligenz. 

*  Li  Stettin  ging  am  lä.  Febr.  eine  neue  dreiactige 
Volksoper,  „Utopia"  von  Hrn.  Oapellmeister  Franz  Götze, 
erstmalig  mit  Erfolg  in  Scene. 


*  J.  Massenet's  neue  Oper  „Werther"  ging  am  16.  Febr. 
unter  Hm.  Jahn^s  Direction  erstmalig  im  Hoiopemhaus  zu 
Wien  über  die  Bretter,  hatte  aber  trotz  der  vorzüglichen 
Aufführung,  um  welche  sich  in  erster  Linie  Hr.  van  Dyck 
(Werther)  und  Frl.  Benard  (Lotte)  verdient  machten,  nur 
einen  mittelmässigen  Erfolg. 

*  Ln  Stadttheater  zu  Lübeck,  das  sehr  novitätenfreund- 
lich ist,  erlebte  die  neue  zweiactige  komische  Oper  „Der  Page" 
von  G.  Kulenkampff  ihre  erfolggekrönte  ErBtaufftlhrung. 

*  Das  Hamburger  Stadttheater  wird  als  Opemnovi- 
täten  zunächst  Bruneau's  „Le  Böve"  und  C.  Schröder *s 
„  Aspasia"  herausbringen.  Letzteres  Werk  soll  seine  überhaupt 
erste  Auffiüirung  am  8.  März  in  Sondershausen,  wo  be- 
kanntlich Hr.  Prof.  Schröder  als  Hofcapellmeister  thätig  ist, 
erfahren. 

*  Der  treffliche  schwedische  Gomponist  und  Dirigent  Hr. 
Andreas  Hallön  ist  seit  1.  Febr.  als  Oapellmeister  an  der  k. 
Oper  zu  Stockholm  in  Thätigkeit.  Unter  seiner  Leitung;  wer- 
den zunächst  Messager's  „La  Basoche"  und  Wagner's  „Lohen- 
grin"  dort  in  Scene  gehen^ 

*  In  dem  Preisausschreiben  der  Quartet^esellschaft 
in  Mailand  haben  für  eine  Ciaviersonate  die  Hfl.  Edgardo 
del  Vallo  de  Paz  in  Florenz  den  ersten  und  Giuseppe  Fr u- 
gatta  in  Mailand  den  zweiten  Preis  erhalten. 

*  Hr.  Theaterdirector  Staegemann  in  Leipzig  erhielt 
vom  König  von  Bumänien  das  Commandeurkreuz  des  Ordens 
der  rumänischen  Krone  verliehen. 

*  Zu  Officieren  der  französischen  Akademie  wurden 
ferner  ernannt:  die  HH.  Ohimöne,  Gazier,  Chavagnat, 
CoiTiponisten  in  Paris,  Donnay,  Componist  in  Havre,  Lau- 
rent, de  Kerv6guen,  Clerc,  die  Damen  Jullien,  Kohl, 
Musiklehrer,  resp.  Lehrerinnen  in  Paris,  die  Musiklehrer 
Marquart  in  Bourges,  Marchai  in  Charenton,  Madoul6 
in  Bouen,  Frau  Luc  in  Saint-Omer,  die  Gesanglehrer  HH. 
Chapuis  und  Laveissiöre  (gen.  Nouvelli)  in  Paris  und 
Gagne  in  Montreuil-sous-Bois,  die  Ciavierlehrerinnen  Koch 
und  Lyon  in  Paris,  de  Corteuil  in  Caen,  die  HH.  All^gre, 
Violoncellist  in  Brest,  Aubrun,  Professor  in  Issoudun,  Bru- 
ment,  Geiger  in  Paris,  Chabaud,  Musikverleger  in  Cannes, 
Chevillard,  Professor,  Delaunay,  Gesanglehrer  in  Paris, 
Fichot,  Director  der  Soci^td  musicale  in  Toulon-sur-Arroux, 
F ritsch,  Professor  am  Oonservatorium  in  Dijon,  Gillard, 
Musikmeister  an  der  Artillerieschule  in  Orleans,  Guillaume, 
Director  der  Municipalmusik  in  Yvetot,  Lacoste,  Pistomst 
an  der  Pai-iser  Komischen  Oper,  Lematte,  2.  Oapellmeister 
am  Grand-Th6&tre  in  Nantes,  Ligner,  Director  der  Munici- 
palmusik in  Montreuil-sous-Bois,  Louvat,  Musiker  der 
republikanischen  Garde,  de  Vau  x,  Componist,  Per  du,  Musik- 
lehrer in  Baveux,  Perriö,  desgl.  in  Boanne,  M artet,  desgl. 
in  Angers,  ;rf artin,  desgl.  in  Oiarmes  (Vosges),  de  Nattes, 
Director  der  Philharmonischen  Gesellschirft  inOuveillan  (Aude), 
P6not,  Musikdirector  in  Voulx  (Seine  et  Marne),  Pourcel, 
Theatercapellmeister  in  Aix,  die  Operasängerinnen  B6gis 
und  Sicard,  Frau  Benaud-Maury,  Professorin  am  Oonser- 
vatorium, Frl.  Baoult,  Clavierlehrerin  in  Vanves,  Frau 
Vaucorbeil,  Gesangsprofessorin,  Hr.  Turban,  Geiger  im 
Opernorchester  in  Paris,  etc. 

Todtenliste.  Joseph  Heyberger,  Gesangschef  der  Con- 
certe der  Pariser  Conservatoriumsgesellschafb,  früher  Chor- 
director  an  der  Komischen  Oper,  Componist,  f,  hald  60  Jahre 
alt,  in  Paris.  —  Charles  Nicolas  Eugöhe  Gand,  berühmter 
Geigenmacher,  f,  Ö7  Jahre  alt,  am  5.  Jan.  in  Peuis.  —  John 
Old,  Gründer  des  Layston  College  in  Beading,  vortrefflicher 
Lehrer,  Componist,  t,  64-  Jahre  alt,  daselbst.  —  Alessandro 
Bottero,  der  letzte  der  italienischen  Buffosän^r,  welcher 
auf  verschiedenen  Bühnen  Italiens  sich  ausgezeichnet  hatte, 
t  am  4.  Febr.,  60  Jahre  alt,  in  Mailand.  —  J.  F.  Pest  er, 
tüchtiger  Violoncellist,  langjähriges  Mitglied  des  Theater-  und 
Gewandhausorchesters  zu  Leipzig,  f  daselbst,  56  Jahre  alt, 
am  18.  Febr.  —  Aug.  SchubeTt,  Pensionär  der  Berliner 
Hofcapelle,  früher  als  ausgezeichneter  Clarinettist  geschätzt, 
t,  81  Jahre  alt,  in  Potsdam.  —  Bosa  Csi  11  ag, einstmals  be- 
deutende dramatische  Sängerin  und  Mitglied  der  Hofoper  zu 
Wien,  t,  daselbst,  58  Jahre  alt,  tief  verarmt  am  20.  Februar. 


116 


Kritischer  Anhang. 


Leander  SehlegeL    Suite  f&r  Glavier,  Op.  4. 

„Der  arme  Peter**.    Gharaktetstfick  ftr  davier,  Op.  6. 

„Rhein  und  Loreley**.  Eine  Phantasie  fftr  Olavier,  Op.  6. 

Leipzig,  E.  W.  Fritzech. 

Von  diesen  Werken,  die  eine  sehr  reiche  Phantasie  und 
einen  hochgradigen  Elangsinn  bekunden,  dabei  jedoch  den 
Autor  in  und  von  Schumann  gefesselt  erweisen,  hat  uns  die 
Suite  in  Hdur  am  eindringlichsten  interessirt  und  aürfte  sie  wohl 
keinen  Musiker  gleichgiltig  lassen.  Mit  Ausnahme  des  Scherzos, 
das  sich  ganz  l^humannisch  gebärdet,  waltet  in  der  Suite 
doch  eine  gewisse  Energie  der  Stimmung  vor,  die  uns  mit 
reichem  Fig;urenwerk  und  harmonischer  Würze  über  die  theil- 
weise  Dürftigkeit  und — Unselbstftndigkeit  der  Themen  hinweg- 
zutäuschen vermag  und  in  uns  den  Wunsch  erweckt,  dass 
Selbstbeawingung  und  ernste  Arbeit  diesen  einstweilen  noch 


verworren  gährenden  Geist  bald  zur  Klarheit  ftLhren  mögen. 
Aehnliches  läset  sich  von  dem  Frau  Clara  Schumann  gewid- 
meten Charakterstück  „Der  arme  Peter**  safi;en,  welches  aus 
einer  Folge  von  sechs  langsamen  in  Davidsbündlerart  gehal- 
tenen WfJzersätzen  besteht.  Vieles  darin  ist  von  schönster 
Wirkung,  so  besondeis  die  Theile  3  und  6,  Anderes  dagegen 
gewaltsam  imd  erkjüi^stelt,  und  man  gelangt  schliesslich  doch 
auch  wieder  zu  lebhaftem  Bedauern,  dass  diese  künstlerische 
Kraft,  welche  uns  unbedingtes  Interesse  abnöthigt,  ihren 
Schwerpimct  nicht  in  sich  selbst  zu  finden  vermag.  Die 
Phantasie  „Bhein  imd  Loreley"  möchten  wir  als  eine  Art 
Programm-Etude  ansehen  und  als  solche  um  ihres  ganz  hüb- 
schen musikalischen  Gehaltes  und  der  durchgeführten  Bewe- 
gung willen  vorgeschritteneren  Clavierspielem  bestens  em- 
pfeluen.  Arthur  Smolian. 


Bi*ief]£ststeii< 


Ed.  G.  in  S.  Mit  jenem  Lumpenpack  wird  sich  ein  an- 
ständiger Mensch  überhaupt  nicht  abgeben. 

Prof,  H,  E,  in  B,  Sie  müssen  eieenthümliche  Erfahrun- 
gen gemacht  haben,  dass  Sie  bef^hxmteten,  wir  würden  aus 
Mangel  an  Coura^  oder  sonst  welchem  Grunde  einen  einge- 
schriebenen Briet  mit  Direr  eigenen  Adreeseaufschrifl  nicht 
annehmen,  und  deshalb  die  Adr^Mse  von  fremder  Hand  schrei- 
ben liessen. 


Af,  0,  in  /f.  Di^  Jb,  M.**  ist  uns  bis  jetzt  nur  zwei  Mal 
zu  Gesicht  gekommen;  sie  soll,  wie  uns  gesagt  wurde,  das 
ofiicielle  Organ  des  Conservatoriums  zu  Sondershausen  sein. 

F.  D,  in  £>.  Der  von  uns  erwähnte  G^^er  der  Jank6- 
Claviatur,  welcher  seine  Schüler  und  Schülerinnen  durch  das 
angegebene  Mittel  vor  Ansteckung  durch  die  geniale  Idee 
vTjankö's  zu  bewahren  sucht,  ist  nicht  in  D.,  sondern  hier 
domicilirt. 


Anselffen. 


f  1 


1  * 


IJL 


Fiagrcl-  «od  PlanlDo-Fabrlkant. 

Hofliefeira.iiL't 

Sr.  MaJ.  des  KaiierB  voh  Deutschland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  MaJ.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen» 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  KsJserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen » 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Hersogs  von  Edinburgh.  [906.] 

EBerlin  I^« 
5—7  Johannis-StF« 


X^ondon   >V. 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannls-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  i  k :    21  Orflnauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  F  a  b  r  i  k :    124  Reiehenberger-Strasse. 


FMI.  taervator JoiD  der  iisik  in  SoDtahaDseD. 

Beginn  des  Sommersemesters  am  21.  April.  [206a.] 

Vollständige  Ausbildung   in    allen  Zweigen  der  Musik,   im  Gesang,   för  Goncert  und  Oper  (Opemschule). 
22  Lehrer.     Ausfuhrlicher  Prospect  gratis. 

Der  fürstliche  Director: 

Hofcapellmeister  Prof essop  SohrAdep. 


117 

KSniglidres  CoBserratirriam  der  Musik  zn  Leipzig. 

Die  Anftiahine-Prüfimg  findet  Mittwoch,  den  20.  April,  VormlttagrB  9  ühr  statt.  Der  ünterrioht  erstreckt 
sich  auf  Harmonie-  and  Compositionslehre,  Pianoforte  (aaeh  aaf  der  Jankö-Claviatnr),  Orgel,  Violine,  Viola,  Violoncell, 
Contrabass,  FlOte,  Oboe,  Clarinette,  Fagott,  Waldhorn,  Trompete,  Posaune,  —  auf  Solo-,  Ensemble-,  Qnartett-,  Orchester« 
und  Partltar-Spiel  —  Sologesang  (vollstftndige  Ausbildung  zur  Oper),  Chor-Gesang  und  Lehrmethode,  verbunden  mit 
Hebungen  im  öffentlichen  Vortrage;  Geschichte  und  Aesthetik  der  Uusik,  italienische  Sprache,  Declamations-  und 
dramatischen  Unterricht  —  und  wird  ertheilt  Ton  den  Herren :  Professor  F.  Hermann,  Professor  Dr.  R.  Papperitz, 
Organist  sur  Kirche  St  Nicolai,    Capellmeister  Professor  Dr.  C.  Reinecke,   Tll.  Coccius,  Üniversitäts-Professor 

Dr.  0.  Paui,  Dr.  F.  Werder,   Hn^kdirector  Dr.  S.  Jadaseölin,  L.  Grill,  F.  Rebling,  J.  Weldenbacli,  C.  Plutti, 

Organist  zur  Kirche  St.  Thomae,  6.  Zwintsclier,  H.  Klesse,  kgl.  Husikdirector  Professor  Dr.  W.  Rust,  Cantor 

an  der  Thomasschule,  A.  Reckendorf,  J.  Klengel,  R.  Bolland,  0.  Scliwabe,  W.  Bärge,  G.  Hinke,  F.  Gumpert, 
F.  Weinsclienk,  R.  MQÜer,  P.  Quaedorf,  CapeUmeist«r  H.  SItt,  Hofpianist  C.  Wendung,  T.  Gentzscii,  P.  Homeyer, 

Organist  für  die  Gewandhaus-Concerte,  H.  Becker,  A.  Rutliardt.  G.  Schreck,  C.  Beving,  F.  Freitag,  Husikdirector 
6.  Ewald,  A.  Proft,  Regisseur  am  Stadttheater,  Fräulein  A.  Gotze,  Herrn  Ooncertmeister  A.  Hilf. 
Prospecte  werden  unentgeltlich  ausgegeben. 

Leipzig,  Februar  1892.  [207a.] 

Das  Directorium  des  Königlichen  Conservatoriums  der  Musilc. 


Im  Verlage  von  E.  W.  FritZSCh  in  Leipzig:  erscilien: 


Wagner-Encyklopädie 


der  nSZiuist*  xizid  Oultuzer^soihlolite  Icn  Xdolxte  der  J^jnjBöhiAxxujxg 


In  wörfliohen  AnfDhrungoni  aus  seinen  Scliriften  dargestellt 

von  [908.] 


C.  Fr«  Olaiieiiivi». 


Zwei  Bände  (60  Bogen  ffr.  8^).  Mroehirt  IS  Mark.  Gebunden  18  Mark. 

BetUUungen  werden  von  jeder  Bueh^^  Kunei^  find  Mueikaiienhandim$^f  eewie  €meh  Mreot  vom  Verieger 

angenomn^en  und  auegeführt. 

Die  Wagner-Eneyklop&die  stellt  es  sich  zur  AufgßAe,  die  durch  ihre  refonnatorisohe  Bedeutung  auf  dem  Q«- 
biete  der  Kunst  und  Coltur  hervorragenden  Aeusserungen  Wagner's  über  eine  umfassende  Beihe  von  Erscheinungen  auf  dem 
weiten  Gebiete  der  Kunst-  und  Culturgeschichte  in  alphabetischer  Folge  und  nach  Möglichkeit  nicht  blos  in  aphoristi- 
scher Kürze  wiederzugeben,  sondern  jene  Aussprüche,  wo  die  Sadie  es  mit  sich  bringt,  in  ungezwungener  Weise  zu  kleinen 
Abhandlungen  über  den  einzelnen  Gtegenstand  zu  verbinden.  Diese  Abschnitte,  von  sehr  verschiedenem  TJmfiang,  sind 
durchweg  aus  den  mit  buohsl&bliciier  Treue  wiedc^gegebenen,  eigenen  Worten  des  Meisters  zusammengesteUt.  Indem  ftb: 
ieden  dieser  Abschnitte  die  vorhandenen  Aussprüche  aus  den  verschiedenen,  oft  entlegenen  Theilen  der  Gesammelten 
Schriften  Wagner's  herangezogen  sind,  ist  —  ausser  ihrer  Authenticitftt  ~  Zweierlei  erreicht: 

1)  eine  erschöpfende  Vollständigkeit  dieser  Aussprüche,  sodass  der  Leser  gewiss  sein  kann,  dass  in  keinem 
Theile  der  Schrifien  etwas  auf  den  Gegenstand  Bezügliches  übersehen  sei,  was  nicht  schliesslich  noch  im  Anhang 
oder  im  Inhaltsverzeichniss  unter  dem  gleichen  Titel  anzutrefEen  wtre; 

2)  durch  jedesmalige  Ausscheidung  des  nicht  nothwendig  zu  dem  besonderen  Gegenstand  Gehörigen  und  streng  sach. 
liehe  Verbindung  des  Zusammengehörigen,  in  den  meisten  Fallen  ein  Text  von  einer  specifischen  Vollstän- 
digkeit, wie  er  sich,  wiewohl  echt  Wagnerisch,  dennoch  in  gleicherweise  an  keiner  einzelnen  Stelle  der  Schriften 
wiederfindet,  sodass  die  Encyklopädie  in  dieser  Bezidixmg  in  ihrer  Art  überall  Neues  darbietet  und  wie  ein 
Ori^inalTrerk  ^f^afl^er*»  gelesen  werden  kann,  w&hrend  andererseits  die  vorhandenen  Belege 
überall  die  zu  Ghrunde  liegenden  SteUen  der  Mniften  vergegenwärtigen. 


118 


Im  Verlage  von  F»  £•  €/•  Ijenekart;  in 
Ijelpzlg;  erschienen: 


com}jonirt  von 

Josef  Rheinbepgep. 

No.  I.    Ave  Maria.    Teict  lateinisch  und  englisch. 

A.  Für  Sopran  oder  Tenor  mit  Orgel  .    .    JH  l 

B.  Für  AH  oder  Bariton  mit  Orgel  .  .  .  ^  1 
G.  Für  Sopran  oder  Tenor  mit  Pianoforte  Jt  1 
D.  Für  Alt  oder  Bariton  mit  Pianoforte  .    JH  1 

No.  2.    Alma  redemptoris.    Duett. 

A.  Für  Sopran  und  Alt  mit  Orgel    .    .     .    MJ  1 

B.  Für  Sopran  und  Alt  mit  Pianoforte  Jt  1 
No.  3.    Salve  Regina.    Terzett. 

A.  Für  zwei  Soprane  und  Alt  mit  Orgel  .    JH  1 

B.  Für  zwei  Soprane  und  Alt  mit  Pianoforte   J$  1 
No.  4.    Ave  maris  steUa.    Duett. 

A.  Für  Sopran  und  Alt  mit  Orgel    .    .•    .    JH  l 

B.  Für  Sopran  und  Alt  mit  Pianoforte     .    Jt  1 
No.  6.    Regina  coeli. 

A.  Für  eine  Singstimme  mit  Orgel  .    .    .    XI,- 

B.  Für  eine  Sing8timme_  mit  Pianoforte   ,  _  Ji  l_^- 


Messen 

tijLJC    gfezTLisclitezx    Ohor 

von 

Josef  Rheinbepgep. 

Op«  161.    Meaae  für  gemischten  Chor  (leicht  ausführbar). 

Partitur  Ji  2,40.     Singstimmen  (ä  50  A)  M  2. 
Op.  159*    Hesse  für  vierstimmigen  gemiscnten  Chor  mit 
Orgel.  [209.] 

Partitur  (zugleich  Orgelstimme)  M  5,—.    Singstimmen 

(&  60  .tj)  u«  2,40. 

Die  hier  gebotene  Musik  ist  so  edel,  weihevoll,  anmuth ig 
und  originell,  dass  sie  nicht  nur  den  gottesdienstlichen,  son- 
dern auch  allgemein  künstlerischen  Zwecken  entspricht  und 
auch  ausserhalb  der  Kirche  gern  zu  Gehör  gebracht  werden 
wird. 


X 


Pianinos 

bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Febrile 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[210-.] 

lUustrirte  Preis-Yerzelehnisse  zu  beziehen  durch 

C.  Schwalbach,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


Verlag  von  E.  1^.  FiritzMcli  in  Leipzig. 

Aiinii«f      ^P    ^®      Concertstüok  (Pdur)  für  Oboe  mit  Or- 
■^1     C     j-    ehester.    Part,  mit  untergelegtem  davieranszug 
Klughardt,  M  S,—.    Principalstimme  M  —,75.     Orchester- 
stimmen M  5,—.  [211] 


Wilhelm  Hansen,  Mesik-Yerlag  in  Leipzig. 
iNeue  billige  A-Usgabe. 

Louis  Spohr , 

Violin-Goncerte  und  -Doette, 

genau  bezeichnet  in  Herausgabe 


von 


Edmund  Singer. 


No.2.  Dmoll.   Op.  2.  1,60.' 
„  T.Emoll.  Op.38.  1,50. 

„  9.  Dmoll.  Op. 65.  1,50. 


No.  6.  Gmoll.Op.28.  1,50. 
„    8.  Adnr.  Op.47.  1,50. 

(Gesangsscene.) 
„  II.  Gdur.  Op.70.  1,50. 


(für  2  Violinen). 


Op.  9.  2  Duette.  1,60. 
Op.  67.  3  Duette.  1,60. 
"  ~  1,60. 


Op.  8.  3  Duette.  1,60. 
Op.  39.  3  Duette.  1,50. 
Op.  148.  Duo.  1,50.  1  Op.  150.  Duo. 

Op.  153.    Duo.    1,60. 

Barcarole  für  Violine  und  Pianoforte.    Op.  135, 

No.  1.    1  ^ 

„Neue  Musikzeitung"  schreibt:  Die  sämmt- 
licben  Compositionen  Spohr's  sind  in  der- uns  vor- 
liegenden Slnger*sehen  Herausgabe  von  diesem 
bewährten  Meister  des  Violinspiels  mit  einer 
solchen  Pietät,  Pünctlichkelt  und  Gewissenhaf- 
tigkeit für  den  Gebrauch  zugerichtet,  insbesondere 
die  Violinstimme  mit  solcher  Sorgfalt  bis  auf  die 
kleinsten  Verzierungen  hinaus  benandelt  und  mit 
Fingersatz  und  Vortragszeichen  versehen,  dass  dem 
Herausgeber  dafür  die  grösste  Anerkennung 
gebührt. 

Zuletzt  noch  ein  aufrichtiges  Lob  für  die  wirk- 
lieh wunderschöne  Ausstattung  dieser  werth- 
vollen  Compositionen. 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig. 

DliAinKAivtfVAi*  l  op.  8.  „Waldmärchen**.  Concertskizze 
aUOlulVOrgOr,  el.9  für  das  Pianoforte.  Ji  2,—.  [213.] 
Op.  19.    Toccatina  ftir  Pianoforte.    Ji  1,25. 


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Nenmarkt  82,  Leipzig,  Nenmarkt  82. 

Orosse«  Ijas^er  von  Musikalien  etc., 

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modernen  Muslklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

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Im  Verlage  von  Juüus  Hainauer, 

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sind  erachieDea;  [31^-1 

Jenö  Hubay's 

Corapositionen: 

A.    Für  Violine  und  Pianofopte. 

Op.  30.     Blumenleben.    Seche  charakteriBtische  Stücke. 


No.  1.    Knospensprossen Jt  i,25. 

No.  2.  Knospe  und  Blume  ....  „    1,75. 

No.  3.  Der  Schmetterling   ....  „2,—. 

No.  4.    Liebeswonne „   1,25. 

No.  5.    Der  Zephyr „  2,—. 

No.  6.  Verlassen  und  verwelkt    .    .  „   1,50. 
BrläuteFDde  Gediofate  hierzu  von  Oäza  Oraf  Zlchf. 

SotoeS  de  Id  Czdrda.      Trois  Morceanx  caract^ristiqnes. 
Oeuvre  32.     Hejre  KatI J6  2,25. 

33.  Hullämzo  Balaton  ...      ,   2,25. 

34.  Särgo  Cserebogdr.    .    .      „   3,—. 


B.    Für  Violonoall  i 


I  Pianof  opto. 


Op.  20.      Concertstüok.  Violoncellstimme  mit  dazu  com- 
ponirt«r  Cadeaz  von  David  Popper     .     Jl  4,25. 

C.    Liodep  und  Gesänge. 

Op.  8.     Fünf  Lieder  mit  Begleitung  des  PiaDoFoTte. 
I.     Ausgabe  für  hohe  Stimme. 

n.  „  für  tiefe  Stimme. 

No.  1,  2,  3,  6  i  76  A.     No.  4  1  ^ 
Op.  29.  Fünf  Gedichte  von  Carmen  Sylva  für  eine 

SingBtimme  mit  Piauoforte j¥  2,—. 

Op.  31.  Fünf   PetOfl- Lieder   für   eine   Singetimme   mit 
Pianoforte. 

I.    Änsgabe  für  hohe  Stimme. 

IL  „         für  tiefe  Stimme. 

No.  1,  2,  4  i  1  ^     No.  3.  5  i  75  4. 

Op.  36.     Ueder  einer  Rose  f&r  eine  Singstimme  mit 

Pianoforte.     No.   1—4  ä  75  4. 


Verleg  von  M,  P.  BeieleHin  Leipzig. 

[217? 

Ciavier  compositiönen 

^.  Xopy/ou). 


Op.  3. 
Op.  6. 
Op.  8. 
Op.  9. 
Op.  12. 
Op.  13. 


Deux  Mazurkas.    2  Ji. 

Valse.    1  ^  50  4. 

Mazurka.    2  Ji. 

Etüde.    1  .A  50  4. 

Trois  Fugues.    2  Ji. 

Quatre  petits  Morceaux.    Cpit.  2  Ji. 

No.   1.     Songetie.     60  .^. 
No.  2.     R4cit.     1  JH. 
No.  3.     Chsnsonnette.     60  4. 
No.  4.     Une  goutte  de  pluie.     60  ^. 
Op.  16.  Polka  de  Salon  sur  le  th^me  B-la-f.    1.^50  4. 

Arrangement  pour  Piano  i  4  ms.  par  Tautear. 

2  Ji. 
Op.  17.    Quatre  Minlatures.    Cplt.  2  .^  50  4. 

No.  1.     Dause.     80  4- 

No.  2.     Valse.     1  Ji. 

No.  3.     Polka.     1  Ji. 

No.  4.     Pr^  de  la  chapelle.     60  4. 


Allgamelne  Hnsikzeltung  ober  Op.  13  und  16:    „Vier 
kleine   Stücke,    Op,  18,    und    Polka  de  Salon,    Op.  16,    von 

A.  Eopylow  sind  ganz  entzückende  Nippes,  melodisch  vor- 
nehm, von  ausserordentlichem  Klangreiz  und  überraschender 
Feinheit  des  Satzes.  Im  vierten  besonders,  >Ein  Begentropfen« 
Überschrieben,  wird  nach  dem  Vorbilde  des  bekumten  Des- 
dui-Prälude  von  Chonin  das  eingestrichene  g  in  Achteln  durch 
das  ganze  Stück  hindurch  angeschlagen,  während  sich  tlber 
demselben  eine  allerliebste,  nath  sinnige,  halb  neckische, 
hübsch  begleitete  Uelodie  entlang  zieht.  —  Aacli  die  Polka 
(Op.  16)  ist  sehr  graziös,  und  der  Glaviersatz  auch  in  diesem 
Stück  von  grosser  Feinheit.  Otto  Lessmann. 


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nndAnswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.   [218—.]  * 


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Op.  59. 
Fünf  I^ieder  für  Bariton 

compl.  Ji  3, — .  netto. 
No.  1.    um  Mittemacht.    Jt  1,36. 

fNo.  3.    Eophtisches  Lied.  \  . 

No.  8.    Zweitos  Kophtisches  Lied.        J     •*  ^'~ 
No.  4.    Die  Auswanderer  (I.    Flucht).  1     ^  nn» 

No.  B.    Die  Answanderer  (11.  Heimathbild.)  /    ■*  ^■•^* 
Hr.  Julius  Stockhausen  schreibt:  „Die  Lieder  von  Bruch 
Op.  59  gehören  zu  den  besten  des  Meisters." 

Schott  ^öres,  Brüssel.  -  Otto  Junne,  Leipzig. 


120 


f^uiiu^  jßfutAner,  ißeipzig. 


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Dessau,  Biamarck-Straaae  33. [92  lg.] 

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Concert-Vertretmig!    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Conoertmeister    des   Gewandhaus-   und   Theater- 

orobesters.  (sss— .] 

Leipzig,  hiser-WUheliB-Strasse  2L 
€«BeertrD.0rat«rieii8ftflger(T6nor).  pKuai 

Lehrer  am  k.  Oonservatoriuin  Dresden,  Ohrurtlanstr.  20  m. 

Voltetäidige  Insbildoiig  für  Oper  o.  Coneert 

Ensemble-Üebangen.     RdleiiBtiidiitm. 

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Sehoder,  Oarl  Scheidemantel  a.  A«  m.  [825—.] 

Leimio,    Bodo  Borchers. 

Gtesanglehrer. 

Grossherzoglich  sächsische  lasikschnle  b 
leimar  (Br  alle  Zweige  der  Hosik. 

Aufhahme  neuer  Schüler  und  SchOlerinnen:  Donners- 
tag den  21.  April  Vormittaas  10  Mhr  tan  Probesaale 

der  Sonule. 

Besonders  befkhigte,  aber  bedürftige  Schüler  oder  Schüle- 
rinnen können  mir  Ansbildong  für  Oper-  und  Goncertgesang 
oder  auf  irgend  einem  Instrumente  freien  TJnterri<mt  er- 
halten.  Statuten  gratis  durch  das  Secretariat.  [226a.] 

Weimar,  Hofrath  MOIIer-Hartung, 

Auniar  1892.  Diraetor. 


Golnmbus-Feier 

400  jähr.  Jubiläum 
der  Entdeckung  Amerikas. 


y 


Hammel,  Ferdinand,  Op.86.  Ck)lumbu8.  Ballade  von 
L.  Bradmann,  Für  Alt-,  Tenor-,  Bariton-Solo,  semlicMM 
Chor  u.  Orchester.  GlaYier-Ausacu^  mit  Text  Ji  6,-^.  Solo- 
Bfcimmen  frf>inyletJ>  1,20.  Ohnratimmen  (jkW  4)  Jü  2,—. 
Orchest^artit  n.  J6  20, — .  Orchesterstimmen  n.  Ji  20,—. 

zollner,  Heinrich,  Op.  80.  Columbus.  Fflr  Miiratrclier, 
Soli  und  grosses  Orchester.  Dichtung  vom  Gomponisten. 
Glavier-Auszufi;  mit  Text  n.  Ji  7,60.  Solostimmen  Ji  2, — . 
Chorstimmen  {^'^  Ji)  Ji  4y— .  Orchesterpartit.  n.  Ji  30,—. 
Orchester-Stimmen  n.  Ji  dO,— .    Textbuch  n.  16  /^ 

8kop,  T«  E«,  Ohp.  12  No.  2.  Columbus.  Gedicht  v.  L,  Brach- 
mann  fOr  Deelamatieii  mit  Pianofortebegleitung  Ji  1,80. 


*s 


H^*  Im  Hinblick  auf  das  im  nächsten  Jahre 
zu  be^;ehende  400jährige  Jubiläum  der  Entdeckung 
Amerikas  erlaubt  sich  die  Yerlaffshandlun^,  schon 
jetzt  die  Herren  Yereinsvorstände  und  Dirigenten 
auf  die  oben  genannten  Werke  angelegentlich  auf- 
merksam zu  machen,  welche  in  ganz  nervorragen- 
der  Weise  zur  Aufführung  bei  jenen  Jubüäumsfeier- 
lichkeitengeeignet  sind. 

Die  Ti^rke  von  Hummel  \md  besonders  auch 
Zöllner  haben  bereite  in  sehr  vielen  erfolgreichan 
AufEÜhrungen  in  Europa  und  Amerika  ihre  grosse 
Wirkungsiahigkeit  bewährt. 

Leipzig.       €.  F.  W.  Siegel's  InsikaüoBkittdloag 

[227.]  (B.  Linnemann). 


i 


Wunsch  bcreitwillijst 


Dmok  Ton  0.  O.  Bttder  in  Lelpstg. 


Leipzig,  am  3.  März  1892. 


Duicii  limmtutti!  Bicii-,  imv 
nnil  lusiicallEiiliaiiilliiDJieii.  sowie 
Intch 


E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


Für  in  lositaliscHi  f  ocbEiDlin 


XXni.  Jahrg.] 


Das  MnaikaÜBche  Wochenblatt  erscheint  jaidich  ii 

fürdasQuartalvonlSNuniDieni  int  2MLirk;ei!iee  .    _. „„ 

ilirecter  frankirter  KreuibandBendunit  treten  nachstehende  »ierti-ljHhrliche  Ahonnementä- 
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für  1 -     ■  ... 


Die  Inaertionsgebi 


i^nindeleeunff  vorateheuder  BeKU^bediiiKun^eii  berechnet. 
Uhren  mr  den  Raum  einer  geepalteaeii  Petitzeile  betragen  30  Pfennige. 


[No.  10. 


Üiell(uig«n  lUd  Notizen.  —  BrleritBStsn.  —  Anzeigeo. 


Die    Sage   von    „Tristan   und   Isolde"   bei 
Richard  Wagner- 

Yon  Dr.  Arthur  Seidl. 

(Portaetzuog.) 

Vorstehendes  Expos^  ist  nun  ungemein  wertiivoll.  Was 
sich  aus  dem  zweifellos  durch  das  Bardenthum  britischer 
Kelten  in  reichster  Ausgestaltung  auf  uns  überkommenen 
Urgedichte  an  mythischen  Grundzügen  noch  erkennen 
lässt  (die  anfängliche  Gegnerschaft  der  beiden  Lieben- 
den, der  Kampf  Tristan's  mit  einem  Verwandten  Isoldens, 
die  Pflege  des  Helden  durch  die  zauberkuudige  Königs- 
tochter, die  Werbung  Tristan's  um  dieselbe  für  einen 
Anderen,  der  Liebeszauher,  heimliche  Verbindung,  Verrath, 
gemeinsamer  Tod):  das  erinnert  Alles  (wie  schon  H.  v. 
Wolzogen  richtig  bemerkt  hat)  wirklich  an  die  Siegfried- 
Sage  (sogar  ein  Drachenkampf  wird  Tristan  zugeschrieben), 
nur  dass  der  Zaubertrank,  jener  Haupt-  und  Mittelpunct 
der  Tristan-Sage,  bei  Siegfried  gegen  das  Ende,  in  die 
zweite  Sagenhftifte,  verlegt  erscheint.  Siegfried  muss  ihn 
trinken,  um  seine  „Isolde"  (Brünnhilde)  zu  vergessen 
und  sich  mit  der  „Anderen"  (Gutrune-Kriemliilde)  zu 
verbinden;  woran  sich  dann  bei  ihm  die  Werbung  der 
eigenen  Braut  für  den  Anderen  (Günther)  anschliesst. 
Doch  finden  wir  auch  schon  in  der  ältesten  Ueberlieferung 
der  Tristan-Soge  solche  Verdoppelung  der  Person  der 
Geliebten  und  in  Folge  dessen  einen  Treubruch  des 
dennoch  treu  bleibenden  Liebenden:  Tristan  liebt  die 
„hlonde"  Isolde,    aberer  vermählt   sich  der  Isolde    ,,mit 


den  weissen  Händen"  und  geht,  wie  Siegfried,  in  den 
Händeln  dur  Verwandten  der  zweiten  Geliebten  unter. 
Offenbar  ist  dieses  Doppelspiel  in  derselben  Sage  schon 
in  anderer  Form  durch  die  Werhung  Isoldens  für  Marke, 
und  zwar  einfacher,  würdiger,  tragischer  dargestellt:  aher 
gerade  die  Zweiheit  der  Personen  weist  uns  auf  den 
mythischen  Grund  des  Ganzen  hin.  Schon  bei  Hermann 
Kurtz  —  der  seinerseits  wieder  Männer  wie  von  der  Hagen, 
Mone  und  Müller  als  Gewährsmänner  für  seine  Auffassung 
citirt  —  findet  sich  eine  Andeutung  darüber,  dass  die 
aus  dem  Keltischen  stammende  Tristan-Heldensage 
„augenscheinlich  mit  unserer  deutschen  Siegfried-Sage 
verwandt  sein  müsse",  sodass  der  gen.  Verfasser  dort  in 
der  Einleitung  zu  seiner  Ausgabe  (pag.  V)  sogar  den 
Ausspruch  wagen  konnte:  „Liesse  sich  von  der  Einen 
nachweisen,  dass  hier  eine  alte  Göttersage  sich  in  der 
Helden-Sage  verloren,  so  wEre  dies  auch  zugleich  von  der 
Anderen  .^ethnn."  Und  in  der  That  haben  wir  es  „bei 
Tristan  wie  bei  Siegfried  mit  einer  heroisch-ritterlichen 
Umgestaltung  eines  schlichten  Natur-Mythos  zu  thun. 
Die  Liehe  des  Helden  ist  ein  mythisches  Bild  für  das 
Kalurverhäkniss  von  Sonne  und  Erde".  Denn,  „wo  jene 
Doppelung  der  Person  sich  findet,  wie  eben  in  der  Sieg- 
fried-Sage ( Brünnhilde- Gutrune)  und  hier  in  der  Geschichte 
von  den  beiden  Isolden*),  da  hat  man  in  den  beiden  Ge- 
stalton der  Jungfrau,  nach  dom  nun  einmal  gewonnenen 
mythischen  Schlüssel  für  die  Sage,  die  geliebte  Erde  in 
ihrer  zweifachen  Bedeutung  als   Frühlingserde  und  als 


auf  den   interessanten 


122 


Herbst  erde  zu  fassen.  Ist  doch  auch  Gerda  eine  eisige 
Wintermaid,  ehe  sie  der  Zauber  befreit,  ganz  wie  Isolde 
vor  dem  Tranke,  desse  mythische  Bedeutung  die  des 
ersten  fruchtbaren  Gewitterregens  sein  soll.  Aus 
Winterbandeu  befreit  der  stürmisch  werbende  Lichtgott 
im  Frühling  die  Erde;  aber  wenn  er,  nach  Erreichung 
des  höchsten  Gipfels  seiner  Macht  und  Seligkeit,  mit  der 
Sonnenwende  sich  ihr  in  ihrem  Herbstgewande  wieder 
nähert,  verfallt  er  selbst  den  winterlichen  Gewalten,  die 
er  einst  besiegt  hatte;  er  freit  nun  die  Erde  nicht  mehr 
für  sich,  sondern  für  den  Winter;  die  Liebe  wird  ihm 
zum  Tode."  (H.  v.  Wolzogen.)  Schon  diese  wenigen  An- 
deutungen mögen  hinreichen,  uns  zu  zeigen,  wie  wenig 
Kurtz  im  Eechte  war,  seinerzeit  so  heftig  gegen  den 
Minnetrank  zu  eifern,  den  er  ebenso  müssig  wie  den 
Drachenkampf  nennt.  „Man  sieht  wohl,  dass  die  Vereinigung 
der  beiden  Liebenden  auch  ohne  diese  Hexerei  zu  Stande 
gekommen  wäre*%  spöttelt  er  (a.  a.  0.)  und  , überflüssig 
oder  gar  störend"  erscheint  ihm  seine  Einführung  in 
einem  modernen  Gedicht.  Mit  dem  alten  Drachen- 
kampf, wie  er  in  der  Tristan -Sage  noch  anklang,  mag 
er  ja  wohl  Recht  behalten;  denn  dieser  muss  uns  im 
Ernste  als  nebensächlich  gelten,  je  mehr  wir  in  dem 
Tristan -Gedicht  eben  einen  Ausschnitt  aus  dem  grossen 
Ur-Mythus  erblicken  dürfen,  —  einen  Ausschnitt,  der  jetzt 
nur  mehr  ganz  im  Speci  eilen  eben  das  grosse  Li  ehe  b- 
thema  für  sich  herausgegriffen,  behandelt  und  weiter 
ausgeführt  hat.  Nicht  so  aber  auch  ergeht  es  uns  mit 
dem  Trank-Motive,  das  —  richtig  verwendet  —  vielmehr 
gerade  diese  Episode  unendlich  zu  vertiefen  berufen 
war.  (Wir  werden  später  noch  näher  darauf  zurückzu- 
kommen haben.)  Aber  auch  in  dem  Kampf  mit  Morold 
erkennen  wir  noch  im  modernen  Gedicht  ein  Residuum 
wenigstens  des  alten  mythischen  Drachenkampfes  der 
Tristan-Sage,  das  vom  Künstler  jedoch  mit  feinem  künst- 
lerischen Instinct  hier  gänzlich  nur  mehr  in  die  Erzählung 
der  Vorgeschichte  des  Dramas  verwiesen  ward.  Morold 
war  der  Oheim  Isoldens  (nach  anderer,  neuerer  Version 
ihr  Verlobter)  und  wird  in  den  alten  Gedichten  als  Riese 
beschrieben.  So  finden  wir  in  ihm  eine  Reminiscenz  an 
das  urweltliche  Ungethüm  (man  denke  an  Drachen,  Lind- 
wurm, Monstrum,  See- Ungeheuer,  Kaliban  u.  s.  w.), 
welches  die  Jungfrau  arglistig  bewacht  oder  Menschen- 
zins einfordert  und  welches  von  dem  treuen  Diener  seines 
Herrn,  einem  muthigen  Ritter,  dem  Helden  „sonder 
Furcht  und  Tadel",  kühn  erlegt  werden  muss,  um  eben 
das  Land  von  dieser  schweren  Prüfung  des  Menschen- 
tributs zu  befreien  und  die  Braut  seinem  Herrn  zu  ge- 
winnen. Es  ist  genau  genommen  dasselbe  Ungethier,  wie 
wir  ihm  in  so  vielen  alten  Mythen  und  Sagen  auch  schon 
des  griechischen  Alterthums  nur  zu  oft  begegnen;  und 
es  ist  gar  nicht  so  nebensächlich,  einmal  auch  darauf 
zu  achten,  dass  Fafner  im  „Nibelungenring"  —  der  doch 
im  ,,Rbeingöld**  unter  den  Göttern  Walhalls  als  Riese 
auftrat — später  (wahrscheinlich  auch  infolge  seiner  gie- 
rigen Unthat  an  seinem  Bruder  Fasolt,  welcher  den  „Ver- 
thierungsprocess"  eigentlich  einleitete),  dass  dieser  Riese 
später  im  „Siegfried**,  also  da,  wo  die  Halbgötter  zu 
mensch  liehen  Helden  und  selbst  der  „Gott"  zum  „Erden- 
wanderer" wird,  als  Ungeheuer,  als  der  den  Hort  trag 
„besitzende"  Lindwurm  figurirt,  sodass  wir  also  in  die- 
ser seiner  monströs-animalischen  Erscheinung  gleichsam 
den  Riesen  sub  specie  humanitatis,  d.  h.  unter  dem  Ge- 
sichtswinkel menschlicher  Verhältnisse  zu  erkennen 
hätten.     Man  muss  solche  Züge  bei  Wagner  etwas  mehr 


beachten  und  sorgfältiger  zusammentragen,  um  ihm  seinen 
geistigen  Organismus  nachschaffen  zu  lernen! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Von  den  Philharmonischen  Concerten  haben  bis- 
her, während  wir  dieses  schreiben,  sechs  stattgefunden,  drei 
derselben  wurden  von  uns  bereits  besprochen.  Das  vierte 
brachte  nichts  Neues:  Mendelssohn's  Amoll-Symphonie  und 
die  unvollendete  von  Schubert  in  HmoU,  daz¥nscnen  Grieg's 
„Peer  Q-ynt"-Suite,  welche  wie  voriges  Jahr  lebhaftesten  Bei- 
fall fand.  Nicht  ganz  nach  G^ebühr  gewürdigt  wurde  dagegen 
die  interessante  Novität  des  fünften  Concertes:  Eich.  Strauas' 
farbenprächtige  orchestrale  Nachdichtung  des  Lenau'schen 
„Don  Juan".  Die  stark  conservativ  gesinnte  Majorität  des 
Publicums  der  Philharmoniker  schien  offenbar  nicht  zu  wissen, 
was  es  mit  diesen  üppigen  Klängen  anfangen  solle,  ein  Theil 
der  Kritik  erging  sich  in  billigen  Spöttereien.  Dass  ß.  Strauss 
die  gewählte  Aufgabe  mit  künstlerischem  Ernst  und  grosser 
Formgewandtheit  löste,  darüber  dürfte  unter  nicht  voreinge- 
nommenen Fachkennem  kaum  ein  Streit  entstehen,  desgleichen 
nicht  über  die  ausserordentliche  tonmalerische  Kraft  des  Clom- 
ponisteri,  sich  offenbarend  in  einer  Meisterschaft  der  Orchest- 
ration,  welche  jener  Nicod6's,  des  Verherrliohers  des  Meeres, 
an  die  Seite  zu  stellen.  Einen  bedeutenden  thematischen  Kern, 
eine  individuelle  tondichterische  Physiognomie  vermochten 
allerdings  auch  wir  wenigstens  aufs  erste  Mal  Hören  nicht 
aus  dem  coloristisch  so  überaus  merkwürdigen  Stück  heraus- 
zufinden. Leider  ist  zu  einer  Keprise  der  Aufftkhrung,  weldie 
unser  Urtheil  über  diesen  „Don  Juan"  klären  könnte,  vorder- 
hand wenig  Aussicht.  Inzwischen  ist  Rieh.  Strauss  hier  noch 
mit  zwei  völlig  anders  gestalteten  Compositionen  zu  Qehör 
gekommen:  einem  nach  Seite  der  Erfindung  ziemlich  un- 
scheinbaren, aber  für  den  Spieler  dankbaren  Homconcert 
Op.  11,  d4i8  ein  junger  Künstler,  Hr.  L.  Savart,  sehr  schön 
blies,  und  einem  Ciavierquartett  (Cmoll,Op.  18),  das  von  Geist 
sprühend,  aber  auch  von  musikalischen  Bizarrerieen,  unver- 
mutheten  Rückungen  u.  dgl.  wimmelnd,  in  Bernhard  Staven- 
hagen  den  rechten  nachempfindenden  und  meistergewand.ten 
Interpreten  am  Ciavier  und  in  den  HH.  Rosö,  Bachrich 
und  Hummer  dem  Pianisten  ebenbürtige  Begleiter  fejid.  Das 
sich  stellenweise  einer  wahrhaft  dämonischen  Laune  über- 
lassende, dann  wieder  spitzfindig  ausgeklügelte  Stück,  wdches 
höchstes  Interesse  erregte,  kam  an  einem  ausserordentlichen 
Kammermusikabend  des  Quartetts  Ros6  zur  ftlr  Wien  ersten 
Aufführung.  Am  meisten  überraschte  und  gefiel  das  uner- 
schöpfliche Koboldtreiben  des  Scherzos,  ein  Satz,  der  sich 
schlechterdings  nicht  beschreiben  lässt,  er  will  eben  gehört 
sein:  wir  glauben,  hätte  Berlioz  Kammermusik  geschrieben, 
er  wäre  auf  ähnliche  Pikanterien  verfallen ,  wie  sie  uns  im 
Scherzo  des  Strauss'schen  Ciavierquartetts  reizen  und  verblüffen. 
Stürmischen  Beifall  erre^  an  demselben  Quartettabend  auch 
wieder  Brahms'  zweites  Streichquintett  in  G  dur  (Op.  1 1 1),  dessen 
erste  Bekanntschaft  uns  Ros6  und  Genossen  voriges  Jahr  ver- 
mittelt hatten.  In  dieser  Saison  war  denselben  Künstlern  nun 
auch  vergönnt,  uns  unter  Mitwirkung  eines  tüchtigen,  aber 
nicht  besonders  poetisch  veranlagten  Bläsers  (des  Hm.  Stei- 
ner^ von  der  Hauscapelle  des  Barons  Rothschild)  J.  Brahma' 
neuestes,  unvergleichliches  Meisterwerk  auf  dem  Gebiet  der 
Kammermusik:  das  Quintett  mit  Clarinette  in  Hmoll  erst- 
malig vorzuführen.  Seit  Jahren  hat  keine  Brahms'sche  be- 
deutendere Novität  gleich  aufis  erste  Mal  so  unwiderstehlich 
eingeschlagen,  wie  dieses  gleichsam  aus  dem  innersten  Klang- 
wesen der  Clarinette  blühend  hervorgewachsene  Quintett,  und 
Sie  können  sich  denken,  wie  sich  der  Eindruck  noch  steigerte, 
als  bald  darauf  eine  Elite  von  Künstlern  allerersten  Randes, 
nämlich  der  herzogl.  Meiningensche  Kammermusiker  MtÜil- 
f  eld  und  das  Berliner  Quartett  Joachim,  das  gleich  meister- 
lich gebildete,  wie  poesievolle  Werk  neuerdings  vortrug. 


123 


Ueber  die  Oomposition  habe  ich  der  getreuen  Schilderung, 
welche  selbe  in  No.  1  des  neuen  Jahrganges  unseres  „Musikid. 
WochenbL"  durch  eine  berufene  Beruner  Feder  erfahren  hat 
(Bericht  vom  17.  December),  Nichts  hinzuzufügen.  Weit  we- 
niger überzeugend  wirkte  —  mindestens  bisher  —  die  zweite 
jüngst  erschienene  Brahms'sche  Novität  mit  Clarinette:  das 
Trio  in  Amoll,  obwohl  der  Meister  sie  selbst  am  Flügel  aus- 
führte. Es  geschah  dies  zuerst  in  einer  Hellmesberger*schen 
Quartettsoir^  —  wobei  Hr.  Syrinek,  ein  vorzüglicher  Künst- 
ler, die  Clarinette  blies  — ,  aas  zweite  Mal  wieder  an  einem 
Joachim'schen  Kammermusikabend  unter  Mitwirkung  des  in 
seiner  Art  vielleicht  unübertrefflichen  Mühlfeld.  Es  wurde 
zwar  auch  dieses  Glarinetttrio,  das  sich  vorwiegend  einer  be- 
schaulichen Stimmung  überlässt,  lebhaft  applaudirt,  aber  der 
Beifall  schien  mehr  dem  verehrten  Gomponisten  zu  gelten, 
als  gerade  dieser  Oomposition.  Unstreitig  enthält  auch  sie 
grosse  Schönheiten,  doch  dünkt  uns  die  Stimmenvertheilung 
weniger  glücklich,  als  beim  Quintett  und  das  Finale  nach  dem 
anmuthigen  dritten  Satz  (Andantino  in  Adur)  entschieden  ab- 
fallend. Nachdem  übrigens  Ihr  Berliner  Berichterstatter  auch 
von  diesem  Werke  (wahrscheinlich  durch  Einsicht  der  Partitur) 
einen  bedeutenderen  Eindruck  gewonnen  hat,  will  ich  mit 
vorstehender  Bemerkung  nur  mein  ^;anz  subjectives  Empfin- 
den ausgesprochen  haben,  das  allerdings  die  meisten  mir  be- 
kannten Hörer  Üieilten. 

Was  die  Leistungen  des  Quartetts  Joachim  anbelangt, 
so  fanden  dieselben  natürlich  wie  bei  dem  ersten  Wiener  Be- 
suche dieser  hehren  musikalischen  Yiereinigkeit  durch  ihre 
Stilgrösse,  sowie  die  Plastik  und  Klarheit  ihres  feinst  nuan- 
drten  Zusammenspiels  allgemeine  Bewunderung.  An  classi- 
schen  Werken  führten  Joachim  und  Genossen  diesmal  das 
6dur-Quartett  Mozart's,  das  in  F  von  Schumann,  dann  zwei 
gewaltige  Beethoven:  Op.  59,  No.  3,  Cdur,  und  Op.  180,  Bdur, 
auf.  So  herrlich  Alles  internretirt  wurde  —  bei  Mozart  elek- 
trisirte  in  dieser  Wiedergabe  namentlich  die  Schlussfu^e, 
Schumann's  Scherzo  musste  wiederholt  werden  — ,  die  hin- 
reissende Darstellung  des  grossen  Bdur-Quartetts,  das  man 
kaum  jemals  in  Wien  früher  so  überzeugend  und  überwälti- 
gend gehört  hatte,  gewann  doch  allem  IJebrigen  den  Preis  ab. 
Unser  Publicum  stürmte  und  jubelte  nach  jedem  der  sechs 
Sätze,  aus  denen  in  den  wunderbarsten,  verschiedenartigsten 
Lichtbrechungen  so  herrlich  Beethoven*s  einziger  Hamor 
leuchtet,  besonders  aber  nach  dem  zweiten,  vierten  und  der 
ergreifenden  Cavatina,  an  die  ihr  Schöpfer  bekanntlich  selbst 
nie  auch  nur  denken  konnte,  ohne  dass  ihm  die  Thränen  in 
dieAueen  traten.  Joachim  schien  diesmal  gleichfalls  so  sehr 
von  dieser  Ueberschwänglichkeit  des  edelsten  (Pfühles  er- 
schüttert, dass  ihm,  nachdem  er  seine  ganze  Seele  in  die  un- 
sterbliche Gantilene  gelegt,  zuletzt  der  Ton  versagte.  Um  so 
energischer  ging  er  dann  mit  seinen  Genossen  bei  dem  präch- 
tigen Finale  ins  Zeug,  das  in  einem  unwiderstehlichen  Zuge 
vorüberbrauste.  Wie  sympathisch  berührte  uns  hier  wieder 
der  spontan  losbrechencte  Enthusiasmus  des  Publicums!  Recht 
im  scnreienden  Gegensatz  zu  den  kleinlichen  Nörgeleien  ge- 
wisser unverbesserUchen  Kritikaster,  welche  noch  immer  an 
den  „letzten  Quartetten^*  Dieses  oder  Jenes  auszustellen  haben, 
statt  zu  ihnen  als  den  Gipfeln  der  vierstimmigen  Streichmusik 
in  ihres  Nichts  durchbohrendem  Gefühle  mit  der  ^bührenden 
demüthlgen  Bewunderung  aufzublicken.  Wenn  sich  in  Wien 
selbst  componirende  Musiker  solcher  Majestätsbeleidigung 
gegen  Beethoven  schuldig  machen,  so  kommen  uns  diese  Leute 
vor,  wie  Salon-Tyroler,  die  im  Voraus  das  Panorama  eines 
Bergriesen  als  nicht  lohnend  ^enug  erklären,  weil  es  über 
ihre  Kräfte  geht,  ihn  zu  ersteigen.  Li  der  Eegel  sind  diese 
abgesagten  Feinde  des  „letzten  Beethoven"  auch  solche  des 
„letzten  Wagner",  die  unerhört  geniale  Polvphonie  und  zau- 
berische Macht  der  Stimmung  ist  ihnen  unbequem,  dort  im 
Quartett,  hier  im  musikalischen  Drama.  Nur  recht  hübsch 
im  Alltags^eleise  bleiben,  da  kann  man  als  CSomponist  wenig- 
stens Schritt  halten.  Dabei  ist  es  reizend,  wie  pietätvoll  die 
Herren  manchmal  vorgehen.  Am  18.  Februar  wurde  im  Hof- 
opemtheater  die  Erinnerung  an  Richard  Wagner's  Sterbetag 
mit  einer  Aufführung  des  ^Siegfried"  begangen,  in  welcher 
Hr.  Dippel  aus  Bremen  mit  grossem,  verdientem  Erfolge  die 
Titelpartie  gab.  Nun  schloss  einer  jener  journalistischen 
Beetnoven-  und  Wagner-Verkleinerer  —  es  ist  der  Kritiker 
des  „Tageblatt",  der  in  seinen  Mussestunden  auch  Opern 
schreibt  —  seinen  Bericht  über  diese  doch  eine  Trauerfeier 
bedeutende,  daher  mit  einer  gewissen  Weihe  zu  behandelnde 
und  überdies  vom  Publicum  mit  wahrer  Begeisterung  aufge- 
nommene „Siegfriede-Vorstellung  wörtlich  so  (ich  lasse  den 


Zeitungsausschnitt  als  Beleg  für  Dire  Privatzwecke  diesem 
Briefe  im  Original  mit  folgen):  „Hofcapellmeister  Richter 
dirigirte  die  Vorstellung.  Er  war  der  Einzige  im  ganzen 
Hause,  der  nicht  ein  einziges  Mal  gähnte,  ß.  Hr." 
Was  sa^n  Sie  dazu?  Womit  luinn  der  Hr.  Referent  seine 
summarische  Behauptung  erweisen?  War  er  vielleicht  in  der 
Lage,  jeden  Eixizelnen  aus  der  tausendköpfigen  Versammlung 
„im  ganzen  Hause"  während  der  Vorstellung  unausgesetzt  zu 
beobachten  oder  da  noch  um  die  empfBingenen  Eindrücke  zu 
fragen?  uns  erinnert  diese  anmaassuche  Objectivirung  rein 
subjectiver  Empfindung  lebhaft  an  einen  am  2.  März  188ii 
erschienenen  Bericht  der  „Neuen  Fr.  Presse"  über  die  den 
Abend  vorher  im  hiesigen  Musikvereinssaal  abgehaltene 
Trauerfeier  flür  Rieh.  Wagner,  in  welchem  dem  aufgeführten 
Fragmente  aus  „Parsifal"  „eine  zwiespältige  Wirkung"  zage- 
sprochen  wurde  („ein  Elnabenchor  hätte  gefallen",  anderswo 
hätte  „man"  die  Scene  vermisst  u.  s.  w.),  obgleich  damals  we- 
gen des  ernsten  Anlasses  principiell  jeder  Applaus 
zurückgehalten  wurde,  somit  ein  Gradmesser  des  äusseren 
Erfolges  der  aufgeführten  Tonstücke  absolut  nicht  zur  Hand 
war.  Damals,  wie  neulich  wieder  wurde  eben  in  perfidester 
Weise  die  subjective  Meinung  des  Einzelnen  als  die  des  Pub- 
licums  hingestellt.  Und  solch  gewaltthätiges  Vorgehen  moder- 
ner Beckmesser  zum  Schaden  einer  grossen  Sache  nennt  sich 
—  objective  Fachkritik! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Dem  letzten  Kirchenconcert  des  Riedel -Ver- 
eins verdankte  das  Publicum  einen  sehr  lehrreichen  und  inter- 
essanten Einblick  in  das  Schaffen  der  Venetianischen  Ton- 
schule. Hr.  Prof.  Dr.  H.  Kretzschmar.  der  grosse,  ja  man 
kann  sagen:  der  universelle  Kenner  der  lebensfähigen  Musik - 
litteratur  der  Jahrhunderte,  hatte  zu  diesem  Zweck  die  haupt- 
sächlichsten Vertreter  jener  überaus  folgeschweren  Musikepoche, 
neben  deren  Gründer  A.  WiUaert  („Magnificat"  für  zwei  Chöre) 
die  beiden  Gabrieli :  Andrea  („Kyrie"  und  „Gloria"  aus  Missa 
No.  7)  und  Giovanni  (Sonata  für  Cornette,  Posaunen,  Brat- 
sche und  Orgel  und  „Benedictus"  und  „Osanna"  für  drei  Chöre), 
Giovanni  Croce  (vierstimmige  Hymnen  „Virtute  magna"  und 
„0,  sacrum  convivium"),  Cuiudio  Monteverdi  („Maria  auf  Gol- 
gatha" für  Mezzosopran  mit  Orgel  und  sechsstimmiges  „Ag- 
nus Dei"),  Francesco  Cavalli  („Recjuiem"  und  „Kyrie"  für  zwei 
Chöre),  Antonio  Lotti  (sechsstimmiges  „Crudfixus")  und  Bene- 
detto  Marcello  (Psalm  8  für  Mezzosopran  und  Orgel  und 
„Credo"  für  Chor,  Soli  und  Orgel  aus  der  Missa  Papae  Cle- 
mentü  XI.),  zusammengestellt  und  brachte  mit  dem  seiner 
Leitung  mit  Begeisterung  folgenden  Verein  die  genannten 
Chöre  zu  einer  eben  so  stil-  wie  lebensvollen  Wiedergabe, 
während  Mit^eder  des  grossen  Orchesters  und  Hr.  Gewand- 
hausorganist Ho  mey  er  das  höchst  interessante,  namentlich 
durch  klangliche  Steigerungen  überraschende  Instrumental- 
stück von  G.  Gabrieli  spielten  und  Frau  Geller  aus  Magde- 
burg mit  weichem,  aber  trotzdem  ausgibigem  Organ  und  un- 
verialschtem  musikalischen  Ausdruck  die  beiden  Vocalsoli 
ausführte.  Muthet  Einen  aus  diesen  alten  Vocalsätzen  auch 
Manches  fremd  und  ceremoniell  an,  läuft  auch  manche  Stelle 
mehr  auf  kunstvolle  Arbeit,  als  auf  wirklich  geistig  beseelten 
Inhalt  hinaus,  so  geht  doch  in  der  Hauptsache  lener  über- 
zeugungsvolle, kircnlich-ernste  und  weihevolle  Ton  durch 
diese  Oompositionen ,  der  unwillkürlich  zur  Sammlung  und 
Andacht  stimmt  und  in  der  heutigen  Zeit  des  auf  allen  Ge- 
bieten nach  der  Oberherrschaft  ringenden  Materialismus  nur 
noch  selten  in  geistlichen  Compositionen  anzutreffen  ist.  Der 
berühmte  Chorverein  hat^  wie  schon  angedeutet,  seine  ver- 
schied entlichen  Aufgaben  in  ganz  wundervoller  Weise  erledigt. 
Bei  bester  stimmlicher  Disposition,  sang  er,  jedem,  auch  dem 
leisesten  Wink  seines  genialen  Führers  folgend,  Alles  mit 
einem  so  liebevollen  Eingehen  in  dessen  Intentionen  und  mit 
einer  solchen  psychischen  Antheilnahme  und  technischen 
Sicherheit,  dass  man  von  jeder  einzelnen  Nummer  den  Ein- 
druck einer  vollgiltigen  Chorleistung^  erhielt. 

Zu  gleichem  Siege  führte  Hr.  Prof.  Dr.  Kretzschmar 
fünf  Tage  später  den  anderen  unter  seiner  Direction  stehen- 
den Chorverein,  den  Üniversitäts-Sänger kreis  zu  St.  Pauli. 
Das  Concert  faad  mit  Unterstützung  der  gesangsolistischen 
Kräfte  Frl.  Asmann  aus  Berlin  und  HH.  Trautermann  und 
Schelper  von  hier,  sowie  des  Theater-  und  Gewandhaus- 
orchesters im  grossen  Concertsaal  des  Neuen  Gewandhauses 

10* 


12i 


statt.  Die  Hauptstützen  seines  Programms  waren  hier  schon 
wiederholt  aufgeführte  Werke  mit  Soli  und  Orchester  von 
Bruch  („Normannenzug"),  Brahms  (Rhapsodie  aus  der  „Harz- 
reise" von  Goethe),  T.  Strong  („Die  verlassene  Mühle")  und 
Reinecke  („Hakon  Jarl"),  aber  dank  einer  überaus  zugvollen, 
dabei  überall  fein  dynamisch  ausgearbeiteten  und  von  sicherer 
Intonation  getragenen  Ausführung  seitens  des  in  prächtiger 
stimmlicher  Verlassung  befindlichen  Chors  und  der  ausge- 
zeichneten Mitwirkung  der  Solisten  und  unseres  excellenten 
Orchesters  wirkten  sie  theilweise  wie  Novitäten.  Granz  beson- 
ders ist  dies  von  der  prächtigen,  mit  ebenso  charakteristischer, 
wie  warmgefühlter  Musik  erfüllten  Ballade  T.  Strong's,  in  der 
das  Orchester  eine  so  bedeutende  Rolle  zu  spielen  hat,  zu 
sagen,  und  wir  hätten  gewünscht,  dass  der  talentvolle  Ameri- 
kaner, der  seine  musikalische  Ausbildung  hier  genossen  hat 
(u.  A.  durch  Richard  Hof  mann),  seit  Kurzem  aber  wieder  in 
seinem  Heimathlande  weilt,  dieser  Aufführung  seines  Werkes 
hätte  beiwohnen  können.  Der  Verein  sang  ausserdem  noch 
einige  Chöre  a  capella  von  F.  Hegar  (Waldlied),  P.  Cornelius 
(„Der  alte  Soldat"),  V.  Lachner  („Zum Liebchen")  und  H.Veit 
(„Schön  Roh  traut")  und  legte  auch  mit  diesen  Vorträgen, 
unter  Ausnahme  des  Cornelius'schen  Liedes,  das  einige  Male 
eine  absolut  reine  Intonation  vermissen  Hess,  die  überzeu- 
gendsten Beweise  für  seine  jetzige  hervorragende  Leistungs- 
fähigkeit ab.  Von  diesen  Chomummern  war  die  Hegar'scne 
unseres  Wissens  neu.  Sie  steht  vielleicht  nicht  ganz  auf  der 
Höhe  der  Chöre  „Schlafwandel",  „Todtenvolk"  und  „Die  bei- 
den Särge"  dieses  bedeutenden  schweizerischen  Componisten, 
überragt  aber  doch  in  der  Bestimmtheit  des  musikalischen 
Ausdruckes  ganze  Schaaren  von  Chorliedern  anderer  beliebten 
Männerchorcomponisten  unserer  Tage. 

Dem  17.  Ab  onneme  nt  con  cer  t  im  NeuenGe  wandhaus 
stand,  von  seinem  längeren  Unwohlsein  genesen,  als  Dirigent 
wieder  Hr.  Prof.  Dr.  Rein  ecke  vor,  herzRch  begrüsst,  als  er 
das  Dirigentenpult  betrat,  um  als  1.  Programmnummer  seine 
1.  (Adur-)Symphonie  zu  leiten.  Was  wir  über  dieselbe  gelegent- 
lich ihrer  letzten  Aufführung  am  gleichen  Ort  (Februar  1879) 
sagten:  dass  sie  Eines  der  unselbständigsten  Werke  Reinecke's 
sei,  müssen  wir  auch  heute  noch  behaupten,  so  gern  wir  die 
meisterhafte  Mache  in  der  Verarbeitung  des  gedanklichen 
Materials  und  der  Instrumentation  auch  heute  wieder  betonen. 
(Nebenbei  gesagt,  war  dieses  Concert  in  unmittelbarer  Folge 
schon  das  dritte,  in  welchem  in  sehr  zu  lobender  Weise  die 
Symphonie  an  der  Spitze  des  Programms  stand!  Möge  es  nun 
endlich  einmal  bei  dieser  Anordnung  bleiben!)  Wie  die  Sym- 
phonie, so  kam  auch  das  zweite  Orchesterstück  des  Abends, 
Beethoven's  3.  Ouvertüre  zu  „Leonore",  zu  vorzüglichster  Aus- 
führung; ja,  wir  erinnern  uns  kaum,  dieses  Stück  je  unter 
derselben  Direction  so  packend-wirkungsvoll  gehört  zu  haben. 
Ganz  süperb  blies  Hr.  Weinschenk  auch  diesmal  die  Trom- 
petensignale. Als  Solisten  waren  die  Sängerin  Frl.  Minor 
aus  Schwerin  und  der  einheimische  Violinmeister  Hr.  Arno 
Hilf  für  dieses  Concert  gewonnen.  Die  Dame,  die  wir  schon 
von  früheren  Gelegenheiten  her  als  ausgezeichnete  Gesang- 
und  Vortragskünstlerin  schätzten,  hat  mehr  als  mit  einer  Mo- 
zart'schen  Arie,  die  ihr  in  colorirten  Stellen  höherer  Lage 
vorübergehend  etwas  Mühe  zu  machen  schien,  mit  der 
Wiedergabe  von  vier  Liedern  aus  Schumann's  „Frauenliebe 
und  -Leben"  reussirt,  die,  gehoben  durch  die  poetische  Cla- 
vierbegleitung  Reinecke's,  allerdings  geradezu  vollendet  in 
Allem  und  Jedem  war  und  überall  wahres  Entzücken  hervor- 
vorrief. Hr.  Hilf  stellte  sich  inMolique^s  Amoll-Concert  und 
ßazzini's  Concertstück  wieder  als  der  Geiger  allerersten  Ran- 
ges vor,  als  welcher  er  sich  unlängst  in  einem  Akademischen 
Orchesterconcert  so  jäh  entpuppte.  Der  Erfolg  war,  wie  ihn 
seine  in  der  technischen  Beherrschung  und  Verve  phänome- 
nalen Leistungen  und  seine  heissblütige  Tongebung  in  voll- 
stem Maasse  verdienten,  ein  ganz  mächtiger.  Mancher  Con- 
certbesucher  wird  nunmehr  dem  jungen  Meister,  der  beschei- 
dentlich  am  5.  Pulte  der  1.  Violinen  im  Orchester  mitwirkt, 
eine  grössere  Beachtung  schenken,  als  der  Mehrzahl  seiner 
Vordermänner. 

Leipzig.  Die  öffentlichen  Prüfungen  im  k.  Conser- 
vatorium  der  Musik  begannen  am  19.  Februar  mit  einer 
Ensembleleistung,  wie  sie  dem  Vortragsobjecte  nach  nicht 
grandioser  gedacht  werden  konnte.  Wer  vor  zehn  Jahren, 
als  Hr.  Dr.  Günther,  der  rastlos  für  die  künstlerischen  Inter- 
essen des  weltberühmten  Institutes  stets  thätig  gewesene  und 
noch  thätige  Director  desselben,  den  Lehrplan  auf  sämmt- 
liche  Orchesterinstrumente  erstreckte  und  den  Grund  zu  der 


Orchesterschule  der  Anstalt  legte,  eine  derart  rapide  Ent- 
wickelung  der  Letzteren  zur  höchsten  Leistungsfä^higkeit,  wie 
sie  in  beregter  Prüfung  hervortrat,  vorausgesagt  hätte,  wäre 
einfach  verlacht  worden.  Hr.  Dr.  Günther  durfte  aber,  in- 
dem er  wirkliche  Meister  für  die  Lehrclassen  der  neu  hinzu- 
gekommenen Instrumente  gewann,  nicht  blos  in  Vornherein 
auf  die  besten  Lehrresultate  im  Einzelunterricht  rechnen,  es 

gelang  ihm  auch,  für  das  Orchesterspiel  zuerst  in  Hm.  Ad. 
•  rodsky  und  später  in  Hm.  Capellmeister  Sit t  Künstler  zu 
gewinnen,  die  das  in  den  bez.  Unterrichtsclassen  vorhandene 
Material  demselben  in  ergibigster  und  befriedigendster  Weise 
zu  Nutze  zu  machen  verstanden.    So  grosse  unvergessene  Ver- 
dienste  um   die  Orchesterübungen  der  Schüler  Jdr.  Brodsky 
sich  auch  erworben  hat   und   so   eng  dessen  Name  auch  in 
dieser  Beziehung,  also  nicht  blos  wegen  der  ausserordentlich 
segensreichen  Thätigkeit  als  Violinlehrer,   mit  der  neuesten 
Geschichte  des  Instituts  verknüpft  bleiben  wird,  so  ist  doch 
eigentlich  erst  in  Hans  Sitt   der    zu    diesem  Amte   wirklich 
geoorene  und  berufene  Mann  erstanden,  ein  Lehrer  und  Diri- 
gent, der  sich  mit  seinem  eminenten  praktischen  Können  die 
unbedingte  Autorität  bei  den  Schülern  erworben  hat  und  kraft 
derselben   und    einer    seltenen    Energie    und    künstlerischen 
Schaffensfreudigkeit  die  jugendliche  Orchesterschaar  von  Er- 
folg zu  Erfolg  zu  führen  verstand,  deren  neueste  Etappe  eben 
die  anfangs  erwähnte  Aufführung  der  „Neunten"  bildete.  Die- 
selbe war,  was  das  rein  Technische  anlangt,  wirklich  bewun- 
dernswerth,  in  den  Details  von  einer  Sauberkeit,  Intelligenz 
und  Sicherheit  und  im  Ensemble  von  einer  klangsatten  Fülle, 
dass  man  aus  dem  Erstaunen  über  das  Gebotene  eigentlich 
gar  nicht  herauskam  und   man  ausser  dem  ungemein  stark 
besetzten  Streicherchor  (circa  40  Geigen  etc.)  jedes   einzelne 
weitere  Instrument  namhaft  machen  müsste.  Ganz  besonders 
sei  der  glanzvollen  Ausführung  der  heiklen  Hornsoli  und  der 
Pauken  erwähnt,  weü  man  sie  in  gleicher  Güte  nicht  inmaer 
bei    guten    ständigen    Capellen  erlebt.     In   der   Auffassung 
zeigten  sich  dabei  üoerall  jugendlicher  Schwung  und  natürliche 
Wärme,  und  diese  Factoren  genügen  bei  Schülern,  mit  denen 
der  Dirigent  zunächst  auf  möglichste  Correctheit  hinzuarbeiten 
hat   und   man  es  auch  gelten  lassen  darf,   wenn   dieser  zu 
Gunsten  das  Tempo  des  Scherzos  etwas  massiger  genommen 
wurde,  als  es  die  Natur  dieses  Satzes  erfordert.   Becht  wacker 
hielten  sich  im  letzten  Satz  auch  die  Solisten  —  Frls.  Flora 
Wolf  aus  Chemnitz  und  Ida  Müller  aus  Höchst  a.  M.  und 
HH.  Otto  Schröder  aus  Halle  a.  S.   und   Hermann  Bärge 
aus  Leipzig  —  und   der  jugendliche   in   seinem  männlichen 
Theil  allerdings  nicht  ausreichend  besetzte  Chor,    sogar   die 
gefährlichsten  Klippen  wurden  meist  mit  hübschem  Glück  über- 
wunden.   Ganz  trefflich  fand  sich  von  den  Solisten  nament- 
lich Hr.  Bärge  mit  seinem  Becitativ  ab,   dessen  Wiedergabe 
von  ganz  besonderer  musikalischen  Intelligenz  zeugte.    Dass 
alle  Sätze  der  Symphonie  unter  solch  glücklichen  Umständen 
reichsten  Beifall  fanden  und  Hrn.  Capellmeister  Sitt  am  Schluss 
begeisterte  Ovationen  dargebracht  wurden,  war  nur  natürlich. 
Der  9.  Symphonie  voraus  ging  Phantasie  und  Fuge  in  Gmoll  für 
Orgel  von  S.  Bach,  ganz  vorzüglich  in  Techni  und  Auffas- 
sung   vorgetragen    von  Hrn.   Rudolph   Schwarzbach    aus 
Leipzig.  —  Die  ganze  Aufführung  wurde  am  Dienstag  darauf 
im  Kahmen  einer  Abendunterhaltung  des  Institutes  mit  dem- 
selben Erfolg  wiederholt,   wenn   auch   hierbei   in   der  Sym- 
phonie nicht  AUes  so  kUpp  und  Idar  zur  Ausführung  gelangte, 
wie  an  dem  denkwürdigen  Abend  des  19.  Februar. 


Concertumschau. 

Aachen.  Soir6e  der  Liedertafel  am  6.  Febr.:  Mänuer- 
chöre  V.Esser  („Röslein  im  Wald"),  Herbeck  („Zum  Walde", 
m.  Hörnerbegleit),  Rubinstein  („Im  Märzen"),  Goldmark 
(„Frühlingsnetz",  m.  Ciavier-  und  Hörnerbegleit.),  Kremser 
(„Keine  Sorg  um  den  Weg")  u.  A.,  Gesangsolo  vortrage  der 
Frau  Mensing-Odrich  (WinterUed  v.  H.  v.  ßoss,  „Der  Liebe 
Lohn"  V.  P.  Cornelius,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v. 
d' Albert  etc.)  u.  des  Hrn.  Westberg  („Abendsegen"  v.  Hil- 
ler, „Traumbild"  V.W  est  m  eye  r,  „Wie  berührt  mich  wunder- 
sam" V.  Bendel  etc.).* 

Angers.  13.  Abonn.-Conc  der  Assoc.  artist.  (Frömaux): 
Zwei  Sätze  a.  der  Symphonie  „Surprise"  v.  Haydn,  Trilogie 
„Wallenstein"  u.  Suite  „Tableaux  de  Voyage"  v.  V.  d'Indy 
(unt.  Leit.  des  Comp.),  Ouvert.  zu  „C16opätre"  v.  L.  Mf^nci- 
nelli. 


125 


Asehersleben.  4.  u.  5.  Abonn.-Conc.  des  Hm.  Finzel  unt. 
Mitwirk,  der  Frau  Wolfradt  a.  Berlin  (Ges.),  des  Frl.  Walther 
a.  Leipzig  (Clav.)«  der  HH.  Dr.  Curtius  a.  Berlin  (Gesanff)  u. 
Brabant  v.  ebendaher  (Harfe),  sowie  des  Orch.  des  Hrn.Bredbku 
a.  Magdeburg:  Ddur-Symph.  v.  Haydn,  2.  Abtheil,  der  „Leno- 
ren^-Symph.  v.  Baf£  Ouverturenv.  Lassen  (üb.  das  thüring. 
Volkslied)  u.  A.,  1.  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt,  Litermezzo  aus 
„Gavalleria  rusticana**  v.  Mascagni,  „Toreador  et  Andalouse" 
V.  Eubinstein,  And.  cant.  f.  Streichorch.  v.  Tschaikowsky, 
Soli  f.  G^es.  V.  Bruch  (Arie  a.  „Odysseus"),  Hildach  („Früh- 
line; ist  da"),  Böhm  („Schmetterling"),  Mascagni  („Blumen- 
orakel"), Et.  Hof  mann  (Simon  Dach*s  Monolog  a.  der  Oper 
„Aenncbeu  von  Tharau"),  Waener  („Blick  ich  umher"  aus 
„Tannhäuser"),  M.  Stange  („Letzte  Begegnung")  u.  Wein- 
gartner  (Lied  des  Hunold  Singuf),  f. Clav.  v. Beethoven (Gdur- 
Conc),  Bubinstein  (Barcarole)  u.  A.  u.  f.  Harfe  v.  Parish- 
Alvars  u-  Baff  („Feentanz"). 

Baden-Baden.  Soiree  f.  Kammei'musik  der  HH.  Bletzer, 
Bienert,  Pageis  u.  Warnke  (Streicher)  unt.  Mitwirk,  des  Hm. 
Werner  (Org.)  am  15.  Febr.:  Streichquartette  von  Beethoven 
(Op.  95)  u.  Schumann  (Adur),  Arioso  f.  Violinen,  Violoncell, 
Contrabass,  Harfe  u.  Harmon.  v.  Händel,  Harmoniumsoli  v. 
Guilmant  („E.ecueillement")  u.  Lulli. 

Berlin.  3.  Conc.  des  Hrn.  Sarasate  (Viol.)  unt.  Mitwirk, 
der  Pianistin  Frau  Marx:  Soli  f.  Clav.  v.  Schumann  (Amoll- 
Conc),  Saint-SaÖns  (Toccata)  u.  A.  u.  f. Viol.  v.  Saint-Saöns 
(Hmoll-Conc),  Baff  (Suite)  u.  Sarasate  („Carmen"-Phant.). — 
Matin^  des  Sängers  Hrn..  Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.  am 
14.  Febr.  m.  Gompositionen  v.  Schubert,  Brahms  („Sapphi- 
scheOde",  „Feldeinsamkeit",  „Verrath",  „Mainacht"  u.  Minne- 
lied) u.  Schumann  („Dichterliebe"). 

Bremen.  4.  Kammermusik  Bromberger-Skalitzky  unter 
Mitwirk,  der  HH.  Düsterbehn,  Blome  u.  Becker  aus  Frank- 
furt a.  M.:  Clavierquint.  v.  Schumann,  Streichquart.  Op.  127 
V.  Beethoven,  Violoncellsoli  v.  S.  Bach,  Tartini  u.  Fitzen- 
hagen  („Perpetuum  mobile").  —  3.  Orgelvortrag  des  Hm. 
Nössler  unt.  Mitwirk,  des  Sängers  Hm.  Gausche  a.  Greuznach 
m.  Soli  f.  Ges.  v.  Bheinb erger  („Herr,  du  mein  Gott")  u. 
A.  u.  f.  Org.  V.  Th.  Forchhammer  (Phant.u.  Choral  Op.  12), 
Friedrich  dem  Grossen-BcJtin  (Largo),  Merkel  (Adagio  a.  Op .  42) 
u.  S.  Bach  (Passacaglia).  —  Liederabend  des  Hm.  Dippef  unt. 
Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Bromberger  am  2.  Febr.  m.  Soli 
f.  Ges.  V.  Berlioz  (Faust'sArie  u.  ,j&schwörung  der  Natur" 
a.  „Faust's  Verdammimg"),  S mareglia  (Ungar. Lied  u. Andor's 
^  Lied  a.  „Der  Vasall  von  Szigeth"),  Brahms  (zwei  Bomanzen 
aus  „Magelone"),  Mascagni  („Dein  Stern",  „Blumenorakel", 
-Mondlandschaft",  „Entsagung",  »Die  Rose  im  Gtebetbuch"  u. 
Komanze  a.  „Freund  Fritz")  u.  Schumann  u.  f.  Glavier  von 
Beinthaler  (Concertwalzer)  u.  A. 

Breslau.  5.  Musikabend  des  Tonkünstlerver. :  Clavier- 
trio  Op.  97  V.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  J.  Seh  äff  er  („Die 
Einsame",  „Gleich  wie  der  Mond"  u.  „Ln  Maien"),  Rein  ecke 
(„0  süsse  Mutter")  u.  Gounod  (Seren.),  f.  Clav.  v.  Scarlatti  u. 
u.  f.  Viol.  V.  Grieg  (Allegretto  a.  Op.  45),  Godard  (Canzo- 
netta)  u.  Gold  mark  (Air).  (Ausführende:  Frl.  Kuttig  [Ges.] 
u.  HH.  Busse,  Kudell  [Clav.],  Fabian  und  Kahl  [Streicher].) 
—  6.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.  (Riemenschneider): 
Ouvertüre  zum  „Fliegenden  Holländer",  „Lohengrin"- Vorspiel, 
Einleit.  zum  3.  Act  v.  „Tannhäuser",  Fragmente  aus  „Tann- 
häuser", „Lohengrin",  den  „Meistersingern"  u.  dem  „Ring  des 
Nibelungen"  v.  £.  Wagner,  „ParsifaP-Paraphrase  f.  Viol.  v. 
Waener-Wilhelmj  (Hr.  Köhler). 

Brüssel.  2.  Pop.  Conc.  (Dupont):  1.  Symph.  v.  Schu- 
mann, „Wald weben"  a.  „Siegfried"  u.  Kaiser-Marsch  v.  Wag- 
ner, Gesangsrorträge  der  Frau  Sucher  a.  Berlin  (Arie  derEn- 
sabeth  a.  „Tannhäuser",  JDsoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und 
Isolde"  u.  „Träume"  v.  Wagner). 

Carlsruhe.  Conc.  des  Philharm.  Ver.  (Rübner):  l.Clav.- 
Violinson.  v.  Grieff  (HH.  Rübner  u.  Deecke),  Chöre  v.  Mo- 
zart, Beethoven  und  Schubert ,  Solovorträge  des  Frl.  Fritsch 
(G«s.,  „Stille  Sicherheit"  v.  Franz,  „Komm,  wir  wandeln  zu- 
sammen" V.  Cornelius,  „Klinge leise, mein  Lied"  v.  Lisztetc.) 
n.  des  Hm.  Deecke  (Adur-Son.  v.  Händel). 

Christianla.  5.Conc.desMusikver.(Holter):  1.  Symph.  v. 
Svendsen,  Ouvert.  zu  J.  Weilen's  „König  Ehrich"  von  Ole 
Olsen,  Solovorträge  der  Frau  Sterky  (Ges.)  u.  des  Hm.  Lange 
(VioL  Conc.  V.  Beethoven). 

Cöln.  8.  Gürzenichconc.  ("trof.  Dr.  Wüllner)  m.  Händel's 
„JoBua"  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Herzog  a.  Berlin,  des 
FrL  Kloppenburg  a.  Frankfurt  a.  M.  und  der  HH.  Wulff  a. 
Hamburg  u.  v.  Milde  a.  Weimar. 


Detroit.  Aufföhrung  des  ^essias"  v.  Händel  durch  die 
Musical  Society  unt.  Leit.  des  Hm.  Prof.  Stanley  u.  Mitwirk, 
der  Damen  Johnstone-Bishop  u.  Edmands  u.  der  HH.  Knoer 
u.  Lamson. 

Eindhoven.  Aussergewöhnl.  Conc.  des  Männerchors  am 
14.  Febr.:  „Eine  Nacht  auf  dem  Meere"  f.  Chor  u.  Soli  mit 
Clav.  V.  W.  Tschirch,  Rhapsodie  f.  Altsolo  u.  Männerchor 
m.  Clav.  V.  Brahms,  Chöre  v.  R.  Hol  u.  van  der  Hei j den, 
Gesangvorträge  der  Frau  Wirth  a.  Aachen  („Pastorale"  von 
Bizet,  „Die  Bekehrte"  v.  Stange  etc.). 

Frankfurt  a.  H.  6.  Kammermusikabend  der  Museums- 
Gesellschaft:  Clavierquint.  v.  Schumann,  Streichquint.  Op.  111 
V.  Brahms,  D dur-Streichquart.  v.  Hayon.  (Ausmhrende:  Frl. 
Rouge  [Clav.]  und  HH.  Prof.  Heermann,  Bassermann,  Naret- 
Koning,  Welcker  u.  Becker  [Streicher].)  —  2.  Kummermusik- 
abend  des  Frankfurter  Trios  der  HH.  Kwast  (Clav.),  Basser- 
mann u.  Becker:  Ciaviertrios  v.  Brahms  (Op.  87)  u.  Beet- 
hoven (Op.  70,  No.  1),  vier  Ciavierstudien  v.  J.  Kwast. 

Freiberg  1.  S.  Conc.  des  „Phoenix"  am  3.  Febr.:  Ouver- 
türen V.  Cherubini  u.  Beethoven,  Intermezzo  a.  dem  Ballet 
„Naäla"  V.  Delibes,  Solovorträge  des  Frl.  Brammer  a.  Leip- 
ssig  (Viol.,  „Zapateado  v.  Sarasate  etc.)  n.  desHm.Demuth 
V.  ebendaher  (Ö^s.,  „  Wieder  möchtich  dir  begegnen"  v.  Brahms, 
„Lied  des  Corsaren"  v.  W.  Berger  etc.). 

Genf.  8.  Abonn.-Conc.  im  Theater  (W.Behberg):  2.S3rmph. 
V.  Svendsen,  „Tannhäuser"-Ouvert.  v.  Wagner^  Ouvertüre, 
Scherzo,  Elfen  tanz,  Litermezzo,  Noct.  u.  Hochzeitsmarsch  a. 
der  „Sommemachtstraum" -Musik  v.  Mendelssohn,  Claviervor- 
träge  des  Hm.  Stavenhagen  (Esdur-Conc.  u.  18.  Ungar.  Rhaps. 
V.  Liszt,  Vöglein-Etude  v.  Henselt  etc.). — 4.  u.  6.  Kammer- 
musik des  Quart.  Stemberg  (Hr.  Stemberg,  Frl.  Dorsival  u. 
HH.  Buisson  u.  A.  Rehberg)  u.  W.  Rehberg(Clav.)unt  Jiitwirk.  der 
HH.  Ferraris  (Con trabass)  u.  van  Perck  (Tromp.) :  Sept.  f.  Tromp., 
Clav.  u.  Streichinstrumente  v.  Saint-Saöns,  Gmoll-Streicn- 
quint.  V.  Mozart,  Streichquartettsätze  v.  Liszt  („Angelus"), 
Grieg  (Romanze  u.  Litermezzo  a.  Op.  27)  u.Tschaikowsky 
(And.),  Dmoll-Claviertrio  v.  Schumann,  Conc.  f.  Ciavier  und 
Streichinstrumente  v.  S.  Bach,  zwei  Elegien  u.  „Papillons"  f. 
Clav.  V.  G.  Weber. 

Genthin.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Chorgesangver.  am 
2.  Febr.:  „Domröschen"  f.  Chor  u.  Soli  m.  Clav.  v.C.v.  Per- 
fall, Chöre  V.  G.  Jansen  („Das  erste  Lied")  u.  A.,  Gesang- 
vorträge des  Hm,  Kirchner  a.  Berlin  („Märzen wind"  u.  „ün- 
erreichoar"  eig.  Comp.  etc.). 

Hamburg.  7.  Philharm.  Conc.  (Prof.  v.Bemuth):  Militär- 
symph.  V.  Haydn,  Concertsuite  „Roma"  v.  Bizet,  „Bilder  aus 
Osten"  V.  Schumann-Reinecke. 

Hannover.  Conc.  des  Männergesangvereins  (Bunte)  am 
11.  Febr.:  Männerchöre  v.  H.  Mohr  („Am  Altare  der  Wahr- 
heit"), Dürrner  („Sturmbeschwörung"),  Th.  Krause  („Ln 
Grase  thauts"),  W.  Bunte  („Frühlingstraum"),  Joh.  Fache 
( „Waldeinsamkeit"),  Gernsheim(  „Siegesgesang  der  Griechen") 
u.  A.,  Soloquart.  „Der Hirtenknabe"  v.  C.  Häser  (HH.Meineoke, 
Kehne,  Strathmann  u.  Böhnig),  Solo  vortrage  des  FrL  Hart- 
mann V.  hier  (Gres.,  „Neue  Liebe"  v.  Rubin  stein,  „Geheim- 
niss"  V.  H.Goetz,  Trutzlied  v.^F.  Wüllner,  „Ich  liebe  dich" 
V.  Grieg,  „Blumenorakel"  v.  Mascagni  und  „Suleika"  von 
L  V.  Bronsart)  u.  der  HH.  Strathmann  („Treue  Liebe"  von 
C.  Herner  u.  „0,  komm"  v.  A.  Förster)  u.  Dr.  G^hrmanu 
a.  Berlin  (Clav.,  Rhaps.  Op.  79,  No.  2,  v.  Brahms,  Lied  ohne 
Worte  V.  Tscha'ikowsky  etc.). 

Leiden.  Am  6.  Febr.  Aufführung  v.  Handelns  „Messias" 
durch  die  Maatschapjpij  tot  Bevordering  der  Toonkunst  (D.  de 
Lange)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frauen  de  Roever  u.  Kempees 
a.  Amsterdam  u.  der  HH.  Litzinger  a.  Düsseldorf  u.  Sistermans 
a.  Frankfurt  a.  M. 

Leipzig.  Conc.  des  Universitäts-Sängerver.  zu  St.  Pauli 
(Prof.  Dr.  Kretzschmar)  unt.  geeangl.  Mlt\^H[rk.  des  Frl.  As- 
mann  a.  Berlin  u.  der  HH.  Trautermann  u.  Schelper,  sowie 
des  Gewandhausorch.  am  22.  Febr.:  „Hakon  Jan"  f.  Soh, 
Männerchor  u.  Orch.  v.  Bei  necke,  „Normannenzug"  f.  Ba- 
ritonsolo, Männerchor  u.  Orch.  v.  Bruch,  „Die  verlassene 
Mühle"  f.  Tenorsolo,  Männerchor  u.  Orchester  v.  T.  Strong, 
Rhapsodie  f.  Altsolo,  Männerchor  und  Orch.  v.  J.  Brahms, 
Männerchöre  acap.  v.  F.  Hegar  (Waldlied),  Cornelius  („Der 
alte  Soldat"),  V.  Lach n er  („Zum  Liebchen")  und  H.  Veit 
(„Schön  Rohtraut").  —  Am  22.  Febr.  Auffuhr,  v.  Schumann's 
„Das  Paradies  und  die  Peri"  durch  die  Singakademie  (Prot. 
Rieh.  Müller)  unt.  Mitwirk,  der  Solisten  Frl.  Münch,  Frauen 
Baumann  u.  Metzler-Löwy  v.  hier  u.  HH.  Wulff  aus  Strass- 
burg  i.  E.  u.  Knüpfer,    sowie  der  Cap.  des  184.  Inf.-Reg.  — 


126 


17.  Aboim.-GQXic.  im  Neuen  Ctowandhaus  (Prof.Dr.  Beinecke): 
1.  £fymph.  v.  Beinecke,  3.  Onyert.  zu  ^^Leonore**  v.  Beethoven, 
Soloyortrftge  des  FrL  Minor  aas  Schwerin  (QßB,)  n.  des  Hm. 
Hilf  V.  hier  (Amoll-CSonc.  v.  Moliqne  und  Goncertallegro  v. 
Bazsini).  —  Conc.  des  Lehrer-GeoEuifi^er.  ^itt)  unt.  gesangl. 
Mitwirk,  des  Frl.  Martini  v.  hier  u.  der  HH.  G.  Borchers  v. 
hier  und  Hungar  a.  Schwerin,  sowie  der  Gap.  des  107.  Inf.- 
Beg.  am  96.  Fetir.:  Ouvert.  zu  «Don  Juan  d'Austria**  v.  H.  Sitt, 
,,Goiumlra8'*  f.  Soli,  M&nnerchor  u.  Orchester  v.  H. Zöllner, 
IfilnnerchQre  v.  Volk  mann  („Kyrie**  n.  „Gloria**),  H.  Goetz 
(„Gute  Naoht**),  Th.  Kirchner  („Bastlose  Liebe**)  u.  H.  Sitt 
(Schwanenlied),  Sonranarie  v.  Boseini.  —  7.  Kammermusik 
im  Neuen  Gewandnaus:  Gdur-Streichqnintett  von  Brahms, 
Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  IH,  No.  5)  und  Schumann 
(Fdur).  (Ausfthrende:  HH.  Huf,  Becker,  Sitt,  ünkenstein  u. 
Klexi^.)  —  Abendunterhaltung  im  k.  (Donservat.  der  Musik 
am  16.  Febr.:  Adur-Oigelsonate  v.  Bitter  =  Hr.  Görschen 
a.  Annähen^  Esdur-Clavierquart.  v.  Mozart  =  Frl.  Braun  a. 
Danzig  u.  -HH.  Soh&fer  a.  Wiesbaden,  Barchewitz  a.  Schweid- 
nitz  u.  Philipp  a.  Hamburg,  Arie  „O,  h&tt  ich  Jubal's  Harf** 
V.  H&ndel  =  Frl.  Schumacher  a.  Bestock,  Soli  f.  den  Jank6- 
Flüj^l  V.  Schubert-Liszt  (.Der  Wanderer**)  u.  Wagner-Liszt 
(Spinnerlied)  =:  Frl.  v.  Himpe  a.  Leipzig,  Fdur-Olaviertrio 
y.  Qade  =  FrL  Lautenschlaeger  a.  Jersey  (Jank6-Flügel)  u. 
HH.  Zimmermann  a.  Groningen  u.  Klein  a.  Bukarest,  Dmoll- 
dav.-Violinsonate  v.  Gade  =  Frl.  Matthaei  a.  Martinsburg 
(Amerika)  u.  Hr.  Korb  a.  Platten  (Böhmen),  Symph.  Etüden 
f.  Clav.  V.  Schumann  =:  Hr.  Tramm  a.  London. 

London.  4.  Grystal  Palace  Gonc.  (Manns):  1.  Symph.  v. 
Brahms,  Ouvert.  zu  „La  Ghasse  du  Jeune  Henri**  v.  Möhul, 
Vorbei  zu  den  „Meistersinfem**  v.  Wagner,  Solovorträge 
des  Hm.  Lloyd  (Ges.,  u.  A.  Preislied  a.  den  „Meistersingern** 
V.  Wagner)  u.  des  FrL  Davies  (Clav.,  (Donc.  v.  Schumann, 
Stacc-Et.  V.  Bubinstein  etc.).  —  Conc.  des  Pianisten  Hm. 
Dannreuther  unt.  Mitwirk,  des  Frl. Williams  (Gk».)  u.  der  HH. 
Gibson,  Kreuz  u.  Quid  (Streicher)  am  16.  Febr.;  Adur-Clavier- 
quart  v.  Brahms,  Ciaviertrio  Op.  97  v.  Beethoven,  Dmoll- 
Partita  f.  VioL  u.  Clav.  v.  C.  H.  H.  Parry,  Soli  f.  Ges.  v. 
S.  Bach,  Grieg  («An  der  Bahre  einer  jungen  Frau**)  u.  Ad. 
Jensen  („Lehn  deine  Wang**)  u.  £  Clav.  v.  S.Bach  (Französ. 
Ouvert.  u.  Suite  in  HmoU). 

St.  Louis.  Auff^Oir.  des  „Messias**  v.  Händel  durch  die 
Choral  Symph.  Society  unt.  Leit.  des  Hm.  Otten  u.  Mitwirk, 
der  Damen  Cunningham  u.  Court  und  der  HH.  Lavin  und 
Wiseman. 

■agdebupg.  Tonkünstlerver.  am  28.  Jan.  u.  1.  Febr.: 
Esdur-Clavierquart  v.  J.  Bheinberger  ((Illav.:  Hr.  Lorenz), 
Streichquartette  v.  Mozart  (Ddur)  u.  Grieg  (Op.  27),  Clav.- 
Violinson.  Op.  121  v.  Schumann  (HH.  ICtLiSfmttnn  u.  Berber), 
Gesangvortrftge  des  FrL  Oehlmann  a.  Blankenburg  („Holder 
Blüthenzweig^,  „Auf  der  Bleiche**  und  „Ein  kleines  Lied**  v. 
Bungert  u.  „Vergebliches  Standchen**  v.  Brahms)  u.  einer 
ungen«  SAngerin.  —  Conc.  der  Concertvereinig.  der  Mitglieder 
des  k.  Domchors  a.  Berlin  am  8.  Febr.  m.  Chören  v.  Pale- 
strina,  Lassus,  Schubert,  F.  Lansner  („Die  Wunderblume**), 
A.  Dregert  („Böslein,  wann  bltmst  du  auf*),  Bruch  („Am 
Bhein**),  Vierling  („Augustnacht**)  u.  A.,  Vocalduett  „Bast- 
lose Lieoe**  v.  Kreutzer  (HH.  Neubauer  u.  Viol),  G^esangsolo- 
vortrftge  der  HH.  Yiol  (Bec  u.  Arie  a.  „Der  Fall  Jerusalems** 
V.  M.  Blumner)  u.  Koenig.  —  0>nc.  des  S&ngers  Hm.  Bulss 
ant.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Masbach  am  15.  Febr.  mit 
Soli  f.  Ges.  V.  M.  Plüddemann  („Der  Taucher**),  F.  Mas- 
bach  („Im  Bosenbusch**),  B.  Becker  (Osterlied),  E.  Stein- 
bach („Du  rothe  Bos**)  u.  A.  u.  f.  CJlav.  v.  S.  Bach  (Cmoll- 
Symph.),  O.Her  big  („Widmung**),  Liszt  (12.  Ungar.  Bhap- 
sodie)  u.  A. 

Mainz.  8.  Symph.-Conc  der  städt.  Capelle  (Steinbach): 
2.  Symph.  v.  Gernsheim,  Larghetto  a.  der  CmoU-Symph  .v. 
Spohr,  Stimmungsbild  „Waldeinsamkeit**  f.  Orch.  v.  H.  Genss, 
Kaiser-Marsch  v.  Warner,  Gesangvortrftge  der  Frau  Sander- 
son  („La  Captive**  v.  Berlioz,  «Der  Schuhmacher**  u.  „Der 
Sandtrftger**  v.  Bungert,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink**  v. 
d'Albert  etc.). 

Minden.  2.  Abonn.-Conc.  des  Musikver.  (Zuschneid):  Sept. 
Op.  20  V.  Beethoven,  Quint.  f  Clav.  (Hr.  Zuschneid)  u.  Blas- 
instrumente V.  Mozart,  Seren,  f.  Streichquart,  u.  FL,  8.  u.  4. 
Satz,  u.  Frauenchöre  „Sommernacht**,  „Erwartung**  u.  „April- 
launen** m.  Clav.  V.  H.  Hof  mann,  Gt^ngsoli  von  Brahms 
^  („Maiennacht**),  Lassen  („Sommerabend**)  u.  A. 

New- York.  Zwei  Aräftlhrungen  von  HändePs  „Messias** 
durch  die  Oratorio  Society  unt.  Leit.  des  Hm.  Damrosch  u. 


Mitwirk,  der  Damen  de  Vere  u.  Bitter-Goetze  und  der  HTT. 
Campanini,  Fischer  u.  Sealy  am  80.  u.  81.  Dec.  —  8.  Phil- 
harm. Conc.  (Seidl):  Waldsymph.  v.  Bafj^  svmphon.  Dicht. 
„Tod  und  Verklärung**  v.  B.  Strauss,  „ManD:ed**-Ouvert.  v. 
Schumann,  2.  Clavierconc.  v.  X.  Scharwenka  (der  Comp.) 

Paris.  2.  Kammermusik  der  HH.  PhiHpp  (ClavieA  Loeb, 
Berthelier  u.  Balbreck (Streicher) :  Ciavierquartette  v.  £.  S  c  h  ü  1 1 
(Op.  12)  u.  Ch.  Lefebvre  (Op.  80),  Clav.-Violoncellson,  Op.  32 
V.  Saint-Saöns.  —  Conservatoriumsconcerte  (Danb^)  am  10. 
u.  17.  Jan. :  7.  Symph.  v.  Beethoven,  Yoraniel  zu  „Tristan  und 
Isolde**  V.  Wagner,  Pilgermarsch  a.  „^urold**  v.  Berlioz, 
Psalm  98  v.  Mendelssohn,  Chor  a.  „Salomon**  v.  H&ndel.  — 
Colonne-Conoert  am  10.  Jan.:  Symph.  fantast.  v.  Berlioz, 
„Coriolan** -Ouvert.  v.  Beethoven.  Yenusbergscene  aus  „Tann- 
näuser**  v.  Wagner,  Bruchstücke  a.  „Jecmne  d'Arc**  v.  Go- 
dard  (Frl.  Pregi),  Clavierphant.  v.  Bimsky-Korsakow 
(Hr.  Philipp).  —  Lamoureux-(3oncerte:  10.  Jan.  5.  Symph.  v. 
Beethoven.  „Seines  pittoresques**  v.  Massenet,  Bruchstücks 
a.  den  „Meistersingern**  von  Wagner,  „Sauge  fleurie**  von 
V.  d'Indy,  Introd.  u.  Bondo  capricc.  f.  Viol.  v.  Saint-Sadns 
(Hr.  Kosman).  17.  Jan.  Esdur-Svmph.  v.  Mozart.  Ouvertüre 
zum  „Fliegenden  Holl&nder"  v.  Wagner,  Baps.  oretonne  v. 
Saint-Saöns,  Brachstücke  a.  Bom6o  et  Juliette**  von  Ber- 
lioz, „Fdte  boh^me**  v.  Massenet. 

Stuttgart.  Am  18.  Febr.  Aufftkhr.  v.  S.  Bach's  Weih- 
nachtsoratorium durch  denYer.  f.  class.  Kirchenmusik  unter 
Leit.  des  Hrn.  Zumpe  u.  solist.  Mitwirkung  der  Frls.  Hiller, 
Müller  u.  Bumett  u.  der  HH.  BallufP  u.  fi^mada. 

Weimar  •  4.  Abonn.-Conc.  der  grossherzoel.  Musikschule : 
Blasquint.  v.  So b eck  (HH.  Huthun,  Steinorth,  Moritz,  Mein- 
hardt  u.  Wider),  Ciaviertrio  Op.  1,  No.  1,  v.  Beethoven  (HH. 
Mei^  Kern  u.  Lindecke),  Solo  vortrage  der  Frls.  Schulze  („Es  muss 
ein  Wunderbares  sein**  v.  Liszt  u.  „Das  Mädchen  spricht**  u. 
JBlümlein  im  grünen  Wald**  v.  Meyer-Olbersleben)  und 
jäothmann  (Clav.). 

Wiesbaden.  2.  Conc.  des  Sängerchors  des  Lehrer-Ver. 
(Snangenberg):    Männerchöre  v.  Schubert,  Mozart  u.  Hegar 

^^0  Deiden  Särge**),  sowie  zwei  Volkslieder,  SolovortriLge  des 
rl.  Schickhardt  v.  hier  (Ges.,  „Komm,  wir  wandeln**  v.  Oor- 
nelius,  „Die  blauen  Augen**  v.  Böhm,  „Sing,  lieb  Vöglein** 
V.  W.  Ganz  etc.)  u.  des  Hrn.  Genss  a.  Mainz  (Clav.,  2.'Üng. 
Bhaps.  V.  Liszt,  „Nachtstück**  und  Mazurka  v.  H.  Genss, 
Cdur-Etude  v.  Bubinstein  etc.). 

Wismar.  (Doncerte des  MlUmergesan^er.  (Ochs):  2. Febr. 
«Coriolan**-Ouvert.  v.  Beethoven,  Cant.  „Deutsches  Aufgebot** 
t.  Männerchor,  Baritonsolo  u.  Orch.  v.  T.JOchs,  „Frithjof**  f.  • 
Männerchor,  »oliu.  Orch.  v.  Bruch,  GesangvortrtLge  des  FrL 
Fruth  a.  Berlin  („In  Lust  und  Schmerzen**  von  Cornelius, 
Mädchenlied  v.  B.  Steuer,  „Am  Ufer  des  Flusses**  v.  Ad. 
Jensen,  „Ach,  wer  das  doch  könnte**  von  W.  Berg  er  etc.). 
(In  einem  uns  vorliegenden  Bericht  wird  das  l!\^rk  von 
T.Ochs  als  eine  „packende patriotische  Composition**  bezeich- 
net, die  nie  ihren  Eindruck  auf  das  Publicum  verfehlen  werde 
und  werth  sei,  ein  Bepertoirestück  grösserer  G^esangvereine 
zu  werden.)  10.  Febr.  m.  den  Compositionen  von  Beethoven, 
T.  Ochs  und  Bruch  wie  oben  u.  Gesangsoli  v.  Westmever 
(Traumlied),  Baumgartner  (Bosenlied),  H.  Bitter  (Liebes- 
lied) u.  Levi  („Der  letzte  Gruss**). 

Zürieh.  (üonc  f.  die  Hilfe-  u.  PensionscfkSse  des  Ton- 
halleOrch.  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  Hegar  u.  Mitwirkung  der 
Sängerin  Frl.  Prosky  v.  hier,  des  Pianisten  Hm.  Blumer  a, 
Strassburg  i.  E.,  sowie  div.  Mitglieder  des  Gem.  Chors  Zürich 
u.  des  Sängerver.  „Harmonie**  am  9.  Febr.:  CmoU-Symph.  v. 
Saint-Saöns.  Schlussscene  des  1.  Aufziiges  a.  j^Parsifsil**  v. 
Wagner,  Soli  f  G^es.  v.  Weber  u.  f.  Clav.  v.  Chopin,  Bu- 
binstein (Etüde)  u.  Liszt  (13.  Ungar.  Bhaps.). 

B9^  VerattBte  Programme,  sowie  Programme  ohne  Anffobe  von  Ort  unä 
Datum  müeeen  voUatändig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Li  einem  eignen  Concert,  für  welches  er  die 
Concerte  in  AmoU  von  Gneg  und  in  Bmoll  von  Tschiukowsky, 
sowie  die  „Wanderer**-Phantasie  von  Schubert-Liszt  gewählt 
hatt^  documentirte  sich  der  junge  russische  Pianist  Hr. 
AI.  oiloti  als  ein  seit  seinem  letzten  hiesigen  Aufbreten  zum 
Meister  ersten  Banges  gereifter  Vertreter  seines  Listrumentes. 
—  Braunsehwelg.  Man  erinnert  sich  kaum  eines  so  grossen 
Andranges,  wie  ihn  die  OpemvorsteÜungen  der  letzten  Zeit 
zeigten,   veranlasst   durch   das  (3astspiel  des  Hm.  Winkel- 


127 


mann  ans  Wien.  Derselbe  verabschiedete  sich  als  Lohen- 
grin,  nm,  so  bald  als  mOgHch,  an  die  Stätte  seiner  jüngsten 
Triumphe  zurückzukehren.  —  Caplsruhe.  Der  bertuimte 
Wiener  Baritonist  Hr.  Beichmann  hat  mit  grossem  Erfolg 
an  unserer  Hofoper  cnstirt.  Seine  letzte  Partie  war  der  Hans 
Sachs,  deren  Darsteuung  aber  durch  vorübergehende  Indis- 
position in  der  vollen  Wirkung  eeechmftlert  wurde.  —  C61n. 
In  der  letzten  „Freischütz^-Aufrahrune  gastirten  im  Stadt- 
iheaterauf  Engaeement  Frl.  Luise  Fischer  aus  Hannover  als 
Agathe  und  "£.  Mittelhauser  aus  Mannheim  als  Max.  Beide 
fanden  eine  Äusserst  freundliche  Aufaahme  und  haben  die- 
selbe wirklich  auch  verdient.  —  Halle  a.  S.  Hr.  Gudehus 
aus  Berlin  'beendete  sein  leider  nur  zu  kurzes  Ghtstspiel  am 
hiesigen  Stadttheater  mit  einer  enthusiastisch  aufgenommenen 
Darstellung  des  Tristan,  wobei  ihm  Äusserst  versprechend  Frl. 
Beinhardt,  welche  die  Isolde  zum  ersten  Mal  interpretirte, 
secundirte.  —  Hamburg.  Die  junge  Yiolinvirtuosin  Frl.  Betty 
Schwabe  hat  kürzlich  hier  concertirt  und  die  Kritik,  welche 
die  Berliner  Presse  über  sie  faJlte,  in  Allem  durch  inr  Spiel 
best&ti^t.  —  Hannover.  Das  1.  Goncert  der  fürstl.  Schaum- 
burg-Lippischen  Hofcapelle  aus  Bückeburg  unter  Leitung  des 
Hrn.  Sanla  am  23.  Febr.  mit  der  8.  Symphonie  von  Beetho- 
ven als  Hauptnummer  und  unter  solistischer  Mitwirkung  des 
Pianisten  Hrn.  £v er s  ist  vorzüglich  ausgefallen  und  hat  dem 
ausgezeichneten"  Dirigenten,  der  seines  Amtes  ohne  Zuhilfe- 
nahme der  Partitur  waltete,  der  trefflich  geschulten  Gapelle 
und  dem  Solisten  reiche  künstlerische  Ehren  eingetragen.  — 
London.  Sir  Augustus  Harris  wird  seine  Gpemsaison  im 
Govent  Garden-Theater  Mitte  Mai  befi;innen  und  dieselbe  durch 
zahn  Wochen  forl^föhren.  An  den  Mittwochabenden  werden 
deutsche  Gpem  in  deutscher  Sprache  gegeben  werden.  Von 
auszuführenden  Werken  werden  genannt  „Bom6o  et  Juliette** 
(von  Gounod?),  „Garmen^.  „Manon*'  von  Massenet,  „Phil6mon 
et  Bands"  von  G<)unod,  „Margarethe**,  „Der  Prophet**,  „Otello**, 
„Mefistofele"  «A^da«  „Orföo"  von  Gluck,  „Lohengrin"  und 
„Der  fliegende  Holl&nder*',  ausserdem  vielleicht  „Fra  Diavolo" 
und  ,^nce  d'Asia*'  von  de  Lara,  von  deutschen  Werken  in 
deutscher  Sprache  der  ganze  „Nibelungen'^-Gyklus,  „Tristan 
und  Isolde**.  „Fidelio**  und  „Der  l^ompeter  von  Sftkkingen**. 
Das  Künstlerpersonal  für  die  1.  Kategorie  wird  aus  den 
Damen  Eames,  den  Schwestern  Bavogli,  Deschamps, 
Calvö,  Mavrina  und  Passama  und  den  HH.  Brüdern 
Beszk6,  van  Djck,  de  Lucia,  Hedmondt,  Demetriski. 
Lassalle.  Tschernoff,  Geste,  Dufriche,  Plancon  und 
Abramoif  unter  Führung  der  Gapellmeister  Mancinelli, 
Bevignani  und  Jehin,  das  für  die  deutschen  Opern  aus 
den  Damen  Klafsky,  Bettaque,  Gebber,  Belph,  Arra- 
sep  und  Teleki  und  den  HH.  Alvary,  Lissmann,  Greve, 
Wienand  und  Landau  unter  Führung  des  Gapellmeisters 
Mahle r  bestehen. 

Kirohenmuaik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  27.  Febr.  jjKyrie"  u.  „Gloria** 
a.  der  Esmoll-Messe  v.  E.  F.  Bichter.  „Herr,  unser  starker 
Held**  V.  G.  Vierling.    28.  Febr.  „Der  Geist  hüffc**  v.  S.  Bach. 

Plauen  i.  V.  St.  Johanniskirche:  85.  Dec  „Vom  Him- 
mel hoch,  da  komm  ich  her*'  v.  Gumpeltzheimer.  „Jauchzet, 
frohlocket**  a.  dem  Weihnachtsoratonum  v.  S.  Bach.  26.  Dec. 
„Herrscher  des  Himmels**  v.  S.  Bach.  81.  Dec.  „Des  Jahres 
letzte  Stunde**  v.  J.  A.  P.  Schulz.  1.  Jan.  „Fallt  mit  Danken, 
fallt  mit  Loben**  von  S.  Bach.  6.  Jan.  „Die  Könige**  von 
P.  Gomelius.  10.  Jan.  „Wie  lieblich  sind  deine  Wohnungen** 
V.  F.  Kiel. 


Vermiaohte  Mtttheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Hannoversche  Musikakademie  brachte  am  25.  und 
97.  Febr.  unter  Leitung  ihres  Dirigenten  Hm.  Kotzky  und 
solistischer  Mitwirkung  der  Frauen  Stavenhagen  aus  Weimar 
und  Beck-Eadecke  aus  Hannover,  sowie  der  HH.  Ghrienauer 
ans  Berlin,  GiÜmeister  und  Brune  aus  Hannover  F.  Liszt's 
„Legende  von  der  heiligen  Elisabeth**  mit  grossem,  nachhal- 
tigem Erfolg  zu  sceniscner  Darstellung,  die  in  AUem  als  eine 
ganz  ausgezeichnete  gerühmt  wird. 

*  Das  Musikfest  der  Oratorio  Society  in  Baltimore, 
welches  in  diesem  Frühjc^  statthaben  sollte,  hat  nicht  genug 
Unterstützung  gefunden  und  kann  deshalb  nicht  stattnnden. 

*  Die  Association  des  artistes  musiciens  zu  Brüssel  hat 
am  18.  Febr.  unter  Leitung  des  Hrn.  Barwolf  mehrere  grosse 


Werke  des  Frl.  Augusta  Holmes  zur  Aufführung  gebracht 
und  damit  der  Gomponistin  und  sich  selber  grosse  Ehren  er- 
worben. Mehrere  iHummem  wurden  zur  Wiederholung  ver- 
langt.' 

*  In  Leeds  ftlhrte  der  Geiger  Hr.  Haddock  mit  der 
Pianistin  Frau  de  Fachmann  an  zwei  Abenden  sämmtliohe 
Glavier-Yiolinsonaten  Beethoven's  einem  für  diesorg- 
&itige  Wiedergabe  dankbaren  Publicum  vor. — InBotterdam 
hatten  sich  die  HH.  Sikemeier  und  Dessau  dieselbe  Auf- 
gabe gestellt. 

■^ 

*  Durch  die  Zeitungen  ging  jüngst  die  Nachricht,  dass 
die  vier  ersten  diesjährigen  Bühnenfestspiel- Aufführungen  in 
Bavreuth  bereits  „vollständig  ausverkauft**  seien.  Dem  ist 
nicnt  so.  Es  sind  noch  zu  allen  Aufßlhrungen  Pl&tze  vor- 
handen, zu  den  vier  ersten  und  vier  letzten  allerdings  nur 
noch  in  geringerer  Anzahl.  Aus  diesem  Grunde  hat  der  Yer- 
waltungsrath  die  Vertretungen  angewiesen,  eingehende  Biüet- 
bestellungen  nicht  mehr  anzunehmen,  sondern  die  Besteller 
behu&  sänellerer  Erledigung  der  Wünsche  an  ihn  zu  ver- 
weisen. 

*  Ludwig  Latte 's  Tonsystem  nennt  sich  eine  neue 
gesetzlich  gescnützte  Notation,  welche  nach  der  Meinung  des 
Erfinders  &3  Lesen  der  schweren  Tonarten  derart  Vereinrache, 
dass  ein  Jeder  bei  einer  gewissen  musikalischen  Fertigkeit 
^ie  schwersten  Tonstücke  mit  Leichtigkeit**  bewältigen  könne. 
Diese  angebliche  VereinfEu^hung  und  Erleichterung  glaubt  Hr. 
Latte  dadurch  gefunden  sni  ha^n.  dass  er  sämmtlicne  Kreuze 
und  Bees  wegfallen  läset  und  dafür  bei  Erniedrigung  des 
Tons  nach  unten  oder  Erhöhung  desselben  nach  ob^  im 
Innern  des  Kopfes  der  ganzen  oder  halben  Note  noch  dem- 
entsprechend, also  unten  oder  oben,  eine  Rundung  anbringt 
und  den  Kopf  der  Viertel-  und  kürzeren  Note  nur  zur  Hälite 
ausfüllt,  die  zu  erhöhende  Note  nach  oben,  die  zu  vertiefende 
nach  unten.  Qsjaz  abgesehen  davon,  dass  bei  Einführung  die- 
ses Systems  1)  die  Veränderung  des  Tons  um  ein  Doppel- 
Kreuz  oder  -Bee  die  Versetzung  des  Kopfs  auf  einen  fremden 
Platz  bedingt  und  2)  die  Niederschrift  des  abweichenden 
Notenkopfes,  namentlich  des  halbausgefüllten,  viel  Mühe  und 
Zeit  erfordern  würde,  so  spricht  mehr  als  alles  Andere  gegen 
die  Lebensfähigkeit  dieser  N^euerung  der  dadurch  nothwendig 
werdende  Neustich  der  bereits  im  Druck  vorhandenen  Musik- 
litteratur. 

*  Das  Mozart- Denkmal  in  Wien  soll  endlich  Wirk- 
lichkeit werden,  wenigstens  hat  sich  das  betr.  Gomitö  nun- 
mehr definitiv  zu  dem  Tügner'schen  Entwurf  entschlossen 
und  dem  Künstler  aufgetragen,  denselben  in  etwas  modifi- 
cirter  Art  innerhalb  zweier  Jahre  zur  Ausführung  zu  bringen, 
sodass  das  DenkmaL  das  endgiltig  auf  den  Albrechtsplatz  zu 
stehen ,  kommt,  im  Jahre  1894  enthüllt  werden  kann. 

*  Das  fÜrStrassburgi.E.,  die  Vaterstadt  des  Gomponisten, 
von  Verehrern  desselben  proiectirte  pompöse  Nessler-Denk- 
mal  wird  in  einer  einfachen  Kolossalbüste  des  Tonsetzers, 
zu  deren  Anfertigung  man  dem  elsässischen  Bildhauer  Niegger 
den  Auftrag  ertneilt  hat,  seine  schüessliche  Erfüllung  finden. 

*  Hr.  Goncertdirector  Hermann  Wolff  in  Berlin  theüt  uns 
in  Betreff  der  in  unserer  vorwöchentlichen  Notiz  über  seinen 
neuen  Goncertsaal,  der  den  Namen  Saal  Bech stein  tragen 
wird,  offen  gelassenen  Frage  der  Bestimmung  desselben  mit, 
dass  dieses  Goncertlocal  nicht  lediglich  für  die  Glienten  des 
Hm.  Wolff,  sondern  für  alle  Künstler  benutzbar  sei,  welche 
in  Berlin  concertiren  und  sprosse  Saalkosten  vermeiden  wollen, 
und  dass  hierbei  Niemand  an  die  Agentur  des  Hrn.  Wolff 
gebunden  sein  solle. 

*  Der  100.  (resp.  26.)  Geburtstag  Rossini's  am 
29.  Febr.  ist  von  den  meisten  Bühnen  mit  Aufföhrung  von 
Werken  dieses  Gomponisten  begangen  worden. 

*  Im  Stadttheater  zu  Brunn  sind  kürzlich  Wagner's 
„Meistersinger**  mit  unerhörtem  Erfolg  erstmalig  in  Scene 
gegangen. 

*  Im  k.  Theater  in  Haag  wurde  kürzlich  B.Wagner ^s 
„Lohengrin**  zum  ersten  Male  seit  20  Jahren  wieder  gegeben, 
und  riss  derselbe  das  Publicum  vollständig  hin. 

*  Mascagni's  Oper  „Freund  Fritz**  ist  vorläufigfür  den 
8.  März  im  Hofopemhaus  zu  Berlin  zur  ersten  AuuÜhrung 
angesetzt.  Mitte  März  soll  dann  daselbst  Moszkowski's 
dreiactige  Oper  „Boadbil**,   welche  vielseitig  gerühmt  wird, 


128 


herauskommen.  Als  weitere  Novität  ist  die  neue  Oper  „G^ne- 
sius"  von  Fei.  Weingartner  von  der  Intendanz  angenom- 
men worden. 

*  In  Rom  hat  die  jüngst  dort  erstmalig  aufführte  neue 
Oper  „Mala  Vita"  des  jugendlichen  Oomponisten  Ü.  Giordana 
die  widersprechendsten  Urtheile  erfahren.  Während  die  Einen 
den  Oomponisten  als  siegreichen  Nebenbuhler  Mascagni's 
preisen,  verdanmien  Andere  die  Novität  als  ein  Werk,  das 
aller  Sitte  und  Moral  offen  imd  frech  Hohn  biete. 

*  Im  Ohiabrera-Theater  in  Savona  wurde  die  einactige 
mythologische  Idylle  „Aci  e  G-alatea**  von  Redente  Zardo, 
dem  Oapellmeister  dieses  Theaters,  vom  Publicum  sehr  gün- 
stig angenommen. 

*  Im  Municipal-Theater  in  Algier  hat  Saint- Sa3ns' 
Oper  „Samson  und  Dalila**  grossen  £2rfolg  gehabt. 

*  Mit  lebhaftem  Erfolge  wurde  in  der  k.  Oper  zu  St. 
Petersburg  eine  einactige  Oper  von  Krotkoff,  „Le  Poöte" 
betitelt,  erstmalig  gegeben. 

*  In  Dresden  wurde  im  Herbst  v.  J.  handelsgerichtlich 
eine  neue  Piano fortefabrik  unter  der  Firma  E.  Bech- 
stein  eingetragen,  und  Viele  haben  an^nommen,  dass  die- 
selbe zu  der  Berliner  Weltfirma  Bechstem  in  Beziehung  stehe 
oder  gar  eine  Filiale  derselben  sei.  Dem  war  aber  nicht  so,  wohl 
aber  scheint  nach  den  Darlegun^n  der  „Zeitschr.  f.  I.*'  diese 
Gründung  auf  eine  solche  Mystification  abgesehen  fi;ewesen  zu 
sein.  Um  nämlich  den  in  der  Ciavierbranche  oertihmten 
Namen  Bechstein  für  die  neue  Firma  zu  gewinnen,  wurde 
ein  Buchdruckereigehilfe  aus  Leipzig  herbeigeholt  und  zum. 
Träger    derselben    gemacht,   der    aber,   als   er  seine  Schul- 


digkeit gethan  hatte,  wieder  nach  Leipzig  zurückkehrte. 
A&  er  später  von  der  Dresdener  Polizei  auf  das  An- 
meldebureau, wo  man  ihn  nicht  kannte,  citirt  wurde,  er- 
schien als  sein  Vertreter  —  Hr.  Eugen  Kaps,  der  Besitzer 
der  renommirten  Dresdener  Hofpianoforteüäbrik  gleichen  Na- 
mens, und  es  wurde  weiter  festgestellt,  dass  alle  an  die  Firma 
E.  Bechstein  adressirten  Briefischaften  in  die  Bureaus  der  Firma 
Ernst  Kaps  gewandert  waren.  Das  richtige  Urtheil  über 
diese  Geschichte  kann  sich  Jeder  selbst  bilden. 

*  Hr.  Dr.  Hans  von  Bülow,  der  hochverdiente  eminente 
Künstler,  hat,  indem  er  das  Bürgerrecht  der  Stadt  Hamlmrg 
sich  erwarb,  sein  dauerndes  Domicil  dort  genommen. 

*  Frau  Schröder-Hanfstaengl,  das  ausgezeichnete 
Mitglied  des  Opernhauses  zu  Frankfurt  a.  M.,  oeging  da- 
selbst am  25.  Febr.  als  Valentine,  in  welcher  Partie  sie  s.  Z. 
in  Paris  debutirte,  das  25jährige  Jubiläum  ihrer  Bühnen- 
thätigkeit. 

*  Die  Intendantur  des  k.  Hoftheaters  zu  München  hat 
kürzlich  das  Publicum  um  Unterlassung  des  Zischens  wäh- 
rend der  Vorstellungen,  als  des  k.  Hauses  unwürdig,  ernst- 
lich ersucht  und  mit  diesem  Verbot  eine  Unmasse  Meinungen 
für  und  wider  dasselbe  in  der  Presse  hervorgerufen. 

Todtenliste.  Lambert  M  a  s  s  a  r t,  berühmter  Geiger,  bei- 
nahe 50  Jahre  lang  als  Violinprofessor  am  Pariser  Gonserva- 
torium  mit  bedeutendem  Erfolg  thätig  (unter  seine  Schüler 
zählen  H.  Wieniawski,  Lotto ,  Teresina  Tua  u.  A.  m.),  f.  80 
Jahre  alt,  in  Paris. —  Friedrich  Niest,  ausgezeichneter  Cla- 
vierpädagog  in  München,  dem  u.  A.  Frau  Sophie  Menter  die 
Vorbereitung  für  die  Künstlerlaufbahn  verdankt,  f,  hochbe- 
tagt, am  21.  Febr. 


BiriefkAfsten« 


Z.  Id.  in  B.  Ihre  Berichtigung  betr.  der  Confession  des 
Hm.  H.  E.  stiromt,  denn  wirklicn  hat  sich  dieser  Herr  vor 
längerer  Zeit  taufen  lassen. 

Va/,  E.  in  C  Die  Nachricht  von  E.  W.'s  Autobiographie, 
die  jetzt  durch  die  Blätter  geht,  bietet  ausser  einigen  Un- 
richtigkeiten nichts  Neues. 

C  /^  in  />.  Es  ist  jedenfalls  amüsant,  dass  sämmtliche 
dortige  Referenten,  auch  Jene,  welche  gerade  durch  ihre  Be- 


mängelung; des  Vortrags  der  Weber*schen  Sonate  ihr  Vertraut- 
sein mit  diesem  Werke  zu  bekräftigen  suchten,  die  vorüber- 
fehende  Improvisation,  zu  welcher  sich  im  letzten  Satz  der 
pieler  info^  eines  Gedächtnissfehlers  gezwungen  sah,  gar 
nicht  bemerkt  haben. 

F.  L.  in  C.  Hr.  Rosenthal  hat  auf  seiner  letzten  Ooncert- 
tour  in  Deutschland  und  in  der  Schweiz,  soviel  wir  wissen, 
ausschliesslich  Blüthner^sche  Flügel  gespielt. 


Anxelflroi^* 


Solo-Posaunist 


[229b.] 


Neuer  Verlag  von  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 


-.       rf     ^  .      w    » 


Bei  dem  stSdtischen  Curorchester  zu  Wiesbaden 

ist    die    Stelle    des    Soio-    und   BasS-Posaunisten    zum 

1.  Mai  1.  J.  neu  zu  besetzen.  Jahresgehalt:  1896  Mark. 
Vorzügliche  Leistungen  und  Routine  Bedingung.  —  An- 
meldungen mit  Angabe  des  Alters  und  unter  Beifügung 
von  Zeugnissen  zu  richten  an  die 

SMisehe  Oor-DireetioD  zd  WiesbadeD. 


r#l 


[230.]         f.  1  Singstimme  mit  Begl.  des  Pfte. 

von  Eugen  Hildach.    op.  is. 

No.  1.  .Heut  sang  ein  Vöglein".  M.  1, — .    No.  2.   Im  Volks- 
ton. M.  —,80.    No.  8.  „Will  Niemand  singen!"  M.  1,—. 

Heinrichshofen's  Verlag,  Magdebui 


Ein  kpeuzsaitiger  Stutzflügel,  gut  gehalten,  ist  zu  ver- 
kaufen.   Leipzig,  Dufourstr.  16,  I.  [231.] 


[232.] 


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modernen  Musiklitteratur  (tlber  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wira. 

Coulanteste  Bedingfungen,  schnellste  Lleferungf; 

Ansichtsendungen   stets   zu  Diensten. 

Prospecte  gratis  und  franco.         [233 — .] 


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Verlag  won  Wilhelm   Hanaenj    Leipaig, 
JWeuI 

Zix  S'srstezxi.a'tlsoliexxi  Studlezig:e'bTa-uoli : 

^jerny-,  "Gramer-,  ^{ementi- 

£2tuden 

in  AusiTahl  und  kritischer  Behandlunff  mit  Vorworten  und  Bemerlcuiigen  fürs  Studium  von 

Heinpich   Gepmer. 

Czerny'«  Stndlenwerke.    4  Bände  je  3  Jt.    Snpplement:  Täglidie  Studien  1  ./i. 
Cramer's  66  Etnden.    4  Bände  je  1,25  M.  [2S4.) 

Clementl'«  Oradas  ad  Pamassnm.    33  Etüden.    3  Bünde  je  1,60  Jt. 
Deutscher  und  engüaeheF  Text. 


|(ttter  kent  ^vt^tsivvni  %^Ktt  |t*  Soweit  )ker  llir«$^«r}a0itt  «im  $a|B[;^ 

Conservatorinm  (Ur  teik  zu  Carlsrulie. 

Bepn  der  SnercR  Dieistag  den  19.  April  d.  J. 

Ausführliche  Prospecte  gratis  und  f'ranco  durch  die' 

Direction 
Professor  Heinrich  Ordenstrin. 


Flttgel-  und  Planino-Fabrlkant. 

Hoflieferant 

3r.  Maj.  deB  Kaisers  von  Deutschland  and  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Uaj.  der  Ealseria  von  Dentscbland  nnd  KOnigrln  von  Prenssen, 

Ihrer  Uaj.  der  Königio  von  Eog'land, 

Sr.  Kaiser],  und  KOnigl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  König].  Hoheit  des  Prinsen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [2^6] 

T   ^-w^^^n    'SXr    I     I.  Fabrik:    B— 7  Johannta-Str.  und  27  Zlegcl-Stpasse. 
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Berlin  jX. 

5—7  Joliannis-Str. 


Veranlasst  durch  die  grosse  Anzahl  der  uns  für 

Herrn  Moriz  Rosenthal 

zugehenden  Anfragen,  beehren  wir  uns  ergebenst  anzuzeigen,  dass  der 
Künstler  über  seine  Zeit  vollständig  verfügt  hat  und  für  diese  Saison 
keine  Engagements  mehr  annimmt. 
i^»'i  Neue  Berliner  Concert-Agentur 

dnip/Kktnii  &  Stembera. 


Im  Verlage  von  Julius  Halnauer, 

kgl.  Hof-Muslkolienhandlung  in  Breslau. 
Bind  eiBChienen;  [238.] 

Hans  Harthan's 

Compositionen: 

Opus  16.     Skizzen.     Acht  CUvierBtäcke  zu  2  Händen. 

Heft  1—4  k  75  4- 
Opus  19.     Zwei  Lieder  für   eine  mittlere   Stimme    mit 

Pianoforte.     No.  1,  2  i  75   4- 
Opua  23.     Kleine  Serenade  für  Pianoforte  2U  2  Händen. 

6  Stücke  in  einem  Hefte.     Jl  2,25. 
Opus  24.      Kleine  Suite    für  Pianoforte    zu    2   Händen. 

3  Stücke  in  einem  Hefte.     2  Jt 
Opus  25.     Studien.     Neun  ClavierBtücke  zu  2  Händen. 

No.  1—9  i  75  4. 
Opus  26.     Vier  Lieder  für  gemischten  Chor.      Partitur 

und  Stimmen.     ^  2, — . 
OpuB  27.     Sechs  Lieder   für  eine  mittlere  Stimme  und 

Pianoforte.     Jt  2,75. 
Opus  35.     Drei  Lieder  für  «ine  Singstimme  mit  Pifuio- 

forte.     Jü  1,75. 
Opus  36.     AlbumblStter.     i^inf  kleine  ClavierBtücke  in 

einem  Hefte.     ^  2,25. 


[289.]  Soeben  ereoMenen: 

In  Krieg  und  Frieden. 

Patriotisch«  und  heiter«  Scenen  aas  dem  S«ldate&]ehen 

!nr  ein-  oder  meiirstiiiiDiifien  Gesam  mll  ClavierlieEleilniifi, 

besonders  znr  Anfführnnc  In  SllllUlrverelnen, 

gedichtet  von  Riohard  MaftheBf 

componirt  von  Epnst    SunOlla 

Op.  248. 

No.  1.    Hit  Gott  fOF  König  und  Vaterland.      Patriotische 

Festscene  aus  der  glorreichen  Zeit  der  Befreiungskriege. 

Für  Solo-  (Bariton  oder  3.  Tenor)  u.  Männerchor.    Partitur 

.M  1,30.      Solostimm.  20  -^.      4  Chorstimmen  jade   30  ^. 

Text-  n.  Regiebuch  n.  30  ,^. 
No.  2.    Hit  fließenden  Fahnen  voran.  Militärisch-humoristi- 

sohe  Soloscene  für  oine  mittlere  Singetimme.  J(   1,—. 
No.  3.    Soldatenllebchen.     Hnmorietieche  Soldateuscene  für 

eine  Frauen-  und  2  Männorutimmen.     Ji  2,50. 
No.  4.    Wer  will  unter  die  Soldaten.  Humoristische  Werbe- 

Sceue  aus  der  guten  alten  Zeit  für  zwei  mittlere  Männer- 
Stimmen.     .*  3,—. 
No.  6.    Wir  von  der  Cavallerle.    Lustige  Reiter-Scene  für 

3  Männeit;timmen.    J(  3, — . 
No.  6.    Auf  Matrosen,  die  Anker  gelichtet.  Scene  aus  dem 

Marinelebei)  für  4  Männerstimmen.   Part,  u.  Stimm.  J(  3,—. 

Leipzig.  C.  F.  W.  Siegei's  IVIusikalienliandlung 

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Plothow,  Musikalienhandlung,  Berlin  W.  9,  Potsdamer- 
strasae  7  a.  [240.] 


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Text  versehen  und  herausgegeben 

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sowie  derer  für  Blasinstrumente  und  iüt  ein  iDStrument 
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tig  revidirten  Chorstimmen  enthaltend.  Preis:  Serie  I— 
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August      ehester.  Part,  mit  untergelegtem  Clavieranszug 

Kiugnardt,  J(  8,—.  Prinoipalstimme  Jl  —,75.     Orohester- 

»                  -    -  -  "  S.-T^                                         P46.] 


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mit  Begleltoitg  des  Orelteateni  oder  Olavlers 

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Felix  l¥etns;artner« 

Partitur  Ji  4,50.  netto.    Orehestersitmmen  jH  7,60. 
Für  tiefe  Stimme  mit  Glayier  Ji  9,60.    Ffir  htfhere  Stimme  mit  Clavier  Ji  2,50. 

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131 


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Stücke  fiir  Pianoforte  übertragen  von  Tlieodor  Kix^cliliet** 


No.  1.  Walzer.    1  ^  80  /ij. 

No.  2.  Die  Gaben  der  Feen.     \  Ji  ^^  ^. 

No.  %.  Tanz  der  Fee  Lila.    1  Ji 

No.  4.  Die  Bootfahrt  zum  Scbloss  (Panorama).  1  M 


No.  5.  Der  gestiefelte  Kater  und  das  weisse  Kätzchen.  80  /^, 

No.  6.  Aschenbrödel  und  der  Ritter.     1  Ji 

No.  7.  Rothkäppchen  und  der  Wolf.    80  >^. 

No.  8.  Mazurka.  .\  Ji  m  /^.  [247.] 


No.  9.    Die  Verwandlung  des  Rosengartens.    1  .^  50  /ij. 


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£>l&tze: 


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certangelegenheiten  betreffend,  nur  direct  an  mich  zu 
adressiren.  [253a.] 

Mary  Krebs -ßrenning, 

konigl.  säohs.  EammeryirtaoBin. 
Dresden-Strehien,  Albertplatz,  Ecke  Mary  Erebs-Strasse. 

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ConcertsSngerin  (Sopran), 

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Coneerlr  und  Oratoriensilngerin  (Sopran). 

Dessau,  Bismarck-Strasse  33. [266f.] 

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Frankfurt  a.  O.,  Föratenwaldentr.  66.      [256h.] 
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orchesters. [357—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilheim-Strasse  21. 

Coneert-  nnd  Oratoriensänger  (t.  Tenor), 

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Goncerte  und  Aufführungen.  Neue  Partien  in  kürzester 
Zeit  studirt,  in  NothfkUen  prima  vista.  [258—.] 

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SU  Genf  (Schweiz).  [259—.] 

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Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [261 — .] 


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!Neu  erschien  in  unserem  Verlage:  [262b.] 


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Pttnf  Iiieder  fttr  Bariton 

compl.  Ji  3, — .  netto. 

No.  1.  Um  Mittemacht.    M  1,25. 

r  No.  2.  Kophtisches  Lied.  \      jj  \  __ 

\  No.  3.  Zweites  Kophtisches  Lied.        |    ->»  a,     . 

J  No.  4.  Die  Auswanderer  (I.    Flucht).  1     ^  o  qk 

1  No.  5.  Die  Auswanderer  (ü.  Heimathbild.)  j    ^  '*'^^' 

Hr.  Julius  Stockhausen  schreibt:   „Die  Lieder  von  Bruch 
Op.  59  gehören  zu  den  besten  des  Meisters." 

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Op.  3.    24  Voeallses  pour  Soprane.    6  Ji  netto. 


Druck  von  0.  G.  &6der  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  10.  März  1892. 


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MtUaiH  luiUDBin  liii  u 


E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig}  Königsstrasse  6. 


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Da«  MuBikaliache  Wochenblatt  encbeiat  j&hrlieh  in  52  NuDunern.  Dar  Abonnemon-Ubeboff 
fär  das  Quartal  tod  13  Nummern  ist  3  Hark;  eineeinEelueNummer  kostet 40 Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuibondsendung  treten  nachBtehende  Tierteljährliche  Abonnementa- 

Seiee  in  Kraft:  S  Hark  50  Pf.  tüi  dal  Döntsche  Beicb  und  Oesteireicb.  —  8  Mark  75  Pf. 
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Die  InsertioiuKebflhrMi  rar  den  " ' " ^-'-'~-:<-  l-- 


n  Baum  einer  gespaltenen Tebtieile  betragen  90  Pfennige, 


[No,il. 


ti  Richard  W&gner. 


-  Brlefhuten.  - 


Tueisetohiohto;  lla«ikbii«fe  «u  Han- 
itapltüe  in  Op«r  mtd  OonosrL  —  Kiroh«- 
KrittBohsi  ABhang:  Nene  Maistar. 


Die    Saga   von    „Tristan   und   Isolde"   bei 
Richard  Wagner. 

Ton  Dr.  Artbor  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

Zum  näheren  Ventändisa  dieser  tieferen  BeziehoDgen 
aber,  um  all  Das  ebensowohl  recht  zu  begreifen,  wie 
grnndlicb  za  würdigen,  —  kurz  überhaupt,  um  nicht 
mebr  länger  über  die  weaentlichBten  VoroaBaetznngen 
unBerea  Stoffes  im  Dunklen  zu  bleiben,  wird  es  sieb  em- 
pfehlen, nunmebr  zu  einer  Betracbtong  der  einzelnen 
wichtigsten  Tristan-Bearbeitungen  und  deren  VerbältnisseB 
zu  Wagner  überzugehen,  namentlich  unseres  Dichter-Com- 
pouiaten  Stellung  zu  Gottfried  etwas  genauer  ins  Auge 
zu  iusen.*')    Wir  werden  dabei  gut  tbun,  weder  zu  viel, 


noch  auch  zu  wenig  Anklängen  bei  Wagner  an  berdts 
Torhandene,  ältere  Vorlagen  nachzuspüren.  Denn  besteht 
an  und  für  sich  kein  Zweifel,  dass  er  sich  bedeutend  an 
bereits  Vorhandenes  angelehnt  und  manchen  bedeutsamen 
Zog  früherer  Quellen  mit  in  sein  Gedicht  verwoben  hat, 
ebenso  zweifellos  bat  er  doch  auch  alle  diese  feinen  Züge 
zu  einem  völlig  neuen,  durchaus  organischen  Ganzen  um- 
zuschmelzen  verstanden  und  dazu  noch  um  ein  Beträcht- 
liches psychologisch  vertieft.  Wollen  wir  denn  in  der 
lieber-  oder  TJnterschätznng  Keines  von  Beiden  hier  zn 
weit  gehen! 


*)  Wobei  ich  indess  nicht  verschweiapen  will,  dass  neueste 
gelehrte  Forschnngea  (vgl.  Woltg.  Goltber;  „Tristan  und 
bolde  in  der  französlscben  und  deutschen  Dichtung  des  Mittel- 
alters"; „Münchener  Allg.  Zeitung",  Beilage  Mo.  10  des 
Jahrg.  1890  —  welche  in  der  mittelhochdeutechen  Litteratur 
öberhauptimWesentJichen  nur  „TJebersetzungalitterBtur" 
aus  dem  Französischen  erblicken  wollen  — )  den  Trouvören 
Thomas  als  Denjenigen  bezeichnen,  durch  welchen  gegen 
Ausgang  des  IS.  Jahrhunderts  etwa  die  „Tristan- Dichtung 
einen  krönenden  Abschluss  gewann"  und  „der  Sage  diejenige 
Gestalt  gegeben  wurde,  in  welcher  ihr  unsterbliche  Jngend- 
kraft  bescnieden  war".  „Thomas  ist  ein  Meister  der  Dar- 
ateüung.  Er  verftlgt  über  reiche  rhetorische  Mittel,  und  seine 
eigentliche  Bedeutung  für  die  Tristan-Sage  erkennen  wir 
dMin,  dass  er  der  Handlung  Äbrundung  gab,  den  Grundge- 
danken noch  weit  mehr  als  seine  Vorgänger  in  den  Uittel- 


pnnct  stellt«."  Auch  den  sittlichen  Ernst,  welcher  „dos  Werk 
und  die  Tristan-Sage  über  die  gedankenlosen  Vorwürfe  der 
Unmoral  und  Sinnhchkeit  hinaushebe",  weist  ihm  Golther 
schon  zu;  während  man  Gottfried  mit  Unrecht  lange  Zeit 
eine  ziemlich  weitgehende  Selbetftndigkeit  zugemessen  hat, 
der,  seinem  grossen  Vorbild  zwar  ebenbtkrtig,  die  Absicht 
seines  Vorgängers  verstanden  und  so  das  französische  Gedicht 
in  der  deutschen  Bearbeitung  in  wunderbar  geläut«rter  Bein- 
heit  und  Groesartigkeit  reproducirte,  aber  in  der  atoffhchen 
Behandlung  des  Ganzen  den  Buhm  unstreitig  jenem  Thomas 
lassen  müsse.  „Dieser  Sachverhalt  muss  a^wnein  erkannt 
werden:  gewiss  wird  die  rein  ästhetische  Betrachtung  der 
Dichtung  Oottfried's  die  Palme  reichen,  denn  hier  ist  die 
denkbar  vollondetete  Form  erreicht;  aber  die  geschichtliche 
Betrachtung  muss  feststellen,  dass  die  That  des  Thomas  un- 
gleich grösser  war,  welcher  aus  rohem  Material  sein  Kunst- 
werk schuf,  als  diejenige  Oottfried's,  welcher  nur  die  for- 
mellen Vorzüge  uocn  zu  erhöhen  vermochte."  Was  endlich 
die  Herkunft  und  die  Entstehung  der  Sage  betrifit,  so  „leitet 
ihr  Inhalt  zu  der  Annahme  hin,  dass  er  in  der  Hauptsache 
ans  einer  Mischung  von  nicht  keltischen  und  keltischen  Ba- 
standtheilen  sich  zusammensetzt",  und  zwar  mit  „Vorwiegen 
der  Ersteren".  .Vergleichen  wir  die  Sagendichtung  vou 
Tristan  und  Isolde  mit  einem  nach  einheitlichem  Plane  auf- 


134 


Was  vor  AUem  die  in  Rede  steli^iiäe  Pm^Ulelb 
zwischen  der  Wagnerischen  Dichtung  und  dem  Gott- 
fried'sehen  Epos  betrifft,  so  fÜUlt  hier  die  ganze  Vorge- 
schichte unseres  Dramas:  der  Kampf  gegen  Morold,  die 
Verwimdnng  Tristan's,  des  Helden  Heilung  unter  dem 
falschen  Namen  Tantris  durch  Isoldens  Zakb6A:bnsty  die 
Erkennung  des  Mörders  ihres  Oheims  durch  4ie  Schwert- 
scharte, die  Brautwerbung  Isoldens  dtir<ih  Triäitan  für 
König  Marke  bis  zur  yerhäQgnissy ollen  See-Ueberfahrt 
auf  dem  Schiffe,  —  so  ziemlich  Alles  mit  dem  epischen 
Bericht  genau  zusammen.  (Ich  sage  ,,so  ziemlich" ;  denn 
begreiflicherweise  kann  der  Epiker  breit  und  ausfuhrlich 
schildern,  wo  der  Dramatiker  knapp,  zum  Theil  nur 
ganz  andeutungsweise,  auf  das  Wesentlichste  sich  zu 
concentriren  hat,  so  z.  B.  gleich  die  Weglassung  oder 
besser:  Beschränkung  der  genaueren  Erzählung  von  dem 
unglücklichen  Geschicke  der  Eltern  Tristan's  „Riwalin  und 
Blancheflur*',  die  bei  Wagner  im  3.  Act  mit  der  Klage 
des  siechen  Helden  über  die  „alte,  ernste  Weise",  die 
wohl  damals  zu  seinen  Mtem  klagend  gedrungen  sein 
werde,  „da  er  mich  zeugt  und  starb,  sie  sterbend  mich 
gebar"  —  nur  mehr  leise  anklingt,  und  dann  stossen 
wir  bei  diesen  Aehnlichkeiten  doch  auch  auf  gar  manche 
feine  Unterschiede,  die  sich  bei  näherem  Besehen  freilich 
nur  wieder  als  der  besonderen  Organik  der  Wagner^scheii 
Tristan-Idee  entsprungen  herausstellen,  wie  z.  B.  der 
nähere  umstand,  dass  M-orold  der  Verlobte  Isoldens  ge- 
wesen, oder  die  Darlegung  der  Motive,  welche  Tristan 
zur  Freite  der  schönen  irischen  Königsmaid  für  seinen 
Ohm  Marke  bewogen  haben,  u.  dgl.  m.  Ich  will  hier 
also  nur  noch  bemerken,  dass  auch  die  Charakteristik 
der  Persönlichkeiten,  so  namentlich  Kurwenars,  Bran- 
gänens  und  Isoldens,  im  Allgemeinen  gar  wohL  überein- 
stimmt, und  fahre  gleich  fort  bei  der  Erzählung  der 
einzelnen  Vorgänge  auf  der  Meerüberfahrt  nach  Gottfried's 
von  Strassburg  Darstellung.  Beim  Abschied  von  Irland 
wird  ein  Lied  gesungen.  Isolde  grollt  Tristan  noch  immer 
persönlich  wegen  Morold's  Tod  und  lässts  dem  Helden, 
der,  die  Herrin  in  ihrem  Abschiedsschmerz  zu  trösten, 
öfter  in  die  Schiffiskemmenate  kommt,  deutlich  merken. 
„Das  ist  versühnt^  erwidert  Tristan  mit  Bezugnahme 
auf  seine  Werbung  für  König  Marke.  So  streicht  der 
Kiel  bei  gutem  Wind  und  schneller  Fahrt  inzwischen 
dahin.  Als  sie  eines  Tages  in  einer  Bucht  anlegen,  um 
ein  wenig  zu  rasten,  kommt  Tristan,  während  Alles  vom 
Schiffe  ans  Land  gegangen,  wieder  zu  Isolde  und  unter- 
hält sich  mit  ihr  über  „dies  und  das"  —  wie  es  heisst  — 
„von  ihrer  Aller  Dingen".  Er  verlangt  dann  zu  trinken, 
und  da  Brangäne  nicht  zugegen,  bringen  Kinder  nichts- 
ahnend   den    von    Isoldens  Mutter   für  Marke   bereiteten 


geführten  Bauwerk,  die  Sagentheüe  mit  den  Bausteinen  und 
8uchen  dann  zu  bestimmen,  wer  ist  der  Baumeister,  so  kann 
die  Antwort  nur  lauten:  der  Franzose"  . . .  „Die  Entstehimg 
der  Tristan-Saere,  welche  um  1150  fällt,  muss  etwa  folgender- 
maassen  gedacnt  werden:  ein  französischer  Dichter  eif and  aus 
seiner  eigenen  Phantasie  heraus,  wie  heutzutage  ein  Roman- 
dichter, die  Geschichte  von  Tristan  und  Lsolde.  indem  er 
dabei  eine  Anzahl  von  bereits  vorhandenen  Novellen -Stoffen 
verwendete,  die  nunmehr  in  eine  eanz  neue  Umgebung  ein- 
traten. Der  ästhetische  Werth  der  Dichtung  wird  desto 
höher  stehen,  je  mehr  es  fi^elang,  die  einzelnen,  verschieden- 
artigen Theüe  einer  glücklichen  einheitlichen  Idee  unterzu- 
ordnen." Ein  um  1160  verfasster  ^Tristan"  des  fruchtbaren 
französischen  Kunstdichters  Chr6stien  de  Troyes  ging  ver- 
loren und  scheint  von  nur  jB;eringem  Werthe  gewesen  zu  sein. 
Dann  folgte  Thomas.  —  So  weit  Golther.  Alles  Obige  ist 
also  immer  nur  unter  dieser  ausdrücklichen  Einschränkung, 
gleichsam  cum  grano  salis,  zu  verstehen!  — 


und  Btiaisifäiite  anvertrauten  Minnetrank.  Die  Beiden 
trinken.  —  und  das  Unglück  ist  natürlich  geschehen. 
Brangäne,  wie  sie  auf  das  Schiff  zurückkommt  und  das 
angestiftete  Unheil  gewahr  wird,  schreit  dazu  auch  noch: 
„0  weh,  Tristan,  oh  weh,  Isot  —  der  Trakfk  Ist  Ehier 
Beider  TÜa.'<  Unaufhaltsam  durchbricht  die  Liebe  der 
B!iiäen  die  'bisher  streng  gezogenen  Schranken,  und  es 
folgt  das  süsae  Hin  und  'Her  der  Liebe,  die  „liebe  Krank- 
heit", derweil  das  Schiff  sich  Komwall's  Küste  immer 
mehr  nähert.  Da  gilts  nun  Rath,  und  Isolde  kommt  auf 
den  Einfall,  Brangäne  'zu  b^teden,  sie  in  der  ersten 
Nacht  bei  Marke  zu  vertrete,  dc^nn  sie  ist  „schön  und 
unberührt"  —  was  von  Immeihniihn  ^(nebenbei  bemerkt) 
mit  einem: 

„Doch  Treue  adelt  das  Gemüthe, 

Das  Wappen  wird  den  Schimpf  bestehn; 

Lebt!    Lebt  als  Herren  Tristan's  eigen! 

Treu  rettet  euch  in  Nacht  und  Schweigen **.  .  .  . 

schlechtweg  beschönigt  wird.  (Allerdings  haben  wir  einen 
ähnlichen  Fall  auch  im  Nibelungenlied  schon  einmal  ge- 
habt!) Kurz  darnach  erst  erklärt  den  Beiden  Bran- 
gäne, wie  ihre  Minne  so  gekommen  sei:  das  Oeheimniss 
des  Trankes.  Die  Magd  versteht  sich  nach  einigem 
Widerstreben  dazu,  das  Vorhaben  wird  ani^führt.*)  Die 
beiden  Liebenden  setzen  nun  auch  nach  der  Vermählung 
Marke's  mit  Isolde  ihren  geheimen  Liebeshandel  fort; 
man  wird  aufmerksam  auf  sie^  Trbtan  wird  sogar  der 
Zugang  zur  Kemmenate  von  Marke  selbst  widerrathen, 
um  allem  üblen  Gerede  vorzubeugen.  Allein  ^arjodo  — 
der  Kammergenosse  Tristan's  —  unterhält  und  schürt 
den  Verdacht  beim  Könige  wider  seinei^  Ne&n  tUnd  -s^n 
eigen  Weib.  So  kommt  es  dazu,  dass  Marke  eines  Tages 
in  listiger  Absicht  mit  seitiem  Gefolge  für  mehrere  Tage 
auf  die  Jagd  auszieht,  wobei  Tristan  sich  krank  meldet 
und  zurückbleibt.  Kaum  sind  der  König  und  seine 
Mannen  hinausgeritten,  kotüiht  Brangäne  zu  Tristan  und 
verabredet  mit  ihm  ein  Zeichen,  welches  dann  Isolde 
immer  aufmerksam  machen  soll,  wenn  ihm  die  Stunde 
zur  Zusammenkunft  günstig  scheint:  Den  Span  eines  Oel- 
zweiges  solle  er  durch  Einritzen  ihr^r  Anfaagsbaiftistaben 
T  und  I  auf  den  beiden  Seiten  näher  kennzeichnen  und  im 
Baumgarten  dem  „Wässerlein"  anvertrauen,  das  von  dem 
Brunnen  niedergeht,  der  an  der  Kemmenate  fliesst.  Dies 
sei  i^nn  das  Signal  für  Isolde,  unter  dem  Schatten  des 
Oelbaumes  mit  Tristan  zusammenzutreffen.  So  sehän  dich 
die  beiden  Liebenden  denn  wiedc^r  öfber  heimlich  an 
drittem  Orte,  unter  Anderem  auch  Nachts,  während  Melot, 
der  Zwerg,  verborgen  lauert.  'Kaum  war  der  Zeuge 
einer  solchen  Zusammenkunft,  als  er  sogleich  zu  Marke 
forteilt  und  diesen  schleunigst  herbeiruft;  Nachts  soll  er 
mit  ihm  den  Oelbaum  besteigen.  Bb  geschieht;  Tristan 
erspäht    beim  Herannahen    im  Mondschein   den  Sehatten 


*)  Später  wird  Isolden  diese  Mittwisserin  doch  eiii  vfems 
unbequem  und  sie  sucht  sich  ihrer  zu  entledigen.  Die  Maga 
soll  von  zwei  Schachern  im  Walde  geheim  ermordet  werden 
imd  sollen  diese  dann  der  Herrin  zum  Zeichen,  dass  die  Thkt 
vollbracht,  ihre  Zunge  überbringen.  Die  Beiden  fühlen  indess 
ein  menscnliches  Rlmren  imd  überbringen  Isolde  die  Zunge 
eines  ihrer  Vogelhunde.  Es  ist  ein  Zug,  der  in  vielen  Märchen 
und  Sagen  wi^erkehrt,  vor  Allem  aber  stark  an  die  Gteschichte 
der  hl.  Genovefa  erinnert!  Isolde  bereut  ihre  That,  Zumal 
da  sie  erfährt,  dass  Brangäne  auch  im  Anblick  des  Todes 
Nichts  verrathen  hat,  —  die  ftlr  treu  erkanlite  Dienerin  wird 
lebend  wieder  zurückgebracht. 


186 


«der  'Beiden  und  mei^kt  die  drohende  Gefahr.  Er  hofft, 
Isblile  werde  gleich  ihm  die  Schatten  wahrnehmen  und 
gar  nicht  erst  berkoipmen.  D^  sie  dennoch  am 'Pllttze 
erscheint,  nimmt  er  ihr  gegenüber  eine  höchst  befrem- 
dende Haltnng  ein;  darüber  wird  nun  wieder  sie  stutsig 
und  bemerkt  jetzt  auch  ihrerseits  die  Schatten  von  drei 
Mahnern  im  Grase.  Sofort  schlägt  sie  mit  Tristan  einen 
kalten,,  abweisenden  Ton  an,  wie  er  sich  erdreisten  könne, 
sie  nächtlieherweile  in  Abwesenheit  ihres  Gatten  zu  einer 
Zwiesprache  zu  bitten:  ihre  feindliche  Gesinnung  gegen 
ihn  wegen  seiner  Schuld  an  Morold  bleibe  nun  einmal 
•bestehen!  Der  lauschende  König  wird  getäuscht  und  ist 
yoUkommen  wieder  beruhigt  —  Ein  ander  Mal  findet 
Marke  an  Isolden's  Bette  Blut,  das  von  Tristan  herrührt, 
4er  sich  durch  einen  übermässig  kühnen  Sprung  über  den  von 
Melot  in  verrätherisoher  Absicht  mit  Mehl  bestreuten  Boden 
die  kaum  vernarbte  Ader  aufgesprengt  hatte.  Der  König 
beruft  dieserhalb  ein  Concil,  dieses  verhängt  ein  Gottes- 
gericht: seine  Gemahlin  soll  „das  glühende  leisen**  em- 
pCangen,  da  sie  selbst  gelobt  hat,  die  ihr  aner^achte 
Schmach  zu  tilgen.  Jetzt  ist  Isolde  in  grosser  Noth; 
„mit  Fasten  und  mit  3eten"  empfiehlt  sie  sich  „dem 
gnadenreichen  Christ,  der  hilfreich  in  den  Nothen  ist". 
Sie  beruft  Tristan  durch  einen  Brief  nach  Carlium,  an 
den  Ort,  wo  sie  die  Sühne  leisten  soll;  der  findet  sich 
im  Pilgerkleide  mit  gefärbtem  und  entstelltem  Gesicht 
dort^elbst  ein.  Es  geschieht  nun  wieder  eine  List,  da 
ihn  Isolde  auf  den  ersten  Blick  sofort  von  weitem  er- 
kannt hat:  der  fremde  Pilger,  der  dort  am  Ufer  steht, 
solle  sie  durch  die  Fluth  von  der  Brücke  ans  Ufer  tragen 

—  bittet  sie;  denn  sie  wolle   „sich  in  diesen  Tagen  von 
keinem  Ritter    lassen    tragen".     Auf   ihren    rasch    einge- 

'^  fiüsterten  Bath  iftrauchelt  er,  am  Lande  angekommen,  wie 
von  ungefthr  und  kommt  zusammt  mit  Isolde  zu  Fall: 
^sodass  ,er  der  schönen  Königin  im  Arm  und  an  der 
Seite  lag".  Nun  kann  sie  ni^ht  mehr  schwören,  dass 
sie  snsier  Märke  ^me  in  eines  Mannes  Arm  gelegen  sei. 
In  keines  Mannes  Armen  sei  sie  je  gelegen  ausser  Marke's 
und  jenes  frommen  Wallers,  was  der  König  ja  selbst  mit 
eigenen  Augen  am  Ufer  sich  ereignen  gesehen  I 

„Da  wurde  deutlich  wohl  und  klar 
Vor  allen  Augen  offenbar: 
jDass  unsem  lieben  Herrgott  man 
Wie  ^inen  Aermel  wenden  kann!" 

—  setzt  hier  der  Dichter  noch  hinzu.  — 

(Fortsetzung  folgt.) 


T  a  g  e  s  g  e  B  c  h  i  c  h  t  a 


Mwikbriefe. 


Hannover,  den  1.  Februar  1892. 
(Schlufis.) 


von 


ISs  fanden  mehrere  Grastspiele  in  der  k.  Oper  statt,  t^^ 
denen,  das  grösate  Interesse  oa^enige  des  Hrn.  d'Andrade 
(Don  Juiail,  Teil,  Figaro  im  „Barbier  von  SevilU")  erregte. 
Die  beiden  eristen  Partien  sang  derselbe  hier  bereits  im  vori- 
gen JiJire;  sein  Figaro  reihte  sich  als  bleich  vorzttgllohe 
Lieistung  den  frtthoren  an.    Das  Gastspiel  des  Frl.  Pewny 


aus  Mielchen  (fajs  Aenn<^en,  JUiseiffi  „Glöckcben  des  Ere- 
miten" und  }als  Begimentfitochter)  äihrte  zum  Engagement 
als  Qpemi^brettei.  .     :      ,     .    .      . 

.  Im.  k.  Theater  ia^^d^  d^,9.,<3.  und  4.  Abonnementcon- 
cert  der  k.  0apeUe  un.ter  Hrn.  Kot  zky 's  Leitung  statt.  Im 
2.  Concert  sapg.Hj?.  Gura  wie  immer  erfolg^ich  und  ^r. 
-Cono^ii^meisteril liier  yon  hier  ^pielt^  das -Ooncert  von  Men- 
delssohn.. Das  Orchester  .brachte  eine  Symphonie  von  Haydn 
und  die  in  .Ddur  von  ^ethoyen  ;bu  Öehör.  —  Das  3.  Concert 
war  dem  Andenken  Mozart^s  jg;e.weiht  pnd  enthielt  das  Re- 
ouiem,  die  Mau^erisphe  Trau^ij^usik,  dfMS  „Ave  verum"  and 
die  .Symphonie  in  Cdur  mit  der  Sohlussfiige«  Hr.  d*  Andra.de 
.sang  i^ine  Ario  aas ,  |^igaro*s  Hochzeit"  und  qin  Duett  mit 
Frau  K o ch -B o SS eii berger.  Dij^  Soli  im  Itequiem  fSemden 
durch  die  Damen  Koch-Bossßnberger  und  Beck-Badecke 
und  durch  die  HH.  Gr.üning  und  Qillmeister  gute  Wieder- 
gajbe.  —  Im  4.  Con(:»rt  gelangte  die  hachcomponirte  Ddett- 
.scene  (mit  Ouvertiire)  aps  Wagner*s  „Tannhäuser",  welche 
bereits  in  einer  vorhergegangenen  Matui^  der  k.  Capelle  auf- 
geführt wurde,  zu  (^ehör.  Frau  Beck-Badecke  und  Hr.  Grü- 
nin^  sangen  die  Soslppartien^    flehlt  auch  der  genannten  Sän- 

f&pjx  grössere  dramatische  Kraft  der  Stimme,  $o  wird  der 
[örer  entschädigt  durah  den  reizvollen  Wohllaut  ihres  Or- 
gans, welche  Vorzüge  in  den  nachfolgenden  Liedern  noch 
spßcieU  hervortraten.  Hr.  Grüni^g,  obwohl  nicht  so  disponirt 
wi.6  in  der  ersten  Darbietung,  sang  dennoch  vorssüglich.  Die 
„Eroica"  beschloss  den  interessanten  Abend. 

.jDie  oben  er^^ähnte  Matinöe,  zu  welcher  Frau  Carreno 
aJs  Mitwirkende  ersphien,  war  nicht  gut  besucht.  In  den 
Mittagsstunden  scheint  man  in  Hannover  kein  Verlangen 
nach  guter  Musik  zu  haben;  dagegen  ziehen  die  häuüg  Mit- 
tags vorkommenden  Concerte  der  Militärcapellen  vor  dem 
Opernhaus  viel  Publicum  an. 

Von  auswärtigen  Künstlern  besuchte  uns  in  einem  eigenen 
Ck>ncerte  die  Harten  virtuosin  Mad.  P.  daVeiga,  welche  sich 
als  eine  Meisterin  ihres  Instruments  erwies  und  auch  in  der 
Art  ihrer  Vortragsweise  feines  musikalisches  Gefühl  verrieth. 
Der  Kirchen chor  der  Marktkirche  (Damen  und  Herren) 
brachte  in  einem  Concerte  die  schwermüthig  klagende  und 
doch  so  tröstende  Cantate  „Gottes  Zeit  ist  die  allerbeste  Zeit" 
(„Aqtus  tjTG^cus")  von  S.  Bach  zur  Aufführung.  Die  Soli 
waren  vertreten  durch  die  Frls,  C\,  Schmidt  und.Hund- 
oe^ger  und  Hrn.  Brune.  (Baritpn). .  Frl.  Schmidt  sang 
ausserdem  noch  den  23.  Psalm  von  I^iszt  mit  Orgel  (Hr.  Or- 
ganist Klose)  und  Harfe  (Hr.  Vizthum).  Frl.  ^undoegger 
brachte  eine  Arie  „W&aäe  dich  zu  meinem  Schmerze"  aus 
„Petpos"  von  Ph.  E.  Bach  und  Hr.  Brune  „S^het,  welche 
Liebe"  vpn  Rheinberger  zu  Gehör.  Hr.  Stock  er,  der  Diri- 
gent des  Chores,  hat  sich  durch  das  Opncert  Verdienste  er- 
worben. Der  Chor.san^  lobenjiwerth.  Ein  Vergleich  mit  dem 
Schlosskirchenchor  fallt  jedoch  zu  Ungunsten  dei^marktkirchen- 
ohors  aus,,  da  die  sonoren  Knabenstimmen  ergreifender  wirken, 
als  es  Frauen^tijQ(unen  vermögen.  .Hr.  Klose  bewährte  sich 
als  guter  Interpret  in  einer  SmoU-Fuge  von  S.  ^ach. 

von  Interesse  war  das  (I)oncert  d^  Hrn.  B.  Metzdorf  f. 
Da  die  ki  Gapelle  für  aussergewöhnliche  Zwecke  nicht  zu  er- 
reichen ist,  so  reproducirte  die  Schaumburg-Lippische  Hof- 
capelle  unter  Hm.  Sahla^s  Leitung  die  Orqhesterwerke.  Das 
.Programm  enthielt  nur  Worke  des  Concertgebers.  und  zwar 
als  äauptwer&e  die  bereits  schon  früher  vorgeführte  Tragi- 
sche Symphonie  in  DmoU  und  die  zum,  ersten  Male  darge- 
botene in  E^dur.  Die  Iielj^re  ißt  sehr  beachtenswerth ;  sie 
trägt  abg^kl^  gemässi^n  Charakter  und  bildet  ein  Gegen- 
»stüok  zu  der  leidenschaiuich  bewegten  ^raeischen.  Sie  ver- 
hält sich  zu  dieser  wie  eine  schöne  Li^udschaft  mit  abwech- 
selnd reichbewachsenen  Höhenzügen  zu  einer  wildromantischen 
Gebirgsgegend.  Im  ersten  Satz  fuhren  die  Homer  ein  auf- 
wärtsstrel^ndes  sonniges  Motiv  (^/g-Takt,  Esdur,  Allegretto) 
ein,  welches  von  den  Holzinstrumenten  wiederholt  imd  er- 
weitert wird,  woran  sich  ,die  Streichinstrumente  schliessen. 
Beine,  nur  weni^  getrübte  Glückseligkeit,  mit  Sehnsucht  ge- 
.paart,  spricht  diiser  Satz  aus,  insbesondere  das  .2.  Thema, 
welches  aus  dem  1.  Thema  en^prungen  .ist.  Der  zweite  Satz, 
Adasdo  soste^uto  ientissimo,  hat  als  Grpndtonart  Hdur.  Qboen 
und  Fagotte  erö&en  deiiselbeh  mit  einem  klagenden  Hmoll- 
Motiv,  welches  ^ort  die  Violinen  im  tröstenden  Ddur  auf- 
nehmen, um  es  bald  in  Moll  klagend  (Fismoll)  zu  wiederholen. 
Der  belebte  herbe  Mittelsatz  (L)dur),  dessen  Motiv  ebenfalls 
aus  dem  ersitzen  entstanden  ist,  erinnert  an  die  Bühne,  um  so 
schöner  reihen  sich  d|UB  in  das  I.Thema  zurückleitende  Moderato 
tempo  mit  anmuthigen  Violinpassagen  und  der  Wiederholungs- 

11* 


186 


satz  an,  welcher  pianissimo  stimmungsvoll  verhallt.  Der  dritte 
Satz  ist  kein  Scherzo,  sondern  ein  Allegretto  mit  tändelndem 
Staccatomotiv  in  Gmoll,  welches  sofort  dnrchgefiüirt  wird. 
Der  Mittelsatz  in  Esmoll  heeinflusst  die  Heiterkeit  des  Satzes 
und  trä^  pastoralen  Charakter.  Auch  der  vierte  Satz  ist 
nicht  wie  gewöhnlich  schnellfükssig,  sondern  trägt  mehr  ernste 
majestätiscne  Stimmung,  wodurch  die  äussere  Wirkung  des 
Werkes  beeinträchtigt  wird,  und  es  fragt  sich,  ob  hierin  der 
Oomponist  keinen  FehlfrifP  gethan  hat.  Hr.  Metzdorff  hat  es 
sich  nicht  leicht  gemacht;  es  ist  viel  interessante,  pol^hone 
Arbeit  und  musikalischer  Gehalt,  reiche  rhythmische  Bewe- 

fung,  abwechselungsreiche  Verwendung  der  Instrumente  in 
iesem  Werke.  Der  Einfluss  von  Wafi^ner-Liszt  ist  bemerk- 
bar, und  zwar  hauptsächlich  in  der  Budung  der  Motive;  die 
Letzteren  meist  auf  den  Dreiklws  gebaut,  enthalten  auch  theil- 
weise  die  bekannte  sogenannte  Wagner-Triole.  Doch  bewahrt 
der  Componist  in  dieser  Symphonie  seine  Selbständigkeit  und 
den  symphonischen  CharaKter.  Die  Ausführung  des  bespro- 
chenen Werkes  war  exact,  die  Temponahme  hingegen  wohl 
in  manchen  Theilen  zu  breit.  Hr.  Sahla  hat  seine  Oapelle 
gut  geschult;  es  geht  Alles  mit  Sicherheit,  auch  liegen  Seele 
und  Schwimg  im  Vortrage,  sodass  die  zu  wünschen  übrig 
lassende  Tonschönheit  einiger  Instrumente  weniger  auffällig 
erscheint.  Der  Hannoversche  Damengesangverein  vervoll- 
ständigte das  Programm  durch  einen  Chor  aus  „Bosamunde^, 
Hr.  Sanla  spielte  aen  2.  Satz  aus  dem  Violinconcert  und  das 
Orchester  brachte  noch  die  Balletmusik  aus  „Rosamunde^  zu 
Gehör.  Das  Concert  wurde  mit  vielem  Beifall  aufgenommen. 
—  Der  erwähnte  Damengesangverein  executirte  in  einem  an- 
deren Concerte  den  Schnitterchor  aus  „Prometheus"  von  Liszt, 
„Ständchen"  mit  Altsolo  von  Schubert  und  andere  Werke 
unter  Hm.  MetzdorfTs  Leitung. 

Hr.  Pianist  Lutter  absofvirte  drei  Musikabende.  Am 
Ersten  derselben  war  Frau  L.  Sande rson  erschienen  und 
sang,  wie  es  ihr  Brauch  ist.  Lieder  von  Bungert,  einige  we- 
niger ansprechende  von  Eulenburg  u.  A.  Mit  dem  Vortrag 
des  „Erlkönig"  von  Schubert  konnte  die  Sängerin  ihren  Ruf 
nicht  gerade  befestigen.  Hm.  Lutter's  Hauptvorträge  be- 
standen in  der  Sonate  Op.  90  von  Beethoven  und  der  8.  Rhap- 
sodie von  Liszt.  Am  zweiten  Abend  war  Hr.  Sauret  mit- 
wirkend (Kreutzer-Sonate)  und  am  dritten  Abend  die  frühere 
hiesige  k.  Opemsängerin  Frl.  Hartmann,  welche  denLieder- 
cyklus  „Dolorosa"  von  Jensen  und  andere  Lieder  sang  und 
sehr  herzlich  au&^nommen  wurde.  Hr.  Lutter  zeichnete  sich 
besonders  durch  den  Vortrag  der  „B6n6diction  de  Dieu  dans 
la  solitude"  von  Liszt  aus.  Das  Programm  enthielt  als  An- 
fangsnummer das  Ciavierquartett  Od.  88  von  Rheinberger,  in 
welchem,  ausser  Hm.  Lutter,  die  HH.  Riller,  Kugler  und 
Lorleberg  mitwirkten. 

Am  1.  Musikabend  des  Rieh.  Wagner-Vereins  spielte 
unser  trefflicher  Harfenmeister  Hr.Vizthum  „Cantique  d'a- 
mour"  von  Liszt,  von  dem  Vortragenden  wirksam  transscribirt. 
Darauf  sang  Hr.  Grüning  Parsifars  Versuchung,  sowie  den 
23.  Psalm  von  Liszt  mit  Harfe  und  Harmonium  (Letzteres 
durch  Hm.  Metzdorff  ausgeführt),  Frau  Beck-Radecke 
trug  mit  seelenvollem  Ausdruck  Lieder  von  Schumann,  Cor- 
nelius, Wüllner  und  Hans  Schmidt  vor.  Es  war  ein  schöner 
genussreicher  Abend. 

Der  strebsame  Hannoversche  Männergesangverein 
veranstaltete  unter  Leitung  des  k.  Musikdirectors  W.  Bunte 
zur  Vorfeier  von  Kaisers  Geburtstag  am  26.  Jan.  ein  Concert. 
Die  Vorträge:  „Am  Altar  der  Wahrneit"  von  Mohr,  „Sturm- 
beschwörung" von  Dürmer,  „Schwalbe  als  Liebesbote"  von 
Attenhofer  und  „Salamis"  von  Q^msheim  trugen  in  ihrer 
Ausführung  künstlerisches  Gepräge. 

Emil  Fritzsch. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Wenden  wir  uns  jetzt  zu  den  Philharmonischen 
Concerten  zurück,  so  finden  wir  im  fünften Strauss'  kühnen 
„Don  Juan",  umgeben  von  lauter  Vertretern  des  classi sehen 
Repertoires:  Oherubini's  „Medea"-Ouverture,  Volfanann'sFdur- 
Serenade  und  der  1.  SjTiiphonie  Beethoven's.  Dass  man  gerade 
diese  unmittelbar  auf  die  Strauss'sche  Novität  folgen  Hess, 
verrieth  wenig  Takt,  ihre  bescheidene  Instrumentation  stach 
doch  von  der  soeben  vernommenen,  feist  beispiellos  üppigen 
gar  zu  seltsam  ab.  Rücksichtlich  des  dritten  Goncertes  haben 
wir  noch  nachzutragen,  dass  vor  Bruckner's  Linzer  Sympho- 


nie ein  in  Wien  noch  unbekannter  holländischer  G«iger  Hr. 
Johannes  Wolf  f  mit  sehr  schönem  Ton  und  vollendeter  Tech- 
nik, daher  entsprechend  unter  grossem  Beifall  Spohr's  „G^esangs- 
scene"  vortrug,  welchem  Stücke  wieder  Beethoven's  Ouver- 
türe Op.  115  (jjZur  Namensfeier")  vorausgegangen  war.  — 
Das  sechste  Philharmonische  Concert  wurde  zu  Miren  Masse- 
net's,  der  sich  wegen  Vorbereitung  seiner  Oper  „Werther" 
längere  2^it  in  Wien  aufhielt,  mit  dessen  Suite  „Esclarmonde" 
(aus  Stücken  seiner  gleichnamigen  Oper  zusammengestellt) 
eröfi&iet.  Wie  die  Suite  hier  aufführt  wurde,  erschien  sie 
mit  ihren  die  jeweilige  Situation  bezeichnenden  Ueberschrifken 
als  eine  viersätzige  Programmmusik,  einen  Stoff  illustrirend, 
welcher  dem  der  Gluck'schen  „Armida"  verwandt.  Alles  ge- 
schickt gemacht,  aber  ohne  besondere  Neuheit  der  Ideen, 
mehr 'Tonmalerei ,  als  Musik,  mehr  Instrumentation,  als  Er- 
findung. Wo  der  Componist  an  Berlioz  und  Wagner  anknüpft 
(und  er  macht  aus  seinen  Anleihen  bei  den  ^Nibelungen" 
nicht  das  j^eringste  Hehl),  erscheint  er  jedenfsblls  uebenswürdi- 

fer  und  interessanter,   als  wo  er  sich  abgebrauchter  Meyer- 
eer'scher  Effecte  bedient.    Dies  ist  z.  B.  im  ersten  Satz  „Die 
Beschwörung"  der  Fall,  wo   man  unwillkürlich  an  Jene  der 

fesnenstigen  Nonnen  durch  Bertram  in  „Robert  der  Teufel" 
enkt.  Am  meisten  ^fiel  der  zweite  Satz,  „Die  Zauberinsel". 
Hier  ^ellt  sich  zu  der  feinsten,  pikantesten  Tonmalerei  — 
das  Einschläfern  eines  Ritters  Roland  durch  die  Geister  der 
Esclarmonde  schildernd  —  ausnahmsweise  auch  eine  recht 
hübsche,  freilich  etwas  kurzathmige  originellere  Melodie,  und 
das  zarte  Verklingen  des  Gknzen  wirkt  dabei  ohne  Frage 
poetisch.  Nach  diesem  Satz  wurde  Massenet  mehrmals  ge- 
rufen, eine  Ehrung  des  geistreichen  Tonsetzers,  die  sich  nach 
dem  Finale,  einem  ziemEch  gewöhnlichen  Pastorale,  das  in 
einen  brutalen  musikalischen  Hexensabbath  „  WUde  Jagd"  Über- 

feht,  wiederholte.  Am  wenigsten  wirkte  im  Concertsaal  der 
ritte  Satz,  „Hochzeitsfeier",  aer  mit  seinen  (rein  äusserli(^en) 
„Tristan"- Anklängen  eher  „Liebesscene"  überschrieben  sein 
könnte.  Leider  täuscht  auch  hier  die  Elangschönheit  nicht 
über  die  fehlende  Innerlichkeit  hinweg.  Im  Ganzen  erscheint 
bei  dieser  „Esclarmonde" -Suite  der  stets  gewagte  Versuch, 
moderne  Bühnenmusik  in  den  Concertsaal  zu  übertragen,  un- 
gleich weni^r  geeJückt,  als  mancher  firühere  (Bizet's  „L*Arl6- 
sienne",  Gneg's  „Peer  Gynt").  Noch  eine  zweite  Neuheit 
brachte  das  Concert  in  Gestalt  einer  Rhapsodie  (Op.  65,  Dmoll) 
für  Ciavier  und  Orchester  von  Ignaz  Brüll,  welcher  selbst 
als  Solist  vor  dem  Flügel  sass  und  und  seiner  persönlichen 
Beliebtheit  auch  diesmal  einen  recht  freundlichen  Beifall  ver- 
dankte. Als  Composition  nahm  sich  die.  in  ihren  Gedanken 
leicht  ungarisch  angehauchte  Rhapsodie  nach  den  rafflnirten, 
aber  immerhin  effectvollen  Klängen  Massenet's  noch  blässer 
aus,  als  im  vorhergehenden  Concert  Beethoven's  „Erste"  nach 
dem  Strauss'schen  „Don  Juan".  Auch  wurde  man  diesmal 
nicht  wie  bei  Beethoven  durch  einen  blühenden  Leib  und 
eine  singende  Seele  für  das  prunklose  Gewand  entscliädigt. 
Im  Gegentheil  bringt  es  BrüU's  Rhapsodie,  allzu  musivisch 
gebildet,  mit  ihren  vielen  kleinen  Sätzchen,  worunter  Keines 
originell,  natürlich  noch  weniger  zu  einem  packenden  Gre- 
sammteindruck.  Einen  erquicklichen  Schluss  des  Concertes 
bildete  Haydn's  herzige  Pariser  Symphonie  in  Bdur,  als  an- 
gebliches Lieblin^tück  Maria  Antoinette's  auch  „La  Reine" 
genannt.  Im  klemeren  Raum  —  sie  wurde  voriges  Jahr  in 
ebensolchem  durch  das  stets  vortrefflich  einstudirteDUettanten- 
Orchester  des  Prof.  H.  Grädener  gespielt  —  wirkt  ihre  reizende 
kindliche  Naivetät  allerdings  noch  überzeugender. 

Schliessen  wir  nun  an  die  soeben  geschilderten  „ordent- 
lichen" Philharmonischen  Concerte  noch  rasch  den  Bericht 
über  ein  „ausserordentliches",  welches  zum  Besten  des  ICran- 
kenvereins  („Nicolai")  dieses  Orchesters  stattfand.  Dasselbe 
eröflßaete  mit  A.  Dvofäk's  in  Wien  noch  nichtgehörter  dra- 
matischen Ouvertüre  „Husitska"  (d.  h.  der  „Hussitischen"), 
einem  effectvollen,  pompös  gesteigerten  Musikstück,  das  seine 
Wirkung  nur  durch  übergrosse  Länge  abschwächt.  Auch  er- 
scheint der  herausfordernd  nationale  Charakter  dieser  Ouver- 
türe gerade  bei  den  jetzigen  politischen  Verhältnissen  in 
Oesterreich  für  deutsche  Ohren  und  Herzen  nicht  eben  sym- 
pathisch. Weit  anziehender  wirkte  die  nächste  Programm- 
nummer: Berlioz'  „Sommernächte",  eine  Sammlung  tief  in 
Stimmung  getauchter  zarter  Sologesänge  (mit  kleinem  Orche- 
ster), aus  welcher  bisher  in  Wien  nur  Einer,  allerdings  der 
schönste  („Trennung"  für  Sopran),  vor  vielen  Jahren  hier 
öffentlich  gehört  worden:  die  feinfühlige  Liedersängerin  Frl. 
Helene  Wagner  war  damals  —  in  einem  Gesellschaftsconcert 
des  Jahres  1867  —  die  congeniale  Interpretin  gewesen.      Zu 


137 


bedauern  war,  dass  im  „Nicolai^ -(üoncert  we^n  Unpädslichkeit 
der  Frau  Förster  die  erste,  einzige  mehr  heitere  luimmer  des 
Cyklus  ent£EÜlen  musste  und  eine  Andere,  eben  die  wunderbar 
innige  „Trennung**,  nicht  mit  der  vom  Oomponisten  vermein- 
ten helleren  Klangfarbe  gesungen  werden  konnte.  Man  merkte 
es  der  sonst  so  tüchtigen  Altistin  Fran  Kaulich  an,  dass 
sie  sich  nicht  in  ihrem  rechten  künstlerischen  Fahrwasser 
befand.  Für  den  ergreifenden  Klagegesang  „Auf  den  La- 
gunen^ brachte  der  Baritonist  Hr.  Kitt  er  den  rechten 
Stimmton  und  Vortrag  mit,  nur  sang  er  nicht  immer  ganz 
Toin.    Das  geisterhafte  Tenorlied  „Auf  dem  Friedhof"  inter- 

Sretirte  vortrefflich  Hr.  Walter,  ohne  die  gesangliche  Sprö- 
igkeit  gerade  dieses  Stückes  (eigentlich  eine  echt  Berlioz^sche 
Mondscheinscene  ftlr  Orchester)  ganz  überwinden  zu  können. 
Man  kann  wohl  sa^en,  dass  bei  all  den  neulich  gehörten 
träumerischen  Elegien  der  Sammlung  der  Hauptreiz  in  dem 
mit  au^rlesener  Zartheit  behandelten  Orchester  liegt,  wel- 
ches der  dedamatorisohen  Singstimme  erst  Leben  und  Farbe 
ffibt.  Im  „Nicolai" -Concert  wurden  die  „Sommernächte"  nicht 
mi  französischen  Urtext  von  Th.  Gautier,  sondern  in  der  hoch- 
poetischen meisterhaften  Uebersetzung  von  Peter  Cornelius 
eesungen,  wodurch  sie  offenbar  noch  gewonnen  haben.  Es 
folgte  nun  (bereits  von  firüher  bekannt)  eine  J.  S.  Bach*sche 
Violinsonate,  von  HeHmesberger  sen.  frei  für  Streichorchester 
übertragen  und  in  dieser  Form  stets  eine  Glanzleistung  un- 
serer Philharmoniker,  besonderes  deren  Geiger  mit  ihrem  ein- 
heitlichen, schneidigen  Strich.  Nach  diesem  an  einer  classi- 
schen  (wenn  auch  stark  modern  übermalten)  Composition  vor- 
geführten Massenaufgebot  von  Violinvirtuosität  konnte 
Vieuztemps*  Dmoll-Concert  stofflich  unmöglich  interessiren. 
Dass  trotzdem  der  Solist,  der  jüngst  zum  k.  k.  österreichischen 
Kammervirtuosen  ernannte  junge  Geiger  Marcello  Rossi, 
lang  anhaltenden,  lebhaften  Beifall  erzielte,  spricht  jedenfalls 
für  die  Güte  seiner  Leistung,  die  man  vielleicht  am  besten 
mit  dem  französischen  Schleigworte  „&  quatre  öpingles"  be- 
zeichnet. National,  wie  es  begonnen,  schloss  das  öoncert,  nur 
hatten  die  wüden- tschechischen  Hussiten  feurigen  Magyaren 
und  Zigeunern  Platz  gemacht.  Liszt's  zweite,  berauschend 
orchestrirte  Rhapsodie  war  es,  die  anter  den  Händen  und 
Lippen  der  Philnarmoniker  wieder  unwiderstehlich  wirkte. 
Ein  Stück  Naturpoesie,  an  dessen  Genuss  sich  unser  Publicum 
nicht  ersättigen  kann. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Dem  gegenwärtigen  Vorstand  und  dem  musi- 
kalischen Leiter  der  Singakademie  muss  man  nachsagen, 
dass  sie  mit  glücklicher  ^nd  ihre  Concerte  inauguriren,  seit- 
dem diese  in  der  Alberthalle  stattfinden:  „Elias",  „Der  Mes- 
sias", „Judas  Maccabäus**,  die  „Faust** -Scenen  von  Schumann 
und  in  dem  letzten  Concert  desselben  Meisters  Tonschöpfung 
„Das  Paradies  und  die  Peri**  sind  Werke,  die  durch  die  eigene 
Kraft  allgemeines  Literesse  erwecken  und  eine  grosse  An- 
ziehungskraft auf  ein  musikalisches  Publicum,  wie  das  Leip- 
ziger, ausüben.  Auch  das  letzte  (]k)ncert,  über  welches  zu 
refenren  wir  uns  anschicken,  war  von  einer  gewaltigen  Men- 
schenmenge besucht,  welche  mit  vollen  Zügen  die  Schönheiten 
des  Werkes  einsog  und  den  romantischen  Duft,  der  über  dem- 
selben liegt,  auf  sich  einwirken  Hess.  Und  dies  konnte  um 
so  ungetrübter  geschehen,  als  Hr.  Prof.  Rieh.  Müller  den 
chorischen  Theil  der  Auftührung  sehr  sorgfältig  vorbereitet 
und  der  Verein  ihm  andererseits  auch  gute  Solisten  zur  Ver- 
fügung gestellt  hatte,  wie  weiter  das  Orchester,  die  im  feineren 
Concertspiel  sehr  tücntig  e[eschulte  Capelle  des  184.  Li&nterie- 
Regiments,  ebenfalls  das  Seine  zum  Gelingen  des  Ganzen  ehr- 
lich beitrug.  Die  ChorkrIUfbe  des  Vereins  leisteten  namentlich 
dort,  wo  der  Gorrectheit  sich  auch  eine  feinere  Nuancirung 
beigesellte,  recht  Vorzügliches,  nirgends  aber  ihrem  jetzigen 
Rufe  Unwürdiges:  nur  wäre  aen  Frauenstimmen  hier  und  da 
noch  ein  edleres  Tongepräge  zu  wünschen  gewesen.  Von  den 
Hauptsolisten  nahm  Frau  Baumann  als  Peri  nicht  blos  hin- 
sichUich  der  Bedeutung  ihrer  Aufj^be,  sondern  auch  nach  ge- 
sangtechnischer Seite  und  in  der  geistigen  Auffassung  den  ersten 
Platz  ein.  Neben  ihr  sind  mit  Auszeichnung  der  Bassist  Hr. 
Knüpf  er,  der  als  Concertsänger  trotz  seiner  Jugend  schon 
jftzt  seines  Gleichen  unter  seinen  Stimmcollegen  sucht,  und 
unsere  beliebte  Altistin  Frau  Metzler-Löwy  mit  ihrem 
sympathischen  Vortrag  zu  nennen,  während  der  Tenorist  Hr. 
Wulff  aus  Strassburg  i.  £.  mit  seinen  glänzenden  Stimm- 


mitteln mehr  blendete,  als  erwärmte.  Die  kleineren  Solopar- 
tien gelangten  durch  dieFrls.Münch  und  Hand  rieh,  Frau 
Stephanie  und  Hm.  Briesemeister  zur  Ausführung.  Von 
den  Genannten  e^ebührt  Frl.  Münch  die  Palme  für  ihren  ein- 
wandfreien und  nerzerfreuenden  Gesang. 

Eine  grosse  GhoraufPührung  brachte  ebenfalls  das  letzte 
Abonnementconcert  im  Neuen  Gewandhaus.  Sie  galt 
dem  neuen  Oratorium  „Christus  der  Auferstandene",  Text 
(zumeist  nach  Bibelworten)  von  Emmy  Schreck,  Musik  von 
Gustav  Schreck.  Der  von  der  nicht  blos  in  Poesie,  sondern 
auch  in  Malerei  und  Bildhauerei  sehr  talentirten  (jfattin  des 
einheimischen  Oomponisten  mit  dichterischem  Feinsinn  ver- 
fEtsste  Text  gliedert  sich  in  die  sechs  Abtheilungen  „Die  Auf- 
erstehung", „Der  Gang  zum  Grabe",  „Die  Jünger  von  Em- 
maus",  „In  Jerusalem",  „Am  See  Tiberias"  und  „Die  Himmel- 
fahrt", deren  jede  Einzelne  vom  Oomponisten  zu  einem  gläu- 
big und  sinnig  ausgeführten  musikalischen  Stimmungsbilde 
^;estaltet  wurde.  Hr.  Schreck  documentirt  zwar,  wie  schon 
in  früheren  Chorwerken,  auch  in  diesem  Novum  kein  Erfin- 
dungstalent von  thatsächlicher  Originalität,  wie  er  sich  auch 
in  der  äusseren  Form  mehr  an  das  Hergebrachte  hält,  statt 
neue  Wege  zu  suchen.  Trotz  dieser  Begrenzung  seines 
Schaffens  gelingt  es  ihm  aber  doch  auch  in  seinem  Oratorium, 
nicht  blos  das  musikalische  Literesse,  sondern  auch  unmittel- 
bare und  nachhaltige  Eindrücke  auf  die  Empfindimg  des 
Zuhörers  zu  erregen  vermöge  der  Ehrlichkeit  und  Wahrhaf- 
tigkeit seines  eigenen  musikalischen  Fühlens,  und  darauf  ist 
ja  besonders  bei  einem  kirchlichen  Tonwerk  das  Hauptgewicht 
zu  legen,  so  sehr  dem  Musiker  in  diesem  Oratorium  auch  die 
vorzi^liche  Arbeit:  die  äusserst  sachgemässe  Behandlung  des 
Vocalsatzes,  die  klare  wirkungsvolle  Instrumentation  und  die 
meisterliche  Beherrschung  contrapunctischer  Probleme  impo- 
niren  muss.  Da  das  Werk  im  Druck  vorliegt  und  die  Presse 
Gelegenheit  erhalten  wird,  an  der  Hand  der  Partitur  näher 
auf  dasselbe  einzugehen,  so  mögen  für  hier  die  obigen  orien- 
tirenden  Bemerkungen  über  dasselbe  genügen.  Die  vom  Oom- 
ponisten persönlich  geleitete  Aufführung  war  eine  grösstentheils 
recht  acceptable.  Der  Chor  schien  mit  schöner  Hingabe  bei 
der  Sache  zu  sein  und  sang  bis  auf  den  an  manchen  Orten  etwas 
schwerfälligen  Sopran  zumeist  recht  gut,  und  das  Orchester  und 
Hr.  Homeyer  an  der  Orgel  thaten  in  vollstem  Maasse  ihre 
Schuldigkeit.  Von  den  Solisten  boten  nur  Frau  Bau  mann 
und  Hr.  Schelper  (Christus)  hoch  Befriedigendes,  Letzt-erer 
allerdings  mit  einem  Anfing  von  leichter  stimmlicher  Indis- 
position, welche  man  auch  bei  Hrn.  Dierich  aus  Schwerin 
vermuthen  musste,  wollte  man  für  den  theilweise  nicht  schö- 
nen Klang  seines  Organs  nicht  einen  anderen  Grund  suchen. 
Frau  Moran-Olden  war  entweder  ebenfalls  nicht  e^t  dis- 
ponirt  oder  sie  hatte  überhaupt  in  kein  intimeres  Verhältniss 
zu  dem  Werke  zu  treten  vermocht ,  dessen  ihr  zukommenden 
Theil  sie  nicht  einmal  technisch  und  rhythmisch  in  der  Gewalt 
hatte,  und  Aehnliches  ist  von  Hm.  Wittekopf  zu  berichten. 
—  Der  äussere  Erfolg  der  Novität  war  ein  für  den  Oomponisten 
überaus  ehrender,  den  Niemand  dem  so  ernst  strebenden, 
dabei  stets  bescheidenen  Künstler  missgönnt  haben  wird.    j^. 

Leipzig.  Am  26.  Febr.  fand  im  Theatersaale  des  Krvstall- 
palastes  zur  Feier  des  16.  Stiftungsfestes  des  hiesigen  Leu  r er- 
Gesangvereins ein  von  demselben  gegebenes  Concert  statt, 
dessen  erster  Theil  durch  die  von  dem  V ereinsdirigenten  Hrn. 
Capellmeister  H.  Sitt  componirte  Ouvertüre  zu  Leschivo's 
„Don  Juan  d'Austria"  eingeleitet  wurde.  Da  dieses  Werk 
schon  nach  seiner  Reproduction  im  2.  diesjährigen  Gewand- 
hausconcert  in  d.  Bl.  eine  eingehende  Besprechung  erfiethren  hat, 
so  können  wir  uns  sofort  zu  den  Darbietungen  des  Vereins 
selbst  wenden,  die  aus  dem  „Kyrie"  und  „Gloria"  der  2.  Volk- 
mann^schen  Messe,  sowie  aus  den  drei  Männerchören:  „Gute 
Nacht"  von  H.  Gk)etz,  „Bastlose  Liebe"  von  Th.  Kirchner  und 
Seh  wanenlied  von  H.  Sitt  bestanden.  Sämmtliche  Compositionen 
fanden  eine  zumeist  vorzügliche  Wiedergabe,  die  man  wohl 
nicht  minder  dem  ausgezeichneten  Dirigenten,  wie  dem  treff- 
lichen Material,  das  ihm  zu  Gebote  Stent,  zu  danken  hatte. 
Am  besten  gelang  unserer  Meinung  nach  der  entzückende 
Goetz'sche  Chor,  auch  das  stimmungsvoll  gehaltene  Sitt'sche 
Seh  wanenlied  machte  sich  recht  gut,  während  das  ziemlich 
massige  Kirchner'sche  Opus  auch  nur  eine  mit  der  Oomposi- 
tion  Schritt  haltende  Ausführung  erhielt.  Den  2.  Theil  des 
CJoncertes  bildete  Heinrich  Zöllner's  grosses  Chorwerk  „Colum- 
bus".  Man  muss  der  Oberleitung  des  Vereins  ganz  besonders 
dankbar  sein,  dass  sie  die  Bekanntschaft  des  bei  eini^n  nicht 
wegzuleugnenden  Mängeln  hochinteressanten  und  geistvollen 


138 


Werkes  vermittelt  hat,  da  es  wohl  flu:  viele  Zuhörer  Novit&t 
war.    Der  ComponiBt,   der  sich  auch  den  im  Glänzen  recht 
ansprechenden  nndg;eschicltt  gmachtön  Text  zu  seinem  Werke 
seihst  gedichtet,   hat  ftr  setif  groSSeef  Tttlent,  dituMionen  zu 
malen,  packende  Steigerungen  tinid^mltfertreidsende  Wirkungen 
hervorzubringen,  das*  fflänzendere  Z^ugAiss  gebracht,  wir  er- 
innern nur  an  den  EingangSchor,  den  Matfösetichor  (No.  d) 
und  den  grandios  aufgebauten  Schluss.  Ausserordentlich  stim- 
mungsvoll ist  das  Duett  zwischen  GolUmblQiS  unä  Felipa  (No.  ^, 
das  von  einem  schönen  empfindunesvollen  l^ema  beherrscht 
wird.    Ziemlich  originell  in  der  Srfindbn^  und  sich  durch 
Pr&gnanz  auszeichnend  ist  auch  das  Air  £e  Person  des  Co- 
lumous  als  den  Entdecker  Amerikas  eingef)!k!hrte  Motiv,   nur 
hat  es  der  Componist  doch  gar  zu  lieb  gehabt:   es  wird   — 
um  einen  landl&u^gen  Ausdruck  zu  gebratlchen  —  im  Verlauf 
des  Stückes  so  sehr  „abgedroschen^,  dass  man  es  schliessh'ch 
satt  bekommt.     Wenn  sich  so  Alles  in  Allem  Zöllner  als 
ein   Tondichter   mit   schönen   Gaben,    als  ein    vorzüglicher 
Beherrscher  der  t^orm,    sowie  als  ein  vollendeter  Orchester- 
techniker erweist,  so  ist  es  um  so  bedauerlicher,   dass  er 
nur   zu   oft    sehif    wenig    auf    eigenen    Iltissen   steht   und 
sich    von  seinem  grossen  Ideal  —  lUchard-  Wagner  —  am 
GMkngelbande  fahren  lAsst.  Cölorit  und'  Instrumentation  erin- 
nern stellenweise  mehr  als  erlaubt  an  den  allgewaltigen  Bay- 
reuther Meister,  so  am  Ende  d^r  fünften  Nummer  („Lohen- 
grin*^)  und  am  unverkennbarsten  zu  Anfang  der  6.  und  B. 
Nummer,  —  man  iheint  da  wirklich,  stellenweise  den  dritten 
Aufisug  des  „Tristan''  vor  sich  zu  haben ;  ich  will  nur  an  die 
Worte  des  fiodrigpo:  „Nur  ödes  Meer**  und  n^eia,  Heil  uns"  etc. 
erinnem.    Trotzdem  aber  bleibt  der  „Oolumbus"  ein  hoch- 
interessantes Werk,  tmd  möge  er  auch  an  dieser  Stelle  allen 
Vereinen  uiid  Concertuntemehmungen  aufis  Dringendste  em- 
pfohlen sein.    Die  Auffilhrung,  die  es  dieses  Mal  erfuhr,  war, 
was  die  Chöre  anlangt,  eine  vortre£flicbe;  fir.  Gapellmeister 
Sitt  hatte  dieselben  offenbar  mit  grosser  Liebe  und  Sorgfalt 
einstudirt,  und  ihm  gebührt  nfcht  das  geringste  Lob  fhr  den 
trefflichen  Ausfall,   der  in  besonderem  MaMse  auch  seiner 
grossen  Directionsroutine  zu  danken  war.    Nicht  ganz  auf  der- 
selben Höhe  standen  die  solistischen  Leistangen:    Frl.  Mar- 
tini, die  sich  im  ersten  Theile  des  Goncertes  mit  einer  leid- 
lichen Wiedergabe  der  Romanze  „Du  stiller  Wald"  etc.   aus 
Bossini's  „Teil"  eingeführt  hatte,  konnte  für  die  anspruchs- 
volle Partie  der  Fehjpa  nicht  genügen,  Hr.  Hu n gar  (Colutn- 
bus)  schien  sich  nicht  recht  sicher  zu  ftüilen,   brachte  aber 
die  dramatischen  Höhepuncte  seiner  Aufmbe  zu  entsprechen- 
der Wirkung,   und  Hm.  G.  Borchers  liegt  der  Bodyigo  zu 
hoch.    Die  Capelle  des  107.  Li&nterie-Begiments,  welche  die 
orchestrale  Begleitung  besorgte,  stand  leider  oft  nicht  auf  der 
Höhe  ihrer  allerdings  nicht  leichten  Aufgabe. 

F.  Br.  Pfau. 

Schwerin.  Hofoapellmeister  Aloys  Schmitt,  der  36  Jahre 
lang  dem  Schweriner  Hoftheater  als  Leiter  der  Oper  und  Con- 
certe  gedient  hat  und  üb^r  dessen  Leistungen  die  musikalische 
Welt  m  ihrem  Lobe  einig  ist,  hat  sich  genöthigt  gesehen,  um 
Pensionirung  resp.  Entlassung  aus  seiner  Stellung  nachzu- 
suchen ;  und  es  steht  nunmehr  fest,  dass  derselbe  zu  Ostern 
das  langjährige  Feld  seiner  Thätigkeit  verlassen  wird.  — 
Als  dunkle  Früchte  von  dieser  Sache  im  Publicum  auf- 
tauchten, da  wollte  man  im  Publicum  denselben  zunächst 
keinen  Glauben  schenken.  Als  aber  die  Gerüchte  bald  mehr 
imd  mehr  sich  als  Thatsachen  herausstellten,  so  war  es  na- 
türlich, dass  in  Schwerin  sowohl,  wie  im  ganzen  mecklen- 
burger Lande  in  allen  Kreisen,  welchen  das  Gredeihen  des 
Schweriner  Eunstinstitutes  am  Herzen  liegt,  sich  eine  gewisse 
Spannung  und  Erregung  geltend  machte.  Mau  weiss  eben 
im  Obotritenlande  ganz  genau,  dass  Aloys  Schmitt  es  ist, 
welcher  die  musikalischen  Verhältnisse  Schwerins  auf  ihre 
Höhe  gebracht  hat;  und  deshalb  zollt  man  ihm  ungetheilte 
Dankbarkeit  für  sein  rastloses  künstlerisches  Streben  und 
Schaffen. — Es  wurden  nun  von  verschiedenen  Seiten  Versuche 
gemacht,  Schmitt's  Fortgang  zu  verhindern.  Da  waren  es  zu- 
nächst die  Mitglieder  der  Hofbapelle,  welche  in  einer  Petition 
ihren  hochverehrten  Dirigenten  ersuchten,  in  Schwerin  zu 
bleiben;  ausserdem  petitionirten  sie  auch  bei  seiner  königl. 
Hoheit  dem  Grossherzog.  Auch  andere  dem  Hoftheater  femer 
stehende  Ej-eise  haben  sich  in  diesem  Sinne  an  den  Gross- 
herzog gewandt.  Leider  ist  Alles  erfolglos  geblieben,  und  die 
Thatsacne,  dass  Schmitt  Ostern  geht,  blobt  bestehen.  Die 
Ursache  hiervon  sollen  Differenzen  mit  der  Intendantur,  die 
schon  seit  Jahren  sich  geltend  gemacht  haben,  sein.    Der 


Umstand,  dass  von  der  Intendantur  Nichts  geschdisiL  isti, 
Schmitt  zu  halten,  kennzeichnet  Übrigens  schon  zur  Qentkg» 
die  Sachlage.  Für  Den ,  welcher  die  Gesohiehte  des  Sohwfip 
riner  Homeaters  in  den  loteten  vier  Decennien  genau  kenni^ 
mnss  der  jetzige  Staxid  der  Dinge  wunderbar  und  bedanefliBli 
zu  gleicher  Zeit  sein.  Schmitt  hat  das  Vertrauen  unf  die 
Hochschätzung  aller  firüheren  Intendanten  (v.  Flotow,  PuilitB, 
v.Wolzogen)  m  hohem  Maasse  besessen,  und  von  irgendwel- 
chen Differenzen  hat  man  nie  Etwas  gehört;  und  IDwerenaem 
wären  doch  eigentlich  bei  v.  Floliow,  dessen  musifaaüacber 
Standpunci  so  sehr  von  Dem  Schmitt*s  verschieden  war,  so 
leicht  erklärlich  gewesen !«— Schmitt  ist  jetzt  zwar  bereits  ein 
Sechsziger  an  Jiären,  aber  seine  körperliche  und-  geis^ge 
Kraft  ist  ungebrochen.  Es  wäre  deshalb  im  Interesse  unserer 
Kunst  zu  wünschen,  dass  er  sich  jetzt  noch  nicht  mfif 
Altentheil  setzte,  sondern  weiter  wirkte.  Und  wenn  dies  mchi 
in  Schwerin  mehr  sein  kann,  so  wollen  wir  ho^Gtn,  daas 
Schmitt  in  irgend  einer  anderen  grösseren  Stadt  den  Ttafetstoek 
weiter  fikhre.  St. 

Sondershausen.  Hofcapellmeister  Prof.  Schröder's 
dramatisches  Erstlingswerk  ^^pasia^  erlebte  am  8.  März  hier 
die  erste  Aufführung.  Das  Werk  ist  genannt  „Oner*'  in  drei 
Aufzügen.  Mit  Fug  und  Becht  könnte  es  sich  „Musikdrama^ 
nennen.  Denn  es  ist  ein  wirkliches  Tondrama  nach  mo- 
dernen Kunstbegriffen.  Inhalt  und  Handlung  sind  hochr 
dramatisch,  das  Libretto  ist  ein  schönes  dramatisches  GMiehi, 
weiterhaben  über  die  landläufigen  Opemtexte.  Die  Gestalt 
der  Aspasia,  deren  Besignation  an  den  Goethe'schen  Tlioas  er- 
innert (6.  Act  der  „Iphigenie*'),  ist  ganz  ideal  gehalten« 

Der  Erfolg  des  Werkes  war  ein  maz  ausserordentUeher. 
Ich  enthalte  mich,  die  dargebrachten  Ovationen,  welche  offinu- 
sichtlich  die  Signatur  des  Spontanen  trugen,  einzeln  aufsd- 
zählen.  Es  gentkge,  zu  berichten,  dass  die  Zahl-  der  dem 
Oomponisten,  dem  I<eiter  des  Ganzen,  gespendeten  KsifiriHe- 
salven,  die  Zahl  der  Hervorrufe,  Lorbeerkränze  und  Bluniea- 
spenden  eine  übentus  grosse  war,  dass  das  Publicum  sich 
nicht  genug  thun  konnte  in  der  Freude,  dem  Sohöj^fer  und 
den  ausführenden  Künstlern  seine  Anerkennung  auf  jede  nur 
mögliche  Weise  zu  zollen.,  und  dass  namentlich  naish  -dem 
Schlüsse  des  Ganzen  der  EnthusiajBmus  in  frenetischer  Weise 
sich  manifestirte  und  in  einen  mächtigen  Tusch  des  Orchesters 
ausklang. 

Es  ist  nicht   meine  Absicht,   heute   eine  Zergliederung, 
eine  Special-Anal^  der  Novität  zu  geben.     Nur  eine  kurze 
Charakteristik  sei  gestattet.    Schröder  steht  auf  dem  Stand- 
puncto  des  modernen  neudeutschen  Musikdramas  und  bekennt 
sieh  zu  den  Principien   des  Bayreather  Meisters»    Er  kennt 
genau    und     benutzt     die    ErruAgenschaftea     und'    Ifittel 
des  modernen  Orchesters.    Er  ist  geschickt  in  dereft  TTamil 
habimg.    Das  Orchester  in  „Aspasiir  ist  grossarttgy  gttnzend, 
blendend,   farbenprächtig,   die  Instrumentation  meisterlMift, 
häufig  überraschend  genial.    Wenn  der  Tondichter  ancb  die 
von  den  Olassikem  fast  gar  nicht  angewandlen  orchestralen 
Ezcentricitäten  (z.  B.  Turnt,  Bassdarinette  u.  s.  w.)  nicht  ganz 
verschmäht,  so  benutzt  er  sie  doch  nur  mit  weiser  Oekonoraie, 
wodurch  sie  um  so  wirksamer  werden.   SpecieUeres  hierüber 
behalte  ich   mir  für  einen   eventuellen  späteren  Bericht  vor. 
Die  musikalisch-dramatische  2Mchnung  der  Träger  der  Ebiid- 
lung  (Conradin,  Dimitrios,  Apostolos,  Aspasia,  Destima)  ist 
vortreiFlich    gelungen.      Die    zahlreichen   Ohöre    sind    von 
schönster  Frische  und  in  ihren  lyrischen  Theilen  von  nobler 
Melodik  getragen.    Beminiscenzenjäger  wollen  auch  allerlei 
Anklänge  herausgefunden   haben  an   dieses  oder  jenes  Tim- 
drama Wagner's,   sogar  auch  an  Gounod,   Meyerbeer.    Dem 
ist  entschiäen  zu  widersprechen.    Von  Vfagner's  Geist  ist 
das  Werk  beseelt,  von  eigentlichen   Anklängen    oder    gar 
von  sclavischer  Nachahmung,  von  Plagiat  ist  k^ne  Spur 
vorhanden.    Im  Gegen theil:  Schröder's  Tondichtung  ist  gwoz 
selbständig  und  sein  ureigenstes  Werk. 

Die  Ausführung  des  überaus  schwierigen  Kvnstwericte 
war  in  jeder  Beziehung  gelungen  und  glanzvoll^  sie  verdiente 
den  ihr  gewordenen  stürmischen  und  jubelnden  Beifikll,  wekber 
das  vorausgegangene  fleissige  Studium  vieder  MitnatS'  reksh 
und  voll  belohnte.  Die  ganze  AufEÜhmng  ging  gbM  und 
ohne  Verstösse  von  Statten.  Schröder  bewährte  sieh^aafs 
Neue  als  Meister-  und  Musterdirigent ,  und  die  Hofeap^le, 
welche  durch  auswärtige  Kxäfte  noch  verstärkt  wary  nl^gte 
ihrem  Buhmeskranze  neue  Blätter  hinzu.  Das  ganze  Waxk 
ging  wie  aus  Einem  Gusse  in  vorzüglicher  AusmuruM.  ^kwkt 
vorüber,,  kein  Fehler  störte  die  Harmonie  dev  Dateteilkinii^ 


J 


139 


Di9  emzelnen  dramatischen  Partien  waren  in  den  beeten 
HlVndeay  Alle  gaben  ihr  Bestem,  l^rvorragend  in  Gesang 
und}  Spiel  war  der  Leipziger  Bae^isl^  Hr»  Knüpf  er  als  Apos- 
toloe,  recht,  bcav  der  Tenorist  Bx.  Koch-Engüs  als  Dimi- 
tnos,  eKcellent  die  Frls.  Möfoius  als  AjroaBia  und  Breuer 
als  I>a|ti^oa.  CBelde  Damen  sind  im  Besitz  schönen  Stimm- 
matorials,  ihr  Spiel  dramaUscb.)  Vorztoüch  auch  war  Frl. 
Giamar  ala  Zigeunermutter  Anthula*  (Contraalt,  praphtvolle 
Stimme.)  Hohes  Lob  verdiente  auch  der  Baritonist  Hr^ 
2immermaxui  (Gonradin)  ftü:  seinen  prächtigen  Qesang. 
Sehn  brav  waren  Hr.  Mirsalis  als  Werner  Sepp  (Tenor)  und 
der  Bantonist  Hr.  Peder  vom  hiesigen  Gonservatorium  als 
Narkissos.  Prachtig  waren  auch  die  kleinen  Partien  der 
Paranymphen  fBrautjungfem)  besetzt^  darunter  Frls.  Martha 
Srank,  Barjbholomö,  Gurth  u.  A.  vom  hiesigen  Gonser- 
vatorium.  Eicaci  und  brillant  e;ingen  die  theilweise  sehr 
schwierigen  Ghöre  (in  der  Mehrzsuil  Sphülerinnen  des  hiiasi^^ 
Gonservatoriams).  Es  war  eine  Lust^  von  solch  schönen  Stim- 
men die  hohen  Sppranlagen  mit  jugendlicher  Frische  be- 
wältigen zu  höcen. 

Der  dritte  Aufzug  weist  im  Vorspiele  eine  Fuge,  in  instru- 
mentalem Pmebtcolerit  sehlieesend,  auf.  Der  gegen  das  Ende 
des  Actes  vorkommende  Zigeunertanz,  von  neun  Ballet- 
tftnzerinnen  des  Leipzi^r  Theaters,  Frl,  Doenges  an  der 
Spitze  ale  Kiffeunerkönigin,  aiisgefahrt,  errang  brausenden 
BeiÜBklL  AucK  die.  neuen  Decorationen:  1.  Aufzug:  freier 
Platz  in  Athen,  im  Hintargrunde  die  Akropolis.  2.  Aufzug: 
F^lsengegend-  bei  Argos,  3.  Aufzug:  Hügel  bei  Phaleron,  ge- 
malt vom  hiesigen  Maler  Kühn,  fanden  vielen  Beifall. 

Die  Aufistattung  war  brillant  und  entsprach  allen  An- 
ferdei:ngen. 

Und  so  seien  denn  dem  hochbedeutenden  Werke,  dem 
echten  deutschen  Werke,  welches  deutscher  Fleiss,  deutsches 
(jenie,  deutsche  Knnst  geschaffen,  bei  seinem  Eintritte  in  die 
Oeffentlichkeit  die  besten  Wunsche  mit  auf  den  Weg  gegeben! 
Mö^en.  die  deutschen  Bühnen  sich  des  Werkes  annämen  und 
es  durch  Ausführungen  dem  deutschen  Volke  zngS^neif  machen! 
Es  ist  eine  hervorragende  Tonschöpfhng,  wdcne  sicher 
Deutschlands  Beachtung  und  Anerkennung  ungleich  mehr 
verdienti  als.  so  mancherlei  ausULndische  Schöpf unj^;en  zweifel- 
haften Wecthes.  Franz  Friedrich. 


Oanoei4umMhaii. 

Am1i6B«  5.  st&dtb  Abonn.-(7onc.  (Schwickerath)  m.  dem 
Oratorium  „Franciecus^  v.  Edg.  Tinel  unt.  sollst.  Mitwirk, 
der  Frau  XJzielli  u.  des  Hm.  v.  Bandrowskl  a.  Frankfurt  a.  M., 
sowie  des  Hrn.  Haubrich  a.  Göln.  (Die.  Au£föhrunfi^  des 
„hochinteressanten  mehr  durch  die  Qlnth,  als  die  Elrait  der 
schöpferischen  Phantasie  des  Gomponisten*'  fesselnden  Neuheit 
unteir  Hm.  Schwicl^erath's  Leitung  muss  nach  uns  vorliegen- 
den Bedchten  eine  ganz  auegezeichnete  gewesen  sein.  So 
schreibt  die  „Cöln.  ioeit.*'  in  diesem  Betreff:  „Dass  einem 
Werke,  welches  so  sehr  auf  die  Klangwirkung  gearbeitet  ist, 
wie  der  »Franciscus«,  von  allen  Factoren  der  Ausführung  die 
grösste.  Peinlichkeit  hinsichtlich  der  Klangschönheit  gewiamet 
werden  muss,  ist  selbstverständlich;  man  darf  mit  Uecht  sa- 
gen^  dass  eine  Aufführung  des  »Franciscus«  mit  dieser  Eigen- 
schafl  stohe  und  £Edle.  La  dieser  Hinsicht  vermochte  die 
Aachener  Aufführung  sowohl  in  Bezug  auf  das  ausführende 
Material,  wie  die  Bearbeitunfi:  desselb^  den  strengsten  An- 
forderungen zu  genügen,  und  wohl  noch  in  keiner  der  bis- 
heiigen  Aufi^rungen  hat  der  städtische  Dirigent  seine  un- 
gewöhnliche Befw^ng  namentlich  als  Ghorleiter  in  ein  so 
ffttnstigee  Licht  zu  stellen  vermocht.  Von  berückendem  Wohl- 
Slang  waren  namentlich  die  Frauenstimmen;  sie  vermochten 
auch,  indem  qie  bei  schwierigen  Tonfolgen  eine  absolute  Rein- 
heit der  l)onverhAltnisse  bewahrten,  dem  zweiten  Theü  einen 
begeisternden  Abschluss  zu  verleihen.  Auch  auf  den  (jtesammt- 
klang  des  Ghores,  auf  die  Einheitlichkeit  und.  Abgerundetheit 
des  Ubortons  und  desOhorworts  kann  sich  Aachen  Etwas  zu- 
snite  thon,  das  sind  Sigenschafton,  die  ja  zum  Theü  auch  durch 
Aeusserlichkeiten.  das  Vorhandensein  schöner  und  zahlreicher 
Stimmen,  Au&teÜung  des  Ghors,  Akustik  des  Saales,  bedingt 
werden,  deren  Vorhandensein  aber  gewiss  die  H&ute.  und 
gerade  oie  bessere  der  Leistung  ausmacnt.  Wenn  das  Orcneeter 
mit  dem  Ghor  nicht  ganz  wetteifern  konnte,  so  liess  es  doch 
ein  sehr  genaues  Zusammenspiel  und  s;ro8sen  Ei£^  erkennen, 
sodaea  die  ganw  Aofibhrui^g  einen  lebendigen  und  anregen- 


den Verlauf  nahni.  Als  Solisten  wirkten  bei  den  bisherigen 
Au^hri^n^n  und  ix^  rt^hmenswerther  Weise  die  HH.  von 
Bandrowski  und  Haubrich,  sowie  Frau  Uzielli.'')  —  6.  Ver- 
sammL  des  Listrumentalver.  (Schwickerath):  nPanse  maoabre" 
V.  Sa.int-Saöns,  Ouvertüren  v.  Weber  u.  Wagner  („Tann- 
häuser*^),  Violoncellvortrage  des  Hrn.  Kiefer  a.  Erfurt  (Qonc. 
V.  J.  Klengel,  „Am  Springbrunnen''  y.  Davidoff  etc.). 

Amsterdam*  Aussergewöhnl.  Abqnn.-Gonc.  im  Neuen 
Goncerthaus  (Kes)  am  U.  Febr.:  Hmoll-Symph.  v.  Schubert, 
„Parsifal*' -Vorspiel  v.  W agn  er,  Scherzo  a.  der  „Sommemachts- 
traum'' -Musik  v.  Mendelssohn,  drei  Sätze  a.  der  Suite  „Les 
Erinnyes''  v.  Massenet,  Gesangvorträge .  der  Frau  Moran- 
Qlden  („Die  Böse''  v.  Bich.  Wagner,  „S'il.  est  im  charmant 

gazon''  V,  Liszt,  Wiegenlied  v.  Harthan  etc.).  —  Gr.  Nat. 
k)nc.  dee  Paleis- Ork.  (aoI)  am  18.  Febr.:  GmoU-Symph.  v, 
D.  de  Lange,  Ouvertüren  v.  J.  V  er  hülst  („Gijsbrecht  van 
Amstel")  u.  J.  B.  van  Bree  (Gonc.-^,  Goncertstiick  „ Aufer- 
stehung'^ V.  E.  Hol,  Solo  vortrage  aer  HH.  Spoel  aus  dem 
Haag  iGes^  „Die  Rose''  v,  D.  de  Xanee,  „Drinc,  spraq  den 
Hermt*^  V.  W.  F.  G»  Nicolai,  Eeen  liedje  v.  G.  Mann,  „Al- 
bumblad"  v.  B.  Zweers  und  „Van  een  Koningsvrouwe''  von 
B.  Hol)  und  Bosmans  (Violonc.,  Andante  von  G.  Mann).  — 
Aussergewöhnl.  Abonn.-Gonc.  im  NeuenGoncerthaus  (Kes)  am 
18.  Febr.:  Gmoll-Symph.  v.  Saint- Saöns,  Ouvertüren  von 
Rossini  u.  Brahms  (Trag.),  „Waldweben^  a.  „SiegMed^  von 
Wagner.  Qesangvorträge  des  Frl.  L6pine  a.  Paris  („Panis 
aneelicus^  v.  0.  Franck,  Sör6nade  a.  „Nanoi^'^  v.  Delibes, 
„l^verie''  v.  Saint-Saöns  etc.). 

Annaberg.  8.  Museumsconc,  (Stiehler):  „Liebesglück" 
u.  „Trennung'*  a.  der  „Lenoren'*-Symph.  v.  Raf  i,  „Genovefa**- 
Ouvert.  V.  Schumann,  Solovorträge  der  HH.  Reder  a.  Buchholz 
(G^.,  „An  den  drei  Eichen''  v.A.  Stiehler.  „Du  fragst  mich 
tätlich"  V.  Meyer-Helmund  etc.)  und  Fei.  Meyer  a.  Qerlin 
(VioL,  Gonc.  V.  Beethoven  u.  „Othello"-Phant.  v.  Ernst).  — 
9.  Museumsconcert:  1.  Örchestersuite  v.  Moszkowski,  Wo- 
tan's  Abschied  von  Brünnhilde  u.  „Feuerzauber"  a.  der  „Wal- 
küre" V.  Wagner,  „Der  Bergmannegruss"  f.  Solo  u.  Ghor  m. 
Orch.  V.  A.  F.  Anacker. 

Bamberg.  lOl.  Musikabend  des  Musikal.  Ver.:  Gmoll- 
Streichquint.  v.  Mozart,  AmoU-Glav.-Violinson.  v.  Schumann, 
Ghorlieoer  v.  Schumann  u.H.  Hub  er  („Perlenreihen'*),  Vocal- 
quartette  v.  Hauptmann  u.  A.,  Glaviersoli  v.  Liszt  (d.  „Gon- 
solation'*)  u.  Ghopin. 

Ba3el»  8.  Abonn.-Gonc  der  Allgem.  Mnsikgesellschaft  (Dr. 
Volkland):  3.  Symph.  von  Brahms,  Ouvertüren  v.  Mendels- 
sohn u.  Beethoven  (No.  3  zu  „Leonore").  Glaviervorluräge  des 
Hrn.  Rosenthal  a.  Wien  („Don  Juan'^-Pnant.  v.  Liszt  etc.). 
—  9.  Abonn.-Gonc.  derselben  Gesellschaft:  4.  Symph.  v.  Men- 
delssohn, Ouvertüren  v.  Gherubini  u.  Weber,  Violinvorträge 
des  Hm.  Prof.  Heermann  a.  Frankfurt  a.  M.  (Gonc.  v.  Beet- 
hoven etc.). 

BePlin*  8.  Quartettabend  (2.  Gyklus)  der  HH.  Prof.  Joa- 
chim, de  Ahna,  Wirth  und  Hausmann:  Streichquartette  von 
H.  V.  Herzogenberg  (Op.  42),  Beethoven  (Op.  95)  u.  Schu- 
bert (Dmoll).  —  Liederabend  des  Hm.  Eoebke  unt.  Mitwirk, 
des  Pianisten  Hm.  BrOninfi;  am  17.  Febr.  m.  Soli  £  Gesang  v. 
Beethoven,  Gornelius  („Komm,  wir  wandeln  zusammen^  u. 
„Ein  Ton**),  Brahms  („Die  Mainacht"  u.  „St&ndchen"),  Liszt 
(„Der  Fischerknabe"),  Schubert,  W.  Tappert  („0  süsse 
Stunde",  JBs  steht  ein  Lind"  u.  „Es  streben  die  rauschenden 
Bäume"),  H.  Sommer  („CJanz  leise"),  A.  Förster  („Dem  Lenz 
soll  mein  Lied  erklingen",  „Geheimniss"  u.  „Flog  ein  bunter 
Falter**),  0.  Lessmann  („Du  schaust  mich  an"),  A.  Botoli 
fpL'Alba")  u.  Meyer-Helmund  („Moreens  send  ich")  u.  f. 
Clav.  V.  H.  Brünmg  (Impromptu  u.  Ballade)  u.  A.  —  Gonc. 
der  Violinistin  Betty  Schwabe  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  v.  Artner 
a.  Wien  (Ges.)  u.  des  Phüharm.  Orch.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Prof. 
Dr.  Joachim  am  18.  Febr.:  „Faniska"-Ouvert.  v.  Gherubini^ 
Soli  f.  Ges.  V.  Haydn,  Goldmark  („Die Quelle"),  Mascagni 
(„Blumenorakel")  u.  Bruch  (Seren.)  u.  f.Viol.  v.  J.  Joachim 
(Gdur-CJoncO,  Mendelssohn  (Gonc.)  u.  Vieuxtemps  (Ballade 
u.  Polonaise).  —  Gonc.  des  Hm.  Sigismund  Stojowski  m.  eig. 
Gompositionen  unt.  Mitwirk,  der  Sftngerin  Frl.  Hermann,  des 
Streichquart,  der  HH.  Kruse,  Markees,  Müller  u.  Dechert  u. 
des  Phüharm.  Orch.  (Herfurth)  am  19.  Febr.:  Variat.  u.  Poln. 
Intermezzo  f.  Orch.,  Variat.  u.  Fuge  f.  Streichorch.,  Lieder 
„An  Stella"  u.  Meereelied,  div.  Glaviersoli.  —  3.  Goncert  der 
Pianistin  Frl.  v.  Poznanska  unter  Mitwirk,  des  Hrn.  Hubin- 
stein  am  80.  Febr.:  Variat.  f.  zwei  Glaviere  von  Schumann, 
Glaviersoli  v.  Mendelssohn,  Beethoven  (Son.  Op.  109).  Ghopin, 
Tschaikowsky  (Variat.),  Ghopin-Liszt  (Ghant  polon.)  und 


140 

Liszt  (Ungar.  Rhaps.  [welche?]).  —  3.  Gonc.  des  Philharm. 
Ghors  (Ochs)  nnt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Müller  und  Nitt- 
Schalk  u.  der  HH.  Naval,  GrahL  Ad.  Schiilze  n.  Severin  (Ges.), 
sowie  des  Hrn.  Kransneck  (Declam.):  „Promethens**  v.  Liszt, 
,,OiFertoriam^  und  „Tantum  ergo"  v.  Schuhert,  Yocalduette 
^eimathgedenken",  -Scheiden**  und  ,,6renhende  Liehe''  von 
P.  Cornelius.  —  Conc.  der  Pianistin  Muriel  Elliot  unter 
Mitwirk,  des  PhUharm.  Orch.  unt.  Leit.  des  Hm.  Stavenhagen 
am  26.  Fehr.:  ^yOrpheus**  y.  Liszt,  Olayiersoli  v.  Beethoven 
(Cmoll-Ck)nc.),  Liszt  (Adur-Conc),  Wagner- Liszt  (Spinner- 
lied) u.  A.  — Gonc.  der  Sängerin  Frau  Feininger  m.  Soli  v.  K  u  h  i  n- 
stein  LDu  hist  wie  eine  Blume"),  Brahms  (Wiegenlied)  u. 
A.  in  Ahwechs.  m.  Orgelvortrftgen  des  FrL  IMttricn  und  der 
HH.  F.  Grunicke  u.  Th.  Schnitze.  (Von  Frl.  Dittrich  und 
Hm.  Schnitze  wird  geschriehen,  dass  sie  Beide  mit  ihren 
Vortrugen  ihrem  Meister  Hm.  Grunicke  Ehre  eemacht  h&tten.) 
—  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Siloti  unt.  Mitwirk,  des  Philharm. 
Orch.  (Herfurth)  m.  den  Concerten  in  Amoll  v.  Grieg  u.  in 
BmoU  V.  Tscha'lkowsky,  sowie  der  „Wanderer^-Phant.  v. 
Schuhert-Liszt.  —  8.  Philharm.  Conc.  (Dr.v.Bülow):  2.  Symph. 
V.  Brahms,  Tondicht.  „Macheth"  v.  B.  Strauss  (unt.  Leit. 
des  Comi).),  Ouvertüren  v.  Berlioz  (^^Beatrice  und  Benedict") 
und  Beetnoven  (No.  3  zu  „Leonore"),  Violinvortrftge  des  Hm. 
Huhay  a.  Budapest  (Amoll-Conc.  u.  „Zöfir"  eig.  Comp.,  sowie 
Romanze  v.  Svendsen). 

Bern.  5.  Ahonn.-Conc.  der  Musikgesellschafl  (Dr.  Mun- 
zinger):  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüre  zu  „Alfonso  und 
Estrella"  v.  Schubert,  Solovortrftge  der  HH.  Perron  a.  Dres- 
den (Ges.,  „Mainacht"  V.  Brahms,  „Gewittemacht"  v.  Franz 
u.  A.)  u.  Jahn  v.  hier  (Viol.,  3.  Conc.  v.  Bruch).  —  2.  Soir^ 
f.  Kam:miermu8ik  der  Musikgesellschaft:  Adur-Clavierquart.  v. 
Brahms,  Bdur-Streichquart.  v.  Schubert,  Quart,  f.  Fl.,  Viol., 
Viola  u.  Yiolonc.  v.  Mozart,  vier  Zigeimerlieder  v.  Brahms. 
(AusfiÜirende:  Frl.  Widmer,  Frau  R&uber-Sandoz  und  HH. 
Locher  u.  Egloff  [Ges.],  HH.  Denhof  [Clav.] ,  J&hnig  [Flöte], 
Jahn,  Beyer,  Tuczek  u.  Monhaupt  [Streicher].) 

Bonn.  5.  Abonn.-Conc.  des  stttdt.  G^angver.  m.  „Odys- 
seus"  V.  Bruch  unt.  Leit.  des  Comp.  u.  solist.  Mitwirk,  der 
Frls.  Schauseil  a.  Düsseldorf  u.  Eloppenburg  a.  Frankfurt  a.  M. 
u.  der  HH.  D6rter  a.  Mainz  u.  Büttner  a.  Gk>tha. 

Boston.  15.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
-Harold" -Symph.  v.  Berlioz  (obhg.  viola:  Hr.  Kneisel),  „Le 
Kouet  d'Omphale"  v.  Saint-Saöns,  Fdur-Conc.  f.  Streicher- 
u.  zwei  BlAserohöre  v.  Hftndel,  Prael.  u.  Fuge  v.  0.  Floers- 
heim. 

Breslau.  10.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Masz- 
kowski):  Cmoll-Symph.  v.  J.  Merkel  (unt.  Leit.  des  Comp.), 
JPhaeton"  v.  S  a  i  n  t  -  S  a  ö  n s,  „ Athalia" -Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
Violinvortrftge  des  Hm.  Sarasate  (Schott  Phant.  v.  Bruch  u. 
„Liehesfee"  v.  Baff).  (Die  neue  Symphonie  von  J.  Merkel 
nat  eine  gute  Aufnahme  gefunden.) 

Bromberg.  2.  Symph.-Conc.  der  Cap.  des  Inf.-Reg.  No.  129 
(Schneevoigt):  6.  Symphonie  v.  Beethoven,  Dramat.  Ouvert. 
V.  G.  Schumann  (unt.  Leit.  des  Comp.),  SiegMed's  Tod  u. 
Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung"  v.  Wagner,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Behnke  (Ges.,  „Die  buiuen  Frühlingsaugen" 
V.  Franz,  „Des  Liebsten  Schwur"  v.  Brahms.  „Ich  Hebe 
dich"  V.  Grieg  etc.)  und  des  Hm.  Schumann  (Clav.,  Amoll- 
Conc.  V.  B.  Schumann). 

Büekeburg.  4.  Aufführ,  des  Oratorienver.  (Sahla)  unt. 
Mitwirk,  des  Baritonisten  Hm.  Brune  a.  Hannover  und  der 
Hofcap. :  „Der  entfesselte  Prometheus"  (Vorspiel  u.  Chöre)  v. 
Liszt,  Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orch.  v.  Brahms,  „Die  Lie- 
der des  Troubadours  Raoul  de  Preuz  an  die  Königin  Jolanthe 
von  Navarra"  f.  Bariton  m.  Orch.  v.  H.  Hof  mann. 

Cassel.  6.  Abonn.-Conc.  des  k.  Theaterorchest.  (Treiber) 
1.  fi^mph.  V.  Schumann,  Ouvert.  „Der  gefesselte  Prometheus" 
V.  Gold  mark,  Solovorträge  des  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  (Ges., 
Arie  „Mein  Herz  erschliesset  sich"  v.  Saint-Saöns,  „Luft- 
schloss"  V.  Reinecke,  Wiegenlied  v.  Harthan,  Frümings- 
lied  V.  Umlauft  etc.)  u.  des  Hm.  Kruse  v.  hier  (Violoncell, 
Conc.  V.  B.  Cossmann). 

Chemnitz.  Extra-Symph.-Conc  der  städt.  Cap.  (Pohle) 
am  13.  Febr.;  GmoU-Symph.  v.  Mozart,  „Faust"-  u.  „Tann- 
häuser"-Ouvert.,  Vorspiele  zu  „Lohengrin"  und  den  „Meister- 
singem",  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebätod"  a.  „Tristan  und 
Isolde",  Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung"  und  „Char- 
freitagszauber"  a.  „ParsiM"  v.  B.Wagner. -^5.  geistLMusik- 
aufführ.  des  Kirchenchors  zu  St.  Jacobi  (Schneider):  Chöre  v. 
Hauptmann,  Calvisius,  G.  Vierlin^  („Du  gabst  dem  ewgen 
Geist"),  H.  Potpeschnigg  („Nun  ist  der  Tag  geschieden") 


u.  A.  Becker  (Geistlicher  Dialog  m.  Altsolo  u.  Org.),  Solo- 
vorträge des  Frl.  Frejtag  a.  Dresden  (Ges..  Arie  „Dein,  o 
Heiland"  v.  M.  Blumner,  „Trost  der  Nacht"  V.B.Becker, 
Geistl.  Lied  v.  0.  Wer  mann  etc.)  und  des  Hm.  Hepworth 
(Org.,  Prael.  u.  Fuge  [welche?]  v.  S.  Bach).  —  3.  Abonn.-Conc 
der  städt.  Cap.  (Pohle):  Waldsymph.  v.  Baff,  „Euryanthe"- 
Ouvert.  V.  Weber,  Scherzo  a.  der  „Sommemachtstranm"-Mn8ik 
V.  Mendelssohn,  Gesangvorträge  des  Frl.  Barbi  („Lnmer  leiser" 
u.  „Meine  Liebe  ist  grün"  v.  Brahms  etc.). 

Chrlstianla.  6.  Conc.  des  Musikver.  (Holter):  Ouvert.  zu 
„Euryanthe"  und  Arie  aus  dem  „Freischütz"  (Frau  Nielsen- 
Trost)  V.  Weber,  „Sommemachtstraum"-Mu8ik  v.  Mendels- 
sohn. 

Cöln.  9.  Gürzenichconc.  (Prof.  Dr.  Wüllner):  2.  Symph. 
V.  Beethoven.  Tondicht.  „Tod  und  Verklärung"  v.  B.  Strauss, 
„Nänie"  f.  Cnor  u.  Orch.  v.  Brahms.  Solovoriai^  der  Frau 
Greve-KlafisW  a.  Hamburg  („Abscheulicher"  a.  „Fidelio"  von 
Beethoven,  jDie  junge  Nonne"  u.  „Gretchen  am  Spinnrade" 
V.  Schubert-Liszt  und  „lK)ldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und 
Isolde"  V.  Wagner)  u.  des  Hm.  Thomson  a.  Lüttich  (Viol., 
Adano  V.  Bruch  etc.). 

Constanz.  4.  Abonn.-Symph.-Conc.  des  Hm.  Handloser: 
4.  Svmph.  V.  Schumann,  Frühlingsouvert.  v.H.  Goetz.Variat 
a.  dem  Streichquart.  Op.  18,  No.  6,  v.  Beethoven,  Sylpnentanz 
V.  Berlioz,  Mazurka  brill.  f.  Orch.  v.  Liszt,  Gesangvorträge 
des  Frl.  Königstätter  a.  Carlsruhe  („Komm,  wir  wandeln  zu- 
sammen" V.  Cornelius,  „Klein  AnnaKathrm"v.E.Seuffert, 
Wiegenlied  v.  Brahms,  „Mit  deinen  blauen  Augen"  v.  Las- 
sen etc.). 

Copenhagen.  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Wad  am  26.  Jan. 
m.  ClaviersoU  v.  Schumann  (Gmoll-Son.)],  Paderewski  (Oa- 

f>rice  u.  Variat.),  Chopin- Wad  (Asdur-Impromptu)  u.  E.Wad 
Minuettino  u.  Yalse- Impromptu)  in  AbwechseL  m.  Gesan^- 
vorträgen  der  Frau  Menzell.  —  Conc.  der  Pianistin  Frau  Essi- 
poff  m.  Ciaviersoli  v.  Leschetizky  (Canz.  toscana  u.  ^Jeu 
desondee"),  Schutt  (Valse),  Paderewski  (Variat.)  u.  A.  in 
AbwechseL  m.  G^esangvorträgen  der  Frau  Tuxen  („Todesseh- 
nen" u.  „Meine  Liebe  ist  ^rün"  v.  Brahms,  Jeanna*8  Gesang 
a.  der  Oper  „Jeanna"  v.  Lange-MüUer  etc.). 

Danzig.  4.  Abonn.-Conc:  Claviertdos  von  Schumann 
(Fdur)  u.  Bubinstein  (Op.  62),  Hmoll-Bondo  f.  Ciavier  u. 
Viol.  V.  Schubert,  Adur-Clav.-Violinson.  v.  Beethoven.  (Aus- 
führende: HH.  Schumann  v.  hier  [Clav.],  Kruse  u.  Dechert  a. 
Berlin  [Streicher].) 

Dessau.  4.  Abend  des  Kammermusikver.:  Streichquart. 
Op.  95  V.  Beethoven,  Fdur-Clav.-Violinson.  v.  E.  Grieg.  vier 
Impromptus  f.  Clav.  v.  Schubert.  (Ausführende:  HH.  Klug- 
hardt  [Clav.],  Seitz,  Voss,  Weise  und  Jäeer  [Streicher].)  — 
6.  Conc.  der  Hofcapelle  (Klughardt):  Esdur-Symphonie  von 
Haydn,  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  Ouvertüren 
V.  0.  Hürse  (.Othello")  u.  Cornelius  (»Der  (Sd"),  Gesang- 
vorträge des  Hm.  B.  v.  Milde  a.  Weimar  (Sachsens  Monolog 

a.  den  ^Meistersingern"  v.  Wagner  u.  „Wie  Lenzeshauch", 
„Am  Ufer  des  Flusses"  u.  „Morgenst&ndchen"  v.  Ad.  Jensen). 

Dortmund.  3.  Conc.  des  misikver.  (Janssen)  unt  gesang- 
solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Beinthaler  a.  Bremen  u.  des  Hm.  Litz- 
inger  a.  Düsseldorf:  4.  Symph.  v.  Brahms,  Suite  »Aus  Hol- 
berg^s  Zeit"  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  Cant.  „Ich  hatte  viel 
BeMlmmemiss"  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester  v.  S.  Bach-Franz, 
„Schön  Ellen"  f.  do.  v.  Bruch,  Sopranarie  a.  „Idomeneo"  v. 
Mozart,  Tenorlieder  v.  Liszt  („Ständchen"),  Brahms  („Feld- 
einsamkeit") u.  A. 

Dresden,  l.  Prüf.-Aufführ.  im  k.  Conservat.  f.  Musik: 
Oboeconc.  v.  Eeissiger  =  Hr.  Hartmann  a.  Dresden,  Arie  „Li 
diesen  heiigen  Hallen"  v.  Mozart  =  Hr.  Gässner  aus  Pesau, 
9.  Violinconc.^  1.  Satz,  v.  Spohr  =  Hr.  Naumann  a.  Dresden, 
Declam.  „Die  Ungetreue"  v.  F.  Hirsch  =  Hr.  Braubach  aus 
Hadamar,  Streichquart.  Op.  74  von  Beethoven  =  HH.  Nau- 
mann, Lang  a.  Gross- Voigtsberg,  v.  Fossard  a.  Bis»  u.  Zeid- 
1er  a.  Dresden,  Arie  „Es  ist  genug"  v.  Mendelssohn  =  Hr. 
Holstein  a.  Sdiwinzian  (BussGmd),  Dmoll-Conc.  f.  Clav.  u. 
Streichorch  v.  S.  Bach,  Clav.  =  Hr.  Ludwig  a.  Niederlössnitz 

b.  Dresden.  —  Matin^  zu  kirchl.  Zweck  m.  Compositionen 
V.  Beethoven,  auu^eftlhrt  v.  Frl.  Frejtag  (G^.),  Frau  Köhler 
(Clav.)  und  den  ^E,  Scheidemantel  (Ges.),  Hess  (Clav.),  Eis- 
mann (Viol.)  und  Nusser  (Violonc.)  am  21.  Febr.:  Ciaviertrio 
Op.  1,  No.  2.  2.  Satz  der  Clav.-Violinson.  Op.  47,  Variat.  üb. 
„Ich  denke  dein"  f.  Clav,  zu  vier  Händen,  Fdur- Violinromanze 
u.  GesangsolL 

Emmerieh.  Am21.Febr. Aufführ. v.Haydn's.Schöpfung'' 
durch  den  städt.  Gesangver.  (Poppe)  unt.  solist  Mitwurk.  &b 


141 


Frl.  Fiedler  a.  Cleve  u.  der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Fischer 
a.  WeseL 

Frankfurt  a.  M.  7.  Kammermusikabend  der  Museums- 
GeseUschaft:  Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  136)  u.  Men- 
delssohn (Ddur),  OmoU-Streichquartettsatz  y.  Scnubert,  Dmoll- 
Glav.-Violinson.  y.  Saint-Sa3ns.  (Ausfuhrende:  HH.  Kwast 
[Clay.],  Prof.  Heermann,  Naret-Koning,  Welcker  und  Becker 
[Streicher].)  —  9.  Museumsconc.  (Eogel):  1.  Symph.  y.  Syend- 
sen,  Ouyerturen  y.  Beethoyen  („CSoriolan")  u.  Cherubini,  ^Eine 
Steppenskizze  aus  Mittelasien^  f.  Orch.  y.  Borodin,  „Kama- 
rinä%ja"  f.  do.  y.  Glinka,  Conc.  f.  Violine  u.  Violoncell  v. 
Brahms  (HH.  Prof.  Heermann  u.  Becker),  „Hejre  Kati"  fttr 


Viol.  y.  J.  Hubay  (Hr.  Prof.  Heermann). 

"  1.  B.    l.gr 

gesangsolist.  Mitwirk,  der  Frau  Hoeck-Lechner  a.  CSarlsruhe, 


Freiburg  1. 


-.  Conc.  des  Musikyer.  (Adam)  unter 


des  FrL  Leimer  a.  Berlin  u.  der  HH.  Wulff  a.  Strassburg  i.  £. 
u.  Gerold  a.  Frankfurt  a.  M.:  Cantate  „Ein  feste  Burg^  yon 
S.  Bach,  Requiem  y.  Mozart,  Yocalterzett  „Tremate  empj"  y. 
Beethoven. 

Genf.  9.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  rW.  Rehberg): 
Amoll-Symph.  v.  Lalo,  „Medea**-Ouvert.  v.  Cnerubini,  Mar- 
che  hongr.  y.  Berlioz,  Bolovorträge  der  Frau  Ketten  (Ges., 
„La  Mort  de  Boland"  v.  H.  Mirande)  und  des  Hm.  Halir 
(Viol.,  Gonc.  v.  Beethoven,  Romanze  v.  Sven ds e n  u.  Ungar. 
Rhai^.  v.  Liszt-Halir). 

Gera.  199.  Gonc.  des  Musikal.  Ver.  (Eleemann):  Ddur- 
Symph.  v.  Mozart,  „Ooriolan**-Ouyert.  v.  Beethoven,  Solovor- 
träge der  HH.  Wendling  aus  Leipzig  (Jankö-Flügel,  GmoU- 
Oonc.  v.  Saint-Sa6ns,  „Le  Staccato''  v.  G.  A.  Schmidt  u. 
Spinnerlied  v.  Wagner-Liszt)  u.  Kiessling  v.  hier  (Violonc, 
Dmoll-Conc.  v.  J.  Klengel). 

Glasgow.  2.  Gr.  Conc.  des  Hm.  Hall6:  iß.  Symph.  von 
Dvof  Äk,  Ouvertüren  v.  Beethoven  u.  Mendelssomi,  ün^ar. 
Tänze  f.  Orch.  v.  Brahms,  Solovorträge  der  Frau  Schmidt- 
Köhne  a.  Berlin  (Ghes.,  „Feldeinsamkeit*'  und  „Vergebliches 
Ständchen"  v.  Brahms  etc.)  u.  der  HH.  Hall6  (Clav.,  Dmoll- 
Conc.  v.  Mozart)  u.  Hess  (Viol.). 

Görlitz.  124.  Conc.  des  Ver.  der  Musikfreunde:  CmoU- 
Svmph.  v.  J.  Merkel  (unt.  Leit.  des  Comp.),  Ouvertüren  v. 
äade  u.  Rossini,  Entr'acte  a.  „König  Manfred"  v.  Reinecke, 
Amoll-Clavierconc.  v.  Schumann   (m-.  Dr.  Merkel  a.  Berlin). 

Graudenz.  Am  18.  Febr.  Aufführung  v.  Mendelssohn's 
„Paulus"  durch  den  G^esangver.  (Aust)  unter  Solist.  Mitwirk, 
der  HH.  Kirchner  u.  Severin  a.  Berlin  u.  einheim.  Kräfte. 

Halle  a.  S.  4.  Conc.  der  Stadtschützen-G^ellschaft  (Zeh- 
ler): ^Les  Pr61udes"  v.  Liszt,  Ouvertüre  „Meeresstille  und 
glückliche  Fahrt"  v.  Mendelssohn,  Solovorträge  des  Frl.  Diet- 
rich a.  Berlin  (G^.,  Berceuse  v.  A.Krüger,  „Die  Bekehrte" 
v.  M.  Stange  etc.)  u.  des  Hm.  Rosenthal  a.  Wien  (Ciavier, 
Emoll-Conc.  v.  Chopin  u.  -Don  Juan"-Phant.  y.  Liszt). 

Hamburg.  Conc.  der  Vereinigten  Männer-Gesangvereine 
v.  Hfiuoaburg  u.  Altena  unter  Leit.  des  Hrn.  Prof.  Krug  und 
Solist.  Mitwirkung  des  Hm.  Severin  a.  Berlin  am  15.  Febr.: 
-Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  „Lied  der  Städte"  f.  Chor  und 
Orch.  v.  Bruch,  „Der  Morgen"  f.  do.  v.  Rubinstein,  „Sie- 

fesbotschaft"  f.  do.  v.  C.  Kreutzer,  sechs  Altniederländische 
'olkslieder,  f.  (])hor,  Sola  Orch.  u.  Or^.  bearbeit.  v.  Kremser, 
Chorlieder  a  cap.  v.  H.  Langer  („Liebeslied  der  Wandern- 
den"), L.  Dumack  („0  Welt,  du  bist  so  wunderschön"), 
V.  Lachner  (^An  den  Sonnenschein")  u.  A.,  GesangsoH  von 
Am.  Krug  („0,  Annelein"),  Bruch  (Seren.)  u.  A.  —  Ton- 
künstlerver.  am  20.  Febr. :  Öct.  f.  Streich-  u.  Blasinstrumente 
u.  ^erbstgesän^e"  f.  gem.  Chor  m.  Clav,  zu  vier  Händen  v. 
F.  Thieriot,  ein-  u.  mehrstinmi.  Gesänge  a.  „Siechentrost" 
m.  Clav.  V.  Bruch.  (Ausführende:  Frl.  Grimm  aus  Berlin, 
Frau  Seelig,  Frl.  Büee,  HH.  Thieriot,  Bargheer,  Dannen- 
berg,  Derlien,  Gowa,  Löwenberg,  Spengel,  Black,  BoUand, 
Fuchs  u.  Wunderlich  u.  A.  m.) 

Hannover.  l.Conc.  der  Schaumburg-Lippischen  Hofcap. 
(Sahla)  a.  Bückeburg:  8.  Symph.  v.  Beetnoven,  Ouvertüre  zu 
„Antonius  und  Cleopatra"  v.  Itubinstein,  Kaiser-Marsch  v. 
Wagner,  Claviervorträ^e  des  Hm.  Evers  v.  hier  (Phant. üb. 
Ungar.  Volkslieder  v.  Liszt,  Gkivotte  u.  Musette  v.  E.  d' Al- 
bert etc.). 

Heidelberg.  6.  Conc.  des  durch  den  Akad.  Gesangver. 
u.  a.  Herren  verstärkten  Bach- Ver.  (Prof.  Wolfrum)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  HH.  Reichmann  a.  Wien  und  Römhildt: 
Bruchstücke  aus  „Parsifed"  und  den  „Meistersingern"  von 
Wagner.  ^^ 

Hildeshelm.  2.  Kammermusikabend  der  HH.  Nick,  Haenf- 
lein  u.  Blume  unt.  Mitwirk,  des  Hm.  Koch:    Ciaviertrios  v. 


Brahms  (Op.  87)  u.  Mendelssohn  (Op.  49),  Gmoll-Clav.-Vio- 
loncellson.  v.  Beethoven,  G^sangsoii  v.  R.  Wagner  und 
Schumann. 

Jena.  Conc.  des  Akad.  Gesangver.  unt.  solist.  Mitwirk, 
der  Frls.  Tillv  a.  Dortmund,  Mardersteig  a.  Weimar  u.  Cosack 
v.  hier  und  der  HH.  R.  v.  Milde  a.  Weimar  u.  Gerhardt  am 
15.  Febr.:  „Comala"  v.  (rade,  „Schön  Ellen"  v.  Bruch,  „Die 
erste  Walpurgisnacht"  v.  Mendelssohn. 

Kiel.  Vereinsabend  des  Rieh.  Wagner- Ver.  am  17.  Jan. 
„Orpheus"  f.  Clav..  Viol.  u.  Violonc.  v.  Liszt-Saint-Saöns, 
„Siegfried's  Rheiniahrt"  a.  der  „Götterdämmerung"  (f.  Vio- 
linen, Violono.  u.  Clav,  arr.)  u.  „Albumblatt"  (f.  Viol.  arr.)  v. 
Rieh.  Wagner,  acht  Skaldengesänge  f.  Bariton  von  Ph.  zu 
Eulen  bürg.  —  4.  Abonn.-Conc.  des  Gesangver.  (Prof.  Stan^) 
unter  solist.  Mitwirk,  des  (Hm.  von  Zur-Mühlen  aus  Berhn: 
3.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvert.  u.  zwei  Entr*actes  a.  „Rosa- 
munde", „Die  Allmacht"  f.  Tenorsolo,  Männerchor  u.  Orch.  u. 
Lieder  m.  Clav.  v.  Schubert. 

Leipzig.  18.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  mit 
dem  Oratorium  „Christus  der  Auferstandene"  v.  G.  Schreck 
unt.  Leit.  des  Componisten  und  solist.  Mitwirk,  der  Frauen 
Baumann  u.  Moran-Olden  und  der  HH.  Dierich,  Schelper  u. 
Wittekopf 

London.  Mr.  Rieh.  Gompertz'  Chambre  Conc.  am  18.  Febr. 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Shakespeare  (Gtes.),  Ashton  (Ciavier), 
Inwards,  Kreuz  u.  Ould  (Streicner):  Streichquartette  v.  Beet- 
hoven (Op.  182)  u.  Haydn  (Ddur),  Edur-Clav.- Violinsonate  v. 
A.  Ashton,  VocaJsoli  v.  Mozart,  Brahms  („Der  Tod,  das  ist 
die  kühle  Nacht")  u.  Ad.  Jensen  („Murmelndes  Lüftchen"). 

Mannheim.  8.  Oigelvortrag  des  Hm.  Hänlein  m.  Com- 
positionen  v.  S.  Bach  (Prael.  u.  Fuge  in  Gdur),  Mozart,  Beet- 
hoven (And.  a.  Op.  33)  u.  Rheinbereer  (zwei  Sj^tze  a.  der 
11.  Son.)  in  Abwechs.  m.  Vorträgen  des  Frl.  Veiten  a.  Bonn 
(Gfes.)  u.  des  Hm.  Hartmann  v.  hier  (Violonc). 

New-York.  1.  Conc.  des  Music  Ölub:  Forellenquint.  v. 
Schubert  (HH.  RummeL  Amold,  (Sramm,  Herbert  u.Manoli), 
Trio  f.  Clav»  Viol.  u.  Hom  v.  J.  Brahms  (HH.  Friedheim, 
Schmidt  u.  Pieper),  Variat.  f.  zwei  Claviere  v.  Chr.  Sinding 
(HH.  Rummel  u.  Friedheim),  Solo  vortrage  der  Frls.  Müller- 
Härtung  (Ges.)  u.  Becker  (Viol.)  u.  der  HH.  Pepper  (Gesang, 
„In  Sweet  September"  v.  Hope-Temple  u.  „Little  Doris"  v. 
R.  de  Koven)  u.  Herbert. 

Rostock.  8.  Conc.  des  Concertvereins  (Dr.  Thierfelder) : 
Cdur-Symph.  v.  Haydn,  Ouvert.  „Loa  Frühling"  v.  C.  Gold- 
mark, 3.  Seren  f.  Streichorch.  v.  Volk  mann,  Violoncellvor- 
träge des  Hm.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Concertstück  von 
A.  Bazzini,  „Sur  le  Lac"  v.  Godard  und  „Elfentanz"  von 
Popper). 

0^  Veraltete  Programme,  eowie  Programme  ohne  Angaibe  von  Ort  und 
Datum  müeeen  vollständig  unoetniMet  bleiben  t 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Angers.  Ln  17.  Abonnementconcert  der  Association  ar- 
tistique  erregte  das  frühreife  Talent  des  elfjährigen  Geigers 
Thibaud  gerechtes  Au&ehen.  Die  kühne  Bogenführung, 
der  Glanz  des  Vortrags,  andererseits,  wie  in  der  Fdur-Bomanze 
von  Beethoven,  der  grosse  Stil  des  Vortrags  berauschten  das 
Publicum.  —  Budapest.  Li  einem  Womthätigkeitsconcert 
des  Ferial-Colonienvereins  lemte  das  Publicum  die  deliciöse 
Sängerin  Frau  Sanderson  und  eine  höchst  talentirte  Ju^nd- 
liche  Violinspielerin  Frl.  Frieda  Scotta  kennen.   DieLeistun- 

gen  Beider  erregten  wärmsten  Beifall,  weniger  effectuirte  das 
!la vierspiel  eines  mitwirkenden  Hm.  Brünine.—  Cassel.  Im 
letzten  Abonnementconcert  des  k.  Theaterorchesters  hat  Ihre 
Leipziger  Sängerin  Frl.  Polscher  wahrhaftes  Furore  mit 
ihren  herzeh^ärmenden  Vorträgen  gemacht.  —  Cöln.  Als 
I^isabeth  im  „Tannhäuser"  er(^ete  Frl.  Jelinek  aus  Nürn- 
berg sehr  sympathisch  ein  Engagementsgastspiel  im  Stadt- 
theater. —  Halberstadt.  Im  5.  Stöbe'schen  Abonnement- 
concert erregten  die  Vorträge  des  Hm.  Wendling  aus  Leip- 
zig auf  dem  Jankö-Flt^l  das  idlgemeinste  Interesse  des 
Publicums.  —  Leipzig.  Die  Altistin  Frl.  Beuer  aus  Mainz 
gastirte  hier  auf  Engagement  und  sang  mit  schönem  Erfolg 
die  Azucena  und  Ortma,  ohne  jedoch  höchste  Anforderungen 
erfüllen  zu  können.  —  Magdeburg-  Das  letzte  Casinoconcert 
war  mit  sehr  acceptablen  Sololeistungen  der  Altistin  Frl. 
Schacht  und  des  Violoncellisten  Hm.  Deohert  aus  Berlin 
ausgestattet  Das  schöne  und  volle  Organ  der  Sängerin  ge- 
fiel ebenso,  wie  das  geschmackvolle  Spiel  des  Violoncellisten. 


142 


Kircbemmisilc. 

Leipzig.  Thomaskirche:  6.  März.  „Die  bittre  Leidens- 
zeit be^iiuQuet  abermal^  v.  S.  BachrPranz.  „Betrübt  ist  meine 
Seele  bis  zum  Tode''  v.  J.  Kuhnau.  „Ave,  verum  corpus"  v. 
Mozart« 

OperaauffUhrungen. 

Februar. 

Baden-Baden.    Hoftheater:  10.  Der  Troubadour. 

Carlsruhe.  Hoftbeater:  4.  Francesca  von  Kimini. 
7.  u.  18.  Der  Postillon  von  Lonjumeau.  12.  Fra  Diavolo. 
14.  Teil.    21.  Bienzi.    26.  Die  Meistersinger. 

Ctotlia.  Hofbheater:  8.  Die  lustigen  Weiber  von  Wind- 
sor.  6.  Die  Zauberflöte.  7.  Emani.  11.  Figaro's  Hochzeit. 
14.  Fra  Diavolo.  16.  u.  18.  Stradella.  20.  Der  schwarze  Do- 
mino.   21.  Gavalleria  rusticana.    26.  Das  goldene  Kreuz. 

Sehwepln.  Qrossherzo^l.  Hofbheater:  1.  Joseph  in Egyp- 
ten.  1.  u.  28.  Gavalleria  rusticana.  5.  Die  Stumme  von  Portici. 
7.  Oberon.  11.  Der  Freischutz.  17.  Die  Kegimentstochter. 
19.  Die  lustigen  Weiber  von  Windsor.  21.  Lohengrin.  24.  Die 
Hugenotten. 


Aufgeflihrte  NovitSten. 

Albert  (E.  d»),  Fdur-Symph.    (Berlin,  5.  Philharm.  Conc.) 

Berlioz  (H.),  Symph.  fantast.  (Garlsruhe,  4.  Abonn.-Goncert 
des  Hoforch.) 

Brahms  (J.),  3.  Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Gono.  im  Neuen 
Goncerthaus  am  7.  Jan.  Genf,  6.  Abonn.-Oonc.  im  Stadt- 
theater.) 

Orch.-Variat.  üb.  ein  Haydn*8ches  Thema.     (Frankfurt 

a.  M.,  6.  Museumsconc.) 

Akad.  Festouvert.    (Gotha,  6.  Vereinsconc.  des  Musik- 

vereins.) 

Trag.  Ouvert.    (Breslau,  6.  Philharm.  (>)nc.) 

Violincono.    (Strassburg  i.  E.,  5.  Abonn.-Gonc.  des  stäit. 

Orch.     Boston,  7.  Conc  des  Boston  Symph.  Orck) 

Bdur-Streichsext.  (Zürich,  3.  Kammermusikaufführ.  der 

Tonhalle-Gesellschaft.) 

GmoU-Glavierquart.  (Bremen,  8.  Kammermusik  Bromber- 

ger-Skalitzky.  Dessau,Kammermusikver.  Frankfurta.  M., 
4.  Kammermusik  der  Museumsgesellschafb.  Gera,  2.  Kam- 
mermusikabend .) 

Dmoll-Clav.-Violinson.     (Hamburg,   2.  Kammermusik- 

soiröe  des  Hm.  Kopecky.) 

„Nänie«  f.  Ghor  u.  Orch.     (Elberfeld,  3.  Abonn.-Gonc. 

Essen  a.  d.  B.,  3.  Gonc.  des  Musikver.) 

Schicksalslied  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.  (Bücke- 
burg, 3.  Auffuhr,  des  Oratorienver.) 

Bronsart  (H.  v.),  Frühlingssymph.  (Goburg,  3.  Symph.- 
Gonc.) 

Bruch  (M.),  3.  Violinconcert.  (Breslau,  7.  Abonn.-Conc.  des 
BresL  Orch.-Ver.    Göln,  6.  Gürzenichconc.) 

„Das  Feuerkreuz"  f.  Soli  Ghor  u.  Orch.     (Innsbruck, 

Ausserordentl.  Gonc.  des  Miisikver.) 

„Schön  Ellen"  f.  Soli,  Ghor  u.  Orch.    (Altenburir,  118. 

MusikauffÜhr.  der  Singakad.) 

„Odysseus"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Barmen,  3.  Abonn.- 
Conc.  Rostock,  Aufführung  durch  die  Singakad.  am 
14.  Jan.) 

Davidoff  (C),  Hmoll-Violoncellconc.  (Mannheim,  4.  Akad- 
Gonc.)  ' 

Dvorik  (A.),  2.  Symph.  (Breslau,  7.  Abonn.-Conc.  des Bresl. 
Orch.-Ver.) 

Erb  (M.  J.)  Cla Viertrio.  (Leipzig,  6.  Musikabend'des  Kammer- 
musik-Ver.) 

Emoll-Clav.-Violinson.  (Paris,  Gonc.  im  Saale  Ple vi  am 

9.  Jan.)  ^ 

G  o  1  d  m  a  r  k  (G.),  Ouvert.  „Der  gefesselte  Prometheus" .  (Strass- 

burg  i.  E.,  6.  Abonn.-Gonc.  des  st&dt.  Orch.) 
—  —  „Sakuntala"-Ouvert.    (Mannheim,  4.  Akad.-Gonc.) 
Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  aus  „Peer  Gynt".      (Annaberg, 
5.  Museumsconc.) 

1.  Glav.-Violinson.    (Gera,  1.  Kammermusikabend.) 

Olav.-Violonoellson.      (Bremen,  CJonc.  v.  Frl.  Polscher 

a.  Leipzig  u.  G«n.) 

Hall6n  (Ä.).  Symph.  Orchestersuite  „TJr  Valdemar-sagan". 
(Stockholm,  Matinöe  des  (Domp.) 


Heuberger  (R.),  Orchestervariat.  üb.  ein  Schubert'sches  Tk&- 

ma.     (München,  4.  Abonn.-dJonc.  der  Musikal.  Akjad.) 
Joachim  (J.),    Ouvertüre  zu   Shakespeare's   „Heinrich  tV." 

(Breslau,  7.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.) 
Kiengel  (J.),  AmoU-Yioloncellconcert.   (Leipzig,  13.  Abonu.- 

Gonc.  im  liTeuen  Gewandhaus,) 
Klughardt  (A.),  GmoU-Glavierquintett.    (Dessau,  Ejimmerr 

musikver.) 
Lalo  (E.),  Ouvert.  zu  „Le  Roi  d^Ys".    (Boston,  6.  Conc.  des 

Boston  Symph.  Orch.) 
Liszt  ^.),  Eine  Faust-Symph.   (Berlin,  6.  Symph.-Conc.  der 

k.  Gap.) 
„Die  Ideale".  (Breslau,  Conc.  der  BresL  Goncertcap.  zunn 

Benefiz  des  Hm.  Riemenschneider.    Heidelberg,  4.  Abonn.- 
Gonc.  des  Bach-Ver.) 

„Mazeppa".    (Goburg,  3.  Symph.-Conc.) 

„Der  entfesselte  Prometheus".  (Bückeburg,  3.  Au£Rihr. 

des  Oratorienver.) 
Mehrkens  (Ad.),  Missa  solemnis.      (Hamburg,  1.  Gonc.  der 

Bach-Gesellschaft.) 
Meyer-Olbersleben  (M.),    „Königin  Waldlieb"   f.  Ghor  u. 

Orch.    (Göln,  6.  Gürzenichconc.) 
Nicod6  (J.  L.),  Symph.  Variat.  f.  Orch.  (Leipzig,  13.  Abonn.- 
Gonc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 
Raff  (J.),  „Lenoren" -Symph.      (Boston,  6.  Gonc.  des  Boston 

Symph.  Orch .    Breslau,  12.  Symph.-Conc.  der  BresL  Symph.- 

Cap.) 

Waldsymph.    (Frankfurt  a.  M.,  5.  Museumsconc.) 

Reinecke  (C.),  „Friedensfeier"-Festouverture.    (Halberstadt, 

1.  Stöbe'sches  Abonn.-Gonc.    Rostock,  Conc.  des  Vereins 

Rostocker  Musiker  am  11.  Jan.) 
„Zenobia"'Ouvert.    (Basel,  6.  Abonn.-Conc.  der  AUgem. 

Musik^esellschaft.) 
Streichquart.  Op.  211.     (Leipzig,  5.  Kammermusik  im 

Neuen  Gewandhaus.) 
Rheinberge r  (J.),   Ouvert.   zu  Shakespeare's   „Der  Wider- 

spänstigen  Zähmung".    (Göln,  6.  Gürzenichconc.) 
Riemenschneider  (G.),  Festpraeludium  f.  gr.  Orch.    (Bres- 
lau, 12.  Symph.-Conc.  der  BresL  Concertcap.) 
Rosenhain  (J.],  Gdur-Streichquart.  (Baden-Baden, Kammer- 

mus1ksoir6e  der  HH.  Bletzer  u.  Gen.)  '  r       .'      '» 

Rubinstein  (A.),  Oceansymph.    (Boston,  9.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 
Saint-Saöns  (C),  Violoncellcono.    (Ghenf,  5.  Abonn.-Ck>nc.  im 

Stadttheater.) 
Schumann  (G.),  C moll-Glavierquart.  (Osnabrück,  2.  Kammer* 

musikabend  der  HH.  Oeser  u.  Gten.) 
Smetana  (F.),    Ouvertüre  zur  Oper  „Die  verkaufte  Braut". 

(Baden-Baden,  4.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Gurorch.) 
—  —  Streiohquart.  „Aus  meinem  Leben".    (Speyer,  3.  Ck>nc. 

V.  Caecilien-Ver.  u.  Liedertafel.) 
Svendsen  (J.  S.),  „Carneval  in  Paris".  (Amsterdam,  Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Goncerthaus.    Boston,  8.  (3onc.  des  £k)ston 

Symph.-Orch.) 
TschaSkowsky  (P.),  Ddur-Streichquart.     (Frankfurt  a.  JJ,, 

5.  Kammermusikabend  der  Museums-Gtesellschafb.) 
Thieriot  (F.),  Sinfonietta.  (Altenburg,  Gonc.  f.  den  Wittwen- 

u.  Pensionsfonds  der  Hofcap.) 

EmoU-Clav.-Violinson.      (Hamburg,  2.  Kammermusik- 

soir6e  des  Hrn.  Kopecky.) 
Vierling  (G.),  „Der  Raub  der  Sabinerinnen"  f.  Soli,  Chor  u. 
Orch.  (Magdeburg,  2.  Abonn.-Gonc.  des  Brandt'schen  Ge- 
sangver.) 
Wagner  (R.),  „Parsifal"-VorspieL  (Boston,  9.  Gonc.  des  Bo- 
ston Symph.  Orch.      Goburg,  3.  Symph.-Conc.      (Frank- 
furt a.  M.,  6.  Museumsconc.) 
Fra^ente  a.  den  „Meistersingern".  (Amsterdam,  1.  Auf- 
führ, des  Rieh.  Wagner- Ver.) 

Trauermarsch  aus  der  „Götterdämmerung".    (Breslau, 

7.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Yer.) 
W ermann  (0.),  Violonc.-Clavierson,    (Braunschweig,  (Seistl. 

Gonc.  am  9.  Jan.) 
Wolfrum  (Ph.),  „Gesang  der  Todten"  f.  Männerchor  u,  Orch. 
(Heidelberg,  4.  Abonn.-Gonc.  des  Bach-Ver.) 


Vermischte  Mittheiiungen  und  Notizen. 

*  Der  Riedel-Verein  zu  Leipzig  führt  in  seinipn  n. 
Concerfc  in  der  Thomaskirche  am  18.  d.  Mts.  neben  einer 
neuen  Chorcomposition  (Psalm  18)  von  0.  Taubmann  Brahms' 


148 


herrliehes  Deutscbes  Requiem  auf.  Auswärtige  Freunde 
cHesee  Werkes^  welc&e  dasselbe  in  erhebendster  Ausföhrung  zu 
hBren  wünschen,  seien  Besonders  auf  diese  sich  in  n.  Woche 
bietende  G^egenheit  aufmerksam  gemacht. 

*  Das  letzte  dieswinterlioheAbonnementconcert  des 
Bach-Vereins  zu  Heidelberg  war  dem  Gedächtniss  Bich. 
Wagner's  gewidmet  und  hatte  zu  diesem  Behufe  Bruchstücke 
aus  „Parsifal*'  und  den  „Meistersin^rn^  im  I^ogramm,  die 
unter  der  aus^^ezeichneten  Direction  des  Yereinsdirigenten 
^Üm.Prof.  Wolmun  in  stilvoller,  den  Bayreuther  Traditionen 
m^lichst  entsprechender  Weise  zur  Ausftihrung.  gelangten, 
woD^  mit  GflÜck  zum  ersten  Male  versucht  wuKle,  das  un- 
sichtbar spielende  Orchester  auf  den  Concertsaal  zu 
übertragen,  und  zwar  in  der  Weise,  dass  das  sanfl  anstei- 
epina^.,  massig  hohe  Orchesterpodium  mit  der  Rückwand  dem 
Publicum'  zugewandt  war  und  diesem  dadurch  der  Anblick 
der  nach  Bayrenther  Muster  aufgestellten  Orchestermifcglieder 
und  des  Dirigenten,  der  auf  der  höchsten  Stufe  des  Podiums 
seines  Amtes  waltete,  entzogen  wurde,  w&hrend  der  Chor  auf 
einer  Gkillerie  oberhsdb  des  Orchesters  seine  Aufstellung  ge- 
funden hatte.  „Diese  Anordnung",  so  schreibt  der  Bericht- 
evstaUer  der  ,|Fr.  Z.**,  „gewUirt  den  unschätzbaren  Yortheil, 
dass.  das  Gleichgewicht  zwischen  Gesang  imd  Instrumenten 
eiiierseits  und  zwischen  Streichern  und  Bläsern  andererseits 
ein  viel  harmonischeres  iat^  als  bei  der  sonst  üblichen  Auf- 
steUong;  sie  bietet  zasleicn  den  Beweis,  dass  in  gewissem 
Sume  auch  die  etwas,  bezopfte  Herrlichkeit  unserea  aeatechen 
Concertwesens  noch  immer  einer  Weiterentwickelung  fUug 

*  Die  Stadt  Edinburgh  hatte  kürzlich  das  erste  Bich. 
Wagner-Ooncert  in  ihren  Annalen  zu  verzeichnen.  In  dem 
letzten  der  Orchesterconcerte  der  HH.  Paterson  waren  die 
„Bienzi^-Ouverture,  das  „Siegfiried-Idyll",  der  „Walkürenritt" 
und  „Sieefried^s  Tod"  auf  dem  Programm  und  erregtefi 
grossen  ^thusiasmus. 

*  Der  60.  Jahrestag  der  Gründung  der  Philharmo- 
nischen Gesellschaft  in  New- York  wird  im  Aprü  durch 
drei  unter  Leitung  des  Hrn.  Anton  Seidl  stehende  Concerte 
im  Metropolitan  Opera  House  festlich  begangen  werden. 

*  In  Q^mam  wsr  ein J^rel  &illr«ueie-H)iwEia  attgesehriebeiiv 

welche  zur  400jährigen  Feier  der  Entdeckung  Amerikas  durch 
Christoph  Golumbus  aufgeführt  werden  sollte.    Unter  18  ein- 

£ieferten  Arbeiten  ist  Keine  einzige  preiswürdig  ge^in- 
I  worden. 

*  Die  Stadt  Chicago  hai  einen  Preis  von  20,000  Jl  aas- 
für   ehte   bei  Gelegenheit   der  dort  stattfinden 

seilenden  Ausstellung  aufzuführende  G  an  täte. 

*  Folgendes  ist  das Ergebniss  des  Preisausschreibens 
dir  Sociöß  des  compositeurs  de  musique  in  Paris  für  1891: 
1)  Der  1.  Preis  für  ein  Septett  konnte  nicht  vergeben  werden, 
9f  Der  Preis  von  500  Frcs.  (^tifiet  von  Hm.  £.  Lamy)  für 
efaie  Scene  zu  zwei  oder  drei  Personen  mit  beliebiger  Wahl 
dis  Textes  wurde  Hm.  H.  Busser-Devrite  für  die  Composition 
dir  Dichtung  „Jeanne  Gray"  von  Ed.  Guinand  zu  Theil; 
aasserdäm  wurde  eine  „ehrenvolle  Erwähnung"  zuerkannt. 
3^  Der  Preis  für  eine  Olaviersoiiate  konnte  nicht  vergeben 
werden ;  blos  eine  „ehrenvolle  Erwähnung"  war  möglich.  Die 
Kkmen  dar  „ehrenvoll  Erwähnten"  werden  nur  auf  verlangen 
der  Betreffenden  veröffentlicht.  Für  das  Jahr  1892  schreibt 
dieselbid«  GAsettsehall  folgende  Preise  aus:  1)  lOOO  Frcs.  (ein- 
ziger Preis)  für  eine  viersätzige  Symphonie;  2)  600  Frcs.  (ein- 
ziger Preis,  gestiftet  von  Pleyel-Woln)  für  ein  Clavierconcert; 
8)  800  Frcs.  (gestiftet  von  der  G^ellschafb)  für  eine  kleine 
Suite  für  Flöte,  Oboe,  Clarinette,  Hom,  Fagott  und  Glavier. 
MMMBocipte  sittd  vor  dea  81.  Dec.  1892  einzusenden* 

*  Der  dreijährige  Turnus  voi^  Musteraufführun- 
een  deutscher  Meisteropern,  welcher,  wie  wir  vor  einieer 
Seit  mittheilten,  im  Juli  a.  J.  in  Ooburg  befi^nen  sollte, 
scheint  im  Dünstigen  Falle  in  eini^n  OpemarSftLhnuDcieii  in 
Geiha  zu  Pfingsten  n.  J.  seine  factische  Erledigung  finden  zu 
wollen. 

*  üeber  die  allmählige  Verbreitung  Wagnerischer 
Werke  in  Italien  mögen  folgende  statistische  Notizen  auf- 
klären :  „Bienzi^  wurde  m  fünf  venohiedenen  Theatern  46  Mal, 
„Der  fliegende  Holländer"  35  Mal,  „Tannhäuser"  69  Mal  ge- 

Sben,    „lioh^ngrin"   in   23  Städten  646  Mal,    „Tristan  und 
>lde*'  sieben  Mal  in  Bologna,  die  „Meistersinger"  16  Mal  in 


Mailand.  Zusammen  716  Aufführungen,  ungerechnet  16  Auf- 
führungen der  „Nibelungen"  in  Bolognas,  Born,  Turin ^  Triest 
und  Venedig. 

♦  Die  Impresarii  HH.  Abbey  und  Grau  werden  zum  Schi  uss 
der  italienischen  und  französischen  Ghpemsaison  im  Metropo« 
litan  Opera  House  in  New-York  Vorstellungen  Wag- 
nerischer Werke  in  deutscher  Sprache  und  unter  Leitung 
des  Hm.  Anton  Seidl  veranstalten. 

♦  In  Marseille  eriebte  B<  Wagner*8  „Lohengrin"  am 
28.  Febr.  seine  erste  dortige  Aufführung^die  einer  enthusia- 
stischen Aufiiahme  begegnete.  —  Das  Werk  wurde  in  der 
Grossen  Oper  zu  Paris  unlängst  zum  ersten  Mal  Mittags  ge- 
geben, und  wie  sonst  Abends  strömte  auch  zu  dieser  Zeit  das 
Publicum  in  gewaltigen  Massen  in  das  Haus. 

♦  Die  neue  Oper  „Aspasia"  von  0.  Schröder  hat,  nach 
den  Depeschen,  die  nach  deren  1.  Aufführung  am  3.  d.  Mts. 
in  Sondershausen  an  zahllose  auswärtige  Bmtter  verschickt 
wurden ,  einen  e^-ossen ,  ja  sogar  „phänomenalen"  Erfolg  ge- 
habt, welcher  £irch  den  enthusiastischen  Bericht  in  der  heu- 
tigen No.  unseres  Bits,  bestätigt  wird. 

♦  A.  Förster's  Oper  „'s  Lorle"  ging  am  1.  März  im 
Stadttbeater  zu  Hamburg  als  Novität  in  Scene  und  hatte 
vne  bei  der  am  8.  erfolgten  Wiederholung  einen  freundlichen 
Erfolg. 

♦  Fei,  Draeseke's  Oper  „Herrat"  soll  bereits  am  10.  d. 
Mts.  im  Hoftheater  zu  Dresden  zur  Premiere  gelangen. 

♦  Eine  einactige  Oper  „Oberst  Lumpus",  Text  und  Musik 
von  Th.  Behbaum,  gmg  am  26.  Febr.  mit  freundlichem  Er- 
folg am  k.  Theater  zu  Wiesbaden  als  Novität  in  Scene. 

♦  In  Genf  fand  die  Oper  „Winkelried"  von  Louis  La- 
combe  bei  ihrer  am  17.  Febr.  stattgehabten  Erstaufführung 
eine  sehr  gute  Aufnahme. 

♦  Die  erste  Aufführung  von  Mascagni's  „Cavalleria 
rusticana"  im  Monnaie-Theater  in  Brüssel  hatte  einen  Miss- 
erfolg. 

♦  AI.  Ritter's  komische  Oper  „Der  faule  Hans"  ist  am 
4;  ÖL  MIS;  erstmalig^  im  BMOieater  zu  OArlsrcbh<e«  m  Seene 
gegangen  und  hat  einen  Abhtungserfolg  gehabt. 

♦  Hr.  ProfL  Heinrich  Ehrlich  hat  sich  in  seinem  Kampfe 
mit  Hm.  Moriz  Bosenthal  noch  nicht  zu  beruhigen  vermocht, 
sondern  eine  weitschweifigere  Erklärung,  als  die  neulich  uns 
zufl;eeandte,  im  Inseratentneil  der  „Frankf.  Zeit"  vom  Stapel 
gefiissen.  Ganz  besonders  hat  ihn  Hm.  BosenthaPs  Behaup- 
tung, dass  seine  Aeusserung  über  dessen  Bach-Kenntniss  eine 
I^l^l  sei,  in  Harnisch  gebracht,  denn  er  bietet  Hm.  Bosenthal 
8000  Ji  für  einen  wohlthätigen  Zweck  an  im  Fall,  dass  der- 
selbe sofort  nach  Berlin  komme  und  .den  in  diesem  Faohe 
unbestrittenen  Autoritäten",  die  jedoch  wohlweislich  nicht 
namhaft  gemacht  werden,  seine  Beu^-Kenntniss  factisch  be- 
weise. Selbstverst&ndsich  hat  Hr.  Bosenthal  nicht«  Eiligeres 
zu  thun  gehabt,  als  seine  Concertverpfiichtungen  zu  lösen  und 
sich  dem  von  Hm.  Prof.  Ehrlich  verordneten  Examen,  zu 
unterziehen,  um  den  blinkenden  Lohn  in  Empfang  nehmen 
zu  können.  In-  den  „Memoiren",  mit  deren  Veröffentlichung 
Hr.  Prof.  Ehrlich  seit  Länfi;erem  droht,  wird  derselbe  höchst- 
walirseheinlich  einige  Abschnitte  speciell  seinem  so  schmäh- 
lich in  die  Brüche  gegangenen  Versuch,  den  Boykott  in  die 
EunsÜäitik   eiaauäehinuggel%  widmen. 

♦  Die  erste  Gesanglehrerstelle  am  k.  Conservatorium  für 
Musik  zu  Dresden,  welche  bisher  Hr.  Prof.  Scharfe  innehatte, 
ist  durch  Hm.  Bennert  in  Leipzig,  der  sich  daselbst  eines 
vorzüglichen  Benommöes  als  Pädago^  erfreut,  neu  besetzt 
worden. 

♦  Der  Generalintendant  Hr.v.  Bronsart  in  Weimar  er- 
hielt das  Gomthurkreuz  1.  Classe  des  württembergischen  Fried- 
richs-Ordeos  verliehen. 

Tüdtenliste.  G^or^  Jos.  Jap  ha,  vorzüglicher  Violinist, 
seit  1863  als  Concertmeister  der  Gürzenichconcerte  und  Lehrer 
des  Oonservatoriums  zu  Göln  in  segensreicher  Thätigkeit  ge- 
wesen, t)  57  Jahre  alt,  am  25.  Febr.  daselbst.  —  Johannes 
Schubert,  Pianist  in  Dresden,  t  kürzlich  in  Daves,  wo  er 
Heilung  von  längerem  Leiden  gesucht  hatte.  —  Benedetto 
Bazzetti,  Musiklehrer,  fi  100  Jahre  alt,  in  Turin.  —  John 
Lambert,  Verfasser  mehrerer  Arbeiten  über  die  Kirchen- 
musik   des    Mittelalters,    f,    76  Jahre  alt,    in   Olapham.    — 


144 


Charles  Duvois,  Organist  an  der  Eathedrale  zu  Moulins, 
YerÜEisser  mehrerer  geschätzten  ünterrichtswerke,  Componist 
geistlicher  Mnsik,  t  am  l^-  Febr.,  70  Jahre  alt,  in  gen.  »tadt. 
—    Alfred  Mutel,  Componist  von  Bomanzen  und  Melodien, 


Messen  und  Motetten,  f  ii^  Neuillynsur-Seine.  —  Victor  de 
Pontigny,  der  sich  durch  seine  Artikel  über  Schlaginstru- 
mente in  Grove's  JDictionary  of  Music^  bekannt  gemacht, 
t,  88  Jahre  alt,  in  Upper  Norwood. 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Meister,     Sammlunfir  ausgewählter  Ciavierstücke  zu  zwei 
Händen.     Volksausgaoe  Breitkopf  &  Härtel.    Leipzig. 

Wenn  man  auch  kaum  den  Eindruck  gewinnt,  als  wären 
die  29  diese  Sammlung  bildenden  Stücke  so  gewählt  worden, 
dass  Jeder  der  in  ihr  enthaltenen  neueren  Meister  —  als  da 
sind:  Bargiel,  y.  Bronsart,  Gade,  Grie^,  Heller.  Hofmann, 
Huber,  Jadassohn,  Kirchner,  Liszt,  Nicodö,  Ban,  Beinecke, 
Böntgen,  Bubinstein  und  Schar wenka  —  mit  Einem  oder  Meh- 


reren seiner  besten  Clavierstücke  vertreten  wäre,  so  findet 
sich  in  den  „Neuen  Meistern*'  doch  manches  gute  und  zum 
Studium  wie  zum  Vortrage  brauchbare  Stückchen,  und  dass 
schlechte  Stücke  ganz  ausgeschlossen  sind,  dafür  bürgen  die 
vorerwähnten  Namen  eben  der  neueren  Meister  selbst.  Das 
Bändchen  bildet  immerhin  eine  Art  demonstrirender  zeitge- 
nössischer Musikgeschichte  im  Kleinen  und  ist  dadurch  be- 
lehrend und  unterhaltend  zugleich. 

Arthur  Smolian. 


!Bx*iefli:a.steii« 


C,  in  B,  Mehr  als  die  Niederschrift  an  sich,  wundert 
uns,  dass  der  Mnsikreferent  des  „KL  J.**  den  geschmackvollen 
Passus  „er  vernaukte  jedes  Forte  und  vertobakte  dadurch  den 
Geiger''  nicht  mr  eine  passende  Gelegenheit,  mit  demselben 
Hm.  d' Albert  oder  einem  anderen  allfi;emein  anerkannten 
Künstler  Eines  auszuwischen,  aufgespart  nat,  was  doch  effect- 
voUer  und  dabei  so  billig  gewesen  wäre. 

Ed.  G.  in  H.  Wenn  fkr  Hr.  Prof.  J.  Sittard  die  Liszt»- 
sche  „Don  Juan"-Phantasie   für   ein   musikalisch   „geradezu 


entsetzliches  Stück",  eine  „musikalische  Wahnsinns-Orgie** 
hält  und  behauptet,  dass  man  „ebenso  mit  einem  Strassen- 
besen  über  die  Claviatur  auf-  und  abwischen"  könnte,  um 
„ungefähr  dieselben  Harmonien  zu  erhalten",  so  bekundet  er 
hierdurch  nur  von  Neuem  seine  geistige  Wahlverwandtschaft 
mit  den  von  Ihnen  s.  Z.  so  witzig  glossirten  beiden  bekann- 
ten Eduards  in  Wien  und  Leipzig. 

F.  S.  in  L.    Das   Beferat  über   die  Conservatoriumsprü- 
fungen  musste  für  n.  No.  zurückgestellt  werden. 


Ureigen. 


FlOg^el-  und  Planlno-Falirlkaiit. 

Hofliefei*aii.t 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Dentsohland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


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I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
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Eröffhung  des  Sommersemesters  am  24.  März  1892  mit  neuen  Cursen  in  allen  Unterrichtsföchem. 

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146 


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Op.  2.    Walzer  für  das  Pianoforte  zu  vier  Händen.  M.  2,50. 

Op,  8.    Kleine  Bilder  für  Pianoforte.    M.  2,—. 

Op.  4.  Sieben  Lieder  für  eine  Baritonstimme  mit  Pianoforte. 
Heft  I.  1.  leb  geb  nicbt  in  den  grünen  Hain.  (W.  Oster- 
wald.)  2.  Heimweb.  „O,  dass  icb  draussenläg*'.  (G.  Stieler.) 
3.  Sommersegen.  „So  warm  und  berrlicb  liegt  die  Welt*'. 
(Wolfgang  Müller  v.  Königswinter.)    M.  2.—. 

—  Idem.  Heft  n.  4.  ünergründlicb.  „Ich  küsste  sie  auf  die 
Stime  kaum".  (J.  G.  Fiscber.)  5.  Zwieg^sang.  „Im  Flieder- 
buscb  ein  Vöglein  sass''.  (R.  Reinick.)  6.  So  wandr  icb  in 
die  weite  Welt.  (W.  Osterwald.)  7.  Falscb,  aber  süss. 
„Komm,  falscbe  Dirne".    (G.  F.  Daumer.)  M.  2, — . 

Op.  5.    Fünf  Ciavierstücke.    Heft  I.,  n.  ä  M.  2,—. 

Op.  6.  Secbs  Lieder  und  Gesänge  für  gemiscbten  Chor. 
Heft  I.  Die  Rose  treibt  ein  rotbes  Blatt.  (W.  Osterwald.) 
2.  Trennung.  „Er  ritt  so  einsam  durcb  den  Wald".  (Alex. 
Kauftnann.)  8.  Heimkebr.  „Und  wieder  ritt  er  durcb  den 
Wald".  (Alexander  Kaufmann.)  Part.  u.  Stinunen  M.  2,40. 
(Part.  M.  1,20.    Stimmen  ä  M.  —,30.) 

—  Idem.  Heft  n.  4.  Mit  sanften  Flügeln  senkt  die  Nacbt. 
(W.  Osterwald.)  5.  Durcb  säusebide  Bäume  im  Mondenscbein . 
(W.  Osterwald.)  6.  Konmit  auf  den  Anger,  muntre  Buben. 
(W.  Ostefwald.)  Part,  und  Stimmen  M.  2,40.  (Part.  M.  1,20. 
Stimmen  ä  M.  — 280.) 

Op.  7.  Tänze  für  Pianoforte  zu  vier  Händen.  Heft  I.  M.  4,—. 
Heft  n.    M.  8  — . 

Op.  10.  24  Etüden  in  allen  Dur-  und  Molltonarten  für  Piano- 
forte.   Heft  L    M.  3,—.    Heft  H.,  HI.,  IV.  ä  M.  2,50. 

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Tenor  No.  451—600,  Bariton  und  Bass  No.  601—700. 

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nOIlUOl^  l/dilly  nut  Pianoforte.    1.    Dich  suchen  meines 

Geists  Gedanken.  (E.  Bittershaus.)    2.  Ich  habe  dich.  „Ich 

weiss  nicht,  was  die  Welt  noch  hätte**.    (E.  Eittershaus.) 

3.  Jetzt  ist  er  hinaus  in  die  weite  Welt.   (V.  J.  v.  Scheffel.) 

4.  Wenn  Zwei  von  einander  scheiden.  (H.  Heine.)  .^2,—. 
Op.  12.  Vier  Lieder  für  eine  Sinestimme  mit  Piano- 
forte. I.Wenn  alle  Brünnlein  fliessen.  (Ausr.  Naaf.)  2.  Wenn 
du  dein  Haupt  zur  Brust  mir  neigst.  (H.  Oelschl&ger.)  8.  Du 
bist  das  Meer.  (F.  X.  Seidl.)  4.  Mir  ist,  nun  ich  dich  habe. 
(Friedrich  Eückert.)    Ji  2,—. 

Op.  13.    Vier  Lieder  für  eine  Singstimme  mit  Pianoforte. 

1.  StiU  wandl  ich  zu  Abend.  (Ernst  Ziel.)  2.  Nacht  auf  der 
Haide.  (Ernst  Ziel.)  3.  Nun  die  Schatten  dunkeln.  (E.Geibel.) 
4.  Hör  ich  das  Liedchen  klingen.  (H.  Heine.)    M  2,40. 


146 


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Berlin.  Cöln. 

Julius  Klengel,  Franz  Neruda, 

Leipzig.  Copenhagen. 

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St.  Petersburg. 


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Solo,  gjem.  Chor  u.  Orchester.    Glavierauszug  4  Ji,    Jede 
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Zu  zwei  Händen.   Heft  1.2^   Heft  2.  Ji  ^,50.    Heft  3.  ^  ^ 

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musikalisch  zu  erziehen,  uneirelcht  dasteht. 

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I)  Ssmmlung  von  fortschreitenden  UebungsstOcken 
für  Violine  (thelis  mit,  theiis  ohne  Begleitung).  In 
neuen  verbesserten  Ausgaben. 

A)  Leichte  Duettinen  für  zwei  Vi<Jinen  zur  Takt-  und  Lese- 
übnng  für  AnfänKer.  Op.  36.  Heft  I  und  U  ti  ^  1,—. 
Heft  m.     Jt  1,80. 

B)  Die  Tonleitern  (Scalen)  in  allen  Dur-  und  Uoll-Tonarten, 
Bamiut  den  Intervallen  in  Form  kleiner  melodisch  pr^res- 
siv  aafsteigenderTJebungsstücke.  Op.  39.  8  Hefte  &  j«  3,—. 

0)  ZwanzlfT  fortschreitende  Uebungen  für  die  Violine  mit 
Begleitung  einer  zweiten  Violine.    Op.  38a.    Zwei  Hefte 

j      k  Ji  8,—. 

't>)  Zehn  Uebungen  für  die  Yioline  mit  Begleitung  einer  zwei- 
ten Violine  mit  Wechsel  der  onterenli^en.  Op.SSh.  ^8,—  . 

E)  Vlemndzwanzlg  VorObimgen  zu  E.  Kreutzer'»  und 
P.  Rode'a  Etüden  fUt  Violine  allein  oder  mit  Begleitung 
des  Pianoforte.    Op.  37. 

a)  Die  Viohnstimme Jl  6, — . 

b)  Die  Pionofortestimme  mit  darübergelegter 

.  Violinfltimme Jt  7,—. 

T)  Etudes  et  Caprlces  pour  Violon  aenl.  Op.  35.  Neue  Aus- 
gabe mit  genaoer  Bezeichnung  des  Fingersatzes.    J^  ö,— . 

gl  Sechs  Studien  für  Violine.  Op.  54 Jt  9,—. 

,  B)  Seohs  Caprloen  für  Violine.  Op.  55.  Nachgelassenes 
Werk,  heransgegeben  von  Carl  Howotny.     Jt  9,-.-. 

II)  Sammlung  mehrstimmlgerMusikstDcke  zur  Uebung 
im  Ensemblesplel  für  Violine  (theilweise  mir 
Vitfla  Öder  Viola  und  Violoncell).  Op.  52.  Voll- 
stShdlg  in  6  Heften k  J6  i,—. 

'  Joe.  Dont's  Stadienwerke  für  Violine  gehören  zu  dem 
weitaus  Besten,  was  die  betr.  Litt«ratur  überhaupt  aufzu- 
weisen hat,  wie  von  Spohr  bis  auf  Sarasat«  und  Adolf  Brodsky 
alle  Meister  der  Geige  anerkannt  haben|  die  Uebuugen  für 
das  Ensemblesplel  insbesondere  sind  bestimmt,  eine  wesent- 
liche Lücke  in  der  Unterrichts- Litteratut  auszufüllen.  —  Alle 
Yiolinlehrer,  namentlich  solche  für  gemeinsamen  T7nter- 
ricbt,  seien  auf  die  letztere  Sammlung  nachdrückUch  auf- 
merksam gemacht.  [381.] 

25  Stndien  ™r .. 

Ferdinand  Hüllweck. 

Weae  vermehrte  and  verbesserte  A««c*l>e. 

In  einem  Bande  gebunden  Jt  7,50  netto. 
In  6  Heften  k  Jl  1,20  netto. 

EhigtfüArl  an  dtn  CansirEataricn    tu  Cdln,  Drtsdin,  Lcipiig,  Prag  iK. 

Wei-  das  gründliche  Studium  der  diatonischen  Scalen  und 
Cadenzen  als  dos  Fundament  zu  einer  correotea  und  sicheren 
technischen  Fertigkeit  —  wie  sie  heutzutage  -son  jedem  (Jei- 
ger,  namentlich  auch  für  das  Orchesterspiel  Verlangt  wird  — 
anerkennt,  wird  in  den  Hüllweok'schen  Uef>ungen  sehr  bald 
ein  unentbehrliches  Hilfsmittel  für  den  Unterricht  erblicken. 
Zur  Erlangung  der  nöthigen  Sicherheit  in  der  linken  Hand, 
sowie'  in  der  BogenfÜhrung  gibt  ee  kaum  irgendwo  zweck- 
mAaaigeren  Stoif,  als  der  hier  in  geradezu  ersi^öpfendär  Voll- 
st&ndigkeit  gebotene. 

^0^  Ansichtssendungen  stehen  zu  Diensten. 


1*7 

Mi8lkallea-l0¥a  ib.  71 

aus  dem  Verlage  Von 

Praeger  &  Meier  in  Bremen. 

[289.]  ■        '^  ^  ^ 

'Böhm,  Carl,  Zwei  Lieder  fnr  gemischten  Chor. 
No.   1,  Frühlingslied.      No.  2.  An  die  Nacbt. 

Partitur  iitid  Stimmen 1   80 

GOtZe,  Carl,  Op.  192.     Drei  Duette  für  Sopran 
und  Alt. 

No.  1.  Es  grünen  und  blähen  die  BSume     .      1  30 
No.  2.  Der  licna  auf  blumigen  Fluren  lag  .     1  — 
No,  3.  Gib  dich  zur  Hub       .....  —  80 
Scharwenka,  Ph.,  Capriccietto  a,  Op.45,  Heft  1, 

No.   3,  für  Pianoforte 1   30 

Strelezkl,  Ant,  Menuett  in  Adur  für  Pianoforte  1  50 
9trelezkl,  Ant.,  Chant  sans  paroles  „  „  i  30 

Volborth,  E.  V.,  Rhein-Wellen-Walzer  für  Pfte.  1  80 
Wappaus,  Carl,  Op.  25.     Waldesfrieden,  Lied 

für  1  Singatimme 1   — 

Zander,  Friedr.,  Dr..  Op.    lO.  Drei  kleine  Lieder 

für  Uännerchor.     No.  1.     Die  Rache.     No,  2. 

Gemsjäger.     No.  3.     Ave   Maria   der  ScbifTer. 

Partitur  und  Stimmen 2  30 


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No.  1.    Um  Mittemacht.    Jl  1,36. 
f  No.  2.    Eophtischea  Lied.  1 

1  No.  8.    Zweites  Kophtisches  Lied.        j     •*  ^'~ 
f  No.  4,    Die  Auswanderer  Q.    Flucht).  1 

t  No,  5.    Dia  Auswanderer  (IL  Heimathbild.)  J    **  "'^B- 
Hr.  Julius  Stockhansen  schreibt;   „Die  Lieder  von  Brnoh 
Op.  69  gehören  zu  den  besten  dee  Meisters." 

Schott  f  reres,  Brüssel.  -  Otto  Junne.  Leipzig. 


F 


148 


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[386.] 


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Conoertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [888—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 


CIoneert-n.0ratoriens8nger  [Tenor).  [2.»c  i 

Lehrer  am  k.  Conservatorium  Dresoen,  Christianstr.  20  111. 

hersogl.  säohs.  Eofpianist,  ProfesseTur  anp^rieni  am  OonBenratorinm 

sn  Genf  (Sohweix).  [290—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Woiff,  Berlin. 


-A^  Siloti, 

^Pianist.  [892-.] 

Paris.    26,  Avenue  Trudaine. 

Vollständige  Ansbildnng  für  Oper  d.  Ooneert 

EnBemble-üebungen.     BoUenBtadinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schtder:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.  [298 — .] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

Gesanglehrer. 


Solo-Posaunist 


[294a.] 


Unim.  Kausmn^ns  nM  Leiirsr  der  Harfe  an  der  Unlü.  Hocliscliiae  ftr  Insli. 

Berlin.   8.  W.    Hornstr.  9.  [2911.] 


Bei  dem  stfidtischen  Curorchester  zu  Wiesbaden 

ist    die    Stelle    des    Solo-    und   BasS-Posaunisten    zum 

1.  Mai  1.  J.  neu  zu  besetzen.  Jahresgehalt:  1896  Mark« 
Vorzügliche  Leistungen  und  Koutine  Bedingung.  —  An- 
meldungen mit  Angabe  des  Alters  und  unter  Beifu|^ng 
von  Zeugnissen  zu  richten  an  die 

Städtisehe  Cnr-Direetion  zn  Wiesbad«L 


Druck  von  0.  G.  Bodor  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  17.  März  1892. 


m  In  luttuiiAi  iDckatutt 
MiDutt  Juiidimi  iiii  u 
Midni  n  ilnnlm. 


^SSy^       to  Musiker  und  Musikfreunde.         ^/^ 

V  TenmtwortUclier  Bedacteur  und  Verleger:  ^f 


fOr  Musiker  und  Musikfreunde. 

TenuitwortUclier  Bedaoteur  und  Verleger: 

E.  W.  FritcMh, 

Leipzig,  Kfinigsstrasse  6. 


nm.  Mrg.] 


Du  Hankalüclie  Wochenblatt  encheint  jährlich  in  62  Nainraern.  Der  Abomiemetitibetrks 
für  duQnutAl  tod  IS  Kammern  iit  9  Hark;  eine  eintelne Nummer  kostet  40  Pfennigs.  Bn 
direeter  frankirter  KrenibandMudnng  treten  nerchBtehende  viertelj&hrlicfae  Abonnementa- 
preice  in  Kraft:  3  Mark  60  Pf.  fQr  die  Dentfche  Beicb  nad  Oesterreich.  —  3  Hark  76  Pf. 
weitere  L&nder  des  Allgemeinen  Poetreremi.  —  JafareBaboonnmeDta  werden  unter 


[Mo.  12. 


den  Rmud  eiuer  gei^altenen  Febbeile  befangen  80  Pfennige. 


;   DiB  8ags  von  „TrMan  und  iMlde"  bei  Klohoid  Wagner.   Ton  Dr,  Arthor  SeidL    (Fortsetzang.) 
auwuhaa.  —  rannmsnti  uid  8aitnilslB  In  Oper  and  OouMTt.  —  KirohenmiuQL  —  OpernaiH 

NMIMB.    —   KrttuolkGT  Anhang;    OanpotlUi "  "-' "-'-'■   "-• —    —   ^-    ■ 

Briefkuten.  —  Anxelgsn. 


n  H,  B«fmuui,  Relnh,  Eeisar,  Tb.  KiröliDi 


TageigMcblehte:    Beriolite,  —  Oonoert- 

nngsn.  —  TcrmlBchte  MitthellnttgBB  nnd 

',  Ph.  fiaharwenka  und  Q.  TyBon-Wolff.    — 


Die  geehrten  Leser 


des  „itfHsikaliscken  Wochtnilattes",  deren  Abormement  mit  dem  laufenden  Quartal,  resp.  mit  No.  13  eu  Ende 
geht,  werden  für  den  FaU,  dass  sie  dieses  Organ  Hier  den  gen.  Termin  hinaus  eu  erkalten  ivimschen,  gebeten, 
ih-t  Bestellu^en  rechtseitig  anbringen  su  wollen,  damit  in  der  Zusen^mg  kerne  Unterbrechung  stattfindet.  — 
Den  werthat  Jahresaiotmenten  gegenüber  bedarf  es  natürlich  dieser  Erittnerur^  nicht. 

K   W.  FRITZSCH. 


Die  Sage  von   „Trtetin  und  Isolde"  bei 
Rfohard  Wagner. 

Tea  Dr.  Arthur  Saldi. 

(Fortsetznng.) 

Ich  bis  absichtlich  in  diesem  Bericht  etwas  aasführlich 
tmd  ireitschveifig  vorgegangen,  um  dem  Leser  glüch  zu 
allem  Anfang  den  himmelweiten  Abstand  jener  Gottfiried'- 
schen  Dichtani^  vom  modernen  Wagner'scben  Drama  klar 
zn  machen,  —  ein  Unterschied,  der  gewiss  nicht  mehr 
nur  a«f  djen  allgemeinen  Wesensonterschied  zwischen 
epischer  und  dramatischer  Behandlung  eines  Stoffes  zn- 
TÜckzuf&bren  ist,  sondern  zweifelsohne  eben  auch  einen 
Wandel  der  Glesinnimg  nnd  der  Auffassung  desselben  be- 
deatst.  In  diesem  Stil  gebt  es  sAmlich  durch  das  ganze 
Oottfined'idi«  Epos  hindurefa  weiter  fi»i,  nnd  wir  werden 
daher  aneh  Hsna  ron  Wolzogen  nur  beipflichten  können, 
wenn  er  das  Ganze  treffend  als  eine  „an  lockerem  Stoff 
äberscbw eilende  Dichtung"  charakterisirt  und  von  ihr 
M^:    „Die  Gewalt  dar  Liebe,   in  Grottfried's    blähenden 


Versen  gl&ueend  gefeiert,  löst  sieb  gleichwohl  bei  ihm 
,nnr  in  eine  bonte  Mannigfaltigkeit  rein  sinnlicher  Aben- 
t«ner  und  weltlicher  Intriguen  auf",  znmal  auch  die 
Hauptgestalten,  die  „trügerisch  schlauen  Liebenden"  nnd 
vor  Allem  der  „stete  eifersüchtig  wütbende  und  boshaft 
anflanemde  Marke"  doch  nicht  unsere  Herzen  dauernd 
gewinnen  können.  Schon  der  soeben  erst  citirte  Ausfall 
des  mittelalterlichen  Dichters  auf  „unseren  liebst  Herr- 
gotf,  sowie  überhaupt  die  gance,  durchaus  saloppe 
Behandlung  alles  Religiösen  bei  Gottfried  ist  hier  chartJc- 
teristisch.  Und  das  Altes  gewinnt  noch  an  Farbe,  wenn 
wir  uns  seiner  beröbmteu  Polemik  gegen  den  religiöseq 
und  sittenreinen  Wolfram  von  Escbenbacb  in  dem  Schwert- 
leite-Gesang  seines  Gedichtes  und  im  Allgemeinen  seines 
Gegensatzes  zu  Diesem  erinnern,  dazu  vielleicht  auch 
noch  bedenken,  dass  ja  die  Grzäblnng  vom  Wartburg- 
krieg nur  eine  Sage  ist  und  sich  also  in  der  Gestalt 
des  Heinrich  von  Ofterdingen  (d«r  wieder  für  Wagner'a 
Tannbäuser  vorbildlich  werden  st^te)  echt  sagenhaft  gar 
leichtlicb  ein  specielles,  bistonscb-persönlicbes  Vorkomm- 
niss  zwischen  Beiden  am  Hofe  des  Landgrafen  von 
Thüringen  verdichtet  haben  könnt«,  sodass  wir  unter 
IS 


160 


jenem  S&nger  entweder  GottMed  selbst  oder  snm  min- 
desten einen  Dichter  seiner  Schule  uns  zu  denken  hätten. 
Vergessen  wir  nur  nicht  des  einen  wohlverhürgten  Fac- 
tums,  dass  Gottfried  den  Wolfram'schen  „Parcival"  als 
einen  Angriff  gegen  seine  ganze  Kunstrichtung  auffassen 
konnte!  Aber  auch  noch  weiterhin  werden  diese  Be- 
ziehungen von  Bedeutung  durch  Das,  was  bei  GottMed 
nach  den  bereits  besprochenen  Episoden  noch  folgt,  in 
Sonderheit  durch  seine  breite  Schilderung  der  wunder- 
baren, verstec&t  gelegenen  Minnegrotte,  nach  welcher 
sich  die  beiden  Liebenden  —  gemeinsam  von  dem  neuer- 
dings wiedfo:  argwöhnisch  gewordenen  Marke  aus  seinem 
Hause  vertrieben  —  aufmachen,  und  sodann  des  unge- 
störten Schäferlebens,  dessen  sie  dortselbst  gemessen. 
Schon  die  zweimalige  Erwähnung  von. Artus*  Tafelrunde 
in  dem  Sinne,  dass  die  Beiden  —  im  Besitze  ihrer  selbst  — 
all  der  Pracht  in  seinem  Saal  und  eines  angeblich  besseren 
Mahles  gar  leicht  vergessen  könnten,  haben  wir  hier  als 
eine  boshafte  Anspielung  auf  Wolfram'sche  Anschauung 
aufzufassen;  auch  der  Umstand,  dass  die  Grotte  aus- 
drücklich als  „der  Frau  Minne  geweiht^  bezeichnet 
wird,  muss  uns  auffallen  und  uns  unwillkürlich  auf  Frau 
Venus  bringen;  und  gedenken  wir  vollends  gar  noch  der 
linguistischen  Bedeutung  des  Isolden-Namens,  welchen  ein 
Sprachkenner  wie  H.  von  Wolzogen  aus  Isa  (daher  Ise- 
naha,  Eisenach)  und  Holda  (^Frau  Holla,  Huldin;  daher 
Venusberg  bei  Eisenach)  zusammengesetzt  erklärt,  so 
rundet  sich  ja  das  Bild  vor  unseren  eigenen  Augen  selbst 
schon  zu  einem  recht  artigen  Ganzen  ab.  So  werden 
wir  dann  auch,  wenn  wir  späterhin  bei  Gottfried  noch 
erfahren,  dass  Tristan  —  abermals  von  Isolde  getrennt  — 
in  fremde  Lande  gezogen  sei,  dort  mit  einer  anderen 
Isolde,  Isolde  Weisshand  mit  Namen,  sich  vermählt,  aber 
unaufhörlich  sich  nach  seiner  ersten  Isolde  und  der  Minne- 
grotte zurückgesehnt  habe,  —  werden  wir,  sage  ich,  gar 
nicht  übel  Lust  verspüren,  dies  wiederum  mit  Tannhäuser 
und  Elisabeth  und  mit  des  Ersteren  Sehnsucht  nach 
Frau  Venus  zurück  (trotz  Elisabeth!)  in  Beziehung  zu 
bringen,  also  darin  eine  Art  Verschiebung  und  Ver- 
dunkelung des  ursprünglichen  Mythus  zu  vermuthen,  wie 
wir  solche  früher  mit  Bezug  auf  den  Siegfried -Mythus 
an  unserem  Tristan- Epos  bereits  nachzuweisen  .  hatten. 
Alle  diese  Dinge  erscheinen  nun  aber  besonders  wichtig 
in  Bezug  auf  einen  Punct,  der  nur  zu  oft  bei  völlig 
irriger  Schlussfolgerung  auf  eine  Verkennung  auch  der 
Wagner'schen  Intentionen  geführt  und  somit  auch  gar 
leichtlich  zu  einer  voreiligen  Verurtheilung  seines  Werkes 
hingeleitet  hat.  Hatte  man  nämlich  aus  der  Litteratur- 
geschichte  einmal  vernommen,  dass  Gottfried  in  bedenk- 
lichen und  moralisch  höchst  zweifelswürdigen  Schilderungen 
des  galanten  Liebeslebens,  des  Minnedienstes,  in  einer 
Verherrlichung  des  Ehebruchs  und  des  zu  seinem  Zwecke 
inscenirten  feinen  Intriguen-Spieles  sich  zu  ergehen  liebe, 
60  glaubte  man  nun  in  dem  modernen  Drama  die  „Nach- 
dichtung" dieses  mittelalterlichen  Scandal -Romanos  als 
solche  kurzweg  ablehnen  zu  dürfen,  und  kein  Geringerer 
als  der  vielgerülimte  Culturhistoriker  H.  W.  von  Riehl  in 
München  ward  so  der  classische  Zeuge  für  solch  crasse, 
geradezu  typische  Ignoranz  unseres  modernen  „Bildungs- 
philisters'', da  er  sich  einst  (ich  glaube  in  den  60er  Jahren) 
zu  dem  wenig  geschmackvollen  Bilde  verstieg:  es  fehle 
nur  noch,  dass  die  beiden  Liebenden  im  2.  Acte  bei 
Wagner  aus  dem  Boskett  hervorgezogen  würden,  um 
den  Scandal  fertig  zu  machen.  Es  ist  wahr,  bei  den 
Franzosen  dürften  wir  etwas  Derartiges    am  Ende    schon 


Bu  gewärtigen  haben;  bei  ihnen  sind  wir  in  neuerer  SSeit 
sogar  schon  einigermaassen  daran  gewöhnt,  und  es  ist 
dies  im  Grunde  nur  eine  alte,  vielbeobachtete  Erfahrong^. 
Schon  Jean  Paul  sagt  1804  in  seiner  „Vorschule  der 
^esthetik^  einmal:  „Daher  stieg  wohl  durch  Nichts  der 
gesellige  Pariser  Weltton  so  sehr,  als  durch  den  allge- 
meinen Ehebruch,  welcher  jedem  Pariser  »Ehevogt«  (ein 
ungelenker,  altdeutscher  Terml)  auf  der  Schwelle  jedes 
Gesellschafts- Zimmers  seine  idealische  Liebeszeit  zurück- 
gab, worin  er  um  ein  weibliches  Herz  sich  müde  flatterte. 
Bei  uns  flattert  nur  unverheirathete  Jugend;  bei  ihnen 
(den  Franzosen)  aber  Ehemänner,  Eheweiber,  Mitweiber, 
Wittwen  durcheinander  —  welches  schöne  allgemeine 
Gesellen!  Und  dies  gibt  ihrer  Poesie  die  Weiberseite, 
nämlich  den  Witz,  diesen  weiblichen  Syllogismus*'  .  .  .  ; 
ja,  Herm.  Kurtz  —  in  der  wissenschaftlichen  Einleitung 
zu  seiner  Tristan-Bearbeitung  —  geht  sogar  noch  tiefer, 
indem  er  das  im  modernen  Sinn  „  Sociale **  vornehmlich 
durch  die  Kelten  in  die  Litteratur  eingeführt  werden 
lässt  So  sagt  er  u.  A.:  „Die  Tristan-Sage  ist  der  sociale 
Roman  des  Mittelalters,  welcher  —  in  seiner  letzten  und 
modernsten  Gestalt  aus  Frankreich  hervorgegangen  —  von 
allen  europäischen  Völkern  mit  jener  Begierde  aufge- 
nommen wurde,  mit  der  man  etwas  »Zeitgemäases«  zu 
begrüssen  pflegt".  .  .  .  und  dies  ist  denn  wirklich  um  so 
bedeutsamer,  als  wir  auch  in  unserer  Zeit  unseren  galli- 
schen Nachbarn  wieder  ganz  speciell  den  unter  dem 
Gollectivnamen  „Sittenstücke,  Ehebruchsdramen  und  Scan- 
dalromane'' oder  mit  dem  Prädicat  „sensationell,  actuell^' 
bekannt  gewordenen  vorzugsweisen  Anbau  dieses  litteräri- 
schen  Gebietes  verdanken,  —  ein  Charakterzug,  der  also 
bei  ihnen  wohl  schon  im  Blute  stecken  muss.  Eurtz 
vergleicht  daher  nicht  nur  die  Tristan  Sage  selbst  „im 
guten  Sinn''  den  „Dichtungen  jener  hochbegabten  Frau, 
welche  in  unseren  Tagen  (d.  h.  eben  in  den  Tagen  von 
1847)  von  Paris  aus  zündend  in  die  Welt  gedrungen 
sind",  er  findet  auch  in  den  „übrigen  britisch-französischen 
Epen,  wie  in  dem  üppigen  Auswuchs,  den  die  beiden 
späteren  Ausführer  des  Tristan-Gedichtes  ausführlich  ihren 
»wälschen  Quellen«  entnahmen,  dieselben  keltischen  Grund- 
fehler, durch  die  sich  noch  heute  die  Fabrikate  der  Nach- 
folger von  George  Sand  auszeichnen".  Allein  damit  ist 
zwar  wohl  der  Geist  und  der  besondere  Charakter  des 
höfischen  Epos  Gottfried's  von  Strassburg  recht  gut  er- 
klärt, aber  über  Wagner's  moderne  Neugestaltung  der 
Sage  als  solcher  noch  nicht  das  Geringste  gesagt.  Immer- 
hin wollen  auch  wir  jetzt  noch  nicht  auf  diesen  Punct 
des  Näheren  eingehen,  sondern  nur  zur  besseren  Charak- 
teristik jener  Vorarbeiten  und  Vorstudien  sei  dies  hier 
einstweilen  ausdrücklich  vermerkt. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Berlphte. 

Leipzig.  Das  6.  und  letzte  dieswinterliche  Akademische 
Orchesterconcert  unter  Hrn.  Prof.  Dr.  Kretzschmar's 
Leitung  war  der  neueren  Zeit  gewidmet,  enthielt  aber  mit 
Ausnahme  einer  Canzone  für  Violoncell  von  Bruch  nur  hier 
bereits  wiederholt  zur  Aufführung  gebrachte  und  deshalb  dem 
Publicum  mehr  oder  minder  bekannte  Werke  im  Programm, 
nämlich   BafPs   „Lenoren^-Symphonie,    die   3.  Serenade    ftlr 


151 


Sireicborchester  von  Volkmann,  Braluns*  Akademische  Fest- 
oüverture  und  das  Yioloncellconcert  von  Schumann.  Alle  ge- 
nannten Werke,  die  Solopartien  des  Scliumann'schen  Goncertes 
und  der  niclit  Übeln,  namentlich  der  Qesangsnatur  des  Instru- 
ments gut  angepassten  Canzone  von  Brucn  von  Hm.  Prof. 
Hausmann  aus  Berlin  mit  männlich-schönem  Ton,  sicherer 
Technik  und  stets  nur  auf  den  musikalisclien  Kern  gerichteter, 
ebenso  nobler,  wie  warmer  Auffassung  vorgetragen,  kamen 
wie  bei  dem  von  Hm.  Prof.  Dr.  Eretzschmar  AUem,  was  er 
aufführt,  entgegengebrachten  congenialen  Verständnissund  dem 
künstlerischen  £ifer,  den  die  verstärkte  Oapelle  des  184.  Infan- 
terie-Begiments  in  diesen  höchst  verdienstlichen  Ooncerten  stets 
bewiesen,  gar  nicht  anders  zu  erwarten  gewesen  war,  zu  ganz 
trefflicher  technischer  und  durch  geisti^n  Schwung  animi- 
render  Wiedergabe,  für  welche  das  Pubhcum  sich  durch  viel- 
fiBkche  He!rvorrufe  aes  Hm.  Diri^nten  dankbar  bezeugte,  wie 
dasselbe  in  ähnlicher  Weise  auch  die  Vorträge  des  Hm.  Prof. 
Hausmann  auszeichnete.  Jedenfalls  haben  diese  Akademischen 
Orchester-Ooncerte    auch  in  dieser  Saison  ihre  Mission  ganz 

glänzend  erftdlt  und  ihre  Position  im  Musikleben  unserer 
tadt  nach  jeder  Richtung  hin  noch  mehr  befestigt.  Dem 
hohen  künstlerischen  Gewinn,  den  sie  dem  Publicum  brachten, 
stand  ein  so  günstiges  pecuniäres  Resultat  gegenüber,  dass 
an  einer  Fortsetzung  des  Unternehmens  kein  Zweifel  besteht 
und  der  Vorstand  der  Concerte  im  Stcmde  ist,  schon  jetzt  zum 
Abonnement  für  den  nächsten  Winter  einzuladen.  Wie  die 
Bestimmtheit  der  künstlerischen  Principien,  welche  der  Dirigent 
Hr.  Prof.  Dr.  £jretzschmar  hierbei  erkennen  lässt,  so  sollte 
femer  die  löbliche,  auch  in  anderen  Musikstädten  anzutreffende 
Gepflogenheit,  die  Programme  für  den  ganzen  Concertcyklus 
schon  vor  dessen  Beginn  dem  Publicum  mitzutheilen,  von  un- 
seren übrigen  Goncertinstituten  zimi  Muster  genommen  werden, 
im  eigenen  Interesse,  wie  dem  der  Abonnenten,  die  immer 
erst  aus  der  einzelnen  Concertanzeige  erfahren,  was  ihnen 
für  das  bezahlte  Geld  geboten  wird. 

Das  19.  Abonnementconcert  im  Neuen  Gewand- 
haus überraschte  in  seinem  Programm  durch  die  sehr  ver- 
spätete Au^hruug  der  Suite  „LIArl^ienne^  von  Bizet  und 
die  Mittheilung,  dass  in  dem  20.  Goncert  Hr.  Anton  Rubinstein 
Mitwirkender  sein  werde.  Seine  Empfehlung  hatte  einer  Schü- 
lerin von  ihm  die  Pforten  des  Gewandhauses  für  das  19.  Gon- 
cert geöifiiet.  Wir  haben  die  junge,  durch  natürliches  Auf- 
treten auchäusserlich  einen  sympathischen  Eindruck  machende 
Dame,  wie  auch  die  Bizet'sche  Suite  nur  in  der  Haupt- 
probe gehört.  Frl.  Sophie  von  Poznanska,  so  lautet  oer 
Name,  verdeckte  bei  dieser  ersten  Begegnung  die  verschie- 
denen mit  unterlaufenden  technischen  Unreinheiten  und 
Fehlgriffe  durch  sehr  angenehme  Tongebun^  und  gutes  musi- 
kalisches Empfinden,  das  sich  oft  zu  poetischem  Ausdruck 
verklärte,  wie  namentlich  in  Schubert-Liszt*s  „Du  bist  die  Ruh'' 
und  dem  bekannten  Lied  ohne  Worte  von  TschaXkowsky, 
vielfach  aber  auch  in  Ghopin's  Fmoll-Goncert,  während  der 
jime;en  Dame  für  Liszt's  E  dur-Polonaise  die  rechte  Bravour  und 
nacnhaltende  Kraft^  vielleicht  auch  die  rechte  üeberzeugung 
abgingen.  Die  Aufnahme  der  Pianistin  war  eine  ganz  beson- 
ders warme,  sodass  zwei  Zugaben  erfolgen  mussten :  das  schon 
erwähnte  Tschaikowsky*sche  Stück  und  Rubinstein's  Valse- 
Gaprice.  Die  Suite  von  Bizet,  ganz  vortrefflich  unter  Hrn. 
Prof.  Dr.  Reinecke's  Leitung  gespielt,  hatte  ebenfalls  einen 
grossen  Erfolg  bei  den  Probebesuchem ;  das  Minuetto  musste 
sogar  wiederholt  werden.  Die  übrigen  Programmnummem 
(V^lkmann's  DmoU-Symphonie  und  Beethoven's  „Fidelio''- 
Ouverture)  waren  wir  leider  zu  hören  verhindert. 

Am  7.  März  rief  uns  unsere  Referentenpflicht  nach  dem 
hübschen  Goncertsaal  des  H6tel  de  Prasse,  wo  eine  Frau  F  o  r  m- 
h als  als  Sängerin  debutirte.  Sie  Hess  in  ihren  Gompositionen 
von  Bruch,  Mozart,  Adolf  Jensen  („Dolorosa^),  l^humann, 
Schubert,  Lassen,  Bungert.  Weber  und  W.  Taubert  umfassen- 
den Vorträgen  eine  angenenme  Stimme  von  nicht  übler  Ton- 
bildunjBf  erkennen,  sang  aber  fast  durchwej^  eine  Schwebung 
zu  tiet  und  Hess  in  Bezug  auf  Gharakterisiruner  und  geistige 
Durchdringung  des  Stoffes  noch  so  gut  wie  Alles  vermissen, 
sodass  eine  starke  Monotonie  unausbleiblich  war.  Der  junge 
talentvolle  Pianist  Hr.  Afferni,  welcher  sie  sehr  aufmerksam 
am  Flügel  accompagnirte,  Hess  sich  auch  als  Solist  hören,  in 
Stücken  von  Ran,  Ghopin,  Gk)dard  und  Strauss-Tausig,  in 
welchen  er  besonders  das  Zarte  und  Weiche  trefflich  zur 
Geltung  brachte,  wogegen  ihm  für  das  Kräftige  und  Ener- 
gische der  rechte  Ton  bisweilen  noch  gebrach.  Das  einge- 
ladene, zahlreich  erschienene  Publicum  war  etwas  reservirt  in 
seinen  Gunstbezeugun^n,  trotzdem  fehlte  d%r  Sängerin  das 
UbUche  Blumenopxer  mcht. 


Stettin.  Am  18.  Februar  fand  zur  Feier  des  25iährigen 
Bestehens  des  Stettiner  Musikvereins  die  AuifÜhrung 
des  dramatischen  Ghorwerks  „Krbsus'^  von  G.  Ad.  Lorenz, 
dem  Dirigenten  und  Begründer  des  Vereins,  im  GoncerÜiause 
statt.  Die  beiden  früheren  Oratorien  des  Gomponisten  haben 
demselben  bereits  eine  ehrenvolle  Stellung  unter  den  lebenden 
Tondichtem  errungen.  „Otto  der  Grosse**,  dem  verstorbenen 
Kaiser  Wilhelm  I.  gewidmet,  hat  viele  Aumihrungen  erfahren 
und  wurde  sogar  trotz  seiner  Deutschlands  Grösse  verherr- 
lichenden Dichtung  ins  Französische  übersetzt  und  in  der 
französischen  Schweiz  aufgeführt.  „Winfried**  hat  bisher  erst 
drei  Aufführungen  erlebt,  jedoch  mit  eminentem  Erfolge,  in 
Stettin,  Gassei  und  Erfurt.  Dieses  Werk  entstand  vor  drei 
Jahren.  Die  jüngste  Tondichtung  des  Musikdirectors  Prof.  Dr. 
Lorenz  ist  eigens  zur  Jubelfeier  des  Stettiner  Musikvereins 

feschrieben.  Die  Dichtung,  poetisch  sehr  werthvoll,  behan- 
elt  das  allbekannte  Schicläal  des  reichen  LyderfÜrsten,  seine 
Grösse,  die  Solonische  Warnung,  sein  Sinken,  seinen  Fall  und 
zeigt  ihn  zum  Schluss  auf  dem  Scheiterhaufen,  wie  er  die 
drei  ihm  Rettung  bringenden  Worte  ausruft:  „Solon!  Solon! 
Solon!**  Die  Musik  ist  eine  gewaltige,  oft  von  hinreissender 
Wirkung.  Als  Höhepunct  möchten  wir  den  Schlusschor  des 
1.  Theils  „Keiner  entgeht  dem  grausen  G^eschick**  bezeichnen 
mit  den  erschütternden  Schlägen  von  Ghor  und  Orchester 
„Keiner I  Keiner!**  Dann  den  Päanchor  mit  der  mächtigen 
Steigerung  bis  zum  „Päan!  Päan!**  Fast  ebenso  grossartig 
ist  der  jubelnde  Ausruf  „Heil  dem  König**,  nachdem  Syrtis 
sich  entschleiert  hat.  Unwillkürlich  von  Grausen  erfsisst  wird 
man  bei  den  Worten  „Erwacht,  Schläfer,  erwacht!**  Von 
höchster  dramatischer  Wirkung  ist  die  Scene  auf  dem  bren- 
nenden Scheiterhaufen.  Vergleicht  man  mit  diesen  packenden, 
wuchtigen  Momenten  den  bestrickenden  Zauber  in  der  Syrtis- 
Scene  des  1.  Theils,  die  wehmüthige  Erinnerung  des  Ejtösus 
an  seinen  verstorbenen  Sohn,  so  muss  man  wanrlich  einge- 
stehen, dass  dem  Gomponisten  keine  Empfindung  fremd  ist 
dass  er  alle  Stimmungen  meisterhaft  auszudrücken  versteht. 
—  Wir  zweifeln  nicht,  dass  dieses  hervorragende  Werk  binnen 
Kurzem  überall  dahin  seine  Siegeslaufbahn  nehmen  wird,  wo 
sich  tüchtige  Kräfte  für  seine  Aufführung  finden.  Hier  war 
die  Darbietung  eine  mustergpltige,  und  der  Stettiner  Musik- 
verein kann  diesen  Tag  als  einen  Ehrentag  bezeichnen ;  er  hat 
wieder  leuchtend  dargethan,  dass  seine  Leistungen  das  Höchste 
bedeuten,  was  hier  in  Stettin  in  der  Musik  geboten  wird. 
Dem  Gomponisten  sind  denn  auch  die  reichsten  Ehren  zu 
Theil  geworden.  Bei  seinem  Erscheinen  am  Dirigentenpulte 
empfing  ihn  die  gesammte  Versammlung,  sich  von  den  Plätzen 
erhebend,  mit  Jubelruf  und  Orchestertusch.  Ein  Berg  von 
Kränzen  und  Blumenspenden  lag  vor  dem  Dirigenten.  Am 
folgenden  Tage  feierten  ihn  die  Gapelle  des  Königsregiments 
(die  Theatercapelle  hatte  schon  Tags  zuvor  ihre  Ovation  dar* 
gebracht),  der  Vorstand  des  Musikvereins,  desgleichen  der  Vor- 
stand des  Löwe-Vereins,  von  nah  und  fem  Grüsse  und  Ge- 
schenke. Am  Abend  &nd  in  den  RHumen  des  Goncerthauses 
ein  grosses  Fest  statt,  bei  welchem  zunächst  Hm.  Prof.  Dr. 
Lorenz  eine  sehr  bedeutende  Summe  als  Ehrenspende  zur 
Verwendung  für  einen  idealen  Zweck  in  des  Gomponisten 
Literesse  überreicht  wurde,  dann  folgten  lebende  Bilaer  nach 
den  sieben  hervorragendsten  Werken  von  Lorenz  mit  Ab- 
schnitten aus  der  Musik  derselben.  Hr.  Rechtsanwalt  Ritschi, 
der  Enkel  des  grossen  BLschofis  Ritschi,  ein  feiner  Musik- 
kenner, hob  endhch  die  Bedeutung  des  Gefeierten  als  Oratorien- 
Gomponisten  hervor.  Dr.  Seh. 


Concertumschau. 

Amsterdam.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Goncerthaus  (Kes) 
am  26.  Febr.:  4.  Symph.  v.  Beethoven,  symph.  Dicht.  .Fran- 
cesca da Rimini"  v.  A.  Bazzini,  Ouvertüren v.  Lalo  („Fiesco") 
u.  Brahms  (Akad.  Fest-),  „Walkürenritt"  v.  Wagner. 

Angers.  Abonn.-Goncerte  der  Assoc.  artist.  (Frömaux): 
No.  14.  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvert.  zu  „Le  Roi  d'Ys" 
V.  E.  Lalo,  „Walkürenritt"  v.  Wagner,  Fuge  v.  Th.  Radoux, 
Berceuse  v.  Radoux-Hasselmans,  Entr*acte-Gavotte,  „Au 
moulin"  u.  „Loin  du  Bai"  f.  Streichorchester  von  E.  Gillet. 
No.  16,  Ouvertüren  v.  Beethoven  („Goriolan")  imd  Mendels- 
sohn („Ruy  Blas"),  ungar.  Fantasietta  „Lassan"  und  „Friss" 
V.  L.  Lacombe,  Menuett  a.  „Gapitaine  Fracasse"  v.  E.  Pes- 
sar d.  Solovorträge  der  Frau  Godcnaux-Hullmann  (Olav.^Oonc. 
V.  Scnumann,  „Gampanella"  v.  Lisztetc.)  u.  des  Hm.  fäigel« 
bert  (Ob.,  Berceuse  v.  Bordier).  No.  16.  Hmoll-Symph.  v. 
Schubert,   „Danse  maeabre"  v.  Saint-Saöns,  Ouvertüre  de 


162 


Pantamime  u.  Etüde  sympb.  „Marine"  v.  G.  Pfeifer  (unter 
Leit.  des  Comp.),  Zigennertanz  a.  „Le  Tasse**  von  Godard, 
Gesangvortrftge  des  Frl.  Morlon  (Sicilienne  v.  Pergolese- 
Weckerlin  und  Arie  a.  „Jeanne  de  Naples**  v.  G.  Pfeifer). 
No.  17.  8.  Symph.  v.  Mendelssohn,  „Zampa'*-OuYerture  von 
Hörold,  Ballet  a.  -Le  Cid**  v.  Masse net,  violinvortrftge  des 
elf}älir4;en  J.  Thibaud  (u.  A.  Fdur-Bomanze  v.  Beetboven  u. 
Mazurka  v.  Zaraycki).  Ausserord.  Conc.  derselben  G^esell- 
scbaft  am  6.  Febr.:  Orobestersuite  v.  J.  Gar  ein  (unter  Leit. 
des  Comp.),  Ouvertüren  v.  Beetboven  („König  Stepban**^  und 
Weber,  Solovorträge  der  HH.  Manoury  a.  Paris  (&es.,  Arioso 
a.  Jje  Boi  de  Labore**  v.  Massenet,  Arie  a.  ^enry  YIII.** 
V.  Saint-Safins  u.  Epitbalame  a.  „Nero**  v.  Bubin  stein) 
u.  Bertbelier  a.  Paris  (Yiol.,  Conc.  v.  J.  Gar  ein  [unter  Leit. 
des  Comp.]  u.  Airs  bongroises  v.  Ernst). 

Baltimore.  4.  Conc.  des  Boston  Svmpb.  Orcb.  (Nikiscb): 
Sympb.  „L&ndlicbe  Hocbzeit**  v.  Goldmark,  ,^reiscbütz^- 
duvert.  v.  Weber,  Pilgermarscb  a.  „Harold**  v.  H.  Berlioz, 
Solovortrftge  der  Frau  Wyman  (Qtea,,  Arie  aus  .Samson  und 
Dalila**  v.  oaint-Sadns,  sowie  Lieder  v.  Delibes,  Masse- 
net u.  Ferrari)  u.  des  Hm.  Burmeister  (Cllavier,  Adur- 
Conc.  V.  Liszt). 

Berlin.  Liederabend  mit  Compositionen  v.  Hugo  Wolf, 
ausffeftlbrt  v.  Frl.  Mayer  a.  Wien  u.  Hni.  Grabl  v.  bier  am 
6.  Mftrz:  „Der  Musikäjit**  „Yerscbwiegene  Liebe**,  „Wer  sein 
beides  Lieb  verloren".  „Verborgenbeit",  „(Jebet**,  „Er  ists**, 
„Der  G&rtner**,  „Der  Tambour**,  „Heimweh",  Gesang  Weyla's, 
„Wandl  ich  in  dem  Morgenthau**,  „In  dem  Schatten  meiner 
Locken**,  „Anakreon^s  Grab**,  „Der  BattenfiLnger**.  „An  eine 
Aeolsharfe^,  „Sagt,  seid  ihr  es.  feiner  Herr**,  „AUe  gingen, 
Herz,  zur  Ruh**  und  „Mögen  alle  bösen  Zungen**. 

Breslau.  6.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  C^ncertcap.  (Bie- 
menscbneider):  4.  Sympb.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Kaff 
(„Ein  feste  Burg**)  u.  Weber,  Festmarsch  von  M.  Thomale, 

2.  Ungar.  Bbaps.  v.  Liszt,  „Idyll"  a.  der  Oper  „Die  P£ahl- 
bauem**  v.  W.  Freudenberg,  „Ballgeflüster°  f.  Streicborch. 
V.  L.  Gregh,  T.Yiolinconc.  v.  Böriot(aerzwölQ&br.  Paul  Wit- 
tenberg). —  6.  Musikabend  des  TonkünsÜerver. :  GmoU-Cla- 
viertrio  v.  H.  Goetz,  Soli  f.  Ges.  v.  Wagner  („Immer  ist 
Undank  Loge^s  Lohn**  a.  „Bbeineold**)  u.j!Wolf  („Der  Lenz 
ist  gekommen**  u.  „Lied  des  Ludolf**),  f.  Orgel  von  S.  Bach 
(Tocc.  u.  Fuge  in  DmoU)  u.  f.  Viel.  v.  Simon  (Berceuse)  u. 
Zarzycki  (Mazurka).  (Ausführende:  HH.  Paul  [Cfes.],  Kahl 
[OrgJ,  Kudell  [Clav.^  Bensch  u.  Busse  [Streicher]. ) 

Brooklyn.  4.  Pbilharm.  Conc,  gegeben  vom  Boston 
Symph.  Orch.  (Nikiscb):  3.  Sympb.  v.  Beethoven,  Eine  Faust- 
Ouvert.  V.  Waener,  Andantino  u.  Scherzo  aus  der  FmoU- 
Sympb.  V.  Tscnaikowsky,  Solovortrftge  der  Frau  Wyman 
fGes.,  Arie  a.  „Samson  und  Dalila**  v.  Saint-Saöns)  u.  des 
Hm«  Schröder  (Violonc,    AmoU-Conc.  v.  Saint-Saöns).    — 

3.  Conc.  der  Seidl  Society:  Jupiter-Sympb.  von  Mozart,  „Le 
Eouet  d'Ompbale**  v.Saint-Saöns,  „Siegfried-Idyll**  v. Wag- 
ner, Arie  a.  dem  „Cid**  v.  Masse net  (Frau  Blauvelt),  Bruch- 
stücke a.  ^Cavalleria  rusticana**  v.  Mascagni  (Damen  Blau- 
veit u.  Hincks  u.  HH.  Basset  u.  Montariol).  —  !.  Kammermusik 
des  Venth  Quint.  Club:  Clavierquint.  Op.  70  v.  Jadassohn, 
Streichquint.  Op.  76  v.  Havdn,  Cdur-Streichquart.  v.  Mozart, 
Clav.-Viobnson.  V.  C.  Venth,  Gtesangsoli  v.  Wagner  u.  Schu- 
mann. (Ausfiihrende:  Damen  Dutton  [Ges.1  u.  Venth  [Clav.] 
u.  HH.  Venth,  Hellwig,  Krusel  u.  Hallego  fStreicher].) 

Copenhagen.  Conc.  am  4.  Febr.:  AmoU-Clav.-Violinson. 
V.  Schumann  (Frau  Thomson  u.  Hr.  Gade),  Solovortr&ge  des 
Frl.  Krötma  („Die  Wanderschwalbe"  v.  Bubinstein,  „Am 
Ufer  des  Flusses"  v.  Ad.  Jensen,  „Meine  Liebe  ist  grün"  v. 
Brahms,  Elinderlied  v.  W.  Berger,  Ital.  Gesang  v.  W.  de 
Fisch  etc.)  u.  der  HH.  Winding  (Clav.,  Phantaaestück  Op. 
54,  No.  1,  Studien  und  „Novelletten"  Op.  66,  No.  4  u.  8,  und 
Charakterstück  Op.  50,  No.  6,  eig.  Comp.)  u.  Ghide  (Eomanze 
V,  Wieniawski  u.  Ungar.  Tanz  v.  Branms-Joachim). — 
3.  Philharm.  Conc.  (Svendsen):  7.  Symph.  v.  Beethoven,  Or- 
chestersuite „Roma"  V.  Bizet,  Conc.  pathöt.  f.  zwei  Cla viere 
V.  Liszt  (Frau  Menter  u.  Hr.  Sapellnikoff),  Solovorträge  des 
Hm.  Sapellnikoff  (DmoU-Oonc.  v.  Rubinstein,  „Pester  Car- 
neval**  v.  Liszt  etc.); 

Danzlg.  5.  Abonn.-Conc.  (Schumann):  Hmoll-Sympb.  v. 
Schubert,  „Mei8tersinger**-Vorspiel  v.  R.Wagner,  „Sömmer- 
nacbt8traum**-0uverture  v.  Mendelssohn,  Claviervortrftge  des 
Hm.  Schumann  (AmoU-Conc.  v.  R.  Schumann  etc.). 

Davos-Platz.  Conc.  der  HH.  Werner  (Clav.)  u.  A.  Eras- 
seit  (Viel.)  aus  Baden-Baden  unt.  Mitwirk,  des  Männerchors 
(Heim)  am  28.  Febr.:  ^Männercböie  v.  Hagen  („Biterolf  im 


Lager  von  Akkon**),  Silcber  u.  Attenbofer  (Frühlingßlied), 
sowie  drei  Altniederländ.  Volkslieder,  bearbeitet  v.  Kremser. 
Soli  f.  Clav.  V.  Brahms  ^Andante  a.  der  Cmoll-Sonate}  uad 
Grieg  (Norweg.  Tanz^  u.  i.  Viel.  v.  S.  Bach  (Chaconne),  Zar- 
zicky  (Mazurka)  u.  A. 

Dresden.  7.-9.,  sowie  Ausserordentl.  Uebuogsabend  des 
Tonkünstlerver.:  Blasoct.  Op.  108  v.  Beethoven,  Bdur-Sext.  f. 
zwei  Bratschen,  zwei  Ghimben,  Violonc.  und  Contrabass  von 
S.  Bach,  Gdur-Sext  f.  Fl.  u.  Streichinstrumente  v.  £d.  Kret- 
schmer,  Esdur-Clavierquint.  v.  E.  H.  Keyl^  Esdur^-CUvier- 
quart.  v.  Mozart,  Streichquartette  v.  Mendelssohn  ^dnr)  u. 
Haydn  (Ddur),  Ciaviertrios  von  Baff  (Cmoll)  u.  Beetboven 
(Op.  70,  No.  a),  AmoU-Suite  f.  VioL  u.  Cl&v.  v.  Chr.  Sinding, 
zwei  Stücke  Op.  11  f.  Violonc.  u.  Clav,  v.  Tb.  Blum  er.  Soli 
f.  Ges.  V.  Händeln.  Rieh.  Hering  („Botschaft**,  ^Im  Fisnber- 
boot**  u.  „Ein  Augenblick**)  u.  f.  Cbv.  y.  C.  Sobmeidler  (Fis- 
dur-Phant.).  (Ausftlbrende:  HH.  Jensen,  Antbes  [Gesang 
Eronke,  v. Böse,  Pittrich,  Roth,  Sohmeidler,  BluniarfGlavie?]^ 
Eratina,  Fei^l,  Braun,  Gunkel^  Drechsler,  Lange-Frohberg, 
Schramm  [Violinel,  Schlegel,  Wilhelm.  Remmele,  v.  Fossard, 
Schreiter  JViola],  Böckmann,  Grütemacner,  Michael.  Nebelong, 
Rüdiger  rViolonoJ.  Hüllweck,  Stenz  [Gambe],  Klelnert  [Con- 
trabass],  muer  [FL],  Pietzsch,  Scbmiat  [Ob.],  Lange^  FOrster 
[ClarJ,  Franz,  Pr6e  [Hom],  Bräunlich  u.  Strauss  [ng.].) 

Hamburg.  Gr.  Extraconc.  der  Concertbauscap.  Aiaube) 
am  24.  Febr.:  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt''  v.  £av.  Grieg. 
Ouvertüren  v.  Goldmark  (.Im  Frühling*'),  Beetboven  uikL 
Lassen  (Beethoven-),  „Chanreitagszauber''  a.  .Paisifid''  von 
Wagner,  zwei  Waker  f.  Streicborch.  v.  F.  Tbierlot,  He- 
bräische Melodie,  f.  Org.  u.  Orch.  bearbeit.  v.  E.  Franz,  An- 
dante f.  Org.  V.  Kühmitedt  (Hr.  EleinpaulJ  u.  A.  m. 

Hamm.  Conc.  des  Hm.  Frank  unt.  Mitwirk,  des  Hm. 
Janssen  a.  Dortmund,  sowie  des  Musikver.  u.  der  Liedertafel 
V.  hier  am  14.  Febr.:  AmoU-Duo  f.  zwei  Claviere  v.  Rbein- 
b erger,  Variat.  f.  do.  v.  Schumann,  sechs  Altniederländtiscbe 
Volkslieder,  f.  Soli,  Männerchor  u.  Clav,  bearbeit.  v.  Kremser, 
gMiijam's  Sieges^;esang*'  f.  do.  v.  Schubert,  Frauencböre  Jbn 
Frühling*'  u.  „Die  Libellen*'  m.  Clav.  v.  Bargiel,  Vocaldoetle 
„Still  wie  die  Nacht''  u.  „Das  erste  Lied"  v.  C.  Götze. 

Kiel.  5.  Abonn.-Conc.  des  Gesangver.  (Prof.  Stange)  mit 
HändeFs  „Samson"  unt.  sollst.  MitwiML.  des  Frl.  v.  Sicherer  a. 
München,  der  Frau  Bächi-Fährmann  a.  Dresden  u.  der  HH« 
Wulff  a.  Strassburg  i.  £.  u.  Sistermans  a.  Fraoükfbrt  a.  M. 

Löbau.  Conc.  des  Frl.  Frejtas|  (Ges.)  u.  des  Hm.  Eis- 
mann (Viol.)  a.  Dresden  am  S6.  Feor.  m.  Soli  f.  Gesang  von 
Bruch  (nicn  wob  dies  Gtewand"),  Bubinstein  (.Es  blinkt 


(Zigeunertanz)  u.  A. 

Leipzig.  6.  Akad.  Orcb.-Conc.  (Prof.  Dr.  Eretzscbmar): 
J^enoren^-Symph.  v.  Baff,  8.  Serenade  f.  Streicborob.  von 
Volkmann,  Akad.  Festouvert.  v.  Brahms,  ViolonoeUvor- 
träfi;e  des  Hrn.  Prof.  Hansmann  a.  Berlin  (Conc.  v.  Schumann 
u.(yanzone  v.  Bruch).  —  Soiröe  der  Sän^rin  Frau  Fonnbals 
unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Affemi  am  7.  WSaz  m.  Soli 
f.  Ges.  V.  Bruch  („Ligeborg^s  Klage"),  Ad^  Jensen  (.Dolo- 
rosa"), Lassen^-DerCenz"),  Bungert  („Der  Scbubmacber'X 
W.  Taubert  (Wiegenlied)  U.A.  u.  f.  Clav.  v.  Eaff  (Marsch), 
Chonin,  Godard  (Mazurka)  u.  Strauss-Tausig  (^acbtillsdter";. 
— 19.  Aboim.-Conc.  im  Neuen  (Gewandhaus  (Prof  Dr.  Beinedta) : 
1.  Symph.  V.  Volkmann.  „L'Arlösienne"  v.  Bizet,  „Fidelio*- 
Ouvert.  V.  Beethoven,  Claviervortrfige  des  Frl.  v.  Poznanska 
a.  St.  Petersburg  (FmoU-Conc.  v.  Cn(^in,  Edur-Polonaise  v. 
Liszt  etc.).  —  7.  Musikabend  des  Kammermusikver.:  Streich- 
quartett Op.  18,  No.  6,  V.  Beetboven  (HH.  Jockisc^  Klesae. 
Heintzsch  u.  Hansen),  EmoU-CSav.-Violinson.  v.  JU  Neuboft 
(HH.  Oppenheim  u.  Jockiscb),  SolovortrSge  der  HH.  Trauter- 
mann (Ges.,  „Unsagbar",  „Verrathene  Liebe"  u.  WanderlM 
V.  M.  Vogel),  Meitzendorf  a.  Neustrelitz  (Ges.,  „Die  Väter- 
gruft" v.B.Eieserling,  „ImWunderbuch"v.A.F (Erster  etc.) 
u.  Hansen  (Violonc,  Seren,  m.  Streicborch.  v.  E.  v.  Perger), — 
3.  Conc.  des  Liszt- Ver.  unt.  Leit.  des  Hm.  Strauss  a.  Weimar 
u.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Siloti  a.  Paris  u.  der  Cap.  des 
184.  Inf.-Beg.:  Sympb.  Dichtungen  „Die  Ideale"  u.  ^Mws^oa* 
V.  Liszt  u.  „Tod  und  Verklärung"  v.  B.  Strauss,  Gtavior- 
soli  V.  Schubert-Liszt  („Wanderer"-Phant.,  m.  Orcb^.  Cbqnn, 
Liszt  (14.  Bhaps.  u.  Mephisto- Walzer)  uad  TsohaiJcowsky 
(Fmoll-Bomanze).—  8.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaua: 
Ciavierquart,  v»  Schumann,  Streichquartette  v.  Volkmaan 
(Gmoll)  und  Beetboven  (Op.  181).    (Ausftbxeade:  HH.  Pkq£ 


153 


Dr:  Eeinecke  [Clav.],   Prill,  v.  Dameck,  Unkenstein  u.  Wille 
[Streicher].) 

London.  Orcheeterconcerte  des  Hm.  ELallö:  32.  Jan. 
2.  Symph.  v.  J.  Brahms.  „Le  Bouet  d'Omphale"  v.  Saint- 
Saöns,  Trauermarsch  a.  der  „Qötterd&mmerun^*'  und  n^ieg- 
fried-Idyll"  v.  Wagner,  Violin  vertrag  der  Frau  Neruda-Halfö. 
6.  Febr.  3.  Symph.  v.  Schumann,  Orchestersuite  Op.  39  von 
A.  Dvot^k,  „Faniska"-Ouvert.  v.  Cherubini,  drei  Orchester- 
iiummern  a.  „Faust's  Verdammung"  v.  Berlioz,  4.  Clavier- 
conc.  v.  Beethoven  (Hr.  Hall6).  19.  Febr.  Symphonien  von 
Haydn  (DmoU)  u.  Berlioz  (Jlarold  in  Italien",  Bratschen- 
solo: Hr.  Speelman),  1.  Slav.  Hhaps.  v.  Dvorak,  Tripelconc. 
V.  Beethoven  (Frau  Neruda  u.  HH  Halld  u.  Piatti).  —  Crystal 
Palace  Conc.  (Manns)  am  20.  Febr.:  1.  Symph*  v.  Beethoven, 
Eine  Faust-Ouvert.  v.  Wagner,  „Gipsy  "-Suite  v.  Germ  an, 
Solo  vortrage  der  Damen  Samueli  (Ges.,  u.  A.  Arie  v.  Mac- 
fart-en)  u.  de  Lara  (Clav.,  Conc.  v.  Schumann  etc.).  —  Lon- 
don Symph.  Concerte  (Henschel):  No.  4.  Hmoll-Symph.  von 
Schubert,  Vorspiel  zu  „Lohengrin"  v.  Wagner,  Trauermarsch 
a.  „Story  of  Sayid"  v.  Mackenzie,  „Hamlet" -Musik v.  G.  Hen- 
schel, Solovorträge  des  Frl.  Glenn  (G«8.)  u.  des  Hrn.  Qorsky 
(Viol.,  1.  Conc.  V,  Bruch).  No.  6.  Ü.  Symph.  v.  Beethoven, 
Vorspiele  zu  den  „Meistersin&^m"  u.  „Parsifal",  Vorspiel  u. 
Schlussscene  a.  „Tristan  und  Isolde"  (Solo:  Frau  Nordica), 
sowie  „Siegfried-Idyll"  v.  Wagner.  No.  6.  4.  Svmphonie  v. 
Schumann,  Ouvert.  zu  „Antonius  und  Cleopatra"  von  E.  M. 
Smyth,  Pr61.  zum  3.  Act  a.  „The  Troubadour"  v.  Macken- 
zie, Duo-Noct.  a.  „Beatrice  et  B6n6dict"  v.  Berlioz  (Frauen 
Henschel  u.  Glenn),  Violonoell vortrage  des  Hm.  Becker  aus 
Frankfurt  a.  M.  (Conc.  v.  Saint-Saöns,  „Sur  leLac"  v.  Go- 
dard  u.  „Elfentanz"  v.  Popper).  —  3.  Kammermusikconc. 
des  Frl.  L.  DoustedeFortis:  CmoU-Clavierquint.v.G.  Pfeif- 
fer, Claviertrio  Op.  21  v.  A.  Dvor&k,  CLav.-Violoncellson.  v. 
E.  Grieg,  Duos  f.  zwei  Claviere  v.  T.  Strong(„An  der  Nixen- 
quelle") u.  Bubinst  ein  (Scherzo  a.  üp.  78),  Lied  „My  heart 
is  weary"  v.  G.  Thomas. 

Louisville  (Ky).  1. Unterhalt,  des  Louisville  Quint.  Club: 
Quint.  Op.  76  v.  «f adassohn,  Claviertrio  Op.  121  v.  Bh ein- 
her ger,  Clav.-Violoncellson.  Op.  18  v.  Rubinstein,  Rondo 
capncc.  f.  Viol.  v.  Saint-Saöns.  (Ausführende:  HH.  Frese 
[Clav.],  Burck,  Fleckenstein,  Krebs  u.  Schmidt  [Streicher].) 

Luzern.  3.  Abonn.-Onc  (Frischen)  unter  gesangsolist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Ottiker  a.  Zürich  u.  des  Hm.  Gerhäuser  a. 
München:  4.  Syraiph.  v.  Beethoven,  „Oberon"-Ouvert.  v.  We- 
ber, zwei  Eleg.  Melodien  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  3.  Scene 
des  1.  Au£suges  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner,  (^sangsoliv« 
H.  Goetz  (Arie  „Es  schweige  die  Klage"  u.  „*s  Spätzll")  u.  A. 

Magdeburg.  5.  Conc.  des  Kaufmann.  Ver.  (Kaufimann): 
Ouvertüren  v.  Volkmann  („Richard  III.")  und  Beethoven, 
„Lohengrin" -Vorspiel  v.  R.  Wagner,  Solovorträge  der  Frau 
Wirth  a.  Aachen  (Ges.,  Arie  „Hellstrahlender  Tag"  v.  Bruch, 
„Sein  Weib"  v.  A.  Bungert,  „Lied  des  Ludolf"  v.  F.  Kauff- 
nüann  u.  „Ach,  wer  das  doch  könnte"  v.  W.  Berger)  u.  des 
Hm.  Prill  a.  Leipzig  (Viol.,  Conc.  v.  Beethoven,  Polonaise  v. 
Vieuxtemps  etc.). 

Manchester.  Conc.  des  Sängers  Hm.  A.  Spen^l  unter 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frau  Schmidt-Köhne  a.  Berlin  u.  des 
Pianisten  Hm.  Cohn  a.  Bradford  am  26.  Febr.:  Vocalduette 
v.  Schubert,  Schumann  u.  Brahms  („So  lass  uns  wandern"), 
Soli  f.  Ges.  V.  Brahms  („Sind  es  Schmerzen"  u.  „Ständchen"), 
Cornelius  („Komm,  wir  wandeln"  und  „Bin  Ton"),  Less- 
mann („Meine  Mutter  hats  gewollt"),  Stange  („Die  Be- 
kehrte"). Rubinstein  (MorgenKed  u.  Frühlingslied)  u.  A.  u. 
f.  Clav.  V.  Liszt  (19.  üng.  Rhaps.)  U.A.  —  B&n.  Ch.  Hall6's 
8.  Gr.  Conc:  Dmoll-Symph.  v.  Havdn,  „La  Jeunesse  d'Her- 
cule"  V.  Saint-Saöns,  „Euryanthe-Ouvert.  v.  Weber,  Marsch 
a.  ^Athalia"  v.  Mendelssohn,  Solovorträge  der  Frau  Schmidt- 
Könne  (Arien  v.  Saint-Saöns  und  Mozart,  sowie  „Feldein- 
samkeit" u.  „Ver^bliches  Ständchen"  v.  Brahms)  imd  des 
Hm.  Joachim  (VioL,  3.  Conc.  v.  Bruch  etc.). 

New- York.  Concerte  der  Symph.  Society  (Damrosch): 
No.  3.  1.  Satz  a.  der  Symph.  „Ländhche  Hochzeit"  v.  Gold- 
mark, Liebesscene,  Scherzo  u.  Ballscene  a.  der  Dramat.  Sym- 
phonie V.  H.  Berlioz,  Menuett  u.  Passacaglia  a.  „Iphigenie  in 
Aulis"  V.  Gluck,  Ciaviervorträge  des  Hrn.  Paderewski  (u.  A. 
4.  Conc.  V.  Rubin  stein).  No.  4.  8.  Symph.  v.  Beethoven, 
„Die  Hunnenschlacht"  v.  Liszt,  Ouvertüre  zum  „Fliegenden 
Holländer"  v.  Wagner,  Solo  vortrage  der  Frls.  de  Vere  (Ges.) 
u,  Morgan  (Viol.,  3.  Conc.  v.  Bruch).  — 4.  Conc.  der  Philh. 
Society  (Seidl):  4.  Symph.  v.  Schumann  in  der  1.  Bearbeit., 
„Prometheus"  v.  Liszt,  Eine  Faust-Ouverture  v.  Wagner, 


8.  Violinconc.  v.  Bruch  (Hr.  Urse).  —  Concerte  des  Boston 
Symph.  Orch.  (Nikisch):  No.  8.  Symph.  .Ländliche Hochzeit" 
V,  Goldmark,  Amoll-Suite  v.  E.  A.  Mac-Do  well,  „Frei- 
schütz"-Ouvert.  V.  Weber,  Phant.  f.  Olavier  u.  Orchester  v. 
P.  Tscha'ikowsky  (Frau  Riv6-King).  No.  4.  „Harold  in 
Italien"  v.  Berlioz  (Bratschensolo:  Hr.  Kneisel),  Vorspiel  zu 
„Lohengrin",  „Siegfried's  Gang  zum  Brünnhilden-Stein", 
„Morgenerauen"  u.  „Siegfried's  Rheinfahrt"  a.  den  „Nibelun- 
gen" V.  Wagner,  Fdur-Conc.  f.  Streichinstrumente  u.  zwei 
Bläserchöre  v.  Händel. — 2.  Conc.  des  Deutschen  Liederkranz 
(Zöllner):  Schicksalslied  v.  J.  Brahms,  Winzerchor  aus  den 
Jahreszeiten"  v.  Haydn,  „Die  Nixe"  f.  Frauenchor,  Altsolo 
(Frau  Ritter-Goetze)  u.  Orcn.  v.  Rubinstein,  Männerchör^ 
V.  H.  Zöllner  („Drei  Worte  des  Glaubens"),  .Kremser 
(„Wenn  Zwei  sich  gut  sind")  u.  Nessler  („Ave Maria",  mit 
Baritonsolo  [Hr.  Heinrich]),  Solovorträge  der  Frau  Rit^rr 
Goetze  (Ges.,  drei  Liebeslieder  v.  H.  Zöllner)  u.  der  HH,  Rie- 
ger (Ges.),  Heinrich  ((3tes,,  „Dunkel,  wiedunkel"u.  „Vergebliches 
Ständchen"  v.  Brahms)  u.  Brodsky  (Viol.).  —  2.  Conc.  des 
Beethoven  String  Quart,  unter  Mitwirk,  der  Frau  Hopekirl^ 
(Clav.)  u.  des  Hm.  Dr.  Martin  (Ges.):  Clavierquint.  Op.  17  v, 
Nawratil,  Streichquart.  Op.  76  v.  Bazzini,  Lieder. 

Neustettin.  Am  16.  Febr.  Aufführ.  v.  Schumann's  „Das 
Paradies  und  die  Peri"  durch  den  Gesangver.  (Saar)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Görke  a.  Cöslin  u.  Albrecht  ^,  Danzig 
u.  des  SLrn.  Kirchner  a.  Berlin.  ;. 

Paris.  Conservatoriumsconcerte  (Garcin):  24.  u.  31.  Jan. 
Jupiter-Symphonie  v.  Mozart,  „Egmont" -Musik  v.  Beethoven 
(Declamat. :  Hr.  Brömont,  Gesang:  Frau  Drees-Brune),  „Pater 
noster"  v.  Meyerbeer,  Phant.  f.  Clav.  u.  Orch.  v.  Ch.  Widor 
(Hr.  Philipp).  14.U.21.  Febr.  Hmoll-Messe  v.  S.  Bach.  (Soli- 
sten: Damen  L6vy,  Boidin-Puisais  u.  Landi  u.  HH.  Warm- 
"brodt  u.  Ballard.) —  Colonne-Concerte:  24.  Jan.  Cdur-Symph. 
V.  Schubert,  „Danse  macabre"  v.  Saint-Saöns,  Bruchstücke 
a.  „König  Stephan"  v.  Beethoven,  Solovorträge  der  Frau  Oo- 
lonne  (Ges.,  „Le  R6ve  de  J6sus"  v.  Pauline  Viardot  und 
Bruchstücke  a.  „Joanne  d^Arc"  v.  B.  Godard)  und  des  Hrn. 
Di6mer  (Clavecin,  Stücke  v.  Couperin^  Rameau  u.  S.  Bach). 
31.  Jan.  Cdur-Symph.  v.  Schubert,  „Fidelio "-Ouvert.  v.  Beet- 
hoven, Raps.  norv6gienne  v.  Lalo,  „Carnaval"  v.  Guiraud, 
Abendmahlsscene  a.  „Parsifal"  v.  Wagner,  Vorträge  des  Hm. 
Diömer  auf  dem  Clavecin.  7.  Febr.  Waldsymph.  v.  Raff, 
8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  Bruchstücke  a.  „H6ro- 
diade"  v.  Massenet,  Abendmahlsscene  a.  „Parsifal"  v. Wag- 
ner, „Wanderer" -Phant.  f.  Clav.  v.  Schubert-Liszt  (Hr.  Siloti). 
14.  Febr.  Waldsymph.  v.  Raff,  Bruchstücke  a.  „Prometheus" 
V.  Beethoven,  Vorspiel  zum  3.  Act  a.  „Lohengrin"  v.  Wag» 
ner.  Bruchstücke  a.  dem  2.  Conc.  v.  Händel,  „Nuit  persane" 
V.  Saint-Saöns  (Damen  F6riel  u.  Durand-Ülbach  und  Hr. 
Engel).  21.  Febr.  Keformations-Symph.  v.  Mendelssohn,  „Au 
Pays  bleu"  v.  Augusta  Holmes,  Marsch  a.  ,^annhän8er"  v. 
Wagner,  „Nuit  persane"  v.  Saint-Saöns  (Damen F6riel  u. 
Durand-Ulbach  u.  Hr.  Engel),  Ciaviervorträge  des  Hrn.  de 
Greef  („Raps.  d'Auvergne"  v.  Saint-Saöns,  Gdur-Barcarole 
V.  Rubinstein,  „Norwegischer  Hochzeitszug"  v.  Grieg  u. 
Taranteile  V.  Moszkowski).  —  Lamoureux-Concerte:  24.  Jan. 
4.  Symph.  v.  Beethoven,  „Le  Rouet  d'Omphale"  v.  Saint- 
Saöns,  Ouvert.  zu  „Polyeucte"  v.  Dukas,  Bruchstücke  aus 
„Rom6o  et  Juliette"  v.  Berlioz,  Trauermarsch  a.  der  „Götter- 
dämmerung^ V.Wagner,  Esdur-Conc.  v.  Liszt  (Frau  JaÖll). 
31.  Jan.  4.  Symph.  v.  Schumann,  „Hamlet" -Ouvert.  v.  Gade, 
„Sauge  fleurie"  v.  V.  d'Indy,  Trauermarsch  a.  der  „(Götter- 
dämmerung" u.  Bruchstücke  a.  den  „Meistersingern"  v.Wag- 
ner,  Violin  vortrage  des  Hm.  Rivarde  (Romanze  v.  S  venö- 
sen u.  Menuett  v.  Raff).  7.  Febr.  3.  Symph.  v.  Beethoven, 
Vorspiele  zu  „Parsifal",  zum  8.  Act  v.  „Tristan  und  Isolde"  u. 
zum  3.  Act  V.  „Lohengrin"  v.  Wagner,  Balletair  a.  „Rosa- 
munde" V.  Schubert,  Gesangvorträie  des  Frl.  Landi  (-L'ho- 
tesse  arabe"  v.  Bizet  u.  Bruchstück  a.  „Samson  und  Dalila" 
V.  Saint-Saöns).  14.  Febr.  3.  Symph.  v.  Beethoven,  „Le 
Rouet  d'Omphale"  v.  Saint-Saöns,  Vorspiele  zu  „Parsifal" 
u.  zum  3.  Act  V.  „Tristan  und  Isolde"  v.  Wagner,  Ungar. 
Marsch  v.  Berlioz,  Violinconc.  v.  Mendelssohn  (Hr.  Houf- 
flack).  21.  Febr.  Ouvert..  Scherzo  u.  Finale  von  Schumann, 
JEuryanthe"-Ouvert.  v.Weoer,  Spinnerchor  a.  dem  „Fliegenden 
HoUtoder"  v.  Wagner,  Solovorträ^e  der  Frau  Brunet-Lafleur 
(Ges.,  „La  Sulamite"  v.  E.  Chabrier)  u.  des  Hm.  OndriÖek 
(VioL,  Conc.  v.  Beethoven). 

Posen.  Orohesterconc.  des  Philharm.  Ver.  (Hennig)  am 
23.  Febr.:  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  3)  u.  Haydn  (Gdur), 
Trag.  Ouvert.  v.  Vieri ing. 


164 


Rostock.  Liederabend  der  Frau  Sanderson  ont.  Mitwirk, 
des  Pianisten  Hm.  Brtining  am  20.  Febr.:  Lieder  y.  A.  Bun- 
gert  (fJ^  junge  Heiduck^  etc.).  Gl.  Schumann  („Liebee- 
zauber^)  u.  A.^  sowie  Volkslied  „Pbyllis  und  die  Mutter**,  be- 
arbeit,  v.  fi.  Biemaan,  Oiaviersoli  v.  M.  Brüning  (Impromptu), 
Godard  (Masnrka)  u.  A. 

Saargemünd.  Am  21.  Febr.  Aufführung  von  Bruch's 
„Odyaseus*'  durch  den  Saargemünder  Gesangvar.  f.  gem.  Chor 
u.  diu  Caeoilien-yer.  a.  Zweibrflcken  unt.  Leit.  des  Hm.  Gehlen 
n.  9o]»t.  Mitwirk.  der  Frls.  Budolph  a.  Trier  und  Kamp  a, 
Orefeld  XL.  des  Ebn.  Keller  a.  Ludwigshafen. 

Setawerin.  4.  Orch.-Ck>nc  der  Hofcap.  (Schmitt):  2.  Sym- 
pkanift  v.E.Budorff,  „Ungarisch**  f.  Orch.  v.  Moszkowski, 
BliapBodie  f.  AltM>k>  (Frl.  Minor),  M&nnerchor  u.  Orch.  von 
Brahms,  Solovorträge  des  Frl.  Minor  u.  des  Hm.  Sarasate 
(Viol.,  8.  Conc.  v.  Bruch  u^  „Habanera**  u.  Bolero  eig.  Comp.). 
—  S.  Liederabend  des  Hm.  Dierich  unter  Mitwirk,  der  HH. 
Berwald  (Clav.)  u.  Balling  (Altgeiee):  Sonate  f.  Altgeige  u. 
Glavier  v.  B.  Scheel,  „Märchenbüder**  f.  do.  v.  Schumann. 
Lieder  v.  Schubert,  Schumann,  Franz  („Für  Musik**,  „Zwei 
welke  Boeen",  „Liebchen  ist  da**,  „Es  hat  die  Böse  sich  be- 
klagt** und  „Montgomery-Gretchen**),  Lassen  („Siehe,  noch 
blöhen**),  Mendelssohn,  Bubinstein  („Es  blinkt  der  Thau**), 
Liszt  („Loreley")  u.  A.  Fuchs  („Ein  Kuss  von  rothem  Munde** 
u.  „Einmn  Gotte  gleich**).  —  4.  Kammermusikabend:  Suite 
„Aas  Holberg's  Zeit**  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  Menuett  und 
Finale  a.  der  Amoll-Suite  f.  do.  v.  AI.  Schmitt,  Cmoll-Cla- 
viertrio  v.  Mendelssohn,  SoU  f.  Ges.  v.  Brahms  („Wir  wan- 
delten**, „Von  ewiger  Liebe**  u.  „Vergebliches  Ständchen**)  u. 
Schumann  u.  f.  Clav.  v.  Beethoven  (Cismoll-Son.).  (Ausfüh- 
rende: Frl.  Minor  [Ges.]  u.HH.  Schmitt  [Clav.],  Paepke  [Viol.] 
u.  Lang  [Violonc],  sowie  die  Streicher  der  Hofcap.) 

Soest.  Conc.  der  Sängerin  Frau  Grops-Weckwarth  unt. 
Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Frank  a.  Hamm  am  10.  Jan.  m. 
Soli  f.  Ges.  V.  Bruch  („Ich  wob  diesGtewand**),  Ad.  Jensen 
(zwei  „Dolorosa"-Lieder),  F.  v.  Wickede  („Das  Geheimniss"), 
E.  Hildach  („Betrogene  Liebe**  u.  „Frühling  ist  da**)  u.  A. 
u.  f.  Clav.  V.  V.  Lachner  (Prael.  u.  Tocc.  in  Dmoll),  Jen- 
sen-Niemann  („Murmelndes  Lüftchen"),  Godard  (Mazur- 
ka) u.  A. 

Speyer.  4.  Conc.  v.  Caecüien-Ver,  u.  Liedertafel  (Sohefter) : 
Compositionen  f.  Streichorch.  v.  B.  Wüerst  (Bnss.  Suite  u. 
„Unterm  Balkon**)  u.  V.  Schulz-Schwerin  („Geständniss**), 
Chorscene  „Das  Aufgebot**  a.  dem  „Feuerkreuz**  v.  Bruch, 
Chor  der  See-  und  Waldgeister  a.  „Editha**  v.  H.Hof  mann, 
Prauenchöre  „Fin«il**  u.  „Der  Gärtner** m. Hörnem  v.  Brahms, 
Solo  vortrage  des  Frl.  Eichrodt  a.  Carlsruhe  (Ges.,  „Das  Ge- 
heimniss**  v.  H.  Goetz,  Wiegenlied  v.  F.  Bies  etc.)  und  des 
Hm.  Schefter  (Clav.,  EmoU-Oonc.  v.  Chopin). 

Stockholm.  2.  Symph.-Conc.  der  k.  Capelle  (Hall6n): 
4.  Symph.  V.  Schumann,  Eine  Faust-Ouvert.  v.  B.  Wagner, 
And.  cant.  a.  dem  Streichquart.  Dp.  18,  No.  6,  v.  Beethoven, 
1.  Clavierconc.  v.  Brahms  (Hr.  Stenhammar).  -—  2.  Abonn.- 
Conc.  der  Philharm.  Gesellschaft  (Hall6n):  „Hebriden**-Ouvert. 
v.  Mendelssohn,  „Agnete  und  die  Meermädchen**  f.  Sopran- 
solo, Chor  u.  Orch.  v.  Gade,  „Im  Bosenearten**  f.  Soli,  Chor 
u.  Orch.  V.  W.  Stenhammar,  Neujahrslied  f.  do.  v.  Schu- 
mann, „Vor  der  Klosterpforte**  f.  Soli,  Frauenchor  u.  Orch.  v. 
Grieg,  „Ocean^-Arie  v.  Weber  (Frl.  Pyk). 

Trier.  3.  Vereinsconc.  des  Musikver.  (Lomba)  unt.  ge- 
sangsolist.  Mitwirk,  des  Frl.  Budolph  v.  hier  und  des  Hm. 
Bemstiel  a.  Brüssel:  Cdur-Symph.  v.  Schubert,  Eine  Faust- 
Ouvert.  V.Wagner,  Psalm  42  v.  Mendelssohn,  „Schön  Ellen** 
f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  Bruch,  Soli  f.  G^s.  v.  Wagner  u. 
Meyer-Olbersleben  („Lied  der  Loreley**). 

Thorn.  KammermusiksoiröeamlO.  Febr.:  A dur-Cla vier- 
quint.  V.  Schubert,  Streichquart.  Op.  18,  No.  4,  v.  Beethoven, 
Fdur-Claviertrio  v.  Gade,  Gesangvorträge  des  Hm.  Kirchner 


eig.  Comp 
u.  „Der  Lenz  ist  gekommen**  v.  Lessmann). 

Wiesbaden.  Conc.  des  Lufer'schen  Gesangver.  (Lufer) 
am  14.  Febr.:  Gem.  Ch5re  v.  Schumann  („Am  Bodensee**)  u. 
G.  Vierling  („Willkommene  Buhe**  u.  Zigeunerlied),  sowie 
zwei  Volksweisen,  „Erstes  Veilchen**  u.  „Flieg  aus,  mein  Lied** 
f.  Frauenchor  m.  Clav.  v.  N.  v.  Wilm,  Solovorträge  der  Frau 
Manna.  Mainz  (Ges.,  Wi^nlied  v.  Hohlfeld,  „Der Schmetter- 
ling** V.  Böhm  etc.)  u.  des  Frl.Wühehn  v.  hier  (Clav.,  Bo- 
manze  v.  Bubinstein,  11.  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt  etc.). 

Wismar.    Am  18.  Febr.  AulPfthr.  v.  Mendelssohn's  „Pau- 


lus** durch  den  Musikver.  (Baspe)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der 
HH.  Hinzelmann  u.  Lauckhardt  u.  A.  m.  (Die  Anfßlhrung 
wird  sehr  gelobt;  Hm.  Hinzelmann  nennt  ein  dortiger  Befe- 
rent  einen  Oratoriansänger  ersten  Banges  mit  herrlicher, 
metall-  und  umfangreicher,  dabei  trefflich  geschulter  Stimme, 
sowie  mit  echt  künstlerischer  Vortragsart.) 

Würzburg.     5.  Conc.  der  k.  Musikschule:    Esdur-Blas- 

Suint.  V.  Beethoven,  nach  dem  Sept.  Op.  71  bearbeitet  von 
L.  Stark  (HH.  Bukowsky ,  Häjek,  Stark.  Both  und  Lindnar), 
Cmoll-Streichquart.  von  Bubinstein  (HH.  Schwendemann« 
Pfisterer,  Bitter  u.  Boemgen),  Schilflieder  f.  Clav.,  Oboe  n. 
Viola  alta  v.  Elughardt  (HH.  Gloetzner,  H&jek  u.  Bitter)^ 
Baritonsoli  „Fata  Morc^a**  v.  Goldmark  u.  „Kleiner  Haus- 
halt** V.  Löwe  (Hr.  S<mulz-Domburg). 

Zürich.  7.  Abonn.-Conc.  der  AUgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Hegar):  Fdur-Orchestersuite  v.  Moszkowski^  „Eury- 
anthe**-Ouvert.  v.  Weber,  Solovorträge  des  Frl.  v.  Sicherer  a. 
München  (Gtes.,  „Meine  Liebe  ist  grtln**  v.  Brahms  etc.)  u. 
des  Hm.  Bosenthal  a.  Wien  (Clav.,  EmoU-Concv.  Chopin  u. 
„Don  Juan**-Phant.  v.  Liszt). 

B^  y^raUtU  Programme,  $owU  Programim/B  ohnB  Angabe  von  Ort  und 
Dahtm  mü»$en  votUtOndig  tmoiaeMet  blHbonl 


Engagements  und  GSete  in  Oper  und  Concert. 

Aachen.  Der  Tenorist  Hr.  Emil  Götze  hat  an  drei 
Abenden  im  hiesigen  Stadttheater  gastirt  und  mit  seinen 
Darstellungen,  namentlich  aber  als  Lohengrin,  die  begeistert- 
ste Aufnahme  bei  unserem  Publicum  gemnden.  —  Augs- 
burg. Li  der  hiesigen  Oper  gastirt  gegenwärtig  Frau 
Schöller  aus  München  mit  grossem  und  verdientem  Erfolg. 
—  Fürth.  Ln  2.  Concert  des  Philharmonischen  Vereins  er- 
rej^te  der  Tenorist  Hr.  v.  Bandrowski  aus  Frankfurt  a.  M. 
mit  seinen  Vorträgen  allgemeinste  Anerkennung  und  leb- 
haftesten Beifall.  Das  mitwirkende  Winderstein'sche 
Orchester  aus  Nürnberg  wurde  ebenfalls  fHa  seine  schönen 
Leistungen  in  ehrendster  Weise  ausgezeichnet.  —  London.  In 
einem  Crystal  Palace-Concert  führte  Hr.  Hugo  Becker  aus 
Frankfurt  a.  M.  ein  neues  Concertstück  für  Violoncell  von  Baz- 
zini  vor,  welches  wohl  geeignet  war,  die  technische  Meister- 
schaft oieses  Künstlers  darzulegen.  Der  Vortrag  dieses,  sowie 
anderer  Solostücke  vonTartini  und  Popper  Hess  den  grossen 
Ruf  des  Künstlers  gerechtfertigt  erscheinen.  Eines  gleichen 
Erfolges  hatte  derselbe  sich  im  6.  London  Symphony  Concert 
zu  erfreuen.  —  München.  In  einem  Concert,  welches  der 
junge  Violinist  Hr.  Alfred  Krasselt  aus  Baden-Baden  in 
Gemeinschaft  mit  der  sympathischen  Sängerin  Frl.  Lenbach 
und  dem  tüchtigen  Pianisten  Hrn.  Schmid-Lindner  am 
10.  März  hier  veranstaltete,  hat  derselbe  mit  seinem  excellen- 
ten  Spiel  einen  noch  grösseren  Succes  gehabt,  als  bei  seinem 
ersten  hiesigen  Auftreten.  —  Wiesbaden.  Das  Gastspiel, 
welches  kürzlich  der  Heldentenor  Hr.  Hanschmann  aiis 
Breslau  hier  absolvirte,  hat  zu  einem  festen  Eng^e^ment  dieses 
Künstlers  geftkhrt.  —  Zwickau.  Ln  8.  Philharmonischen 
Concert  wurde  der  versprochene,  aber  durch  Absage  einer 
Münchener  Künstlerin  iraglich  gewordene  gesangsolistische 
Theil  durch  das  Einspringen  des  Frl.  Perl  aus  So^ershausen 
gerettet,  welche  mit  ihren  von  einer  sympathischen  Stimme 
unterstützten  und  durch  künstlerischen  Geschmack  ausgezeich- 
neten Vorträgen  reichen  Beifall  erntete. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  12.  März.  „Meine  Lebenszeit 
verstreicht"  v.  J.  G.  Schicht.    Requiem  v.  J.  Bheinberger. 

Chemnitz.  St.  Jacobikirche:  14.  Febr.  .Kommt,  uuset 
uns  anbeten"  v.  M.  Hauptmann.  21.  Febr.  Chor,  Becitativ, 
Quartett  und  Chor  v.  Th.  Schneider.  28.  Febr.  „Ehre  aei 
Gott,  Halleliya«  v.  H&ndel.  6.  Mftrz.  „Herr,  Gott  Israel«  v. 
Mendelssohn.  13.  Mftrz.  Duett  v.  C.  M.  Clari.  —  St.  Johannis- 
kirche:  14.  Febr.  „Dennoch  bleib  ich  stets  an  dir"  v.  B.  F. 
Richter.  28.  Febr.  „Hatt  ich  Flügel  wie  Tauben"  von  Abt. 
13.  März.  „Verbirgdein  Antlitz  nicht"  v.  Richter.— St.  Pauli- 
kirche:  14.  Febr.  -Herr,  unser  Herrscher"  v.  Mühling.  21. Febr. 
„Mit  dem  Herrn  fang  Alles  an"  von  Grobe.  28rPebr.  Ich 
komme  vor  dein  Angesicht"  v.  Hauptmann.  6.  März.  JOtatt^ 
mein  Heil"  v.  Hauptmann.  13.  März.  „Selig  sind,  die  Gottes 
Wort  hören"  v.  Hellwig.— St.  Petrikirche:  14.u.28.Febr.  „O 
Heiland,  reiss  die  Himmel  auf"  v.  Brahms.  21.  Febr.  «Herr, 
dem  es  eigen  ist"  v.  Alb.  Becker.    28.  Febr.  „Ach,  Gott,  vom 


155 


Himmel  sieh  darein**  y.  Bach.  18.  März.  „Bleibe  bei  mir**  v. 
A.  Becker.  —  St.  Nicolaikirche:  14.  Febr.  „Gott,  sei  mir  ^ii&- 
diK**  V.  Mendelssohn.  21.  Febr.  nOdu,  der  du  die  Liebe  bist** 
V.  Gade.  6.  M&rz.  „Kommt,  lasst  uns  beten**  v.  G.  Bergmann. 
18.  MSjts.  „Siehe,  das  ist  Gottes  Lamm**  von  Homüius.  — 
Schlosskirche:  14.  Febr.  „Ich  bete  an  die  Macht**  von  Bort- 
niansky.  6.  M&rz.  „Ach,  Gk>tt,  verlass  mich  nicht**  y.  Osw. 
Bemmann.  18.  M&rz.  „Herr,  schau  herab  auf  unsre  Noth** 
Y.  Jadassohn. 

OpernauffUhrungen. 

Februar. 

Stuttgart.  E.  Hoftheater:  2.  Fi«»ro*s  Hochzeit.  6.  Alee- 
sandro  StradeUa.  7.  Die  Walküre.  9.  Carmen.  11.  Das  Naoht- 
lager  Yon  Ghranada.  14.  Lohengrin.  16.  Fra  DiaYolo.  19.  Der 
Waffenschmied.  21.0aYalleria  rusticana.  26.  u.  28.  Die  Königin 
Yon  Saba.    20.  Der  Barbier  Yon  Sevilla. 

Wien.  K.  k.  Hofoper:  1.  u.  7.  Manon.  2.  Lohengrin. 
8^  8.,  14.,  17.  u.  28.  Oavalleria  rusticana.  6.  Ritter  Pazman 
(Strauss).  6.  Der  Troubadour.  8.  SyWa.  9.  Die  Afrikanerin. 
10.  Tannh&user.  12.  Die  Königin  von  Saba.  18.  Siegfried. 
14.  Die  G&rtnerin.  16.  Die  Hugenotten.  16.,  19.,  22.,  26.  u.  29. 
Werther  (Massenet).  18.  Die  Meistersinger.  20.  Der  Masken- 
baU.  21.  Der  Barbier  Yon  Bagdad.  28.  Der  betrogene  Kadi. 
26.  Der  Freischütz.  27.  Hamlet.  28.  2.  Finale  a.  „Teil**  und 
Der  Barbier  von  Sevilla. 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Dem  „Guide  musical**  zufolge  wurden  vom  Jahre  1876 
bis  Ende  October  1801  in  Europa  Wagner 's  „Lohengrin** 
in  78  Städten  8014  Mal,  „Tannhäuser**  in  43  St.  1976  Mal, 
„Der  fliegende  Holländer**  in  89  St.  1076  Mal,  „Die  Walküre** 
in  42  St.  823  Mal,  die  „Meistersinger**  in  35  St.  682  Mal, 
„Bienzi**  in  82  St.  464  Mal,  das  „Rhemgold**  in  33  St.  358  Mal, 
„Siegfried**  in  28  St.  822  Mal,  die  „Götterdämmerung**  in  80  St. 
814  Mal,  -Tristan  und  Isolde**  in  19  St.  277  Mal  und  „Par- 
sifal**  in  Bayreuth  77  Mal  gegeben.  Seit  dieser  Zeit  ist 
„Lohengrin**  in  Frankreich  200  Mal  aufgeführt  worden.  Paris 
hat  in  fünf  Monaten  dieselbe  Oper  47  Male  gegeben,  doch 
fallen  davon  nur  19  Vorstellungen  in  den  genannten  Zeitraum 
bis  Oct.  1891. 

*  In  Breslau,  wo  von  dem  „Nibelungen-Ring**  vorher 
nur  „Die  Walküre**  und  „Siegfried**  zur  Au^hrung  gelangt 
waren,  sind  nun  auch  „Khemgold**  und  „Götterdämme- 
rung** in  Scene  gegangen,  denen  sich  eine  Gesammtauffüh- 
rung der  Trilogie  anschloss. 

*  Im  Hoftheater  zu  Dresden  hat  Fei.  Draeseke^sOper 
„Herrat**  bei  ihrer  Erstaufführung  am  10.  d.  Mts.  einen 
grossen  Erfolg  gehabt,  den  wir  dem  seitens  der  Bühnen  mit 
unrecht  als  Operncomponist  so  vernachlässigten  Künstler 
von  Herzen  gönnen. 

*  Im  Hofbheater  zu  München  ging  am  8.  d.  Mts.  unter 
Leitune  des  Oomponisten  erstmalig  W.Sien zl 's  romantische 
Oper  „Heilmar  der  Narr**  in  Scene  imd  wurde  freundlich  auf- 
genommen. 

*  Im  Hoftheater  zu  Stuttgart  ging  unter  Leitung  des 
Hm.  Zumpe  unlängst  als  Novität  Gold  mark 's  „Königin  von 
Saba**  in  Scene,  und  zwar,  zum  Theil  auch  infolge  oer  vor- 
züglichen Ausstattung,  mit  grossem  Erfolg. 

*  Das  k.  Opernhaus  in  Berlin  hat  den  8.  März  als 
Premi^rentag  für  Mascagni's  „Freund  Fritz**  nicht  einhalten 
können  und  dadurch  der  Oper  zu  Frankfurt  a.  M.  die 
deutsche  Erstaufßihrung  des  Werkes  am  12.  März  überlassen 
müssen,  trotzdem  Hr.  Generalintendant  v.  Hochberg,  auf  seine 
bez.  Abmachung  mit  dem  Verleger  der  Oper  fussend.  gericht- 
lichen Einwand  gegen  diese  an  sich  doch  recht  gleichgiltiee 
Priorität  erhoben  hatte.  Das  Werk  hat  übrigens  in  Frank- 
furt a.  M.  sehr  gefallen. 

*  In  Stettin  hat  die  neue  Oper  „Erminy**  von  Edw.  Ja- 
cobowski  mit  ihrer  billigen  Operettenmusik  bei  ihrer  Pre- 
miere wenig  gefallen. 

*  InTournai  wurde  dem  lyrischen  Drama  ^Rosemonde** 
von  J.  A.  Wirnsb erger  bei  seiner  Erstaufmhrung  eine 
warme  Aufnahme  zu  Theil,  der  anwesende  Componist  wurde 
mehrfach  gerufen. 


*  Im  Rossini-Theater  in  Venedig  wurde  kürzlich  eine 
neue  Oper  „ Jole**  von  Albano  Seismit-Doda  mit  gutem  Er* 
folge  erstmalig  gec^ben.  Aehnlich  war  es  mit  der  neuen 
komischen  Oper  „1  Due  Soci**  von  Gialdino"  Gialdini  im 
Brunetti-Theater  in  Bologna  und  mit  der  einaetigen  Oper 
J[ja  Partita  a  scacohi**  von  Abbä-Gornaglia  im^^tschmi- 
Theater  in  Pavia  der  Fall 

*  Das  famose  Streichquartett  Hubav-Popper  in 
Budapp  hat  sich  noch  vor  Schluss  des  Gvkiua  eemer  dies- 
winterlichen  Aufftkhrungen  aufgelöst  und  gibt  dafttr  als  Gbnmd 
an,  dass  das  Finanz-Directorium  zu  hohe  Personal-Einkommen- 
steuer von  seinen  einzelnen  Mitgliedern  erhebe. 

*  Die  Erfolge,  die  Hr.  Moriz  Rosenthal  in.  letzter  Zeit 

SU.  A.  in  Copennagen  und  Hamburg)  mit  seinem  Spiel  gefun- 
len  hatf,  sind,  wie  allerwärts,  wo   sich  dieser  phänomenale 
Pianist  hören  lässt,  ganz  ausserordentliche  gewesen. 

*  Die  „Neue  Berl.  Musikzeit.**  hat  sich  dazu  h^Bftegeben. 
die  in  vor.  No.  d.  Bits,  erwähnte  „Erklärung**  des  Etil  Prof. 
Heinrich  Ehrlich  in  ihren  Spalten  weiter  zu  verbreiten  mit 
der  unrichtigen  Bemerkung,  dass  Hr.  Prof.  Ehrlich  dieselbe 
„auf  den  im  Feuilleton  der  »Frankf.  Zeit.«  erfolgten  Abdruck 
seines  an  die  Redaction  des  »Musikalischen  Wochenbkttes« 

.  in  Leipzig  gerichteten  Briefes**  erlassen  habe,  denn  in  Wirk- 
lichkeit war  sie  veranlasst  durch  den  in  unserer  No.  0  abge- 
druckten Feuilleton-Artikel  „Ein  Künstler  im  Kritiker-Boykott** 
in  dem  Frankfurter  Blatt,  wie  dies  der  Eingangssatz  der  betr. 
Erklärung  selbst  besagt.  Auf  die  in  derselben  von  Hm.  Prof. 
Heinrich  Ehrlich  an  Hm.  Moriz  Rosenthal  gestellte  Zumu- 
thung,  sich  in  Berlin  einer  Prüfung  in  seiner  Bach-Kennttdss 
zu  unterwerfen,  erwidert  der  Letztere  in  der  „Frankf.  Zeit.**: 
„Hier  muss  ich  noch  ein  ftir  allemal  bemerken,  dass  Hr.  Ehr- 
lich auch  nicht  Ein  Stück  von  Bach  von  mir  je  gehört  hat, 
da  er  die  EröfPhungsnummer  meines  ersten  Ooncertes  ver- 
säumte. Sein  naives  Verlangen ,  meine  gegen  wärtige  Ooncert- 
Toumöe  zu  unterbrechen,  contractbrüchig  zu  werden  und  so« 
fort  nach  Berlin  zu  eüen,  um  mich  einem  Examen  zu  unter- 
ziehen, kann  ich  nicht  stillen,  um  so  weniger,  als  ich  meine 
Bach-Kenntniss,  wenigstens  die  Fähigkeit,  Bach  zu  interpre- 
tiren,  in  Berlin  bereits  bewiesen  haoe  durch  i>eine  stellen- 
weise so  klare  Darlegung  des  polyphonen  Stimmengefiechts, 
dass  man  vier  Hände  zu  hören  glaubte«.  (Abendausgabe  der 
»Vossischen  Zeitung^«  vom  4.  December  1890.)  —  Ich  \vieder-« 
hole:  meine  ganze  Bach-Unterhaltimg  mit  Hm.  Ehrlich  be^ 
schränkte  sich  darauf,  dass  er  mir  in  inhumaner  Weise  die 
Gdur-Sarabande  des  Meisters  vorspielte,  und  muss  ich  ^ler- 
dings  gestehen,  dass,  wenn  Hr.  Ehrlich  mein  Bach-Ver- 
ständniss  nach  seinem  Spiel  beurtheilt,  er  noch  immer 
eine  zu  gute  Meinung  von  mir  hegt.  Diese  glaube  ich  nun 
allerdings  von  ihm  nicht  mehr  zu  haben.**  —  Uebrigens  soll, 
wie  man  als  ganz  bestimmt  versichert.  Hm.  Prof.  Heinrich 
Ehrlich  infolge  seiner  versuchten  Boykottirung  des  Hm. 
Rosenthal  der  Musikreferentenposten  am  „Berliner  Tagebl." 
für  den  1.  April  gekündigt  worden  sein. 

*  Hr.  Otto  Reubke  in  Halle  a.  S.  wurde  zum  Univer- 
sitäts-Musikdirector  ernannt. 

*  Hr.  Franz  Stockhansen,  städtischer  Musikdirector  und 
Director  des  Conservatoriums  zu  Strassburg  i.  E.,  erhielt  in- 
fol^  seiner  langjährigen  Verdienste  um  das  Musikleben  dieser 
Staat  den  Professortitel  verliehen. 

*  Die  Akademie  der  Schönen  Künste  in  Frankreich  hat 
ihr  ürtheil  im  Rossini- Goncurs  abgegeben.  Demnach  er- 
hielt Hr.  L6on  Honorö  in  Asniöres  den  ersten  Preis,  ausser- 
dem wurde  eine  „ehrenvolle  Erwähnung**  zuerkannt. 

*  Der  Leipziger  Bassist  Hr.  Knüpf  er  hat  vom  Fürsten 
von  Sondershausen  die  grosse  Medaille  für  Kunst  und  Wissen- 
schaft verliehen  erhalten. 

TodtenliSte.  Louis  Oertel,  k.  Musikdirector  und  Kam- 
mermusiker a.  D.,  sowie  Musikalien  Verleger  in  Hannover,, 
ehemals  vortreiflicher  Glarinettist,  f,  67  Jahre  alt,  daselbst 
am  27.  Febr.  —  Moritz  Lauf  er  in  Wien,  früher  gesuchter 
Oesanglehrer,  f»  67  Jahre  alt,  am  29.  Febr.  daselbst.  —  Frau 
Theisen,  welche  unter  dem  Namen  Edith  Ploux  der  Komi- 
schen und  Grossen  Oper  in  Paris  angehört  hat,  f,  34  Jahre 
alt.  —  Andreoni  Agostino  Mercuri,  Gründer  und  Director 
des  Musikalischen  Instituts  in  Perugia,  Orchesterdirigeut, 
Componist  von  Opern,  f  am  2.  Febr.,  54  Jahre  alt,  in  gen. 
Stadt.  —  Thomas  Dodds,  Kirchensänger  und  Chormeister  in 
Leeds,  t,  Ö6  Jahre  alt,  in  flull. 


166 


Kritischer  Anhang. 


Werke  für  Ciavier  zu  zwei  Händen. 

Heinrich  Hoftnann.  Sechs  Stücke.  Heft  I  und  11.  Op.  101. 
Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel. 

Anspruchsloäe,  aber  wohlklingende  Musikstücke,  welche 
namentbcb  beim  Unterrichte  zweckmässige  Verwendung  fin- 
den dürften,  so  das  Abendlied  und  „Erinnerung^  als  üebungen 
für  einen  gesangreichen  Vortrag,  die  Gavotte  als  sehr  anspre- 
chende Studie  iiir  ein  sehr  leichtes  Staccatospiel  und  das 
Impromptu  für  saubere  und  treffsichere  Bravour  (eine  Art 
Vorübung  für  ungarische  Tänze  und  Rhapsodien.) 

Reinhard  Keiser.  Suite  von  Tanzstücken  aus  seinen  Opern 
(1608—1717),  zusammengestellt  von  Dr.  Friedrich  Zelle, 
Glavierbearbeitung  von  William  Wolf.  Leipzig,  Breit- 
kopf &  Härtel. 

In  elf  charakteristischen  Tanzweisen,  welche  wie  Vor- 
klänge der  Gluck^schen  Balletmusik  anmuthen,  wird  mit  die- 
sem Mefbe  dem  ernsteren  Musiker  Gelegenheit  geboten,  sich 
an  guter  schlichter  Musik  früherer  Tage  zu  erfreuen  und  zu- 
gleich seine  Kenntniss  der  Musikentwickelung  um  einen  nicht 
unwesentlichen  Beitrag  zu  vermehren. 


Theodor   Kirchner.    .Nachtbilder^.    Zehn  Charakterstücke, 
Op.  25.    Volksausgabe  Breitkopf  &  Härtel.    Leipzig. 

Es  ist  aufrichtig  zu  wünschen  und  zu  hoffen,  dassKirch- 
ner's  ungemein  stimmungsvoUe  und  in  einem  vornehm  sym- 
phonischen Ciavierstile  geschriebenen  „Nachtbilder*'  in  dieser 
neuen   billigeren    Ausgabe   sich  zu  den  manchen  alten  viele 


neue  Freunde  erwerben  und   eine  weitreichendere  Verbrei- 
tung finden  möchten. 

Philipp  Seharwenka.  Pianoforte- Werke.  3  Bände.  Volks- 
ausgabe Breitkopf  &-  Härtel,    Leipzig. 

Zwei  Tanz-Impromptus,   Fisdur  und  Fismoll,   Op.  86. 

Leipzig,  Breitkopf  &  ^rtel. 

Von  den  drei  Bänden  der  Pianoforte- Werke  enthält  der 
erste  drei  Sonaten  Op.  61,  der  zweite  verschiedene  Tänze 
Op.  29,  70a  und  70b  und  der  dritte  die  instructiven  Stücke 
Op.  32  und  71.  Oberflächliche  Arbeit  und  eine  bisweilen 
geradezu  sonatinenhafbe  Harmlosigkeit  der  Themen  lassen 
uns  die  Sonaten  am  minderwerthigsten  erscheinen,  entschie- 
den brauchbarer  die  instructiven  Stücke,  und  von  den  Tänzen 
dürften  Einige,  wie  besonders  der  erste  Ländler,  das  Menuett 
und  die  Mazurka  in  BmoU,  beim  Unterricht  wohl  zu  verwen- 
den sein  und  manche  Liebhaber  finden.  —  Feiner  in  der  Aus- 
führung sind  die  beiden  Tanz-Impromptus,  von  denen  man 
sich  namentlich  das  erste,  etwas  Berliozisch  anhebende,  als 
hors  d'oeuvre  wohl  gefallen  lassen  kann.  Im  zweiten  ist  aller- 
dings nur  der  Mittebatz  in  G^sdur  von  einigem  Reiz,  alles 
üebrige  recht  landläufig  und  unbedeutend. 


Gustav   Tyson- Wo Wr.'    Zwei    Sonatinen,    2  Hefte,    Op.  11. 
Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel. 

Die  bekannten  und  beim  Unterricht  viel  gebrauchten 
beiden  Sonatinen  sind  in  einer  neuen  mit  allen  für  den  Unter- 
richt erforderlichen  Bezeichnungen  versehenen  Ausgabe  er- 
schienen, wodurch  ihre  Verwendbarkeit  erheblich  gewonnen 
haben  dürfte.  Arthur  Smolian. 


B  I*  i  e  i  l£  £t 


M  t  e  n. 


L.  G.  in  R.  Der  kürzlich  von  Hrn.  Dr.  Ad.  Kohut  in 
einer  Musikzeitung  veröffentlichte  Brief  Bossini's  ist,  wie  Sie 
ganz  richtifi;  vermuthen,  nicht  von  diesem  eigenthümlichen 
Musikschriitsteller  entdeckt,  sondern  dem  2.  Band  der  von 
La  Mara  publicirten  interessanten  „Musikerbriefe  aus  fünf 
Jalyrhunderten"  entnommen  und  ohne  Wahrung  des  einfach- 
sten litterarischen  Anstandsgefühls,  d.  h.  ohne  Angabe  der 
Quelle,  für  seinen  Zweck  ausgenutzt  worden. 

C.  Z.  W.  in  B,'B,  Da  es  nicht  üblich  ist,  verschwie- 
gene kritische  Ansichten  zu  berichtigen,  so  lassen  wir  Ihre 
lange  Entgegnung ,  ungedruckt.    Wir    glauben    kaum,    dass 


ausser  Ihnen  selbst  noch  ein  anderer  Leser  eine  verletzende 
Absicht  in  jener  Bemerkung  unseres  Hm.  Carlsruher  Bericht- 
erstatters gefunden  hat,  dem  eine  solche,  wie  er  uns  schreibt, 
factisch  ganz  fem  gelegen  hat 

Prof.  y.  5.  in  H,  Wir  danken  für  Ihr  freundschaftliches 
Anerbieten  mit  dem  Bemerken,  dass  uns  stilistische  Uneben- 
heiten an  sich  preisenswerther  erscheinen,  als  mit  eleganter 
Hand  gegäteter  kritischer  Kohl. 

G.  in  B,  Wir  dürfen  den  Schleier  der  PseudonymitiLt 
lüften:  SLr.  BathLaue  in  Sondershausen  ist  der  Veriasser  des 
„Aspasia^'-Berichtes. 


▲  uzeiflren. 


?!Ä^vrv;<i^;•^:•:-:.^^^^:<>^^^^^^^^::.^^:<.:^ 


^       Durch  jede  Buch-,  Ennst-  und  Musikalienhandlnng  zu  beziehen:  [296.] 

I     Richard  'Wagner, 

ÜGsaimelte  Sdirüien  unl  Mtunm. 

2.  Auflage.    (Volksausgabe.) 

Oomplet  in  zehn  Bänden« 

Broch.  Jk  18,—.     Geb.  Jk  25,—. 
Geb.  in  fünf  Doppelbändeu  JL  22,—. 
Inhaltsverzeichntss    gratis    und  franco, 

Yerlag  von  JE.    W.  Fritzsch    in  Leipzig. 


j; 


* 


Bekanntmachung. 

[296.] 

Bei  unserem  Stadtorchester,   welches  den  Dienst  im 

Tkeater,    dem  Gewandhansconcert  und  heziehentlich  den 

Kiffchea  zn  versehen  hat,  sollen  möglichst  hald  die  Stellen 

je  eines  Aspiranten  für 

a.     ViolOflCeH   nil   dem   Jahresgehalt   yon  1650  Ji 
(1350  Ji  Yom  Theater  und  300  Ji  vom  Goacert), 
sowie 
h.     grosse  Trommel  und  Becken   mit  dem  Jahres- 
gehalt vom  1200  Ji  (vom  Theater) 
wieder  besetzt  werden. 

Indem  wir  bemerken,  dass  die  Bewerber  sich  einem 
Ptobespiel  au  unteraiehen  haben,  sowie  dass  die  An- 
steDuag  des  VioIoDcellisten  aun&chst  auf  ein  Probejahr, 
die  des  Trommlers  aber  auf  eine  Probezeit  von  vorläufig 
3  Jfonaten  zu  erfolgen  hat,  sehen  wir  der  Einreichung 
vea  Bewerbungsgesuchen  mit  Zeugnissabschriften  und 
einem  kurzen  Lebenslauf  bis  spätestens  ZUm  26.  d.  Mts. 
eatgegen. 

Leipzig,  den  9.  März  1892. 

Der  Ball  der  Stall  Lein 

Dr.  TrOndlin. 
Verlag  von  P,  Bahter  in  Leipgjg. 


linder-Alban. 

24  leichte  Glavierstücke 


von 


P.  Tsdialkowsky. 

Op.  39. 

Einzige  sutorislrte,  vom  Componisten  revidirte 

Ausgsbei 

Complet  4  Mark. 


Heft  I  (Morgengebet  —  Wintermorgen  —  Pferdchen 
spielen  —  Mama  —  Marsch  hölzerner  Soldaten 

—  Die  kranke  Puppe)  Ji  1,50. 

Heft  n  (Der  Puppe  Grablegung  —  Walzer  —  Die  neue 
Puppe — Masurka — Bauer  auf  dem  Accordeon 
spielend)  Ji  1,30.  [297.] 

Heft  ni    (Russischer  Volkstanz  [Kamarinskaja]  —  Polka 

—  Italienisches  Lied  —  Altes  französisches 
Lied  —  Deutsches  Lied  —  Neapolitanisches 
Lied)  J^  J,30. 

Heft  lY  (Ammenmärchen  —  Hexe  im  Walde  —  Süsse 
Träumerei  —  Gesang  der  Lerche  —  Lied  des 
Drehorgelmannes  —  In  der  Kirche)  Jt  1,30. 


Twla§  tppn  JB.  W.  JFiHttuch  in  Leipzig.      [298.] 

InnilA    C    TranungMsang.    „Zwei  Hände  wollen  heute 
«Hllüy  Vwj  sich''  (iumSi  Gerok)  ftkr  ^|emi8ohten  Ghor.    Par- 
titur und  Stimmen  J(  1,—.    (Partitur  «4  —,60.  Stimmen 
ä  J$  — ,16.) 


J67 

Verlag  von  F.  B.  C.  Leuokart  hi  htikpilg. 

Für  Violine  und  Orgel. 


(Praeludium,  Canzone,  Allemande  und  Moto  perpetuo) 

für  Violine  und  Or^el  oder  Planoforte 

componirt  von 

Josef  Rheinberger. 

Op,  166.  ^ 

A.  Für  Violine  (Solo  oder  Violinchor)  und  Orgel  .    JH  7,50. 

B.  Für  Violine  und  Pianoforte Jf  6,—. 


Drei   Stücke 

iUr  Violine  mit  Or^el 

componirt  von 

Philipp  ROfer. 

Op.  86.    In  einem  Hefte  JK  8,—. 

Baumert,  Ij.,   Op.  83,    „Gott  sei  des  Kaisers  Sehutz'* 

mit  Benutzunfir  der  bekannten  Melodie  von  A.  Lwoff^  ftkr 
Violinchor  und  Orgel. 

Orgel-Partitur  und  Violinslimme      ,    .    ,    JH  1,20. 

Violinstimme  allein ui**-,80. 

81tt,  Hans,  Op.  17a.    Romaaze   fi:ür  Violine  mit  Orgel 

(oder  Pianoforte) J(  1.50. 

Sltt,  Hans,  Op.aia.  Andante  tranqaUlo  aus  dem  2. Violin- 
Conoert  in  Amoll,  für  Violine  und  Orgel  eingerichtet 
von  A.  W.  Gottsohalg JH  1,80. 

Für  Violoncell  mit  Orgel 

Hesse,  Adolph,  Op.  22.  Andante  aus  der  Phantasie,  für 
Violoncell  u.  Orgel  (Harmonium)  eingerichtet  von  J.  V.  Müller. 

JH  1,—. 

Bflfer,  Philipp,  Op.  86,  No.  1.  Adagio  ftlr  Violoncell 
mit  Orgel Jf  1,—. 

Sltt,  Hans,  Op.  17a.  Romanze  für  Violoncell  mit  Orgel 
(oder  Pianoforte) ^  1,»0. 

Für  Orgel  und  Streichquartett. 

Frans,  Robert,  Hebräisehe  Melodie:  „Beweinet,  die  ge- 
weint an  Babels  Strand^,  für  Orgel  nnd  Streichquartett 
.   eingerichtet  von  Georg  Langenbeck. 

Partitur  und  Stimmen  {J$  1,20.)  J$  8,—. 

l^] 

Für  Orgel,  Hornquartett  und  Hftrf«. 

Flfl^el,  C^nstaT,  Op.  86.  Adagio  für  Orgel,  Hornquar- 
tett und  Harfe Jf  2,80. 

Sendungen  zur  Ansicht  stehen  zu  Diensten. 


Consemtorium  der  Musik  io  C^. 

[800b.] 
Die  durch  den  Tod  des  Professors  Qeorg  Japha  er- 
ledigte Stelle  eines  ersten  Lehrers  für  Violine  am  Con- 
servatorinm  und  Concertmeisters  der  Gür^enidiconcerte 
soll  haldmöglichst  wieder  hesetzt  werden.  Geeignete  Be- 
werher  wollen  sich  his  zum  1.  April  hei  der  unterfer- 
tigten Direction  melden,  welche  bereit  ist,  über  die  näheren 
Bedingungen  Auskunft  zu  ertheilen. 

Die  Direction  des  Conservatoriums  der  IMusilc 


158 


VeritI  von  Hl.  P.  Belaiefff  in  Leipzig. 
Soeben  erschien:  [801.] 

In  modo  populari. 

Petite  Suite  (No.  3) 

P  O  U.  3?       O  3?  C  Ix  6  S  i  3?  6 

par 

<Oo  Olli« 

Op.  48. 

Partition  d'Orchestre  Pr.  net  4  .^  50  /i^. 

Parties  d'Orchestre  Pr.  net  9  Ji 

F;Muction  ponr  Piano  k  4  ms.  par  Tauteur  Pr.  4  Ji 

Verlag  von  £2«  1^.  Fi-itasflioli.  in  Leipzig. 

*  .      Op.  18.     Concertstück  (Fdur)  für  Oboe  mit  Or- 

/\UQU8I      ehester.    Part,  mit  untergelegtem  Clayieraaszag 

Klugnardty  «4  8,—.    Principalstimme  M  —,75.     Orcbester- 

stimmen  «4  5,—.  [302] 

Bei  F.  12.  C.  Ijenekart  in  Leipzig  erschien  soeben: 


(Gedicht  von  S.  Waldberg) 

i^r  MSnnepchoPy 


Alt-  und  Baritotisolo  mit  Streichinstrumenten 

(4  Bratschen,  2  Violoncells  und  Contrabass)  nebst  Harfe 

ad  libitum  oder  Pianoforte 


von 


Max  von  Weinzierl. 

Op*  lOÖ»     Partitur  (mit  Ciavierauszug)  M,  2  netto.       Chorstimmen 
(ä  15  Pf,)  60  P/,       Sohstimmen  {ä  15  Pf,)  30  Pf       Instrumental- 

stimmen  M,  3  netto. 


Vor  Kurzem  erschienen:  [303.] 

Weinzierl,  Max  von,  Op.  50.    Neuer  Wein:    „Der 

Böller  knallt,  der  ochwärmer  pufft**  von  Rudolf 
Baumbach,  für  Männerchor. 

Partitur  und  Stimmen  (a  15  Pf.)  M,  1, — . 

Weinzierl,  Max  von,  Op.  102.    Zwei  Gedichte  von 

Anton  Schels,  für  Männerchor. 

No.  1.  Mailled:  „Das  war  zur  Zeit  der  Maien**. 
Partitur  und  Stwmen  (ä  30  Pf,X  M,  l^SO, 

No.  2.  Es  blüht  der  Wein:    „Und  ist  auch  der 
Frühling  vergangen**.  Fünfetimmig  mit  Solo- 
Quintett. 
Partitur  und  Stimmen  {ä  30  Pf.)  M,  2,50. 

Wilm,  Nicolai  von,  Op.  105.    Drei  Ctosänjre  aus  Carl 

Stieler *s  Romanzen-Cyklus  „Ludwig  der  Bayer**    (Eine 
Jagd  im  Ammergau)  für  vierstimmigen   Männerchor. 
Partitur  und  Stimmen. 
No.  1.  Bergesodem:     „Herr  Ludwig  hob  das  Auge  frei"". 

^  1,20. 
No.  2.  Sternennacht:  „Wohl  war  trotz  allem  Waidmanns- 
glück**  ^  1,20. 

No.  8.  Abendrast:  „Am  Abend  vor  der  Heimfahrt  wars**. 

^  1,20. 
Stimmen  tu  jeder  No,  (h  15  Pf)  60  Pf. 


Neue  Chorwerke: 

aus  dem  Verlage  von 

H^llhelm  Hansen  in  lieipzlgp. 

Agnete  und  die  Meermädchen. 

(Agnete  and  the  Hermaids.) 

Gedicht  von  H.  C.  Andersen. 

Für  eine  Solostimme,  Frauenciioru.Orciiester 


von 


üidisW. 


Partitur  J$  2,50.  netto. 
Orchesterstimmen  Ji  4, — .  netto. 
(V.  1,  2,  Va.,  Vc,  B.  je  80  ^  netto.) 
Chorstimmen  (S.  1,  2  u.  A.)  je  40  /^. 
Solostimme  (Sopran)  50  /^. 
Ciavierauszug  J$  1,80. 

(A  summer-day.) 

Idylle    von  H.  Hertz. 

FOr  Soli,  Frauenciior  und  Orciiester 

von 

J.  P.  E.  Hartmann. 

Partitur  Ji  3,—.  no.  [804.] 

Orchesterstimmen  J$  5, — .   no. 
(V.  1, 2,  Va.,  Vc,  je  60  ^,  B.  80  ^  netto.) 
Chorstimmen  rS.  1,  2  u.  A.)  je  40  /^. 
Solostimmen  (S.  u.  T.  [Bar.])  je  60  ^. 
Ciavierauszug  >f  3,— . 

(Bnglish  Version  by  Urs.  John  F.  Morgan.) 


Im  Verlage  des  Unterzeichneten    erschien   und  ist  durch 
jede  Buch-,  f  unst-  und  Musikalienhandlung  zu  beziehen: 

(E  moU) 

für  zwei  Violinen,  Viola  nnd  Violoncell 

componirt 
von 

Ottokap  Noifäcek. 

Partitur  Pr.  5  Mark  netto.     Stimmen  Pr.  5  Mark  netto. 

In  vergangener  Saison  wiederholt  in  Leipzig  (in  der 
6.  Elammermusik  im  Neuen  Gewandhaus  und  im  3.  CJoncert 
des  Liszt-Vereins)  mit  aussergewöhnlichem  Erfolg  durch 
das  Brodsky-Quartett  zur  Aufführung  gebracht,  wird  diese 
Novität  auch  anderwärts  ihre  bedeutende  Wirkung  nicht  ver- 
sagen, weshalb  sie  allen  Quartettvereinen  angelegentlichst 
empfonlen  werden  darf.  [806.] 


Sendungen  zur  Ansiciit  stellen  zu  Diensten.        Leipzig. 


E.  W.  Fritzsch. 


1S6 


Soeben  erschienen: 


mit  Olavierbegleitung 

Hermann  Behn. 

A.    FOr  eine  Sopranstimme.    Pr.  Ji  2,25. 

No.  1.  Geftmden  (Goethe). 

No.  2.  Altes  Minnelied  (W.  v.  Tegernaee). 

No.  3.  Wiegenlied  (H.  Behn). 

No.  4.  Liebeefl&mmchen  (C.  F.  Meyer). 

B.   Für  eine  Mezzosoprarutimme.    Fr.  Ji  3,—. 

No.  1.  Ein  Fichtenbanm  steht  einsam  (Heine). 

No.  2.  Oeatftndniss  (H.  Behn). 

No.  3.  Der  du  von  dem  Himmel  bist  (Goethe). 

No.  4.  Nun  die  Schatten  dunkeln  (Geibel). 

No.  5.  Atta  den  Himmelsangen  (Heine). 

No.  6.  Gebet  (Hebbel). 

C.    Für  eine  Baritonstimme.    Heft  l    Fr.  Jt  2,75 

No.  1.  Im  Bhein,  im  schönen  Strome  (Heine). 

No.  2.  Gewitter  (H.  Behn). 

No.  3.  Der  König  in  Thnle  (Goethe). 

No.  4.  Ueber  allen  Gipfeln  (Goethe). 

D.    FUp  eine  Baritonstimme.     Heft  H.     Pr.  j(  3,—. 

No.  1.  Sapphiscbe  Rhapsodie  (H.  Behn) 

No.  2.  Am  Himmelsthor  (C.  F.  Hey  er). 

No.  3.  Der  lÜtt  in  den  Tod  (C.  F.  Meyer). 

No.  4.  Das  heilige  Feuer  (C.  F.  Meyer). 


[806.]      [8O«0 


HaiDZ. 


B.  Sehott's  mm. 


Pianinos 

beeter    Qnalitftt,    einfache    nnd    elegante    Aas- 
stattnng,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabpilc 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 


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C.  Sohwalbach,  Reicbsstraase 


[807-.]   I 

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»ach,  Reicbsstraase  24,  Leipzig.  W 


Fr.  Kistner,  Mnsik-Sortiment,  Leipzig,  J» 


Soeben  erschien: 


Der  fleoe  Herr  Olaf. 

Ein  Frühlingsmärchen 
Srxist  sroxx  '^^T'ild.on.'bnjLcilx. 

Für 

dreistimmigen   Frauenchor  und  Soll   (Mezzosopran 

und   Bariton)   mit  Begleitung   von  Streichquartett, 

Hom  und  Clavler  zu  vier  Händen  oder  mit  Clavler 

zu  zwei  HSnden  allein 

componirt  Ton 

FBfdlaaad  Itimmel. 

Op.  fiS. 

Glavierauszng  J(  3,60.  Ghorstimmen,  die  9oli  mit  enthaltend 
(jede  einzelne  ao  Ä)  Jf  —,90.  Partitur  n.  Jl  6,—.  Instm- 
mentaletimmea;  Glavietbegleittine  zu  vier  Händen  Jl  3,60. 
Hom-  oder  2.  Tioloncellstimme  50  ^.  Streichquartettstim- 
men  J(  8,—. 
NB.  Das  Werk  kann  mit  folgenden  Besetzungen 
ansgefflhrt  werden: 

A.  Mit  Streichquartett,  Horo  und  GlaTier  zu  4  Händen. 

B.  Hit  Ciavier  zu  zwei  H&nden  allein. 

C.  Mit  Hom  und  Clavler  zu  zwei  Händen. 

D.  Mit  Violonoetl  und  Clavier  eu  zwei  Händen. 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Slegel'B  Hnslkallenbandlnng 

(B.  Linnemami). 


nnd  Answahlsendungen  Btehen  zi 


W.  Auerbach  Nachf.,  | 

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Gesucht  wird  sofort  ein  begabter  [817.] 

iftr  das  Libretto  einer  ^buiiseheii  k)0aii8<^aii  Oper. 

Offerten  unter  C.  59  werden  hauptpostlagernd  Breslaa 


Bei  F.  B.  C.  Ijenckari  in  Leipzig  erschien  soeben: 

|BW.] lieber  das  DieAufeabendesDlri- 

ffsn 

StÄndpuncte  der  var- 


von 


tBQDBleuehtetYom 

fidpi 
sehieaenen  Dlseiplinffli 
derCompositionslÄpe 

Josef  Pembaur. 


Wmyiren. 


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Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.  [819 — *] 


Leipzig. 


Bodo  Borchors. 


r. 


Neu  erschien  in  nnserem  Verlage: 


[8».] 


^< 


ax 


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Op.  59. 

Fünf  lileder  für  Bariton 

oompL  Jt  3, — .  netto. 

No.  1.  Um  Mittemacht.    A  1,96. 

f  No.  9.  Kophtisches  Lied.  1      ^  . 

No.  8.  Zweites  Kophtiacbes  Lied.       /    ^  ^»'"' 

'  No.  4.  Die  Auswanderer  (L    Flucht).  1     ^  q  o» 

No.  6.  Die  Auswanderer  (IL  Heimathbild.)  j    "^  "'"^ 

Schott  fröres,BrttsseL~Otto  JunnOtLeipzig. 


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stehen  auf  Wunsch  bereitwilligst  i\x  Diensten. 


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Druck  Ton  G.  Q.  Röder  in  Leipsig. 


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isebe  Univereal-Bliiletliek. 

_  Jede  Nr.  »OPf.  Ira  midirto 
ongL  KMi  1.  Bnck,  itntM  fipitr. — Etegiataii- 
gwUtfote  AlbvBi»  k  1  JfO,  mMirt  tw  Mmmw,  JtiM- 

sohl  etc.  —  (!«bondeie  luik  aller  Edittomn.  —  IimoriiÜM. 

VewlchB.  KT.  n.fr.  ron  FeWx  8i6|ri,  telpiiB,  PHirlentr.  1. 


Leipzig,  am  24.  März  1892. 


Miii  amlM»  Buk-,  iwUr 
ui  luiEaUiüaatiuin,  uwit 
micl  alia  Mintn  ii 


^ 


ÄJ~^  ■ftir     TVTn  oiTrot»     11  n  <1     Wn  mlT-ft»«!!-«  j1  n  "^nß 


Fli  iu  lulkiiluki  ffiKkttUitl 
tnOanu  lundiua  ilii  u 

Uhu  timm  n  Mintim, 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

Terantwortliclier  Eedacteur  und  Verleger: 

S.  W.  Fritzsch, 

L^pzig,  Könlgsstrasse  6. 


^^ 


IUI.  Jaürg.] 


Dm  MnriValische  Woebenblutt  encbeint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  Aboiuiemeiitabeta«^ 
fflr  d&i  Quartal  von  ISNummeni  ist  3  Mark;  eine eioEelne Nummer  kostet 40 Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuzbandseniluntr  treten  nacIutalieDde  vierteljährliche  Abonoementi' 
preise  in  Kraft:  2  Mark  60  Pf,  für  da«  Deutsche  Reich  und  Oegterreicb.  —  3  Mark  75  Pf. 
für  weitere  Länder  des  Allgemeinen  Postrereins,  —  Jahreeabonnemente  wetden  nntar 

ZoKraDdeleguiie  Tortteh  ender  BeiugsbedinenD^en  bereclioet. 
Die  iDsertionigebilbTeD  rar  den  Baum  einer  gespaltenen  Febfaeile  betngea  80  PfiBnnige. 


[Ho.  13, 


Me  Bam  tod  JtriaiAa  nad  Isolde"  bei  Rlohud  Waniar.  Von  Dr.  Arthur  SsidL  {Portsetznng.)  —  Tusuesobiehle :  HuBikbiiste  aas  Frank- 
Urt  a.  M.  and  Wl4n  (Fortsetzonx).  —  Beriobta.  —  CoDOertDmsohan.  —  EngagomenCB  nnd  OHläplalB  In  Oper  nnd  OddostL  —  Kirtdmuniisik. 
-  Opemanfftthiiuigen.  —  Aurgenlhrte  Novitäten.  —  Termiiuhte  lütthaUnngan  und  Notizen.  —  Kiietkutea.  —  AnEslgen. 


Die  geehrten  Leser 


des  „\fusikalischen  l^ocheiiilalte^',  deren  Abonnement  tnil  dem  laufenden  Quartai,  resp.  mit  vorliegender  No.  eu  Ende 
geht,  werden  für  den  Fall,  dass  sie  dieses  Organ  über  den  gen.  Termin  hinaus  su  erhalten  wünschen,  gebeten, 
ihre  Bestelba^en  rechtzeitig  anbringen  eu  wollen,  damit  in  der  Ztsemhtng  keine  Unterbrecfmng  stattfindet.  — 
Den  werthen   J'Jtresodiomtenten  gegemiber  bedarf  es  neäürlich  dieser  Erirttterung  nicht. 

£  W.  FRITZSCH, 


Die  Sage  von   „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Ton  Dr.  Arthur  Seldl. 
(Fortsetztmg.) 

Wir  wenden  uns  nnnmehr  diesen  Vorarbeitern  nnd 
Yorarbeiten  aelbst  zu,  in  dem  Orade  wenigstens,  als 
eie  fnr  unsere  besonderen  Zwecke  nnd  Ziele  eine  solclie 
BerückBichtigung  zu  verdienen  scheinen;  wobei  ich  —  um 
dies  gleich  hier  festzustellen  —  aussei  der  bereits  mehr- 
fach erwähnten  Dichtung  Carl  Immertnann's  Torsebmiich 
noch  die  verdienstliche  Neubearbeitung  von  Henn,  Knrtz 
ins  Auge  fassen  will,  wohingegen  die  dichterisch  sehr 
gelungene,  werthvolle  üebereetzung  von  W.  Hertz  als 
ein  erst  nach  Wagner  bekannt  gewordenes  Product  für 
uns  weniger  oder  doch  nur  ein  sehr  secundttres  Interesse 
beanspruchen  kann.  — 

Die  einzelnen  Ausführungen  Immermann's  können 
uns  dabei  hier  natürlich  nicht  'weiter  aufhalten;  es  ge- 
nügt wohl,    wenn  ich  erwähne,    dass  der  Gedankengang 


auch  bei  diesem  modernen  und  selbständigen  Dichter  des 
Stoffes  im  Allgemeinen  der  bereits  von  Gottfried  ein- 
gehaltene bleibt.  Um  so  bestimmter  unterscheidet  er 
sich  freilich  in  charakteristischen  E^nzelnheiten  von  der 
alten,  herflhmten  Vorlage.  Vor  Allem  ist  es  eine  ge- 
wisse Neigung  (um  nicht  zu  sagen  Sucht)  des  Dichters, 
sich  in  allerlei  bewusstvollen  Anspielungen  nnd  Bezog- 
nahmen  auf  ältere  Typen  ans  der  Weltlitteratur  zu  er- 
gehen, die  sich  schier  unangenehm  in  unserem  Gedichte 
vordrängt  oder  doch  als  solche  bemerklich  macht.  Es 
ist  die  Reflexion  der  Bomantik,  die  hier  unliebsam  nach- 
wirkt! (Wie  denn  auch  Hud.  von  Oottschall  von  ihm 
gar  treffend  einmal  sagt,  dass  er  „viel  Kunst verständniss, 
aber  wenig  intensive  Poesie  besessen"  habe,  und  ihn 
einen  „nächtemen  Kopf"  nennt.)  Wir  erinnern  uns  — 
ich  habe  gleich  am  Eingang  meiner  Darlegungen  davon 
gesprochen  — ,  dass  Immermann  besonderen  Werth  darauf 
legte,  das  alte  Gedicht  so  wiederzudichten,  wie  es  Gott- 
fried, wenn  er  heute  wieder  auferstände,  es  uns  schenken 
würde;  wir  merken  nun  anch,  wie  er  dies  verstanden 
hatte,  bezw,  dass  er  den  CardJnalpunct  dieser  Frag« 
eigentlich  missverstanden  hat.    Indem  der  Dichter  sieh  in 


162 


AuffluchuDg  und  Herbeizerrung  solcher  mythischen,  wie 
historischen  Analogien  gefUlt,  indem  er  deutlich  die 
Absicht  hindnrchblicken  lässt,  sich  mit  allen  Mitteln  durch 
sein  Gedicht  in  den  Zusammenhang  der  litteratur  und 
Poesie  aller  Zeiten  einzugliedern,  hat  sich  seine  Dichtung 
als  ein  Product  jener  durch  und  durch  modernen,  be- 
wusstvoU  reflectir enden,  im  schlechten  Sinne  „sentimen- 
talischen"  (um  mit  Schiller  zu  reden)  Richtung  entpuppt, 
die  von  echter  Poesie  eher  ableitet,  als  in  ihre  Arme 
fuhrt  Anspielungen  an  David' und  Goliath,  Hector  imd 
Achill  u.  dgl.  finden  wir  so  eine  reichliche  Menge  bei 
ihm;  bald  erinnert  ihn  eine  Episode  an  Judith,  bald 
wieder  eine  Scene  an  Hamlet;  mit  der  Bereitung  des 
„Liebes tranks"  durch  die  Zauberkünste  der  Mutter  Isoldens 
in  der  Mittags -Sonnengluth  verknüpft  sich  ihm  der  Ge- 
danke an  Pan's  Mittagsschlaf,  mit  dem  Minnetrunk  der 
beiden  Liebenden  auf  dem  Schiffe  derjenige  an  den  Wein 
des  hl.  Abendmahls,  imd  das  klingt  dann  wieder  stark 
an  Schlagwörter  aus  der  Romantik,  an  eine  Verbindung 
von  Wollust  und  Religion  bei  Novalis,  Werner  oder 
Heinr.  von  Kleist  an;  die  kleine  Insel,  an  welcher  sie 
bei  der  Meerüberfahrt  anlegen  und  Rast  machen  (man 
erwartet  bei  seiner  realistischen  Beschreibimg  der  See- 
krankheit des  Gefolges,  der  Unterhaltung  der  Cavaliere 
imd  des  Geplausqhes  der  Hofdamen  nur  eben  noch  das 
moderne  „Eohlenfassen^ !),  wird  ihm  speciell  zur  Nonnen - 
Insel,  die  beiden  Liebenden  müssen  bei  ihm,  bevor  sie 
den  verhängniss vollen  Trunk  thun  —  er  nach  Jerusalem, 
d.  h.  nach  einem  ELreuzzug,  sie  „nach  engstem  Bann  von 
strengen,  heiligen  Pflichten^  —  sich  sehnen.  Die  Ruhe 
der  Meerfahrt  hätte  dem  Helden  diese  stille  Sehnsucht 
genährt,  schildert  der  Dichter  (wie  „jetztzeitlich",  wie 
so  gänzlich  unnaiv  ist  das  anempfunden!),  und  Isolde 
klagt  um  dieselbe  Zeit  etwa  zu  Brangäne: 

„Nur  Abschied  nehm  ich,  ernsten  nur 
Von  Meer  und  Himmel,  Licht,  Natur, 
Weil  mich  in  Zukunft  soUn  durchlichten 
Der  Sonne  einzig  hohe  Pflichten. 
Weil  mich  die  Welt  und  ihre  Pracht 
Nicht  wenden  soll  durch  Tagesgrüsse 
Vom  Schauen  in  die  heiige  Nacht, 
Darin  der  Herr  wusch  niedre  Füsse! 
Noch  einmal  blick  ich  in  den  Glanz 
Und  will  dann  sein  der  Dürftgen  ganz, 
Der  Wunden,  Ijahmen  und  Geschwächten 
Im  engsten  Bann  von  strengsten  Rechten. 
Die  Liebe  kenn  ich  nicht!" 

Wenn  aber  irgend  Etwas,  so  war  gerade  dies  der 
verfehlte  Weg,  zum  eigentlichen  Kern  der  Dichtung  vor- 
zudringen, das  Alte  und  Fremde  daran  unserem  Bewusst- 
sein  wieder  zu  gebären.  Es  ist  ein  Neues,  aber  ohne 
das  Alte!  Das  also  kann  es  nicht  wohl  sein,  was  Immer- 
mann allenfalls  Wagner  genähert  hat.  Ein  Anderes 
aber  ist  es,  was  uns  an  dem  Gedicht  im  Hinblick  auf 
Wagner's  spätere  Dichtung  zum  mindesten  doch  sehr  be- 
achtenswerth  dünken  muss:  eine  Menge  gleichlautender 
Worte  und  Bezeichnungen  nämlich,  ähnlicher  Gedanken 
und  Ausdrücke,  die  später  bei  Wagner  —  von  diesem 
freilich  oft  in  einem  ganz  anderen  Zusammenhang  aufge- 
nommen und  so  recht  erst  in  organischen,  gemeinsam- 
lebendigen Fluss  gebracht  —  wieder  auftauchen.  Ich 
will  hier  nicht  davon  sprechen,  dass  man  in  einzelnen 
Versen  Immermann's,    so  z.  B.   |,Braugäne    schreiend  am 


Boden  liegend",  oder  „im  Schiffe  wenden  sich  die  Köpfe 
all  gen  Komwall''  —  einfach  nur  die  Regie- Anordnungen 
der   Bayreuther   Bühnendarstellung   vor    sich    zu    haben 
glaubt;    nur  darauf  will  ich  einstweilen  verweisen,    dass 
in  der  soeben  erst  citirten  längeren  Strophe  Schlagworte 
wie  „Heiige   Nacht",    „ Tages -Griisse",    „Welt  und  ihre 
eitle  Pracht"  fielen,   die  —  sobald  wir  nur  ernstlich  an 
Wagner's  2.  Act  denken  —  allsogleich  in  eine  sehr  helle 
Beleuchtung  treten.    Das  geht  aber  noch  viel  weiter,  und 
ich  will  denn  versuchen,    den  Leser  mit  den  hauptsäch- 
lichsten dieser  Anklänge  bekannt  zu  machen.    Ich  greife 
zunächst   noch  Einige    solcher  Schlagwörter  (wie   ich    es 
nannte),  d.  h.  Wörter,  die  später  eben  fär  Wagner  noch 
beziehungsvoll   werden   sollten,    heraus.      So    wird    vom 
Dichter   z.  B.    einmal    (nach   dem  Qenusa  des  Trankes) 
von  dem  „himmlischen  Tod"  gesprochen,  in  welchem  die 
Beiden  jetzt  in  ihrer  Liebe  sich  befänden;   ein  andermal 
von  dem  „selgen  Leid",    welches    sie  schon  mit  solcher 
Macht    durchdrungen    habe,    „dass   sie    ein  Schauer   des 
Todes  kühlte,  wenn  Eins  sich  nicht  am  Andern  fahlte"; 
ein  drittes  Mal    endlich  von    dem    „heiigen    Schweigen" 
im  „Dunkel"    der  „sternenüber wachten  Nacht".     „Ihr 
wonnemüdes   Auge   blindet"    heisst  e9  dann  wieder, 
und  von  Tristan  wird  gesagt,    „er  weint,    dass  nicht  die 
Leiber   ganz    geeint".      Ich   bitte    den   Leser   nur,    bei 
Wagner  an  Ausdrücke  wie  den  „süssen  oder  holden  Tod", 
die  „heilige,  ewge  Nacht,  hehrerhabne  Liebesnacht",  an 
die  Symbolik  von  Licht  imd  Dunkel,  an  „Bricht  mein  Blick 
sich  wonn-erblindet" ,  und  an  das:    „So  stürben  wir,  um 
ungetrennt"  oder  „Herz  an  Hei;?    dir,  Mund  an  Mund" 
und  Aehnliches  zu  erinnern,  um  zu  begreifen,  warum  ich 
das  wohl  hier   angeführt  habe.     Wir   treffen   aber   auch 
noch  auf  andere  Stellen,    die  uns  nicht  wenig   frappant 
berühren  mögen,      „'s  ist  Nacht  ....  die  Fackeln,  herr- 
lichst   angefacht,    die   kommen,    ob    sie   Niemand   lüde" 
lautet   u.  A.   eine  Stelle    gleich    zu  Anfang   des   letzten 
(12.)  Gesanges:    „Komwall",  und  wer  dächte  bei  solchem 
Wortlaut  nicht  unwillkürlich  an  den  Anfang  des  2.  Actes 
von  Wagner,  wenn  es  sich  auch  hier  bei  Immermann  — 
genau  genommen  —  um  etwas  ganz  Anderes,  eine  Scene 
auf  dem  Schiffe,  handelt.     „Bleich  ward  das  Meer,  der 
Himmel    roth    —    rein    Frühelicht    im    Osten     bot    den 
schönsten  Tag"   lautet  dann  wieder  Vers  18f — 183  des- 
selben Gesanges  und  wieder  möchte  man  meinen,  es  könnte 
sich  nur  um  das  heranbrechende,  von  Brangäne  längest  ver- 
kündete „Morgenroth"  handeln,  wenn  wir  ims  nicht  doch 
sofort  dabei    ins  Gedächtniss   zurückrufen  müssten,    dass 
dort  bei  Wagner  nicht  nur   nicht  vom   „schönsten  Tag, 
der    seit  Beginn  der  Welt  geschienen  reiner  Minne"    die 
Rede  sein  kann,  sondern  vielmehr  mit  dem  Verse:   „Der 
öde    Tag    —    zum    letzten    Mal!"    der    Immermann'sche 
Sinn  geradezu  in  sein  Gegen theil  gekehrt  worden  wäre. 
Auch  der  Passus  von  Vers   145  ab  bei   Immermann  ist 
wichtig,    wo    erzählt    wird,    wie    Tristan    Isolden    seine 
„Lügen"   abgebittet  habe, 

„Sein  Heucheln  und  sein  schlau  Verkleiden, 

Den  Ueberrauth;  und  sie  vergab. 

Denn  Lügen,  sagte  sie,  sind  Leiden" 

—  eine  Episode,  die  ja  in  gewissen  Strophen  des  nacht- 
liclien  Zwiegesangs  der  beiden  Liebenden  im  Wagnerischen 
Draina  ihr  vollendetes  Seitenstück  geiunden,  nur  dass 
man  hier  bei  Immermann  den  Ausdruck  „Lügen  und 
Heucheln"   weit  weniger    gut  begreift,    als    bei  Wagner, 


16» 


der  ihn  doch  durch  die  tiefere  philosophische  Beziehung 
des  Ganzen  ausreichend  motivirt  hat.  Endlich  findet 
sich  im  Immermann'schen  „Tristan*'  (XI,  875  ff.)  auch 
noch  die  folgende  Schilderung:  „Sie  sagten  Nichts.  Nur 
süssen  Schalls  haucht:  Du!  bisweilen  —  das  ist  Alles  — 
von  ihm  zu  ihr,  von  ihr  an  ihn,  wenn  sie  die  Lippen 
dem  Euss  entziehn.  —  ürbestes  wolln  sie  offenbaren 
und  können  sagen  Nichts  als:  Du!"  oder  (Vers  889  ff.): 
„Es  fasste  mich  mein  liebes  Mein,  ich  fasste,  was  mir  war 
entwunden,  wie  könnt  es  jemals  anders  sein  und  anders 
wo,  als  so  verbunden?  So  denket  stumm  (!)  Isolde,  Tristan, 

in    denen    Gegenwart    nur   rann'' —    und    ich 

brauche  hier  gewiss  nicht  erst  auf  die  tiefsinnige  Philo- 
sophie Wagner's  ftber  das  „süsse  Wörtlein:  und"  und 
über  „unsere  Liebe?  Tristan's  Liebe?  Dein'  und  mein', 
leolde's  liebe?"  besonders  aufmerksam  zu  machen;  wo- 
gegen uns  denn  freilich  Immermann's  Sprachohnmacht 
und  Versuch,  in  der  Stummheit  der  Liebe  deren  Wesen 
zu  schildern,  gegenüber  der  von  der  Musik  aufgenommenen 
und  auf  ihren  hohen  Wogen  getragenen  Philosophie 
Wagner's  recht  sehr  verblasst  erscheinen  will.  Von  einer 
absichtsvollen  „Entlehnung"  solcher  Stellen  aus  Immer- 
mann auf  Seiten  Wagner's  kann  darum  auch  schon  des- 
halb keine  Rede  sein,  weil  ja  der  moderne  Meister  der 
Töne  wie  der  Worte  —  wie  später  noch  eingehender 
nachzuweisen  sein  wird  —  diese  Ideen  in  seinem  Ge- 
dichte meist  in  einem  ganz  anderen,  wie  schon  erwähnt, 
oft  geradezu  entgegengesetzten  Sinne  verwerthet,  somit 
durchaus  selbständig  und  eigenartig  neu  behandelt  hat. 
Aber  interessant  und  fesselnd  sind  derartige  Anklänge  ja 
doch  immerhin!  So  will  ich  an  dieser  Stelle  nur  noch 
bemerken,  dass  in  dem  Immermann'schen  Verse  „Denn 
Gott  bewegt  die  Miun  im  Ring"  ein  (wenn  auch  nicht 
allsu  starker)  Vorklang  an  das  Wagner'sche  „Welten- 
werdens Walterin  ^'  und  vor  der  Landung  auf  Korn  wall, 
in  der  Aufforderung  Isoldens  an  Tristan:  mit  ihr  „aus 
den  Ketten  des  Elends"  durch  einen  muthigen  Meer- 
Sprung  in  den  Tod  zu  gehen,  Etwas  wie  Vorgeschmack 
an  so  manche  ähnliche  oder  doch  verwandte  Stelle  in 
unserem  Drama  vorliegt,  —  will  aber  damit  das  Capitel 
Immermann  nun  auch  zu  endgiltigem  Abschluss  gebracht 
haben.  Wir  wenden  uns  nunmehr  der  bereits  in  Aus- 
sicht gestellten  Beschäftigung  mit  Hermann  Kurtzens  ver- 
suchter Bearbeitung  und  Neuergänzung  zu! 

(Fortsetzung  folgti) 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 

Frankfurt  a.  M.,  im  März. 

Die  letzte  Zeit  brachte  uns  Novitäten  zweier  Frankfurter 
Künstler,  deren  Erwähnung  nicht  nur  Local-Patriotismus  ge- 
bieten dürfte:  „Das  Qlück  von  Edenhall",  Ballade  ftlr  Chor 
und  grosses  Orchester  von  Engelbert  Humperdinck  und 
eine  noch  im  Manuscript  befindliche  Sonate  für  Pianoforte  und 
Violine  von  Anton  ürspruch.  Es  ist  eine  offene  Frage, 
welche  Compositionsweise  der  Balladenform  am  meisten  ent- 
spricht. Dass  die  gleichmässige  musikalische  Behandlung 
sämmtlicher  Strophen,  wie  sie  einst  Johann  Andr6  und  in 
seiner  ersten  Periode  auch  noch  Zumsteeg  eigen  war,  den 
charakteristischen  Lihalt  der  dramatisch  zugespitzten  Balladen 
eines  Schiller,  Uhland,  Bürgern.  A.  nicht  mehr  erschöpft,  ist 


wohl  ausser  Zweil'el,  und  Schumann,  Löwe  u.  A.  haben  daher 
mit  vollem  Bechte  die  Liedform  zu  Gunsten  eines  der  Ton-  und 
Stimmungsmalerei  freien  Raum  gewährenden,  aber  doch  auch 
in  sich  geschlossenen  Organismus  aufgegeben  und  die  Balladen 
durchcomponirt.    Ob  es  nun  aber  ästhetisch  richtiger  ist,  den 
ganzen  Inhalt  durch  Chor  oder  durch   eine  einzelne  Sing- 
stimme  oder  abwechselnd  durch  Beide  oder  gar  melodrama- 
tisch wiederzugeben,  lässt  sich  schwer  entscheiden  und  wird 
stets  davon  abnängen,  welchem  Element,  dem  epischen  oder 
dramatischen,  der  Componist  den  Vorzug  einräumen  zu  müssen 
glaubt.    Jedenfalls  dtlme  unbeschadet  der  Einheitlichkeit  des 
Stiles  die  dramatische  Lebendigkeit  von  einem  einzelnen  Sän- 
ger am  besten  gewahrt  werden,  zumal  dem  Tonkünstler  der 
Widerspruch   erspart  bleibt,  IJinzelreden  durch  einen  Chor 
singen  zu  lassen.    Dieser  Widerspruch  wird  sich  aber,   ver- 
traut man  den  ganzen  Gesang  dem  Chor  an,   immerhin   be- 
denklich fühlbar  machen  imd  auch  dadurch  kaum  in  seiner 
Wirkung  gemindert  erscheinen,  dass  der  Ton  der  Erzählung 
seitens  einer  Gesammtheit  die  epische  Obiectivität  am  meisten 
in  den  Vordergrund  treten  lässt.     Erhöhte,  vielleicht  etwas 
opemhane  Windung  erzielt  aber  sicher,  allerdings  auf  Kosten 
der  Einheitlichkeit  des  Stiles,  das  Abwechseln  des  Chores  und 
der  einzelnen  Singstimmen.    Man  kann  es  nicht  gerade  ge- 
wagt bezeichnen,  wenn  Hr.  Humperdinck  bei  der  Gomposition 
der  Uhland'schen  Ballade  mit  Robert  Schumann  in  Goncurrenz 
trat.  Die  Genialität,  der  charakteristische  Ausdruck,  der  Dufb 
der  Poesie,  welche  sich  in  den  meisten  Werken  des  berühmten 
Romantikers  widerspiegeln,  werden  in  seinem  nachgelassenen 
Op.  143  schmerzlich  vermisst,  und  obschon  das  WerE  ühland's 
von  R.  Hasenclever  in  wenig  pietätvoller  Weise  fftr  den  Com- 
ponisten  specieU  zugestutzt  worden  und  Letzterer  zur  drama- 
tischen Belebimg  &li   mit  Chor  abwechseln   lässt,  ist   das 
Werk   doch   mit  seinem  fast  bis  zum  Schlüsse  anhaltenden 
Cdur-'/4-Takt  von  einer  solchen  GMankenarmuth  und  Mono- 
tonie, so  jeder  Charakteristik  bar.   dass  es  wohl  nur  kunst- 
historischen Werth  beanspruchen  Kann.  Hr.  Humperdinck  ist 
seiner  Aufjeabe  mit  grosser  Frische  und  offenbarem  composl- 
torischen  Geschicke  entgegengetreten   und    hat   ein  in  sich 
wohl  abgeschlossenes  Werk  geschaffen.    Sehen  wir  davon  ab, 
dass   die  Reden  des  jungen  Lord  von  dem  ganzen  Chor  ge- 
sungen werden  —  nur  die  Worte  der  Fee  ,,Kommt  dieses  Glas 
zu  Fdl"  etc.  hat  er  zur  stärkeren  Hervorhebung  der  wichtigen 
Stelle  einem  Altsolo  anvertraut  — ,  so  fesselt  &fl  Werk  durch 
dramatische  Lebendigkeit,  gewählte,   aber  doch  natürliche 
Melodik  und  ein  durcnaus  nicht  auf  drinelich  wirkendes  Local- 
colorit  (z.  B.  das  Eingangsthema  der  Holzbläser).  Die  Instru- 
mentation entspricht  ohne  IJeberladung  den  Errungenschaften 
der  Neuzeit  und  zeichnet  sich  durch  Klarheit  aus.    Die  Bal- 
lade,  deren  Vorführung  in   dem  Caecilien- Verein   unter 
Leitung  des  Hm.  Professor  Müller  wohl  mehr  Temperament 
vertragen  hätte,  üeuid  allgemeinen  und  wohlverdienten  Beifall. 
Die  Sonate  des  Hm.  ürspruch,  welche  unser  trefflicher  Pia- 
nist Hr.  Max  Schwarz  an  seinem  interessanten  und  überaus 
reichhaltigen  dritten  Clavlerabend  za  Gehör  brachte,   ist  ein 
ebenso  feinsinniges,  als  technisch  abgerundetes  Werk,  welches 
von  jedem  Weltschmerze  freie,  reizend  erfundene  Motive  auf- 
weist.   Dem  ersten  leidenschaftlich  bewegten  Satze  in  Dmoll, 
welchem  wir  vor  den  anderen  den  Vorzug  einräumen  möch- 
ten,  folgt  ein  sehr   gesangreiches  Larghetto  in  einem  nach 
Moll  jedenfalls  nicht  gewöhnlichen  Hdur.  Das  Scherzo  (Dmoll) 
ist  leicht  beschwingt  und  enthält  schöne  Klangeffecte.     Der 
letzte  Satz  (AUegretto  lento),  welcher  sich  am  Schlüsse  moti- 
visch an  den  ersten  Satz  amehnt,  interessirt  mehr  durch  die 
feine  Arbeit,  als  durch  Prägnanz  der  Themen.  Leider  wurde 
dem  Werke,  in  welchem  wir  eine  dankenswerthe  Bereicherung 
der  Sonaten-Lltteratur  begrüssen  können,  wegen  des  techni- 
schen Unvermögens  des  G^ie^rs,  welches  selbst  einen  so  her- 
vorragenden Künstler   wie  Max  Schwarz   fesselnd  und  blei- 
schwer in  Mitleidenschaft  zog,  eine  dem  Gehalte  wenig  ent- 
sprechende Wiedergabe  zu  TheiL   Wir  trafen  kein  Bedenken, 
den  beiden  genannten  Tonschöpfem  einen  dritten  Componisten 
anzureihen,   welcher  auch  in  der  Kunstwelt   und  nicht  nur 
wegen  seines  anspruchslosen,  sympathischen  Wesens  eine  höchst 
ehrenvolle  Stellung  einnehmen  würde,  wenn  ihn  das  Geschick 
nicht  zu  einer  königl.  Hoheit  und  dem  successionsberechtlgten 
Agnaten  eines  re^erenden  grossherzoglichen  Hauses  gemacht 
hät1>e  — den  im  Winter  hier  residirenden  Landgrafen  Alexander 
Friedrich  von  Hessen,  einen  nahen  Verwandten  des  deutschen 
Kaiserhauses.     Wir  dürfen  in  ihm  nicht  einen  dilettirenden 
Grand  erblicken,  welcher  neben  Paraden  und  Rennsport  herab- 
lassend einige  Mussestiinden  für  die  Tonkunst  erübrigt,   der 

18* 


164 


La&dgraf  hat  alle  seine  Kräfte  und  unter  Anleitung  von 
Anton  ürspruch  auch  ernBtes  Studium  der  Tonkunst  gewid- 
met. Das  von  Hm.  Max  Schwarz  in  dem  erw&hnten  Concerte 
vorgetragene  Phantasiestück  ist  ein  unverkennbarer  Fort- 
schntt  gegen  das  Streichquartett  des  fürstlichen  Oomponisten 
rOp.  1)  und  fesselt  bis  zum  Schluss.  Wir  kennen  kern  Stück 
der  musikalischen  Litteratur.  welches,  ohne  jede  Beminiscenz 
in  den  Motiven,  der  ganzen  Structur  imd  in  dem  Olaviersatze 
so  sehr  im  Geiste  von  Johannes  Brahms  erfasst  und  durch- 

SefÜhrt  wäre.  Wir  glauben  der  Hochachtung  für  den  grössten 
er  lebenden  Tonkünstler  Nichts  zu  vergeben,  wenn  wir  be- 
haupten^  dass  die  Aufschrift  des  Titelblattes:  „Hm.  Dr.  Job. 
Brahms  m  Verehrung  gewidmet  von  dem  Landgrafen  Alexander 
Friedrich  von  Hesseir',  ohne  Becriminationen  hervorzurufen, 
auch  die  Verschiebung  erleiden  könnte:  „Sr.  königl.  Hoheit 
dem  Landgrafen  von  Hessen  in  Verehrung  gewidmet  von 
Johannes  Brahms^. 

(Schluss  folgt.) 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Von  denGesellschaftsconcerten,  die  bekanntlich  seit 
vorigem  Jahre  wieder  Hr.  Ger  icke  dirigirt,  haben  bisher 'vier 
stattgeAmden,  drei  „ordentliche*' und  ein  „ausserordentliches^. 
Das  Letztere  brachte  in  schwungvoller  und  gerundeter  Dar- 
stellung seitens  des  Chores  und  mit  Frl.  Standthartner, 
dann  den  HH.  Walter  und  Staudigl  als  durchaus  befrie- 
digenden Solisten  H^dn*s  „Jahreszeiten*',  über  die  wir  den 
Lesern  wohl  nichts  ^eues  zu  sa^en  haben.  Auch  das  dassi- 
sche  Object  des  ersten  „ordentlichen**  Gesellschafbsconcertes, 
HändePs  „Alezandersfest**,  fordert  keine  besonderen  Bemer- 
kungen heraus.  Die  Wirkung  war,  wie  bei  den  meisten  Ora- 
torien des  Meisters,  gewaltig  in  den  wohl  studirten  Chören, 
schwächer  in  den  Solonummem,  an  deren  Wiedergabe  sich 
indess  das  bei  uns  seit  dem  Vorjahr  bereits  bestens  accreditirte 
Künstlerpaar  Hildach  und  der  nicht  eben  stimmbegabte, 
aber  umsomehr  stimm^bildete  Tenorist  F.  Litzinger  aus 
Düsseldorf  mit  edlem  Eifer  betheiligten.  Ln  zweiten  Concert 
concentrirte  sich  das  Hauptinteresse  auf  die  mächtige  Schluss- 
nummer: Bruckner's  „Te  Deum**,  das  kaum  in  Benin  enthu- 
siastischer aufgenommen  worden  sein  kann.  Und  der  hin« 
reissende  Eindruck,  sich  in  immer  von  Neuem  wiederholten 
stürmischen  Hervorrufen  des  Componisten  kundgebend,  ging 
diesmal  fast  ausschliesslich  von  dem  apostolischen  Feuer  der 
Tondichtung  selbst  aus,  die  Wiedergabe  war  keineswegs 
musterhaft^  ^vor  Allem  fehlte  jener  Zug  und  Schwung,  zu 
welchem  Hans  Bichter  bei  der  letzten  hiesigen  Au^hrung 
des  Werkes  (1888)  die  Chorsänger  zu  begeistern  wusste. 
Schumann's  poetisch  empfundenes,  aber  nachgerade  auch  ver- 
blassendes „Requiem  für  Mignon**  (mit  einer  sehr  verdienst- 
lichen Sopranistin  Frl.  Friederike  Mayer),  weiter  der  erste 
Satz  aus  J.  S.  Bach*s  Cantate  „Wie  schön  leuchtet  der  Mor- 

fenstem**  —  ein  ebenso  kunstvoll  gebildetes,  als  durch  fromme 
timmung  ergreifendes  Meisterstüdc — leider  brachte  man  nicht 
die  ganze  Cantate  ~,  endlich  Brahms*  herrliches  Violinconcert, 
dessen  Schönheiten  bei  jedesmaligem  Hören  mehr  überzeugen 
und  zu  Herzen  dringen,  waren  die  Übrigen  Nummern  des 
Programms.  Im  Sofovortrag  des  Brahms'schen  Concertes  er- 
waro  sich  Hr.  Hans  Wessely  durch  edle  Wärme  und  tadel- 
lose Beherrschung  des  Technischen  allgemeine  Anerkennung, 
ohne  aber  den  vollen  poetischen  Zauoer  aus  dem  grossen 
Werke  hervorzuholen,  wie  dies  —  mit  berückender  Wirkung  — 
zu  Anfang  der  Saison  bei  uns  Franz  OndriÖek  gelang,  der 
neben  Joachim  wohl  jetzt  als  der  berufenste  Interpret  des 
bedeutendsten  Violinconcertes  der  G^enwart  gelten  darf.*) 

Eine  besonders  gute  AufBihrung  fand  als  Object  des 
dritten  Gesellschaftsconcertes  Max  Bruch *s  in  Wien  noch 
nicht  gehörte  Vertonung  des  SchiUer'schen  „Liedes  von  der 
Glocke**.  Dennoch  war  der  Eindruck  kein  vollbefriedieender. 
Die  G^dankenwucht  der  Schiller'schen  Verse  bleibt  eben  — 
wie  dies  schon  Dr.  Eretzschmar  in  seinem  trefflichen  Führer 
durch  den  Concertsaal,  Band  3,  sehr  richtig  bemerkt  —  der 
Musik  imerreichbar;  was  sie  bieten  kann,  sind  im  besten 
Fall  einzelne  Stimmungsbilder,  die  sich  denn  auch  M.  Bruch 
in  geistvoller  Anempnndung  nicht  abgelten  Hess.  Gerade 
einer  mehr  abstracten  Partie  aer  unsterbuchen  Dichtung,  dem 
Lobpreis  der  „heiligen  Ordnung**,  hat  er  eine  ungeahnt  grosse 

*)  Beiden   Künstlern    dürfen    wir   als   ebenbtürtig  Adolf 
Brodsky  zugesellen*  D.  Red. 


Wirkung  abgewonnen,  auch  sonst  fehlt  es  nicht  an  fesseln- 
den Einzelnheiten  —  hierher  gehören  der  ergreifende  Ausgang 
(„Ein  süsser  Trost  ist  ihm  geblieben**)  der  sonst  ziemlich 
conventionell  behandelten  Brandscene  und  das  liebliche  Terzett 
„Holder  Friede**,  in  dessen  Instrumentalbegleitung  das  Weih- 
nachtslied „Stille  Nacht,  heiige  Nacht**  sinnig  emgeflochten 
ist,  ferner  der  süssmelodische  Anfang  des  sich  dum  zu  oft 
wiederholenden  Liebesgesanges  „0  dass  sie  ewig  grünen 
bliebe**  und  Anderes.  Aber  im  Allgemeinen  offenbart  auch 
diese  „den  Manen  Schiller's**  gewidmete  und  gewiss  schon 
deshalb  mit  hohem  künstlerischen  Ernst  erfasste  Cantate 
den  Grundmangel  fast  aller  grösseren  Arbeiten  Bruches:  das 
Physiognomielose,  das  Fehlen  einer  ausgesprochen  tondichte- 
rischen Persönlichkeit.  Wer  ein  ihm  noch  unbekanntes 
Stück  Schumann,  Wagner,  Liszt^  Brahms  hörte,  würde  ge- 
wiss, ist  er  sonst  in  der  musikalischen  Litteratur  zu  Hause, 
den  Componisten  sehr  bald  errathen,  Jeder  hat  eben  seinen 
ausgeprägten  eignen  Stil.  Wer  könnte  das  aber  —  abzüglich 
der  Erfindunf;  —  von  Max  Bruch  sag^n?  Dass  der  Com- 
ponist  des  „Odysseus**  und  „Achilleus**  ein  Meister  der  Mache, 
dass  Wenige  so  wie  er  die  Massen  des  Chors  für  eine  gevnss 
dramatisirende  Bichtung  der  Cantate  im  Concertsaal  orga- 
nisch zu  verbinden  und  zu  steigern  wussten,  dass  er  auch 
ferner  bei  aller  imposanten  Sch^lfÜlle  nie  brutal  wird,  das 
Alles  wird  ihm  Niemand  abstreiten.  Aber  über  den  Mangel 
an  Innerlichkeit  und  an  schneidigen  Gegensätzen  hilft  zuletzt 
doch  alle  Klangschönheit  und  akademische  Glätte  nicht  hin- 
weg, und  das  empfindet  man  in  dem  sanguinischen,  vielfsrch 
nocn  naiv  gebliebenen,  jedenfeills  beim  Hören  durchschnitt- 
lich noch  sehr  wenig  reflectirenden  Wiener  Publicum  wohl 
auch  ungleich  mehr,  als  im  kühleren  Norden.  Thatsache 
ist,  dass  von  Bruches  grösseren  Werken  bei  uns  nur  ein 
einziges:  das  erste  Violinconcert  in  GmoU,  durch  häufige 
Vorführung  seitens  aller  möglichen  berufenen  oder  auch  un- 
berufenen V  irtuosen,  selbst  Dilettanten  wirklich  populär  ge- 
worden ist,  im  Uebrigen  hielt  sich  kein  Stück  in  der  Gunst 
der  Menfi;e,  selbst  die  einst  so  enthusiastisch  aufgenommene 
„Frithjofiscene**  fand  man  bei  der  letzten  AuöÜhrung  (vor  zwei 
Jahren)  verblasst  oder  doch  stark  ausgekühlt.  Im  GteseU- 
schaftsconcert  kam  man  dem  „Lied  von  der  Glocke**  anfangs 
mit  entschiedenem  Interesse,  ja  mit  wahrer  Sympathie  ent- 

gegen,  immer  mehr  stellte  sich  aber  dann  im  verlauf  des 
k)ncert8  eine  gewisse  Enttäuschung  ein.  .Schiller  ist  uns 
doch  lieber,  eSs  sein  formgewandter  akademischer  Nach- 
dichter** —  war  auf  so  manchem  Antlitz  deutlich  abzulesen. 
Die  Aufführung  war  wie  gesagt  eine  ausgezeichnete,  Hr. 
Ger  icke  hatte  Chor  und  Orchester  diesmal  musterhaft  ein- 
studirt,  und  auch  die  Solisten,  unter  welchen  sich  drei:  Frl. 
V.  Artner,  Frau  Körner  und  Hr.  Bitter  noch  durch  be- 
sondere sinnliche  Frische  auszeichneten,  boten  sämmüich 
ihr  Bestes. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Das  hiesige  Musikleben  ist  in  den  letzten  Jah- 
ren durch  die  Concerte  des  Liszt- Vereins  und  die  Akademi- 
schen Orchester-Concerte  derart  wesentlich  in  gut  q  ualitativem 
Sinne  gesteigert  worden,  dass  man  unsere  citadt,  ohne  in 
Localpatriotismus  zu  verfallen,  wohl  als  die  erste  deutsche 
Musikcentrale  bezeichnen  darf.  Diese  Wahrnehmung  drängte 
sich  gerade  in  der  letzten  Zeit  mit  ihren  bedeutsamen  an 
dieser  Stelle  gewissenhaft  registrirten  und  besprochenen  Musik- 
aufiPührungen  auf.  Hierzu  rechnen  wir  aus  den  letzten  Wochen 
vor  Allem  das  B.  Concert  des  Liszt- Vereins  und  das 
2.  Concert  des  Biedel-Vereins.  Das  3.  Liszt- Vereinscon- 
cert  schloss  sich  in  der  Programmaufstellung  seinem  Vor- 
gänger darin  an,  dass  den  Schwerpunct  Liszt^sche  Orchester- 
werke bildeten  und  zur  Leitung  ein  ausgezeichneterauswärtiger 
Dirigent  berufen  worden  war.  Es  waren  dies  die  symphonischen 
Dichtungen  „Die  Ideale**  und  „Mazeppa**,  welchen  sich  als 
Werk  gtöicher  G^attung  des  Dirigenten  Hrn.  Hofcapellmeister 
Bich.  Strauss*  »Tod  und  Verklärung**  anschloss.  Zwischen 
diesen  reinen  Orchesternummern  spielte  der  Pianist  Hr. 
Alexander  Siloti  unter  Begleitung  des  Orchesters  die  „Wan- 
derer**-Phantasie  von  Schubert-Liszt  und  solo  zwei  Etüden  von 
Chopin,  Liszt's  14.  Ungarische  Bhapsodie  und  Mephisto- Walzer 
und  eine  Fmoll-Bomanze  von  Tschaikowsky,  die  .beiden  letzten 
Stücke  als  Zugaben.  Leider  ist  uns  der  Anfangstheil  der 
„Ideale**  entgangen,   der  gleichzeitig  im  Neuen  Gewandhaus 


166 


Stattfindenden  Kammermusik  wegen,  deren  1.  Programmnum- 
mer, Volkmann'sGmoll-Streichguartett,  wir  nicht  versäumen 
wollten ;  wir  haben  aber  dank  der  früheren  Bekanntschaft  mit 
Liszt's  durch  hohe  melodische  Aumnth  und  besondere  Innig- 
keit des  Ausdrucks  ausgezeichnetem  Werke  auch  aus  dem  von 
uns  gehörten  Theil  desselben  noch  reichen  G^nuss  gezogen, 
wde  der  später  folgende  von  Victor  Hugo  inspirirte  und  dessen 
gleichnamig  Dichtung  in  Musik  übersetzende  „Mazeppa**  mit 
seiner   genial   realistischen  Schilderung  des  grässlichen  Vor- 

fanges  uns  von  Neuem  ergriffen  und  gepackt  hat.    Kichard 
trauss  ist  in  seinem  Werke  ein  treuer  Jünger  Lis^'s,  und 
wenn  Phantasie,   scharfes  Oharakterisiren  und  eminente  In- 
strumentationskunst zu    einem   vollbefriedigenden   Eindruck 
ausreichten,  nicht  aber  die  eigentliche  musikalische  Erfindung 
einen  Hauptfactor   bildete,   so   wäre   diese   ein  altes  Thema 
in  neuer  Weise  variirende  Composition  ein  Muster  dieser  Art, 
denn  was  Strauss  mit  den  zuerst  genannten  drei  Eigenschaf- 
ten erreicht,  ist  auch  dann  noch  staunenswerth,    wenn  man 
seinen  oft  zum  musikalischen  Chaos  ausartenden  Tonhäufun- 
gen als  Hörer  die  nöthige  Kaltblütigkeit  entgegen  zu  setzen 
vermag.  Aber  wie  merkwürdig  dürftig  nimmt  der  musikalische 
Kern  dieser  umfangreichen  Tondichtung  sich  aus ,  wie  unselb- 
ständig und  unbedeutend  sind  die  paar  musikalischen  Phrasen, 
die  Hr.  Strauss  seinem  musikalischen  Speculationsvermögen 
abgerungen  hat!  Bei  den  Lobeshymnen,  welche  Hm.  Kichard 
Strauss  als  Componisten  so  vielfach   gesungen   werden,   soll 
wenigstens  von  unserer  Seite  auf  diesen  Mangel  seines  Talen- 
tes einmal  ausdrücklich  hingewiesen  werden,   der  sich  nicht 
blos  in  dem  in  Rede  stehenden  Werke,   sondern  auch  sonst 
bei  ihm  bemerklich  macht,  und  der  ihn  lehren  sollte,  weniger 
absprechend  über  andere  Componisten  zu  urtheilen.    Soll  er 
sich  doch,  verbürgten  Nachrichten  zufolge,  z.  B.  darauf  Etwas 
einbilden,  in  seiner  Weimarischen  Amtsthätigkeit  Schumann, 
Mendelssohn  und  Brahms  vollständig  zu  ignoriren,  trotzdem 
er  es  doch  andererseits  nicht  umgehen  kann,  gedankliche  An- 
leihen bei  diesen  Meistern  zu  machen!  Dass  Hr.  Strauss,  wie 
wir  schon  früher  offen  anerkannt  haben,  ein  aussergewöbnlich 
begabter,  in  den  ihm  von  seiner  Subjectivität  gezogenen  Grenzen 
feurig  und  sicher  das  Orchester  beherrschender  Dirigent  ist, 
hat  er  auch  an  diesem  Abende  glänzend  bewiesen :  die  verstärkte 
Caf^elle  des   134.  Infant erie-Eegiments  bat  ganz  Ausgezeich- 
netes unter  seiner  elektrisirenden  Leitung  geleistet.  Dem,  was 
wir  in  den  Akademischen  Orchesterconcerten  von  ihr  gewöhnt 
sind  und  unter  Weingartner's  Direction  von  ihr  gehört  haben, 
Ebenbürtiges.    Einen  ganz  ausserordentlichen  Erfolg  erspielte 
sich  Hr.  Siloti,   der  in  den  vier  Jahren  seiner  Abwesenheit 
von  Leipzig  nicht  blos  seine  schon  früher  jedem  technischen 
Problem   siegvollst  gewachsen  gewesene  Technik  wesentlich 
gesteigert,  sondern  namentlich  nach  Seiten  des  musikalischen 
Ausdrucks  und  der  Modnlationsfähigkeit  des  Tons  sich  ver- 
vollkommnet hat,  sodass  man  für  die  Art  seines  Vortrags  nur 
den  hierin  einzigen  d'Albert   als    bezeichnendes  Beispiel  an- 
führen kann,  womit  wohl  das  höchste  Lob  gesagt  ist,  das  wir 
diesem  jungen  Künstler  zu  spenden  vermögen.    Mehr  noch 
als  in  der  in  vollendeter,   aber  durch  zu  starke  Orchesterbe- 
gleitung in  der  vollen  Wirkung  zuweilen  etwas  beeinträchtigten 
Wiedergabe  der  „Wanderer** -Phantasie  traten  die  ausserordent- 
lichen Vorzüge  dieses  Clavierspiels  in  den  Solostücken  zu  Tage: 
ein  feines,  poetisches  Nachempfinden,  welches,  nach  dem  jewei- 
ligen Gehalt  der  Compositionen ,  im  männlich-Kräftigen  und 
Resoluten  eben  so  zum  Ausdruck  kam,  wie  in  dem  Weichen, 
Stissen  und  Träumerischen,  dazu  ein  Klang-  und  Tonzauber, 
dass  Alles,  was  der  Künstler  geistig  erschaut,  auch  zu   voll- 
ständig aaäquater  sinnlicher  Wahrnehmung  gelangte.  Der  Er- 
folg war  ein  immenser,    Hr.  Siloti  musste  nach  dem  letzten 

programmgemässen  Vortrag  noch  zwei  Extraspenden  machen, 
imd  er  wählte  hierzu  die  TschaiGLowsky^sche  Romanze  und 
darauf,  nach  mehrmaligem  Hervorruf,  den  geist-  wad  lebens- 
vollen Mephisto-Walzer.  Für  die  poetische  Vortragsweise  war 

der  benuts^  Blüthner-Flügel  mit  seinem  Klangdun  wie  eigens 
geschaffen. — Das  Riedel- Vereinsconcert  natte  als  Haupt- 

S feiler  Brahms^  herrliches  Deutsches  Requiem  im  Programm, 
em  ein  neues  Werk,  der  13.  Psalm  mr  Soli,  Doppelchor 
und  Orchester  von  Otto  Taubmann,  voranging.  Es  hat  diese 
ans  vier  Sätzen  bestehende  Novität  durchweg  den  Eindruck 
tüchtigen  Könnens  und  entschiedener  tonsetzenscher  Begabung 
gemacht,  nur  nicht  den  ausgesprochen  kirchlichen  Charakters, 
woAir  der  Musik  die  rechte  Vertiefung  in  die  so  gläubi^n 
Textesworte  abgeht.  Aber  ernst  und  ehrlich  ist  Alles  gememt, 
und  wenn  man  durch  das  Werk  auch  nicht  in  seinen  reli- 
giösen Empfindungen  gestärkt  und  gehoben  wird,  so  ist  doch 


seine  rein  musikalische  Wirkung  eine  durchweg  recht  befrie- 
digende. Mit  besonderem  Geschick  und  guter  Berechnung  des 
Gesammtklangs  ist  der  chorische  Theil  gestaltet,  der  im  De- 
tail überall  solide  Arbeit,  tüchtige  contrapunctische  Fertigkeit 
durchhören  lässt,  dem  aber  zu  Gunsten  des  rechten  Her vortretens 
der  menschlichen  Stimmen  an  mancher  Stelle  eine  etwas  schwä- 
chere Instrumentation  Nichts  geschadet  hätte.  Sehr  zweck- 
entsprechend sind  auch  die  Sou  ftir  Bariton  und  für  Sopran 
im  2.  und  3.  Abschnitt  eingeflochten.  Die  musikalischen  Ge- 
danken des  Hrn.  Taubmann  sind  nicht  gerade  bedeutend, 
aber  doch  überall  solid  und  fliessend  und  trotz  mancher  Herb- 
heit im  Ausdruck  nicht  ohne  melodischen  Reiz.  Das  Werk 
ist  nicht  leicht  zu  singen,  kam  aber  unter  Hrn.  Prof.  Dr. 
Kretzschmar's  geistvoller  Direction  nichtsdestoweniger  zu 
trefflichster  Ausführung,  die  im  solistischen  Theil  durch  Frau 
Hoeck-Lechner  aus  Carlsruhe  imd  unseren  Hrn.  Sehe Ip er 
bestellt  war.  Eine  von  allseitigster  Liebe  und  Begeisterung 
getragene,  von  dem  genialen  Dirigenten  bis  ins  feinste  Fäser- 
chen  hinein  sorgsamst  vorbereitete  und  mit  fortreissendem 
Schwünge  frei  aus  dem  Gedächtniss  geleitete,  wirklich  ideale 
Wiedergabe  erfuhr  wieder,  wie  im  Herbst  1888  durch  densel- 
ben Chor,  dasselbe  Orchester  und  mit  demselben  Dirigenten, 
das  Brahms'sche  Werk,  die  nur  im  5.  Satz  durch  die  klang- 
lich unschöne  Art,  in  welcher  Frau  Hoeck-Lechner  —  g^z 
im  Gegensatz  zu  dem  tiefergreifenden  Sologesang  des  Hm. 
Schelper  —  das  Sopransolo  sang,  in  der  Gesammtwirkung 
etwas  verkürzt  wurde.  Der  Vereinschor  war  bei  köstlicher 
stimmlicher  Disposition  und  das  Orchester  mit  Hrn  .Homeyeran 
der  Orgel  zeigte  sich  überall  seines  grossen  künstlerischen  Ruh- 
mes würdig,  im  Ensemble  sowohl,  wie  in  den  obligat  hervor- 
tretenden Stimmen.  Die  grosse  schöne  Thomaskirche  war  bis 
auf  das  letzte  Plätzchen  von  einer  andächtig  geniessenden 
Zuhörergemeinde  gefüllt. 

Die  oben  erwähnt«  (8.)  Kammermusik  im  Neuen  Ge- 
wandhaus enthielt  ausser  dem  schon  genannten  GmoU-Streich- 
quartett  von  Volkmann  noch  das  grosse  CismoU  von  Beet- 
hoven und  das  Schumann^sche  Ciavierquartett;  an  der  Aus- 
führung dieser  Werke  waren  die  HH.  Prof.  Dr.  Reinecke 
am  Ciavier  und  Prill,  v.  Dameck,  Unkenstein  und  Wille 
an  den  Streichinstrumenten  beschäftigt.  Das  Volkmann'sche 
Quartett  erfuhr  in  allen  seinen  Sätzen  eine  ebenso  lebendige, 
als  subtilst  ausgearbeitete  Wiedergabe  und  entfaltete  demzu- 
folge alle  jene  Schönheiten,  die  es  zu  einem  der  bedeutsam- 
sten Werke  dieser  Art  der  nachclassischen  Periode  stempebi. 
Als  nicht  minder  vortrefflich  ist  uns  die  Ausführung  der 
beiden  anderen  Werke  geschildert  worden. 

Auch  am  Abend  des  12.  März  collidirten  zweiConcerte  mit- 
einander.   Im  Alten  Gewandhaus  Hess  sich  das  Ehepaar  Louis 
und  Susanne  R6e   in  Compositionen  und  Arrangement«   für 
zwei    Flügel   und   der  dreizehnjährige  Fritz  Brückner  mit 
Violoncellvorträgen   hören,   während  in  der  Alberthalle   ein 
von   den    HH.  Musikdirector  Jahrow  und  Martin  Krause 
arrangirtes  Concert  zum  Besten  der  Arbeitslosen  statthatte. 
Im  Adten  Gewandhaus  wohnten  wir  dem  auf  zwei  nach  un- 
serem Geschmack  etwas  zu  hell  intonirten,   sonst   aber  vor- 
züglichen Blüthner-Flügeln  gespendeten  Vortrag  von  Mozarts 
Ddur-Sonate  und  Brahms'   Variationen  über  ein  Haydn'sches 
Thema,  sowie  der  Wiedergabe  des  Molique'schen  Violoncell- 
concertes  bei.      Das  Zusammenspiel  der  Eheleute  R6e  macht 
mehr  den  Eindruck  vorzüglichen  Drills,  als  mühelosen  Talent- 
ergebnisses  und  vermag  deshalb  ein  tieferes  Interesse  nicht 
zu   erree;en,   so   fliessend  und  wohlabgemessen  im  Ausdruck 
auch  Alles  herauskommt.     Auffällig  war  das  Programm  da- 
durch, dass  es  mit  einer  oder  zwei  Ausnahmen  nur  Arrange- 
ments enthielt.      Von  den  Eheleuten  erschien  die  Dame  die 
entschieden  musikalischere  Natur  zu  sein.    Bezüglich  des  musi- 
kalischen Talentes  wurden  Beide  weit  in  den  Scnatten  gestellt 
durch  den  kleinen  einheimischen  Violoncellkünstler,  der,  von 
seinem  Meister  Klengel  am  Ciavier  begleitet,  mit  verblüffen- 
dem Ausdruck  und  künstlerischem  Apfomb,  sowie  weit  ent- 
wickelter Technik  das  Molique'sche  Concert  spielte.    Es  ist 
nicht  zu  zweifeln,  dass  dieser  genial  beanlagte  Knabe  unter 
der  weiteren  Leitimg  des  Hm.  &engel  bald  selbst  zur  Meister- 
schaft heranreifen  wird.   Möge  der  Himmel  auch  sonst  seinen 
Segen  zur  vollen  Entwickelung  dieses  seltenen  Talentes  geben. 
—  In  der  Alberthalle   langten   wir   gerade   zum  Beginn  des 
2.  Concerttheiles    an.    Die   Festouverture   über    den    Choral 
Ein  feste  Burg"  von  Nicolai,   von   der  Capelle  des  134.  In- 
fanterie-Regiments unter  Leitung  ihres  eigenen   Dirigenten 
Büm.  Jahrow  mit  schönem  Gelingen  gespielt,  büsste  trotzdem 
dadurch  wesentlich  an  ihrer  sonst  imposanten  Wirkung  ein. 


166 


Ä 


dass  avif  die  Mitthätigkeit  der  Orgel  infolge  eines  derselben  in 
der  vorausgegangenen  Nummer  (Orgelsatz  von  0.  Piutti,  ge- 
spielt von  Hm.  Homeyer)  zugeistossenen  Defectes  verzichtet 
werden   musste.     Als   weiteres    Orchesterstück   stand   noch 
R,  Strauss'   symphonische  Dichtung    »Tod  und  Verklärung'^ 
unter  Leitung  des  Componisten  auf  dem  Programm,    deren 
Wiederbegegnung  unsere  oben  geäusserte  Meinung  über  dieses 
Werk  nur  noch  mehr  befestig  hat.  Zwischen  beiden  Orchester- 
nummern  erfreuten   der  Pianist  Hr.  Harry  Field   und   die 
Sängerin  Frl.  Clara  Polscher  mit   Solo  vortragen ,   die  mit 
grossem,  zu  Zugaben  zwingendem  Beifall  entgegengenommen 
wurden.    Hr.  Field,   der  S&8  hiesige  Conservatorium  als  ein 
Schüler  mit  ziemlich  hartem  Anschlag  und  robustem  Vortrag 
verliess,  hat  seitdem  unter  der  ausgezeichneten  Leitung  des 
Hm.  Martin  Krause  seine  Ciavierstudien  fortgesetzt  und  eine 
so  vollständige  Umwandlung  in  seinem  Spiel  erfahren,  dass 
man  ihm,  wie  dem  geistvollen  Lehrer  zu  dem  erreichten  Be- 
sultat  des  vereinten  Strebens  nur  aufrichtig  gratuliren  kann. 
Die  Fisdur-Romanze  und  Hmoll-BaUade  von  Liszt,   wie  die 
Extraspende  von  Chopin  gaben  Hm.  Field  vollauf  Gelegenheit,  die 
grosse  I^uancir-  und  Qesangsf^hip^keit  seines  Tons,  die   Soli- 
ditäC,  Sicherheit  imd  Brillanz  seiner  Technik  und  seine  ge- 
schmeidige AufGeissung  erkennen  zu  lassen.  Auch  Frl.  Polscher, 
die  wir  seit  Längerem  als  eine  stimmlich  ungemein  begabte 
und  warmblütige  Sängerin  schätzen,  hat  seit  dem  letzten  Mal, 
wo  wir  sie  hörten,  sich  gesanglich  und  nach  Seiten  des  Vor- 
trags ganz  wesentlich  vervollkommnet,   sodass  sie  mit  den 
besten  Concertsängerinnen,  die  wir  kennen,  in  die  Schranken 
treten  kann.    In  der  Unmittelbarkeit  des  Temperaments  und 
der  Deutlichkeit  der  Aussprache  (wenn  zu  Gunsten  der  Letzteren 
auch  stellenweise  in  einigen  Vocalen  zu  breit),  sowie  in  der 
Neuheit  ihres  Repertoires  (diesmal  —  von  Hm.  Anton  Förster 
ganz  excellent  am  Ciavier  begleitet  —  Lieder  von  C.  Piutti,  Rei- 
necke, Harthan,  Franz  und  Umlauft)  kann  sie  Mancher  ihrer 
Kunstschwestem  sogar  als  Muster  dienen.   Der  1.  Proeramm- 
theil  hatte  die  Ouvertüre  zu  Wagner^s  „Fliegendem  Hollän- 
der*', den,  wie  man  allgemein  versichert,  ganz  vorzüglich  von 
Frl.  B  ramm  er  gesnielten  2.  und  3.  Satz  von  Mendelssohn's 
Violinconcert  und   aen  schon  erwähnten  jäh  abgebrochenen 
interessanten  Orgelvortrag  in  sich  geschlossen.  G^otz  des  nur 
schwachen  Besuchs  hat  das  Concert  dank  der  Selbstlosigkeit 
der  Mitwirkenden  doch  den  angestrebten  Zweck  in  erfreu- 
licher Weise  gefordert. 

Dresden.  Am  Donnerstag  den  10.  März  ging  —  wie  in 
der  letzten  Nummer  d.  Bl.  bereits  kurz  erwähnt  —  Draeseke's 
grosse  dreiactigeOper  „Herrat"  unter  geradezu  riesigem 
Erfolg  beim  Publicum  zum  ersten  Mal  in  Scene:  die  Haupt- 
darsteller wurden  nach  jedem  Acte  unzählige  Male  hervor- 
ferufen,  dem  Componisten  wurden  nach  dem  zweiten  imd 
ritten  begeisterte  Ovationen  bereitet.  Nach  der  nackten 
Constatirung  dieser  Thatsache  dürfte  es  die  erste  Aufgabe 
sein,  die  Frage  zu  ventiliren,  ob  wir  es  mit  einem  absoluten 
Erfolg  zu  thun  haben  oder  ob  zu  den  aussergewöhnlichen 
Huldigungen,  die  dem  Dresdener  Dichtercomponisten  darge- 
bracht wurden,  nicht  ein  gut  Stück  Localpatriotismus 
mit  beitrug.  Bei  aller  Verehrung  für  Draeseke  und  bei  aller 
Anerkennung  seines  Werkes,  die  wir  ihm  anstandslos  ge- 
währen, kann  man  sich  wohl  der  Lösung  unserer  Frage  im 
zweiten  Sinne  nicht  ganz  entziehen,  und  zwar  aus  dem  ein- 
fachen Grunde,  weil  man  im  Hinblick  auf  einen  so  ausserge- 
wöhnlichen Erfolg  auch  auf  die  absolut  sichere  Lebensfähig- 
keit von  „Herrat"  schwören  müsste  — ,  und  das  Letztere 
möchten  wir  doch  schliesslich  nicht  thun,  denn  dazu  scheint 
uns  schon  das  Textbuch  —  entschieden  der  wundeste  Punct 
an  Draeseke's  Werk  —  nicht  glücklich  genug  zu  sein:  die 
Handlung  ist  zum  Theil  recht  verworren  und  undurchsichtig, 
von  einem  logischen  und  formellen  Aufbau  derselben  kann 
man  nicht  sprechen,  die  Verse  sind  offc  recht  unschön  und 
nicht  frei  von  Absurditäten.  Ganz  anders  die  Musik.  Auf 
dem  Boden  der  neuen  Schule  stehend,  hält  sich  doch  Draeseke 
frei  von  Anlehnungen  an  schon  Dagewesenes,  stolz  und  vor- 
nehm wandelt  er  seine  eigene  Bahn^  Alles  ist  bei  ihm  fein 
gedacht  und  fein  ausgeführt,  vergeblich  würde  man  die  um- 
fangreiche Partitur  nach  Trivialitäten  oder  Banalitäten  durch- 
ßucnen,  kurz  und  gut,  in  seiner  Art  ist  „Herrat"  entschie- 
den ein  Meisterwerk,  und  es  bleibt  daher  schade,  dass  mem 
das  Gefühl  nicht  los  wird,  es  sei  Vielerlei  zu  sehr  ausge- 
klügelt, zu  sehr  Reflexion  und  zu  wenig  Inspiration.  Doch 
fehft  es  auch  nicht  an  wirklich  packenden  und  genial  ange- 
legten Nummern,  so  das  grosse  Duett  zwischen  Herrat  und 


Dietrich  von  Bern  im  zweiten  Aufzug,  das  uns  den  musi- 
kalischen Glanzpunct  der  Oper  zu  bil^n  scheint,  sehr  schön 
ist  femer  die  Fürbitte  ,,Erbarme  dich,  o  König  reich"  der 
Männer  und  Frauen  für  Heike  zu  Anfang  des  cu'itten  Actes, 
die  von  dem  so  empfindungsreichen  Thema,  das  bereits  im 
Vorspiel  auftritt,  beherrscht  ist,  charakteristisch  ist  das 
für  Dietridi's  Person  eingeführte  stolze  Thema,  das  zumeist 
von  den  Blechbläsern  vorgetragen  wird.  Sehr  schwungvoll 
ist  der  die  fünfte  Scene  des  ersten  Auj&niges  einleitende 
Marsch,  interessant  in  Rhythmen  und  Instrumentation  das 
Vorspiel  zum  zweiten  Act.  Alles  in  Allem  hat  man  es  also 
in  „Herrat"  mit  einem  hochinteressanten,  geistvoll  ange- 
le^n  Werke  zu  thun,  und  das  Dresdener  Hoftheater  hat 
mit  der  Aufführung  desselben  endlich  eine  alte  Schuld  an 
Draeseke  abgetragen,  —  zumal  wenn  man  bedenkt,  dass  der 
mit  „Herrat"  doch  gar  keinen  Vergleich  aushaltende  „Asrael" 
Franchetti's,  eines  Schülers  von  Draeseke,  schon  früher 
daselbst  eine  Premiöre  erlebte.  —  Die  Aufiührung  von 
„Herrat"  war  eine  in  fast  allen  Theilen  hoch  vollendete.  G^ 
nendmusikdirector  Schuch  hat  mit  der  Einstudirung  des 
immense  Schwierigkeiten  bietenden  Werkes  wieder  einmal  eine 
künstlerische  That  allerersten  Ranges  vollbracht.  Von  den 
Solisten  seien  in  erster  Linie  Frau  Witt  ich  (Herrat)  und  Hr. 
Gritzinger  (Dietrich  von  Bern)  genannt,  nicht  minder  Voll- 
kommenes leisteten  Frl.  von  Chavanne  (Königin  Heike), 
Hr.  Perron  (König  Etzel),  sowie  in  den  kleineren  Rollen 
die  Herren  Anthes  (Dietrich  der  Reusse),  Jensen  (Walde- 
marj  und  Nebuschka  (Sahen),  weniger  genügte  Hr.  De- 
carli  als  Hildebrand.  Die  Chöre  gin^n  wie  am  Schnür- 
chen, die  berühmte  Capelle  spielte  meisterhaft. 

F.  R.  Pfau. 

Concertumschau. 

Berlin.  l.Conc.  des  Akad.Orch.-Ver.  (Grünberg):  Gdur- 
Symph.  V.  Haydn,  Ouvertüre  zum  Ballet  „Die  G^eschöpfe  des 
Prometheus"  v.  Beethoven,  Serenata  giocosa  f.  Orchester  v. 
C.  Schulz-Schwerin,  Solovorträ^  des  Frl.  Neitzel  (Ges., 
„Vergessen"  v.  Franz,  Sicil.  Volkslied  v.  Rommel,  „Elslein 
von  Oaub"  v.  Berger  etc.)  u.  der  HH.  Jaehn  (Ciavier)  und 
V.  Swieszewsky  (VioL).  —  Ciavierabend  des  Pianisten  Hm. 
Stavenhagen  am  2.  März  m.  Compositionen  von  Beethoven, 
Liszt  (V^riat.  üb.  ein  Thema  a.  Bach'sHmoU-Messe,  1.  „Lie- 
bestraum" u.  18.  Ungar.  Rhaps.),  Chopin  u.  Wagner-Liszt 
(j,Isolden's  Liebestod").  —  2.  popul.  Liederabend  des  Ehepaares 
Hildach:  Vocalduette  v.  Schumann,  Löwe,  G.  Kulenkampff 
(„Zum  Frühling  sprach  ich:  weile")  und  E.  Hildach  {^Jm 
Abendroth"  u.  „Im  blühenden  Garten"),  Gesangsoli  von  Ad. 
Jensen  („O,  haa  dich  halten,  goldne  Stunde",  „Ueber  ein 
Stündlein"  u.  „John  Anderson"),  Brahms  („Meine  Liebe  ist 

rn"),   Franz  („Gute  Nacht"  und  „Herziges  Schätzte,  du"), 
E.  Taubert  („Liebe  Rose"  u.  „Amor,  lieber  Seemann"), 


muth").  —  Conc.  der  Pianistin  Frl.  Eussert  am  4.  März  mit 
Compositionen  v.  Henselt(Conc.),  S.  Bach  (Chromat.  Phant.), 
Beethoven  (Son.  Op.  78),  Chopin,  Mendelssohn,  E.  d'Albert 
(Gkivotte),  Rubinstein  (Etüde)  u.  Liszt  (Ungar.  Phant).—- 
3.  Kammermusikabend  der  HH.  Kruse,  Markees,  Müller  und 
Dechert  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  EUin^:  Streichquar- 
tette V.  Mendelssohn  (Ddur)u.  Haydn  (Cdur),  Lieder  v.  Grieg 
(„ Jek  alflker  Dig")  u.  A.  —  Conc.  der  Sängerin  Frl.  Ribbedc 
unt.  Mitwirk,  des  Violinisten  Hm.  Krelle  am  8.  März:  Soli 
f.  Ges.  V.  Ad.  Jensen  („Dolorosa"),  Schumann,  J.  Becker 
(zwei  Kinderlieder),  M.  Clement  („Im  Korn"),  W.  Kienzl 
(gDie  verschwiegene  Nachtigall")  und  F.  Kauffmann  („Die 
Wahrsagerin")  u.  f.  Viol.  v.  Bruch  (1.  Satz  a.  dem  2.  Conc), 
Brahms-Joachim  (Ungar.  Tänze)  u.  A.  —  2.  Concert  des 
Pianisten  Hrn.  Siloti  m.  Compositionen  v.  Grieg  (Air),  Beet- 
hoven, Schubert,  Tschaiko wsky  (Romanze),  Arensky  fBasso 
ostinato),  Rubinstein  (GmoU-fiaxcarolle),  Liszt  (Mephisto- 
Walzer),  Tausig  (Zigeunerweisen),  Chopin  u.  Liszt  (14.  Ung. 
Rhaps.).  — 9.PhiBiarm.  Conc.  (Dr.  v.  Bülow):  „Harold"-Symph. 
V.  Berlioz  (obli^.  Viola:  Hr.  Prof.  Wirth),  „AU  Baba"-Ouvert. 
V.  Cherubini,  Solovorträge  des  Frl.  Finkenstein  (Ges.,  „Träu- 
me" V.  Wagner,  „Von  ewiger  Liebe"  v.  Brahms,  „Frage" 
V.  H.  V.  Koss  etc.)  und  des  Hm.  Stavenhagen  (Clav.,  Adur- 
Conc.  V.  Liszt  etc.).} 

Leipzig.    Wohlthäti^keitsconc.  in  der  Matthäikirche  am 
13.  März:    Adagio  f.  Streichorch.  v.  Mozart,  Air  u.  Largo  f. 


167 


do.  V.  Händel,  „In  deine  Hände  befehl  ich  meinen  Geist*'  f. 
Soli,  Chor  u.  Org.  v.  E.  F.  Eicht  er,  Hymne  „Hör  mein  Bit- 
ten^ M.  Daett  m.  Chor  a.  dem  „Lobgesang*'  v.  Mendelssohn, 
Hymne  „Finstemiss  deckte  den  Erdkreis"  f.  Sopran-  u.  Bariton- 
solo m.  Orch.  u.  Org.  v.  B.  Vogel,  Soli  f.  Ges.  u.  f.  Org.  v. 
S.  Bach  CTocc.  n.  Fuge  in  Cdur)  u.  Merkel  (Adagio).  (Aus- 
führende; FrauWahls,  Frl.  Rothe  u.  Hr.  E.  Schneider  [Ges.], 
Hr.  Gerhardt  [Org.l,  der  Kirchenchor  der  Matthäi-  u.  Peters- 
G«meinde  [M.  Vogel]  u.  der  Wahls'sche  Dilett,-Orch.- Verein 
[Wahlsl)  —  Wohltnätigkeitsconc.  in  der  Alberthalle  am  16. 
März:  Symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung**  v.  B.  Strauss 
(unt.  Leit.  des  Comp.),  Ouvertüren  v.Wagn er  („Der  fliegende 
Holländer*')  u.  Nicolai  („Ein  feste  Burg"),  Soli  f.  Gesang  v. 
Piutti  („Liebesfrühling**),  Reinecke  („Lufbschloss**) ,  Har- 
than (Wiegenlied),  Franz  („Komm  zum  Garten**  u.  „Lieber 
Schatz,  sei  wieder  gut**)  u.  Umlauft  („Wenn  lustig  der  Früh- 
lingswind**), f.  Org.  V.  Piutti  (Finale  a.  der  Gmoll-ä)n.),f.Clav. 
V.  Liszt  (Barcarole  u.  HmoU-BaQade)  u.  Chopin  u.  f.  Viel.  v. 
Mendelssohn  (Gonc).  (Ausführende:  Frls.  Polscher  [Ges.]  u. 
Brammer  [Viol.],  HH.  Homeyer  [Org.]  u.  Field  [Clav.]  u.  die 
Cap.  des  134.  Inf. -Reg.  [Jahrow].)  —  Conc.  des  Ehepaares  R^ 
(Clav.)  unt.  Mitwirk,  des  dreizehnjähr.  Violoncellisten  Fritz 
Brüolmer  am  16.  März:  Compositionen  f.  zwei  Flügel  v.  Mo- 
zart (Ddur-Son.),  Brahms  (Variat.  üb.  ein  H^dn'schesThe- 
ma),  Pirani  (Gavotte),  Brüll  (Variat.)  u.  A.,  violoncellsoli  v. 
Molique  (Conc),  Händel,  Sitt  (Seren.)  u.  Popper  (Spinnlied). 
—  2.  Conc.  des  Riedel- Ver.  (Prof.  Dr.  Kretzschmar)  unt.  Mit- 
wirk, der  Frau  Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe  u.  des  Hm.  Schelper, 
sowie  des  Theaterorch.  u.  des  Hrn.  Homeyer  (Org.) :  Psalm  13 
f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  O.  Taub  mann.  Ein  deutsches  Requiem 
V.  Brahms.  — •  2.  Ck)nc.  des  Pianisten  Hrn.  Rosenthal  am 
21.  März  m.  Compositionen  v.  Beethoven  (Sonate  Op.  111), 
Brahms  (Variat.  üb.  ein  Paganini^sches  Thema).  Schumann 

iAir  a.  der  Fismoll-Son.  u.  „Traumeswirren**),  Weber  („Anf- 
orderung zum  Tanz**),  Schubert-Liszt  („Ständchen**).  P.  von 
Schlözer  (Etüde),  Chopin-Liszt  (Chant  polon.)  und  Chopin 
(BmoU-Son.,  Asdur-Polon.  etc.),  sowie  eig.  i^hant.  üb.  Strauss*- 
sche  Themen.  —  4.  popul.  Kammermusikabend  v.  Hm.  v.  Böse 
(Clav.),  Frl.  Robinson  (Viol.)  u.  Hm.  Wille  (Violonc.)  unt.  Mit- 
wirk, des  Hm.  Prof.  Dr.  Reinecke  (Clav.):  Ciaviertrios  von 
Pvoi'äk  (Fmoll)  u.  Mendelssohn  (Dmoll),  Compositionen  für 
zwei  Claviere  von  Mozart-Reinecke  (Sonate)  imd  Reinecke 
(Lnprovisata  über  eine  Gluck'sche  Gavotte). 

B^  Veraitete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  münen  vollständig  unbeachtet  bleiben  f 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Cairo.  Der  Violoncellist  Hr.  Josef  Diem  hat  hier  con- 
certirt  \md  mit  seinem  Spiel,  das  weniger  durch  besondere 
Virtuosität,  als  durch  natürliche  Empfindung  sich  auszeich- 
net, recht  gefallen.  —  Cöln.  Auch  hier  hat  der  Pianist  Hr. 
Sapellnikoff,  bei  seinem  Auftreten  im  10.  Gürzenichconcert, 
vollwichtigste  Proben  einer  besonderen  hohen  Rangstufe  unter 
seinen  CoSegen  abgelegt.  Seine  Technik  ist  ebenso  vollendet, 
wie  seine  Au^assung  Bänstlerisch  gediegen  und  doch  überall 
voller  musikalischer  Feinfühligkeit.  Er  fand  eine  glänzende 
Aufnahme.  —  Paris.  Frau  Sibyl  Sanderson  ist  in  der  Ko- 
mischen Oper  wieder  aufgetreten,  hat  das  etwas  gleichgiltig 
gewordene  Publicum  an^feuert,  Massenet's  „Manon**  zum 
Siege  und  der  Casse  zu  einer  grossen  Einnahme  verhelfen. — 
Stuttgart.  Eine'  hochinteressante  Aufführung  erfuhr  letzt- 
mals Wagner's  „Tannhäuser**  dadurch,  dass  Hr.  Vogl  aus 
München  die  Titelpartie  darstellte  und  damit  bewies,  dass  er 
immer  noch  Einer  der  allerersten  Künstler  seines  Faches  ist. 
Neben  ihm  gastirte  auf  Engagement  sehr  anerkennenswerth  als 
Wolfram  der  Magdeburger  Baritonist  Hr.  Dr.  Pröll.  —  Wei- 
mar. Für  das  Hofbheater  wurde,  zunächst  mit  drenährigem 
Contract,  Frl.  Hermine  Fink  aus  Baden-Baden,  eine  Schülerin 
von  Bodo  Borchers  und  Auguste  Götze  in  Leipzig,  als  jugend- 
lich-dramatische Sängerin  engagirt.  Das  Debüt  derselben  als 
Carmen  fiel  sehr  günstig  aus.  —  Wien.  Wie  verlautet,  hat 
Frau  Sanderson,  welche  ihre  Erfolge  bis  jetzt  ausschliess- 
Hch  auf  dem  Concertpodium  sich  errang,  Hrn.  Opemdirector 
Jahn  zugesagt,  Anfang  Herbst  als  Orpheus  (in  Gluck's  Oper) 
im  k.  k.  Opernhaus  zu  gastiren.  —  Zwickau.  Der  Leipziger 
Universitätsgesangverein  zu  St.  Pauli  veranstaltete  hier  kürz- 
lich unter  Leitung  seines  eminenten  Diri^nten  Hm.  Prof.  Dr. 
Kretzschmar  ein  weltlidies  und  ein  geistliches  Concert  und 
stellte  bei  dieser  Gelegenheit  Männercnorleistungen  hin,  wie 


wie  sie,  so  lan^  wir  zurückdenken  können,  in  unserer  Stadt 
noch  nicht  erleot  hatten.  Zu  dem  blühenden  Material,  über 
welches  der  Verein  gegenwärtig  gebietet,  zu  der  erstaunlichen 
Präcision,  haarscharfen  Intonation,  ganz  ausgezeichneten  De- 
clamation  und  Aussprache,  sowie  zu  der  jugendlichen  Begei- 
sterung und  Verve  des  Vortrags  trat  noch  ein  überall  glück- 
lichstes Gelingen,  sodass  man  kaum  wusste,  welcher  Nummer 
man  den  Vorrang  vor  der  anderen  geben  sollte.  Als  Solist 
war  Hr.  Trautermann  aus  Leipzig  mitgekommen,  der  mit 
seinem  feurigen  Vortrag  ebenfalls  grossen  Beii^U  feuid. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  19.  März.  Passionsgesang  v. 
G.  Vierling.     „Crucifixus**  u.  „Adoramus  te**  v.  E.  F.  Richter, 

OpernaufRihrungen. 

Januar. 

Wien.  K.  k.  Hofoper:  1.,  2.,  4.,  7.,  10.,  16.  u.  93.  Ritter 
Pazman  (Strauss).  5.,  14.,  19.,  24.  u.  28.  Cavalleria  rustioana. 
6.  u.  29.  Othello.  8.  &u9tien  und  Bastienne  u.  Die  Gärtnerin. 
9.  Die  Walküre.  11.  Margarethe.  12.  Tristan  und  Isolde. 
13.  Hemani.  17.  Armida.  18.  Der  Troubadour.  19.  Bastien 
und  Bastienne.  21.  Tannhäuser.  24.  Orpheus  und  Eurydice. 
25.  Siegfried.  26.  Manon.  27.  Don  Juan.  30.  Hamlet. 
(Repertoire  vom  Februar  s.  No.  12!) 

Aufgeführte  Novitäten. 

Adam  (AI.),  Symphon.  Dicht.  .Im  Jugendlenze^.   (Constanz, 

8.  Abonn.-Conc.  des  Hm.  Handloser.) 
Bazzini  (A.),  Concertstück  f.  Yiolonc.  m.  Orch.    (Montreux, 

Conc.  des  Hm.  H.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.) 
Benoit  (P.),    „Sanctus**  und  „Benedictus"  f.  gem.  Chor  und 

Orch.    (Cöbi,  7.  Gürzenichconc.) 
Berlioz  (H.),  „Benvenuto  Cellini"-Ouvert.    (Bern,  4.  Abonn«^ 

Conc.  der  Musikgesellschaft.) 
Ouvert.  „Le  Camaval  romain*'.      (Leipzig,  5.  Akadem, 

Orch.-Conc.     Magdeburg,  5.  Logenconc.     Mannheim,  5. 

Akad.-Conc.) 
Bizet  (E.),  „L'Arlteienne*'.  (Aachen,  Instramental verein  und 

4.  Stadt.  Abonn.-Conc.) 
Borodin  (A.),    Esdur-Symph.      (Leipzig,  5.  Akadem.  Orch.- 

Conc.) 
Brandt  6uijs  (J.),  Clavierconc.   (Amsterdam,  Abonn.-Conc. 

im  Neuen  Concerthaus.) 
Brahms  (JX  2.  S3rmph.  (Boston,  11.  Conc.  des  Boston  Symph. 

Orch.    Luzem,  2.  Abonn.-Conc.    Würz  bürg,  4.  Conc.  der 

k.  Musikschule.) 
3.  Symph.  (Wiesbaden,  7.  Künstlerconc.  des  städt.  Cur- 

orch.) 
Streichquartett  Op.  51,  No.  2.    (Leipzig,  157.  Karomer- 

musik-Aurführ.  im  Kiedel- Verein.     6.  Kammermusik  im 

Neuen  Gewandhaus.) 
Ciaviertrio  Op.  8  [neue  Ausgabe].    (London,  2.  Concert 

des  Hrn.  Dannreuther.) 
Adur-Clav.-Violinson.  (Darmstadt,  1.  Kammermusik  der 

HH.  de  Haan  u.  Gen.) 
Bruch  (M.),  3.  Violinconc.  (Wiesbaden,  7.  Künstlerconc.  des 

städt.  Curorch.    Leipzig,  15.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Ge- 
wandhaus.) 
„Normannenzug^  f.  Baritonsolo,  Männerchor  u.  Orch. 

(Aitona,  Jubiläumsconc.  der  Allgem.  Altonaer  Liedertafel.) 
Costa  (AI.),  Clavierquint.  Op.  1,  Streichquint.  etc.     (Berlin, 

Conc.  des  Comp.) 
Dvofäk  (A.),  Clavierquint.  Op.  81.     (München,  2.  Conc.  des 

Orchesterver.) 

Streichquart.  Op.  61.    (Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 

Godard  (B.),  „Seines  poötiques^.     (Leipzig,  5.  Akad.  Orch.- 

Cionc.) 
Goldmark  (C),  Ouvert.  „Im  Frühling".    (CJera,  Concert  des 

Musikal.  Ver.  am  25.  Jan.) 
Ouvert.  „Der  gefesselte  Prometheus".  (Boston,  11.  Conc 

des  Boston  Svmph.  Orch.) 
,jSakuntala"-Ouvert.    (Aachen,  Listrumentalverein  und 

4.  Städt.  Abonn.-Conc.) 
Gotthard  (J.  P.),  Suite  f.  Streichorch.    (Wien,  Concert  des 

Wiener  Orchesterbundes.) 


168 


Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt".  (Baden-Baden, 
Solistenconc.  des  städt.  Curorch.  am  22.  Jan.) 

Clav.-Violoncellson.  (Dordrecht,  2.  Kammermusiksoiröe 

der  HH.  Vink  u.  Erdelmann.) 

Gurlitt  (G.),  Victoria-Ouvert.  (Altona,  Jubiläums-Conc.  der 
All^m.  Altonaer  Liedertafel.) 

Haan  (W.  de),   „Harpa"  f.  Soli  u.  Chor  m.  Clav.      (Witten, 

2.  Conc.  des  Musikver.) 

Hof  mann  (H.),  „Das  Märchen  von  der  schönen  Melusine". 
(Esslingen,  Aufführ,  durch  den  Oratorienver.) 

Humperdinck  (E.),  „Das  Glück  von  Edenhall"  f.  Chor  u. 
Orch.    (Aachen^  4.  Städt.  Abonn.-Conc.) 

Joachim  (J.),  Violinconc.  in  ungar.  Weise.  (Berlin,  6.  Phil- 
harm. Conc.    Magdeburg,  5.  Logenconc.) 

Kahn  (B.),  HmoU-Clavierquart.  (Mannheim,  Conc.  des  Ehe- 
paares Paur  a.  Leipzig  am  28.  Jan.) 

Kien  gel  (J.),  Seren,  t.  Streichorch.  (München,  2.  Conc.  des 
Orchesterver.) 

AmoU-Violoncellconc.     (Halle  a.  S.,  3.  Conc.  der  Stadt- 

schützen-Gesellsch  af t .) 

Kliebert  (C),  „Wittekind«  f.  SoU,  Chor  u.  Orch.  (Würzburg, 
4.  Conc.  der  k.  Musikschule.) 

Koch  (F.  E.),  AmoU- Streichtrio.  (Berlin,  2.  Kammermusik- 
abend der  HH.  Kruse  u.  Gen.) 

Kreuz  (E.),  Frühlingsphant.  f.  Viol.  u.  Clav.  (London,  2.  Conc. 
des  Hm.  Dannreuther.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pröludes".  (Genf,  6. Abonn.-Conc.  im  Stadt- 
theater.   Berlin,  6.  Philharm.  Conc.) 

„Tasso".    (Gera,  Conc.  des  Musikal.  Ver.   am  25.  Jan.) 

Conc.  path6t.  f.  zwei  Claviere.     (Mannheim,  Conc.  des 

Ehepaares  Paur  a.  Leipzig  am  28.  Jan.) 

Machts  (L.),  „Wanderbilder"  f.  Orch.  (Jena,  5.  Akad.  Conc.) 

Metzdorff  (R.),  Esdur-Clavierquint.  (Hannover, Wohlthätig- 
keitsconc.  des  Dam  engesang  ver.) 

Pirani  (E.),  Ballade  f.  Orch.     (Mannheim,  5.  Akad.-Conc.) 

Raff  (J.),  GmoU-Symph.  (Weimar,  3.  Abonn.-Conc.  der  gross- 
herzogl.  Musikschule.) 

Waldsymph.    (Genf,  7.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater.) 

-=^  —  „Lenoren"-Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc.  im  Neuen 
Concerthaus.) 

Reinecke  (C),  „Zenobia"-Ouvert.  (Basel,  6.  Abonn.-Conc. 
der  AUgem.  Musikgesellschaffc.) 

Rheinb erger  (J.),  „Wallenstein's  Lager"  f.  Orch.  (Wies- 
baden, 9.  Künstlerconc.  des  städt.  Curorch.) 

Rosenhain  (J.),  Gdur-Streichquart.  (Baden-Baden,  Kammer- 
musiksoir6e  der  HH.  Bletzer  u.  Gen.  am  12.  Jan.) 

Rubinstein  (A.),  Ouvertüre  zu  „Antonius  und  Cleopatra". 
(Amsterdam,    Abonn.-Conc.    im   Neuen  Concerthaus   am 

3.  Febr.) 

Gdur-Clavierconc.  (Boston,  3.  Conc.  des  Boston  Phil- 
harm. Orch.) 

Dmoll-Clavierconc,  1.  Satz  [auf  dem  Janku-Flügel  ge- 
spielt].    (Leipzig,  5.  Akad.  Orch.-Conc.) 

—  —  Clav.-Violoncellson.  Op.  18.      (Osnabrück,  3.  Kammer- 

musikabend  der  HH.  Oeser  u.  Gen.) 
Saint-Saens  (C),  „Danse  macabre".    (Boston,    3.  Conc.  des 
Boston  Symph.-Orch.) 

—  —  G moll-Ula vierconcert.    (Leipzig,  6.  Akad.  Orch.-Conc.) 

3.  Violinconc.    (Genf,  6.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater.) 

Fdur-Claviertrio.    (Bonn,  2.  Kammermusik-Matin6e  des 

Hm.  Denhof.    Wismar,  Conc.  des  Hm.  A.  Schott.) 

Schulz  (Edw.),  „Waldharfen"  f.  Männerchor  m.  Tenorsolo  u. 
Clav.  (Klagenfurt,  Conc.  des  Männergesangvereins  am 
24.  Jan.) 

Sitt  (H.),  Violoncellconc.  (Berlin,  3.  Abonn.-Conc.  der  Musik- 
gesellschaft.) 

Smetana  (F.),  Ouvertüre  zur  Oper  „Die  verkaufte  Braut". 
(Neuschätel,  3.  Conc.  der  Soci6t6  de  Musique.) 

Lustspielouvert.  (Bern,  3.  Abonn.-Conc.  der  Musikgesell- 
schaft.) 

Spielter  (H.),  Ciaviertrio  Op.  15.  (Wismar,  Conc.  des  Hm. 
A.  Schott.) 

Strauss  (R.),  Waldhornconc.  (Weimar,  5.  Abonn.-Conc.  der 
grossherz.  Musikschule.) 

Svendsen  (J.  S.),  2.  Symph.  (Zwickau,  3.  Abonn.-Conc.  des 
Musikver.) 

—  —  Orchesterepisode  „Carneval  in  Paris".  (Boston,  3.  Conc. 

des  Boston  Philharm.  Orch.) 
Tschaikowsky  (P.),    Orch.-Phant.   „Francesca  da  Rimini". 

(Ebendaselbst.) 
Tschirch  (W.),  Ouvert.  „Am  Niagara".    (Gera,  Concert  des 

Musikal.  Ver.  am  25.  Jan.) 


Volkmaun  (R.),  1.  Symph.    (Mannheim,  5.  Akad.-Conc.) 

—  —  Ouvert.  zu  „Richard  III."  (Baden-Baden,  Symph.-Conc. 

des  städt.  Curorch.  am  29.  Jan.) 

2.  Seren,  f.  Streichorch.  (Constanz,  3.  Abonn.-Conc.  des 

Hrn.  Handloser.  Leipzig,  Festconc.  im  Neuen  Gewand- 
haus am  4.  Febr.) 

Gdur-Streichquart.      (Mannheim,  3.  Kammermusik  der 

HH.  Schuster  u.  Gen.) 

Wagner  (R.),  „Meistersinger" -Vorspiel.  (Aachen,  Instrumen- 
tal ver.  Amsterdam,  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Concerthaus 
am  3.  Febr.  Darmstadt,  4.  Conc.  der  Hofcapelle.  Genf, 
7.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater.) 

—  —  Kaiser-Marsch.     (Aachen,  4.  Städt.  Abonn.-Conc.  Baden- 

Baien,  5.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Curorch.) 
Wieniawski    (J.),    Dramat.    Ouvert.    „Guillaume   le   Taci- 

turne".    (Berlin,  Conc.  des  Comp.) 
Woyrsch  (F.  v.),  „Deutscher  Heerbann"  f.  Soli,  Männerchor, 

Orch.  u.  Org   (Altona,  Jubiläumsconc.  der  AUgem.  Altonaer 

Liedertafel.) 
Wüerst  (R.),  Oroh.-Variat.    (Zittau,   Conc.    der    Kaufmann. 

Gesellschaft.) 

Vermischte  Mtttheilungen  und  Notizen. 

*  Der  Concertverein  zu  Neubrandenburg,  dessen 
intelligenter  Dirigent  der  als  Liedercomponist  ehrenvoll  be- 
kannte A.  Naubert  ist,  gab  unlängst  das  50.  Concert  seit  seinem 
Bestehen  und  gestaltete  dasselbe  dadurch  zu  einem  musika- 
lischen Ereigniss  für  diese  Stadt,  dass  er  zur  Ausführung  des 
aufgestellten  Beethoven-Programms  (1.  und  6.  Symphonie  und 
Ouvertüren  zu  „Coriolan"  und  „Egmont",  sowie  No.  3  zu 
„Leonore")  das  Philharmonische  Orchester  aus  Berlin  mit  Hm. 
Dr.  V.  Bülow  als  Leiter  gewonnen  hatte. 

*  Die  unter  Leitung  des  Hrn.  Prof.  Rieh.  Müller  stehende 
Leipziger  Liedertafel  begeht  Ende  dieser  Woche  in  so- 
lenner Weise  den  50.  Jahrestag  ihres  Bestehens. 

*  Papst  Leo  XIII.  richtet  ein  Rundschreiben  an  die  besten 
Componisten  Europas  und  Amerikas,  um  deren  Rath  über 
eine  ernstliche  Umgestaltung  der  katholischen  Kir- 
chenmusik zu  hören,  welche  er  zu  lustig  und  theatralisch 
findet. 

*  Ein  reicher  Particulier  in  Paris,  Hr.  Osiris,  welcher 
sich  wiederholt  durch  wohlthätige  und  gemeinnützige  Hand- 
lungen alisgezeichnet  hat.  erbietet  sich  dem  Seinepräfecten, 
die  Gräber  imd  Grabdenkmale  berühmter  Männer, 
welche  auf  den  Pariser  Friedhöfen  beigesetzt  sind,  auf  seine 
Kosten  wiederherstellen  zu  lassen,  soweit  sie  verfallen 
sind.  Unter  Anderen  werden  davon  die  Gräber  Bellini^s, 
Gr6trv's  und  MöhuPs  betroffen. 

*  InCagliari  wurde  das  Haus,  in  welchem  der  berühmte 
Tenorist  Mario  de  Candia  das  Licht  der  Welt  erblickt  hat, 
mit  einem  Gedenkstein  geschmückt. 

*  Die  französische  Oper  aus  dem  Haag  mit  ihrem  eigenen 
Orchester  hat  im  Industrie-Palast  zu  Amsterdam  vor  einem 
zahlreichen  und  auserlesenen  Publicum  Wagner 's  „Lohen- 
grin"  zur  Aufführung  gebracht  und  helle  Begeisterung  ent- 
zündet. 

*  P.  Tschaikowsky 's  Oper  „Eugen  Onegin"  ist  un- 
längst mit  Erfolg  in  Odessa  in  Scene  gegangen. 

*  Im  Stadttheater  zu  Bremen  war  die  Oper  „Diana  von 
Solange"  von  Herzog  Ernst  von  Sachsen-Coburg-Gotha  bei 
ihrer  Aufführung  am  10.  d.  Mts.  trotz  ihres  schon  dreissig- 
jährigen  Alters  noch  Novität.  Die  Aufnahme  derselben  war 
eine  sehr  freundliche. 

*  Im  Grand-Th6&tre  in  Lille  wurde  die  zweiactige  Oper 
„Atala"  von  Frl.  Juliette  Folville  unter  persönlicher  Leitung 
der  Componistin  zum  ersten  Male  aufgeführt  und  glänzend 
aufgenommen. 

*  Im  Theater  des  Prinzen  von  Wales  in  London  fand 
die  zweiactie^e  komische  Oper  „Susanne  mit  den  blauen  Augen" 
von  Osmond  Carr  sehr  grossen  Erfolg.  Bald  die  Hälfte  der 
Nummern  wurde  zur  Wiederholung  verlangt. 

*  Im  Carlo  Felice-Theater  in  Genua  wurde  die  Oper 
„Vindice"  von  Umberto  Masetti  erstmalig  gegeben  und  trug 
aem  Componisten  —  einen  einmaligen  Hervorrnf  ein.  —  In 
Pisa  wurde  Ercolani's  Oper  „Cantore  notturno"  vom  Pub- 
licum günstig  aufgenommen. 


1«9 


*  Mascagni's  viel  besprochene  neue  lyrischeOper  „Freund 
Pritz^  ist  nunmelir  auch,  und  zwar  am  19.  d.  im  Berliner 
Hoftheater  in  Scene  ge&rangen  und  hat  trotz  ihrer  sehr 
zweifelhaften  Bedeutung  mre  Freunde  gefunden.  Einer  ihrer 
Vorzüge  scheint,  wie  bei  der  „Cavalleria  rusticana^,  die  Kürze 
zu  sein,  denn  ihre  drei  Acte  sollen  nicht  mehr  als  anderthalb 
Standen  für  sich  in  Anspruch  nehmen.  —  Im  Hoftheater  zu 
Weimar  ist  die  Premiere  für  den  Geburtstag  der  Grossber- 
zogin  in  Vorbereitung. 


am 


*  Die  Gesellschaft  der  Opernfreunde  zu  Berlin  brachte 
20.   März    im    EjroU'schen   Theater    die    neue    Spieloper 


„Liebesprobe"  von  Alphonse  Maurice  erstmalig  mit  hübschem 
Erfolg  zur  Aufführung. 

*  In  München  ging  in  vor.Woche  mit  ansehnlichem  Er- 
folg die  einactige  Oper  „Gringoire"  von  I.  Brüll  erstmalig 
in  Scene. 

*  Hr.  Theaterdirector  Pollini  in  Hamburg  hat  sich  für 
alle  im  Verlage  von  Bicordi  in  Mailand  erschienenen  und  er- 
scheinenden italienischen  Opern  das  alleinige  Aufführungsrecht 
für  Deutschland  gesichert  und  wird  zunächst  die  „Geier- 
Wally"  von  Gatalani  über  die  Bretter  seiner  Bühne  gehen 
lassen. 

*  Das  dies  wöchentliche  Abonnementconcert  im  Neuen  Ge- 
wandhaus zu  Leipzig  gibt  Hm.  Anton  Rubinstein,  der 
seine  Pianisten thätigkeit  s.  Z.  auch  hier  für  immer  abschloss. 
Gelegenheit,  sich  von  Neuem  als  Compouist,  Dirigent  una 
Pianist  zu  zeigen.  Den  folgenden  Sonnabend  wirkt  derlCünstler 


in  der  ausnahmsweise  im  grossen  Saal  daselbst  stattfindenden 
Kammermusik  mit.  Die  Anziehungskraft  dieses  Pianisten 
hat  aber  durchaus  nicht  eine  schildigende  Wirkung  auf  das 
pecuniäre  Resultat  des  ClaVierabends  ausüben  können,  wel- 
chen am  letzten  Montag  Hr.  Moriz  Bosenthal  im  Alten  Ge- 
wandhaus gab,  denn  dasselbe  war  wieder  ausverkauft  und 
hat  dem  Veranstalter  auch  wiederum  die  begeistertsten  Ova- 
tionen gebracht. 

*  Hr.  Johannes  Schondorf  in  Güstrow  beging  am  13. 
d.  Mts.  den  25.  Jahrestag  als  Dirigent  des  dortigen  Gesang- 
vereins und  empfing  bei  diesem  Anlass  sowohl  von  seinem 
Verein,  wie  auch  von  sonstigen  Verehrern,  Freunden  und  B^ 
kannten  reiche  Beweise  ehrendster  Anerkennung  für  sein  er- 
folgreiches künstlerisches  Wirken. 

*  Frau  Clara  Schumann  beabsichtigt  aus Gesundheito- 
rücksichten  ihre  Lehrthätigkeit  am  Dr.  Hoch*schen  Conser- 
vatorium  zu  Frankfurt  a.  M.  zum  Herbst  aufzugeben.  Mit 
ihr  sollen,  wie  man  anderwärts  meldet,  auch  ihre  Frls.  Töchter 
das  Institut,  dem  sie  in  gleicher  Eigenschaft  angehören,  ver- 
lassen wollen. 

*  Hrn.  Hofcapellmeister  Fischer  in  München  wurde  der 
Verdienstorden  vom  heil.  Michael  4.  Glasse  verlieben. 

Todtenllste.  L  au  w  e r s,  gefeierter  Baritonist  am  Th^tre- 
Lyrique  und  an  der  Komischen  Oper  in  Paris,  berühmter  Ge- 
sanglehrer, f  in  Paris.  —  Cipriano  Pontoglio,  Componistvon 
Opern,  Kirchenmusik,  Musikdirigent,  t  ana  22.  Febr.,  60  Jahre 
alt,  in  Mailand. 


Bx*iefl£a.Nteii< 


IV,  G,  in  G,  Der  hier  lebende  Componist  Jos.  LiebQskind, 
dessen  soeben  fertig  gewordene  Oper  als  ein  Ereigniss  durch 
die  Presse  geht,  ist  ein  noch  ganz  junger  Mann,  der  vor 
Kurzem  nocn  Schüler  unseres  k.  Conservatoriums  war.  —  Der 
neueste  Berliner  Hofcapellmeister  heisst  nicht  Weingärtner, 
wie  Sie  mehrfach  gedruckt   gefunden  haben,    sondern  Wein- 


gartner,  nach  Biemann's  Lexikon  eigentlich  Paul  Felix  Edler 
von  Münzberg,  und  ist,  soviel  wir  wissen,  christlicher  Confession. 
y.  F.  L.  in  S,  Es  ist  uns  unbekannt,  von  wem  die 
Reclamenotiz  über  jenes  „Landsknechtsleben"  in  Umlauf  ge- 
bracht worden  ist,  ebensowenig  kennen  wir  die  Kritik,  auf 
die  man  sich  dabei  beruft. 


Anzeigen. 


Ballade  von  Ernst  v.  Wildenbruch.  . 

Für  Soli    (Sopran,    Tenor,    Bariton    und    Bass),   ge- 
misehten  Clioi*  und  Ox-chestei» 

comjjonirt  von 

Ferdinand  Hummel. 

Op.  52. 

Ciavierauszug  no    ^  6,  -  .  Solostimmen  Ji  1,50.     Chor- 

stimmen  (jede  einzelne  Ji   —,65)  */^  2,60.     Orch.-Part. 

no.  Ji  20, — .    Orcb. -Stimmen,  volle  Besetzung  no.  Ji  31, — . 

Orch. -Stimmen,  kleine  Besetzung  no.  Ji  25, — . 

Das  musikalisch  gehaltvolle  und  äusserst  dankbare  Werk 
ist  bereits  in  einer  ganzen  Reihe  von  Städt-en  mit  grossem 
Erfolg  zur  Aufführung  gelangt.  Strebsame  Concertdirectionen 
und  Vereinsdirigenten  werden  deshalb  hiermit  angelegentlich 
auf  diese  neue  Arbeit  des  talentvollen  Componisten  aufmerk- 
sam gemacht.  [323.] 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Siegers  Musikalienhandlung 

(E.  Liuuemaun). 


W.  Auerbach  Nachf .y 

llasikallenliandlanii;  and  lieihanstalt, 

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Grosses  Ijan^er  von  Musikalien  etc., 

umfangreiche   Leihanstalt  der  classischen  und 

modernen  Musiklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedlnpngen,  sehnellste  Liefänmg. 

Ansiehtsendungen  stets  zu  Diensten. 

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Kirntner  Weisen «..  Thomas  Koschat 


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A.  Für  PlanofOPte  zu  2  Hftnden.    Heftig  1,—. 

B.  Für  PlanofOPte  zu  4  Händen.    Heft  1^2,—. 

C.  Für  Violine  mit  Planoforte.     Heftig  1,60. 

D.  Für  Vloloncell  mit  Planoforte.  Heftig  1,50. 

E.  Für  Planof.,VioUneu.Violonc.  Heftig  1,80. 

F.  Für  Zither  in  einem  Hefte.    ^1,—. 


HeftII^l,60. 
Hefin.>l2,50. 
Heft  II  .>»  2,26. 
Heft  II  .^2,25. 
Heft  n^  2,80. 


170 


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Verlag  von  Wilhelm  Han»en|  Leipzig. 


Binul 


^erny.,  'eramer..  ^{ementi- 


E^tuden 


in  Auswahl  und  kritischer  Behandlung  mit  Vorworten  und  Bemerkungen  fürs  Studium  von 

Heinrich   Germer. 

Cxemy's  8tadieiiwerke.    4  Bände  je  2  Ji.    Supplement:  Tägliche  Studien  1  M. 
Cjramer's  66  fituden.    4  Bände  je  1,25  Ji,  [826.] 

Clementl's  Gradas  ad  Pamassam.    32  Etüden.    2  Bände  je  1,60  Ji, 

Deutseher  und  englischer  Text. 


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FlOs^l-  und  Planino-Fabrlkaiit« 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutschland  and  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  and  Königin  von  Preassen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  and  von  Prenssen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preoisen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [327.] 

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Beginn  des  Sommerseniesters  am  21.  April.  [328.] 

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22  Lehrer.     Ausführlicher  Prospect  gratis. 

Der  fürstliche  Director: 

Hofcapellmeister  Professor  SchrSder. 


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Clavierauszug  15  .^  n. 

Am  8.  März  am  Hofkheater  in  München  mit  grossem  Er- 
folg aufgeführt.  [329.] 


Verlag  von  Breitkopf  &  Härte!  in  Leipzig. 

Neue  Ciavierwerke. 

Durme,    0.   van,   Feuilles   d' Album.     3  Esquisses.    Op.  9. 

J(,  2,50.  [380.] 

Hollander,  J.,  Valse-Caprice.    Op.  5.    Ji  2,—-. 

Kleiner  VS^alzer.    Op.  6.    Ji  1,26. 

Gavotte.    Op.  7.    M  1,50. 

Moore,  Graham  P.,   Chromatische  Etüden.    Heft  I  M  8,—^. 

Heffc  II  Ji  2,50. 
Zemlinsky,  A.»  Ländliche  Tänze.    Op.  1.    Ji  8,—. 


3ut  0r0«l»Ctttcrotur. 

Bei  F.  E.  C  Lienekart  in  Leipzig  erschienen-. 

Toccata  und  Fuge. 

Zwei  StÜoke  fUr  Orgel 

als   Nachspiele  zn   festlichen   Gottesdiensten,    sowie   zum 
Concertvortrage 

componirt  von 

O-usta'v  Ifliigel. 

Op.  los.    No.  1  u.  a  ii  .i*  I.—. 
[381.1 

Fr&hBT  erschienen: 

Gustav  Flügel,  Op.    ss.    Fnudlngs-Phantasle.    Concert- 

Btack  för  C*«l Jl  1,50. 

Gustav  Flügel,  Op.    Se.    Adagio  fUr  Orgel,  Hornquartett 

und  Harfe J(  2,80. 

Gustav  Flügel,  Op.  lOl.    DfoI  Fugen  in  Ddur  mit  voran- 
gehenden Einleitungen  iäi  Orgel Jl  S,— . 

Gustav  Flügel,    Op.  lOS,     zwei   OrgelstOeke   zum   Fest- 

gottesdienste,  sowie  zum  Concert vertrag. 

Ko.  1.    Fraeludium  zum  Choral;  „Du,  dessen  Augen  äos- 

sen"  ans  Graun's  .Tod  Jesu"      .     .    .    Ji  1, — . 

No.  S.    Fuge  in  Eemoll  mit  vorausgehender  Einleitung. 


Drei   Stücke 


ffir  Ylollne  mit  Orcel 

componirt  von 

Philipp   Rttfe 

Op.  86.    Dl  einem  Hefte  Jt  8,~ 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


Verlag   von     .A^rtlmr  I*.   ^oliiuidt 

in  Leipzig  und  Boston. 


Soeben  erschienen: 


Tor  Kurzem  erschien: 

Josef  Rheinbepgep. 

Op.  166. 

Siai-te 

(Praeludlum,  Canzone,  Allemande  und  Moto  perpetuo) 

für  Violine  und  Orcel  oder  Planoforte. 

Ä.    Für  Violine  (Solo  oder  Violinchor)  und  Orgel  .    Jl  ',50. 

B.    Für  Violine  und  Pianoforte "  " 

Violinstimme  einzeln  Jt  1,80. 


Dix  Morceaiix 

Orgue 

par 

Op.  48. 

No.  e.  Offertoire. 

No.  7.  Bpithalame. 

No.  8.  Ujnuetto. 

No.  9.  Ändantino. 

No.lO.  Allegro  symphonique. 


No.  4.    Egtogue 
No.  5.    Fugue. 


Sonate  für  Orgel  in  FmoU 

Carl  ITolfram. 

Op.  4.    X  3,60. 
Das  Werk   wird    von  competenten  Seiten  ab  ein  „über- 
raschend schönes  und  grossartiges"  bezeichnet. 

W^    Ansichtssendungen  stehen  zu  Diensten. 

Ein  präehtiger,  ganz  neaer,  grosser  Coaeert- Flügel 

wegen  Abreise  sofort  sn  verkanfen.  OünstiKe 
Oelegenheit  fOr  Vereine,  Künstler  etc.  Adr.  sub  K.  E. 
durch  die  Exped.  d.  Bits. [33ab.] 


Preis  4  Hark  net. 


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172 


t^uiüis  'ßlüthner,  dßetpjiff. 


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von 


und  edlem,  ^angpreiolieiii  GCon. 


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Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Conservatorium  für  Musik 


zu  WiesbadeiL 


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Unterricht  in  allen  Gebieten  der  Tonkunst  —  34  Lehrkräfte,  n.  A.  die  Herren  Professor  F.  Mannstaedt, 

Dr.  Hugo  Riemarm,  k.  Concertmeister  Müller,  Kammervirtuos  Brückner,  Edm.  Uhl. 

Honorar  von  100  bis  300  Ji  per  Jahr  incl.  aller  NebenfScher.    —    Beginn  des  Sommersemesters 

Montag  den   5.  April.     —    Ausführliche  Prospecte  und  jede  Auskunft  über  Wohnungsverhältnisse  etc.   durch  den 
Director  

^Professor  -A_ll>eft  Fixclis. 


iloti. 


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Paris.    SO,  A.Tenne  Triidalne. 


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Von  mir  ausgebildete  Soiiüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
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Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

GreBanerl  ehrer. 


Concertmeister    des   Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [341—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 


henogl.  säohs.  Eof^ianiBt,  ProfesBeur  sup^rieur  am  Oonservatorinm 

«u  öenf  (Sohweia).  [842—.] 

Concor t- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 


GoDsemtoriiun  der  Musik  in  Coln. 

[345a.] 
Die  durch  den  Tod  des  Professors  Georg  Japha  er- 
ledigte Stelle  eines  ersten  Lehrers  für  Violine  am  Con- 
servatorium und  Concertmeisters  der  Gürzeniohconcerte 
soll  baldmöglichst  wieder  besetzt  werden.  Geeignete  Be- 
werber wollen  sich  bis  zum  1.  April  bei  der  unterfer- 
tigten Direction  melden,  welche  bereit  ist,  über  die  näheren 
Bedingungen  Auskunft  zu  erth eilen. 

Die  Direction  des  Conservatoriums  der  Musik. 


$  iFr.KiAtner,  Musik-Sortiment,  Leipzig, 

%  empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  ^ 
^  Musikalien,  musikalischen  Schriften  etc.  —  Kataloge  4» 
JJ  und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [346 — .]  J 


Max    Ronnebarff:er9 

Cloneert-n.0ratorien8än^er(Tenor).  [343bi 

Lehrer  am  k.  Conservatorium  Dresoen,  Cliristianstr.  20  HI. 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig.        [347.] 
Pillttf,  Carl,  Op.  8.    Drei  Tnterlndien  f^r  Orgel.    ^  «,9R. 


Druek  vou  C.  (j.  Etöder  in  LeipRli^. 


nnt  OuQlcbi  Biet-,  Uul- 

lU  KulbiliDtudiiiDiei,  uwtt 
iwA  itli  FuiäBiK  n  hUiha. 


<^ 


l»'* 


Leipzig,  am  31.  Harz  1892. 


.\v*s  %, 


nr  üt  iiiutainai  ffieknuiti 


Organ 

füi-  Musiker  und  Musikfl-eunde. 

yerantwortUcher  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


\ 


mi.  Jahrg.] 


Dm  HuBikaliache  Wochenblfttt  erscheint  jährlich  in  63  Nnmmern.  Der  Abotmementibelmtff 
för  das  Quartal  von  13  Hummern  ist  3  Mark;  eine  einzelne  Nummer  koetet  40  PfenniRe.  bS 
directer  frankirter  Kreuzbandsendutig  treten  nachstehende  vierteljährliche  Abonnemente- 
preiae  in  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  das  Deutsche  Reich  und  Oesterreich.  —  2  Mark  76  Pf, 
nir  weitere   Länder   des  Allftemeinen  PoetTerems.  —   Jahreaabonnfimentg  werden  unter 

Zu(— -■-'-  ...       ,      X.  ,     ,.  ,         ,      . 

Die  iDBertionigei 


[gründe legting  vorstehender  Beiugsbedinfrongen  berechnet. 

ibflbren  mr  den  Raiun  einer  geapaltenea  Pebtzeile  betragen  90  Pftninign, 


[No.  14. 


Inhalt:    Bamerknni 


n  Frelsaiif,  JobMin  Ev.  EdkI 


lerknnsen  zar  PidsgoRlk  der  SchlilMel-Lehre  in  der  Musik.  Von  Hai  Areai  —  Kritik:  Biloher  Vuu  .^  .uu  r...»u.,  »»»«.»  ■a..  .»«. 
Otto  JaluL  —  Bioerspliiaches;  Robart  Freand.  (Hit  Portrait)  —  Tagesgegohiohte :  KtuiUriet«  aiu  FrankAui  a.  H.  (SaUoM)  nnd  Wltn 
iMlzimg).  —  Beriohi  aas  Lsipxig.  —   CoacartoDuebau.  —   Bngaeenients  nnd  Q«-' — '  ■     •     "  ■  ~  —    ■  ■-  • 

hrta  KoTltitea.  —  Musikalien-  und  Bächerutarkt.  —  Temütobte  Hltlhelliuigen  oi 


Bemerkungen  zur  PSdagogik  der  Schlüssel -Lehre 
in  der  Musik. 

Von  Max  Arend. 

Man  Btrefat  heute  mehr,  ala  in  früheren  Zeiten  auf 
allen  Gebieten  dea  Lehrens  und  Lernens  darnach,  das 
Letztere  durch  eine  möglichst  praktische,  d.  h.  rationelle 
Methode  zugleich  zu  vereinfachen,  interessanter  zu  färben 
und  eindTinglicfaer  zu  machen.  Als  einen  Fortscliritts- 
Tersnch  in  dieser  Einsicht  bitte  ich  das  Folgende  auf- 
zufassen, das  sich  auf  einen  wichtigen  Theil  der  vorhe- 
reitenden  musikalischen  Theorie  bezieht. 

Man  gebraucht  heute  fünf,  grossentheils  auch  nur 
zwei  Schlüssel:  den  Violin -Schlüssel,  den  Bass-Schlüs- 
sej,  den  Ält- Schlüssel,  den  Tenor-Schlüssel  und  den 
Sopran-Schlüssel.  O'o  die  übliche  Anwendung  der  Schlüs- 
sel gutgeheisaen  werden  kann  oder  vielmehr,  dass'  sie 
theilweise  nicht  gutgeheissen  werden  kann,  das  festzu- 
stellen ist  jetzt  nicht  meine  Aufgabe,  ich  habe  ander- 
wärts davon  gesprochen.  (Siehe  mein  Buch;  Die  Schlüssel - 
und  Transpositionslehre  in  der  Musik.  Verlag  der 
Schweizerischen  Verlagsdrnckerei  in  Basel.)  Hier  will 
ich  untersuchen,  wie  das  Lehren  und  Lernen  der  Schlüssel 
auf  die  zweck  massigste  Art  geschehen  muss,  und  will 
ich  gleichzeitig  auf  einzelne  Unzweckmässigkeiten  der 
bestehenden  Praxis  hinweisen. 

Wenn  ein  Schüler  anfängt,  Musik  zu  treiben,  so 
wird  ihm  —  vorausgesetzt,  dass  er  überhaupt  Noten 
lernt  —  meistens  zuerst  der  Violin-Sehlfiaaol  gezeigt, 
seltener  der  Bass-Schlüssel,  noch  viel  seltener  der  Alt- 
oder Tenor -Schlüsse]    und    wohl    nie  der  Soprao-Schlüs- 


sel.  Manche  Fftdagogen  verlangen  (für  den  Ciavier- 
unterricht), dasB  Violin-  nnd  Bass-ScblÜBsel  gleichzeitig 
gelehrt  werden,  doch  sind  sie  in  der  Hindersahl.  Die 
Erklärung  des  Violin-Scklässels  geschieht  in  der  Regel 
dadurch,  daas  dem  Schüler  gesagt  wird:  ^^^  Note  auf 
der  zweiten  IJnie  heisst  g;  man  gebraucht  Zwischen- 
räume und  Linien;  folglich  heisst  z.  B.  die  Note  auf  der^ 
fünften  Linie  f^."  Selbstredend  gebraucht  nnn  der  Schüler 
sehr  viel  Zeit ,  um  Gelänfigheit  im  Ablesen  der  Noten 
zu  erlangen,  denn  er  musa  jede  Note  auswendig  lerneuj 
so  lange  er  von  g^  aus  berechnet,  beberrscht  er  den 
Schlüssel  nicht.  Nachdem  nun  das  Oedächtnisa  alle  Noten 
deaViolin-Schlüssela  aufgenommen  bat,  kommt  (ich  denke 
an  einfeu  Glavierschüler)  der  Bas a- Schlüssel  an  die  Reihe. 
Entweder  wird  er  in  der  vorhin  für  den  Violin- Schlüssel 
angegebenen  Art  erklärt,  sodass  die  Note  f  direct  be- 
kannt ist  und  die  anderen  Noten  zuerst  von  hier  aus  be- 
rechnet werden,  bis  sie  sich  dem  Ged&chtniss  etngepr&gt 
haben,  oder  aber,  was  häufiger  vorkommt,  es  werden 
Vergleiche  gezogen  zwischen  dem  gelernten  Violin- 
schlüssel nnd  dem  Bass-Schlüsael.  Die  Note  g  heisst 
also  eigentlich  (d.  h.  im  Vi  ol  in -Schlüssel)  e*,  da  der 
Bass-Schlüssel  aber  zwei  Octaven  nach  unten  verlegt 
und  dann  wieder  zwei  Töne  nach  oben,  so  heisst  sie, 
nun  wie  heisst  sie  doch,  ah,  jetzt  bah  ichs:  g!  Hat 
der  Unterricht  (etwa  für  einen  Bass-Sänger)  mit  dem 
Bass- Schlüssel  begonnen,  so  wird  der  Gang  ein  umge- 
kehrter sein.  Jetzt  kommt  (etwa  für  den  Contraponct- 
Bchüler)  das  Heer  der  C-ScblüsBeL  SchoD  den  Bass- 
Schlüssel  zu  lernen,  kostet  viel  Mühe,  und  doch  kennt 
man  ihn  noch  nicht  so  gut,  wie  den  Violin-Schlüssel, 
da  er  aber  täglich  gebraucht  wird,  so  hat  mnn  schliess- 
14 


174 


lieh  eine  Geläufigkeit  darin  bekommen.  Nun  aber  die 
G-Scblüssel ! ,  die  obendrein  nicht  praktisch  (vom  Stand- 
punct  des  Ciavierschülers  gedacht)  verwerthet  werden! 
Der  Eine  stellt  alle  Noten  eine  Terz  tiefer,  der  Zweite 
eine  Octave  tiefer  und  dann  wieder  einen  Ton  herauf, 
der  Dritte  eine  Octave  tiefer  und  noch  einen  Ton  dazu! 
Da  ist  guter  Rath  theuer;  man  vergleicht  mit  dem  Violin- 
schlüssel oder  man  rechnet  von  der  ersten,  dritten  und 
vierten  Linie  aus  oder  man  thut  Beides  und  hilft  sich 
so  gut  als  es  eben  geht,  allmählich  bekommt  man  auch 
in  den  schrecklichen  C-Schlüsseln  eine  gewisse  Geläufig- 
keit. 

Das  ist  ein,  vielleicht  etwas  grell  gezeichnetes, 
aber  im  Ganzen  wohl  richtiges  Bild  der  bestehenden 
Praxis  auf  diesem  Gebiet.  Manche  Pädagogen  machen 
die  Sache  allerdings  anders,  sie  verweisen  das  fortwährende 
Vergleichen  mit  dem  Violin-Schlüssel ,  indem  sie  den 
Schüler  darauf  aufmerksam  machen,  dass  z.  B.  die  Note 
auf  der  dritten  Linie  nicht  naturgemäss  h^  heisst  und 
dann  auch  anders,  sondern  dass  die  Note  auf  der  dritten 
Linie  ebenso  gut  c  wie  d,  wie  e,  wie  f ,  wie  g,  wie  a,  wie  h 
sein  kann,  dass  der  vorgesetzte  Schlüssel  erst  zu  der 
relativen  Tonhöhebestimmung  des  Fünfliniensystems  die 
ab89lute  hinzuträgt.  Andere  haben  sogenannte  Merk- 
puncte.  Sie  lassen  sogleich  zu  Anfang  nicht  nur  eine 
Note  direct  lernen,  sondern  mehrere,  sodass  die  Berech- 
nung der  übrigen  vereinfacht  ist.  Diese  beiden  Mittel 
vereint  —  das  erste  entfernt  Schlacken,  das  zweite  ver- 
einfacht und  vertieft  —  zusammen  können  schon  ganz 
hübsche  Resultate  zu  Tage  fördern.  Man  hat  indessen 
von  den  Merkpuncten  deshalb  bisher  nicht  den  vollen 
Nutzen  ziehen  können,  weil  ihre  Anwendung  ganz  will- 
kürlich, nicht  übereinstimmend  und  unsystematisch  war. 
Es  kann  mir  nicht  einfallen,  das  Erfinden  der  Merk- 
puncte  mir  zuzuschreiben,  aber  die  Systematik  dieser 
Merkpuncte  und  damit  die  klarste  Uebersicht  über  das 
System  darf  ich  wohl  ohne  Ueberhebung  als  mein  Ver- 
dienst bezeichnen.  Meine  Methode  ist  folgende:  Zu- 
nächst handelt  es  sich  darum,  dass  der  Lernende  das 
Fünfliniensystem  übersehen  kann,  was  gar  nicht  so  un- 
wichtig ttnd  selbstredend  ist,  wie  man  wohl  allgemein  glaubt. 
Ich  nenne,  um  diese  Uebersicht  zu  schaffen,  die  erste  Linie 
unterste,  die  dritte  mittlere,  die  fünfte  oberste,  lasse  da- 
gegenfürdie  zweite  und  vierte  die  Zahlenbezeichnung  stehen. 
Bei  schriftlichen  Uebungen  lasse  ich  mit  einem  Liniensystem 
arbeiten,  bei  dem  die  unterste,  mittlere  und  oberste  Linie 
mit  schwarzer,  die  zweite  und  vierte  mit  rotber  Tinte 
gezeichnet  sind.  Eine  volle  Motivirung  dieses  Vorgehens 
bringt  die  Gesammtheit  meines  Systems.  Es  gibt 
F-Schlüssel,  C-Schlüssel  und  G-Schlüssel,  die  einzelnen 
Schlüsselgattungen  stehen  also  im  Quinten verhältniss  zu 
einander.  Man  kann  (theoretisch)  Jeden  der  drei  Schlüssel 
auf  jede  Linie  setzen.  Ein  Schlüssel  auf  der  untersten 
Linie  ist  identisch  mit  dem  Schlüssel  seiner  Oberquint 
auf  der  mittleren  Linie;  ein  Schlüssel  auf  der  obersten 
Linie  ist  identisch  mit  dem  Schlüssel  seiner  Unterquint 
auf  der  mittleren  Linie:  die  Schlüssel  auf  der  untersten, 
mittleren  und  obersten  Linie  lassen  sich  reduciren  auf 
diejenigen  auf  der  mittleren  Linie.  Diese  nenne  ich  mitt- 
lere oder  innere  Schlüssel,  weil  sie  die  Mitte,  den 
innersten  Punct  des  durch  sie  darstellbaren  Tongebietes 
fixiren.  Um  Merkpuncte  zu  haben,  setze  ich  die  iden- 
tischen Schlüssel  auf  der  obersten  und  untersten  Linie 
hinzu.  Z.  B.  beim  mittleren  C-Schlüssel  (Alt-Schlüssel) 
setze    ich    den    G-Schlüssel    auf   der    obersten    und    den 


F-Schlüssel  auf  der  untersten  hinzu  (natürlich  nur  für 
den  Schüler),  beim  mittleren  G-Schlüssel,  gewöhnlich  er- 
setzt durch  den  C-Schlüssel  auf  der  untersten  Linie 
(Sopran-Schlüssel),  setze  ich  den  C-Schlüssel  auf  *der 
untersten  hinzu  und  auf  die  oberste  Linie  ein  Zeichen, 
das  die  Note  d^  andeutet,  wofür  ich  nach  dem  Vorgang 
des  Mittelalters  dd  gewählt  habe.  Was  den  mittleren 
F-Schlüssel  (Bariton-Schlüssel)  angeht,  so  bin  ich  für 
dessen  Einführung  in  den  Unterrichtsgang  des  Contra- 
punctschülers  aus  Gründen,  die  ich  in  meinem  oben- 
genannten Buche  niedergelegt  habe,  übrigens  habe  ich 
hier  z.  B.  einen  Dr.  Riemann  zur  Seite.  Beim  Bariton- 
Schlüssel  füge  ich  den  identischen  C-Schlüssel  auf  der 
obersten  und  einen  von  mir  aufgestellten  H-Schlüssel  auf 
der  untersten  Linie  hinzu.  Es  bleiben  noch  die  Schlüs- 
sel auf  der  zweiten  und  vierten  Linie  übrig,  die  ich  im 
Gegensatz  zu  den  mittleren  oder  inneren  äussere  Schlüssel 
nenne,  weil  sie  ausserhalb  der  Mitte  der  durch  sie  dar- 
stellbaren Tongebiete  liegen.  Ein  Schlüssel  auf  der 
zweiten  Linie  ist  identisch  mit  dem  seiner  Oberquint  auf 
der  vierten  Linie  und  umgekehrt  ein  Schlüssel  auf  der 
vierten  Linie  identisch  mit  dem  seiner  Unterquint  auf 
der  zweiten.  Auch  hier  werden,  wie  bei  den  mittleren 
Schlüsseln,  die  identischen  als  Merkpuncte  hinzugefügt. 
Doch  ergabt  sich  ein  Unterschied:  Bei  den  mittleren 
Schlüsseln  sind,  von  der  mittleren  Linie  nach  oben  und 
unten  gerechnet,  gleiche  Verhältnisse.  Bei  einem  äusseren 
Schlüssel  dagegen  sind  die  Verhältnisse  nach  oben  und 
unten,  von  dem  durch  den  Schlüssel  direct  bestimmten 
Ort  aus  gerechnet,  nicht  gleich.  Durch  den  Zusatz  der 
identischen  Schlüssel  ist  jedoch  ein  Mittel  gegeben,  gleiche 
Verhältnisse  zu  gewinnen,  denn  von  der  zweiten  Linie 
nach  unten  gerechnet  liegen  gleiche  Verhältnisse,  wie  von 
der  vierten  nach  oben  gerechnet.  Bei  den  äusseren 
Schlüsseln  gewinnen  also  die  Merkpuncte  eine  erhöhte 
Bedeutung. 

Der  Nutzen,  den  ich  meiner  Methode  zuschreibe,  be- 
steht darin,  dass  erstens  der  Schüler  einen  klaren  Begriff 
von  dem  Wesen  eines  Schlüssels  bekommt  und  dass 
zweitens  der  Weg,  welcher  zwischen  Berechnen  und  Aus- 
wendigwissen liegt,  verkürzt  wird.  Ich  werde  übrigens 
den  hier  skizzirten  Gedanken,  der  implicite  schon  in 
meinem  oben  erwähnten  Buch  liegt,  in  einer  demnächst 
erscheinenden  Schrift  näher  ausführen,  wo  ich  auch  Ge- 
legenheit haben  werde,  auf  den  geschichtlichen  Hinter- 
grund hinzuweisen.  Ich  bitte  jetzt  meine  Leser,  sich  über 
folgende  Puncte  ein  Urtheil  zu  bilden  und,  wenn  möglich, 
mir  dieses  Urtheil  an  dieser  Stelle  vorzuführen:  1.  Ist 
das  Princip,  dass  ich  hier  bringe,  absolut  betrachtet, 
verwendbar  in  dem  Sinne,  dass  es  zugleich  Eüarheit  und 
Schnelligkeit  des  Erlemens  bedingt?  2.  Ist  mein  Princip, 
relativ  betrachtet,  verwendbar,  insofern  es  einen  Fort- 
schritt gegen  andere  bedeutet? 

Gegen  einen  Vorwurf,  der  mir  schon  wiederholt  ge- 
macht worden  ist,  muss  ich  jedoch  von  Vornherein  Ver- 
wahrung einlegen.  Ich  will  weder  hier,  noch  in  meiner 
Schlüssel-  und  Transpositionslehre  ein  neues  Schlüssel- 
system aufstellen,  sondern  ich  will  nur  eine  klare  Be- 
leuchtung für  diese  Lehre  schaffen  und  eine  möglichst 
brauchbare  Lehrmethode  für  die  vorhandenen  Schlüssel 
geben.  Diese  Lehrmethode  lässt  sich  ebenso  gut  beim 
Lehren  eines  Schlüssels  anwenden,  wie  beim  Lehren 
der  sieben  möglichen  Schlüssel. 


175 


Kritik. 

R.  von  Freisauf.  Mozart's  „Don  Juan«  1787  — 1887, 
Ein  Beitrag  zur  Geschichte  dieser  Oper.     Salzburg  1887, 

Johann  Ev.  Engl.  Festschrift  zur  Mozart-Centenarfeier 
in  Salzburg,  15.— 17.  Juli  1891.     Salzburg  1891. 

Otto  Jahn.  W.  A.  Mozart,  3.  Auflage.  Leipzig,  Breit- 
kopf &  Härtel,  1889  und  1892. 

Die  beiden  zuerst  genannten  Schriften  können  wir 
wohl  zusammenfassen.  Sie  sind  hervorgerufen  durch  die 
hundertjährige  Jubelfeier  des  „Don.  Juan"  und  die  Cen- 
tenarfeier  in  Salzburg.  R.  v.  Freisauf  war  bestrebt,  die  Ent- 
stehung des  „Don  Juan"  und  seine  Geschichte  bis  auf 
die  G^egenwart  in  populärer  Form  zu  behandeln,  und  man 
musB  ihm  das  Zeugniss  geben,  dass  ihm  dies  auch  gelun- 
gen ist.  Er  hat  das  reichhaltige  Material  fleissig  durch- 
forscht, und  so  bedeutet  seine  Arbeit  einen  werthvollen 
Beitrag  zur  Mozart-Ldtteratur.  Dasselbe  gilt  von  der  Schrift 
Engl's.  Sie  umfasst  drei  Theile  mit  den  Titeln:  1)  Die 
Mozart-Familien  in  Augsburg,  Salzburg  und  Wien.  2)  Drei 
ungedruckt  gebliebene  Briefe  Mozart's.  3)  Das  Requiem 
und  die  Requiemi&age.  Der  bedeutendste  der  drei  Theile 
scheint  uns  der  dritte  zu  sein,  in  welchem  der  Verfasser 
nach  einer  Geschichte  der  Requiemfrage  seine  Unter- 
suchungen darüber  mittheilt  und  dabei  zu  dem  Resultat 
kommt,  dass  das  Requiem  Mozart's  ureigenster  Schwanen- 
gesang sei.  Auch  diese  Schrift  verdient  den  Beifall  aller 
Freunde  Mozart's. 

Uober  die  dritte  Auflage  von  Otto  Jahn's  classischem 
Buch  müssen  wir  eingehender  berichten.  Das  Erscheinen 
der  ersten  Auflage  desselben  bezeichnet  in  der  Geschichte 
der  Musikforschung  einen  wichtigen  Wendepunct.  Dieses 
Werk  bedeutete  die  Uebertragung  der  philologisch-kriti- 
schen Methode  auf  die  Probleme  der  Musikgeschichte, 
und  es  fand  Nachahmer  in  einer  Reihe  vortrefflicher  Werke, 
die,  von  gleicher  Methode  ausgehend,  sich  auch  ähnliche 
Materien  zum  Vorwurfe  wählten;  die  Bach-Biographie  von 
Spitta  u.  a.  Werke,  deren  wissenschaftliche  Bedeutung  schon 
lange  feststeht,  beruhen  auf  denselben  Grundlagen:  der  Er- 
fassung der  menschlichen  und  künstlerischen  Individualität 
unter  dem  Gesichtspuncte  der  Entwickelung  und  mit  steter 
Berücksichtigung  der  Jene  umgebenden  culturhistorischen 
und  musikalischen  Verhältnisse. 

Die  erste  Auflage  des  bedeutenden  Buches  hatte  be- 
kanntlich vier  Bände,  in  der  zweiten  wurde  der  Umfang 
auf  zwei  reducirt;  jedoch  wäre  es  falsch,  aus  der  Ver- 
ringerung des  Umfanges  den  Schluss  zu  ziehen,  als  böte 
die  zweite  Auflage  weniger,  als  die  erste,  denn  nur  die 
Darstellung  ist  verkürzt  und  übersichtlicher  gestaltet;  na- 
mentlich gilt  dies  von  den  Anmerkungen.  An  diese  zweite 
Auflage  schliesst  sich  die  dritte  durchaus  an;  wenig  ist 
geändert,  und  dies  mit  Recht.  Denn  die  Fundamente  der 
biographischen  Erzählung  und  menschlichen  Charakteri- 
stik sind,  wie  Deiters,  der  Herausgeber  der  dritten  Auflage, 
hervorhebt  (Vorrede  pag.  XXXVIII),  von  Jahn  so  fest 
begründet,  dass  sie  wohl  für  alle  Zukunft  als  bleibend 
betrachtet  werden  können.  Für  Deiters  war  die  Haupt- 
aufgabe eine  gewissenhafte  Sammlung  und  Durchforschung 
des  seit  der  zweiten  Auflage  neu  erschlossenen  Materials  und 
eine  organische  Verarbeitung  dieses  Stoffes  in  das  Ganze. 
Die  Vorrede  gibt  uns  näheren  Aufschluss  über  diese  Dinge; 
es  kam  namentlich  in  Betracht  die  nunmehr  vollendete 
Gesammtausgabe    der  Werke  Mozart's,     die    bekanntlich 


unter  Mitwirkung  der  berufensten  Kräfte  hergestellt  wor- 
den ist. 

Für  die  Vortrefflichkeit  auch  dieser  dritten  Auflage 
bürgt  der  Name  des  Bearbeiters,  der  in  musikhistorischen 
Kreisen  durch  seine  Uebersetzung  der  Thayer'schen  Beet- 
hoven-Biographie, sowie  durch  seine  Monographien  über 
Brahms  und  Beethoven  nihmlichst  bekannt  ist.  Zudem 
stand  Deiters  zu  Jahn  in  persönlichen  Beziehungen,  er 
ist  der  berufene  Fortsetzer  seines  Buches. 

Die  Verlagshandlung  Breitkopf  &  Härtel  konnte  die 
hundertjährige  Wiederkehr  des  Todestags  des  unsterblichen 
Mozart  nicht  besser  feiern,  als  durch  die  Herausgabe  der 
dritten  Auflage  seiner  Biographie.  Paul  Garwen. 


Biographisches. 

Robert  Freund. 

(Mit  Portrait.) 

Als  der  ausgezeichnete  und  trotzdem  noch  heute  ver- 
hältnissmäsng  wenig  bekannte   Künstler,    mit   dem    sich 
diese  Skizze  beschäftigen  soll,  Mitte  Januar  1890  in  zwei 
Goncerten  zum  ersten  Mal  vor  das  Publicum  der  deutschen 
Reichshauptstadt    trat,    schrieb   die   dortige  musikalische 
Fachpresse:     „Es  war  ein  ganzer  Mann  am  Ciavier,  der 
sich  Sonnabend  den  18.  d.  Mts,  in  der  Singakademie  hören 
Hess,  Roh.  Freund  aus  Zürich,  ein  ehemaliger  Schüler' des 
unvergessenen  Carl  Tausig.     Schon    das  Programm   liess 
erkennen,  dass  Hr.  Freund  mehr  sein  will,  als  ein  land- 
läufiger Ciavierspieler,  und  die  Ausführung  bewies,  dass 
er  in  der  That  mehr  ist.    Hr.  Fi*eund  spielte,  aufs  Beste 
unterstützt   von   den  HH.  Elruse,    Nicking  und  Dechert, 
Brahms'  Adur-Clavier-Quartett  und  allein  die  Edur-Sonate 
Op.  109    von    Beethoven,    die   ganzen   seit   Jahren    fast 
völlig  von  dem  Programm  verschwundenen  »Davidsbündler« 
von  Schumann  und  von  Chopin  Allegro  de  Concert,  Bar- 
carole und  Asdur-Ballade.    Mit  blühend  schönem,  saftigem 
Ton  und  einer  aufs  Sorgfältigste  ausgebildeten  Technik 
verbindet  Hr.  Freund  gediegene  musikalische  Bildung  und 
eine  lebhafte  Innerlichkeit,    sodass   er  in  der  That  alle 
Eigenschaften  vereinigt,  die  zu  einem  echten  Künstler  ge- 
hören.^     „Sein  Können  richtet  sich  nur  auf  die  gestellte 
Aufgabe ;  um  äusserlichen  Effect  kümmert  er  sich  gar  nicht. '^ 
Und  ganz  ähnlich  lautete  das  Urtheil  der  Leipziger  Fach- 
kritik, als  Roh.  Freund  wenige  Tage  später,  am  26.  Jan. 
1890,  im  4.  Concert  des  Liszt- Vereins  zu  Leipzig  auftrat, 
wo  er  übrigens  schon  1878  gemeinsam  mit  seinem  Schweizer 
Freund  Gust.  Weber  concertirt,  den  Hörern  dessen  hoch- 
bedeutendes Ciavierquartett  Op.  4  vorgeführt  und  das  beste 
Andenken  hinterlassen  hatte.     „Dies  neueste  Auftreten", 
so  hiess  es  in  der  Kritik,    „hat  Hm.  Freund  nach  jeder 
Seite  hin  als  einen  Meister  seines  Instrumentes  erkennbar 
werden  lassen,  als  einen  Pianisten,  in  dessen  Spiel  hohe 
musikalische  Intelligenz,  warme  Begeisterung  und  reiches 
Innenleben  durch  eine  nirgends  versagende  Technik  und 
einen  edel  klingenden  Ton  ihre  Ausdrucksmittel  finden. 
Von  seinen  Solovorträgen  war  namentlich  die  Wiedergabe 
der   so    selten    als  Ganzes    zu  hörenden  »Davidsbündler» 
eine  Leistung  ersten  Banges." 

Im  October  gleichen  Jahres  wirkte  dann  Roh.  Freund 
aufs  Neue  in   einem  Leipziger  Concert  des  Liszt- Vereins 

14* 


176 


mit  und  spielte  neben  dem  Ciavierpart  des  herrlichen 
Trios  Op.  *6  von  Gust.  Weber  eine  ganze  Reihe  Liszt^scher 
Compositionen,  über  deren  Wiedergabe  die  Fachkritik  sich 
folgendermaassen  aussprach:  „Speciell  als  Liszt-Interpret 
hat  uns  Hr  Freund  einen  ganz  imposanten  Eindruck  ge- 
macht; nicht  dass  wir  die  betr.  Sachen  technisch  nicht  schon 
in  gleicher  Vollkommenheit  gehört  h&tten,  in  solch  geist- 
voller, wie  gleichzeitig  warm  beseelter  Art  jedoch  nur 
sehr  selten.  Es  waren  OebOde  von  sprechender  Charak- 
teristik und  Plastik,  Reproductionen,  in  denen  Nichts  ver- 
griffen oder  verzeichnet  war,  dagegen  aber  der  poetische 
Gehalt  überall  mit  überzeugendem  Ausdruck  zur  Aus- 
sprache gelangte." 

Wer  ist  nun  dieser  Musiker,  vor  dem  die  Kritik  so 
übereinstimmend  ihren  Degen  senkt,  und  wie  kommt  es, 
dass  man  den  Mann  trotz  seiner  eminenten  künstlerischen 
Eigenschaften  und,  obschon  er  bereits  ein  Vierziger,  in 
Deutschland  so  selten  spielen  hört,  dass  sein  Name  bei 
Weitem  nicht  die  Popularität  geniesst,  wie  diejenigen 
unserer  allbekannten  Ciavierheroen? 

Ein  Blick  auf  die  Lebensgeschichte  des  Künstlers 
und  eine  gedrängte  Charakteristik  seiner  Eigenart,  seines 
geistigen  und  seelischen  Wesens  werden  uns  das  Räthsel 
lösen  und  erscheinen  umsomehr  am  Platz,  je  abgeneigter 
Hob.  Freund  jeder  persönlichen  Reclame  ist,  je  stolzer  er 
alle  Mittel  verschmäht,  um  von  sich  reden  zu  machen,  und 
je  weniger  daher  von  seinen  Schicksalen  und  Thaten  bis 
jetzt  bekannt  wurde. 

Der  Lebenslauf  unseres  Musikers  ist  bald  erzählt; 
entbehrt  .er  doch  vollständig  jenes  romantischen  Schim- 
mers, den  man  sich  sonst  mit  der  Laufbahn  eines  Vir- 
tuosen fast  untrennbar  verbunden  denkt,  und  ist  so  ein- 
fach wie  die  ganze  schlicht-edle  Persönlichkeit  des  Mannes. 
Geboren  1852  zu  Budapest  genoss  Robert  Freund, 
bei  welchem  Neigung  und  Begabung  für  die  Kunst  der 
Töne  in  frühesten  Jahren  schon  mit  unwiderstehlichster 
Macht  hervortraten,  zunächst  den  Ciavierunterricht  des 
trefflichen  Musikers  J.  Huber  (Vater  des  in  jüngster  Zeit 
als  Componist  und  namentlich  Violinvirtuos  aufs  Vortheil- 
hafteste  bekannt  gewordenen  Jenö  Hubay).  Kaum  drei- 
zehn Jahre  alt  kam  der  Knabe  dann  ans  Conservatorium 
zu  Leipzig,  wo  er  1865 — 1868  seinen  Curs  absolvirte 
und  von  Moscheies  und  dem  trefflichen  Th.  Coccius*)  im 
Ciavier,  von  Richter  und  Papperitz  in  Theorie  etc.  unter- 
richtet wurde.  1869/70  studirte  Freund,  um  seine  pia- 
nistische Bildung  zu  vervollkommnen,  bei  Tausig  in  Berlin, 
dessen  Lehre  und  genialem  Vorbild  er  nach  seiner  eigenen 
Aussage  am  meisten  verdankt.  Er  traf  hier  mit  dem 
hochbegabten  Schweizer  Gustav  Weber  zusammen,  und 
bald  verband  dio  ebenso  feuereifrigen,  wie  ideal  angelegten 
Jünglinge  eine  Freundschaft  fürs  Lehen.  1870 — 1872 
finden  wir  Roh.  Fi'cund  wieder  in  seiner  Vaterstadt  Buda- 
pest, und  zwar  als  Schüler  Liszt's,  der  damals  dort  die 
Wintermonate  vom  December  bis  April  zubrachte  und  den 
jungen  Landsmann  ebenso  sehr  ans  Herz  schloss,  wie 
dieser  von  der  Kunst  und  herrlichen  Persönlichkeit  seines 
Lehrers  begeistert  wurde  und  den  tiefgehendsten  Einfluss 
erfuhr.     So  war  es  denn  auch,  um  dies  anticipando  gleich 

♦)  Wie  der  nachgenannte  Theorielehrer  Freund's,  Prof. 
Dr.  Papperitz,  wirkt  auchTh.  Coccius  noch  jetzt  mit  vollster  gei- 
stiger Frische  und  grösster  Gewissenhaftigkeit  am  Institut,  je- 
doch kommt  ihm,  seitdem  zwei  jüngere  Collegen  (die  HH. 
Weidenbach  und  Zwintscher)  das  Monopol  für  wirklich  talentirte 
Clavierschüler  besitzen  und  —  mit  Eifersucht  gegen  einander  — 
ängstlich  hüten,  jetzt  seltener,  als  damals  gutes  Schülermate- 
rial  nnter  die  Hände.  D.  Red. 


hier  anzubringen.  Einer  der  schönsten  Momente  des  gross- 
artigen Festes,  als  zehn  Jahre  später,  am  10.  Juli  1882, 
bei  der  deutschen  Tonkünstler- Versammlung  in  Zürich, 
Roh.  Freund  mit  hinreissender  Poesie  das  Adur-Concert 
des  Meisters  spielte,  während  dieser,  dem  Orchester  hier 
und  da  einen  Wink  gebend,  neben  ihm  sass,  und  die 
Freude  über  die  wundervolle  Leistung  und  den  gross- 
artigen Erfolg  seines  Jüngers  das  Adlerauge  des  Greises 
noch  heller  aufleuchten  machte,  als  gewöhnlich. 

Die  Jahre  1872 — 1874  verlebte  unser  Musiker  in 
dem  elsässischen  Wesserling,  wo  ihn  sein  dortiger  Vor- 
gänger Gust.  Weber  der  liebenswürdigen  und  kunstsinni- 
gen Familie  eines  reichen  Fabrikherrn  als  Clavierlehrer 
empfohlen  hatte,  und  wo  er  in  behaglicher  und  ökonomisch 
vortheilhafter  Stellung  schöne  Tage  verlebte.  Auch  seine 
Ansiedelung  in  Zürich,  das  von  1875  hinweg  sein  Aufent- 
halt und  seine  zweite  Heimath  werden  sollte,  erfolgte 
wesentlich  auf  Veranlassung  Weber's,  dem  es  mit  Recht 
ein  Leichtes  schien,  dem  trefflichen  Kunstgenossen  in  der 
schön  gelegenen  und  geistig  regsamen  Schweizerstadt 
einen  passenden  Wirkungskreis  zu  bereiten.  —  Als  1876 
unter  Friedrich  Hegar's  Direction  die  neugegründete 
Musikschule  der  Limmatstadt  ins  Leben  trat,  wurde  Roh. 
Freund  als  erster  Clavierlehrer  an  derselben  angestellt, 
und  —  eine  kurze  Unterbrechung  anfangs  der  achtziger 
Jahre  abgerechnet,  zu  welcher  Zeit  er  nach  Budapest 
zurückkehrte,  während  Fritz  Blumer  (später  Professor  am 
Strassburger  Conservatorium)  seine  Stelle  übernahm  — 
hat  der  Künstler  das  Amt  bis  zur  gegenwärtigen  Stunde 
bekleidet. 

Von  jeher  eine  beschauliche,  mehr  nach  innen  ge- 
kehrte Natur,  ein  ruhiger  und  scharfer  Beobachter,  ein 
wissbegieriger  Kopf,  den  die  Litteratur  kaum  weniger 
interessirt,  als  die  Kunst  der  Töne,  und  der  daher  auch 
eine  geradezu  erstaunliche  Belesenheit  besitzt,  hätte  sich 
Roh.  Freund  trotz  seiner  aufs  Höchste  entwickelten  Tech- 
nik nur  mit  Widerstreben  der  Virtuosencarri&re  gewidmet. 
Die  Mühsale  und  Zerstreuungen  eines  Wanderlebens,  wie 
es  dieselbe  nothwendig  im  Gefolge  hat,  die  damit  verbun- 
dene Zersplitterung  der  geistigen  Thätigkeit  sagten  ihm 
nicht  zu.  Aehnlich  wie  sein  in  mancher  Hinsicht  mit  ihm 
wahlverwandter  Landsmann  Stephen  Heller  bedurfte  er 
der  Stille,  der  Einkehr  in  sich  selbst,  der  ungestörten 
gleichmässigen  Arbeit.  So  war  ihm  der  Lehrerberuf,  das 
streng  geregelte,  selbstlose  Wirken  für  Andere,  welches 
zugleich  ein  liebevolles  Eingehen  auf  die  Individualität 
des  Lernenden  erheischt,  von  Herzen  willkommen,  und  mit 
seltener  Pflichttreue,  mit  unermüdlicher  Geduld,  aber  auch 
mit  segensreichstem  Erfolg  hat  er  dem  Amt  bis  heute  ge- 
lebt. Im  Ganzen  wortkarg,  aber  bestimmt  und  klar  in 
jeder  Bemerkung,  mit  feiner  Ironie  Schwächen  und  Manierirt- 
heiten  des  Schülers  tadelnd,  namentlich  unerbittlich  gegen 
Eitelkeit  und  Selbstüberhebung,  die  ein  sarkastisches  Wort 
von  ihm  meist  schon  im  Keime  erstickt,  daneben  liebens- 
würdig anerkennend  und  ermunternd  -für  jedes  redliche 
Streben,  versteht  es  Roh.  Freund  meisterhaH,  den  ihm 
anvertrauten  Jünger  auf  die  richtige  Bahn  zu  bringen  und 
darin  festzuhalten,  ihn  technisch  aufs  Gründlichste  zu 
schulen,  aber  auch  sein  feineres  Verstand niss  zu  entwickeln 
und  statt  Automaten  musikalisch  denkende  und  empfindende 
Menschen  zu  bilden.  Dass  ihm  hauptsächlich  die  Zög- 
linge der  Kxmstabtheilung,  weniger  diejenigen  der  Dilet- 
tantenschule zufallen,  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  und 
eine  Reihe  hervorragender  Ciavierspieler  —  wir  nennen 
nur    den    ausgezeichneten  Genfer  Musikdirector  und  Vir- 


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tuosen  Willy  Rehberg  —  verdanken  ihm  mit  das  Beste 
ihres  Wissens  und  Könnens. 

(Fortsetzung  folgt.) 

Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

Frankfurt  a.  M.,  im  März. 

(Schluss.) 

Die  fünf  letzten  Museumsconcerte,  welche  sich  nach 
wie  vor  als  der  maassgebende  Factor  in  dem  hiesigen  Musik- 
leben erweisen,  zeichneten  sich  noch  mehr  als  die  früheren 
durch  abwechselungsreiche  Programme  aus;  ja  die  Beichhal- 
tigkeit  derselben  wird  Einzelnen,  um  mit  dem  Reichskanzler 
zu  reden,  bereits  „unheimlich'*.  Absolut  giltige  Grundsätze 
für  Programme  aufzustellen,  wäre  verfehlt,  überall  wird  man 
mit  den  Kräften,  der  Bildung  des  Publicums  imd  den  son- 
sti^n  concreten  Verhältnissen  des  Ortes  zu  rechnen  haben. 
Sicher  dürfen  persönliche  Sympathien  und  Antipathien  die 
Wahl  der  Vortra^tücke  nicht  beeinflussen,  und  stets  wird  es 
erste  Aufgabe  eines  grösseren  Goncertinstituts  bleiben,  das 
Publicum  bei  Aufrechthaltung  classischer  Traditionen  mit 
allen  Bichtungen  der  Tonkunst  bekannt  zu  machen.  Indessen 
muss  ein  feines  ästhetisches  Gefiihl  hier  doch  Grenzen  ziehen. 
So  wenig  in  eine  Gemälde-Galerie  kirchlichen  oder  historischen 
Charakters  die  reizenden  Federzeichnungen  unseres  Hendschel 
hineingehören,  so  wenig  Monumentalbauten  kleinliche  Orna- 
mentik gestatten,  so  wenig  in  einer  ernsten,  von  Marmor- 
säulen getragenen  Halle  die  zierlichen  Nippes  eines  Damen- 
Boudoirs  Platz  finden  dürfen,  ebenso  wenig  erscheint  es  statt- 
haft, in  Goncerten  grossen  Stils,  namentlich  wenn  deren  An- 
zahl beschränkt  ist,  Tonwerke  vorzuführen,  welche  sich  als 
zwar  reizend  erfundene,  aber  doch  immerhin  crenrehafte 
Skizzen  dai-stellen.  Sehen  wir  von  den  arg  verna^lässigten 
Schöpfungen  der  beiden  Kunstheroen  Berlioz  und  Liszt  ab,  so 
waren  wir  auch  unter  der  früheren  Leitung  der  Museums- 
concerte an  Novitäten  nicht  gerade  arm;  wogegen  wir  Jahre 
lang  angekämpft,  war  stets  nur  die  dem  modernen  Fmpfinden 
wenig  adäquate,  schwung-  und  phantasielose  Yorführnng. 
Wir  .sind  iest  überzeugt,  dass  die  virtuose,  oft  geradezu 
meisterhafte  Ausgestaltung  genrehafter  Novitäten  (wir  erin- 
nern an  Borodin^s  „Steppenskizze",  an  „Le  Bouet  d^Omphale" 
von  Saint-Saöns,  an  die  ,jPeer  Gynt^'-Suite  von  Grieg)  den  so 
überaus  thätigen  und  gewissenhanen  Dirigenten  der  Museums- 
concerte keineswegs  verleitet,  derartigen  Tonstücken  eine  ge- 
wisse Yorliebe  zu  widmen.  Denn  das  Können  imd  Wo&n 
des  Hm.  Gapellmeister  Kogel  ist  allen  Stilarten  gerecht, 
und  gerade  manche  Werke  von  Beethoven  (z.  B.  die  Gmoll- 
Symphonie,  die  Pastoral-Symphonie),  Haydn  und  Mozart  sind 
in  den  Museumsconoerten  vor  ihm  wohl  nicht  mit  grösserem 
Schwung  und  feinerer  Nuancirung  gehört  worden.  Indessen 
möchten  wir  bei  aller  Anerkennung  des  ehrenwerthen  Stre- 
bens  des  verdienten  Dirigenten,  das  hiesige  Publicum  mit 
allen  Musikrichtungen  der  Neuzeit  bekannt  zu  machen,  doch 
den  Wunsch  nicht  unterdrücken,  dass  das  Gebiet  der  feineu 
musikalischen  Ganserie,  in  welcher  Hr.  Koe^l  Meister  ist,  zu 
Gunsten  grösserer  und  inhaltlich  bedeutenaerer  Werke  enger 
begrenzt  würde.  Er  kann  sicher  sein,  dass  der  ausserordent- 
liche Erfolg,  dessen  sich  alle  seine  Vorföhruneen  erfreuen, 
sein  ernstes  und  eifriges  Streben  auch  dann  begleiten  werden. 
Zur  pianistischen  Mitwirkung  in  den  erwähnten  Goncerten 
waren  die  HH.  Emil  Sauer  und  Fr6d6ric  Lamond  und  Frau 
Teresa  G  a  r  r  e  n  o  herangezogen .  Ersterem  gegenüber  befinden 
wir  uns  in  einiger  Verlegenheit.  Noch  nie  ist  uns  in  der  aus- 
wärtigen Presse  über  Hm.  Sauer  ein  ungünsti^s  Urtheü  zu 
Gesicht  gekommen*);  hier  lag  in  den  Musikahenhandlungen 
sogar  eine  anscheinend  von  Rud.  Ibach  (Hr.  Sauer  spielt  nur 
dessen  Flügel)  inspirirte  Brochure  auf,  welche  neben  einer 
kurzen  Biographie  des  jugendlichen  Künstlers  Auszüge  aus 
enthusiastischen  ürtheilen  der  Presse  enthält.  Vielleiät  ^ 
nügt  ein  einmaliges  Hören  nicht,   um  durch   die  das  Spiel 

*)  Unser  verehrter  Hr.  Mitarbeiter  hat  übersehen,  was 
wir  in  No.  3  des  Jahrg.  1889  d.  Bits,  über  Hm.  Sauer  schrieben. 

D.  Eed. 


begleitenden,  uns  misstrauisch  stimmenden  AUuren  hindurch 
die  Eigenart  des  Pianisten,  in  ihrem  Kern  zu  eriassen,  wir 
hatten  indessen  das  Gefühl  grosser  Enttäuschung.  Bedeutende 
Technik,  welche  wir  Hrn.  Sauer  gern  zugestehen,  kann  allein 
heutzutage  nicht  mehr  die  Aufmerksamkeit  fesseln,  und  im 
üebrigen  erschien  uns,  abgesehen  von  der  nicht  sonderlich 
geistvollen  Auffassung,  der  Anschlag  unedel,  stechend,  der 
Vortrag  oft  manierirt;  die  säuselnde  Ausführung  der  Sechs- 
zehnteltriolen  in  Ghopin's  Fdur -Nocturne  (Op.  16)  z.  B.  können 
wir  nur  als  geradezu  geschmacklos  bezeichnen.  Von  den  Vor- 
trägen, deren  Hauptnummer  das  wenig  erquickliche  GmoU- 
Goncert  von  Saint-Sadns  bildete,  sagte  uns  und  anschei- 
nend auch  dem  Publicum  das  zugegebene  Scherzo  aus  dem 
„Sommemachtstraum"  am  meisten  zu.  Den  schroffen  Gegen- 
satz zu  diesem  Virtuosen  bildet  der  früher  von  uns  in  diesem 
Blatte  bereits  ausführlich  besprochene  Tonkünstler  Hr.  F.  La- 
mond. Schon  seine  ernste  compositorische  Thätigkeit  lässt 
erkennen,  dass  wir  es  hier  nicht  nur  mit  einem  Herrscher  im 
Beiche  der  Technik  —  wennschon  hervorragend,  ist  dieselbe 
doch  für  einen  Pianisten  ersten  Banges  nicht  gerade  ausser- 
gewöhnlich  —  zu  thun  haben,  er  ist  vor  AUem  Künstler, 
Denker  und  vielleicht  auch  etwas  Grübler.  Aber  das  strenge 
männliche  Empfinden,  welches  sich  in  allen  seinen  Leistungen 
offenbart,  die  vertiefte  edle  Auffassung,  die  Grösse  des  Stils 
stempeln  ihn  zu  Einer  der  interessantesten  Erscheinungen  der 
jüngeren  Pianistenwelt  und  erinnern  an  den  jugendlichen 
Johannes  Brahms.  Des  Letzteren  und  Beethoyen's  Werke 
entsprechen  denn  auch  seiner  herben  Eigenart  am  besten,  und 
es  wunderte  uns  daher  nicht  wenig,  dem  trefflichen  Künstler 
im  Salon  zu  begegnen.  Henselt^s  F  moll-Goncert  ist  trotz  des 
kolossalen  Kraftaufwandes,  welchen  es  erfordert,  doch  nur  ein 
Product  salonmässigen  Empfindens  und  merklich  verblüht; 
die  Gantilene,  welche  uns  vor  80  Jahren  noch  anmuthig  und 

fefühlvoll  erschien,  berührt  uns  jetzt  banal  und  unwahr.  Hr. 
lamond  war  nicht  ohne  Erfolg  bemüht,  dem  Werke  einen 
Zug  gewisser  Grösse  anzudichten,  indessen  wäre  es  uns  doch 
erwünscht  gewesen,  clem  Künstler  auf  einem  Gebiete  zu  be- 

fegnen,  in  welchem  seine  Individualität  besseren  Ausdruck 
ndet.  Frau  Garreno  entzückte  wie  immer  mit  Tscha'ikows- 
ky's  dankbarem,  aber  an  manchen  Stellen  doch  wenig  vor- 
nehmem B  moll-Goncert  (wie  kann  das  banale  Walzer-Jifotiv 
Ddur  in  dem  Andante  simplice  gerechtfertigt  werden!)  und 
mit  Liszt's  Phantasie  über  ungarische  Volksmelodien.  Frl. 
Gabriele  Wietrowetz,  welche  sich  vor  einigen  Jahren  in 
einem  Goncerte  des  Sängerchors  des  hiesigen  Lehrer- Vereins 
als  verheissungs volle  Kunstnovize  den  Frankfurtern  vorge- 
stellt, ei'schien  jetzt  als  gereifte  Künstlerin  wieder.  Ihre 
Eigenschaften  bieten  manche  Analogie  mit  Hm.  Lamond,  sie 
bestrickt  nicht  wie  Teresina  Tua  oder  Sarasate  durch  sinn- 
lichen Klangzauber,  die  Töne,  welche  sie  ihrer  Geige  entlockt, 
sind  von  keuscher  Herbheit  erfwt  und  verrathen  ein  tief- 
bewegtes, jeder  Sentimentalität  abgewandtes  Gemüthsleben. 
Schon  die  Wahl  ihrer  Hauptnummer,  Brahms'  Violinconcert 
0^.  77,  kennzeichnet  sie  als  eine  ernste  Erscheinung.  Unsere 
einheimischen  Künstler,  die  HH.  Professor  Hugo  Heer  mann 
und  Hugo  Becker,  welche  sich  zur  Vorführung  des  schwie- 
rigen und  wenig  dankbaren  Doppelconcertes  Op.  102  von 
Brahms  vereinigt  hatten,  erfreuen  sich  bereits  eines  so  ge- 
festigten Ansehens  in  der  Kunstwelt,  dass  es  einer  besonderen 
Würdigimg  ihrer  hervorragenden  Leistungen  an  dieser  Stelle 
wohl  nicht  oedarf.  Als  Sängerinnen  waren  Frau  Lillian  S an- 
der son  und  Frl.  Alice  Barbi  gewonnen,  von  denen  nament- 
lich die  Letztere  trotz  merklicher  Indisposition  mit  ihren 
Arien  von  Astorga,  Galdara  und  de  Fesch  den  gewohnten 
Enthusiasmus  erregte.  Wennschon  es  viel  Beiz  bietet,  die 
liebenswürdige  Künstlerin  mit  vollendet  klarer  Aussprache  in 
drei  Sprachen  singen  zu  hören,  so  hätten  wir  doch  die  französi- 
schen Vorträge  gern  durch  andere  gediegenere  Werke  ersetzt 
gesehen.  Das  Menuett  „Marquise"  von  Massenet  ist  ein  trau- 
riges, fadenscheiniges  Machwerk,  welches  selbst  der  Esprit 
und  die  anmuthige  Kunst  einer  Aiice  Barbi  kaum  Über  Wasser 
halten  konnten,  und  die  von  Pauline  Viardot  mit  unterge- 
legtem Text  von  Louis  Pomey  arrangirte  Mazurka  von  Gho- 
pin  ist  doch  mehr  Guriosum,  als  wirkliches  Lied. 

Zur  Mitwirkung  in  den  vier  letzten  Kammermusik- 
Soireen  waren  herangezogen  Frl.  Elisabeth  Bouge,  welche 
ohne  jede  künstlerische  Eigenart  in  dem  Schumann'schen  £s- 
dur-Glavierquintett  die  Fähigkeit  einer  sehr  massig  begabten, 
für  die  Oeffentliohkeit  durchaus  nicht  reifen  Gonservatoristin 
an  den  Tag  legte,  Hr.  Gapellmeister  Wallerstein,  welcher 
die  mit  Hm.  Prof.  Heer  mann  gespielte  Kreutzer-Sonate  von 


178 


Beethoven  wobl  technisch  correct,  aber  ohne  Erschöpfung  des 
geistigen  Gehaltes  wiedergab,  und  Hr.  James  Kwast,  wel- 
cher trotz  seiner  von  uns  schon  oft  gerühmten  pianistischen 
Eigenschaf  ben  (nur  das  andauernde  Arpeggiren  wünschten  wir 
beäitigt)  die  Ciavier- Violinsonate  Op.  75,  Dmoll,  von  Saint- 
SaÖns  nicht  annehmbar  machen  konnte.  Darf  man  die  neuere 
französische  Schule  nach  ihren  Koryphäen  Saint-Saöns,  Mas- 
senet und  Lalo  beurtheilen,  so  befindet  sich  dieselbe  unver- 
kennbar in  rapidem  Niedergange,  üeberall  Mache  ohne  jeden 
tieferen  GehsJt,  raffinirtes  Hinwirken  auf  Klange£Pecte,  dürf- 
tigste Erfindung  und  hohles  Pathos!  Eine  vorzügliche  Lei- 
stung bot  an  dem  letzten  Kammer musikabend  Hr.  Hofcapell- 
meister  Prof.  Mannstädt  aus  Wiesbaden,  welcher  sich  mit 
Hrn.  Hugo  Becker  zur  Vorführung  der  Brahms^schen  Sonate 
Op.  88  vereinigt  hatte.  Kann  sein  Spiel  auch  nicht  von  einer 
gewissen  akademischen  Kühlheit  freigesprochen  werden,  so 
versteht  es  der  Künstler  doch  ausserordentlich,  sich  dem 
Klange  des  anderen  Instruments  anzupassen  und  durch  geist- 
volle Nuancirung  und  Phrasirung  ein  harmonisches  Gesammt- 
bild  zu  schaffen.  —  Von  der  Oper,  welche  gestern  unter  Hru. 
GapeUmeister  Dessoff  „Freund  Fritz**  von  Mascagni  gebracht, 
im  nächsten  Brief.  B. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Vielleicht  war  es  die  kühle  Stimmung,  mit  der  man 
trotzdem  aus  dem  dritten  Gesellschafbsconcert  schied,  welche 
in  dem  vierten  Goncert  auch  noch  wirkte  und  daselost  sogar 
einem  einstigen  Lieblingsstück  unseres  Publicums  eine  un- 

fewohnt  laue  Aufnahme  bereitete.  Wir  sprechen  von  Men- 
elssohn*8  „Walpurgisnacht".  Wie  freute  man  sich  in  früheren 
Jahren  immer  auf  die  kostbar  humoristische  Schilderung  des 
Teufelsspukes,  mit  welchem  die  bedrängten  altgermanischen 
Heiden  ihre  christlichen  Wächter  fast  zu  Tode  erschrecken! 
Neulich  ging  dieses  Meisterstück  Mendelssohn'scher  Instru- 
mentirun^kunst  fast  spurlos  vorüber,  ia  einige  sonst  sehr 
kunstsinnige  Hörer,  mit  denen  wir  nach  der  Aufführung 
sprachen,  fühlten  sich  davon  üst  frostig  berührt.  Nach 
Berlioz,  Liszt  und  den  neueren  ausgezeicnneten  Coloristen 
veroiag  freilich  Mendelssohn's  Orchesta^tion  als  sokhe  «n 
und  für  sich  heute  keine  üeberraschung  mehr  zu  bieten. 
Noch  weniger  Anklang,  als  die  „Walpurgisnacht",  fanden  im 
vierten  Gesellschaftsconcert  die  zwei  dieser  vorausgehenden 
Programmnummern,  welche  beide  für  Wien  neu!  waren: 
J.  S.  Bach's  Pfingstcantate  „Also  hat  Gott  die  Welt 'geliebt" 
(aus  welcher  nur  die  naiv  fromme,  musikalisch  reizende  Arie 
„Mein  gläubiges  Herz"  bei  uns  längst  eingebürgert  war), 
dann  Dvof&k's  Ddur-Suite  für  Orchester,  Op.  39.  Der  Wir- 
kimg der  Bach'schen  Gantate  schadet,  vor  Allem  die  unge- 
nügende Besetzung  der  So]m  Frl.  Standtartner  verrieth 
von  dem  wahren  Geist  der  ooen  genannten  Arie  (die  uns  so 
oft  die  jetzt  we^n  eines  chronischen  Halsleidens  zu  trau- 
rigster unfreiwilliger  Müsse  verurtheilte  Frau  Papier  ins  Herz 
gesungen  hatte)  kaum  eine  Ahnung,  Hr.  Ritter  plagte  sicti 
vergebens  mit  der  Bassarie,  die  ihm  viel  zu  tief  lag.  In 
den  Chorsätzen  hat  die  besagte  Bach'sche  Gantate  ohnehin 
nicht  das  inbrünstig  Warme,  noch  heute  zu  jedem  empfäng- 
lichen G^müth  Sprechende,  me  die  eigentlichen  Meister- 
Gan taten  des  grossen  Thomas-Gantors,  z.  JB.  „Ich  hatte  viel 
Bekümmemiss",  -Gottes  Zeit  ist  die  allerbeste  Zeit"  und  so 
manche  Andere.  Wir  möchten  auch  in  dieser  Beziehung  auf 
Dr.  Kretzschmar*s  Führer  durch  den  Concertsaal,  hier  aber 
auf  dessen  2.  Band  verweisen. 

Dvo^&k's  Ddur-Suite  ist  eine  echt  nationale  Composition, 
wenn  auch  bei  Weitem  nicht  so  herausfordernd,  wie  die  von 
uns  kürzlich  an  dieser  Stelle  erwähnte  Ouvertüre  „Husitska". 
In  der  Suite  geht  Alles  ziemlich  idyllisch  zu,  schon  in  dem 
hübsch  einleitenden  Pastorale  (auf  das,  wie  es  scheint,  der 
erste  Satz  von  Brahms'  Ddur- Serenade  zurückgewirkt  hat) 
kündigen  sich  deutlich  genug  die  böhmischen  Musikanten 
an.  Es  folgt  eine  Iteihe  knapper  Sätzchen,  deren  Gharakter 
man  zum  Theil  schon  aus  den  Ueberschriften:  „Polka", 
„Sousedsk&"  (eine  Art  Menuett),  „Romanze"  erräth.  der  unver- 
meidlich slavische  Volkstanz  „Furiant"  schliesst,  Alles  also  nett 
gearbeitete,  leicht  ins  Ohr  fallende  Musik,  aber  Nichts  tief. 
Nichts  lebhafteres  Interesse  weckend.  Etwas  intimere  Klänge 
schlägt  nur  die  Romanze  an,  welche  sehr  delicate  Holzbläser 
verlangt.  In  dem  nur  äusserlich  gesteigerten  Furiant  fallen 
mehrmals  Beethoven-Reminiscenzen  auf,  Dvofäk  liebt  es,  mit 
MotivengUedern  aus  dessen  Werken,  gleichsam  Spänen,  die 


von  des  grossen  Musikers  Schreibtisch  fielen,  ein  Capriccios- 
geistreiches,  zuletzt  aber  ermüdendes  Spiel  zu  treiben.  Ein- 
zelnes in  diesem  Schlusssatz  streift  übrigens  auch  ans  Triviale. 
Unserem  Publicum  gewann   die  Novität  sehr  geringe  Sym- 

Sathien  ab.  Vielleicht  war  man  auch  darüber  verstimmt, 
ass  eine  andere,  bedeutender  intentionirte  neue  Programm- 
nummer ohne  Angabe  von  Gründen  ausgefallen  war.  Näm- 
lich ein  grosser  Ghorpsalm  des  in  Budapest  lebenden  Musik- 
professors Koessler,  welcher  bei  einer  s.  Z.  vom  Wiener 
Tonkünstlerverein  ausgeschriebenen  Preisbewerbung  ein- 
stimmig den  ersten  Preis  errungen  hatte.  Erst  nacn  dem 
Goncert  erfuhr  man,  dass  bei  der  Lässigkeit  gewisser  Mit- 
glieder des  Singvereins  im  Besuche  der  Prooen  es  Hm. 
Gericke  immöglich  gewesen  war,  den  sehr  schwierigen  Psalm 
bis  zum  Zeitpunct  der  projectirten  Aufführung  hmlänglich 
einzustudiren.  Wenn  scnon  die  reizende  „Wsupurgisnacht" 
die  Empfänglichkeit  für  Mendelssohn^s  edle  Muse  in  Wien 
bedeutend  vermindert  zeigte,  so  kann  man  sich  vorstellen, 
wie  kühl  die  in  dieselbe  Woche  fallende  Aufföhrung  der 
lange  nicht  gehörten  „Antigone"-Musik  durch  den  Männer- 
gesangverein  und  das  Hofopernorchester  aufgenommen 
wurde.  Vielleicht  nie  zuvor  ist  uns  und  nach  dem  viel- 
sagenden Schweigen  des  Publicums  auch  diesem  das  ^nze 
G^nre  der  modern  componirten  antiken  Tragödien,  wie  es 
Mendelssohn  behandelte  (der  geschlossenen  Melodie  fast  be- 
ständig die  richtigen  Gäsuren  und  selbst  die  correcte  Decla- 
mation  im  Einzelnen  opfernd),  so  unnatürlich,  ja  unmöglich 
erschienen,  als  bei  der  letzten  Goncertauffuhrung,  in  welcher 
man  sich  zur  Wahrung  des  dramatischen  Zusammenhanges 
wieder  eines  lahmen  „verbindenden  Gedichtes"  bediente, 
durchaus  nicht  begeisternd  vom  Hofschauspieler  Reimers 
gesprochen.  Vor  achtzehn  Jahren  scenisch  im  Stadttheater, 
dann  vor  elf  Jahren  als  sogenannte  gemischte  Vorstellung 
(mit  ersten  Schauspielern  vom  Hoftheater  und  dem  Ghor  und 
Orchester  der  Oper)  im  Hofopemtheater  e^egeben,  hatte 
„Antigene"  mit  Mendelssohn's  Musik  zwar  auch  keinen  vollen, 
aber  immerhin  doch  einen  bedeutenden  Eindruck  gemacht. 
Wenigstens  auf  alle  Die  —  und  Schreiber  Dieses  gehörte  ge- 
wiss dazu  — ,  welche  sich  so  recht  in  den  G^ist  der  wunder- 
baren Dichtung  versenkten,  die  schon  durch  den  in  den 
Worten  der  erhabenen  Titelheldin  ausgesprochenen  ethischen 
Grundgedanken  „Nicht  mit  zu  hassen,  mit  zu  lieben  bin 
ich  da"  unsterblich  bleibt  und  bekanntlich  Richard  Wagner 
im  zweiten  Theile  seiner  tief  gedachten  Abhandlung  über 
„Oper  und  Drama"  zu  dem  begeisterten  Appell  veranlasste: 
„Öeihge  Antigene!  Dich  rufe  ich  nun  an!  lass  deine  Fahne 
wehen,  dass  wir  unter  ihr  vernichten  und  erlösen!" 

(Fortsetzung  folgt.) 


Bericht. 

Leipzig.  Die  vor.  Woche  stand  im  Zeichen  des  Pianisten- 
thums,  indem  der  bedeutendste  zweitjüngste  Pianist,  Hr. 
Moriz  Rosenthal,  dieselbe  am  Montag  mit  einem  eigenen 
2.  Goncert  begann  und  der  berühmteste  Zweitälteste,  Hr. 
Anton  Rubinstein,  sie  musikalisch  ausläutete.  Hr.  Rosen- 
thal hatte  für  sein  Goncert  in  Beethoven's  grosser  Gmoll- 
Sonate,  den  Brahms'schen  Variationen  über  ein  Paganini'sches 
Thema,  der  Arie  aus  der  Fismoll-Sonate  und  den  -Traumes- 
wirren" von  Schumann,  der  „Aufforderung  zum  Tanz"  von 
Weber,  dem  „Ständchen"  von  Schuber t-Liszt,  einer  brillan- 
ten Etüde  von  Paul  von  Schlözer  und  vier  Ghopin's  (dar- 
unter die  Bmoll-Sonate  und  Asdur-Polonaise)  ein  Programm 
autgestellt,  das  ihm  vollauf  Gelegenheit  gab,  sich  nicht  blos 
von  Neuem  als  erster  lebender  Techniker,  soiidem  auch  als 
ausgezeichneter  Musiker  auszuweisen,  welche  letztere  Eigen- 
schaft ihm  eine  gewisse  Goterie  der  tressvertreter  geflissent- 
lich abzusprechen  versucht,  indem  sie  die  ihm  eigene  starke 
Individualität  mit  dem  Maassstab  der  Tradition  misst  und  in 
diesem  blinden  Eifer  seinem  Spiel  sogar  positive  Vorzüge,  wie 
Modification  und  Wärme  des  Tons  und  Empfindung,  abspricht. 
Hat  sich  doch  Einer  dieser  fanatischen  Gegner  des  Künstlers  sogaxr^ 
zu  der  sinnlosen  Betheüerung  verstiegen,  dass  ihm  das  Spiel 
jedes  beliebigen  musikalischen  Kindes  lieber  sei,  als  die 
Vorträge  des  Hrn.  Rosanthal!  Statt  freudig  eine  virtuose 
Beherrschung  der  Materie  anzuerkennen,  wie  sie  in  gleicher 
Sicherheit  und  Klarhsit  factisch  ein  zweites  Mal  nicht  existirt 
und  allenfalls  bei  Liszt  bestanden  hat,  überhört  man  nicht 
blos  unter  dem  Einfluss  der  Beängstigung,  welchen  diese  un- 
erhörte Technik  auf  manchen  auch-Pianisten   ausüben  mag, 


179 


ganz  die  musikalische  Intelligenz,   welche  der  kühne  Spieler 
in  der  geistigen  Erfassung  überall  docomentirti  sondern  macht 
ihm  aus  dem  feurigen  Temperament,   das  ihn  manchmal  zu 
einem  nicht  landläufifiren   oaer  auch  künstlerisch  nicht  ganz 
motivirten  Tempo  verleitet,  auch  noch  den  Vorwurf  rein  vir- 
tuoser Gelüste.    Oder  sollte  Hr.  Rosenthal  in  anderen  Städten 
wirklich  unmusikalischer  gespielt  haben,  als  gerade  in  Leipzig? 
Sollte  ihn  S{>eciell  in  dem  in  Eede  stehenden  Concert  die  An- 
wesenheit seines  grossen  CoUegen  Bubinstein  zu  einer  beson- 
deren Vertiefung  in  den  poetischen  Grehalt  seiner  Vortrags- 
stücke angeregt  haben?    Wir  glauben  Beides  nicht,  sondern 
nehmen  im  günstigen  Fall  unbegreifliche  Voreingenommen- 
heit gegen  den  Künstler  bei  Jenen  an,   die  ihn  zum  blossen 
Virtuosen  zu  degradiren  suchen.    Hr.  Bosenthal  hat  in  Jedem 
seiner  neuesten  Vortra^sstücke  wieder  so  überzeugend  seine 
Doppeleigenschaft  als  Musiker  und  phänomenaler  Techniker 
dargethan,   hat  namentlich  auch  vielfach  so  schön  auf  dem 
klangreichen  Blüthner- Flügel  gesungen,  dass  wir  uns  mit  der 
Gonstatirung  dieses  G^sammtergebnisses   begnügen  können. 
Wir  nehmen  hiervon  nur  die  Brahms'schen  Variationen  aus, 
als  das  Werk,  welches  wir  in  gleicher  Vollkommenheit  der  Aus- 
ftlhrun|;  vorher  noch  nicht  gehört  hatten.    Dass  Hr.  Bosen- 
thal  wieder  in  frenetischer  Weise  gefeiert  und  zu  Extraspen- 
den gezwungen  wurde,  sei  nur  der  Vollständigkeit  w^gen 
erwähnt,    unser  musikalisches  Publicum  wird  in  nächster  Zeit 
nochmals  den  Genuss  haben,  den  Künstler  spielen  zu  hören, 
und  zwar  in  dem  Goncert  für  die  Aspiranten  aes  Stadttheaters 
am  24.  April  im  Neuen  Gewandhaus,  für  das  er  in  echt  coUe- 
gialischer  Gesinnung  seine  Mitwirkung  zugesagt  hat,  und  auf 
welches  wir  die  Auimerksamkeit  unserer  hiesigen  imd  in  der 
Nähe  von  Leipzig  wohnenden  Leser  auch  im  Literesse  des 

guten  Zwecks  ninlenken  möchten.  —  Hr.  Anton  Bubinstein 
at  sich  während  seines  neuesten  Hierseins  dem  Publicum  zwar 
in  der  Doppeleigenschaft  als  Componist  und  Pianist  vore;e- 
stellt,  im  Grunde  aber  doch  nur  wieder  als  reproducirender 
Küpstier  die  Hörer  erwärmt  und  begeistert,  und  zwar  am 
allertiefjBten  mit  dem  Vortrage  einer  Keihe  Mendelssohn'scher 
und  Schumann'scher  Gompositionen ,  die  er  am  Sonnabend 
dem  Programm  der  Extra-Kammermusik  im  Neuen  Gewand- 
haus, das  als  3.  Kummer  sein  Gmoll-Clavierquintett  unter 
seiner  Mitwirkung  am  Ciavier  enthielt,  anhängte.  Das  Audi- 
torium dieser  Kammermusik  war  vorher  durch  die  Localpresse 
informirt  worden,  dass  der  Künstler  auf  Wunsch  solche  Zu- 
gaben machen  werde,  und  ganz  natürlich  folgte  dem  letzten 
Satz  des  Quintetts  ein  immenser  BeifSeill,  der  also  wieder  nicht, 
wie  schon  im  12.  Gewandhausconcert  des  Jahres  1882,  wo  sich 
dieselbe  Geschichte  abspielte,  als  die  absolute  Wirkung  der 
Composition  des  Hrn.  Bubinstein  aufziifassen  war,  denn  oiese, 
unter  Mitwirkung  der  HH. Prill,  v. Dameck,  ünkenstein 
und  Wille  gewiss  zur  Zufriedenheit  des  Gomponisten  gespielt, 
hat  sich  von  Neuem  als  ein  Werk  documentirt,  das  im  Grossen 
und  Ganzen  nur  geringen  Genuss  zu  bereiten  vermag,  da- 
gegen nur  zu  häufig  durch  seinen  Mangel  an  Logik  und  poly- 
phonem Stil  ermüdet  und  durch  gewisse  Zügellosigkeiten  und 
Trivialitäten  der  Erfindung  geradezu  abstösst.  Die  Lichtpuncte 
wirklicher  Musik  in  diesem  Opus  gleichen  in  ihrer  Seltenheit 
den  Oasen  in  der  Wüste.  War  es  schon  kein  ungetrübtes 
Vergnügen,  dieses  Quintett  zu  gemessen,  dessen  Ausföhrung 
in  der  Clavierpartie  überdies  manchmal  zu  unverständlichem 
Lärm  ausartete,  aus  dem  mit  heiler  Haut  herauszukommen 
für  die  HH.  Streicher  keine  leichte  Aufgabe  gewesen  sein  mag, 
so  hatte  doch  der  Gomponist  die  unverdaulichste  Nuss  schon  im 
vorhergegangenen  ausschliesslich  mit  Werken  von  demselben 
ausgefüllten  20.  Gewandhausconcert  mit  seiner  sogen.  Phan- 
tasie für  ,Glavier  und  Orchester  &;egeben,  einem  Monstrum 
von  Geist-,  Gedanken-  und  Geschmacklosigkeit,  Phantasie- 
dürre, Aufgedunsenheit  des  musikalischen  Ausdrucks  und 
instrumentalem  Badau,  gegen  welches  sich  die  vorhergespielte 
GmoU-Symphonie  trotz  ihrer  verschiedenen  gedankuch  lah- 
men Episoden  und  zumeist  stumpfen  Instrumentation  wie  ein 
classisches  Werk  ausnahm.  Acceptabler  waren  die  übrigen 
Orchestersachen,  die  vier  Nummern  aus  dem  Ballet  „Die  Bebe" 
mit  ihren  verschiedenen  anmuthenden  und  pikanten  Themen 
und  Listrumentationsefiecten ,  wenn  sie  auch  nicht  an  die 
ähnlichen  Stücke  aus  „Feramors"  und  dem  .Dämon**  ganz 
heranreichten.  Am  besten  aber  an  diesem  Abend  mundeten 
in  ihrer  hübschen  Form  und  natürlichen  Empfindung  Einige 
der  mit  herrlicher  Meisterschaft  vorgetragenen  Solostücke  ans 
der  Suite  Op.  38.  Den  einhelligsten  und  begeistertsten  Beifall 
erspielte  sich  Hr.  Bubinstein  aber,  wie  schon  erwähnt,  mit 
den  zu  Schluss  der  Kammermusik  gespendeten  Stücken  von 


Mendelssohn  (Liedern  ohne  Worte)  und  Schumann  (aus  den 
Phantasiestücken  und  „Waldscenen**),  in  welchen  er  sich  als 
wahrer  Poet  am  Glavier  zeigte  und  magisch  alle  Zuhörer  in 
den  Bann  seines  Zauberspie&  zog.  Für  diesen  Genuss  und 
den  hochherzigen  Act  der  Wohltnätigkeit,  den  er  dadurch 
bekundete,  dass  er  das  generöse  Honorar,  welches  er  von  der 
Direction  der  Gewandluiusconcerte  für  seine  Mitwirkung  in 
den  beiden  beregten  Goncerten  erhalten  hatte,  dem  Pensions- 
fonds der  Aspiranten  des  Orchesters  übermittelte,  ertheüen 
wir  ihm  gern  Absolution  für  die  mancherlei  Heimsuchungen, 
die  er  diesmal  als  Gomponist  uns  bescheerte.  —  Zu  erwähnen 
für  unseren  Gewandhausbericht  bleibt  uns  noch,  dass  das 
Programm  der  Kammermusik  ausser  dem  Bubinstein'schen 
Quintett  noch  zwei  längst  anerkannte  Meisterwerke  in  sich 
schloss.  Das  schöne  D  dur-Streichqiiartett  (No.  85  der  Peters'- 
schen  Ausgabe)  von  Haydn  und  Beethoven's  Esdur-Septett. 
Liess  die  Aufführung  des  Quartetts  —  wohl  mehr  infol^des 
den  trefflichen  HH.  Prill,  v.  Dameck,  Unkenstein  und  Wille 
ungewohnten  grossen  Baumes,  als  aus  Mangel  an  der  nöthigen 
Vorbereitung— einige  Male  die  letzte  Exactheit  im  Zusammen- 
spiel vermissen,  umso  vollendeter  ^^estaltete  sich  —  mit  Aus- 
nahme einer  wiederholten  Intonationswidrigkeit  des  Violon- 
cells  im  Trio  des  Scherzos  —  die  Wiedergabe  des  Septetts, 
an  der  sich  ausser  den  HH.  Prill,  ünkenstein  und  Wille 
deren  ausgezeichnete  Orchestercollegen  HH.  Schwabe  (Gon- 
trabass),  Äessner  (Glarinette),  Gumpert  (HomJ  und  Frei- 
tag (Fagott)  betheiligten.  Einige  Sätze  schien,  dem  Applaus 
nach,  das  Publicum  zar  Wiederholung  zu  wünschen,  welchem 
Verlangen  aber  nicht  stattgegeben  wurde. 


Conoertumschau. 

Amsterdam.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Goncerthaus  (Kes) 
am  8.  März:  2.  Symph.  v.  Brahms,  „Phädra"-Ouverture  v. 
Massenet,  Vorspiel  zum  8.  Act  a.  „Lohengrin"  v. Wagner, 
Violinvorträge  des  Hm.  Timmer  (1.  Gonc.  v.  Bruch  u.  beide 
Bomanzen  v.  Beethoven). 

Annaberg.  10,  Museumsconc.  (Stiehler):  Suite  „Aus  Hol- 
berg's  Zeit^  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  Larghetto  a.  der  Gmoll* 
Symph.  V.  Spohr,  8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  Ge- 
sangvorträge des  Hm.  Bitterhaus  a.  Düsseldorf  („Vor  deinem 
Fenster"  a.  „Der  Barbier  von  Bagdad"  v.  Gornelius,  „Das 
Mädchen  und  der  Schmetterling"  v.  d'Albert  etc.). 

Boston.  Goncerte  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
No.  16.  GmoU-Symph.  v.  Mozart,  Gigue,  Gavotte  u.  AUe^ro 
fugato  a.  der  symph.  Suite  Op.  95  v.  Busoni,  Gmoll-Glavier- 
conc.  V,  Baff  (Hr.  Sherwood).  No.  17.  4.  Symph.  v.  Dvo^Äk, 
„Les  Pröludes"  v.  Liszt,  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittelasien" 
V.  Borodin,  „Buy  Blaß" -Ouvert.  v.  Mendelssohn. 

Braunschwelg.  3.  Abend  der  Neuen  Vereinig,  f  Kam- 
mermusik: Oct.  f.  Blasinstrumente  v.  Beethoven,  Quintette  f. 
Glav.  u.  Blasinstrumente  v.  Mozart  u.  H.v. Herzogenberg. 
(Ausfuhrende:  HH.  Bössler  [Glavier],  Stichnoth,  Bundfuss, 
G.  Metzdorf,  Oberländer,  Kurzrock,  Meyer  L  u.  ü.,  Flohr, 
Wrede  u.  Köhnke  [Bläser].) 

Breslau.  8.  u.  9.  Symph  .-Gonc  der  Bresl.  Goncertcap. 
(Biemenschneider):  1.  Symph.  u.  Sept.  v.  Beethoven,  Ouver- 
türen von  Abert  („Astor^")  u.  A.,  Vorspiele  von  Wagner 
(„Meistersinger")  und  G.  Kiemenschneider  („Der  Hexen- 
tanz"), dramat.  Intermezzo  v.  B.  Thoma,  zwei  Zigeunertänze 
V.  Heidingsfeld,  zwei  Span.  Tänze  v.  Moszkowski,  Gla- 
viervorträge  des  zwöl^ähr.  Paul  Wittenberg  (Gmoll-Gonc.  v. 
Mendelssonn  etc.)  u.  A.  m.  —  11.  Abonn.-Gonc.  des  Bresl. 
Orch.-Ver.  (Maszkowski):  4.  Symphonie  v.  Beethoven,  Ddur- 
Orch.-Seren.  v.  Brahms,  Ouvertüren  v.  Bossini  („Wilhelm 
Teil")  u.  Berlioz  („Die  Vehmrichter"). 

Chemnitz.    8.  Symph.-Gonc.  der  städt.  Gap.(Pohle):  Sym- 

Shonie  „Ländliche  Hochzeit"  v.  G.  Goldmarlc,  „Hebriden"- 
*uvert.  V.  Mendelssohn,  „Einzug  der  Götter  in  Walhall"  a. 
„Bheingold"  v.  Wagner,  Aßdur-Polon.  f.  Orch.  v.  Ghopin- 
Müller-Berghaus,  Glaviervorträge  des  Hm.  Ufert  (Goncertstück 
V.  Volkmann,  Adagio  cant.  u.  Litermezzo  v.  N.  v.Wilm  u. 
Etüde  V.  Moszkowski). 

Cöln.  Aufführungen  der  Musikal.  Gesellschaft  (Prof. 
Seiss)  im J Jan.  u.  Febr. :  Erinnerungsfeier  f.  Bob.  Heckmann 
m.  Werken  (f  ?)  v.  Beethoven,  Schumann,  Mendelssohn,  Gho- 
pin  u.  Grieff,  in  weiteren  Goncerten:  Esdur-Symph.  v.  Mo- 
zart, Adur-Orch.-Serenade  v.  Brahms,  Ouvertüren  v.  G.  v. 
Kaskel  (Gonc.-)  u.  Beethoven  (-Goriolan"),  Gigue  f.  Orch.  v. 
F.  fliller,  MeL  „Amaranth"  (f.  ?)  v.  Lesimple,  „Im  Früh- 


180 


ling*  f.  Streichorch.  v.  E.  Heuser,  Divertimento  f.  je  zwei 
H^rner-  u.  Pagotte  v.  Mozart,  Gonc.  f.  vier  Olaviere  v.  Czerny, 
Ddiw-Trio  f.  Clav»^  Harn  u.  Oboe  v.  fl.  v.  Herzogenbere 
(HH.  Prof.  Seißß,  Kuntze  u.  Bortfeld),  Solovortrftge  der  HH. 
Bnran  (Ges.)  u.  Affemi  (Clav.,  AmoU-CJonc.  v.  Schumann)  u. 
des  FrL  Schwartz  (Viol.)  u.  A.  m. 

Cref eld.  6.  Abonn.-Conc.  der Ooncertgesellscbaft  (Grüters) 
UBt.  Tocolflolist.  Mitwirk,  des  Frl.  Hilss  a.  Frankfurt  a.  M.: 
No.  2,  8,  6,  6  u.  7  der  Symph.-Ode  „Das  Meer«  v.  Nicod6, 
„Manfired^-Ouvert.  v.  Schumann,  Orchestervariat.  über  ein 
Havdn'sches  Thema  v.  Brahms,  Wanderers  Sturmlied  f  Chor 
u.  Droh.  V.  B;Strau8S,  Gesangsoli  v.  d* Albert  („Das  Mäd- 
chen und  der  Schmetterling«)  u.  A. 

Dessau.  Am  2.  Mftrz  Auffuhr,  des  1.  u.  2.  Theils  der 
^Jahreszeiten«  v.  Haydn  durch  den  Schülerchor  des  Friedrichs- 
Gymnasiums  unt.  Leit.  des  Hrn.  TJrban  u.  Mitwirk,  des  Frl. 
Schneider. 

DordPeeht.  8.  Soiröe  f.  Kammermusik  der  HH.Yinku. 
£rdelmann  unter  Mitwirk,  der  HH.  Ees,  Bouman  u.  Mossel: 
Clavierquint.  Op.  84  v.  Brahms,  Streichquart.  Op.  69,  No.  1, 
V.  Beethoven,  3.  Clav.-Violinson.  v.  Grieg. 

Dorpat.  1.  Sym^.-Oono.  (Dr.  Harthan):  Symphonien  v.* 
Schubert  (Hmoll)  u.  Haydn  (Gdur),  Seren,  f.  Streichorch.  v. 
H.  Harthan,  Amoll-Glavierconc.  v.  Hummel  (Hr.  Petersen). 
Dresden.  2.  u.  8.  Auffiihr.-Aband  des  Tonkünstlerver.: 
DmoU-Doppel-Streichquart.  v.  Spohr  (HH.  Petri,  König,  Wil- 
helm und  Stenz  und  HH.  Schubert,  Debou,  Schmid  u.  Grütz- 
macher), Esdur-Blassext.  v.  Beethoven  (HH.  Gabler,  Förster, 
Franz,  Pr6e,  Bräunlich  u.  Strauss),  Fdur-Blasquint.  v.  Th.  Uh- 
lig  (HH.  P.  Bauer,  Schmidt,  Lange,  Prte  u.  Tränkner),  Esdur- 
Glavierquart.  v.  Mozart  (HH.  Both,  Feigerl,  Wilhelm  u.  Böck- 
mann),  Ddur-Glaviertrio  v.  Beethoven  (lä.  Schmeidler,  Lange- 
Frohberg  u.  Grützmacher),  D  moll-Suite  f.  Violonc.  u.  Clav.  v. 
Sohenck-Grützmacher  (HH.  Grützmacher  und  Pittrich).  — 
2.  Prüf.-AuiätÜir.  im  k.  CDonservat.  f.  Musik:  Orchestersuite  v. 
Hm.  Ludwig  a.  Niederlössnitz,  Glavierquart.  v.  Schumann 
(Fri.  Fritz  a.  Stendal  u.  HH.  Pokomy  a.  Ratschitz,  v.  Fos- 
sard  a.  Biga  u.  Zeidler  v.  hier),  Solo  vortrage  der  Frau  Posteil 
a.  Washington  (GJes.,  Arie  „Wie  süss",  m.  oblig.  Flöte  [Hr. 
Schindler  a.  Biel]  v.  Händel) ,  der  Frls.  Solms-Brafelivö^er  ä. 
Berlin  (Ges.,  Arie  „Endlich  bin  ich  allein"  v.  Rossini),  Wede- 
kind a.  Hannover  (G^.,  Arie  „Ha,  welch  Glück"  v.  Gounod) 
u.  Putnam  a.  Tpsilanti  (Clav.,  (Doncertsatz  v.  Mozart)  u.  der 
HH.  Hildebrandt  a.  Louisville  (Yiol.,  Fant,  appass.  v.Vieux- 
temps)  u.  V.  Fossard  (Viola alta,  Conc.-Phant.  v. H.Ritter). 
fiisenach.  4.  Ck>nc.  des  Musikver.  unt.  Mitwirkung  des 
Streichquart,  der  HH.  Rösel,  Gutheil,  Ludwig  u.  HaJir  aus 
Weimar:  Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  69,  No.  1)  und 
Mozart  (Ddur),  sowie  Variat.  a.  dem  Kaiserquart,  v.  Haydn, 
gem.  Chöre  v.  J.  Mai  er  (Nachtlied  und  „Kinderwache"), 
A.  Kleffel  („Es  fuhr  ein  Fischer"  u.  „Frühling  ists")  und 
Schubert-Flitner  (Deutsche  Tänze,  m.  Clav.). 

Frankfurt  a.  M.  10.  Museumsconcert  (Kogel):  Ddur- 
Symph.v.  Mozart,  „Le  Rouet  d*Omphale"  v.  Saint-Saöns, 
Ouvertüren  v.  Mozart  (im  ital.  Stil)  imd  Waener  („Der  flie- 
gende Holländer"),  Solovorträee  des  Frl.  Barbi  (Gbsang,  „Im 
Herbst"  v.  Franz,  „Vergebliches  Ständchen"  von  Brahms, 
„Marquise"  v.  Massenet  etc.)  u.  des  Hm.  Lamond  (Ciavier, 
Conc.  V.  Henselt).  —  8.  Kammermusikabend  der  Museums- 
Gesellschaft:  Streichauartette  v.  Haydn  (Bdur)  u.  Beethoven 
(Op.  18.  No.  6),  Emoll-Clav.-Violoncelläon.  v.  Brahms.  (Aus- 
führende: HH.  Prof.  Mannstädt  a.  Wiesbaden  [Clav.],  Prof. 
Heermann,  Naret-Koning,  Welcker  u.  Becker  [Streicher].) 

FrlBiburg  i.  B.  Abschiedsconc.  des  Hrn.  Seyffardt  unt. 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Beck  a.  Frankfurt  a.  M.,  des  Vio- 
linisten Hrn.  Rückbeil  und  des  verstärkten  städt.  Orch.  am 
7.  März:  Ddur-Symph^  Thema,  Variat.  u.  Finale  für  Orch., 
Concertscene  „'Ihusneldfa"  f.  eine  Altstimme  m.  Orch.,  Lieder 
„Herzeleide",  „Mondbeglänzt  im  stillen  Walde",  „Frühlings- 
gedränge" u.  „Lass  das  Fragen"  m.  Clav.  u.  Phantasiestück 
f.  Viol.  m.  Orch.  v.  E.  H.  Seyffardt,  AmoU-Clavierconc.  v. 
Schumann  (Hr.  Seyffardt). 

Friedeberg  (fneum.).  0>nc.  des  Ver.  f.  gem.  Chorgesang 
unt.  Mitwirk,  des  Sängers  Hm.  Kirchner  a.  Berlin  am  13.  März: 
.Der  Rose  Pilgerfahrt"  v.  Schumann,  „Lobgesang"  v.  Men- 
delssohn. 

Genf.  Conc.  der  Pianistin  Frl.  Doria  unt.  Mitwirk,  des 
Hm.  Ad.  Rehberg  (Violonc.)  u.  des  städt.  Orch.  (W.  Rehberg) 
am  9.  März:  „Medea"-Ouvert.  v.  Cherubini,  Berceuse  u,  Seren, 
f.  Streichorch.  v.  Schn6egans,  Soli  f.  Ciavier  v.  Chopin 
(FmoU-ConcO,  W.  Rehberg  („Ohant  de  Printemps"),  Mosz- 


kowski  und  Liszt  (14.  Ungar.  Rhaps.)  u.  f.  Violoncell  von 
Svendsen  (Ck>nc.),  Händel  u.  Bach. 

Gera.  Conc.  der  Liedertafel  am  9.  März:  Ouvertüre  zu 
„Meister  Martin  und  seine  Gesellen"  v.  W.  Tschirch,  Män- 
nerchöre m.  Orch.  v.  Deboi8(„Liebesbotschafb")  u.Wiesner 
(-Kreuzfahrt")  u.  a  cap.  v.  W.  Tschirch  („Gebet"),  Bruch 
(Kheinlied),  Schubert  u.  Schumann,  Gesangvorträge  des  Frl. 
Doenges  a.  Leipzig  (Arie  v,  Weber^  »»Wie  berührt  mich  wun- 
dersam" V.  Bendel,  „Ich  muss  hmaus"  v.  Kirchner  und 
„Komm  aus  der  engen  Stadt"  v.  H.  v.  Koss).  —  3.  Kammer- 
musikabend: Esdur-Streichquart.  v.  Mozart,  Esdur-Clavier- 
trio  V.  Beethoven,  Sonata  seria  in  Hmoll  f.  Clav.  u.  Viol.  v. 
F.  W.  Rust.  (Ausfährende:  HH.  Kleemann  [Ciavier],  Jäger, 
Grümmer,  Geipel  u.  Kliebes  [Streicher].) 

Gotha.  8.  Vereinsconc.  des  Musikvereins  (Prof.  Tietz): 
2.  Symph.  v.  Beethoven,  „Sommemachtßtraum" -Ouvertüre  v. 
Mendelssohn,  Solovorträ^  der  HH.  Giessen  a.  Weimar  ((^es., 
Arie  a.  „Benvenuto  Cellini"  v.  Berlioz,  „Trennung"  v.  Las- 
sen, „Ganz  leise"  v.  H.  Sommer,  „Frühling  im  Herzen"  v. 
A.  Fuchs  etc.)  u.  Kiefer  v.  hier  (Violonc,  Dmoll-Concert  v. 
J.  Kiengel,  And.  v.  Witte,  „Am  Springorunnen"  v.  Davi- 
doff etc.).  ^ 

Halberstadt.  6.  Stöbe'sches  Abonn.-Conc.  (Stöbe):  T.Sym- 
phonie V.  Beethoven,  „Freischütz" -Ouvert.  v.  Weber,  Solovor- 
träge des  Pianisten  Hrn.  Wendling  a.  Leipzig  auf  dem  Jank6- 
Flügel  (2.  u.  8.  Satz  a.  dem  Gmoll-Conc.  von  Saint-SaÖns, 
Pilgerchor  a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner-Jank6,  „Le  Stac- 
cato"  V.  G.  A.  Schmitt  u.  Spinnerlied  v.  Wagner-Liszt). 
Halle  a.  S.  Am  4.  März  Aufführ,  von  H^idePs  „Judas 
Maccabäus"  durch  die  Neue  Singakad.  (Voretzsch)  unt.  Solist. 
Mit  wirk,  der  Frau  Schmid  t-Köhne  a.  Berlin,  des  Frl.  Haas  a. 
Mainz  u.  der  HH.  Dierich  a.  Schwerin  u.  Rolle  a.  Berlin. 

Hamburg.  '2.  Conc.  der  Pianistin  Frl.  Marstrand  unter 
Mit  wirk,  der  Frau  Seelig  u.  der  HH.  Marwege  und  Gowa: 
Ciaviertrios  v.  Dvoi&k  (Fmoll)  u.  Beethoven  (Op.  70,  No.  1), 
Soli  f.  Ges.  V.  Brahms  („Immer  leiser"  u.  „Frühlingstrost''), 
C.  G.  P.  Grad  euer  („Ich  glaubte,  die  Schwalbe")  u.  Schubert 
u.  f.  Clav.  V.  F  Thieriot  (Variat.  über  ein  eig.  Thema).  — 
9.  Philhann.  Conc.  (Prof.  v.  Bernuth):  1.  Symphonie  v.  Sohu- 
mftun,  *Siafonietta  v.  F.  Thieriot  (unt.  Leit.  des  Comp.). 
„Tell"-Ouvert.  v.  Rossini,  Cla  vi  er  vortrage  des  Hm.  Rosentnal 
(EmoU-Cono.  v.  Chopin,  „Don  Juan"-Phant.  v.JLiszt  u.  eig. 
Phant.  über  Strauss'sche  Themen). 

Hanau.  2.  Abonn.-Conc.  des  Oratorienver.  (Fleisch  aus 
Frankfurt  a.  M.)  m.  Schumann^s  „Das  Paradies  und  die  Peri" 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Dietz,  SchäiFer  u.  Hess  u.  der 
HH.  Tillmann  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  Wassmuth. 

Hersfeld.  Conc.  des  Musikver.  am  28.  Febr.:  „Christ- 
rosen" f.  gem.  Chor,  Soli  u.  Clav.  m.  verbind.  Declamat.  von 
Fache,  Cnorlieder  v.  Mendelssohn,  Soloquart.  „Liebchen,  wach 
auf"  V.  E.  Meyer-Helmund,  Vocalduett  „Gondoliera"  von 
G.  Henschel,  Gesanfi;solo vortrage  des  Frl.  Perl  a.  Sonders- 
hausen („Elsa*s  Traum"  a.  „Lohengrin"  u.  „Dich,  theureHalle^ 
a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner,  „Der  Asra"  v.  Rubinstein. 
„Waldfahrt"  v.  Franz  u.  „Wenn  das  Vöglein  naschen  will" 
V.  Meyer-Helmund),  sowie  eines  ungen.  Herrn  („Wotan's 
Abschied  von  Brünnhilde"  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner), 

Herzogenbuseh.  Conc.  der  Zangvereen^nng  (fiouman) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares  Haase  a.  Rotteraam  und 
eines  ungen.  Bassisten  am  28.  Febr.:  „Das  Feuerkreuz"  von 
Bruch,  Chor  „Trockne  die  Thränen"  a.  „Elektra"  v.  Gouvy, 
Vocalduette  „Lotosblume  und  Schwan"  und  „Die  Lerchen"  v. 
L.C.  Bouman,  Lieder v.  Stange  („Tandaradei"),  Seyffardt 
(„Du,  rothe  Rose"),  Franz  („Im  Herbst")  u.  A. 

Innsbruck.  Soir6e  der  HH.  Prof.  Schwartz  (Clav.),  Hie- 
ber, Drechsler,  Penzl  u.  Hilpert  (Streicher^  a.  München  am 
10.  März:  Clavierquint.  v.  Schumann,  Dmoll-Streichquart.  v. 
S.  Noskowski,  BmoU-Claviertrio  v.  Volkmann. 

Kiel,  Symph.-Conc.  des  Dilett.-Orch.-Ver.  unt.  Mitwirk, 
des  Sängers  Hrn.  Prof  Dr.  Curtius  am  2.  März:  Adur-Sinfo- 
nietta  v.  J. Zellner,  Vorspiele,  Pogner*s  Anrede  und  Sachs' 
Schlussgesang  a.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner. 

Leipzig.  20.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Reinecke)  m.  Compositionen  v.  A.  Rubinstein:  6.  Sym- 
phonie und  vier  Nummern  a.  dem  Ballet  „Die  Rebe"  unter 
Leitung  des  Comp.,  sowie  Phant.  f.  Clav.  u.  Orch.  und  aclit 
Nummern  a.  der  Ciaviersuite  Op.  88,  gespielt  vom  Compon. 
—  Extra-Kammermusik  ebendas.  am  26.  März:  Sept.  v.  Beetho- 
ven, GmoU-Clavierquint.v.  Rubinstein,Ddur-Streichquart.  v. 
Haydn.  (Ausführende:  HH.  Rubinstein  fClav.],  Prill,  v.  Da- 
meck, Unkenstein,  Wille,  Schwabe  [Streicher],  Kessner,  Gum* 


pert  n.  Freitag  [Blfiser).)  —  B.  Eiroheuconc.  des  fiaob- Vereine 
(Sitt)  «nt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Münch  u.  der  Frau  Metzler- 
Löwj  T.  hier,  sowie  des  Hrn.  Mann  a.  Dresden:  Chor  „Bleib 
bei  uns",  Trauerade  n.  Fragmente  a.  derCantate  „Qott  fahret 
auf  y.  S.  Bach.  —  Am  27.  M4rz  Auffilhrung  v.  H.  Schütz' 
MatthAns-PasBion  in  der  St.  Fanlikirche  durch  den  KJrcben- 
chor  «II  St  Johannie  (Böthig)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frla. 
V.  Broke  u.  Hondrich,  der  Frau  Böthig  u.  der  HH.  Trauter- 
mann  u.  Waldvogel. 


181 

8.  Symph-v.  Brahma,  Fnnanta.derDdor-Syroph.  v.DvoFik, 
SoloTortrige  des  Frl.  Ljdia  MllUer  a.  Berlin  (Ges_  „Eto  glinct« 
golden  die  Sonne"  und  „Junger  Knabe"  v.  E.  E.  Tenbert, 
„Goldene  Brlicken"  von  A.  Wnstandt,  „DomrMdien''  von 
0.  Eichberg,  Wiegenlied  v.  Stange,  Seren,  v.  Bruch  etc.) 
u.  des  Hrn.  Dechert  v.  ebendaher  (Violonc,  Cone.  v.  Molique, 
Romanze  v.  Sitt  u.  Gavotte  v.  Fitzenhaien).    No.  7.  „Or- 

Eheus"  V,  Liszt,  Urchesterstttck  „Au  Village''  v.  Oodard, 
iramat.  Ouvertüre  v,  P,  Kanffmann,  Solovortrtgo  dw  Frl. 


Bobert  Freond. 


Linz.  8.  Earomermusikconc  der  HH.  Schrejer  (Clav.)  u. 
EOhnR  (Viol.)  unter  Mitwirk,  der  HH.  v.  Neuraann-8r«illart, 
Sohweinitzer  u.  Schober:  Clavierquint.  v.  SohumauD,  Dmoll- 
Streichquart.  v.  Haydn,  Clav.-VioliiiBon.  Op.  24  v.  Beethoven. 

Lübeck.  4.  Kammermusikabend  des  Frl.  Herrmann  unt. 
Mitwirk,  der  S&ngerin  Frl.  Mert«iis  a.  Berlin  und  der  HH. 
Zajio  a.  Berlin  u.  Gowa  a.  Hamburg:  Claviertrioa  von  Sme- 
tana  (Gmoll)  u.  Beethoven  (Cmoll),  Polen,  f.  Clav. u. Violono. 
T.Chopin,  Solif.  Ges.  V.  Rubinstein  („Der  Traum")  A.Hol- 
laender  f„Die  Spröde  und  die  Bekehrte")  u  A.  u.  f.  Viol.(?). 
—  6.  Philharm.  Cono.  (Stiehl):  Symphonien  v.  Ph.  Em.Bech 
(Ddnr)  u.  P.  V.  Woyrsoh  (Bmoll),  Ouvertüren  von  Berlioz 
(.Le  Camaval  romain")  u.  Goldmark  („Im  Frühling").  (Die 
flovitAt  von  P.  V.  Woyrsch  wird  als  ein  m&chtigea  nach 
einem  wohldurchdachten  Plane  aufgebautes  Werk  bezeichnet, 
das  nomenüich  in  seinem  2.  langsamen  Satz  viele  Schönheiten 
enthalte.) 

Magdeburg.  Tonkünstlerverein  am  6.  und  32.  Febr.: 
Streichquartette  von  Beethoven  (Op.  IB,  No.  3,  u.  Op.  74]  und 
Haydn  (Fdur),  Solovortr&ge  des  Frl.  Lutkemüller  (Gesang, 
„Ich  hör  ein  Vögiein  locken"  von  Biachoff,  „Zuveraicht'' 
Ton  Hofmann  et«.)  und  dei  HH.  Richter  (Ciavier,  FnKilI- 
SoAate  TOn  Brahma  etc.)  und  Berber  (Violine,  Romanze  u. 
Ballade  r.  G.  Rehling).  — Logenconcerte  (Kaufmann) :  No.  6. 


Jeppe  a.  Berlin  (Clav.,  Fmoll-Conc  v.  Chopin,  Walzerv.  Mosz- 
kowski  etc.)  u.  des  Hm.  Hormann  a.  Frankfurt  a.  H.'-  (G«s., 
„PrUhlinganacht"  u.  „Mugreth  am  Thore*  v.  Ad.  Jensen  eto.). 
—  6.  Harmonieconcert  (SanEfoiann):  Trauermarsch  ans  ^^^^  -- 
-Götterdämmerung"  v.  Wagner,  Dramatiachs  Ouvertnre  t. 
F.  Kaaffmann,  Kaiser-Variat.  f.  Streichorchester  v.  Haydn, 
Solovortrftge  des  Frl.  Dietrich  a.  Berlin  (Ges.,  „Die  Wander- 
scbwalbe"  v.  Bubinstsin,  „Die  Bekehrt«''  t.  Stange  eto.) 
u.  des  Hm.  Berber  (Conc.  v.  Beethoven  u.  Vatse-Scherzo  v. 
Tsohalkowsky). 

Manchen.  Abschiedsoono.  der  SKngerin  FrL  Pewny  not. 
Mitwirk,  der  Pianistin  Frl.  Hilpert  u.  der  HH.  Drechslet'  u, 
Hilpert  (Streicher)  am  L>.  M&rz:  Ciaviertrio  Op.  I,  No.  3,  v. 
Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  J.  Pewny  {.Das  Veilchen"),  Gold- 
mark („Der  Wald  wird  dichter"),  Adolf  Graf  WftStarp  („Wie 
ich  dich  liebe,  leuchtender  Tag"),  Edv.  Grieg  (,jOnter  Ho- 
sen"), ZenKer(„Ueb6r  die  Haide"  u.  „VerBtShlen"],R.8traDsa 
(„Ach,  Lieb,  ich  muss  jetzt  scheiden"),  £.  Lassen  („Sommer- 
abend"),  W.  Taubert(Wiegenlied)n.  A.  u.  f.  Clav.  v.Rabin- 
stein  (Melodie),  Chopin  (BmoU-Scherzo)  und  Verdi-Lisat 
(„Rigoletto" -Paraphrase).  (Das  Debüt  des  Frl.  Hilperi  ist 
überaus  glücklich  ausgefidlen.) 

Neuorandenburg.  4.  Oonc.  des  Concertver.  m.Oreherter- 
werken  v.  Beethoven:    Symphonien   Ho.  1  u.  5,   OuvOfiui«n- 


182 


zu  „Coriolan",  „Egmont"  u.  No.  3  zu  „Leonore",  ausgeführt 
vom  Philharmonischen  Orchester  a.  Berlin  unt.  Leit.  des  Hrn. 
Dr.  V.  Bülow. 

Oldenburg.  7.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  (Manns):  Es- 
dur-Symph.  v.  Haydn,  „Medea"-Ouvert.  v.  Cherubini,  3.  Seren, 
f.  Streichorch.  v.  Volkmann  (oblig. Violonc. :  Hr.  Kufferath), 
Ciaviervorträge  des  Hrn.  Rosenthal  a.  Wien  (EmoU-Conc.  v. 
Chopin,  „Don  Juan" -Phant.  v.  Liszt  etc.). 

Prag.  Conc.  des  Üniversitäts-Gesangver.  (Schneider)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Mugrauer  u.  Nagel  und  des  Hm. 
Kostka  am  26.  Febr.:  „Johanna  von  Orleans"  f.  Soli,  Männer- 
chor u.  Orch.  V.  H.  Hof  mann,  „Landkennune;"  f.  Bariton- 
solo, Männerchor  u.  Orch.  v.  Grieg,  Männercnöre  a  cap.  v. 
F.  Hegar  („Die  beiden  Särge"),  C.  Hirsch  („Unter  der  Lin- 
den") u.  A.,  Gesangsoli,  (von  dem  Hofmann'schen  Werke 
sagt  das  „D.  AbendbT",  dass  der  Componist  in  ihm  „eine  werth- 
und  lichtvolle,  in  gleicher  Weise  von  dramatischem  Geist,  wie 

Eoetisch  empfundenen  Stimmungen  erfüllte  Arbeit  geschaffen" 
abe,  in  welcher  „dem  Chorgesang,  wie  dem  Ensemble-  und 
Orchestercolorit  eine  liebevoue  und  wirksame  Behandlung  zu 
Theil"  geworden  sei,  die  dem  Ganzen  eine  „sehr  sympathi- 
sche Gesammtwirkung"  sichere.) 

Sehaffhausen.  4.  Abonn.-Conc.  des  Musikcollegiums  (Flit- 
ner):  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt"  v.  Grieg,  „Lohengrin"- 
Vorspiel  v.  Wagner,  Tanz  der  Schäfer  und  Schäferinnen  u. 
Hochzeitsmusik  a.  der  Musik  zu  Shakespeare's  „Wintermär- 
chen" V.  C.  Flitner,  Solovorträge  der  HH.  Gausche  a.  Creuz- 
nach  (Ges.,  Lied  an  den  Abendstern  a.  „Tannhäuser"  v.  Wag- 
ner etc.)  u.  Eberhardt  a.  Strassburg  i.  E.  (Clar.,  je  zwei  Sätze 
a.  dem  Militärconc.  v.  Bärmann  u.  dem  2.  Conc.  v.  Weber). 

Siegen.  2.  Abonn.-Conc.  des  Musikver.  (Hofmann)  mit 
HändePs  „Messias"  unt.  Solist.  Mit  wirk,  des  Frl.  Leutheusser 
a.  Frankfurt  a.  M.,  der  Frau  Wirth  a.  Aachen  und  der  HH. 
Wilhelm  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  Gausche  a.  Creuznach. 

Stuttgart.     7.    Abonn.-Conc.    der    Hofcapelle  (Zumpe): 

3.  Symph.  v.  Brahms,  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittelasien" 
V.  Borodin,  Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung"  von 
Wagner,  Solovorträge  der  Frau  v.  Knappstaedt  a.  Leipzig 
(Ges.,  Gebet  a.  „Odysseus"  v.  Bruch,  „Im  Maien"  v.  F.  Hil- 
ler etc.)  und  des  Hrn.  A.  Krasselt  a.  Baden-Baden  (Violine, 
Concertsatz  v.  Vieuxtenips  u.  Ungar,  ßhaps.  v.  Singer). 

Weimar.  2.  Abonn.-Conc.  des  Chorgesangvereins  (Prof. 
Müller-Hartung):  Chöre  von  Palestrina  u.  S.  Bach  (Motette 
„Der  Geist  hilft  unsrer  Schwachheit  auf"),  Solovorträge  des 
Frl.  Mardersteig  (Ges.),  der  Frau  Schneider  (Ges.)  u.  des  Hrn. 
Branco  (Viol.).  —  Am  7.  März  Auffuhr,  v.  Haydn's  „Schöpf- 
ung" durch  den  Chorver.,  die  Singakad.  u.  den  Kircnenchor 
unt.  Leit.  des  Hm.  Prof.  Müller-&rtung  u.  solist.  Mit  wirk, 
des  Frl.  Oberbeck  a.  Berlin  u.  der  HH.  Müller-Hartung  jun. 
u.  R.  V.  Milde  v.  hier. 

Welssenburg.  Conc.  des  Musikver.  (Ehmig)  am  20.  Febr. : 
„Ruy  ßlas"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  „Erlkönigs  Tochter"  v. 
Gade,  „Nachtgesang"  u.  And.  mosso  f.  Streichorchester  von 
B.  Schefter,  Solovorträge  der  Frau  Walter  a.  Landau  (Ges., 
Arie  „Die  Sonne,  sie  lachte"  v.  Saint-Saöns,  „Ich  hab  die 
Nacht  geträumet"  v.  E.Walter  u.  „Zigeunerbub  im  Norden" 
V.  E.  Lassen)  u.  des  Hm.  Schefter  a.  Speyer  (Clav.,  Dmoll- 
Conc.  V.  Mozart). 

Wiesbaden.  Cyklus  von  zwölf  Concerten  des  städt.  Cur- 
orch.  (Lüstner)  unt.  Mitwirk,  hervorragender  Künstler:  No.  11. 
„Tasso"  V.  Liszt,  Fdur-Conoertouvert.  v.  Baff,  Solo  vortrage 
der  HH.  Bulss  aus  Berlin  (Ges.,  drei  Balladen  v.  Löwe,  '„Du 
rothe  Ros"  v.  E.  Steinbach,  „Die  Seligkeit"  v.  Chelius, 
„Im  Rosenbusch"  v.  F.  Masbach  und  „Frühlingszeit"  von 
R.  Becker)  u.  Masbach  v.  ebendaher  (Clav.,  GmoU-Conc.  v. 
Saint-Saöns,    12.  Ungar.  Rhaps.   v.    Liszt  etc.).      No.  12. 

4.  Symph.  v.  Beethoven,  Akad.  Festouvert.  v.  Brahms,  „Fee 
Mab"  V.  Ber  liüz,  Gesangvorträge  des  Frl.  Barbi  („Der  Herbst" 
V.  Franz,  „Der  Mond  steht  über  dem  Berge",  „Von  ewiger 
Liebe"  u.  „Vergebliches  Ständchen"  v.  Brahms  etc.). 

Zürich.  Benefizconc.  des  Hm.  Concertmeister  Kahl  unt. 
Mitwirk,  des  Sängers  Hm.  Qeist  a.  Strassburg  i.  E.  und  des 
Tonhalleorch.  (Dr.  Hegar)  am  23.  Febr.:  Ddur-Suite  v.  S.  Bach, 
Ouvert.  Op.  115  v.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  Brahms  („Ver- 
zweiflung"), Franz  („Möcht  wissen,  was  sie  schlagen")  u.  A. 
u.  f.  Viol.  V.  0.  Kahl  (Amoll-Conc.)  u.  S.  Bach.  —  8.  Abonn.- 
Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft  (Dr.  Hegar):  Esdur- 
Symph.  V.  Haydn,  „Wilhelm  Tell"-Ouvert.  v.  Rossini,  Variat. 
a.  der  Fdur-Orch  .-Suite  v.  Moszkowski,  Violin  vortrage  des 
Hrn.  Prof.  Heermann  a.  Frankfurt  a.  M.  (Conc.  v.  Brahms 
u.  „Heyre  Kati"  v.  J.  Hubay). 


Engagements  und  G8ste  in  Oper  und  Conoert. 

Aschersleben.  Das  letzte  der  so  interessant  verlaufonen 
FinzePschen  Concerte  wurde  von  der  rühmlichst  bekannten 
Leipziger  Militärcapelle  des  Hm.  Walt  her  und  deren  Solisten 
(als  Einjährigfreiwillige  dienenden  Künstlern)  ausgeführt. 
Alles  gelang  aufis  Trenlichste,  die  Orchestersachen  ni(3it  min- 
der, wie  die  Sololeistungen  der  HH.  Doli  (Violine),  Ettelt 
(Violoncell)  und  Zwintscher  (Ciavier).  Namentlich  erregte 
der  Letztgenannte  gerechtes  Au&ehen  mit  seinem  grossartigen 
Spiel.  —  Hannover.  Das  2.  Concert  der  fürstL  Schaumburg- 
Lippischen  Hofcapelle  aus  Bückeburg  mit  Hm.  Hofcapeü- 
meister  Sahla  als  feinfühligem  und  sicherem  Führer  an  der 
Spitze,  dessen  Hauptnummer  Liszt's  grossartige,  hier  so  gut 
wie  unbekannt  gewesene  Dante-Symphonie  bildete,  hatte  einen 
glänzenden  künstlerischen  Erfolg,  zu  welchem  auch  die  aus- 
gezeichneten Gesangsvorträge  aer  Berliner  Sängerin  Frau 
Schmidt-Köhne  aas  Hire  oeitrugen.  —  München.  An 
Stelle  des  an  das  Deutsche  Landestheater  zu  Prag  als  1.  Ca- 
pellmeister  berufenen  Hrn.  Kryszanowski  wird  Hr.  Dr.  W. 
iCienzl  zukünftig  den  3.  Capellmeisterposten  an  der  hiesigen 
Hofoper  bekleiden.  —  New- York.  Als  Lakmö  hatte  Frl.  van 
Zandt  enthusiastische  Erfolge  zu  verzeichnen,  wie  sie  seit 
der  Patti  Zeiten  nicht  da  waren.  Das  oft  verschobene  Qe- 
sangrecital  der  Frau  Nikisch  aus  Boston  fjEind  nun  endlich 
statt  und  bereitete  den  Freunden  schönen  Gesanges  ein  echtes 
Vergnügen,  denn  die  Dame  entfaltete  in  ihrem  reichen  Pro- 
^amm  Grazie  und  feine  Vortragskunst.  Der  kleine  Geiger 
Fiedemann  spielte  in  ihrem  Concert  ein  Violinsolo  mit  über- 
raschender Beile.  Bewundemswerth  war  auch  Hrn.  Nikisch^s 
Begleitungskunst.  —  Paris.  Hr.  Bouhy,  ein  vom  hiesigen 
Publicum  verehrter  Bariton,  den  man  schon  lange  Jahre  nicht 
gehört,  sang,  begleitet  von  den  lebhaftesten  Beiüallskund- 
gebungen,  die  Boüe  des  Mephistopheles  in  Gounod*s  „Marga- 
rethe",  welches  Werk  kürzlich  in  der  Grossen  Oper  mit  neuer 
Besetzung  gegeben  wurde.  Frau  Mater  na  aus  Wien  hat 
wiederholt  mit  grösstem  künstlerischen  Erfolg  bei  Lamoureuz 
gesungen,  und  zwar  in  deutscher  Sprache  aus  den  Musikdra- 
men des  grossen  deutschen  Meisters  Richard  Wagner.  — 
Weimar.  Frl.  Hermine  Fink,  die  vom  Herbst  ab  der  hie- 
si^n  Hof  bühue  als  Opemmitglied  angehören  wird,  liess  ihrer 
mit  bereits  gemeldetem  günstigen  Erfolg  aufgenommenen  Car- 
men als  weiteres  Debüt  den  Fidelio  ßlgen  und  begeisterte 
das  Publicum  durch  die  ebenso  stilvolle,  wie  tief  innerliche 
und  poetische  Wiedergabe  dieser  die  höchsten  Anforderungen 
stellenden  Partie.  Hire  Darstellung  würde  einer  fertigen 
Künstlerin  zur  Ehre  gereicht  haben,  bei  einer  Anfiuigerin  je- 
doch, die  zum  dritten  Male  die  Bühne  betrat,  war  sie  in  ge- 
sanglicher, wie  darstellerischer  Beziehung  geradezu  bewun- 
demswerth. Man  darf  sich  Grosses  von  diesem  aussergewöhn- 
lichen  Talent  versprechen,  das,  wie  schon  mitgetheüt,  seine 
sorgfältige  künstlerische  Ausbildung  der  renommirten  Qe- 
sangslehrerin  Frl.  Auguste  Götze  verdankt.  —  Wien.  Hr. 
van  Dyck,  der  gefeierte  Helden tenor  unserer  Hofoper,  ist  fiir 
weitere  sechs  Jahre  dem  Institute  verpflichtet  worden,   zur 

fressen  Beruhigung  unseres  Opernpublicums,  dem  versckie- 
ene  glänzende  Engagementsanträge,  welche  der  illustre 
Künstler  von  auswärts  erhalten,  zur  Kenntniss  gekommen 
waren. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  26.  März.  „Der  Gang  zum 
Kreuze"  v.  S.  Bach-Rust.  Drei  Passionschöre  v.  H.  Schütz- 
Riedel. 

Zwickau.  St.  Marienkirche:  Januar  — 20.  März.  „Herr, 
nun  lassest  du"  v.  Alb.  Becker.  „Die  Himmel  rühmen  des 
Ewigen  Ehre"  v.  Beethoven.  „Verleih  uns  Frieden"  v.  Men- 
delssohn. Geistliches  Volkslied  v.  Th.  Schneider.  „Gott,  deine 
Güte  reicht  so  weit"  v.  Beethoven.  „Lob  und  Ehre  imd  Weis- 
heit und  Dank"  v.  Bach.  „Heilig"  v.  Mendelssohn.  „Ehre 
sei  dir,  Christe"  v.  Schütz.  „0  du,  der  du  die  Liebe  bist"  v. 
Gfide.    „Kyrie"  a.  der  Missa  Papae  Marcelli  v.  Palestrina. 


Aufgeführte  Novitäten. 

Albert  (E.  d'),  Fdur-Symph.    (Hamburg,  6.  Abonn.-Oonoert 

unt.  Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow.) 
Bargiel  (W.),  Esdur-Claviertrio.  (Bielefeld,  1.  Kammermusik 

der  HH.  Nachtmann  u.  Gen.) 


183 


Berlioz  (H.)}   Symph.  fantast.    (Heidelberg,  5.  Abonn-Gonc. 

des  Bach-Ver.) 
Brahma  (J.)t  4.  Symph.  (Danzigi  20.  Symph.-Ck)nc.  des  Hm. 

TheiL    Breslau,  9.  Abomi.-Goiic.  des  Bresl.  Orchesterver.) 
Violincono.    (Frankfurt  a.  M.,  7.  Museumsconc.) 

—  —  GmoU-Streichquart.   (Hamburg,  3.  Kammermusikabend 

der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 

Hdur-Glaviertrio  (neue  Ausgabe).  (Bremen,  2.  Kammer- 
musikabend der  Philharm.  Goncerte.) 

Glaviertrio  Op.  101.    (Danzig,  3.  Abonn.-Gonc.) 

Bruch  (M.;,  n^eß  Fenerkreuz^  f.  Soli,  Ghoru.  Orch.  (Berlin, 
Gonc.  des  Stern'schen  Gesangver.  am  1.  Febr.) 

„Römischer  Triumphgesang''   f.   M&nnerchor  u.  Orch. 

(Herzogenbusoh ,  2.  Gonc.  der  Liedertafel  „Oefening  en 
Üitspanning**.) 

Busoni  (F.  B.),  Goncertstück  f.  Glav.  u.  Orch.  (New- York, 
Damrosch  Simday  Gonc.  am  17.  Jan.) 

Gapocci  (E.),  Orgelsuite.  (New- York,  2.  Grgel-Becital  des 
Hm.  Warren.) 

Dvo^&k  (A.),  Fdur-Symph.  (Ghemnitz,  2.  Abonn.-Gonc.  der 
Stadt.  Gap.) 

Gade  (N.  W.),  Lustspielouverturen  „Marionetta^  u.  „Nordi- 
sche Senn&brt".    (Essen  a.  d.  B.,  4.  Gonc.  des  Musikver.) 

Glinka  (N.),  „Kamarinskaja"  u.  Ouyert.  zu  „Bouslane  und 
Ludinilla*'.    (Berlin,  7.  Philharm.  Gonc; 

Goetz  (H.),  Edur-Glavierquart.  (Bradford,  6.  Füll  Dress  Sub- 
script.-Gonc.) 

Goldmark  (G.),  „Merlinf*-Ouvert,  (Frankfurt  a.  M.,  7.  Mu- 
seumsconc.) 

Gouvy  (Th.),  Gct.  f.  Blasinstrumente.  (New- York,  1.  Gonc. 
des  Mozart-Glub.) 

Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt*'.  (Frankfurt a.M., 
7.  Museumsconc.) 

Glav.-Violoncellson.      (Boston,  Gonc.  im  New  England 

Gonservat  am  7.  Jan.) 

„Landkennung"  f.  Männer chor,  Baritonsolo  und  Orch. 

(Herzogenbusch,  2.  Goncert  der  Liedertafel  „Oefening  en 
TJitspanning*'.) 

Haan  (W.  de),  Symphon.  Sätze  „Fahrt  zum  Hades''  u.  „Ely- 
sium*'.    (Essen  a.  d.  B.,  4.  Gonc.  des  Musikver.) 

Heuser  (E.),  Ddur-Glaviertrio.  (Göln,  6.  Kammermusikauf- 
fbhr.  der  HH.  HoUaender  u.  Gen.) 

Kahn  (B.),  Adur-Streichquart.  (Hamburg,  3.  Kammermusik- 
abend der  HH.  BlÄha  u.  Qen) 

Kirchner  (Th.),  „Novelletten"  f.  Glav.,  Viol.  u.  Violoncell. 
(Danzig,  8.  Abonn.-Cionc.) 

Klughardt  (A.),  3.  Symph.  (Halle  a.S.,  4.  Winterconc.  der 
vereinigten  BerggeseÜscharb.) 

Lalo  fE.),  Ouvert  zu  „Le  Boi  d'Ys*'.  (Philadelphia,  3.  Gonc. 
des  Boston  Symph.  Orch.  Frankfurt  a.  M.,  8.  Museums- 
conc.) 

Beinecke  (G.).  „Friedensfeier'^-Festouvert.  (Bu&lo,  4.  Or- 
chesterconc.) 

Bheinberger  (J.),  „Wallenstein's  Lager"  a.  der  „Wallen- 
stein^-l^mph.  (Hamburg,  Privataufführ.  des  Schäffer^- 
schen  Orchesterver.  von  1890  am  26.  Jan.) 

—  —  Gonc.  f.  Org.,  Streichorch.  u.  drei  Homer.    (Hamburg, 

2.  Kirchenconc.  des  Hm.  Armbrust.) 
Bubinstein  (A.),    GmoU-Symph.,   Esdur-Glavierconcert  etc. 

(Berlin,  Gonc.  des  Gomp.) 
AmoU-Glav.-Violinson.  (Bern,  4.  Elammermusikmat.  des 

Hm.  Denho£) 
Scharwenka  (X.),  Esdur-Seren.  f.  Orch.  (Dresden,  Symph.- 

Gonc.  der  Qewerbehauscap.  am  27.  Febr.) 
1.  Glavierconcert.    (Washington,  1.  Gonc.  des  Symph. - 

Orch.  a.  New- York.) 
Schulz-Schwerin  (G.),  Ouvert.  trioinph.  u.  Serenata  giocosa. 

(Dresden,   Symph.-Goncerte   der  Grewerbehauscapelle  am 

27.  Febr.  resp.  5.  März.) 
Sinding  (Ghr.),  Emoll-Glavierquint.  (Ghemnitz,  1.  Kammer- 
musik des  Hm.  Pohle.) 
Sitt  (H.),  Violoncellconc.     (Boston,  Gonc.  im  New  England 

Gonserv.  am  7.  [?]  Jan.) 
Stucken   (F.  van  der),    Musik    zu  Sbakespeare*s    „Sturm''. 

(Buffalo,  4.  Orchesterconc.) 
Svendsen  (J.  S.),  „Norwegischer  Künstler-Gameval**.  (New- 

Jersey,  2.  Gonc.  des  Symph  .-Orch.  a.  New- York.) 
Umlauft  (P.),    „Agandecca*'  f.  Soli,  Männerchor  und  Orch. 

(Halle  a.  S.,  Gonc.  des  Akad.  Gesangver.  am  8.  Febr.) 
Taubert  (W.),    „Der  Landsknecht"  f.  Männerchor,  Soli  und 

Orch.    (Halle  a.  S.,  Gonc.  der  „Fridericiana^.) 


Tschaikowsky  (P.),  BmoU-Glavierconc.  (Frankfurt  a.  M., 
8.  Museumsconc.) 

Yerdi  (G.),  Bequiem.  (Hamburg,  2.  Abonn.-Gonc.  des  Gae- 
cilien-Ver.) 

Vierling  (G.),  „Gonstantin"  f.  Soli,  Ghor  und  Orch.  (Dord- 
recht,  Aufruhr,  durch  die  Zangvereeniging  am  4.  Febr.) 

Yolkmann  (B.),  G moll-Streichquart.  (Bückeburg,  1 . Kammer- 
musikabend der  Hofcap.) 

Bmoll-Glaviertrio.     (Berlin,   2.  Kammermusikabend  v. 

Hm.  Emer  u.  Gen.) 

Wagener  (J.),  Orchesterstück  „Frithjofs  Meer  fahrt*'.  (Her- 
zogenbusch, 2.  Gonc.  der  Liedertafel  „Oefening  en  üit- 
spanning**.) 

Wagner  (B.),  Eine  Faust-Ouvert.  (Boston  u.  Baltimore,  Gon- 
certe des  Boston  Symph.  Orch.) 

„Meistersinger**- Vorspiel      (Hamburg,    6.  Abonn.-Gonc. 

unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow.  Louis ville,  Ky.,  Gonc. 
des  Thomas-Orch.  am  19.  Jan.) 

-Siegfried-Idyll**.    (Frankfurt  a.  M.,  8.  Museumsconc.) 

Kaiser-Marsch  m.  Schlusschor.  (Heidelberg,  6.  Abonn.- 

Gono.  des  Bach-Ver.) 

Yorspiele  zum  1.  u.  3.  Act,  Lehrbubentanz,  Monolog  a. 

dem  2.  Act  u.  Quint.  a.  den  „Meistersingern**.  (New- 
York,  Damrosch'  Sunday  Gonc.  am  17.  Jan.) 

Widor  (G.  M.),  1.  Orgel-Symph.  (New- York,  2.  Orgel-Beci- 
tal  des  Hrn.  Warren.) 

Musikalien-  und  Bücliermarict. 

Eingetroffen: 

Becker.  Albert,  Ghoralmotetten  „Nun  sich  der  Tag  geendet 
hat**  u.  „Morgenglanz  der  Ewigkeit**  f.  Ghor,  Solostimmen 
u.  Org.  od.  Harmoniebegleit.,  Op.  63.  (Dresden,  Adolph 
Brauer  [F.  Plötner].) 

Bella,  J.  L.,  Sonate  f.  drei  Violinen  in  1.  Lage,  Op.  4. 
(Leipzig,  Breitkopf  &  Härt«l.) 

Breslaur,Emil,  Glavierschule,  Op.41,  Band  II  u.  IIL  (Stutt- 
gart, Garl  Grüninger.) 

Brückner,  Anton,  Ddur-Messe  f.  Ghor,  Soli  u.  Orch.  (Inns- 
bruck, Joh.  Gross.) 

Ghelius,  0.  v.,  Gdur-Sonate  f.  Glav.  u.  Viol.,  Op.  11.  (Leip- 
zig, Otto  Junne.) 

Draeseke,  Felix,  Sonate  f.  Violonc.  u.  Clav.,  Op.  51.  (Leip- 
zig, Bob.  Forberg.) 

Gade,  N.  W.,  „Agnete  und  die  Meermädchen**  f.  Solo,  Frauen- 
chor u.  Orch.    (Leipzig,  Wilhelm  Hansen.) 

Gouvy,  Th.,  „Elektra**,  dramat.  Goncertstück  f.  Solostimmen, 
Ghor  u.  Orch.,  Op.  85.    (Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel.) 

Hartmann,  J.  P.  E.,  „Ein  Sommertag**  f.  Soli,  Frauenchor 
u.  Orch.    (Leipzig,  Wilhelm  Hansen.) 

Hub  er,  Hans,  Glavierconc.  No.  2,  Op.  107.  (Leipzig,  Arthur 
P.  Schmidt.) 

Hummel,  Ferdinand,  „Der  neue  Herr  Olaf*  f.  Frauenchor  u. 
Soli  m.  Streichquart.,  Hom  u.  Glav.  'zu  vier  Händen, 
Op.  58.  (Leipzig,  G.  F.  W.  SiegePs  Musikalienhandlung 
[K.'  Linnemannj.) 

Krug-Waldsee,  Josef,  „Der  Geiger  zu  Gmünd**,  Legende  f 

fem.  Ghor,  Tenorsolo  u.  Orch.,  Op.  27.  (Leipzig,  Breit- 
opf &  Härtel.) 

Kühne,  Paul,  Sonate  Üb.  drelGhoräle  f.  Harmou.  u.  Glavier, 
Op.  3.    (Magdeburg,  Heinrichshofen's  Verlag.^ 

Limbert.  Frank  L.,  Cmoll-Sonate  f.  Glav.  u.  Viola,  Op.  7. 
(Frankfurt  a.  M.,  Steyl  &  Thomas.) 

Milde,  Ludwig,  Frühlings-Symphonie  f.  gem.  Chor  m.  klei- 
nem Orch.  od.  Glav.,  Op.  29.  (Leipzig,  C.  F.  W.  SiegePs 
Musikalienhandlung  [B.  Linnemann].) 

Moszkowski,  Moritz,  „Boabdil**,  Oper  in  drei  Acten.  (Leip- 
zig, G.  F.  Peters.) 

Müller,  Heinrich  FideUs,  Die  Passion  unseres  Herrn  Jesu 
Ghristi  in  sieben  Bildern.  Nach  Worten  der  heil.  Schrift 
f.  Soli  u.  gem.  Ghor  m.  Glav.  oder  Harmonium,  Op.  16. 
(Fulda,  Alois  Maier.) 

Bheinberger,  Josef,  Orgelsonate  No.  10,  Op.  168.  (Leipzig, 
Bob.  Forberg.) 

Bimsky-Korsakow,  N.,  Liadow,  A.,  Borodine,  A.,  u. 
Glazounow,  A.,  Quat.  sur  le  nom  B-la-f  p.  deux  Vio- 
lons,  Viola  et  Violonc.    (Leipzig,  M.  P.  Belaieff.) 

Bust,  F.  W.,  Vier  Sonaten  f.  Pianof.  (od.  Laute)  und  Viol. 
(No.  1,  Gdur,  No.  2,  DmoU,  No.  3,  Gdur,  No.  4.  Bdur), 
1892  zum  ersten  Mal  herausgegeben  von  Prof.  Dr.W.  Bust. 
(Bremen,  Schweers  &  Haake.) 


184 


Schreck,  Gustav,  Oratorium  „Christus,  der  Auferstandene", 
Op.  26.    (Leipzig,  Breitkopf  &  Hartel.) 

Tinel,  Edgar,  „Die  Mohnblumen"  f.  Soli,  gem.  Chor  u.  Orch., 
Op.  20,  u.  Drei  symphonische  Tongemftlde  f.  Orch.,  ge- 
zogen a.  Corneille  8  „Polyeuct":  1)  Ouvertüre,  2)  „Pau- 
linens  Traumgesicht"  u.  3)  „Feier  im  Tempel  Jupiter's", 
Op.  21,    (Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel.) 


Closson,  Emest.  Edvard  Grieg  et  la  musique  scandinave. 
(Bruxelles,  Scnott  fröres.) 

Engel,  Gustav,  Die  Bedeutung  der  Zahlenverhältnisse  für  die 
Tonempfindung.    (Dresden,  Richard  Bertling.) 

Lanehans,  Dr.  Wilhelm,  Der  Endreim  in  der  Musik.  Ein 
Oapitel  von  der  musikalischen  Declamation.  (Leipzig, 
F.  E.  C.  Leuckart.) 

Pembaur,  Jos.,  üeber  das  Dirigiren.  Die  Aufgaben  des  Diri- 
genten, beleuchtet  vom  Standpuncte  der  verschiedenen 
Disciplinen  der  Compositionslehre.  (Leipzig,  F.  E.  C. 
Leuckart.) 

Bitter,  Hei*mann,  Studien  und  Skizzen  aus  Musik-  und 
Culturgeschichte,  sowie  Musikftsthetik.  (Dresden -N., 
Oscar  Damm.) 


Vermisohte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  vom  Directorium  des  Allgemeinen  deutschen  Musik- 
vereins für  Wien  ausgeschriebene  dieegährige  Tonkünstle r- 
Versammlung  findet  in  den  Tagen  16. — 18.  Sept.  daselbst 
statt. 

*  In  Augsburg  soll  zu  Pfingsten  d.  J.  ein  2.  Schwäbi- 
sches Musik  fest  mit  Hm.  Capellmeister  Dr.  Schletterer  als 
Dirigenten  stattfinden.  Ueber  das  Programm  verlautet  Näheres 
noch  nicht. 

*  Die  Soci6t6  Royale  POrphöon  in  Brüssel  wird  zur 
Feier  ihres  25jährigen  Bestehens  bei  Gelegenheit  der  natio- 
nalen Festlichkeiten  am  17.  und  18.  Julid.  J.  einen  Gesang- 
wettstreit veranstalten,  an  welchem  belgische  und  fremde 
Chorvereine  theilnehmen  können. 

*  Auf  dem  Gebiete  des  dieswinterlichen  Concertlebens  zu 
Genf  haben  das  „Meister8inger"-Vorspiel  von  Wagner  (in 
den  Abonnementconcerten  im  Theater)  und  das  Clavierquin- 
tett  von  Chr.  Sin  ding  (Kammermusiksoiröe  des  Hm.  W.  Reh- 
berg und  des  Stern ber&;'schen  Streichquartetts)  einen  derartig 
durchschlagenden  Erfolg  bei  ihren  dort  ersten  Vorführungen 
gehabt,  dass  der  Wunsch  nach  einer  Wiederholung  allgemein 
war,  und  beide  Werke  dementsprechend  zum  Ende  der  Saison 
nochmals  unter  gleicher. begeisterter  Aufnahme  zur  Auffüh- 
rung gelangten. 

*  In  der  deutschen  Reichshauptstadt  ist  kürzlich  —  im 
letzten  Yereinsabend  des  Wagner- Vereins  —  Anton  Brückner 
als  Symphoniker  das  erste  Mal  zur  Geltung  gekommen,  aber 
nicht  im  Original  Eines  seiner  bez.  Werke,  sondern  in  der 
Ciavierbearbeitung  zweier  einzelner  Sätze,  gespielt  auf  einem 
ausgezeichneten  Duysen'schen  Flügel.  Vielleicht  erlebt  der 
greise  Componist  es  doch  noch,  dass  Einer  der  verschiedenen 
tüchtigen ,  ja  genialen  Dirigenten  Berlins  (Sucher,  Weingart- 
ner)  sich  seiner  in  dieser  Richtimg  amiimmt. 

*  Unter  den  Programmnummern  der  dieswinterlichen 
öffentlichen  Prüfungen  des  k.  Conservatoriums  zu  Leipzig 
befand  sich  auch  das  Weber'sche  Fmoll-Concertstück,  auf 
einem  Blüthner'schen  Jankö-Flügel  mit  ungewöhnlichem 
Erfolg  vorgetragen  von  Frl.  Lautenschläger  aus  New- York. 
Wenn  man  weiss,  dass  dieses  junge  Mädchen  erst  seit  16  Mo- 
naten das  Jank6-Clavier  unter  der  Leitung  des  Hm.  Wen  dli  ng 
studirt,  und  sich  vergegenwärtigt,  wie  viele  Jahre  andere 
Schüler  des  Listitutes  gewöhnlich  das  alte  Ciavier  tractirt 
haben,  um  die  Reife  für  ein  Auftreten  in  diesen  Prüfungen 
zu  erlangen,  so  wird  man,  wenn  man  nicht  zu  den  leider  noch 
so  massenhaften  absichtlichen,  böswilligen  Verleumdern  dieser 
neuen  Erfindung  zählt,  unbedingt  die  immense  Zeiterspamiss, 
welche  das  Erlernen  des  Clavierspiels  nach  dem  Jankö'schen 
System  vor  dem  auf  dem  alten  Glavier  voraus  hat,  zugeben  ' 
müssen.  Schon  dieses  Vortheils  halber  sollten  sich  alle  Eltern, 
die  ihre  Kinder  in  den  Ciavierunterricht  geben,  ja  die  Wahl 
des  Systems  reiflich  überlegen,  wie  auch  allen  jungen  Leuten, 


die  sich  dem  Ciavierstudium  beru&mässig  widmen  wollen, 
diese  üeber  legung  aus  voller  Ueberzeugung  anzurathai  ist. 
Es  ist  dem  Director  des  weltbekannten  k.  Leipziger  Conser- 
vatoriums der  Musik  Hrn.  Dr.  Günther  nicht  hoch  genug 
anzurechnen,  dass  er,  unbekümmert  um  den  stillen  oder  muten 
Protest  einiger  wenigen  Lehrer  des  Listitutes,  den  Unterricht 
auf  dem  Jank6-Clavier  in  den  Lehrplan  aufnahm  und  somit 
dieser  genialen  Erfindung  die  Wege  ebnen  hilft. 

*  Das  Conservatorium  in  Lüttich  besitzt  ein  den  Be- 
mühungen seines  Directors,  des  Hm.  Th.  Radoux,  zu  verdan- 
kendes Grötry-Museum,  welches  sehr  reichlich  mit  allen  auf 
diesen  Componisten  Bezug  habenden  Autographen,  Bildnissen, 
Manuscriptpartituren  u.  s.  w.  ausgestattet  ist. 

*  In  Gera  hat  sich  aus  angesehenen  Männern  dieser  Stadt 
ein  Comitö  zur  Errichtung  eines  Denkmals  für  den  dort  am 
6.  Jan.  d.  J.  verstorbenen  Capellmeister  Wilhelm  Tschirch 

febildet,  das  die  Gesangvereine  deutscher  Zunge,  sowie  Alle, 
ie  diesen  Componisten  zu  schätzen  wissen,  um  thatkräftige 
Unterstützung  seines  Projectes  anspricht  und  etwaige  Spenden 
unter  der  Adresse  des  Hrn.  Gustav  Lüder  in  Grera,  Johannis- 
gasse  4,  erbittet. 

*  Im  erfreulichen  Verhältnisse  zu  dem  in  der  v.  No.  d. 
Bits,  mitgetheilten  künstlerischen  Resultat  der  beiden  Con- 
certe,  welche  der  Leipziger  Universitätsgesangverein  zu  St. 
Pauli  unlängst  in  Zwickau  veranstaltete,  hat  das  pecuniäre 

festanden,   dessen  eine  Hälfte  (über  800  Ji)  dem  Fonds  für 
as  daselbst  projectirte  Robert  Schumann-Denkmal  zugewie- 
sen wurde. 

*  Die  sogen.  Saitenorgel  des  Hrn.  Gümbel,  von  wel- 
cher Erfindung  auf  dem  Geoiete  des  Instrumentenbaues  wir 
wiederholt  berichtet  haben,  ist  jetzt  auf  bestem  Wege,  zur  Per- 
fection  zu  kommen.  Es  beschäftigt  sich  nämlich  seit  einiger 
Zeit  die  renommirte  Hofpianofortefabrik  Julius  Feurich 
in  Leipzig  mit  ihrer  praktischen  Verwerthung,  und  das  mit 
diesem  neuen  Klangmaterial  versehene  Pianino,  welches  wir 
kürzlich  daselbst  prüften,  Hess  trotz  seines  erst  halbfertigen 
Zustandes  den  Charakter  des  neu  geschaffenen  Tons,  sowie 
überhaupt  die  Tragweite  dieser  Erfindung  bereits  ip  ganz 
Überraschender  Weise  erkennen.  Das  neue  Instrument,  das 
in  der  Fülle  seines  nach  Belieben  auszuhaltenden  Tons  an 
die  Orgel  erinnert,  hat,  wenn  nicht  Alles  trügt,  eine  groeae 
Zukunft  vor  sich. 

*  Auch  in  Amerika  kommen  die  Conservatorien  für  Musik 
allmählich  ins  Alter.  So  hat  am  1.  März  auch  das  Musical 
College  in  Chicago  das  25jährige  Jubiläum  seiner  Existenz 
begangen. 

*  Im  Metropolitan-Theater  zu  New-York  werden  in  den 
nächsten  drei  Jahren  die  italienische  und  französische 
Oper  die  Herrschaft  führen,  die  deutsche  ist  auf  die  Seite 
gesetzt  worden.  Das  tiefere  Verständniss  für  unsere  herr- 
liche deutsche  Kunst  scheint  dem  amerikanischen  Publicum 
eben  abzugehen,  denn  andernfalls  wären  die  mit  der  Deutschen 
Oper  verbunden  gewesenen  Deficite,  welche  man  als  Grund 
für  die  Cursänderung  angibt,  nicht  möglich  gewesen. 

*  Im  Stadttheater  zu  Düsseldorf  ging  am  18.  März 
unter  Hm.  Gille's  Direction  erstmalig  Wagner 's  „Götter- 
dämmerung**  mit  gewaltigstem  Erfolg  in  Scene. 

*  In  Toulouse  und  in  Lyon  bereitet  man  AufiEt^rungen 
vonWagner's  „Tannhäuser"  vor,  welche  noch  vor  Schluss 
der  Spie^it  stattfinden  sollen.  Auch  in  Marseille  ist  die 
Bede  von  einem  ähnlichen  Vorhaben. 

*  P.  Cornelius'  unvollständig  hinterlassene,  von  Lassen 
fertig  gestellte  Oper  „Gunlöd*'  gelangte  am  20.  März  mit 
schönem  Erfolg  in  Strassburg  i.  E.  zur  Erstaufführung. 

*  In  Prag  brachte  das  Böhmische  Landestheater  am 
16.  März  erstmalig  mit  Erfolg  die  neue  dreiactige  Oper  „Das 
Kind  des  Lagers"  von  Carl  Sendl  zur  Aufführung. 

*  In  Freiburg  i.  B.  ist  unlängst  eine  neue  Oper  ,yLich- 
tenstein"  von  F.  Schilling  erstmalig  in  Scene  gegangen. 

*  Bruneau's  Oper  „Der  Traum"  („Le  RÖve")  ist  am 
28.  März  mit  Erfolg  m  Hamburg  in  Scene  gegangen. 

*  Im  Grand-Th6ätre  in  Reims  hatte  die  komische  Oper 
„La  Princesse  Nangara"  von  Edmond  Missa  einen  schönen 
Erfolg. 


•  Masc&gnl's  „Cavalleriarusticana"  steht  auch  in  BrOs- 
eel  fortwährend  auf  dem  Repertoire  nnd  macht  volle  Caseen. 

•  Wie  Hr.  Anton  ttubinstein  schon  in  Breeden,  Berlin 
nnd  Wien  mit  seinem  erneuten  öSentlichen  Auftreten  hoch- 
herzige  WohlthAtigheitsacte  verbunden  hatt«,  ao  überwies  er 
jOnget  in  Leipzig  dem  zu  gründenden  Pensionsfonds  für  die 
Tbeater-Äsplranten  die  Baaraumme  von  4000  J(.  Auf  Ver- 
gröeserung  dieses  Fonds  wird  in  hochanzuerkennender  Weise 
nächstens  auch  Hr.  Moriz  Bosenthal  hinwirken  indem  er 
seine  unentgeltliche  solistische  Mitwirkung  dem  Concerb  zu- 
gesagt hat,  welches  zu  gleichem  Zweck  am  34.  April  im 
grossen  Saal  des  Neuen  Oewandbaoses  stattfindet. 

•  Am  18.  März  waren  es  25  Jahre,  dass  Hr.  Prof.  Jul. 
V.  Bernnth  die  Leitung  der  Philharmonischen  Concerte  zu 
Hamburg  in  Händen  hat.  Dass  dieses  Concertiostitut  in  die- 
sem Zeitabschnitt  eine  glänzende  Periode  seines  Bestehens 
dorchgemaoht  habe,  wird  man  kaum  behaupten  können.  Be- 
sonders ist  es  seit  dem  Bestand  der  v.  Bulow'schen  Abonne- 
mentconcert«,  mit  deren  GrUndung  s.  Z.  Hr.  Concertdirector 
WolfT  in  Berlin  die  sehr  löbliche  Opposition  des  Hm.  Prof. 
V.    fiemath     gegen     das     Concertagenturwesen      bestrafte , 


185 

nicht  anf  Rosen  gebettet  gewesen,  da  der  Dirigent  durch- 
aus nicht  der  Uann  war,  mit  der  gewaltigen  DirigaDtsn- 
eapacit&t  des  Hm.  Dr.  v.  BQlow  mit  irgendwelcher  Aussicht 
an[  Erfolg  in  künstlerischen  Wettkampf  zu  treten. 


Todtenliste.  Edmond  Berger,  tüchtiger  Pianist,  f,  7« 
Jahre  alt,  in  Strossburg  i.  E.  —  Ernst  Pasquö,  ehemals 
Opernsänger,  später  Regisseur,  zuletzt  nur  noch  litterarisch 
thätig  gewesen,  fi  ^OVi  Jahr  alt,  am  SO.  März  in  Alsbach  an 
der  Bergstmsse. —  Frau  Anna  Worgitzka,  Concertsängerio 
und  Oesanglehrerin  in  Berlin,  t,  54  Jahre  alt,  am  10.  März. 
—  Königl.MusikdirectorCarlHauer  in  Berlin,  Organist  nnd 
Componist,  -K  63  Jahre  alt,  am  16.  März.  —  Rafiaele  Costa, 
Secret&r  des  Ital.  Consulsts,  vortrefflicher  Musiker,  geschickter 
Pianist  und  Besitzer  einer  schönen  Tenorstimme,  t,  76  Jahre 
alt,  in  London.  -~  Ooring  Thomas,  sehr  talentvoller  engli- 
scher Componist,  t^iQ^'Mä^inLondon durch  Selbsbnord,  in- 
dem er  sich  in  einem  Anfall  von  Qeisteageetdrtbeit  nntar  die 
Räder  eines  heranbransenden  Eisenbahnzuge  warf. 


BrierUasten. 


A'.  N.  in  P.  Der  Brief  ist  sofort  nach  seinem  Eingang 
der  Stadtpost  zur  Üebermittelung  an  den  Adressat«n  über- 
gehen worden,   der   ihn  hoffentlich  ebenso  pünctHch  erhal- 

£.  S.  in  B.  Der  Artikel  in  den  „Grenzboten"  mit  dem 
albernen  Passus  ,Uaa  kann  Wagner  und  Brahms  Beide  ge- 
schichtb'ch  verstehen;  aber  wer  von  Mozart,  Beethoven,  Schu- 
bert, Schumann  und  Brahms  musikalisch  gebildet  ist  und 
vermöge  dieser  Bildung  Brahms  verehrt,  kann  sich  nicht  für 
Wagner  be^istem"  bat  allem  Anschein  nach  Hm.  Dr.  Wust- 
mann  zum  Ver&sser,  der  bekanntlich  seit  Jahren  seine  crasse 


dilettantische  Weisheit  in  mnsikalischen  Dingen  ansknunt 
nnd  dessen  bezüglichen  Aussprüche  bald  allein  hinreichen 
würden,  ein  corform  zu  betitelndes  Buch  von  dem  Um&ng 
und  der  Tendenz  seiner  „SpraohUchen  Dummheiten"  zu 
füllen. 

L.  R.  E.  Wir  sind  durchans  nicht  Ihrer  Ansicht,  denn 
wir  kennen  die  edlen  künstlerischen  Beweggründe  zu  suaer 
Unterstützung  des  fraglichen  Unternehmens  besser  als  Sie: 
die  Hoffnnng,  bei  jener  Gelegenheit  die  Würde  eines  Oom- 
missionsratbas  oder  ein  fiändchen  ins  Knopfloch  zu  erhalten, 
ist  die  Triebfeder  seines  eifervollen  Bemühens  gewesen. 


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Orchesterstimmen  Jt  4, — .  netto. 
(V.  1,  2,  Va.,  Vc,  B.  je  80  4  netto.) 
Choratimmen  [S.  1,  2  u.  A.)  je  40  ^. 
Solostimme  (Sopraa)  GO  a^. 
Clavierauazug  Jl  1,80. 

(A  summeF-day.) 

Idylle    von  H.  Hertz. 

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Partitor  Jl  3,—.  no.  [851 

Orohesterstimmen  .i«6,— ,   no. 
(V.  1, 2,  Va.,  Vc.  je  60  4,  B.  80  4  netto.) 
Chorstimmen  {S.  1,  2  u.  A.)  je  40  z^. 
Solostimmen  (S.  u.  T.  [Bar.])  je  60  /^. 
Clavierauszng  Jl  3, — . 
(Enffllsh  Version  by  Hrs.  John  P.  Morgran.) 


Durch  jede  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlung    zu 

beziehen:  l-f^-l 

Compositionen 
Alois  Reckendorf: 

Dp.  1.    Zwei  Nocturnes  för  Pianoforte.    M.  1^. 

Op.  2.    Walser  för  das  Pianoforte  aa  vier  Hunden.  M.  2,50. 

Op.  3.    Kleine  BÜdo-  ftlr  Pianoforte.    U.  S,— . 

Op.  4.  Sieben  Lieder  für  eine  Baritonstimme  mit  Kano&nte. 
Heft  I.  1.  Ich  geh  nicht  in  den  grünen  Haia.  (W.  Oater- 
wald.)  2.  Heimweh.  „0,  dass  ich  drauasenlflg".  (C.  Stieler.) 
3.  Sommersegen.  „So  warm  und  herrlich  liegt  die  Welt". 
(Wol^ng  Müller  v.  Königs winter.)     M.  2  — . 

—  Idem.  Heft  II.  4.  Unergründlich.  „Ich  küast«  sie  auf  die 
Stime  kaum".  (J.  G.  Fischer.)  5.  Zwiegesang.  „Im  FHeder- 
buBch  ein  Vöglein  sass".  (R.  Reinick.)  8,  So  wandr  ich  in 
die  weite  Welt.  (W.  Osterwald.)  7.  Falsch,  aber  süss. 
„Komm,  falsche  Dime".    {G.  P,  Daumer.)  M.  2,— 

Op.  5.    Fünf  Ciavierstücke.    Heft  I.,  n,  &  M.  2,—. 

Op.  8.  Sechs  Lieder  und  Gesänge  für  gemischten  Chor. 
Heft  I.  Die  Rose  treibt  ein  rothes  Blatt.  (W.  Osterwald.) 
2.  Trennung.  „Er  ritt  so  einsam  durch  den  Wald".  (Alex. 
Kaufmann.)  3.  Heimkehr.  „Und  wieder  ritt  er  durch  den 
Wald".  (Alesander  Kauftnann.)  Part,  u,  Stiromen  M.  2,40. 
(Part.  M.  1,20.    Stimmen  ^  M.  —,30.) 

—  Idem.  Heft  H.  4.  Mit  sanften  Flügeln  senkt  die  Nacht. 
(W.  Osterwald.)  6.  Durch  säuselnde  Bäume  im  Mondenschein. 
(W.  Osterwald.)  6.  Koramt  auf  den  Anger,  muntre  Buben. 
(W.  Osterwald.)  Part,  und  Stimmen  M.  2,40.  (Part.  M.  1,20. 
Stimmen  ä  M.  —.30.) 

Op.  7.  Tänze  für  Pianoforte  zu  vier  Händen.  HeftL  M.*,— . 
Heft  II.    M.  8,—. 

Op.  10.  24  Etüden  in  allen  Dur-  und  Molltonarten  filr  Piano- 
forte.   Heft  I.    M.  3,—.    Heft  II.,  EH.,  IV.  &  M.  2^10. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 

Dichtung  von  Otto  Hausmann. 

Für  MSnnerchor  mit  Begleitung  des  Pianoforte  oder 

kleinen  Orchesters 

componirt  von  [866.] 

Johannes  Fache. 

Op.  SS. 

CUv.-Aiiszug  Jl  3,50.      Ohoratimtnen  (Tenor  i,  »,  Boss  2  je 
26  .4,  Bu»  1  40  ^)  .*  1,16.    Oroh.-Putitnp  n.  Jl  4,-.  Orch.- 

Stimmon  n.  Jl  6.— , 
Leipzig. 


C.  P.  W.  Siegel'!  MniiliiiUenhaiiainng 
^ fft.  Linaemann). 

v.SJ^  TeplairshandlunB  wonseht  Salonmusik  von  bo- 
™  ?S?  "»"»S™'"™  '°  Toplag  zu  nelinien  und  bittet 
3K™  """"'"'  ""  lUnusoplpte,  sowie  Honararbe- 
ulngungon.  rgggi, . 

OlTeiften  unter  A.  ».  s.  an  aie  Expedition  d.  Bits. 

Neuer  Verlag  von  Ries  4  Erler  in  Berlin. 


Veriag  von  E.  W.  Fritzseli  in  Leipzig. 

j\Jf  ei^non  ..Lieht  und  Sohatten".  Zwölf  ideiae  Phan- 

A.lihtr.Y,        •"'eWUi"  «"  Pianoforte,  Op.  4.    3  H.ft« 


y^shton. 


Türkische   Liebeslieder. 

FOr  eine  Srngstlmme  mit  ClavIerbeoleHunn. 

n       «-  .  .,  >»  3,50.  f357 1 

pZofi'i.h?"™.  ™''  *«a™de  in  conoerten  gesuiren 


187 


FlOg^el-  und  Planlno-Fäbrlkant. 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutschland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  r353i 


I^ondLon  "W^ 

445  Oxford-StF. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  1  k :    21  Grünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
in.  F  a  b  r  i  k :    124  ReichenbergeF-Strasse. 


]Bei-liii  T^. 

5—7  Johannis-Str. 


Nene  Clavierstflcke 

im  Verlage  von  F.  E.  c.  Lencltari:  in  Leipzig. 
Seifertl  Uso.Op.  13.  Mazurka  för  Pianof.  ^1,20. 

Op.   14.     Scherzino  für  Pianoforte       .   Jt  1,20. 

Op.  15.    „Ohne  Rast,  ohne  Ruh!"    Etüde  für 

Pianoforte Ji  1,20. 

Spindleri  FritZ|  Op.  382.  Tanzlied  für  Pianoforte. 

Op.  383.     Nachtfalter  für  Pianoforte.     Jü  1,—. 

Op.  384.    Diamanten  und  Perlen.     Salonstück 

für  Pianoforte .^1,20. 

Op.  388.     Mohnblüthen.  Phantasiestück furPiano- 

^orte J^  1,20. 

Tschirchi  Wilhelnii   Op.  114.      Die  Spieluhr. 

Salonstück  für  Pianoforte  .     .     .     .  ^  1,— . 

Wiliiii  Nicolai  voni  Op.i02.  Musikalische  Bilder- 
mappe.      Zwölf  kleine  und   leichte  Ciavierstücke  mit 
Fingersatzbezeichnung. 
Heft  I.    Im  Grünen;    Auf  der  Schaukel;    Beim  kranken 
Schwesterchen ;  Ständchen ;  Der  Postillon ;  Klänge 

vom  Exercierplatz jf  1^80. 

Heft  n.  Nach  Seh ulschluss;  Fürs  Album;  Der  Dudelsack ; 
Rosenknospe;  Im  Domhofe;  Die  Libelle.  Ji  1,80. 

Kabni  Roberti  Op.  ll,  No.  l.     Elegie  für  Piano- 
forte   Ji  1,50. 

Neue  Studien  der  Geläufigkeit 

40  Studien  für  Pianoforte 

mit  vollständigem  Fingersatz  von         [359.1 

Charles  Mayer. 

Op.  168.  Neue  wohlfeile  Ausgabe,  verbessert  von  E.  Pauer 
(London).  In  4  Bänden  geheftet  Preis  jedes  Bandes 
M.  1,50  netto. 

Neuer  Veriag  von  RIES  &  ERLER  in  Berlin. 

Bernhard  Stavenhagen. 
Jie  verschwiegene  Naehtigair'. 

Lied  fUr  eine  Singstimme  mit  Piano.  Hoch,  tief  ä  i  ^^  Ji. 

Von  Frau  E'milie  Herzog  im  Concert  in  München  da 
capo  gesungen.  [360.] 


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bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrik 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufenj 

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niustripte  Preis-Yerzeiehnlsse  zu  beziehen  dureh; 

C.  Schwalbach,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


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Miislkalleiüiandliiiia:  und  lieUtanstalt, 

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modernen  Musiklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

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1-88 


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i{M64.] 


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FIttgel  und  Pianinos 

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'VtfrlEAVifsaaaagaxlxie  azi.  allexa.  'bedeu.texx deren 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Platze: 


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ISulMU, 

i^ncertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

Orchesters.  [366->.] 

Leip%  kaiser-VIlbelm-Strasse  21. 

*Mnogk  8&di8«  Hol^iiiiat,  FrofsiB^ar  lap^rieor  am  OonBervatoriam 

aU  UQIU    IMUUlfVBIk  TSvb— ••j 

Coneert-Vertretiuig:    Hermann  WolfT,  Berlin. 


Katliarlna  Selmelder, 

fioBeerir  imd  Oratoriensihigerin  (Sopran). 

Dessau,  Bisiasrck-Strasse  33.  [367c.] 

VellstiMige  AosbildoDg  für  Oper  n.  Cooeert 

Ensemble-Uebungen.     Rollenstadiam. 

Von  mir  ausgebildete  Schtder:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.  [368—.] 

i>«iM.    Bodo  Borchers. 

Gresangl  ehr  er . 


Verlag  von    Bieg  A   Erler  in  Berlin. 
Oper  in  3  Aufzügen  und  einem  Vorspiel 


von 


[871.] 


"Willielin  ^CieiizL 

Op.  40.    Glavierauszug  15  ^  n.    Partitur  150  Ji  n. 
Daraus  einzeln:  Der  Hahnentanz  f.  Glavier.  M  1,50. 

lieber  die  erste  Aufführung  am  8.  März  auf  dem  Rof- 
theater  in  München  wird  geschrieben:  „Das  Textbuch  ist 
an  vielen  Stellen  von  ausserordentlich  poetischem  Schwung, 
an  anderen,  wie  in  der  Anrede  der  Traumerscheinung,  von  un- 
gewöhnlichem Tiefsinn."  AUgem.  Zeitung.  „Die  deutsche 
vper  hat  mit  vxxeiliuar^  "eise  ftbeiaus  wer iuToHe  fieceicneniTig 
enahren.  Wir  sind  fest  überzeugt,  dass  der  Beifall,  den  die  Oper 
fand,  sich  stetig  yermehren  wird,  und  glauben  mit  Sicherheit, 
schon  heute  der  Oper  dauernde  LebenJsfkhif^keit  za  versprechen.^ 
Neues  Müneh.  Tageblatt.  -Auch  durch  mre  Wirksamkeit  also 
sticht  die  neue  Oper  von  den  oben  erörterten  neudeutschen 
Oedigkeiten  wohlthätig  ab,  was  sich  sowohl  bei  der  General- 
probe, als  bei  der  ersten  Aufführung  erwiesen  hat.*'  Wiener 
Deutsches  Volksblatt.  „Das  entschieden  bedeutende  Werk 
mit  seiner  eminenten  Instrumentation  wurde  von  dem  Dichter- 
coniponisten  selbst  einstudirt.  und  er  leitete  auch  die  erste 
Aufiührune.  Die  Oper  hat  einen  wohlverdienten  Erfolg  er- 
rungen, und  der  Dichtercomponist  konnte  mehrfachen  Hervor- 
rufen mit  den  Darstellern  Folge  leisten."    Berliner  Tageblatt. 


In  meinem  Verlage  erschienen: 


[87S.] 


](^*3äübMiier,  Mnffik-Sort]ment,Lel^        \ 

Mnpfiehlt  sich  sur  schnellen  prompten  Besorgung  von  ]§! 
■sikftlieir^  nnisikalisehen  Siehriften  etc.  —  Kataloge  ^ 
und  AuBWahleendungen  stehen  zu  Diensten.  [369—.]  |J| 


%sl  ptöehtiger,  ganz  nener,  grosser  Concert- Flügel 

w^n  Abreise  stdfort  zu  Te^kanfen.  Günstig 
Qe&aenheit.  für  Vereine,  Künstler  etc.  Adr.  sub  K  E. 
duif^h'  die  Exp^.  d.  Bits.  [870a.] 


Arthur  Sm^tli^)^ 

Drei  Männerchöre: 

l\1ondnaclit.  —  Lieb  Seelclien,  lass  das  Fragen!  — 

Ditliyrambe. 

Partitur  1  M    Stimmen  1  .^  90  /i&. 

Das  „Musikal.  Wochenblatt"  schreibt: 
Jeder  dieser  drei  Gesänge  ist  in  seiner  Art  vorzüglich 
gelungen  und  warmer  Anerkennung  werth:  der  erste  zart- 
träumerische und  klangschöne  nach  EichendorfiTs  .Mondnacht*', 
der  darauf  folgende  anmuthvoUe  nach  Hopfen^s  pLieb  Seelchen, 
lass  das  Fragen  l*'  und  der  dritte^  der  nach  Welten's  „Dithy- 
rambe** so  energisch  und  frohmuthig  zum  ToUen  durchs  Leben 
und  zum  Geniessen  aller  guten  Dinge  einladet. 

Martin  Plötneri  Chemnitz. 


Verlag  von  E.  W.  Fritzach  in  Leipzig.       [878  ] 

Piutti,  Carl,  Op.  8.    Drei  Interludien  für  Orgel.    Ji  2,S5. 

Drnck  von  G.  Ö.  Röder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  7.  April  1892. 


Bmk  ifuUlcki  Buk-,  Kiiii- 
iM  lulkiUiikudiDuii,  uwit 

Ivel  lila  FHäeitf 


rir  du  Miiiiuiukt  WocknHall 

tntiniie  zosBidiuei  iM  u 
BHIaciBiu  n  iimtUn. 


'^«^S^       far  Musiker  und  Musikfreunde.         ^J^ 

^y'  yenmtworlUolier  Eedaoteur  und  Verleger:  ^jß 


far  Musiker  und  Musikfreunde. 

yerantwortUclier  Eedaoteur  und  Verleger: 

E.  W.  FritzBch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


XIUL  Jahrg.] 


Das  Muiikalieche  Wochenbl&tt  erscheint  Jährlich  in  52  Nummern.  Der  Afaonnemenfabetntg 
fQr  du  Qa&rtal  von  13  Nummern  ist  2  Mark ;  eine  einzelne  Nummer  kästet  40  Prennige.  Bai 
direct^r  frankirter  KreuzbandBendung  treten  nachntehende  viertcljübrliche  Abonnement«- 
preise  in  Kraftr  2  Mark  50  Ff.  für  dal  Deutiche  Reich  und  Oesterreich.  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   Länder  dee   Allgemeinen  PoatvereinB.  —   Jahraaahonnemente   werden  anter 

Zusrundele^ng  vorBtehendec  Bezugsbedinrungen  berechnet. 
Die  loaertionflgebübreD  nir  den  Raum  einer  gespaltenen Tetitzeile  betragen  90  Ffemüge. 


|No.  lä. 


I  TOD  „Tristan  imd  Isolde"  bei  Riebard  Wagner.     Von  Dr.  Arthar  Seidl.    (Fortsetzang.)    —    Kritik:   KlrctaeDnuislkaliBcb«»  Jalivlin 
herausgegeben  von  Dr.  Pr.  X.  Haberl.  —  Blograpbisolies:  Robert  Freund.    (Fortaetznng.)  -~  Tageageacliiehle:    Ssrichtu.  ~  Conce 

EngagamaDta  and  aastspiale  in  Oper  und  ConcerL  —  Kirchen maBili.  —  OpemaufnihninKen.  —  Vi'nnjscbte  Hlttholluagen  a 

Iriofkaster         •— ^  — 


NotlEon.  —  Briefkasten.  ■ 


Die   Sage   von    „Tristan   und   Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 


Von  Dr.  Arthur  Seldl. 


(Fortsetzung.) 


Auch  hier  erweist  sich  die  rein  poetische  Krafl  „von 
des  Gedankens  Blässe"  nur  allzuselir  angekränkelt.  Man 
verkennt  sieht  den  guten  Willen  und  auch  nicht  das 
schöne  Talent  des  Verfassers;  immer  wieder  drängt  sich 
aber  der  andere  „Mensch  mit  seiner  Qual",  der  gelehrte 
Litteratnrforscher,  dazwischen,  und  so  kann  es  zu  keinem 
harmonischen  Eindruck  und  schon  gar  nicht  zu  einer  Wie- 
der- und  Neubelebung  des  alten  Sanges  kommen.  Schon 
die  Art,  wie  er  seine  Bearbeitung  und  Nacbdiclitung 
rechtfertigt,  seine  Berechtigung  zu  solchem  Wagniss  mehr 
nachweist  und  begründet,  als  poetisch  einfuhrt,  sowie 
seine  Betrachtungen  über  die  verbrauchte  Wcrthlosigkeit 
des  Minnetranks  für  unsere  Tage,  zeigt  uns  den  ganzen 
Reflexions-Jammer  unserer  Epoche.  Auch  fehlen  allerband 
geistvolle  Analogien  und  gewagte  Parallelen  bei  ihm  ebenso 
wenig,  wie  schon  bei  Immermann;  aber  wie  sie  Alle  — 
in  Sonderheit  unser  Hermann  Kurtz  —  sich  zum  Anwalt 
der  beiden  Liebenden  anfwerfen  und  den  lioblen,  prüden 
Moralpredigern  ihrer  Zeit  entrnatet  den  Text  lesen  zu 
müssen  glauben,  das  ist  eben  gar  zu  cbarakterisCisch! 
Und  trotzdem  stossen  wir  hier,  speciell  bei  dem  Genannten, 
doch  schon  auf  einen  Passus,  der  uns  im  Hinblick  auf 
die  spätere  Umdichtung  R.  Wagner'a  und  deren  ethisch- 
religiösen Gebalt  (ich  denke  hier  wieder  an  den  2.  Act) 
nicht  nur  ungemein  beziebungsvoll  anmutbet,  sondern  auch 


wie  ein  heller,  plötzlicher  Lichtstrahl  das  bisher  so  dunkle 
Gebiet  mit  einem  Male  sehr  glucklieb  zu  beleuchten  scheint 
Ich  will  ihn  hier  in  seinem  vollen  Wortlaute  wiedergeben: 

„ Solch  ein  Paar 

Wird  nicht  geboren  mit  jedem  Jahr, 

Und  kommts  einmal  zur  Welt,  so  ruht 

der  Fluch  der  Welt  auf  seiner  Glut; 

So  hats,  zum  Lohn  der  alten  Schulden, 

Sein  volles  Erdenlooa  zu  dulden. 

Denn  also  bat  es  Gott  bestellt, 

Dass  er  will  kämpfen  mit  seiner  Welt: 

Er  führt  durchs  Nein  der  Schranken 

Zum  Siege  seine  Gedanken; 

Nacht  muss  er  haben,  wenn  gnadenvoll 

Das  Licht  seiner  Augen  leuchten  soll. 

So  weckt  er  auch  des  Menschen  Geist 

Mit  Leiden  und  Kämpfen  allermeist; 

Der  wird  nicht  los,  so  lang  er  lebt. 

Grämt  sich  und  zürnt  und  kämpft  und  strebt, 

Und  meint,   er  müsse  sein  Ziel  erringen. 

Der  Welt  das  Heil,  den  Frieden  bringen!" 

Dies  die  Stelle;  und  schon  vorher  hatte  es  geheissen: 
Dass  Isolde  den  Freund,  „eh  die  Welt  war  und  ihr  Wesen, 
auf  Uimmelsauen  sich  erlesen"  und  für  ihn  „froh  und 
frei"  dann  „entbrannt  in  Minne"  sei,  k'^»  sie  hienieden 
ihn  erkannt",  „die  spätere  wellgebotene  Pflicht  verwer- 
fend vor  Gottea  Angesicht"!  Nicht  wahr,  das  ist  ver- 
blütVend  —  dieser  tief  pessimistische  Zug  bei  Kurtz  i' 
Schade  nur,  dass  es  erst  ein  schwacher  Oberton  eines 
gSbn  anderen  Grandklanges  und  niclil  sclirni  der  spälerc 
15 


190 


Gnindton  selbst  bei  ibm  ist.     So  blieb   dem  Meister  der 
„Töne**    denn  vorbehalten,    das  echte,  harmonische  Ver- 
hältniss  in  dieser  Sache  erst  wieder  herzustellen,  und  Heil 
nns,  daSB  es  ihm  gelungen!     Doch  dies  würde  ja  schon 
vorgreifen;  wir  bleiben  vorerst  noch  bei  Kuttz  ttnd  seinem 
Gedichte  stehen.  Bei  der  ausführlichen  Beschreibung  der 
grossartigen  Wunderhalle  mit  der  aus  einem  Karfunkel 
gebildeten  Schale,    in  die  Tristan  Kaedin  fuhrt,    wollen 
wir  uns  allerdings  nicht  weiter  verhalten.  In  ihr  hat  Kurtz 
eigentlich  nur  eine  gleichsam  verwässerte  zweite  Auflage 
der  Gottfried'schen  Minne-Grotte  zu  geben  versucht,    die 
uns    mit   allen   Bchwftchen    einer   bewussten,    reflectirten 
Nachbildung  berührt,    während  nebenbei  auch  das  Motiv 
des  Grales,    als  eines  Edelsteines,   mit  herein  zu  spielen 
scheint.  Wir  haben  schon  oben  erwähnt,  dass  ja  in  Gott- 
fried's  „Minne-Grotte^  ein  ins  Weltliche  übersetzter  Gral, 
sozusagen  das  weltlich-lebensfreudige  Glaubensbekenntniss 
des  Dichters  im  %  Gegensatz    zu   der   religiösen  Richtung 
eines  Wolfram  vorliegen  mochte.     Hingegen  darf  uns  bei 
dem  modernen  Autor,    und  zwar    unter   ganz    speciellem 
Hinblick  auf  den  späteren  Wagner,  der  Ausgang  des  Ge- 
dichtes wieder  stärker  interessiren,  von  dem  wir  ja  gehört 
haben,  dass  Kurtz  ihn  durch  Ergänzung  des  von  Gottfried 
als  Fragment  hinterlassenen  Gedichtes  und  unter  Benutzung 
bereits  vorhandener  späterer  Vollendungs-Yersuche  in  sechs 
Gesängen  vollständig  neu  gedichtet  hat.    Wir  bekommen, 
indem    wir    uns    diese  Gesänge  näher  betrachten,    dabei 
zugleich  eine  erwünschte  Gelegenheit,    auch  noch  einige 
—  das  Ganze  erst  wesentlich  vervollständigende  und  zum 
Theil  nicht  unsympathische  Züge  für  R.Wagner'8  3.  Act 

zusammenzutragen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


digen.  Auch  dem  profanen  Musikhistoriker  sei  es  wegen 
der  darin  enthaltenen  musikgeschichtlichen  Abhandlungen 
warm  empfohlen.  PaUl  Garwen. 


Kritik. 

Kirchenmusikalisches  Jahrbuch  für  1802^  herausgegeben 
von  Dr.  Fr.  X.  Haberl.    Regensburg,  Pustet 

Dieses  neue  Jahrbuch  (der  siebenzehnte  Jahrgang  des 
Gaecilien-Kalenders)  enthält  eine  Reihe  zum  Theil  sehr 
werthvoUer  Abhandlungen  und  Beiträge  kirchenmusikali- 
schen Inhaltes.  Den  Anfang  macht  eine  Neuausgabe  der 
Missa  tertia  octavi  toni  quinque  vocum  des  Giov.  Croce, 
herausgegeben  von  dem  um  die  Musik  des  16.  Jahrb.  so 
sehr  verdienten  Redacteur  des  Jahrbuches  Dr.  F.  X.  Haberl. 
Es  folgt  dann  eine  an  neuen  Aufschlüssen  reiche  Abhand- 
lung desselben  Verfassers  über  den  P.  Giovanni  Battista 
Martini.  P.  Utto  Kornmüller,  einer  der  ständigen  Mit- 
arbeiter des  Jahrbuches,  liefert  eine  Zurückweisung  der 
Ansichten,  die  Spitta  in  der  Yierteljahrsschrift  für  Musik- 
wissenschaft über  die  Musica  Enchiriadis  des  Pseudo-Huc- 
bald  geltend  gemacht  hat.  Besondere  Hervorhebung  ver- 
dient noch  eine  quellenmässige  Abhandlung  von  Dr.  Haberl 
über  „die  Gardinalcommission  von  1564  und  Palestrina's 
Missa  PapaeMarcelli",  sowie  eine  solche  von  Dr.  Adalbert 
Ebner  „Gregor  der  Grosse  und  das  römische  An tiphonar", 
welche  gegenüber  den  Angriffen  Gevaert*s  auf  die  refor- 
matorische Thätigkeit  Gregorys  des  Grossen  in  Sachen  des 
gregorianischen  Gesanges  die  Tradition  in  sehr  geschickter 
und  sich  auf  die  Urkunden  stützender  Art  vertheidigt. 

Der  ausserordentlich  reiche  Inhalt  des  Jahrbuches 
wird  Alle,  die  in  irgend  einer  Weise  für  katholische 
Kirchenmusik  Interesse  hegen,  im  höchsten  Grade  befrie- 


Biograpfaisches. 

Robert  Freund. 

(Fortsetzung.) 

Je  weniger  nun  aber  Rob.  Freund  daztt  gdangt  und 
darnach  begehrt,  auswärts  zu  spielen,  je  seltener  er 
grössere  Kunstreiseh  unternimmt,  desto  mehr  ist  des 
Mannes  virtuoses  Vermögen  seiner  Adoptivvaterstadt  —  wie 
man  Zürich  fiiglich  nennen  darf  —  seit  bald  20  Jahren 
zugute  gekommen.  Jeden  Winter  tritt  er  wenigstens  ein 
Mal  imCyklus  der  grossen  Orchesterconcerte  daselbst  auf, 
besorgt  aber  auch  regelmässig  das  Clavieraccompagnement 
der  dafär  gewonnenen  Gesangskünstler  undlnstrumentalisten 
und  wirkt  stets  in  den  Kammermusiksoir^en  der  Sai- 
son mit.  Geradezu  erstaunlich  ist  denn  auch  der  Reich- 
thum  und  die  Vielseitigkeit  seines  Repertoires,  ja  man 
darf  wohl  sagen,  dass  er  die  gesammte  pianistische  Lit- 
teratur  beherrscht  und  der  durchsichtigen  Feinheit  und 
gesangreichen  Grazie  eines  Mozart  nicht  weniger  gerecht 
wird,  als  der  seelischen  Tiefe  und  Ausdrucksgewalt  eines 
Bach  und  Beethoven,  der  schwärmerischen  Innigkeit  Rob. 
Schumann's  in  gleichem  Maass  wie  dem  sprühenden  Es- 
prit eines  Saint-Saens,  dem  träumerischen  Wohllaut  und 
melancholischen  Pathos  eines  Chopin  ebenso  wie  der  phan- 
tastischen Gluth  und  Farbenpracht  eines  Liszt.  —  Was 
zunächst  die  Clavierconcerte  betrifft,  die  Rob.  Freund  in 
Zürich  und  zum  Theil  auch  in  anderen  Schweizerstädten 
vortrug,  so  beschränkte  er  sich  nicht  etwa  auf  die  aner- 
kannten Meisterwerke  der  classischen  und  romantischen 
Schule;  im  Gegentheil  ging  er  darauf  aus  und  war  es 
ihm  von  jeher  recht  eigentlich  Herzensbedüriniss,  bedeu- 
tende Novitäten  dieser  Kunstgattung  zu  Ehren  zu  bringen. 
So  spielte  unser  Virtuos,  Um  nur  Einiges  hervorT^aheben, 
schon  1876,  im  Beginn  seiner  Züricher  Wirksamkeit,  auf 
grossartige  Weise  das  Brahms'sche  DmoU-Goncert,  tlYid  als 
er  acht  Jahre  später  dem  düstergewaltigen  Ersten  des 
Meisters  lichter  gefärbtes  Zweites  in  Bdur  folgen  Hess,  da 
blühten  unter  seinen  Fingern  die  Reize  des  Werkes  noch 
bestrickender  auf,  als  da  es  der  Componist  selbst  gran- 
dios genug,  aber  kaum  so  klangschön  dem  ZürichtBr  Pub- 
licum vorgeführt  hatte.  Ebenso  verdankte  Letzteres  Un- 
serem Künstler  die  erste  Bekanntschaft  mit  dem  Grieg*- 
schen  und  mit  dem  Gmoll-Concert  von  Saint-Saens^  und 
noch  eifriger  nahm  er  sich  in  jüngster  Zeit  d'es  eben  jetzt 
im  Druck  erschienenen  phantasievollen  und  schön  ilistru- 
mentirten  Gdur-Concertes  (Op.  107,  No.  2)  Seines  Freun- 
des Hans  Huber  an,  indem  er  dasselbe  in  einer  Reihe 
von  Schweizerstädten  zu  packendem  Vortrag  brachte. 
Neben  den  Beethoven'schen  wohl  am  meisten  ans  H^rz 
gewachsen  ist  unserem  Musiker  das  Schumann 'sehe  Amoll- 
Goncert,  das  man  von  ihm  hören  muss,  um  seinen  rotnan- 
tischen  Zauber  voll  auf  sich  wirken  zu  lassen.  —  Noch 
reichere  und  köstlichere  Gaben  aber  hat  Bob.  Freund  seit 
Jahren  dem  gewählten  Auditorium  der  Züricher  Kammer- 
musikabende gespendet.  Wie  er  an  Feinfiihligkeit  tind 
Discretion    im  Zusammenspiel  mit  anderen   Instrumenten 


191 


seiues  Gleichen  suclit  und  in  den  Glaviertrios,  Quartetten 
etc.  seine  Partie  jeweilon  zu  unübertrefflichster  Darstell- 
uqg  bringt,  so  ist  es  nur  das  Beste  und  Auserlesenste, 
was  er  an  Solosachen  auf  die  Programme  setzt,  unbe- 
kümmert um  den  äusseren  Erfolg,  um  das  sogenannte 
Dankbare  und  Gemeinverständliche,  liebt  es  Freund  im 
Gegentheil,  versunkene  Schätze  ans  Licht  zu  ziehen, 
Gompositionen  zu  wählen,  dic^  man  ihrer  weitabgewandten 
Innerlichkeit  oder  ihres  schrankenlosen  Subjectivismus 
wegen  für  unconcertföhig  hält.  So  hat  er  von  jeher  mit 
einer  Art  heiliger  Inbrunst  dem  letzten  Beethoven  gehul- 
digt, insbesondere  aber  auch  auf  die  Jugendperiode  Schu- 
mann's  und  jene  phantastischen  Tondichtungen  zurückge- 
griffen, die  der  Componist  selbst,  grossentheils  für  Öffentlich 
unspielbar  erachtete,  weil  sie  sich  in  eine  zu  individuell 
geflb*bte  Gedanken-  und  Gefölilswelt  einspinnen.  Dass 
unser  Künstler  aber  auch  hier  den  Schlüssel  fand  zu  den 
geheimen  Tbüren,  dass  er  auch  diese  traumhafte  Welt  zu 
klingendem  Leben  zu  wecken  wusste,  das  bewies  der 
glänzende  Erfolg,  den  er  mit  der  wiederholt  von  ihm  ge- 
spielten Fismoll-Sonate,  mit  den  „Davidsbündlem",  der 
Cdur-Phantasie  und  ähnlichen  Werken  des  romantischen 
Meisters  errang.  Und  in  gleicher  Weise  löste  Freund 
anderen  Gompositionen  hervorragender  Tonkünstler,  an 
denen  die  grosse  Mehrzahl  unserer  Clavierhelden  wie  an 
unnahbaren  Sphyn^en  vorübergeht,  die  Zunge.  So  wirkten 
die  Brahms'schen  Jugendsonaten  oder  die  ihm  zugeeignete 
Bdur-Sonate  Op.  1  von  Gust.  Weber  bei  all  ihrer  ideali- 
stischen Schroffheit  hinreissend  unter  seinen  Händen,  und 
als  er  unlängst  Schubert's  Nachlass-Sonate  in  Adur  (No.  2) 
in  einer  Kammermusiksoiree  zu  Zürich  vortrug,  fühlten 
sich  die  Hörer  beim  Andantino  mitten  in  die  mondbe- 
glänzte  Zaubornacht  versetzt,  die  hier  Musik  gewor- 
den ist 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


BericKte. 

Leipzig«  Die  vergangene  Goncertwoche  begann  am 
27.  März  mit  dem  S.  Kircneuconoert  des  Bach -Vereins, 
dessen  Hauptnummer  des  Unsterblichen  glauben»-  und  trost- 
freudige Trauerode,  in  der  trefflichen  Einrichtung  und  Um- 
dichtung  unseres  ^ffenwärtigen  Thomascantors ,  des  grossen 
Bach-Kenners  Prof.  Dr.  W.  Bust,  bildete,  der  der  Chor  „Bleib 
bei  uns*^  vorausging  und  die  unvorher ^peeehener  Zeitbesohrän- 
kung  halber  —  es  war  im  Theater  die  „Walküre^  angesetzt 
worden,  deren  frühzeitiger  Anfang  wegen  des  an  beiden  Orten 
besohäfiigten  Orchesters  eine  halbstündige  Verkürzung  des 
Conoertes  nöthig  machte  —  sehr  fragmentarisch,  d.  h.  unter 
Auslassung  der  ranf  mittleren  I^umraem,  aufgeführte  Gantate 
„Gott  fahret  auf  nachfolgte.  Der  Anfangschor  mit  seiner 
tie£item  Gemüth  entquellenden  Bitte  und  die  Trauerode  standen 
sicher  in  Beziehung  zu  dem  unlängst  erfolgten  Heim^;ang  der 
edel*  und  kunstsinnigen  Gkttin  des  früheren  Yereinsdirigenten 
Hm.  Pro£  v.  Herzogenberg,  die  in  jenem  Zeitabschnitt  ihres 
in  jeder  Beziehung  reicngesegneten,  leider  nur  so  kurzen 
E^enwallena  selbst  mit  ^rösster  Hingabe  den  Bestrebungen 
des  Vereins  diente  und  sich  die  aufricntifi;ste  Verehrung  und 
Liebe  der  Mltolieder  desselben  durch  ihre  herrlichen  echt 
mensoblichen  Sgenschaffcen,  sowie  seltene  musikalische  Beffa- 
bung  und  hohe  Begeisterung  für  die  Kunst  widerstandmos 
erwarb  und  eines  solchen  musikalischen  Erinnerunesaotes,  der 
nicht  minder  auch  den  Verein  ehrte,  im  höchsten  Grade  wür- 
dig war.    Das  Ghedenken  an  die  so  früh  verklärte  Elisabeth 


von  Herzoeenberg  und  an  das  leuchtende  Vorbild,  das  sie  in 
allen  menschlichen  Tugenden  war,  ist  gewiss  nicht  ohne  for- 
dernden Einfluss  auf  aie  Ghorleistungen  dieses  Goncertes  ^ 
wesen,  die  sich  unter  der  befeuernden  Leitung  des  Hm.  Sitt 
den  besten,  vollkommensten  künstlerischen  Thaten  des  Vereins 
ebenbürtifi;  anschlössen  und  in  der  Belebtheit  und  Eindring- 
lichkeit des  musikalischen  Ausdrucks  den  Wunsch  nach  einer 
grösseren  Klangfülle  nur  selten  aufkommen  Hessen.  Für  die 
olonummem  hatte  man  die  hiesigen  Sängerinnen  Frl.  Mün  ch 
und  Frau  Metzler-Löwy,  sowie  den  Dresdener  Tenoristen 
Hrn.  Mann  gewonnen.  Während  Frau  Metzler-Löwv  ihre  oft 
bewährte  Vortragskunst  mit  ausgezeichnetstem  Gelingen  in 
den  Dienst  der  herrlichen  Musik  stellte  und  eine  ihrer  ißister- 
schaft  hierin  entsprechende  Wirkung  erzielte^  die  auch  durch 
die  textgetreue  Ausführuns;  ihrer  Schlussarie  Nichts  einge- 
büsst  hätte,  erweiterte  Frl.  Münch  durch  ihren  frisch^  und 
lieblich  quellenden  G^ang  den  Kreis  Derjenigen,  welche  schon 
vorher  diesem  noch  im  Aniange  der  Künstlerlaufbahn  stehen- 
den schönen  Talent  eine  erfreuuche  Zukunft  prophezeit  hatten, 
um  ein  WesentUches.  Hr.  Mann  sang  die  \}pn  infol^  der 
Streichungen  in  der  Schlussnummer  einzig  gebliebene  Arie 
in  der  Trauerode  sehr  befriedigend,  ohne  ti^er  mit  seinem 
Vortrag  zu  berühren.  Das  mitwirkende  Theaterorchester  und 
Hr.  Homever  an  der  Orgel  brachten  den  instrumentalen 
Theil  der  Ausführung  Überall  in  fein  ausgearbeiteter  und 
empfundener  Weise  zur  Geltung. 

Das  21.  Abonnementconcert  im  Neuen  Gewand- 
haus eröffiiete  mit  einer  neuen  Ouvertüre  des  hied£;en  Com- 
ponisten  Hm.  Leo  GriU,  an  welcher  der  Titel  „Ililarodia" 
jedenfalls  ftlr  die  Meisten  unverständlicher  war,  als  die  an 
alle  möglichen  Tonsetzer  (vor  Allem  Bob.  Schumann)  anklin- 
gende Musik,  die  ebenso  ^t  Hr.  Dr.  Jadassohn  oder  ein 
anderer  — ianer  hätte  schreiben  können.  Die  folgende  Bass- 
cantate  .Ich  will  den  Elreuzstab  gerne  tragen"  von  S.  Bach 
spülte  gleich  mit  den  ersten  Takten  ihrer  schöpferischem 
Urquell  entflossenen  Musik  das  schwächliche  Opus  des  Hrn. 
Grill  aus  der  Erinnerung  rein  weg.  Im  Vortrage  dieser  Com- 
position,  wie  der  Wiedergabe  von  acht  Nummern  aus  Schu- 
mann's  seltener  gesungener  „Liederreihe**  debutirte  an  dieser 
Stelle  Hr.  Johann  Messchaert  aus  Amsterdam  und  rechtfer- 
tigte überzeugendst  den  grossen  Ruf,  der  ihm  vorausgegangen 
war.  Seine  Stimme  an  sich  ist  zwar  nicht  bedeutend,  siber 
die  Art,  wie  er  sie  in  allen  Lagen  zu  behandeln  versteht, 
seine  wirklich  vollendete  Vortragskunst  und  das  warme  see- 
lische Empfljiden,  das  überall  durchkling^,  stempeln  ihn  zu 
einem  Concertsänger  ersten  Banges,  als  welchen  ihn  begeistert 
auch  das  Publicum  anerkannte.  Zu  dem  vollen  Genuss  der 
Schumann'schen  Lieder  steuerte  Hr.  Prof.  Dr.  Reinecke  am 
Flügel  das  Seine  mit  fein  poetisch  gestaltender  Hand  bei. 
Als  weitere  Nummer  figurirte  im  1.  Programmtheil  noch  das 
DmoU-Duo  (Op.  39)  von  Spohr,  vorgetragen  von  den  HH. 
Prill  und  Hilf.  Alle  Bedenken,  die  die  Wahl  dieses  Stückes 
für  den  Rahmen  eines  modernen  Orchesterconcertes  im  Vorn- 
herein wachgerufen  haben  mochte,  wurden  zerstreut  durch  die 
durchschlagende  Wirkung,  welche  die  ausgesuchte  Meister- 
schaft der  oeiden  Künstler  der  Compositionl)ereitete.  Waren 
die  virtuose  Bewältigung  auch  der  heikelsten  Figuren  und  die 
Einhelligkeit  der  Auffassung  bewundemswerui ,  so  wurde 
der  Reiz  dieses  Doppelspieles  um  ein  Bedeutendes  auch  noch 
durch  die  individuefie  Verschiedenheit,  die  der  Tontimbre  der 
beiden  Künstler  ausweist,  erhöht.  Die  jungen  Meister,  zu 
deren  Besitz  Leipzig  aufrichtig  zu  gratuliren  ist,  wurden  am 
Schluss  zwei  oder  drei  Mal  stürmisch  hervorgerufen.  Als  im 
8.  Gewandhausconcert  des  Jahres  1856,  also  zu  einer  Zeit, 
wo  Spohr  Manchem  noch  lange  nicht  so  veraltet  erschien, 
wie  jetzt,  die  Londoner  Brüder  Alfred  und  Henrv  Holmes 
ebeniaUs  ein  Spohr^sches  Duo  vorgetragen  hatten,  rührten  sich 
nur  wenige  Hände.  Und  Beide  galten  s.  Z.  als  bedeutende 
Virtuosen^  welche  auf  derartige  Stücke  besonders  dressirt 
waren.  Sie  waren  aber  wahrscheinlich  nur  Virtuosen,  wäh- 
rend die  HH.  Prill  und  Hilf  neben  den  Virtuosen  auch  fein- 
fühlige Künstler  sind.  —  Die  2.  Hälfte  des  Goncertes  füllte 
Brahms'  in  den  Ecksätzen  gewaltigst  packende  und  in  den 
Mittelsätzen  das  Gemüth  wahrhaft  bezaubernde  Emoll-Sym- 
phonie,  deren  Wirkung  bei  der  im  Ganzen  ziemlich  matten 
Ausführung  aber  leider  nur  eine  halbe  war,  so  ehrlich  sich 
Hr.  Prof.  Dr.  Reinecke  auch  um  eine  volle  bemüht  haben 
mochte.  Aeusserlich  exact  und  theilweise  auch  mit  einem 
gewissen  Schwung  ging  sie  allerdings  von  Statten,  aber  dar- 
auf kommt  es  ja  nicht  allein  an. 


192 


Gera,  17.  März.  Ein  interessantes  Programm  bot  das 
Concert  des  Musikalischen  Vereins  am  17.  Febr.,  welches 
mit  der  Ddur-Symphonie  von  Mozart  (ohne  Menuett,  No.  1 
der  Breitkopf  &  HärtePschen  Ausgabe)  eingeleitet  wurde.  Die 
treÜ'liche  Wiedergabe  dieses  Werkes,  das  hinter  der  grossen 
Cdur  und  der  Gmoll  zurücksteht,  Hess  die  Klarheit  und  den 
zarten  Duft,  die  sich  über  dem  Ganzen  ausbreiten,  so  recht 
zum  Bewusstsein  kommen ;  hervorragenden  Antheil  unter  den 
Streichern  hatten  die  ersten  Geigen,  welche  im  Andante  durch 
Schönheit  des  Tons,  in  den  Ecksätzen,  namentlich  in  den 
Triolenpassagen  des  Prestos durch  Präcision  sich  auszeichneten, 
während  in  demselben  Satze  die  /-Soli  der  Bläser  trefflich 
gelangen.  Hierauf  folgte  das  2.  Concert  (Gmoll)  für  Piano- 
forte  und  Orchester  von  Saint-Saens,  vorgetragen  auf  dem 
Jank6-Clavier  von  Hrn.  Hofpianist  Wendung  aus  Leipzig. 
Die  graziöse  Melodik  dieses  interessanten  Werkes  zeigt  sich 
namentlich  im  2.  Satze  (AUegro  scherzando),  gab  aber  auch 
in  den  wuchtigen  Accorden  des  Prestos  dem  Spieler  Gelegen- 
heit, die  Vorzüge  der  neuen  Claviatur  in  hellstes  Licht  zu 
stellen.  Dass  dies  von  Hm.  Wendung  nach  jeder  Richtung 
hin  geschah,  bewies  der  lebhaft  erschauende  Beifall,  der  auch 
dem  Vortrage  der  Solostücke  „Le  Staccato"  von  Schmidt  und 
Spinnerlied  aus  dem  „Fliegenden  Holländer"  von  Wagner- 
Liszt,  sowie  der  lebhaft  verlangten  Zugabe  („Tannhäuser"- 
Marsch)  folgte.  Mit  liebenswürdiger  Bereitwilligkeit  er- 
klärte der  Vortragende  dem  nach  Beendigung  des  Concertes 
zuströmenden  Publicuiu  die  Vorzüge  des  fiistruments,  welche 
allgemeine  Anerkennung  fanden.  Das  Programm  wies  noch 
ein  ferneres  Concert  auf,  und  zwar  No.  2  (Dmoll)  für  Violon- 
cell  mit  Orchester  von  Kiengel,  mit  dessen  vorzüglichem,  hoch 
entwickelte  Technik  und  inniges,  seelenvolles  Spiel  in  sich 
vereinigenden  Vortrage  sich  der  hiesige  Hofmusicus  Kiess- 
ling,  ein  specieller  Schüler  des  Componisten,  wieder  neue 
Lorbeeren  errang.  Das  Orchester,  welches  sich  durch  decente 
Begleitung  der  beiden  Concerte  ausgezeichnet  hatte,  spielte 
ausser  der  oben  erwähnten  Symphonie  künstlerisch  vollendet 
noch  Beethoven's  „CorioUin"-Ouverture,  wofür  ihm  und  seinem 
trefflichen  Leiter  vom  Publicum  die  gebührende  Anerkennung 
in  reichem  Maasse  zu  Theil  wurde. 

Das  letzte  Concert  des  hiesigen  Männergesangvereins 
„Liedertafel"  am  9.  März  brachte  zu  Ehren  des  vor  «wei 
Monaten  verstorbenen  Capellmeisters  Tschirch,  welcher  den 
Verein  über  30  Jahre  geleitet  hatte,  zunächst  die  Ouvertüre 
zu  dessen  Oper  „Meister  Martin  und  seine  Gesellen",  sodann 
Gebet  „Sei  du  mit  mir",  welche  eine  gleich  ansprechende 
Wiedergabe  fanden,  wie  die  weiter  vom  Verein  vorgetragenen 
Nummern  von  Schubert,  Schumann,  Wiesner  (die  mit  leb- 
haftem Interesse  aufgenommene  „Kreuzfahrt")  u.  A.  Der 
Hauptanziehungspunct  des  Abends  war  jedoch  die  als  Solistin 
auftretende  Bünuennovize  Frl.  Paula  Do  enges  aus  Leipzig, 
welche  in  der  Arie  „Wie  nahte  mir  der  Schlummer"  durch 
ihre  weiche,  überaus  wohlklingende,  vortreffliche  Schulung 
verrathende  Stimme  die  Zuhörer  entzückte.  Hervorragend 
war  die  Wiedergabe  des  Gebets,  die  sie  in  natürlicher  An- 
muth  vielleicht  schöner  als  Manclie  ihrer  älteren  und  berühmten 
CoUeginnen  sang.  Von  den  zum  Ciavier  gesungenen  Liedern 
gefiel  das  Bendersche  „Wie  berührt  mich  wundersam"  un- 
streitig am  besten.  Ausserordentlicher  Beifall  lohnte  alle  ihre 
Darbietungen,  und  musste  nach  dem  letzten  Liede  unbedingt 
eine  Zugabe  erfolgen,  die  im  „Haidenröslein"  von  Schubert 
trefflich  geboten  wurde.  Das  Orchester  ergänzte  das  Pro- 
gramm mit  dem  Finale  aus  Beethoven's  Cmoll-Symphonie. 

Der  3.  und  letzte  Kammermusikabend  dieser  Saison 
wurde  mit  Mozart's  Esdur-Streichquartett  eingeleitet,  dessen 
ernstes,  ergreifendes  Andante  con  moto  den  grössten  Eindruck 
beim  Vortrag  machte.  Beethoven'«  Claviei-trio  Op.  70,  No.  2, 
bildete  den  Schluss.  Hier  führte  der  Leiter  des  Ganzen,  Hof- 
capellmeister  Kleemann,  die  Ciavierpartie  in  hervorragend 
schöner  Weise  auf  dem  Blüthner  aus,  aber  auch  die  anderen 
Partner,  Concertmeister  Jäger  und  Hofmusicus  K  lieb  es, 
trugen  zum  trefflichen  Gelingen  redlich  das  Ihrige  bei.  Zwi- 
schen den  beiden  genannten  Werken  war  als  Solonummer 
eine  Sonata  seria  (Hmoll)  für  Pianoforte  und  Violine  von  Rust 
eingefügt.  F.  W.  Rust,  vor  mehr  als  100  Jahren  Musik- 
director  in  Dessau,  hat  mehrere  derartige  Werke  geschaffen, 
welche  in  jüngster  Zeit  von  seinem  Enkel,  dem  jetzigen 
Leijjziger  Thomascantor  Prof.  Dr.  W.  Rust,  herausgegeben 
wurden.  Trotz  ihres  Alters  wirkt  die  Sonate  noch  heute  leb- 
haft interessirend  und  verdient  eine  allgemeine  Verbreitung. 
Nirgends  bemerkten  wir  etwas  Triviales  oder  Altvaterisches. 
Besonders  charakteristisch  ist  der  kurze  Zwischensatz  in  Hdur, 


bedeutend  das  Adagio  sostenuto  e  religiöse.  Wenn  das  Pro- 
gramm nicht  den  Hinweis  auf  das  Alter  der  Composition 
enthalten  hätte,  würde  man  diese  leicht  den  modernen  zuge- 
zählt haben.  Hofcapellmelster  Kleemann  und  Concertmeister 
Jäger  verdienen  für  diese  Vorführung  den  lebhaftesten  Dank, 
der  sich  auch  im  Beifall  des  Pubb'cums  alle^emein  äusserte. 
Eine  ebenfalls  warme  Aufnahme  fand  das  Beethoven'sche  Trio. 
Wie  seither  wurde  auch  diesmal  die  Saison  des  Musika- 
lischen Vereins  mit  der  Aufführung  eines  grösseren  Chor- 
werks mit  Soli  und  Orchester  beschlossen,  und  zwar  hatte 
man  für  das  gestrige  Jubiläums-(200.)Concert  des  Vereins  am 
16.  März  „Die  Jahreszeiten"  von  Haydn  gewählt.  Trotz  ihres 
Alters  bewährte  auch  gestern  diese  Composition  ihre  Frische 
und  Zugkraft  und  riss  in  der  ihr  werdenden  trefflichen  Vor- 
führung das  Publicum  zu  lautem  Beifall  hin.  Von  den  Solo- 
kräften zeichnete  sich  zunächst  die  Vertreterin  der  Sopran- 
partie, Frl.  Anna  Münch  aus  Leipzig,  aus,  deren  klangvoll 
weiche,  sehr  zu  Herzen  gehende  Stimme  besonders  in  dem  Keci- 
tativ  und  der  Arie  im  ^Herbst"  („Willkommen  jetzt")  so  glän- 
zend hervortrat,  dass  man  die  Anfangs worte  der  Arie  „Welche 
Labung  für  die  Sinne,  welche  Erholung  für  das  Herz"  über- 
haupt getrost  auf  die  Gesammtleistung  der  Künstlerin,  die 
sich  auch  in  den  Ensemblesätzen  trefflich  zu  behaupten 
wusste,  anwenden  kann.  Die  Partie  des  Simon  hatte  Hr. 
Demuth  vom  Leipziger  Stadttheater  übernommen,  dessen 
kraftvoller,  äusserst  wohltönender  Bariton  sich  in  der  Arie 
vom  „Ackersmann**,  wie  in  den  Nummern  „Seht  auf  die  breiten 
Wiesen  hin"  und  „Erblicke  hier,  bethörter  Mensch"  auf  das 
Vortheilhafteste  auszeichnete.  (Ob  freilich  die  kleinen  Frei- 
heiten, die  sich  der  Künstler  betreib  der  Noten  zuweilen  ge- 
stattete, gerade  bei  Haydn  angebracht  sind,  wollen  wir  nicht 
entscheiden.)  Hr.  Hofopernsänger  Zell  er  aus  Weimar,  den 
wir  bereits  in  einem  früheren  Concert  zu  hören  Gelegenheit 
hatten ,  sang  den  Lucas  vielleicht  stellenweise  zu  kraftvoll, 
was  an  der  Partie  zu  liegen  scheint,  die  sich  wohl  weniger 
für  einen  Helden tenor,  als  für  einen  lyrischen  eignet,  — 
immerhin  zeigten  sich,  namentlich  in  dem  Liebesduett  mit 
Hanne,  sowie  in  der  Arie  „Hier  steht  der  Wanderer  nun  ver- 
irrt" die  Leistungen  des  Künstlers  bedeutend  wirkungsvoll. 
Der  Chor,  welchem  eine  so  grosse  Aufgabe  zufällt,  hatte  nicht 
nur  die  Noten  gehörig  inne,  soniern  sang  auch  mit  jener 
Feinheit  und  Freiheit,  die  auf  ein  sehr  sorgfältiges  Studium 
schliessen  lassen.  Der  Schwerpunct  ist  wohl  in  den  beiden 
Chören  des  „Herbstes":  Jagdchor  und  Weinchor  zu  suchen, 
welche  Schwierigkeiten  bieten,  die  man  bei  Haydn  kaum  ver- 
muthet.  Dass  der  Chor  dm^ch  den  gut  nuancirten  Vortrag 
eine  so  schöne  Probe  seiner  Leistungsfähigkeit  ablegte,  ist 
besonders  zu  rühmen.  Auch  das  Orchester  that  in  vollstem 
Maasse  seine  Schuldigkeit,  und  wenn  ihm  in  der  Begleitung 
der  Gesänge  gerade  keine  hervorragende  Stellung  angewiesen 
ist,  so  hatte  es  doch  in  den  Einleitungen  viel£EUih  Gelegen- 
heit, tüchtige  Leistungen  zu  zeigen.  Dass  Alles  so  gut  ge- 
lang, ist  das  hervorragende  Verdienst  unseres  unermüdlichen 
Leiters  der  Concerte,  Hrn.  Hofcapellmeister  Kleemann,  dem 
wohlverdienter  Beifall  von  dem  üheraus  zahlreich  erschienenen 
Publicum  in  reichem  Maasse  gespendet  wurde.  P.  M. 


Concertumschau. 

Aachen .  7.  Versamml .  des  Instrumen tal ver .  (Schwickerath ) : 
Adur-Symph.  v.  Mendelssohn,  8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  von 
Beethoven,  „Waldweben^  a.  „Siegfried"  v.  Wagner,  3.  Seren. 
f.  Streichorch.  v.  Volkmann  (oblig.  Violonc:  Hr.  Siemann). 

Altena.  2.  Conc.  der  Sin«ika<L  (Prof. Arn. Krug):  LAct 
der  „Euryanthe"  v.  Weber,  „Die  erste  Walpvurgisnacht"  von 
Mendelssohn.  (Solisten:  Frls.  Laube  v.  hier  u.  Schröter  aus 
Bonn  u.  HH.  Wolff  a.  Hamburg,  Severin  a.  Berlin  u.  Mendel 
a.  Hamburg.) 

Antwerpen.  Soiree  der  Soci^tö  royale  d'Harmonie  am 
19.  März:  Streichquartette  v.  Mozart  (Dmoll),  Tschaikows- 
ky  (Dmoll)  u.  Beethoven  (Op.  69,  No.  2).  (Ausftihrende:  HH. 
Prof.  Heermann,  Bassermann,  Welcker  u.  Becker  a.  Frank- 
furt a.  M.). 

Basel.  10.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Volkland):  5.  Symph.  v.  Beethoven,  Gdur-Orchestersuite 
V.  Tscha'ikowsky,  „Jessonda" -Ouvert.  v.  Spohr,  Gesang- 
vorträge des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München  (»Ave  Maria"  aus 
dem  „Feuerkreuz"  v.  Bruch  etc.).  —  Conc.  des  Baseler  Qe- 
sangver.  (Dr.  Volkland)  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  v.  Sicherer, 
der  Frau  Exter  a.  München  u.  der  HH.  Wulff  a.  Strassburg 


193 


i.  E.  n.  Hegar  V.  hier  am  17.  März:  „Stabat  mater"  v.  Dvo- 
rak, ^.Lobgesang^  y.  MendeLssohn. 

Berlin.  Conc.  des  Frl.  Qalfy  a.  Schwerin  und  des  Hm. 
Dr.  Goldschmidt  v.  hier  (Ges.)  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Struss 
(Viol.)  n.  Poenitz  (Harfe)  am  12.  März:  Yocalduette  v.  Stra- 
deUa,  PaisiellOy  Schumann,  G.  Henschel  („Gondoliera")  u. 
H.  Hof  mann  („Willkommener  Tausch*'),  SoU  f.  (resang  ▼. 
Brahms  („Meeilahrt"),  Sommer  („Lockung"),  F.  Poenitz 
(Greeang  der  Cleopatra a.  derffleichnam.Oper  u.  „Der  Fischer"), 

F.  Beichmann  („An  die  ^gel"  u.  „Wende  mir  die  Aeug- 
lein  zu"),  A.  Bekker  („Liebe^lück")  u.  A^  f.  Viol.  v.  Joa- 
chim (Komanze  a.  dem  Ungar.  Gono.)  u.  H.Hof  mann  („Sil- 
houetten aus  Ungarn")  u.  f.  Harfe  v.  F.  Poenitz  („Todestanz 
der  Willys").  —  Wohlthätigkeitsconc.  unt.  Leit.  des  Hm. 
Prof.  Becker  u.  Mitwirk,  des  Frl.  Paghelli  (Ges.)  u.  der  HH. 
Staudigl  (Gea.)f  Struss  (Yiol.)  u.  A. ,  sowie  des  Domchors  am 
14.  Min:  Chöre  y.  S.  Bach  (Mot.  „Komm,  Jesu,  komm"), 
Mendelssohn  (Psalm 43)  u.  A.Becker („Zions Stille"),  „Mache 
mich  selig,  o  Jesu"  f.  Sfapransolo  u.  Knabenchor  y.  A.  Becker, 
Soli  f.  Gesang  y.  R.  Wagner  („Träume"),  W.  Langhans 
(„Harzreise  im  Winter")  u.  A.  u.  f.  Viol.  y.  A.  Becker  (Ada- 
»o)  u.  A.  —  Liederabend  des  Hm.  Hensel  unt.  Mitwirk,  des 
Piuiisten  Hm.  Löwe  a.  Wien  am  16.  März:  Soli  f.  Ges.  y. 
Liszt(„0,komm  im  Traum"),  Brahms  („0  liebliche  Wangen"), 

G.  Henschel  (Moreenhymne),  AI.  Bitter  (^Stemenewig"), 
O.  Eichberg  („Es  hat  die  Böse"  u.  ,2Gott  hiess  die  Sonne 
glühen"),  W.  Berger  („Am Strande"),  E.  E.  Taubert  („Der 
Trabant"  u.  „HeUschmettemd  singt  die  Lerche"),  B.Wustandt 
(.,In  der  Fremde"  u.  „Goldne  Brücken")  u.  A.  u.  f.  Clay.  y. 
Baoh-Liszt  (Phant.  u.  Fxute  in  GmoU),  Liszt  (Legende  „Der 
heil.  Franz  yon  Paula  auf  den  Wogen  schreitend")  u.  Beet- 
hoyen  (Son.  Op.  111).  —  Conc.  des  Frl.  Herms  (Gea,)  u.  der 
HH.  Jedliczka  (Clay.),  Fei.  Meyer  u.  Sandow  (Streicher)  am 
16.  M&rz:  Esdur-Clayiertrio  y.  F.  K auf f mann,  Soli  f.  Ges. 
y.  Lessmann  („Nun  ist  der  Tag  geschieden"),  E.  E.  Tau- 
bert („Gtebet"),  W.  Berger  {„Der  Nordsturm  braust"), 
F.  Kauffmann  („Als  ich  wegging"),  F.  Bies  („Es  muss 
ein  Wunderbares  sein"),  A.  Bungert  („Auf  der  Bleiche"), 
B.  Horwitz  („Ich  ging  im  Wald"),  H.  Seligmann  („Aller- 
seelen"), H.  Schmidt  („Waldruf")  u.C.Heymann-Beinick 
c„Wie  er  heisst"),  f.  Clay.  y.  Beethoven  (Son.  Op.  81),  f.VioL 
V.  F.  Behfeld  („Widmung",  Menuett,  Span.  Tanz  u.  Bondo 
capricc.)  u.  £  Violonc.  y.  S.  Godard  („Sur  le  lao"),  Fitzen- 
hagen  (Barcarole)  u.  F.  E.  Koch  (Mazurka). 

Breslau.  12.  Abonn.-Conc.  des  BresL  Orch.-Ver.  (Masz- 
kowski)  unter  Mitwirkung  der  Sängerin  Frau  Moran-Olden: 
3.  Symph.  y.  Beethoven,  „Oberon"-Quyert.  y.  Weber,  Vorspiel 
u.  „Isoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und  Isolde"  y.  Wagner, 
Arie  „Abscheulicher"  y.  Beethoven. 

Carlsruhe.  6.  Abonn.-Conc.  des  Hoforchesters  (Mottl): 
3.  Symph.  v.  Beethoven,  Eine  Faust-Guverture  v.  Wagner, 
GmoU-C/onc.  f.  Streichorch.  v.  Händel,  Claviervorträge  des  Frl. 
V.  Sch6hi^ofiE  (GmoU-Conc.  v.  Saint-Saöns  u.  „Gant,  d'a- 
mour",  „Waldesrauschen"  u.  Tarantelle  a.  „Venezia  e  Napoli" 
v.  Liszt). 

Cöln.  10.  Gürzeniohconcert  (Prof.  Dr.  Wüllner):  Cdur- 
Symph.  V.  Haydn,  Ouvertüren  v.  Berlioz  („Beatrice  und  Bene- 
dict") u.  Welier,  „Stabat  mater"  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester  v. 
Gouvy  (Soli:  Frls.  Erötma  a.  Elberfeld  u.  Höfken  und  Hr. 
Sonmier),  Solovorträge  des  Frl.ErÖtma  („Die  Wanderschwalbe" 
y.  Bubinstein,  „Pastorale"  v.  Bizet  etc.)  u.  des  Hm.  Sapell- 
nikoff  (Clav.,  Esdur-Conc.  v.  Liszt  etc.). 

Copenhagen.  Zwei  Concerte  des  Pianisten  Hrn.  Bosen- 
thal  m.  Compositionen  v.  Beethoven  (Sonate  Op.  111),  Weber 
(Asdur-Son.^,  Schytte  (Bdur-Son.),  Brahms  (Paganini- 
Variat.),  Liszt  („Don  Juan"-Phant.),  Bösen thal  („Wiener 
Cameval")  u.  A. 

Danzig.  6.  Abonn.-Concert:  Compositionen  für  zwei 
Claviere  v.  Schumann  (Variat.)  u.  Beinecke  (Impromptu  üb. 
ein  Motiv  v.  Schumann)  u.  f.  ein  Clav.  v.  Beethoven  (Son.  ap- 
nass.),  Lieder  v.  Schumann  („Frauenliebe  und  -Leben"),  Schu- 
oert  u.  Brahms  („Feldeinsamkeit",  „Botschaft"  u.  „Vergeb- 
liches Ständchen").  (Ausführende:  Frau  Schmidt-Köhne  aus 
Berlin  [Gres.],  Frl.  Pferdmenges  u.  Hr.  Schumann  [Clav.].) 

Dorpat.  Liederabend  des  Akad.  Geeangver.  (Dr.  Harthan) 
am  1.  läfz:  Gem.  Chöre  von  H.  Harthan  („Beherzigung", 
„Er  ists"  u.  „Unterländers  Heimweh"),  Mendelssohn,  Schu- 
mazm  („Zigeunerleben"  [m.  Clavierl  und  „Der  Wassermann"), 
Kreutzer  u.  G.Vierling  („Ln  Walde",  „Zigeunerleben"  und 
„Willkommene  Buhe"),  „Sinnen  und  Minnen"  für  vier  Solo- 
stimmen m.  Clav.  v.  H.  Hof  mann.  —  2.  Symph.-Conc.  (Dr. 


Harthan):  8.  Symph.,  3.  Ouvert.  zu  „Leonore"    Gdur-Clavier- 
conc.  (1.  Satz)  u.  Fdnr-YioUnromanze  v.  Beethoven. 

Erlangen.  Am  4.  März  Aufführ.  y.  HändePs  „Messias" 
durch  den  Akad.  Gesangver.  (Oechsler)  unt.  solist  Mitwirk, 
der  Frauen  Zucker  u.  v.  Baumer  und  des  Hrn.. Schulz-Dom- 
burg a.  Würzburg. 

Esslingen.  AufTühr.  des  Oratorienver.  (Prof  Fink)  unt. 
Solist.  Mitwirk.  <es  Frl.  Müller  a.  Stuttcrart  (Ges.)  u.  der  HH. 
Buess  a.  Cannstatt,  Häberle (G«8.)  u. LinderTViol.) am 4.  März: 
J3er  Frühline"  a.  den  „Jahreszeiten"  v.  Haydn,  „Die  erste 
Walpurgisnacnt"  v.  Mendelssohn,  Altdeutscher  Schlachtgesang 
f.  Mannerchor  y.  Bietz,  Soli  f.  Ges.  u.  f.  Viol.  (Ein  uns  vor- 
liegender Bericht  preist  das  Concert  als  ein  in  allen  seinen 
Theilen  sehr  gelungenes.  Die  Stelle  des  Orchesters  vertrat 
das  Ciavier.) 

Frankfart  a.  M.  11.  Museumsconoert  (Kogel)  unt.  Mit- 
wirk, der  Sängerin  Frl.  Kloppenburg:  Bdur-Symph.  v.  Haydn, 
8.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volkmann  (oblig.  Violonc:  Hr. 
Becker^  Ouvertüren  v.  Gluck  u.  Mendelssohn,  j,Schicksalsge- 
san^"  f.  Altsolo,  eem.  Chor  u.  Orch.  v.  E.  Seyifardt,  Bhap- 
sodie  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.  u.  Frauenchöre  JGesang 
aus  Fingal"  u.  „Der  Gärtner"  m.  zwei  Hörnern  und  Harfe  v. 
J.  Brahms.  —  9.  Kammermusikabend  der  Museums-G^esell- 
schaft:  Streichquartette  v.  Cherubini  (Esdur).  Bubinstein 
(Fdur)  und  Beedioven  (Op.  59,  No.  2).  (Ausführende:  HH. 
Prof.  Heermann,  Naret-Koning,  Welcker  u.  Becker.) 

Frankfart  a.  0.  8.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Ver. 
(Blumenthal):  7.  Symph.  y.  Beethoven,  Ouv.  „Im  Frühling" 
v.  Vierling,  Fdur-Orch.-Seren.  v.  G.  Schumann,yiolinyor- 
träge  des  Frl.  Schindler  a.  Berlin  (Span.  Tanz  von  Sara- 
säte  etc.). 

Freiburg  i.  B.  6.  Symph.-Conc.  des  städt.  Orch.  (Starke): 
Cdur-Symph.  v.  Schubert,  Suite  a.  „Holbers^s  Zeit"  f.  Streich- 
orch. v.  Grieg,  Vorspiel  u.  „Isolden's  Liebestod"  a.  „Tristan 
und  Isolde"  v.  Wagner,  Violoncellvorträge  des  Hm.  Becker 
a.  Frankfurt  a.  M.  (Concertstück  v.  Bazzini,  Cavatine  von 
F.  Berger,  Minuetto  v.  H.  Becker  u.  Tarantelle  v.  Popper). 

Genf.  10.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  (W.  Behben^): 
Cdur-Symph.  y.  Schubert.  „Cortöge"  v.  Moszkowski,  „Mei- 
stersinger"-Vorspiel  V.  W  agner,  Air  f.  Streichorch.  v.  Bach, 
Gesangvorträjee  der  Frau  Biohard. 

Gera.  200.  Conc.  des  Musikal.  Vereins  (Kleemann)  mit 
Haydn^s  „Jahreszeiten"  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Münch 
a.  Leipzig  und  der  HH.  Zeller  a.  Weimar  u.  Demuth  a. 
Leipzig. 

Hamburg.  Conc.  des  Hm.  Th.  Kirchner  (Clavier)  unt. 
Mitwirk,  der  HH.  Dr.  v.  Bülow,  Schradieck,  Bläha,  Schworm- 
städt,  Spengel  u.  A.  m.:  Clavierquart.  v.  Schumann,  '„Novel- 
leten"  t.  Clav.,  Viol.  u.  Violonc.  u.  Variat.  f.  zwei  Claviere  y. 
Th.  Kirchner,  Frauenchöre  v.  Schubert  u.  Brahms  (mit 
zwei  Hörnern  u.  Harfe).  —  Ciavierabend  des  Hm.  Dr.  v,  Bülow 
zu  wohlthät.  Zweck  am  12.  Febr.  m.  Compositionen  v.  Schu- 
bert (Amoll-Son.),  Bheinberger  (Introd.  u.  Toccata  Op.  12), 
Brahms  (Variat.  O^.  21b),  Chopin,  Liszt  (Gk)ndoliera  und 
Tarantelle  a.  „Venezia  e  Napoli")  u.  Beethoven  (Son.  ()p.81). 
—  4.  Kammermusikabend  der  HH.  Zajic,  Löwenberg,  Schlo- 
ming  u.  Gk)wa:  Streichquartette  v.  Mozart  (Adur),  Dvorak 
(Esdur)  u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  2).  —  Gemeinsame  Auf- 
führ, der  Philharm.  Gesellschaft  u.  der  Singak.  (Prof.  v.  Ber- 
nuth)  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Stöckigt  v.  hier  u.  des  Hm.  Sister- 
mans  a.  Fnmkfurt  a.  M.  (G^.),  sowie  des  Hrn  .Wagner  (Declam.) 
am  19.  Febr.:  „Te  Deum"  v.  BÜüidel,  Musik  zu  „Die  Buinen 
yon  Athen"  v.  Beethoven. 

Hannover.  2.  Conc.  der  Schaumburg-Lippischen  Hofcap. 
a.  Bückeburg;  (Sahla):  Dante-Symph.  v.  Liszt,  Ouvertüren  v. 
Weber  u.  Beethoven  (No.  8  zu  „Leonore"),  Ghesangvorträge 
der  Frau  Schmidt-Köhne  a.  Berlüi  („Solveig's  Lied  v.  Grieg, 
„Buhe,  SüssUebchen"  v.  Brahms,  „Eine  hab  ich  singen  hören" 
V.  B.  oahla,  „Tandaradei"  v.  Stauche  etc.). 

Innsbruck.  4.  Mitgliederconc.  des  Musikver.  (Pembaur) : 
„Frithjof" -Symph.  v.  H.  Hof  mann,  „Sakuntala" -Ouvert.  v. 
Goldmark,  Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde"  v.  Wagner, 
Violinvorträge  der  Frau  v.  Vilovska-Ott  (Concertstück  von 
Saint-Saöns  etc.). 

•  Laibaeh.  4.  £[ammermusikabend  der  Philharm.  Gesell- 
schaft: Bdur-Streichsext.  v.  Brahms,  Adur-Clavierquint.  v. 
C.  Beinecke,  Clav.-Violinson.  Op.  12,  No.  2,  v.  Beethoven. 
(Ausftlhrende:  HH.  Zöhrer  [Clav.],  Gerstner,  v.  Bagenfeld, 
Moravec,  IHll,  Lasner  u.  Wettach  [StreicherU 

Leipzig.  4.  Soirte  des  Kammermusik- ver. :  Symphon. 
Suite  f.  Streichorch.  v.  E.  B.  Hansen  (unt.  Leit.  des  Comp.), 


194 


Gdur-ClÄviertrio  v.  Raff  (Frl.  Mary,  Annie  u.  Lily  Wignall 
a.  Manchester),  Olav.-Violinson.  v.  Ö.  Jensen  (Prls,  M.  u.  L. 
Wignall),  SoloYorträge  der  Frlfl.  Strauflö-KurzweUy  von  hier 
(Ges.,  -Domröflchen"  von  Wttllner,  „Möcht  im  Walde"  von 
Cornelius,  Frühlingsdied  v.  Bubinstein,  „Hoffiaung**  von 
Grieg,  „Die  Rose"  v.  Wagner  u.  „Heraus**  v.  Kniese)  u. 
M.  'mgnaU  (Gdur-Bomanse  und  Ungar.  Tänze  v.  Brahms- 
Joachim).  —  21.  Abonn.-Oonc.  im  iJeuen  Geiwandhaus  ^rof. 
Dr.  Beinecke):  4.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvert.  „Hilarodia"  v. 
L.  Grill,  DmoU-Duo  f.  zwei  Violinen  v.  Spohr  (HH.  Prül  u. 
Hilf),  Geaangvorträge  des  Hm.  Messchaert  a.  Amsterdam.— 
9.  Kammermusik  ebendaselbst:  Oct.  Op.  166  v.  Schubert  (HH. 
Hilf,  Becker,  Sitt,  Klengel.  Schwab,  li^essner,  Gumpert  und 
Freitag),  „Der  Böse  Pil^r&hrt"  v.  Schumann  (Dir. :  Hr.  Sitt, 
Solisten:  Frau  Huber  aus  Basel,  Frl.  Münch,  Frau  Metzler- 
Löwy  und  Hr.  Bärge  von  hier,  sowie  Hr.  Mann  a.  Dresden, 
Clav.:  Hr.  Prof.  Dr.  Beinecke). 

London.  Piaaof.  Becital  des  Hm.  A.  Hartvigson  unter 
Mitwirk,  des  Hm.  F. Hartvigson  m.  Compositionen  v.  Liszt 
am  16.  Mftrz:  Conc.  path^t.  u.  „Mazeppt"  f.  zwei  Claviere,  Soli: 
„Paysage**,  „Bicordanza",  Ddur-Baflade,  „Au  lac  de  Wallen- 
Stadt",  „Songed'amour**,  „ Au  bord  d'une  source",  Edur-Polon. 
u.  8.  Ungar/Bhaps. 

Luzern.  4.  Abonn.-Conc  (Frischen):  Ddur-Symph.  von 
Havdn,  „Le  Camaval  romain**  v.  Berlioz,  G^esang  der  Bhein- 
töchter  a.  der  j^Gtötterd&mmerung*'  v.  Wagner,  Violinvorträge 
des  Hm.  Prot.  Heermann  a.  Frankfurt  a.  M.  (AmoU-Conc.  v. 
Viotti  u.  „Heyre  Kati"  v.  Hubay). 

Magaeburg.  3.  Casino-Conc.  (Kauf&nann) :  3.  Symph.  v. 
A.  Klughardt,  „Meistersinger "-Vorspiel  v.  Wagner,  Solo- 
vortr&ge  des  Frl.  I^athan  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.,  Arie  J^ie 
Kraft  versiudi"  v.  H.  Goetz,  „Ich  liebe  dich"  v.  Grieg,  „Der 
Kranz"  v.  Srahms)  etc.  u.  des  Hrn.  Berber  (Viol.,  Conc.  v. 
Beethoven  u.  Bomanze  u.  Ballade  v.  G.  Bebling).  — Lieder- 
abend des  Ehepaares  Hildach  a.  Berlin  am  10.  März:  Vocal- 
duette  V.  Schumann  u.  £.  Hildach  („Der  Vögel  Abschied", 
„Altdeutscher  Liebesreim"  und  „Im  blühenden  Ghurten"),  Ge- 
sangsoli V.  J.  Brahms  (gDie  Mlainacht"),  E.  Hildach  („Im 
Volkston"),  Zarzycki  („Zwischen  uns  ist  Nichts  geschehen"), 
A.  Naubert  („Nun  erttss  dich  Gott,  Frau  Minne"  u.  „Lied 
des  Troubadours"),  L.  Hartmann  („Und  als  endlich  die 
Stunde  kam"),  H.  Biedel  („Biterolt  im  Lager  von  Ak- 
kon")  u.  A. 

Mflnehen.  Conc.  des  Frl.  Lenbach  (Ges.)  u.  derHH.Schmid- 
Lindner  (Clav.)  und  A.  Krasselt  (Viel.)  am  10.  Mftrz:  Fdur- 
Clav.-Violinson.  v.  Grieg,  SoH  i.  Ges.  v.  Goetz  (Arie  „Die 
Kraft  versagt"),.  Schumann,  Brahms  (.0  komme,  holde  Som- 
mernacht"), Bubinstein  („Es  blinkt  aer  Thau"),  B.  Kahn 
(Ligurisches  Lied)  u.  Giehrl  („Mir  träumte  von  einem  Königs- 
kind" u.  VolksHed),  f.  Clav.  v.  Grieg  („Ich  liebe  dich"  (?]), 
Lassen-Liszt  (,jLöse,  Himmel")  u.  Liszt  („Campanella")  u. 
f.  Viol.  V.  Paganmi  (Concertsatz),  Bruch  (Adagio  aus  dem 
1.  Conc.)  u.  Zarzycki  (Mazurka). 

New- York.  6.— 1 1.  Conc  des  Streichquart,  der  HH.  Herr- 
mann, Hauser,  Lüienthal  u.  Schenck:  Esdur-Clavierquart.  v. 
Bheinberger  (Clav.:  Hr.  Bühler),  Streichquartette  v.  Haydn, 
Mozart  (Ddur),  Beethoven  (Op.  59,  No.  1—3,  Dp.  74,  95  und 
127),  Schubert  (AmoU)  u.  Svendsen  (Amoll,  zwei  Mal),  Clav.- 
Violoncellsonaten  v.  Beethoven  (Op.  ö,  No.  2,  Clav.:  Frl.  Gross) 
u.  Grieg  (Op.  36,  Clav.:  Hr.  Falkenstein),  Chaconne  f.  Viol. 
V.  S.  Bach. 

Stuttgart.  3.  Quartettsoir6e  der  HH.  Singer^  Künzel, 
Wien  u.  Seitz  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Kahn  a.  Leipzig  und 
Klein:  Cdur-Streichquint.  v.  Beethoven,  HmoU-Clavierquart. 
V.  B.  Kahn,  Gdur-Streichquart.  v.  Mozart. 

WÜFZburg.  6.  Conc.  der  k.  Musikschule  (Dr.  Kliebert) 
m.  dem  Oratorium  „Franziscus"  v.  £.  Tinel  unt.  solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Budolph  a.  Trier,  der  HH.  v.  Bandrowski  a. 
Frankfurt  a.  M.  u.  Schulz-Dornburg  v.  hier. 

Zeitz.  2.  Auffuhr,  des  Coucertver.  m.  Mozart^s  „Entfüh- 
rung aus  dem  Serail",  ausgefükhrt  von  Mitgliedern  des  Leip- 
ziger Stadttheaters  unt.  Leit.  des  Hm.  Porst. 

Zwickau.  3.  G^istl.  Musikaufföhr.  des  "Kirchenchors  zu 
St.  Marien  (Vollhardt):  Chöre  v.  Bach,  Beethoven  u.  Mendels- 
sohn, sowie  geistl.  Volkslied  „Vöglein  im  kalten  Winter",  her- 
ausgegeben V.  Th.  Schneider,  Solovorträge  der  HH.  Türke  von 
hier  (Org.,  Gdur-Praelud.  v.  S.  Bach  u.  Emoll-Son.  v.  A.  G. 
Ritter)  u.  Eismann  a.  Dresden  (Viol.,  Phant.  v.  C.  A.  Fischer, 
Adagio  V.  Spohr  u.  Adagio  relig.  v.  J.  J.  Bott).  —  20.  Stif- 
tungsconc.  des  „Arion"  ((Jerhardt):  Ddur-Concertouverture  v. 
L.  Söhner,  „Josef"  v.  M6hul  (Solisten:  Frau  Melzer  und  HH. 


Kressner,  Oppelt,  Teichmann,  Schubert  u.  Ossmann),  zwei  Alt- 
niederl&nd.  Volkslieder,  bearbeit.  v.  Kremser« 

S^  V0rüUete  Programme,  •woU  Programme  ohne  Angalbe  von  Ort  und 
Datwn  mOeeen  voUiUlndig  unbeacMet  blefbent 


Engagements  und  GVste  in  Oper  und  Conoert. 

Angers.  Der  hier  in  bestem  Andenken  stehende  jugend- 
liche G(eiger  Hr.  Henry  Mar  teau  hat  auch  jüngst  unser  Pub- 
licum durch  sein  echt  künsüerisches  Spiel  erw&rmt  und  er- 
freut, trotzdem  die  Wahl  seiner  Vortra^^Ücke  nicht  gttnstig 
war.  Unter  diesen  machte  den  besten  jBindruck  das  „Album- 
blatt" von  Wagner.  —  Baltimore.  Hr.  E.  d'Albert,  von 
früherher  nicht  unbekannt,  wenn  auch  seiner  vollen  Grösse 
nach  noch  nicht  gewürdigt,  erschien  mit  dem  Bostoner  Sym- 

Shoxiv  Orchestra  nier  und  bildete  den  Hauptanziehungspunct 
es  Concertes.  Er  war  unübertrefFlich  ebenso  in  Cnopin's 
Emoll-Concert,  wie  in  den  anderen  Stücken.  Stürme  donnern- 
den Applauses  begleiteten  seine  Gkiben  und  konnten  durch 
die  veroiüffend  aus^führte  Zugabe  von  Rubinstein's  Stacoato- 
Etude  erst  recht  mcht  beruhigt  werden.  Das  Haus  war  über- 
voll, viele  Leute  mussten  zurückgewiesen  werden.— Boston. 
Im  19.  Concert  des  Boston  Sym^ony  Orchestra  war  Hr. 
d 'Albert  der  Held,  welcher  in  Beetnoven*s  Esdur-Concert 
eine  e^tene  Grösse  der  Auf&ssun^  bekundete.  Hr.  d' Albert 
wurde  fünf  Mal  gerufen  und  zu  emer  Zugabe  genöthigt.  — 
Frankfurt  a.  M.  Der  junge  Pianist  Otto  Hegner  hat  bei 
seinem  neuesten  Besuch,  den  er  unserer  Stadt  machte,  wie- 
derum das  ungetrübteste  Vergnügen  mit  seinem  künstlerisch 
reifen  Spiel  bereitet.  --  Freiburg  i.  B.    Im  hiesigen  Theater 

rirte  mit  tüchtigem  Erfolg  als  Joeö  und  Lohengrin  jüngst 
Anthes  aus  Dresden.  —  Hannover.  Hr.  Th.  Belch- 
mann,  der  berühmte  Bariton,  erö&iete  als  Hans  Heiling  im 
k.  Theater  ein  längeres  Gastspiel,  für  welches  im  Publicum 
allgemeines  Interesse  vorhanden  ist.  —  Magdebui^.  Das 
letzte  Abonnementconcert  des  Kaufinännischen  Vereins  ver- 
mittelte der  Zuhörerschaft  eine  sehr  werthvolle  Sängerin- 
Bekanntschaft,  indem  Frau  v.  Knappstaedt  aus  Leipzig, 
welche  man  zur  Mitwirkung  gewonnen  hatte,  sich  als  einein 
der  Coloratur,  wie  in  sinngemässem  Vortrag  ferme  Künstlerin 
mit  bedeutendem  und  klangvollem  Stimmmaterial  auswies. — 
Paris.  Frau  Melba  trat  in  der  Grossen  Oper  als  Ophelia 
mit  glänzendem  Erfolg  wieder  auf.  —  St.  Petersburg.  Der 
belgische  Geiger  Hr.  C<6sar  Thomson  hat  hier  Triumphe  ge- 
feiert. Auf  die  nicht  enden  wollenden  Bei&llsbezeugungen 
antwortete  er  mit  mehreren  Zugaben.  Frau  Marcella  Sem- 
brich, die  in  ihrer  Gtesangskunst  unvergleichliche  Sängerin, 
hat  ihrem  Opemrepertoire  die  Elsa-Partie  aus  „Lohengrin" 
einverleibt  und  stellte  sie  unlängst  unter  fiprossem  Succ6ss  dar. 
—  Provldenee.  In  dem  letzten  Concert  aes  New-Tork  Sym- 
phony  Orchestra  erregte  Hr.  Adolph  Brodsky  mit  semen 
meisterhaften  Violinvorträgen  Sensation.  —  Sondershausen. 
In  der  letzten  „Zauberflöten "-Aufi^hrung  im  hies.  Hofbheater 
debutirten  nicht  weniger  als  sieben  Schüler  und  Schülerinnendes 
Conservatoriums,  ein  Überzeugender  Beweis  für  den  Ernst  und 
den  Eifer,  mit  welchem  an  diesem  Institut  Hr.  Director  Prof. 
Schröder  und  der  Gesanglehrer  Hr.  Günzburger  die  Ele- 
ven für  die  Opemcarriöre  vorbereiten.  —  Thom.  In  dem 
letzten  Künstlerconcert  wurde  Hr.  Georg  Schumann  enthu- 
siastisch als  Componist,  Pianist  und  Dirigent  gefeiert.  Die 
Lfocalkritik  stellt  ihn  in  allen  drei  Eigenschafben  in  die 
erste  Ean^ufe  ein.  —  Zürich.  Als  Ortrud  in  „Lohen- 
grin" gastirte  im  Stadttheater  auf  Engagement  Frl.  Franziska 
Kindermann  imd  erinnerte  in  der  Fül&  ihrer  künstlerischen 
Beanlagung  stark  an  ihre  so  früh  verstorbene  Schwester  Hed- 
wig, mit  der  sie  auch  im  Aeusseren  eine  gewisse  Aehnlich- 
keit  hat. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  2.  April.  „Mein  Gott,  warum 
hast  du  mich  verlassen"  v.  E.  F.  Kichter.  „Seliges  Geden- 
ken" u.  „Gethsemane"  v.  S.  Bach-Wüllner. 

Plauen  i.  V.  St.  Johanniskirche:  17.  Jan.  „Gottes  Güte*^ 
V.  B.  Volkmann.  31.  Jan.  „Was  zagst  du,  meine  Seel  in 
mir"  V.  F.  Schneider.  7.  Febr.  „Nur  du  bist  meine  Liebe** 
von  E.  GrelL  14.  Febr.  „Gerechter  Gott"  von  G.  Vierling. 
88.  Febr.  „Zeige  mir  dein  Angesicht"  v.  J.  Stecher.  6.  M&rz. 
„Der  Herr  ist  mein  Hirte"  v.  W.  Bargiel.  13.  M&rz.  ,Ich 
lasse  dich  nicht,  du  segnest  mich  denn"  v.  J.  Chr.  Bach.  — 


195 


Luiherkirche:  24.  Jan.    „Du  bists,  dem  Buhm'*  v.  J.  Haydu, 
21.  Febr.    „Herr,  dein  bin  ich"  v.  E.  Grell. 

Torgau.  Stadtkirche:  13.  März.  „Nicht  so  ganz  wirst 
meiner  dn  vergessen"  y.  M.  Hauptmann.  20.  März.  „Ave, 
verum  corpus"  v.  Mozart. 

OpernaufRlhrungen. 

März. 

Baden-Baden.  Hoftheater:  2.  Francesca  von  Rimini. 
28.  Das  goldene  Kreuz. 

GarlSPUhe.  Hoftheater:  4.  Der  faule  Hans  (A.  Bitter). 
6.  Der  Barbier  von  Sevilla.  11.  Don  Juan.  13.  C^valleria 
rustioana.  14.  Die  Afrikanerin.  17.  Margarethe.  20.  Das 
goldene  £reuz.    27.  Lohengrin.    31.  Der  Waffenschmied. 

Gotha.  Hofbheater:  4.  Der  schwarze  Domino.  5.  u.  99, 
Gavalleria  rusticana.  10.  Die  Zauberflöte.  13.  Asraöl.  17. 
Bobert  der  Teufel.  20.  u.  22.  Don  Juan.  24.  Wilhelm  Teil. 
26.  Die  lustigen  Weiber  von  Windsor.  27.  Der  fliegende 
Holländer. 

VermiMlite  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Singakademie  zu  Halle  a.  S.  brachte  am  9.  März 
unter  Leitung  ihres  Dirigenten  Hm.  Reubke  erstmalig  für 
dort  S.  Bach"s  Matthäus-Passion  in  der  Bearbeitung  von 
B.  Franz  zu  ebenso  eindrncks-  wie  stilvoller  Aufföhrung. 

*  Die  Direction  der  Pariser  Conservatoriumscon- 
certe  hat  in  ihrem  Goncert  am  20.  März  den  Versuch  gewagt, 
ihrem  Wagner-Bepertoire  das  ganze  zweite  Bud  aus 
„Farsifal'^hinzuzuiWen,  und  errang  damit  einen  vollstän- 
digen Sieg.  Die  Ausjrahrung  von  Seiten  aller  Betheiligten 
war  vortrefflich,  die  Aufnahme  von  Seiten  des  Publicums 
Über  alles  Erwarten  warm. 

*  Hr.  Lamoureux  in  Paris  schloss  am  20.  März  seine 
Ck>ncerte.  Das  zahlreiche  und  auserlesene  Publicum  hörte  die 
ersten  Nummern  nur  zerstreut  an,  um  erst  mit  dem  Vorspiel 
zu  „Tristan  und  Isolde"  zur  Theilnahme  zu  erwachen  und 
sich  durch  die  erhabenen  Klänge  Wagnerischer  Musik  und 
die  fiTOSBzugige  Interpretation  Wagner's  durch  Frau  Materna 
zur  Begeisterung  hinreissen  zu  lassen.  Die  Sängerin  wurde 
mit  donnerndem  Beifall  empfemgen  und  musste  zum  Schluss 
mit  Hm.  Lamoureux  die  Ovationen  des  PubHcums  in  EmpÜEing 
nehmen.  ^ 

*  Hr.  Ketten  in  Genf  brachte  am  30.  März  mit  zwei 
seiner  Direction  unterstehenden  Gesangvereinen  Liszt 's  ,,Le- 
gende  von  der  heiligen  Elisabeth"  in  gut  vorbereiteter  und 
verlaufener  Aufführung  zu  Gehör. 

*  In  Dortmund  wird  am  21.  und  22.  Mai  unter  Leitimg 
des  Hm.  Janssen  das  2.  Westfälische  Musikfest  statt- 
finden. 

*  Carl  Sehr  öd  er 's  Oper  „Aspasia",  welche  im  Hofbheater 
zu  Sondershausen  fünf  Mal  vor  vollem  Hause  in  Scene  ging, 
erscheint  demnächst  bei  Martin  Oberdörffer  in  Leipzig  im 
Druck. 

*  Nachdem  das  neue  Stadttheater  zu  Zürich  mit  einem 
glänzenden  Beispiel  voran^gangen  war,  hat  nun  auch  die 
Schwesterbühne  in  Basel  am  16.  März  Rieb.  Wagner 's 
Liebeedrama  „Tristan  und  Isolde^  die  Pforten  geöffiiet. 
Die  Aufnahme  des  wimderherrlichen  Werkes  war  auch  hier 
eine  begeisterte. 

*  Im  Stadttheater  zu  Genf  kam  am  26.  März  unter 
grossem  Beiüsdl  und  in  recht  annehmbarer  Gestalt  der  1.  Auf- 
zug von  Wagner's  „Walküre"  zur  Darstellung. 

*  Die  zweite  Aufführung  von  Wagner's  „Lohengrin'' 
in  Amiens  hatte  noch  grösseren  Erfolg,  als  die  erste. 

*  Im  Grand-Th^tre  in  Marseille  setzt  „Lohengrin*' 
seinen  Siegeslauf  fort,  erst  Erstaunen  erweckend,  dann  über- 
zeugend auf  die  zahlreichen  Hörer  wirkend. 

*  In  der  Komischen  Oper  zu  Paris  hat  die  nach  Langem 
erst  letzt  wieder  hervorgesuchte  Mozart 'sehe  Oper  „Figaro 's 
Hochzeit*'  grossen  Beifall  erweckt. 

*  Die  am  20.  März  mit  sehr  gutem  Erfolg  vor  sich  ge- 
gangene Strassburger  ErstauffÜlurung  von  F.  Cornelius' 
„Gunlöd"   hat  zu  zwei  in  der  „Str.  Post*   veröffentlichten 


Mittheüunge^  über  die  Vorgeschichte  dieser  Oper  Anlass  ge- 
geben, die  interessant  genug  sind,  um  weiter  verbreitet  zu 
werden.  Zunächst  schreibt  der  Hotelbesitzer  Hr.  F.  Jaeger 
in  Titisee  an  das  gen.  Blatt,  dass  vor  12—15  Jahren  sein 
Freund  Carl  Hoffbauer  auf  Wunsch  der  Wittwe  des  Com- 
ponisten  nach  dessen  zum  Theil  sehr  spärlichen  Notizen  die 
Oper  „Gkinlöd"  nicht  nur  mit  peinlichster  Gtewissenhaftagkeiti 
sondern  auch  ganz  im  Sinne  des  Componisten  vollendet  habe, 
wie  dies  ans  &t  vollständig;  fertig  ^wesenen  Partitur  zu  er- 
kennen gewesen  sei.  Da  &m  inzwischen  durch  Selbstmord 
geendeten  ebenso  begabten  wie  unglücklichen  Hoffbauer  die 
seinem  Talente  und  edlen  uneigennützigen  Charakter  gebüh- 
rende Anerkennime  bei  seinen  Lebzeiten  zumeist  versagt  ge- 
blieben sei.  so  glaubt  Hr.  Jaeger  als  Freimd  des  Verstorbenen, 
dessen  Anaenken  diese  Mittheilung  schuldig  zu  sein,  doch 
hält  er  es  &ü:  vollständig  ausgeschlossen,  dass  Lassen  von 
der  Hoffbauer'schen  Arbeit  Etwas  benutzt  habe.  Hierauf  er- 
widert Hr.  Carl  Somborn  —  „als Einziger  in  Strassburg,  der 
in  früheren  Zeiten  als  Hoifbauer's  Freund  der  Sache  nahe- 
stand*' —  Folgendes:  „Allerdings  ist  die  Hoffbauer'sche  Be- 
arbeitung von  Seiten  Lassen's  nicht  ganz  unbenutzt 
geblieben:  eine  der  herrlichsten  Stellen  der  an  Schönheit  so 
reichen  Oper  stammt  von  Hoffbauer.  Es  ist  dies  die  Musik 
zu  dem  Schlüsse  der  ersten  Scene  des  zweiten  Actes  von  Gun- 
löd's  Worten:  »Nimm  die  Schale!«  an  —  ein  Schlummerlied 
von  wunderbarer  Tiefe  der  Empfindung.  —  Dass  ich  diesen 
Sachverhalt  nicht  eher  besprochen  habe,  sondern  dem  Freunde 
das  ihm  zukommende  Lob  vorenthielt,  begründet  meine  Freund- 
schaft zu  dem  Dahingeschiedenen,  der  in  der  Verzweiflung 
ein  Leben  von  sich  warf,  das  ihm  nicht  mehr  lebenswertn 
erschien.  Denn  lenkte  ich  die  Aufmerksamkeit  auf  Hoff- 
bauer's  Bearbeitung,  so  musste  ich  der  Frage  gewärtig  sein: 
»Warum  hat  die  Wittwe  des  Dichter-Componisten  Cornelius, 
die  doch  den  hervorragend  begabten  Hoffbauer  mit  der  Bear- 
beitung der  nachgelassenen  »Gunlöd« -Skizzen  betraute,  sich 
veranlasst  gefühlt,  später  diese  Arbeit  noch  einmal  einem 
Anderen  zu  übertragen?«  Zu  der  Beantwortung  dieser  Frage, 
die  ich  gerne  vermieden  hätte,  zwingt  mich  Hr.  Jaeger  nun. 
Nicht  nur  Lassen,  sondern  einstimmig  Alle  vom  Fache, 
denen  ein  Einblick  in  die  Hoffl)auer'sche  Partitur  vergönnt 
wÄr,  gaben  das  Urtheil  ab,  Hoffbauer's  Instrumentation 
sei  der  Art,  dass  sie  die  Wirkimg  der  Oper  schädige.  Dass 
aber  Lassen  seine  Aufgabe  nicht  darin  erblickte,  dass  er  Hoff- 
bauer's Musik  neu  instrumentirte,  ist  begreif  lieh :  er  bearbei- 
tete das  Ganze  neu  und  verwendete  nur  jenes  erwähnte 
wunderschöne  Schlummerlied.  Wenn  das  Werk  im  Druck 
erscheint,  wird  auch  wohl  eine  Notiz,  die  Hoffbauer  als  den 
Componisten  dieses  Schlummerliedes  bezeichnet,  nicht  fehlen." 

*  Im  Casino-Theater  in  Monaco  ist  C.  Saint-Sa3ns' 
,iSainson  et  Dalila*'  begeistert  aufgenommen  worden. 

*  Das  k.  Theater  in  Madrid  hat  die  Oper  „Edgar"  von 
Puccini  erstmalig,  und  zwar  mit  Erfolg  gegeben. 

*  Die  Oper  „Hertha**  von  F.  Curtius  ging  als  Novität 
mit  hübschem  Erfolg  kürzlich  in  Riga  über  die  Bretter. 

*  Mascagni's  „Freund  Fritz"  ist  nunmehr  auch  im 
Wiener  Hoitheater  in  flottem  Granga,  da  die  Premiere  am 
30.  März  sehr  günstig  für  die  Novität  ausgefallen  ist. 

*  Messager's  „La  Basoche"  hat  bei  ihrer  Erstauffüh- 
rung am  27.  März  in  Nürnberg  gut  gefetllen. 

*  Die  neue  Oper  „Friedel  mit  der  leereu  Tasche"  von 
M.  J.  Beer  hat  bei  ihrer  Erstaufführung  im  Deutschen  Landes- 
theater zu  Prag  am  24.  März  einen  hübschen  Erfolg  gehabt. 

*  Der  Berliner  Tonkünstler  Hr.  E.  E.  Taubert  veran- 
staltete am  28.  März  in  Hamburg  einen  Kammermusikabend 
mit  je  einem  Ciavier-  und  Streichquartett,  sowie  Liedern 
eigener  Composition,  welche  Werke  sich  in  der  trefflichen 
Ausführung  durch  Berliner  Künstler  (Frl.Weitz  und  die  HH. 
Elruse,  Könnecke,  Nicking  \md  Dechert)  einer  warmen  Auf- 
nahme zu  erfreuen  hatten  und  allgemeine  Sympathien  für  den 
bisher  daselbst  noch  unbekannt  gewesenen  Componisten  er- 
weckten. 

*  Frau  Marie  Jaell  in  Paris  hat  am  8.  März  ihre  sechs 
Concerte  füllende  Vorführung  Liszt'scher  Original-Cla- 
vierwerke  beendet,  ein  Unternehmen,  welches  von  vollstän- 
digem künstlerischen  Erfolg  begleitet  war. 

*  Der  Orgelmeister  Hr.  Alexandre  Guilmant  wird  seine 
diesjährigen   Orgelconcerte   im   Trocad^ro   zu  Paris   am 


196 


13.  April  erö&en.      Das  Orchester  wird  unter  Leitung  des 
Hru.  Marie  stehen. 

*  Hr.  Dr.  H.  v.  Bülow  besohloss  am  S8.  März  im  10. 
Philharmonischen  Concert  in  Berlin  seine  ruhmvolle  Th&tig- 
keit  als  Dirigent  dieser  Goncerte.  Nach  Schluss  der  letzten 
Frograxomnummer,  der  Eroica-Symphonie  von  Beethoven,  en- 
thusiastisch  auf  das  Orchesterpodium  zurück^rufen.  hielt  er 
eine  längere  Ansprache  an  das  Publicum,  die  mit  aem  Vor- 
schlag schloss.  cuuss  genannte  Werk  dem  Fürsten  Bismarck, 
„dem  Bruder  Beethoven's,  dem  Beethoven  der  deutschen  Poli- 
tik" zu  widmen,  mit  welchem  er  aber  bei  der  Zuhörerschaft 
soh6n  ankam,  indem  deren  Majorit&t  in  l&rmendster  Opposi- 
tion zu  Denen  trat,  die  dem  ktthnen  Redner  beistimmten. 
Letzterer  beantwortete  den  Tumult  damit,  dass  er  das  Taschen- 
tuch aus  der  Tasche  zog  und  mit  demselben  pantomimisch 
den  Staub  von  den  Stiefeln  abstäubte,  was  den  Spektakel 
natürlich  noch  erhöhte.  In  manch  anderer  Stadt  —  z.  B.  in 
unserem  Leipzig  —  würde  die  vorgeschlagene  Widmung  sicher 
ein  ganz  anderes  Echo  gefunden  haben. 

*  Hr.  Adolf  Brodsky  feiert  in  New- York  als  Quar- 
tettspieler dieselben  Erfolg,  wie  während  seines  Aufent- 
haltes in  Leipzig.  Das  dortiffe  Publicum  hat  schnell  die  Be- 
deutung dieses  Künstlers  und  der  Leistungen  dessen  in  den 
übrigen  Stimmen  angezeichnet  besetzten  Quartetts  erkannt. 
Daas  Hr.  Brodsky  als  Solist  nicht  minder  grossen  BeifiEtll  findet, 
hat  unser  Blatt  wiederholt  mitzutheüen  Gelegenheit  gehabt. 

*  Hr.  E.  d*Albert  feiert  auf  seiner  gegenwärtigen  ame« 
rikanischen  CJoncertreise  die  grossartig^n  Erfolge.  Man 
findet,   dass  er  seit  seinem  ersten  Besuch,   den  er  vor  zwei 


Jahren  Amerika  machte,   noch    mächtig   an  Bedeutung  ge- 
wachsen ist. 

*  Frau  Amalie  Joachim  hat  ihre  amerikanische  Toum^ 
am  8.  März  mit  gutem  Erfolg  in  Boston  begonnen. 

*  Der  Londoner  Pianist  Hr.  Ernst  Pauer  beging  am 
17.  März  sein  6Qjähxiges  Künstleijubüäum. 

*  Bei  der  Streichquartett-Goncurrenz,  welche  im 
V.  J.  der  Verein  für  Kammermusik  zu  St.  Petersburg  aus- 
schrieb (s.  No.  38  V.  Jahrg.  1891  d.  Bits.),  habtn  der  k.  Mnsik- 
director  Hr.  M.  Weber  in  Wiesbaden  den  1.  Preis  und  Hr. 
Sokolow  in  St.  Petersburg  den  2.  Preis  zuerkaxmt  erhalten. 
Preisrichter  waren  die  QE.  Tscha^kowsky,  Bymski-Korsakow, 
Näpravnik  und  La  Boche. 

*  Der  Tenorist  Hr.  Anton  Schott  wurde  vom  Grossherzog 
von  Mecklenburg-Schwerin  zum  Ejunmersänger  ernannt. 

*  Der  in  Bulgarien  anscheinend  mehr  als  in  Leipzig,  sei- 
nem Domioil,  bekannte  und  gewürdigte  Componist  Hr.  Jos. 
Diamand  erhielt  in  Anerkennung  seiner  Thätigkelt  das 
Bitterkreuz  des  bulgarischen  Bitterordens  verliehen. 

Todtenliste.  Qiovaani  Zucchini.  Bariton,  später  Buffo 
caricato,  lange  Zeit  die  Freude  des  Thöätre-Italien  in  Paris, 
Künstler  ersten  Banges,  der  auch  in  anderen  Ländern  grossen 
Erfolg  hatte,  f,  76  Jahre  alt,  in  Bologna.  —  Charles  William 
Melville,  der  älteste  Organist  in  Amerika,  t  am  8.  März, 
83  Jahre  alt,  .in  Brooklyn.— Gustav  Ehrlich,  Director  einer 
Musikschule  zu  Dresden,  f  kürzlich.  —  Anton  Wallerstein, 
beliebter  Tanzcomponist,  f,  79  Jahre  alt,  am  80.  März  in  Qenf. 
—  Prof.  Dr.  Ed.  Krause,  vorzüglicher  Pianist,  t,  55  Jahre 
alt,  am  98.  März  nach  langem  Leiden  in  Berlin. 


!Di*ief*l£a.8teii. 


L.  E,  in  S,  Eine  dreistere  Beclame  ftir  seine  Person  und 
Fabrikate,  als  sie  Hr.  Wilhelm  Emmer,  „ein  Clavier-Stradi- 
varius  des  19.  Jahrhunderts",  durch  einen  gewissen  oder  tki- 
gewissen  Christian  Sturm  für  den  LiseratenÜieil  des  „Echo" 
schreiben  Hess,  hat  allerdings  wohl  noch  kein  Clavierhändler 
oder  -Bauer  losgelassen.  Gbgen  dieselbe  sind  sogar  die  G(e- 
schäftsreclamen  der,  wie  sie  sich  selbst  bezeichnet,  „muster- 
^tigen  Pianofortefftbrik,  wohl  der  vollkommensten  in  Europa", 
m  Schwelm  wahre  Muster  der  Bescheidenheit. 

M,  y,  in  C.  Es  ist  wirklich  widerlich  mit  anzusehen, 
wie  Hr.  B.,  jxm  seinem  Brodherm  zu  Danke  zu  schreiben, 
ein  „höchlichstes"  Interesse  fClr  jene  Symphonie  heuchelt,  das 
er   vermöge   seines    verknöchert-conservativen    Standpunctes 


absolut  nicht  besitzen  kann.  Und  mit  welcher  Berserkerwuth 
würde  der  Wackere  über  die  Phantasie  hergefiülen  sein,  wenn 
ein  Anderer,  als  gerade  B.,  sie  geschrieben  hättet 

F,  A.  in  C.  Derartige  Missbräuche,  wie  die  unseres  Wis- 
sens von  der  Concertdirection  Hermann  Wolff  ins  Leben  ge- 
rufene Besteuerung  des  Cbnoertzettels,  fressen  sich  eben  weiter. 

R.  in  St,  Die  dort.  „N.  M.-Z."  ist  fsklsch  berichtet,  wenn 
sie  ihren  Lesern  mittheüt,  dass  Hr.  Dr.  v.  Bülow  infolge 
seiner  fi^legentlichen  Goncertansprachen  die  Leitung  der  Ber- 
liner Philharmonischen  Goncerte  habe  niederlegen  müssen. 
Ebensowenig  ist  zu  glauben,  dass  Hr.  Mart.  Böder  G«8ang- 
lehrer  des  Frl.  Leisin^r,  der  Frau  FohstrÖm  und  der  Efi. 
Lieban  und  Alvary  sei. 


Anzeiflren. 


Todtenklage  der  Gothen. 

(Glicht  von  Luise  Hitz.) 


mit  Begleitung  eines  Icleinen  Orchesters  oder  des 

CJavlers 

componirt  von 

Op.  15.  [874.] 

Glav.-Ausz.  JH  2,60.    Singstimmen  (ä  25  /^)  J6  1,—.     Orch.- 
Partitur  n.  Jk  4, — .    Orch.-Stimmen  n.  Ji  5,—. 

Leipzig.  C.  F.  W.  Siegers  Mnsikalienhandlang 

(B.  Linnemann). 


^eitifc^e»   <te5e»t>eiflag^ 


Breitkopf  *  HIrtel  in 
Hiiedei*  f  tki*  eine  StimiKie. 

Heftausgabe  je  Ji  1,—.  [376—.] 

Sopran  No.  1—200,  Mezzosopran  No.  201—400.  Alt  No.  401—460, 
Tenor  No.  461—600,  Bariton  und  Bass  No.  601—700. 

Terzeichnisse  unentgeltlich  in  jeder  Buch-  u.  Musikhandlung. 

qiüttiuti:  und  Dank.  [376.] 

Für  die  Famüe  Halmes  liefen  femer  noch  ein: 
Baron  von  W.  8  Ji.  Procurist  B.  2  ^.  K  B.  6  Ji.   Summa  10  J^. 

Herzlichsten  Dank. 

Dr.  D. 


Wilhelm  Hansen's  Musik- Verlag.  Leipzig: 

Compositionen 


von 


Christian  Sinding: 


Suite 


Itlr  Violine  und  Pianolorte. 

(Fdur). 
5  M   (Neu.) 


Concert 


(Desdur) 

für  Piano  und  grosses  Orchester. 

Partitur  15  J6.      Stimmen  15  Ji,      Frincipalstinime  mit 
Begleitung  eines  zweiten  Pianos  10  J(, 


Variationen 


(Esmoll) 

für  zwei  Pianeforte  zu  4  Händen.     9  ^. 
{Beide  Stimmen  sind  Jede  für  sich  gedruckt. 

Von  Franz  Rummel  und  Arthur  Friedheim  neulich 
[377.]  in  New- York  gespielt.  ■■ 

Suite  fuF  Pianoforte. 

I  M.  50  Pf. 

Präaubulo —  Courante  —  Sarabande  —  Gavotte  —  Presto. 

(2.  Auflage.) 

Lieder 

aus  H.  Drachmann-Ranker  und  Roser. 

(2.  Auflage.)     3  Jt 

2.  durchgesehene  Auflage  des  berühmten 

Quintetts 

für  Pianoforte,  2  VioOnen,  Viola  und  Violooeeil. 

12  Mark. 

Folgende  öffentliche  Aufführungen  haben  schon  stattge- 
funden: 

Leipzig  (Gewandhaus)  2  Mal,  Dresden  2  Mal,  Breslau 
2  Mal,  Christiania  3  Mal,  Copenhagen  2  Mal,  Genf  2  Mal, 
St.  Petersburg  2  Mal,  München,  London,  Stockholm,  Hel- 
singfors,  Graz,  Frankfurt  a.  M.,  Dordrecht  und  Detroit. 


Neuer  Verlag  von  Ries  A  Erler  in  Berlin. 

Concone,  15  Gesangiibungen. 

Neu  bearbeitet,  mit  Varianten  und  italienischen  Text- 
worten  versehen  von  Auguste  Götze. 

Hoch,  tief  ä  9  >K  [378. ) 

Am  königl.  Conservatorium  der  Musik  zu  Leipzig  eingenihrt. 

Adolf  Gunkel,  Vier  Lieder,  Op.  6. 

No.  1.  Diebstahl.    .4i  1,—.         No.  2.  Blaue  Augen.    M  1,— . 
No.  3.  Rheinstein.  M  l,— .         No.  4.  Vogel  Weisheit.   Ji  1,20. 


197 

Nicolai  von  Wiim : 

Op.  90.     Walzer-Suite  (No.  2  in  Edur)  für  Pianoforte 
zu  vier  Händen      ....  .     .     .     .     Jl  4, — 

Op.  Ol.  Helge'S  Treue:  „König  Helge  fiel  im  blutigen 
Streit".  Ballade  von  Moritz  Graf  von  Strach- 
witz,    für   eine   mittlere   Singstimme  mit  Pianoforte. 

Ji  1,80. 

Op.  100.     Suite  No.  5  in  Gmoll   (Einleitung  und  Fuge; 

Thema  mit  Variationen;   Sarabande;  I-»arghetto  espres- 

sivo;  Giga)  für  Pianoforte  zu  vier  Händen.     Ji  6, — . 

Op.  101.     Drei  Duette   für    Sopran   und   Bariton  oder 

Tenor  mit  Pianoforte. 

No.  1.    Barcarole:     „Um  der  fallenden  Ruder  Spitzen" 

von  Graf  von  Schack Hi  1,—. 

No.  2.    Wenn  Zwei  sich  gut  sind:     „Kein   Graben   so 
breit,  keine  Mauer  so  hoch"  von  Claus  Groth. 

No.  3.    Nach  imd  nach:     „Durchs  Feld    mit  zagenden 
Schritten"  von  G.  Pfarrius     .    .     .    M  1,—. 

Op.  102.    MusiJcalische  Bildermappe.     Zwölf  kleine 

und    leichte    Ciavierstücke    mit    Fingersatzbezeich- 
nung. 
Heft  I.    Im  Grünen;    Auf  der  Schaukel;    Beim  kranken 
Schwesterchen ;  Ständchen ;  Der  Postillon ;  Klänge 
vom  Exercierplatz  ...    i    ....    .^  1,80. 
Heft  n.  NachSchulschluss;  Fürs  Album;  Der  Dudelsack; 
[379.]  Rosenknospe;  Im  Domhofe;  Die  Libelle.  Ji  1,80. 

Verlag  von  F.  E.  C.  Leuckart  in  Leipzig. 
Breitkopf  A  BEärteFii 

Orchester-,  Chor-  und  Teit-BH)liotheken> 

Orchesterbibjiothelc.  in  lO  Gruppen  mit  über  600  Num- 
mern die  wichtigsten  Werke  der  reinen  Orchestermusik, 
sowie  derer  für  Blasinstrumente  und  für  ein  Instrument 
mit  Begleitung  des  Orchesters  enthaltend.  Preis  jeder 
Nummer  und  Orch.-Stimme  30  Pf.  [380—.] 

Chorbibliothek,  in  19  Serien  mit  475  Nummern  die  wich- 
tigsten Gesangwerke  (geistliche  und  weltliche)  und  eine 
gute  Auswahl  von  Liedern,  in  nach  den  Partituren  sorg- 
faltig revidirten  Chorstimmen  enthaltend.  Preis:  Serie  l— 
VI,  XI,  Xin— XVT  jede  Nummer  und  Stimme  30  Pf.  — 
Serie  XVU-XIX  jede  Nummer  und  Stimme  15  Pf.  — 
Serie  VII— X,  XII  jede  Nummer  und  Stimme  15  Pf.  — 
Partitur  je  45  Pf. 

Textbibliothelc.  Billige,  correcte  und  gut  ausgestattete  Aus- 
gaben von  Texten  zu  Opern,  Oratorien  und  Gesangwerken. 

Ausführliehe  Verzeichnisse  in  Jeder  Buch-  und 
Musikalienhandlung  unentgeltlich. 


W.  Auerbach  Nachf.y 

Miisikalleiüiandliiiia:  und  lieilianstalt, 

üfenmarkt  82,  Leipzig,  jüenmarkt  32. 

Grosses  I^aa^r  von  Musikalien  etc., 

umfangreiche    Leihanstalt   der  classischen   und 

modernen  Musiklitteratur  (über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  und  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedingungen,  schnellste  Lieferung:, 

Ansichtsendungen   stets   zu  Diensten. 
Prospecte  gratis  und  franco.        [381 — .] 


198 


aus  dem  ^Verlag-e   voii   Jos.   .A^ibl    in    IMiiiiclieii. 


H,- 
12,- 

5,- 
2,50 


2,50 


Hans  Ton  Bülow. 

Verlaffs-^To.  a.  Kompositionen:  ^m 

2643    —  Op.  5.  Fünf  Lieder  für  eine  hohe  Ba.ssstimnie 

mit  Clavierbegleituüg.    Dritte  Ausgabe     .    .    2,  — 
Nu.  1.  Freisinn  (Goethe):  „Lasst  mich  nur". 
Nu.  2.  Der  Fichtenbaum  (Heine):  „Ein  Fich- 

tenbanm  steht". 
No.  3.   Wunsch  (Meissner):  „O  könnte  doch". 
No.  4.  Nachts  (H.  Grimm):  „Blüthen  öffnen". 
No.  5.   Volkslied  (Immermann) :  „Die  schönste 

Rose". 

—  Op.  20.     Nirwana!    Orchester -Phantasie  in 
Ouvert.-Form. 

2388  a        Partitur netto 

2388  b       Orchesterstimmen 

2389  Ciavierauszug  zu  4  Händen,  übertr.  von  Bich. 
Kleinmidkel 

2292  —  Op.  27.  Lacerta.  Impromptu  pour  lo  Piano. 
Seconde  Edition  soigneusement  revue    .    .     . 

2477  Pour  Violon  avec  accompagnoment  de  Piano 
par  L.  Äbd 

2398  —  Op.  28.  Königsmarsch.  Für  Ciavier  zu  2  Hän- 
den vom  Comp 

2409  Für  Ciavier  zu  2  Händen  leicht  eingerichtet 

von  Fich.  Kleinmichd 2, 50 

2407  Für  Ciavier  zu  8  Händen  einger.  v.  J.  r,  Vcgh    4,  — 

1 925  —  Der  König  von  Thule  (Goethe) :  ,^  war  ein 
König",  im  Volkstone  componirt,  für  eine 
Stimme  mit  Clavierbegleitung  ad.  lib.  .    .    .     I,  — 

1922  —  Romanze  für  Tenorstimme:  „Dahin  sind  nun 
die  Leidensstunden".  Zum  dritten  Act  von 
Ilalövy's:  „Musketiere  der  Königin"  componirt  — ,  50 

—  Bayerische    Volkshymne.      Gedicht    von 

M.  (hchsnrr.    In  Es  fi\r  einstimmigen  Chor       * 

oder  für  eine  Sing^timme  allein: 
2394  e        Singstimmen ä  netto  — ,  05 

In  £s  für  vierstimmigen  gemischten  Chor: 

2394  b       Singstimmen ä  netto  —,05 

2394  a       Ciavierauszug netto  — ,  20 

In  G  für  vierstimmigen  Männerchor: 

2394  d       Singstimmen ä  netto  — ,  05 

2394  c       Ciavierauszug netto  — ,  20 

Für  Blechmusik  allein  oder  als  Begleitung: 

2394f        In  Es.    Partitur netto  — ,  20 

2394g       In  G.    Partitur netto  — ,  20 

2379    —  Drei  schottische  Lieder  für  eine  Singstimme 

mit  Ciavierbegleitung 1,  50 

No.  1.   An  Marie,  die  Verklärte  (Gedieht  von 
Roh.  Burnn).    Text  deutsch  und  engl. 

No.  2.   Hell  geht  die  Sonn  in  Frankreich  auf 
(Jacobiten-Lied). 

No.  3.   Die  schneeweisse  Rose  (Jacobiten-Lied). 

BEans  Ton  Bülow. 

b.    Instructive  Ciavierausgaben. 
(Kevisiouen  und  kritische  Bearbeitungeu.) 

Beethoven,  Ja.  t.,  8  Variationswerke  (aus 

der  Jugendzeit)  für  Pianoforte.  Genau  revi- 
dirt  und  mit  Vorrede,  Fingersatz,  Vortrags- 
zeichen und  instructiven  Anmerkungen. 
(Uebersetzt  ins  Englische  von  Const.  Bache.) 

2542a       Heft  1.     24  Variationen   über  die  Ariette: 

„Vieni  amore"  von  Righini.    D  dur  .     .     .     .    2, 50 

2542  b       Heft  2.    12  Variationen  über  ein  russisches 

Tanzlied  in  Adur 2  — 

Heft  3.  7  Variationen  über  „Kind,  willst 
du  ruhig  schlafen"  aus  Winter's  „Opferfest". 

Fdur 2,50 

Complet  mit  Vorwort  in  1  Heft    ,     .      netto    4, 50 

2372  —  Op.  80.  Phantasie  für  Pianofort«,  Orchester 
und  Chor,  für  2  Pianoforte  zum  Concert Vor- 
trag bearbeitet o,  — 

NB.    Zur  Aufführuuj;  2  Exemplare  uothwcuüig. 


2642  c 


2542  d 


2545  a 
2545  b 
2545  c 
2545  d 
2545  e 
2392 


Veriag8-Ko. 

2563  Chopin,  Fr.  Tarantelle.  Op.  43  (As-dur). 
Transp.  nach  H  dur.  Instructive  Ausgabe  mit 
Fingersatz  imd  erläuternden  Anmerkungen  in 
deutscher  und  englischer  Sprache      .... 

—  4  Impromptus  mr  Pianoforte.  Instructive 
Ausgabe  mit  Fingersatz,  ergänzenden  Vor- 
tra^zeichen  und  erläuternden  Anmerkungen. 
(Uebersetzung  ins  Englische  v.  Const.  Baciie.) 

Heft  1.   Op.  29  Asdur 

Heft  2.   Op.  36  Fiadur 

Heft  3.  Op.  51  Gesdur  (Alle^ro  vivace)  .  . 
Heft  4.  Op.  66  Ci8-moll(Fantaisie-Impromptu) 
Complet  in  1  Heft netto 

—  Clavier-Etuden.  Auswahl  aus  Op.  10  u.  25. 
Instructive  Ausgabe  mit  Vorwort  imd  An- 
merkungen. (Mit  deutschem  und  en^ischem 
Text.  Englische  Uebersetzung  v.  G.  F.  Hatton.) 
Prachtausgabe.    Carton.  in  1  Bande        netto 

—  S&mmtliehe  Clavier-Etuden  (Op.  10  und 
Op.  25)  mit  Anmerkungen  und  Fingersatz 
(Text  in  deutscher  und  englischer  Sprache). 
Englische  Uebersetzung  von  C.  Bache. 

2605  1.  Heft,  Op.  10 netto 

2606  2.  Heft,  Op.  26 netto 

2077  Cramer,  J.  B.,  60  ausgewählte  Clavier- 
Etuden.  Dritte  vermehrte  und  verbesserte 
Ausgabe  mit  Vorwort,  Fingersatz,  Vortragss- 
bezeichnungen    und    Anmerkungen.    Gr.   o., 

broch.  in  1  Bd netto 

In  vier  Heften:  1.  Heft.  Etüde  1—15.  2.  Heft. 
Etüde  16—30.  3.  Heft.  Etüde  31— i5.  4.  Heft. 
Etüde  46—60 k  netto 

—  60  Seleeted  Pianoforte-Studies.  Third  Edi- 
tion, enlarged  and  improved  with  Preface, 
Fingering,  Marks  of  execution  and  explana- 
t>ory  Notes.   English  translation  by  C.  Bache. 

Complete  in  one  volume netto 

1.  Studies  1—15.  2.  Studies  16—80.  3.  Stu- 
dies  81—45.    4.  Studies  40—60. 

—  Mit  englischem  Fingersatz. 

—  Mit  deutschem  Fingersatz. 

—  50  Etudes  choisies  pour  Piano.    Edition  in- 
structive avec  avantpropos,  doigtös,  remarques 
et   observations.     Traduction   fran^.   par   de 
Suckau.    3  Cahiers  ä  fs.  12.  —  chaque. 
1er  Cahier  (Etudes  1—15). 
2me  Cahier  (Etudes  16—33), 
3me  Cahier  (Etudes  34—60). 

2387  dlack,  Ritter  t.,  Tanz  weisen  aus  seinen 
Opern.  Für  Ciavier  zu  2  Händen  übertragen. 
4  Hefte  complet  in  1  Bd.  .     .    Carton.  netto 

Inhalt: 

2373  Heft  I.    Orpheus 

1.  Pantomime  (Todtenopfer).  2.  Sarabande 
(Reigen  der  Seligen).  3.  Arie  (Euridice*s 
Schatten  Wandlung).    4.  Bourröe  (Chortanz). 

5.  Menuette.  6.  Gigue.  7.  Gavotte.  8.  Hir- 
tentanz.   9.  Chaconne. 

237H  Heft  n.    Alceste 

1.  Priestermarsch.  2.  Opferhandlung.  3.  Di- 
vertissement (in  4  Sätzen).  4.  Gigue.  5.  Fest- 
marsch.   6.  Sarabande.    7.  Gavotte. 

2377  Heft  III.    Iphigenie  in  Aulis 

1.  WafFentanz.  2.  Sarabande.  3.  Menuetto. 
4.  Anglaise.  5.  Passepied.  6.  Marsch  (Auf- 
tritt AchiU's).  7.  Passepied.  8.  Gavotte. 
9.  Tambourin.  10.  Menuetto.  11.  Sclaventanz. 

2378  Heft  IV.    Armide 

1.  Huldigungsmarsch.  2.  Pavane.  3.  Tanz 
mit  Chor.  4.  Menuetto  pastorale.  5,  Gavotte, 

6.  Furientanz.  7.  Bourr6e.  8.  Tanz  mit  Chor. 
9.  Pavane.    10.  Sicilienne.    11.  Sarabande, 


[382.] 


1,50 


1,- 

1.- 
1,20 

1,30 
3,- 


2,50 
2,50 


6,- 


i,m 


6,- 


2154 
2628 


2521a 
2521b 
2521c 


«,- 


3,- 


3,- 


8,- 


3,-. 


3106  HttBdel,  «.  V.,  Zwölf  leichte  Stacke  mit 
den  eriorderticheii  Bezeichnungen  behuft  der 
technischen  Ansfilhnmg  nniT  des  entspre- 
chenden VortntM  versehen 

asm  HendelMSohB-Bartfasldr,  F.,  Op.  14. 
BondO  eaprleclOBO  poiir  Pmo.  (Instmctive 
Auagaba  mit  Vorwort  und  Ajunerkuiigen.) 
Mit  dentschem  und  englischem  Text.  (Eng- 
lische Uebersetznitg  von  Mis.  Carl  HiUehrond.) 

2386  Monlussko,  Ntonlslans,  Polonaise  ca- 
raet^Fistique  pour  Piano 

!)3»6  W^eber,  C.  M.  v.,  Op.  65.  Auffarderansr 
zum  Tanze.  Rondo  fhr  Fianoforte.  Kritisch 
zum  Unterricht  verbessert 

»397  —  Op.  72.  Polacca  brillante  für  Pianoforte. 
Kritisch  zum  Unterricht  verbessert  .  .  . 
Abb  den  CoMe«F^ron»aiineii  von  H 
▼.  Bftloir.  Auswahl  classiecher  Glaviei 
werke.  Revidirt  und  mit  Anmerkungen, 
VortrAgB- Bezeichnungen  und  mit  Fingersatz 
herausgegeben . 

3231  I.  Band.  Carton.  J(  6,  ~~  netto;  elegant  geb. 
J(7,—  »letto. 

SoeO  1.   Bath,  Jok.  Seb.,  Suite.  F  dur  {No.  4  der 

Englischen  8tut«n):  Preludio,  Allem&nde, 
CouMmte,  Sarabande,  Menuetto,  Gigue     . 


199 

2081          2.    Bach,  Joh.  Se6.,  Phantasie.  Cmoll    .    .    .  — ,50 
3136          3.   Seähovm,  L.  v.,    Sonata  quasi  nna  Fan- 

tasia,  Dp.  27,  No.  a.  asmoll 3,— 

fll»4          4.    Scarlatti,  Domatico,  Eataenfuge     ....  1, 60 

3195          6.   Beethoven,  L.  v.,  Sonate.     Op.  36.     Asdur  2,60 
2233    U.  Band.    Carton.  J(  5,  —  netto;  elegant  geb. 
jn,~  netto. 

2197           6.    .ffoydn,  .70fl.,  Phantasie.     Cdur 1,50 

3198           7.    Fietd,John,   Rondo.    Eadur 1,30 

2199  8.    BtäJtoven,  L.  v.,  83  Variationen.    Cmoll    .  2,  — 

2200  9.   Händel,  C.  F.,  Gigue,    Gmoll 1,30 

2201  II).    Beelhovm,  L.  v.,  Sonate  pathätique,  Op.  18. 

Cn>3U       2,50 

2334     in.  Band.     Carton.   J(6,—  netto;   elegant  geb. 
Jil,-  netto. 

2318  II.   Sehviert ,  fV«n«,    Impromptu    Slägiaque. 

Op.  90,  No.  3.    Odur 1,80 

2319  12.   MenddtsohnrBt^tholdif,  F.,  Capriccio,  Op.  5. 

Fismoll 2, — 

2371        13.    fVeb»,    G.    M.    v.,    Momento    capriccioso. 

Op.  13.    Bdur 1,30 

2386        U.   Jtfoiart,  3.  Phantasie.    Cmoll 1,80 

2393        16.   B<rtÄ<>ueM,i.i',,Sonata.  Esdur.Op.31,No.3,    3, — 
2501     —  Che&  d'Oeuvre  classique  du  piano  avec  doig- 
t^,   ubservations  critiques  et  remarqiiee  in- 
Btriictives.  Extrait  des  ProgrammeH  deConcert. 
Edition  fran^wiee-angkise.    Vol.  I.  nettu  fe.  .  10,  — 


V«rl.g  - 


1  D.  Bähten  in  Leipaig. 


Sticke  ans  dem  Repertoire 

^  Issipoff-IiSsehetliky 

(38S.]  beratisgegeben  von 

Theodor  Leschetizky. 

No.  I.  J.P.Rame&U.  Gavotte n. Variationen.  UtbO/^,. 
No.  2.  bomentco  Scarlatti.  Sonate  in  Adur.  1  Ji 
No.  3.  Theodor  Leschetizky.  Op.  35,  No.  2.  Souve- 
nir d'ischi.    1  jt  m  4, 

John   Field.     Nocturne  in  Bdur.     80    4- 

F.  Mendelssohn-Barthoidy.  Andante  n.  Presto 

aus  Op.  7.     1  ^  80  4. 

Scherzo  ans  Op.  16.     1   JH 

Fr.  Chopin.    Noctame  in  Desdnr,  Op.  27,  No.  2. 

1  Jt  30  ^. 
Scberzo  in  Hmol),  Op.  20,  No.  1.     2  Jt 
i.  S.  Bach.     Gigue  in  Emoll.     1  Ji 
W.  A.   Mozart.     Gigne  in  Gdur.     80  4- 

Franz  Schubert.    Impromptu,  Op.  142,  N0.3. 
1  ^  50  4. 

—    —   Menuetto  Ktts  Op.  78.     1    Jt 

—  Uomeat  muaical,   Op.  94,   No.  3.  1  .^ 
C.  M.  V.  Weber.  Momento  capriccioso,  Op.  12. 
1   ^  30   4. 


No.     4. 

No.     5. 


No. 

« 

Ko. 

9. 

No. 

10. 

No. 

11. 

No. 

12. 

No. 

1.1. 

No. 

U. 

Im  Verlage  tob  Steyl  4  Thomas  ii 

erschienen  Boelxm: 


Frankfürt  a.  IM. 

[884.] 


Alphonse  Maurice. 


Lieder  mit  Pianoforte. 

Op.  25.     No.  1.     Du  flotte  Herz 

No.  2.     QeheimnisB. 

No.  3.     Frühlingswelt  . 
Op.  28.     Uoi^ens  am  Brunnen 


Jt  1,20. 
n  -  ,60. 
„  -.60. 
.    1.20. 


Pianinos 

bester    Qualität ,    einfache    und     elegante    Ans- 
etattnng,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrilc 
zu  henbaetatzten  Preisen  zu  verkaufBn. 

[886—.] 

Illuätrirte  Prsls-Verselehnlsse  zu  beziehan  durah 
I  C.  Sohwalbaoh,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


rerlaif  von  E.  W.  FHtaM^  in  LMpatg.       (887.) 


Juane,  C., 


TrsniuigegeBang.     „Zwei  Hände  wollen  hente 

(nach  Oerok)  fhr  gemischten  Chor.    Par- 

'  '  (Parfitnr  A  —,60.  Stimmen 


)  eioh'    , 
titur  und  Stimmen  JI  1,— . 
k  Jt  — ,15.) 


200 


[388.] 


iMe  il  ir-n 

Bedeutendste  Pianoforte-Fabrik  KaropasI 

FlUgel  und  Pianinos 

von  »M-erkaiMit  ii.Äii.l>er*roflrei:iei*  Haltbarkeit 

und  edlem,  eiaiig;T*eioliei]a  nTon« 


'^xj-t/in/b'     "Vortreter  Tdoz-  "Verlta'iafajaciagaalaa.e  azx  allezx  TDede\xt©aa.dere 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Platze: 


^Ifl/in^^ 


CoBeeri-  und  OratorieBUDgerin  (Sopran). 

Frankfurt  a.  O,,  Fürstenwalderetr.  56.       [289g.] 
Concert-Yertretung:  Hermann  Wolff,  Berlin. 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [390~.] 

Leipzigy  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 

heraogl.  Bäohs.  HofpianiBti  ProfdBsenr  snp^rienr  am  Oonsenratorinm 

SU  Oenf  (Sohweü).  [891—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 


iloti, 

Pianist.  [892t.] 

Paris,    so,  ATenne  Trndaine. 


Coneeiir  und  OratoriensilDger  (t  Tenor), 

empfiehlt  sich  den  verehrl.  Concertdirectionen  für  deren 
Concerte  und  Aufführungen.  Neue  Partien  in  kürzester 
Zeit  studirt,  in  NothfUllen  prima  vista.  [893—.] 

X^eipzig;',  n^oltkestraeise  S,  XX. 

TV^illieliii  JPosse, 

][i!Ql£[l.  Kammeniisiciis  nnil  LeHter  der  Harfe  an  der  UM-  Hocliscliiile  flr  instt. 

Berlin.  19.  W.    Homstr.  9.  f894k.] 


nax   Ronnebari^er» 

Coneert-u.0ratorien8änffer(Tenor).  [m^^ 

Lehrer  am  k.  Conservatorium  Dresden »  Ohristianstr.  20  in. 

Vollsländige  losMldoDg  für  Oper  n.  Coneert 

Ensemble-Uebungen.     RoUenstadinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Sehna 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [896—.] 

Bodo  Borchers. 

G-esanglehrer. 


Leipzig. 


Ohr.   Baehmaim    in   Hannovei*  sacht 

[397.] ^event.  auch  antiquarisch)  und  erbittet  Offerten: 

Müller,  Frz.,  Die  Meistersinger  von  Nürnberg.  Ein 
Versuch  zur  Einfuhrung  in  die  gleichnamige  Dichtung 
Rieh.  Wagner's.     (Verlag  von  Kaiser  in  München.) 

Eine  Verlagshandlung  wOnscht  Salonmusik  von  be- 
kannten Componlsten  in  Verlag  zu  nehmen  und  bittet 
um  Uebersendung  der  Manuseripte,  sowie  Honararbe- 
dingungen.  r898a.] 

OfTerten  unter  A.  N.  S.  an  die  Expedition  d.  Bits. 


JPv.  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig, 


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Musikalien,  musikalisehen  Schriften  etc.  —  Kataloge 
und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [400 — .]  ^ 


< 


Druck  von  C.  G.  Roder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  14  April  1892. 


Oiiek  ilniuiike  Bicl-,  luii- 
ul  luaniatultuigi,  nwlc 
Uick  am  Mifeim  11 


ißf^m, 


m  du  HBtUUUKkl  TDCUlUltt 
hlOKlU  Zutlfsuil  IUI  u 

Mni  Maniu  ii  ummii, 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

yeranlwortlioher  Eedaoleur  und  Verleger; 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Könlgsstrasse  6. 


% 

3  ■▼«f 


^^^ 


Du  Hunkaliicbe  Wochenblatt  erscheint  j&hrlicb  in  53  Nummern.  Der  AbonnemODtibotrag 
für  dai  Quartal  toq  13  Nummern  ist  2  Hark ;  eine  einzelne  Nummer  kOBtet  40  Pfennige.  Bei 
TTIII        II.         1        directer  frankirter  Kreuzbau diendung  treten  naohitehende  TierteljAbTliclie  Abonuemento- 
AaIIL     Jalir&l        P»<>eii>  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  dai  Deutsche  Beich  und  Oeeterreich.  —  2  Hark  75  Pf.         fV«    4ft 
~  ■*        rar  weitere  L&nder  dea  Allgemeinen  Fottveretni.  —  Jahreeabonnemeala  werden  unter         |  "Ui   IQi 
"  j_.-..  j...      n.        i_,.     jQ^Q  berechnet 

'ebtieUe  betragen  90  Pfennige. 


e  8ue  T 
Feufllett 


d  IgoldB"  bfti  Elohird  Waraer.    Von  Dr.  I 


ir  S«ldl.   <PortiBtciuig.l  -     .  , 

_ _  ji  des  10.  PhUbannoniBChea  ConoorWS  z\ _, _. 

Hnslkbrlef  va  Wien.    rFortaetznng.)  —  Berichte.  —  Oanoertniucbaa.  —  BnguamsntB  Dnd  Outiplels  in  Oper  nnd  Oonoert.  - 
k,  —  An^niiTM  NoTiUteo.  —  Vermischte  MltthellangeD  and  NoUiai.  —  Brläkasten.  —  Aiualgen. 


Die   Sage   von   „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

Folgen  wir  zU  diesem  Zweck  vorerst  einmal 
nnr  der  einfachen  Erz&bliing  des  Thatbestandes !  Tri- 
stan, von  Isolde  danerod  getrennt,  sieht  nmher,  hanpt- 
flAcblich  am  in  Eriegsfahrten  und  Heereszügen  sein  Leid 
zn  vergessen.  Er  kommt  auch  heim  in  seine  eigene  väter- 
liche Burg,  sp&ter  in  das  Land  des  Jovelin,  der  von 
Feinden  hedr&ngt  ist,  ond  dem  er  just  znr  rechten  Zeit 
zn  Hilfe  kommt,  Br  hesiegt  nun  zwar  diese  Feinde,  er- 
hält aber  neues  Herzweh,  da  ihn  der  Name  der  Tochter 
des  Joveltn:  „Isolde  Weieaband",  an  die  früher  und  an- 
noch  G-eliebte  erinnert.  Immer  mehr  gewinnt  er  —  durch 
diese  Beziehung  angezogen  —  Zuneigung  seihst  zu  dieser 
Isolde  Weisshand,  um  erst,  bereits  vermählt  mit  ihr,  in 
der  Brautnacht  —  za  spät!  —  einzusehen,  dass  sein  Leben 
mit  Herz  und  Hand  dennoch  nur  der  ersten  Isolde  ver- 
pfändet sei.  Beim  HerBusfallen  des  ihm  von  dieser  (Isolde  I) 
zur  Treue  geschenkten  Ringes  geräth  er  in  tiefes  Sinnen 
aber  seine  Minne  und  enthält  sich  von  da  an  der  ihm 
doch  angetrauten  Gattin.  Dann  wieder  von  irgend  einer 
Seite  gegen  die  Feinde  des  Hauses  zu  Hilfe  gerufen,  «ieht 
er  abermals  zum  Kampfe  aus  und  besteht,  —  aber  nicht 
ohne  eine  Wunde  davon  getragen  zu  haben;  Er  ist  in 
derselben  Wunde  getroffen  worden,  die  Isolde  schon  ein- 
mal geheilt  hat,  die  auch  Isolde  allein  nur  wieder  heilen 


kann.  Nachdem  er  also  wund  und  siech  vom  Xampfe 
wieder  heimgekehrt,  liegt  er  schmachtend  in  seinem  Ge- 
mach und  läSBt  schliesslich  seinen  Schwager  zu  sich  kom- 
men, dem  er  vertraut,  wie  es  sich  mit  der  Heilung  ver- 
halte. Er  solle  doch  als  Kaufmann  nach  Irland  fahren, 
Isolden  seinen  Bing  vorzeigen  and  ihr  sagen,  er  Hege 
krank  darnieder;  das  werde  ihr  gewiss  ein  Zeichen  sein, 
ihm  zu  folgen.  Isolde  Weisshand,  seine  rechtmässige  Ge- 
mahlin, hat  dranssen  aber  mittlerweile  gehorcht  und  brütet 
nun  Ka^be,  da  sie  jetzt  weiss,  dass  er  sie  nur  betrogen. 
Der  Schwager  unternimmt  die  Heise  nach  Irland,  und  die 
irische  Isolde  folgt  ihm  wirklich,  indem  sie  nächtlicher- 
weile auf  einem  geheimen  Pfade  aus  dem  Schlosse  ent- 
flieht. Isolde  mit  den  weissen  Händen  aber,  die  Tristan's 
steigende  Angst  nm  das  erwartete  Schiff  und  sein  Signal 
argwöhnisch  beobachtet,  belanscht  anch  seine  Weisung, 
dass  ein  weisses  Segel  am  Schiff  —  nach  Verabredung  — 
Isolden B  Kommen,  ein  schwarzes  hingegen  ihr  Fernbleiben 
bedeute.  Denn  Tristan  hat  sich  manchmal  in  den  Hof 
tragen  lassen,  um  aufs  hohe  Heer  binauszuspähen,  und 
schickt  stündlich  Leute  auf  eine  Anhöhe,  welche  ihm  über 
den  Horizont  Bescheid  geben  müssen,  (Ich  citire  hier  in 
der  Erzählung  Hauches  vermengt  mit  dem  letzten  Gesänge 
der  W.  Hertz'schen  Neu-Ueb ertragung,  „Noth  und  Tod" 
betitelt.)  Da  das  Schiff  nun  in  weiter  Feme  sich  zeigt, 
meldet  sie  dem  Gatten  fälschlich,  dass  es  ein  schwarzes 
Segel  trage.  Darüber  stirbt  Tristan,  — '  das  bat  ihm  den 
Todesstoss  versetzt.  Im  Verscheiden  noch  hofft  er:  was 
ihm,  dem  Lebenden,  Isolde  versagt  habe,  das  werde  sie 
nun  dem  Todten  nicht  mehr  versagen  können, —  „zn  ihm 
zu  kommen" !     Sein  Herz   bricht  und   das   seiner  Iip.ibei- 


202 


eilenden  Geliebten  über  seiner  Ijeiche,  da  sie  gleich  beim 
ersten  Hereintreten  an  den  verstörten  Oesichtem  das  ge- 
scbebene  Unglück  erkennt: 

„Sie  kam  zum  Palas,  trat  berein: 

Da  lag  er  in  der  Kerze  Schein. 

Sie  sah  ihm  lang  ins  Angesicht 

Und  seufzte  nicht  und  weinte  nicht. 

Sie  hielt  ihn  fest  im  Arm  umfangen 

Und  küsst  ihm  zärtlich  Mund  und  Wangen; 

Da  ward  es  Nacht  in  ihrem  Sinn, 

Und  ohne  Klage  schwand  sie  hin. 

Er  starb  vor  Sehnsucht,  sie  vor  Oram, 

Dass  sie  zu  spät  zu  Hilfe  kam; 

Im  Liebesweh  lag  Tristan  tpdt, 

Im  Hdrzensjammer  starb  Isot ^ 

so  klingt  das  Ganze  bei  Hertz  aus,  während  es  bei 
Hermann  Kurtz  wiederum  über  Tristan  lautet: 

„Er  schlief  den  Schlaf  des  Friedens  tief, 
Entnommen  aus  des  Weltsturms  Tosen, 
Den  schwarzen  wie  den  weissen  Loosen 
(man  beachte  hier  die  Anspielung   auf  das  schwarze  und 

das  weisse  Segel!) 
Kein  Heilger,  nein;  und  auch  kein  Held, 
Kein  solcher,  der  die  lechzende  Welt 
Aus  ewgen  Lebensbächen  tränkt 
Und  in  ihr  Heil  sein  Ich  versenkt; 
Vielleicht  geboren  zum  Heldenthum 
Und  um*sein  Reich  getäuscht.  —  Warum? 
Fragt  das  Verhängniss!^   — 

(Fortsetzung  folgt) 


Biographisches. 

Robert   Freund. 

(Schluss.) 

Dass  Robert  Freund  während  seines  langjährigen 
Züricher  Aufenthaltes  sich  übrigens  auch  als  Clavierspieler 
immer  mehr  vervoUkommnet  hat,  das  braucht  bei  einem 
gegen  sich  selbst  so  strengen  und  unablässig  an  seiner 
allgemeinen  wie  insbesondere  seiner  künstlerischen  Fortbil- 
dung arbeitenden  Manne  kaum  betont  zu  werden.  Während 
das  specifisch  virtuose  Element,  der  Glanz  und  die  Bravour 
der  Technik,  die  er  der  Tausig'schen  Schule  verdankt,  mehr 
in  den  Hintergrund  traten,  hat  sein  Anschlag  anNuanci- 
rungsfähigkeit,  an  Reichthum  der  Farben  ausserordentlich 
gewonnen.  Die  Zeichnung  ist  noch  sorgsamer,  wir  möch- 
ten sagen,  liebevoller  geworden.  Mit  der  vertieften  Em- 
pfindung tritt  das  gesangliche  Element  immer  mehr  hervor, 
und  der  geistigen  Noblesse  des  Vortrags  gesellt  sich  da- 
her eine  Sonorität,  eine  Wärme  der  Tongebung,  die  den 
Hörer  unmittelbar  gefangen  nehmen.  Wie  Freund  die 
Cantilene  zu  behandeln  versteht,  zeigte  sich  diesen  Winter 
anlässlich  der  Züricher  Mozart-Feier,  bei  der  er  des 
Meisters  Dmoll-Concert  spielte  und  mit  der  unübertrefflich 
schlichten  und  doch  in  holdesten  Wohllaut  getauchten 
Wiedergabe  der  Romanze  einen  Sturm  des  Beifalls  ent- 
fesselte. 


Einen  feinfühligeren  und  selbstloseren  Begleiter,  als 
unser  Künstler  ist,  kann  sich  keine  Sängerin  und  kein  Geiger 
wünschen.  Mit  keiner  Note  drängt  sich  Freund  ungebühr- 
lich vor,  weiss  aber  den  Glavierton  den  verschiedenartig- 
sten Stimmen,  der  dramatischen  Kraft  eines  Scheidemantel 
ebenso  sorgsam  zu  accommodiren ,  wie  der  zartsinnigen 
Declamation  einer  Lillian  Sanderson. 

Mit  eigenen  Gompositionen  ist  Roh.  Freund  erst  in  den 
letzten  Jahren  hervorgetreten,  und  die  fünf  Werke,  die  er 
bis  jetzt,  sämmtlich  bei  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig, 
veröffentlicht  hat,  zeigen  zur  Genüge,  dass  seine  productive 
Ader  keine  rasch  und  reich  strömende  ist,  spiegeln  aber 
auch  die  feinbesaitete,  mehr  zur  Träumerei  und  sinnenden 
Betrachtung,  als  zu  kühnem  Flug  der  Phantasie  oder 
leidenschaftlichen  Geftihlsausbrüchen  geneigte  Natur  ihres 
Schöpfers  aufs  Beste  wieder.  Mit  Ausnahme  eines  Lieder- 
heftes Op.  4,  zu  welchem  Lenau,  Geibel  und  Hamerling 
die  meist  schwermütbigen  Texte  geliefert  haben  und  dessen 
fünf  Nummern  mehr  fein  und  eindringlich  declamirt,  als 
frei  heraus  gesungen  und  melodisch  gefestet  sind,  bestehen 
die  Tondichtungen  lediglich  aus  Ciavierstücken.  Für  die 
schönsten  darunter  halten  wir  die  keine  Opuszahl  tragen- 
den „Ungarischen  Lieder^,  in  denen  der  Componist  National- 
weisen  seines  Vaterlandes  frei  bearbeitet  und  seiner  Hei- 
mathliebe ein  wohllautreiches  Opfer  dargebracht  hat 
Köstlich  sind  hier  insbesondere  die  drei  letzten  Nummern, 
zwei  von  holdem  Gesang  erfüllte  Andantesätze,  die  als 
Gegenstück  ein  heissblütig  dahinstürmendes  Presto  von 
echt  czardasmässigem  Charakter  umschliessen.  Dass  die 
selbständigen  Ciavierdichtungen  Freundes  sich  nicht  in  den 
classischen  Stilformen  bewegen,  vielmehr  phantasieartig 
frei  gestaltet  sind  und  uns  in  ihrem  subjectiven  Wesen, 
ihrer  mehr  motivischen,  als  thematischen  Entwickelung, 
ihrem  raseben  Wechsel  von  Licht  und  Schatten,  von  träu- 
merischer Ruhe  und  energischer  Bewegung  wie  Improvi- 
sationen anmuthen,  das  ist  bei  dem  fortschrittsfreudig  ge- 
stimmten, aus  den  Liszt'schen  Traditionen  herausgewach- 
senen Künstler  fast  selbstverständlich.  Vielleicht  am 
stärksten  tritt  der  episodische  Charakter  der  Freund*schen 
Schreibweise  in  den  beiden  Impromptus  Op.  3  zu  Tage. 
Beim  Ersten  derselben  aus  Edur  wird  die  sehnsüchtige 
Schwärmerei  des  Hauptgedankens  durch  ein  scharfrhyth- 
misirtes,  geheimnissvoll  wie  aus  der  Ferne  erklingendes 
Marschmotiv  unterbrochen,  während  mitten  in  das  graziöse 
Getändel  des  Zweiten  aus  Bdur  ein  Fismoll-Allegro  con 
fuoco  hineinstürmt,  dessen  Ungestüm  sich  indess  bald  genug 
zu  holder  Beredtsamkeit  wandelt.  Auch  das  Notturno 
Op.  2  enthält  als  Mittelglied  einen  fremdartig  wie  ein 
Traumgesicht  berührenden  Lentosatz,  obschon  es  im 
Uebrigen  den  zarten,  blüthenduftigen  Ton  des  Nacht- 
stückes schön  ausprägt.  Zum  Poesie  vollsten,  was  Freund 
geschrieben  hat,  zählen  wir  die  sechs  Praeludien  Op.  1, 
deren  Titel  im  Sinne  der  Chopin'schen  „Pr^Iudes"  auf- 
zufassen ist,  d.  h.  nicht  sowohl  Stücke  mit  Vorspiel- 
charakter, als  kleine  Stimmungsbilder,  Albumblätter, 
M^ditations  po<Stiques  bedeutet.  Die  Mehrzahl  dieser  Hans 
Huber  zugeeigneten  Miniaturen  ist  ernst  betrachtend, 
träumerisch  sinnend  gehalten.  Nur  in  dem  Scherzosatz 
No.  3  flattert  wie  ein  Irrlichtertanz  phantastisches  Leben 
auf.  Als  Perle  der  Sammlung  erscheint  uns  die  No.  6, 
ein  Hdur-Gedicht,  das  in  seiner  feierlichen  Verklärung 
unmittelbar  an  Beethoven  gemahnt.  —  Wie  bescheiden 
Freund  übrigens  von  seiner  schöpferischen  Thätigkeit 
denkt,  zeigt  der  Umstand,  dass  er  von  seinen  Gomposi- 
tionen noch  Nichts  öffentlich  gespielt  hat,  ja,  dass  er,  der 


203 


die  halbe  Clavierlitteratur  auswendig  weiss,  zu  den  Noten 
gi*eifen  muss,  wenn  er  im  Freundeskreis  Eines  seiner 
eigenen  Stücke  vortragen  soll. 

So  tritt  uns  denn  allerdings  in  Eobert  Freund  ein 
ganzer  Mann  entgegen,  ein  Clavierinterpret ,  dem  es  nie 
um  seine  Person,  sondern  immer  nur  um  die  Sache  zu 
thun  ist,  der  sich  mit  ebenso  seltener  Unbefangenheit  des 
Blicks  wie  liebevollem  Verständniss  in  alles  Schöne  ver- 
senkt, was  fiir  sein  Instrument  geschrieben  wurde,  der 
die  Meisterwerke  der  verschiedensten  Zeiten  und  Kunst- 


richtungen mit  höchster  Pietät,  aber  auch  getränkt  mit 
seinem  besten  Herzblut  zur  Darstellung  bringt  und  daher 
nicht  durch  seine  fast  als  Nebensache  erscheinende  gross- 
artige  Technik  blendet,  sondern  des  Hörers  Seele  ergreift 
und  unwiderstehlich  fesselt.  Möge  der  Treffliche  der 
Schweiz,  die  ihn  mit  freudigem  Stolz  den  Ihren  nennt, 
noch  lange  erhalten  bleiben,  aber  auch  hin  und  wider 
dem  Ausland  zeigen,  dass  er  den  Vergleich  mit  Keinem 
unter  den  Meistern  der  Ciavierkunst  zu  scheuen  braucht. 

A.  Niggli. 


Feuilleton. 


Dr.  Hans  von  BUlow's  Ansprache 

au  dasPublicum  des  lO.Philharmonischen  Concertes 

zu  Berlin.*) 

Wenn  die  verehrten  Damen  und  Herren  mir  gestatten 
wollen,  heute  zum  letzten  Mal  von  dem  Artikel  27  der  Ver- 
fassung Gelbrauch  zu  machen,  so  werde  ich  die  Ehre  haben, 
dies  zu  thun.  Ich  werde  kurz  sein,  hoffentlich  auch  kurz- 
weilig, und  werde  über  Beethoven  zu  Ihnen  sprechen. 

Eis  ist  jetzt  beinahe  ein  halbes  Jahrhundert  her,  dass 
dem  unsterblichen  Tondichter  ein  Monument  in  Deutschland 
errichtet  wurde,  in  seiner  Vaterstadt  Bonn.  Nicht  die  Kraft 
des  damals  unmündigen  Volkes  brachte  dieses  Denkmal  zu 
Stande,  —  die  Grossmuth,  die  Hochherzigkeit  eines  ungarischen 
Musikanten  Namens  Franz  Liszt  stiftete  es.  Seitdem  ist 
Deutschland  reich  besäet  mit  Denkmälern  eines  seiner  grössten 
Söhne. 

Dei-  Bildhauer  Hälmel,  der  Schöpfer  jenes  ersten  Denk- 
mals, war  ein  grosser  Beethoven-Enthusiast.  Er  war  beinahe 
so  sehr  Enthusiast  für  Beethoven,  wie  heute  gottlob  alle 
bildenden  Künstler  Berlins  es  sind.  Der  Bildhauer  Hähnel 
hatte  einen  ganz  interessanten  Vergleich  zwischen  Beethoven^s 
Symphonien  imd  den  neun  Musen  des  Olymps  heraus- 
gefunden: sehr  scharfsinnig  und  treffend  führte  er  ihn  im 
JBinzelnen  durch.  Die  Muse  der  ersten  Symphonie  (Cdur) 
war  Thalia;  die  der  fünften  (Cnioll)  war  Melpomene;  die 
siebente  Symphonie  war  Klio;  die  achte  Symphonie  war 
Terpsichore;  die  neunte  war  Urania.  Aber  die  höchste  von 
Allen,  die  Chorführerin  der  Musen,  Kalliope,  war  die  Muse 
der  heroische^  Symphonie,  die  wir  jetzt  die  Ehre  gehabt 
haben,  Ihnen  vorzuführen. 

Man  kann  auch  noch  einen  anderen  Vergleich  mit  den 
neun  Symphonien  aufstellen.  Ich  sage:  in  den  neun  Sym- 
phonien hat  uns  Beethoven  seine  Biographie  gegeben,  nicht 
die  Geschichte  seiner  irdischen  Privatmisere,  aber  die  Ge- 
schichte seiner  Ideale.  Wir  sehen,  wie  sich  aus  diesen  neun 
Symphonien  diese  neun  Scenen  und  drei  Acte  eines  Dramas 
aufbauen,  so  wohlgegliedert,  dass  selbst  der  uckermärkische 
Shakespeare,  ich  meine  den  Autor  des  „geheiligten  Lachens", 
sich  daran  ein  Muster  nehmen  könnte.  Der  erste  Act  gipfelt 
in  der  heroischen  Symphonie;  ihr  Ideal:  der  Held.  Der 
zweite  Act  gipfelt  in  der  Pastoralsymplionie:  die  Natur. 
Der  dritte  Act  gipfelt  in  der  neunten  Symphonie:  die  Mensch- 
heit. Sehen  wir  uns  diese  Ideale  eiiunal  näher  an,  und 
nehmen  wir  das  Zweite  zuerst:  die  Natur,  so  ist  die  ja  kein 
Ideal,  sondern  gottlob  eine  Realität,  die  wir  recht  bald  ge- 
uiessen  werden,  schon  im  Gegensatz  zu  den  Grossstadt - 
Miasmen.  Die  Menschheit  ist  ein  eigen  Ding;  es  haben  sich 
Viele  den  Kopf  darüber  zerbrochen,  und  zwar  uimützer  Weise. 
Die  Menschheit  ist  doch  eigentlich  ein  Abstractuni,  ein  Phan- 
tom, und  schliesslich  ist  die  Menschlieit  ein  pantheistischer 
Popanz  geworden,  den  uns  ein  deutscher  Philosoph,  leider 
von  der  Mitwelt  nicht  gekannt,  von  der  Nachwelt  vergessen, 
zertrümmert  hat:  dieser  Philosoph  war  Max  Stimer,  pje- 
storben  185'i 


*)  Mit  dem  wortgetreuen  Abdruck  dieser  vieldiscutirten 
Rede  des  grossen  Künstlers  bieten  wir  denjenigen  w.  Lesern 
unseres  Bits.,  welchen  dieselbe  nur  durch  die  bez.  Glossen  der 
Tagespresse  bekannt  geworden  ist,  Gelegenheit,  sich  seihst 
ein  XJrtheil  in  dieser  Angelegenheit  zu  büden.       D.  Red. 


Ja,  was  ist  denn  diese  Menschheit  eigentlich?  Woraus 
besteht  sie  denn  schliesslich  anders  als  aus  Kunz  und  Hinz, 
Peter  und  Paul,  aus  Gevatter  Schneider  und  Gevatter  Bött- 
cher und  Gevatter  Michel?  Also  mit  der  Menschheit  ist  es 
ein  schöner  Traum  oder  eigentlich  ein  wüster  Traum,  der 
seine  bösen  Früchte  getragen.  Er  hat  z.  B.  manche  Worte 
des  Wahns  hervorgerufen,  darunter  die  drei  Worte  des 
Wahns:  libert^,  6gaBt6,  fraternit^,  —  ein  böser  Irrthum,  denn 
mit  dieser  Devise  ist  Nichts  ausgerichtet  worden,  wie  wir 
sehen,  sondern  höchstens  das  Gegentheil:  sie  sind  carikirt 
und  parodirt,  aber  niemals  realisii^t  worden.  Da  könnte  ich 
Ihnen  eine  andere  Realität  nennen,  die  idealisirt  worden  ist, 
so  wenig  süss  und  einschmeichelnd  sie  klingt,  so  nüchtern 
und  prosaisch  sie  ist.  Das  ist  gegenüber  der  Freiheit,  Gleich- 
heit und  Brüderlichkeit  die  positive  Devise:  Infanterie, 
Cavallerie  imd  Artillerie!  Ja,  meine  Herren,  im  Ernst:  diese 
drei  Worte  sind  nicht  Worte  des  Glaubens,  sondern  der  Ge- 
wisslieit:  sie  sind  die  Saiten  auf  der  Violine,  auf  der  der 
Held  der  Weltgeschichte  Etw-as  vorgondelt.  Anders  ist  ea 
nicht,  und  Gott  sei  Dank  haben  die  Landesgenossen  von 
Beethoven  einen  sehr  schönen  Stradivarius,  wie  man  keinen 
ecliteren  finden  kann,  für  ihren  Helden,  den  sie  brauchen. 

Ja,  der  Held  war  die  Quintessenz  der  Welt  für  Beet- 
hoven. Was  in  seiner  Seele  schlummerte,  können  wir  nur 
ahnen ,  nicht  wissen.  Vielleicht  sclüummerte  in  ihm  das 
Bild  des  grossen  amerikanischen  Bürgers  Washington.  Aber 
er  wollte  einen  Helden  seiner  Zeit,  einen  Helden  Europas, 
Da  fielen  seine  Blicke  auf  den  grossen  Stern  Bonaparte^s. 
Merkwüi'dig,  sonst  pflegen  die  Tondichter  ilire  Werke  erst 
zu  componiren  und  dann  zu  dediciren.  Beethoven  dedicirte 
sein  Werk,  bevor  er  es  componirte.  Aber  es  kam  ganz 
anders.  Als  er  es  componirt  hatte,  begab  sich  der  Consul 
Bonaparte  in  schlechte  Gesellschaft,  an  der  er  hernach  zu 
Grunde  ging,  auf  den  Maskenball,  auf  dem  er  die  Maske 
Napoleoirs  des  Ersten,  eines  wahnsinnigen  Cäsaren,  annahm. 
Voll  Wuth  —  Sie  wissen  das  ja  aus  der  Biographie  Beet- 
hoven's,  Sie  können  es  auch  heute  aus  dem  Programmbuch 
erfahren  — ,  voll  heiliger  Entrüstung  zerriss  Beethoven  seine 
Dedication  mid  setzte  mit  schneidender  Ironie  an  die  Stelle 
dieses  grossen  Namens  den  eines  einfachen  biederen  Aristo- 
kraten, des  Fürsten  Lobkowitz.  Das  war  doch  eine  schreiende 
Dissonanz  gegen  das  ganze  Werk.  Das  haben  wir  Musikanten 
schon  längst  herausgefühlt  und  uns  über  diese  peinliche 
Dissonanz  geärgert. 

Nun,  wie  Sie  wissen,  wir  Musikanten  sind  ein  ver- 
messenes, verwegenes  Volk,  und  Berlioz  hat  uns  vielleicht 
in  der  Harold  -  ö3nnphonie  ein  klein  wenig  charakterisirt. 
Wir  haben  jetzt  auch  diese  neue  Dedication  abgerissen,  und 
wir  brauchen  nicht  lange  zu  suchen,  wen  wir  auf  das 
Titelblatt  der  heroischen  Symphonie  zu  setzen  haben.  Wir 
brauchen  nur  zu  gedenken,  dass  in  wenigen  Tagen,  im  Laufe 
dieser  Woche,  ein  hoher  Festtag  für  die  ganze  deutsche 
Nation  bevorsteht.  Im  Laufe  dieser  Woche  kommt  ein  Tag, 
höher  als  der  Sedantag,  der  immer  niur  geeignet  ist,  nach- 
barlichen Haas  wieder  zu  provociren.  "mr  Musikanten  mit 
Herz  und  Hirn,  mit  Hand  und  Mimd,  wir  weihen  imd  wid- 
men heute  die  heroische  Symphonie  von  Beethoven  dem 
grössten  Geisteshelden,  der  seit  Beethoven  das  Licht  der 
Welt  erblickt  hat.  Wir  widmen  sie  dem  Bruder  Beethoven's, 
dem  Beethoven  der  deutschen  Politik,  dem  Fürsten  Bismarck! 
Fürst  Bismarck  —  hoch!" 


16* 


204 


Sprachliches. 

In  No.  2  der  „WiesenschafÜiohen  Beihefte  zur  Zeitechr. 
des  allg.  deutschen  Sprachvereins**  wird  in  einem  Artikel, 
betitelt:  ^Die  Wiederbelebung  alter  Worte**  von  Carl  Müller 
in  Dresden  auch  der  dichterischen  Sprache  Rieh.  Wa^ner's 
gedacht,  und  zwar  anerkennend.  Nur  meint  der  Verfasser, 
„dass  Wamer  nicht  darauf  bedacht  ist,  die  alten,  dem  Laien 
unverständlichen  Worte  durch  den  Zusammenhang  verständ- 
lich zu  machen:  selbst  wenn  man  alle  bezüglichen  Stellen  der 
»Walküre«  zusammennimmt,  bekommt  man  keinen  klaren  Be- 
griff von  dem  Worte  »Harst«  etc.,  wer  weiss,  was  »schahl- 
miche  Noth«  ist?**  — 

Da  zur  Erklärung  dieses  allerdings  höchst  aufEälligen 
Wortes  die  reine  philologische  Methode  nicht  ganz  ausreichend 
ist,  so  wird  Hr.  C.  Müller  gewiss  dankbar  sein,  wenn  wir  ihm 
die  Lösung  geben,  an  der  vielleicht  auch  die  Leser  des  „Musi- 
kalischen Wochenblattes**  sich  erfreuen  werden. 

Die  Sache  verhält  sich  nun  so:   das  Wort  „schählmich" 


ist  durchaus  kein  „altes  Wort**,  wie  Hr.  C.  Müller  vermuthet, 
er  wird  es  umsonst  in  den  pp.  Wörterbüchern  und  Sprach« 
lexicis  gesucht  haben.  Das  Wort  ist  ganz  neuen  ürapnmss. 
Es  kommt  in  der  Litteratur  überhaupt  nur  ein  einziges  olbI 
vor,  und  zwar  in  der  -Walküre** :  Schott'sche  Textausgabe 
S.  79.  Es  entstand  in  der  zweiten  Hälfte  des  XIX.  Jahrhun- 
derts und  ist  —  seltsamer  Weise  —  nicht  einmal  auf  Wag- 
ner selbst  zurückzuführen. 

Das  Wort  „schählmich**  ist  auf  höchst  interessante  Weise 
entstanden:  Durch  mechanische  Metathesis  zwischen  Stamm- 
silbe und  Suffix,  indem  der  Setzer  der  Brockhaus'schen  Offioin 
in  Leipzig  aus  dem  guten  Worte  „schmählich**  ein  „schähl- 
mich**  machte,  der  Gorrector  es  übersah,  und  nun  ein  „altes** 
deutsches  Wort  entstand,  an  dem  Hr.  G.  Müller  in  Dresden 
vergeblich  seinen  Schar&nnn  übte.  Zu  Nutz  imd  Frommen 
der  gelehrten  Jünger  der  Litteratur-Philolo^e  mö^  das  Wort 
nebst  seiner  Entstehung  in  die  Fach-Lexica  ai&enommen 
werden ,  damit  nicht  künftige  Schlaumeier  abermals  auf  Irr- 
wege gerathen!  Dr.  D. 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Die  Philharmoniker  beendigten  ihren  jährlichen Gy klus 
mit  vortrefflichen  Aufführungen  der  Schumann'schen  Ouver- 
türe zur  „Braut  von  Messina**,  der  Adur-Serenade  vonBrahms 
und   der  heroischen   Symphonie  von  Beethoven.     Bekannte 
Werke ,  über  die  wir  an  dieser  Stelle  nichts  Neues  zu  sagen 
haben.    Dass   die   gewaltige  „Eroica**   unmittelbar  nach  der 
liebenswürdigen,    aoer    etwas   schattenhaften    Brahms'schen 
Serenade,  welcher  das  Fehlen  der  Glanz  und  Farbe  gebenden 
Violinen    im   grossen   Baume  sehr   zum  Nachtheil  gjereicht, 
diesmal  doppelt  wirkte,  beereift  sich  wohl.    Je  eine  Novität 
aus  Norden  und  Süden  enthielt  das  zwei  Wochen  vorher  ver- 
anstaltete vorletzte  (siebente)  Philharmonische  Goncert.   Man 
eröffnete  nämlich  mit  der  in  Wien  noch  nicht  gehörten  geist- 
vollen Goncertouverture  „Im  Herbst**   von  Grieg   und  Hess 
dann  später  Hm.  EugenioPirani,  einen  neuerdings  in  Wien 
sehr  protegirten  Italiener,  der  sich  aber  bleibend  in  Heidel- 
berg niedergelassen,  das  Solo  in  seinen  „Venezianischen  Näch- 
ten^ für  Glavier  und  Orchester  spielen.      Hr.  Pirani  war  als 
Goncertpianist  von  den  Philharmonikern  zur  Mitwirkung  ein- 
geladen, und  stand  ihm  als  solchem  die  Wahl  des  vorzufüh- 
renden  Stückes    frei.      Diese    öffentliche    Erklärung    Hans 
Richter*s   musste  jene   kritischen  Stimmen   zum  Schweigen 
bringen,  welche  sich  mit  Recht  darüber  aufhielten,  dass  dem 
Gomponisten  Pirani  eine  dem  sonstigen  rigorosen  Vorgehen 
der    Philharmoniker   gesen   —   namentlich   einheimische  — 
Novitäten   geradezu  widersprechende  und  in   seiner   künst- 
lerischen Bedeutung  durchaus  nicht  begründete  Ausnahme- 
stellung eingeräumt  worden  sei.    Da  inaess  Hr.  Pirani  auch 
als  ausübender  Musiker  auf  den  Tasten  durchaus  kein  Hexen- 
meister genannt  werden  kann,  so  bleibt  die  gleichsam  impro- 
visatorische Einschiebung  der  seinen  Namen  tragenden  Num- 
mern sowohl  hier  im  Philbarmonischen  Goncerte,  als  früher 
schon  seitens  des  Quartetts  Ros6  und  neulich  noch  zum  üeber- 
fluss  in  einem  Goncert  der  Wiener  Hofopemsänger  immerhin 
rätbselhafl.     Es  muss  da  Etwas  hinter  den  Goulissen  vorge- 
gangen sein,   was  mit  der  Kunst  selbst  Nichts  zu  thun  hat. 
Hr.l^irani  erfreut  sich  offenbar  besonderer  Beliebtheit  in  sehr 
hohen  Elreisen.    Was  seine  „Venezianischen  Scenen**  („Gondel- 
lahrt**  —  „In  der  lilarcuskirche**  —  „Letzte  Faschingisnacht**) 
betrifft,  so  rangiren  sie  in  die  Glasse  der  geschickt  gearbeiteten 
Dutzendwaare.    Irgend  etwas  auch  nur  relativ  Neues,   etwa 
durch  Klang,  Rhythmus  oder  einen  wärmeren  poetischen  Ac- 
cent  Fesselndes  dürften  selbst  die  besten  Freunde  des  Autors 
in    obigem   Goncertstück   zu  entdecken   ausser   Stande  sein. 
Trotz  der  bekannten  Gourtoisie  der  Wiener  für  fremde  G^te 
wurde  die  Novität  sehr  kühl  angenommen,  dagegen  fand  Grieg's 
„Im  Herbst**  nicht  die  gebührende  Würdigung.    Das  Publicum 
schien   etwas  der  allbeliebten  „Peer  Gynt** -Suite  Aehnliches 
erwartet  zu  haben  und  fand  sich  nun  in  den  grösseren,  brei- 
teren  —  aber  doch  hier  so  klaren,   man  könnte  sagen:    im 


Mendelssohn^schen  Sinne  classischen  —  Formen  nicht  gleich 
zurecht.  Eine  jener  netten,  einschmeichelnden  Serenaden  von 
Robert  Fuchs,  für  welche  besonders  der  weibliche  Theil  der 
philharmonischen  Abonnenten  schwärmt  —  diesmal  die  dritte 
m  Emoll,  —  dann  Schumann^s  DmoU-Symphonie  in  ihrer 
orchestralen  Urgestalt  von  1841  bildeten  die  übrigen  Nom- 
mem  des  Goncertes.  Es  haben  sich  neuerlich  maassgebende 
Stinmien  —  vor  Allen  Brahms,  der  die  Originalpartitur  besitzt, 
dann  Gapellmeister  Wüllner  u.  A.  —  dankr  erhoben,  Schu- 
mann*s  4.  Symphonie  von  nun  an  nur  mehr  in  der  uraprüng- 
lichen  Lesart  aufführen  zu  lassen,  man  findet  die  zehn  Jahre 
später  erfolgte  Umarbeitung  in  der  Instrumentation  überladen, 
hauptsächlich  durch  die  allzu  reichliche  Verwendung  der  Bläser. 
Es  ist  ohne  Zweifel  etwas  Wahres  'an  dieser  Bemeäung,  den- 
noch dürfte  das  Zurückgreifen  auf  dw  ersteo.  l^twuxt  einea 
doch  in  der  vorliegenden,  späteren  G^talt  überall  fest  einge- 
bürgerten Meisterwerkes  seine  Bedenken  haben.  Abgesehen, 
dass  die  kleinen  thematischen  Aenderungen  der  Düsseldorfer  ' 
Bearbeitung  —  da  sie  durchaus  Verbeiraerungen  bedeuten  — 
besonders  im  Finale  durchaus  nicht  zu  umgehen  wären,  er- 
scheint uns  selbst  die  unleugbar  grössere  &langklarheit  der 
ersten  Fassung  von  Schumann's  D  moll-Svmphonie  durch  den 
Verlust  an  Klangfülle  zu  theuer  erkauft.  Nur  der  wundervolle 
feierliche  üebergang  vom  Scherzo  zum  Finale  trat  für  uns  in 
der  neulich  zum  ersten  Mal  gehörten  Leipziger  Instmmenti- 
rung  noch  überzeugender  hervor,  als  bisher.  Sonst  war  uns 
mitunter  zu  Muthe,   als   befänden   ^r  uns  einem  (Gemälde 

fegenüber,  das  stark  nachgedunkelt,  an  dessen  Farben  sich 
taub  angelegt  hätte.  Es  mag  vielleicht  nur  das  Vermissen 
des  längst  gewohnten  und  ob  der  vielen  rein  musikalischen 
Schönheiten  kaum  je  störend  empfundenen  Golorits  gewesen 
sein,  das  uns  in  besagte  Stimmung  versetzte.  Aber  dem  Pub- 
licum ging  es  genau  so,  es  zeigte  sich  offenbar  befremdet  und 
nahm  daher  dieses  Eines  seiner  erklärten  Lieblingswerke  lange 
nicht  mit  dem  Enthusiasmus  auf,  wie  sonst  immer.  W^cKe 
der  beiden  Bearbeitungen  schliesslich  den  Vorzug  verdiene, 
könnte  nur  entschieden  werden,  wenn  man  Beide  unmittelbar 
hintereinander,  vielleicht  sogar  Satz  für  Satz  aufeinander  fol- 

fend,  in  einem  und  demselb^i  Goncert  zu  hören  bekäme, 
.her  welcher  Dirigent  würde  es  wagen,  dem  Publicum  solchen 
jedenfalls  nicht  mehr  rein  ästhetischen,  sondern  im  besten  Falle 
kritisch-lehrhafien  Schumaim-Genuss  aufzuoctroiren?  Höch- 
stens vielleicht  Hans  v.  Bülow,  der  ja  auch  bekanntlich  ein- 
mal „zum  besseren  Verständniss**  Beethoven's  9.  Symphonie 
in  einem  und  demselben  Goncert  zwei  Mal  spielen  liess. 

Um  den  Bericht  über  die  grossen  Goncerte  der  Saison  zu 
schliessen,  erwähnen  wir  nachträglich  noch  ein  bisher  unbe- 
sprochen  gebliebenes  Ausserordentliches  PhUharmonisches 
imter  Leitung  Hans  Richter*s.  zum  Besten  des  Hofopem- 
pensionsfonds  veranstaltet.  Es  not  nur  Bekanntes,  aber  in 
ihrer  Art  lauter  Meisterwerke:  Weber*s  „Euryanthe**-Ouver- 
ture,  Liszt^s  13.  Psalm  (in  welchem  auch  der  vollzählige  Hof- 
opemchor  mitwirkte  und  Hr.  jvan  Dyck  sehr  hingebungsvoll, 
aber  stellenweise  etwas  manirirt  das  inbrünstig  fromnieTenor« 
solo  sang),  Wagner's  „Gharfreitagszauber**  und  zum  Schluss 
Beethoven's  CmoU-Symphonie.  Mit  Rücksicht  darauf,  dass  es 


205 


bei  ans  nur  Mode  ist,  in  die  „ordentlichen**  Philharmoniscben 
Goneerte  zu  gehen,  nicht  aber  in  ein  ^ausserordentliches*',  war 
das  Goncert  recht  gut  besucht.  Wenigstens  merkte  man  den 
Erschienenen  deutlich  genug  an,  dass  sie  wirklich  um  der 
Sache  willen,  um  zu  hören,  gekommen  waren,  nicht,  wie  es 
bei  einem  starken  Bruchtheil  des  philharmonischen  Publicums 
der  Fall,  lediglich  um  zu  sehen  und  gesehen  zu  werden.  Die 
Aufiiahme  s&mmtlicher  oben  angeftlhrten  Stücke  war  eine  be- 
geisterte, vor  Allem  die  des  „Oharfreitagszaubers**,  so  unend- 
lich viel  die  Wirkung  dieser  wahrhaft  hunmlischen  Musik  für 
Die,  welche  ihren  näeren  Zusammenhang  mit  den  anschlies- 
senden Soenen  des  Bfthnenweihfestspieles  und  Mermit  ihre 
tief  ethische  Bedeutung  nicht  kennen,  im  Goncertsaal  ver- 
lieren m&e.  —  TJeber  die  ftlr  Chardienstag  angesetzte  Auf- 
fikhrun^  der  Missa  solemnis  Beethoven's  im  zweiten  Ausser- 
ordenthchen  G^sellschaftsconcerte  sprechen  wir  noch. 

Wenden  wir  uns  nun,  einen  Bückblick  bis  zum  Beginne 
der  Saison  werfend,  den  zahlreichen  Yirtuosenconcerten  zu, 
aus  diesen  wenigstens  die  interessanteren  hervorhebend. 

(Fortsetzimg  folgt.) 

Berichte. 

Leipzig.  Zu  einem  grossen  und  un^trübten  (^enuss  ge- 
staltete sich  die  letzte  Kammermusik  im  Kleinen  Saal  des 
Neuen  Gewandhauses  mit  ihren  zwei  Prognunmnummem, 
dem  seit  längerer  Zeit  hier  nicht  mehr  auigeftlhrten  Fdur- 
Octett  für  zwei  Violinen,  Viola,  ViolonceU,  Contrabass,  01a- 
rinette,  Hom  und  Fagott  von  F.  Schubert  und  dem  Schu- 
mann*schen  TonpoÖm  „Der  Rose  PügerÜEJirt**.  Trotzdem  das 
Schubert*sche  Octett  nicht  weniger  aJs  sechs  Sätze  von  nicht 
knappem  Umfamg  hat,  strömt  die  melodische  Erfindung  im 
letstien  doch  noch  ebenso  satt  und  ungehemmt,  wie  zum  AnSmg, 
und  man  hat  die  Empfindung,  dais  auch  eine  noch  weitere 
Zahl  derselben  2ieujnuss  von  diesem  schier  unerschöpflichen 
MelodienqueU  des  Wiener  Meisters  abgelegt  haben  würde, 
und  mit  welcher  Liebenswürdigkeit  uiä  Feinheit,  in  welch 
köstlichem  instrumentalen  (Gewände  tritt  jeder  Qedanke  her- 
vor, und  wie  reich  an  Abwechselung  in  der  Verwerthung  und 
Durchführung  der  Ideen,  sowie  im  Klangcolorit  ist  das  Gkuize! 
Allerdings  wollen  diese  musikalischen  Schätze  gehoben  sein, 
sollen  sie  in  ihrem  vollen  Werth  erkannt  werden,  wie  dies 
der  Fall  bei  der  Aufführung  in  Bede  war.  Es  war  wirklich 
ein  künstlerischer  Wettstreit  edelster  Art,  in  welchem  unser 
vortreffliches  Streichquartett  der  HH.  Hilf,  Becker,  Sitt 
und  Klengel  unter  Allianz  des  Hm.  Schwabe,  welcher  mit 
seiner  deHcaten  und  doch  an  der  geeigneten  Stelle  stets  durch- 

S reifenden  Behandlung  des  Gontrabasses  von  Neuem  seinen 
uf  als  ausserordentlich  feinfiihliger  Beherrscher  dieses  In- 
struments documentirte,  mit  dem  gleich  excellenten  Bläser- 
terzett der  HH.  Kessner  (Clarinette),  Gumpert(Hom)  und 
Freitag  (Fagott)  um  die  Palme  höchster  Anerkennung  rangen. 
Ein  Gleiches  wäre  der  Fall  mit  der  Ausführung  des  von 
edelster  Romantik  getragenen  und  von  poetischem  Duft  durch- 
flogenen  Werkes  von  Schumann  gewesen,  wenn  der  Vertreter 
der  Tenorpartie  (Hr.  Mann  aus  Dresden)  in  seinem  Stimm- 
timbre und  Vortrag  nicht  zu  monoton  gewirkt  und  die  Be- 
gleitung am  Flügel  an  einifi^n  Stellen  etwas  mehr  Bücksicht 
auf  den  numerisch  kleinen  Chor  genommen  hätte.  Letztere 
Ausstellung  machen  wir  um  so  unlieber,  als,  hiervon  abge- 
sehen, Hr.Frof.  Dr.  Rein  ecke  ganz  herrlich,  mit  wahrhaft 
jugendlicher  Begeisterung  und  Empfindung  gespielt  und  sich 
hierdurch  eines  der  ersten  Verdienste  um  die  Wiedergabe  der 
Oomposition  erworben  hat.  Oanz  entzückend,  mit  süssem 
stimmlichen  Wohllaut  und  keuscher  und  poetischer  AufiEassung 
sang  Frau  Hub  er  aus  Basel  —  zur  herzinnigen  Freude  des 
PuDlicums,  wie  auch  sicher  der  ihrer  zufällig  anwesenden  ehe- 
maligen Lehrerin  Frau  Schimon  ~  die  Rose,  neben  ihr  führ- 
ten Frl.  Anna  Münch  (die  hiesige  berufenste  JPrätendentin  auf 
vorgenannte  Partie)  die  übrigen  »opransoli  und  Frau  Metzler- 
Löwy  die  Altpartie  mit  prächtigstem  Gelingen  durch,  wäh- 
rend der  schon  erwähnte  Mr.  Mann  und  Hr.  Hermann  Bärge, 
der  hofßiungsvolle  Sohn  unseres  Flötenmeisters  Wilhelm  Bu^ge, 
die  Tenor-  und  Basssoli  innehatten.  Hr.  Bärge,  den  wir  erst 
kürzlich  gelegentlich  seiner  Mitwirkung  in  den  glorreichen 
Gonservatoriumsauf^rungen  der  9.  Symphonie  lobend  er- 
wähnen durften,  hat  mit  seiner  Durchführung  der  Bass- 
partien den  damals  gemachten  günstigen  Eindruck  noch  weit 
überholt,  so  sympathisch  im  Gesang,  wie  intelligent  und  sinn- 
voll im  Vortrair  icestaltete  sich  diese  neueste  Leistunsr.    Der 


von  Hm.  Sitt  mit  Liebe  geleitete  Chor  war  in  seinem  männ- 
lichen TheU  (Lehrer-Gresangverein)  von  vorzüglichster  Be- 
schaffenheit, wogegen  die  Damen  einige  Male  zweifelhafte 
Intonation  und  matte  fireistige  Antheilnahme  gewahren  Hessen. 

Wie  der  Schluss  aer  £unmermusiken,  so  fiel  in  die  vor. 
Wocheauch  das  letzte  (28.)Orchester-Abonnementconcert 
und  bildete  mit  der  9.  Symphonie  von  Beethoven  einen  wür- 
digen Schlussstein  des  ganzen  Goncertcyklus,  der^  wie  wir  mit 
Dank  anerkennen,  unseren  ktimstlerischen  Ghesichtskrois  er- 
weiterte und  uns  manchen  hohen  musikalischen  Gtenuss  be- 
scheerte.  Wenig  glücklich  wollte  es  uns  erscheinen,  dass  man 
diesmal  dem  gewaltigen  Werke  Beethoven's  die  „AthaHa**- 
Ouvertüre  und  die  Fragmente  des  unvollendeten  „Christus*' 
von  Mendelssohn  vorausgehen  liess,  die  mit  ihrem  meist  weich- 
lichen Gehalte  entschieden  nicht  als  Vorbereitung  £Cüc  die  kühne 
Tonschöpfung  unseres  grossen  Beethoven  dienen  konnten.  War 
die  Wiedergabe  der  Mendelssohn'schen  Musik,  an  der  sich 
solistisch  Frau  Baumann  und  dieHH.Trautermann,  Bärge 
und  Schelper  betheiligten,  eine  im  Orchester  und  Gesang- 
lichen sehr  befriedigende,  so  entsprach,  so  ausgezeichnet  im 
Technischen  xmd  klannesättigt  auch  der  instrumentale  Theil 
zum  Austrag  kam  und  so  Migemessen  auch  das  Vocale  —  zu 
Frau  Baumann  und  den  HhT  Trautermann  und  Schelper  trat 
im  Soloquartett  noch  Frau  Metz ler-Löwy  —  sich  gab,  die 
AusfÜhrunsr  der  Symphonie  leider,  wie  so  oft  schon  an  dieser 
Stelle,  nach  Seite  der  geistigen  Durchdrinfi^un^  höheren  An- 
forderungen nur  in  gerin^m  Grade  und  blieo  die  Wirkung  des 
Gknzen  auch  diesmal  wieder  eine  mehr  äusserliche,  conven- 
tioneUe,  weil  dem  Dirigenten. Hm.  Prof.  Dr.  Reinecke  nun 
einmal  ein  tieferes,  congeniales  Verständniss  und  deshalb  auch 
die  rechte  Begeisterung  ftb:  dieses  monumentale  Werk  ab- 
geht, und  er  demzufolge  auch  diesmal  nicht  viel  mehr  that, 
als  gewissenhaft  mit  seinem  Stabe  das  G  anze  zusammenzuhalten. 
Wer,  wie  wir,  in  der  abgelaufenen  Saison  die  „Netmte*^  ausser 
im  Gevrandhaus  ein  Mal  unter  Kretzschmar's  imd  zwei  Mal 
unter  Sitt's  Direction  gehört  hat,  wird,  ohne  auswärtige  Bei- 
spiele heranziehen  zu  müssen,  verstehen,  was  wir  meinen. 

Der  Kammermusik-Verein,  der,  dank  der  rüstigen  Fükr- 
sorge  des  Hm.  Kl  esse,  immer  Neues  oder  Interessantes  in 
seinen  Proeprammen  bietet,  legte  von  diesem  hochanerkennens- 
werthen  Proben  auch  in  seiner  '8.  und  4.  grösseren  Soiree 
Zeug^ss  ab.  Das  Neue  für  die  Mitfi^ieder  und  Gäste  des 
Vereins  bildeten  auf  compositorischem  Felde  das  Clavierquar- 
tett  Op.  14  von  Rob.  Kann,  vom  Componisten  (am  Ciavier) 
und  denHH.  CapellmeisterPaur,  Unkenstein  und  Hansen 

Oielt,  das  GFdur-Claviertrio  von  J.  Raff  und  die  Clavier- 
:>ncellsoiiate  Op.  12  von  G.  Jensen,  in  der  Ausführung 
durch  die  Schwestern  Wignall  aus  Manchester,  welche  den 
Vereinszwecken  bereits  frmier  einmal  dienten  und  auch  dies- 
mal wieder  durch  ihre  talentvollen  Leistungen  er&euten,  eine 
symphonische  Suite  für  Streichorchester  und  zwei  Homer 
Ch>.  6  von  E.  R.  Hansen,  dem  neuen  2.  Violoncellisten  des 
Theaterorchesters,  und  verschiedene  Lieder.  Die  werthvoUsten 
Nummern  hiervon  waren  das  Kahn'sche  Quartett  und  das  schon 
bekanntere  Raff'sche  Trio.  Das  Erstere  ist  eine  durchaus  ge- 
diegene Arbeit,  der  für  eine  allgemeinere  Werthschätzung  nur 
eine  gewisse  Herbheit  des  Ätzdrucks  im  Wege  steht.  Die 
G.Jensen*sche  Ciavier- Violoncellsonate  zeigt  hierein  ein  freund- 
licheres Gesicht,  doch  aber  zu  viel  bekannte  Zü^,  als  dass 
eine  wiederholte  Bekanntschaft  (sie  wurde  vor  eimgen  Jahren 
von  den  HH.  W.  Rehberg  und  Klengel   erstmalig  hier  vor- 

gsführt)  das  Interesse  an  ihr  erhöhen  konnte.  Ein  in  jeder 
eziehung  schwächliches  —  um  nicht  zu  sagen:  dilettanti- 
sches —  Opus  ist  mit  ihrem  meist  verwässerten  Gedankengehalt 
und  ihrem  Mangel  an  contrapunctischer  Arbeit  und  klang- 
lichen Feinheiten  die  sogen.  „SYmphonische**  Suite  des  Hm. 
Hansen,  deren  träger  musikiJischer  Brei  von  Satz  zu  Satz  unge- 
niessbarer  wurde.  Dass  Hr.  Hansen  als  Dirigent  eine  ele- 
gante Figur  machte,  schien  er  selbst  in  dem  ihm  gegenüber- 
stehenden Spiegel  mit  Wohl^üedlen  zu  bemerken.  Von  den 
beiden  mitwirkenden  Sängennnen  war  Frl.  S trauss- Kurz- 
wei ly  die  reifere,  obgleich  es  uns  scheinen  wollte,  als  habe 
ihre  Stimme  nicht  ganz  mehr  den  klaren  Tonansatz  wie  früher, 
während  ihr  Vortrag  wesentlich  an  künstlerischer  Feinheit 
gewonnen  hat.  Als  Instrumentalsolisten  fungirten  Frl.  Marie 
Wignall  auf  der  Violine  und  Hr.  Panzer  aus  Berlin  am 
Flügel,  ohne  den  früher  bei  gleichem  Anlass  von  ihnen  ge- 
wonnenen Eindruck  zu  steigern  oder  zu  vermindern.  Die  nooh 
zu  erwähnende  Eusemblenummer:  die  beiden  ersten  Sätze  des 
Op.  81  für  zwei  Violinen,  Viola  und  ViolonceU  von  Mendelssohn 
haben  wir  nicht  gehört;  ihre  Wiedergabe  durch  die  HH.  von 


ao« 


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Dameck,  Weber,  Klesse  und  Hansen  wurde  uns  als  eine 
vorzügliche  gerühmt. 

£in  durchweg  Interessantes  neuzeitliches  Programm  in 
ganz  ausgezeichneter  Durchfuhrung  wies  die  168.  Elammer- 
musik-Aurführung  im  Riedel -Verein  aus:  Fmoll-Clavier- 
trio  Op.  65  von  ßvof&k,  meisterlich  in  der  technischen  Aus- 
arbeitung und  feurig  und  kraftvoll  in  der  Empfindung  ge- 
spielt von  Frau  Clara Kretzschmar  und  denflJE.  Prill  Und 
Wille,  Liedercyklus  „Bösen  und  Myrthen"  Op.  23  von 
C.  Piutti,  mit  poetischer  Erfieissung,  künstlerischem  Schwung 
und  vorzüglicher  Tongebung  und  Declamation  von  Hm.  Gustav 
Borchers  gesungen  und  von  Hm.  Emil  Wagner  sehr  auf- 
merksam (an  manchen  Stellen  aber  wohl  etwas  zu  derb)  am 
Ciavier  begleitet,  und  das  Streichquartett  „Aus  meinem  Leben'' 
von  B.  Smetana,  in  derselbenpackenden  Ausführung  durch 
die  HH.  PriU,  von  Dameck,  TJnkenstein  und  Wille,  wie  in 
der  4.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaus.  In  dem  Dvof ä*k'- 
schen  Trio  er&eut  vor  Allem  die  überall  gewahrte  Eigenart 
des  Componisten,  auch  da,  wo  dieselbe  in  ihren  Einfallen  dem 
Eammermusikstil  ein  Schnippchen  schlaf;  dann  aber  ist  es 
auch  hier,  wie  in  den  meisten  Compositionen  dieses  Autors, 
die  geistige  Begsamkeit  und  Ungezwungenheit,  die  so  erfri- 
schend im  Gegensatz  zu  so  manäem  erffrübelten  Werk  der 
Jetztzeit  wirkt.  Die  sechs  Lieder,  in  c^nen  mit  Ausnahme 
des  vierten  der  Componist  sein  eie;ener  Dichter  ist,  sind  form- 
fireie  Ergüsse  eines  modern  flQiknden  und  phantasiereichen 
Musikers,  welche,  meist  unmittelbar  zum G^müth  sprechend,  auf 
jeden  empfindenden  Menschen  einen  tiefen  und  poetischen  Ein- 
druck machen  müssen.  Erschienen  bei  Franz  Jost  in  Leipzig, 
seien  sie  allen  Sängern  überzeugungsvollst  empfohlen. 

Hamburgy  1.  April.  Die  Saison  neigt  sich  ihrem  Ende 
zu,  und  haben  wir  gelegentlich  unserer  £e6maligen  Bericht- 
erstattung einer  langen  Beihe  von  letzten  AufBihrungen  zu 
gedenken.  Unter  grosser  Antheilnahme  des  kunstverständigen 
und  musiksinnigen  Hamburg  feinden  die  Schlussconcerte 
unter  der  Leitung  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow  statt,  welche  na- 
mentlich im  Bereiche  der  Oit^hestermusik  eine  Fülle  des  Schönen 
und  Herrlichen  boten.  An  Symphonien  wurden  gespielt  die 
Beethoven'schen  in  Cdur  und  Esdur,  die  No.  12  in  Bdur  von 
Haydn,  die  grosse  in  Gdur  von  Mozart  und  die  Gade'sche  in 
AmoU,  an  Ouvertüren  die  dritte  zu  „Leonore"  und  zu  JEg- 
mont''  von  Beethoven,  die  Tragische  von  Brahms,  zu  „Bea- 
trice und  Benedict **  von  Berlioz  und  zu  ^  Waldmeisters  Braut- 
fedirt''  vonG^msheim  und  an  anderweitigen  Orchestercompo- 
sitionen die  Hmoll-Suite  für  Streichinstrumente  und  Flöte  von 
S.Bach,  die  Adur-Serenade  von  Brahms,  das  Scherzo  aus  der 
gerbst" -Symphonie  von  Baff  und  die  wundernette,  pikante 
Balletmusik  aus  der  neuen  Moszkowski'schen  Oper  „Boabdil**. 
Was  die  Wiedergabe  dieser  Tonschöpf un^n  anbetrifilb,  die 
auf  vier  Concerte  vertheilt  waren,  so  geneth  sie  immer  und 
überall  als  eine  v.  Bülow'sche  —  wir  sagen  jetzt  kein  Wort 
weiter.    Die   solistischen   Herrschaften   dieser   vier  Abende 

fräsentirten  sich  ausschliesslich  als  Tüchtigkeiten:  Frl.  Jetka 
'inkenstein,  die  besonders  schön  mit  Wagner's  „Träume" 
wirkte,  der  vorzügliche  Liszt-Sjpieler  Hr.  Stavenhagen,  Hr. 
Hubay^  der  ein  recht  wohlklingendes  Yiolinconcert  eigener 
Composition  vortrug,  Hr.  Hugo  Becker,  der  ein  hübsches 
Concertstück  i^r  Yioloncell  vom  alten  Bazzini  und  mit  Hm. 
V.  Bülow  Beethoven*s  Ddur-Sonate  aus  Op.  102  spielte,  und 
Hr.  Wilhelm  Tief tr unk.  der  bei  Bach  die  Flötenstimme  vir- 
tuos und  fein  musikaliscn  blies. 

Die  Philharmoniker  unter  Hrn.  Prof.  v.  Bernuth 
haben  eben£B.lls  für  dieses  Musilcjahr  ihre  Thätigkeit  einge- 
stellt. An  grösseren  Werken  wurden  an  den  letzten  Concert- 
abenden  dargeboten  das  „Dettinger  Tedeum"  von  HändeL  Beet- 
hoven^s  „Buinen  von  Athen",  eine  freundliche  Suite  „Roma" 
von  Bizet,  die  reizende  Edur-Sinfonietta  von  Thieriot,  die 
Ouvertüre  zu  „Wilhelm  Teil",  die  CmoU-Symphonie  von  Beet- 
hoven, die  No.  1  von  Schumann,  die  Militär-Symphonie  von 
Hajdn,  Brahms^  Ha^dn- Variationen ,  Schumann-Reinecke's 
„Bilder  aus  Osten",  die  Ouvertüre  zu  -Manfred"  von  Schu- 
mann und  die  erste  zu  „Leonore"  von  Beethoven.  Von  den 
Solisten  hat  der  Claviervirtuos  Hr.  Rosenthal  grosses  Auf- 
sehen gemacht,  haben  Frl.  Leisinger  und  Hr,  Sistermans 
mit  ihren  Gesangsvorträgen  ausserordentlich  angenehm  ge- 
wirkt. 

Ausser  den  eben  gedachten  Concerten  sind  an  Auffüh- 
rungen grösseren  Stils  noch  erwähnenswerth:  eine  Veranstal- 
tung des  Musikdirectors  Fritz  Scheel,  an  der  Hr.  v.  Bülow 
sich  mit  dem  unübertrefflichen  Vortrag  von  Beethoven's  Es- 


dur-Concert  und  der  Ungarischen  Phantasie  von  Liszt  be- 
theiligte^  das  zweite  Kircnenconcert  des  Hm.  Carl  Arm- 
brust, m  dem  es  Orgelwerke  von  Bach,  Händel  und  Rhein- 
beiger  (Edur-Concert  Op.  137)  und  Chöre  von  Allegri  und 
J.  M.  Bach  zu  hören  gab,  ein  Liederabend  desCaecilien- 
Vereins  mit  einer  Auswahl  gediegener  und  gut  gesoDjg&oßK 
Chorsachen,  ein  Abonnementabend  der  Altonaer  Sing- 
akademie, der  sich  mit  dem  ersten  „Euryanthe"-Act  und 
Mendelsfsohn's  „Walpurgisnacht"  beschäftigte,  und  ein  Massen- 

fesang  von  imposanter  Wirkung  der  Vereinigten  Ham.- 
urg-Altonaer  Liedertafeln   unter  Prof.  Ion.  Kruges 
Leitung. 

Von  den  nahezu  unzähligen  Kammermusiken  können  wir 
nur  die  wichtigsten  und  dazu  in  aller  Kürze  namhaft  machm. 
Wie  Hans  v.  Bülow  immer  und  überall  den  Mittelpunct  des 
Interesses  bildet,  so  waren  auch  zwei  von  ihm  gegebene  Cla- 
vierabende,  an  welchen  der  Meister  das  Köstlichste  am  Flügel 
zum  Klin^n  brachte,  Gegenstand  allseitiger  Au&ierksamkeit, 
In  der  Soir^  der  HH.  Marwege,  Oberdörffer.  iSchmahl 
und  Klietz  war  der  einzige  Künstler,  bei  der  Wiedergabe 
von  Raff's  Quintett  Op.  107,  ebenfalls  thätig,  und  nicht  minder 
profitirte  ein  Theodor  Kirchner-Concert  von  seiner  pia- 
nistischen Freigebigkeit.  Die  Soiröe  der  HH.  Fiedler  und 
Zajic  hatten  &shf3b  hervorragende  Bedeutung,  weil  darin 
die  beiden  neuen  Tondichtungen  von  Brahms,  das  Trio  und 
das  Quintett  mit  Clarinette,  zum  ersten  Mal  an  unserem  Ort 
zur  Aufführung  gebracht  wurden. 

lieber  zwei  neue  Opern,  die  schneller  gingen,  als  sie  kamen, 
reden  wir  demnächst.  Louis  Bödecker. 


Conoertumsohau. 

Amsterdam.    Abonn.-Concerte   im    Neuen   Concerthaus 

aam  10.  u.  16.  März:  Symphonien  von  Haydn  (Oxford), 
loven  (No.  6)  u.  S.  de  Lange  (No.  3),  ^yRienzi^'-Ouvert. 
u.  Venusberg-Bacohanale  v.  Wagner,  ,Merlm"-Vonq>iel  von 
Goldmark,  Solovortr&ge  der  HH.  S.  de  Lange  a.  dem  Haas 
(Org.,  Fdur-Conc.  v.  Rheinberger,  Adagio  v.  Brahms  una 
-Cj^lon"  V.  S.  Bach)  und  Mossel  (Violonc,  Conc.  v.  Saint- 
Saöns). 

Arnstadt.  Conc.  des  Oesangver.  f.  gem.  Chor  unt.  sollst. 
Mitwirk,  des  Frl.  Schämack  u.  der  HH.  Bürger  u.  Büttner  a. 
Gotha  am  14.  März:  „Die  Kreuzfahrer^  v.  Gade,  Terzett  v. 
Kreutzer,  (jresangsoli  v.  Brahms*  („Meine  Liebe  ist  grün"), 
Schumann,  Kauffmann  („Die  Wahrsagerin"),  A.  Fuchs 
(„Die  Wintemacht")  und  H.  Sommer  („Lockung"  u.  „Grab- 
schrift"). 

Asehersleben.  6.  Abonn.-Conc.  des  Hrn.  Finzel:  <i.Ser«i. 
f.  Streichorch.  v.  R. Volkmann  (oblig.  Violonc:  Hr.  Ettelt), 
„Parsifal" -Vorspiel  v.  Wagner,  Ouvertüren  v.  Berlioz  („Le 
Cliamaval  de  Rome")  u.  Thomas  („Mi^on"),  8.  Slav.  Tanz  v. 
A.  Dvof  &k,  Solovorträge  der  HH.  Zwintscher  (Clav.,  Esdur- 
Conc.  V.  Beethoven  u.  ^aust"-Walz^  v.  Goun  od -Liszt)  u. 
DöU  (Viol.,  1.  Conc,  1.  u.  2.  Satz,  v.  Bruch).  (Orch.:  Die 
Cap.  des  107.  Inf. -Reg.  [Walther]  a.  Leipzig.) 

Berlin.  Conc  der  Pianistin  Frl.  Heymann  am  17.  März: 
„Oberon"-Ouvert.  v.  Weber»  Ciaviersoli  v.  Beethoven  (Gdur- 
Conc),  Mendelssohn  (Dmoll-Conc),  Chopin,  F.  Gernsheim 
(„Stimmungsbild"),  C.  Heymann  („£lfen£^iel")  und  Liszt 
(9.  „Consolation"  u.  Tarantelle  „Venezia  e  Napoli").—  2.  Popul. 
Conc.  des  Pianisten  Hm.  Stavenhagen  unt.  Mitwirk,  seiner 
Gattin  Agnes  (Ges.):  Soli  f.  G^.  von  Ed.  Lassen  („Trost"), 
Rubinstein  („Es  blinkt  der  Thau"),  Brahms  („Feldeinsam- 
keit"  und  „Junge  Liebe"),  B.  Stavenhagen  („Der  schwere 
Abend"  u.  „Ständchen")  u.  R.  Strauss  („Ständchen")  und  f. 
Clav.  V.  Liszt  (Hmoll-Sonate,  Mölodies  polonaises,  Valse-Im- 
promptu  u.  „Hexameron")  u.  A.  —  Am  21.  März  Conc.  des 
Ehepaares  R^e  mit  den  gleichen  Stücken  f.  zwei  Claviere  wiid 
in  Leipzig  und  wohl  auch  anderwärts.  —  Liederabend  der 
Frau  Goldbach  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm.  Sorman  am 
28.  März:  SoU  f.  Ges.  v.  E.  E.  Taubert  („Trabant"),  Brahms 
(„Die  Mainacht"),  W.  Berg  er  („Lieb  Seelchen,  laas  das  Fi»- 
fi^n"),  L.  Adolpha  Lebeau  („Veilchen  unterm  Gras  versteckt"), 
G.  Henschel  (Wiegenlied  der  Cosakin),  Graf  Hochberg 
(„Liebesklage"),  G.  Kulenkampff  („Frühling"),  B.  L.  Her- 
mann („Im  Mai")  U.A.  u.  f.  Clav.  v.  E.  E.  Taubert  (Rha^. 
a.  Op.  42),  A.  Sormann  (Mazurka).  Moszkowski  („Etan- 
Celles")  u.  Chopin.  —  Conc.  der  Berliner  Liedertafel  (Zander) 
am  24.  März:  Männerchöre  v.  E.  Grell  (Motette),  Riete  (Mor- 
genlied),  Kremser   („Im  Winter"),    A.  Schumann   (Spiel- 


»07 


mannslied),  F.  Hegar  („Todtenvolk"),  E.E.  Tauber t  (-Feier- 
abend"), M.  V.  W<3iiizierl  („HerbstaaQbt**)«  J.  Macnanek 
(„Prinzessm  Ilse*^)  u.  A.,  Solovorträffe  des  Frl.  Herzas  (Ges., 
„Am  Wege  steht  ein  Christusbild**  v.  F.  Draesicke  [?],  „Bast- 
lose Liebe**  V.  0.  Eichberg,  «Herzeleid**  v.  Goldmark,  „Der 
Schuhmacher**  y.  Bungert,  „Unruhige  Nacht**  v.  A.  Thier- 
f eider  etc.)  u.  des  Hm.  Sormann  (Danr-Ballade  v.  Brahms, 
9.  TJngar.  Bhap«.  v.  Lisztetc).  --  2.  Conc.  des  Hm,  A.  Costa 
m.  eig.  Compofiitionen:  Orchestersuite,  Cant.  „Vision**  f.  SoU, 
Chor  u.  Orch.  u.  Legende  „Pilfi^erfahrt  der  Seele**  f.  Sopran- 
solo, Frauenchor  und  Orch.  (Mitwirkende:  Frauen  Lieban- 
GloW  u.  Schwarz  u.  HH.  Lieban  u.  Wolff  [G^.],  der  Gesang- 
chor des  Mohr'schen  Conservat.  u.  das  Philharm.  Orch.)  — 
Liederabend  der  Frau  Schmitt-Cs&nyi  a.  Schwerin  unt.  Mit- 
wirk, des  Violinisten  Hrn.  Lentz  am  26.  März:  Soli  f.  Ges.y. 
J.  Brahms  (JDie  Mainacht**  u.  „Geheimniss**),  A.  Schmitt 
(Wiapenlied),  Franz  („Mein  Schatz  ist  auf  der  Wanderschaft**), 
Eaff  (,iKeine  Sorg  um  den  Weg**)  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Saint- 
Saöns  (Litrod.  u.  Bondo  capricc),  Sin  ding  (Bomanze)  und 
Hubay  („Seines  de  la  Cs&rda**).  —  10.  Philharm.  Conc.  (Dr. 
V.  Bülow):  3.  Symph.  v.  Beethoven,  Adur-Seren.  f.  W.  Orch. 
V.  Brahms,  Suite  f.  Streichorch.  u.  Fl.  v.  S.  Bach  (PL:  Hr. 
Tieftrunk  a.  Hamburg). 

Bern.  6.  Abonn.-Conc.  der  Musikgesellschaft  (Dr.  Mun- 
zi^B^er):  Esdur-Symph.  y.  Borodin,  „iSönig  Stephan**-Onvert. 
V.  Beethoyen,  Vocalquartette  „Nächtens**  u.  yierl^igeunerlieder 
a.  Op.  112  y.  Brahms  (Frl.  Widmer,  Frau  Bäuber-Sandoz  imd 
'SR.  Locher  u.  Egloff)»  Violinyorträge  des  Hm.  Prof.  Heer- 
mann a.  Frankfurt  a.  M.  (Conc.  y.  Beethoyen  u.  „Hejre  Kati** 
y.  Hubay).  —  Volksconc.  derselben  Gesellschaft  am  19.  März: 
Ddur-Symph.  y.  Haydn,  Ouyert.  y.  Boieldieu,  Helyetia-Marsch 
y.  C.  Munzinger,  Vorträge  des  Österreich.  Damenquart  der 
Frls.  Tschampa  u.  Pemer  („Es  steht  eine  Lind**  y.  £lienzl, 
„Der  Bräutigam**,  Minnelied  u.  Wieg;enlied  y.  Brahms  etc.) 
u.  des  Hm.  Jahn  (And.  a.  dem  3.  "Vlolinconc.  y.  Bruch).  — 
5.  Kammermusikmat.  des  Pianisten  Hm.  Denhof  unt.  Mitwirk, 
des  ;Frl.  Süsstrunk  a.  Zürich  (Ges.),  der  Frau  Thürlings  (Harfe) 
u.  der  HH.  Jahn  u.  Mohnhaupt  (Streicher):  Edur-CIayiertrio 
V.  Mozart,  Clay.- Violinsuite  y.  Goldmark,  Soli  f.  Gesang,  f. 
Harfe  y.  Thomas  (Phant.)  u,  f.  ViolonceU  y.  Bruch  (jfcol 
nidrei**). 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
No.  18.  4.  Symph.  y.  Schumann,  symph.  Dicht.  „Hamlet**  y. 
P.  Tschaikowsky,  3.  Violinconc.  y.  M.  Bruch  (Hr.  Urso). 
No.  19.  4.  Symph.  (Originalansgabe)  y.  Schumann,  2.  Ouyert. 
zu  „Leonore**  u.  Esdur-Clayierconc.  (Hr.  d' Albert)  yon  Beet- 
hoyen. 

BFemen.  5.  u.  6.  Kammermusik  Bromberger-Skalitzky 
unt.  Mitwirk,  der  Frau  Joachim  (Ges.),  des  Frl.  Barbi  (Ges.) 
u.  der  HH.  Dtüsterbehn,  Blome,  Estel,  Becker  (Frankfurta.  M.) 
u.  Boijes:  Bdur-Streicnsext.  y.  Brahms,  Gmoll-Streichquart. 
y.  Mozart,  Fdur-Streichquart.  y.  Haydn,  Bdur-Clayiertrio  y. 
Schubert,  , Gesangsoli  yon  Schubert  („Die  schöne  Müllerin**), 
Schumann  u.  A.  —  Conc.  des  Frauenchors  (Bromberger)  unt. 
Mitwirk,  der  Sängerinnen  Frl.  Joachim  u.  Frau  Metzler-Löwy 
am  18.  März:  „Stabat  mater**  f.  Soli,  Frauenchor  u.  Streich- 
orch. y.  Pergolese,  Frauenchöre  y.  Schubert  („Gott  in  der  Na- 
tur** u.  „Standchen**  [m.  AltsoloJ),  Brahms  (Kanons  Op.  18^ 
u.  F.  Kauf f mann  („Lob  der  Musik**),  Arie  „Abscheulicher^ 
y.  Beethoyen. 

Chemnitz.  B.GheseUschaftsabend  derSingakad.  (Schneider): 
Chöre  y.  F.  Liszt  (Chor  der  Engel  a.  „Faust**),  R.  Müller 
G,Frühlingstrost**)  u.  E.  Winkler  (Abendlied),  Liebeslieder  f. 
Soloquart,  u.  Clay.  y.  Brahms,  Gesajigyorträfi^  des  Frl.  Münch 
a.  Dresden  (Romanze  u.  „Blumenorakel**  y.  Mascaeni,  „Der 
Lenz"  y.  Lassen,  „Zur  Drossel  rorach  der  Fink**  y.  d* Albert, 
„Es  muss  ein  Wunderbares  sein**  y.  Ries  u.  ^Strampelchen** 
y.  Hildach),  Soli  f  Clay.  y.  Reinecke  (Ballade)  u.  f.  Viol. 
y.  G.  Hollaender  (Romanze).  —  2.  Abonn.-Conc.  des  Lehrer- 
Gkfiangyer.  (Pöble)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Polscher  a. 
Leipzig  (G^.)  u.  metrowetz  a.  Berlin  (Viol.)  und  des  Hm. 
Drumm  (C:^.):  „Salamis**  f.  M&nnerchor,  Baritonsolo  u.  Orch. 
y.  Gernsheim,  .Sturmesmythe**  f.  Männerchor  u.  Orch.  y. 
La  ebner,  Altmederländ.  Volkslieder,  f.  Soli,  Männerchor  u. 
Orch.  bearbeit.  y.  Kremser,  Männerchorlieder  y.  Mair  („Wie 
die  wilde  Bos**),  Girschner  LHüte  dich**)  u.  A.,  Soli  f.  Ges. 
V.  Saint-Saöns,  Schumann,  Franz  („Lieber  Schatz,  sei  wie- 
der gut**).  Umlauft  (Frühlingslied)  u.  Harthan  (Wiegen- 
lied) u.  f.  Viol.  y.  Zarzycki  (Mazurka)  u.  A.  —  2.  Kammer- 
musikaufführ.  des  Hm.  Pohle:  Clayierquart.  Op.  202  y.  Raff, 
DmoU-Streichquart.  y.  Bazzini,  Soli  i.  Ges.  u.  f.  ViolonceU. 


(Ausführende:  Frl.  Rockstroh  [Ges.],  HH.  Mayerhoff  [Clav.], 
Schiemann,  Gölhiitz,  Dörr  u.  Mann  [Streicher].) 

Darmstadt.  Wohlthätigkeitsconc  am  6.  März:  Variat. 
üb.  ein  Beethoyen'sches  Thema  für  zwei  Claviere  y.  Saint- 
Saöns  (Frl.  y.  Preuschen  u.  Frau  le  Coq),  Frauenchöre  von 
Brahms  (a.  dem  „Jungbrunnen**),  S.  de  Lange  (Käferlied)  u. 
W.  Bargiel  („Frühlingsnacht**),  Soloyorträge  der  Frauen  y. 
Hessert  (Ges.,  „Immer  leiser  wird  mein  Schlummer**  y.  Brahtns 
etc.)  u.  leCoq  (Poln.  Tanz  y.  X.  Scharwenkaetc.),  der  Ffls, 
y.  Bellersheim  (Clay.)  u.  Preuscfien  u.  des  Hm,  Hohlfeld  (Viol., 
Air  y.  S.  Bach  u.  Poln.  Weisen  y.  Statkowski). 

Dessau.  5.  v.  6.  Abend  des  Kammermusikyer. :  Clayier- 
quint.  Op.  114  y.  Schubert,  Streichquartette  y.  Haydn  (Ddur) 
u.  Rubinstein  (Fdur),  DmoU-Clay.fod.  Laute-) Violinson.  V. 
F»  W.  Rust,  Phan.t.  u.  Son.  in  CmoU  f.  Clayier  yon  Mozart. 
(Ausfahrende:  HH.  Klughardt  [Clav.],  Seitz,  Voss,  Weise  u. 
Jäger  [Streicher].)  —  7.  Conc.  der  Hofcap.  (Kloighardt):  Cmoll- 
Symph.  y.  A.  Klughardt,  8.  Ouyert.  zu  „Leonore**  y.  Beet- 
hoyen, Soloyorträfi'e  der  Frau  Niehr-BingBnheimer  (Gesang, 
„Nun  winkts  und  uüsterts**,  „Das  ist  der  Liebe  eigen^,  Zwie- 
gesang  u.  „Liebespredigt**  y.  A.  Klughardt,  „Im  Mai**  yon 
G.  Niehr,  „Es  muss  ein  Wunderbares  sein**  y.  Liszt,  „Ver- 

febliches  Ständchen**  y.  Brahms  u.  Wiegenlied  y.  Mozart)  u. 
es  Hrn.  Seitz  (1.  Conc.  y.  Bruch  u.  üng.  Tänze  y.  Brahms- 
Joachim). 

Graudenz.  Conc  des  Sängers  Hm.  Bulss  imt.  Mitwitk. 
des  Pianisten  Hm.  Masbach  am  19.  März:  Soli  f.  Gesang  y. 
Wagner,  Brahms  („Von  ewiger  Liebe**),  Steinbach  („Du 
rothe  Ros**),  R.  Becker  (-Ostern**),  0.  y.  Chelius  („Selig- 
keit**), F.  Masbach  („Im  Rosenbusch**)  u.  H.  y.  Koss  (Win- 
terlied) u.  f.  Clay.  y.  Liszt  (12.  TJng.  fehaps.). 

Hamburg.  Abonn.-Concerte  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  y. 
Bülow):  No.  8.  Symphonien  y.  Gade  (No.  8)  und  Beethoyen 
(No.  1),  Ouyert.  „Waldmeisters  Brautfahrt**  y.  Gernsheim, 
Soloyorträge  des  FrL  Finkenstein  (Gfes.,  „Träume**  y. Wagner, 
„Frage**  y.  H.  y.  Koss  etc.)  u.  des  Hm.  Becker  a.  Frai^furt 
a.  M.  (Violonc,  Concertstück  y.  Bazzini),  Ddur-Clay.-Violon- 
cellson.  y.  Beethoyen  (HH.  Dr.  y.  Bülow  u.  Becker).  No.  9. 
Jnpiter-S^ph.  y.  Mozart,  Ouyerturen  y.  Berlioz  („Beatriee 
et  B6n6dict**)  u.  Beethoyen  (No.  8  zu  „Leonore**),  Vorspiel  u. 
Balletmusik  a.  „Boabdil**  y.  Moszkowski,  Clayieryortrl^ 
des  Hm.  Stayenhagen  (Adur-Conc.  y.  Liszt,  B^ps.  Op.  79, 
No.  2,  y.  Brahms  etc.).  —  10.  Philharm.  Ccmo.  (Ptof.y.  Ber- 
nuth):  6.  Symph.  y.  Beethoyen,  „Manfired**-Ouyert.  y.  Schu- 
mann, Orch^teryariat.  üb.  ein  Haydn'sches  Thema  y.  Brahms, 
Gesangyorträge  des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  („Vorabend**  zu 
den  Brautliedem  y.  Cornelius,  „Vergebliches  Ständchen**  u. 
Wiegenlied  v.  Brahms  etc.). 

Hildeshelm.  8.  Kammermusikabend  der  HH.  Nick, 
Haenflein,  Kote,  Kirchner  u.  Blume  unt.  Mitwirk,  der  Sän- 
gerin Frl.  Edelmann:  Clayierquint.  y.  Schumann,  Streich- 
quartette y.  Mozart  (Bdtir)  u.  Beethoyen  (Op.  74),  Gesangsoli 
y.  Brahms  {„Immer  leiser**),  Grieg  („Hoffiiung**),Wtilfner 
(„Wenn  du  dein  Haupt**),  Schubert  und  Hill  er  („FrühlingB- 
jubel**). 

Laibaeh.  8.  Mitgliederconc.  der  Phüharm.  Gesellschaft 
(Zöhrer):  Ddur-Symph.  y.  Haydn,  Ddur-Seren.f  Streichorch. 
y.  R. Fuchs,  Soloyorträfi^  des  Frl.  Schöntag(G«s.,  „Solyejg's 
Lied**  y.  Grieg  etc.)  u.  aes  Hm.  Legrand  (Fl.,  Concertstück 
y.  Doppler). 

Leipzig.  158.  Kammermusik- Aufführ,  im  Riedel- Ver.r 
Streichquart.  «Aus  meinem  Leben**  y.  Smetana,  Clayiertrio 
Op.  65  y.  A.  Dyof  &k,  Liedenrfklus  „Rosen  und  Myrthen**  y. 
C.  Piutti.  (Ausfährende:  HH.  G.  Borchers  [Gesang],  Frau 
Kretzschmar  [Clayier]  [u.  HH.  Prill,  v.  Dameck,  XJnkenstein 
und  Wille  [Streicher].)  —  22.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  G^ewand- 
haus  (Prof  Dr.  Reinecke):  9.  Symph.  y.  Beethoyen,  „Atha- 
lia**-Ouyert.  u.  Fragmente  a.  „Christus**  y.  Mendelssohn.  (So- 
listen: Frauen  Bauxnann  u.  Metzler-Löwy  und  HH.  Trauter- 
mann, Bärge  u.  Schelper^  —  American  Öomposers'  Conc.  unt. 
Leit.  des  Hrn.  Arens  u.  Mitwirk,  der  Cap.  des  184.  Inf. -Reg. 
am  9.  April:  1.  u.  2.  Satz  a.  der  Symph.  „Ln  Frühling**  y. 
J.  K.  Paine,  symph.  Fant.  „Aus  meines  Lebens  Frühlmgs- 
zeit**  y.  F.  X.  Arens,  drei  Sätze  a.  der  Suite  Op.  42  y.  F.  A. 
Mac- Do  well,  Dramat.  Ouyert.  „Melpomene**y.  G.W.  Chad- 
wick, Pr61.  „Otho  Visconti**  y.  F.  G.  Gleason.  R^yerie  past. 
f.  Fl.,  Ob.,  zwei  Homer  u.  Streichorch.  y.  C.  !Bush,  Streich- 
orchesterstücke y.  A.  Foote  (Gkiyotte).  V.  Herbert  („Liebes- 
scene**)  u.  H.  Schoenefeld  (Marcia  lant.). 

München.    3.  Conc.  des  Orch.-Ver.:    Cmoll-Orch.-Phaiit. 
y.  S.  Neukomm,  „Vltaya**  y.  Smetana,  symphon.  Prolog  zu 


208 


„CMihello"  V.  Arn.  Krug,  „Pie  Priesterin  der  Isis  in  Rom"  f. 
eine  Altetimme  (Frl.  G^reissen)  u.  Orch.  v.  Bruch." 

OldenbOFg.  Oonc.  des  Tenoristen  Hm.  Dippel  a.  Bremen 
unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hrn.  Odenwald  y.  ebendaher  am 
19.  März:  Fragmente  a.  den  „Meistersingern",  der  „Walküre" 
u.  dem  „Fliegenden  Holländer"  v.  Wagner  n.  a.  „Oavalleria 
ruBticana"  u.  „Freund  Fritz"  v.  Mascagni,  Lieder  v.Grieg 
(„Ich  Hebe  dich").  Brahms  („Wie  froh  und  frisch"),  Eubin- 
stein  („Neue  Lieoe"),  Mascagni  („Blumenorakel"  und  „Die 
Böse  im  Gtebetbuch")  u.  Schumann,  Glaviersoli  v.  Beethoven 
(Son.  Op.  57),  S.  Bach  (Prael.  u.  Fuge  in  OismoU),  Schubert, 
Baff  (Cavatine)  u.  Liszt  (Valse-Impromptu). 

Rostock.  Gonc.  der  Singakademie  (Dr.  Thierfelder)  am 
10.  März:  „Vom  Pagen  imd  der  Königstochter"  v.  Schumann, 
Chöre  V.  Haydn,  Schubert  u.  L.  Hinzpeter  („Nachklang"), 
Qesangsoli  v.  Franz  („FürMusik"),J.  Schaff  er  („Abschied" 
u.  „G&ch  wie  der  Mond")  u.  A. —  Letztes  CJonc.  des  Ooncert- 
ver.  (Dr.  Thierfelder):  4.  Svmph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren 
V,  Mendelssohn  u.  Weber,  (j-esangvorträge  des  Frl.  Leisinger 
a.  Berlin  („Vorabend"  a.  den  BrauÜiedem  von  Cornelius, 
„Vergebliches  Ständchen"  v.  Brahms  etc.). 

Speyer.  6.  Conc.  v.  Oaecüien-Ver.  u.  Liedertafel  (Schefber) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frau  Wirth  aus  Aachen: 
Männerchöre  v.  C.  M.  £unz  („Hymne  an  Odin"),  Lützel, 
P.Cornelius  („Der  alte  Soldat"),  F.  Hegar  (,^odtenvolk"), 
Schubert  („Ständchen",  m.  Altsolo),  Veit  („Der  Köni^  in 
Thule"),  F.  Langer  („Waldesrauschen")  u.  M.  v.  Weinzierl 
(^Heute  ist  heut"),  Soli  f.  Gesang  v.  H.  Sommer  (Lied  der 
Wnlfhild),  A.  Hungert  („Waldweh"),  Berger  (Kinderlied), 
Brahms  („Von  ewiger  Liebe"),  F.  Kauffmann  (Lied  des 
Ludolf)  u.  M.  Stange  (»Die  Bekehrte")  u.  f.  Violoncell  von 
Goltermann  (Romanze). 

Zwickau.  B,  Philharm.  Conc.  (Eilenberg  u.  Rechlich): 
2.  Symph.  v.  F.  E.  Koch,  „MeiBtersinjg;er"-Vorspiel  v.  Wag- 
Äer,  Ouvert.  zu  0.  Ludwig's  Trauerspiel  „Die  Makkabäer"  v. 
E.  Kronach,  G^sangvorträge  des  Frl.  Perl  a.  Sondershausen 
(„Liebesglück"  v.  Sucher,  „Im  Mai"  v.  Franz,  Serenade  v. 
äruch  etc.). 

B^  VeraUeU  Programme,  »o%oie  Programme  ohne  Angcibe  von  Ort  und 
Datum  mü99en  voUmndig  unheaehtei  bleiben  f 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Bremen.  Im  letzten  Concert  des  Frauenchors  hatte  das 
Publicum  die  Freude,  die  von  früheren  Anlässen  her  in  bester 
Erinnerung  stehende  Altistin  Frau  Metzler-Löwy  wieder 
einmal  zu  nören  und  sich  an  ihrem  herrlichen  Gesang  zu  de- 
lectiren.  Neben  ihr  wirkte  solistisch  unter  ehrendem  Beifall 
auch  die  junge  Sängerin  Frl.  Joachim  mit.  —  Cassel.  Für 
das  Opernpersonal  des  hiesigen  k.  Theaters  wurde  als  stän- 
diges Mit^ed  der  treffliche  Baritonist  Hr.  Rud.  v.  Milde 
aus  Weimar  gewonnen.  —  C61n.  Bei  dem  Cölner  Männer- 
Qesangverein  hat  kürzlich  ein  Dirigentenwechsel  stattgefun- 
den, indem  an  Stelle  des  Hrn.  Otto  Sineer  der  bisherige  Diri- 
^nt  des  dortigen  „Liederkranzes",  Hr.  J.  Schwärt z,  getreten 
ist.  Hr.  Singer  selbst  hatte  das  Verhältniss  eekün£gt.  — 
New-Tork.  Das  erste  Gtesang-Becital  des  Ehepaares  Hen- 
schel  zeigte,  dass  dasselbe  bei  uns  noch  in  bester  Erinnerung 
stehe,  denn  der  Saal  war  wohlgefüllt  und  echter  Enthusias- 
mus begleitete  die  Gaben  der  läinstler.  Gaben,  welche  aller- 
dings solche  ersten  Banges  sind.  —  Paris.  Frl.  Si£;rid  Ar- 
nolds on  hat  zu  ihrem  Wiedereintritt  in  die  Komische  Oper 
die  Bolle  der  Lakmö  erwählt  und  mit  dem  unwiderstehlichen 
Beiz  und  der  feinen  Grazie  ihrer  Persönlichkeit  und  ihrer 
Kunst  das  Publicimi  gefesselt.  Der  polnische  Pianist  Hr. 
Slivinski  erledigte  in  seinem  Concert  ein  lanees  und  seh  wie- 
ri£^  Programm  und  erwies  sich  namentlich  ab  grosser  Tech- 
niker, wänrend  seine  Au£&issung  an  Uebertreibungen  litt.  — 
Plauen  !•  V.  Im  3.  Abonnementconcert  des  hiesigen  Bichard 
Wagner- Vereins  erregte  Hr.  Arno  Hilf  aus  Leipzig  mit  seinem 
aussergewöhnlichen  Yiolinspiel  grossartige  Sensation,  wie  auch 
die  Liedervorträge  eines  weiteren  Gk^tes  aus  Leipzig,  der  an- 
muthigen  Sängerin  Frl.  Clara  Polscher,  dem  Concerte   zur 

grössten  Zierde  gereichten  und  allgemeinen  Jubel  beim  Pub- 
cum  erweckten.  —  Stuttgart.  In  dem  letzten  Hofconccrt 
wirkte  unter  grosser  Auszeichnung  der  höchsten  Herrschaften 
die  Sängerin  Frau  v.  Knappstaedt  aus  Leipzig  als  Solistin 
mit*^ 


Leipzig. 

V.  Dr.  BuSt. 


Kirohenmusik. 

Thomaskirche:   9.  April.     „Yernss  ihn  nicht" 
„Sei  getreu  bis  in  den  Tod"  v.  V.  Schurig. 

Aufgeflihrte  NovttSten. 


Bazzini  (A.),  Concertstück  f.  Violonc.  m.  Orch.  (Homburg  v. 
d.  H.,  Conc.  der  städt.  Cur-  u.  Theateroapelle.     Lübeck, 

4.  Philharm.  Conc.  Zürich,  6.  Abonn.-Conc.  derAllgem. 
Musikgesellschaft.) 

Berlioz  (H.),  Ouvert.  „Le  Camaval  romain".  (Oldenburg, 
6.  Abbnn.-Conc.  der  Hofcap.) 

„König  Lear"-Ouvert.    (feschopau,  2.  Symph.-Conc.  der 

städt.  Cap.) 

Bizet  (G.),  Orchestersuite  „Boma".  (Hamburg,  7.  Philharm. 
Conc.) 

Borodin  (A.),  2.  Streich quart.  (St.  Petersburg,  letzte  Kam- 
mermusik der  Musikal.  Gesellachafl.) 

Brahms  (J.),  1^  Symph.  (Zürich,  6.Abonn.-Conc.der  Allgem. 
Musik^;esellschaft.) 

Streichquint.  Op.  111.  (Frankfurt  a.  M.,  6.  Kammer- 
musikabend der  Museumsgesellschaft.  Leipzig,  7.  Kam- 
mermusik im  Neuen  Grewandhaus.) 

Cmoll-(od.  Gmoll?)Clavierquart.     (New- York,  3.  Conc. 

des  Beethoven  String  Quart.) 

Ciaviertrio  Op.  87.  (Frankfurt  a.  M.,  2.  Kammermusik- 
abend der  HH.  Kwast  u.  (}en.) 

Ciaviertrio  Op.  101.     (Bestock,  2.  Kammermusikabend 

des  Hm.  Bühiing.) 

Bree  (J.  B.  van),  Concertouvert.  (Amsterdam,  Gr.  Nat.  Conc. 
des  Paleis  Ork.) 

Bruch  (M.),  „Achilleus"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Bheydt,  Conc. 
des  Männergesangver.  am  7.  Febr.) 

„Frithjof"  f.  Wlnnerchor,  Soli  u.  Orch.  (Wismar,  Conc- 

des  Männer-Gesanever.  am^  2.  Febr.) 

„Normannenzug"  f.  Baritonsolo,   Männerchor  u.  Orch. 

(Leipzig,  Winterconc.  des  Univers.-Sängerver.  zu  St. 
Pauli.) 

Bülow  (H.  V.),  Ballade  „Des  Sängers  Fluch"  f.  Orch.  (Wies- 
baden,  Extra-Symph.-Conc  des  städt.  Curordheaters  am 

5.  Febr.) 

Cornelius  (P.),    Ouvert.    zum   „Barbier  von  Bagdad".    (St. 

Petersburg,  3.  Pop.  Conc.) 
Gernsheim  (F.),  2.  Symphonie.    (Mainz,  8.  S7mph.-(Ik>nG.  der 

städt.  Cap.) 
Gouvy  (Th.),  Seren.  Op.  84.      (Paris,  3.  Sitzung  der  Soci6t6 

de  musique  fran^aise.) 
Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt".  (Lübeck,  4.  Phil- 
harm. Conc.     New- York,   oonntagabend-Conc.   des  BLm. 

A.  Seidl  am  13.  März.    St.  Petersburg,  3.  Pop.  Conc.) 

Streichquart.    (Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 

Haan  TW.  de),    „Das  Grab  im  Busento"  f.  Männerchor  und 

Orch.    (Bheydt,  Conc.  des  Männer-Gesangver.  am  7.  Febr.) 
Harn  er  ik  (A.),  Symph.  Ijrr.    (Oldenburg,  6.  Abonn.-Conc.  der 

Hofcap.) 
Hol  (B.),  Concertstück  „Auferstehen"  f.  Orch.     (Amsterdam, 

Gr.  Wat.  Conc.  des  Paleis  Ork.) 
Kahn  (B.),   Ciavierquart.     (Leipzig,  3.  Soiröe  des  Kanuner- 

musikver.) 
Klose  (F.),  ^ssa  solenelle  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Lausanne, 

Conc.  der  Soci^t^  de  Sainte-C^üe.) 
Lange  (D.  de),  CmoU-Symph.      (Amsterdam,  Gr.  Nat.  Cone. 

des  Paleis  Ork.) 
Liszt  (F.),  Esdur-Clavierconcert.    (Genf,  8.  Abonn.-Conc.  im 

Theater.) 
Ochs  (T.),   Cant.  „Deutsches  Aufgebot"  f.  Männerchor,  Solo 

u.  Orch.     (Wismar,    Conc.    des    Männer-G^angver.    am 

2.  Febr.) 
Olsen  (Ole),  Ouvert.  zu  Weilen's  „König  Erich".     (Christia- 

nia,  5.  Conc.  des  Musikver.) 
Perfall  (C.  vO,    „Domröschen"   f.   Chor  u.  Soli  m.  Ciavier. 

(Genthin,  Wohlthätigkeitsconc.  des  Chorgesangver.) 
Baff  (J.),  Waldsymph.    (New-York,  8.  Philharm.  Conc.) 
Symph.  „Frühlingsklänge".  (Wiesbaden,  Extra-Symph.- 

Conc.  des  städt.  Curorch.  am  6.  Febr.) 
Bei  necke  (C),  l.  Symphonie.  (Leipzig,  17.  Abonn.-Conc.  im 

Neuen  (jl^wandhaus.) 
„Hakon  Jarl"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.      (Leipzig, 

Winterconc.  des  Univers.-Sängerver.  zu  St.  Pauli.) 


209 


Bheinberger  (J.)i  Esdur-Clavierquaxt.     (Magdeburg,  Ton- 

.    künstlerver.) 
Bubinstein  (A.),  Amoll-Symph.      (St.  Petersburg,  3.  Pop. 

Conc.) 
daviarquint.  Op.  99.    (St.  Petersburg,  letzte  Kammer- 

muaik  der  Musikal.  G^esellschaft.) 
Saint-Saöns  (C),  Cmoll-Symph.    (Zürich,  Conc.  f.  dieHüfs- 

u.  Pensionaoasse  des  Tonhalle-Orch^ 
Sept.  f.  Tromp.,  Glavier  n.  Streicninstrumente.    (Genf, 

4.  KanmiennusiK  des  Quart.  Stemberg   u.   des  Hm.  W. 

Behberg.) 
Schumann  (C),    „Gus  Frangipan"  f.  Solo,  Chor  und  Dreh. 

(Merseburg,  Musikaufßühr.  des  Gesangver.  am  5.  Febr.) 
Sgambati  (G.),  Clavierquint.  Op.  5.  (Osnabrück,  2.  I^mmer- 

musikabend  des  Ehepaares  Meier.) 
SLtt  (RX  Ouvert.  zu  „Don  Juan  d'Austria*'.   (Leipzig,  Conc. 

des  Liehrer-G^esangver.  am  26.  Febr.     Zürich,  6.  Abonn.- 

Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschafb.) 
S  ob  eck,  BlaSQuint.    (Weimar,  4.  Abonn.-Conc.  der  grossherz. 

Musikschule.) 
Strauss  (E.),  Symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung**.    (New- 

York,  8.  Philharm.  Conc.) 
Streng  (T.),   „Die  verlassene  Mühle"   f.  Tenorsolo,  Männer- 
chor u.  Orch.  (Leipzig,  Winterconc.  des  XJnivers.-Sänger- 

yer.  zu  St.  Pauli.) 
Svendsen  (J.  S.),  1.  Symphonie.     (Christiania,  6.  Conc.  des 

Musikver.) 

2.  Symph.    (Genf,  8.  Abonn.-Conc.  im  Theater.) 

Thieriot  (F.),  Sinfonietta.     (Zeitz,  1.  Auffuhr,  des  Concert- 

vereins.) 
Tinel  (E.),  Ouvert.  zu  -Polyeuct".  (New-York,  2.  Seidl-Conc. 

in  Madison  Square  Garden.) 

Orator.  „Franziscus".     (Auchen,  5.  städt.  Abonn.-Conc.) 

Tscha'ikowsky  (P.),    2.  Streichquart.    (New-York,  3.  Conc. 

des  Beethoven  String  Quart.) 
Verhulst  (J.  J.),  Ouvert.  zu  „Giisbrecht  van  Amstel**.  (Am- 

sterdana.  Chr.  Nat.  Conc.  des  Paleis  Ork.) 
Wagner  (It.),  „Siegfried-Idyll".   (Zschopau,  2.  Symph.-Conc. 

der  städt.  Cap.) 
„Par8ifal**-Vor8piel.      (Amsterdam,  AussergewÖhnliches 

Alx>nn.-Conc.  im  Treuen  Concerthaus  am  11.  Febr.) 
Kaiser-Marsch.    (Mainz,  8.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 


Vermischte  MKtheilungen  und  Notizen. 

*  Das  Westfälische  Musikfest  zu  Dortmund  am 
21.  und  22.  Mai  wird  als  Hauptwerke  die  7.  Symphonie  von 
Beethoven,  eine  symphonische  Dichtung  von  F.  Liszt,  die 
„Schöpfung''  von  Haydn,  die  Cantate  „Cobet  G^tt  in  seinen 
Reichen**  von  S.  Bacn  und  das  Schicksalslied  von  Brahms  im 
Programm  haben,  ^vahrscheinlich  auch,  weil  Hr.  Prof.  Dr. 
Joachim  Instrumentalsoüst  ist,  das  3.  Violinconcert  von 
Bruch. 

*  Am  22.  Mai  wird  das  vor  das  Neue  Gewandhaus  zu 
Leipzig  zu  stehen  konmiende  Mendelssohn-Denkmal  ent- 
hüllt werden.  Der  Feier  wird  eine  Aufführung  der  „Athalla** 
im  Neuen  Gewandhaus  folgen. 

*  In  diesem  Jahre  kommen  wieder  die  beiden  Stipen- 
dien der  Mendelssohn-Stiftung  zu  je  16(X)  Ji  zur  Ver- 
theilung.  Bewerber  um  dieselben  haben  sich  bis  zum  1.  Juli 
d.  J.  an  das  Curatorium  der  Stiftung  in  Berlin,  W.,  Behren- 
strasse 72,  zu  wenden. 

*  In  Lyon  wurde  am  4.  d.  Mts.  erstmalig  Wa^ner^s 
„Tannhäuser**  gegeben,  trotz  des  unzureichenden,  im  letzten 
Act  ohnmächtig  gewordenen  Vertreters  der  Titelpartie  mit 
grossem  Erfolg. 

*  Wagner*s  ^ohengrin**  hat  in  der  Grossen  Oper  zu 
Paris  die  60.  Aunbhrung  überschritten. 

*  Im  k.  Theater  zu  Wiesbaden  ging  am  7.  d.  Mts. 
Wagner 's  „Götterdämmerung**  als  Novität  über  die  Bretter. 
Die  Aufnahme  des  Werkes  war  eine  begeisterte. 


*  Anton  Rubiustein's  Oper  „Die  Kinder  der  Haide** 
wurde  ^legentlich  dar  Anwesenheit  des  Componisten  in  Prag 
im  dortigen  Deutschen  Landestheater  aufgeführt. 

*  Mascagni*s  vielbesprochene  Oper  „Freund  Fritz**  ist 
in  Weimar  am  8.  April  zum  Geburtstage  der  Chrossherzogin 
zum  ersten  Male  gegeben  worden.  Die  an  diesem  Tage  übliche 
Enthaltung  von  allen  Beifallsbezeu^ungen  schien  den  meisten 
Anwesenden  nicht  allzuschwer  zu  mllen,  so  vortrefflich  auch 
die  Auffiihrung  war. 

*  Die  Erstaufführung  von  M.  Moszko  wski's  Oper  „Boab- 
dil**  im  k.  Opernhaus  zu  Berlin  ist,  nachdem  sie  neuerdings 
für  den  9.  und  12.  d.  Mts.  angesetzt  war,  immer  wieder  ver- 
schoben worden.  Man  ist  jetzt  um  so  gespannter  auf  diese 
Novität,  als  der  Ausspruch  oekannt  geworaen  ist,  den  Hr. 
Dr.  V.  Bülow  bei  seiner  letzten  Abfahrt  von  Berlin  über  die- 
selbe gethan  hat.  Als  nämlich  —  so  schreibt  der  „B.-C.**  — 
kurz  vor  Abfi;ang  des  Zuges  ein  Musiker  „Hoch  Bülow  und 
Bismarck!**  dem  scheidenden  Meister  zugerufen  hatte,  erwie- 
derte  der  Letztere:  „Es  freut  mich,  dass  der  Buchstabe  B 
sich  als  ein  so  glücklicher  erweist;  ich  wünsche,  dass  sich 
noch  ein  mir  sehr  am  Herzen  liegendes  drittes  B  als  ebenso 
glücklich  erweisen  möge;  ich  meine  —  »Boabdilc** 

*  In  Lütt  ich  ging  am  1.  d.  M.  erstmalig  AlphonseDu- 
vernoy's  Oper  „Sardanapal**  mit  grossem  Erfolg  in  Scene. 

*  Die  Oper  „Der  MohrenfÜrst**  von  G.  Kulenkampff 
hat  bei  ihrer  kürzlich  stattgefundenen  Erstau&Ührung  in 
Magdeburg  nur  einen  geringen  Eindruck  gemacht. 

*  Lucidi's  neue  Oper  „Iwan**  hatte  bei  ihrer  ersten  Auf- 
führung im  Argentina-Theater  in  Kom  nur  einen  Achtungs- 
erfolg. 

*  Wenn  Hrn.  Dr.  H.  v.  Bülow  Etwas  den  grösstentheils 
recht  hässlichen  Erfolg  seiner  Bede  nach  Schluss  des  10.  Phil- 
harmonischen Concertes  in  Berlin  vergessen  zu  machen  ver- 
mochte, so  waren  es  sicher  die  grossartigen  Ovationen  und 
sonstigen  Beweise  der  Verehrung  und  Anhänglichkeit,  mit 
welchen  er  Anfang  vor.  Woche  in  dem  Concert  des  Philhar- 
monischen Chors,  in  welchem  er  die  Ouvertüre  Op.  124  und 
die  9.  Symphonie  von  Beethoven  dirigirte,  und  in  Concerten 
des  Philharmonischen  Orchesters  am  Dienstag  und  Mittwoch^ 
in  denen  er  als  Dirigent  und  Pianist  mitwirkte,  sowie  bei 
seiner  Abreise  auf  dem  Lehrter  Bahnhof  in  des  Wortes 
wahrster  Bedeutung  überschüttet  wurde.  Sie  stehen  nament- 
lich in  erfreulichstem  Gegensatz  zu  den  vielen  wüthenden 
Ausfällen,  mit  welchen  die  dortige  Presse  den  genialen  Künst- 
ler für  die  erwähnte  Ansprache  bestrafen  zu  müssen  glaubte. 
Von  diesen  Verunglimpfungen  seien  hier  vor  Allem  die  des 
jüdisch-freisinnigen  „Kleinen  Journals**,  welchem  Hr.  Wilhelm 
Tappert  als  musikalischer  Reporter  dient,  festgenagelt. 

*  Hr.  Bertfand  Roth  in  Dresden  hat  wie  in  den  Vor- 
wintern auch  in  der  zu  Ende  gehenden  Saison  einen  Cyklus 
von  populären  Claviervorträfiren  daselbst  absolvirt  and  wirk- 
lich Kunstwürdiges  in  denselben  geboten. 

*  Hr.  Nicodö  veranstaltete  in  Dresden  am  8.  März  ein 
Orchesterconcert,  in  welchem  Hr.  Anton  Rubinstein  als 
Dirigent  und  Oomponist  mitwirkte  und  dieselben  Werke  von 
sich  zur  Aufführung  brachte,  wie  im  20.  Leipziger  Gewand- 
hausconcert.    Leider  passirte  im  letzten  Satz  der  Gmoll-Sym- 

fhonie    das  Unglück   eines   vollständigen  Umwerfens.    Das 
Publicum  war  äusserst  enthusiastisch  gestimmt. 

*  Hr.  Sarasate  hat  kürzlich  in  Bonn  ein  Concert  zum 
Besten  des  dortigen  Beethoven-Hauses  gegeben. 

*  Hr.  Hofrath  PoUini  in  Hamburg  hat  den  Pianisten  Hrn. 
Moriz  Rosenthal  für  eine  nächstwinterliche  Toumöe  von 
50  Concerten  engagirt. 

Todtenllste.  Gottfried  Hartmann  in  Meissen,  50  Jahre 
hindurch  verdienstlich  als  Musikdirector  in  Waldenborff  und 
dann  bis  April  1890  in  Meissen  thätig  gewesen,  f«  77  Jahre 
alt,  am  5.  April.  —  J.  E:  Wurm,  ehem.  Organist,  geschätzter 
Musiklehrer,  f  in  Southampton. 


J3x*ief  kästen. 


M^  O,  m  I^,  Es  wiiä  noch  Wochen  dauern,  bis  wir  das 
gerade  in  letzter  Zeit  noch  massenhaft  eingegangene  Pro- 
grammmaterial untergebracht  haben  werden.    Also  Geduld! 

L,  G,  in  B,    Die  neueste  gehässige  Bemerkung  des  Hrn. 


W.  T.,  dass  Hr.  Dr.  v.  B.  seinem  Concertagenten  aus  einem 
bestimmten  Grunde  „fünfjährige  treue  A&rkthelferdienste" 
geleistet  habe,  hat  bei  uns  die  gleiche  Vermnthung  angeregt, 
wie  bei  Dinen. 


210 


Anseiffen. 


Im  Verlage  von  E.  W.  FritlSCh  in  Leipzig  erschien: 


Wagner-Encyklopädie. 


In  wörtlichen  AnfUhrungen  aus  seinen  Schriften  dargestellt 

von  [401.] 

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Bestellungen  werden  van  jeder  Buch',  Ktmst-  und  Mu^ikcUienhandltingj  sowie  auch  direct  vom  Verleger 

angenommen  und  ausgeführt* 


'.       ^     -U     ^        ^    ^       ^    ^     .^   m.       ^ 


Die  Wagner-Encyklopftdie  stellt  es  sich  zur  Aufgabe,  die  durch  ihre  reformatorische  Bedeutung  auf  dem  Ge- 
biete der  Kunst  mid  Cultur  hervorragenden  Aeusserungen  Wagiier^s  über  eine  umfassende  Reihe  von  Erscheinungen  auf  dem 
weiten  Gebiete  der  Kunst-  und  Culturgeschichte  in  alphabetischer  Folge  und  nach  Möglichkeit  nicht  blos  in  aphoiisti- 
scher  Kürze  wiederzugeben,  sondern  jene  Aussprüche,  wo  die  Sache  es  mit  sich  bringt,  in  ungezwungener  Weise  zu  kleinen 
Abhandlungen  über  den  einzelnen  Gegenstand  zu  verbinden.  Diese  Abschnitte,  von  sehr  verschiedenem  Umfang,  sind 
durchweg  aus  den  mit  buchstäblicher  Treue  wiedergegebenen,  eigenen  Worten  des  Meisters  zusammengestellt.  Indem  lUi* 
Jeden  dieser  Abschnitte  die  vorhandenen  Aussprüche  aus  den  verschiedenen,  oft  entlegenen  Theilen  der  Gesammelten 
Schriften  Wagner's  herangezogen  sind,  ist  —  ausser  ihrer  Authenticität  —  Zweierlei  erreicht: 

1)  eine  erschöpfende  Vollständigkeit  dieser  Aussprüche,  sodass  der  Leser  gewiss  sein  kann,  dass  in  keinem 
Theile  der  Schriften  etwas  auf  den  Gegenstand  Bezügliches  übersehen  sei,  was  nicht  schliesslich  noch  im  Anhang 
oder  im  Inhaltsverzeichniss  imter  dem  gleichen  Titel  anzutreffen  wäre; 

2)  durch  jedesmalige  Ausscheidung  des  nicht  nothwendig  zu  dem  besonderen  Gegenstand  Grehörigen  und  streng  sach. 
liehe  Verbindung  des  Zusammengehörigen,  in  den  meisten  Fällen  ein  Text  von  einer  speci fischen  Vollstän- 
digkeit, wie  er  sich,  wiewohl  echt  Wagnerisch,  dennoch  in  gleicherweise  an  keiner  einzelnen  Stelle  der  Schriften 
wiederfindet,  sodass  die  Encyklopädie  in  dieser  Beziehung  in  ihrer  Art  überall  Neues  darbietet  und  wie  ein 
OiTigfinal^^iveirk  l^ag^ei-'s  gelesen  werden  kann,  während  andererseits  die  vorhandenen  Belege 
überall  die  zu  Gninde  liegenden  Stellen  der  Schriften  vergegenwärtigen. 


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Sieamund's  Liebeslied  aus:  „Die  Walküre"".    J^  1,75. 

WaTther's  Preislied  aus:   „Die  Meistersinger  von  Nürn- 
berg«. J^  1,75. 
Am  stillen  Herd  in  Winterszeit   (Walther  vor  der 

Meisterzunft)  ans:   „Die  Meistersinger  von  Nürnberg". 

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Eberiiai*dt|  Gobyi  ötudienwerke  für  Violine. 
Op.  84.     Tägliche  Violin-Üebungen   in    den  verschie- 
denen Intervallen  in  Verbindung  mit  kleinen 
Etüden  für  AnAnger  (1.  Lage)    .     Ji  % — . 
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Pour  Violon  et  Piano Jt  1, — . 

Pour  Violoncell  et  Piano     .     .     .     ,     Ji  1, — . 

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mit  Pianoforte. 

No.  1.     Notturno Jt  1,50. 

No.  2.     Lied  ohne  Worte  .     .     .     .  ^  1,50. 

No.  3.     Romanze Jt  1,50. 

No.  4.     Scherzo Ji  1,50. 

—  Op.  82.     8  Uebungs-  und  Vortragssücke  für  Violine 
und  Viola. 

Heft  I    (No.  1—4) Jt  %—. 

Heft  n  (No.  5—8) Jt  %—. 

—  Op.  83.     5  Stücke  zum  Gebrauche   beim  Unterricht 
für  Violine  und  Violoncell Jt  3, — . 

Rittei*!  HePmanni  Uebertragungen  für  Viola  alta 
(Altgeige)  mit  Pianoforte. 

No.  21.     CzArdäfl Jt  1,— 

No.  22.     Lento  von  Job.  Seb.  Bacli.  Jt  1, — 

No.  23.     Sicilianov.  Job.  Seb.  Bach.  Jt  1, — 

No.  24.     Adagiovon  Job.  Seb.  Bach.  Jt  1,50 

No.  25.     4  altschottische  Volkslieder.  Jt  1,50 
8itt|  HanSi  Op.  45.     3  kleine  Stücke  für  Violoncell 
mit  Pianoforte. 

No.  1.     Intermezzo Jt  1,50. 

.      No.  2.     Albumblatt ^1,50. 

No.  3.     Walzer Jt  1,50. 


Die  Glaviervirtuosin  Fräulein 

Johanna  Heymann 

hat  mir  die  Erledigung  ihrer  geschäftlichen  Angelegen- 
heiten übertragen,  weshalb  ich  Anfragen  und  Sugfllg^- 
ments- Anträge  for  die  Künstlerin  direct  an  meine  Adresse 
zu  richten  bitte.  [41Ci»] 

Coneertdireetion  HermaoD  WollT, 

Berlin  W.,  Am  CarUbad  19,  I.  Tel.-Adr.:  Mnsikwolff. 

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Dessau,  Bismarck-Strasse  33.  X416b.] 


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orohesters.  [4i7— .] 

Leipzig,  Kaiser-Wiilielm-Strasse  21. 

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SU  Qenf  (Schwell).  [418—.] 

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Leipzig,  am  21.  April  1892. 


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leitiDiiit  zuiidiiiti  IUI  IE 
dctsm  EUiciiu  11  idniiiiu. 


fOr  Musiker  jmdjttusikfreimde. 

Vorantwortliclier  Redacteur  und  Verl^ien 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


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Ajdili     jAhrSt  IL^'*«  '"  ^^^-  ^  ^'"^  ™  ^f-  f^''  ^"  Dentiehe  Reich  and  Oeaterreieb.  —  %  Hark  16  Pf. 

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ZngmndelwnnR  vontehender  Bengibedinsringen  berechnet 

Die  InMrtionegebahren  für  den  Raum  einer  geipaltenen  Febtwile  betisgen  90  Pfennige. 


[No.  17. 


„.     ._  „         ..     Von  Dr.  Arthur  SeldL    (FortMtasnng.)  —Kritik:  Hennann Oridensr,  QnlnUMKo.^ 

Cmoll,  für  planDforte,  Ewsi  Violinen,  Viola  und  VioloDMll,  Op.  19.  —  TaKsigMoUahte:  Barldita.  —  OonBerttnMciliaa.  —  Bngacamenti  nnd 
OavUpiele  In  Oper  nnd  Conoert  —  Rtrohenmuik.  —  Dpenauffllinnigsn.  —  Taimiaobta  HltthelloBKen  und  Hotlsen.  —  Offener  Sprediaa»!. 
—  Brlafkaaten.  —  Amaigen. 


Die   Sage   von    „Tristan   und   Isolde"   bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  ArthUF  Seldl. 
(Fortsetzung.) 

Wie  so  ganz  andere  dteae  kalte,  nüchterne  Reflexion 
dea  gelehrten  DichterB  über  seinen  Helden  und  der  warme, 
hoheitavolle  (wenn  auch  philosophische)  Herzeneergnss  einer 
Isolde,  dea  liebenden  Weibee,  über  ihren  geliebten  Helden 
bei  Wagner!  Alles  und  Aberallea  ohne  jeden  Rest  in  die 
dichterische  Anschaaung  aufgegangen;  da  iet  kein  Indi- 
vidanm  mehr,  das  noch  zwischen  Beide  träte,  kein  Dichter 
epilogisirt  da  mehr;  nein,  die  Oeliebte  seihst  spricht  das 
fabala  docet,  und  welches  fahnla  docet!  Ich  denke,  man 
fühlt  mit  mir  den  himmelweiten  Abstand  von  diesem 
rational isirten  „Yerhängniss"  zu  Isoldens  hocherhabenem 
„SchwaneDgesang",  der  „sur  Religion  gewordenen  Liehe 
und  zur  Liebe  gewordenen  Vernunft",  —  die  ganze,  tiefe 
Kluft,  die  diese  beiden  Dichtungen  and  ihre  Anschauun- 
gen noch  himmelweit  von  einander  trennt. 

Das  sind  nun  aber  nur  die  grossen  Umrisse  en  bloc; 
im  Einzelnen  treten  hier  noch  gar  manche  feine,  indivi- 
duelle Züge  hinzu,  und  unter  diesen  begegnen  wir  weit 
eher  wieder  Verwandtem  oder  doch  Beziehungsreichem. 
So  wird  uns  s.  B.  Isolde  von  Irland,  da  sie  an  Tristan's 
Leiche  tritt,  bei  Knrtz  als  „fast  übermenschlich  hoch  und 
gross  in  ihrem  faltigen  Oewand"  beschrieben  und  sp&ter 
abermals  als  „gewaltig  und  hoch"  bezeichnet.  Sie  stirbt 
auch  nach  diesem  Dichter  im  unentwegten,  unvemandten 


AnbUck  des  entseelten  Tristan.  Von  Isolde  H  femer  wird 
uns  ebenda  berichtet:  als  sie  ihre  Rivalin,  die  echte  Isolde 
in  ihrer  Hoheit  nun  also  vor  sich  stehen  sah,  da  „schlich 
sie  still  und  scheu  hinaus;  sie  konnts  im  eigenen  Herzen 
lesen,  dass  sie  das  Kebsweib  nur  gewesen",  —  und  das 
klingt  merkwürdigerweise  ein  klein' wenig  au  die  bekannte 
Episode  der  beiden  Rivalinnen  aus  dem  Nibelungenliede 
an.  Karke  sodann,  der  daraufhin  auch  noch  hinznkommt, 
wird  von  Brang&ne  über  das  eigentliche  Qeheimniss  auf- 
geklftrt,  bringt  die  beiden  Leichen  in  demselben  Kiele, 
der  sie  einst  lebend  über  die  blaue  See  geführt  hatte 
und  ihaea  zum  flVerh&ngniss"  geworden  war,  nachTintajol, 
bettet  sie  im  Garten  unterm  bewussten  denkwürdigen 
Olivenbaum,  pflanzt  „Rebe  und  Rose"  auf  ihrem  Qrabe 
nnd  gibt  sich  dumpfem  Brüten  hin,  wie  viel  besser  es 
sich  für  ihn  wohl  geschickt  hätte,  die  Beiden  zu  vereinen 
und  sich  an  ihnen  als  an  seinen  Kindern  zu  erfreuen, 
statt  Isolden  selbst  in  seinen  alten  Tagen  noch  tur  sich 
zum  Eheweib  zu  hegehren.  Brang&ne  siecht  dahin.  „Sie 
buBsten  ihre  Schuld  im  Lehen.  Was  blöde  Menscbenaugen 
sahn,  das  war  ein  Schein,  das  war  ein  Wahn,  Du  aber 
sahst  den  wahren  Laut,  zu  dir  stieg  nur  das  Wesen 
auf  —  so  ungeAhr  die  letzten  Betrachtungen  des  Ge- 
dichtes; ein  Abschluss,  so  nüchtern  und  trocken,  ja  nichts- 
sagend, so  lauge  wir  uns  iu  den  allgemeinen  Ausdrucks- 
nnd  Umgangsformen  gleichsam  dabei  bewegen;  und  doch 
wieder  von  einer  so  verheissungsvollen  Perspective,  sobald 
wir  nur  erst  das  Wort  vom  „Wesen",  den  „wahren 
Laut"  mit  den  Ohren  der  Zukunftsmusik  hören  und 
dem  „Schein"  und  „Wahn"  mit  Wagner'schem  Aug 
und  Blick  auf  den  Grund  schauen.  Und  so  wKren 
wir  denn  endlich  bei  Wagner  selbst  angelangt! 
17 


214 


Womit  Wagner  wie  mit  einem  gewaltigen  Ruck  den 
ganzen  Sagenkreis  in  eine  durchaus  andere,  ganz  und  gar 
eigenthümliche  Sphäre  erhob  und  damit  nicht  nur  ein  fiir 
allemal  sich  von  allen  früheren  Bearbeitern  wesentlich 
onterschied,  nein,  auch  den  Stoff  in  seiner  Dichtung  zu 
einem  wie  neugeschaffenen,  völlig  neugeborenen  Original 
umgestaltete,  —  es  war,  wie  jede  grosse  That  in  diesem 
Sinne,  das  „Ei  des  Golumbus":  die  Umbildung  nämlich 
des  Minne-  und  Zaubertrankes  zu  einem  Tod  estrank, — 
ein  Moment,  das  noch  immer  viel  zu  wenig  beachtet  und 
selbst  von  den  sogen.  „Kennern"  richtig  gewürdigt  wird. 
Damit  ist  auf  einmal  aus  dem  episch-verfliessenden  Wun- 
der ein  dramatisch-psychologisches  Motiv  von  treibender 
Schärfe  gewonnen,  damit  ist  die  Schuld  der  beiden  Lie- 
benden erst  auf  eine  wahrhaft  tragische  Stufe  gehoben, 
dadurch  auch  ist  der  philosophische  Kern  mit  einem 
Schlage  ein  total  anderer  geworden,  und  das  verklärt  end- 
lich auch  den  Ausgang  in  so  mild-idealer  Schöne  und 
Erhabenheit,  wie  wir  es  zum  ersten  Mal  in  diesem  Ge- 
dicht bei  Wagner  finden.  Wenn  wir  unter  „Wunder" 
(mit  Wagner)  das  zu  Ounsten  des  übersichtlichen  Ver- 
ständnisses eines  grossen  Zusammenhangs  von  Handlungen 
zusammengedrängte  und  auf  deren  wesentlichen  Inhalt 
nunmehr  verdichtete  Bild,  somit  die  verständlichste, 
concentrirteste  Darstellung  gerade  der  Wirklichkeit  ver- 
stehen, so  konnte  eigentlich  auch  schon  der  Liebestrank 
Gottfried's  nicht  mehr  unter  diesen  Wund  er  begriff  fallen, 
sondern  musste  vielmehr  bereits  als  ein  rationalisirtes, 
ins  Nüchtem-Verstandesmässige  aufgelöstes  Wunder  ge- 
fasst  werden,  da  der  Dichter  jenen  Trank  mit  dem  ganz 
real-praktischen  Durst  der  beiden  Liebenden  lediglich  als 
„Zufall"  einführen  und  erklären  zu  sollen  glaubte.  Ein 
Stück  Euripides,  et#as  von  dem  erkältenden  Rationalis- 
mus, von  der  prosaisch-nüchternen  Skepsis,  die  in  jenem 
antiken  Dichter  an  den  uralten,  gewaltigen  und  tiefen 
Mythos  herantrat,  steckte  schon  in  dieser  reflectirten  Auf- 
fassung Oottfried's,  und  bei  den  späteren  Bearbeitern 
musste  dieser  Zug  natürlich  nur  um  so  schärfer  nnd  ver- 
nichtender hervortreten ;  am  meisten  noch  bei  Hermann 
Kurtz,  der  denn  auch  diesen  „Zauber"  am  liebsten  gänz- 
lich aus  der  Dichtung  verbannt  haben  möchte  und  — 
echt  modern  und  reflectirt  —  sogar  im  Oedicht  selbst 
sich  mit  Ingrimm  also  darüber  vernehmen  lässt: 

„Zu  solchem  Bild  der  Leidenschaft 

Was  brauchts  noch  Zaubertrankes  Kraft? 

Den  Trank,  den  Tristan  und  Isold 

Getrunken,  solch  ein  flüssig  Oold, 

Ich  wähne,  trank  auch  Oottfried's  Mund; 

Vom  süssen  Gift  im  Herzen  wund. 

Die  brennende  Wunde  lächelnd 

Mit  kühlen  Scherzen  fächelnd, 

Drängt  er  des  Minnezaubers  Hort, 

Den  ganzen,  in  sein  Zauberwort 

Und  wird,  verzaubert  von  Minne, 

Ein  Zauberer  aller  Sinne." 

(Fortsetzvmg  folgt.) 


Kritik. 

Hermann  Grädener.    Quintett  No.  2,  Gmoll,  für  Piano- 

forte,    zwei    Violinen,    Viola  und    ViolonceU,  Op.   19. 
Leipzig,  Fr.  Kistner. 

Es  ist  die  Glavierquintettlitteratur  schon  arm  zu 
nennen,  da  weder  Mozart  und  Haydn,  noch  Beethoven 
für  sie  schufen,  und  es  ist  Grund  vorhanden,  sich  jedes 
bedeutenden  Zuwachses  zu  freuen.  Für  einen  solchen 
halte  ich  das  vorliegende  Quintett,  meiner  Prüfung  und 
Empfindung  nach  Eine  der  besten  modernen  Arbeiten  auf 
dem  einschlägigen  Gebiete.  Es  hat  vier  Sätze:  Allegro 
moderato,  Scherzo,  Adagio  und  Finale.  Der  erste  Satz 
(GmoU,  ^/^-Takt)  ist  ausserordentlich  streng  thematisch 
componirt  und  macht  mir  ästhetisch  den  Eindruck  eines 
pathetischen  Ernstes,  mit  bald  mehr  oder  minder  geho- 
bener Stimmung.  In  diesem  Eiindruck  liegt  für  mich  die 
Erklärung  dafür,  dass  in  dem  ganzen  Satze  ein  Dur- 
Charakter  vorherrscht.  Ich  fühle  den  gesammten  Inhalt 
sich  fast  auf  derselben'^  Linie  fortbewegen,  und  ich  möchte 
eine  gewisse  Originalität  für  diesen  Satz  dahin  bean- 
spruchen, dass  er  Stimmungsgegensätze  nicht  kennt,  in 
dem  Maasse  wenigstens,  als  sie  sonst  Componisten  schaffen. 
Vielleicht  rührt  aber  daher  auch  die  Erscheinung  —  die 
einzige  hier,  die  meinem  persönlichen  Empfinden  einiger- 
maassen  entgegentritt  — ,  dass  der  Componist  sehr  viel 
mit  dynamischen  Steigerungen  operirt,  und  zwar  gehraucht 
er  sie  nicht  im  Sinne  vorübergehender  grösserer  Wallun- 
gen, vielmehr  lässt  er  sie  fast  durchweg  als  Mündungen 
und  Auggänge  der  einzelnen  Theile  erscheinen.  Die  Aus- 
nahmen finden  sich  Partitur-Seite  15 — 16  vor  K  und 
Seite  19  vor  N.  Schon  der  erste  Satz  offenbart  deutlich 
genug  eine  Eigenthümlichkeit  der  Grädener^schen  Compo- 
sitionsmethode,  die  darin  besteht,  dass  Grrädener  im  Nach- 
folgenden das  Vorausgegangene  in  der  Art  desselben  gerne 
irgendwie  fortsetzt  oder  umbildet.  Man  sehe  diesbezüg- 
lich die  Verbindungsstellen  dieses  Satzes.  Dadurch  nun, 
dass  die  Motive  in  einem  Generationenwechsel  sozusagen 
begriffen  sind,  gewinnen  sie  selbst  an  individueller 
Erscheinung  und  das  Ganze  an  Eindringlichkeit  der  Be- 
deutung. Auch  möchte  ich  nicht  eine  interessante  Er- 
scheinung der  Form  unerwähnt  lassen,  deren  Charakte- 
ristiken ist,  dass  sie  einen  Nexus  enthält,  der  einer  psy- 
chologischen Motivirung  ähnlich  sieht.  Nach  dem  Schluss- 
satz des  ersten  Theiles  kehrt  nämlich  der  Componist,  wie 
üblich,  zum  Hauptthema  zurück,  um  die  Bepetition  des 
ganzen  ersten  Theiles  vor  sich  gehen  zu  lassen,  —  aber 
auch  nach  vollzogener  Repetition  am  Eingang  des  Durch- 
führungstheiles  hören  wir  ihn  wiederholt  Versuche  unter- 
nehmen, vom  Thema  des  Schlusssatzes  aus  nach  dem 
Hauptthema  zurückzukehren,  und  während  nun  der  Com- 
ponist im  zweiten  Theile  (schon  zum  dritten  Male)  den 
Schlusssatz  überschreitet,  tritt  er  in  der  Coda  abermals 
—  wie  fein  gedacht!  —  zum  Hauptthema  hinaus. 

Die  Themen  des  ersten  Satzes  lauten: 


ViolonceU. 


^^M^^^^ 


215 


moUo  tranquillo  e  cantahile 


v...  L I  |/i-  jj  I  ^_  !j^j^^^£nt\ 


ff  affetiuoso 


Auf  den  ersten  Satz  folgt  das  Scherzo,  das  origi- 
nellste Stück  des  Quintetts.  Originell  ist  die  Melodie  des 
ersten  Theiles  sowohl  wegen  der  Vorschläge  und  Triller, 
die  ihre  Zöge  umlagern,  ab  wegen  ihres  Kreialaufes  aus 
dem  Dominantenton  zum  Dominantenton  zurück,  der  ein 
Ende  vorläufig  unahsehhar  macht.  In  dieser  Art  der  Melo- 
die liegt  auch  der  Qrund,  weshalb  die  so  lange,  in  der 
Hauptsache  durchaus  homophone  Linie  herauswächst.  Es 
gehörte  die  volle  Meisterschaft  des  Gomponisten  dazu,  die 
Homophonie  in  —  Quintettform  zu  bringen.  Hier  hört  man 
weit  ausgegossene  Töne,  als  wären  sie  die  Stimmung  selbst, 
dort  wieder,  den  Weg  des  Hauptthemas  entlang,  zucken 
erschreckte  pizzicati,  bald  sieht  man  ein  grösseres  oder 
kleineres  Element  des  Themas  wie  losgelassene  Stern- 
acbnuppen  über  dieses  oder  jenes  Instrument  dahinfahren, 
und  wie  klug,  modern  und  zweckmässig  spricht  das  Cia- 
vier insbesondere!     Hier  das  Thema: 


Viola. 


Allegro  moUo,        ten. 


ten. 


■  1». 


teti.  ten,  fy  tt 


ten. 


la 


i^'jjflij'jirtJj  jji  J'-'t!»^-- 


Sein  Gegensatz,  das  Trio,  wenn  auch  nicht  so  über- 
»chrieben,  bewegt  sich  im  ^/^-Takt  und  einem  lento 
(largamente  e  pesante).  Die  Eigenheit  des  Gegensatzes 
geht  so  weit,  dass  für  meine  Empfindung  wenigstens  die 
Gontraste  zu  weit  auseinanderliegen. 

Pathos  ist  beiden  Sätzen,  dem  ersten  sowohl,  als  dem 
Scherzo,  eigenthümlich.  Wenn  aber  das  Pathos  das  Gefühl 
ist,  das  wie  zur  Brust  hinausstreben  möchte,  ist  Innigkeit 
dagegen  dasjenige  Gefühl,  welches  sich  wie  einwärts  immer 
tiefer  bohren  möchte,  um  dort  das  Fluidum  satter  Glück- 
seligkeit zu  schaffen.  Das  Variationenthema  des  Ada- 
gios, das  mich  zur  Innigkeit  anregt,  bedeutet  so- 
mit den  grossen  Gegensatz  zu  den  vorausgegangenen 
Theilen  des  Quintetts.  Das  Thema  hat  ein  Ge- 
folge von  vier  Variationen.  Sowohl  das  Erste,  als  die 
Letzteren  werden  vom  Gegensatz  des  Glaviers  und  der 
Streichinstrumente  getragen,    in  der  Hauptsache  freilich, 


da  auch  einzelne  Züge  bezeichnet  werden  können,  in 
denen  das  C3avier  nicht  schwerer  wiegt,  als  jedes  einzelne 
Streichinstrument  für  sich.  Auch  muss  ich  das,  wie  ich 
glaube,  in  Variationensachen  neue  Verfahren  des  Gompo- 
nisten hervorheben,  dass  er  die  Repetitionen  der  einzelnen 
Theile  jeder  Variation  von  inneren  Gründen  abhängig 
macht  Es  wäre  sehr  erfreulich,  wenn  auch  andere  Gom- 
ponisten über  das,  was  ich  gern  Sitte  der  Form  nennen 
möchte,  tiefer  nachdenken  wollten. 

Nun  gestatte  man  mir  die  Themen  des  letzten  Satzes 
(Finale)  vorzufahren: 


Allegro, 


Pianoforte. 


mfl^jfA0i  f^jf^ 


•J  ^^    ii 


^^ 


Pzn'T^^T^ 


Das  nächste,  scheinbar  tonartlose,  aber,  wie  die  Bassfüh- 
rung überzeugt,  in  Emoll  stehende  Thema  lautet: 


//  hxrgamente 


i^i-tei- 


'~-^r3  r 


L_    "■  — ■»«i.il-a 


216 


und  endlich  das  letzte  Thema,  das  ich  in  der  Gestalt  an- 
fuhren will,  in  der  es  zum  zweiten  Mal  wiederkehrt: 


l^^^lh'^h 


ni^j  ^J-i  J^ J 


m^m 


w 


U.    8.    W. 


^iM^ 


Man  denke  nun,  dass  diese  Themen  im  Finale  das 
reichste  und  freieste  Lehen  fuhren,  und  man  wird  gewiss 
in  sich  seihst  kein  Vorurtheil  erwecken,  wenn  man  das 
Stück  hoch  schätzt.  Wie  kann  ich  ührigens  den  ganzen, 
grossen  Beichthnm  des  Quintetts  schildern,  wenn  ich  hier 
auf  eine  ausföhrlichere  Darstellung  des  Inhalts  verzichten 


muss! 


I 


Dr.  Heinrich  Schenker. 


Tagesgeschichte. 


Berichte. 

Leipzig.  Wie  in  anderen  Städten,  so  ftihrte  auch  unseren 
Musikfreunden  der  vorzügliche  Dirigent  Hr.  F.  X.  Arens  in 
einem  American  Composers'  Concert  (im  Alten  Gewandhans) 
eine  Anzahl  von  Werken  amerikanischer  Gomponisten  vor, 
die  hier,  noch  gänzlich  unbekannt,  lebhaften  Eindruck  hervor- 
zurufen und  über  die  Art  der  transaüantischen  musikalischen 
Production  und  ihren  hohen  künstlerischen  Ernst  zu  belehren 
nicht  verfehlten.  Volle  Ursprünglichkeit  der  Erfindung  schei- 
nen auch  die  Amerikaner  nicht  zu  besitzen:  den  Spuren 
B>ich.Waguer's  und  Schumann's  folgen  auch  sie.    Aber  in  der 


Frische  ihrer  poetisch-musikalischen  Anschauung,  in  der  posi- 
tiven Formengebung,  in  der  Lebendigkeit  ihrer  Rhythmik 
und  dem  Glänze  ihrer  Instrumentation  haben  sie  sich  eine 
bemerkenswerthe  Selbständigkeit  bewahrt.  Von  den  aufj^- 
führten  Oompositionen  interessirten  sehr  stark  die  der  Suite 
Op.  42  entnommenen  Stücke  „In  einem  verwimschenen  Walde**, 
„Lied  der  Hirten"  und  „Waldgeister**  von  E.A.  Mac-Do  well; 
das  ist  eine  poetisch  empfundene,  hochinteressante  Musik,  die 

i'edem  Goncertprogramm  zur  Zierde  gereicht.  Namentlich  das 
Srste  wirkt  kraffc  seiner  wunderbaren  Stimmung  tief  und 
nachhaltig.  Sehr  charakteristisch  und  von  einem  gewissen 
grotesken  Humor  erBillt  ist  H.  Schoenefeld^s  „Marda  fantasti- 
ca**,  eine  Scene  aus  dem  südlich  eil  Negerleben.  V.  Herbert's 
„Liebesscene**  aus  der  Serenade  Op.  12  fesselt  durch  den  zärt- 
fichen  üeberschwang  ihrer  Tonsprache  und  die  Klangwirkung 
des  Saitenchors.  Die  Gavotte  aus  der  Suite  Op.  26  von 
A.  Foote  ist  recht  hübsch,  wenn  auch  nicht  sonderlich  bedeu- 
tend. Auf  hohem  Kothurn  schreitet  G.  W.  Ghadwick's  dra- 
matische Ouvertüre  „Melpomene** ;  sie  ist  auf  wirksamen  The- 
men (Englisch-Hom  und  Trompete)  aufgebaut  und  durch  den 
wahrhaft  dramatischen  Schwung  ihres  otils  und  ihrer  Oon- 
traste  hervorragend;  der  Oomponist  beherrscht  die  moderne 
Polyphonie  in  bemerkenswerther  Meisterschaft:  seine  Harmo- 
nik und  seine  Instrumentation  knüpfen  an  U.  Wagner  an. 
Als  ein  Werk  vornehmsten  Stiles  erschien  uns  die  sympho- 
nische Phantasie   „Aus  meines  Lebens  Frühlingszeit"   von 

F.  X.  Arens;  die  Oomposition  bedient  sLch  zwar  der  Form  des 

1.  Sonatensatzes,  bringt  aber  in  diesem  Bahmen  nicht  etwa 
schulmeisterhaft  zusammengeleimte  Perioden  und  Phrasen, 
sondern  bewegt  sich  in  kühner  und  freier  Phantasie,  ledig- 
lich dem  Zuge  der  poetischen  Vorstellung  folfi;end.  Es  ist  daß 
Bingen  einer  Jünglingsseele  in  allen  ihren  widerspruchsvollen 
Entwickelungsphasen,  das  den  Inhalt  dieses  symphonisch  ge- 
haltvollen und  ausserordentlich  wirksam  instrumentirten  Satzes 
füllt.    Auch  J.  K.  Paine's  Symphonie  „Im  Frühling**  (1.  und 

2.  Satz)  präsentirte  sich  als  ein  oeachtenswerthes,  lebhaft  em- 
pfundenes, planvoll  aufgebautes,  von  poetischen  Intentionen 
e;etragenes  Werk,  namentlich  in  seinem  1.  Satz.  Das  Scherzo 
ist  j^Loch  für  eine  Mainachtphantasie  etwas  zu  dick  instru- 
mentirt.  Das  Praeludium  „Otho  Visconti**  von  F.  G.  Gleason 
^bt  sich  als  breit  gemaltes  ijrrisches  Stimmun^bild;  gewählt 
in    der   Md.odik,    jedoch   nicht   sonderlich    tief.      Die    aus 

G.  Bush*s  „BSverie  pastorale**  zu  Gehör  gebrachten  Scenen 
j^Am  Bach**  und  „Bundtanz**  zeichnen  sich  durch  feinsinnige 
Tonmalereien  und  ein  sehr  zartes,  reizendabgetöntesGoloritaus. 
Es  sind  Stücke,  die  der  feineren  Unterhaltimgsmusik  «igehdren. 
Hr.  Arens  zeigte  sich  in  der  Interpretation  dieser  Werke  als 
ein  ganz  vorzüglicher  Dirigent  von  hoher  Intelligenz,  leb- 
hafter musikalischer  Nachempfindung  und  bedeutendem  Qe- 
staltungsvermö^n.  Man  spendete  dem  Künstler  herzlichen 
BeifieJl,  und  die  hier  anwesenden  Amerikaner  ehrten  den 
tapferen  Pionier  ihrer  vaterländischen  Musik  mit  einem  schönen 
Lorbeerkranze.  Um  die  Wiedergabe  der  Oompositionen  machte 
sich  wieder  die  vortreffliche  Gapelle  des  134.  Infanterie-Begi- 
ments  verdient.  — o — . 


Leipzig.  Der  längst  als  ausgezeichneter  Künstler  bekannte 
blinde  Orgel  virtuos  ür.  Bernhard  Pfannstiehl  veranstaltete 
am  Abend  des  10.  April  eine  Musikau^Ührung  in  der  Pauliner- 
kirche, in  welcher  ihm  die  Sängerin  Frau  v.  Knappst aedt 
und  die  Violinistin  Miss  Bobinson  mitwirkend  zur  Seite 
standen.  Hr.  Pfannstiehl  selbst  spielte  Toccata  und  Fuge  in 
DmoU  von  S.  Bach,  „Evocation  ä  la  Ghapelle  Sixtine**  von 
Liszt,  „Ave  verum**  von  Mozart  und  Festhymnus  von  0.  Piutti 
und  gab  damit  von  Neuem  Zeugniss  von  seinem  Streben,  in 
der  Wahl  seiner  Programmstücke  ebenso  der  classischen,  wie 
modernen  Zeit  gerecht  zu  werden,  denn  die  Stücke  von  Liszt 
und  Piutti  hat  er  wohl,  wie  wir  vermuthen,  das  erste  Mal 
vorgetragen.  Der  Piutti^sche  Festhymnus  machte  auch  dies- 
mal den  Eindruck  eines  ebenso  gediegenen,  wie  stimmungs- 
vollen Werkes.  Hr.  Pfannstiehl  zeigte  in  allen  Vorträgen 
volle  Gorrectheit  und  Sicherheit  und  gab  jeden  Gomponisten 
charakteristisch  wieder.  Es  sind  derartige  Leistungen  bei 
einem  des  Augenlichts  Beraubten  doppelt  l)ewundemswerth. 
Frau  V.  Knappstaedt  steuerte  mit  ihrem  voluminösen  Mezzo- 
sopran das  „Heilig,  heilig**  von  Händel  und  Lieder  von  Baff 
und  Schubert  zum  Programm.  Namentlich  waren  ihre  Lieder- 
vorträge von  tiefgehender  Wirkung.  Die  hochtalentirte  Miss 
Bobinson  spendete  in  künstlerisch  reifer,  sowie  gemüth voller 
Auffassung  die  Ddur-Sonate  von  Händel  und  die  Fdur-Bo- 


217 


manze  von  Beethoven.    Ihr  warmer  Ton  umstrickte  mit  seinen 
8ilber&den  Aller  Herzen.  ^ 

Altenburg.  In  der  Bartholom&ikirche  hatte  sich  am 
6.  April  eine  and&chtig  lauschende  Zuhörerschaft  zu  dem  Ck)n- 
cert  zusammengefunden,  welches  der  um  die  kirchliche  Musik- 
pflege unserer  JEtesidenz  hochverdiente  Oantor  Hr.  Franke 
mit  seinem  Kirchenchor  ausf^rte.  Es  waren  keine  leichten 
Aufgaben,  welche  der  tapfere  Pionier  auf  diesem  Musikgebiete 
seiner  S&ngerschaar  gestellt  hatte,  indem  er  dieselbe  singen 
Hess  die  beinahe  400  Jahre  alten,  in  ihrer  contrapunctischen 
Strenge  allerdings  mehr  den  Verstand,  als  dasGemütü  berühren- 
den „Lamentationes  Jeremiae"  von  Eleazar  Genöt,  Palestrina*s 
weihevolles  zwöl&timmiges  „Jubilate  Deo",  den  urgesunden 
achtstimmigen  Psalm  187  von  H.  Schütz,  das  ergebungsvolle 
geistliche  Lied  „Wenn  Alles  eben  käme**  von  B.  Vog3,  ein 
warm  abgetöntes  „Requiem  aetemam**  von  W.  Stade  und  den 
Dritten  derprachtvollen  Fest-  und  GMenksprüche  von  Brahms. 
Alle  diese  Vorträge  machten  unter  der  begeisterten  Direction 
des  Hm.  Franke  einen  sehr  frischen,  anregenden  Eindruck, 
über  dem  man  einige  mit  unterlaufende  Intonotionstrübun- 
gen  und  den  Mangel  einer  feineren  dynamischen  Ausarbeitung 
öfter  vergass.  An  der  Ausftlhrung  des  Palestrina'schen  „ Jubi- 
late  Deo*  betheiligten  sich  mehrere  dem  Kirchenchor  nicht 
angehörige  Herren,  sowie  auch  Damen.  Zwischen  die  Chor- 
nummem  waren  Solovorträge  der  hiesigen  Sängerin  Frl. 
Schnittmann  und  des  Leipziger  Gewandhausorganisten  Hrn. 
Homeyer  eingeschoben.     Die  junge  Dame  sang  mit  kräftl- 

£m  Organ,  aber  etwas  natundistisch  und  unsicher  in  der 
tonation  Composit^onen  von  Händel,  W.  Stade  und  Less- 
mann. Hr.  Homeyer  zeigte  seine  auch  hier  längst  bekannte 
und  stets  freudig  anerkannte  Meisterschaft  in  der  effectvollen 
Broeig'schen  Phantasie  über  „Christ  ist  erstanden**  und  Prae- 
ludium  und  Fuge  von  Ad.  Ruthardt,  einer  Novität,  die  durch 
schöne  Erfindung  und  harmonische  Feinheiten  lebhaftest  in- 
teressirte  und  namentlich  in  der  Fuge  sehr  wirkungsvolle 
Steigerungen  enthielt.  Hr.  Homeyer  liess  dem  Brosig'schen, 
wie  dem  Buthardt'schen  Werke  die  denkbar  günstigste 
Instrumentirung  zu  Theil  werden,  die  gleichzeitig  auch  die 
vorzügliche  Beschaffenheit  der  Orgel  dieser  Kirche  erkennbar 
piachte.  E. 

Oera,  6.  April.  Nachdem  der  Chor  des  Musikalischen 
Vereins  bereits  im  letzten  Concert  durch  Vorftthrung  der 
„Jahreszeiten**  eine  so  schöne  Probe  seiner  Leistungsfähigkeit 
abgelegt  hatte,  bestätigte  derselbe  auch  gestern  in  dem  Meinen 
Goncerte  (ohne  Orchester)  die  vorgefiasste  gute  Meinung  bei 
Aufführung  von  B.  Schumann's  „Der  Böse  Pilgerfiihrt**^  mit 
Clavierbegleitung.  Von  den  gemischten  Chören  fand  die 
„Selge  Zeit**  eine  sehr  schöne  Wiedergabe,  der  Männerchor 
„Bist  du  im  Wald  gewandelt**  war  namentlich  im  2.  Verse 
recht  ansj^rechend,  und  die  Elfenchöre  wirkten  durch  die  Menge 
schöner,  jugendfrischer  Stimmen  wahrhaft  entzückend.  Das 
Tenorsolo  sang  Hr.  Trautermann  aus  Leipzig  künstlerisch 
vollendet  mit  der  eanzen^Schönheit  seines  ausgibifi^n  Ornms 
in  warmer  Empfinaung ,  Vofür  ihm  reicher  &i&2l  zu  Theil 
wurde.  Auch  die  beiden  Lieder  mit  Begleitung  des  Claviers,  die 
derselbe  ausserdem  noch  spendete:  „Sehnsucnt**  von  Pfitzner 
nnd  Wanderlied  von  Schumann,  waren  von  herrlicher  Wirkung. 
Die  Partie  der  Böse  sang  eine  Schülerin  von  Frau  Unger- 
Haupt,  Frl.  Stade  aus  Leipzig,  mit  weicher ,  sympathischer 
Stimme.  Dieselbe  brachte  ausserdem  noch  drei  Einzellieder  zum 
Vortrag,  von  denen  Schumann's  „Lotosblume**  ihr  am  besten 
zu  lieg«[i  schien.  Alle  übrigen  äoli  wurden  durch  Mitglieder 
des  Vereins  in  ansprechender  Weise  ausgeführt,  namenüich 
trat  die  Vertreterin  der  Altpartie  durch  Fülle  und  Schönheit 
4er  Stimme  besonders  in  der  Arie  „Im  Wald,  gelehnt  am 
Stamme**  und  dem  nachfolgenden  Duett  sehr  vortheilhaft  her- 
vor. Sämmtliche  hiesige  Solodamen  sind  übrigens  Schülerinnen 
der  renommirten  Q^sanglehrerin  Frl.  Gertrud  Müller.  Ausser- 
dem wurden  noch  von  unserem  trefflichen  Dirigenten  und 
einem  hiesigen  Herrn  zwei  Stücke  für  zwei  Claviere  sehr 
schön  gespielt,  und  zwar  Praeludium  und  Sarabande  von 
H.  V.  Wilm  und  Einleitung  und  Allegro  aus  der  Sonate  in 
Bdur  von  Hans  Huber,  von  denen  das  Letztere  am  meisten 
gefiel.  Beicher  Beifall  lohnte  sämmtliche  Vorträge.  Die 
Saison  des  Vereins  hat  damit  ihren  definitiven  Abschluss  ge- 
funden, und  bei  dem  vortrefflichen  Eindruck,  den  diese  Con- 
certe  imter  der  excellenten  Leitung  unseres  Hm.  Hofcapell- 
meister  Kleemann  hinterlassen,  bleiben  wir  auch  fernerhin 
.des  künstlerischen  Genusses  in  reichem  Maasse  gewärtig. 


Concertumschau. 


Altenburg.  Aufführung  des  städt.  Eürchenchors  (Franke) 
am  6.  April:  Chöre  von  £.  Genöt,  Palestrina,  H.  Schute 
(Psalm  ia7),  B.Vogel  („Wenn  Alles  eben  käme**),  W.Stade 
(-Bequiem  aetemam**)  u.  Brahms  („Wo  ist  ein  so  herrlich 
Volk**),  Solovorträge  des  Frl.  Schnittmann  von  hier  (Qesang. 
„Wenn  ich  einst  von  jenem  Schlummer**  v.  W.  Stade,  „Sei 
stiU**  V.  Lessmann  etc.)  u.  des  Hm.  Homeyer  aus  Leipzig 
(Phant.  V.  M.  Brosig  u.  Prael.  u.  Fuge  v.  Ad.  Buthardt). 

Angers.  Abonn.-Concerte  der  Assoc.  artist.  (Frömaux): 
No.  18.  Zwei  Sätze  a.  -Bomöo  et  Juliette**  v.  H.  Berlioz, 
„Euryanthe**-Ouvert.  v.  Weber,  „Walkürenritt**  v.  Wagner, 
Ballade  v.  S.  de  Santa  Colomar,  Parade  militaire  v.  Masse- 
net, Gesangvorträge  des  FrL  Mar6chal  (Arie  a  „Älda*'  von 
Verdi  und  Cantüene  a.  „Cinq-Mars**  v.  Gounod).  No.  19. 
„Egmont**-Ouvert.  v.  Beethoven,  Vorspiel  zu  den  „Meister- 
singern** V.  Wagner,  Phant.  üb.  spanische  Motive  v.  Gevaert» 
„Angelus**  a.  „Joanne  d'Arc**  v.B.  Godard,  Solo  vortrage  der 
Frls.  Bourgaud  (Viol.,  2.  Conc.  v.  B.  Godard  u.  Finale  des 
1.  Conc.  V.  Vieuxtemps)  u.  Wein^^rtner  (Clav.,  Concert- 
sätze  V.  Bubinstein  u.  Litolff^  Bigodonv.  F.  Thomöetc.). 
—  Ausserord.  Conc.  derselben  Gesellschaft  am  13.  März:  „Buy 
Blas**-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Marsch  a.  der  Suite  algörienne 
V.  Saint-Saöns,  Bruchstücke  a.  „Thamara**  v.  Bourgault- 
Ducoudray  (unt.  Leit.  des  Comp.  u.  Solist.  Mitwirkung  der 
Frau  Boidin-Puisais  u.  des  Hm.  Warmbrodt),  Solovorträge 
der  Frau  Boidin-Puisais  (Arie  a.  „Samson  und  Dalila**  von 
C.  Saint-Saöns)  und  der  HH.  Warmbrodt  (Arie  a.  „Alceste* 
V.  Gluck)  u.  Marsick  (Viol.,  Suite  fantaisiste  v.  J.  Bordier 
[unt.  Leit.  des  Comp.],  Symph.  espagnole  v.  E.  Lalo,  „Songe** 
V.  Marsick  u.  Elfentanz  v.  Popper). 

Boston.  131.  Conc.  des  Apollo  Club:  „The  Tmmpeter** 
f.  Tenor-  u.  Bsuritonsolo,  Männerchor  u.  Dreh.  v.  T.  Streng, 
„Der  Einsame**  f.  Baritonsolo,  Streichorch.  und  Homer  von 
E.  Grieg,  „Mila**  f.  Sopran-  u.  Basssolo,  Männerchor  u.  Dreh. 


V.  Saint-Saöns.  Elsa*s  Traum  a.  „Lohengrin**  v.  Wagner, 
ges.  V.  Frau  Walker. 

Bristol.  Wagner-Conc.  der  Bristol  Festival  Society  unt. 
Leit.  des  Hm.  JM16  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau  Nordioa,  des 
Frl.  TrebeUi  u.  der  HH.  McGuckin  und  SanÜey:  3.  Act  aus 
„Tannhäuser**,  Vorspiel  zu  „Parsifed**  u.  3.  Act  a.  „Lohengrin** 
V.  Wagner. 

Chicago.  Conc.  zum  25jähr.  Jubelfest  des  Musical  CoUege 
am  23.  Febr.:  Jubelouvert.  v.  Weber,  Emoll-Clavierconc.  v. 
Chopin  (Frl.  Striegel),  1.  Symph.  f.  Org.  (Hr.  Falk)  u.  Dreh.  v. 
A.  Guilmant,  1.  Violinconcert  v.  Bruch  (Hr.  Marx),  Ges.- 
Balletta  „II  Guarany**  v.  Gomez  (Frau  de  Mers  Bennis),  1.  Satz 
a.  dem  AmoU-Clavierconc.  v.  Schumann  (Frl.  Guivey),  An- 
sprache des  Bev.  Dr.  Thomas,  Marsch  a.  „Tannhäuser**  von 
W  agner.  —  3.  Conc.  des  Bendix  Strin^  Quart,  unt.  Miwirk. 
der  Pianistin  Frau  Dutton-Atwill:  Clavierquint.  v.  Sin  ding, 
Fdur-Streichquart.  v.  Bubinstein,  And.  a.  Dp.  11  v.  Tschal- 
kowskv. 

Clifton.  3.  Chamber  Conc.  des  Frl.  Eyre  (Clav.)  u.  der 
HH.  Darmaro,  Duys,  Wetten  u.  van  Gelder  (Streicher):  Streich- 
quart. Op.  27  V.  Grieg,  Qaviertrio  Op.  26  v.  Dvotäk,  Clav.- 
Yiolinson.  Op.  80,  No.  3,  v.  Beethoven.  (Die  AusftOirung  die- 
ses Programms  wird  in  einem  uns  vorliegenden  Bericht  als 
vortrefPuch  und  bewundemswerth  bezeichnet.) 

Gera.  Conc.  des  Musikal.  Ver.  (Kleemann)  unter  solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Stade  u.  des  Hm.  Trautermann  a.  Leipzig 
am  6.  April:  Compositionen  f.  zwei  Claviere  v.  N.  v.  Wilm 
(Prael.  u.  Sarabanae)  u.  H.  Huber  (Bdur-Sonate),  „Der  Böse 
PügerfEdirt^  v.  Schumann,  G^esangsoli  v.  Schumann,  Franz 
(„Waldfiahrt**),  Hofmann  („Blumenorakel")  u.  P.  Pfitzner 
(„Sehnsucht"). 

Haarlem.  2.  Conc.  des  Haarlem  Phüharmonio  (Fleck): 
Schott.  Symphonie  v.  Mendelssohn,  „Frtkhlingswogen"  v.  Ph. 
Scharwenka  (unt.  Leit.des  Comp.),  „Les  Pröludes"  v.  Liszt, 
G(esangvorträge  der  Frau  Blauveit  (Arien  v.  Massenet  [aus 
„Le  Cid"]  u.  Bizet  [a.  „Les  Pöcheurs  de  Perles"]). 

Leipzig.  (}eistl.  MusikaufftOir.  des  Hrn.  Pfannstiehl  unt. 
Mitwirk,  der  Frau  v.  Knappstaedt  (G^es.)  u.  des  Frl.  Bobinson 
(Viol.)  am  10.  April:  SoU  f.  (Jes.  v.  Baff  (.Sei  still")  u.  A-, 
f.  Org.  V.  S.  Bach  (Tocc.  u.  Fuge  in  Dmoll),  Liszt  („Evo- 
cation  k  la  Chapelle  Sixtine"),  Mozart  u.  Piutti  (Festhym- 
nus)  u.    f.  Viol.  V.  Händel  (Ddur-Son.)  u.  Beethoven  (Pdur- 


21B 


Romanze).  —  Am  16.  April  in  der  Thomaskirche  Auffuhr,  v. 
8.  Bach's  Matthäus-Passion  ant.  Leitung  des  Hm.  Prof.  Dr. 
Beinecke  u.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Baumann  y.  hier,  des 
Frl.  Minor  u.  des  Hm.  Dierich  a.  Schwerin,  der  HH.  Mes- 
schaert  a.  Amsterdam  u.  Meitzendorff.  —  7.  Gonc.  des  Pester'- 
schen  Dilett.-Orch.-Ver.  (Pester):  Stücke  f.  Streichorch.  von 
Händel  (Menuett)  n.  Grieg  („Uerzwunden",  ^rstes  Begeg- 
nen" u.  „Norwe^sch"),  sowie  zwei  Norweg.  Volksmelodien, 
bearbeit.  v.  Svendsen,  Solovorträge  des  Frl.  Strauss-Kurzwelly 
(G^.,  „Heimweh"  v.  Brahms,  „Schlüsselblumen"  v.  Liszt, 
„NeueJLiebe"  v.  Eubinsteinetc.)  u.  des  Hm.Wille  (Violonc, 
And.  V.  Goltermann,  Scherzo  v.  Kiengel  u.  „Widmung" 
u.  „Elfentanz"  v.  Popper). 

London.  Grystal  Palace - Ooncerte  (Manns):  28.  Febr. 
Ital.  Symph.  y.  Mendelssohn,  Ouvertüren  v.  Beethoven  (No.  2 
zu  „Leonore")  und  Cornelius  („Der  Barbier  von  Bagdad"), 
Solovorträge  der  HH,  Oudin  (Otes.)  u.  Becker  (Violonc,  Con- 
certstück  v.  Bazzini,  Tarantella  v.  Popper  etc.).  5.  März. 
Cantate  „Queen  Hynde  of  Galedon"  v.  H.McCunn  (Solisten: 
Damen  Fillunger  u.  Squire  u.  HH.  Piercy  u.  Black),  -Hebri- 
den"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Vorspiel  zum  8.  Act  a.  „Lohen- 
grin"  V.  Wagner,  zwei  Nummern  a.  -Bosamunde"  v.  Schu- 
bert etc.  12.  März.  Cdur-Sjmph.  v.  Schubert,  „Ooriolan"- 
Ouvert.  V.  Beethoven,  Vorspiel  zu  „Lohensrin"  v.  Wagner, 
Solovorträee  der  Frau  Glenn  {Qtes.)  u.  des  Hm.  Prof.  Joachim 
(Viol.,  3.  C^nc.  V.  Bruch,  Cdur-Son.  v.  S.  Bach  etc.).  19.  März. 
2,  Synaph.  v.  Beethoven,  Norweg.  Tänze  Op.  35  von  Grieg- 
Sitt,  Solovorträge  der  Frau  Valda  (Ges.)  u.  des  Hm.  £.  Silas 
(Clav.,  Hmoll-Conc.  u.  Rigodon  eig.  Comp.,  sowie  Lnpromptu 
y!  Rubinstein). 

LÜttieh.  3.  Concert  der  Sociöt^  des  Nouveaux  Concerts 
(Dupuis):  3.  S3nnph.  v.  Brahms,  „Don  Juan"  v.  B.  Strauss, 
Huldigungsmarscn  v.  Wagner,  Claviervorträge  des  Hrn.  Sli- 
vinski  (Conc.  Op.  23  v.  Tschaikowsky,  Gdur-Barcarole  v. 
Bubinstein  etc.). 

New-Yopk.    6.  Conc.   der   Symph.   Society  (Damrosch): 

5.  Symph.  v.  Tschaikowsky,  „Siegfried^s  Rheinfahrt"  und 
BheintÖchter-Terzett  (Damen  Alves,  Xaschoska  und  Koert- 
Kronold)  a.  der  „Götterdämmerung"  v.  Wagner,  Gdur-Cla- 
yierconc.  v.  Beetnoven  (Hr.  Rummel).  —  5.  Conc.  des  Sym- 
phony  Strine  Quart,  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hrn.  Lam- 
bert: Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  18,  No.  4)  u.  Schu- 
mann (Op.  41,  No.  2),  Bmoll-Claviertrio  v.  Volkmann.  — 
13.  Damrosch  Sunday  Conc. :  Vorspiel  zum  3.  Act  a.  „Lohen- 
erin",  Preislied  a.  den  „Meistersingern"  (Hr.  Montariol),  Klage 
der  Rheintöchter  a.  dem  3.  Aufzug  des  „Rheingold"  (Damen  Klein, 
Kaschoska  und  Ritter-Goetze),  FrühHngslied  (Hr.  Montariol), 
,^euerzauber"-u.  „Walkürenritt"  a.  der  „Walküre",  „Wald- 
weben" a.  „Siegfried",  Gesang  der  Rheintöchter  (obengen. 
Damen).  Siegfhed's  Tod  u.  Trauermarsch  a.  der  „Götterdäm- 
merung" v.  R.  Wagner. 

Paris.     Conservatoriumsconcerte  (Garcin)  am  28.  Febr.  u. 

6.  März:  2.  Symph.  v.  Beethoven,  2.  Satz  a.  der  Symphonie  y. 
B.  Godard,  zwei  Nummern  aus  der  „Sommemachtstraum"- 
Musik  v.  Mendelssohn,  Bruchstücke  a.  „Judas  Maccabäus"  v. 
Händel,  „Adieu  aux  jeunes  mari6s"  v.  Meyerbeer,  Violoncell- 
conc.  V.  E.  Lalo  (Hr.  Cros-Sfidnt-Ange).  —  Colonne-Concerte: 
6.  März.  -Au  Paysbleu"  v.  A.  Holmös,  Ouvert.,  Duett  (Frl.  Is- 
saurat  u.  Hr.  Auguez)  u.  Türk.  Marsch  a.  den  „  Ruinen  von  Athen" 
v.  Beethoven,  Bruchstücke  a.  „Namouna"  v.  E.Lalo,  „Walkü- 
renritt" v.  Wagner,  Solo  vortrage  des  Frl.  Issaurat  (Arie  a. 
„Chevalier  Jean"  v.  Jonciöres)  u.  der  HH.  Auguez  („Chri- 
stophe Colomb"  V.  A.  Coquard)  und  Johannes  Wolff  (Viol., 
2.  Conc.  V.  B.  Godard).  13.  März.  Bruchstücke  a.  „Romöo 
et  Juliette"  v.  Berlioz  (Solo:  Frl.  de Montalant),  „Egmont"- 
Husik  V.  Beethoven  (Solo:  Frl.  de  Montalant),  „Impressions 
d'Italie"  v.  G.  Charpentier,  Vorspiel,  Lehrbubentanz  und 
Aufzug  der  Zünfte  a.  den  „Meistersmgem"  v.Wagner,  Fant. 
tzigane  f.  Clav.  (Hr.  L.  Di6mer)  v.  L.  Lambert.  —  Lamou- 
reux-Concerte:  28.  Febr.  Ouvert.,  Scherzo  u.  Finale  v.  Schu- 
mann, „Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  „Widdweben"  a.  „Sieg- 
fried" und  Spinnerchor  a.  dem  „Fliegenden  Holländer"  von 
Wagner,  Solovorträge  der  Brau  Brunet-Lafleur  (Ges.,  „La 
Sulamite"  v.  Chabrier)  u.  des  Hm.  Slivinski  (Clav.,  Bdur- 
Concert  v.  Tschaikowsky).  6.  März.  9.  Symph^v. Beetho- 
ven (9oli:  Damen  Leroüx-Kibeyre  u.  Joussen  u.'HH.  Engel 
u.  Oudin),  „Ruy  Blas" -Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Un^.  Marsch 
v.  Berlioz,  „Der  Bergentrückte"  v.  Grieg  (Solo:  Hr.  Oudin), 
Preislied  a.  den  „Meistersingern"  von  Wagner  (Hr.  Engel). 
13.  März.  9.  Symph.  v.  Beethoven  (Soli:  famen  Lerouit-Ki- 
beyre  u.  Joussen  u.  HH.  Engel  u.  Oudin),   Ouvertüren   von 


Weber  u.  Wagner  („Rienzi"),  Gesangyorträge  der  HH.  Engel 
(„La  Procession"  v.  0.  Franck)  u.  Oudin  („li  Vision  deSaül* 
V.  Galvotti). —  1.  Conc.  der  Association  musicale  (Fontbonne): 
Pr^l.  V.  Sieveking,  Ouvertüren  v.  Wagner  („Rienzi")  und 
G.  Piernö  (symphonique),  BaUetmusik  a.  „Prince  Igor"  v. 
A.  Borodin,  Entr'acte  a.  JLes  Caprices  de  Marianne"  voa 
E.  Chausson,  Seren,  u.  Valse  lente  v.  V.  d*Indy,  Gesang- 
vortrage  der  Damen  Boidin-Puisais  („L'Ondine  et  la  P^heur" 
V.  defiröville)  u.  Sanz  (Arie  a.  „SamsonetDalila"  v.  Saint- 
Saöns  u.  „Poöte  et  Fantöme"  v.  Massenet). 

Philadelphia.  Zwei  Concerte  zur  Feier  des  40jähr.  Be- 
stehens des  Young  Männerchor  unt.  Mitwirk,  des  „Arion"  a. 
New- York,  des  „Orpheus"  a.  BufiGälo,  des  „Arion"  a.  Brooklyn, 
des  Baltimore  Liederkranz  und  verschiedener  einheimischen 
Gesellschaften  u.  des  New- York  Svmph.  Orch.  (G.  Hinrichs): 
No.  1.  „Egmont"-Ouvert.  v.  Beethoven,  „Landkennung"  für 
Männerchor  u.  Basssolo  (Hr.  Fischer)  v.  Grieg,  „Die  Kreuz- 
fahrer" V.  Gade  (Solisten:  Frau  Ritter-Gk>etze  und  die  HH. 
Fischer  u.  Friedman),  zwei  Theile  a.  der  Oper  „Der  Trom- 
peter von  Säkkin^en"  v.  A.C1  aasen.  „InPursuitofCaliban" 
a.  der  „Tempe6t"-Musik  u.  „Pagina  d'Amore"  v.  F.  van  der 
Stucken,  l&nnerchor  „Aennchen  von  Tharau"  von  Sucher, 
Festmarsch  mit  „Star  Spangled  Banner"  von  G.  Hinrichs, 
Solovorträge  der  Frau  Ritter-Gk>etze  („Es  blinkt  der  Thau"  v. 
Rubinstein,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d^ Albert, 
„Blumensprache"  v.  Meyer-Melmund  etc.)  und  des  Hm. 
C.  Stemberg  (Clavier,  Amoll-Concert  v.  Schumann).  No.  S. 
„Rienzi"-Ouyert.,  „Walkürenritt",  Wotan's  Abschied  (Hr.  Fi- 
scher) u.  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  v.Wagner,^,Chöre 
„Der  Morgen"  v.  Rubinstein,  „Abendruhe"  v.  Attenhof er, 
„Beware"  v.  Kirschner,  „Spring"  u.  „Moming  in  the Woods" 
v.  Rhein  berger,  „So  fSeur"  v.  Engelsberg,  „Soft  tones 
within  the  woodlands  ring"  v.  Nessler  u.  A. 

Providence  (R.  I.).  2.  Conc.  des  New- York  Symph.  Orch. 
(Damrosch):  Vorspiel  u.  Schlussscene  a.  „Tristan  und  Isolde" 
v.  Wagner,  „Sommemachtstraum" -Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
Scherzo  „Fee  Mab"  v.  Berlioz,  14.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt, 
Violin  vortrage  des  Hm.  Brodsky  (u.  A.  Span.  Tanz  v.  Sara- 
sate). 

Veraltete  Programme,  eotoie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Ikttum  müssen  völlständiff  unoettchtet  bleiben/ 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Altenburg.  In  der  letzten  Abendunterhaltung  des  hie- 
sigen Männer^esangvereins  wirkte  Frl.  Gondar  aus  Leipzig 
als  Gresangsolistin  mit  und  erwarb  sich  durch  reine  Intona- 
tion, gute  Tonbildung  und  Declamation  und  warme  Empfin- 
dung von  Nummer  zu  Nummer  wachsende  Anerkennung.  — 
Berfin.  Die  Pianistin  Frau  Laidlaw,  welche  bereits  im  v. 
Winter  mit  Erfolg  sich  hier  hören  Hess,  gab  kürzlich  in 
einem  eigenen  Concert  neue  Proben  ihres  hübschen  Talen- 
tes zum  Besten,  die  sämmtlich  ein  ^hr  dankbares  Publicum 
fanden.  In  der  Kroll'schen  Oper,  deren  GapeUmeister  die 
HH.  Ruthardt  und  Gille  sein  werden,  stehen  gleich  zum 
Beginn  der  Spielzeit  interessante  Aufführungen  oevor.  So 
wira  u.  A.  Hr.  Bubinstein  seine  „Macöab^r"  persönlich 
leiten  und  Frau  Moran-Olden  die  Leah  dabei  smgen.  — 
BPflssel.  Die  Greigerin  Frl.  Leonora  Gl  euch  aus  Canada, 
ehemalige  Schülerin  des  Leipziger  k.Conseryatoriums  der  Musik 
und  des  V  iolinmeisters  Brodsky  daselbst,  spielte  in  einem  Con- 
cert der  Artistes  musiciens  das  Mendelseohn^sohe  Concert  und 
die  Gdur-Bomanze  von  Beethoven  mit  feiner  und  poetischer 
Empfindung,  schönem,  tadellosem  Ton  und  hübsöhen  Details 
in  aer  Ausitkhrung  und  Auffassung.  In  demselben  Concerte 
fand  der  Pariser  Pianist  Hr.  Di  6m er  mit  seiner  bis  aufe 
Feinste  ausgearbeiteten  Technik,  seinem  idealen  Anschlag  und 
der  Eleganz  seines  Vortrags  viel  Gefkllen.  —  Font.  Um  die 
Auff&hrung  von  Haydn's  „Schöpfung",  welche  am  1.  Aprü 
der  Akademische  Gesangverein  veranstaltete,  machten  akm  in 
den  Solopartien  hochverdient  Frl.  Schneider  aus  besisan. 
deren  warmer  und  nobler  Vortrag  von  einem  vollen  und 
Schönen  Organ  ^tragen  wird,  der  Tenorist  Hr.  Trauter- 
mann aus  Leipzig,  der  mit  vorzüglichster  Aussprache  feuri- 
ges Temperament  verbindet,  und  der  Bassist  Hr.  Leideritz 
aus  Leipzig,  dessen  klangvolle  und  wohlausgegUchene  StiJnme 
überall  im  Dienste  geschmackvoller  Auffassung  und  trefflitther 
Declamation  stand  und  in  dieser  Vereinigung  echt  künstleri- 
sche Wirkung  mächte.  —  Landau.  In  einem  C(mcertd6s'Hm. 


219 


Löwe  wirkten  neben  dem  Concert^eber,  dessen  Yiolinspiel 
hier  anerkannt  ist,  solistisch  der  Pianist  Hr.  Wie  mann  aus 
Pforzheim  und  der  Violoncellist  Hr.  Hartmann  aus  Mann- 
heim mit  und  erwiesen  sich  als  ausgezeichnete  Künstler  ihrer 
bez.  Instrumente.  —  Paris.  Der  Tenor  Hr.  Alyarez  debu- 
tirte  mit  Glück  in  der  Oper.  Seine  Stimme  ist  in  der  Höhe 
vortrefflich,  die  Mittellage  indess  genügt  nicht. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  14.  April.  „Nim  lasset  uns  den 
Leib  begraben"  v.  J.  Brahms.  „Wir  drücken  dir  die  Augen 
zu**  V.  J.  G.Schicht.  16.  Aprü.  „Ave  verum**  v.  E.  F.  Bichter. 
„Golgatha**  v.  S.  Bach-Bust.  „Wenn  ich  einmal  soll  schei- 
den** V.  S.  Bach.  17.  April.  Ostercantate  v.  S.  Bach.  Nicolai- 
kirche: 18.  AprU.    Ostercantate  v.  S.  Bach. 


OpernauffDhrungen. 

März. 

Schwerin.  Grossherzogl.  Hoftheater:  2.u.  13.  Die  Stumme 
von  Portici.  4.  u.  27.  Mignon.  6.  Oberen.  9.  Die  Regiments- 
tochter. 15.  XJndine.  20.  Hoffinann's  Erzählungen.  24.  Wil- 
helm Teil. 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Wie  die  „M.  N.  Nachr.**  aus  Bayreuth  melden,  sind 
die  Billets  zu  den  fünf  ersten  und  drei  letzten  Festspielauf- 
fiüirungen,  sowie  der  „Meistersinger** -Darstellung  am  81.  Juli 
daselbst  bereits  vollständig  v  e  r  g  r  i  f  f  e  n. 

*  Das  2.  Schwäbische  Musikfest  in  Augsburg  zu 
Pfingsten  stellt  ein  sehr  conservatives  Programm  für  seine 
drei  Testtage  in  Aussicht,  wie  dies  angesicnts  des  Festdiri- 
genten Hm.  Dr.  Schletterer  auch  kaum  anders  zu  erwarten 
war.  Von  der  Neuzeit  werden  nur  der  Kaiser-Marsch  von 
Wagner  und  das  Streichquintett  von  Brahms  Kunde  geben. 
Trotzdem  von  Solostücken  bereits  Concerte  von  Spohr  und 
Mendelssohn  angezeigt  werden,  steht  man  mit  namhaften 
Solokräften  erst  in  Imterhandlung. 

*  Brahms'  beiden  neuen  Kammermusikwerke  mit  Clari- 
nette,  das  Quintett  und  das  Trio,  sind  in  letzter  Zeit  drei 
Mal  mit  grösstem  Erfolg  in  den  Monday  Populär  Ooncerts 
zu  London  gespielt  worden. 

*  In  Genua  bereitet  man  für  das  Oolumbus- Jubi- 
läum Aufführungen  vor,  die  auf  den  Entdecker  Amerika's 
Bezug  haben.  So  zwei  Opern  „Gristoforo  Colombo**,  die  Eine, 
vor  einem  halben  Jahrhundert  etwa  erstmalig  aufgeführt,  von 
Barbieri,  die  andere  neue  von  Franchetti,  ein  Ballet  gleichen 
Namens  von  Monplaisir  und  eine  Gantate  „Oolombo**,  eigens 
für  das  Fest  von  Flatania,  dem  Director  des  Oonservatoriums 
in  Neapel,  geschrieben. 

*  In  Philadelphia  wurde  eine  deutsch-amerikani- 
sche Gesellschaft  begründet  mit  der  Aufgabe,  die  drama- 
tischen Componisten  zu  fördern.  Bei  Gelegenheit  der  Auf- 
stellung in  Chicago  schreibt  diese  Gesellschaft  eine  Preisbe- 
werbung für  die  Composition  einer  Oper,  zu  welcher  sie  das 
Textbudi  liefert,  aus.  Fünf  Preise  von  400  bis  1500  J(  sind 
verfügbar,  das  beste  Werk  soll  während  der  Ausstellung  auf- 
gefüllt werden.  Die  preisgekrönten  Werke  gehen  in  den 
Besitz  der  Gesellschaft  über,  welche  den  Componisten  einen 
gewissen  Procentsatz  ihrer  Einnahmen  gewährt.  Mannscripte 
sind  bis  zum  1.  Oct.  d.  J.  einzusenden. 

*  In  Ferrara  werden  vom  21.  bis  23.  April  Festlich- 
keiten zur  Feier  des  hnnderijährigen  Bestehens  derdorti^n 
Universität  abgehalten  werden,  bei  welcher  Gelegenheit  eine 
von  Finotti  componirte  Cantate  aQ%e{%lhrt  werden  soll. 

*  Pas  in  Dessau  projectirte  Friedrich  Schneider- 
Denkmal  gelangt  vieUeicht  noch  in  diesem  Jahre  zur  Aus- 
führung und  Au&tellung. 

*  Der  seit  Langem  unter  der  verdienstlichen  Leitung  des 
Hm.  Anton  Krause  stehende  Städtische  Singverein  zu 
Barmen  feierte  am  8.  April  sein  Tt^'ähriges  Erstehen  mit 
einer  Aufführung  von  S.  Baches  Hmoll-Messe.  - 


uh- 


*  Die  unter  Leitung  des  Hrn.  Ed.  Wachmann  stehenden 
Philharmonischen  Concerte  in .  Bukarest  begingen 
kürzlich  das  26jährige  Jubiläum  ihres  Bestehens. 

*  Im  k.  Hofopemhaus  zu  Budapest  kam  R.Wagner's 
„Siegfried**  in  der  ungarischen  Uebersetzung  des  Dr.  Rado 
kürzlich  zur  ersten  Aunuhrung  und  machte  einen  tiefgehen- 
den Eindruck. 

*  Im  Hoftheater  zu  Carlsruhe  soll  am  29.  d.  Mts. 
P.  Cornelius*  „Cid**  zur  Erstauffi!thrung  daselbst  gelangen. 

*  Bruneau's  Oper  „Le  R6ve**  ist  in  Marseille  kühl 
aufgenommen  worden. 

*  Im  Stadttheater  zu  Teplitz  fand  unlängst  eine  neue 
lyrische  Oper  „Der  geraubte  Kuss**  von  Chr.  F.W.  L  es  eben 
eine  freundliche  Aumahme. 

*  Die  Oper  „Santa  Chiara**  vom  Herzog  Ernst  von 
Sachseu-Coburg-Gk>tha  ging  am  9.  April  als  Novität  über  die 
Bretter  des  Stadttheaters  zu  Halle  a.  S. 

*  In  Düsseldorf  erlebte  am  13.  d.  Mts.  eine 
„Die  Mädchenstreiche**  von  Bob.  Kratz  ihre  erste  A 
rung. 

*  Der  Männergesangverein  „Arion**  in  New-York, 
wohl  der  hervorragendste  Männerchor  in  Amerika,  wird 
in  bevorstehendem  Sommer  eine  Kunstfahrt  nach  Deutsch- 
land unternehmen  und  unter  Leitung  seines  ausgezeichneten 
Dirigenten  Hm.  van  der  Stucken  in  Berlin,  Leipzig,  Dres- 
den, Cöln,  Frankfurt  a.  M.,  Hamburg.  München  etc.  concer- 
tiren.  Der  Ertrag  seiner  Concerte  ist  rar  wohlthätige  Zwecke 
bestimmt. 

*  Dem  Stuttgarter  Hoftheater  droht  der  Verlust 
des  Hofcapellmeisters  Hm.  Zumpe,  indem  demselben  ein 
glänzender  Engagementsantrag  vom  Schweriner  Hofbheater 
zugegangen  ist.  Obgleich  das  Gesuch  des  Hm.  Zumpe  um 
Entlassung  aus  seinem  mehnährigen  Stuttgarter  Contract  an 
höchster  Stelle  abschläglich  beschieden  wurde,  so  befürchtet 
man  trotzdem,  dass  damit  die  Angelegenheit  noch  nicht  end-^ 
^iltig  entschieden  ist.  Durch  den  Weggang  des  Hm.  Zumpe,. 
in  welchem  endlich  der  lang  ersehnte  begeisterte  und  that- 
kräftige  Dirigent  für  die  Stuttgarter  Hofcapelle  und  Oper  ge- 
funden worden  ist,  würde,  wie  man  von  dort  schreibt,  dem 
Musikleben  der  schwäbischen  Hauptstadt  ein  empfindlicher 
Schaden  zugefügt  werden. 

*  Das  Dirigentenamt  des  PhUhsirmonischen  Vereins  zu 
Carlsruhe  ist  unlängst  von  Hrn.  Hofopemdirector  Motu 
auf  den  Hoi^ianisten  Hrn.  Cornelius  Eübner  aus  Baden« 
Baden  übergegangen. 

*  Hr.  Arrigo  Boito,  der  bekannte  Componist  und  Libret- 
tist, ist  von  der  italienischen  Regierung  mit  der  General- 
inspection  des  technischen  Unterrichts  an  den  Conserva- 
torien  und  Musiklyceen  des  Königsreichs  betraut  worden. 

*  Hr.  Joseph  Barnby  ist  zum  Director  der  Guildhall 
School  of  Music  in  London  ernannt  worden,  wird  aber  die 
Stellung  des  Dirigenten  der  Royal  Choral  Society  beibehalten. 

*  Zu  den  gefeiertsten  Instrumentalsolisten  der  letzten 
Saison  ist  Hr.  Hofconcertmeister  Halir  in  Weimar  zu  zählen 

Sewesen,  der  auf  seiner  letzten  Concerttoum^,  namentlich  in 
er  französischen  Schweiz,  die  seltensten  Triumphe  mit  seinem 
Spiel  erregt  hat. 

*  Hm.  Musikdirector  Urban  in  Greiz  wurde  vom  Ftürsten 
die  Medaille  merito  acdignitati  verliehen. 

*  Hr.  Cantor  Opitz  in  Oybin  erhielt  das  Verdienstkreuz 
des  Sachs.  Albrechtsordens  verliehen. 

Todtenllste.  Am^te  Artus,  CapeUmeister  an  verschie- 
denen Theatern  von  Paris  ^  Componist  von  Melodramen  und 
Tänzen,  f  in  Paris.  —  Giuseppe  Ciampl,  berühmter  Bassö 
comicojt  in  Malta.  —  Charles  A.  White,  Chef  derVerla^- 
firma  White,  Smith  &  Co.  in  Boston,  f«  ^2  Jahre  alt,  daseiet. 
~  Dr.  nhil.  W.  A.  Lampadius,  em.  Diaconus  zu  Leipzig, 
eifriger  Musikliebhaber,  der  sich  durch  litterarische  Arbeiten, 
namentlich  seine  Mendelssohn-Biographie,  auch  in  weiteren 
musikalischen  Kreisen  bekannt  gemacht  hat,  f.  80  Jahre  'alt; 
am  7.  April  —  Frau  Brandt-Görtz.  Mitglied  Aed  k.  Theateirs 
zu  Hannover,  eine  ausgezeichnete  Opemsän^rüi,  f,  33  Jahre 
alt,  am  12.  April  während  einer  Zahnoperation  in  Cassell 


220 


Offener  Sprechsaal. 

Noch  einmal  die  „Camilla'*  des  Hrn.  Carl  Goepfart. 

Recht  post  festum,  d,  h.  ein  volles  Vierteljahr  nach  dem 
Erscheinen  der  treffenden  Kritik  unseres  Hm.  A.  Smolian 
über  das  in  der  Ueberschrift  gen.  Opus,  bricht  in  der  No.  18 
des  „Chorgesang**  vom  1.  Aprü  c.  ein  Hr.  Ernst  Otto  Nodnagel 
(doch  nicht  alias  Nothnagel?)  eine  blutige  Lanze  ftlr  diese  Oper. 
Wir  möchten  wirklich  wissen,  auf  welchem  weltvergessenen 
Stück  Erde  Hr.  Capellmeister,  Componist  und  Ehrenmitglied 
Goepfiftrt  diesen  seinen  neuesten  Schildknappen  aufgegabelt 
hat,  denn  abseits  von  dem  Eunstgetriebe  unserer  Zeit  muss 
das  Individuum  vegetiren,  das  sich  für  diese  „Camilla"  zu 
begeistern  vermag.  Ueber  den  G^eschmack  lässt  sich  jedoch 
nicht  streiten!  Immerhin  glaubten  wir,  Hm.  A.  Smolian  von 
der  Existenz  dieses  sonderbaren  Schwärmers  Kunde  geben  zu 
sollen,  indem  wir  ihm  ein  Exemplar  der  betr.  Zeitungsnum- 
mer zustellten.  Seine  unten  folgende  Beantwortung  dieser  Zu- 
sendung thut  zwar  dem  Gekl&ffe  des  Hm.  Nodnagel  viel  zu 
viel  Ehre  an,  wird  aber  demohngeachtet  wegen  der  neuen 
Schlaglichter,  die  sie  auf  Hm.  Gk)epfart  und  seine  Leute  wirft, 
die  Leser  unseres  Bits,  stark  interessiren. 

D.  Red.      . 

Caplsruhe,  6.  April  1892. 

Sehr  geehrter  Hr.  Fritzsch! 

Den  Beweis  für  meine  Behauptuns;,  dass  die  „Camilla" 
ein  künstlerisches  Nichts  sei,  erbringt  oier  Glavierauszuff,  der 
ja  doch  schliesslich  einige  Aehnlichkeit  mit  der  Partitur  haben 
dürfte,  auf  jeder  Seite  und  in  iedem  Systeme,  und  wenn  ich 
somit  Jedermann  auf  GoepfiEirt's  Werk  selbst  als  auf  das  um- 
fassendste Beweismaterial  für  meine  „subjective  Kritik*^  hin- 
weisen müsste,  so  bin  ich  am  weni|;sten  gesonnen,  mich  |auf 
eine  Polemik  mit  Hm.  Ernst  Otto  Nodnskgel  einzulassen,  dem 
neuesten  Gk>epfiEirt-Kämpen ,  welcher  in  der  zuMlig  von  Hm. 
Hans  Licht,  dem  Verleger  vieler  Qoepfturt'scher  Compositionen, 
▼erlegten  Zeitschrift  Jber  Ghorgesang**  gewaltig  gogon  meine 
kurze  Kritik  der  „Gamilla^  zu  Felde  gezogen  ist.  Für  alle 
Diejenigen,  denen  es  um  die  Kunst  ernst  ist,  hat  es  zur  end- 
giltieen  Einsargung  des  Ooepfart'schen  Ruhmes  dieses  Nod- 
nagels  wahrlich  niät  bedurft,  und  da  ich  die  ganze  Abhand- 
lung im  „Ohorgesang"  als  ganz  direct  vom  Gomponisten  der 
.Gamilla**  inspirirt  erachte,  an  Begeisterung  in  diesem  Kampfe, 
bei  dem  es  sich  für  mich  um  ein  „künstlerisches  Nichts**  han- 
delt, auch  jedenfalls  hinter  dem  Autor  und  seinen  muthigen 
Vasallen,  welche  für  „ein  Werk  von  in  mehrfacher  Hinsicht 
symptomatischer  Bedeutung**  streiten,  zurückstehen  würde. 
Bo  verzichte  ich  darauf,  von  dem  mir  von  Hm.  Nodnagel 
gütigst  ertheilten  „Worte**  —  ihm  gegenüber  wenigstens  — 
<&ebrauch  zu  machen. 

Ihnen  gegenüber,  der  Sie  die  Güte  hatten,  mir  die  be- 
ireffende Nummer  des  „Ghorgesanges**  zuzustellen,  fühle  ich 
mich  jedoch  zu  einigen  Bemerkungen  veranlasst,  die  nöthigen- 
falls  —  nicht  Ihnen  und  nicht  mir  —  wohl  aber  dem  „Musi- 
kaUschen  Wochenblatte**  zur  Abwehr  dienen  könnten.  Vor 
Allen  Dingen  berufe  ich  mich  nochmals  als  auf  mein  Beweis- 
xnaterial  für  mein  völlig  absprechendes  ürtheil  auf  die  sämmt- 
lichen  Nummern  der  „Gamilla**,  und  indem  ich  alle  Dieieui£;en, 
welche  sich  für  diesen  —  da  es  sich  eben  um  ein  Nichts  han- 
delt —  allerdings  ganz  zwecklosen  Streit  interessiren  sollten, 
auffordere,  sich  ja  den  Glavierauszug^  oder  die  Partitur  des  in 
Rede  stehenden  Werkes  zu  beschaffen  und  dort  meine  Be- 
weise —  oder  vielmehr  des  Gomponisten  Beweise  —  für  meine 
Behauptungen  aufzusuchen,  glaube  ich  trefflich  für  Hm. 
Gk>epfart's  weitere  Verbreitung  gesorgt  zu  haben.  Da  ich 
selbst  nicht  Gomponist  bin  und  nur  hier  und  da  einmal  einige 
kleine  „  Widmungsges&nge**  veröffentlicht  habe,  was  ja  schliess- 
lich jedem  Musiker  einmal  passiren  kann,  so  habe  ich  an  guten, 
eigenartigen  und  stimmungsvollen  Neuschöpfiingen  Anderer 
jederzeit  eine  rechte  Freude  gehabt,  und  wenn  G^pfart's  „Ga- 
miUa**  diese  Freude  in  mir  nicht  zu  erwecken  vermochte,  so 
glaube  ich  denn  doch  die  Schuld  dafür  dem  Werke  und  nicht 
mir  beimessen  zu  sollen.  Den  Vorwurf  der  Subpectivität 
meines  Urtheüs  lasse  ich  mir  gerne  gefskllen;  wird  doch 
schliesslich  jedes  Urtheil,  das  sich  auf  den  Inhalt,  die  melo- 
dischen Keime  und  den  geistigen  und  seelischen  Stimmungs- 
gehalt einer  Gomposition,  nicht  aber  auf  die  mehr  äusserlichen 
Momente  des  Satzes  und  der  Form  erstreckt,  jederzeit  ein  sub- 


jectives  sein  und  bleiben  müssen.  Auch  Hr.  Nodnagel  ver- 
mochte meiner  subjectiven  Behauptung,  dass  die  „Gamilla** 
gedankenarm  sei,  nur  die  zum  mindesten  ebenso  subjective 
Ansicht,  „dass  die  »Gamillac  von  einer  Fülle  liebenswürdiger 
und  anmuthiger  Melodien  strotze**  gegenüberzustellen  und  wird 
—  wollte  ich  ihn  um  Beweise  bitten,  wie  er  mich  zu  solchen 
auffordert  —  eben  doch  auch  nur  auf  das  in  Rede  stehende 
Werk  hinweisen  können.  Die  Ansprüche  der  Einzelnen  an 
ein  Kunstwerk  sind  eben  verschiedene.  Für  mich  können  aber 
selbstverständlich  nur  meine  Ansprüche  maassgebend  sein, 
und  meinen  Ansprüchen  gegenüber  ist  und  bleibt  die  „Ga- 
milla**  ein  künstlerisches  Nichts  —  und  ihr  Autor  ein  bekla- 
genswerther  junger  Künstler,  der  durch  den  Mangel  jeglicher 
§elbstkritik  und  durch  die  kritiklose  Begeisterung  einiger  ihn 
geradezu  dem  gefllhrlichsten  Ende  —  dem  Lächerlichwerden  — 
zutreibenden  Freunde  soweit  um  alle  ernstere  Besonnenheit 
gekommen  ist,  dass  er  nunmehr,  völlig  in  Ghrössenwahn  und 
Verfolgungswahnsinn  verfallen,  mit  seinen  albernen  Press- 
fehden, nicht  aber  mit  seinen  Gompositionen  eine  recht  be- 
dauerliche symptomatische  Bedeutung  erlangt  hat. 

Einer  Taktlosigkeit  und  Indiscretion  glaube  ich  mich  mit 
der  Bezugnahme  auf  Goepfart*s  stolzes  Vorwort  „An  meine 
Freunde**  insofern  nicht  schuldig  gemacht  zu  haben,  als  mir 
von  Hm.  Goepfart  selbst,  den  ich  nur  äusserst  flüchtig  von 
einigen  Musi^esten  her  kannte,  ohne  jegliche  Veranlassung 
meinerseits  ein  mit  eigenhändiger  Widmung  und  mit  dem 
Vorworte  versehenes  Exemplar  des  Glavierauszuges  —  und 
Tags  darauf  die  briefliche  Aufforderung,  „mich  nunmehr  des 
flotten  Werkes  anzunehmen  und  darüber  zu  schreiben**  zuge- 
stellt worden  war.  Ich  schwieg —  in  stiller  Theilnahme,  und 
erst  nachdem  Sie,  geehrter  Hr.  Fritzsch,  mir  ein  halbes  Jahr 
später  die  „Gamilla**  zur  Besprechung  zugesandt  hatten  und 
mich  mittlerweile  durch  das  persönliche  Benehmen  Qoepfart's, 
der  beispielsweise  sich  bei  einer  hiesigen  AuffÜlnnmg  der 
„Trojaner**  von  BerÜoz  hinter  mich  gesetzt  und  mir  den  Ge- 
nuss  des  gewiss  für  jeden  Musiker  interessanten  Werkes  durch 
mitleidige  Achs!  und  Obs!  und  fortwährende  laute  Bemerkungen 
wie  „schülerhaft!**  „ungeschickt!**  u.  dgl.  mehr  gründlich  ver- 
leidet hatte,  sowie  durch  seine  und  seiner  Haller  zum  Theil 
geradezu  wahnwitzige  Reclameartikel  —  ich  erinnere  Sie  an 
ie  angeblich  durch  GoepfiBirt  glücklich  vollzogene  Verbindung 
„Mozart*scher  Melodik  und  Wagnerischer  Dynamik**  —  ein 
heftiger  Widerwille  gegen  das  zudringliche,  geschraubte  und 
selbst  unwahrhaftige  Gebahren  der  HH.  Goepfeui;,  Stommel 
und  Gonsorten  erfasst  hatte,  entschloss  ich  mich  dazu,  diesen 
ganzen  dummdreisten  Spuk  mit  einigen  wenigen,  aber  kräf- 
tigen Worten  von  mir  —  und  wennmÖgUch  von  den  Lesern 
Ihres  geschätzten  Blattes  abzuwehren. 

Was  nun  Hm.  Nodnagel's  Belehrung  über  meinen  angeb- 
lich fjEklschen  Gebrauch  des  Wortes  Motiv  anbelangt,  so 
muss  ich  zugestehen,  dass  im  Sinne  der  alten  Formenlehre  aus 
dem  zweiten  und  dritten  Takte  des  Gdur-Satzes  beim  Auf- 
treten der  Gamilla  leicht  zwei  und  wohl  auch  mehr  Motive 
entnommen  werden  könnten,  dass  mir  aber  im  Hinblick  auf 
die  Art  von  Gx)epfart's  musikalischer  Arbeit  die  Anwendung 
des  Wortes  im  Sinne  von  Leitmotiv  passender  erschien;  und 
da  kann  ich  denn  nimmermehr  zugeben,  dass  eine  zweitaktige 
melodische  Phrase  durch  viermaUge  Nebeneinanderstellung 
(zwei  Mal  auf  der  Tonica  und  dann  zwei  Mal  auf  der  Domi- 
nante) zu  einem  achttaktigen  Motive  heranwachse,  wie  Hr. 
Nodnagel  das  zu  erkennen  vermeint.  Wenn  übrigens  Hr. 
Nodnagel  —  „oflen  gestanden,  wirklich  nicht  weiss,  was  ein 
Künstler  mit  einem  Motive  anders  anfEuigen  sollte,  als  es  zu 
wiederholen**,  so  dürfte  er  dieses  sein  iedenfialls  sehr  lücken- 
haftes Wissen  leicht  durch  einen  Einblick  in  die  Werke  aller 
Gomponisten  von  einiger  Bedeutung  —  selbstverständlich 
nehme  ich  hier  die  in  dieser  Hinsicht  sehr  wenig  lehrreichen 
Werke  seines  Schützlings  aus  —  ergänzen  und  vertiefen 
können. 

Doch  wozu  alle  weiteren  Erklärungen,  da  Hm.  Gk>epfart 
doch   nicht  mehr  zu  helfen  ist,   wie  Sie,   sehr  geehrter  Hr. 
Fritzsch,  aus  nachstehendem  Briefe  ersehen  mögen,  den,  gleich 
einer  BuUe  mit  rothem  Hängesiegel  versehen,   Hr.  Goepfeurt 
mir  sofort  nach   dem  Erscheinen  meiner  Kritik  in  liebens- 
würdigster Weise,   für  die  ich  ihm  hier  meinen  Dank  aus- 
spreche, zugesandt  hatte.    Der  aus  Weimar  und  vom  8.  Ja- 
nuar d.  Jahres  datirte  Brief  lautet  wörtlich  folgendermaassen: 
„Geehrter  Herr!    Es  hat  mich  innig  emreut  doch  nun, 
wenn  auch  auf  einigen  Umwegen  Ihre  »wahre  Meinung« 
über  meine  kom.  Oper  »Gamilla«  zu  er&hren.     Man  lernt 
nur  von  seinen  GK^fnem,  — ich  danke  Ihnen,  dass  Sie  mir 


würde,  abute  ich  k&ma,  —  es  war  Liszt's  eigener  Wunsch ; 
dass  ich  ee  der  Camilla  quasi  als  »Leitmotiv«  mitgeben 
möcht«,  (aber  ohne  weitere  Geschichten  damit  zn  machen, 
wie  er  ansdrOckllob  wünscht«)  es  moss  eben  so  bleiben, 
betonte  er.  Ihre  sehr  irttstiKei  and  obenbiQ  schnell  fertige 
Absprecbang  des  mir  sehr  ueben  und  wertvollen  Werkes 
ist  mr  mich  gKnzlich  ohne  Wert,  da  mir  ein  Wort  vom 
alten  Meister  natttrhcher  wertvoller  sein  muas  als  ganze 
Bände  des  Mos.  Wochenbl.  oder  Ihrer  Feder.  Uebngeus 
audiatur  et  altera  pars,  —  bÖFfin  Sie  sich  erst  mal  das 
Werk  a.  d.  Bflhne  an,  und  artheilen  Sie  dann  —  ee  ist 
ja  8.  Z.  in  Karlsruhe  eingereicht,  legen  Sie  bei  Uott«!  ein 


221 


Kites  Wort  ein  und  lassen  sich  den  Knuu  ■ 
e  Partitur  enthält  gani  merkwürdige  Sachen.  Im  üeb- 
rigea  —  treffen  wir  uns  Ja  noch.  Ergebenst  K.  Qoepfart." 
Daas  Goepfart  sich  in  diesem  Schreiben  znr  Becbtferti- 
guag  für  seine  sterile  Behandlung  einer  au  sich  §fanz  glück- 
lichen musikalischen  Idee  unf  eine  Anweisung  Meister  Liezt's 
beruft,  ist  znm  mindesten  ebenso  piet&tvoll  «nd  geschmacklos 
wie  im  Trio  seines  F ismoll- Scherzos  Op.  4G  die  Angabe  dar 
Dreiklaugsbrecbunten  als  einer  „Variant«  von  Liszt",  und 
mit  dem  Commendatore  Mozart's  möchte  ich  Hrn.  Goepfarb 
zurufen:  „Lascia  a'morti  la  pace!" 

Mit  bestem  Omss  verbleibe  ich  Ihr  sehr  ergebener 
Arthur  Smolian. 


Br'iet'ka.sten. 


y.  T.  in  C.  Wir  können  Ihnen  nicht  sagen,  ob  Nodnagel 
ein  Fseudonym  oder  der  wirkliche  Name  des  neuesten  Q.- 
Kkmpen  ist.  Bitten  Sie  doch  die  Bedaction  des  betr.  Blattes 
um  Auskunft,  wenn  diese  Frage  Sie  besondere  ioteressirt,  was 
bei  uns  der  Fall  nicht  ist. 

A.  L.  in  W.     Ihr  Bayreuther  Orchestercollege  von  1878 


Hr.  A.  Stegmann  lebt  schon  lange  nicht  mehr  in  Leipzig, 
sondern  in  Dessau,  wo  er  bis  zu  seiner  unlängst  wegen 
eines    Armleidens    erfolgten    Pensionirnng    als    Hofmusiker 

H.  S.  in  M.     Wir  werden  in  der  n,  Concertumschau  Ihres 
grossen  Erfolges  Erw&bnung  thun. 


.  n  z  e  1  ST  e  n. 


Durch  jede  Bach-,  Ennst-  nnd  HnsikalieDhandloog  zu  beziehen:  ^^^u 

Richard  'Wagner, 

EesamltoSchrikimilMtiuigeL 

2a  Auflage.    (Volksausgabe.) 
Oomplet  in   zehn  Ba.nd.en. 

Broch.  Jt  18,—.     Geb.  Jk  26,—. 

Geb.  In  fflnf  DoppelbSnden  Jt  23,—. 

Inhalt  SV  er  seichniss    gratis    und  franco. 

Verlag  von  E,   W.  Fritzseh   in  Leipzig. 


Flilsel-  und  Planlno-Fabrlkant. 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  vun  PeDtschland  nnd  SlßnigB  von  Prenasen, 
Ihrer  Haj-  der  Kaiserin  von  Deutschland  and  KSnigin  von  Prenssen, 
Ihrer  Uaj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von   Üeutschlaml  nnd  vun   Preusaen, 
Sr.  Königl.  Hobeil  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preusaen, 
Sr.  Künigl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 
L  F 


I  I.^oikd.oii  W. 

446  Oxford-Str. 


n.  Fabrik 
m.  Fabrik 


7  Johannls-Str.  und  27  Zlegel-Strasse. 
21  Qrflnauer-Strasse  und  Wlener-Strasse. 
124  Reiohenbergrer-Straase. 


(422.] 

ijei-iiii  rv. 

5—7  Johannls-Str. 


222 


Wilhelm  Hansen's  Musik-Verlag.  Leipzig. 

Compositionen 


von 


Christian  Sinding: 


Suite 


ftlr  "Violine  und  Pianofbrte 

(Fdur). 
5  JH   (Neu.) 


Concert 


(Desdur) 

für  Piano  und  grosses  Orchester. 

Partitur  15  ^.     Stimmen  15  ^,     Principalstimme  mit 
Begleitung^  eines  zweiten  Pianos  10  ^. 

Variationen 

(Esmoll) 

für  zwei  PianofOPte  zu  4  Händen.     9  JH. 
(Beide  Stimmen  sind  Jede  für  sich  gedruckt,) 

■■i  Von  Franz  Rummel  und  Arthur  Friedhelm  neulich 
[423.]  in  New- York  gespielt.  ■§■ 

Suite  für  Pianoforte. 


Edition  Peters. 

\  •  [486.] 

Soeben  erschien: 

„  *ßoabdi{*\ 

Oper  in  drei  Acten 

von 

Moritz  Moszkowsld. 

Für  Pianoforte  zu  2  Händen. 

No. 

2682.  Glavierauszug J^  6, — . 

2617a/b.    Melodien k  M  1,60. 

2614.  Einzugs-Marsch M  1,60. 

2613.  Maurischer  Marsch Jk  1,60. 

2615.  Scherzo -Yalse .    .  ^  1,50. 

2616.  Malagnena Ji  1,50. 

Für  Pianoforte  zu  4  HSnden. 

2620.  Einzugs-  und  Maurischer  Marsch     .    .    .    JL  2, — . 

2621.  Balletmusik Jk  B,— . 

Für  Gesang. 

2681.         Ciavierauszug  mit  Text »4  9, — . 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


Pr^amhule 


I  M.  50  Pf. 

Gourante  —  Sarabande 
(2.  Auflage.) 

Lieder 


Richard  Wagner, 

Gavotte  -  Presto.  £//|  Albumblütt  für  düs  C/avier. 

Preis  1  M. 


aus  H.  Draohmann-Ranicer  und  Roser. 

(2.  Auflage.)     3  Jü 

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Quintetts 

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2  Mal,  Christiania  3  Mal,  Copenhagen  2  Mal,  Genf  2  Mal, 
St.  Petersburg  2  Mal,  München,  London,  Stockholm,  Hel- 
singfors,  Graz,  Frankfurt  a.  M.,  Dordrecht  und  Detroit. 


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men cplt.  Ji  8, — . 

Für  VioUne  mit  Orchesterbegleitung  von  Aug.  Wilhelmj. 
Partitur  Ji  1^0.    Stimmen  cplt.  Ji  8, — . 

Für  Violine  mit  Pianofortebegleitung  von  Aug.  Wilhelmj 
Ji  1,60. 

Für  Violoneeil  mit  Orchesterbegleitung  von  Dav.  Popper. 
Partitur  Ji  1,50.    Stimmen  cplt.  Ji  8, — . 

Für  Violoneeil  mit  Pianofortebegleitung  von  Dav.  Popper. 
^  1,60. 

Für  Harmonium  mit  Pianofortebegleitung  von  Joh.  May. 

Für  Violoneeil,  (oder  Violine),  Harmonium  und  Pianoforte 
von  Au^.  Reinhard.    JH  2,40. 

Für  Horn  mit  Orchesterbegleitung  von  F.  Gumbert.  Par- 
titur Jf  1,50.    Stimmen  cplt.  Ji  8, — . 

Für  Horn  mit  Pianofortebegleitung  von  F.  Gumbert.^^  1,50, 

Für  Viola  alta  mit  Pianofortebegleitung  von  Hermann 
Ritter.    ^  1,50. 

Für  Cornet  ä  pistons  mit  Pianofortebegleitung  von  Rieh. 
Hof  mann.    Jt  1,50. 

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Gottschalg.    Jk  1,50.  [426.] 


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haben ,  werden  aber  auch  auf  Wunsch  von  der  Yerlags- 
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Heft  III. 
No.  18.  Gavotte. 
„    14.  LftTgo. 
„    16.  ArioBo. 
„   16.  Allemande. 
q    17.  Adagio  a.  Qigue. 
„    18.  Andante. 


Heft  I.  Heft  II. 

No.  1.  Bourröe.      No.  7.  Milodie. 
„   S.  Sarabande.     „  6.  Mnsette. 
,   8.  Oavotte. 
„   4,  Uinuet. 
„   8,  Gavotte. 
„  6.  Marcbe. 


„   9.  Gigue. 
„  10.  Gavotte. 
„11.  Minuet. 
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224 


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Weimar.  [44ic.] 

Vertr.  H.  Wolff.    Berlin. 

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SticAard  2üagner, 

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No.  2.     Einleitung  zum  3.  Act Jl  1,75. 

No.  3.     Walther 's  Preislied  (Morgenlich  leuchtend)^  2, — . 

;Die  WaiicOre. 

No.  4.     Siegmund's   Ldebeslied    (Winterstürme 

wichen  dem  Wonnemond)    .     ,     ,     .     Jt  2, — . 

Götterdämmerung. 

No.  5.     Trauermarsch  beim  Tode  Siegfried's.     Jt  2, — . 

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Druck  von  C.  G.  Rüder  iu  Leipzig;. 


Leipzig,  am  28.  April  1892. 


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Leipzig,  Königsstrasse  6. 


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Daa  Hnaikalische  Wochenblatt  encheint  jährlich  in  Ö3  Nummern.  Der  Abonnementabetzag 
far  du  Quartal  ron  13  Nummern  ist  3  Hark;  eine  einEelneNnmmerkiMtet 40  Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuzband  send  ung  treten  nubitehende  vierteljährliche  Abonnements- 

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r  weitere  Länder  dei  Allgememen  Pottrereuie.  —  JahreeabonnpmentB  werden  onter 
ZusTUDdeleffUDK  TOratehender  Betngabedinrnngen  berechnet 
Die  Inaertionigebabreii  nir  den  Ranm  einer  gespaltenen  Febteeile  betragen  SO  Pfennige. 


|No.  18. 


:    Die  Sagt  von  ,,Trl«t(ui  and  Iiolde"  bei  Biehwd  Wagner.    Ton  Dr.  Artbnr  SeldL    (FortaetzDDg.}   —   Tagsegeschlchte :    B«Tielit«.  —  Ooneert- 

<-—      -  BBXi«amrata  and  Outipiela  In  Oper  nnd  Oonoert.  —  Slrohnunnilk.  —  OpemanfllUinuigeii.  —  TermisohM  HlUbeUmigeD  nnd 

Briukwtsn.  —  Anzilsan. 


Die  Sage  von  „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  Arthur  Seidl. 
(Fortaetzong.) 

Das  ist  hCcbatens  nor  der  interessante  Versach  einer 
litterBrischen  oder  psychologischen  Elrkl&miig  des  Hinne- 
trauks,  daa  mag  am  Ende  auch  geistvoll  nein,  —  poetisch 
ist  es  nicht,  nnd  die  eigenste  Aufgabe  des  modernen  Be- 
arbeiters und  Nen-Dichters  dftukt  mir  dabei  erst  recfat 
verkannt.  Thatsächlich  erst  Wagner  gelang  es,  mit  ge- 
nialem, glücklichem  Griffe  beiden  Hotiren  in  Einem 
gerecht  zn  werden,  über  der  Verwerthung  des  Todes- 
tranks auch  des  alten  Liebestruikes  und  LJebesmotives, 
und  über  den  Pflichten  des  Dramatikers  die  ewigen 
Becbte  deaWunders  nicht  zu  vergessen.  Denn  wo  anders, 
als  jost  im  Reich  nnd  Gebiete  der  Ijebe  sollte  das  Wun- 
der nicht  auch  heute  noch  „modern"  sein  könnenl  Dass 
die  beiden  Liebenden  bei  Wagner  mit  volleni  Bewnsstsein 
den  Todestrank  geschlürft  haben,  somit  nur  dieses  Be- 
wnsstsein, der  Oedanke  an  den  nahen,  gewissen,  weil 
bereits  getrunkenen  Tod,  nicht  etwa  eine  physiolo- 
gische Wallung  des  Blutes,  ihre  Zunge  nnd  Lippe  zum 
LiebesgestAndnisse  gelöst  haben  konnte  (es  ist  dabei  cha- 
rakteristisch, dass  Isolde  —  die  um  das  Oeheimniss  am 
sichersten  weiss,  weil  sie  es  ja  selbst  Brang&nen  ver- 
ordnet —  auerst  den  Namen  „Tristan"  hauchtl)  — 
diese  noch   heute   von   so   Vielen  bestrittene   Thatsache 


erhellt   schon  ans  folgenden  vier  Stellen  unseres  Textes 
bei  Wagner  gani  deutlich: 


flWohl  kenn  Ich  Irlands  Königin 
Und  ihrer  Künste  Wnnderkrafl; 
Den  Balsam  nütz  ich,  den  sie  bot; 
Den  Becher  nehm  ich  nun, 
Dass  ganz  ich  heut  genesel  .... 
Ewger  Traner  einzger  Trost, 
VergesaeuB  gfltger  Trank,  — 
Dich  trink  ich  sonder  Wank!" 


Es  sind  Worte  Tristan's  im  1.  Act,  unmittelbar  bevor  er 
den  Becher  an  den  Mund  setzt     Dann  im  2.  Act: 

In  deiner  Hand  den  süssen  Tod, 

Als  ich  ihn  erkannt,  den  sie  mir  bot 

sagt  wieder  Tristan  zu  Isolde  und  preist  ihn,  diesen 
Trank,  nnd  „seines  Zaubers  hehre  Kraft",  dass  er  ihm 
„dorcb  des  Todes  Thor,  wo  er  ihm  flosa,  weit  nnd 
offen  erschlossen  habe  das  Wanderreich  der  Nacht". 
So  ward  der  Liebestrank  zum  Todestrank  und  blieb 
doch  immer  noch  der  Zaubertrank;  daher  hat  denn  auch 
schon  vorher  Isolde  Brangäne  darüber  belehrt: 

Des  Todes  Werk,  nahm  ichs  vermessen  zur  Hand, 
Frau  Hinne  bat  meiner  Macht  es  entwandt: 
Die  Todgeweihte  nahm  sie  in  Pfand, 
Fasste  das  Werk  in  ihre  Hand. 

18 


226 


Endlich    im    3.  Act    bestätigt  Tristan    noch   einmal  (von 
Isolde) : 

Den  Oifttrank  gab  sie  mir  zu  trinken; 
Wie  ich  da  hoffte,  ganz  zu  genesen, 
Da  ward  der  sehrendste  Zauber  erlesen, 
Dass  nie  ich  sollte  sterben, 
Mich  ewger  Qual  vererben. 

Nicht  nur  wird  durch  diesen  Thatbestand  an  sich 
schon  die  sogenannte  Schuld  der  beiden  Liebenden  im 
menschlichen,  irdischen  Sinn  eine  mehr  und  mehr  proble- 
matische werden,  muss  doch  solche  im  Anblick  des  Todes 
bekannte  Liebe,  solcher  nicht  mehr  für  diese  Welt  der 
Erscheinung  geschlossene  Bund  nothwendig  auch  anderen 
Gesetzen  dann  unterworfen  sein  — ,  sondern  auch  der 
Todestrank  als  solcher  wirft  weiterhin  seine  tiefernsten 
Schatten  sowohl  auf  ihre  (wohlgemerkt  einmalige)  nächt- 
liche Zusammenkunft  im  2.  Act,  als  auch  auf  ihrGemüth, 
wie  auf  ihre  ganze  Auffassung  der  Lage  und  ergibt  hier 
eine  ganz  neue  Anschauung  der  Dinge,  eine  thatsächlich 
wesentliche,  ich  möchte  sagen  sittliche  Vertiefung  des 
ganzen  Stoffes,  wie  seiner  Ausmalung  überhaupt  gegen- 
über dem  in  dem  Gottfried 'sehen  Gedicht  hervortretenden 
Intriguenspiel,  und  zwar  eine  sittliche  Vertiefung,  die 
sich  nach  anderer  Seite  hin  nur  noch  vervollständigt, 
wenn  wir  zu  unserer  Beruhigung  im  Verlaufe  desselben 
Aufzuges  noch  erfahren,  dass  Marke  aus  scheuer,  ehr- 
fürchtiger Entsagung  Isolde  zu  berühren  nicht  gewagt  hat. 

Nun  will  ich  damit  nicht  gemeint  haben,  dass 
Wagner  die  Hinweise  zu  solcher,  vergeistigter  Umdich- 
tung,  die  Anregungen  zu  dieser  Wendung  nicht  auch 
schon  in  den  älteren  Vorlagen  zum  Theil  habe  vorfinden 
und  empfangen  können.  Wir  werden  gleich  nachher 
sehen,  welch  unverkennbare  Beweise  und  Anhaltspuncte 
für  solche  Behauptung  in  den  früheren  Gedichten  bereits 
vorliegen.  Allein  es  bleibt  doch  immer  und  immer  wieder 
zu  betonen,  dass,  wo  sich  dort  allenfalls  die  Keime  und 
Anlagen  hierzu  vorfanden,  Wagner  der  Sache  doch  erst 
eigentlich  (wie  wir  sagen)  „auf  den  tiefsten  Grund"  ge- 
blickt hat.  So  stossen  wir  z,  B.  —  um  hier  gleich  den 
versprochenen  Znsammenhängen  mit  Früherem  ein  wenig 
nachzugehen  —  schon  bei  Gottfried  auf  eine  Stelle,  wo 
Tristan  seinem  Schwager,  da  er  ihm  sein  Verhängniss  mit 
der  ersten  Isolde  entdeckt,  erzählt: 

wie  sie  Beide  geschlürft  hätten   „mit  blindem  Sinne 
den  Todes  trank,  den  Trank  der  Minne"  — 

und  es  ist  das  in  derThat  eine  gar  frappante  Zusammen- 
stellung und  Verknüpfung  beider  Motive  in  einen  Ge- 
danken, die  ja  immerhin  anregend  bei  der  Lecture  wirken 
konnte.  Aber  Jeder  fühlt  auch  sofort,  wie  abrupt,  wie 
anorganisch  selbst  diese  Ideen  Verbindung  an  jener  Stelle, 
mehr  nur  als  gelegentlicher  Apercju,  noch  auftritt.  Auf 
der  anderen  Seite  wieder  war  freilich  der  tragische  Grund- 
cliarakter  des  Helden  selbst  doch  auch  in  den  älteren 
Quellen  bereits  deutlich  genug  vorgebildet,  worunter  ich 
zunächst  nicht  etwa  das  auch  von  unserem  Meister  an 
zwei  Stellen  seines  Dramas  (im  2.  und  3.  Aufzuge)  ge- 
streifte düstere  Verhängniss  der  Geburt  Tristan *s  gemeint 
haben  will,  als  vielmehr  jenen  ernsten,  tragischen  Grund- 
ton verstehe,  der  sich  schon  an  des  Helden  Namen  (da- 
mit indirect  allerdings  auch  wieder  mit  seiner  Geburt 
zusammenhängend)  knüpft  und  von  Gottfried  wie  seinen 


späteren  Bearbeitern  zum  Gegenstande  sinnvollster  Aas- 
deutungen gemacht  wird.  So  lesen  wir  u.  A.  bei  Ersterein 
einmal: 

„Seht,  wie  traurig  es  war, 

Da  ihn  die  Mutter  gebar; 

Seht,  wie  früh  die  Welt  ihm  Not, 

Des  jungen  Rückens  Bürde,  bot; 

Seht,  welch  ein  traurig  Leben 

Ihm  zu  leben  ward  gegeben; 

Seht  an  den  traurigen  Tod, 

Der  alle  seine  Herzensnoth 

Mit  einem  Ende  beschloss, 

Der  alles  Todes  Uebergenoss 

Und  aller  Trauer  Galle  war. 

Wer  jemals  diese  Märe  gar 

Vernimmt,  erkennt  wohl,  dass  dem  Leben 

Der  Nam  entsprechend  ward  gegeben: 

Er  war,  so  wie  er  hiess,  der  Mann, 

Und  hiess  recht,  wie  er  war:  Tristan." 

(Ich  bitte  den  Leser,  an  tristis  =  triste  hierbei  zu  denken !) 

„Bi  walin  schuf  Leben  im  Todes  drang" 
wird    uns    sodann    von    Immermann    berichtet,     während 
Hermann  Kurtz  in  seinem  Gedichte  diese  ganze  Idee  aui 
seine  Weise  paraphrasirt  mit  den  Versen: 

„Der  Held,  den  in  der  Todesnoth 
Sein  Vater  zeugte,  den  im  Tod 
Gebar  der  bange  Mutterschooss, 
Verbreitet  um  sich  ein  Todesloos; 
Mit  tödtlich  süssem  Weh  entfacht 
Er  auch  des  Sängers  Herz  und  macht 
Das  Dichten  selbst  zum  Trauerspiel: 
Die  kleinen  brachten  es  ans  Ziel, 
Die  grossen  Sänger  starben  dran." 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Berichte. 

Berlin.  Im  k.  Opernhaus  ging  nach  mehr&ohen Ver- 
schiebungen endlich  am  21.  April  M.  Moazkowski's  dreiactige 
Oper  „B  o  a  b  d  i  1"  erstmalig  in  Scene.  Das  von  Carl  Wittkowdcy 
verfasste  und  etwas  nüchtern  versificirte  Textbuch  behandelt 
eine  Episode  aus  dem  letzten  Vertheidigungskampfe  der  Mauren 

fegen  die  spanische  Herrschaft  unter  Könif  Ferdinand  V.  zu 
Snde  des  15.  Jahrhunderts.  Der  1.  Act  spielt  vor  dem  könig- 
lichen Palast  inCordova  und  beginnt  mit  dem  Einzog  des  in 
Begleitung  spanischer,  aus  maurischer  Gefangenschaft  befreiter 
Krieger  aus  siegvollem  Kampfe  gegen  den  Maurenkönig 
Boabdil  und  dessen  Heer  zurückkehrenden  spanischen  Feld- 
herm  Rodrigo  Grafen  von  Gabra,  der,  vom  Volk  und  seixiem 
König  dankesfreudig  empfangen,  nicht  selbst  Antheil  an  die- 
ser Freude  über  den  erfochtenen  Sieg  nimmt,  weil  es  ihm 
versagt  geblieben  war,  auf  diesem  Zuge  gegen  die  Feinde 
gleichzeitig  auch,  wie  er  gehofiib,  die  ihm  von  diesen  bei 
trüberem  Anlass  geraubte  Tochter  Elvira  wieder  zu  finden. 
Unter  spanischer  Bedeckung  nahen  Zoraja  und  je  vier  Mauren 
und  Maurinnen,  um  von  Ferdinand  Gnade  für  Boabdil  und 
dessen  Mutter  Ayxa  zu  erflehen,  ihre  Bitten  durch  Ueber- 
reichung  ihrer  Kostbarkeiten  unterstützend.  Unter  diesen 
befindet  sich  Zoraja^s  Halskette  mit  dem  Bilde  der  Mutter, 
das  zur  Erkennung  der  von  Cabra  verloren  geglaubten  Tochter 
führt.  Dieser  Umstand  wirkt  scheinbar  günstig  für  Boabdil,  in- 
dem König  Ferdinand  verspricht,  ihm  Leben  und  Krone  zu  lassen. 


227 


Später,  als  Boabdil  und  seine  Mutter  selbst  erscheinen,  ver- 
sichert Ferdinand  ihn  sogar  seiner  Freundschaft,  ernennt  ihn 
zu  seinem  Lehnsvaaallen,  damit  er  sich  von  Neuem  Granada 
erobere  und  die  Krone  erstreite,  und  verspricht  ihm,  den  die 
Mutter  heimlich  vor  diesem  Lehnsverhältmss  warnt,  die  heiss- 
geliebte  Zoraja  zur  Frau,  welche  Zusage  die  ursprünglichen 
Sedenken  BoabdiUs  vollends  zerstreut.  In  Wirkhchkeit  sind 
alle  diese  Worte  trügerisch,  denn  der  Plan,  den  Ferdinand 
seinem  mit  den  Boabdil  gegebenen  Versprechungen  nicht  einver- 
standenen Feldherrn  heimlich  mittheilt,  geht  dahin,  dass  in  dem 
Streite  um  Granada  gegen  Za^al,  der  daselbst  den  Thron  errungen 
hat,  die  Mauren  sich  gegenseitig  aufreiben,  und  er  dem  Mauren- 
thum  dainn  durch  ein  neu  zu  werbendes  Heer  den  letzten  Todes- 
stoss  geben  will.  Der  3.  Act  spielt  im  Alhambra-Schloss  zu 
Granada.  Boabdil  hat  Zagal  geschlagen,  ist  voll  des  Dankes 
für  den  Sieg,  aber  auch  voller  Sehnsucht  nach  Zoraja.  Da 
erscheint  plötzlich  seine  Mutter,  um  ihn  von  Neuem  an  seine 
trügerische  Stellung  zu  erinnern.  Die  sehr  energischen  Vor- 
halte und  Warnungen  der  Mutter  erreichen  ihr  Ende,  als 
ebenfalls  ganz  unerwartet  Zoraja  erscheint.  Sie  ist,  von  dun- 
klen Ahnungen  e^etrieben ,  auf  geheimen  Pfaden  gekommen, 
um  sich  nur  durcn  den  Tod  von  Boabdil  trennen  zu  lassen,  und 
schnell  werden  die  Vorbereitungen  zur  Vermählung  der  Beiden 
getroffen,  die  dann  mit  echt  orientalischer  Pracht,  unter  pom- 
pösem Bsklletgepränge,  im  Löwenhof  in  der  Alhambra  vor  sich 
geht.  Kaum  hat  der  Priester  die  Trauungsceremonie  beendet, 
als  Gabra  mit  Gefolge  hereingestürmt  kommt,  die  Vermählten 
mit  Vorwürfen  überhäuft,  ohne  damit  Weiteres  zu  erreichen, 
als  dass  ihm  Boabdil  den  Vasalleneid  zurückgibt  und  das 
Lehnsschwert,  mit  dem  er  das  von  Gabra  gehaltene  Banner 
durchhaut,  zerbricht.  Bache  drohend  zieht  (äbra  ab,  während 
Boabdil  und  seine  Leute  sich  gegenseitig  heissenKampf  um  die 
Freiheit  geloben.  Der  3.  Act  zeigt  uns  Boabdil  m  voller 
Sieeesfreime  in  Betreff  Granadas,  das  er  mit  der  zu  erwar- 
tenden Hilfe  des  entthronten  Zagal  am  anderen  Morgen  vollends 
zu  befreien  hofß;.  Zagal  hat  sich  aber  mit  Cabra  verbunden,  um 
Boabdil  zu  überfallen.  Cabra,  als  Bettler  verkleidet,  gewinnt 
noch  Jussuf,  einen  maurischen  Hauptmann,  zum  bösen  Bunde 
und  verabredet  mit  diesem  Zeit  und  Zeichen  des  XTeberfalles, 
bei  dem  Cabra  mit  eigener  Hand  Boabdil  zu  tödten  schwört. 
Zoraja  ist  Zeugin  der  Unterredung;  sie  erkennt  ihren  Vater 
und  macht  ihm  erregte  Vorstellungen,  ohne  ihn  zu  Besserem 
zu  bekehren.  Mit  böser  Drohung  verlässt  Cabra  die  Tochter. 
Zum  Entscheidungskampf  bereit  erscheint  jetzt  Boabdil.  In 
längerem  Duett  sucht  ihn  Zoraja  von  dem  Gang,  der  ihm  durch 
Cabra  sicheresVerderben  droht,  zurückzuhalten.  Umsonst!  Das 
eigene  Leben  für  seine  Rettung  einsetzend,  nimmt  sie  ihm,  als 
er  geht,  Mantel  und  Panier  ab  und  schreitet,  mit  dem  Mantel 
angethan  und  das  Panier  in  der  Hand  tragend,  ihm  voraus  dem 
Hintergrunde  zu.  Der  im  Versteck  lauernde  Cabra,  hierin  das 
mit  Jussuf  verabredete  Zeichen  erschauend  und  Boabdil  kom- 
men wähnend,  streckt  mit  sicherem  Schuss  die  Tochter  nieder. 
Zur  Leiche  eilend,  erkennt  er  das  eigene  Kind.  Seine  schwarze 
That  rächt  Boabdil  auf  der  Stelle,  indem  er  ihn  erdolcht.  Er 
selbst  gibt  sich  den  Schwertern  der  mit  Siegesgeschrei  heran- 
stürmenden Spanier  preis  und  stirbt  in  der  freudigen  Hoff- 
nung, mit  Zoraja  nun  wieder  vereint  zu  sein.  Dies  in  Kurzem 
die  Handlung,  die  in  ihrem  äusserlichen  Prunk,  als  da  sind 
effectvoUe  Ensemble- Wirkungen ,  glanzvolles  Ballet  etc.,  und 
ihrem  Mangel  an  einem  eigentlichen  entwickelungsföhigen  dra- 
matischen l^em  ganz  den  Zuschnitt  der  Grossen  Oper  hat. 
Falschheit  und  Verrath  sind  ihre  hauptsächlichsten  Ingre- 
dienzen, von  einer  trag^chen  Schuld  ist  trotz  der  Metzelei 
am  Schluss  nirgends  die  Rede.  Wenn  bei  Alledem  die  Oper 
keinen  abstossenden  Eindruck  machte,  sondern  im  Gegentheil 
eine  sehr  freundliche  Aufnahme  fand,  so  verdankt  sie  dies 
ledigHoh  der  Musik  des  Hm.  Moszkowski,  die  von  Anfang 
bis  Ende  das  Interesse  des  Hörers  erregt  und  wach  hält.  Ueber 
eine  wirkliche  Originalität  in  der  Erfindung  gebietet  ja 
Moszkowski  nicht,  aoer  er  besitzt  eine  ungemein  oewegliche 
G^ostaltun^kraft  und  künstlerischen  Geschmack,  verbunden 
mit  tüchtigem  contrapunctischen  G^eschick  und  wählerischem 
Sinn  f^  Instrumentation,  sodass  seine  Musik  zwar  nicht  von 
tiefer  oder  nachhaltiger  Wirkung  ist,  dagegen  aber  auch  nir- 
gends eigentlich  trivial  wird.  Etwas  monoton  wirkt  sie  durch 
die  grosse  Bevorzugung  gerader  Taktarten.  Dass  der  Componist 
offen  Farbe  in  seinen  Ansichten  über  dramatische  Bühnenwerke 
bekennt  tmd  mit  vollen  Segeln  auf  dem  abgestandenen  Wasser 
der  Grossen  Oper  segelt,  ist  zwar  ehrlich,  aber  um  so  auffälliger,  als 
gerade  die  besten  X^ummern  seiner  Musik,  das  erste  Vorspiel 
und  das  grosse  Duett  im  3.  Act,  den  starken  Einfluss  erkennen 


lassen,  den  der  Bayreuther  Meister  im  Grunde  auf  ihn  ausübt. 
Dieses  Schwanken  des  Componisten  zwischen  den  Kunstprin- 
cipien  Meyerbeer's  und  Wagner^s  benimmt  der  Musik  die 
stilistische  Einheit.  Aber  auch  noch  zwei  weitere  Mängel 
machen  sich  bemerklich:  Einerseits  seine  Schwäche  im  Cha- 
rakterisiren  und  Individualisiren,  denn  wie  sich  die  feindlichen 
Völker  in  ihrer  Ausdrucks  weise  durch  Nichts  unterscheiden, 
so  heben  sich  auch  die  Einzelpersonen  nicht  wesentlich 
gegen  einander  ab,  vielleicht  mit  Ausnahme  der  Zoraja. 
Andererseits  die  gering  dramatische  Kraft,  die  aber  mög- 
lichenfalls nicht  auf  eine  positive  Schwäche  des  Componisten, 
sondern  mehr  auf  den  nicht  sehr  anregenden  oder  gar  be- 
geisternden Stoff  und  seine  Bearbeitung  zurückzuführen  ist. 
Dem  Gesagten  gemäss  haben  den  meisten  Werth  die  rein 
orchestralen  Nummern,  in  welchen  sich  die  Vorzüge  Mosz- 
kowski's  am  unverkümmartsten  zeigen,  so  das  schon  erwähnte 
Vorspiel,  der  Einzugsraarsch  zu  Anfang  des  1.  Actes  und  die 
Balletmusik.  Besonders  reizvoll,  vielfach  pikant  und  in  der 
3.  Nummer  „Maurische  Phantasie"  mit  deren  scharfrhythmi- 
sirtem  immerfort  sich  wiederholenden  dreitonigen  Motiv,  das 
u.  A.  auch  von  zwei  auf  der  Bühne  postirten  Paukenschlägern 
tractirt  wird,  wirklich  originell  ist  die  Balletmusik,  in  wel- 
cher überhaupt  der  Erfolg  des  Abends  gipfelte  und  das  neue 
Werk  selbst  die  vomehmlichsten  Chancen  für  die  Verpflan- 
zung auf  weitere  Bühnen  besitzt.  Nur  ist  es  aber  nöthig, 
dass  Letztere  über  gleiche  choreographische  Kräfte,  wie  sie 
die  Berliner  Oper  in  ihrem  Ballet  besitzt,  und  namentlich 
über  eine  gleich  entzückende,  wahrhaft  poetisch  wirkende  Solo- 
tänzerin, wie  Frl.  dell*Era,  zu  verfügen  haben,  aber  auch  über 
einen  gleich  vorzüglichen  Arrangeur,  wie  Hrn.  Graeb.  Die 
Besetzung  der  musikalischen  Partien  der  von  Hrn.  Capell- 
meister  Kahl  mit  Temperament  und  Sicherheit  geleiteten 
Novität  zeigte  zwar  die  zweite  Garnitur  der  vorhandenen 
Kräfte,  war  aber  demohngeachtet  grösstentheils  sehr  respec- 
tabel,  so  vor  Allen  Frl.  Hi edler  äa  Zoraja,  Frau  Staudigl 
als  Avxa  und  die  HH.  Stammer  als  Ferdinand  und  Roth- 
mühl  als  Boabdil.  An  die  Provinz  erinnerte  Hr.  Fränkel 
als  Cabra,  nicht  nur  betreffs  des  Gesanges,  sondern  auch  der 
Darstellung,  die  verschiedene  drollige,  dem  Ernst  der  Hand- 
lung nicht  entsprechende  Momente  darbot.  Die  NebenroDon 
waren  ausreichend  durch  die  HH.  Schmidt,  Mödlinger, 
Lieb  an  und  Armbrecht  vertreten.  Der  Chor  that  überall 
bestens  seine  Schuldigkeit  und  zeichnete  sich  auch  durch 
seine  lebendige  Theilnahme  an  der  Handlung  aus,  wo  solche 
angebracht  war.  Das  Orchester  dürfte  alle  Intentionen  des 
Componisten  zur  erwünschten  Wirkung  gebracht  haben,  we- 
nigstens erschien  es  uns,  als  hätte  Hr.  Moszkowski  die  Aus- 
fuhrung des  orchestralen  Theils  seiner  Partitur  sich  gar  nicht 
schöner  vorstellen  können.  Da  an  der  Hofoper  der  Beichs- 
hauptstadt  die  Ausführenden  etwaigen  Hervorrufen  nicht  mehr 
Folge  leisten  dürfen,  so  waren  es  nur  der  Componist,  der 
Textdichter  und  der  Balletmeister ,  die  solchem  Verlangen  des 
Publicums  zu  entsprechen  vermochten,  und  sie  thatens  gewiss 
sehr  gern.  Am  meisten  hatte  natürlich  der  Componist  zu  er- 
scheinen. 

Dresden.  Die  grosse  Musikaufführung  am  Palm- 
sonntag im  k.  Hofopernhause  —  von  je  ein  Hauptanziehungs- 
punct  in  dem  regen  Musikleben  der  sächsischen  Residenz  — 
gewann  dieses  Jahr  durch  ihr  an  Bedeutung  und  Werth 
wohl  kaum  zu  Übertreffendes  Programm  von  vornherein  fast 
noch  höheres  Interesse,  als  sonst:  bestand  dasselbe  ja  lediglich 
aus  Compositionen  von  Beethoven  und  Wagner,  sodass 
nur  noch  Bach  gefehlt  hätte,  um  das  grosse,  alles  Andere  in 
der  Tonkunst  überstrahlende  Dreigestirn  zu  ergänzen.  Und 
mit  welchen  ihrer  Werke  waren  der  Wiener  und  der  Bay- 
reuther Meister  noch  dazu  vertreten!  Ersterer  mit  der 
Neunten,  Letzterer  mit  einem  Bruchstücke  aus  dem 
„Parsifal",  der  Verwandlungsmusik  und  Schlussscene  des 
ersten  Aufzuges  nach  des  Componisten  eigener  Einrichtimg 
zum  Concertvortrage.*)   Es  stand  also  eine  Fülle  der  höchsten 

*)  Wenn  der  sich  mit  — v —  unterzeichnende  Bericht- 
erstatter des  „Dresdener  Journals"  die  Verwandlungs- 
musik im  „rein  musikalischen  Inhalt  sehr  dürftig'' 
findet  und  überdies  herausbekommen  hat,  dass  sie  sich  „all- 
mählich in  monotonen,  sequenzartigen  und  modulatoriseh 
gesuchten  Zusammenfügungen  verliefe'S  ^^  ^^^  ^^ 
seine  Sache  und  kann  nicht  gerade  von  allgemeinerem  Inter- 
esse sein,  denn  eine  Schwalbe  macht  noch  keinen  Sommer, 
und  ein  so  kluger  und  feinsinniger  Zuhörer  wie  TIr.  —  r  ~ 

18» 


228 


and  reinsten  Kunstgenüsse  in  Aussicht,  und  kein  Musikbeflis- 
sener,  der  es  nur  irgend  möglich  machen  konnte,  wird  wohl 
vers&umt  haben,  sowohl  der  öffentlichen  Hauptprobe  am  Sonn- 
abend den  9.  April,  als  auch  der  Aufführung  selbst  am  Sonn- 
tag beizuwohnen,  —  und  Keiner  wird  die  weiten  Räume  des 
schönen  Dresdener  Hoftheaters  unbefriedigt  verlassen  haben. 
—  Die  Frage  Über  die  Berechtigung  .  des  „Parsifial" -Frag- 
mentes im  Goncertsaal  wird  durch  die  Goncession  des  Meisters 
selbst  aufgehoben,  doch  kann  man  es  sich  nicht  verhehlen, 
dass  von  oem  gewaltigen  Eindruck,  den  man  in  Bayreuth  hat, 
keine  Bede  sein  kann,  und  dass  man  auch  gerade  bei  dieser 
Musik  den  Klangzauber  des  verdeckten  Orchesters  mehr  ver- 
misst,  als  wo  anders,  —  natürlich,  weil  man  den  „ParsifBl** 
bisher  nur  in  Bayreuth  gehört  hat  und  infolgedessen  ver- 
wöhnt ist;  namentlich  die  Einsätze  der  Posaunen  und  Trom- 
peten traten  oft  viel  zu  sehr  hervor  und  deckten  das  Streich- 
orchester, so  z.  B.  gleich  zu  Anfang  der  Yerwandlungsmusik 
die  Accorde  in  A  und  C.  Die  Ausuhrung  selbst  seitens  der 
k.  musikalischen  Gapelle  unter  Leitung  des  Generalmusik- 
directors  Hm.  S  c  h  u  c  h  und  unter  Mitwirkung  der  D  r  e  y  s  s  i  g'- 
sehen  Singakademie,  des  Dresdener  Lehrer-Gesang- 
vereins, oer  oberen  Ghorclasse  des  k.  Gonservato- 
riums,  des  k.  Hoftheatersingchores,  der  k.  Hofkir- 
chensänger und  der  Gapellknaben  war  eine  sehr  gute, 
ohne  allerdings  —  das  kann  man  um  absoluter  Gerechtigkeit 
willen  nicht  verschweigen  —  höchsten  Anforderungen  ent- 
sprechen zu  können.  Wir  wollen  nicht  an  die  Generalprobe 
denken,  in  der  einige  recht  böse  Sachen  vorkamen,  allein  die 
Aufftdirung  selbst  soll  in  Betracht  kommen ;  aber  es  war  auch 
hier  nicht  Alles  so,  wie  es  sein  sollte  und  wie  es  Hr.  General- 
musikdirector  Schuch  selbst  sicher  gewünscht  hätte:  der  Or- 
chesterpart hätte  oft  noch  feinere  Nuancirungen  vertragen,  von 
den  GhÖren  litt  namentlich  der  der  Knaben  „Der  Glauoe  lebt; 
die  Taube  schwebt*'  etc.  imter  ungünstiger  Au&t^ung  und 
kam  infolgedessen  nicht  genügend  zur  Geltung.  Gewaltig 
imponirt  hat  uns  die  Schuch*sche  Interpretation  der  9.  Sym- 
phonie: fast  Alles  kam  durch  die  ausgezeichnete  Gapelle,  die 
jedem  Wink  ihres  genialen  Dirigenten  mit  bewunderungs- 
würdiger Präcision  folgte,  zu  vollendeter  Wirkimg,  im  Scherzo 
sprühte  es  von  Geist  und  Leben,  ungemein  zart  und  tief  em- 
pfanden wurde  das  Adagio,  diese  Sphärenmusik  ohne  Gleichen, 
wiedergegeben  (das  Ddur-Seitenthema  im  '/«-Takt  hätten  wir 
allenfaUs  noch  etwas  mehr  zurückhaltend  gewünscht),  und 
auch  der  erste  Satz  musste  in  dieser  Klarheit  und  Plastik  der 
Wiedergabe  einen  grossen  Eindruck  hervorrufen;  zugegeben 
sei,  dass  Schuch  in  der  Herausarbeitung  der  Themen  und  in 
gewissen  Nuancirun^n  hier  manchmal  des  Guten  ein  wenig 
viel  that,  dass  er  die  Musik  zu  sehr  als  dramatische  behan- 
delte, —  aber  es  „kam  Alles  so  heraus**,  dass  man  jedenfalls 
Anerkennung  zollen  musste,  zumal  wenn  man  bedenkt,  dass 
unbedingt  als  competent  zu  betrachtende  Persönlichkeiten, 
wie  z.  B.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  in  Leipzig,  auf  demselben 
Standpuncte  stehen  und  dieselben  Literpretationsansichten 
vertreten.  Loa  AUgemeinen  einverstanden  konnten  wir  uns 
auch  mit  der  Ausführung  des  Schlusssatzes  erklären;  die 
Chöre  krankten  natürlich  an  den  gewöhnlichen  üebeln,  d.  h. 
der  zu  schwachen  Besetzung  der  Tenöre  und  den  in  den  hohen 
Lagen  oft  kreischend  und  schrill  klingenden  Sopranen.  Für 
die  Soli  hätte  man  in  Dresden  wohl  noch  eine  bessere  Be- 
setzung finden  können,  denn  wenn  auch  nicht  tadelnswerth, 
so  war  sie  doch  nicht  „erster  Glasse**:  so  machte  der  Sopra- 
nistin Frl.  Brüninfi^  bei  der  Stelle:  „Wo  dein  sanfter  Flügel 
weilt**  (Partitur  in  der  Peters-Aus^abe  pa^.  266/266)  das  hohe 
H  rechte  Beschwerden,  die  Altstimme  des  Frl.  Fröhlich 
dünkte  uns  zu  schwach  für  ihre  Aufgabe,  der  Tenor  Hr. 
Anthes  schien  wenig  gut  disponirt,  der  Bassist  Hr.  Ne- 
buschka  hielt  sich  zwar  recht  wacker  und  sang  auch  das 
grosse  Recitativ  ganz  hübsch,  doch  war  uns  seine  Tongebung 
nicht  vornehm  und  edel  genug.  F.  B.  Pfau. 

Genf,  Ende  März.  Zwei  für  unser  Musikleben  wichtige 
Ereignisse  bestimmen  mich,  meinem  Junibericht  ausnahms- 
weise vorzugreifen.  Das  Erste,  von  schmerzlicher  Art,  ist  das 
Hinscheiden  des  langjährigen  Leiters  unserer  Abonnement- 
kann nicht  als  Prototyp  des  Publicums  betrachtet  werden, 
jedenfieJls  wollen  wir  es  aber  nicht  verabsäumen,  diese  auf 
das  musikalische  Empfindunfi;s-  und  Receptionsvermögen  jenes 
Herrn  so  interessante  Streiflichter  werfenden  Auslassungen 
auch  den  Lesern  des  „Musikalischen  Wochenblattes**  zur  ge- 
fälligen eigenen  Beurtheilnng  zugänglich  zu  machen. 


concerte  Hueo  von  Senger.  Dieser  talentvolle  Künstler  und 
hochherzige  Mann  hatte  sich  zur  Aufgabe  gestellt,  bei  uns  die 
bessere  symphonische  Musik  bekannt  zu  machen,  xmä  liees  sich 
weder  durch  pecuniären  Verlust,  noch  durch  persönliche  Miss- 
erfolge aufhalten,  sein  artistisches  Streben  fortzusetzen.  Wäh- 
rend mehr  als  zwanzig  Jahren  focht  er  unausgesetzt  für  die 
gute  Sache,  und  wenn  unser  Publicum  jetzt  für  ernstere  Werke 
einen  regen  Sinn  hat,  so  verdanken  wir  diesen  Fortschritt 
dem  Verewigten.  Obgleich  schon  am  Anfiemg  der  musikali- 
schen Saison  leidend,  dirigirte  dennoch  H.  v.  Senger  die  vier 
ersten  Abonnementconcerte;  mit  Ende  December  verschlim- 
merte sich  aber  sein  Zustand  dermaassen,  dass  man  für  einen 
Stellvertreter  sorgen  musste  und  das  Gomitö  Hm.  Willy  £eh- 
berg,  Professor  der  oberen  Olavierclassen  am  Gonservatorium, 
ersuchte,  den  Taktstock  zu  übernehmen.  Bald  darauf  fand 
das  eingan^  dieses  Berichtes  angedeutete  zweite  Ereigniss 
statt,  nämlich  die  nach  dem  am  18.  Jan.  erfolgten  Tode  des 
Hugo  V.  Senger  geschehene  Ernennung  des  ärn.  Behberg 
zum  Gapellmeister  unserer  Abonnementconcerte.  Diese 
Wahl  wurde  sehr  günstig  aufgenommen,  und  man  kann  dem 
Gomitö  der  Goncerte  zu  derseloen  nur  gratuliren. 

Gleich  das  erste  Goncert  des  neuen  Jahres  fi;ab  Hm.  Beh- 
berg vollauf  C^legenheit,  seine  bereits  währena  seiner  künst- 
lerischen Thätigkeit  in  Deutschland  erprobte  Tüchtigkeit  als 
Dirigent  zu  documentiren,  da  das  Programm  als  Hauptnummer 
die  3.  Symphonie  von  Brahms  enthielt.  Dieses  bedeutende 
Werk,  recht  sorgfliltig  vorbereitet  und  stilvoll  interpretirt, 
verschalte  dem  jungen  Künstler  und  seinem  Orchester  einen 
wichtigen  Erfolg.  Sicht  minder  bei^lig  wurden  die  anderen 
Orchesterstücke  des  Abends:  die  Ouvertüre  „Meeresstille  und 
^ückliche  Fahrt**  von  Mendelssohn,  das  Ddur-Menuett  von 
Händel  und  eine  Piöce  von  Guiraud,  aufgenommen.  Der  aus- 
gezeichnete Violoncellvirtuos  Hr.  Hugo  Becker  aus  Frank- 
furt a.  M.  war  der  Solist  dieses  Ooncertes  und  rechtfertigte 
durch  sein  vollendetes  Spiel  den  ihm  vorausgegangenen  grossen 
Ruf.  Seine  fertige  Technik  glänzte  im  Goncert  von  Saint- 
Saöns  und  in  der  Tarantelle  von  Popper,  während  sein  war- 
mer seelenvoller  Ton  in  „Kol  Nidrei**  von  Bruch,  einer  Sara- 
bande von  S.  Bach  und  dem  bekannten  Andante  von  Tartini 
Aufisehen  erregte.  Nach  dem  Stücke  von  Popper  enthusiastisch 
hervorgerufen,  gab  er  als  „encore**  das  „Perpetuum  mobüe**  von 
Fitzenhagen  zu.  Dem  Orchester  gebührt  für  seine  exacte  Beglei- 
tung des  Ooncertes  von  Saint-&iöns  und  der  Oomposition  von 
Bruch  ein  besonderes  Lob.  Das  folgende  Goncert,  welches 
wenige  Tage  nach  dem  Tode  H.  v.  Senger's  stattfand ,  fing 
mit  dessen  Trauermarsch  an.  Dieses  stimmungsvolle  Stü(£ 
erregte  tiefe  Wehmuth  im  Herzen  der  zahlrei^en  Freunde 
des  Verstorbenen  und  klang  wie  eine  letzte  Huldigung  des 
Orchesters  an  seinen  treuen  Leiter.  Die  anderen  Orchester- 
nummem:  „Les  Pr61udes**  von  Liszt  und  die  Gmoll-Symphonie 
von  Beethoven  passten  mit  ihren  heroischen  Zügen  ganz  gut 
dazu  und  wurden,  besonders  die  Liszt'sche  symphonische 
Dichtung,  vortrefflich  interpretirt.  Weniger  gefielen  uns  die 
Compositionen  von  Saint-Saöns  (3.  Goncert)  und  Bruch  (Schot- 
tische Phantasie),  welche  der  berühmte  Violinvirtuos  Hr.  Eugen 
Ysaye  aus  Brüssel  vorführte.  Diese  bedenkliche  Wahl  verhin- 
derte jedoch  nicht,  ihn,  wie  schon  vor  Jahren,  warme  Aufiiahme 
finden  zu  lassen,  denn  er  ist  hierein  immer  gern  gesehener Ghist. 
Die  Solistin  des  7.  Ooncertes,  Frl.  Montalant  aus  Paris,  ver- 
schaffte uns  mit  ihrem  Gesang  eine  arge  Enttäuschung.  Man 
hatte  uns  diese  Dame  als  eine  stimmbegabte  und  ausSrucks- 
fähige  Künstlerin  empfohlen,  aber  leider  war  von  Stimme  und 
Ausdruck  an  diesem  Abend  nicht  viel  zu  spüren,  sodass  ihr« 
Vorträge  beim  Publicum  wenig  Anklang  fanden.  Glücklicher- 
weise wirkten  die  Orchesternummem  von  Raff  („Im  Walde**), 
Wagner  (Vorspiel  zu  den  „Meistersingern**)  und  Chabrier 
(„Espana**)  ganz  anders.  Namentlich  errans^  das  Vorspiel  von 
Wagner,  unter  der  befeuernden  Direction  des  Hm.  ]E&hberg, 
einen  vollständigen  Sieg.  Hr.  Stavenhagen,  der  vor  zwei 
Jahren  mit  seinen  Becitals  hier  Aufsehen  erregte,  gab  auch 
als  Solist  des  8.  Ooncertes  brillante  Proben  seiner  Virtuosität, 
indem  er  das  Esdur-Olavierconcert  von  Liszt  und  kürzere  Solo- 
stücke von  Chopin,  Henselt  und  Liszt  sehr  temperamentvoll 
vortrug.  Die  reizende  Bdur-Symphonie  von  Svendsen,  sechs 
Instrumentalnummem  ausMendelssqhn's  Musik  zum  „Sommer- 
nachtstraum**  und  die  Ouvertüre  zu  „Tannhäuser**  vervoll- 
ständigten das  Programm.  Das  vorletzte  Goncert  verschaffie 
uns  das  Vergnügen,  einen  der  begabtesten  Violinisten  unserer 
Zeit,  Hm.  GoncertmeisterHalir  aus  Weimar,  kennen  zu  ler- 
nen. Dieser  eminente  Künstler  spielte  das  Beethoven'sche 
Goncert  mit  einer  Vollkommenheit,  die  an  die  besten  Jahre 


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des  Grossmeisters  Joachim  erinnerte.  Als  Solopi6cen  hatte  er 
die  Bomanze  von  Svendsen  und  eine  eigene  höchst  effectui- 
rende  Transscription  der  6.  Rhapsodie  von  Liszt  gewählt. 
Mehrmals  hervorgerufen,  innsste  er,  um  das  Publicum  zu  be- 
schwichtigen, zwei  Zugaben  bewilligen.  Eine  anziehende  und 
brillant  instrumentirte  Symphonie  in  GmoU  des  bekannten 
französischen  Tonkünstlers  Ijalo  gefiel  so  sehr  an  diesem 
Abend,  dass(  man  dieselbe  wahrscheinlich  in  der  nächsten  Sai- 
son wieder  aufnehmen  wird.  Anfemg  und  Ende  besagten 
Concertes  bildeten  die  „Medea** -Ouvertüre  von  Gherubini  und 
der  Ungarische  Marsch  von  Berlioz.  Die  heutige  Listrumen- 
tation,  namentlich  diejenige  der  französischen  Gomponisten, 
welche  grösstentheils  diese  Kunst  jetzt  mit  einem  ausser- 
ordentlichen Raffinement  treiben,  scheint  mir  bedenklich  zu 
werden.  Durch  vieles  Hören  solcher  berauschender  Klang- 
efiFecte  verändert  sich  der  Geschmack:  für  Einige  verlieren 
sogar  die  Ideen  eines  Orchesterwerkes  von  ihrer  Bedeutung, 
wenn  deren  Instrumentirung  nicht  eine  äusserst  virtuosenhafte 
ist.  Seit  ^wisser  Zeit  bekrittelt  man  Schumann  und  Brahms 
in  diesem  Punct,  und  wir  hörten  netüich  bei  Gelegenheit  der 
Aufführung  der  herrlichen  Cdur-Symphonie  von  Schubert  im 
letzten  ATOnnementconcert  ähnliche  ^merkungen.  Glück- 
licherweise besitzt  aber  diese  geniale  Musik  m  sich  selbst 
Lebenskraft  genu^,  um  den  Anstrengungen  unserer  Yivisectoren 
zu  spotten.  Zwei  Stücke:  das  berühmte  Air  von  S.  Bach  für 
Streichinstrumente  und  das  „Meistersinger*' -Yorspiel  von  Wag- 
ner, welche  in  früheren  Goncerten  Glück  machten,  wurden  auf 
Verlangen  wieder  gespielt  und  femden  abermals  grossen  Bei- 
i^l.  Dagegen  gin^  eine  kleine  Novität  von  Moszkowski, 
„Cortöge"  betitelt,  ziemlich  imbemerkt  vorüber.  Um  den  Cy- 
klus  der  Abonnementconcerte  glänzend  zu  beschliessen,  hatte 
das  Gomit^  die  in  Paris  sehrgeteierte  Sängerin  Frau  Bichard, 
längere  Zeit  Mitglied  der  (Crossen  Oper  und  jetzt  bei  Hm. 
Carvalho  beschäxligt,  mit  schwerem  Gelde  engagirt.  Diese 
Dame  besitzt  noch  eine  schöne  Stimme  und  versteht  dieselbe 
künstlerisch  zu  verwerthen,  sodass  der  Applaus  ihren  Vor- 
trägen nie  fehlt. 

Die  Kammermusiksitzungen  des  Quartetts  Stern- 
berg imter  Mitwirkung  des  herzoglich  sächsischen  Hofpia- 
nisten Hm.  Willy  Behberg  haben  im  vorigen  Winter  einen 
solchen  Aufschwung  genommen,  dass  das  Concurrenz-Quartett 
der  HH.  Bey  und  Genossen  zum  ersten  Mal  seine  Soiröen 
einstellte.  Die  Mannigfaltigkeit  der  Programme  und  die 
Vorzüglichkeit  der  Ausführung  zogen  im  Saale  des  Gonser- 
vatoriums  alle  Diejenigen,  w^che  sich  bei  uns  für  diese 
höhere  Gattung  von  Musik  interessiren,  herbei.  In  meinem 
letzten  Bericht  meldete  ich  den  Erfolg  der  drei  ersten  Sitzun- 
f^en:  die  drei  übrigen,  welche  im  Februar  und  März  statt- 
fanden, gaben  den  früheren  Nichts  nach.  Folgende  Ensemble- 
stücke wurden  gespielt:  GmoU-Streichquintett  von  Mozart, 
Dmoll-Glaviertrio  von  Schumann,  Streichquartettsätze  von 
Liszt  („Angelus**),  Qrieg  und  TschaäkowsKv,  Septett  von 
Saint-Satos,  Streichquartett  Op.  18,  No.  5,  von  Beethoven  und 
auf  Verlangen  das  Glaviero^uintett  von  Sinding.  Letzteres 
Werk  endeKe.  wie  schon  bei  seiner  ersten  Vorführung,  einen 
kolossalen  Erfolg.  Hr.  Willy  Behberg  bekundete  seine  Meister- 
schaft nicht  nur  in  der  schwunghaften  Durchführung  des 
Glavierparts  der  obenerwähnten  Gompositionen,  sondern  noch 
in  der  köstlichen  Interpretirung  des  Dmoll-Ooncertes  von 
Bach  und  einiger  Stücke  des  talentvollen  so  früh  entschla- 
fenen schweizerischen  Tonkünstlers  Gustav  Weber.  Auch 
sein  Bruder,  der  treffliche  Violoncellist  Hr.  Adolf  Behberg, 
zeichnete  sich  als  Solist  aus,  indem  er  eine  Suite  von  GorelLi 
mit  schönem  Erfolg  vortrug.  Dem  famosen  Primgeiger  des 
Quartetts,  Hm.  Sternberg,  und  allen  seinen  Genossen,  sagen 
wir  hiermit  für  die  empfangenen  Genüsse  unseren  allerbesten 
Dank. 

Um  diese  Gorrespondenz  nicht  allzusehr  zu  verlängern, 
verschiebe  ich  bis  auf  Ende  Juni  meinen  Bericht  über  die 
übrigen  zahlreichen  Goncerte  der  verflossenen  Saison.        |f 

Conoertumsohau. 

Aachen.  6.  städt. Abonn.-Gonc.  (Seh wickerath) :  6.  Symph . 
V.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Schumann  („Manfred^)  u.  Sme- 
tana  („Die  verkaufte  Braut**),  „Frühlingsbotschafb**  v.  Ghbde, 
deutsche  Volkslieder  „Ich  fahr  dahin**,  „In  stiller  Nacht^  u. 
„Die  Wollust  in  den  Mayen**,  f.  gem.  Ghor  ges.  v.  Brahms, 
Glaviervorträge  des  Hm.  Bosenthal  a.  Wien  (Emoll-Gonc.  v. 
Ghopin  u.  „Don  Juan*'-Phant.  v.  Liszt). 


Altenburg.  2.  Abonn.-Gonc.  der  Singakad.  (Sitta.  Leip- 
zig) unt.  soHst.  Mitwirk,  des  Ehepaares  HUir  a. Weimar  (Ges. 
u.  Viol.):'  1.  Symph.  v.  Volkmann,  „Hebriden**-Ouvert.  v. 
Mendelssohn,  Soli  f.  Ges.  v.  F.  v.  Holstein  („Klein  Anna 
Kathrin**),  Taubert  („Das  Mädchen  an  den  Mond**)  u.  A.  u. 
f.  VioL  V.  Beethoven  (Conc),  Cui  (Berceuse)  u.  Sitt(Polon.). 

Amsterdam.  Aussergewöhnl.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen 
OoncerÜiaus(Kes)am24.  März:  3.  Svmph.  v.  Brahms,  „Ana- 
kreon**-Ouvert.  v.  Cherubini,  „Oharureitagszauber**  v.Wagner, 
Violin  vortrage  des  Hm.  Ysaye  (Cmoll-(S)nc.  v.  Saint-Saöns 
u.  Schott.  Pnant.  v.  Bruch). 

Angers.    20.  Abonn.-Gonc.  der  Assoc.  artist.  (Frömaux) : 

2.  Theil  a.  „Wallenstein**  v.  d'Indy,  Ouvert.  zu  „Montano  et 
Stephanie**  v.  H.  M.  Berton,  „Hochzeitszug**  a.  „Lohengrin**  v. 
Wagner,  Stücke  f.  Streichorch.  v.  Schumann  u.  Boccherini, 
Violm vortrage  des  Hm .  Marteau  (C moll-Gonc.  v.Saint-Sa&ns. 
„Albumblatt"  v.  ß.  Wagner,  Ballade  v.  Moszkowski  und 
Bhaps.  V.  P.  Lacombe). 

Baden-Baden.  Beethoven- Abend  des  Pianisten  Hm. 
Pfeiffer  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Bletzer  u.  Wamke  (Streicher) 
am  26.  März:  Ciaviertrio  Op.  70,  No.  1,  And.  a.  dem  Clavier- 
trio  Op.  97,  Sonaten  f  Clav.  u.  VioL  Op.  30,  No.  2,  und  für 
Olavier  Op.  67.  (Die  Ausführung  des  Programms  war  nach 
einem  Bericht  des  Hrn.  Dr.  Bich.  Pohl  eine  ausgezeichnete.) 

Bamberg.  102.  Musikabend  des  Musikal.  Vereins:  Suite 
-Aus  Holberg^s  Zeit**  v.  Edv.  Grieg,  Adagio  und  Bondo  f. 
Clav.,  Fl.,  Ob.,  Viola  u.  Violonc.  v.  Mozart,  Chorgesänge  v. 
Rheinberge r  («Auf  dem  Baumstamm**  u.  „Nun  weisst  du, 
Trotzkopf**),  Gade  („Im  Wald**)  u.  Brahms  („Vineta**  und 
„Abendständchen**),  Arie  v.  Mendelssohn. 

Berlin.  Conc.  der  Pianistin  Frl.  v.  Timoni  unt.  Mitwirk, 
der  Sängerin  Frl.  Cretius  am  29.  März:  Soli  f.  Ges.  v.  Lind- 
blad(„Hierauf  dieser  Höhe**)  u.A.u.f.Clav.  v.  Brahms  (Fmoll- 
Sonat§,  Th.  Kirchner  („Albumblätter**),  Dvofäk  („Tände- 
lei**), Liszt  (Concertetude)  u.  A.  —Conc.  der  Pianistin  Frl.  v. 
Unschuld  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Math.  Wagner  am 
80.  März:  Soli  f.  Ges.  v.  Bruch  (Ariea.  „Achilleus**),  Franz 
(„Im  Herbst**),  Heuberger  („Der  Spielmann**),  Schubert, 
Cornelius  („Vorabend**  a.  den  Brauthedem),  Bubinstein 
(„Neue  Liebe**),  F.  Wüllner  („Die  Einsame**),  Ad.  Jensen 
(„Morgens  am  Brunnen**),  Petri  (Wiegenlied)  u.W.  Taubert 
(„Wildfimg**)  u.  f.  Clav.  v.  Bach-Liszt  (Amoll-Fuge)  u.  A.  — 

3.  Kammermusikabend  v.  Gust.  u.  Ingeborg  Erner  u.  Fritz 
Eät)enhahn  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Bluhm  u.  des  Hm. 
Krelle  (Viola):  Olavierquart.  v.  Schumann,  B dur-Claviertrio 
V.  Ph.  Büfer,  Soli  f.  Ges.  v.  Bies  (Wiegenlied^  u.  A.  u.  f. 
Viol.  V.  Svendsen  (Bomanze)  u.  F.  Kiel  (Amoll-Stück).  — 
Conc.  der  Pianistin  Frau  Laidlaw  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin 
Frl.  Eisberg  u.  des  Violoncellisten  Hrn.  Bouman  am  31.  März: 
A  dur-Clav.-Violoncellson.  V.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  Bruch 
(Arie  a.  „ AchiUeus**),  Schubert,  Cornelius  („Komm,  wir  wan- 
deln**), Lassen  („Vöglein,  wohin**),  Sucher  („Liebesglück**), 
Bungert  («Ein  kleines  Lied**)  u.  Brahms  („Meine  Liebe  ist 
grün**),  f.  Clav.  v.  Schulhoft  (zwei  Etüden),  Liszt  („Cam- 
panelia**)  u.  A.  u.  f.'  Violonc.  v.  J.  de  Swert  (CmoU-Conc). 
—  Conc.  des  Opemver.  (Bloch)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Feininger ,  des  Frl.  Bichter  u.  der  HH.  Diezel  u.  Glömme  a. 
Dresden  am  4.  April:  Scene  a.  der  Oper  „Harald,  der  Wicking** 
V.  A.  HalUn,  „Die  erste  Walpurgisnacht**  v.  Mendelssohn, 
„Die  Mohnblumen**  f.  Tenorsolo,  Chor  u.  Orch.  v.  E.  Tinel, 
Duett  u.  Arie  a.  „Jessonda**  v.  Spohr.  —  4.  Conc.  des  Phil- 
harm. Chors  (Ochs)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frau  Baumann 
a.  Leipzig,  des  Frl.  Kloppenburg  u.  der  HH.  Zeller  a. Weimar 
u.  Schelper  a.  Leipzig:  9.  Symphonie  u.  Ouvert.  Op.  124  v. 
Beethoven  (unter  Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow),  „Die  Flucht 
nach  Egypten**  v.  Berlioz,  Schicksalslied  v.  Brahms.  — 
Concert  des  Pianisten  Hm.  Bob.  Fischhof  a.  Wien  mit  eig. 
Gompositionen  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Lydia  Müller  und  des 
Hm.  Gkusche  (Ges.).  sowie  der  HH.  Prof.  Barth  (Olavier)  u. 
Zigic  (Viol.)  am  6.  April:  Adur-Clav.-Violinson.,  Variat.  und 
Fuge  f.  zwei  Claviere,  div.  Lieder  u.  Ciaviersoli. 

Bern.    3.  Soiröe  f.  Kammermusik  der  Musikgesellschaft: 


dolfer  [ClÄV.],  Jann,  Beyer,  Tuczek  u.  Monhaupt  fStreicherl.) 
Bonn.  3.  Kammermusikabend  der  HH.  Holla!enaer,  Kömer, 
Schwartz  u.  Hegyesi  a.  Cöln  (Streicher)  unt.  Mitwirkung  der 
HH.  Eibenschütz  (Clav.)  und  Friede  (Clar.)  von  ebendaher: 
HmoU-Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  u.  Amoll-Trio  f. 
Clav.,  Clar.  u.  Violonc.  v.  Brahms,   Ddur-Streichquartett  v. 


.' 


I 


230 


Mozart.  —  Conc.  f.  das  Beethoven- Haus,  gegeben  vpn  Hrn. 
Sarasate  (VioL)  u.  Frau  Marx  (Clav.)  m.  Compositionen  von 
Beethoven  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Prof.  Jensen  a.  Cöln,  Rens- 
burg u.  Prof.  Dr.  Wolff  v.  hier  am  9.  April:  Streichquartett 
Op.  74,  Olaviertrio  Op.  70,  No.  1,  Seren,  t.  Streichinstrumente 
Op.  8  u.  Kreutzer-Sonate. 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
No.  20.  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Trag,  öuvert.  v.  Brahms, 
Beigen  seliger  Geister  a.  „Orpheus**  v.  Gluck,  Gesangvorträge 
der  Frau  Joachim.  No.  21.  Amoil-Symph.  v.  Mendelssohn, 
Fdur-Seren.  f.  Streichorch.v.  Volk  mann,  „Wotan's  Abschied" 
u.  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner,  Andante  u. 
AUegro  a.  dem  Conc.  f.  Fl.  u.  Harfe  v.  Mozart  (HH.  Mol6  u; 
H.  Schuöcker). 

Bremen.  5.  Kammermusikabend  der  Philharm.  Concerte: 
Cdur-Streichquintett  v.  Schubert,  GmoU-Clavierquartett  von 
Brahms,  Ddiir-Streichquart.  v.  Haydn.  (Ausführende:  Frau 
Erdmannsdörfer-Fichtner  [Clav.]  und  HH.  Halir,  Wittenberg, 
Pfitzner,  Smith  u.  Weingardt  [Streicher].) 

Carlsruhe.  3.  Conc.  des  grossherzogl.  Hof  kirchenchors 
(Brauer)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Hoeck-Lechner  (Ges.) 
u.  der  HH.  Wolf  (Orgel)  u.  Bühlmann  (VioL):  Chöre  v.  Men- 
delssohn, Brahms  („Wo  ist  ein  so  herrlich  Volk"),  Lotti  u. 
S.  Bach  („Lob  imd  Ehre"),  And.  a.  dem  CmoU-Conc.  f.  Viol. 
u.  Bratsche  (Hr.  Brauer)  v.  Mozart,  Soli  f.  Ges.  v.  S.  Bach  u. 
F.  Hiller  („Gebet"),  f.  Org.  v.  S.  Bach  (Dmoll-Toccata)  u. 
Mendelssohn  (FmoU-Son.)  u.  f.  Viol.  v.  Bruch  (Adagio). 

Cassel.  6.  Abonn.-Conc.  des  k.  Theaterorch.  (Treiber): 
1.  bis  3.  Satz  der  9.  Symph.  v.  Beethoven,  Huldigungsmarsch 
V.  B.  Wagner,  Cdur-Serenade  f.  Streichorch.  v.  ß.  Fuchs, 
Ciaviervorträge  des  Hrn.  Kosenthai  („Don  Juan" -Phantasie 
V.  Liszt  etc.). 

Chemnitz«  6.  geistl.  MusikauffÜhr.  des  Kirchenchors  zu 
St.  Jacobi  (Schneider)  unt.  vocalsolist.  Mitwirkung  der  Frau 
Otto-Alvsleben  a.  Dresden:  Ein  geistliches  Abendlied  f.  Tenor- 
solo, gem.  Chor  u.  Orch.  v.  Beinecke,  „Wie  lieblich  sind 
deine  Wohnungen"  f.  Chor,  Soloquart,  u.  Orch.  v.  Th.  Schnei- 
der, „Vergebung"  f.  Chor^  Soijransolo  u.  Orch.  v.  Jadassohn, 
„Ihr  habt  nun  Traurigkeit"  f.  Sopransolo  u.  Chor  aus  dem 
Deutschen  Requiem  v.  Brahms,  Sopranlieder  v.  A.Becker 
(„Mache  mich  selig")  u.  O.  Wer  mann  („Ich  möchte  heim"). 
(„Eine  seltene  Kunsterscheinun^",  schreibt  man  uns,  „ist  und 
bleibt  Frau  Otto-Alvsleben,  welcne  mit  voller,  weicher  Stimnie, 
der  die  Zeit  Nichts  von  ihrem  Glänze  zu  rauben  vermocht 
hat,  ihre  Soli  sang.") —  9.,  10.  u.  II.  Symph.-Conc.  der  Stadt. 
Capelle  (Pohle):  Symphonien  von  Haydn  (Ddur),  Beethoven 
(No.  8)  u.  Brahms  (No.  8)^  „Les Pr61udes"  v.  Liszt,  „Bilder 
aus  dem  Süden"  v.  J.L.  Nicod6,  Huldigungsmarsch  v.  Bich. 
Wagner,  Stimmungsbild  „Sehnen"  v.  F.  Mayerhoff  (unter 
Leitung  des  Comp.),  „Musikalische  Dorfgeschichten"  v.  Edm. 
Kretschmer,  Variat.  a.  dem  Forellen-Quintett  f.  Orch.  von 
Schubert-Hünn,  Reigen  seliger  Geister  u.  Furientanz  a.   „Or- 

Sheus"  V.  Gluok,  Emoll-Clavierquint.  v.Chr.  Sinding(HH. 
fayerhoffl  Schieraann,  Göllnitz,  Dörr  u.  Mann),  Solovorträge 
der  Frls.  Hof  (Ges.,  „Lieber  Schatz,  sei  wieder  gut"  v.  Franz, 
„Wie  berührt  mich  wundersam"  v.  Bendel  etc.)  und  Elzer 
(Ges.,  „Dich,  theure  Halle"  a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner)  und 
des  Hrn.  Schiemann  (Viol.,  1.  Satz  a.  dem  Conc.  v.  S  vendsen). 

Cöln.  7.  Kammermusikauf  führ,  der  HH.  Hollaender  und 
Gen.  m.  denselben  Mitwirkenden  u.  Programmnummern  wie 
oben  unter  Bonn. 

Constanz.  Symph.-Conc.  des  Hrn.  Handloser  am  3.  April : 
2.  Symph.  v.  Beethoven,  „Peer  Gynt"-Suite  v.  Grieg,  „Mei- 
stersinger"-Vorspiel  V.  Wagner,  Edur-Polon.  v.  Liszt,  Cla- 
viervorträge  des  Otto  Hegner  a.  Basel  (Valse-Caprice  v.  Strauss- 
Tausig  etc.). 

Crefeld.  3.  Kammermusikabend  der  HH.  Hollaender  u. 
Gen.  a.  Cöln  m.  denselben  Mitwirkenden  u.  Programmnum- 
mern wie  oben  unter  Bonn.  —  6.  Abonn.-Conc.  der  Concert- 
gesellschaft  (Grüters)  m.  dem  Requiem  v.  Verdi  unt.  solist. 
Mitwirk,  der  Frauen  Uzielli  u.  Hahn  u.  der  HH.  Dr.  Gunz  u. 
Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M. 

Danzlg.  2.  Aufführ,  des  Danziger  Gesangver.  (Schumann) 
m.  „Amor  und  Psyche"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  G.  Schu- 
mann unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Oberbeck  a.  Berlin,  Suhr 
u.  Rautenberg,  der  Frau  Küster  u.  der  HH.  Zameckow  und 
Brodmann  a.  Berlin.  (TJeber  die  Composition,  die  dem  Pub- 
licum sehr  gefiel,  schreibt  ein  dortiges  Blatt  u.  A.:  „Ein 
nobler  künstlerischer  Geist  weht  durch  das  gewaltige  Werk, 
das  uns  im  Reiche  der  Musik  auf  die  licnten  Höhen  der 
Freude  wie  in  die  finsteren  Tiefen  seelischen  Jammers  leitet 


und  uns  dort  ebenso  erheitert  und  erhebt,  wie  hier  nieder- 
drückt, und  es  gewährt  eine  seltene  Freude,  die  imgemein 
durchsichtige,  klare  musikalische  Charakteristik  zu  analy- 
siren.") 

Darmstadt.  Am  22.  März  Auffuhr,  v.  Brahms^  Deut- 
schem Requiem  durch  den  Musik ver.  u.  die  grossherz.  Hof- 
musik unt.  Leit.  des  Hrn.  de  Haan  u.  Solist.  Mitwirkuns;  des 
Frl.  Rau  v.  hier  u.  des  Hrn.  Ad.  Müller  a.  Frankfurt  a.  M. — 
2.  Kammermusikabend  der  HH.  de  Haan  (Ciavier),  Helmer, 
Walter,  Oelsner  u.  Reitz  (Streicher)  unt.  Mit  wirk,  des  Hm. 
Müller  (Ob.):  Bdur-Clavierquartett  v.  Saint-Saöns,  Esdur- 
Streichquart,  v.  Mendelssohn,  Trio  f.  Clav.,  Ob.  u.  Bratsche 
V.  Ad.  Kuthardt.  (üeber  die  Novität  von  Ruthardt  wird 
uns  geschrieben,  dass  dieselbe,  mit  grosser  Liebe  einstudirt 
und  mit  wahrem  Behagen  aufgeführt,  beim  Publicum  sehr 
angesprochen  habe.) 

Dordrecht.  4.  Kammermusiksoiröe  der  HH.  Vink  und 
Erdelmann  unter  Mitwirk,  der  HH.  E.  Mossei,  Bouman  und 
J.  Mossei:  Emoll-Clavierquint.  v.  Chr.  Sin  ding,  Adur-Cla- 
vierquart.  v.  Brahms,  Ddur-Seren.  f.  Viol.,  Bratsche  u.  Vio- 
lonc.  V.  Beethoven. 

Dresden.  Orgelvortrag  des  Hrn.  Werner  a.  Baden-Baden 
am  27.  März  m.  Compositionen  v.  S.  Bach  (Praelud.  u.  Fuge 
in  Cmoll),  PachelbeL  ().  A.  F isch  er  (2. Satz  des  Conc.  „Ostern^) 
u.  A.  Guilmant  (CmoU-Son.)  in  Abwechselung  m.  Violin- 
vorträgen  des  Hm.  Eismann  (Rec.  u.  Arie  v.  C.  A.  Fischer 
u.  Romanze  v.  Gade). 

Emmerich.  Am  27.  März  Auffuhr,  v.  Haydn's  „Schöpf- 
ung*' durch  den  städt.  Gesangver.  u.  die  Liedertafel  „Euterpe^ 
unt.  Leit.  des  Hm.  Poppe  u.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Fiedler 
a.  Cleve  u.  der  HH.  Dreinhöfer  a.  Osnabrück  und  Fischer  a. 
Wesel. 

Erfurt.  Conc.  f.  den  ICaiser  Wilhelm-Denkmalfonds  am 
22.  März,  veranstaltet  vom  Männergesangver.  und  Barfüsser 
Kirchengesangver.  unt.  Leit.  des  Hm.  Sioffarth:  „Das  grosse 
Jahr"  f.  Männerchor,  gem;  Chor  u.  Clav.  m.  verbind.  Declam. 
(Hr.  Wiecke)  v.  C.  Goepfart,  gem.  Chöre  v.  Lützel  u.  Bort- 
niansky,  Männerchöre  v.  C.  Goepfart  („Am  Ohiemsee'*)  u. 
H  e  g  a  r  ( „Todten volk" ),  Vi oloncellsuite  „Im  Walde"  v.  P  o  p  p  e  r 
(Hr.  KieiSer),  Melodram  „Der  Mutter  Gebet"  v.  Reinecke 
(HH.  Wiecke  u.  Goepfart).  TAuf  dem  uns  zugesandten  Con- 
certzettel  sind  die  Goepfart^schen  Stücke  dick  roth  unter- 
strichen. Bei  der  Seltenheit,  mit  welcher  dieser  Componisten* 
name  auf  den  uns  zugehenden  unzähligen  Pro^^mmen  zu 
finden  ist,  wäre  dieses  Anstreichen  nicht  nöthig  gewesen, 
denn  derartige  Curiosa  übersieht  man  kaum.  Natürlich  lag 
dem  Programm  auch  eine  „schöne"  Recension  bei.) 

Essen  a.  d.  R.  6.  Conc.  des  Musikver.  (Witte)  unt.  solist. 
Mitwirk,  der  Frauen  Uzielli  u.  Hahn  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der 
HH. Wulff  a.  Strassburg  i.  E.  u.  Sistermans  a.Fmnkfurta.M.: 
Siegfried's  Tod  u.  Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung" 
V.  Wagner,  Requiem  v.  Verdi. 

Forst.  Am  1.  April  Aufführ.  v.  Haydn's  „Schöpfung" 
durch  den  Akadem.  Gesangver.  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl. 
Schneider  a.  Dessau  u.  der  HH.  Trautermann  u.  Leideritz  a. 
Leipzig. 

Frankfurt  a.  M.  12.  Museumsconc.  (Kogel):  7.  Symph. 
V.  Beethoven,  3.  u.  4.  Theil  a.  „Romeo  und  Julie"  v.  Berlioz^ 
„Oberen" -Ouvert.  v.  Weber,  Violinvorträge  des  Hrn.  Thomson 
a.  Lüttich  (4.  Conc.  v.  Vieuxtemps  etc.).  —  10.  Kammer- 
musikabend der  Museums-Gesellschaft:  Ddur-Streichquart.  v. 
Mozart,  Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  u.  Trio  f.  Clav.y 
Clar.  u.  Violonc.  v.  J.  Brahms.  (Ausführende:  HH.  Kwast 
[Clav.],  Prof.  Heermann,  Naret-Koning,  Bassermann,  Welcker 
u.  Becker  [Streicher],  sowie  Hr.  Mühlfeld  a.  Meiningen  [Clar.].) 

Genf.  Am  30.  März  Auf  führ.  v.  Liszt  *s  „Legende  von 
der  heil.  Elisabeth"  durch  die  Soci6t6  de  Chant  sacr6  u.  den 
Chor  des  Conservatoriums  unt.  Leit.  des  Hrn.  Ketten  u.  solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Jansen,  der  Frau  Ketten  u.  des  Hrn.  Auguez. 
(Eine  frühere  Notiz  dieses  Blattes  über  die  Aufführung  ist 
dahin  zu  beschränken,  dass  die  Sängerin  der  Titelpartie,  Frl. 
Jansen,  total  unzulänglich  war.) 

Glogau.  Conc.  der  Singakad.  (Lorenz)  unt.  solist.  Mit  wirk, 
des  Sängerpaares  Schmidt(-Köhne)  a.  Berlin,  der  Frau  Stein 
u.  der  HH.  Bauer  u.  Thiele  v.  hier  am  29.  März:  „Das  Feuer- 
kreuz" V.  M.  Bruch,  „Die  Walpurgisnacht"  v.  Mendelssohn. 
(Die  Aufführung  beider  Werke  wird  in  einem  uns  vorliegen- 
den Bericht  sehr  gerühmt,  von  den  Solisten  werden  besonders 
die  Berliner  Gäste  gepriesen.) 

Gothenburg.  Oonc.  der  Harmoniska  Sällskapet  am 
16.  März:    Gem.  Chöre  m.  Soli  v.  L.  Norman,  E.  Sjögren 


231 


u.  V.  Svedbom,  Fi-auenchöre  v.  A.  Söderman,  Ciaviervor- 
träge des  Hm.  Schousboe  (12.  üng.  Bhaps.  v.  Liszt  etc.). 

Graudenz.  S3anph.-Oonc.  der  Militärcapelle  (Nolte)  am 
23.  März:  Gdur-Symph.  v.  Haydn,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn 
u.  Thomas,  Intermezzo  a.  „Cavalleriaru6ticana**v.  Mas ca^ni, 
„Aschenbrödel'*  v.  Bendel,  Harfen  vortrage  des  Frl.  Girod 
(Phant.  V.  Pönitz  etc.). 

Halberstadt.  Musikauffnhr.  des  Oratorien ver.  am  S.  April : 
Requiem  v.  Berlioz,  Tenorarie  a.  Mendelssohn^s  „Elias". 

Hamburg.  Kammermosikabende  der  HH.  Zajio.  Löwen- 
berg,  Schloming  u.  Gowa  am  14.  u.  26.  März:  D molI-Clavier- 
qaint.  v.  Gernsheim  (Clav.:  der  Comp.),  Quintette  f.  Clar. 
u.  Streichinstrumente  v.  Brahms  u.  Mozart  (Clar.:  Hr.  Hol- 
land), Streichquartette  v.  Yolkmann  (Emoll)  u.  Beethoven 
(Op.  59,  No.  3),  Yiolinchaconne  v.  S.  Bach.  —  10.  Philharm. 
Conc.  (Prof.  v.  Bemuth) :  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Manfred"- 
Ouvert.  V.  Schumann,  Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches 
Thema  v.  Brahms,  Gtesangvorträge  des  Frl  Leisinger  aus 
Berlin  („Vorabend"  a.  den  crautliedern  v.  Cornelius,  „Ver- 

f übliches  Ständchen**  u.  Wiegenlied  v.  J.  Brahms  etc.).  — 
enefizconc.  des  Hrn.  Scheel  am  22.  März:  Bdur-Svmph.  v. 
Haydn,  -Sylvia"-Snite  v.  De  Hb  es,  „Zauberflöten" -Ou  vert.  v. 
Mozart,  Orchesterballade  „Des  Sängers  Fluch"  v.  H.  v.  Bülo  w, 
1.  Slav.Tanz  v.  Dvotäk,  Solo  vortrage  der  HH.  Dr.  v.  Bülo  w 
(Esdur-Conc.  v.  Beethoven  u.  Phant.  üb.  ung.  Yolksmelodien 
V.  Liszt)  u.  Scheel  (Yiol^  Fdur- Romanze  v.  Beethoven  und 
Seren,  v.  Haydn).  —  2.  Kammermusikabend  des  Hrn.  Fiedler 
(Clav.)  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Mühlfeld  a.  Meiningen  (Clar.) 
u.  Gowa:  Trios  f.  Clav^  Clar.  u.  Yiolonc.  v.  Brahms  und 
Beethoven  (Bdur),  Clav.-Yioloncellsonate  v.  M.  Fiedler.  — 
3.  Kammermusikabend  des  Hm.  Kopecky  unt.  Mitwirk,  des 
Pianisten  Hrn.  Levi:  Clav.-Yiolinsonaten  v.  Dvof  äk  (Fdur) 
u.  Schumann  (Dmoll),  Yiolinsoli  v.  F.  W.  Rust  (DmoU-Son.) 
u.  S|>ohr.  —  Kammermnsikabend  des  Hm.  £.  E.  Taubert  (Clav.) 
m.  eig.  Compositionen  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Weitz  (G^esang), 
sowie  der  HH.  Kruse,  Könnecke,  I^icking  u.  Dechert  (Streicher), 
sämmtl.  a.  Berlin,  am  28.  März:  Esdur-(}lavierquart.,  DmoU- 
Streichquart.  u.  div.  Lieder.  —  Ciavierabend  des  Hm.  Rosen- 
thal am  29.  März  m.  Compositionen  v.  Beethoven  (Son.  Op.  111), 
Brahms  (Faganini-Yanat.),  David off-Rosenthal  („Am 
Springbrunnen")  u.  A.  —  Kammermusikabend  des  Kruse'schen 
Streichquartetts  (HH.  Kruse,  Markees,  Müller  u.  Dechert)  aus 
Berlin  unt.  Mitwirk,  des  Hm.  Dechert  v.  hier  am  4.  April: 
Quintett  f.  Clar.  u.  Sireichinstrumente  v.  Brahms,  Streich- 
quartette V.  Beethoven  (Op.  69,  No.  2)  u.  Haydn  (Cdur). 

Hildesheim.  Damen-Gnstabend  der  Liedertafel  (Schotte) 
am  26.  März :  „Märchenbilder"  f.  Clav.  u.  Yiol.  v.  Schumann 
(HH.  Amelung  u.  Schotte),  Chorlieder  v.  Wein  wurm  („Ständ- 
chen"). W.Tschirch  („Die  Heimath"  u.  „Frühlinßpglaube"), 
Enffelsberg  („Heini  von  Steier"),  H.  Marx  (Dorfreigen)  u. 
C.  Schotte  („Vom  Häslein  und  vom  Mägdlein"),  Solovorträge 
des  Frl.  Perl  a.  Sondershausen  (Gtes.,  „Mittemacht"  v.  Sitt, 
-Neue  Liebe"  v.  Rubinstein,  Seren,  v.  Bruch  etc.)  und  des 
Hm.  Himmer  (Yiolonc). 

Königsberg  i.  Fr.  45.  Stiftungsfest  des  Sängervereins 
(Schwalm):  Männerchöre  m.  Orch.  v.  R.  Schwalm  („Abend- 
stille am  Meere")  u.  C.  Zöllner  („Des  Müllers  Lust  und  Leid") 
u.  a  cap.  V.  F.  Zander  („Ave  Maria")  u.  R.  Schmidt  (Alt- 
assyr.  Lied)  etc. 

Leipzig.  Extraconc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof.  Dr. 
Reinecke)  am  20.  April:  1.  Symphonie  v.  Schumann,  „König 
Manfred"-Ouvert.  v.  Reineclce,  Solovorträge  der  Frau  Bau- 
mann (Ges.,  „Feldeinsamkeit"  v.  Brahms  etc.)  u.  des  Hm. 
Prof.  Dr.  Reinecke  (Clav.,  Adur-Conc.  v.  Mozart).  —  Matinee 
ebendaselbst  zur  Begpründung;  des  Pensionsfonds  aer  Aspiran- 
ten des  Stadtorchesters  unt.  Leit.  des  Hm.  Paur  am  24.  April: 
„Don  Quixote"  v.  Rubinstein,  „Wilhelm  Tell"-Ouvert.  v. 
Rossini,  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Tscha'ikowsky,  Clavier- 
vort.räge  des  Hm.  Rosenthal  a.  Wien  (Esdur-Conc.  u.  12.  Ung. 
Rhaps.  V.  Liszt  etc.). 

Limbach.  Symph.-Conc.  des  Hrn.  Asbahr  am  5.  April: 
DmoU-Symph.  v.  Th.  Schneider  (unt.  Leit.  des  Compon.), 
Ouvert.  zur  „Räuberbraut"  v.  Ferd.  Ries,  Ne^erlieder  u.  Tänze, 
bearbeit.  v.  Schulz-Beuthen.  Conc.  f.  vier  Violinen  v.  Maurer 
(HH.  Asbahr,  Berger,  Schuller  u.  Girnth),  Romanze  für  zwei 
Yiolinen  m.  Clav.  v.  J.  Fache  (HH.  Asbahr  u.  Berger),  Ge- 
sanffvorträ^e  des  Frl.  Boehme  (Arie  a.  „Samson  und  Dalila" 
V.  Saint- Saöns,  „Im  Maien"  v.  R.  Becker  etc.). 

London.  Conc.  des  Hrn.  A.  Ashton  (Clav.)  m.  eig.  Com- 
positionen unt.  Mitwirk,  der  Frau  Squire  (Ges.)  u.  der  HH. 
Thorae  (Clav.),  J.  u.  W.  Sutcliffe,  Hobday  u.  Squire  (Streicher) 


am  16.  März:  EmoU-Clavierquint.,  A dur-Claviertrio,  Phanta- 
siestücke f.  Yiol.  u.  Clav.,  Irische  Tänze  f.  Clav,  zu  vier  Händen 
u,  div.  Lieder. 

Mannheim.  Conc.  desYer.  f.  class.  Kirchenmusik  (Hän- 
lein)  am  22.  März:  Gem.  Chöre  v.  S.  Bach  („Ich  lasse  dich 
nicht"),  G.  Yierli  ng  („Yerschneit  liegt  rings  die  ganze  Welt") 
U.F.Bauer  („Herr,  wer  darf  wohnen"),  „Christus  im  Schiff" 
f.  Frauenchor  v.  Brahms,  Solo  vor  trä^  der  HH.  Boslet  aus 
Ludwigshafen  (Orgel,  Phant.  u.  Fuge  m  Gmoll  v.  S.  Bach  u. 
And.  a.  Op.  118  v.  Merkel)  u.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Yic- 
loncell.  And.  relig.  v.  Fitzenhagen  etc.).  —  4.  Kammermusik- 
aufführ.  der  HH.  Schuster,  Stieffei,  Gaulö  u.  Kündinger  unt. 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frau  Seubert- Hausen:  Streichquartette 
V.  Schumann  (Amoll)  u.  Sgambati  (Desdur),  Gesangsoli  v. 
Beethoven  u.  Weber.  —  8.  Akad.-Conc.  (Frank):  6.  Symph.  v. 
Beethoven,  Eine  Faust-Ouvert.  v.  Wagner,  Solovorträge  des 
Frl.  Zimmer  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.,  „Sind  es  Schmerzen" 
V.  Brahms  etc.)  u.  des  Hrn.  Schuster  (3.  Ck)nc.  v.  Bruch), 
(üeber  den  Yortrag  des  Hm.  Schuster  liegen  uns  die  lobend- 
sten  Berichte  vor,  nach  welchen  derselbe  meisterhaft,  mit 
einer  Wärme  der  Tonerzeugunf,  mit  einer  frischen  Unmittel- 
barkeit der  Empfindung  gespielt  hat.  die  ihm  reichen  Beifall, 
einen  durchschlagenden  Erfolg  verscnaffbe.  Dem  trefflichen, 
umsichtigen  und  feinfühligen  Dirigenten  der  Concerte,  Hrn. 
Frank,  wird  für  alles  Schöne,  das  diese  Concerte  während  der 
Saison  boten,  der  herzlichste  Dank  gesagt.) 

Mlddelburg.  Am  22.  März  Aufführ.  v.  S.  Bach's  Mat- 
thäus-Passion durch  den  Gesangver.  „Tot  Oefening  en  Uit- 
spanning"  (Cleuver)  unt.  solist.  MitwirK.  der  Frls.  Lütkemann 
a.  Amsterdam  u.  Etienne  ä.  Aachen  a.  der  HH.  Litzinger  a. 
Düsseldorf  u.  Messchaert  a.  Amsterdam,  sowie  eines  ungen. 
einheim.  Baritonisten. 

Neubrandenburg.  Conc.  des  Yer.  f.  gem.  Chorgesang 
(Naubert)  am  28.  März:  Chöre  v.  E.  E.  Taubert  („Sommer- 
nacht", „Im  Frühling"  u.  „Abends"),  F.  v.  Holst  ein  (Abend- 
lied und  „Seefahrt"),  Haydn,  Bungert  („Die  beiden  Alten", 
„Es  weiss  es  und  räth  es"  u.  „Die  Fenster  auf"),u.  Schubert- 
Flittner  (Deutsche  Tänze,  m.  Clav.),  Ciaviervorträge  der  Frau 
Naubert  (Spinnerlied  v.  Wagner-Liszt  etc.). 

Osnabrück.  Am  30.  März  Auffuhr,  v.  Bruch's  „Lied 
von  der  Glocke"  durch  den  Gesangver.  (Drobisch)  unt.  solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Martini  u.  der  Frau  v.  Knappstaedt  a.  Leipzig 
u.  der  HH.  Stumpf  a.  Cöin  u.  Staudigl  a.  Berlin.  (In  einem 
uns  vorliegenden  Bericht,  in  dem  zunächst  die  Leistungen  des 
Chors  ausserordentlich  gelobt  werden,  heisst  es  von  den  So- 
listen u.  A.,  dass  Hr.  Staudigl  mit  seinem  Yortrag  wieder- 
holt den  lebhaftesten  Beifall  hervorgerufen  habe,  Frau  von 
Kna|)pstaedt  der  „Stern  des  Abends"  gewesen  sei  und  Frl. 
Martini  über  eine  schmelzvolle,  selbst  zur  die  höchste  Tonlago 
sehr  ergibige  Sopranstimme  verfüge.) 

Posen.  Am  22.  März  Auffuhr,  v.  Bruch's  „Odysseus" 
durch  den  Hennig'schen  Yer.  (Hennig)  unter  solist.  Mitwirk, 
des  Frl.  Finkeist  ein  u.  der  HH.  Hildach  u.  Klein.  (Wie  man 
berichtet,  hat  die  Aufführung  einen  trefflichen  Verlauf  ge- 
nommen.) 

Prenzlau.  Am  2.  April  Aufführ.  v.  Haydn's  „Schöpfung" 
durch  den  Gesangver.  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Pröbster 
u.  der  HH.  EJrchner  u.  Blossfeldt  a.  Berlin. 

Schwerin.  5.  Orch.-Conc.  der  Hofcap.  (Schmitt)  unter 
Mit  wirk,  der  Frau  Hadinger,  des  Frl.  Minor  u.  der  HH.  Liebes- 
kind, Drewes  u.  Hungar,  sowie  des  Gesangver.:  „Abenoera- 
gen "-Ouvert.  v.  Cherubini,  „Das  Feuerkreuz"  v.  Bruch,  „Die 
erste  Walpurgisnacht"  v.  Mendelssohn. 

Sorau.  Am  26.  März  Aufführ.  v.  Haydn's  „Schöpfung" 
durch  den  Gesangver.  f.  gem.  Chor  (Franke)  unt.  solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Oberbeck  u.  der  HH.  Kirchner  und  Rolle  a. 
Berlin. 

Stuttgart.  Hofconc.  am  9.  März  m.  Solovorträgen  der 
Frau  V.  Knappstaedt  a.  Leipzig  (Ges.,  „Das  Haidekind"  von 
Schäffer,  „Ich  liebe  dich"  v.  Grieg  etc.)  u.  der  HH.  Hro- 
mada  (Ges.,  „Yon  ewiger  Liebe"  v.  Brahms,  „An  der  Lin- 
den" V.  Ad.  Jensen  u.  „Ich  habe  nur  einen  Gedanken"  von 
Zumpe)  u.  Seitz  (Yiol.,  Gavotte  v.  Klengel  etc.).  —  8.  Abonn.- 
Conc.  der  Hofca pelle  (Zumpe):  Symphonien  v.  W.  Speidel 
(Ddur)  u.  Haydn  rGdur),  Solovorträge  der  HH.  Guraa.  Mün- 
chen (^Ges.)  u.  Prof.  Cabisius  (Yiolonc,  Emoll-Conc.  v.  Servais\ 

Tilsit.  Conc.  des  Oratorienver.  unt.  Mitwirk,  der  Sän- 
gerin Frl.  Oberbeck  a.  Berlin:  „Manfred"-Ouverture,  „Der 
Rose  Pilgerfahrt",  AmoU-Clavierconc.  u.  Lieder  v.  Schumann. 
—  2.  Musikabend  der  Bürger-Gesellschaft:  „Egmont "-Musik 
V.  Beethoven,  Concertouvert.  v.  Raff,  Balletmusik  aus  „Or- 


232 


pheus"  V.  Gluck,  2.  Satz  a.  dem  Clavierquint.  v.  Schumann, 
Variat.  a.  dem  Forellenquint.  v.  Schubert. 

Varel.  Am  6.  April  Aufführ.  v.  HändeFs  „Josua"  durch 
den  Singver.  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Johannsen  a.  Preetz, 
des  Frl.  Woltereck  a.  Hannover  u.  der  HH.  Kirchner  u.  Se- 
verin  a.  Berlin. 

Wiesbaden.  4.  Abonn.-Conc.  des  Gonservat.  für  Musik 
(Prof.  Fuchs)  unt.  vocaler  Mitwirk,  der  Frau  Riemann  u.  des 
Frl.  Bloem:  Sonate  (Suite)  f.  zwei  Violinen,  Violonc.  u.  Con- 
tinuo  V.  Ev.  dair  Abaco,  Sonate  f.  Viol.  u.  Basso  continuo  v. 
Händel,  Sonate  a  3  v.  Ck>relli,  als  Ooncerto  grosso  bearbeit.  v. 
F.  Geminiani.  Chöre  a.  dem  Lochheimer  u.  Münchener  Lieder- 
buch, V.  G.  bufay,  J.  Oke^hem,  H.  Isaak,  P.  Hofhaimer  u. 
B.  Ducis,  sowie  „Sumer  is  icomen  in",  engl.  Rota  a.  dem  18. 
Jahrb.,  rXni  Sätze  a.  dem  „Stabat  mater**  f.  Sopran  u.  Alt  m. 
Streichorch.  u.  Org.  v.  Pergolesi,  Soli  f.  Ges.  v.  Martini  u.  f. 
Clav.  V.  Rossi,  Sc^latti,  Mufiat  u.  Oouperin. 

Zweibrücken.  Conc.  des  Caecilien-Ver.  ((Stehlen)  unter 
Mitwirkung  des  Baritonisten  Hm.  Keller  a.  Ludwigshafen  am 
20.  März :  5.  Symph.  v.  Beethoven,  „Oboron**-Ouvert.  y. Weber, 
Vorspiel,  Siciliana  u.  Intermezzo  a.  „Cavalleria  rusticana"  v. 
Mascagni,  „Frithjof  auf  seines  Vaters  Grabhügel"  v.  Bruch, 
Psalm  187  f.  Chor,  Solo  u.  Orch.  v.  Vieri ing,  Gesangsoli  v. 
Löwe  u.  Bruch  (Seren.). 

Veraltete  Programme,  »ovHe  Programme  ohne  Angctbe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben  t 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Antwerpen.  Im  letzten  Goncert  des  Gerde  artistique 
entzückte  die  Geigerin  Frl.  Glench  durch  ihre  Vorträge  und 
hatte  einen  ungeheuren  Erfolg.  Im  letzten  Goncert  der  k. 
Harmoniegesell^hafl  wurde  die  Pianistin  Frl.  Kleeberg  von 
Seiten  des  Publicums  und  des  Orchesters  mit  den  lebhaftesten 
Beifallsbezeugungen  bedacht.  —  Cöln.  Die  Nachrichten, 
welche  über  Frau  Moran-Olden  hierher  gedrungen  waren, 
hatten  nicht  gelogen:  Die  Sängerin,  die  gegenwärtig  der  ge- 
feierte G«8t  unserer  Oper  ist,  hat  gleich  mit  ihrer  Antritts- 
partie, dem  Fidelio,  ihr  künstlerisches  Gottesgnadenthum  er- 
wiesen und  mit  ihrem  grossartigen  Spiel  und  Gesang  unser 
Publicum  gepackt  und  begeistert.  Kicht  weniger  wirkungs- 
voll, wenn  auch  in  anderer  Art,  ist  ihre  Auffassung  der  Oar- 
men,  deren  fascinirende  Darstellung  dabei  stets  dem  wild- 
dämonischen Charakter  der  Partie  entsprach.  Ihr  nächstes 
Auftreten  wird  der  Wagnerischen  Isolde  gelten.  —  Leipzig. 
Im  Neuen  Stadttheater,  der  Wiege  seines  Ruhmes,  gastirte 
kürzlich  in  zwei  seiner  besten  Partien,  als  Hans  Heiling  und 
Wolfram  von  Eschinbach,  Hr.  Perron  aus  Dresden.  — 
Paris.  Am  8.  April  gab  der  Pianist  Hr.  F.  Blumer  im 
Pleyerschen  Saale  imter  Mitwirkung  der  HH.  Marsick  und 
Genossen  ein  Kammermusikconcert,  in  welchem  er  Musik 
aller  Stilgattungen,  insbesondere  neuere  Werke,  mit  Eleganz, 
reizvollem,  geschmeidigem  Anschlag  und  stilvoll  vortrug  und 
sich  reiche  künstlerische  Ehren  erwarb.  Der  vortremiche 
Pianist  Hr.  Henry  Falcke  ^b  am  9.  April  ein  Goncert  mit 
Orchester ^n  welchem  er  mit  Vorträgen  neuerer  Werke  be- 
deutende Wirkung  erzielte  und  mehriach  gerufen  wurde,  t- 
Rom.  Die  Opemgesellschaft  des  Goetanzi-Theaters  wird  in 
der  Frühjahrssaison  aus  den  Damen  Bellincioni,  Darclöe 
und  Bavasio-Prandi  und  den  HH.  Stagno,  de  Negri, 
Palagalli-Bossetti,  Battistini,  Fumagalli,  Mares- 
calchi  und  Broglio  bestehen,  Über  welche  Hr.  Masche roni 
den  Taktstock  schwingen  wird.  Das  Repertoire  wird  die 
Opern  „Otello",  „Simon  Boccanegra"  und  „Traviata"  von 
Verdi  and  „L'Amico  Fritz^  von  Mascagni  umÜEissen. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  23.  April.  „Ich  weiss,  dass 
mein  Erlöser  lebt"  v.  J.  M.  Bach.  „Kommt  wieder  aus  der 
finstem  Gruft"  v.  S.  Bach.  „Jauchzet,  ihr  Hinmiel,  jubelt, 
ihr  Lüfte"  v.  G.  Vierling.  Nicolaikirche:  24.  April.  „Bleib 
bei  ims"  v.  S.  Bach. 

Opemaufdlhrungen. 

März. 

Stuttgart.  K.  Hoftheater:  2.  Rigoletto.  4.  Don  Juan. 
7.  u.  13.  Die  Königin  von  Saba.  11.  Der  Freischütz.  15.  Martha. 


17.  Tannhäuser.   28.  Der  Troubadour.    21  Der  fliegende  Hol- 
länder. 27.  Die  Zauberflöte.  80,  Der  Trompeter  von  Säkkingen. 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Der  Richard  Wagner-Litteratur  steht  eine  werthtolle 
Bereicherung  bevor  durcn  das  demnächst  im  Druck  erscheinende 
Werk  „Die  sagenwissenschaftlichen  Grundlagen  der  »Nibelun- 
gen«-Dichtung**  von  Dr.  E.  Meinck,  indem  dasselbe  erst^ 
malig  das  Sagen material,  welches  der  Wagnerischen  Trilogie 
zu  Grunde  liegt,  in  seiner  Vollständigkeit  darbietet. 

*  In  Baden-Baden  hat  Volkmann's  BmoU-Cla- 
viertrio  bei  seiner  vor  einigen  Monaten  erfolgten  ersten 
Auffuhrung  daselbst  eine  derart  durchschla^nde  Aufnahme 
gefunden,  dass  es  auf  vielfSaches  Verlangen  wiederholt  werden 
musste.  Um  die  dortige  (allerdings  sehr  verspätete)  Einfüh- 
rung des  genialen  Werkes,  das  anderwärts  bereits  ziemlich 
bekannt  ist  und  seinen  Weg  sogar  schon  in  die  üebungspro- 
gramme   unserer  Conservatorien  (vide  Leipzie  und  Dresden) 

fefunden  hat,   machte  sich  die  Pianistin  Frl.  Oswald  ver- 
ient. 

*  Mozart's  Requiem  wurde  in  der  Charwoche  erstma- 
lig in  Rom,  und  zwar  im  Gostanzi-Theater  gleichzeitig  mit 
dem  „Stabat  mater**  von  Pergolese  aufgeführt. 

*  Im  Scala-Theater  zu  Mailand  fand  kürzlich  eine  etwas 
verspätete  Bossini-Feier  statt,  welche  ihren  Höhepunct  in 
der  Schlussnummer,  dem  von  dem  greisen  Ma^tro  Verdi 
dirigirten  Gebet  aus  „Moses**,  enthielt. 

*  In  Königsberg  i.  Pr.  will  man  eine  Hochschule 
der  Musik  für  Blinde  gründen,  und  hat  man  zu  diesem 
Zweck  bereits  ein  Gomitö  gebildet. 

*  Am  24.  April  sollte  in  Choisy-le-Roy,  der  Stadt,  in 
welcher  Rouget  de  Tlsle  starb,  das  hundertiährige  Gteburtsfest 
der  „Marseillaise"  feierlich  begangen  werden. 


*  Wagner's  „Tannhäuser"  ging  nun  auch  in  Toulouse 
über  die  Bretter  und  erzielte  einen  entscheidenden  Erfolg. 
Die  Darstellung  des  Titelhelden  ist  ein  Ruhmesblatt  für  Hm. 
Tourniö  zu  nennen. 

*  In  Aix-Les-Bains  steht  für  die  Saison  1892  Wag- 
ner *s  „Lohengrin"  gleichfalls  auf  dem  Spielplan. 

*  Die  endlich  am  21.  April  im  Hofopemhaus  zu  Berlin 
unter  Hm.  Kahles  Leitung  erstmalig  in  Scene  gegangene 
neue  Oper  „Boabdil*'  von  M.  Moszkowski  fana  eine  un- 
gemein warme  Aufnahme,  die  sich  durch  mehrmaligen  Her- 
vormf  des  Gomponisten  manifestirte. 

*  Im  Pagliano-Theatcr  in  Florenz  wurde  dieOper  „Tilda" 
von  Cilea  mit  vollständifi;em  Erfolg  erstmalig  aufgeführt. 
Der  ^'unge  Oomponist  wuroe  22  Mal  gerufen ,  vier  Nummern 
wurden  zur  Wiederholung  verlangt.  —  Dagegen  fand  die  neue 
Oper  „Oimbelino"  von  van  Westerhout  im  Argentina- 
Tneater  in  Rom  eine  getheilte  Aufnahme,  die  Olaque  war 
überlaut. 

*  Der  in  seiner  künstlerischen  Thätigkeit  auch  in  Deutsch- 
land rühmlich  bekannte  schwedische  Bassist  Hr.  Elmblad 
soll  auf  Wunsch  einiger  kunstbegeisterten  und  vermögenden 
Landsleute  aus  schwedischen  Sängern  und  Sänfi;eriunen  und 
deutschen  Orchestermusikem  ein  Opernensemble  bilden,  um 
mit  demselben  unter  Leitung  eines  deutschen  Gapellmeisters 
in  Schweden  Rieh.  Waener*s  n^i^^ST  des  Nibelungen" 
und  „Tristan  und  Isolde"  in  n.  Saison  aufzuführen. 

*  Die  Berliner  Liedertafel  hat  unter  ihres  Dirigenten 
Hrn.  Zander  Leitimg  kürzlich  in  Wien  ganz  grossarti^ 
künstlerische  Triumphe  gefeiert. 

*  Hr.  F.  X.  Aren s,  der  vorzügliche  amerikanische  Gapell- 
meister und  Gomponist,  ist  vom  Präses  der  Wiener  Internatio- 
nalen Ausstellung  für  Musik-  und  Theaterwesen  eingeladen 
worden,  ein  American  Gomposers' Goncert  an&ngs  Jtini 
in  Wien  zu  dirigiren. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  J.  S.  Svendsen  in  Gopenhagen 
hat  vom  König  den  Auftrag  bekommen,  eine  Gantate  zar 
bevorstehenden  goldenen  Hochzeitsfeier  des  Königspaares  zu 
componiren. 


233 


*  Hr.  Renner,  von  dem  wir  neulich  mittheilten,  dass  er 
als  erster  Gesauglehrer  &a  das  k.  CoDServatoriam  für  Musik 
zu  Dresden  engagirt  worden  sei,  ist  factisch  eine  Woche  hin- 
durch als  solcher  thätig  gewesen,  hat  aber  dann  den  einge- 
gangenen Vertrag  wieder  rückgängig  gemacht  und  ist,    zur 

f rossen   Freude    seiner   zahlreichen   Leipziger    Schüler,    zu 
auemdem  Domicil  nach  Leipzig  zurückgekehrt. 

*  Hr.  Organist  Türke  in  Zwickau  hat  seine  verdienst- 
liche Thätigkeit  auf  dem  Gebiete  der  öiTentlichen  Pflege  der 
Kammermusik  kürzlich  mit  dem  100.  Ooncerte  dieser  Art  ein- 


festellt.    Die  von  ihm  veranstalteten  100  Kammermusikabende 
egannen  im  October  1868  und  boten  in  ihren  Programmen 
Claissisches  und  Modernes  in  reicher  Auswahl. 

*  Die  Dresdener  Gomponisten  HH.  Felix  Draeseke 
und  £dm.  Kretschmer  wurden  zu  k.  Professoren  ernannt. 

Todtenllste.  Franz  Toms,  Mitglied  der  Hofcapelle  zu 
Wien,  ein  ausgezeichneter  Pistonbläser,  f,  55  Jahre  alt,  am 
18.  April.  —  Therese  Kalliwoda,  Wittwe  des  Gomponisten 
W.  Kalliwoda,  unter  ihrem  Mädchennamen  Brunnetti  als  vor- 
zügliche Sängerin  bekannt  gewesen,  f,  89  Jahre  alt,  inOarlsruhe. 


BiTief*l£A8teii. 


L.  E.  in  R,  Sie  finden  das  Werk  in  besonders  eleganter 
Ausgabe  bei  Breitkopf  &  Härtel,  hier. 

y,  C,  in  Z.  Der  nachgefragte  Artikel  von  M.  Wirth 
steht  im  16.  Jahrgang  unseres  BLeittes. 

B.  y,  in  S,  Br.  Nodnagel,  dessen  Domicil  wir  in  einem 
versteckten  Winkel  der  Erde  wähnten,   ist  also  Schüler  der 


Berliner  Hochschule  für  Musik  und  ein  besonderer  Intimus 
des  Hm.  G.!  Das  gut  subventionirte  k.  L[istitut  kann  sich  zu 
solchem  Schüler  gratuliren. 

IV.  IV.  in  Si,  Die  Bewerber  um  die  Hofcapellmeisterstelle 
in  Schw.  bilden  bereits  eine  Legion,  sodass  für  Nachzügler 
wenig  Aussicht  sein  dürfte. 


A,Tß.xeigeu, 


Verlag  von  Wilhelm  HanSOn,  Leipzig. 


XXen! 


[447.] 


SammluLiig 

temirapiler  Clami  erte  älterer  Heister 

bearbeitet  von 

Dr.  Hans  Harthan. 

Minuetto  aus  einer  Sonate  von  O.  C.  Wagenseil. 

—  Largo  aus  dem  Orgelconcert  vonW.  F.  Bach. 

—  Gigue  von  C.  H.  Graun.  —  Gigue  von  Mozart. 

—  Bourröe  aus  der  2.  Violinsonate  von  J.  S.  Bach.  — 
Rondo  von  Ph.  Em.  Bach. —  Fuge  aus  der  Emoll- 
Suite  von  Händel.  -  Toccata  von  Paradies.  — 
Burleske   von  J.  L.  Krebs.  —  Praeludium  von 

J.  C.  Bach.  —  Toccata  von  Giemen ti. 

2  Mark. 


W.  Auenbach  Nachf.y 

Husikalleiüiandlaiiit  luid  Lielhanstalt, 

lüenmarkt  B2,  Leipzig,  NeufflarlLt  82. 

Grosses  IdUger  von  Musikalien  etc., 

amfangrP6iehe   Leihanstalt  der  classischen  und 

modernen  MufdMitteratur  (Über  100,000  Exemplare), 

welche  stets  ergänzt  imd  vergrössert  wird. 

Coulanteste  Bedingungen,  sehnellsta  Lieferung. 

Ansiehtsendungen   stets  zu  Diensten. 

Prospecte  gratis  und  franco.        [448 — .] 


Im  Verlage  des  Unterzeichneten    erschien   und  ist  durch 
jede  Buch-,  iTunst-  und  Musikedienhandlung  zu  beziehen: 

(E  moU) 

für  zwei  Violinen,  Viola  und  Violoncell 

componirt 


von 


Ottokap  Novibcek. 

Partitur  Pr.  5  Mark  netto.     Stimmen  Pr.  5  Mark  netto. 

In  vergangener  Saison  wiederholt  in  Leipzig  (in  der 
6.  Kammermufiok  im  Neuen  Grewandhaus  und  im  3.  Goncert 
des  Liszt-Yereins)  mit  aussergewöhnlichem  Erfolg  durch 
das  Brodsky-Quartett  zur  AuflRihrung  gebracht,  wird  diese 
Novität  auch  anderwärts  ihre  bedeutende  Wirkung  nicht  ver- 
sagen, weshalb  sie  allen  Quartettvereinen  angelegentlichst 
empfohlen  werden  darf.  [449.] 


Leipzig. 


E.  W.  Fritzsch. 


Soeben  erschien  die  2.  Auflage  des  Ciavierauszuges   zu 

„Camilla", 

komische  Oper  in  3  A^cteii, 

Dichtung  von  Rob.  Herold, 


Musik 

von 


[460.] 


C«  C#<of  fi^rl« 


Preis  12   ^  n. 

Leipzig^  in  Commission  bei  Hans  Liohta 

NB.    FOr  {Mitglieder    de8    Allgemeinen    deutschen 
Musikvereins  Pr.  6  M. 


NeuerVerlagvonRIES  4  ERLER  in  Berlin.  JJeUe  ClavierCOmpOSitionen 

Wilhelm  Kienzl,  „TanzMder".  « ve„^.  „.  Fr.  Kistner  >.  L.ip.u 

Davidoff|  Chi)  Am  Springbrunnen.     Für  Pianoforte 
übertrag:en  von  Theodor  Kirchner     .     .     uf  2,—. 

Kpzyacanowaki,  Ignaoei  Op.  48.  Menuef.  „   1,20. 

—  Op.  49.     2  Vakea.     No.  1.     Asdnr      .     .     „    1,20. 
No.  2.     Desdur    .     .     „    1,20. 

—  Op.  50.     2  Nocturuea.     No.  1,     Gmoll     .     „    1,20. 
No.  2.     Fdur       .      „1,20- 

Lambepg,  Josephi  Op.  12.      Nippes. 

SniCe  de  petita  morceaux  en  forme  de  danBe     „    3, — . 

—  Op.  13.     (4)  Bizarreries „    2,—. 

LongO|AleSMindPO|Op.21.  3Maztirkas. 

No.  1.     B „  1,50. 

[456.]              No.  2.     Gm „  1,50. 

No.  3.     Eb. „  1,50. 

Reinhold)  Hugo,  Op.  51,  (6)  Stimmungs- 
bilder     „  2,50. 

RoBatii  Luigii  iMenuet „  1,20. 

—  S^rönado „  1,20. 

—  Valse „  1,50. 


12  CtavJerstUcke  in  Tsnzfomi.    Op.  41. 

Zu  4  Hftnden.     Heft  1,  8  h  3,60  Jt.      Heft  a  ä  5  .jI. 

Za  2  H&nden.  Heft  l,B  ki  Jt.  Heft  3  ä  3,liO  Jl. 
Der  „Berl.  Börsen -Courier"  schreibt  darüber:  „Die  Tanz- 
bilder bieten  charakteriatische  Tonstücke  von  edler  Erfindang 
und  EorgiUUigster  DurchfÜhrnne,  manche  davon  mit  gutem 
Humor  Kesättigt.  Der  Componist  begnügt  eich  dabei  nicht, 
ans  die  Dek&nnten  Tanzcharaktere  neuer  und  älterer  Zeit  vor- 
zufahren, aondem  er  bringt  uns  auch  seltenere  Bilder,  wie 
K.  B.  einen  iGkiveuanzi  oder  eiuea  'Loferen,  daneben  fehlt 
ee  nicht  an  einer  >Eajaderei,  und  eiumal  tanzt  ^der  König  mit 
Anna  Boleyn«.  Wir  wünechen  diesen  Heften  recht  weite 
Verbrwtung,"  — „Berl.  Fremdenblatt";  „Eine  äusserst  ainnige 
Gabe  bat  der  Componiat  in  dieser  seiner  jüngsten  Scböpfana; 
geboten.  Die  Tenzbilder  durften  bald  weite  Verbreitung  finden. 


Ferner  erschien: 


1451.] 


Oper  von 

^Willielin  SZiezizL 

Daraus  einzeln:    Der  Hahnen  tanz  (Ballet).    Zu  4  H&nden 

Jt  3,40.    Zu  3  Hftnden  Jt  1,60. 
Vorspiel  und  Brantchor  des  S.Aufaages.  Zu4Hftuden 

Jl  1,60. 
Melodien  zu  3  H&nden  3  J(. 


Neuer  Verlag  von  E.  W.  FritZSCh  in  Leipzig. 

Trio 

für  Ciavier,  Oboe  und  Bratsche 


Adolf  Euthardt. 

Op.  34.    Pr.  6  M. 

Durch  alle  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlungen,   sowie 
direct  vom  Verleger  zu  beziehen.  [46«.] 


Verlag  von  E.  W.  Fritxsch  in  Leipzig,       [453.] 

Jlinna    T     Trauungsgesang.     „Zwei  Hftnde  wollen  heute 
vUUUC)  U*}  sich"  (nach  Gerok)  Säx  gemiaohten  Chor.    Par- 
titur und  Stimmen  Jl  1,—.    (Partitur  Jt  —,60.  Stimmen 
k  Jt  —,15.) 


^usikaüai-VerlagiuHl  SoriÄ 

(mpfifhll  sich  dem  hochiiwhrtfn  Publicum  zur  sdin(llsl*n  ( 

und  billijMm  Besorgung  allrr^uftkalteii.iritahai.äthnftrn'etc. 

Jütaloge  soWie  Afsicl^rssendungen 

Siehen  auf  Wunsch  bertilwilliost  ;u  Dienslen. 


[464b.]    Mit 

(Stut^rt,  C.  Graninger)  Band  I  und  II  ä  M.  4,50; 
Band  III  M.  8,50,  sind  in  Bezug  auf  musikalische 
und  technische  Erziehung  fiberr  ascfaende,  bisher 
unerreichte  Resultate  zu  erzielen. 


soeoffspceeoccee£fefiocsccbcfetcfci 


Verl^tjon  E.  W.  Fribsch  in  Leipzi«. 

Studie 

über  den  Waker  Op.  64,  No.   1,  von  F.  Chopin 

von  [45 

Horiz  Rosenthal. 

Pr.  1  .4  60  ^. 


386 


s 


Pianinos 

bester    Qualität,    einfache    nnd    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrilc 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[469-.] 

fllustrirte  Prels-Yerzelehnisse  zu  beziehen  dupßh 

C.  Schwalbach,  Reichsstrasse  24,  LeipZÜL 


s  8ini  Sifltim 


Gesang 


Album 

fttr 

mit  Hanoforte 


in 


Origioalconipositionen 

ler  bfiiMtesiei  dniulM  Mielstoil 

(mit  Beiträgen  v.  Abt,  Andrö,  Marsch-f 

lex,    Reissiger,    Kreutzer,    SpeyerJ 

Spohr^   6traii8s.    Tanwite,   Zallnei 

V.  A.)    •  Bde«  geb*  m.  ttbei 

BO  OompoaliloiMay  alle  I 

lAnde  Mum»  Wtr  anstatt  84  MJ 

für  nur  10  M.  -fii 
Die  geringe  Anzahl  des  Resf 
ler  Auflage  soll  yeräassertj 
rerden,  da  das  bertlhmte  Ün- 
»mehmen  seiner  Kostspielig- 
keit weeen  eine  neue  Aur 
acht  er&hzen  soll.  Die  Samm- 
lung enthält  eine  Reihenfolge 
ler  vorzüglichsten  Gomposi-| 
bionen  ftu*  eine  Singstimmemil 
~^ianofortebegleitun^,  Beitri 
von  den  ersten  Meistern  dei 
!onkunst.  [460.J 

Rick.  laMe's  Verlag,  l^essao. 


Verlag  von 

Raabe  &  Plothow,  Berlin,  W.  9, 

Potadamerstr.  7a. 

Soeben  erschien:  [461a.] 

LebrMcli  der  lannonie 

als  Leitfaden 

für  den  llnterriolit|  sowie  2um  Selbststudium 

von 

Max  Loewengard. 

Preis  Ji  2,50  netto. 


Im  Verlage  von  F.  Em  C  X^eTiol£a;i*t  in  Leipzig 

erschienen  soeben: 

Michaelis-Wichtl's 

Zehnte  Auf  läge,  mit  besonderer  Rücksicht  auf  gemeinsamen 
Unterricht    in  Musikschulen  und  Lehrerbildungsanstalten 

bearbeitet  von 

Robert  Linnarz. 

Geheftet  Ji  3  netto. 

Der  Herausgeber  der  neuen  Ausgabe  nahm  bei  seinen 
Verbesserungen  und  Vermehrungen  besonders  auf  die  Anfkn^r 
Rücksicht.  Diesen  möchte  er  es  so  leicht  'als  irgend  möghch 
machen,  sich  rasch  auf  den  vier  Saiten  zurechtzufinden,  die 
richtige  Körper-  und  Handhaltung  zu  erlangen,  sowie  die 
Fingerbewegung,  die  Griffarten  und  die  Bogenföhrung  zu 
erlernen.  [462.] 

Anleitung  zur  grflDdlieken  Eriemong  des  Clarärspiek 

unter  Zugrundelegung  von 

Yolis-  M  Ojenunelodien«  teclmiscliei  ueboimeft  und  auserlesenen  StMen 

aus  Werken  älterer  und  neuerer  Meister. 

Bearbeitet  von 

Carl  A.  Krttgen. 

Zehnte  Auflage. 

Neue  wesentlich  vermehrte  und  verbesserte,  sowie  mit 
Original-Beiträgen  versehene  Ausgabe 

von 

Uso  Seifert. 

In  40  geheftet  Jf  8  netto,  gebunden  Jf  4,50  netto. 

Um  hinter  gesteigerten  Anforderungen  nicht  zurückzu- 
bleiben, hat  die  neue  Ausgabe  manchenei  wesentliche  Ver- 
besserungen und  sehr  erhebliche  Vermehrungen  erfahren,  die 
selbst  weitgehenden  Wünschen  genügen  dünten.  Die  Schule 
ist  jetzt  wirklich  gut  und  praktisch,  lusterweckend  und 
sehnellfördernd.  Ungeachtet  des  um  ein  Dritttheil  g^ewach- 
senen  Umfanges  ist  ^r  bisherige  wohlfeile  Preis  von 
Ji  3  netto  unverändert  geblieben. 

Für  den  Gesang-XJnterrichtl 

Friedrich  Wieek's  Singflbnngen, 

herausgegeben  von 

IMarie  Wieclc  und  Louis  Grosse. 

Text  deutseh  und  englisch. 

Theil  I.    Kurze  ein-  u.  mehrstimmig  Uebungen.   Geh.  n.  2,— 
Theil  II.  Grössere  ein-u.  zweistimmige Vocalisen.  Geh.  n.  2,60 

Ansichtssendungen  stehen  zu  Diensten. 


Neuer  Verlag  von  B.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 

IVerncr,  Äug:.,  Ch>.  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Jf  2, — .  [463.] 

Im  Verlag  von  Herin«  Oefiterwifs  in  Dessau  erschien 
soeben : 

Der  Tag  der  Pfingsten, 

Oratorium 

[464.]  von 

Bleh.  BartmusH, 

Op.  15  Part.  4  A 
(Dauer  der   Aufführung  ^0  Minuten.) 


286 


f^uliu^  jßfätAner,  ^£eippf> 


[465.] 


Bedeutendste  Planoforte-Fabrlk  Europas  I 

FIttgel  und  Pianinos 

von  anerkannt  uLnill>ei*troflreneir  Haltbairkeit 

und  edlem,  »angprejusliein  n?on. 

•nxL/7/2/2^     Vertreter  "bez.  VerlcavLfsxrxagazlaae  azi  allen  'bedeutezidereaa  Plfttzez3u 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


^l/W/x^^ 


Verlag  von  Breitkopf  A  Hftrtel  in  Leipzig. 


■N^     *      ■■     -w*-  .^™»*^*>^N 


MeinricH  ^oftnann. 

Editha. 

Eine  Sage  vom  Herthasee.     Gedichtet  von  Heinrich  Seitz. 

Ffir  Soli,  Chor  nnd  Orehester. 

Op.  100. 

Deutsch-englisch.    Englisch  von  Mrs.  0.  B.  Boise. 

Partitur  Ji  30,—.     Orchesterstimmen  Ji  40,—.     Jede  Chor- 
«tfmme  Ji  1,—.     Textbuch  20  /^.     Ciavierauszug  Ji  10,—. 

Seiner  MajestSt  dem  Kaiser  Wilhelm  II.  gewidmet. 

Auffireführt  in  Magdeburg,  Amsterdam,  Gotha,  Hamburg, 

Elsenaeh,  Erfürt,  Lübeck,  Limburg  mit  schönem  Erfolg. 

Demnächst  Aufführungen  in  Speyer  etc. 

Aus  der  Besprechung  der  Magdeburgischen  Zeitung: 
Das  jüngste  Ton  werk  H.  Hofmann's  fand  am  letzten  Mittwoch 
bei  uns  durch  unseren  Kirchengesangverein  im  Bunde  erle- 
sener Solisten  unter  Leitung  des  Altmeisters  Beblin^  seine 
Erstaufführung.  Sie  üernd  vor  einer  zahlreichen,  erlesenen 
Zuhörerschaft  statt,  welche  mit  sichtlicher  Spannung  dem 
Verlaufe  folgte  und  ihrer  Befriedigung  mehrmals  lauten  Aus- 
druck gab,  zum  Schlüsse  durch  ein  stürmisches  Hoch  auf  den 
anwesenden  Oomponisten,  in  welches  der  Chor  der  Instrumen- 
tisten  mit  einer  dreifachen  Fanfare  einstimmte.  Wenn  wir 
für  eine  Musikzeitun^  schrieben,  so  würden  wir  uns  der  Ver- 
pflichtimg  nicht  wohl  entziehen  können,  die  Partitur  Nummer 
für  Nummer  durchzugehen.  So  müssen  wir  uns  darauf  be- 
schränken, unsere  aufrichtige  Freude  über  eine  grosse  und 
schöne  Tonschöpfung  auszusprechen,  welche  ein  entschiedenes 
Gepräge  von  Eigenart  und  Selbständigkeit  an  sich  trägt. 
Wie  von  einer  Hofinann^schen  Schöpfung  im  Voraus  zu  er- 
warten war,  so  erwies  sich  auch  die  „Editha*'  wieder  in 
allen  Beziehungen  als  ein  Werk  reifer  Meisterschaft.      [466.] 


Die  Coloratur-Sängerin  Fräulein 


SopAie  SKeyden 

hat  mir  die  Erledigung  ihrer  Concertangelegenheiten  über- 
tragen, und  bitte  ich  Anfragen  und  Engagementsanträge 
für  die  Künstlerin  direct  an  mich  gelangen  zu  lassen. 

[467.] 

CoDeertdireetion  Hermann  Wolff, 

Berlin  W.,  Am  Caibbad  19,  I.  Tel.-Adr.:  MusikwolflT. 


Concertmeister    des   Gewandhaus-    und   Theater- 

oroheaters.  [ms—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 

herzogl.  Bäohs.  Hcfpiaalsty  FrofeBseur  supärieür  am  OonBervatoriiun 

lu  Genf  (Schweii).  [469—.] 

Goneert- Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 


Carl  Halir. 

Vertr.  H.  WolfT.    Berlin. 


[470b.] 


Katbarlna  üelinelder» 

Concertr  und  OratoriensäDgerin  (Sopnu). 

Dessau,  Bismarck-Strasse  33.  ['^71a.] 

Vollständige  Ansbildong  für  Oper  n.  Coneert 

Ensemble-TJebnngen.     Rollenstadinm. 

.   Von  mir  ausgebildete  Schüler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [473 — .] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

G-esanglehrer. 


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empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  E 
Musikalien»  musikalischen  Schriften  etc.  —  f^tologe  # 
und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [473—.]  ^ 


Druck  von  C.  G.  Rödor  in  Leipzig. 


Leipzig»  am  5.  Hat  18d2. 


BiRk  ilotlicki  Bich  [iut- 
nl  KifiMiiluUiipi,  uwii 
lirck  iU(  Foiiiim  ii 


"^Ä^iJ^  fi"ir  ¥iisilffir  imrl  IffiiaiVfraiiTiflö  -*äP 


FlrlullHUIlittatitMltl 
Mdaiu  IimUun  liU  u 
Im  Mueu  n  ilMUnL 


für  Musiker  und  Musikfreunde. 

yerantwortUclier  Eedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzscli, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


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Du  MuBikaliiche  Wochenblatt  erachoint  Jäbriicb  in  53  NummeTn.  Der  Abonnetuentibetru 

für  dtu  Quartal  von  ISNununern  ist  2  Mark;  etneeinzelneNummeTkoBtetWPfeliiiige.   Bm 

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^  •)        für  weitere  Länder  des  ÄllgemeineD  Poatvereini.  —  JabreubonDiment»  werden  unter 

Zuitniudel^nK  vontehender  BeiugHbediDgani^n  berechnet. 

Die  IiuertionigebDhren  ßr  den  Bantn  einer  geepalteneii  Fetitseile  betragen  30  Pfennige. 


[Ro.  19. 


\\K:   DI«  Sige  Ton  „Tristan  und  Inldo"  bei  Richard  Wasnor.     Von  Dr.  Arthur  SeldL    {ParUetEnng, 

Lohre.    Von  E.  GrHel.  Tagaig'""^'''**'*"    "— <^».-<-*  -"-  thi-^     fD..-A..^*..».„  v  n^-i.i... 

tiuuplala  in  Oper  snd  Oonoert.  

NotUea.  ~  Onner  SprsehsuJ.  —  Brlefkuten. 


...  _ ,. , „.,  Zur  Vereinfachune  dar  TowchlHm«!- 

Wien.   (Fortaetzong.)   —    BerlahM.   —   Conoartamieiian.   —  SnngsmBntB  nnd 

Opemaoffluimngen.    —    AalBafUhrt«  KoTJUten.  —   Vennlichte  Hltuelliingan  and 
Aniaigen. 


Die  Sage  von   „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Vor  Dr.  Artlittr  Saldi. 
(Fortsetsung.) 

Mit  gutem  Rechte  konnte  dämm  auch  Simroek  von 
der  Gottfried 'seilen  Dichtung  in  Miner  „EinleitUQg"  zu 
dereelben  behaupten:  „Als  ilir  (der  beiden  Liebenden) 
tragischea  Schicksal  hatte  es  der  Dichter  gleich  anfangs 
hingestellt,  als  ein  Schicksal,  dem  sie  nicht  ausweichen 
konnten,  das  ihr  Leben  beherrschte  und  zu  dem  Tristan 
schon  durch  seine  Geburt  bestimmt  war.  Hehrfach  be- 
sieiclinet  der  Dichter  die  Hinne  als  Tristan's  angeeibtes 
Leid,  das  ihn  bu  tödten  bestimint  war,  wie  es  ihm  auch 

schon  den  Namen  gab." SoSimrock  im  Jahre  1855, 

noch  vor  der  Entstehung  des  Wagner'schen  „Tristan"- 
Dramas!  Und,  um  da«  Bild  nun  noch  zu  vervollständi- 
gen, seien  jetzt  auch  die  beiden  Stellen  aus  Wagner  — 
von  denen  ich  bereits  Erwähnung  gethan  —  im  Wortlaut 
hier  aufgeführt.  Die  Eine  findet  sich  im  2.  Act  am 
SchlusB  und  lautet: 

„Dem  Land,  das  Tristan  meint, 
Der  Sonne  Licht  nicht  scheint; 
Es  ist  das  dunkel  nächtge  Land, 
Daraus  die  Jfntter  einet  mich  sandt, 
Als,  den  im  Tode  sie  empfangen, 
Im  Tod  sie  liess  zum  Licht  gelangen. 
Was,  da  sie  mich  gebar,  ihr  Liebeebcrgi', 
Das  Wunderreicli  der  Nacht " 


Die  Andere    st«ht    im    3.  Act    und    hat    diese  Fassung: 

„Hubs  ich  dich  so  verstellen. 

Du  alte,  ernst«  Weise, 

Mit  deiner  Klage  Klang? 

Durch  AbAudwehen  drang  sie  bang. 

Als  einst  dem  Kind  doa  Vaters  Tod  verkündet; 

Durch  Morgengrauen  bang  und  I>flneer, 

Als  der  Sohn  der  Mutter  Loos  vernahm. 

Da  er  mich  zeugt  und  starb, 

Sie  sterbend  mich  gebar. 

Die  alte  Weise  sehnsuchtsbang 

Zu  ihnen  wohl  auch  klagend  drang. 

Die  einst  mich  frug  nnd  jetzt  mich  fragt. 

Zu  welchem  Loos  erkoren  — ich  damals  wohl  geboren? 

Zu  welchem' Loos? 
Die  alte  Weise  sagt  mire  wieder: 
Mich  sehnen  —  und  sterben. 
Sterben   —   und  mich  sehnen! 
Nein!  ach  nein!    So  heisst  sie  nicht: 

Sehnen!    Sehnen  — 
Im  Sterben  mich  zu  sehnen, 
Vor  Sehnsucht  nicht  zu  sterben!" 

Wer  riefe  sich  dabei  nicht  zugleich  wieder  dia  be- 
kannten rührenden  Züge  aus  dem  Leben  von  Tristan's 
Eltern  ins  Gedäcbtniss:  „Da  Riwalin,  da  Blanchefiur  — 
da  Blanchefiur,  da  Riwalin"  wie  es  heisst,  die  uns  gleich 
am  Anfang  als  Vorgeschichte  dos  Epos  so  traulich  ge- 
schildert werden  und  die  später  in  der  Liebe  TrisUn's 
und  Isoldens  ihr  so  genaues  Gegenbild  finden: 
»0 


nd 


So  war  er  sie  und  sie  war  er; 

Er  war  für  gie  und  sie  für  ihn. 

Ein  Mann  ein  Weib  —  ein  Weib  ein  Mann; 

Tristan  Isot  —  Isot  Tristan. 

Wir  wollen  hier  nur  an  Wa^er's  „Isolde!  Tristan! 
Tristan!  Isolde!**  (im  1.  Act)  denken  nnd  an  sein  „Da 
Isolde,  Tristan  ich  —  nicht  mehr  Tristan,  nicht  Isolde" 
(im  2.  Act),  nm  daran  gleich  wieder  die  Fortbildung  und 
den  Fortschritt  (s.  z.  s.  ins  „Ewige**)  wahrziuehmen. 
Aber  wir  gehen  noch  weiter  und  finden  bei  Immermann 
als  Motto  zum  Ganzen  den  Vers  über  Paolo  und  Francesca 
da  Bimini  aus  Dante's  „Inferno**  vorangesetzt: 

„Amor  condusse  noi  ad  una  morte." 
(„Die  Liebe  führte  uns  zu  gleichem  Tode.**) 

Auch  das  erinnert  uns  wieder  lebhaft  an  die  Sage,  spe- 
ciell  an  jenen  Zug  derselben,  wie  Tristan,  so  berichtet  sie 
uns  Gottfried,  mit  besonderer  Vorliebe  den  Refrain  vor 
sich  hingesungen  habe: 

„Isot  ma  drüe  —  Isdt  m'amie, 

En  YXLB  ma  mort,  en  vus  ma  yie!**   — 

Und  indem  wir  diesen  Gedankengang  jetzt  noch  weiter 
ausspinnen,  bringt  uns  dies  vollends  gar  auf  die  viel- 
erwähnte Stelle  aus  unserem  Gedicht,  wo  es  heisst: 

„Denn  Keines  von  uns  Beiden  kann 
Zum  Sterben  kommen,  noch  zum  Leben, 
Wirds  ihm  vom  Andern  nicht  gegeben.** 

Isolde  sagts  an  der  Stelle,  da  sie  far  immer  von  Tristan 
Abschied  tiimmt,  zu  ihrem  Helden;  unmittelbar  voraus- 
gegangen waren  diesen  Worten  wiederum  die  Verse: 

„Wenn  je  Isolde  und  Tristan 
Ein  Herz  und  eine  Treue  waren. 
So  wird  das  währen  immerdar. 
Doch  bitt  ich,  dass,  wohin  Ihr  fahrt, 
Ihr  euch,  moiu  Glück  und  Leben,  wahrt; 
Mein  Leben  zieht  mit  euch  von  hier. 


•  .  •  »  tsold  und  Tristan, 

Hir  und  ich,  wir  Zwei  sind  immer  Beide 

Ein  Leib  in  Lieb  und  Leide. 

Ich  weiss  doch  allzuwohl,  dass  ihr 

Von  eurem  Leben  scheidet, 

Wenn  ihr  Isolde  meidet; 

Denn  euer  Leben,  das  bin  ich.*' 

Da  sie  dann  seinem  Schiff,  welches  ihn  von  dannen  trägt, 
in  Wehmuth  nachblickt,  heisst  es: 

» 

„Wenn  damals  ihr  das  Herz  nicht  brach, 
Wars  nur,  weil  sie  ihn  lebend  wusste 
Und  darum  selbst  noch  leben  musste. 
Denn  Leben  konnte  sie  und  Sterben 
Ohne  Tristan  nicht  erwerben**  .  .  .  ., 

wozu    man    hinwiederum    halten    wolle    die   Stellen    bei 
Wagner  (3.  Act,  beim  Erwachen  Tristan's): 

„Isolde  noch  im  Beich  der  Sonne! 
Im  Tagesschimmer  noch  Isolde! 
Welches  Sehnen,  welches  Bangen, 
Sie  zu  sehen,  welch  Verlangen! 
Sie  zu  suchen,  sie  zu  sehen, 
Sie  zu  finden,  in  der  einzig 
Zu  vergehen,  zu  entschwinden 
Tristan  ist  vergönnt**  .... 
oder  später: 

„Wusst  ichs  nicht?  Sagt  ich  es  nicht? 
Dass  sie  noch  lebt,  noch  Leben  mir  webt? 
Die  mir  Isolde  einzig  enthält, 
Wie  war  Isolde  mir  aus  der  Welt?** 

Ein  andermal  wieder  lautet  die  Sache  bei  Gottfried: 

„War  doch  an  ihnen  beiden 

Auch  nur  ein  Herz  und  nur  ein  Muth; 

Ihr  beider  Uebel,  beider  Gut, 

Ihr  beider  Tod,  ihr  beider  Lieben 

Liess  Minne  sich  in  Eins  verweben!** 

(Fortsetzung  folgt.) 


VMiB- 


BäBS- 


Zur  Vereinfachung  der  TonschlOssel-Lehre.'*') 


Sopran- 


-JÄ 


Alt' 


Tenor« 


ir^r^rri^ 


Mezzosopran- 


Bariton- 


Der  Schüler  lerne  zuerst  die  Terzen-Kette  ghdf— ace, 
sehe  dann,  wie  obiges  11-Liniensystem  zwei  solcher  Ketten 
darstellt,  von  denen  die  Eine  mit  der  ghdf -Gruppe,  die 
Andere  (indem  sie  Jene  zu  einer  Secunden-Beihe  erg£izt)  mit 
der  a  c  e  -  Gruppe  beginnt  und  schliesst. 

*)  Die  in  No.  14  d.  Bits,  abgedruckten  Bemerkungen  zur 
Pädagogik  der  Schlttssel-Lehre  von  Max  Arend  haben  £e  Ein- 
sendung einiger  weiteren  Beitrage  zu  diesem  Thema  zur  Folge 
gehabt,  mit  oeren  Veröffwtlichung  wir  nachstehend  beginnen. 

D.  Red. 


Nachdem  er  die  völlig  gleicbgebildeten  Aussengrup^en 
beherrschen  gelernt,  übe  er  die  innere  Gruppe,  welcne  sich 
um  die  zerstückte  c-Linie  lagert,  und  beobachte  dabei,  wie  hier 
die  Linien  firleichnamig  mit  Jenen  Zwischenräumen  sind  (und 
ebenso  die  Käume  mit  den  Linien). 

Sodann  verdecke  er  wechselweise  das  Yiolin-  und  Baas- 
System,  sodass  die  HiLGsUnie  c  als  Beiden  an^hOrLg;  erscheint, 
nnd  sehe  dann,  wie  in  den  Claviemoten  die  beiden  Hälften 
auseinandergerückt  erscheinen.  —  Weitere  Hil&linien  werden 
ihm  nun  als  Uebergriffe  in  das  Gebiet  des  Nachbar-Schlüssels, 
resp.  als  Anbau  (nach  aussen)  je  einer  a  c  e  -  Gruppe  erklärt, 


239 


was  ihm  beim  Anschauen-  der  inneren  a  c  e  -  Gruppe  auf  obiger 
Tabelle  ganz  selbstverständlich  erscheinen  wir^ 

Mehr  als  drei  Hilfislinien  werden  am  besten  so  behandelt, 
dass  drei  derselben  abgezogen  eedacht  werden,  wodurch  dem 
Schüler  dieOctav  des  zu  lesenden  Tones  entgegentritt.  Dass 
er  dieselbe  nur  unter  Yertauschung  von  Linie  und  Zwischen- 
raum findet,  ist  ihm  aus  obiger  Tabelle  bekannt.  ^  *  *  • .  ^ 

Sollen  (auf  höherer  Stufe)  die  alten  Schlüssel  erlernt 
werden,  so  sind  dieselben,  wie  die  Tabelle  zeigt,  als  „Aus- 
schnitte** jenes  ll-Liniensvstems  zu  betrachten. 

Man  übe  zuerst  den  Alt-Schlüssel,  welcher  die  Mitte  des 
ganzen  Systems  bildet  und  sich  symmetrisch  um  jene  ehe- 
maligir  lulfislinie  c  lagert. 

Den  Sopran-  und  Tenor-Schlüssel  übe  man  dann,  immer 


im  Hinblick  auf  die  Tabelle,  indem  jedes  Beispiel  aus  dem 
einen  (um  eine  Octav  versetzt)  im  anderen  sofort  wieder- 
holt wird,  wobei  das  Notenbild  nur  um  einen  Platz  verschoben 
erscheint. 

In  derselben  Weise  sind  dann  Mezzosopran-  und  Bariton- 
Schlüssel  zu  behandeln. 

Jede  weitere  Erläuterung  dürfte  der  Umgang  mit  der 
Tabelle  unnöthig  machen. 

Vielleicht  tagt  obiger  Vorschlag  mit  dazu  bei,  die  rich- 
tige Schlüssel-Lelmnethode  zu  finden. 

Er  führt  auf  die  Idee,  die  Elementar-Clavierschüler  zuerst 
von  zwei  vierlini^n  Systemen  spielen  zu  lassen,  bei  denen 
man  nicht  numenren,  sondern  nur  von  der  e-,  h-,  d-,  f-Linie 
sprechen  dürfte,  und  denen  die  a-  und  e-Lime  (zuerst  farbig 
oder  dünner  gezogen)  später  beigesellt  würde. 

£.  Qrüel. 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Bevor  wir  über  die  fast  zahllosen  Einzelconoerte  der  nun 
zur  Ruhe  gefi;angenen  Saison  summarische  Bücksohau  halten, 
sei  in  Kürze  aer  letzten  „grossen^  Aufführungen  gedacht.  Die 
bedeutendste  darunter  war  Jene  der  Beethoven^schen  Missa 
solemnis  am  Chardienstag.  für  welche  Capellmeister  Ger  icke 
den  ihm  unterstehenden  Singverein  treffuch  einstudirt  hatte, 
wenn  auch  über  die  Wahl  der  Tempi  mit  ihm  gerechtet  wer- 
den konnte.  Wir  schwer  es  ist,  das  ^osse  Sopransolo  in  Beet- 
hoven*s  Messe  zu  singen,  bewies  dieThatsache,  dass  man  sich 
bemüssigt  fühlte,  für  dasselbe  eigens  eine  fremde  Sängerin 
anher  zur  Mitwirkung  zu  erbitten,  da  man  in  Wien  keine 
einheimische  Kraft  —  und  wir  verfügen  doch  über  recht  re- 
spectable  —  der  Riesenaufgabe  für  gewachsen  hielt.  Nun,  Frl. 
Oberbeck  aus  Berlin  rechtfertigte  am  Ghardienstag  technisch 
voUstftndifi^  die  in  sie  fi;esetzten  ^Erwartungen,  sie  brachte  mit 
ihrem  hell  ansprechenden,  wenn  auch  etwas  kleinen  Sopran 
sozusagen  jeden  Ton.  Ümsomehr  wurde  an  ihrem  Gesänge 
die  Hauptsache,  die  Seele,  vermisst.  Noch  weit  weniger  be- 
friedig die  Vertreterin  des  Altsolos,  unser  jüngstes  Hofopem- 
mitglied  Frau  Anna  V  a  r  n  e  g  g.  Ihre  grosse  Unsicherheit  Hess 
diesmal  nicht  einmal  ihre  sonst  sehr  sympathischen  Stimm- 
mittel zur  Geltung  kommen.  Es  konnte  wehmüthig  stimmen, 
wenn  man  sich  erinnerte,  wie  prachtvoll  dereinst  die  zwei 
weiblichen  Soli  bei  uns  von  Frau  Wilt  und  von  Frau  Papier 
gesungen  worden  waren.  Erstere  wurde  uns  —  allerdmgs 
nachdem  sie  schon  denZenith  ihres  Könnens  überschritten — 
bekanntlich  durch  die  grauenvollste  Katastrophe  für  immer 
entrissen.  Letztere  hindert  ein  chronisches  Halsleiden  an  der 
Ausübung  ihres  Berufes:  beide  Künstlerinnen  sind  bisher  in 
Wien  nicht  mehr  ersetzt  worden.  Wenigstens  ist  uns  von 
dem  einstigen  berühmten  Soloquartett  unserer  Oratorienauf- 
führungen der  Tenor  Hr.  Walter  erhalten  geblieben,  wäh- 
rend f\Xr  die  BasnMurtie  Hr.  Rokintansky  in  Hrn.  G.  Grengg 
einen  würdigen  Nachfolger  erhielt:  Beide  sangen  in  der  Missa 
^ulemnis  ausgezeichnet.  Sehr  schön  spielte  Hr.  Hellmes- 
b erger  jun.  das  führende  Violinsolo  m  dem  himmlischen 
„Benedictus*',  und  auch  die  übrige  OrchesterleistunK  war  eine 
entsprechende,  wenn  auch  leider  nicht  die  vollzählige  Phil- 
harmonische (Gesellschaft  mitwirkte. 

Ein  weihevolles  Vorspiel  zu  den  Musikaufführungen  der 
Charwoche  bildete  der  10.  sogenannte  „Renaissance-Abend** 
der  HH.  Dr.  R.  Hirschfeld  und  0.  Köstinger,  welcher  un- 
serem  Publicum  im  Bösendorfer-Saal  Heinrich  Schütz*  Johannes- 
Passion  in  Erinnerung  brachte.  Das  für  die  Zeit  seiner  Entsteh- 
ung höchst  merkwürdig  ausdrucksvolle,  das  tiefste  Durch- 
drungensein von  dem  Bibelworte  bezeugende  Werk  ist  in  Wien 
vor  ungeflihr  15  Jahren  in  der  Michaeliskirche  aufgeführt 
worden,  und  zwar  damals  nach  der  Bearbeitung  Prof.  Siedel's 
in  Leipzig.  Diesmal  hatte  man  die  Bearbeitung  A?Mende]s8ohn's 
gewftmt,  Hr.  Walter  sang  geradezu  meisterhaft  den  Evan- 
gelisten, der  treffliche  Baritonist  Hr.  Forsten  mit  der  edelsten 
Würde  den  Heiland,  ein  tüchtiger  Dilettant,  Hr.  Tomschi k, 
die  übrigen  Soli,  an  der  Wiedergabe  der  Chöre  betheiligte  sich 
unter  Hrn.  Köstinger's  verständnissinniger  Leitung  eine  kunst- 


begeisterte Schaar  Damen  und  Herren  vom  Singverein.  So 
kam  das  Werk  des  Altmeisters  —  von  welchem  Dr.  Hirschfeld 
in  einem  eeistvoUen  einleitenden  Vortrag  ein  umfrissendes 
Charakterbfld  zeichnete  —  zu  der  tie&ten  Wirkung,  die  der- 

fleichen  auf  ein   modernes  Publicum  überhaupt  nur  noch 
ervorzubringen  im  Stande  ist. 

Ein  sehr  wohl  gelungenes  Kirchenconcert  der  Wiener 
Singakademie,  wefohes  u.  A.  das  berühmte  .Miserere**  von 
Allegri   und   Mozart^s  hochbedeutendes,  von  Thibaut  unter-, 
von  Ulibischeff  freilich  überschätztes  „Miserioordias  domini** 
vorführte,   dann  ein  sich   nicht  streng  an  den  kirchlichen 
Rahmen  haltendes,  sonst  recht  interessantes  geistliches  Con- 
cert  des  Männergesangvereins  waren  die  übrijeen  bemer- 
kenswerthesten  musikalischen  Darbietungen  der  Uharwoche. 
Wenden  wir  uns  jetzt  zu  der  feist  unübersehbaren  Reihe 
der  Virtuosen,  so  finden  wir  ai^  dem  Gebiete  der  Olavier- 
musik  gleich  zu  An&ne  der  Saison  die  jungen  Matadoren 
Moriz  Rosenthal,    Emu  Sauer  und   Eu^n  d*Albert  im 
rühmlichsten  Wettstreit  begriffen.  Als  Musiker  verdient  von 
den  Dreien  ohne  Zweifel  d  Albert  die  Palme:  es  erregte  all- 
gemeine Bewunderung,   wie  der  treffliche  Meister  an  einem 
und  demselben  Abend  drei  der  bedeutendsten  und  interessan- 
testen, aber  auch  schwierigsten  Gonoerte,  die  je  geschrieben 
wurden :  Jene  von  Beethovenin  G,  von  Chopin  in  E  moll  und  von 
Liszt  in  Es  bei  höchster  technischer  Vollendung  mit  vollkom- 
menster Beleuchtung  der  so  unendlich  verschiedenen  charak- 
teristischen  Eifi;enart  jedes  Einzelnen    hinzustellen   wusste. 
Freilich  mehr  den  Reiz  des  Pikanten,  Originellen,  Verblüffen- 
den  übt  auf  das  Publicum  das  ffnmdtose  Bravourspiel  eines 
Sauer,  eines  Rosenthal.    Dass  sicn  in  Letzterem  immer  mehr 
die  Klärung  vom  Virtuosen  zum  Musiker  vollzieht,   bezeugt 
u.  A.  die  AH;,  wie  er  Beethoven's  Adur-SonateOp.  101  inter- 
pretirt,  namentlich  aber  das  dem  fuinrten  Finale  vorausgehende, 
räumlich  so  kleine  (es  sind  nur  80  Takte),  geistig  so  wunderbar 
^osse  A  moll- Adagio  .Langsam  und  sehnsuchtsvoll**  wiedergab. 
Auch  Emil  Sauer  mnden  wir  vielfach  auf  dem  Wege  des  Fort- 
schritts, und  müssen  wir  ihm  besonders  für  eine  Kammermusik- 
leistung:  die  Ausführung  des  Glavierparts  in  Brahms'  umge- 
arbeitetem Hdur-Trio  (Mi  Hellmesberger  geboten)   unser  re- 
spectvollstes  Gompliment  machen.  Freilich  fehlte  es  dazwischen 
auch  wieder  nicht  an  kleinen  ün^heuerlichkeiten,  Uebertrieben.- 
heiten  in  gegensätdicher  Anseinanderhaltung  der  Tempiu.  dßl. 
Wie  Hr.  Sauer  z.  B.  Beethoven's  Sonate  pathötique  phrasirt, 
da  wird  dieser  volksthümlich  eowordenen  Glavieroomposition 
des  Meisters  vor  lauter  geistvoUen  Druckern  und  Nuancen  die 
ihr  innewohnende  herzberückende  Innigkeit  bis  auf  den  letzten 
Tropfen  aus^presst.    Wer  Beethoven  eben  nur  subjectiv- 
geistreich,  spitznndig-ausklügelnd,  nicht  vom  Herzen  zum  Her- 
zen zu  spielen  vermag,  sollte  dem  Meister  lieber  fem  bleiben. 
Wie  Anton  Rubinstein  in  seinem  Wohlthätigkattsconcerte 
wieder  auf  den  Tasten  zu  stürmen  und  zu  donnern^  dabei 
aber  auch  zu  singen  und  zu  kosen  verstand,  haben  wir. den 
Lesern  bereits  mitgetheilt,  —  nicht  ohne  Bedauern  über  das 
fi;ar  zu  einseitige,  nur  den  Spieler  selbst  als  Componisten  ver- 
herrlichende Programm.    Em  sehr  vid  versprecnendes  neues 
Talent  war  in  Rubinstein's  jugendlicher  Schülerin  Sofie  von 
Poznanska  zu  begrüssen,  die  fireilioh  ihrem  grossen  Meister 
von  seinen  äusseren  Manieren  wohl  noch  mehr  abgeguckt, 
als  eben  nöthig  war.    Technik,  Temperament,  Kraft  una  Em- 


240 


pßnduog  stellen  aber  die  junge  Dame  unzweifelhaft  in  die 
erste  Reihe  der  Pianistinnen,  wenn  sie  ihr  ungestümes  Feuer 
auch  wird  massigen  müssen.  Ein  noch  weit  bedeutenderes 
Talent,  fast  möchten  wir  sagen:  Clayiergenie  offenbarte  sich 
in  dem  jungen  Norweger  Martin  Kn  utzen,  welcher,  nachdem 
er  als  Stipendiat  seines  Königs  ein  paar  Jahre  bei  Professor 
Leschetizky  in  Wien  eih-ig  studirt,  nun  mit  sensationellem 
Erfolge  vor  die  Oeffentlichkeit  trat.  Was  Hrn.  Enutzen^s 
Spiel  vor  Allem  charakterisirt,  ist  sein  ausserordentliches 
rhythmisches  Q^fÜhl,  das  ihm  wie  elektrische  Funken  aus  den 
Fingern  hervorsprüht.  In  solch  schneidiger,  auf  das  Bestimm- 
teste jeden  Accent  bringenden  Weise,  daoei  von  einem  vollen, 
männlichen  Anschlag  (der  nur  manchmal  etwas  hart  und 
stechend  wird)  und  der  glänzendsten  Technik  unterstützt, 
spielte  nun  der  feurig  Eunstnovize  mit  Orchester  Grieg's 
A  moll-Concert  (das  wir  wirkungsvoller  nie  gehört)  und  ein  in 
Wien  bisher  noch  unbekannt  gewesenes,  höchst  merkwürdiges 
Concert  (Desdur)  eines  zweiten  Landsmannes  Knutzen's: 
Christian  Sinding.  Dieser  Componist  muss  wohl  zu  den 
glühendsten  Verehrern  Meister  Wagner's  gehören,  denn  mit 
wahrer  Todesverachtimg  sprengt  er  seinen  Pegasus  mitten 
hinein  in  die  Flammen  des  untergehenden  WcShall,  macht 
den  gewaltigen,  aber  eben  doch  nur  der  Bühne  zugedachten 
„Nibelungen** -Stil  ohne  Weiteres  zu  dem  seinigen  für  absolute 
Musik,  für  den  Concertsaal.  Schon  das  durch  alle  drei  Con- 
certsätze  sich  durchziehende  plastische  Hauptthema  gestaltet 
sich,  zunächst  nordisch-national  erscheinend,  durch  seinen  auf- 
fallenden Abschluss  entschieden  Wagnerisch.  Fast  ungeheuer- 
lich ist  die  technische  Schwierigkeit  des  Claviersolos  zu  nennen, 
welches  Hr.  Knutzen  spielend  bewältigte,  desgleichen  das 
Au&ebot  an  elementarem  Lärm,  zu  welchem  sich  Ciavier  und 
Orchester  am  Schlüsse  des  Stückes  vereinen.  Im  Ganzen 
macht  das  Concert  den  Eindruck  eines  echten  Sturm-  und 
Drangwerkes,  mitunter  jedes  ästhetische  Maass  überschreitend, 
ruhelos  durch  alle  Chorden  chromatischer  Modulation  brau- 
send, dabei  aber  doch  ein  sprechendes  Zeugniss  des  Talentes, 
des  leidenschaitsglühenden  und  selbst  poetischen  Empfindens 
seines  Autors.  An  einigen  wunderbar  zarten,  innigen  Stellen 
fehlt  es  nicht.  Freilich,  dass  viele  Tastenhelden  die  ausrei- 
chende Kraft,  Technik  und  besonders  die  Lust  haben  werden, 
dem  jungen  Martin  Knutzen  das  Sindin^*sche  Concert  nach- 
zuspielen, muss  wohl  entschieden  bezweifelt  werden. 

(Fortsetzung  folgt.) 

Berichte. 

Leipzig.  Nur  in  ihrer  äusseren  Physiognomie,  d.  h.  in 
der  Besetzung  der  Solopartien,  hatte  die  altgewohnte  Auffüh- 
rung von  S.  Bach's  unsterblicher,  stets  von  Neuem  den  tiefsten 
Einaruck  hinterlassender  Matthäus-Passion  amCharfreitag 
in  der  ehrwürdigen  Thomaskirche  dieses  Jahr  sich  Etwas  ge- 
ändert, —  sonst  verlief  fast  Alles  in  dem  bekannten  Oeleise: 
die  Auffkssung  des  Werkes  seitens  des  Hrn.  Capellmeister  Prof. 
Dr.  Beinecke  war  dieselbe  geblieben,  die  Nummern  19,  28, 
29,  38,  41,  44,  48,  61,  63,  66,  68,  61,  66,  66,  70  und  75  wurden 
auch  dieses  Mal  weggelassen,  die  Vorhalte  oder  Quartsext- 
accorde,  welche  Bach  durch  den  bezifferten  Bass  am  Ende 
mancher  Nummer  vor  dem  Uebergan^  in  den  Dreiklang  vor- 
schreibt, pflegte  man  auch  heuer  meistens  zu  ignoriren,  sich 
auf  die  Ersteren  beschränkend,  die  Chöre  hielten  sich  recht 
gut  (besonders  erwähnt  sei,  dass  der  soprauo  ripieno  im  Ein- 
gangschor vorzüglich  herauskam)  und  litten  nur  an  der  zu 
schwachen  Besetzung  der  Tenöre,  das  Orchester  spielte  gut, 
wobei  die  meisterhafte  Ausführung  der  Orgelpartie  durch 
unseren  berühmten  Gewandhausorganisten  Hm.  Homeyer 
hervorgehoben  sei.  Von  den  Solisten,  die  wir  sonst  an  dieser 
Stelle  noch  nicht  zu  begrüssen  Gelegenheit  hatten,  berührte 
uns  am  sympathischsten  die  Altistin  Frl.  Minor  aus  Schwerin, 
deren  vom  Adel  echter  Künstlerschaft  getragener,  seelenvoller 
Gesang  den  Litentionen  des  Meisters  ül^raU  entsprach.  Durch 
sein  schönes  Organ  imponirte  wieder  Hr.  Messchaert  aus 
Amsterdam,  der  sich  erst  kurz  zuvor  im  Gewandhaus  so  un- 
gemein günstig  eingeführt  hatte;  nur  war  unserer  Meinung 
nach  seine  Tongebung  oft  etwajs  zu  brutal,  und  es  fehlten 
seiner  Ausftihrung  der  Christus-Partie  die  nöthi^  Weihe  und 
ein  gewisser  verklärter  Schimmer,  den  man  hier  nicht  ver- 
missen möchte.  Als  vollständig  ungenügend  imd  seiner  Auf- 
fibe  in  keiner  Weise  gewachsen  erwies  sich  leider  der  Bassist 
r.  Meitzendorff.  Au&  Neue  bewährten  sich  unsere  ein- 
heimische ausgezeichnete   Sängerin  Frau  Bau  mann  durch 


die  schöne  und  stilgerechte  Wiedergabe  der  Soprangesänge, 
sowie  Hr.  Die  rieh  aus  Schwerin  als  Evangelist. 

F.  B.  Pfau. 

Leipzig.  Zwei  Nachzügler  hatten  die  Orchesterconcerte 
im  Neuen  Gewandhause  am  20.  und  24.  April.  An  ersterem 
Datum  veranstaltete  man  —  d.  h.  wohl  die  Stadt  —  ein  Abend- 
concert  zu  Ehren  des  hier  tagenden  Congresses  für  innere 
Medicin,  zu  welchem  aber  auch  käufliche  Billets  zu  haben 
waren,  und  am  24.  April  femd  die  Matinee  zur  Begründung 
des  Pensionsfonds  der  Aspiranten  des  städtischen  Theater- 
und  Gewandhausorchesters  statt.  Das  Concert  am  80.  April 
mit  Hrn.  Prof.  Dr.  Beinecke  als  Hanptdirigenten ,  welches 
wir  versäumen  raussten,  hatte  in  Schumann's  1.  Symphonie, 
Beinecke's  „König  Manfred** -Ouvertüre  und  Solovorttägen  der 
Frau  Baumann  (Lieder  von  Schumann,  Schubert,  firahms 
und  Mendelssohn,  denen  noch  eine  Zugabe  HillerVher  Muse 
folgte)  imd  des  Hm.  Prof.  Dr.  Beinecke  (Adur-Clavierconcert 
von  Mozart)  nur  allbekannte  Sachen  im  Programn),  die  in 
ebenfiills  längst  erprobter  guter  Ausführung  den  Gästen  und 
sonstigen  Zunörem  dargeboten  worden  sind.  Weit  interes- 
santer gestaltete  sich  die  von  Hrn.  Capellmeister  Paur  ge- 
leitete Matin6e  mit  A.  Bubinstein*s  Orchesterhumoroske  ^Don 
Quixote**,  der  Serenade  für  Streichorchester  von  P.  Tschai- 
kowsky  und  Hm.  Moriz  Bosenthal  als  Solisten.  Die  das 
Programm  schliessende  „Wilhelm  Tell^'-Ouverture  haben  wir 
uns  geschenkt.  Hr.  Anton  Bubinstein,  welcher  seit  der  Com- 
position  seines  „Don  Quixott;'*  zu  ganz  anderen  Ansichten  über 
Programmmusik  gekommen  ist,  hat  jedenfalls  dieses  Werk  mit 
viel  ergibigerer  Phantasie  geschaffen,  als  die  Meisten  seiner 
späteren  Werke.  Haben  wir  auch  diesmal  ebensowenis;,  wie 
vor  20  Jahren,  als  das  Werk  im  Alten  Gewandhaus  tSß  No- 
vität erschien  und  mit  BeifisJl  und  Zischen  aufgenommen 
wurde,  eine  nachweisbare  Üebereinstimmung  der  Musik  mit 
dem  aufgestellten,  dem  Concerteettel  beigedruckten  Programm 
zu  finden  vermocnt,  so  hat  uns  das  Werk  doch  in  reinmusi- 
kalisoher  Beziehung  besser  behagt,  als  damals,  wozu  jedenfalls 
die  lebendige,  geistsprühende  Ausführung  unter  Hm.  Paur's 
Leitung  das  Iure  mit  oeigetragen  hat.  Unter  gleich  günstigem 
Stern  stand  die  Wiedergabe  der  Tscha'ikowsky'schen  Serena^/e, 
von  deren  vier  Sätzen  uns  besonders  wieder  die  beiden  mitt- 
leren gefielen.  Hr.  Bosenthal,  der  den  weiten  Weg  von  Wien 
nach  hier  nicht  gescheut  hatte,  um  unseren Orchesteraspiranten 
den  Weg  zur  Sicherung  eines  Buhehafens  für  das  Alter  ver- 
kürzen zu  helfen  und  darin  dem  hochherzigen  Beispiel,  das 
erst  kürzlich  Anton  Bubinstein  —  wenn  auch  in  anderer  Form 
—  gegeben,  nachzustreben,  erregte  mit  dem  Vortrat  des  Esdnr- 
Concertes  von  Liszt,  zweier  Li eder  ohne  Worte  von  Mendelssohn, 
der  12.  Ungarischen  Bhapsodie  und  einer  Extraspende  (Etüde 
von  Thalberg)  denselben  frenetischen  Beifall,  wie  bei  frühereu 
Gelegenheiten  seines  hiesigen  Auftretens  und  dürfte  nament- 
lich auch  die  Vielen,  deren  Goncertbesuch  wesentlich  auf  die 
grosse  Anziehungskraft  seines  Namens  zurückzuführen  war, 
ihre  volle  Bechnung  haben  finden  lassen.  Ein  j|^z  exquisiter 
Flügel  von  Blüthner  war  auch  diesmal  der  in  jeder  Vortrags- 
nuance willige  Dolmetsch  des  in  seiner  Art  einzigen  Pianisten. 

Leipzig.  Die  Hauptprüfungen  im  k.  Conservato- 
rium  der  Musik  haben  in  diesem  Jahre  die  Zahl  zehn  er- 
reicht. Ueber  das  Erste  derselben  haben  wir  s.  Z.  berichtet. 
Heute  wollen  wir  summarisch  über  deren  neun  Nachfolgerinnen 
referiren.  Die  meiste  Zeit  derselben  nahm,  wie  schon  immer, 
das  Ciavier  als  Soloinstrument  in  Anspruch.  Diesem  Vor- 
rang entsprechend,  registriren  wir  zunächst  die  betr.  Leistungen : 
GmoU-Concert  von  Moscheles  —  Frl.  Elisabeth  Werner  aus 
Leipzig-Eutritzsch  (hübsche  Geläufigkeit,  aber  noch  zaghaft  in 
den  Efiectstellen),  Fismoll-Concert  von  Hiller  =  Hr.  Walter 
Haan  aus  Brooklyn  (trotz  anscheinenden  Selbstvertrauens 
nicht  überall  zuverlässig  in  der  Technik  und  etwas  trocken 
im  Ton),  FmoU-Concert  von  Jadassohn  =  Hr.  Budolph  Klam- 
roth  aus  Eisenach  (musikalisch- verständig  bei  ziemlicher 
Sicherheit  der  Finger).  Gdur-Ccmcert  von  Beethoven  =  Frl. 
Suza  Doane  aus  Brooklyn  (klar  und  zuverlässig  im  Techni- 
schen und  sinnig  in  der  Auf&ssung),  GmoU-Concert,  1.  Satz, 
V.  Mendelssohn  =  Hr.  Georg  Luschen  aus  Zwischenahn  in 
Oldenburg  (passable,  fieissige  Leistung),  Fmoll-Concert  von 
Henselt  =  Hr.  Albert  Lockwood  aus  Troy  in  Amerika 
(kräftig  und  energisch  im  Anschlag,  jedoch  ohne  besonderen 
geistigen  Schwung),  Cdur-Concert,  1.  Satz,  von  Beethoven« 
Frl.  Ethel  Bichardson  aus  Melbourne  in  Australien  (noch 
etwas  zu  etudenhaft  gespielt,  dabei  aber  einzelne  sinnige  Mo- 


241 


mente  gewahren  lassend),  FmoU-Ooncertstück  von  Weber  := 
Frl.  ElEi  Lautenschläger  aus  New- York  (trotz  des  kurzen 
Studiums  von  %  Jahr  schon  sichere  virtuose  Beherrschung  des 

fespielten  Jank6-Flügels  zeigend,  erfreute  das  junge,  kaum 
em  Kindesalter  entwachsene  Mädchen  besonders  auch  durch 
das  gut  musikalische  Wesen  ihres  Vortrags),  Amoll-Ooncert 
von  G^rieg  :=  Emesto  Consolo  aus  Mailand  (echtra^ige  Pia- 
nistenleistung voller  Feuer  und  Temperament,  wie  man  sie 
auf  Gonservatorien  nur  äusserst  selten  findet),  BmoU-Conoert 
vonX.  Seh arwenka=::  Hr.  James  Edmunds  on  aus  St.  Helens 
in  England  (etwas  monoton  im  Ausdruck,  aber  sonst  recht 
acceptabel,  soweit  wir  dem  Vortrag  beiwohnen  konnten), 
-Der  Wanderer**  von  Schubert-Liszt  und  Spinnerlied  von 
Wagner-Liszt  =  Frl.  Alice  Himpe  aus  Leipzig  (zwei  Vor- 
träge auf  dem  Jankö-Flügel,  die  der  Schülerin  erfolgreich  aus- 
genutzte Gelegenheit  boten ^  sowohl  tüchtige  Fertigkeit,  wie 
empfindungsvollen  Gesang  zu  zeigen),  EmoU-Concert  von 
Chopin  =  Frl.  Louise  Ho  eh  aus  Brooklyn  (tüchtiges  tech- 
nisches Können  mit  energischem,  für  Chopin  aJlerdings  des 
Oeftieren  zu  männlichem  Ausdruck  verbindend)  und  Esdur- 
Concert  von  Beethoven  =  Hr.  Beinhold  Tramm  aus  London 
(etwas  ungleich  in  der  Ausarbeitung,  im  Ganzen  jedoch  von 
entschiedenem,  grössere  Reife  noch  versprechendem  Tedent  zeu- 
gend). Dem  Cmvier  möge  das  auf  der  Orgel  Gebotene  fol- 
Sm:  Toccata  und  Fuge  m  DmoU  von  S.  Bach  =  Frl.  Marie 
ansen  aus  Melbourne  (sowohl  im  Manual,  wie  im  Pedal  glän- 
zend virtuos  ausgeführt),  Pastoralsonate  vonBheüiberger=Hr. 
G^rg  Luschen  aus  Zwischenahn  (saubere  und  efiectvoll 
registrirte  Leistung),  AmoU-Concert  von  S.  Bach  =  Hr.  Benito 
Fumaealli  aus  Mailand  (ein  bei  einem  Ausländer  wegen  der 
liebevollen  Behandlung  des  Stoffes  doppelt  erfreulicher  Vortrag) 
und  Adur-Sonate  von  G.  Ritter  =  Hr.  Theodor  Görschen 
aus  Jöhstadt  bei  Annaberg  (geistvoll  und  virtuos  in  Einem). 
Sehr  schwach  war  in  diesem  Jahre  die  Violine  als  Solo- 
instrument vertreten  in  den  zwei,  dazu  nur  von  Damenhänden 
auseefiihrten  Nimmiem:  AmoU-Concert  von  H.  Sitt  =  Frl. 
Evelyn  Street  aus  Toronto  in  Canada  (mit  trefflicher  Aus- 
bildung der  linken  Hand  leichte  Bogenführung  verbindend, 
Hess  die  junge  Dame  hauptsächlich  nach  Seiten  der  Tonent- 
wickelung und  Empfindung  noch  Wünsche  übrig)  und  Concert, 
1.  Satz,  von  Brahms  =  Frl.  Leila  Taylor  aus  Oxford  (ein 
f^  das  ge^nwärtige  Können  der  zweifelsohne  talentirten  "hlßsa 
noch  zu  küiines  Wagniss  und  deshalb  wenig  Freude  erregend). 
Um  eine  Nummer  überlegen  war  der  VioEne  deren  grössere 
Schwester,  das  Violoncell.  Dasselbe  gelangte  zur  Action 
zwei  Mal  in  Volkmann's  Concert  und  ein  Mal  in  dem  Raff'- 
schen.  Von  den  Executanten  des  ersteren  Werkes  war  Hr. 
Emil  Braun  aus  Lenzburg  seinem  Studiengenossen  Hm.  Alwin 
Fähndrich  aus  Leipzig  namentlich  in  der  Behandlung  der 
Cantilene  und  der  Kernigkeit  des  Tons  voraus,  während  bei 
Hm.  Fritz  Philipp  aus  Görlitz  (in  Raff 's  Concert)  Alles  erst 
noch  im  rechten  Werden  begriffen  erschien.    (Schluss  folgt.) 

CaPlsruhe.  Als  Festvorstellung  zum  vierzigjährigen  Regen- 
ten-Jubüäum  Sr.  k.  Hoheit  des  Grossherzogs  wurde  Freitag, 
den  29.  d.  Mts.,  im  hiesigen  Hoftheater  die  Oper  „Der  Cid**  von 
Pet«r  Cornelius  erstmalig  ai^eführt  und  fand  eine  recht  en- 
thusiastische Aufoahme.  E&.  Hofopemdirector  Mottl  mit 
seinem  bewährten  Orchester,  Frl.  Mailhac  als  Chimene  und 
Hr.  Plank  als  Cid  leisteten  in  höchstem  Maasse  Bewunde- 
rungswürdiges, und  da  man  von  Seiten  unserer  kunstsinni^n 
Intendanz  aucn  keine  Mittel  gescheut  hatte,  um  die  Novität 
geradezu  ausserordentlich  schön  auszustatten,  so  gestaltete 
sich  die  Vorführung  des  er^eifend  schönen  Werkes,  über 
welches  wir  demnächst  in  diesem  Blatte  eine  ausführlichere 
Besprechung  brin^n  werden,  zu  einem  jener  seltenen  und 
völlig  einwandfreien  Kunstfeste,  wie  solche  der  feetspielfrohe 
Director  unserer  Hofojjer  den  Carlsruhem  von  Zeit  zn  2ieit 
—  ihnen  zur  Freude,  sich  zur  Ehre  —  darbietet.  Das  Publi- 
cum, das  nach  dem  ersten  Acte  noch  etwas  befremdet  von  der 
vollwerthigen  Ei^nart  des  Dichtercomponisten  Cornelius  zu 
sein  schien,  fSsuid  im  zweiten  Acte  schon  die  rechte  Fühlunfi^ 
mit  dem  neuen  Werke  und  dankte  Frl.  Mailhac  und  Hm.  Pla^ 
fCkr  deren  ausserordentliche  Wiedergabe  der  beiden  Hauptpartien 
durch  vielfachen  Hervorruf  und  ruhte  am  Schlüsse  des  Wer- 
kes in  enthusiastischer  Freudigkeit  nicht  eher,  als  bis  auch 
Ux.  Mottl  mit  seinen  DarsteUem  auf  der  Bühne  erschien. 
Auch  die  übrigen  Partien  waren  trefflich  besetzt,  und  zwar 
wurde  der  König  von  Hm.  Oberländer.  Alvar  Fanez  von 
Hm.  Lang  und  der  Bischof  von  Hm.  Heller  gesungen.  Die 
Wittwe  des  Dichtercomponisten  mit  ihren  Kindern  und  viele 


auswärtige  Kunstfreunde  wohnten  der  Vorstellimg  bei,  und 
allgemein  lobte  man  das  herrliche  Werk  und  die  vorzügliche 
Wiedergabe,  mit  welcher  Carlsruhe  wiederum  —  zwar  nicht 
an  erster  Stelle,  wie  bei  den  „Trojanern",  aber  doch  an  zweiter 
Stelle —  für  ein  bedeutendes  und  in  beklagenswerthester  Weise 
vernachlässigtes  Werk  eines  mit  ungewöhnlicher  und  vor- 
nehmster Scnöpferkraft  begabten  grossen  Todten  eingetreten 
ist.  Gleich  dem  Cid  der  spanischen  Romanzen  dürfte  der 
todte  Cornelius  wie  mit  seinem  „Barbier  von  Bagdad",  so  auch 
mit  seinem  „Cid"  in  seiner  sieghaften  Schöpferkraft  den  leben- 
den Opemcomponisten  noch  recht  ge&hrlich  werden.  Er 
hat  von  Wagner  gelernt,  ohne  ihn  nachzuahmen,  während 
unsere  modernen  Opemcomponisten  den  Bayreuther  Meister 
zum  grössten  Theüe  nachahmen,  ohne  das  Wesentlichste  seiner 
Kunst  —  die  unbedingte  Wahrhaftigkeit  —  von  ihm  lernen 
zu  wollen  oder  lernen  zu  können.  Arthur  Smolian. 

Concertumschau. 

Aussig.  1.  Kammermusikabend:  „Sie^Oded-Idyll"  von 
Wagner  im  Arr.  f.  Clav.  u.  Streichquint.,  Fdur-Claviertrio 
v.  Gade,  Violoncellconc.  v.  Saint-Saöns  etc. 

Berlin.  Concerte  der  Meyder^schen  Cap.  im  Concerthaus 
am  18.  u.  20.  April:  Nordischer  Festzug  u.  norweg.  Phant.  f. 
Orch.  V.  J.  Seim  er  (unt.  Leit.  des  Comp.),  symphon.  Dicht. 
„Von  der  Schauenburg"  v.  M.  Wagner,  Vorspiel u.  „Isoldens 
Liebestod"  aus  „Tristan  und  Isolde"  v.  R.  Wagner,  Ouver- 
türe zu  „Die  Quitzows"  von  AI.  Dorn  etc.  (lieber  die 
Novitäten  von  Selmer  schreibt  die  „Voss.  Zeit.":  „Der  Ein- 
druck, den  diese  Werke  hinterliessen,  war  im  grossen  Gfmzen 
ein  durchaus  günstiger.  BLr.  Selmer  weiss  zu  erfinden  und 
auch  zu  gestalten,  in  jener  wie  in  dieser  Beziehung  bleibt  er 
immer  eigenartig,  immer  interessant.  Eine  Phantasie,  der  man 
es  sofort  anhört,  dass  sie  aus  warmer  Empfindung  quillt,  die 
sich  nie  zu  brutalen  und  lärmenden  Effecten  hinreissen  lässt, 
zudem  eine  achtunggebietende  Kenntniss  der  Mache:  dies  ist 
heutzutage  gewiss  nicht  wenig.  Wenn  auch  Hr.  Selmer  in 
jedem  Tone  den  Skandinavier  verräth,  so  weiss  er  sich  doch 
von  aller  Anlehnung  an  die  fährenden  Meister  seiner  Heimath, 
so  namentlich  an  wieg  und  Svendsen,  frei  zu  halten.  Hyner- 
modem  ist  freilich  auch  er,  und  dies  in  Verbindung  mit  dem 
Streben,  originell  zu  bleiben,  verleitet  ihn  zu  mancher  Ge- 
zwungenheit,  ja  Härte,  namentlich  in  der  Harmonie  und  der 
contrapunctischen  Behandlung  der  Themen.  Das  Meiste  hätten 
wir  an  der  Instrumentirung  auszusetzen,  da  Hr.  Selmer  zu 
Gunsten  der  Holzbläser  ganz  auffallend  die  anderen  Instru- 
mente, vor  Allem  das  Streichorchester,  vernachlässigt.  Bis  zu 
einem  gewissen  Grade  m.8Lg  diese  ungleiche  Behandlung  der 
orchestralen  Mittel  durch  den  poetischen  Grundgedanken  der 
Compositionen  gerechtfertigt  sein,  dennam  treffendsten  malt  der 
Klang  des  Holzoläserchores  diese  träumerische  Natur,  düster 
wie  ihre  Sagen,  abgeschieden  wie  die  Menschen,  die  sie  be- 
wohnen. Aber  in  der  Musik'  sollte  dem  Ohre  zum  mindesten 
dasselbe  Recht  werden,  wie  der  dichterischen  Phantasie,  und 
dieser  fast  ununterbrochene  melancholische  und  glanzlose  Klang 
wirkt  endlich  ermüdend,  ja  beunruhigend.  Und  dann  —  liessen 
sich  denn  diesen  Naturbildem  nicht  auch  günstigere  Seiten 
abgewinnen^  Momente,  in  denen  einmal  auch  der  strahlende 
Ton  der  Geigen  zur  Geltung  käme?  Wir  glauben  wohl,  vor- 
nehmlich in  einem  > Festzuge c,  und  wenn  er  auch  ein  »nor- 
discher« ist.")  —  Conc.  der  Sängerin  Frl.  Wolfradt  unt.  Mit- 
wirk, des  Hm.  Hagemeister  (viol.)  und  des  Frl.  Metzdorfl' 
(Violonc.)  am  5.  Apnl:  Soli  f.  Ges.  v.  Ad.  Jensen  („Ueber 
die  Welt"  und  „Komm  zum  Ghirten"),  Brahms  („Vor  dem 
Fenster"),  Cornelius  („In  Lust  und  Schmerzen"),  F.  Reh- 
feld („Wir  Sassen  allein"),  Hildach  („Frühling  ist  da"),  Hof- 
mann („Es  ist  geschehen")  u.  A.,  f.  Viol.  u.  f.  Violonc.  — 
Conc.  des  Pianisten  Hm.  Ferrier  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin 
Frau  Herzog  am  8.  April:  Soli  f.  G^.  v.  Haydn,  H.  Wolf 
(Lied  der  Suleika,  „Morgenthau",  „Der  Knabe  und  das  Imm- 
lein" u.  Elfenlied),  L.  v.  Hirsch feld  („Mondeszauber"),  Graf 
Hochberg  („So  halt  ich  endlich  dich")  und  R.  Wustandt 
(„Waming")  u.  f.  Clav.  v.  Liszt  („Liebestraum"  No.  3  und 
12.  Ungar.  Rhaps.)  u.  A. 

Bingen.  Conc.  des  Hrn.  Louwerse  (Clav.)  unt.  Mitwirk, 
des  Frl.  Dietz  (Ges.)  u.  des  Hm.  Pflug  (Viol.)  a.  Frankfurt  a.  M. 
am  3.  April:  Fdur-Clav.-Violinson.  v.  Grieg,  Soli  f.  G^es.  v. 
Schubert,  Brahms  („Mainacht"),  Liszt  („Lioreley"),  d'Al- 
bert  („Das  Mädchen  und  der  Schmetterling")  und  Sommer 
(„Du  rothe  Bos"),  f.  Clav.  v.  Chopin,  Rubinstein  (Romanze) 
u.  Gottschalk  („Pasquinade")  u.  f.  Viol. 


242 


Breslau.  10.— 12.  Syinph.-Cono.  der  Bresl.  Conoortcap. 
(Riemenschseider):  Symphonien  v.  B.  Volkmann  (Dmoll), 
L.  Heidingsfeld  (n^öni^  Lear")  u.  Haydn  (Esdur),  „Les 
PrMudes"  v.  Liszt,  Einleit.  zum  3.  Act  a.  „Tannhäuser"  v. 
Wagner,  Ouvertüren  v.  Brahma  (Akad.  Fest-),  Lassen  (üh. 
ein  thüring.  Volkslied)  u.  A.,  Vocalduett  v.  Nicolai  (Frau 
Biemenschneider  u.  Frl.  fiöbich),  Solovorträge  der  Frau  Bie- 
menschneider,  des  zwöli^ähr.  Pianisten  A.  Wittenberg  u.  der 
HH.  HeUriegel  (0«s.)  u.  Dr.  Münzer  (Clav.)  u.  A.  m. 

Büekeburg.  2.  Kammermusikabend  derHofcap.:  Seren, 
f.  Blasinstrumente  v.  Mozart,  Sept.  Op.  20  v.  Beethoven.  — 
4.  Abonn.-Cono.  derselben  Gap.:  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Eine 
Fau8t-0uvert.v.  Wagner,  Bdverie  f.  Orch.v.B  Metzdorf f, 
Olaviervortrftge  des  Hm.  Lutter  a.  Hannover  („Bönödiction  de 
Dieu  dans  la  SoUtude**  v.  Liszt  etc.). 

Carlsnihe.  Am  10.  April  Conc.  zum  Besten  der  Pen- 
sionsanstalt des  Hoftheaters  unter  Mitwirk,  des  Philharmon. 
Ver.,  sowie  der  Frls.  Königst&tter,  Mailhac  u.  Friedlein  u. 
der  HH.  Heller,  Lang  u.  Pumk  m.  Beethoven's  „Christus  am 
Oelberg"  u.  9.  Symph. 

Graz.    4.  u.  5.  Mitgliederconc.  des  Steiermark.  Musikver. 

g Gegner):  Symphonien  v.  Brahms(Cmoll)  u.  Haydn  (Ddur), 
dur-Orchestersuite  v.  S.  Bach,  Ouvert.  zum  „Beherrscher  der 
Gtoister^  v.  Weber,  Festmarsch  v.  B.  Strauss,  Violinvorträge 
des  Frl.  Scotta  (1.  Conc.  v.  Bruch  etc.). 

Gflstrow.  2.  Conc.  des  G^esangver.  (Schondorf)  unt.  solist. 
Mitwirk,  der  Frau  Schmidt-Köhne  a.  Berlin,  des  Frl.  Minor 
u.  des  Hm.  Dierich  a.  Schwerin:  «Der  Böse  Pilgerfahrt**  u. 
vier  Nummern  a.  „Frauenliebe  und  -Leben**  von  Schumann, 
.Liederreigen**  f.  Solostimmen,  Chor  u.  Glavier  und  Sopran- 
lieder „Komm,  o  Tod**,  „Der  Spielmann**,  „Wandern  geht 
mein  Liebster**  u.  „Am  Sommertag**  v.  B.  Heuberger.  (Der 
Berichterstatter  der  „G.  Z.**  schreibt  ganz  begeistert  über  den 
Verlauf  dieses  Concertes.) 

Kaiserslautem.  3.  Conc  des  Caecilien-Ver.  (Pohl)  unt. 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Schauseil  a.  Düsseldorf:  2.  Seren, 
f.  Streichorch.  v. K.Fuchs,  Mühleng^esang  a.  „SommerfaJirt** 
f.  do.  V.  H.  Zöllner,  Brautlied  f.  gem.  (3ior,  zwei  Hörner  u. 
Clav.  V.  Ad.  Jensen,  „Miijam^s  Siefi^e6fi;e6ang**  f.  Sopransolo, 
gem.  Chor  u.  Clav.  v.  Schubert,  Sopran£eaer  v.  Srahms  („Feld- 
einsamkeit** u.  Wiegenlied),  v.  Koos  [?]  (Winterlied)  u.  A. 

Kiel.  2.  Oonc.  des  St.  Nicolaichors  (Forst):  Esdur-Quint. 
f.  Clav.  u.  Blasinstrumente  v.  Mozart  (HH.  Keller,  Schmidt, 
Brückner,  Jacobs  u.  Bräunlich),  gem.  Chöre  v.  A.  E.  Grell 
(Ostermotette),  Eccard,  B.Klein,Schumannu.J.  Mai r  (Nacht- 
lied), Oesangvorträge  des  Frl.  Bistow  a.  Hamburg  („Feldein- 
samkeit** V.  Brahms,  „Ach,  wenn  ich  doch  ein  Lnmchen  war** 
V.  Franz,  „Die  Liebe  kommt  wie  Diebe**  v.  Krause,  „Die 
Bekehrte**  v.  Stange,  „Domröschen**  v.  Kleinpaul,  „Der 
Kobold**  V.  Beinecke  etc.).  —  Liederabend  der  Frau  Schmidt- 
Köhne  a.  Berlin  am  21.  März  m.  Compositionen  v.  Brahms 
(„Vergebliches  Ständchen**),  Ad.  Jensen  („Schlaf  nur  ein**), 
H.  Schmidt  (-Waldruf"),  0.  L essmann  („Meine  Mutter 
hats  gewollt**),  Kienzl  („Immer  leiser**),  Franz  („Frtihlings- 
liebe**),  Stange  („Die  Bekehrte**)  u.  A.  —  18.  Kammer- 
musik-AufftLhrung  des  Dilett.-Orch.-Ver. :  Gdur-Streichquart. 
V.  Mozart,  CismoU-Claviertrio  v.  J.  Zellner,  Lieder  „Vöglein, 
wohin  so  schnell**,  „Weil  auf  mir**,  „Er  ist  gekommen**  und 
„0,  wenn  ich  doch  ein  Inmichen  war**  v.  Franz  (Frl.  Brocken- 
huus). 

Leipzig.  Nachfeier  des  Geburtstags  Sr.  Mai.  des  Königs 
Albert  im  k.  Conservat.  der  Musik  am  27.  April:  Serenade  f. 
Blasinstrumente  v.  S.  Jadassohn  =  HH.  Bammeita.  Leipzig, 
Drescher  a.  L.^Gohlis,  Kämpfe  a.  L.-Beudnitz,  Köhler  a.  Ei- 
senberg, Hoffineyer  a.  Mehrstedt,  Pathe  a.  Gröbzig  i.  Anh., 
Büchner  a.  Königrode  a.  H.,  Apitzsch  a.  Glesien  i.  Pr.,  Zeu- 
mer  u.  Neidhardt  a.  Leipzig,  Esdur-Clavierquart.  v.  B h ein- 
her ger  =  Frl.  Burbage  a.  Washington  u.  HH.  Zimmermann 
a.  Groningen,  Schäfer  a.  Wiesbaden  u.  Hammig  a.  Leipzig^, 
König  Aloert-Hymne  f.  gem.  Chor  v.  C.  Beinecke,  AmoU- 
Violoncellconc.  v.  Saint-Saöns  —  Frl.  M.  Taylor  a.  Oxford, 
Vanat.  a.  dem  Kaiser-Quart,  v.  Haydn  =  das  gesammte 
Streichorchester.  —  9.  Musikabend  des  Kammermusikver. : 
Ciavierquart.  Op.  86  v.  Jadassohn  (HH.  Oppenheim,  Löwen- 
thal,  Klesse  u.  Merckel),  Ddur-Clav.-Violinson.  v.  G.Weber 
(HH.  Oppenheim  u.  Löwenthal),  Solovorträge  der  HH.  Trauter- 
mann (Gesang,  „0  du,  vor  dem  die  Stürme  schweigen**  von 
F.  Braunroth  und  „Mit  einer  Böse**  v.  0.  Paul),  Jentzsch 
(Bratsche,  Nott.,  BaUeide  u.  And.  cant.  v.  B.  Jockisch)  und 
Merckel  (Violonc,  Suite  s^rieuse  v.  C.  Badecky). 

Linz.    4.  Kammermusikconc.  der  HH.  Schreyer  u.  Kuhns 


unt.  Mitwirk,  der  HH.  Haslinger  (Ges.),  Görisch,  v.  Neumann- 
Spallart,  Schober  u.  Schweinitzer  (Streicher):  GmoU-Streich- 

Juint.  V.  Mozart,  Gdur-Clav.- Violinsonate  von  Bubinstein, 
lieder  „Am  Weiher**,  „Veilchen  und  Nachtigall**  und  „Beim 
Tanze**  v.  E.  Kuhns. 

Luzern.  Conc  des  Caecilien-Ver.  u.  Männerchors  Luzem 
unt.  Leit.  des  Hrn.  Frischen  u.  solist.  Mitwirk,  der  HH.  Gher- 
häuser  a.  München  u.  Fessler  a.  Zürich  am  17.  März:  „Les 
Pröludes**  v.  Liszt,  „Bobe8|)ierre**-Ouvert.  v.  Litolff,  „Die 
erste  Walpureisnacht**  von  Mendelssohn,  Schlussscene  des  3. 
Aufzuges  a.  den  -Meistersingem**  v.  Wagner,  Männerchöre 
V.  Job.  Kinkel  („Bitters  Abschied**)  imd  Girschner  („Hüte 
dich**),  G^sangsoU  v.  L.  Hartmann  (Schwanenlied)  u.  A. 

Minden.  8.  Abonn.-Conc.  des  Musik  Vereins  (Zuschneid): 
„Les  Pröludes**  u.  Schnitterchor  a.  „Prometheus**  von  Liszt, 
Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orch.  v.  Brahms,  Solovorträse  des 
Frl.  Bintelen  a.  Bielefeld  (Gesang,  „Erinnerung**  und  „Meine 
Liebe  ist  grün**  von  J.  Brahms,  ^Frühling  und  Liebe**  von 
M.  Blumner  etc.)  u.  des  Hrn.  Sahla  a.  Bückeburg  (Violine, 
Bomanze  v.  L  v.  Bronsart  etc.). 

Mttnehen.  Abonn.-Concerte  der  Musikal.  Akad.  (Fischer): 
No.  3.  Tongemälde  „Heroide**  v.  F.  Sander,  „Wasserträger**- 
Ouvert.  V.  Cherubini,  Solovorträge  des  Frl.  Borchers  v.  hier 
(Ges.,  „Waldfahrt**  v.  Franz  etc.)  u.  des  Hm.  Ysaye  a.  Brüssel 
(VioL,  H  moll-Conc.  v.  Saint-Saönsu.  Schott.  Phant.  v.  B  r  u  c  h). 
No.  4.  Ddur-Symph.  v.  Haydn.  „König  Stephan** -Ouvert.  v. 
Beethoven,  Solovorträge  der  Frls.  v.  Sicherer  (Ges.,  Arie  ans 
dem  „Feuerkreuz**  v.  Bruch,  „Feldeinsamkeit**  v.  Brahms, 
„Ständchen**  v.  B.  Strauss  etc.)  u.  Sc^'elderup  (Clav.,  Conc, 
Berceuse  u.  „Cameval**  v.  Grieg  und  Valse-Etude  v.  Saint- 
Saöns). 

Neisse.  Am  8.  März  Auffuhr,  v.  Mendelssohn's  „Paulus** 
durch  die  Sineakad.  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Plüddemann 
a.  Breslau  u.  der  HH.  Kirchner  u.  Severin  a.  Berlin. 

Neustrelitz.  Conc.  im  Hoftheater  am  8.  April:  Ddur- 
Orchestersuite  von  F.  Kretschmer  (unter  Leit.  des  Comp.), 
„Sakuntala**-Ouvert.  v.  Goldmark,  Türk.  Marsch  v.  Mozart, 
„Deutsch**  V.  Moszkowski,  Solovorträge  des  Frl.  Christen 
((}es.,  „Wolle  Keiner  mich  fragen**  v.  Slansky,  „Entsagung** 
V.  Mascagnietc.)  u.  der  HH.  Wogritsch  (Gtes.,  Batten&nger- 
Lieder  u.  „Aennchen  von  Tharau^^  v.  H.  Hofmann  etc.)  u. 
Köhler  (Violoncell,  Seren,  u.  Tarantelle  v.  Lindner).  (IJebar 
die  Novität  von  F.  Kretschmer  wird  geschrieben:  „Besonders 
lebhaft  sprachen  die  beiden  Mittelsätze  an:  ein  symphonisch 
gehaltener  Walzer,  der  auf  allgemeinen  Wunsch  wiederholt 
werden  musste,  und  ein  stimmungsvolles  Andante.  Auch  der 
vierte  Satz,  der  musikalisch  bedeutendste  Theil  des  Werkes, 
hinterliess  einen  vortheilhaften  Eindruck.**) 

Sehwerin.  Am  2.  April  Aufführ.  v.  Haydn*s  „Schöpfune** 
durch  die  Singakad.  (OchiB  a.  Wismar)  unter  sollst.  Mitwirk, 
des  FrL  Paghelli  u.  der  HH.  Hintzelmann  u.  Ad.  Schulze  a. 
Berlin.  (Die  Aufführung,  die  gut  verlief,  trug  zu  Ehren  des 
scheidenden  Dirigenten,  welcher  Mecklenburg  verlässt,  ein 
besonders  festliches  Gtepräge.) 

BV  Veraitete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  un  / 
Datum  müssen  voUständig  uniieaehtet  bleiben  t 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Frl.  Niki ta,  das  ehemalige  G^sangswimderkind, 
hat  sich  in  der  Ejroll'schen  Oper  nun  auch  als  Bühnensängerin 
bekannt  gemacht,  ohne  jedoch  besonders  zu  reussiren.  Ge- 
waltig schlug  dagegen  gleich  beim  ersten  Auftreten  Frau 
Moran-Olden  durch,  die  als  Fidelio  ein  längeres  Ghistspiel 
ebendaselbst  eröffnete.  Leider  nur  ragt  die  geniale  Künstlerin 
gar  zu  sehr  über  ihre  Umgebung  hinaus.  —  Frankfurt  a.  M. 
Frau  Staudigl  aus  Berlin,  die  Nachfolgerin  der  Frau  Luger, 
eröffnete  als  Fides  ein  Gaistspiel  an  der  zukünftigen  Stätte 
ihres  Wirkens  und  feierte  mit  ihrer  Darstellung  einen  grossen 
Triumph.  —  Halle  a.  S.  Hr.  Weint  raub,  welcher  einige 
Winter  mit  vielem  Eifer  die  hiesige  Oper  leitete,  verabschie- 
dete sich  in  einem  eigenen  Orchesterconcert  als  intelligenter 
Beethoven-Dirigent  Dem  Programm  gaben  Abwechselung 
Gtesangvorträgo  des  Frl.  Polscher  aus  Leipzig  und  des  ein- 
heimischen Baritonisten  HJm.  Bachmann.  Erstere  interessirte 
namentlich  durch  den  hinreissenden  Vortrag  des  tiefempfun- 
denen „Liebesfrühlingl*  aus  „Rosen  und  Myrthen**  von  C.Piutti . 
Weniger  Erfolg  hatte  Hr.  Bachmann,  trotz  ausgezeichneten  Vor- 
trags, mit  den  Dvo^&k'schen  Zigeunerliedem.  —  Hannover.  In 
einem  3.  Concert,  dessen  Hauptnummer  Beethoven's  „Eroica*^ 


243 


bildete,  und  dessen  Solist  der  Sänger  Hr.  Zarneckow  aus  Berlin 
war,  beschloss  kürzlich  die  Hofcapelle  aus  Bückeburg  die 
unserem  Publicum  gebotenen  musikalischen  Genüsse,  für  die 
man  ihr  und  ihrem  trefflichen  Dirigenten  Hrn.  Sahla  ein 
ehrendes  Andenken  widmen  wird.  —  Königsberg  i.  Pr.  Der 
Helden tenor  Hr.  Alvary  be^nn  sein  ftlr  diese  Saison  drittes 
Gastspiel  als  Walther  von  Stolzing,  um  darauf  im  „Nibelungen^- 
Orklus  drei  verschiedene  Partien  durchzuftlhren,  während  Frl. 
Malten  in  demselben  als  Brünnhilde  mitwirkte.  Beide  Gäste 
wurden  enthusiastisch  gefeiert.  —  Leipzig.  Seinen  bisherigen 
Giastrollen  in  Leipzig  hängte  Hr.  Perron  neuestens  den 
Fliegenden  Holländer  an,  ohne  diese  Partie  besser  oder 
schlechter  darzustellen,  als  früher.  —  London.  Eines  grossen 
Erfolges  durfte  sich  Hr.  Lamond  in  einem  Grystal  Palace- 
Concert  rühmen,  in  welchem  er  Tschaikowsky's  Glavierconcert 
Op.  23,  sowie  Transscriptionen  von  Liszt  und  Tausig  vortrug 
und  auf  der  einen  Seite  durch  vollendete  Technik,  auf  der 
anderen  durch  poetische  Wiedergabe  sich  hervorthat.  — 
München.  Unsere  letzte  „Garmen^-Aui^hrung  stand  unter 
keinem  guten  Stern,  indem  ein  Frl.  Kutsch  er ra  ausC!oburg 
in  recht  provinzialer  Weise  und  mit  wenig  Stimme  die  Titel- 
partie sang.  —  New- York.  Hrn.  d'Albert's  Gla  vier  vortrage 
üben  den  gewohnten  Zauber  aus.  Ohne  alle  äusserlichen 
Virtuosenmanieren,  blos  durch  die  Innerlichkeit  und  Wahrheit 
seines  Spiels  erreicht  er  diese  Wirkung.  —  Paris.  Hr. 
Bouhy  hat  nach  einigen  Vorstellungen  sein  Engagement  an 
der  Grossen  Oper  rückgängig  gemacnt.  —  Wiesbaden.  Als 
zweiter  Baritonist  wurde  an  das  k.  Theater  Hr.  Zimmer- 
mann, der  zuletzt  am  Hoftheater  zu  Sondershausen  mit  Er- 
folg thätig  war,  engagirt. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  30.  AprU.  „Gott,  sei  mir  gnä- 
dig" V.  G.  Rebling.  „Siehe,  um  Trost"  v.  E.  F.  Richter. 
1.  Mai.  Chor  „Bleib  bei  uns"  u.  Choral  „Beweis  dein  Macht" 
V.  S.  Bach. 

Chemnitz.  St.  Jacobikirche:  20.  März.  „Adte,  Domine" 
V.  W.  H.  Veit.  27.  März.  „Agnus  Dei"  v.  Morlachi.  8.  April. 
„Da  gabst  dem  ewigen  Geist"  v.  Vierline.  15.  April.  „Ehre  sei 
dir,  Christus,  der  du  littest  Noth"  v.  H.  Schütz.  17.  April. 
Schlusschor  a.  der  „Schöpfung"  v.  Haydn.  —  St.  Johannis- 
kirche:  .20.  März.  „Weinet  nicht  über  Jesu  Schmerzen"  von 
Wermann.  15.  April.  „Tenebrae  factae  sunt"  v.  M.  Haydn. 
17.  April.  „Du  wirst  meine  Seele  nicht  in  der  Hölle  lassen" 
V.  Kücken.  —  St.  Paulikirche:  20.  März.  „Herr,  höre  mein 
Gebet"  v.  Hauptmann.      27.  März.     Psalm  28  von  B.  Klein. 

8.  April.  „Dennoch  bleib  ich  stets  bei  dir"  von  Richter. 
10.  April.  „Sei  getreu  bis  in  den  Tod"  v.  Neithardt.  15  April. 
„Ghnste,  du  Lamm  Gottes"  v.  Hauptmann.  17.  April.  „Du 
wirst  meine  Seele  nicht  in  der  Hölle  lassen"  v.  Kücken.  — 
St.  Petrikirche:  20.  März.  „Ach  Gk>tt,  vom  Himmel  sieh  dar- 
ein" V.  D.  G.  Bach.  27.  März.  „Das  Lamm,  das  erwürget 
ist"  V.  A.  Becker.  3.  April.  „Lamm  Gottes"  v.  A.  Becker. 
10.  April.  „Machet  die  Thore  weit"  v.  A.  Becker.  15.  April. 
„Siehe,  wie  der  Gerechte  stirbt"  von  Bichter.  17.  April. 
„Der  Herr  tödtet  und  macht  lebendig"  von  Alb.  Becker.  — 
St.  Kicolaikirche:  20.  März.  „Ach  Gott,  verlass  mich  nicht" 
von  H.  Hofinann.  10.  April.  „Sprich  nur  dein  Amen  über 
diesen  Bund"  v.  Schurig.  15.  Apnl.  „Heiige  Wunden  dieser 
Stunden"  v.  Bortniansky.  17.  April.  Ostercantate  v.  Gast.  — 
Schlosskirche:  27.  März.  „Herzliebster  Jesu,  was  hast  du  ver- 
brochen" V.  Crüger.  10.  April.  „Herr,  wer  wird  wohnen"  v. 
Hauptmann.  17.  April.  „Heut  triumphiret  Gottes  Sohn"  von 
Herzog. 

Torgau.  Stadtkirche:  17.  April.  „Ein  Herz,  das  kenn 
und  weiss  ich"  v.  Alb.  Becker.  „Ich  weiss,  dass  mein  Erlöser 
lebt",  „Durch  Einen  kam  der  Tod"  und  „Denn  wie  durch 
Adam**  v.  Händel.  18.  April.  „Nicht  so  ganz  wirst  meiner  du 
vergessen"  v.  M.  Hauptmann.  24.  April.  „Christ  ist  erstan- 
den" u.  „Magdalena  weint  am  Grabe"  v.  Löwe. 

Opernaufflihrungen. 

März. 

Wien.  K.  k.  Operntheater:  2.,  12.  u.  17.  Bastien  und 
Bastienne.  2.,  6.,  12.,  17.  u.  22.  Cavalleria  rusticana.  8.  u. 
25.  Margarethe.  4.  u.  18.  Bitter  Pasman.  5.  Der  Troubadour. 
6.,  13.  u.  16.  Werther.     7.  Figaro*s  Hochzeit.    8.  Lohengrin. 

9.  Stradella.    10.  u.  21.  Manon.    11.  Aüda.    14.  Der  Prophet. 


15.  Das  goldene  Kreuz.  19.  Die  Zauberflöte.  20.  Die  Walküre. 
23.  Bomeo  und  Julie.  24.  Die  Afrikanerin.  27.  Tannhäuser. 
29.  Der  Wasserträger.    30.  u.  81.  Freund  Fritz  (Mascagni). 

April. 

Wien.  K.  k.  Operntheater:  2.,  6^  8.,  11.,  22.  u.  27.  Freund 
Fritz.  3.  Lohengrin.  4.,  21.  u.  26.  Werther.  6.  Aida.  7.  Car- 
men. 9.,  19.  u.  29.  Cavalleria  rusticana.  10.  Die  Meistersin- 
ger von  Nürnberg.  17.  Tannhäuser.  18.  Manon.  19.  Die  Begi- 
mentstochter.  20.  Pie  Afrikanerin.  23.  Der  Prophet.  28.  Mar- 
garethe. 29.  DerPostiUon  von  Loi\jumeau.  30.  Der  Trouba- 
dour. 

Aufgefllhrte  NovitSten. 

Ashton(A.),  Edur-Clav.-Violinson.  (London,  Rieh.  Gompertz' 
Chambre  Conc.  am  18.  Febr.) 

Bazzini  (A.),  Symph.  Dicht.  „Francesca  da  Rimini".  (Am- 
sterdam, Abonn.-Conc  im  Neuen  Concerthaus  am  25.  Febr.) 

Concertstück  f.  ViolonceU.    (Rostock,  3.  Conc.  des  Con- 

certver.) 

Berlioz  (H.),  „Harold"-S3rmph.  (Boston,  15.  Conc.  des  Boston 
Symph.  Orch.) 

Ouvert.  zu  „Beatrice  und  Benedict".  (Berlin,  8.  Phil- 
harm. Conc.) 

B  i  z  e  t  (G.),  Orchestersuite  „L' Arlösienne" .  (Leipzig,  19.  Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 

Orchestersuite  „Roma".  (Copenhagen,  3.  Philharm.Conc.) 

Borodin  (A.),  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittelasien"  f.  Orch. 
(Frankfurt  a.  M.,  9.  Museumsconc) 

Brahms  (J.),  2.  Symph.    (Berlin,  8.  Philharm.  Conc.) 

3.  Symph.  (Basel,  8.  Abonn.-Conc.  der  Allgem.  Musik- 
gesellschaft.) 

—  —  4.  Symph.    (Dortmund,  3.  Conc.  des  Musikver.) 
Akad.  Festouvert.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc.  im  Neuen 

Concerthaus  am  25.  Febr.) 
Conc.  f.  Viel.  u.  Violonc.  (Frankfurt  a.  M.,  9.  Museums- 
conc.) 

—  —  Adur-Clavierquart.  (Bern,  3.  Kammermusik  der  Musik- 

gesellschaft.) 
Ciaviertrio  Op.  87.'  (Hüdesheim,  2.  Kammermusik  der 

HH.  Nick  u.  Gen.) 
Rhapsodie  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.    (Schwerin, 

4.  Orch.-Conc.  der  Hofcap.) 

„Nänie"  f.  Chor  u.  Orch.    (Cöln,  9.  Gürzenichconc.) 

§chicksalslied  f.  Chor  u.  Orch.  (Bückeburg,  4.  Auffuhr. 

des  Oratorienver.) 
Bruch  (M.),  3.  Violinconcert.    (Schwerin,  4.  Orch.-Conc.  der 

Hofcap.) 

—  —  „Lied  der  Städte"  f.  Chor  u.  Orch.     (Hamburg,  Conc. 

der  vereinigten  Männergesangvereine  von  Hamburg  und 
Altona.)) 

—  —  „Odysseus".    (Bonn,  5.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Gesang- 

ver.  Saargemünd,  Aufführ,  am  21.  Febr.  unt.  Leit.  des 
Hm.  Gehlen.) 

„Schön  Ellen"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.     (Cüstrin,  Wohl- 

thätigkeitsconc.  des  Chorgesangver.  am  18.  März.  Dort- 
mund, 3.  Conc.  des  Musikver.) 

Cornelius  (P.).  Ouvert.  zur  Oper  „Der  Cid".  (Dessau,  6.  Conc. 
der  Hofcap.) 

Cossmann  (B.),  Violoncellconc.  (Cassel,  5.  Abonn.-Conc.  des 
k.  Theaterorch.) 

Floersheim  (0.),  Prael.  u.  Fuge  f.  Orch.  (Boston,  15.  Conc. 
des  Boston  Symph.  Orch.) 

Glinka  (M.),  „Kamarinskaja"  f.  Orchester.  (Frankfurt  a.  M., 
9.  Museumsconc.) 

Goetz  (HO«  Frühlingsouvert.  (Constanz,  4.  Abonn.-Conc.  des 
Hm.  Handloser.) 

GmoU-Claviertrio.   (Breslau,  Tonkünstlerver.) 

Goldmark  (C),  Ouvert.  „Im  Frühling".  (Rostock,  8.  Conc. 
des  Concertver.) 

Ouvert.  „Der  gefesselte  Prometheus".  (Cassel,  5.  Abonn.- 
Conc.  des  k.  Theaterorch.) 

Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  „Peer  Gynt".  (Dessau,  6.  Conc. 
der  Hofcap.) 

Streichorch.-Suite  „Aus  Holberg's  Zeit".      (Dortmund, 

3.  Conc.  des  Musikvereins.  Schwerin,  4.  Kammermusik- 
abend.) 

Fdur-Clav.-Violinson.    (Dessau,  4.  Abend  des  Kammer- 

musikver.) 


244 


Grieg  (Edv.),  „Landkennung"  f.  M&nnerchor,  Baritonsolo  u. 
Orch.    (Bremen,  Wohlthätigkeitsconc.  am  5.  April.) 

Herzogenberg  (H.  v.),  Streicnquart.  Op.  42.  (Berlin. 3.  Quar- 
tettabend [2.  Cykl.]  der  HH.  Prof.  Joachim  u.  Gfen.) 

Hubay  (J.),  Amoll-Violinconc.     (Berlin,  8.  Philharm.  Conc.) 

Htirse  (jbx  „Othello" -Ouvert.    (Dessau,  6.  Conc.  der  Hofcap.) 

Keyl  (E.H.),  Esdur-Clavierquint.  (Dresden,  Tonkünstlerver.) 

Kiengel  (J.),  D moU-Violoncellconc.  (Gera,  199.  Concert  des 
]i£isikal.  Ver.) 

Kretschmer  (Edm.),  Gdur-Sext  f.  Fl.  u.  Streichinstrumente. 
(Dresden,  Tonkünstlerver.) 

Lalo  (E.),  AmoU-Symph.  (Genf,  9.  Abonn.-Conc.  im  Stadt- 
theater.) 

Ouvertüre  zu  „Fiesco".    (Amsterdam,  Abonn.-C)ono.  im 

Neuen  Concerthaus  am  25.  Febr.) 

Liszt  (F.)j  Symph.  Dichtungen  „Die Ideale"  und  „Mazeppa". 
(Leipzig,  8.  Conc.  des  Liszt-Ver.) 

„LesPr61udes".    (Halle  a.S.,  4.  Conc.  der  Stadtsohützen- 

G^sellschaft.) 

„Prometheus".     (Berlin,  3.  Conc.  des  Philharm.  Chors. 

Bückebnrg,  4.  AufRihr.  des  Oratorianver.) 

Conc.  pathöt.  f.  zwei  Claviere.  (Copenhagen,  8.  Phil- 
harm. Conc.) 

Merkel  (J.),  CmoU-Symph.  (Breslau,  10.  Abonn.-Conc.  des 
Bresl.  Orch.- Ver.  Görlitz,  124.  Conc.  des  Ver.  f.  Musik- 
freunde.) 

Neuhoff(L.),  EmoU-Clav.-Violinson.  (Leipzig,  7.  Musikabend 
des  Kammermusikver.) 

Perger  (ß.  v.),  Seren,  f.  Violonc.  m.  Streichorch.  (Ebenda- 
selbst.) 

Baff  (J.),  Waldsymph.  (Chemnitz,  3.  Abonn.-Conc.  der  städt. 
CapeUe.) 

—  —  JLienoren"-Symph.    (Leipzig,  6.  Akad.  Orch.-Cono.) 
Ouvert.  -Ein  feste  Burg".      (Breslau,  6.  Symph. -Conc. 

der  Bred.  Concertcap.) 

CmoU-Claviertrio.    (Dresden,  Tonkünstlerver.) 

Bheinberger  (J.),  Amoll-Duo  f.  zwei  Claviere.  (Hamm, 
Conc.  des  Hm.  Frank.) 

Bubinstein(A.),  Ouvert.  zu  „Antonius  und  Cleopatra".  (Han- 
nover, 1.  Conc.  der  Hofcap.  a.  Bückeburg.) 

Rudorff  (E.),  2.  Symph.  (Schwerin,  4.  Orch.-Conc.  der  Hof- 
capelle.) 

Saint-Saöns  (C),  GmoU-Clavierconc.  [Jankd-Flügel.]  (Gera, 
199.  Conc.  des  Musikal.  Ver.) 

—  —  Dmoll-Clav.-Violinson.     (Frankfurt  a.  M.,  7.  Elammer- 

musikabend  der  Museumsgesellschaft.) 

Schar  wen  ka  (X.),  Ciavierquart.  Op.  87.  (New- York,  6.  Conc. 
des  New- York  Symph.  String  Quart.) 

Schreck  (G.),  Orator.  „Christus  der  Auferstandene".  (Leip- 
zig, 18.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 

Schumann  (G.),  Dramat.  Ouvertüre.  (Bromberg,  2.  Symph.- 
Ck)nc.  des  Hrn.  Schneevoigt.) 

Schwalm  (R.),  „Gothenzucr"  f.  einstimm.  Männerchor  mit 
Hörnern,  Posaunen,  Tuoa  u.  Pauken.  (Bremen,  Wohl- 
thätigkeitsconc. am  5.  ApriL) 

Sinding  (Chr.),  Amoll-Viol.-Claviersuite.  (Dresden,  Ton- 
künstlerver.) 

Strauss  (R.),  Symph.  Dicht.  „Macbeth".  (Berlin,  8. Philharm. 
Conc.) 

Tondicht.  „Tod  und  Verklarung".  (Cöln,  9.  Gürzenich- 

conc.    Leipzig,  3.  Conc.  des  Liszt-Ver.) 

Svendsen  (J.),  1.  S^ph.    (Frankfurt a.M.,  9. Museumsconc.) 

Romanze  f.  Viol.  u.  Orch.    (Berlin,  8.  Philharm.  Conc. 

G^nf,  9.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater.) 

Thieriot  (F.).  Oct.  f.  Streich- u.  Blasinstrumente  u.  „Herbst- 
fipesänge"  i.  gem.  Chor  m.  Clav,  zu  vier  Händen.  (Ham- 
burg, Tonkünstlerver.) 

Vi  erlin g  (G.),  Trag.  Ouvert.  (Posen,  Orchesterconc.  des  Phil- 
harm. Ver.  am  28.  Febr.) 

Volkmann  (R.),  2.  Seren,  f.  Streichorch.  (Leipzig,  6.  Akad. 
Orch.-Conc.) 

3.  Seren,  f.  Streichorch.  (Rostock,  8.  Conc.  des  Conoert- 

vereins.) 

—  —  Gmoll-Streiohquartett.    (Leipzig,  8.  Kammermusik  im 

Neuen  Gewandhaus.) 

"Wagner  (R.),  „Meistersinger" -Vorspiel-  (Danzig,  6.  Abonn.- 
Conc.) 

Kaiser-Marsch.     (Hannover,  1.  Conc.  der  Hofcapelle  a. 

Bückeburg.) 

Zöllner  (H.),  „Columbus"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orchester. 
(Leipzig,  Conc.  des  Männer-G^esangver.  am  26.  Febr.) 


Vermischte  Mittheiiungen  und  Notizen. 

*  Der  Initiative  einiger  Musikfreunde  verdankt  die  Stadt 
Lausanne  ein  Wagner-Festival,  welches  am  22.  und 
23.  April  mit  bestem  Gelingen  vor  sich  ging  und  grossen 
Eindruck  hinterliess. 

*  Das  diesjährige,  vom  5.— 8.  Oct.  in  Lee ds  stattfindende 
Musikfest  wird  folgende  neuere  Werke  im  Programm  föhren: 
Cantate  „The  Egyptian  Maid"  von  Co  wen,  Ouvertüre  „Le 
Camaval  romain"  von  Berlioz,  Symphonie  von  Cliffe,  Bruch- 
stücke aus  den  „Meistersingern"  von  Wagner,  Ballade  „La 
belle  Dame  sans  merci"  von  Mackenzie,  Bruchstück  aus  „Tem- 
pest"  von  Sullivan,  Cantate  „  Arethusa"  von  Alan  Gray,  zwölf- 
stimmiger Psalm  „De  Profundis"  von  Hubert  Parry,  Schick- 
salslied von  Brahms  und  „The  Spectre's  Bride"  von  Dvor&k. 

*  Das  Oratorium  „St.  Franoiscus"  von  E.  Tinel  hat  wie 
schon  anderwärts  kürzlich  auch  in  Amsterdam,  wo  es  unter 
Leitung  des  Hrn.  Röntgen  zur  Aufführung  gelangte,  eine  sehr 
günstige  Aufnahme  giunden. 

*  Im  n.  Jahre  kommt  das  4500  Ji  betragende  Reisestipen- 
dium der  Meyerbeer-Stiftung  für  Componisten  neu  zur 
Ausgabe.  Als  Preisarbeiten,  welche  bis  zum  1.  Febr.  1893  au 
die  k.  Akademie  der  Schönen  Künste  in  Berlin  einzureichen 
sind,  werden  verlangt:  1)  eine  achtstimmige  Doppelfuge, 
2)  zwei  Ouvertüren  für  grosses  Orchester  und  3)  eine  Cantate 
för  Sopransolo,  Chor  und  Orchester. 

*  Wie  wir  neulich  mittheilten,  hat  die  Erfindung  dei- 
Gümbel'schen  Saitenorgel  eine  mächtige  Förderung 
durch  die  hochan^;e6ehene  Hofpianofortefabrik  von  Julius 
Feurich  in  Leipzig  erfieJiren,  indem  gleich  die  ersten  von 
dieser  Firma  vorgeführten  Instrumente  einen  Zweifel  an  der 
praktischen  Bedeutung  der  ingeniösen  GümbePachen  Idee 
nicht  mehr  aufkommen  liessen.  Kürzlich  hatten  wir  Gelegen- 
heit, in  der  hiesigen  Thomaskirche  ein  mit  der  Saitenorgel 
verbundenes  Pianino  zu  hören,  und  waren  ebenso  erstaunt 
über  den  grossen  und  vollen,  die  weiten  Räume  dieses  Gottes- 
hauses voUständig  beherrschenden  und  fallenden  Ton,  wie 
sympathisch  berührt  durch  dessen  weichen  und  vornehmen 
Klangcharakter.  Die  Saitenorgel  wird  nicht  blos  ein  viel^er 
suchtes  Instrument  für  das  Haus  und  Schul-  und  kirchliche 
Zwecke  werden,  sondern  wegen  der  Selbständigkeit  ihrer 
Klangfarbe  sicher  auch  Verwendung  in  Orchestercomposi- 
tionen finden. 

*  Mit  den  Beiträgen  zu  dem  Nessler-Denkmal  in 
Strassburg  i.  E.  wiUs  doch  nicht  recht  vorwärts  gehen. 
Eine  Dresdener  Zeitung  schlägt  witzig  vor,  dass  man  vor  allen 
Anderen  die  Baritonisten,  die  dem  Componisten  ganz  besonders 
dankbar  sein  müssten,  zur  Denkmalsteuer  heranziehen  solle. 

*  Die  Scala  in  Mailand  ist,  nach  den  italienischen  Jour- 
nalen zu  urtheilen,  im  Niedergang  begriffen.  Die  letzte 
Saison  war  jämmerlich,  wenn  auch  nicht  für  die  Unterneh- 
mer, welche  etwa  100,000  Frcs.  gut  gemacht  haben.  Das 
Theater  sei  nur  noch  eine  „kostspielige  Antiquität",  heisst  es 
da,  denn  300,000  Frcs.  jährliche  Subvention  von  der  Stadt 
seien  keine  Kleinigkeit. 

*  Im  Stadttheater  zu  Königsberg  i.  Pr.  ging  in  der 
letzten  Aprilwoche  unter  Mitwirkung  des  Frl.  Malten  (Brünn- 
hilde)  \md  des  Hm.  Alvary  (Loge,  Siegmund  und  Siegfried) 
zum  ersten  Mal  vollständig  Wagner^s  „Ring  des  Nibelungen" 
in  Scene,  und  hinterliess  das  Werk  einen  tiefen  Eindruä. — 
G^enwärtig  wird  die  Trilogie  im  Hofopemhaus  zu  Berlin 
aufführt,  und  nahe  bevor  steht  eine  Aui^hrung  des  gewal- 
tigen Werkes  im  Stadttheater  zu  Hamburg. 

*  In  Sevilla  gelangte  kürzlich  erstmalig  mit  grossarti- 
gem Erfolg  Wagner's  „Lohengrin"  zur  AuStlhrung. 

*  Im  Hoftheater  zu  Carlsruhe  gelangte  am  29.  Apiil 
unter  Mottl's  Direction  mit  entschiedenem  Erfolg  erstmalig 
Cornelius*  Oper  „Der  Cid"  zur  Darstellung.  Der  Premiere 
war  am  25.  April  ein  Cornelius-Abend  vorausgegazigen, 
der,  durch  einen  mündlichen,  orientirenden  Vortrag  des  am. 
Mottl  über  den  Gefeierten,  eingeleitet,  in  einem  Fragment  aus 
dem  „Cid"  und  in  den  Brautliedem  das  Hauptinteresse  erregte. 

*  Im  Hoftheater  zu  Darmstadt  ging  am  24.  April  unter 
de  Haan's  belebender  Leitung  erstmalig  P.  TschaikowskVs 
-Eugen  Onögin"  in  Scene,  und  zwar  mit  ansehnlichem  Er- 
folg. 


i 


245 


*  Im  Stadttheater  zu  Leipzig  ging  am  3.  Mai  anlässlich 
des  goldenen  Ehejubiläums  des  Componisten  die  1851  ge- 
schriebene Oper  „Casilda"  von  Herzog  Ernst  von  Sachsen- 
Coburg-Gotha  als  Novität  über  die  Bretter. 

*  L  Brüll's  neue  Oper  „Gringoire"  soll  infolge  der  ihr 
in  München  gewordenen  freundlichen  Aufiiahme  bereits  von 
82  anderen  Bühnen  zur  Aufführung  angenommen  worden  sein. 

*  Die  Oper  „Bitter  Pasman''  von  J.  Strauss  hatte  sich 
bei  ihrer  ersten  Präsentation  im  Deutschen  Landestheater  zu 
Prag  einer  überaus  freundlichen  Aufnahme  zu  erfreuen.  Auf 
dersellien  Bühne  soll  am  21.  Mai  die  neue  Oper  „Die  Hexe^ 
von  dem  dänischen  Componisten  Enna  zur  Premiere  ge- 
langen« 

*  „Lsora  von  Provence"  von  Luigi  Mancinelli  betitelt 
sich  die  ausländische  Oper,  welche  neuestens  im  Stadttheater 
zu  Hamburg,  vom  Componisten  in  Person  geleitet,  ihre  Pre- 
miere erlebte. 

*  Im  Hofkheater  zu  Stuttgart  fand  bei  ihrer  Erstauf- 
föhrung  am  18.  April  F.  v.  Flotow's  Oper  „Indra**  eine  sehr 
warme  Aufnahme. 

*  Maöstro  Verdi  soll  seine  neue  Oper  „FalstaiP*  nunmehr 
wirklich  vollendet  haben.  Die  Premiöre  derselben  wird  in 
Mailand  stattfinden. 

*  Aus  Bordeaux  wird  die  freundliche  Aufnahme  einer 
neueiM  Oper  Mazeppa"  von  Madame  Grand val  gemeldet. 

*  Mascagni^s  Oper  „Die  Bantzau'^  wird  in  deutscher 
Spi'ache  endgntig  zuerst  in  Wien  in  Scene  gehen,  und  zwar 
schon  im  Herbst. 

*  Einen  unerwarteten  hübschen  Enfolg  hatte  im  Monnaie- 
Theater  in  Brüssel  die  zweiactige  Oper  „Gyptis**  von  Noöl 
Desjoyaux,  einen  Erfolg,  an  dem  der  Componist  allein  An- 
theil  hatte,  da  das  Libretto  langweilig  ist. 

*  Im  Verdi-Theater  zu  Padua  wurde  die  neue  Oper 
„Jaufrö  Budel"  von  Silvio  Daniel i  mit  einem  Erfolge  ge- 
geben, der  sich  in  etwa  15  Hervorrufen  des  Componisten  und 
der  Wiederholung  dreier  Nummern  aussprach. 

*  Einen  ÜEinatischen  Enthusiasmus  entzündete  in  Galli- 
oli  .Sara  la  Trovatella**,  die  Erstlingsoper  des  jungen 
.  F.  Bianco. 

*  Der  berühmte  Cölner  Männer-Gesangverein  be- 
ging am  27.  April  seinen  50.  Gründungstag  mit  einem  im 
Dom  angeführten  Re€[uiem  für  seine  heimge|;angenen  Mit- 
glieder. Unter  den  weiteren  Festlichkeiten  äeichen  Anlasses 
nahm  ein  grosses  Concert  im  Gürzenichsaal  die  erste  Stelle 
ein. 

*  Hr.  Dr.  H.  v.  Bülow  war  eingeladen,  auf  dem  Schwä- 
bischen Musikfest  zu  Augsburg  die  „Eroica**  von  Beethoven 
zu  dirigiren.  Wie  man  aus  Italien,  wo  der  grosse  Künstler  sich 
gegenwärtig  aufhält,  schreibt,  wird  derseloe  diesem  Wunsche 
entsprechen.  Durch  diesen  Umstand  gewinnt  dieses  Musik- 
fest mit  Einem  Male  bedeutend  an  Interesse. 

*  Wie  Berliner  Blätter  melden,  habe  sich  Hr.  Dr.  H.  v. 
Bülow  bestimmen  lassen,  die  Direction  der  Philharmonischen 
Concerte  für  die  2.  Hälfte  der  n.  Saison  wieder  anzunehmen, 
während  die  HH.  Dr.  Hans  Richter  in  Wien  und  Maszkowski 
in  Bremen  die  1.  Hälfte  leiten  werden. 

*  Hr.  Dr.  H.  v.  Bülow  ist  eingeladen  worden,  während 
der  Colnmbus-Festausstellung  zti  Genua  drei  Concerte  mit 
dem  Berliner  Philharmonischen  Orchester  zu  geben. 

*  Im  Beethoven-Conservatorium  in  St.  Louis  hielt  Hr. 
W.  Maimene  einen  Vortrag  über  das  Leben  und  Wirken 
Franz  Liszt's.  Eine  Schülerin  des  Instituts  spielte  bei  dieser 
Gelegenheit  des  Meisters  Hmoll-Sonate. 


£ 


*  Der  Wiener  Pianist  Hr.  Alfred  Grünfeld  ist  kürzlich 
von  seiner  ruhmgekrönten  Amerikafahrt,  die  er  meist  in  Ge- 
sellschaft seines  Bruders  Heinrich,  des  Berliner  Violoncellisten, 
ausgeführt  hat,  nach  seinem  Domicil  zurückgekehrt.  Ebenso 
dürfte  der  Pianist  Hr.  Päd  er  ewski  bereits  auf  europäischem 
Boden  von  seiner  amerikanischen  Triumphreise  sich  erholen. 

'^  Unter  den  Solisten,  die  zur  Mitwirkung  in  amerikani- 
nischen  Concerten  eingeladen  werden,  spielten  von  jeher  die 
Contrabassisten  eine  ganz  seltene  Bolle.  Ein  solcher  Fall  hat 
sich  neuerdings  ereignet,  indem  man  Hm.  G.  Laska,  den 
ausgezeichneten  Schweriner  Virtuosen  genannten  Instruments, 
für  das  Ende  Mai  in  Eochester  stattfindende  Musikfest  en- 
gagirte. 

*  Der  Hofcomponist  und  Director  des  Ballets  an  der  k. 
Oper  zu  Berlin  Hr.  Peter  Hertel  beging  am  28.  April  sein 
40jähriges  Componisten- Jubiläum,  indem  am  gen.  Tage  1852 
seine  Balletmusik  zu  ^antanella"  erstmalig  zur  Aufmhrung 
gelangte. 

*  Der  Dresdener  Hofopernsänger  Hr.  Biese  feierte  kürz- 
lich den  (iO.  Jahrestag  seiner  Bühnenthätigkeit. 

*  König  Albert  von  Sachsen  ertheilte  dem  Dresdener 
Kammermusicus  Hrn.  E.  Rüdiger  das  Ritterkreuz  2.  Classe 
vom  Albrechtsorden  und  ernannte  dessen  Collegen  Hrn.  A.Bauer 
zum  Kammervirtuosen. 

Todtenliste.  Moritz  Karasowski,  k.  Sachs.  Kammer- 
musiker, durch  seine  Chopin-Biographie  auch  weiteren  Kreisen 
bekannt  geworden,  f,  59  Jahre  alt,  am  20.  April  in  Dresden. 
—  Prof.  Gustav  Janke,  zweiter  Dirigent  des  k.  Domchors  zu 
Berlin,  f,  53  Jahre  alt,  am  22.  ApriL— Frau  Zoä  Kotsche- 
toff,  berühmte  russische  Opemsängerin,  f,  84  Jahre  alt,  am 
11.  April  in  Moskau.  —  Ed.  Lalo,  bekannter  französischer 
Componist,  f»  80  Jahre  alt,  am  22.  April  in  Paris.  —  Fran- 
cesco Lamperti,  berühmter  italienischer  Gesangsprofessor, 
t,  79  Jahre  alt,  am  1.  Mai  in  Como.  —  Prof.  Dr.  Wilhelm 
Rust,  Lehrer  am  k.  Conservatorium  der  Musik  und  Cantor 
der  Thomasschule  zu  Leipzig,  in  seiner  Bedeutung  als  prak- 
tischer Musiker,  Musikgelehrter  und  Componist  eingehend  im 
21.  Jahrgan^^  d.  Bits,  ^würdi^t,  %  im  70.  Lebensjahre  stehend, 
am  2.  Mai  ufolge  eines  Gehirnschlages 


Offener  Sprechsaäl. 

Sehr  geehrter  Herr! 

Finden  Sie  das  nicht  allzu  toll?  Die  „Neue  Zeitschrift 
für  Musik**  No.  14  (6.  April)  —  wer  sie  mir  heute  geschickt 
hat,  ich  weiss  es  nicht,  wills  nicht  wissen  —  schreibt  S.  164, 
Colonne  2 

„Beethoven  componirte  die  Symphonie  sulla  morte  d'un 
eroö  (auf  den  Tod  eines  Heldenr. 
Solche  Journalisten  -  Ignoranz  -  Frechheit  übertrifft  doch 
alles  Dagewesene! 

Una  meine  Wenigkeit,  der  richtig  nach  der  Origiual- 
partitur  citirt:  „Sinfonia  eroica  composta  per  festeggiare  il 
sovvenire  d'un  grand'  uomo",  wird  von  dieser  Windigkeit  der 
Lüge  beschuldigt!!!    Proh  Pudor! 

Können  Sie  mirs  verargen,  dass  ich  Ihre  „Seestadt  unter 
solchen  Umständen  auf  Lebenszeit  ebenso  enthusiastisch 
meiden  werde  wie  das  perfide  Lakaienklatschnest  Dresden? 


Hochachtungsvoll  ergebenst 


H.  v.  Bülow. 


Bi*iefl£a,8teii. 


y.  //.  in  C,  Von  den  eingesandten  Drucksachen  ist  nur  die 
neueste  zu  verwenden,  denn  unmöglich  köimen  wir  auf  Ihre 
Thaten  vom  Herbst  und  von  noch  früher  zurückkommen. 

Z.  G,  in  F,    Der  Violin  virtuos  Hr.  J.  Hubay  lebt  in  Buda- 

nt,  ist  ein  ehrlicher  Deutscher  von  Geburt  und  heisst  eigent- 
1  Huber. 


C.  Jf.  in  R.  Ueber  Draeseke^s  Oper  „Gudrun"  haben  wir 
gelegentlich  deren  Aufführung  in  Hannover  ausführlich  im 
17.  Jahrg.  unseres  Bits,  berichtet.  Es  ist  uns  unfasslich,  dass 
dieses  scnon  durch  seine  Selbständigkeit  bedeutende  und  her- 
vorragende deutsche  Werk  nicht  schon  längst  die  Bande  über 
die  besseren  Bühnen  gemacht  hat. 


$4ß 


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Flltgrcl-  und  Planfno-Falirlkant* 

Hofliefei^ant 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deatschland  und  Königs  von  Preassen, 

Ihrer  Haj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preussen, 

Ihrer  Haj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


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I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
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III.  Fabrik:    124  Reiehenberger-Strasse. 


[474.] 

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Dichtungen  aus  „Buch  der  Lieder'^  von  Holger  Drachmann  für 

eine  Singstimme  und  Piano. 

Woa-'Psalmeii  r 

No.  1.    Allmutter,  gut  und  gross! S  1,— 

No.  2.    Staubwolken  steigen  bei  jedem  Schritt  ,  .S  1, — 

No.  3.    Als  hoch  der  Voflmond ^  1, — 

Lieder  aus  der  Levante : 

No.  1.    Glaube M—fiO 

No.  2.  Bosporus!  Du  bebst  vor  Wonne  .  .  .  ^  ], — 
No.  3.  Furchtbar  ist  es,  wenn  wir  denken  .  .  .^  1, — 
No.  4.    Oft  sangst  du  Lieder  für  Andre     .     .    .  ,S  —,60 

Nirwana Ji  1,— 

Bs  ivaltet  oben  auf  den  liolien  FJ eilen  e^— ,H0 
Bs  gibt  Gestirne ^  1,— 

Hana  Hapthan, 

Op.  38.    Vier  Lrieder: 

No.  1.    Curiose  Geschichte     ........  Ji — ,75 

No.  2.    Greheimniss S — ,75 

No.  3.    Mit  deinen  blauen  Augen 4 — ,f>0 

No.  4.    Leise  zieht  durch  mein  Gemüth     .    .    .  Ji~fiO 

Op.  22,  No.  1.  Warnung  vor  dem  Wasser  (allen 
flotten  Dörpt'schen  Burschen  gewidmet)  für  eine  Sing- 
stimme mit  Piano S  1, — 

Alfred  Toff t, 

Op.6.  Brotisebe  Blätter.  Vier  Lieder:  No.l.  Sommer- 
mittag.  .^1,—.  No.2.  Elisabeth.  ^1,—.  No.8.  Sommer- 
nacht. ,S  1,—.    No.  4.    Der  Sommer,  ./i  1,—.  [476.] 

Wilhelm  Hansen,  Musikyerlag,  Leipzig. 


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Atteste  sind  an  das  Intendantur- Bureau  en  schicken.  Der 
Tag  des  Pro  bespiel  s  wird  den  Betroffenden  demnächst  mit- 
getheilt.     Reisekosten  werden  nicht  vergütet.  [484b.] 


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12 

Morceaux 

pour 
par 

Theodore  Gouvy. 


Cahler  I.    Pr.  Jt  6,—. 

No.  1.  Prölude. 

No.  2.  Siciliano. 

No.  3.  Barcarolle. 

No.  4.  Burlesca. 

No.  5.  Impromptu. 

No.  6.  Fanfare. 

Leipzig. 


Op.  83. 


Cahler  II.    Pr.  ji  6,-. 
No.  7.     Bagatelle. 
No.  8.     Chanson  portugaise. 
No.  9.     Intermezzo. 
No.  10.  Tambourin. 
No.  11.  Elegie. 
No.  12.  Alla  polacca. 

[486.1 

Fr.  Kistner. 


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wir,  ihre  Meldungen  unter  Beifügung  ihrer  Zeugnisse  bis 
zum  1.  Juni  c.  an  unseren  Vorsitzenden  Superintendent 
Oloff  einzureichen.  Wir  bemerken,  dass  der  Cantor  die 
Verpflichtung  zur  Bildung  und  Leitung  eines  Kirchen- 
chores zu  übernehmen  hat,  der  namentlich  bei  Festgottes- 
diensten die  Gemeinde  erbaut. 

Memel,  den  23.  April  1892.  [499c.] 

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Dm  MuBikaliflche  Wochenblatt  erRub-^int  jährlich  in  52  Nummern.  Der  Abonnementabetrac 
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[No,  20. 


iBhaltt   DI«  Sage  Ton  „Tristan  mid  laolds"  hei  Richard  Wagner. 

Lehre.    Ton  Dr.  JoliMineB  MerkaL  —    TageaeBSOhiohte:    __ __, 

—  Kirobenmiulk.  —  Opernanffilhmngan.  —  Vermlaobte  Mltthsilnngen 

—  Briefkasten.  —  AJizelgen. 


Ton  Dr.  Arihnr  Seid).     (Fortsetzung.)      —    7,ur   VsTflEnfaehong  der  Toniohllliael- 

CoBcsi-tamscbaa.  ~  EDgagementa  nnd  Qulsptele  In  Oper  and  Conoert. 

BD.  —  KriHsEher  Anhang:  Bayrenther  Tasohenkalooder  I8S2. 


Die   Sage  von  „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 


Et  sind  «beimo  TJele  Anläufe  und  Versache,  der 
feinen  Dialektik  d«8  Herzens,  wo  aicb  das  Leben  in  der 
Liebe  zum  Tod  zu  verknoten  scheint,  aaf  den  Grund  zu 
kommeD,  —  sprachlich-psycholog^ische  Exciireionen,  wie  sie 
weiterhin  zur  feinsinnigen  Sjnonj'mik  des  Wortes  „La- 
meir":  ans  Ameir  (Minnen),  amer  (bitter)  nnd  )a  mer 
(das  Meer) — man  rergesse  auch  nicht  „Des  Meeres  und 
der  Liebe  WeDen"!  —  fuhren  und  sich  schliesslich  auf 
ein  Wortspiel  oder  eine  Antithese  als  ihren  prägnantesten 
Ausdruck  zuspitzen,  wie  z.  B.  den  folgenden:  „Liebes 
Leben,  leiden  Tod  —  lieben  Tod  und  leides  Leben!" 
Ee  ist  das  grosse,  tiefe,  nnerschöpflicbeGrundthema  Goft- 
fried's  vom  „lieben  Leide", —dasselbe,  das  Rieh.  Wagner 
bereits  früher  einmal  (in  einer  seiner  FrosaBchriften)  an- 
geschlagen hatte,  wenn  er  den  schönen  Stabreim  bildete: 
„Die  Liebe  bringet  Lust  und  Leid,  doch  in  ihr  Weh  auch 
webt  sie  Wonnen"  —  oder  dichterisch  eingekleidet  hat 
im  „Nibelungen-Ring",  wenn  er  sein  Waldvöglein  im 
aSie^lfned''   dem  Recken  vorsingen  lAsst: 

„Lustig  im  Lied 

sing  ich  von  Liebe, 

wonnig  und  weh 

web  ich  mein  Lied: 

nur  Sehnende  kennen  den  Sinn!" 


ein  Thema,  welches  —  harmtoser  zwar,  ich  möchte  sagen: 
volksthümltch  —  auch  behandelt  ist  in  jenem  artigen 
Gedichtcheu  (ich  weiss  nicht  mehr,  von  wem  es  her- 
rührt), das  da  spricht: 

Ob  Lieben  Leiden  ist. 
Ob  Leiden  Lieben  ist, 
Weiss  ich  zu  sagen  nicht  t 
Aber  ich  klage  nicht; 
Lieblich  das  Leiden  ist. 
Wenn  Leiden  Lieben  ist.  — 

—  ein  Thema  endlich,  welches  ganz  in  Aem  gleichen  Sinne 
auch  entschieden  wird  in  der  Uhland'schen  Romanze:  „Der 
Caatellan  von  Couci",   und  zwar  hier  in  der  Strophe: 

„Aber  solch  ein  Herz  geniessen, 
Wendet  leichtlicb  die  Gedanken  .  .  , 
Ja,  ich  bin  dem  Tod  geweihet, 
Seit  mich  dieses  Herz  genfthret."   — 

Kurz,  es  ist  und  bleibt  die  ewige  Variation  des  einen 
Grnndthemas,  dos  „Hohe  Lied  der  Liebe",  — und  es  kann 
auch  kein  Zweifel  sein,  die  Anlage  zu  einem  solchen 
war  wirklich  auch  schon  in  dem  alten  Gottfried'schen 
Epos  aus  dem  Zeitalter  des  Minnesanges  in  Deutschland, 
virtualiter  wenigstens,  dürfen  vir  sagen  —  durchaus  vor- 
handen. Das  haben  auch  Andere  bereits  längst  heraus- 
gefühlt, indem  sie  die  Dichtung  mit  ähnlichen  classiscben 
Verherrlichungen  derselben  Grundidee,  wie  Pyramus  und 
Thisbe,    Hero  nnd  Leander,    Romeo  und  Julie  in  eine 


250 


Linie  rückten;  und  Gottfried  selber  in  seinem  Gedichte, 
bei  Schilderung  der  berühmten  Minnegrotte,  zeigt  durch 
Erwähnung  weiterer,  antiker  Beispiele  —  wie  PhiUis,  Eana- 
cee,  Biblis  und  Dido  —  deutlich,  dass  er  sicih  solchen 
Zusammenhangs  in  der  Idee  deutlich  bewusst  gewesen  ist, 
ja,  dass  er  mit  voller  Absichtlichkeit  ein  solch  hohes  und 
womöglich  unvergängliches  Lied  der  Liebe  thatsächlich 
anstimmen  wollte. 

Vortrefflich  charakterisirt  Simrock  einmal  diese  tie- 
feren Beziehungen  des  Stoffes  an  sich,  an  der  Stelle,  wo 
er  u.  A.  darauf  hinweist,  „wie  alle  diese  Liebessagen 
ihren  gemeinschaftlichen  Grundgedanken  gehabt  haben'': 
Die  Liebe,  sagt  er,  kennt  in  ihrer  Einseitigkeit  kein  an- 
deres Gesetz  mehr  als  das  eigene,  das  sie  zwingt,  sich 
zu  vollbringen.  Sie  ist  „des  Gesetzes  Erfüllung'*,  auch 
wenn  sie  mit  hundert  Gesetzen  sich  im  Widerspruch  be- 
finden sollte.  Sie  überwindet  alle  Hindemisse,  welche  die 
Aussenwelt  ihr  entgegenstellt,  durchbricht  jede  Schranke 
der  (blos  herkömmlichen)  Sitte,  um  nur  ihr  Ziel  zu  er- 
reichen, das  ihr  allein  Giltigkeit  hat  —  Wie  dieser 
Grundgedanke  in  Romeo  und  Julie,  der  bekanntesten 
dieser  Liebessagen,  durchgeführt  ist,  bedarf  keiner  Erin- 
nerung; auch  hier  geschieht  es  nicht  ohne  Verletzung 
wohlbegründeter  sittlicher  Ansprüche,  die  aber  für  die 
Poesie  so  wenig,  als  für  die  Liebe  allgemeine  Giltigkeit 
haben  können.  Pyramus  hinwiederum  ist  in  demselben 
Irrthum  wie  Romeo  befangen;  er  hält  die  Geliebte  für 
todt,  weil  er  ihr  zerrissenes,  blutiges  Gewand  findet.  Er 
misst  sich  selber  die  Schuld  ihres  Todes  bei  und  ersticht 
sich  über  ihrem  Gewand,  wie  Romeo  über  Juliens  ver- 
meintlicher Leiche  das  Gift  trinkt.  Aber  Thisbe  war  so 
wenig  als  Julie  gestorben ;  jetzt  freilich,  da  jener  Irrthum 
dem  Pjrramus,  dem  Romeo  das  Leben  gekostet,  gibt  sich 
auch  Thisbe  den  Tod,  stirbt  auch  Julie  vor  Schmerz  an 
der  Seite  des  Geliebten.  Ein  ähnlicher  Irrthum  wird  im 
Tristan  bei  Gottfried  durch  die  falsche  Nachricht  von  dem 
schwarzen  Segel  erregt  und  tödtet  ihn;  über  seiner  ent- 
seelten Hülle  bricht  dann  Isolden  das  Herz.   So  entweicht 


dem  Leander,  der  so  lange  der  stürmenden  Meerfluth  wider- 
standen hatte,  die  Stärke,  als  ihm  mit  Hero's  Fackel  der 
Stern  der  Liebe  zu  erlöschen  schien.  Der  Selbstmord 
Hero's,  welcher  diese  Geschichte  beschliesst,  läuft  dann 
wieder  ganz  parallel  mit  demjenigen  der  Thisbe: 

und  mit  fliegendem  Gewände 
Schwingt  sie  von  des  Thurmes  Rande 
In  die  Meerfluth  sich  hinab. 

u.  8.  w.  u.  s.  w.  —  So  ungefthr  Simrock  in  liebevoller  Aoa- 
föhrung;  und  gewiss  muss  es  daraufhin  von  um  so  grosserer 
Bedeutsamkeit  für  uns  sein,  bei  Wagner  nun  allen  diesoi 
Einzel-Sagen  im  Totalgewande  gleichsam  —  in  einer  Art 
von  gewaltig-genialer  Zusammenfassung  —  zu  begegnen. 
Vor  Allem  ist  es  die  wiederholte  Warnung  der  beiden 
Liebenden  vor  dem  heranbreohenden  Tage  (im  2.  Acte), 
die  ein  frappantes  Gegenstück  zu  der  analogen  Scene  in 
„Romeo  und  Julie"  bildet  Hier  (bei  Wagner)  ist  es 
Brangäne,  die  VertriiUte  selber,  mit  ihrem  Gesang  von 
der  Warte  herab,  dort  (bei  Shakespeare)  zuerst  die  Lerche 
mit  ihrem  Triller  und  erst  dann  die  Amme,  die  den 
Frühlichtstreif  im  Osten  künden  und  vor  Gefahren  warnen. 
(Ueberdies  noch  weist  dieser  Gesang  Brangänens  auf  den 
unter  dem  Namen  „Wächterlied  ^  in  der  Litteratur  be- 
kannt gewordenen,  speciell  der  Minnezeit  und  ihren  ge- 
heimen Sorgen  und  Gefahren  seine  Ausbildung  verdanken- 
den lyrischen  Typus  zurück.)  Nächstdem  erinnert  in  dem* 
selben  Aufzuge  zu  Beginn  die  Leuchte  Isoldens  wiederum 
an  Hero's  Fackel,  wobei  wir  dann  zugleich  nur  wieder 
daran  zu  denken  brauchen,  dass  dieses  Symbol  in  antik 
griechischer  Auffassung:  aufrecht  stehend  die  Fackel  des 
Eros,  gesenkt  aber  seinen  Gegenpol,  den  Tod,  bedeu- 
tete, —  um  alsbald  der  unvergleichlichen  Vertieftmg  auf 
den  Grund  zu  schauen,  welche  hier  .der  Vorgang  durch 
Wagner  erfahren,  und  die  weiteste,  grossartigste  Per« 
spective  vor  unseren  Blicken  sich  aufthun  zu  sehen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Zur  Vereinfachung  der  TonschlQssel-Lehre. 

Die  Nummer  14  Ihres  geschätzten  Blattes  brine;t-  einen 
Aufsatz  des  Hrn.  Max  Arena,  worin  ein  neuer  Vorscnlag  zur 
Pädagogik  der  Schlüssel- Lehre  in  der  Musik  gemacht  wird. 
Sehr  richtig  weist  der  Verfasser  darauf  hin,  dass  die  einzelnen 
Schlüsselgattangen  im  Quintenverhältniss  zu  einander  stehen 
und  dass  demnach,  da  man  theoretisch  jeden  Schlüssel  auf 
jede  Linie  des  Notensystems  setzen  kann,  jeder  Schlüssel 
identisch  mit  dem  Schlüssel  seiner  Ober-  resp.  Unterquint  ist. 

Ob  ich  also  das  c  durch  den  C-Schlüssel  auf  der  mittleren  Linie 
oder  durch  den  G-Schlüssel  auf  der  obersten  (fünften)  oder 
endlich  durch  den  F-Schlüssel  auf  der  untersten  (ersten)  Linie 
bezeichne,  ist  gleiche:iltig.  Ehenso  würde  der  C-Schlüssel  auf 
der  untersten  Linie  dem  G-Schlüssel  auf  der  mittleren  Linie, 
der  C-Schlüssel  auf  der  vierten  dem  F-Schlüssel  auf  der  zweiten 
Linie  entsprechen.  In  diesen  drei  Fällen*)  steht  immer  nur 
ein  Schlüssel  da,  wo  er  auch  in  der  Praxis  Vorkommt:  der 
C-Schlüssel;  dagegen  sind  die  zur  Vergleichung  herangezo- 
e^enen  G-  und  F-Schlüssel  auf  Linien  gesetzt,  auf  denen  sie 
m  der  Praxis  keine  Berechtigung  haben.  Hieraus  geht  her- 
vor, dass  dieser  Vergleich  die  Kenn tniss  der  Koten  im  F-  und 
G-Schlüssel  voraussetzt  und  nur  dazu  dienen  soll,  die  Erler- 
nung der  in  den  C-Schlüsseln  geschriebenen  zu  erleichtem. 


Unverständlich  bleibt  es  daher,  warum  der  Ver&sser  trotz- 
dem von  der  Erlernung  der  Schlüssel  überhaupt  spricht,  be- 
ginnt er  doch  die  Ausemandersetzung  seiner  Mlethoae  ab  ovo: 
mit  einer  Erklärung  des  Fünfliniensystemsl 

Viel  wichtiger  dagegen  erscheint  mir  eine  andere,  kürz- 
lich von  Hrn.  William  Wolff  in  Berlin  entwickelte  Methode 
zur  schnellen  Erlernung  der  Noten  in  den  beiden  Haupt- 
schlüsseln. Er  lässt  die  beiden  Liniensysteme  des  VioUn-  und 
Bassschlüssels  als  eine  Einheit  auffassen,  indem  er  sie-anein- 

ander  rückt  und  nur  fllr  die  Linie  des  mittleren  c  iRaum 
lässt,  welche  er  in  gebrochener  Weise  hineinzeichnet.  Nach 
den  nöthigen  Erklärungen  über  die  Benutzung  der  Linien  und 

ihrer  Zwischenräume  trägt  er  sodann  von  diesem  c  nach  oben 
und  nach  unten  die  Noten  der  Cdur-Tonleiter  ein  und  l&sst 
sie  einüben.  Sehr  wichtig  ist  bei  diesem  Verfahren,  dass  sich 
die  ersten  Noten  Vorstellungen  mit  der  Grundvorstellung  un- 
seres modernen  Tonsystems,  der  Cdur-Tonleiter,  decken. 

Die  hier  vorgeschlagene  gleichzeitige  Erlernung  der  BaJ»- 
und  Discantnoten  vermittelst  eines  Elfimiensystems  erscheint 
mirwerth,  weiter  verbreitet  zu  werden.  Sollten  Sie  mit  mir 
hierin  gleicher  Meinung  sein,  so  würde  ich  mich  freuen, 
wenn  Sie  diesen  Hinweis  gelegentlich  fllr  Ihr  geschätztes 
Blatt  verwenden  wollten.  Di.  Johannes  MerkeL 


*)  Die  anderen  noch  möglichen  Fälle  haben  keinen  Werth. 
da  bei  ihnen  Keiner  der  zur  Vergleichung  benutzten  Schlüssel 
der  Praxis  entspricht. 


261 


Tag  e  s  g  eschichta 


Berichte. 

Leipzig«  1.  März.  Der  yerffangene  Monat  Februar 
brachte  den  Theater-  and  Kunstfreunden  unserer  Stadt  ein 
überaus  freudiges  Ereigniss:  am  10.  betrat  unser  bertlhm- 
testes  Theatermit^lied,  Otto  Schelper,  nachdem  ihn  ein 
tückisches  Augenleiden  mehrere  Monate  lang  von  dem  Schau- 
platz seiner  so  selten  reich  gesegneten  künstlerischen  Th&tig- 
keit  fem  gehalten,  zum  ersten  Male  wieder  als  Fieiro  in 
Rossini*s  unverwüstlichem  .Barbier  von  SeviUa**  die  „Bretter, 
die  die  Welt  bedeuten".  Wenn  man  je  davon  sprechen  will, 
dass  ein  beliebter  Bühnenkünstler  bei  einer  besonderen  Ge- 
legenheit recht  gefeiert  worden  ist,  so  wird  man  jenes 
10.  Februars  gedenken  können,  —  denn  enthusiasmirter  kann 
ein  Publicum  wohl  kaum  sein,  als  damiüs,  begeistertere  Ova- 
tionen kann  es  selbst  seinem  ausgesprochensten  Lieblinge 
nicht  bereiten!  Es  gab  gar  kein  Ende  mit  Hervorrufen, 
Lorbeerkränzen  und  filumenspenden,  und  als  Schelper  am 
SchlusSj  zu  einigen  Dankesworten  gedrängt,  „Euch  macht 
Ihrs  leicht,  mir  macht  Dirs  schwer,  gebt  Ihr  mir  Armen 
zu  viel  Ehr"  begann,  da  glaubte  man  ihm  die  Bührung,  da 
begriff  und  fühlte  man  es,  dass  er  diesen  Tag,  als  einen  der 
schönsten  in  seiner  künstlerischen  Laufbahn,  nie  vergessen 
werde!  Der  in  jenen  Tagen  allgemein  ausgesprochene  und 
wohl  ebenso  herzlich,  als  aufrichtiK  gemeinte  Wunsch,  dass 
uns  der  grosse  Künstler  und  liebenswürdige  Mensch  noch 
recht  lange,  ia  wenn  möglich  für  immer  erhalten  bleiben 
möge,  soll  auch  an  dieser  Stelle  seinen  gebührenden  Nachhall 
finden.  — 

Die  Premiere,  die  uns  der  vergangene  Monat  brachte,  war 
Andrö  Messager's  „La  Basoche*^  deutsch  „Zwei  Könige^. 
Da  das  Werk  des  französischen  Componisten  auch  in  diesem 
Blatte  vor  einiger  Zeit  schon  eine  eingehendere  Besprechung 
gefunden,  so  können  wir  uns  heute  kurz  fassen.   Wenn  wir 
nach  dem  bedeutenden  Bof ,  der  ihm  fast  von  überall  her 
vorau8|png,   gewissermaassen  mehr  erwartet  hatten  und  uns 
eine  nicht  wegzuleucpaende  Enttäuschung  nicht  erspart  blieb, 
so  mag  das  vielleicht  individuell  sein  und  soll  nicht  als  für 
dae  Werk  entscheidend  hingestellt  werden;  gar  nicht  zu  ver- 
kennen ist  aber,   dass  ein  strenger  und  der  Sache  auf  den 
tiefbten  Grund  gehender  Kritiker  an  „La  Basoche*'  Viel  aus- 
zusetzen finden   wird.     Das  von   Aloert  Carrö  entworfene 
Textbuch  enthält  neben  nicht  zu  unterschätzenden,  echt  dra- 
matischen Zügen  einiee  derbe  Absurditäten  und  unmögliche 
Situationen.  Das  an  und  für  sich  nicht  genug  zu  lobende  Streben 
des  deutschen  üebersetzers  Ludwig  Hart  mann,  den  Noten- 
text möglichst  unberührt  zu  lassen,  hat  demselben  leider  zu 
öfteren  recht  unschönen  und  für  den  ersten  Moment  beinahe 
unverständlichen  Satzconstructionen  und  Bedewendtmgen  ver- 
ftüirt.*)    Was  die  Musik  anlangt,  so  beruht  ihr  Vorzug  in 
pikanten  Einzelnheiten,  L[istrumentationsfeinheiten  und  theil- 
weise  eeistvoU  ersonnenen  Klangcombinationen,  die  alle  die 
Hand  des  finnzösischen  Meisters  erkennen  lassen.    Erwähnt 
sei   der   entzückende   Frauenchor   im    ersten    Act    „Horch! 
Horch*'  (Ciavierauszug  pag.  27)   in   Desdur  mit  dem  Orgel- 
punct  auf  der  Dominante  As  in  der  Harfenstimme,  das  reizende 
Madrigal  in  F  dur  (Ciavierauszug  pa^.  81)  mit  seinen  hübschen 
Imitationen  im  Bass.    Im  zweiten  Act  gefiel  uns  neben  dem 

ginzen  niedlichen  Tischduett  zwischen  Clement  und  der 
önigin  Marie  hindere  der  das  Finale  einleitende  originelle 
Chor  „Nur  leise,  kein  Geräusch  gemacht**  (Cdur,  Ciavier- 
auszug pag.  146),  aus  dem  dritten  Act,  der  im  Allgemeinen 
xuusiluiliscn  etwas  abfilLllt,  seien  das  Lied  der  Fleurette 
^Meinen  Gatten  sollt  ich  nicht  erkennen^  (Bdur,  Clavier- 
auszng  pag.  198)  und  das  Couplet  des  Clement  „Friedlich 
mit  &  im  Kämmerlein^  (As  dur,  Ciavierauszug  pag.  216) 
erwähnt.  Die  Hauptnachtheile  der  Musik  von  „£ai)aBoche^ 
glauben  wir  einerseits  in  dem  Mangel  an  Stileinheit,  anderer- 
seits in  der  unverkennbaren  und  über  das  Maass  des  Erlaubten 
hinausgehenden  Anlehnung  an  Bichard  Wagner  erblicken  zu 
dürfen;  in  letzterer  Beziehung  denken  wir  besonders  an  die 
CbOre  des  ersten  Actes,  in  denen  die  frappantesten  Anklänge 
an  die  „Meistersinger^  nachzuweisen  sind,  femer  an  das 
G«s  dur-Duett  zwischen  Cl6ment  und  Fleurette  im  zweiten 


*)  Auch  kommt  es  vor,  dass  kurze  Endsilben  auf  eine 
länger  gehaltene  Note  fedlen.  so  z.  B.  in  dem  Couplet  Clöment's 
(ClATierausBug  pag.  217,  Zeile  4,  Takt  1)  bei  demWort  „Krone*'. 


Aufzug  „Wenn  deine  Lieb  der  meinen  gleicht^,  das  nament- 
lich von  den  Worten  ,JComm  herauf  ins  stille  Kämmerlein*' 
an,  was  Melodik  und  Khythmik  betrifft,  in  merkwürdigster 
Weise  an  den  „Tristian**  erinnert,  schliesslich  sei  noch  der 
vollständig  Wagner'schen  Behandlung  des  Homs  in  den  Mittel- 
stinunen  gedacnt,  so  z.  B.  in  der  (der  Anlage  nach  recht  un- 
bedeutenden) Ouvertüre  und  zu  Anfang  des  Finales  des  ersten 
Actes.  Mit  der  Einstudirung  des  an  fast  alle  Ausführenden « 
bedeutende  Ansprüche  stellenden  Werkes  hat  Hr.  Capell- 
meister  Porst  eine  bemerkenswerthe  künstlerische  That  voll- 
bracht: er  hatte  speciell  den  Chor,  der  ja  sonst  bei  uns  den 
wxmden  Punct  aller  Opern- Atiffilhrungen  bildet,  zu  einer  recht 
anständigen  Leistungstähigkeit  emporzuheben  verstanden,  und 
das  Orchester  folgte  seiner  belebten  Direction  mit  sichtlicher 
Hingabe.  Von  den  Solisten  zeichneten  sich  in  erster  Linie 
Frau  Baumann  und  Hr.  Merkel  in  den  BoUen  der  Königin 
Marie  und  des  Cltoent  aus,  Hr.  Knüpf  er  schuf  aus  der 
(hier  stark  zusammengestrichenen)  Partie  des  Herzogs  von 
Longueville  eine  ganz  ergötzliche  Charge,  Frau  Porst  als 
Fleurette  konnte  gesangßch  nicht  immer  vollständig  ge- 
nügen und  vergriff  unserer  Meinung  nach  auch  schauspielerisch 
Manches;  ihre  frühere  Thätigkeit  bei  der  Operette  warf  oft 
recht  deutlich  bemerkbare  Schatten  zurück.  Die  kleineren 
Bollen  waren  entsprechend  besetzt.  — 

Neueinstudirungen  gab  es  Eine  bei  uns  im  Monat 
Februar:  man  hatte  am  21.  Cherubini's  .Wasserträger",  dem 
in  erster  Linie  durch  seine  gemüthvoile  Handlung  stets  von 
Neuem  ein  unbestrittener  EiloIg  gesichert  ist,  wieder  einmal 
hervorgesucht,  eine  Wahl,  die  um  so  mehr  zu  loben  ist,  als 
wir  in  Hm.  Schelper  einen  Vertreter  der  so  ungemein 
sympathischen  Titelpartie  besitzen,  der  augenblicklich  wohl 
kaum  seines  Gleichen  hat.  Ihm  schlössen  sich  Frau  Bau- 
mann, Frl.  Mark,  Hr.  Merkel  und  Hr.  Marlon  als  Con- 
stanze, Marzelline,  Armand  und  Antonio  in  würdiger  Weise 
an,  Chor  und  Orcnester  unter  der  Direction  des  Hm.  Capell- 
meister  Paur  leisteten  sehr  Anerkennenswerthes.  — 

Zur  Feier  der  100.  Wiederkehr  von  Bossini 's  Geburts- 
tag hatte  man  am  29.  Februar  eine  Aufführung  seines  ^TelL" 
angesetzt,  in  der  sich  wiederum  Schelper  durch  die  in 
schauspielerischer,  wie  gesanglicher  Beziehung  gleich  meister- 
hafte Wiedergabe  der  Hauptrolle  auszeichnete,  und  in  der 
Hr.  Merkel,  unser  vortrefflicher  lyrischer  Tenor,  der  mit 
einem  jedesmaligen  Auftreten  Vollkommeneres  leistet,  Gelegen- 
heit hatte,  als  Arnold  seine  prächtigen  Stimmmittel  auf  das 
Glänzendste  zu  entfalten.  A&  Mathilde  bewährte  sich  Frau 
Bau  mann,  die  kleineren  Partien  waren  bis  auf  den  Baum- 
garten (Hr.  Greiner)  und  den  jungen  Fischer  (der  an  jenem 
Abend  gänzlich  heisere  Hr.  Degen)  in  geeigneter  Weise  be- 
setzt. Die  grosse  Rütli-Scene  am  Schluss  des  zweiten  Auf- 
zug gelang  imter  Mitwirkung  des  Gesangvereins  „Sänger- 
kreis^  recht  ^t,  um  die  Oberleitung  des  Ganzen  machte  sich 
Hr.  Capellmeister  Paur  verdient.  — 

Zur  Erinnerung  an  den  13.  Februar  hatte  man  am  Tage 
darauf  eine  Aufftmrung  der  „Meintersinger*'  angesetzt, 
über  die  wir,  da  sämmtliche  Bollen  in  den  allbekannten 
Händen  waren,  kurz  hinweggehen  können  und  nur  erwähnen 
wollen,  dass  Schelper  den  äachs  wieder  ganz  prächtig  inter- 
pretirte,  dass  Frl.  Mark  als  Evchen  bedeutende  Fortschritte 
macht,  dass  Hr.  Marion  wie  immer  ein  musterhafter  David 
war  und  dass  sich  als  Magdalene,  Pogner  und  Kothner 
Frau  Duncan-Ch ambers,  sowie  die  Hm.  Wittekopf  und 
Knüpfer  bewährten.  Der  Beckmesser  will  Hm.  Neldel  noch 
nicht  recht  glücken,  und  es  wird  ihm  auch  schwer  fallen,  in 
dieser  Partie  Vollendetes  zu  leisten,  da  sie  ihm  gesanglich 
zu  hoch  liegt  Der  Stolzing  des  Hrn.  Hübner  war  leider 
wieder  nur  wenig  genügend,  ebenso  wie  die  Leistung  der 
Chöre  oft  eine  recht  fragwürdige  war.  Das  Orchester  unter 
Capellmeister  Paur  spielte  zu  ungleichmässig,  als  dass  man 
zu  einem  ungetrübten  Kunstgenuss  hätte  kommen  können. 
Ausser  den  „Meistersingern"  war  der  Bayreuther  Meister  im 
vorigen  Monat  nur  noch  mit  einer  Aufführung  seines  „Tann- 
häuser**  vertreten,  die  um  deswillen  von  oesonderem  In- 
teresse war,  als  Hr.  de  Grach  zum  ersten  Male  die  Titeln 
partie  bei  uns  sang  und  sie  zwar  nicht  erschöpfte,  aber  doch 
in  Hinsicht  auf  die  grossen  Schwierigkeiten  einen  so  überaus 
glücklichen  Anlauf  nahm,  dass  man  von  der  Zukunft  nur 
das  Beste  zu  erwarten  hat.  Sehr  schön  sang  bis  auf  einige 
&UZ  pas  im  dritten  Aufzug  Hr.  Demuth  den  Wolfram,  wo- 

20* 


252 


gegen  man  die  Damen  Pewny  und  Calmbach  als  keine 
geeigneten  Vertreterinnen  der  Venus  und  der  Elisabeth  be- 
zeichnen kann.  — 

Zum  Schluss  dieses  Monatsberichtes  sei  noch  erw&hnt, 
dass  wir  am  24  Gelegenheit  hatten,  einer  recht  ^ücklichen 
„Fidelio" -Aufführung  Deizuwohnen,  und  dass  der  „Don  Juan** 
am  28.  zwei  Neubesetzungen  aufwies,  mit  denen  wir  uns 
aber  nicht  vollkommen  einverstanden  erklären  konnten.  Denn 
wenn  wir  über  die  Elvira  des  Frl.  Pewny  lieber  ganz  mit 
Stillschweigen  hinweggehen  wollen  (man  muthet  dieser  an 
und  ftlr  si^  sehr  talentvollen  jungen  Dame  neuerdings  viel 
zu  viel  zu  und  düjfte  ihr  dadurch  mehr  schaden  als  nützen), 
so  müssen  wir  gestehen,  dass  wir  von  dem  Don  Juan  des 
Hm.  Demuth  mehr  erwartet  und  nicht  geglaubt  hätten, 
dass  er  sich  einige  so  starke  Blossen  wie  an  jenem  Abend 
geben  würde!  —  F.  R.  Pfau. 

Leipzig.  Die  Hauptnrüfungen  am  k.  Conserva- 
torium  der  Musik.  (Scnluss.)  Ausser  auf  dem  Glavier, 
der  Orgel,  der  Violine  und  dem  Violoncell  producirten  sich 
Solisten  auch  auf  der  Flöte,  der  Clarinette  und  dem  Hom, 
sowie  im  Gesang.  Li  einer  der  Virtuosität  guten  Spielraum 
bietenden  Gomposition  für  Flöte  von  Toulou  zeigte  Hr.  Paul 
Hessler  aus  Stauchitz  i.  S.  vorzügliche  Tonbildung  und  be- 
deutende Fertigkeit  und  Sicherheit,  verbunden  mit  gut  musi- 
kalischer Empfindun|^.  Die  Clarinette  fand  Vertretung 
durch  die  HS.  Wüliam  Dougherty  aus  Winona  (Esdur- 
Ooncert  von  Weber)  und  Max  Wiedemann  aus  Leipzig 
(2.  und  1.  Satz  aus  dem  Bdur-Concert  von  Mozart).  Es  ver- 
riethen  diese  Vorträge  ein  schon  sehr  respectables  technisches 
Können,  welcher  Anerkennung  das  gelegentliche  Umschlagen 
eines  Tones  keinen  Eintrag  zu  thun  vermochte,  und  natür- 
lichen Ausdruck.  Das  Esdur-Ck)ncert  für  Waldhorn  von 
Mozart  wurde  im  ersten  Satz  von  Hm.  Bernhard  Zeumer 
aus  Leipzig  und  in  den  zwei  anderen  Sätzen  von  Hm.  Ernst 
Seidel  aus  Markneukirchen  vorgetragen  \md  schloss  sich  in 
seiner  Ausfühnm^  den  soeben  erwähnten  Leistungen  auf  der 
Clarinette  an,  vielleicht  mit  dem  Unterschied ,  dass  Das,  was 
dem  einen  Bläser  an  musikalischem  Geföhl  abging,  dem  an- 
deren an  der  technischen  G^schmeidie^keit  fehlte.  Li  der  Kunst 
des  Gesanges  legten  Proben  der  hereits  erlangten  Ausbil- 
dung ab:  Frl.  Ida  Schumacher  aus  Bostock in  I&indel's  Arie 
„O  hätt  ich  Jugal's  Harf**,  Hr.  Hermann  Bärge  aus  Leipzig 
in  Liedern  von  Grieg  und  Schumann,  Hr.  Friärich  Hüppe 
aus  Detmold  in  Walther's  Werbelied  „Fanget  an"  aus  den 
„Meistersingem"  von  Wa^er  und  Hr.  Adolph  Scholz  aus 
Breslau  in  Hal6yy's  Cavatine  „Wenn  ewger  Hass".  Frl.  Schu- 
macher hat  wenig  Stimme,  besitzt  aber  eine  sehr  hübsche 
Coloraturfertigkeit  und  singt  auch  rein.  Anscheinend  stimm- 
lich nicht  besonders  disponirt,  machte  Hr.  Bärge  diesen  Man- 
gel jedoch  vollständig  durch  seinen  geistig  und  seelisch  be- 
merkenswerthen  Vortrag  vergessen,  während  bei  Hrn.  Hüppe 
mehr  der  Glanz  des  Organs,  als  eine  besondere  Vertiefung  des  Aus- 
drucks den  äusseren  Erfolg  sicherten  und  Hr.  Scholz  nach  keiner 
Seite  hin  über  ein  anstänaiges  Mittelmaass  hinausreichte.  Zu 
den  Sololeistungen  dürfte  noch  das  Concertino  für  drei  Trom- 
peten von  F.  Vorberger  zu  zählen  sein,  das  von  den  HH. 
Ferdinand  Baschdorff  aus  Katto wi tz,  Heinrich  V o g e s  aus 
Hessen  und  Bichard  Dittmer  aus  Leipzig-Reudnitz  tonlich 
durchweg  gut  gerathen  und  mit  sieghafter  Bravour  zu  Gehör 
befördert  wurde,  wogegen  das  von  18  Geigern  unisono  vorgetra- 

fene  „Perpetuum  mobile"  von  Paganim  nebst  Einleitung  Von 
iorillo  mehr  nach  Seite,  des  Ensemblespiels  gravitirt  und  als 
derart  vorzüglich  gelungene  Nummer,  dass  sie  sofort  wieder- 
holt werden  musste,  zu  Anfang  der  Leistungen  auf  diesem 
Gebiet  erwähnt  sein  mag,  welche  wie  folgt  sich  darstellten: 
Streichquintett  von  Svendsen  =  HH.  Paul  Listemann  aus 
Boston,  Friedrich  Wasshausen  aus  New- York,  Oskar  Krug 
aus  Altenburg,  Otto  Hundhammer  aus  Reichenbach  i.  V. 
und  Franz  Liste  mann  aus  Boston  (von  den  beiden  äusseren 
Stimmen  der  talentirten  Brüder  Listemann  ebenso  liebevoll 
wie  sicher  getragen,  war  das  Ensemble  sehr  befriedigend 
und  gedieh  dem  Werke  überall  zu  kräftiger  Wirkung),  Streich- 
quintett Op.  29  von  Beethoven  — HH.  Louis  Zimmermann 
aus  Groningen  Emil  Schochardt  aus  Merseburg,  Ferdinand 
Schäfer  aus  Wiesbaden,  Walter  Barchewitz  aus  Schweid- 
nitz  und  Philipp  Hammig  aus  Leipzig  (eine  in  den  von  uns 
gehörten  beiden  ersten  Sätzen  sehr  fleissige  und  gewissenhafte 
Leistung),  Esdur-Clavierquartett  von  Mozart  =  Frl.  Becky 
Baum  aus  Danzic;  und  HH.  Alfred  Wille  aus  Greiz,  Walter 
Barchewitz  imd  Carl  Barth  aus  Weimar  (sorgfMtige  Ein- 


studiruns  zeigend,  litt  der  Vortrag  öfter  etwas  unter  der  Hast 
der  Pianistin,  die  sonst  aber  recht  sauber  spielte),  Es  dar- 
Ciavierquartett  von  Schumann  nr  Frl.  Clara  Wesarg  ans 
Braunschweiß  und  HH.  Alfred  Wille,  Hellmuth  Rudolph 
aus  Diethenslorf  und  Philipp  Hammig;  Fdur-Claviertrio  von 
Gade  =  Frl.  Katie  Stauber  aus  Clinton  und  HH.  Alfred 
Wille  und  Carl  Barth;  Fdur-Clavier- Violinsonate  von  Grieg 
=  Frl.  Marie  Hansen  aus  Melbourne  und  Hr.  Louis  Zimmer- 
mann (nach  unserem  Gewährsmann  —  wir  selbst  haben  die 
letzten  drei  Ensemblenummem  nicht  gehört  —  ist  besonders 
das  Schumann'sche  Quartett  ganz  prächtig  gegangen,  der 
Wiedergabe  der  Grieg'schen  Sonate  hat  es  einigermaassen  an 
Temperament  gefehlt,  während  das  Gade*sche  Trio  eine  gute 
Durcnschnittsleistung  ergeben  hat) ,  Hmoll-Qnartett  für  Solo- 
violine, 2.  Violine,  Viola  und  Violoncell  von  L.  Spohr,  die 
Solo  Violine  im  1.  Satz  von  Hrn.  Anton  Korb  ans  Platten  und 
im  2.  Satz  von  Hm.  Ludwig  Lauboeck  aus  WunsiedeL  die 
Begleitung  von  den  HH.  Joseph  Richter  aus  Leipzig,  Hell- 
muth Rudolph  und  Gert  Haas; m.ans  aus  Rotterdam  gespielt 
(mit  virtuosem  Chic  überwand  bei  zufriedenstellender  Intona- 
tion Hr.  Korb  die  verschiedenen  Schwierigkeiten  seiner  Auf- 
gabe und  nicht  weniger  wurde  Hr.  Lauboeck  der  seinen  ge- 
recht; Beiden  ist  jedoch  noch  grösseres  Tonvolumen  zu  wün- 
schen), DmoU-Cla vier- Violinsonate  von  Gade  =:  PrL  Katie 
Matthaei  aus  Martinsburg  (W.  Va.)  und  Hr.  Anton  Korb 
(mit  Lust,  Liebe  und  gutem  Gelingen  gespielt,  machte  dieser 
Vortrag  einen  sehr  erfreulichen  Eindruck),  Becitativ  und  An- 
dante aus  der  Ciavier- Violasonate  von  A.  Rubinstein  =r  HH. 
Hugo  Goldfarb  aus  Stargard  und  Ernst  Sattler  aus  Bock- 
wa  i.  S.  (dem  mit  lebenaiger  Auffassung  seinen  dankbaren 
Part  ausführenden  Bratschisten  schmiegte  sich  der  Pianist  da, 
wo  er  mehr  begleitend  war,  aufmerksam  und  decent  an,  ohne 
jedoch,  wo  es  nöthig  war,  es  an  der  richtigen  Selbständigkeit 
fehlen  zu  lassen),  1.  Satz  der  Clavier-Clarinettensonate  von 
Draeseke  =  HH.  Georg  Luschen  aus  Zwischenahn  in  Olden- 
burg und  Wüliam  Dougherty  (der  bei  dieser  Gelegenheit 
besonders  hervortretende  schöne  Ton  des  Clarinettisten  er- 
freute ebenso,  wie  die  einsichts-  und  geschmackvolle  Behand- 
lung des  Ciavierparts),  Variations  concertantes  für  Ciavier  und 
Violoncell  von  Mendelssohn  =  Frl.  Clara  Hillger  aus  New- 
Orleans  und  Hr.  Philipp  Hamm  ig  (eine  in  der  GKüto  der 
musikalischen  Litelligenz  und  der  Tongebnng  mehr  nach  Seite 
des  Violoncellisten  neigende,  im  Ensemble  aber  beide  Theüe 

fleich  ehrende  Leistung).  —  Mit  dem  schwächsten  Theil  der 
'rüfungen,  dem  der  Compositionsfrüchte  des  Institute,  achlies- 
sen  wir  unseren  Bericht.  Es  wurden  an  solchen  vorgesetast: 
Orchest^rouverturen  von  Fritz  Hempel  aus  Altenburg  (ecclö- 
siastique)  und  N.  Lrving  Hyatt  aus  Troy  in  Amerika  (zu 
„Enoch  Arden"),  Quintett  für  Ciavier  und  Streichinstrumente 
von  Julius  Bleichmann  aus  St. Petersburg  (der Componist und 
HH.Paul  u.  Alfred  Wille  aus  Greiz,  Emil  Schochardt  und  Philipp 
Hammig),  zwei  Romanzen  für  Pianoforte  und  Violine  (me 
Componistin  und  Frl.  Leila  Taylor  aus  Oxford),  vier  Olavier- 
stücke  (Frl.  Birdie  Vosburgh  aus  Clinton)  und  Lieder  „Ein- 
samkeit" und  -An  meine  Königin"  (Frl.  Paula  Doenges  aus 
Leipzig)  von  üora  C  ad  de  11  aus  Torquay  in  Enc^and,  Suite 
für  zwei  Pianoforte  (HH.  Albert  Lockwood  und  W^alter  Haan 
aus  Brooklyn)  und  Phantasie  für  Pianoforte  (Hr.  Albert  Lock- 
wood) von  N.  Irving  Hyatt,  Variationen  für  davier  von 
Robert  Löwenstein  aus  Hamburg  (der  Componist),  Phan- 
tasiestück und  Mazurka  für  do.  von  Wilhelm  Mittrup  ans 
Düsseldorf  (der  Componist),  zwei  Orgelstücke  von  Adolph  Fey 
aus  Neumünster  (der  Componist),  Lieder  „Am  Brünnelein*' 
und  Zwieg-esang  von  Robert  Löwenstein  (Frl.  Flora  Wolf 
aus  Chemnitz),  „Herr  Frühling",  Wiegenlied,  „Ilse"  (Frl. Elise 
Schmidt  aus  Leipzig-Reudnitz),  „Vale",  „Der  Zigeunerbu"  und 
„Liebeslust  und  -Leid"  (Hr.  Otto  Schröder  aus  Halle  a.  S.)  von 
Ernst  Müller  von  hier.  Von  den  beiden  Ouvertüren  haben 
wir  die  Hyatt'sche  versäumen  müssen.  Dieselbe  wurde  von 
vorurtheilslosen  und  urtheüsÖLhigen  Musikern  als  ein  Werk 
bezeichnet,  das  in  der  Selbständigkeit  und  Wirksamkeit  seiner 
Gedanken,  der  Trefflichkeit  der  thematischen  Arbeit  und  in 
Bezug  auf  Instrumentation  eine  Ausnahmestellung  unter  den 
in  den  letzten  Jahren  bei  dieser  Gelegenheit  gebotenen  Or- 
chestercompositionen beanspruchen  dürfe.*)  Das  andere  Stück 

*  Dieses  Urtheil  wird  negativ  auch  bestätigt  durch  den 
Effect,  den  das  Novum  auf  das  verrostete  musikalische  Gtehim 
des  Hrn.  Eduard  Bemsdorf  gemacht  hat,  denn  der  kritische 
Senf,  den  dieser  Kritikaster  zu  diesem  Fall  gibt,  lautet,  dass 
besagte  Ouvertüre   „geradezu   abstossend  durch   gedankliche 


268 


gleicher  Gattong  von  Hempel  war  mehr  mit  dem  Verstand 
und  einer  in  den  contrapunctisohen  Disciplinen  schon  recht 
kundigen  Hand,  als  mit  selbstschöpferiscner  Phantasie  ge- 
schrieben und  machte  dementsprechenden  Eindruck.  Nach 
der  Hyatt'schen  Ouvertüre  und  dessen  theilweise  sehr  inter- 
essanter Suite  für  zwei  Claviere  rangirte  hinsichtlich  des 
inneren  Werthes  das  Ciavierquintett  von  Bleichmann,  eine 
Composition  voller  Greist  und  Frische,  sowie  respectabler  Er- 
findungskraft, deren  Wirkung  nur  die  übergrosse  L&nge 
einiger  Theile  in  Etwas  Abbrudi  that.  Was  sonst  von  instru- 
mentalen Novitäten  zu  Gehör  gelangte,  war,  vielleicht  mit 
Ausnahme  der  uns  nicht  ganz  vers&ndlich  gewordenen  Gla- 
vierphantasie  von  Hyatt  und  der  von  uns  versäumten,  aber 
gerimmten  Orgelstücke  von  Fey,  nicht  derart,  dass  man  be- 
sondere Merkmale  angeben  könnte,  und  das  Gleiche  gilt,  wenn 
man  ein  paar  Nummern  des  Hm.  Müller  ausnimmt,  von  den 
Liedern,  von  welchen  besonders  die  des  Frl.  Gaddell  das  Mög- 
lichste an  Physiognomie-  und  Interesselosigkeit  leisteten.  Das 
Schülerorchester  stand,  wo  es  in  Action  kam,  unter  der 
sicheren  und  befeuernden  Leitung  des  Hm.  Sitt:  nur  Hr. 
Hempel  nahm  in  der  eigenen  Ouvertüre  die  Zügel  selbst  in 
die  Hand,  eine  Dirigentenerscheinunfi^,  die  in  diesen  Prüfungen 
immer  seltener  geworden  ist,  während  in  vielen  anderen 
Musikschulen  die  Directionsübung  der  Schüler  ein  obligato- 
risches Fach  bildet  und  die  Eleven  nicht  blos  ihre  eigenen 
Werke  dirigiren  dürfen,  sondern  ihr  Geschick  auch  in  der 
Leitung  fremder  Ensemblecompositionen  —  sowohl  in  den 
üebungsstunden,  wie  vor  dem  Publicum  —  zu  zeigen  haben. 
Wenn  wir  auch  schon  wiederholt  ohne  Resultat  auf  diesen 
Mangel  an  unserem  in  allem  üebrigen  auf  der  Höhe  der  Zeit 
stehenden  Conservatoriimi  hingewiesen  haben,  so  soll  uns  dies 
doch  nicht  abhalten,  im  Interesse  des  Instituts  von  Neuem 
auf  diesen  Punct  zurückkommen  und  zu  einer  Aenderung 
hierin  anzuregen. 

Dresden.  Die  zu  Gunsten  der  Platen-Stiftung  f&r  Freitag 
angesetzte,  in  Folge  eines  Unfalles,  welcher  unseren  Walther 
betroffen,  aber  aufgeschobenen  Vorstellung  der  „Meister- 
singer*^  fand  am  2.  Mai  bei  ansverkauftem  Hause  statt.  Sie 
war  eine  Festvorstellung  im  besten  Sinne  des  Wortes.  Denn 
über  der  ganzen  Darstellung  lag  die  Weihe  vornehmer  künst- 
lerischer Stimmung,  die  gerade  für  die  „^^i^tersin^er**  so 
nöthig  ist,  wenn  der  in  der  Dichtung  ruhende  unversiegbare 
Born  tiefster  und  anmuthigster  Poesie  wirksam  hervorquellen 
soll.  Die  Chöre  der  Hofoper,  deren  Trefflichkeit  ja  weithin 
anerkannt  ist,  waren  in  allen  ihren  Leistungen  vorzüglich, 
die  „Prügelsceue"  blieb,  entgegengesetzt  dem  Tohuwabohu** 
anderer  Bühnen,  immer  noch  Gesangsscene,  rein  und  präcis  in 
Stimmung  und  Einsatz.  Geradezu  erhebend  wirkte  die  Yolks- 
scene  am  Schlüsse  des  Werkes.  Arrangements  und  Haltung 
des  Chors  wie  der  Comparserie  ist  in  Dresden  mustergiltig. 
Die  Dresdener  Begie  vermag  auch  dieses  schwierige  Material 
zur  künstlerischen  Wirkung  zu  zwingen.  Das  fkllt  besonders 
Dem  auf,  der  von  Leipzig  Kommt  und  dort  gelernt  hat,  sich 
an  schlechtes  Einsetzen,  Auseinand ersinnen  des  Chores  und 
theilnahmloses  Herumstehen  der  Statisterie  nachgerade  zu  fi^e- 
wöhnen. —  Die  scenische  Wirkung  ist  in  Dresden  unerreicht, 
weder  der  in  Berlin  entfaltete  Prunk,  noch  die  reiche  Aus- 
stattung in  Wien  vermag  sie  zu  übertreffen :  bis  ins  Kleinste  ist 
durch  Gruppirung,  Decoration  und  die  besondere  Beleuch- 
tung, die  bresden  zu  eigen,  eine  malerisch-ideale  Stimmung 
über  das  Bühnenbild  ausgebreitet. 

Was  die  Efnzeldarst^ung  betriffb,  so  war  das  Beste,  was 

Geboten  ward,  der  Hans  Sachs  des  Hrn.  Scheidemantel.  Der 
Künstler  gab  eine  vollkommen  ausgearbeitete  schauspielerische 
Leistung,  aus  der  überall  liebevolles  Eindringen  und  feinfühliges 
Verstänoniss  sprachen.  Ein  Vergleich  der  Auffassung  Scheide- 
manteVs  mit  dem  Sachs  Schelper's  gibt  eine  Fülle  von  Anre- 
gung zur  Vertiefung  in  das  Werk  selbst.  ScheidemantePs 
Sachs  findet  seinen  Schwerpunct  in  würdevollem,  schönem 
Ernste;  während  Schelper  die  liebenswürdige  Bonhommie  des 
Charakters  am  meisten  betont,  lässt  Scheidemantel  die  künst- 
lerische Gesinnung  und  Tendenz  mehr  hervortreten.  Das  zeigt 
sich  gleich  im  ersten  Acte  mit  Beckmesser  ganz  auf- 
fallend. Schelper  wendet  in  dieser  Scene  dem  Merker  gegen- 
über feine,  köstliche  Ironie  an,  Scheidemantel  bis  zur  Ent- 
rüstung gehenden  vorwurfsvollen  Ernst.  Er  legt  den  Nach- 
druck auf  den  Künstler  Sachs,  Schelper  auf  die  Persönlichkeit. 

Corruptheit  und  Verworrenheit,  formelle  Ausbündigkeit  und 
wüsten  Orchesterlärm"  wirke. 


Die  gesangliche  Leistung  ScheidemantePs,  dessen  Stimme  jetzt 
auf  der  Höhe  steht,  war  wundervoll.  Der  Walther  des  Hrn. 
Gritzinger  war  mehr  Bitter  als  Junker,  das  jugendliche 
Ungestüm,  das  der  dichterische  Charakter  verlangt,  kam  nicht 
zur  Geltung.  Was  den  Gesang  betrifft,  so  falten  diesem  oft 
das  innerliche  Feuer  und  der  Schmelz  der  Stimme.  Das  Organ 
des  Sängers  klang  oft  zu  hart  und  rauh.  Spiel  und  Haltung 
waren  durchweg  vornehm  und  klar  bestimmt.  Hr.  Hofmüller 
hat  seinen  treimchen  David  in  Bayreuth  einstudirt  bekommen, 
ob  aber  alles  Das,  was  er  vorbrachte,  mit  dem  Stempel  der  heilifi;en 
Tradition  versehen,  erscheint  fraglich.  David  ist  ein  lieber, 
frischer  und  munterer  Bursch,  so  gab  ihn  auch  Ho&nüUer, 
leider  nur  etwas  zu  munter.  Sachsens  Lehrbnb  darf  auch 
seinen  Ernst  haben,  allzuvieles  Herumspringen  und  Lustigsein 
schadet.  David  soll  nicht  —  zappelig  sein !  Besonders  im  ersten 
Act,  wo  er  dem  Bitter  den  Codex  des  Zunfbgesanges  herbetet, 
muss  ein  gewisser  Ernst  verlangt  werden.  David  soll  sich 
damit  wichtig  thun,  nicht  aber  sich  darüber  lustig  machen. 
Die  Eva  sang  Frau  Witt  ich.  Bei  ihr  überwiegt  der  gesang- 
liche Theil  der  Partie  stets  den  darstellerischen.  Leider  aber 
—  ob  durch  Erschöpfung  oder  Indisposition,  soll  unergründet 
bleiben — versagte  im  dritten  Act  ihr  der  Wohllaat  der  Stimme 

fänzlich ;  dadurch  kam  das  Quintett  um  seine  ganze  Wirkung, 
'rau  Wittich  versuchte  mit  aller  Anstrengung  ihre  Stimme 
zu  halten,  allein  abgesehen  davon,  dass  sie  im  Takt  ausein- 
ander war,  verdarb  ihr  bis  ins  Kreischen  gesteigerter  Ton  alle 
Wirkung.  Auch  bei  der  Darstellung  dieser  Scene  hält  sie  — 
aber  hier  auch  nicht  Frl.  Malten  —  den  Vergleich  mit  der 
Leipziger  Eva  Frl.  Mark  aus,  in  der  tiefinnigen  und  weihe- 
vollen Wiedergabe  ist  diese  den  Dresdener  Partnerinnen 
weit  überlegen.  Beim  Beckmesser  des  Hm.  Jensen  fiel  die 
Auffassung  der  BoUe  auf.  Hr.  Jensen  bemühte  sich,  seinem 
Merker  ein  repräsentatives  Moment  zu  geben,  der  Hr.  Stadt- 
schreiber trat  dabei  in  den  Vordergrund  und  zeigte  mitunter 
ganz  chevalereske  Allüren.  Jensen^s  Darstellung  war  nicht 
unpassend  und  uninteressant,  Beckmesser  ist,  wie  man  sieht, 
in  allen  Prägungen  möglich,  man  kennt  ihn  als  Possen-Hans- 
wurst, wie  als  Franz  Moor-artigen  Bösewicht.*)  Warum  man 
aber  selbst  in  Dresden  noch  einige  Possen-Mätzchen  als  Zu- 
gabe zu  den  .Meistersingern''  iür  nöthig  erachtet,  ist  uner- 
findlich. Beckmesser  und  der  Nachtwächter  glauben  immer 
noch,  dazu  verpflichtet  zu  sein.  Etwas  Seltenes  in  ihrer  Art 
war  die  Darstellung  des  Kothner  durch  Hm.  Gutzschbach. 
Das  war  wirklich  ein  Stück  von  dem  behäbigen,  seiner  Würde 
bewussten,  aber  philiströsen  Bäckermeister,  wie  ihn  sich  der 
Dichter  gedacht  und  wie  er  ihn  wohl  auch  dargestellt  wissen 
wollte!  Hugo  Dinger. 


Concertumschau. 

Aachen.  7.  Stadt.  Abonn.-Conc.  (Schwickerath)  mit 
S.  Baches  Matthäus-Passion  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frauen 
Hoeck-Lechner  a.  Carlsmhe  u.  Metzler-Löwy  a.  Leipzig  und 
der  HH.  Kaufmann  a.  Basel  u.  Hildach  a.  Berlin,  sowie  eines 
einheim.  ungen.  Bassisten. 

Altenbupg.  Musikal.  Abendunterhalt,  des  Männergesang- 
vereins am  4.  April:  Männerchöre  v.  W.  Stade  („Frimlings- 
reigen**  u.  ,jVor  Jena"),  Vierling  („Maienwald"  u.  „Esgfeult 
mer"),  H.  Sitt  („0  wilÜtommen,  Frühlingswonne")  u.  A.,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Gondar  a.  Leipzig  (Ges.,  „Jetzt  ist  er  hinaus" 
V.  H.  Iliedel,  „Ein  Obdach  gegen  Sturm"  v.  B.  Kahn,  „Zur 
Drossel  sprach  der  Fink"  v.  d* Albert,  „Lieblich  hat  sich 
gesellet"  v.  W.  Stade.  „Leb  wohl,  lieb  Gretchen"  v.  Gade 
u.  Wiegenlied  v.  W.  Taubert)  u.  des  Hm.  Funger  v.  hier 
(Clav.,  „Liebesgedicht",  „Schmetterling"  u.  „An  den  Frühling" 
V.  Grieg,  Gavotte  eig.  Comp.  etc.). 

Altena.  3.  Symph.-Conc.  des  Bürgerver.:  Bdur-Svmph. 
V.  Havdn,  symph.  Prolog  zu  Dante'sTDivina  Commedia"  v. 
F.  V.  W  oy rsch,  „Oberen" -Ouvert.  v.  Weber,  Ballade  u.  Polon. 
f.  Viel-  V.  Vieuxtemps  (Hr.  Saal). 

*  Nach  der  gelegentlich  der  in  Rede  stehenden  Auffüh- 
rung geäusserten  Ansicht  des  Hm.  Ferd.  Gleich  ist  Beckmesser 
überhaupt  keine  „komische"  Figur,  „sondern  eine  unglaub- 
liche (!)  Carrikatur,  die  man  sich  allenfalls  in  einer  Posse 
oder  Burleske  gefallen  lassen  kann,  vielleicht  auch  wohl  ein 
der  dem  Meister  übel  wollenden  musikaÜsch-reactionären 
Kritik  geltender  Racheact  (!)",  —  so  neben  anderem  Unverstand 
und  Unsinn  aus  gleicher  Feder  zu  lesen  in  No.  125  des  „Dr. 
Anz."  D.  ßed. 


254 


Büekeburgr*  6.  Auffuhr,  des  Oratorienver.  (Sahla)  mit 
Haydn's  „Jahreszeiten"  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Schmidt- 
Köhne  a.  Berlin  u.  der  RH.  Zameckow  a.  Berlin  n.  Brune  a. 
Hannoyer. 

Carlsruhe.  Auffuhr,  des  Ver.  f.  evangel.  Kirchenmusik 
unt.  Mitwirk,  der  Sängerinnen  Frls.  Helbing  u.  Zimmer  aus 
Frankfurt  a.  M.,  desBaritonisten  Hm.  Baumer  u.  des  Organisten 
Hm.  Werner  a.  Baden-Baden  am  10.  April:  Psalm  96  f.  Bari- 
tonsolo, Chor,  Org.  u.  Harfe  v.  Müller-Hartung,  Chöre  v. 
M.  Frank  u.  A.,  Soli  f.  Ges.  v.  Gade  („Aus  dem  Staube")  u.  A. 
u.  f.  Org.  V.  S.  Bach  (Prael.  u.  Fuge  in  CmoU)  u.  Guilmant 
(zwei  Sätze  a.  der  Dmoll-Son.).  —  Am  12.  April  Auffuhr,  v. 
Mendelssohn'«  „Paulus"  durch  den  Philharm.  Ver.  (Kühner^ 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Beuss,  des  Frl.  Friedlein  und 
der  HH.  Bosenberg  und  Eömhildt.   —    ComeHus-Abend  am 

25.  April:  Einleitende  Worte  des  Hrn.  Mottl  über  P.  Corne- 
lius, Scene  a.  der  Oper  „Der  Cid"  (Frl.  Mailhac  u.  Hr.  Flank), 
Lieder  „Untreu",  „Veilcnen",  „Komm,  wir  wandeln"  u.  „In 
Lust  und  Schmerzen"  (Frl.  Königst&tter) ,  Brautlieder  (Frau 
Reuss)  u.  verschiedene  Gedichte  (Hr.  Wassermann)  v.  P.  Cor- 
nelius. 

Chemnitz.  Symph.-Conc.  des  Hrn.  Asbahr  am  2.  April: 
Dmoll-Symph.  v.  Th.  Schneider  (unt.  Leit.  des  Compon.), 
Ouyert.  zur  „B&uberbraut"  v.  Ferd.  Bies,  Andante  aus  dem 
Streichquart.  Op.  11  v.  TschaXkowsky,  Negerlieder  u.  -Tänze, 
bearbeit.  v.  Sohulz-Beuthen,  Gbsan^vorträge  des  Frl.  Boehme 
(Ariea.  „Samson  und  Dalila"  v.  Saint-Saäns,  „Im  Maien"  v. 
B.Becker  etc.). 

Cineinnati.  Piano  Becitals  des  Hm.  G.  Schneider  am 
12.  u.  26.  März  m.  Compositionen  v.  F.W.  Eust  (Bdur-Son.), 
Schumann  (Phantasiestücke),  Grieg  (,.Humore8ken"  Op.  0), 
Beethoven,  Mozart,  A.  Bird  (Variat.),  Ad.  Jensen  („Idyllen" 
No.  2  u.  4  a.Op.  43)  u.  Schubert. 

Danzig.  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Dr.  0.  Fuchs  unter 
gesangl.  Mitwirkung  des  Frl.  Daniela  u.  des  Hm.  Pauli  am 

26.  März:  Vocalduett  „Liebesgarten"  v.  Schumann,  Soli  für 
Ges.  V.  C.  Fuchs  („Das  Blatt  im  Buche".  Schäfer-Eomanze^ 
^hlafendes  Kind**,  „Der  Mider"  u.  „Verlassen")  u.  A.  u.  f. 
Clav.  V.  Brahms  (GmoU-  u.  Hmoll-Khaps.  u.  Ddur-Ballade), 
Beethoven  (Sonate  Op.  57),  Hiller  (Tocc.),  Liszt  (1.  Ungar. 
Bhaps.)  u.  A.  — -  Gheistl.  Musikabend  des  Hm.  Dr.  C.  Fuchs 
unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Brackenhammer  (G^.))  der  Frau  G«mm 
(Harfe),  des  Männergesan^er.  (v.  Kisielnicki)  u.  der  Theil'schen 
Militaircap.  am  12.  April:  Conc.  f.  Org..  Streichorch.  u.  zwei 
Oboen,  Vorspiel  u.  Choräle  „Ein  Lämmlein  geht",  „Christ  ist 
erstanden*  u.  „Ein  feste  Burg",  sowie  Cdur -Toccata  f.  Orgel 
V.  S.  Bach.  Männerchöre  v.  Eccard,  Palestrina  u.  M.  HaycLn, 
Larjgo  f.  Harfe  u.  Org.  v.  Händel,  Soli  f.  Ges.  von  F.  Kiel 
(Arie  a.  „Christus")  u.  B.  Becker  („Meine  Seele  ist  stille  zu 
Gott"),  f.  Org.  V.  Liszt  („In  der  Sixtinischen  Capelle")  und 
Nicolai -Liszt  (Ouvert.  üb.  „E3in  feste  Burg"). 

Dessau.  Am  15.  April  Aufftihr.  v.  F.  Schneider*s  Orat. 
„Gethsemane  und  Gk>k^atha"  durch  den  Singechor  u.  solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  Schneider  u.  Grunow  u.  der  HH.  Feuge, 
Kirchner  u.  Schönlein. 

Dordreeht.  2.  Conc.  der  Orch.-Vereenig.  (Erdelmann): 
Militär83rmph.  v.  Ha^dn,  Ouvert.  zu  „Die  weisse  Dame"  von 
Boieldieu,  Balletmusik  a.  „Feramors"  v.  Bubinstein,  „Herz- 
wunden" u.  „Der  Frühling"  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  GesanR- 
vorträge  des  Frl.  Klinge  a.  Crefeld  („Ave  Maria"  v.  Bruch, 
„Es  muss  was  Vi^underbares  sein"  v.  F.  Bies  etc.). 

Dresden.  10.  Prüf. -Auffuhr,  im  k.  Conservat.  f.  Musik: 
„Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Solo  vortrage  der  Frls.  Mal- 
medö  (G«s.,  Arie  v.  Verdi),  Walker  (Ges.,  Arie  v.  Meyer- 
beer) und  Beichel  (Clav.,  2.  u.  1.  Satz  des  DmoU-Conc.  von 
Rubinstein)  u.  der  HH.  Grützner  (Ges.,  „Die  Frist  ist  um"  v. 
Wagner),  Zeidler  (Violonc,  2.  u.  1.  Satz  des  Conc.  v.  MoHque) 
u.  Anders  (Clar.,  1.  Satz  des  Conc.  v.  Spohr).  —  AufRlhmng 
der  Hofcap.  f.  den  Unterstützungsfbnds  f.  ihre  Wittwen  und 
Waisen  unt.  Leit.  des  Hm.  Schuchu.  Mitwirk,  der  Solisten 
Frls.  Brüning  u.  Fröhlich  u.  der  HH.  Anthes  u.  Nebuschka, 
sowie  der  Dreissig'schen  Singakad.,  des  Lehrer-Gesangver., 
der  oberen  Classen  des  k.  Conservat.,  des  k.  Hoftheatersing- 
chors  u.  der  k.  Hofkirchensänger  u.  Capellknaben  am  10.  April: 
Verwandlungsmusik  u.  Schlussscene  des  I.Aufzuges  a.  „Par- 
sifieJ"  V.  Wagner,  9.  Symph.  v.  Beethoven. 

Düren.  Conc.  des  Instrumentalver.  (Hilgers)  am  8.  Aprik 
1.  Satz  der  2.  Symph.  v.  Brahms,  Ungar.  Suite  f.  Oroh.  v. 
H.  Hof  mann,  feosamunde"-Ouvert.  v.  Schubert,  Clavierquint. 
V.  Schumann,  Lieder  v.  Liszt  („Die  Loreley")  u.  A. 

Duisburg.    Bich.  Wagner-Conc.  unter  Leit.  des  Hm. 


Gille  a.  Düsseldorf  am  11.  April:  Ouvertüren  zum  „Fliegenden 
Holländer"  u.  „Tannhäuser",  Vorspiele  zu  „Lohengrin"  und 
den  „Meistersingern",  Fragmente  a.  „Tannhäuser",  „Lohen- 
grin", der  „Walküre^  (Liebeslied  [Hr.  Frank],  Wotan's  Ab- 
schied [Hr.  Lurgenstein]  und  „Feuerzauber"),  „Götterdämme- 
rung" (Tagesgrauen  u.  Scene  [Frl.  Schindler  u.  Hr.  FrankJ,^ 
Trauermarsch  u.  Schlussscene  [Frl.  Schindler])  u.  „Parsifal** 
(„Char£reitagszauber").  (Ein  dortiger  Beferent  schreibt  über 
dieses  Concert:  „Wir  gehen  nicht  &hl,  wenn  wir  dieses  Con- 
cert  Über  die  in  letzter  Zeit  hier  stattgefundenen  grösseren 
musikalischen  Aufführungen  stellen  j  in  tadellosen ,  fein  aus- 
gestalteten Leistungen,  in  einem  gediegenen  Zusammenwirken 
der  orchestralen  Kräfte  wird  wohl  schwerlich  Eines  derselben 
auf  gleicher  Höhe  mit  ihm  stehen."  Dann  weiter^  anschei- 
nend mit  Bezug  auf  die  sonstigen  Musikverhältnisse  Duis- 
burgs: „Man  konnte  glauben,  einen  neuen  Tag  angebrochen 
zu  sehen,  einen  neuen  Tag  auf  musikalischem  Gebiet  nach  all 
den  zwar  vielfach  herrlichen,  häufig  aber  auch  durch  ihre  bis 
zum  Ermüden  oftmalige  Wiederholung,  durch  ihre  an  glatten, 
engbegrenzten  üfem  dahinfliessende  Tonfülle  übersättigend 
wirkenden  alten  Werken.") 

Eberswalde.  89.  Conc.  des  Concertver.:  Clav.-Violinson. 
Op.  47  V.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  Cornelius  („Komm,  wir 
wandeln"), Kienzl  („Immer leiser"),  daMotta  („Guter Bath** 
u. -Ländlicher  Beigen"),  B.  S  t  r  a  u  s  s  („Ständchen" ),  H.  S  c  h  m  i  d  t 
(„Waldruf"),  Stange  („Die  Bekehrte")  u.  A.,  f.  Ciavier  von 
Liszt  („Au  bord  dnine  80urce")u.  A.  u.  f.  Viol.  v.E.  Singer 
(Bomanze),  Sgambati  (Seren,  napol.)  u.  Bazzini  (Gnomen- 
tanz). (AusftUirende:  Frau  Schmidt-Köhne  [G^.l  u.  HH.  da 
Motta  [Clav.]  u.  Fink  [Viol.].)  (Das  da  Motta'sche  Lied  „Länd- 
licher Keigen"  musste  Frau  Schmidt-Köhne  auf  stürmisches 
Verlangen  da  capo  singen.  Ein  dortiger  Beferent  schreibt 
über  dasselbe:  »Mir  ist  kaum  ein  Lied  bekannt,  in  welchem, 
wie  in  Dichtung,  so  auch  in  Composition  die  alljährlich  in 
jedes  Menschen  Brust  erklingende  Frühlingslust  einen  so  hin- 
reissend beredten  Ausdruck  gefunden  hat.  Das  Lied  ist 
eine  wahrhafte  Bereicherung  des  Liederrepertoires  der  Sän- 
gerin und  wird  überall,  wo  es  erklingt,  die  Herzen  zum  Jubel 
stimmen.") 

Elsleben.  Passionsmusikaufftlhr.  am  12.  April,  unt  Mit- 
wirk, der  S&igerin  Frl.  Wa^er  a.  Cöln  u.  A.  m.  veranstalt. 
V.  Hm.  Organist  Bichter :  G^isÜ.  Dialog  f.  Chor,  Altsolo  u.  Org. 
V.  A.  Becter,  Chöre  V.O.  Bichter  („AffnusDei"),M.Haydn, 
H.  F.  Müller  („Mein  Jesus  wird  am  Aoend  spät")  u.  A.,  Soli 
f,  Ges.  V.  S.  Bach  u.  f.  Org.  v.  S.  Bach  und  C.  F.  Engel- 
brecht (Choralvorspiel  „Herzliebster  Jesu"). 

Elberfeld.  Conc.  der  Liedertafel  (Dreeert)  am  27.  März: 
Listrumentalnummem  v.  Cherubini,  Hänoel  und  Mascagni 
(Litermezzo  a.  „Cavalleria  rusticana"),  Männerchöre  v.  Men- 
delssohn („Festgesang  an  die  Künstler",  m.Orch.),  Kremser 
(„Wenn  Zweie  sich  gut  sind"),  B.  Prayon  („Heim")u.  D re- 
ger t  („Sängertreue"),  Männerquartette  m.  Sopransolo  v.  Dr e- 
fert  („Wenn  sich  zwei  Herzen  scheiden")  u.  Hill  er  („Die 
enster  auf),  Solovorträge  des  Frl.  KrStma  v.  hier  (Gto^ing, 
„Bispetto"  V.  J.  Bönt^en  etc.)  u.  des  Hm.  Schmidt  a.  Bar- 
men (Violonc,  „Arlequin"  v.  Popper,  TaranteUe  v.  Fi- 
scher etc.). 

Erfurt.  Am  29.  März  Auffuhr.  v.Mendelssohn's  „Elias" 
durch  den  Musikver.  (Mertel)  unter  solist.  Mitwirk,  des  Frl. 
Krötma  u.  der  HH.  Grahl  u.  Fitzau. 

Esslingen.  Passionsconc.  des  Oratorienver.  (Prof.  Fink) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Fink  u.  der  HH.  Lorch  u.  Beck 
(Ges.),  sowie  Schmidhuber  (Org.)  am  12.  April:  Fragmente  a. 
dem  „Tod  Jesu"  v.  Graun  u.  dem  „Messias"  v.  Händä,  G«istl. 
Dialog  f.  Chor  u.  Solo  m.  Org.  v.  A.  Becke  r,  ^em,  Chöre  von 
S.  Bach  u.  Chr.  Fink  (gMüd  vom  Sehnen"),  Männerchöre  v. 
B.  A.  Weber,  GkiUus  u.  E.  F.  Bichter  („Gross  sind  die  Wo- 
gen"), Soli  f.  Gtes.  u.  f.  Orgel.  (Anknüpfend  an  die  an  den 
Verein  abgegebene  Erklärung  der  Frau  Fink,  künftighin  die 
grösseren  Solopartien  in  dessen  Aufführungen  nicht  mehr 
übernehmen  zu  wollen^  schreibt  ein  dortiger  Beferent:  „Ln 
Laufe  der  letzten  30  Jahre  hat  Frau  Fink  etwa  115  Mal  die 
grösseren  Soli  in  geistlichen  und  weltlichen  Musikwerken 
übernommen,  mit  eisernem  Fleisse  und  aufopfernder  Hinge- 
bung unter  der  Leitune  ihres  Hm.  Gemahls  studirt  und  stets 
mit  Staunenswerther  Sicnerheit,  mit  künstlerischem  Verständ- 
niss  und  wärmster  Empfindung  zur  Durchführung  gebracht 
und  dadurch  die  Herzen  der  Zuhörer  erquickt,  erfreut,  erbaut 
und  oft  gerührt,  und  dies  Alles  stets  in  selbstlosester  Weise, 
wodurch  sie  zugleich  dem  Oratorienvereine  Tausende  von 
Mark  erspart  hat.  Und  wie  hat  sie  durch  ihre  mustergiltigen 


255. 


Vorträge  die  Lehrthätiekeit  ihres  Gatten  so  trefflich  unter- 
sttltzt!  Landauf,  landab  hören  wir  von  alten  und  jungen 
Lehrern  mit  Begeisterung  von  ihren  Kunstleistungen  reden.**) 
Frankfurt  a.  M.  3.  Conc.  des  Gaecilien- Vereins  (Prof. 
Müller)  m.  S.  Bach's  Matthäus-Passion  unter  Solist.  Mitwirk, 
der  Frau  Hoeck-Lechner ,  des  Frl.  Eloppenburg  u.  der  HH. 
Pichler,  Hildach  u.  Ad.  Müller.  —  Letztes  Conc.  des  Frank- 
furter Trios  der  HH.  Kwast,  Bassermann  und  Becker  unter 
Mitwirk,  der  HH.  Sistermans  (Gesang)  u.  Allekotte  (Viola): 
FmoU-Clavierquart.  v.  B.  Scholz,  D  moU-Claviertrio  v.  Schu- 
mann, Lieder  v.  Beethoven. 

Genf«  Ck>nc.  des  Organisten  Hm.  Barblan  unt.  Mitwirk, 
des  Hm.  Thiele  (Pos.)  und  eines  Vooalcjuart.  am  16.  April: 
Vocalquartette  v.  Schubert  u.  Danzi,  Soli  f.  Org.  v.  Barblan 
(Pr^l.).  Mendelssohn  (zwei  S&tze  a.  der  8.  Sonate),  C.  Frank 
(Adagio  a.  Op.  16)  u.  S.  Bach  (GmoU-Phant.)  u.  f.  Pos.  von 
Mendelssohn  u.  H.  Thiele  (Phant.  über  „Parsifal**  [!]). 

Görlitz«  Geistl.  Musikaufflihr.  des  Ghorgesangyer.  (Hell- 
wig)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Sängerinnen  Frau  Fischer  aus 
Zittau  u.  FrL  Spiess  am  19.  April:  Geistl.  Dialog  f.  Altsolo 
u.  Chor  m.  Harmon.  v.  A.  Becker,  Chöre  v.  Vulpius,  Lotti, 
M.  Bach  u.  M.  ßlumner  („Selig  sind  die  Todten**),  Vocal- 
duett  „Durch  das  dunkle  Thor  der  Schmerzen^  von  Händel, 
Gesangsoli  von  Franck,  Wer  mann  („Ich  möchte  sein")  und 
Raff  („Sei  still**).  (Frau  Fischer  hat,  wie  man  schreibt,  mit 
ihren  Solo  vortragen,  „in  denen  ihre  so  schöne,  voUe,  so  recht 
kirchliche  Stimme  zu  grösster  Wirksamkeit  kam**,  ihre  Zu- 
hörer ordentlich  begeistert.) 

Gotha.  8.  Vereinsconc.  der  Liedertafel  unt.  solist.  Mit- 
^virk.  des  Frl.  Möbius  a.  Sondershausen  u.  des  Hm.  Büttner 
(Gres.),  sowie  des  Violinisten  Hm.  Künzel:  „Danse  macabre** 
V.  Saint-Saöns,  Vorspiel  (zu?)  v.  Reinecke,  „Johanna  von 
Orleans**  f.  Männerchor,  Soli  u.  Dreh.  u.  Arie  des  Simon  Dach 
a.  „Aennchen  von  Tharau"  v.  H.  Hof  mann,  Schnitterchor 
a.  „Prometheus**  v.  Liszt,  2.  u.  3.  Satz  a.  dem  Edur-Violinconc. 
v.  Vieuztemps. 

GothenburST-  Concert  der  Harmoniska  SäUskapet  (Dr. 
Valentin)  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Frederiksen,  Czapek,  Levan 
u.  A.  am  9.  April:  Fragmente  a.  „Köni^  Thamos**  v.  Mozart, 
„Aarstidsbilleder**  f.  Soli  u.  Clav,  zu  vier  Händen  v.  Gade, 
„Ezcelsior**  f.  Solo  u.  Chor  v.  Liszt,  Streichquartettsätze  v. 
Rubinstein  (a.  Od.  17)  u.  Tschaikowsky  (a.  Op.  11),  zwei 
Sätze  a.  dem  Dmou-Violinconc.  v.  Wieniawski. 

Im  Haag.  Am  12.  April  AufEÜhr.  v.  S.  Baches  Matthäus- 
Passion  unt.  Leit.  des  Hm.  S.  de  Lange  und  solist.  Mitwirk. 
der  Frls.  de  Roever  u.  Kempees  a.  Amsterdam  u.  des  Hnou 
Hintzelmann  a.  Berlin,  sowie  des  Hm.  Messchaert  und  eines 
ungen.  Bassisten  a.  Amsterdam. 

Hambarg.  6.  Volksconc.  der  Philharmon.  Gesellschaft: 
ß.  Symph.  V.  Beethoven,  „  Wasserträger** -Ouvert.  v.  Cherubini, 
2.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volkmann,  Ciavier  vortrage  des 
Hm.  Rosenthal  (Esdur-Conc.  v.  Liszt  u.  „Camaval**  v.  Schu- 
mann). —  32.  Privataufftihr.  des  Gesangver.  v.  1680  (Prof. 
Bödecker)  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Faller  u.  der  HH.  Geor^  u. 
Kugelberg:  Ddur-Clav.-Violoncellson.  v.  Rubinstein,  Vanat. 
Op.  6  f.  ao.  V.  L.  Bödecker,  zwei  Sätze  a.  der  Suite  Op.  140 
f.  do.  V.  F.  Lachner,  gem.  Chöre  v.  E.  Grell  („Abend"), 
Schlottmann  (Frühlingslied),  Billeter  („Frühling^uss* 
u.  „Frühling  ohn  Ende^),  Härder  („Bitte**)  und  Härtel 
(„Waldeefrieaen**),  Frauenohöre  v.  Hummel  („Der  Mai**  und 
„Frühlingslust**)  u.  Reinecke  (»Vom  Bäumlein,  das  andere 
Blätter  gewollt**).  Gesan^li  v.  Stange  („Die  Bekehrte**)  u.A. 
—  Am  15.  April  Conc.  un  Stadttheater  unter  Leit.  des  Hm. 
Mahler  n.  soBst.  Mitwirk,  der  Frauen  Liasmann  u.  Heink  u. 
der  HH.  Cronbm;er  u.  Lissmann:  Requiem  v.  Mozart,  „Te 
Deum"  f.  Soli,  Chor,  Orch.  u.  Org.  v.  Ä.  Brückner. 

limsbruek«  6.  Mitgliederconc.  des  Musikver.  (Pembaur): 
Chöre  V.  Palestrina,  F.  Idiel  (nünd  ob  ich  schon  wanderte** 
u.  „Wie  lieblich  sind  deine  Wohnungen**),  F.  Hegar  (»Lie- 
derfrühling**), L  Brüll  („Süsses  Be^bniss**)  und  Meyer- 
Olbersleben  (BrautHed),  Orgelvortoäge  des  Hm.  Homeyer 
a.  Leipzig  (Tocc.  u.  Fuge  in  Dmoll  v.  S.  Bach,  DmoU-äon. 
V.  Menddissohn  u.  Phant  u.  Fuge  üb.  BACH  v.  Liszt). 

Nürnberg«  Kammermusikaoend  der  HH.  Göllerich  von 
hier  ^lav.),  Bassermann  a.  Frankfurt  a.  M.  (Viol.)  u.  Kiefer 
a.  Erfurt  (Violonc.)  am  14.  März:    Claviertrios  v.  Beethoven 

a».  70,  No.  1)  u.  Schubert  (Od.  10^  „Tristia**  f.  dieselben 
trumente  v.  Liszt,  Gdur-clav.-YiolonceUson.  v.  Nicod6. 
(Ein  dortiges  Blatt  schreibt  hierüber  u.  A. :  „Die  Darbietungen 
dieses  Künstlertrios  gehörten  in  der  That  zu  den  ausgesuch- 
testen musikalischen  Genüssen,  die  man  sich  auf  dem  Gebiete 


der  Kammermusik  denken  kann.")  —  3.  Conc.  des  Philharm. 
Ver.  (Winderstein)  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares  Ritter 
(Q^s.  u.  Viola  alta):  „Harold** -Symph.  v.  Berlioz,  „Egmont**- 
Ouvert.  V.  Beethoven,  Soli  f.  Gesang  v.  Weber,  Franz  („Im 
Herbst**),  H.  Ritter  („Du  bist  mein**)  und  Lassen  („Früh- 
ling**) u.  f.  Viola^lta  v.  Rubinstein(And.  a.Op.  49),  Liszt 
(Romance  oubli^e)  u.  H.  Ritter  (Mazurka). 

Oels.  Am  23.  März  Aufführ.  v.  Haydn's  „Jahreszeiten** 
durch  den  G«sangver.  f.  gem.  Chor  (Winkelmann)  unt.  solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Gk)ldschmidt  a.  Sondershausen  und  der  HH. 
Prof.  Kühn  u.  Paiü  a.  Breslau. 

Osnabrüek.  4.  Kammermusikabend  der  HH.  Oeser  von 
hier  (Clav.),  Wünsch  u.  Bieler  a.  Braunschweig  (Streicher): 
Claviertrioev.  Volkmann  (BmoU)  u.  Brahms  (Cdur),  Clav.- 
Violinson.  Op.  47  v.  Beethoven.  (Auch  dieser  letzte  Kammer- 
musikabend erfreute  sich  der  rückhaltslosen  Anerkennung  der 
dortigen  Presse.  Einer  der  Berichte  sohliesst:  „Das  verständig 
abgewogene  Zusammenspiel ,  die  SorgÜEdt,  mit  der  die  drei 
Vortragenden  an  ihre  Aufgabe  herantraten  und,  was  irgend 
daraus  geschaffen  werden  konnte,  zu  voller  Schönheit  er- 
stehen hessen,  die  bei  den  heutigen  Ansprüchen  keineswegs 
leichte  Auswanl  der  Piöcen  und  eine  nicht  immer  dankbare 
Mühewaltung  sind  ohne  üebertreibung  wirklich  anzuerkennen. 
Hr.  Oeser  befindet  sich  mit  diesem  seinen  letzten  Concert- 
abend  in  der  Saison  am  Ende  einer  erfolgreichen  Thätigkeit. 
Sein  musikalisches  Unternehmen  steht  leoenskräftig  auf  der 
Höhe  unseres  Musiklebens.**) 

Penlg.  Kirchenconc.  des  Kirchenchors  u.'de8  Chorgesang- 
ver.  unt.  Leit.  des  Hm.  Rühling  u.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl. 
Lenniick  a.  Dresden  u.  der  HH.  Reichardt  sen.  u.  jun.  aus 
Waldenburg.  sowie  des  Stadtoroh.:  Zwei  Sätze  a.  der  Dmoll- 
Sonate  für  Orgel  zu  vier  Händen  von  G.  Merkel,  „Gloria** 
f.  Chor,  Soli,  Orch.  u.  Org.  v.  M.  Hauptmann,  Chorgesänge 
V.  M.  Hauptmann  („Ich  danke  dem  Herrn**,  m.  Soli)  u.  E.  F. 
Richter  („Kann  icns  ermessen**  und  „Gib  deinen  Frieden**), 
Soli  f.  Qtes.  V.  Mendelssohn,  Hiller  (Gebet)  und  Wermann 
(Danklied)  u.  f.  Org.  v.  Mendelssohn  (Variat.  u.  And.  a.  der 
6.  Sonate).  (Die  Anfßihrung  findet  eine  begeisterte  Bespre- 
chxmg  in  einem  dortigen  Blatt.  Betre£&  der  Chorleistungen 
wird  u.  A.  geschrieben:  „Was  hier  an  rhythmischer  Schfiffe, 
Intelligenz  und  Adel  der  Phrasirung,  Musterhaftigkeit  dei: 
Aussprache  und  insbesondere  Schärfe  der  Consonantirung  von 
Nichtberu&sängem  geleistet  wurde,  bliebe  einfekoh  unerklärt 
ohne  die  Annahme  eines  heroisch  das  Gkinze  emporreissenden 
Einzelnwillens,  der  seine  Untergebenen  weit  üb^  das  schale, 
nur  physikalisch  richtige  Notensingen  hinaus  zu  unbewusst 
künstlerisch  schaffenden  Werkzeugen  seines  eigenen  künstle- 
rischen Willens  und  Bewusstseins  sich  schafft.  Wir  glauben, 
mit  diesen  letzteren  Ausführungen  Hm.  Cantor  Rühling  eine 
längst^eschuldete  Anerkennung  auszusprechen  und  nicht  so- 
wohl eine  Kritik  zu  üben,  als  vielmenr  eine  Erklärung  zu 
g^ben,  die  auf  frühere  ConcerÜeistungen  des  Hm.  Cantor 
ühling  gleicherweise,  wie  auf  das  Kirchenweih-Concert  an- 
gewendet werden  muss.**) 

Trier.  4.  Ver.-Conc  (Lomba)  m.  HändePs  „Messias**  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Krötma  a.  Elberfeld  u.  Höf  ken  aus 
Cöbi  u.  der  HH.  Wolf  a.  Cöln  u.  Schulz-Domburg  a.  Würz- 
burg. (Von  den  Solisten  war  der  Tenorist  leidend  und  Frl. 
HöiKen  neu  för  Trier.  Man  schreibt  Über  dieselbe  u.  A.: 
„Gute  Schule,  natürlicher  Vortrag,  treffliche  AufßEissung  zeich- 
nen die  Dame  aus. . .  .  Der  Vortrag  hat  etwas  ungemein 
Schlichtes  und  Inniges,  etwas  geradezu  Seelenvolles.**) 

Weimar.  4.  Abonn.-Cono.  des  Chorgesangvereins  ^of. 
Müller-Hartung)  m.  A.  Tottmann*s  Märchencomp.  „Edel- 
weiss**  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Martersteig,  Sältzer, 
Braun  u.  Ickel  u.  der  HH.Kühn  u.  Goepfardt.  (Declam.:  Hr. 
Dr.  Vulpius.) 

■V  V^raUtU  Ptofframme,  «owfo  Programm$  ohne  Angäbe  von  Ort  und 
Datum  müoMn  volUtändig  unbeaeMot  hlHbent 

Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Boston.  Meister  Brodsky  stellte  in  einem  Concert  des 
New -Yorker  Philharmonischen  Orchesters  mit  dem  Vortrag 
des  Beethoven'schen  Violinconcertes  eine  Leistung  hin,  wie 
man  sich  deren  in  solcher  Vortrefilichkeit  hier  nidit  erinnern 
kann.  Besonders  der  langsame  Satz  wurde  in  solcher  Wärme 
und  Reinheit  des  Tones  noch  nicht  gehört.  Ein  wahrer  Bei- 
fallssturm erbrauste  am  Ende  seines  Vortrages.  Hr.  Alwin 
Schröder,  der  in  Europa  rühmlichst  bekannte  Violoncellist, 


256 


erschien  den  Bostonianern ,  obgleich  er  während  der  Saison 
mehrfach  hervorgetreten  war,  erst  im  rechten  Licht  in  dem 
von  ihm  gegebenen  Recital.  „In  der  Breite  des  Stils,  der 
meisterhaften  Technik,  dem  feinen  Geschmack  und  der  Em- 
pfindimg zeigte  er  sich  als  Einen  der  grössten  Violoncellisten 
der  Welt**,  sagt  der  New- Yorker  „Musical  Cgfirier**.  —  Frank- 
furt a.  M.  Frau  Stau di gl  hatte  für  ihr  zweites  Gkistspiel- 
auftreten  die  Ortrud  gewählt  und  fdhrte  auch  diese  Partie  mit 
der  Vollendung  einer  Meisterin  durch.  Die  hiesige  Oper  macht 
im  Engagement  dieser  Künstlerin  eine  überaus  glückliche 
Acquisition.  —  Innsbruck.  Für  das  5.  Mitgliederconcert  des 
hiesigen  Musikvereins  war  Ihr  Leipziger  Orgelmeister  Hr. 
P.  Homeyer  als  Solist  gewonnen  worden,  der  auf  dem 
schönen  Orgelwerke  des  Stadtsaales  geradezu  Sensation  mit 
seinem  grossartigen  Spiel  erregte,  denn  eine  gleich  stupende 
Virtuositöt  auf  den  Manualen  und  Pedalen  und  eine  gleich 
sichere  geistige  Beherrschung  der  Vortragsobiecte  war  wohl 
noch  keinem  der  begeisterten  Zuhörer  vorgelcommen.  Und 
welch  feinen  Klangsinn  zeigte  der  grosse  Meister  im  Begist- 
riren?  —  London.  Frl.  Carrie  Pringle  entzückte  in  einem 
Orgelconoert  des  Hm.  DufPield  die  Zuhörerschaft  durch  den 
Vortrag  HändePscher  und  Mendelssohn'scher  Arien.  Ihre 
klare,  reine  und  metallische  Sopranstimme,  zu  geistlicher  Mu- 
sik besonders  geeignet,  klang  wie  eine  „himmlische  Botschaft** 
durch  die  weiten  Itäume  des  Gotteshauses.  —  Marseille.  Im 
letzten  classischen  Goncert  der  Saison  erspielte  der  belgische 
Pianist  Hr.  de  Greef  sich  und  seinem  Hauptstück,  dem  AmoU- 
Concert  von  Grieg,  einen  beträchtlichen  Erfolg.  —  Münehen. 
Im  Hoftheater  hat  in  zwei  WaCTer-Partien  (Brünnhilde  in 
der  „Walküre"  und  Senta)  Frl.  !fi£Lrie  Joachim  aus  Elberfeld 
gastirt  und  mit  ihrem  schönen,  warm  timbrirten  Organ  und 
ihrer  lebensvollen  Darstellung  einen  wirklich  tiefen  Eindruck 
auf  den  verständigen  Theil  des  Publicums  gemacht,  sodass 
man  der  Intendantur  nur  rathen  kann,  sich  dieses  herrlichen 
Talentes  für  unsere  Hof bühne  zu  versichern.  —  Nantes.  Die 
hiesige  Presse  feiert  enthusiastisch  die  Pianistin  Frl.  Marie 
Weingaertner,  welche  das  E moU-Concert  von  Rubinstein, 
Werke  von  Liszt,  Chopin  und  neueren  Franzosen  virtuosen- 
haft  gespielt  hat  und  mit  Blumen  bedeckt  wurde.  —  New- 
York.  F^rau  Joachim  vermochte  in  ihrem  1.  Recital,  trotz- 
dem ihre  Stimme  den  höchsten  Anforderungen  nicht  mehr 
entspricht,  lebhaft  zu  interessiren.  —  Zeitz.  Die  letzte  Auf- 
führung des  Musikvereins  hatte  das  Vocalquartett  Frau 
Ronneburger  aus  Berlin,  Frl.  Fröhlich  und  HH.  Ronne- 
burger  und  Glömme  aus  Dresden,  sowohl  den  Pianisten 
Hrn.  Anton  Förster  aus  Leipzig  als  Mitwirkende.  Die  Sän- 
ger erfreuten  durch  Ensemble-  und  Solovorträge  und  wahrten 
sich  durch  dieselben  eine  dankbare  Erinnerung.  Als  Virtuos 
in  gutem  Sinne,  weil  mit  einer  staunenswerthen  Technik 
grosse  musikalische  Intelligenz  und  feurifi;es  Temperament 
verbindend,  documentirte  sich  Hr.  Förster,  dessen  Leistungen 
bald  allgemein  von  sich  reden  machen  werden. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  7.  Mai.  Zum  Gedächtniss  flLr 
den  am  2.  Mai  verstorbenen  Thomas-Gantor  Prof.  Dr.  Rust: 
„Selig  sind  die  Todten",  Tonsatz  von  W.  Rust.  „Mitten  wir 
im  Leben  sind"  v.  Mendelssohn.  „Ave  verum  corpus"  von 
W.  Rust.    Nicolaikirche:  8.  Mai.    Trauer-Ode  v.  F.  W.  Rust. 

Opernaufflihrungen. 

April. 

Stuttgart.  K.  Hoftheater:  3.  Martha.  6.  Das  Glöck- 
chen  des  Eremiten.  7.  Figaro's  Hochzeit.  18.  u.  21.  Indra 
(F.  V.  Flotow).  24.  Lohengrin.  26.  Der  Freischütz.  29.  Die 
Walküre. 


Vermischte  IMIttheilungen  und  Notizen. 

*  Das  in  Leipzig  aufgestellte  Mendelssohn-Denk- 
mal wird,  wie  jetzt  definitiv  bestimmt  worden  ist,  nicht  am  22., 
sondern  am  Vormittag  des  26.  Mai  enthüllt  werden,  und  ladet 
der  Verein  zur  Errichtung  dieses  Monuments  alle  Diejenigen, 
welche  dieses  Unternehmen  gefördert  haben,  zur  Theilnahme 
an  dieser  Feier  ein.  Das  dem  Enthüllungsact  folgende  Con- 
cert  wird  nach  neuerer  Disposition  den  114.  Psalm,  das  Violin- 


concert  (Prof.  Dr.  Joachim)   und   den    „Lobgesang"  im  Pro- 
gramm haben.    (S.  auch  das  betr.  Inserat  in  heut.  No.) 

"*  Die  Wiener  Internationale  Ausstellung  für 
Theater-  und  Musikwesen  ist  am  7.  d.  Mts.  feierlichst 
eröffnet  worden.  Am  Nachmittag  des  8.  Mai  fand  in  der 
Musikhalle  unter  Hans  Richter 's  Leitung  und  Mitwirkung  des 
Philharmonischen  Orchesters,  des  Sing  Vereins  und  erster  so- 
listischer Kräfte  der  Hofoper  eine  Aufführung  von  Beetho- 
ven's  9.  Symphonie  statt. 

*  Die  Gesellschaft  der  Musikfreunde  zu  Wien  hat  für  das 
Jahr  1893  den  Beethoven-Compositionspreis  im  Be- 
trage von  1000  Fl.  ausgeschrieben.  Zur  Bewerbung  sind  Com- 
ponisten  aller  Länder  oerechtigt.  Die  näheren  Bestimmungen 
dieses  Goncurses  theilt  die  Gesellschaft  auf  Verlangen  mit. 

*  Hr.  F.  N.  Manokopf  in  Paris  hat  den  gänzlich  ver- 
schollen geglaubten  „Ohant  du  Gombat"  von  Rouset  de 
risle,  dem  Verfasser  der  Marseillaise,  wieder  aufgefucd^i  und 
seiner  an  musikalischen  Reliquien  reichen  Sammlung  einver- 
leibt. Rouget  de  Plsle  schrieb  den  „Chant  du  Gombaf  im 
Jahre  1800  für  die  egyptische  Armee. 

*  Weinn  ein  kleines  Provinzialblättchen  in  seiner  Un- 
wissenheit seinen  Lesern  alles  Ernstes  erzählen  würde,  dass 
Glara  Schumann  nicht  blos  Pianistin,  sondern  auch  Opern- 
sängerin gewesen  sei,  so  wäre  dies  nicht  weiter  aunällig. 
Dass  aber  ein  musikalisches  Fachblatt  wie  der  Londoner 
„Musical  Standard^  einen  derartigen  Unsinn  druckt,  ist  wahr- 
haft unglaublich!  Nach  demselben  soU  die  berühmte  Künst- 
lerin zu  den  Mitgliedern  einer  Operntruppe  ihres  Gatten  (!), 
welche  1841  in  Manchester  deutsche  Opern  aufführte,  gehört 
haben.  Wenn  diese  Mär  nicht  in  einer  Mai-Nimimer  des 
Blattes  stände,  könnte  man  allenfalls  auf  einen  Aprilscherz 
schliessen,  so  aber  gibts  gar  keine  Erklärung  für  diesen  Lapsus 

*  Das  grosse  Gentraltheater  in  Philadelphia  wurde 
während  einer  Vorstellung  durch  Feuer  zerstört.  Verluste 
an  Menschenleben  und  zahlreiche  Verwundungen  sind  leider 
zu  beklagen. 

*  Die  in  der  k.  Hofoper  zu  Berlin  soeben  sehr  glücklich 
verlaufene  „Nibelungen'^-Aufführung  findet  sofort  eine 
Wiederholung,  um  den  Wünschen  Derer,  welche  zu  der  ersten 
Aufführung  Keine  Plätze  erhalten  konnten,  nachzukommen. 

*  Im  Hoftheater  zu  Stuttgart  ging  am  8.  d.  Mts.  unter 
Zumpe's  zugvoller  Leitung  erstmaligP.  Gornelius*  „Barbier 
von  Bagdad"  in  Scene,  und  zwar  mit  grossem  Erfolg. 

*  Marseille  hat  nun  auch  Masca^ni^s  „Cavalleria 
rusticana"  gehört,  ohne  sich  indess  damit  zu  befreunden. 
Dagegen  feiert  „Lohengrin"  Triumphe,  die  in  den  Geschieh  ts- 
bücnern  dieses  Theaters  noch  nicht  dagewesen  sind. 

*  Die  Baseler  Liedertafel,  unter  Hm.  Dr.  Volkland's 
Leitung  stehend,  hat  unlängst  eine  Kunstfahrt  nach  Stutt- 
gart gemacht  und  dort  grosse  künstlerische  Ehren  mit  ihren 
Vorträgen  sich  errungen. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Zumpe  bleibt  Stuttgart  er- 
halten. Nicht  nur  sind  ihm  dieselben  Vergünstigungen ,  wie 
man  sie  ihm  in  Schwerin  bot,  bewilligt  worden,  sondern  man 
hat  auch  einen  Contract  auf  Lebenszeit  mit  ihm  abge- 
schlossen. 

*  Hr.  Musikdirector  W.  Steinhart  in  Stuttgart  beging 
am  4.  d.  Mts.  das  Jubiläum  seiner  ununterbrochenen  fünmg- 
jährigen  künstlerischen  Thätigkeit  an  der  Hofoper  zu  Stutt- 
gart. Unter  anderen  ehrenden  Zeichen  der  Anerkennung 
wurde  demselben  die  Ernennung  zum  k.  Hofcapellmeister  zu 
Theil.  Der  Jubilar,  1819  in  Prag  geboren  und  seine  musi- 
kalische Ausbildung  dem  dortigen  Gonservatorium  verdankend, 
begann  seine  Thätigkeit  am  Stuttgarter  Hoftheater  als  Contra- 
bassist, wurde  anlässlich  des  25.  Jahrestages  seiner  Dienst- 
stellung zum  Concertmeistor  und  ein  Jahr  später  zum  Musik- 
director ernannt. 

Todtenllste.  Fröd^ric  Dolmetsch,  der  älteste  Ciavier- 
lehrer in  Nantes,  der  zahlreiche  hervorragene  Schüler  heran - 
febildeL  f,  79  Jahre  alt,  in  Nantes.— Alfred  Didot,  Bassist, 
er  in  Italien,  besonders  an  der  Scala  in  Mailand,  grosse  Er- 
folge gehabt,  ti  6Ö  Jahre  alt,  durch  Selbstmord.  —  Moritz 
Hanisch,  Musiklehrer  in  Leipzig,  durch  eine  Reihe  Ciavier- 
compositionen  leichteren  Genres  auch  auswärts  bekannt  gewor- 
den, t)  65  Jahre  alt,  am  8.  Mai. 


257 


Kritischer  Anhang. 


Bayreuiher  Tasckenkaknder  1892.    Berlin,  P.  Tbelen. 

Das  allbekannte,  Hebgewordene  fiüclüein  tritt  heuer  iinter 
anderen  Verhältnissen  ins  Publicmn:  die  ehemaligen  Bedac- 
teure  Ghraf  Sporck  und  0.  Merz  sind  Hrn.  Oskar  Eichberg 
gevächen,  der  Verlag  ist  von  Bote  &  Book  an  P.  Thelen 
ttberjg;egangen.  Ob  dieser  Wechsel  von  Yortheil,  darüber  mag 
der  Leser  selbst  entscheiden.  Der  Unterzeichnete  erklärt  offen, 
die  neue  Ausinibe  ge&llt  ihm  weni^^er  gut,  als  die  früheren 
Jahrgänge.  Der  neue  Jahreang  bnngt  auf  186  Seiten  (statt 
247  im  \^rjahre!)  ein  „Ealenaarium",  einen  Au&atz  des  Bedac- 
teurs:  .Zum  ftbi&igg'ähriffen  Jubiläum  des  »Eienzi«**,  von  Dr. 
Heinricn  Beimann  eine  Abhandlung  über  ^die  Gral-  und  Par- 
civalsage-Legende  in  ihrer  historischen  Entwickelung  und 
Umgestaltung  durch  Bichard  Wagner^  und  den  Wiederab- 
dmä  des  Y^gner'schen  Feuilletons:  „Pariser  Fatalitäten  für 
Deutsche**.  Dass  dieser  hochwichtige  Auftatz  Wagner's,  der 
leider  in  den  Ges.  Schriften  und  Dichtungen  des  Meisters 
fehlt,  einem  grösseren  Publicum  wieder  zugänglich  gemacht 
wird,  ist  sehr  anzuerkennen,  nur  verwundert  es,  von  derBe- 
daction  in  dem  Vorwort  zu  erfahren,  dass  dieser  Brief  „seit- 
her noch  nicht  wieder  abgedruckt  und  daher  fast  ganz  un- 
bekannt ist^.  Im  Jahrgang  1890  desselben  Kalenders  steht 
.jedoch  deutlich  zu  lesen :  „Ostdeutsche  Bundschau,  1890,  Ko.  8. 
Kesius,  Waener'sche  Feuilletons  von  1841.**  Auf  jenen  Ab- 
druck der  (x>rrespondenzen  Wamer^s  für  die  „Europa"  sei 
hier  deshalb  hingewiesen,  weu  ^;enannte  Wiener  Wochen- 
schrift ausser  den  „Pariser  Fatahtäten  für  Deutsche"  auch 
noch  den  anderen  Bericht  Wagner's,  die  „Pariser  Amüsements", 


vollständig  zum  Abdruck  gebracht  hat!!  —  Diesem  wichtig- 
sten Theile  des  Buches  folgt  femer :  „Bichard  Wagner  in  Braun- 
schweig, ein  Erinnerungsblatt  von  |Ians  Sommer",  „Christ. 
Theod.  Weinlig.  Ein  Gedenkblatt",  „Eine  neue  Oper  von  — rg." 
„Bosa  Sucher",  deren  Portrait  als  Isolde  dem  Kalender  voran- 
steht, und  die  gewohnten  Mittheilungen:  Ueber  die  Bühnen- 
festspiele, Allgemeiner  Bichard  Wagner- Verein ,  Bibliogra- 
phie, Auffuhrungen  der  Werke  Wagner^s  etc. 

Die  allerliebsten  „Xenien",  die  die  früheren  Jahrgänge 
des  Kalenders  zierten,  sind  diesmal  gänzlich  verschwunden, 
die  Bücher-  und  Zeitimgsschau  ist  auffällig  dünn,  sehr  zu 
vermissen  ist  ein  kurzer  Bericht  über  die  Beschlussfiafisune; 
der  letzten  Generalversammlung  des  Allgemeinen  Bichara 
Wagner- Vereins. 

Das  Buch  macht,  im  Vergleich  zu  seinen  Vorgängern, 
den  Eindruck,  als  ob  ausser  der  gewohnten  herzlichen  und 
warmen  Empfindung,  die  die  früheren  Jahrgänge  uns  so  werth 
machte,  auch  die  erforderliche  Sorgfalt  zu  vermissen  wäre. 
So  ist  schon  von  anderer  Seite  darauf  hingewiesen  worden, 
dass  das  Geburtsdatum  der  Frau  Wagner  ganz  unrichtig  an- 
gegeben ist,  etc.  Ebenfalls  ist  der  „Verwaltungsrath"  noch  als 
solcher  mit  voller  Personal- Aufzeichnung  genannt,  obgleich  er 
in  Wirklichkeit  gar  nicht  mehr  existirt. 

Wenn  nach  Wirth's  curiosem  Wort  die  „Errettung  Bay- 
reuth^s  durch  den  Berliner  Geist"  Geltung  haben  soll,  so 
dürfte  die  Umwandlung  des  „Taschenkalen^rs"  kein  geeig- 
netes Argument  dafür  sein.  Der  alte  Geist  und  die  alten 
Büchel  waren  besser!  Hugo  Dinger. 


Bi*iefls:a.steii. 


Prof,  H,  Sehr,  in  B,  Wir  kommen  gern  auf  Ihre  neue 
Oper  zurück,  wenn  dieselbe,  vollständig  fertig,  im  Druck  oder 
auf  einer  Bühne  erschienen  sein  wird.  Jetzt  hat  ein  Hinweis 
auf  dieselbe  für  unsere  Leser  keinen  rechten  Zweck. 

E,  O.  N,  in  ß.  Ihre  Zuschrift  hat  uns  persönlich  amu- 
sirt  und  wird  diese  Wirkung  zweifelsohne  auch  auf  Hm.  S., 
dem  wir  sie  zuschickten,  ausüben,  kaum  aber  auf  einen  wei- 


teren Leserkreis,  den  wir  deshalb  mit  der  Lecture  derselben 
verschonen  können.  Ein  anderer  Grund  zum  Abdruck  Ihrer 
Entgegnung  Hegt  für  uns  nicht  vor,  da  dieselbe  keine  eigent- 
lich „factischen"  Berichtigungen  enthielt.  Dass  Sie  Inren 
Namen  mit  d  und  nicht  mit  th  schreiben  und  wider  Ver- 
muthen  nicht  abseits  vom  Kunstgetriebe  unserer  Zeit  vegetiren, 
sondern  in  Berlin  leben,  haben  wir  gelegentlich  schon  erwähnt» 


Anzeigen. 


Denkmal  Mr  Felix  Hendekobn-Bartholdy. 

[601.] 

Was  der  im  Jahre  1868  gegründete  Verein  zur  Errichtung  eines  Denkmals  für  Felix  Mendelssohn-Bartholdy 

in  Leipzig  in  Aussicht  genommen  hat,  ist  jetzt  zur  Ausfahrung  gelangt. 

Wir  verdanken  dieses  erfreuliche  EIrgebniss  der  Unterstützung,  die  uns  zu  Theil  geworden  ist  von  dem 
Bathe  und  den  Stadtverordneten,  sowie  von  der  Gewandhaus-Goncertdirection  Leipzigs,  desgleichen  von  vielen  Kunst- 
freunden und  Vereinen  innerhalb  und  ausserhalb  unserer  Stadt. 

Die  Feier  der  Enthüllung  des  vor  dem  Neuen  Gewandhause  in  Leipzig  aufgestellten  Denkmals,  das  von 
Herrn  Bildhauer  Werner  Stein  in  Leipzig  entworfen  und  modellirt  und  von  der  Firma  Hermann  Howald  iu 
Braunschweig  in  Bronze  gegossen  worden  ist,  soll 

Donnerstag,  den  26.  Mai  d.  J.  Vormittags  ii  Uhr 

stattfinden. 

AUe  Diejenigen,  welche  das  Unternehmen  gefördert  haben,  werden  hiermit  ergebeust  eingeladen,  au  der 
Feier  sich  zu  betheiligen. 

Für  Diejenigen,  an  welche  diese  Einladung  gerichtet  ist,  werden  auf  Verlangen  Zutrittskarten  im  Bureau 
des  Neuen  Gewandhauses  in  Leipzig  ausgegeben. 

Leipzig,  im  April  1892. 

Der  Verein  zor  ErriehtoDg  eines  Denkmals  für  Felix  Nendelssohn-Barthoidy. 

Justizrath  E.  Ansehütz.  Professor  Dr.  J.  V.  Carus.  Oberbürgermeister  Dr. 
0.  Georgi.  Dr.  0.  Günther,  Vorsitzender.  Dr.  S.  Jadassohn.  Geh.  Hofrath 
Professor  Dr.  J.  A.  Overbeek.  Professor  Dr.  R.  Papperitz.  Professor  Dr. 
0.  Paul.  Professor  Dr.  C.  Reinecke.  Concertmeister  E.  Röntgen.  Eechtsanwalt 
C.  Schrey.  Bürgermeister  Justizrath  Dr.  B.  Tröndlin.  Dompropst  Dr.  E.  Wendler. 


268 


Soeben  erschien  in  unserem  Verlage: 


[502.] 


Felix  "Weingartner. 

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//•  iItUrQlU9  in  2  Heften  k  Ji  3,—  und  Ji  2,50.  Hieraus  einzeln  No.  1.  Schön  Ella  und 
Harold  Jt  1, — .     No.  5.  Ich  liebe  dich  ohne  Schranken  Ji  1, — . 

WO  ^%wB^i  t^ä^ätä^'W^  ^^'  ®^^®  tiefere  Stimme  mit  Ciavierbegleitung  ^2,  — .  Dieselben  einzeln : 
lO%  A/rCl  dCTl^arir  No.l.  Zweifelnder  Wunsch.  No.  2.  Meine  Braut.  No.  3.  An  Emma  i  1  .4f 
Dieselben  für  höhere  Stimme  Ji  2,—.     Einzeln  k  Ji  \,—. 

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Der    vollständige   Clavierauszng    des  Wildenbruch- 

HummePschen  Märcbenscbwankes  „Das  heih'ge  Lachen^' 

erschien  vor  Kurzem  und  ist  zum  Preise  von  n.  Ji  10 
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Atteste  sind  an  das  Intendantur-Bureau  zu  schicken.  Der 
Tag  des  Prohespiels  wird  den  Betreffenden  demnächst  mit- 
getheilt     Reisekosten  werden  nicht  vergütet.  [505a.] 


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der  Hand  von  Familienurkunden,  sorgfältig  gesammelten  Nach- 
richten der  Presse  und  eigenhändigen  Aufzeichnungen  Flotow's 
eine  Bio^aphie  gehoten,  die  Anspruch  auf  Vollständigkeit  und 
Authenticität  macht. 

Wir  empfehlen  das  Werk  allenFreundenFlotow'scherMuse. 


Die  Cantorstelle  an  der  evangelischen  St.  Johannis* 
kirche  in  Memel  mit  einem  jährlichen  Einkommen  von 
1050  ^  ist  neu  zu  besetzen.  Geeignete  Bewerber  bitten 
wir,  ihre  Meldungen  unter  Beifügung  ihrer  Zeugnisse  bis 
zum  1.  Juni  c.  an  unseren  Y^^^^^^^^^^  Superintendent 
Oloff  einzureichen.  Wir  bemerken,  dass  der  Cantor  die 
Verpflichtung  zur  Bildung  und  Leitung  eines  Kirchen- 
chores zu  übernehmen  hat,  der  namentlich  bei  Festgottes- 
diensten die  Gemeinde  erbaut. 

Memel,  den  23.  April  1892.  [510b.] 

Der  ßemeMelirclienratti  ügf  St  Jotiannislarclie. 


Verlag  von  Breitkopf  A  Härtel  in  Leipzig. 


Neue  Lieder. 


BlFOh  Reynardson,  H.  F.,   7  Lieder  (deutsch-englisch)  für 
1  Singstimme.  Ji  3,50. 

Bremner,  Ernst  J.,  2  Lieder  für  1  Singstimme.       Ji  1,—. 
1.  Viel  Träume.    2.  Der  Fichtenbaum.  [511.] 

Dreszer,  Anast.  W.,  Op.  21.  3  Lieder  f.  1  Singst.     J$  1,75. 
1. Denkst  dran?  2. Wenn  ich  mein  Auee  weide.  3. Bei  dir. 
Tinel,  Edgar,  Op.  88.  6  Lieder  (deutsch-vlämisch)  f.  1  Sing- 
stimme. ^  3, — . 

Soeben  erschien  in  meinem  Verlage :  [51 2c.] 

Cornelfns  Bfibner,  „Vöglein,  wohin  so  schnell^^  Duett 
für  2  Frauenstimmen  mit  Pianofortebegleitung.  Preis  2J( 

Baden-Baden.  £niil  Sommermeyer. 

Musikalienhandlung. 


Verlag  von  E«  W.  Fritsseli  m  Leipzig.       [513.] 


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M  I  Werke  im  Zusammenhange  mit  ihrem  gei- 

flUlBi      «tigen  Gehalt.    (Mit  vielen  in  den  Text  ge- 
druckten Notenbeispielen.)    Pf.  5  Mark. 


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No.  1.    Rire  de  fantömes. 
No.  2.    Mazourka. 
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Verlag  von  Wilhelm   Hansen,  Leipzig. 

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„Lobet  den  Herra'^    1  ^  50  4. 

Violincompositionen 

mit  Pianoforte-Begleitung 

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1. 
2. 
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Sirinade« 
Berceuse« 
Mazurek« 


1  Ji  bO 

1  Jt  bO 

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orohesters.  [5i9*-.] 

Leipzig,  Raiser-Wilhelm-Strasse  21 

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Goneert- Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 

Alfred  KLrasselte 

Baden-Baden. 

[521—:]  Vertr.  H.  VUoYfl.    Beplln. 

Richard    Schulz-Dornburg, 

Concerts'dnger  (Bassbariton)^ 

Sologesangslehrer  der  kgl.  Musikschule 

Würzburg,  [522o.] 

bittet  die  verehrlichen  Cancer t- Dir ectiofien^  Engagemeftts- 
Anträge  für  seine  Mitwirkung^  als 

Lieder'  und  Oratorien^ Sänger 

an  sei?ie  Adresse, 

Würzburg,  Friedensstr,  49, 

gelangen  zu  lassen. 

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Ensemble-Uebangen.     Rollenstndinm. 

Von  mir  auBgebildete  Scbtder:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Scboder,  Carl  Scbeidemantel  u.  A.  m.  [523—.] 

Bodo  Borchers. 

Gresanglehrer. 


Leipzig. 


Neu. 


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von 


Simon  Breu. 

Op.  11.     4  Spielmanns-Lieder  (Gedichte  von  Dr.  A.  Schiff- 
ler), für  Bariton  mit  Begleitung  des  Pianofoite.    Ji  1,50. 
No.  1.    Frühlin&;8segen. 
No.  2.    Unter  &m  Flieder. 
No.  8.    Klage. 
No.  4.    Nach  Welschland. 

Op.  14.  4  Spielmanns-Lieder  (Gredichte  von  Dr.  A.SchAffW), 
für  Bariton  mit  Begleitung  dös  Pianoforte.     2  Jlt 

No.  1.    Italia. 
No.  2.    Wildrosen. 
No.  3.    Welsche  Treu. 
No.  4.    Beim  Mütterlein. 

Op.  19.  Puppenlieder.  lOGedichtevo^Aloys  Jos.  Rackert, 
für  1  oder  2  Singstimmen  mit  Pianoforte.     2  Jk 
No.  1.    Wie  das  Kind  seine  Puppe  in  Schlaf  singt. 
No.  2.    Wie  das  £ind  die  Puppe  weckt. 
No.  3.    Wenns  Pttppchen  gewaschen  wird. 
No.  4.    Ringelreihn. 

Mein  Ptopchen  beim  Camarienvogel. 

Wenns  Kind  mit  der  Pu]^  tanzt. 

Das  kranke  Püppchen. 

Wenns  Püppchen  darf  späteren  gehn. 

An  das  Plauderpüppchen. 
No.  10.  Abschied  von  der  JPuppe. 

Op.  20.     5  Lieder  für  Bariton  mit  Pianoforte. 

No.  1.    ,Jch  wollt  ich  w&r  ein  König",  von  Graf  Arthur 
Ballion.    50  A, 
Verrauscht  und 
1  Ji 


No.  5. 
No.  6. 
No.  7. 
No.  8. 
No.  9. 


No.  2. 


verronnen,  von  Fr.  Wilh.  Weber. 


No.  3. 
No.  4. 


Spidmannslied,  von  Fr.  X.  Seidl.    75  A. 

Sch&ffl< 


er. 


0   Frühling,    komm   wieder,    von    A. 
60  /ij. 

No.  5.    Nächtlicher  Ellang,  von  W.  Zipperer.  1  Ul  50  >^. 
Op.  21.     Der  Zauberring.  Ballade  von  Arthur  GrrafBallion 

für  1  mittlere  Singstimme  mit  Pianoforte.     2  Ji 
Op.  24.     5  Lieder  eines  alten  fahrenden  (Gesellen  (Gre* 
dichte  von  August  Schäffler)    für   Bariton    mit 

forte.     2  M 
No.  1.    „Wie  bist  du,  Finke,  des  Glückes  voll". 
„Dirne  am  Brunnen  dort^. 
„Weit  bin  ich  in  die  Irr  g^gan,'^'*" 


No.  2. 
No.  3. 
No.  4. 
No.  5. 


mfeDT 

j,0  Lerche,  lache  ein  einziges  lud**. 


Leipzig« 


Ich  hab  mich  still  ergeben**. 

PM4.1 

Fl*.  KMbMP. 


Druck  von  C.  G.  Böder  in  Leipzig. 
Hierzu  eine  Beilaß:e  von  Fr.  Kistner  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  19.  Hai  1892. 


Ilirrt  illilUcks  Eicl-,  Euii- 
iil  soitteUiUaBilliiiei,  towlt 
Uni  Uli  Fonlnm  u 


•^ 


rir  iat  luiuititkc  VKtHiitii 

MitlllRlI  lUlldlUII  llll  U 

dMu  SHiicnii  II  idreniRD. 


fOr  Musiker  jundJKusikfreunde. 

Verantwortlicher  Eedacteur  und  Verleger; 

X.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,   KönisBStrawe  6. 


^^ 


um.  Jabrg.] 


Du  MuiikaliBcbe  Wochenblatt  ersobaint  jährlich  in  58  Nammem.  Der  AbontiemeDtibetrae 
fflr  daa  Quartal  von  13  Nummern  ist  2  Mark;  eine  einzelneNummer  kostet«  Pfennige.  Bei 
direeter  frankirter  Kreuebandiendung  treten  nachitehende  Tiertemhrliche  Abonnement«- 
preiie  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  das  Deutiche  Reich  Bad  Oeaterreioh.  —  2  Mark  76  Pf. 
für  weitere   Linder   des   Allgemeinen  Postvereins.  —   JahreBabonnüment«   werden  unter 

Zuffrnndeleming  yorstehender  Beiugsbedi nennen  berechnet. 
Die  IniertioDagebOhren  riir  den  Raum  einer  gespaltenen  Petitzeüe  betragen  30  Pfennige. 


IN«.  21. 


.,  _„ .  ,..  _.. , „..         Tueuraohiehte:   MMikbrief  MU  Wien. 

, Ei^kgements  and  Gutaptele  In  Opar  nnd  Oonotrt  —  KiräieDmiulk.  —  OpemanfnhinngBB. 

>TiUten.  —  VennlaebU  Hittbellnngen  and  Notizen.  —  Kritiaoher  Anbang:  Hermun  Rltt«T,  ,^ch*Td  Wagnar  all  Bnleber". 
BrtelkaMen.  —  AuEetgen. 


Die  Sus  Ton  „Tristan  nud  Iiolde"  bei  Rtobard  Wagner.    Ton  Dr.  Ailbnr  SeldL    (FortaetEimg.} 

(FortoetanB.)  —  Berleble.  —  Oancertanuidiaa.      " ' '  "-^— .-..  ._  « « — 

—  AaieefUfirte  r "       

Bin  Tolksbnob. 


Die  Sage  von  „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dt.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

EDdlich  ist  es  ein  gar  tiefer,  nicht  zu  übersehender 
Zug  in  unBerem  Drama,  daes  Wagner  den  gefallenen 
HoroM  niebt  etwa  nur  —  wie  ältere  Ueberlieferungen 
bericliten  —  den  Oheim,  Bonderu  sogar  den  Verlobten 
boldens  sdn  lOast.  Schon  von  anderer  Seite  wurde  gar 
treffend  bereits  einmal  dar&nf  hingewiesen,  welche  grosse 
Wichtigkeit  und  nnvarkennbare  Bedeutung  just  diese 
Version  tür  das  Ganze  habe,  insofern  ja  der  Umstand, 
dass  ^Tristan  zum  HOrder  an  der  Heldin  früherem  Ver- 
lobten (nicht  blos  deren  Verwandten)  warde,  ganz  gewiss 
eine  um  nur  so  grössere,  menschlich  -  gesellschaftliche 
Schranke  zviechen  Beiden  aufrichte;  und  es  ist  dies  in 
Wahrheit  die  Potenztmng,  die  Verschärfung  einer  Idee, 
welche  in  den  alten  claasischen  Gedichten  von  der  Macht 
wahrer  Hinne  nur  zu  hAufig  wiederkehrt,  besonders  aber 
in  dem  eigentlich  claseischen  Uueter  für  diesen  tieftragi- 
Bchen  Conflict,  in  Shakeapeare's  „Romeo  und  Julie",  ihren 
weltyernichtenden  und  doch  wieder  wel (versöhn enden, 
m&chtigen  Ansdmck  findet;  jener  Idee  n&mlich,  dass  ge- 
rade die  eigenen  Blutsverwandten  der  beiden  Liebenden 
mit  einander  in  Hader  liegen  müssen,  um  die  Kraft  und 
Uacht  einer  über  solche  Familienzwistigkeiten  des  Blutes 
hoch  hinausragenden,  trotz  ihrer  bestehenden  und  be- 
huTMiden,  aber  auch  an  ihnen  dann  notbwendig  zu  Qmnde 


gehenden  Liebe  desto  gewaltiger  und  unerhörter  erschei- 
nen zu  lassen.  Aehnlich  hat  ja  auch  Bomeo  Tybald,  den 
Vetter  seiner  Julie,  im  Zweikampfe  erst  kürzlich  getödtet. 
Und  eben  damit  werden  wir  zugleich  auch  aufmerksam 
auf  den  Fortschritt,  welcher  in  der  Sage  selbst  ku  rer- 
zeichnen  ist,  —  die  E^twicketung,  welche  der  alte  Grund- 
kem;  Trennung  zweier  für  einander  bestimmten  Herzen 
durch  feindliche  Hächte  —  mittlerweile  zurückgelegt  hat. 
Denn  während  sich  die  Sage  von  Pyramus  und  Thisbe, 
auch  die  von  Hero  und  Leander,  noch  auf  einfacheren, 
mehr  Susserlichen  Motiven  aufgebaut  hatte,  indem  dort 
die  Hemmnisse  nur  in  Gegenständen  der  todten  Welt,  in 
einer  trennenden  Wand,  einem  trennenden  Meere  bestan- 
den, so  tritt  uns  die  Sage  nun  bei  Romeo  nnd  Julie  und 
Tristan  und  Isolde  wesentlich  vergeistigt  entgegen:  Men- 
schen und  ihr  unseliger  Wahn  sind  hier  die  feindliehen 
Mächte.  Reicher  imd  psychologisch  ungleich  tiefer  ge- 
staltet sich  damit  die  Handlung,  aber  Alles  wird  auch  io 
die  Sphäre  von  Schuld  und  Sühne  gerückt.  Der  Kampf 
mit  den  hierbei  ins  Spiet  tretenden  Mächten  ist  nunmehr 
ein  verantwortlicher  geworden. 

Indess,    wie  Schiller  in  seinem  Gedicht  „Hero  und 
Leander"  es  beschreibt: 

Die  Liebe  fand  den  Weg. 
Aus  des  Labyrinthes  Pfaden 
Leitet  sie  mit  sichrem  Faden .... 

und  in  Wahrheit  ist  nun  dieses:  die  Macht  nnd  tiefe 
Wirkung  der  Minne,  der  Kern,  diese  hohe  Idee  „von 
der  Liebe  reinstem  Wes«  >"    gegentlber   allem  atSrenden 


269 


und  widerlichen  Ungemach  auch  der  eigentliche,  letzte 
Sinn  der  alten  Tristan-Sage  wie  schon  des  Gottfried'schen 
Gedichtes  gewesen;  ein  heroisches  Pathos  der  Liehe,  dür- 
fen wir  es  nennen,  das  dann  seihst  hei  Wagner  nur 
wieder  nach-  nnd  ansklingt  in  den  edel  -  hoheitsvollen 
Worten  der  Herrin  Isolde  an  die  „thörge  Magd"  (vom 
2.  Act): 

„Frau  Minne  kenntest  du  nicht? 
Nicht  ihrer  Wnnder  Macht? 
Des  kühnsten  Muthes  Königin, 
Des  Weltenwerdens  Walterin; 
Lehen  und  Tod  sind  ihr  unterthan, 
Die  sie  weht  aus  Lust  und  Leid 
In  Liehe  wandelnd  den  Neidl" 

Den,  ich  meine  diesen  Sinn,  hahen  auch  die  späteren 
Bearbeiter  und  neueren  Erklärer  des  Stoffes  nach  Gott- 
fried in  ihm  gesucht,  wenn  sie  sich  an  eine  Neu-  oder 
gar  Umdichtung  desselben  heranwagten.  Aber  freilich, 
sie  haben  ihn  thatsächlich  wohl  mehr  gesucht,  als  schon 
gefunden.  Denn  gewissermaassen  nur  der  Potenz,  der 
Anlage  nach  ruhte  er  in  ihr,  als  eine  Möglichkeit,  wie 
ein  entwickelungsfähiger  Keim;  nicht  dass  er  etwa  schon 
vollkommen  ausgebildet,  in  durchaus  klarer  Ausprägung 
und  gleichsam  auf  die  letzte,  höchste  Formel  gebracht, 
in  ihr  bereits  vorgelegen  hätte.  Die  Quintessenz  war 
noch  nicht  gefunden,  die  jener  umfassenden  Idee  durch- 
aus adäquate  Form,  welche  die  tiefste  Tragödie  mensch- 
lichen Lebens  mit  der  tiefsten  Philosophie  vereinigen  und 
diese  unendlich  reiche  Welt  des  Gefühles  noch  zum  Le- 
ben der  Musik  zu  steigern  vermochte,  —  sie  war  trotz  aller 
schon  geschehenen  Anläufe  und  bisherigen  Versuche  noch 
nicht  gewonnen,  sondern  erst  noch  zu  entdecken.  So 
mussten  an  dieser  Klippe  auch  wiederum  die  einzelnen 
Bearbeiter  (mehr  oder  minder  kläglich)  scheitern,  insoweit 
EÜe  sich  von  jener  ursprünglichen  Vorlage  nicht  allzu 
selbständig  entfernten,  sie  nicht  mit  eigenartigem  Geiste 
und  neuem,  originalem  Gehalte  zu  durchdringen  wussten. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Einen  eigenen  „Nordischen  Musikabend"  veranstaltete  im 
Verein  mit  dem  temperamentvollen  jungen  Geiger  Max  Herold 
V.  Stocla  und  dem  tüchtigen  Violoncälisten  Luka  die  tech- 
nisch gewandte  und  sehr  musikalische  Wiener  Pianistin  Ella 
Kern  dl.  Man  bagegnete  da  den  bekannten  Namen  Grieg 
(Cla vier- Violoncellsonate  und  Ciavierstücke  „Aus  dem  Volks- 
leben"), Gade  (Nordischer  Tanz  für  Violine),  Svendsen  (Ro- 
manze für  Violine),  Schytte  (Concert-Etude),  Kjerulf  (Inter- 
mezzo) und  die  in  Wien  bisher  weniger  bekannten  Bechj^aard 
(Sonett),  Winding  (Lied  ohne  Worte),  Jörgen  Mailing  (Khap- 
sodie),  Sinding  (Presto  für  Violine)  und  Sjögren  (Ciavier- Violin- 
sonate Op.  24).  Natürlich  fesselten  bei  weitem  am  meisten 
die  Grieg'schen  Sachen,  wie  denn  der  Componist  des  AmoU- 
Goncertes  und  dÖr  „Peer  Gynt"-Suite  bei  uns  bereits  Einer 
der  beliebtesten  unter  den  zeitgenössischen  Tonsetzem  ge- 
worden ist.  Immerhin  fesselte  auch  die  etwas  langathmig 
Uberschwängliche    Sonate   von   Sjögren    (buchstäblich    eine 


Violinsonate  mit  Clavierbegleitung,  nicht  ein  beide  Instra- 
mente gleichberechtigt  behandelnaes  Duo),  von  den  kleineren 
Cla  vierstücken  das  Sechgaard^sche  Sonett,  von  den  VioUn- 
nummern  die  Svendsen'säe  innige  Romanze,  die  zuerst  Hr. 
Marcello  Rossi  in  unsere  Concertsäle  einführte.  Die  übrigen 
Nummern  verriethen  wenig  nordisch-CharakteristiBches,  am 
wenigsten  die  Rhapsodie  von  Mailing,  der  uns  vor  einigen 
Jahren  hier  eine  GLavierinterpretation  seiner  musikalisch  weit 
interessanteren,  aber  an  einem  höchst  unglücklichen  Textbuch 
krankenden  Oper  „Lisinka**  zum  Besten  gegeben.  Obwohl 
dieser  „Nordische  Musikabend^  überwiegend  den  Eindruck 
eines  Cniriosums  machte  und  Manches,  z.  B.  das  Sinding'sche 
Violin-Presto  im  Vergleich  mit  dem  gluthvollen  Glavierconcert 
desselben  Autors,  geradezu  enttäuschend  wirkte,  verdient  doch 
Frl.  Kemdl  mit  ihren  musikalischen  Mitheliem  alle  Aner- 
kennung, so  muthig  Über  die  nachgerade  langweilanden 
Schablonen-Programme  der  meisten  Concertpianisten  hinaus- 

fegrijQfen  zu  haben.  Wenigstens  erfuhr  doch  unser  l^ublicum, 
ass  droben  in  Skandinavien  nicht  blos  einige  wenige  be- 
rühmte Meister  componiren,  wenn  auch  durch  den  besagten 
Abend  der  Respect  vor  dem  dortigen  Stande  der  musikalisäen 
Production  nicht  zu  sehr  erhöht  wurde.  —  Rücksichtlich  des 
Programms  verdienen  noch  die  Concerte  mehrerer  anderen 
tüchtigen  Wiener  Pianistinnen  Erwähnung,  so  Jenes  des  Frl. 
Adele  Mandlich,  welche  xma\  entsprechend  von  Hm.  Rad- 
nitzky  unterstützt,  mit  einer  sehr  hüosch  gearbeiteten  Clavier- 
Violinsonate  (DmoÜ,  Manuscript)  unseres  blinden  Orgamsten 
J.  Labor  bekannt  machte  und  ausserdem  mit  demselben  Geiger 
und  dem  gleichfalls  schon  erwähnten  Violoncellisten  Luka 
ganz  vortrefflich  Brahms*  in  Wien  zu  selten  gespieltes,  phan- 
tasievolles Cdur-Trio  Op.  87  ausführte.  Um  die  erste  grössere 
Kammermusikarbeit  eines  gebürtigen  Leipzigers,  jetzt  Com- 
positionsschülers  von  Prof.  JTN.  Fuchs  in  WienJEtobert  Gound, 
—  nämlich  ein  für  das  jugendliche  Alter  seines  JBUdners  erstaun- 
lich formfestes  und  wohlklingendes  Ciaviertrio  (Amoll) — nahm 
sich  im  Verein  mit  den  HH.  A.  Rosö  und  B.  Hummer  er- 
folgreich Frl.  Paula  Dürrnber^er  an.  Frl.  von  Timoni 
erbeute  durch  eine  sehr  verständige  Wiedergabe  der  Brahins'- 
schen  FmoU-Sonate  Op.  6,  die  aUerdings  kurz  zuvor  —  an 
einem  Rosö'schen  Quartettabend  — ■  in  Hm.  L  BxüW  eine» 
noch  congenialeren  Interpreten  gefunden  hatte.  Der  glftaaen- 
den  Darstellung  des  geistisprühenden,  bizarren  Rieh.  Strauss*- 
schen  Clavierquartettes  (Cmoll)  in  einer  anderen  Roeö*schen 
Soir6e  durch  JBemhard  Stavenhagen  gedachten  wir  schon: 
IJQ  seinen  eigenen  Concerten  bot  dieser  vielleicht  eleganteste, 
wenn  auch  keineswegs  genialste  idler  Liszt-Spieler  nichts 
hervorstechend  Neues.  Ganz  meisterhaft  spielte  er  wie  immer 
Liszt*s  13.  Rhapsodie,  —  die  für  ihn  geschrieben  worden  sein 
könnte,  femer  die  bekannten  zwei  „legenden''  und  '^[anz  be- 
sonders auch  die  tief  gedachten,  charaktervollen  Variationen 
über  das  „Qrucifixus^  der  Bach*schen  Hmoll-Messe,  freilich 
ein  vom  Hörer  grösste  Aufinerksunkeit  forderndes  Stück  und 
daher  sich  mehr  an  die  intimeren  Freunde  und  Kenner  der 
Liszt'schen  Muse  wendend,  als  an  das  grosse  Publicum.  Be- 
kanntlich hat  Stavenhagen  auch  das  ei^;reifende  Stück  Selbst- 
biographie, das  uns  Liszt  in  seiner  ^humann  gewidmeten 
Hmoll-Sonate  hinterlassen^  zum  Gegenstand  des  eingehendsten 
Studiums  gemacht,  und  Niemand  spielt  diese  bedeutendste  der 
Liszt*schen  Solocompositionen  klangsdböner;  bestechender, 
Stil-  und  charaktervoller  (ohne  die  geringste  eigenmächtige 
Aenderung,  die  sich Stavenha^n  nur  zu  gern  erlaubt^selbst 
in  classiscnen  Sachen)  gibt  Liszt's  Sonate  aber  der  Wiener 
Pianist  Conservatoriumsprofessor  Ferdinand  Löwe  wieder, 
wie  er  erst  kürzlich  wieder  in  einem  zusammen  mit  dem  be- 
rühmten Wagner-Sänger  Ferdinand  Jäger  gegebenen  Concert 
fezeigt,  auf  das  wir  noch  zurückkommen.  Merkwürdig  ist, 
ass  Manche  der  gefeiertsten  Virtuosen  mit  dem  sdten  Beet- 
hoven im  Concertsaal  so  wenig  anzufiEUigen  wissen,  obgleich 
sie  sich  redliche  Mühe  geben,  ihn  möglichst  modern  zu  phra- 
siren,  aufzuputzen,  zu  Übermalen,  wom  gar  zu  corrigiren.  So 
schien  Hm.  Stavenhagen  der  bekanntlich  in  die  unbegleiteie 
tiefe  Tonica  ausklingende  Schluss  des  Finales  der  Asdur- 
Sonate  Op.  26  nicht  effectvoll  genug,  flags  hängte  er  ihm 
noch  einen  Accord  an:  was  wohl  Hr.  v.  Bülow  zu  dieser 
„Verbesserung"  gesagt  hätte?  —  Wir  glauben,  er  hätte  darob 
eine  nicht  weniger  energische  Straf  rede  losgelassen,  als,  wäre 
er  Ohrenzeuge  der  gänzüch  falschen  Accentuürung  gewesen, 
mit  welcher  der  siebenjährige  polnische  Wunderknabe  Raoul 
Eoczalski  (auch  ein  Held  der  eben  abgelaufenen  Saison) 
Mendelssohn's  allbekanntes  Frühlingslied  (m  Adur,  aus  dem 
5.  Heft  der  „Lieder  ohne  Worte**)  nnd  so  manches  Andere 


a»9 


vortrug.    Schade  um  das  wirkliche  Talent  des  hochhegahten 
Enahen,  dessen  kräftiger  Anschlag  auf  den  eines  reifen  Mannes 
schliessen  lassen  könnte:  er  hefindet  sich  gegenwärtig  offen- 
har  nicht  in  den  rechten  pädagogischen  Hänäen.  Man  denke 
nur:  ihn.  der  noch  keine  Octave  spannen  kann,  zwingt  man, 
vor  dem  Publicum  Beethoven's  Waldstein-  und  CismoU-Sonate, 
Weber's  Ck>ncertstück  und  Liszt'sche  Bhapsodien  zu  spielen. 
Das  für  das  Alter  höchst  üeberraschende,    aber  natürlich 
trotzdem  gänzlich   unzureichende   solcher  Leistungen  wird 
dann  noch  stürmisch  applaudirt ,  sodass  der  ganz  mit  Orden 
und  Medaillen  behängte  siebenjährige  „Hofpianist  Sr.  Majestät 
des  Schah  von  Persien"  sich  natürlich  schon  för  einen  per- 
fecten  Virtuosen  halten  muss.  während  er  doch  alle  Ursache 
hätte,  sich  einige  Jahre  vom  Goncertsaale  streng  fem  zu  halten 
und  zu  Hause,  von  einem  verständigen  Mentor  e^eleitet,  syste- 
matisch zu  Studiren,  um  wirklich  Das  zu  werden,  wozu  ihn 
der  Genius  der  Kunst   allem   Anschein  nach   bestimmt  hat. 
£s   könnte  Einem  das  Herz  bluten,   wenn   man   beobachten 
muss,  Yne  so  viel  musikalisches  Gefühl,  so  viel  Ehrgeiz  imd 
Lust  zur  Sache  fast  gewaltsam  auf  Abwege  geleitet  werden. 
Da  scheint  ein  zweiter  musikalischer  Wunder&abe,  der  zehn- 
jährige Wiener  Pianist  Poldi  Spielmann,  schon  den  besseren 
Führer  und  Berather  epefunden  zu  haben,  und  zwar  an  dem 
weit  und  breit  als  höcnst  tüchtig  bekannten  hiesigen  Conser- 
vatoriumsprofessor  Adolf  Prosnitz,   der  sich  in  Fachkreisen 
auch    durch    ein    vortreffliches    „Compendium  der  Musikge- 
schichte*' allgemeine  Achtung  erworben.     Rücksichtlich  des 
Anschlages  aas  rechte  zehnjährige  Kind   und   daher  hinter 
seinem   um  mehrere  Jahre  lungeren  Bivalen   weit  zurück- 
stehend, offenbart  dafür  der  kleine  Spielmann  eine  weit  soli- 
dere, durchgebildetere  Technik,  die  er  eben  Professor  Prosniz 
verdankt.    Auch  vermae  er  faiBt  Alles  auswendig  zu  spielen, 
während  wir  von  Koc^&ki  auch  noch  nicht  das  Ideinste  Stück 
ohne  vorliegende  Noten  gehört.     Endlich  hat  man  von  dem 
.^hfgährigen  Wiener  Pianisten  den  Schwindel  ganz  unreifer, 
allen  möglichen  hohen  Herrschaften  gewidmeter  Compositions- 
versuche  fem  gehalten,  während  es  diesfalls  der  siebenjährige 
Pole  berMts  zu  Opus  40  oder  gar  darüber  gebracht  hat.  Ma- 

•  zurken,  Walzer  u.  dgl.,  bei  denen  natürlich  Niemand  controliren 
kann,  was  wirklich  von  dem  kleinen  Componisten,  was  von 
anderer  Hand  herrührt,   dabei   auch  nirgends  irgend   einen 

'  oriffineUen  Zug  verrathend.  Nun  wir  wollen  abwarten,  was 
scImessHch  aus  dem  heute  bereits  als  das  „Wunder  seiner 
Nation**  gepriesenen  Baoul  Koczalski  wird:  etwas  Ungewöhn- 
liches steckt  ohne  Zweifel  in  ihm,  man  muss  ihn  schon  jetzt 
eine  ausgeprägte  (leider  sosar  bereits  etwas  nervöse)  musi- 
kalische Natur  nennen,  während  der  kleine  Spielmann  mehr 
den  Eindruck  vollkommenster  Dressur  hervorbringt.  Wie  aus 
einem  ehemaligen,  gleichfalls  zu  früh  vor  die  OeSentlichkeit 
gebraclaten  Wundendnde  durch  unablässigen  Ernst  und  Eifer 
im  Arbeiten  an  der  Vervollkommnung  wirklich  etwas  Künst- 
lerische«», fiogar  relativ  Bedeutendes  zu  werden  vermag,  das 
haben  wir  in  dieser  Saison  mit  Freuden  an  den  Leistungen 
des  Frl.  Bona  Eib-enschütz  gesehen  und  gehört,  die  sich 
dank  ihrer  Studien  bei  Frau  Clara  Schumann  zu  Einer  der 
gediegensten,  technisch  und  geistig  gleich  hochstehenden 
Baoh-.  Beethoven-  und  Brahms-Interpretinnen  am  Ciavier  ent- 

'  wickelt  hat. 

(t^ortsetzung  folgt.) 

Berichte. 

Leipzig,  1.  April.  Mit  vier  seiner  ^erke  war  an  un- 
serem Neuen  Stadttheater  Meister  Wagner  im  Monat  März 
vertreten:  man  gab  am  1.  den  „Fliegenden  Holländer^,  am  4. 
,,Lohenffrin'',  am  28.  „Tristan  und  Isolde"  und  endlich  am  27. 
die  „Walküre".  Am  meisten  Interesse  von  all  diesen  Auf- 
führungen beanspruchte  der  „Tristan",  fiemd  doch  an  diesem 
Abend  .ein  —  selbstverständlich  von  der  Direction  Staege- 
mann  schon  Wochen  lang  vorher  mit  der  grössten  Emphase 
angekündigtes  und  unter  der  nöthigen  Preiserhöhung  der 
Plätze  inscenirtes  —  dreifaches  Gastspiel  statt:  Frl.  Malten 
aus  Dresden  sang  die  Isolde,  Hr.  Gudehus  aus  Berlin  den 
Tristan    und  Hr.  Bucha  aus  Weimar  den  Marke.     Die  Er- 

*  Wartungen  konnten  also  wohl  nicht  mit  Unrecht  hochgespannt 
sein,  je  höher  man  aber  gespannt  war,  je  tiefer  musste  man 
leider  im  Laufe  der'Yorstellun^  enttäuscht  werden.  Der  erste 
Aufzug  verlief  verhältnissmässig  noch  recht  günstig,  aber  im 
zweiten  brach  das  Missgeschick  los.  Weder  FrL  Malten,  nochHr. 
Gudehus  erwiesen  sich  ihren  Aufgaben  im  grossen  Duett  als 


vollständig  gewachsen;  mögen  nun  Beide  an  jenem  Abend 
unter  einer  unglücklichen  Disposition  |^litten  haben  oäer 
mögen  sich  die  Anstrengungen  der  langjährigen  Bühnenlauf- 
bahn in  so  einschneidender  Weise  geltend  machen,  jeden^LLs 
vermisste  man  hier  wie  auch  dann  im  dritten  Aufzug  Wohl- 
klang der  Stimmen,  ausreichende  und  mühelose  Höhe  und 
—  was  uns,  offen  gesagt,  am  meisten  frappirte  —  Beinheit  der 
Intonation,  sowie  rhythmische  Präcision.  Dass  die  Leistungen 
Beider  sich  wie  früher  durch  wohldurchdachtes  Spiel  und 
bemerkenswerthes  Eindringen  in  den  geistigen  Inhalt  ihi&r 
Bollen  empfehlen  würden,  konnte  als  selbstverständlich  vor- 
ausgesetzt werden,  namentlich  die  schauspielerische  Gestaltung 
der  Isolden-Partie  seitens  des  FrL  Malten  kann  nie  oft  genug 
gerühmt  werden  und  muss  stets  volle  Bewunderung  abzwin- 

fen.  Hm.  Bucha's  Gesang  —  der  Name  dieses  Kummers  ist 
urch  seine  Mitwirkung  an  den  Bayreuther  Festspielen  schon 
in  weitere  Kreise  gedrungen  —  zeichnete  sich  zwar  durch 
reine  Intonation,  sowie  ziemlich  sichere  Beherrschung  des 
Stoffes,  die  auf  fieissiges  Studium  schliessen  lässt,  aus,  doch 
wurde  jeder  G^nuss  an  demselben  durch  ein  fortwährendes 
Tremolo  vereitelt.  Was  unsere  einheimischen  Künstler  be- 
trifft, so  haben  sie  sich  gelegentlich  jener  „Tristane-Auffüh- 
rung auch  nicht  gerade  mit  Kuhm  bedeckt,  es  ging  nirgends 
ohne  einige  mal-accidents  ab,  selbst  unserem  sonst  doch  stets 
bombensicheren  Hm.  Schelper,  dessen  im  T7ebri|;en  ganz 
vorzüglicher  Kurwenal  rühmend  hervorgehoben  sem  möge, 
„passirte"  einmal  Etwas.  Eine  ganz  ungenügende,  für  ein 
Theater  wie  das  Leipziger  geradezu  beschämend  wirkende 
Leistung  war  die  Brangäne  des  Frl.  Calmbach.  Mit  Freuden 
hören  wir,  dass  die  Dame  demnächst  unsere  Bühne  verlassen 
wird,  und  beneiden  nicht  diejenigen  Theaterbesucher,  die  sie 
in  Zukunft  werden  hören  müssen.  Wenn  man  zu  sagen  pflegt, 
dass  an  jeder  Aufführung,  wenn  sie  im  Allgemeinen  auch 
noch  so  —  wenig  gut  war,  doch  irgend  etwas  Lobenswerthes 
ist,  so  konnte  das  auch  hier  gelten,  und  es  ist  um  so  erfreu- 
licher, als  dieses  Mal  ein  Hauptfactor  sich  recht  günstig  ge- 
staltete: das  Orchester  war  es,  das,  seiner  herrlichen  Aufgabe 
sichtlich  bewusst  und  eingedenk,  ganz  prachtvoll  spielte,  und 
ihm  wie  seinem  Leiter  Hrn.  Capellmeister  Paur,  der  sich 
dieses  Mal  von  seinen  sonst  so  beliebten  Dehnungen  und 
Tempo  Verzögerungen  vollständig  emancipirt  hatte,  gebührt 
volles  Lob. 

Der  „Lohengrin"  am  4.  war  wohl  lediglich  angesetzt 
worden,  um  dem  auf  Engagement  ^astirenden  Frl.  Beuer 
vom  Stadttheater  in  Mainz  Gelegenheit  zu  geben,  sich  in  der 
neuerdings  gern  als  Versuchsstation  benutzten  Bolle  der  Ortrud 
dem  Pubücum  vorzustellen.  Unsere  Ansicht  über  diebetreffende 
Dame,  die  wir  am  2.  schon  im  „Troubadour^  als  Azucena  z^ 
hören  Gelegenheit  hatten,  fassen  wir  dahin  zusammen,  dass 
sie  bei  schöner  stimmlicher  Begabung  und  bemerkenswerther 
Fähigkeit,  rein  zu  intoniren,  echten  Smn  und  Verstand  für  das 
dramatiscne  Element  besitzt.  Besorgnisserregend  dünkten  uns 
nur  verschiedenCi  rhytlimische  Schwankungen,  die  sich  beson- 
ders im  „Troubadour"  bemerklich  machten,  sowie  der  Um- 
stand, dass  ihre  Kraft  gegen  Ende  des  zweiten  Aufzuges  im 
„Lohengrin"  sichtlich  erlahmte.  Die  Elsa  sang  am  4.  März 
zum  ersten  Male  bei  uns  Frl.  Pewny.  Schon  im  letzten 
Februar-Bericht  wurde  an  dieser  Stelle  bemerkt,  dass  die  ge- 
nannte junge  Dame  neuer4ings  hier  Überanstrengt  wird: 
binnen  acht  Wochen  hat  sie  —  abgesehen  davon,  dass  sie 
sonst  sehr  viel  beschäftigt  wurde  —  zum  ersten  Male  die 
Aida,  Venus  und  Elvira  („Don  Juan")  singen  müssen,  dazu 
kam  in  der  neunten  Woche  nun  die  Elsa,  und^  was  vorauszu- 
sehen war,  trat  ein:  sie  beherrschte  die  Partie  ganz  unvoll- 
ständig, war  weder  schauspielerisch,  noch  gesanglich  irgendwie 
in  die  Tiefen  derselben  eingedrungen  und  gab  Alles  eher, 
denn  ein  Bild  dieser  poesiedurcntränkten  Wagnerischen  Gestalt. 
Die  Aufführung  des  „Fliegenden  Holländer'*  und  der 
„ Walküre **  am  1.  und  27.  boten  zu  besonderen  Bemerkungen 
keinen  Anlass.  Erwähnt  sei  aus  dem  Repertoire  des  Monats 
März,  das  im  Allgemeinen  recht  wenig  Abwechselung  und  gar 
nichts  Neues  brachte,  die  Vorstellung  von  GounocPs  „Mar- 

farethe^  am  21.,  in  der  Frl.  Mark  zum  ersten  Male  hier 
ie  Titelrolle  san^  und  mit  ihrer  in  jeder  Beziehung  gleich 
hervorragenden,  ja  beinahe  meisterharten  Ausgestaltung  der- 
selben einen  neuen  Beweis  ihres  aussergewöhimchen  Talentes 
erbrachte  und  sich  beim  Publicum  einen  vollen  und  grossen 
Erfolg  errang.  F.  R.  Pfau. 

Zwiekau,  Aprill892.    Die  letzten  zwei  Musikvereius- 
concerte(Vollhardt)  botengleich  den  vorangegangenen  einige 

31» 


964 


gams  henroxragende  Leistungen.  In  erster  Linie  sei  die  Bdur- 
Symphonie  No.  2  von  Svenasen  genannt,  ein  Werk,  dessen 
reizvolle  Schönheit  und  Frische  gar  nicht  genug  gerühmt 
werden  kann.  Auch  Schumann^s  Cdur-Symphonie  prftsentirte 
sieh  in  schöner  Vollendung.  Einen  sensationellen  Erfolg  er- 
rang Gurti's  Ouvertüre  zur  Oper  „Hertha'^  mit  ihrer  hohen 
melodischen  Schönheit  und  blendenden  Listrumentation ;  der 
(selbst  dirigirende)  Gomponist  erhielt  lebhaften  Hervorruf. 
Unter  den  Solisten  nennen  wir  zuerst  Frl.  Polscher  aus 
Leipzig,  welche  mit  Bruches  „Odysseus'^-Arie,  noch  weit  mehr 
aber  mit  ihrer  virtuosen  Wiedergabe  von  Liedern,  zumal  sol- 
chen naiven  oder  heiteren  Ghenres,  Ausgezeichnetes  leistete 
und  durch  vollendet  zierlichen  Vortrag  sdbst  Unbedeutendes, 
wie  Harthan's  Wiegenlied  und  des  Unterzeichneten  „Müller, 
hab  Acht***),  zur  Wirkung  zu  bringen  verstand.  Allseitiges 
Interesse  erweckte  auch  Hr.  B.  Zwintscher  aus  Leipzig, 
welcher  im  Dmoll-Conoert  von  A.  Hubinstein  sich  als  Pianist 
von  ganz  hervorragender  Kraft  und  Sicherheit  erwies :  schade, 
dass  ein  so  schönes  und  grosses  Talent  durch  eine  auisäusser- 
liohe  Virtuosenthum  zugeschnittene,  poesielose,  weil  gänzlich 
üherhetzte  Wiedergabe  der  As  dur- Polonaise  von  Chopin  sich 
ia  minder  hellem  Lichte  zeigte;  auch  zwei  „Kreisleriana"- 
S&tze  liessen  poetischen  Zauber  vermissen.  Gelingt  es  Hm. 
Zwintscher,  seine  Auffassung  zu  veredeln  und  zu  vertiefen, 
so  bat  er  das  Zeug,  mehr  als  ein  Virtuos  für  die  Massen:  ein 
wirklich  erosser  Künstler  zu  werden.  Ein  solcher,  auf  der 
höchsten  Sta£e  der  Meisterschaft,  ist  Hr.  Ooncertmeister  Arno 
Hilf  aus  Leipzig.  Nach  solcher  Gharakterisirung  darf  man 
wohl  darauf  verzichten,  seine  eminenten  Leistungen  weiter 
zu  zergliedern;  nur  das  sei  gesagt:  unver^^esslich  ist  uns  der 
zaubeäafte  Genuss,  den  er  uns  durch  seine  Wiedergabe  der 
unerhört  schwierigen  Concerte  von  Bazzini  und  Paganini  be- 
roitet  hat.  Besonderes  Interesse  erhielt  Hm.  Hilf  s  Vortrag 
dadurch^  dass  kurz  zuvor  Hr.  Wilhelmj  hier  concertirt  hatte 
und  so  einen  Vergleich  nahelegte.  Der  alte  (?)  Violin  virtuos  steht 
an  Fülle,  Kraft  und  Süssigkeit  des  Tons  noch  immer  uner- 
reicht .da  (über-  das  bekannte  Schnarren  seiner  G-Saite  bei 
starken  Tönen  muss  man  hinwegsehen);  das  Chopin'sche  Des- 
dur-Nootume  und  dasGmoll-Concertvon  Bruch  hat  er  immer 
wieder  entzückend  schön  gespielt;  aber  dennoch  ist  uns  Hrn. 
Hilfs  herbe,  oft  geradezu  dämonisch  berührende  Männlichkeit 
lieber,  zumal  seine  Technik  wohl  noch  stupender  ist;  auf  die 
Dauer  ermüdet  ein  ewig  glatter  sonniger  Meeresspiegel,  die 
trotzige  (Gewalt  des  Sturmes  kcuin  von  noch  höherer  Schön- 
heit sein;  und  wie  Hr.  Hilf  im  Bazzini'schen  Goncert  die 
leidenschaftliche  Scala  aller  erdenklichen  Stimmungen  durch- 
läuft, das  sagt  doch  noch  mehr  als  Allee,  was  Hr.  Wilhelmj 
uns  zu  sagen  hatte.  An  dem  Begleiter  des  Letzteren,  Hrn. 
B.  Nie  mann,  ist  eine  bedeutende  Technik  und  bemerkens- 
werthe  Sicherneit  und  EJarheit  des  Spiels  zu  rühmen;  doch 
war  z.  B.  den  Symphonischen  Etüden  von  B.  Schumann,  so 
meisterhaft  klar  sie  herauskamen,  eine  gewisse  trockne  Kühle 
und  Nüchternheit  wenig  förderlich.  Uebrigens  leistet  er  an 
geschickter,  taktvoller  Anpassung  an  den  sehr  „frei"  vortra- 
genden (feiger  wirklich  Erstaunliches^ 

In  der  3.  Kammermusik  (Türke),  die  wir  wegen  eines 
TrauerfSalls  versäumen  mussten,  soll  Frl.  Marg.  Türke  sehr 
hübsch  Glavier  gespielt  imd  gegen  früher  bedeutende  Fortschritte 
aufgewiesen  haoen.  Der  4.  Abend  brachte  ein  nicht  sehr  bedeu- 
tendes Streichquartett  in  Ddnr  Op.  211  von  C.  Beinecke,  das 
Ciaviertrio  Op.  !,  No.  8,  von  Beethoven  (HH.  Fe  tri,  Klengel 
und  Türke)  und  das  wundervolle  Schubert'sche Streichquin- 
tett in  Cdur  (HH.  Petri,  v.  Dameck,  Unkenstein,  Klen- 
fel  und  Wille).  Alle  drei  Werke  erfuhren  eine  schöne  Wie- 
ergabe,  besonders  das  letzte  wurde  ausgezeichnet  gespielt, 
nur  litt  es  ein  wenig  unter  offenbarer  Indisposition  des  Fnm- 
geijg;er8;  vielleicht  trug  das  Missgeschick  zweier  springenden 
Saiten  die  Mitschuld.    Interessant  war  das  Zusammenwirken 


*)  Ob  mit  diesem  Urtheil  über  das  eigene  Lied  unser 
geehrter  Hr.  Beferent  Dr.  P.  Pfitzner  demselben  nicht  Unrecht 
thut?  Nach  dessen  uns  sonst  bekannt  gewordenen  Liedern, 
die  von  einem  frischen,  fröhlichen  Gompositionstalent  zeugen, 
ganz  sicher!  Nichtsdestoweniger  wird  durch  diese,  der  Be- 
scheidenheit des  Componisten  alle  Ehre  machende  Bemerkung 
das  von  einem  gewissen  Edmund  BochUch  in  ein  anderes 
Musikblatt  lancirte  schroff  absprechende  Urtheil  über  die  betr. 
Programmnummer  in  den  Augen  Derer,  welche  in  demselben 
nicht  einen  Act  persönlicher  Bancune  vermuthen,  anscheinend 
bestätigt,  und  diese  Schadenfreude  hätte  der  Gomponist  seinem 
langjährigen  Widersacher  nicht  bereiten  sollen!       D.  Bed. 


zweier  so  hervorra^nden  Violoncellisten,  wie  der  HH.  Klengel 
und  Wille,  deren  Meisterschaft  ja  hinlänglich  bekannt  ist.  — 
Hr.  Türke  hat  an  diesem  Abend  mit  seiner  100.  Kammer- 
musik  in  Zwickau  seine  diesbezügliche  Thätigkeit  beschlösse : 
voraussichtlich  wird  der  Musikverein  die  Erbschaft  in  irgend 
welcher  Form  übernehmen.  So  wenig  wir  sonst  mit  den  per- 
sönlichen künstlerischen  Leistungen  Hm.  Türke's,  bei  Anle- 
gung eines  einigermaassen  ernsteren  Maaasstabes,  uns  immer 
einverstanden  erklären  konnten,  so  bereitwillig  haben  wir 
jederzeit  das  grosse  unbestreitbare  Verdienst  dieses  merkwür- 
digen Mannes  zu£;egeben,  welches  er  sich  erwarb,  als  er  vor 
26  Jahren  aus  kleinen  Anfügen  heraus  mit  nie  erlahmendem 
Eifer  diese  Kammermusikabende  ins  Werk  setzte  imd  fort- 
führte. Seit  1880  erhielten  dieselben  durch  ständige  Mitwir- 
kung von  Leipziger  Künstlern  eine  grössere  Bedeutung  auch 
nach  aussen  und  haben,  wenn  auch  mit  wechselndem  Erfolge, 
doch  manchen  schönen  und  genussreichen  Abend  uns  bereitet 
und  es  zweifellos  erreicht,  den  Sinn  für  gute  Musik  in  unserer 
Stadt  kräftig  zu  fördern.  Dieses  grosse  Verdienst  Hm.  Türke's 
fand  an  jenem  Abend  seitens  des  Publicums  durch  allseitige 
Ovationen  lebhafte  Anerkennung;  auch  Hr.  Concertmeistar 
Petri  aus  Dresden,  dessen  treue  Mitwirkimg  das  Concertunter- 
nehmen  ganz  hervorragend  förderte,  erhielt  eine  wohlverdiente 
Lorbeerspende. 

(Schluss  folgt) 


Conoertumsohau. 

Amsterdam.  Mat.  music.  im  Neuen  Conoerthaus  (Kes) 
am  18.  April:  3.  Symph.  v.  Beethoven,  Vorspiel,  „Charfirei- 
tagszauber"  u.  Verwandluugsmusik  a.  „Parsifal"  v.  Wagner. 
— Abonn.-Conc.  ebendaselbä  am  28.  April:  Harold-Symph.  v. 
Berlioz  (Violasolo:  Hr.  Timmner),  „Le  Rouet  d^Omphale**  v. 
Saint-Saöns.  Ouvertüren  v.  Gade  u.  Smetana  (Lustspiel-), 
Vorspiel  zu  „Boabdil"  v.  Moszkowski. 

Angers.  20.  Abonn.-Oonc.  der  Assoc.  artii^^.  (Frömaux): 
2.  Satz  a.  „Wallenstein*'  v.  V.  d'Indy,  Ouvert.  zu  „Montane 
et  Stephanie*'  v.  Berten,  „Träumerei*'  v.  Schumann-Godard, 
Menuett  f.  Streichorch.  v.  Boccherini,  Brautmarsch  a.  „Lohes- 
grin**  V.  Wagner,  Violin  vortrage  des  Hrn.  MaTt«au(d.  Coeft». 
V.  Saint-Saöns,  „Albumblatt"  v.  Wagner,  Ballade  Op.  16 
V.  Moszkowski  u.  Bhaps.  v.  P.  Lacombe).  —  Extraconcert 
der  Assoc.  artist.  (Frömaux)  am  S.April:  Ouvert.  zu  „Le  MMe- 
cin  malgr^  lui**  v.  Gounod,  symph.  Dicht.  „Le  f&roce  Chas- 
seur**  V.  de  Vleeshouver  (unt.  Leit.  des  Coinp.),  Tanz  der. 
Priesterinnen,  Bacchanale,  Duo  (Frau  Soetens-Flament  u.  Hr 
Fontaine)  u.  Arie  (gen.  Dame)  a.  „Samson  et  DaUla"  vo^ 
Saint-SaönS;  Altniederländ.  Volkslieder, bearbeit. v. Kremser 
(Soli:  die  HH.  Fontaine  und  Meinioux).  „Die  Alpenfee*'  für 
Männerchor  a  cap.  v.  Kremser  (die  Gaecilien-Gesellschaft), 
Solovorträge  der  Frau  Soetens-Flament  („Le  Myosotys"  von 
deVleeshouver  u.  „Harpzang"  v.  Blockx)n.  des  Hrn.  Fon- 
taine („Super  Flumina*^  v.  Bordier  u.  „Poöme  d'Amour"  v. 
de  Vleeshouver).  —  Gr.  Gonc.  Annuel, geg.  v.  Hm.  Frömaux 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Blumer  (Glav.^  u.  JandeUi  (Harfe),  so  wie 
der  Caecilien-Gesellschaft  am  lO.Apnl:  7.  Symph.  v.  Beethoven, 
„La  Plainte"  v.  L.  de  Bomain,  Türk. Marsen v.  Mozart,  2.  Theü 
a.  „Le  Döluge"  v.  Saint-Saöns,  Ghorlieder  v.  Moniuszko 
(Chanson  de  Mignon)  u.  Kremser  („Die  Alpenfee"),  Soli  f. 
Clav.  V.  Rubinstein  (Gdur-Barcarole),  Jadassohn  (Scherzo) 
u.  A.  u.  f.  Harfe  v.  Hasselmans  (Barcarole  u.  Taranteile). 

Baden-Baden.  Kammermusiksoir^  am  8.  April:  Cla- 
viertrios  v.  Mendelssohn  (DmoU)  n.  Volkmann  (BmoU),  And. 
a.  dem  Streichtrio  Op.  9,  No.  2,  v.  Beethoven.  (Ausfährende: 
Frl.  Oswald  [Clav.]  u.  HH.  A.  u.  G.  Krasselt  und  Wamke 
[Streicher].)  —  Symph.-Conc.  des  städt.  Curorch.  (Hein)  am 
22.  April:  8.  Symph.  v.  Beethoven,  symph.  Dicht.  „Friede, 
Kampf  und  Sieg"  v.  0.  Bübner,  „Fee  Mab"  v.  Berlioz. 

Basel.  Histor.  geistl.  Conc.  des  Hm.  Walter  am  13.  April : 
„Vater  unser"  f.  fünf  Solostimmen  u.  Chor  m.  Org.  u.  Streich- 
instrumenten V.  H.  Schütz,  Elegischer  G^esang  v.  Beethoven, 
Chöre  V.  Palestrina,  Lotti,  Händel,  Mozart  und  Mendelssohn, 
Largo  f.  zwei  Violinen  v.  S.  Bach  (Hr.  Bargheer  u.  ein  un&^n. 
Herr),  Solo  vortrage  der  Frau  Sibold  (Ges.)  u.  der  HH.  Glaus 
(Org.,  Canzone  v.  Frescobaldi  u.  Vorspiel  u.  Fuge  über  „O 
Traurigkeit"  v.  Brahms)  u.  Nägeli  (Violonc). 

Boston.  3.  Pianof.  Bec.  des  Hm.  Mac-Dowell  m.  Ck>ia- 
Positionen  von  Mac-Dowell  (Largo,  „Idyll",  „Humoreske", 
Köverie,  Poem  u.  Fuge),  Martucci  (Improvviso),Grieg(Nott.), 
Balakireff  („Islam")  u.  A.  —  Concerte  des  Boston  Symph. 


266 


Oroh.  (Nikisch):  No.  2S.  2.  Symph.  v.  J.  K.  Paine,  Onver- 
turen  v.  C.  Gold  mark  („Saknntala")  u.  Beethoven.  No.  28. 
1:  Symph.  y.  Schumann,  Suite  a.  der  Musik  zu  Shakespeare*s 
„Hajnlet^  v.  G.  Henschel  (unt.  Leit.  des  Comp.),  -Oheron"- 
Onvert.  v.  Weher,  Gesangrorträge  der  Frau  Henschel. 

Breslau.  7.  u.  8.  Musikahend  des  Tonkanstlervereins: 
Glavierquart.  v.  Schumann,  Glaviertrio  Dp.  1,  No.  3,  v.  Beet- 
hoven, Clav.-Violinson.  Dp.  100  v.  Brahms,  Soli  f.  Ges.  von 
J.  Schaf  fer  („Die  Einsame^,  -Gleich  wie  aer  Mond**  u.  „Im 
Maien**),  Beinecke  („O  süsse  Mutter**),  Gounod  (Serenade), 
Grieg  (Solvejg's  Lied),  Wagner  (£lisaheth*s  Gehet  a.  „Tann- 
hAuser**)  U.A.,  f.  Org.,  f.  Clav.  v.  Liszt  (,,yall^  d*Ohermann** 
u.  „l^logue**)  u.  f.  Viol.  V.  Thomö  (And.  relig.)  u.  G.  Hol- 
'  laender  (Spinnerlied).  (Ausführende:  Frau  Springer  u.  Frl. 
Schönfeld  [Ges.]  u.  HH.  Schlesinger  [Ges.],  Kahl  [Org.],  Bensch 
u.  Greis  [Clav.],  Fahian  u.  Steinitz  [Streicherj.) 

Chemnitz.  Musikaufft&hr.  in  der  St.  Jacohikirche  am 
16.  April  unt.  Leit.  des  Hm.  Schneider  u.  solist.  Mitwirk,  der 
Frls.  Gk>etze  a.  Dresden  u.  Boehme  v.  hier  u.  der  HU.  Bonne- 
hurger a.  Dresden  u.  Dftseler  a.  Berlin,  ausgef.  v.  der  Sing^ 
akad.,  dem  Kirchenchor  zu  St.  Jacohi  u.  der  städt.  Capelle: 
Passionsmusik  v.  Schütz-BiedeL  Requiem  v.  Mozart. 

ChieagO.  8.  Pop.  Oonc.  des  Chicaeo  Orch.  (Thomas): 
„Faust's  Verdanmiung**  v.  Berlioz,  Orchestersuite  Op.  42  v. 
Mac-Dowell,  Suite  Mozartiana  v.  Tscha'lkowsky.  „Phafi- 
ton**  V.  Saint-Saens,  „Rienzi**-Ouvert.  v.Wagner,  Adagio  a. 
„P^metheus**  v.  Beethoven,  „Aufforderung  zum  Tanz**  v.  We- 
her-Berlioz,  Goncertstück  f.  Clav.  v.  Weher  (Hr.  Liehling).  — 
2.  Pop.  Piano  Conc.  des  Hm.  Liebling  m.  Compositionen  v. 
Godard  (»Au  Matin**  u.  Mazurka),  Karganofi  (Noct.  und 
Mazurka),  Gottschalk,  Mason,  Louis  Br assin  (Nocturne), 
Schutt  (Valse  lente),  Schumann  (Son.  Oja,  22)  u.  A. 

Coblenz.  6.  Abonn.-Conc  des  Musudnstituts  (Heuhner) 
m.  Bruch 's  „Odysseus**  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Er6t- 
ma  a.  Elberfeld  u.  Assmus  (?)  a.  Berlin  u.  der  HH.  Doerter 
a.  Mainss.  Keller  a.  Mannheim  u.  Lindlar  v.  hier. 

Dortmand.  4.  Conc.  des. Musikver.  (Janssen):  8.0uvert. 
zu  .Leonore**  v.  Beethoven,  „Wanderers  Sturmlied**  f.  Chor  u. 
Grch.  V.  B.  Strauss,  „Das  Glück  von  Edenhall**  für  do.  von 
£.  Humperdink,  SolovortrS^  des  Frl.  Asmus  (?)a.  Berlin 
(Ges.,  „Von  ewiger  Liebe*^  v.  Brahms,  „Klänge  und  Schmer- 
zen** V.  J.  Janssen,  „Ln  Mai**  v.  B.  L.  Herman,  „Träume** 
.  V.  B.  Wagner,  „Es  wartet  ein  bleiches  Jungfräulein**  von 
Lessmann,  „Neue  Liebe**  v.  Bubinstein  etc.)  u.  des  Hm. 
Halir  a.  Weimar  (VioL,  8.  Conc.  v.  Bruch,  Berceuse  v.  Cui 
u.  Bhaps.  V.  Liszt-Halir). 

DüisseldOPf .  4.  Concert  des  G^esangver.  (Steinhauer)  mit 
S.  Bach's  Matthäus-Passion  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frauen 
Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe  u.  Craemer-Schleger  von  hier 
u.  der  HH.  Grahl  a.  Berlin,  Schmalfeld  a.  Zünch  u.  Taux  a. 
Frankfurt  a.  M. 

Gotlia.  10.  Conc.  des  Musikver.  (Prof.  üetz)  m.  Vier- 
ling*s  ,^Alarich**  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares  Hildach 
u.  Sbb  Prl.  Schämack.  (Die  Leistungen  des  Cnores  und  der 
Solisten  finden  in  einem  uns  vorliegendsn  Bericht  rückhalts- 
lose Anerkennung,  während  die  Hauptehren  des  Abends  dem 
Dirigenten  zugesprochen  werden,  der  amSchluss  der  Anfüh- 
rung auf  wieoerholten  Hervorrnf  mit  dem  Componisten  des 
Werkes  erschien.) 

Hannover.  Am  16.  April  Aufführ.  v.  S.  Bach's  Matthäus- 
Passion  durch  die  Musikakad.  (Kotzky)  unt.  solist.  Mitwirk, 
des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München,  der  Frau  Metzler  a.  Leipzig 
u.  der  HH.  Kaufmann  a.  Basel,  Staudigl  a.  Berlin  u.  Gillmeister 
V.  hier.  —  3. Conc.  der  Hofcap.  a. Bückeburg (Sahla) :  S.Sym- 
phonie V.  Beethoven,  Eine  Faust-Ouvert.  v.  B.Wagner,  ilö- 
verie  f.  Orch.  von  B.  Metzdorff,  Gesangvorträge  des  Hm. 
Zameckow  a.  Berlin  („Wie  bist  du,  meine  Königin**  v.  Brahms, 
„Lehn  deine  Wang**  u.  „Am  Ufer  des  Flusses**  v.  Ad.  Jen- 
sen etc.). 

Hermannstadt.  Ausserordentl.  Musikabend  des  Her- 
mannstädter Musikver.  (Bella)  am  4.  April:  Allegro  appass.  f. 
Viol.  u.  Clav.  V.  A.  Tottmann,  Cavatine  f.  do.  v.  J.  Baff, 
„Feenwalten**  f.  Frauenchor  u.  Clav.  m.  Declam.  v.  H.  S  t  o  e  c  k  e  r  t, 
Gesangsoli  v.  Verdi.  J.L.  Bella  ( „Erste Liebe**)  u.  Ad.  Jensen 
(»Sie  blasen  zimi  Aomarsch**).  —  Conc.  desselben  Vereins  am 
8.  April:  Festmarsch  v.  B.  Strauss.  „Königin  Waldlieb**  f. 
gem.  Chor  u.  Orch.  v.  M.  Meyer- Olber sieben,  Frühlings- 
syxnphonei  f.  do.  v.  L.  Milde,  Dmoll-Clavierconc.  v.  Mozart, 
Ö©8Migyorträge  der  Frau  Singer  („Ich  liebe,  was  fein  ist**  von 
J.  L.  Bella,  „Der  Vogel  im  Walde**  v.  W.  Taubert,  „Auf 
Wiedersehen**  v.  Edg.  Krones  etc.). 


Hildburghausen.  8.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  a.  Mei- 
ningen (Steinbach):  Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches 
Thema  v.  Brahms.  Ouvertüren  v.  Beethoven  und  Wagner 
(„Der  fliegende  Holländer**  u.  „Tannhäuser**),  3.  Slav.  Bhaps. 
V.  Dvorak,  concert.  Quart,  f.  Ob.,  Clar.,  Hom  u.Fag.m.Orch.  v. 
Mozart  (HH.  Kirchhoff,  Mühlfeld,  Leinhos  u.  Hochstein).  Gbsanff- 
vortrage  des  Frl.  Dussel  a.  Cöln  (Arien  v.  Weber  u.  GounocO- 

Kiel.  8.  Conc.  des  Gymnasial-Orch.-Ver.  (Jess):  Gdur- 
Seren,  f.  Streichorch.  v.  Mozart,  Wasser-  und  Feuermusik  v. 
Händel,  Ciavierquart.  Op.  16  v.  Beethoven,  And.  a.  dem  3.  Conc. 
f.  zwei  Viol.  u.  Clav.  v.  S.  Bach.  —  Vortrag  geistl.  Gesänge 
seitens  des  St.  Nicolaiohors  (Forst)  am  31.  März:  Chöre  von 
Suriano,  Klein,  J.  W.  Franck  u.  Dr.  Palm  er  („Tröstet  mein 
Volk**),  Solovorträ^  der  HH.  KeUer  (Org.,  Variat.  üb.  Bach'- 
sche  Themen  v.  Liszt)  u.  Mühlfeld t  (VioL). 

Landau.  Conc.  des  Hm.  Löwe  (Viol.)  unt  Mitwirk,  der 
HH.  Wiemann  a.  Pforzheim  (Clav.)  u.  Hartmann  a.  Carlsruhe 

SViolonc.)  am  6.  Aprü:  Ciaviertrio  Op.  97  v.  Beethoven,  Soh 
'.  Clav.  V.  Jensen-Niemann  („Murmelndes  Lüftchen**)  und 
Liszt  (Bhaps.),  f.  Viol.  vi  A.  Löwe  (Bomanze)  u.  Wieni- 
awski  („Legende**  u.  zwei  Mazurkas)  u.  f.  Violonc.  v.  Moli- 
que,  O verbeck  (Schlummerlied)  u.  Popper  (-Vito**).  -—  ö.Ver- 
einsconc.  des  Musikver.  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Walter  und 
der  HH.  Walter  u.  Wamke  a.  Baden-Baden:  Andante  a.  dem 
Dmoll-Claviertrio  v.  Mendelssohn,  Ddur-Clavier-Violoncell- 
son.  V.  Bubinstein,  Soli  f.  G^.  v.  B.  Pohl  („Fichtenbaum 
und  Palme**),  Lassen  (Frühlingslied),  E.  Walter  („So  bist 
du  mein**  u.  „Wohl  waren  es  Tage  der  Sonne**)  u.  f.  Violonc. 
V.  Popper  (Mazurka  u.  Tarantelle),  H.  Sitt  (Seren.)  u.  A. 

Laibaeh.  Ausserordentl.  Kammermusikabend  der  Phil- 
harm, (stesellschafb  am  6.  April:  Bdur-Streichsext.  v.  Brahms, 
CLavierquint.  v.  Schumann,  CJlav.-Violinson.  Op.  47  v.  Beet- 
hoven. (Ausführende:  HH.  Zöhrer  [Clav.l,  Gterstner,  v.  Bagen- 
feld,  Moravec,  Till,  Lasner  u.  Wettach  (Streicher].)  — Ausser- 
ordentl. Conc.  desselben  V^r.  am  12.  Apnl  m.  Ha^dn's  „Schö- 
pfung** unt.  Leit.  des  Hm.  Zöhrer  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Bitter-Haecker  a.  Würzburg  u.  der  HH.  Link  a.  Graz  und 
V.  Beichenberg  a.  Wien.  —  Mitglieder-Concerte  desselben 
Ver.:  No.  4  m.  denselben  Solisten,  wie  im  vorhergehenden 
Conc.  „Hebriden**-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Fragment  a.  der 
gSchöpfang*'  v.  Haydn,  G^sangsoli  von  Mozart,  Franz  („Im 
Herbst**),  B.  Wagner  (Schlummerlied)  u.  Schumann.  No.  5. 
8.  Symph.  v.  MendeLasohn,  „Euryanthe*'-Ouvert.  von  Weber, 
Conc.  t.  zwei  Violinen  v.  Alard  (HH.  Gnesda  u.  Drahsler), 
Lieder  „0,  versenk**  v.  Brahms.  „Ich  liebe  dich**  v.  Grieg 
u.  „Im  Maien**  v.  Hill  er  (Frl.  Souvan). 

Lausanne.  Grand  Concert  et  Conference  sur  „FAnneau 
du  Nibelung**  de  B.  Wagner  unt.  Leit.  des  Hm.  Banti  und 
Mitwirk,  des  Tenors  Hm.  Bourgeois  u.  einiger  ungen.  Solisten 
am  22.  u.  28.  April:  Vier  Tonbilder  a.  „ICneingold**,  Einzug 
der  Gtötter  in  Walhall,  Siegmund*s  Liebeslied,  Duett  zwischen 
Siegmund  und  Brünnhilde,  „Walkürenritt**,  Wotan*8  Abschied 
u.  „Feuerzauber**,  Gesang  der  Bheintöchter,  Trauermarsch  u. 
Schlussscene  a.  der  „Götterdämmerung**.  („L'Estafette**  gab 
zu  diesem  Concert  eine  Eztranummer  mit  biographischem 
Material  und  den  Hauptleitmotiven  in  Noten  heraus,) 

Leipzig.  Hausconc.  des  Bach- Ver.  (Sitt)  unt.  sollst.  Mit- 
wirk, der  Frau  Metzler-Löwy  (Ges.)  u.  der  HH.  Consolo  aus 
Mailand  (Clav.)  und  J.  Klengel  (Violonc.)  am  16.  Mai:  „Die 
Weihe  der  Nacht**  f.  Altsolo,  Choy  u.  Orch.  v.  H.  v.  Herzo- 
eenberg,  Chöre  a  cap.  v.  Lechner,  Donati  u.  Ctotoldi,  Soli 
f.  Chiv.  V.  S.  Bach  (Dmoll-Conc,  1.  Satz,  u.  Phant.  u.  Fuge 
in  GmoU)  u.  f.  Violonc.  v.  S.  Bach  (Cdur-Son.)  undMarceuo 
(Fdur-Son.). —  10.  Mnsikabenä  des  Kammermusikver. :  Emoll- 
Streichquart.  v.  Volkmann  (HH.  Payne,  Klesse,  Jentzsch  u. 
Merckel),  Trios  f.  Clav.,  Clar.  u.  Hörn  v.  M.  Heidrich  (HH. 
Tramm  a.  London,  Kessner  u.  Budolph)  u.  f.  Viol.,  Bratsche 
u.  Violonc.  V.  C.  (S^rädener  (HH.  v.  Dameck,  Heintzsch  u. 
Hansen),  Vorführung  des  neuen  Harmoniums  in  natürlicher 
Stimmung  (System  Müller)  durch  die  HH.  Prof.  MüUer  aus 
Budolstadt  u.  Straube  a.  Berlin.  —  Conc.  zum  Stiftungsfest 
des  Grieg- Ver.  am  17.  Mai:  GmoU-Streichquart.  v.  Edv.  Grieg 
(Frl.  Brammer  u.  HH.  Lie,  Schäfer  u.  Hansen),  Fdur-Clav.- 
Violinson.  v.  demselben  (Frls.  Holmsen  und  Brammer),  Solo- 
vortrage  der  Frls.  Polscher  ((3^es.,  „Curiose  Gteschichte**  von 
Borghüd  Holmsen,  „Viel  Träume**  und  „Böschen  biss  den 
Apfel  an**  v.  Chr.  Sin  ding,  Wiegenlied  v.  H.  Harthan  u. 
„Des  Dichters  Herz**,  „'ne  Dim  ich  erblickt**  u.  „Hoffnung** 
V.  Edv.  Grieg)  und  Holmsen  (Clav.,  „An  den  Frühling"  v. 
Grieg  u.  Barcarole  u.  Scherzo  eig.  Comp.)  u.  des  Hm.  Hansen 
(Violoncellconc.  v.  Svendsen,  2.  Satz). 


266 


Lemberg.  Am  13.  n.  24.  April  Aufführrm^n  v.  Hän- 
dePs  „Messias*'  durch  den  Gkiliz.  Musikver.  (Scowarz)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Damen  Kruszelnicka,  Strassem  u.  Wotos- 
zcsak  u.  der  HH.  Lewicki,  Szaymanski,  Dr.  Czemy  u.  Zegar- 
kowski,  sowie  Unterstützung  des  Gresangver.  „Lutnia". 

Llssa.  Wohlth&tigkeitsconc.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Fleischer 
am  7.  April:  Gem.  Chöre  v.  Fächer  („Lenzes  Wonne**,  mit 
Solo  u.  Clav.),  Rheinberger  („AU  meine  Gedanken**)  und 
Spielt  er  („Der  Postillon**,  m.  Solo,  oblig.  Piston  imd  Clav.), 
„Mai tag**  t.  Frauenchor  m.  Clav.  v.  Rheinberger,  Vocal- 
duette  V.  Lassen  („Ln  Rosenbusch  die  Liebe  schlief**)  u.  A., 
ges.  V.  Frl.  Gk>ldschmidt  u.  Frau  Raue,  Solovorträge  der  HH. 
Oswaldt  (G^es.,  „Kling  leise,  mein  Lied**  v.  Liszt)  und  Mar- 
quart  (Violonc,  Polon.  v.  Popper  etc.)  u.  des  Frl.  Mechow 
rClav.,  Rhaps.  v.  Liszt). 

Mannheim.  Conc.  des  Luther-Kirchenchors  (Köhler)  am 
10.  April:  Chöre  von  Bortniansky,  M.  Haydn,  M.  Hetzel 
(„Christ  ist  erstanden**)  u.  Gluck,  Solo  vortrage  des  Frl.  Wag- 
ner (Ges.,  „0  Tag,  so  schwarz**  u.  Osterarie  v.  A.W  er  nicke) 
u.  der  HH.  Heiss  (Ges.,  „So  sinkst  du  nun**  v.  Ueberl6e  u. 
„Hallelnjah,  der  Herr  ist  erstanden**  v.  R.  Palme)  u.Hänlein 
(Org.,  Choralvorspiel  v.  S.  Bach  u.  „Hosiannah**  v.  J.  Lem- 
mens). 

Metz.  5.  Conc.  des  Musikver.  m.  Bruch' s  „Lied  von 
der  Glocke**  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Rudolpn  a.  Trier 
u.  Augustin  V.  hier  u.  der  HH.  Zameokow  a.  Berün  u.  Haase 
a.  Rotterdam. 

Mülheim  a.  d.  R.  2.  Abonn.-Conc.  (Stronck)  mit  Schu- 
mann*s  „Das  Paradies  und  die  Perl**  unt.  sollst.  Mitwirk,  des 
Frl.  KrStma  a.  Elberfeld,  der  Frau  Crämer-Schleger  a.  Düssel- 
dorf u.  des  Hm.  Zarneckow  a.  Berlin. 

Naumburg  a.  S.  4.  Conc.  des  Gesangver.  (Arndt)  mit 
Bruches  „Odysseus**  imt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Schmidt 
a.  Frankfurt  a.  M.  und  Hohenschild  a.  Berlin  und  des  Hm. 
Büttner  a.  Gk>tha. 

New-Tork.  Festconcerte  zur  Feier  des  5^ähr.  Bestehens 
der  Philharm.  Society  unt.  Leit.  des  Hm.  Seidl.  No.  1.  Ge- 
naue Wiederholung  des  Eröffnungsconcertes  am  7.  Deo.  1842: 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Weber  („Oberen**)  und 
Kalbwoda  (DmoU-Concert-),  Quint.  Op.  74  v.  Hummel  (HH. 
R.  Hoffmann  [Clav.],  Arnold,  Schwarz,  Bermer  und  Manoly 
[Streicher]),  Duett  a.  „Armida**  v.  Rossini  (Frau  de  Vere  und 
Hr.  Dippel),  Rec.  u.  Arie  „Ocean,  du  Ungeheur**  a.  „Oberon** 
V.  Weber  (Frau  Mielke),  Introd.  u.  Arie  „In  des  Lebens  Früh- 
lingstagen** a.  „Fidelio**  v.  Beethoven  (Hr.  Dippel),  Arie  „Ah, 
che  amando**  a.  „Belmonte  und  Constanze**  v.  Weber  (Frau 
de  Vere).  No.  2.  Dante-Symph.  v.  Liszt,  3.  Conc.  f.  Streich- 
orch.  V.  S.  Bach,  Duett  u.  zwei  Arien  a.  „Euryanthe**  v. We- 
ber (Frau  Mielke  u.  Hr.  Fischer),  2.  Clavierconc.  v.  Tscha'i- 
kowsky  (Hr.  Rummel).  No.  8.  9.  Symphonie  v.  Beethoven 
(Solisten:  Damen  de  Vere  u.  Alves  u.  HH.  Dippel  u.  Fischer), 
„Zauberflöten**-Ouvert.  v.  Mozart,  3.  Act  a.  der  „Grötterd&m- 
merung**  v.  Wagner  (Frau  Mielke  u.  Hr.  Dippel),  Quart,  a. 
dem  1.  Act  a.  „Fidelio**  v.  Beethoven  (Frauen  de  Vere  und 
Mielke  u.  HH.  Dippel  u.  Fischer).  —  Piano  Recitals  des  Hm. 
d'Albert:  No.  1  mit  den  Sonaten  Op.  53, 90  u.  109  u.  den  32  Va- 
riationen V.  Beethoven.  No.  2.  DmoU-Prael.  u.  Fuge  v.  Bach- 
d' Albert,  Son.  Op.  78  v.  Beethoven,  Var.  sörieuses  v.  Mendels- 
sohn, Suite  Op.  91  V.  Raff,  Impromptu  Op.  90,  No.  8,  v.  Schu- 
bert, Walzer  „Man  lebt  nur  einmal**  v.  Strauss-Tausig, 
„Liebestraum**  No.  8  u.  Span.  Rhaps.  v.  F.  Liszt.  No.  8. 
6.  Engl.  Suite  v.  Bach,  Amoll-Ronao  v.  Mozart,  Rhaps.  Op. 
79,  No.  2,  V.  Brahms,  Hmoll-^nate  v.  Chopin,  Amoll-Bar- 
carole  von  Rubinstein,  Sonett  des  Petrarca,  „Feux  follets** 
u.  Tarantella  „Napoli  e  Venezia**  v.  Liszt. 

Nürnberg.  Am  3.  April  Aufführ.  v.  S.  Bach's  Matth&us- 
Passion  durch  den  Ver.  f.  class.  Chorgesang  (Ringler)  unter 
sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Dotzer  v.  hier,  des  Frl.  Wagner  a. 
Cöln  u.  der  HH.  Vogl  a.  München,  Ankenbrank  u.  Maier  v. 
hier.  (Die  Aufföhrung  wird  als  ganz  vorzüglich  gerühmt. 
Von  der  auswärtigen  Solistin  Frl.  Wagner  schreibt  man:  „Ln 
Besitze  einer  runden,  vollen  Altstimme,  die,  durch  eine  gute 
Schule  geläutert,  stets  angenehm  berührt,  gelang  es  Frl. 
Math.  Wagner  vollständig,  die  ihr  gewordene  Aufj^abe  in  rühm- 
licher Weise  zu  lösen.  Mit  edler  Einfachheit,  tiefer  Empfin- 
dung und  anerkeunenswerther  Deutlichkeit  brachte  sie  ihre 
sämmtlichen  Gesänge,  insbesondere  aber  die  Arie  »Erbarme 
dichc,  mit  Violinsolo,  meisterhaft  gespielt  von  Hm.  Concert- 
meister  Amigo,  dann  das  Recitativ  »Erbarm  es  Gott«  und 
»Ach,  Golgathalc  zu  gutem  Vortrage.**) 

Oldenburg.    Wohlthätigkeitsconcert   des   St.   Lamberti- 


Kirohenchors  (Kuhlmann)  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Düsterbehn 
u.  Hildebrandt:  Psalm  100  f.  gem.  Chor  v.  E.  F.  Richter, 
altdeutsche  geistl.  Volkslieder  „Gott  der  Vater**  u.  „Der  Tod 
als  Schnitter**,  f.  do.  bearbeit.  v.  Plüddemann,  altböhnxische 
Weihnachtslieder  „Freu  dich,  Erd  und  Sternenzelt**  u.  „Die 
Engel  und  die  Hirten**,  sowie  altdeutsche  geistl.  Lieder  „Lob- 
gesang auf  Christus**  u.  „Gottes  Edelknabe**,  f.  do.  bearbeit. 
V.  C.  Riedel,  „Ein  Gedenkb  latt**  f.  Org.,  Viol.  u.  Violonc.  v. 
Tb.  Kirchner,  Soli  f.  Org.  v.  Rheinberger  (Fisdur-Son.), 
B.  Haynes  (And.  a.  Op.  14)  u.  Merkel  (And.  a.  Op.  113),  f. 
Viol.  u.  f.  Violonc. 

Plauen  1.  V.  Am  16.  April  Aufftihr.  v.  F.  M.  Gast's 
Orator.  „Johannes  der  Täufer**  durch  den  Musikver.,  Kirchen- 
chor, „Polrhymnia**  u.  „Harmonia**  u.  das  Stadtorchester  unt. 
Leit.  des  Hm.  Riedel  u.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Otto-Alvs- 
leben  a.  Dresden,  des  Frl.  Hunger  u.  der  HH.  Schulz-Dorn- 
burg a.  Würzburg,  Wünsche  u.  Hartenstein. 

Rostock.  3.  Kammermusikabend  des  Hm.  Bühring  unt. 
Mitwirk,  der  HH.  Weiglin,  Köhler  u.  Voss:    GmoU-Clavier- 

?uart.  V.  Mozart,  Esdur-Claviertrio  v.  Bargiel,  Soli  f.  Clav., 
Viol.  u.  f.  Violonc.  (Romanze  v.  G.  Wiggers  u.  Gavotte 
V.  Popper). 

Stuttgart.  3.  Kammermusikabend  der  HH.  Prof.  Pruck- 
ner,  Singer,  Wien  u.  Seitz  unter  Mitwirk,  des  Sängers  Hm. 
Hromada:  G moll-Clavierquart.  v.  Mozart,  Cmoll-Qaviertrio 
V.  Mendelssohn,  Rondo  brill.  f.  Clav.  u.  Violine  v.  Schubert, 
Lieder  „Im  Rhein,  im  schönen  Strome**,  „Grewitter**,  „Am 
Himmelsthor**,  „Sapphische  Rhapsodie**,  „Ritt  in  den  Tod**  u. 
„Aus  den  Himmelaaugen  droben**  v.  H.  Behn.  (üeber  die 
neuen  Lieder  von  S.  Behn  schreibt  das  dortige  „Neue 
Tageblatt**  u.  A.:     „Nicht  in  der  gewohnten  Bahn  und  her- 

Sebrachten  Form  ziehen  diese  hochinteressanten  Gebilde 
ahin;  der  Componist  erfasst  seine  Texte  in  der  tie&ten  Be- 
deutung und  scneint  dabei  mit  heissem  Drang  seiner  glühen- 
den Phantasie  Ausdruck  verleihen  zu  müssen.  So  erreicht  der 
Gesang  eine  eigenthümlich  anmuthende  hohe  Bedeutung  und 
wird  durch  eine  überschwängliche  Clavierunterlafi;e,  die  eigent- 
lich mehr  orchestral  gedacht  ist  und  fast  selbständig  ihre 
Wege  geht,  in  grossartiger  Weise  unterstützt.  Die  Lieder  sind 
nicht  für  die  leichte  Unterhaltung,  sondern  erfordern  sowohl 
von  Seiten  des  Vortragenden,  als  der  Hörer  eine  ernste  Wssr 
gäbe.**) 

Veraltete  Programme^  sowie  Progratnfne  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Wie  verlautet,  hat  Hr.  Generalintendant  v.Hoch- 
ber^  die  mit  Auszeichnung  am  Cölner  Stadttheater  wirkende 
Altistin  Frl.  Charlotte  Huhn  zur  Nachfolgerin  der  unsere 
Hofoper  verlassenden  Frau  Staudigl  bestimmt.  —  Bremen.  In 
die  durch  den  Tod  Roh.  Heckmann's  erledigte  Concertmeister- 
Stelle  wird  zum  Herbst  der  Berliner  Violinist  Hr.  Kruse  ein- 
treten, gUnter  p;lftnzenden  Bedingungen**,  wie  die  Concertdirec- 
tionH.  Wolff  in  Berlin  der  Presse  bekannt  gibt.— Göln.  Die 
Stellungen,  welche  der  verstorbene  Prof.  Japha  als  Concert- 
meister  des  Stadtorchesters  \md  VioUnlehrer  am  Conservato- 
rium  der  Musik  innehatte,  sind  durch  den  Violinvirtuosen 
Hm.  Emil  Barö  in  Mainz  neu  besetzt  worden.  —  Frank- 
furt a.  M.  Frau  Andriessen  aus  Cöln  begann  als  Fidelio 
in  unserem  Opernhaus  ein  Gastspiel  auf  Engagement.  Die 
Dame  hat  sich  bereits  bei  früheren  hiesigen  Gastdarstelliin- 

§en,  trotz  einiger  Mängel  ihres  G^esanges  und  Spiels,  viel&che 
ympathien  bei  unserem  Publicum  erworben  und  dieselben 
mit  ihrer  neuesten  Darbietung  noch  mehr  befestigt.  —  Ham- 
burg. In  das  Opernpersonal  des  Stadttheaters  wird  der  treff- 
liche Tenorist  Hr.  Grün  in  g  aus  Hannover  eintreten.  — 
London.  Der  Pianist  Hr.  Lutter  aus  Hannover  zeiciinete 
sich  in  einem  eigenen  Recital  durch  vollkommene  Technik, 
glänzende  Ausführung,  verständige  Textauffassung  und 
Selbstbeherrschung  aus  und  gab  sein  Bestes  in  Werken  -von 
Liszt.  Der  Wunderknabe  Otto  Hegner  erschien  nach  zrwei- 
jähriger  Abwesenheit  mit  einer  vervollkommneten  und  ver- 
feinerten Technik  und  wunderbar  gewachsenem  VerständnisB 
vor  dem  hiesigen  Publicum,  warm  bewillkommnet.  Sein 
Hauptstück  war  Beethoven 's  „Appassionata**,  welche  er  mit 

f rosser  Sorgfalt  und  Energie  behandelte.  —  Mannheim.  An 
teile  des  Frl.  Mohor  ist  nach  günstig  verlttufenem  Gastspiel 
Frl.  Calmbach  aus  Leipzig  an  das  hiesige  Hoftheater  engagirt 
worden.  —  Paris.    Zu  ihren  unzähligen  Triumphen  ge^rann 


267 


FrL  ArnoldBon  mit  ihrer  Carmen-Darstellung  in  der  Komi- 
schen Oper  einen  neuen.  Nie  hat  die  Künstlerin  mit  mehr 
Beiz  gesungen,  als  an  diesem  Abend.  Nach  jedem  Act,  wie 
nach  Schluss  der  YorsteUung  wurde  sie  vielüsu^h  hervorgerufen. 
Leider  war  es  ihr.  anderweitiger  Verpflichtungen  wegen^  nicht 
möglich,  mehr  als  zwei  Mal  diese  Kolle  zu  singen.  Li  dem 
4.  Orgelconcert,  welches  der  hiesige  Orgelmeister  Hr.  Guil- 
mant  im  Trocaa6ro-Palast  gab,  wirkte  auch  dessen  ehemaliger 
Schüler  Hr.  Werner  au^  Baden-Baden  mit.  Seine  Vorträge 
einer  &.  Bach^schen  Fuge  und  einer  neuen  Guilmant'schen 
Gomposition  erfreuten  sich  warmer  Anerkennung  seitens  des 
PubHcums. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  14.  Mai.  „Hoffe,  Herz"  von 
W.  Bust.  Psalm  1 17  y.  R.  Franz.  15.  Mai.  „Singet  und  spielet 
dem  Herrn"  v.  W.  Bust. 

OpernauffDhrungen. 

ApriL 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  1.  Der  Barbier 
von  Sevüla.    20.  Euryanthe. 

Carlsruhe.  Grossherzogl.  Hoftheater:  3.  Der  fliegende 
Holländer.  8.  Aida.  18.  Der  Trompeter  von  S&kkingen.  21. 
Das  goldene  Kreuz.  28.  Cavalleria  rusticana.  24.  Die  Zauber- 
flöte.   29.  Der  Cid  (P.  CorneUus). 

Gotha.  Hoftheater:  2.  u.  8.  Der  wilde  Jäger.  7.  Das 
goldene  Kreuz.  10.  Der  Troubadour.  12.  u.  21.  Die  Zigeu- 
nerin (Balfe).  17.  Lohengrin.  19.  Bobert  der  Teufel.  24.  Don 
Juan. 

AufgefDhrte  Novitäten. 

Bazzini(A.),  Yioloncellconc.  (Freiburg  i.  B.,  6.  Symph.-Conc. 

des  Stadt.  Orch.) 
Berlioz  (H.),  „Harold"-Symph.    (Berlin,  8.  Phüharm.  Conc.) 
Ottvert.  zu  „Beatrioe  und  Benedict".       (Cöln,  10.  Qtir- 

zenichconc.) 
„Vehmrichter"-Ouvert.    (Breslau,  11.  Abonn.-Go^c.  des 

Bresl.  Orchesterver.) 
Borodin  (A.),  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittelasien" .   (Boston, 

17.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.    Stuttgart,  7.  Abonn.- 

Conc.  der  Hofcap.) 
Brahms  (J.).  3.  Symph.    (Mac^eburg,  6.  Logenconc.    Stutt- 
gart, 7.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.) 
Ddur-Orch.-Seren.  (Breslau,  12.  Abonn.-Gonc.  des  Bresl. 

Orchesterver.) 
Orchestervariat.  üb.  ein  Haydn'sches  Thema.   (Orefeld, 

5.  Abonn.-Conc.  der  Conc-G^ellschaft.) 

Akad.  Festouyert.     (Wiesbaden,  12.  Künstlerconc.) 

1.  Clavierconcert.    (Stockholm,  2.  Symph.-Oonc.  der  k. 

Gau.) 
Violinconcert.      (Zürich,   8.  Abonn.-Oonc.  der  Allgem. 

Musikgesellschaft.) 
Bdur-Streichsezt.  (Laibach,  4.  Kammermusikabend  der 

Philharm.  Gesellschaft.) 
Glavierquint      (Dordrecht,  3.  Soiree  f.  Kammermusik 

der  HH.  Vink  u.  Erdelmann.) 
Emoll-Clav.-Violoncellson.  (Frankfurt  a.  M.,  8.  Kammer- 
musikabend der  Museumsgesellschaft.) 
Rhapsodie  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.    (Frankfurt 

a.  M.,  11.  Museumscono.) 
Busoni  (F.  B.),    Drei  Sätze  a.   der  symphon.  Suite  Op.  26. 

(Boston,  16.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.) 
Dvof  äk  (A.),  4.  Symph.    (Do.,  17.  Conc.) 
Elsdur-Streichquart.  (Hamburg,  4.  Kanmiermusikabend 

der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 
Fmoll-Claviertrio.     (Leipzig,  4.  Popul.  Kammermusik- 
abend von  Hm.  v.  Böse  u.  Gten.    Hamburg,  2.  Conc.  des 

Frl.  Marstrand.) 
„Stabat  mater"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Basel,  Conc.  des 

Baseler  Gesangver.  am  17.  März.) 
Gade  (N.  W.),  „Agnete  und  die  Meermädchen*'  f.  Solo,  Chor 

u.  Orch.   (Stockholm,  2.  Abonn.-Cono.  der  Philharm.  Ge- 

sellschafbO 
Goldmark  {CX  Symph.  „Ländliche  Hochzeit''.      (Chemnitz, 

8.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 


Gold  mark  (C),  „Sakuntala^-Ouverture.    (Linsbruck,  4.  Mit- 

gliederconc.  des  Musikrer.) 
Gouvy  (Th.),    „Stabat  mater«  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.     (Cöln, 

10.  Gürzenichconc.) 
Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  «Peer  Gynt".   (SchafFhausen, 

4.  Abonn.-Conc.  des  Musikcoilegiums.) 
Suite  „Aus  Holberg's  Zeit"  £  Streichorch.   (Annaberg, 

10.  Museumscono.      Freiburg  i.  B.,  6.  Symph.-Conc.  des 

städt.  Orch.) 
Fdur-Clav.-Violinson.      (Bingen,  Conc.  des  Hm.  Lou- 

verse.) 

^Vor  der  Klosterpforte"    f.  Soli,  Frauenchor  u.  Orch. 

(Stockholm,  2.  Abonn.-Conc.  der  Philharm.  Gesellschaft.) 

„Landkennung"  f.   Baritonsolo,  Männerchor  und- Orch. 

(Prag,  Conc;  des  TJniversitäts-Gesangver.) 

Harthan  (H.),  Serenade  f.  Streichorch.  (Dorpat,  1.  Symph.- 
Conc.) 

Herzogenberg  (H.  v.),  Quint.  f.  Clav.  u.  Blasinstrumente. 
(Braunschweig,  3.  Abend  der  Neuen  Vereinigung  fftr 
Elammermusik.) 

Hofmann  (HO,  „Frithjof" -Symph.  (Innsbruck,  4. Mitglieder- 
conc.  des  Musikver.) 

„Johanna  von  Orleans"  f.  Soli,  Männerchor  und  Orch. 

(Prag,  Conc.  des  TJniversitäts-Gesangver.) 

Kauffmann  (F.),  Dramat.  Ouvert.  (Magdeburg,  7.  Logen- 
conc. u.  5.  Harmonieconc.) 

Esdur-Claviertrio.     (Berlin,  Conc.  v.  Frl.  Herms  u.  Gen. 

am  16.  März.) 

Klengel  (J.),  DmoU-Violoncellconc.  (Gotha,  8.  Vereinsconc. 
des  Musikver.) 

Liszt  (F.),  Dante-Symph.  (Hannover,  2.  Conc.  der  Hofcap. 
a.  Bückeburg.) 

„Orpheus".    (Magdeburg,  7.  Logenconc.) 

^Les  Pröludes".     (Boston,  17.  Conc.  des  Boston  Symph. 

Orch.) 

-Tasso".    (Wiesbaden,  11.  Künstlerconc.) 

Esdur-Clavierconc.    (Cöln,  10.  Gürzenichconc.) 

Adur-Clavierconc.    (Berlin,  9.  Phüharm.  Conc.) 

Ludwig,   Orchestersuite.    (Dresden,  2.  Prüf.-Auffuhr.  im  k. 

Conservat.  f.  Musik.)  ' 

Mendelssohn  (J.),  Orgelson.  über  den  Choral  „Vater  unser 

im  Himmelreich".    (Oöln-Ehrenfeld,WohlthätigkeitBconc. 

am  27.  MärzO 

Moszkowski  (M^),  Fdur-Orchestersuite.  (Zürich,  7.  Abonn.- 
Conc.  der  Allgem.  Musikgesellschaft.)- 

„Cortöge"  £^Orch.     (Genf,  10.  Abonn.-Conc.  im  Stadt- 

Nicod6  (J.  L.),  Fünf  Nummern  a.  der  Symph.-Ode  „Das 
Meer".    (Crefeld,  6.  Abonn.-Conc.  der  Conc.-Gesellschafb.) 

Noskowski  (S.),  D  moU-Streichquart.  (Iimsbruck,  Soiröe  der 
HH.  Prof.  Schwartz  u.  G«n.  a.  München.) 

Eaff  (J.)i  CmoU-Clavierconc.  (Boston,  16.  Conc.  des  Boston 
Symph.  Orch.) 

Beinecke  (C),  Adur-Clayierquintett.  (Laibach,  4.  Kammer- 
musikabend der  Philharm.  Gesellschaft.) 

Bubinstein  (A.),  5.  Symph.,  Phant.  f.  Clav.  u.  Orch.  etc. 
(Leipzig,  20.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 

Gmoll-Clavierquart.    (Leipzig,  Extra -Kammermusik  am 

26.  März  ebendaselbst.) 

Saint-Saöns  (C),  „Le  Bouet  d^Omphale".  (Frankfurt  a.  M., 
10.  Museumscono.) 

Schulz-Schwerin  (C.),  Serenata  giocosa  f.  Orch.      (Berlin, 

1.  Conc.  des  Akad.  Orch.-Ver.) 

Seyffardt  (£.),  Schicksalsgesang  f.  Altsolo,  gem.  Chor  und 
Orch.    (Frankfurt  a.  M.,  11.  Museumscouc.) 

Smetana  (F.),  Gmoll-Claviertrio.  (Lübeck,  4.  Kammermusik- 
abend des  Frl.  Herrmann.) 

Stenhammar  (W.),  „Im  Bosengarten"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch. 
(Stockholm,  2.  Abonn.-Conc.  der  Philharm.  G^esellschaft.) 

Strauss  (B.).  Symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung".  (Leip- 
zig, Wohlthätigkeitsconc.  in  der  AlberthaUe  am  16.  März.) 

„Wanderers  Sturmlied"  f.  Chor  u.  Orchester.    (Crefeld, 

6.  Abonn.-Conc,  der  Conc.-G^ellschaft.) 

Taubmann  (0.),  Psalm  13  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.     (Leipzig, 

2.  Conc.  des  Biedel- Ver.) 

Thieriot  (F.),  Sinfonietta.    (Hamburg,  9.  Philharm.  Cono.) 
TschaXkowsky(P.),  Gdur-Orchestersuite.  (Basel,  10. Abonn.- 
Conc.  der  AUgem.  Musikgesellschaft.) 
TJhlig  (Th.),  Fdur-Blasquint.    (Dresden,  Tonkünstlerver.) 
Vierfing  (G.),  Ouvertüre  „Im  Frühling".     (Frankfurt  a.  O., 

3.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch.) 


268 


Yolkmann  (B.),  3.  Seren,  f.  Streicliorch.     (Frankfart  a.  M., 

11.  Museumsconc.    Oldenburg,  7.  Abonn.-Gonc.  der  Hof- 

cap.) 
Concertstüok  f.  Clav.     (Chemnitz,  8.  Syinph.-Ck>nc.  der 

stftdt.  Cap.^ 
Bmoll-Claviertario.      (Innsbruck,  Soiröe  der  HH.  Prof. 

Schwartz  u.  Gen.  a.  München.) 
Waffner(R.)»  ^üie  Faust-Ouvert.  rOarlsruhe,  6.  Abonn.-Conc. 

aes  Hoforch.     Stockholm,    2.  Symph.-Oonc.  der  k.  Cap. 

Trier,  3.  Vereinsconc.  des  Musikver.) 
Vorspiel  u.  Bruchstücke  a.  den  „Meistersingern *'.  (Kiel, 

Symph.-Conc.  des  Dilett.-Orch.-Ver.  am  2.  März.) 
„Meistersinger^-Yorspiel.     (ßenf,  10.  Abonn.-Gonc.  im 

Stadttheater.) 
Vorspiel  u.  Schlussscene  a.  „Tristan  und  Isolde''.  (Bres- 
lau, 12.  Abonn.-Gonc.  des  BresL  Orch.-Ver.    Freiburg  i.  B., 

6.  äymph.-Gonc.  des  städt.  Orch.) 
Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde".    (Innsbruck,  4.  Mit- 

gliederconc.  des  Musikver.) 
Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung".  (Magdeburg, 

6.  Harmonieconc.      Stuttgart,   7.  Abonn.-Gonc.   der  Hoz- 

oapelle.) 
Woyrsch  (F.  y.),  Bmoll-S3miph.  (Lübeck,  6.  Philharm.  Gonc.) 
Wüerst  (B.),  Buss.  Suite  f.  Streichorch.   (Speyer,  4.  Gonc.  v. 

Gaecitien-Ver.  u.  Liedertafel.) 
Zellner  (J.),   Adur-Sinfonietta.    (Kiel,    Symph.-Goncert  des 

Dilett.-Orch.-Ver.  am  2.  März.) 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  In  Leipzig  hat  sich  aus  daselbst  ansässigen,  wie  vor- 
übergehend zum  Studium  aufhaltenden  Skandinaviern  ein 
Grieg- Verein  gebildet,  welcher  am  17.  d.  Mts.  das  Fest 
seiner  Gründimg  mit  einem  Goncert  im  Krystallpalast  be- 
geht, dessen  Programm  in  unserer  heutigen  Goncertumschau 
verzeichnet  steht. 

*  Die  Soir^,  welche  die  Direction  des  k.  Theaters  zu 
Lüttioh  zur  Feier  des  150.  Geburtstages  Gr6try*s  ge- 
geben, war  von  einer  «zahllosen  Menge  besucht, .  trug  ein 
überaus  festliches  Gepräge  und  verlief  auch  sonst  glanzvoll. 
Verschiedene  Bruchstücke  aus  Werken  des  alten  Meisters 
wurden  vorgeftlhrt,  und  Hr.  Arthur  Pougin  beleuchtete  in 
einem  meisterlichen,  mit  warmen  Beifallsbezeugungen  ange- 
nommenen Vortrag  das  Schaffen  desselben. 

*  Der  unter  Leitung  des  Hm.  Päts  stehende  Musik- 
verein zu  Herford  beging  am  8.  Mai  mit  einem  grossen 
Goncert  die  Feier  seines  öOjlQirigen  Bestehens. 

*  Den  ersten  Preis  von  500  Dollars  für  die  beste  Gom- 
position  des  Textes  zur  Golumbüs-Feier,  ausgeschrieben 
von  den  vereinigten  deutschen  Gesangvereinen  in  Amerika, 
^wann  Hr.  D.  Melanet^  Dirigent  des  Uermania-Männerchors 
in  Baltimore,  der  2.  Preis  von  800  Dollars  wurde  Hm.  H.  Zöll- 
ner,  dem  Dirigenten  des  „G«rman  Liederkranz",  zuerkannt. 

*  Wie  die  „Zeit.  f.  I.**  mittheilt,  hat  die  Hofpianoforte- 
fEibrik  von  V.  Berdux  in  Heilbronn  den  Versuch  gemacht,  den 


Panzer-Bahmen  für  Pianinos  in  Aluminium  herstellen 
zu  laceen  und  in  Anwendung  zu  bringen.  Diese  Neuerung 
macht  die  Instrumente  nicht  blos  bedeutend  leichter  im  Ge- 
wicht, als  die  bisherigen  in  Eisenrahmen,  sondern  soll  auch 
infolge  einer  günstigen  Einwirkung  des  Aluminiums  auf  den 
Ton  in  dieser  Beziehung  von  grosser  Tragweite  sein. 

*  In  der  Kroll*schen  Oper  zu  Berlin  ging  am  12.  Mai 
A.  Bubinstein's  Oper  „Die  Maccabäer"  unter  Mitwirkung 
der  Frau  Moran-Olden  als  Leah,  des  Frl.  Prosk^  als  Nafimi 
u.  A.  m.  mit  stürmischem  Erfolg  erstmalig  für  diese  6ühne  in 
Scene.  Das  Werk  ist  früher,  mb  die  gen&e  Marianne  Brandt 
noch  Mitglied  der  k.  Oper  war  und  mit  ihrer  Darstellung  der 
Leah  dasselbe  Über  Wasser  hielt,  oft  im  Hoftheater  gegeben 
worden,  war  also  keine  Neuigkeit  für  die  Beichshauptstadt. 

*  G.  Beinecke*s  neue  komische  Oper  „Der  Gouvertienr 
von  Tours'*  soll  am  5.  Juni  erstnialig  im  Stadttheater  zu 
Leipzig  zur  Aufführung  gelangen. 

*  In  der  Komischen  Oper  zu  Paris  ging  kürzlich  ids 
Novität  die  Oper  „Enguerrande**  von  Ghapuisin  Scene,  ohne 
jedoch  zu  gefallen. 

*  Das  Philharmonische  Orchester  zu  Berlin  wird 
auch  in  diesem  Jahr  während  des  Sommers  in  Schevenin- 
gen  concertiren. 

*  Wie  amerikanische  Blätter  schreiben,  erhalten  die  Im- 
presarii  HH.  Abbey  und  Grau,  welche  Hm.  Anton  Bubin- 
stein  mit  125,000  Dollars  für  50  Goncerte  in  Amerika  enga- 
nrt  haben,  von  der  Glavierfabrik  Steinway  &  Sons  damr, 
dass  der  Künstler  ausschliesslich  Flügel  dieser  Firma  in 
diesen  Goncerten  spielt,  das  nette  Sümmchen  von  50,000  Doli. 
Diese  Mittheilung  ist  nicht  gerade  schmeichelhaft  för  Stein- 
way &  Sons,  weil  es  nach  mr  scheint,  als  benutzten  erste 
Künstler  deren  Instrumente  nicht  der  Güte  wegen,  sondern  in- 
folge geschäftlicher  Manipulationen,  und  bedürfe  es  für  diese 
Firma  besonderer  pecuniären  Anstrengungen,  um  berühmt« 
Pianisten  zur  öffentlichen  Benutzung  ihrer  Flügel  zu  ani- 
miren. 

*  Hr.  Generalintendant  Graf  B.  v.  Hochberg  in  Berlin 
erhielt  vom  Kaiser  das  Prädicat  „Ezoellenz"  verliehen. 

a 

*  Der  Grossherzog  von  Baden  hat  Hm.  Hofopemdirector 
Mottl  in  Garlsruhe  den  Orden  1.  Glasse  mit  Eichenlaub  vom 
ZUirin^er  Löwen  und  den  HH.  Hofinusikern  Metius  in 
Garlsnuie  und  ünger  in  Mannheim,  sowie  Hm.  Musik- 
director  Handloser  in  Gonstanz  das  Verdienstkreuz  vom 
Zähringer  Löwen  verliehen. 

Todtenliste.  Emest  G  u  i  r  a  u  d,  geschätzter  französischer 
Gomponist,  Professor  am  Pariser  Gonservatorium,  t)  ^^Xä  55 
Jahre  alt,  am  6.  Mai  plötzlich  in  Paris. —  Agostino  Gambara, 
geschickter  Geiger,  t)  90  Jahre  alt,  in  Venedig.  —  Heinrich 
Greve,  Mitglied  der  Hamburger  Oper,  ein  vorzüglicher  Bari- 
tonist, t  cun  12.  Mai  im  Alter  von  47  Jahren.  —  Job.  Nep. 
Skraup,  als  Gomponist  verschiedener  Opern  und  Verfiusser 
gesangpädagogischer  Werke  zu  Namen  gelangt,  f,  81  Jahre 
alt,  in  J?rag. 


Kritischer  Anhang. 


Hermann  Ritter.     -Richard  Wagner  als   Erzieher^.     Ein 
Volksbuch.    Würzburg  1891. 

Als  das  als  Mode-Lecture  bekannt  gewordene  Buch 
„Bembrandt  als  Erzieher**  erschien,  musste  jeder  mit  den 
Schriften  Wagner's  näher  Vertraute  aufrichtig  die  Oberfläch- 
lichkeit und  Sach-Unkenntniss  bedauern,  mit  welchen  der  ge- 
heimnissvolle Bembrandt-Mann  gerade  über  Wagner  geurtheilt 
hat.  Hätte  dieser  sich  die  Mühe  genommen,  Wagner's  Schriften 
kennen  zu  lernen,  so  hätte  ihm  für  sein  löbliches  Wollen  und 
Wünschen  gerade  aus  Wagner  eine  lebhafte  Anregung  und 
Unterstützung  fliessen  können,  er  hätte  unmittelbar  von 
Wagner  mehr  Treffliches  zu  schöpfen  vermocht,  als  was  er 
nun  aus  seinem  zu  diesem  Zwecke  erst  mühsam  zurechtge- 
stutzten Bembrandt  herholt. 

Es  lag  daher  bei  dem  lebhaften  Rufe  der  Gegenwart  nach 
„Erziehern**  sehr  nahe,  Wagner  dabei  in  den  imn  gebühren- 


den Vorder^prund  zu  rücken.  Das  vorliegende  Buch  will  in 
dieser  Hinsicht  wirken,  der  Verfasser  bemüht  sich,  der  gang 
und  gäbe  gewordenen  Musikanten-Auf&ssung  von  Wagner^ 
Wirken  entgegen  zu  treten,  und  weist  mit  begeisterten  iVor- 
ten,  unterstützt  durch  eine  hohe  künstlerische  Auffassung  und 
ästhetische  Bildung,  darauf  hin,  dass  in  Wagner  nicht  nur  ein 
„Weisester**,  sondern  ein  eminenter  Dichter,  ein  weltumfassen- 
der künstlerischer  G^ist  zu  verstehen  sei.  Von  diesem  erhar 
benen  Standpunct  aus  misst  er  die  Probleme  der  Wagnerischen 
Dichtung,  das  Eigenartige  von  Wagner's  Persönlitmkeit  und 
von  Wagner*s  ästhetischen  Theorien. 

Bei  dieser  vortrefflichen  AufGusung  Wagner*s  ist  es  nur 
zu  bedauern,  dass  der  Autor  sich  so  kurz  gemsst  und  viel  zu 
wenig  in  die  Tiefe  gelängen  ist.  Doch  da  das  Buch  sich  nur 
das  Ziel  gesteckt,  ein  ^o&sbuch*'  zu  sein  und  „als  Buch  für 
die  Jugend  gedacht  ist**,  darf  man  es  nicht  über  sein  sich 
selbst   vorgezeichnetes  Maass   hinaus    messen    wollen.    Zur 


269 

ersten  Einfhhrune  in  Wagner  ist  es  ganz  vorzügUch  geeignet     ner  „schon  sehr  genau  kennen  und  seit  Jahren  spielen".  Da- 
und  es  wird  auch  vielen  Leuten  sehr  nützlich  sein,  die  Wag-      her  sei  es  warm  empfohlen!  Hugo  Dinger. 


Br*iefl£a,8ten. 


Ernst  Otto  Nodnagel  in  Berlin.  Wir  registriren  mit  dem  nö- 
thifi^n  Resjpect  Ihre  Behauptungen,  dass  Sie  seit  Ihrer  Ver- 
mählung nicht  mehr  Schüler  der  dortigen  Hochschule  und 
kein  Intimus  des  Hm.  Goepüart  sind.  Wünschen  Sie  vielleicht 
auch  noch  unsere  dritte  damalige  Bemerkung,  dass  sich  die  k. 
Hochschule  zu  Ihnen  als  Schüler  gratuliren  könne,  berichtigt? 

Z.  G,  in  5.  Das  hochinteressante  Richard  Wacpier-Mu- 
seum  des  Hm.  Oesterlein  in  Wien  befindet  sich  im  4.  Bezirk, 
Alleegasse  19,  und  ist  während  der  Sommermonate  von  9  bis 
5  X7hr  geö&et.  Sie  werden  in  demselben  das  Gewünschte 
sicher  finden. 

y.  P,  in  N,  Das  eingesandte  Lied  gelangte  noch  nicht 
zur  Besprechung. 

F.  G.  in  B,  Die  Pflege  des  Streichquartettspiels  in  Privat- 
kreisen ist  zwar  viel  seltener,  als  früher,  immerhin  aber  gibt 
es  noch  dauernde  Heimstätten  für  diese  edle  Art  von  Musik- 


übung. Als  eine  solche,  vielleicht  die  älteste  der  existirenden 
überhaupt,  hat  das  gastfreundliche  Haus  des  Hm.  A.  Kökert 
in  G^nf.  eines  vortrefflichen,  s.  Z.  auch  in  Deutschland  durch 
Kunstreisen  bekannt  gewordenen  Violinisten,  zu  gelten,  in 
welchem  seit  circa  80  Jahren  ein  Streichquartett  unter  Füh- 
rung des  Hausherrn  allwöchentlich  seine  Sitzungen  abhält. 

Ed.  G,  in  S.  Wenn  die  Monatszeitschrift  „iSe  Orsjel"  die 
Besprechuner  einer  Goepfart'schen  O^lsonate  mit  aer  Be- 
merkung sdiiliesst.  dass  es  wirklich  Zeit  sei,  „gegen  solchen 
Schund  der  Orgellitteratur  ernstlich  Fronte  zu  machen",  so 
kann  ihr  hierin  nur  beigepflichtet  werden.  In  dem  ihm  noch 
einzig  zugänglichen  Orean,  dem  „Chorgesang",  in  welchem 
er  erst  kürzuch  sein  Müthchen  an  Richard  Pohl  zu  kühlen 
suchte,  wird  Hr.  Goepfart  nun  wahrscheinlich  auch  diesen 
„Schund"  vertheidigen,  falls  es  nicht  gar  Hr.  Nodnagel  unter- 
nimmt. 


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f-CLx  Soli  -a.zid.  Oliox 

mit  Segleitung  von  zwei  Ciavieren 

componirt  von 

!¥•  A.  Remy. 

Op.  16. 

Partitur  M  12,-—.     Chorstimmen  (i,  Ji  — ,50.  u.  1, — .) 

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w^te  dlP«ot  trom  VsFtof  ep)  aa«li  cur  Anslelity  s«  b«sl«lieii« 


HZlSlpiSSip^iilsIläfesilSfipsIldJvilt^IlD^ 
/.yfij||[ni^KjallEiy.vdlSFl?i;j||pii'l^ita|iR'.vi^ 


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Nein 

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^erny,  Gramer-,  "^{ementv 

Etüden 

in  Aiiswfthl  und  kritischer  Behandlung  mii  Vorworten  und  Bemerkungen  rtlrs  Studium  von 

Heinrich   Germep. 

Cuerny'tt  Stn  dien  werke.     -I   BiiTiiio  je  2  .A.     Hu|)(ileiiioivt:  Tätliche  Studien  1  .*. 
Cramer's  66  Ktadon.     4  Bunde  Je  1,'25  .A.  [fa\.\ 

Clementi'ft  Ciradnt«  ad  PHrnasflam.    :)2  Btudeu.    2  Uäiide  Je  1,60  .Ä. 
Deutseher  und  englischer  Text. 


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No.  1.    Mazurka.    1  .><  20  4. 

No.  2.    Valse  arotoMue.    1  ..«  20  4. 

Op.  11. 

No.  1.    SirinadB.    1  j»  20  4. 

No.  2.    Valw-Caprio«.    1  ^  20  4.        _ 

Op,  12. 

Nippes.     Snite    de   petita   morceauz  SB  tonne- 
de  daue.     3  J^ 

Op.  13. 

Blzarreriea.    2  Ji. 

Op.  14. 

No.  1.    Valm  expressive.    1  ^  20  4. 
No  2.    Barcarolfe.    1  ..«  20  4. 

Op.  16. 

No.  1.    Berceuse  (Wiegenlied).    80  4. 

No.  2.     Fneuse(Iiider8pinn.tnlie).  1.4150  4. 
[686.1 

zig.                   Fp.  Kistnep. 

Laip 

Soeben  etwUen: 

ESne  sjuplionisclie  Dichtnng 

naeh  Sehüler'sclien  Worten 

für 

grosses  Orchesten 

componirt  von 


Partitur  n.  Ji 
Leipzig. 


Op.  24. 

', — .  Orcbesterstimmen  n.  Jl  12, — . 

[886,] 
C.  F.  W.  Sir^el'fl  Hnsikalienhandlnn«: 
(B.  Linnemaon). 


271 


[687—.] 


6oncert'9irection  9aniel  STlayer, 


LONDON,    180  New  Bond  Street. 

Telagramm- Adresse:  „lilset-IiOmdont*'. 


Alleinli^e  Tertretamc  fftr  »lle  IJSiider 

der  SopranistirL  Fräulein  Macintyrey 

Prlma-Donna  assoluta  der  kOnigliehen  Itallenlsetaen  Oper  Coyent-Oarden,  London. 

des  Rassisten  Herrn  Plunket  Gpeene. 

Oratorien-  and  Kammersänger, 

des  Herrn  Emile  Saupet, 

des  Jangen  Violoncell-Virtuosen 

Jean  G^pardv  (iSjährig) 

und 

des  Herrn  |.  J.  Paderewski, 

zie'bat     -vieler     azidereix    'ber'ü.lixxi.ieia.    Si-iiziailer. 

Alleinige  Vertretung  der  Londoner  Symphonie-Concerte. 

XJebernimmt  das  Aj?rangement  von 

^"^^   CoDcerten  in  London  und  Tonrni^en  in  England,  Amerika  nnd  Australien   @(s®^ 

anter  persönlieher  Leitung. 

Anfragen  und  AufftrBge  werden  direct  an  die  Direction  erbeten. 

6oncerU9irection  Spaniel  fJTlayer, 

LONDONp  180  New  Bond  Street. 

Telegramm- Adresse:  „liisst-IiOndon^*. 


FlOg^el-  und  Planlno-Fabrikaiit. 

Hofliefeiraiiit 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  yon  Deutschland  und  EQnigs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  KQnigin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  K5nigiu  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  KOnigl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Prenssen, 

Sr.  KQnigl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  KQnigl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [688.] 

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I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
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m.  Fabrik:    124  Reiehenbepger-Stpasse. 


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und  AuBwahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [539—.]  ^ 


Soeben  erschien  in  meinem  Verlage:  [540b.] 

Oontellns  Rttbner,  „Yöglein,  wohin  so  schnell**.  Duett 
ftx  3  Frauenstimmen  mit  Pianofortebegleitung.  Preis  ^Ji 

Baden-Baden.  Baril  Boauntemieyer» 

Matlkallenliandlttiig. 


Die  Gantorstelle  an  der  evangelischen  St  Johannis- 
kirche  in  MoiTiel  mit  einem  jährlichen  Einkommen  von 
1050  Ji  ist  neu  zu  besetzen.  Geeignete  Bewerber  bitten 
wir,  ihre  Meldungen  unter  Beifügung  ihrer  Zeugnisse  bis 
zum  1.  Juni  c.  an  unseren  Vorsitzenden  Superintendent 
Oloff  einzureichen.  Wir  bemerken,  dass  der  Gantor  die 
Verpflichtung  zur  Bildung  und  Leitung  eines  Kirchen- 
chores zu  übernehmen  hat,  der  namentlich  bei  Festgottes- 
diensten  die  Gemeinde  erbaut 

Memel,  den  23.  April  1892.  [641a.J 

Der  OemeMe-Kirclieiiratli  der  St.  JotuumiitircliB. 


Li 


272 


^ulim  jßfufAner,  ißeippff. 


[542.] 


Bedeutendste  Planoforte-iFabrlk  SnropasI 

FlOgel  und  Pianinos 

ainerkainnt  untLbeirtroflreiieir  Haltbairkeit 
und  edlem«  eaninreioliem  n?on. 


-^xyxnflfb     "Vertreter  "bez.  "VerlEatafazso.agazixxe  azi  alleaa.  'bed.exa.tezid.ereaa.  Plft.tze: 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


^l/l/XOy^ 


Richard    Schulz-Dornburg, 

Concertsänger  f Bassbartion) ^ 

Sologßsa/ngalehrer  der  kgl.  Musikschule 

Wilmburg,  [64db.] 

diUet  die  verehrlichen  Ccncert-Directionen^  Engagements- 
Anträge  für  seine  Mitwirkung  als 

lAeder-  VMd  Ordtorien-Sänger 

an  seine  Adresse  ^ 

Wiir»burg,  Friedenssir.  49, 

gelangen  zu  lassefu 


Ciy^lPsill» 


9€err  Slrnold  Stose, 

erster  Concertmeister  der  k.  k.  Hofoper  in  Wien,  bat 
mir  seine  Vertretung  übergebeil.  Die  verehrten  Herren 
Vorstände  der  Concertgesellschaften  und  Vereine,  die  auf 
seine  Mitwirkung  reflectiren,  werden  ersucht,  sich  oho- 
möglichst  zu  wenden  an  [548g.] 

Impresario  LudwIg  fipflüffeld. 
Wien  I,  Getreidemarkt  10. 

Siloti, 

Jrl8>IllS't.  [648q.) 

Pari«.    86,  ATenne  Triidalne. 


Conoerfaneteter    des   GewandlMus-   und   Theater- 

Orchesters.  [644—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wiliielm-Strasse  21. 

hmogl.  B&ohs.  Ho^ianist,  Frofesseur  snpMeor  am  OonserYatorium 

SU  Genf  (Bchweii).  [545—.] 

Goncert-Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 


Vollständige  AnsMldnng  für  Oper  d.  Ooneerl 

Ensemble-Üebungen.    Rollenstudinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Sebna 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [550-— 4 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Q-ee«aii^lehrer. 


Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau» 

erscheint  soeben:  [551.] 


Alfred  K.rasseit.      Josef  Casimir  Hofmann's 


[546—.] 


Baden-Baden. 

Vertr.  H.  ¥7olir.    Berlin. 


Compositionen 

fOr  Pianof ortei 


Die  verehrten  Herren  Vorstände  der  Concertgesell-     Op.  14.     Thema  mit  Variationen  und  Fuge.    Jl  2,75. 
Schäften  und  Vereine,  die  in  der  kommenden  Saison  auf     Op.  15.     DeUX  MoroeaUX. 


die  Mitwirkung  des  [547c.] 

Hofpianisten  Alfred  Grünfeld 

reflectiren,  werden  ersucht,   dies  baldmöglichst  bekannt 
zu  geben  an 

Impresario  Ludufiflj  BrOnfeM. 

Wien  I,  Oetreidemarkt  10. 


No.  1.  Scherzo Ji  1,50. 

No.  2.  Mazourka u»  1,25. 

Op.  16.    Deux  Mazourkas.    No.  1,  2     ,   k  JH  1,50. 

Op.  17.    Zwei  Stacke.    No.  1.  Andante    .  Ji  1,50. 

No.  2.  Presto  .    .  Jt  1,50. 

Compositionen  von  iiervoppagen- 
der  Bedeirtmtg. 


Dmok  von  0.  a.  fiödar  In  Leipsig. 


Leipzig,  am  2Ö.  Mai  lSd2. 


HRi  diintcii  Bidi-,  tur- 
111  lulbiliiluliiii»,  uwit 
um 


E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  KÖnigsstraHe  6. 


nr  du  imtniKki  f  oekiiiun 
Mfüuu  lundmu  IUI  u 
ilnolni. 


nni.  Jahrg.] 


Da«  Hank&liiche  Wochenblstt  enobaint  j&hrlicli  in  53  Narnnteni.  Dar  AbonDemeDtabeba^ 
für  du  Quarta]  Ton  IS  Nutnmem  ist  S  Mark ;  eine  einielne  Nnmmer  kostet  40  PfettDige,  Bei 
directei  fmnkirter  KreuibandaeudaDg  treten  oftchttehende  viertelj&hrlicbe  Abonnementa- 
pieiae  in  Kraft:  3  Hark  50  Pf.  für  daa  Deutache  Reich  und  Oesterreicb.  —  2  Mark  76  Pf. 
für  weitere   Länder   des   Allgemeinen  PoatTeieina.  —  Jahreaabonn Omenta  werden  anter 

ZuffrundeleKUuK  vontehender  BaiagabediiiTun^en  berechnet. 
Die  InaertionBgebflhrMi  rar  den  Raum  einer  geapaltanen  Fetitaeile  betragen  30  Pfennige. 


[No.  22, 


Inhftlt:  Dl«  S*«s  von  „Tristan  und  laolde"  bei 
nnd  wTea  (FortaaUnng).  —  B«rlBh(e. 
TcrmUÖhCe  HltCheUnngen  nnd  Hotiian. 


Uohard  Wagner.  Van  Dr.  Arthur  Saldi.  (Fortastzane.)  --  TaKeagaaohlohta :  Huikbrlere  aai  Baa 
Conoertamaclwo.  ~  Engagenwala  und  Oaataplals  in  Oper  und  Ooneert  —  KlMbaaiaulk. 
■  ■  -  AnzeigeiL 


.  Brte(kut«n.  - 


Die  Sage  von   „Tristan  und  Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 
(Fortsebnmg.) 

Wir  könnten  dabei  nun  füglicb  stehen  bleiben  und 
uns  hinfort  allein  nm  mehr  Wagner  und  einer  Würdigung 
seiner  besonderen  Verdienste  zuwenden,  wenn  uns  hier 
nicht  vorher  auch  noch  einige  wenige  Stellen  ana  den 
bekannteren  Schriften  der  Romantiker  beschäftigen  müas- 
ten,  die  uns  Engleich  das  Bild  des  edlen  Novalis  nahe 
bringen  werden.  Sebon  H.  Ehrlich  citirt  einmal  —  frei- 
lich in  dorchans  tendeneiöser  Weise  gegen  Wagner  — 
mit  ganz  specieller  Anwendung  auf  den  2.  Act  des  Wagner '- 
sehen  „Tristan"  eineStelleausderSchlegerscben  „Lncinde", 
die  Worte  des  Julius  an  Lociude  n&mlich  (es  ist  der 
Form  nach  schon  dort  ein  Dialog,  ein  Duett  in  Prosa): 
Julius:  „0  ewige  Schnsnchtl  — ■  doch  endlich  wi^ 
des  Tages  fruchtlos  Sehnen,  eitles  Blenden 
sinken  und  erlöschen,  und  eine  grosse  Liebea- 
nacht  sich  ewig  ruhig  fehlen" 
—  nnd  ich  möchte  diesem  Paaeua,  wenn  denn  schon  ein- 
mal citirt  werden  soll,  noch  jene  andere  Stelle  aus  dem- 
selben Roman  beifügen,  wo  es  heisst  (vgl.  Reclam- Aus- 
gabe 8.  9):  .Ich  kann  nicht  mehr  sagen,  meine  Liebe 
oder  deine  Liebe;  Beide  sind  sich  gleich  nnd  vollkommen 
Eins,  so  viel  Liehe  als  Gegenliebe.  Es  ist  Ehe;  ewige 
Einheit  und  Verbindung  unserer  Geister,  nicht  hlos  fQr 
das,  was  wir  diese  oder  jene  Welt  nennen,   sondern  fBr 


die  eine,  wahre,  nntheilbare,  namenlose,  unend- 
liche Welt,  für  unser  ganzes  ewiges  Sein  und  Leben." 
Auch  bei  meiner  Lecture  der  Tieck'schen  „Genovefa", 
also  wieder  einem  Hauptwerk  der  Romantik,  fiel  mir  die 
seltene  Zusammenstellung  von  „hochbeTUSst"  und  „nicht 
hewusst"  in  EriDnerung  an  unseres  Meisters  „einbewnsat 
—  höchste  Lust"  und  „unbewusst  —  höchste  Lust!" 
besonders  auf  in  den  Versen: 

Brust  an  Bmst  geschmiegt, 

In  Armen  versunken, 

Die  Augen  trunken, 

In  blühender,  voller  Lust. 

Uns  selber  hochbewusst  — 

Und  nicht  hewusst 


Weit  mehr  jedoch  als  diese  immerhin  nur  vereinzelt 
auflretenden  SAtze  aus  der  (überdies  mit  Recht  berüch- 
tigten) „Lucinde",  oder  einer  „Genovefa",  weit  mehr  nnd 
weit  nachhaltiger  müssen  uns  hier  Novalis'  nnvergleich- 
liche  „Hymnen  an  die  Nacht"  beschäftigen,  in  denen  sich 
—  wie  Hettner  treffend  bemerkt  —  Hsinnig^  Aufgehen 
in  dem  geheim niss vollen  Dankel  der  Natur"  mit  den 
„rührendsten  Klagetönen  bangender  Todessehnsucht"  zu 
einem  wunderbar  mystischen  Tiefsinn  vereinigt.  Und  ich 
denke  dabei  noch  nicht  einmal  an  jene,  von  fast  allen 
Litterat  Urgeschichten  übereinstimmend  hervorgehobenen 
Worte:  „Eine  Verbindung,  die  auch  für  den  Tod  ge- 
schlossen ist,  ist  eine  Hochzeit,  die  uns  eine  Genossin  für 
die  Nacht  gibt  Im  Tode  ist  die  Ijebe  am  süssesten, 
für  den  Liebenden  ist  der  Tod  eine  Brautnacbt,  ein  Ge- 


ö94 


heimniss  süsser  Mysterien."  ....  —  jenes  Parodoxon,  das 
—  wie  wir  gern  zugeben  wollen —  in  seiner  eigentbüm- 
lieben    Mischung    von    Religion    und    Wollust     allerdings 
schon  bart  an  der  Grenze  des  Geniessbaren  stehen  dürfte 
und  ganz  gewiss  nicht  auf  Wagner  und  seine  Phantasie 
mehr  eingewirkt  hat;    ich  denke  hier  zunächst  vielmehr 
an  den   poetisch-eigenartigen,    unergründlich-tiefen  Geist, 
der  das  Ganze  ernst  durchweht  und  der  zweifelsohne  mit 
und  neben  Schopenhauer  dem  2.  Acte  des  Wagnerischen 
p Tristan"   den  Weg  bereitet  bat.    Bekanntlich  fasste  der 
edle  Jüngling,  da  ihm  die  Jugend  geliebte  starb,  den  he- 
roischen Entschluss,    „ihr  nachzusterben" ;  der  Tod,  der 
im  natürlichen  Lauf  der  Dinge,  kraft  der  zum  Willen  ge- 
wordenen Sehnsucht,  dann  erfolgen,  in  Kurzem  erfolgen 
würde,    sollte   —  so  meinte  er  —  „nicht   Flucht,    nicht 
Nothmittel",  sondern   „echte  Aufopferung,    Beweis  seines 
Gefühls  fürs  Höchste"   sein,  sollte  die  Menschheit  von  der 
Möglichkeit  einer  solchen  Liebe  überzeugen,  ihr  eine  solche 
^Treue    bis  in    den  Tod"    durch   das  lebendige  Beispiel 
versichern ;  und  in  eben  jenen  seinen  „Hymnen    an    die 
Nacht"    führte   der  Dichter  nun  diesen  „mystischen  Ent- 
schluss des  Sterbens"  wirklich  aus.    „Abwärts  von  der  Welt 
des  erfreulichen  Lichtes  wendet  er  sich  zu  der  heiligen, 
unaussprechlichen    und  geheimnissvollen    Nacht; 
sie  öffnet  in  uns  die  unendlichen  Augen,    welche  — 
unbedürftig  des  Lichtes  —  die  Tiefen  eines  liebenden 
Gemüthes  durchschauen.     Der  irdische  Schlaf  und  die 
irdische  Nacht    sind    nur   der  Schatten   des  wahrhaftigen 
Schlafes,   nur  die  Dämmerung  der  Todesnacht     Zu 
ihrer  Verherrlichung  rauschen  die  Schwingen  dieser  Nacht- 
begeisterung.    Denn  wer  einmal  die  krystallene  Woge 
gekostet  hat,  die  in  des  Hügels  dunklem  Schoosse  quillt, 
wahrlich,   der  kehrt  nicht  in  das  Treiben  der  Welt 
mehr  zurück,  in  das  Land,    wo  das  Licht  in  ewiger 
Unruhe  hauset.    Wird  doch  diese  ganze  herrliche  Welt 
voll  Pracht  und  Glanz  und  schöner  Ordnung  dereinst 
in  der  Nacht  wieder  erlöschen,  aus  der  sie  geboren 
ist,  und  die  sie  mütterlich  trägt.    Dorthin  zieht  es  den 
Dichter."  (Vgl.  R.Haym:   „Die romantische  Schule";  1870, 
S.  337  f.)     „Fernab    liegt  die  Welt.  .  .  .  Wie    arm   und 
kindisch  dünkt  mich  das  Licht  nun,  wie  erfreut  und  ge- 
segnet des  Tages  Abschied!  .  .  .    Zehre  mit  Geistergluth 
meinen  Leib,  dass  ich  luftig  mit  dir  mich  vermische  und 
dann  ewig  die  Brautnacht  währe!"  — Wir  glauben  Tristan, 
meinen  Schopenhauer  und  Wagner  in  Einem  zu  athmen. 
Ich   bitte  Jeden,    der  sich  dafür  interessirt,    einmal    den 
Text  des  2.  Aufzuges  der  Wagnerischen  Tragödie  neben 
diesen  Gedanken   des   früh  verstorbenen  Dichterjünglings 
zu  lesen,  —  und  er  wird  wahrhaft  verblüfft  sein  ob  der 
interessanten  und  wichtigen  Analogien,    die    sich    daraus 
ergeben.     „Selbst  dann  bin  ich  die  Welt"  lässt  Wagner 
seinen  Tristan   bekanntlich  u.   A.    auch   sagen.      „Da  die 
Nacht"  ,  .  so  erläutert  Brandes  die  romantische  Schule . . 
„dem    Ich  die  umgebende  Welt  verbirgt,    treibt    sie  das 
Ich  gleichsam  in  sich  selbst  hinein.  Das  Selbstgefühl  und 
das  Nachtgefühl  sind  daher  Ein-  und  das  Selbe."    Halten 
wir  dazu  endlich  auch  noch  jene  Strophe  bei  Heine  vom 
Tod  und  der  kühlen  Nacht: 

„Der  Tod,  das  ist  die  kühle  Nacht, 
Das  Leben  ist  der  schwüle  Tag. 
Eß  dunkelt  schon,  mich  schläfert  — 
Der  Tag,  der  hat  mich  müd  gemacht!" 

—  so   haben   wir  die  Summe   aller  der  Anregungen  ge- 
zogen,   die    der  jüngsten    Neuschöpfung    des    „Tristan" 


vorausgegangen  waren  und  für  deren  Schöpfer  wohl  mehr 
oder  minder  wirksam  gewesen  sein  mochten.  Der  Reigen 
hat  sich  uns  damit  endgiltig  geschlossen,  die  Fülle  der 
Vorausnahmen  haben  wir  als  befruchtende  Kraft  für  den 
modernen  Meister  kennen  gelernt;  damit  aber  sind  wir 
nun  auch  dem  Einblick  in  das  Wesen  seiner  Dichtung, 
wie  dem  wahren  Verständniss  derselben  näher  und  näher 
gerückt  Nur  wenig  kann  es  mehr  sein,  was  uns  „zu 
thun  noch  übrig  bleibt" ;  und  selbst  dieses  Wenige  —  wir 
wollen  es  im  echten,  grossen  Glauben  an  das  Künstlerisch- 
Organische  nur  gleichsam  in  nuce,  nur  mehr  aus  dem 
Kerne  und  innersten  Centrum  eben  jenes  Organismus 
heraus  zu  erfassen  suchen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Basel. 


Meine  Berichterstattung  über  das  Baseler  Concertwesen 
beschränkte  sich  bis  jetzt  eigentlich  auf  die  Concerte  der 
Musikgesellschaft  und  des  Gesangvereins;  mit  diesen  ist  aber 
der  Stoff  keineswegs  erschöpft,  und  noch  jetzt,  mitten  im 
Frühling,  nachdem  Musiksaal  und  seit  Palmsonntag  das 
Theater  ihre  Pforten  geschlossen  haben,  reiht  sich  ein  Con- 
cert  an  das  andere,  bald  weltlichen,  bald  geistlichen  Charak- 
ters. Es  lohnte  sich  schon  der  Mühe,  aucn  über  diese  Seite 
unserer  Musik  zu  berichten;  doch  da  immerhin  die  Abonne- 
mentconcerte  im  Mlttelpuncte  stehen,  soll  auch  heutß  aus- 
schliesslich von  denselben  berichtet  sein. 

Das  Benefizconcert  unseres  verdienten  Capellmeisters 
Dr.  Yolkland  leitete  wie  üblich  die  zweite  Serie  ein,  und 
zwar  war  dasselbe,  wie  gewöhnlich,  durch  die  Mitwirkung  des 
Gesanfirvereins  und  der  Liedertafel  ein  Concert  der  reichsten 
Ab  Wechsel  un^.  An  der  Spitze  befand  sich  Beethoven's  7.  Sym- 
phonie, tremich  ausgeführt  und  lebhaft  applaudirt.  Die 
zweite  Orchesternummer  war  Schumann^s  „Manfred** -Ouver- 
türe. Im  Mittelnunct  des  Interesses  stand  wohl  He|»r's 
-Todtenvolk"  für  Männerchor;  schon  letztes  Jahr  wurde  diese 
Gomposition  mit  ungetheiltem  Beifall  aufgenommen  und 
machte  auch  bei  der  jetzigen  Wiederholung  grossen  Ein- 
druck. Jedenfalls  wird  dieses  Werk  in  weiten  Kreisen  be- 
kannt werden,  da  die  Aufgabe  für  die  Sänger  ebenso  dankbar 
ist,  wie  der  Genuss  für  den  Hörer.  Allerdings  vermag  nur 
ein  wohlgeübter  Chor  die  technischen  Schwierigkeiten  zu 
lösen.  Die  tonmalerischen  Effecte  drängen  sich  nicht  vor, 
aber  trotzdem  ist  die  Tondichtung  von  grossartiger  Dramatik. 
Besonders  wirkt  der  Schluss,  der  auf  einem  Orgelpunct  der 
zweiten  Bässe  im  tiefen  C  aufgebaut  ist.  —  Die  solistische 
Ausschmückung  des  Concertes  lag  in  den  Händen  des  Hrn. 
Hildach  aus  Berlin,  der  sich  seiner  Aufgabe  mit  gewohnter 
Meisterschaft  entledigte.  Er  trug  eine  Händersche  Arie  und 
mehrere  Lieder  vor  und  fand  mit  seinem  echt  musikalischen, 
fein  gebildeten  Vortrag  die  gebührende  Wtlrdiffung.  Ein© 
wohlgelungene,  in  den  Soli  meist  mit  einheimischen  Kräften 
besetzt«  Aufführung  der  „ Walpurgisnacht"  von  Mendelssohn 
durch  den  Gesangverein  bildete  den  Schluss  des  Concertes. 

Lassen  wir  nun  die  Übrigen  Concerte  Bevue  passiren, 
indem  wir  zuerst  der  Orchesternammern  e^edenken.  Von 
Symphonien  wurden  folgende  aufgeführt:  Sohumann's  dritte» 
die  rheinische,  die  in  Cdur  von  Schubert,  Fdur  (No.  3)  von 
Brahms^  Adur  von  Mendelssohn  und  Cmoll  von  Beethoven. 
Am  meisten  vermag  immer  noch  diese  letzte  die  Zuhörer  zu 
elektrisiren;  sie  ist  bei  uns  populär  wie  keine  Zweite  und 
auch  unserem  Orchester  gewissermaassen  in  Fleisch  und  Blut 
Übergegangen.  Mendelssohn  wird  jedes  Jahr  mit  einer  Sym- 
phonie oerücksichtigt,  und  zwar  abwechselungsweise  mit  der 
Adur  oder  Amoll;  diesmal  war  die  Erstere  an  der  Beihe. 
Der  Wunsch,  auch  andere  seiner  symphonischen  Werke  kennen 
zu  lernen,  ist  durch  die  Auffuhrung  der  Lobgesang-Cantate 


270 


dieses  Jahr  in  Erfüllung  gegangen.  Brabms^  Fdur-Syxnpbonie 
fand  diesmal  weniger  Beifall,  trotz  der  sorgfaltigen  Ein- 
studirang. Seine  Orchesterwerke  sind  bei  uns  iK)erhaupt  noch 
nicht  zum  vollen  Verständniss  durchgedrungen  und  vermögen 
noch  nicht  als  Ganzes  zu  wirken,  besonders  wenn,  wie  bei 
uns,  ein  Zeitraum  von  mehreren  Jahren  zwischen  den  Wieder- 
holungen liegt.  Wir  sind  eben  trotz  der  Reichhaltigkeit  un- 
serer Programme  auf  zwölf  Symphonien  per  Jahr  angewiesen, 
und  unser  Publicum  lässt  sich  die  alten,  längst  liebgewonnenen 
classischen  Werke  nicht  gerne  durch  neuere  verdrängen. 
Jene  sind  immer  noch  Hauptsache  und  schränken  das  In- 
teresse an  diesen  ein.  So  fallen  z.  B.  von  den  zwölf  in  diesem 
Winter  gespielten  Symphonien  vier  auf  Beethoven,  zwei  auf 
Schumann.  Weit  entfernt,  diesen  Geschmack  unserer  Concert- 
besucher  als  verkehrt  zu  schelten,  muss  man  doch  bedauern, 
dass  die  Neuzeit  dabei  etwas  zu  kurz  kommt. 

Dass  jedoch  manchmal  die  Werke  selbst  dieses  Miss- 
trauen verschulden,  zeigt  Das^  was  über  Zweie  der  übrigen 
Orchesternummern  zu  berichten  ist.  Diese  waren  meistens 
wohlbekannte  Ouvertüren  verschiedener  Art:  „Sommernachts- 
traum" von  Mendelssohn,  „Anakreon"  von  Cherubini,  „Oberen" 
von  Weber,  „Jessonda"  von  Spohr,  „Ben venu  to  Cellini"  von 
Berlioz,  „Lohengrin"  von  Wagner.   Als  Novitäten  traten  hin- 

fe^en  dazu:  Iteinecke^s  Ouvertüre  zur  „Zenobia"  und  die 
uite  in  Gdur  von  Tschaikowsky.  —  Beinecke^s  Opus  reiht 
sich  entschieden  seinen  früheren  nicht  ebenbürtig  an.  Er 
ist  darin  wohl  der  Componist,  der  nach  der  classischen  Norm 
arbeitet,  aber  er  wirkt  aus  allzu  grosser  Classicität  lang- 
weilig. Leicht  entsteht  so  nur  eine  Form  ohne  die  lebendige 
Seele.  Die  Anerkennung,  die  bei  uns  seinen  früheren  Werken 
gezollt  wurde,  mag  die  ungünstige  Aufnahme  der  „Zenobia" 
vergessen  machen.  Vollständiges  Fiasko  machte  die  Suite 
des  russischen  Componisten.  Die  Sätze  derselben  reihen  sich 
nämlich  folgendermaassen  an  einander:  Elegie,  Yalse  m^lanco- 
lique,  Scherzo  und  Thema  mit  Variationen;  gespielt  wurden 
drei  derselben,  und  zwar  umgekehrt:  die  Elegie,  der  weit- 
aus umfangreichste  Satz  und  auch  der  gefälligste,  am  Ende, 
das  Scherzo,  ein  Grebilde  ohne  Mark  und  Knochen,  am  An- 
fang. So  begann  die  Suite  mit  einem  allem  Takte  hohn- 
sprechenden Hin-  und  Herjagen  der  Instrumente;  ein  mono- 
tones Trommelwirbeln  mit  Trompetenfanfaren  unterbrach  den 
Wirrwarr,  um  demselben  wieder  aufs  Neue  Raum  zu  geben. 
Und  als  dieser  Satz  zu  Ende  war,  herrschte  lautlose  Stille 
im  Saal,  die  Ablehnung  war  eine  entschiedene.  Der  Walzer 
ist  dagegen  nicht  uninteressant.    Tiefliegende  Flötenpassagen 

feben  ihm  ein  düsteres  Colorit.  Das  Trio  mit  seinen  sich 
reuzenden  Octavenschritten  in  den  Bratschen  klingt  aber 
wieder  ziemlich  nichtssagend.  Solche  Musik  ist  unseren  Ohren 
noch  zu  fremd  und  russisch.  Schade  um  den  ersten  Satz, 
der  sehr  gefällig  ist.  Nach  den  beiden  Sätzen,  die  missfallen 
hatten,  verlor  auch  dieser  seine  Wirkung;  er  dauerte  zu 
lange,  und  das  Publicum  beschäftigte  sich  entschieden  mehr 
mit  der  Beobachtung  der  elektrischen  Bogenlampen  über  dem 
Podium,  die  während  des  Stückes  nach  vielen  Zuckungen 
erloschen.  *) 

(Schluss  folgt.) 


(I>ortsetzung.) 


Wien. 


Drei  höchst  erfolgreiche  Concerte  veranstaltete  im  Ehrbar- 
Saale  die  aUüberaU,  unseres  Wissens  auch  in  Leipzig,  durch 
ihr  meisterhaftes  Zusammenspiel  auf  zwei  Ciavieren  berühm- 
ten musikalischen  Dioskuren  Willi  und  Louis  Thern,  dem 
neuerdings  bei  uns  Hr.  und  Frau  Röe  mit  rühmlichem  Eifer 
nachstreben,  ohne  bisher  das  Vorbild  vollständig  erreicht  zu 
haben.  Unter  den  Solo-Violinisten  der  Saison  ist  natürlich 
vor  Allem  Meister  Joachim  zu  nennen,  dessen  herrlicher  Quar- 
tettleistungen  wir  schon  gedachten,  der  sich  aber  auch  wieder 
als  Interpret  des  Beethoven'schen  Concertes  in  musikalischer 
Beziehung  ganz  einzig  erwies,  obgleich  freilich  seinen  hoch- 
künstlerischen, ja  idealen  Intentionen  die  linke  Hand  nicht  mehr 
so  vollkommen  gehorcht,  wie  ehedem.  Uns  für  ein  neues — das 
dritte  —  Violinconcert  M.  Bruches  (wie  das  zweite  aus  Dmoll 

*)  Das  an  origineller  Musik  reiche  Werk  würde  zweifels- 
ohne auf  ein  besseres  Verständniss  und  freundlichere  Auf- 
nahme gestossen  sein,  wenn  man  es  vollständig  und  in  der 
vom  Componisten  vorgeschriebenen  Reihenfolge  seiner  Sätze 
gebracht  hätte.  D.  Red. 


gehend)  tieferes  Interesse  eiuzuflössen,  das  vermochten  selbst 
alle  Kunst  Und  aller  Adel  des  Joachim'schen  Vortrags  nicht,  es 
fehlte  der  Neuheit  zu  sehr  an  originellen  Gedanken,  sowie  an 
Wärme  oder  ^r  Tiefe  der  Empfindung.  Joachim  trat  diesmal 
auch  als  Tondichter  vor  uns,  und  zwar  mit  seinem  2. Violincon- 
cert (in  Gdur),  das  freilich  neben  dem  viel  gespielten  ersten 
(in  uneianscher  Weise,  Op.  11)  stark  im  Hintergrunde  steht. 
Für  Wien  war  es  seit  der  ersten  Vorführung  durch  den  Com- 
ponisten selbst  —  1867  —  so  gänzlich  verschollen,  dass  es 
neulich  Viele  für  eine  frischweg  aus  Joachim's  Arbeitszimmer 
kommende  Novität  hielten.  Der  gute  Musiker  sieht  auch  aus 
dieser  früh  geschriebenen  Partitur  Seite  für  Seite  heraus, 
wenn  ihr  auch  nicht  allzuviel  Phantasie  nachzurühmen  ist. 
Dafür  erfreut  in  den  Ecksätzen  (deren  letzter  zum  Theil  unter 
dem  Banne  Schumann 's  steht)  der  schöne  Fluss,  die  interes- 
sante Verflechtung  der  Solostimme  mit  dem  symphonisch  ge- 
führten Orchester,  während  in  dem  schwermüthig-stimmungs- 
voUen  Andante  (Cmoll)  —  unseres  Erachtens  der  werth vollste 
Satz  —  sich  die  ungarische  Abstammung  des  Componisten 
nicht  verleugnet.  Ueber  Joachim's  unvergleichliches  Bäch- 
Spiel  haben  wir  wohl  an  dieser  Stelle  nichts  Neues  zu  sagen. 
Er  bleibt  auf  diesem  Gebiet  ein  ewiges  Muster,  dem  übrigens 
in  dieser  Saison  eine  Reihe  jüngerer  Künstler,  selbst  Künst- 
lerinnen meist  erfolgreich  nachgeeifert  hat.  An  erster  Stelle 
ist  Franz  Ondrifiek  zu  nennen,  der  sogar  in  Bezug  auf  die 
Interpretation  eines  bestimmten,  aber  modernen  Werkes — des 
Violinconcertes  von  Brahms  —  sich  unmittelbar  neben  Joachim 
stellen  darf:  sein  wunderbar  vornehmer  und  durchgeistigter 
Vortrag  der  herrlichen  Tondichtung  erregte  allgemeines  Ent- 
zücken. Unter  den  zahlreichen  Violinspielerinnen^  welche  in 
der  abgelaufenen  Concertperiode  vor  unser  Publicum  traten, 
lernten  wir  zwei  höchst  beachtenswerthe  neue  Talente  kennen : 
die  Italienerin  Bianca  Panteo  und  die  Dänin  Frida  Scotta. 
Der  äusseren  Erscheinung  nach  könnte  bei  den  eben  Genannten 
eine  Verwechselung  der  Nationalität  vorliegen,  die  Südländerin 
Panteo  ist  nämlich  blond  und  blauäugig,  die  Landsmännin 
Gade^s,  Frida  Scotta,  eine  ausgesprochene  Brünette  mit  jenem 
sprechenden  Augenaufschlag,  wie  er  vielen  Italienerinnen  und 
Spanierinnen  eigen  ist.  Beide  Geigerinnen  imponiren  durch 
einen  selten  grossen  Ton,  Jener  des  Frl.  Scotta  ist  von  fast 
männlicher  Kraft  und  dürfte  diesfalls  von  dem  keiner  CoUe- 
gin,  mit  Ausnahme  Marie  Soldat's,  erreicht,  geschweige  denn 
übertroiFen  werden.  Dazu  kommt  bei  Frida  Scotta  (die  wie 
Teresina  Tua  schon  durch  ihre  persönliche  Anmuth  sofort 
einnimmt,  ohne  es  wie  Letztere  —  nötbig  zu  haben)  glänzende 
Technik,  besonders  für  moderne  Virtuosenaufgaben,  obgleich 
sie  sich  mit  Glück  auch  an  einzelnes  Classisches  wagen  konnte. 
Geradezu  überraschend  gelang  ihr  Mendelssohn's  Violinconcert, 
dessen  Finale  wir  mit  so  grossem  einheitlichen  Zug  und  in 
so  fascinirend  iiapidem  Tempo  (ohne  dass  dies  übertrieben 
wurde)  von  einer  Dame  noch  nie  ausführen  gehört.  Beetho- 
ven's  Kreutzer-Sonate  fühlte  sie  sich  allerdings  nicht  ge- 
wachsen, es  fehlte  da  weniger  am  Technischen,  als  an  der 
rechten  geistigen  Grösse  der  Auffassung.  Reinster  Gesang 
entströmte  aber  der  Scotta'schen  Geige  bei  Schumann*s  Abend- 
lied und  einer  von  Sarasate  übersetzten  Chopin'schen  Nocturne ; 
die  ebenso  vollendete,  als  einschmeichelnd  liebenswürdige 
Wiedergabe  verschiedener  Glemznummem  aus  Sarasate*s  Re- 
pertoire (dessen  eigener  „Habanera"  und  Zigeunerweisen,  be- 
sonders auch  der  von  ihm  in  Wien  eingerührten,  für  den 
Spieler  so  überaus  dankbaren  Mazurka  von  Zarzicky)  zeigten 
den  interessanten  dänischen  Gast  in  seinem  wahren  Element. 
Bei  allen  Vorzügen  dieser  Leistungen  möchten  wir  aber  doch 
Bianca  Panteo  das  überlegene  Talent  zusprechen.  Ist  sie 
wirklich  erst  zwölf  Jahre  alt,  welche  auf  den  Concertzetteln 
verzeichnete  Altersangabe  indess  mit  der  jungfräulichen  Reife 
der  Erscheinung  kaum  übereinstimmt,  so  hätte  man  es  in 
diesem  Falle  nocn  weit  mehr  mit  einem  Wunderkinde  zu  thun, 
als  rücksichtlich  des  kleinen  Pianisten  Koczalski.  Aber  sollte 
Bianca  Panteo  auch  schon  14 — 15  Jahre  zählen  (dies  unserer 
Meinung  nach  der  richtige  Sachverhalt),  die  Sicherheit  und 
Plastik,  mit  der  sie  gleicn  entsprechend  altclassische  Stücke, 
z.  B.  Tartini's  Gmoll-Sonate,  wie  Modernes  (Adagio  el6gique 
von  Wieniawski,  Fr.  Ries*  „Perpetuum  mobile**,  T.  Nacbfez' 
Zigeunertänze)  wiedergibt,  wären  kaum  minder  zu  bewundern. 
Jedenfalls  ist  diese  junge  Italienerin  eine  musikalische  Natur, 
auf  deren  Weiterentwiclelung  man  selbst  gespannt  sein  darf. 
Als  Bach-Spielerinnen  versuchten  sich  auf  der  G^ige  mit  mehr 
oder  weniger  Glück  die  Damen  Gabriele  Amann-Neusser, 
Theresia  Schuster-Seydel,  Irene  v.  Brenn  erb  er  g  und  Ma- 
thilde Neu  ff  er,  wobei  die  Wiedergabe  der  Ciaconna  durch  die 

22* 


276 


erstgenannte  junge  Künstlerin  unbedingt  den  Preis  verdiente. 
Frau  Amann-Neusser  erzielte  auch  mit  dem  selten  gespielten 
2.  Violinconcert  von  Bruch,  Frl.  v.  Brennerberg  mit  dem  um 
so  häufiger  zu  hörenden  ersten  desselben  Tonsetzers  lebhaften 
und  durchaus  gebülirenden  Beifall.  Künstlerisch  gereift  trat 
eine  schon  im  Backfischalter  wegen  ihrer  technischen  Vorzüge 
viel  gepriesene  Wiener  Gleigerin  nach  langjähriger  Abwesen- 
heit vor  uns:  Frau  Bertha  Breitner  (als  Frl.  Hafft  die 
tidentvollste  Schülerin  des  zu  früh  verstorbenen  Prof.  Heissler 

fiwesen).     Auch  ihr  Gatte,  der  Concertpianist  Hr.  Ludwig 
reitner,   ein  ehemaliger  Schüler  Bubinstein^s  und  seinen 
Herrn  und  Meister  damals  mitimter  in  forcirten  Aeusserlich- 
keiten  zu  überbieten  suchend,  erfreute  durch  geistige  Abklä- 
rung seines   virtuosen  Spieles,   das  freilich  auch  jetzt  noch 
nicht  tiefer  zu  ergreifen  verm^.    Welch  gediegene  und  dabei 
echt  moderne  Richtung  das  Künstlerpaar  Breitner  verfolgt, 
bezeugt   das   Programm  ihres  letzten   Goncertes,    das  u.  A. 
Kammercompositionen  von  Brahms  (Gmoll-Trio)  und  Dvorak 
(Glavierquintett  in  A)  enthielt.    Von  einheimischen  Violinisten 
wäre  noch  des  kaum  achtzehinährigen  Max  Lewinger  zu 
gedenken,  der,  aus  der  Schule  des  Gonservatoriumsprofessors 
Grün  hervorgegangen,  bei  seinem  ersten  öffentlichen  Auilreten 
das  Mendelssohn'sche  Goncert,  Bach 's  Giaconna  (diese  mit  der 
Schumann'schen  Glavierbegleitung)  und  Wieniawski's  „Faust^- 
Phantasie  so  ausgezeichnet  wiedergab,  dass  man  mit  geschlos- 
senen  Augen   hätte   darauf  schwören  mögen,   einen  reifen 
Meister  vor  sich  zu  haben.    Es  versteht  sich,  dass  seit  diesem 
glänzenden  Debüt  Hr.  Lewinger  ein  viel  begehrter  Gast  der 
verschiedensten  Goncertunternehmungen  war.    Last  not  least 
ist  unter  den  Goncert^igern  der  Saison  der  unwiderstehliche 
spanische  Sänger  Pablo  de  Sarasate  zu  nennen,  der  wieder 
mit  seiner   von  ihm  unzertrennlichen  künstlerischen  Reise- 
geflihrtin,  der  Pariser  Pianistin  Frau  Berthe  Marx,  vor  dem 
Publicum  erschien.    Irgendwelche  neue  Vorzüge,  etwa  grös- 
sere Vertiefung  nach  der  geistiepn  Seite  offenbarten  die  Beiden 
nicht.    Glatt  und  eindrudcsvoll  flog  unter  ihren  Fingern  die 
zur  Eröfi&iung  gespielte  Beethoven^he  Kreutzer-Sonate  vor- 
über, in  deren  zweiter  Variation  Sarasate  allerdings  ein  viel- 
leicht von  keinem  Rivalen  erreichtes  Kunststück  des  denkbar 
vollkommensten  kleinen  Staccato  zum  Besten  gab.     Aber  in 
den  Ecksätzen  hörte  man  diesmal  von  Beethoven  kaiun  eine 
Spur.    Die  Gomposition  hätte  nach  der  Art  ihrer  Darstellung 
ebenso  gut  von  Böriot  und  Thalberg  sein  können.  Um  so  be- 
strickender sang  der  „Paganini  von  Saragossa**  seine  eigenen 
schwärmerisch-pikanten  ächen  auf  der  Geige,  und  in  Kaff's 
„Liebesfee"  entfesselte  er  mit  seinem  Zauberbogen  wahrhaftig 
eine  ganze  Feerie  der  verwegensten  technischen  Hexereien  in 
Trillern,  Staccati,  Pizzicati,  Doppelgriffen  u.  s.  w.    Zweifels- 
ohne ist  und  bleibt  Sarasate  unter  den  Violinisten  der  Gegen- 
wart derjenige,  der  jedes  störende  materielle  Nebengeräusch 
der  Tonerzeugung  am  meisten  abzustreifen  versteht  —  selbst 
in  den  schwierigsten  Bravourstücken.    Freilich  war  dieser  an 
und  für  sich  so  zauberisch  abgeklärte  Ton  nie  ein  mächtiger 
und  scheint  überdies  in  letzter  Zeit  an  Körper,  an  Volumen 
noch  verloren  zu  haben.    Wie  ihr  Partner  glänzte  auch  Frau 
Marx  neulich  erst  wieder  auf  rein  virtuosem  Gebiet.   Da  bot 
sie  denn  u.  A.  Tausig's  anstrengende  Ungarische  Zigeuner- 
weisen und  ein  paar  Ghopin-Zugaben  mit  einer  schneidigen 
Bravour,  die  das  Publicum  in  Ekstase  versetzte. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  Die  vor.  Woche  brachte  noch  eine  kurze  Gon- 
cert-Nachblüthe:  am  Montag  das  Hausconcert  des  Bach- 
Vereins  und  den  10.  Musikabend  dei  Kammermusik- 
Vereins,  am  Dienstag  das  Stiftungsconcert  des  Grieg- 
V  er  eins  und  am  Mittwoch  ein  Goncert  des  Hrn.  F.  Wild. 
Die  wie  das  Wild'sche  Goncert  im  Alten  Gewandhaus  statt- 

fehabte  Aufführung  des  Bach-Vereins  hatte  als  Novität  für 
ier  H.  v.  Herzogenberg*s  „Weihe  der  Nacht"  für  Altsolo, 
Ghor  und  Orchester  im  Programm,  welches  Werk,  unter  Hrn. 
Sitt's  liebe-  und  schwungvoller  Direction  und  mit  Frau 
Metzler-Löwy  als  Solistin  in  vorzü£^licher  Weise  zur  Wie- 
dergabe gelangend,  einen  ersichtlich  allgemeinen  nachhaltigen 
Eindruck  auf  das  Publicum  machte  durch  die  Vornehmheit 
seines  (allerdings  zeitweilig  von  Brahms*  beeinflussten)  ge- 
danklichen Materials,  die  glückliche,  in  ihrer  Wirkung  nur 
einigemale  durch  zu  langes  Verweilen  bei  einigen  Textstellen 
gehemmte  Wiederspiegelung  der  in  der  HebbePschen  Dich- 


tung enthaltenen  träum  vollen  Stimmung  und   die  in  Jedem 
und  Allem  die  Hand  des  Meisters  zeigende  sinnvolle  Behand- 
lung des  Vocalsatzes  und  des  Orchesters.     Der  Verein  isang^ 
ausserdem  noch   a  capella  das  altdeutsche  Liebeslied  „Gott 
behüte  dich"  von  Lechner,  sowie  die  von  P.  Gomelius  bear- 
beiteten Madrigale  „Wenn  wir  hinausziehn*'  von  Donati  und 
„Amor  im  Nachen"  von  Gastoldi,  freundliche  und  liebenswür- 
dige Stücke,  die  in  der  durch  lebendige  Auffassung  und  feine 
dynamische  Schattirung  sich  auszeichnenden  Ausführung,  die 
sie   erfuhren,    zu    prächtigster    Wirkung   gelangten.     Fr&u 
Metzler-Löwy   machte  ausser  in  dem  v.  Herzogenberg'schen 
Stück  sich  auch  noch  durch  den  tiefempfundenen  und  klang^- 
gesättigten  Vortrag  des  86.  Psalms  von  Martini  um  das  Gon- 
cert verdient,    das   solistisch  ferner   noch  der  einheimische 
Violoncellmeister  Kien  gel  und  der  junge  Mailänder  Pianist 
Hr. E.Gonsolo unterstützten.    Ersterer spielte  technisch  ganz 
unübertrefflich  solo  eine  Gdnr-Sonate  von  S.  Bach  und  unter 
Glavierbegleitung  des  Hrn.  Sitt  mit  wunderschöner  Ton^ebung^ 
und  edelstem  Ausdruck  ein  Stück  gleicher  (]hittung  von  Marcello, 
während  Hr.  Gonsolo  in  der  Wiedergabe  des  l.  &ktzes  aus  dem 
D  moU-Goncert  und  der  für  Glavier  übertragenen  Phantasie 
und  Fuge  in  Gmoll  von  S.  Bach  durch  sein  virtuoses   und 
klares  l^iel  gerechtes  Aufsehen  erregte  und  durch  seine  bei 
einem  Ausländer  doppelt  anerkennenswerthe  pietätvolle  Auf- 
fassung höchst  sympathisch  berührte.  —  Das  (3oncert^  welches 
der  kürzlich  hier  gegründete  Grieg- Verein  aus  Anlass  eben 
dieser  Gründung  im  sogen.  Blauen  Saal  des  Krystallpalastes 
veranstaltete,  sdiloss  als  Hauptwerke  Grie^'s  G  moU-Streich- 
quartett  (Frl.   Brammer  und  die  HH.  Lie,   Schäfer  und 
Hansen)  und  F  dur-Clavier  -Violinsonate  (Frls.  H  o  l  m  s  en  und 
Brammer)  in  sich,  von  welchen  das  Erstere  dank  der  zug- 
voUen  und  die  Mitwirkenden  elektrisirenden  Führerschaft  der 
Primgeigerin  die  bei  Weitem  bessere  Ausführung  erfuhr.    FrL 
Holmsen,   in   der  Sonate  sichtlich  stark  durch  Befistngenheit 
an  der  rechten  Entfaltung  ihres  Könnens  behindert,  oethei- 
ligte  sich  weiter  an  dem  Goncert  durch  den  geistig  lebendi- 
gen Vortrag  von  E.  Grieg's  „An  den  Frühling"  und  zweier 
netten  eigenen  Gompositionen:    Barcarole  und  Scherzo,    und 
Hr.  Hansen  that  dasselbe  mit  der  zwar  technisch  reinlichen, 
aber  ziemlich  manierirten  Beproduction  des  Mittelsatzes  yod 
Svendsen's  ViolonceUconcert.    Die  solistischen  Hauptehx«n  d<a 
Abends  trug  Frl.  Polscher   mit  ihrer  Gresangskunst  davozi. 
die  einer  melodisch  apart  gerathenen   „Guriosen  Gkschichte*^ 
von  Borghüd  Holmsen,    den  zwei  interessanten ,   aber  etwas 
schwerflüssigen  Liedern  „Viel  Träume"   und   „Röschen  biss 
den  Apfel  an"  von  Ghr.  Sinding  und  vier  unbekaxmteren  Ge- 
sängen von  Grieg  („Des  Dichters  Herz",  „'ne  Dirn  ich  erblickt" 
und  „Hoffnung" 2  sowie  einer  norwegisch  gesungenen  Zugabe) 
zugute  kam;   wir  können   hier   nur   wiederhofon,    was  wir 
getegentlich  des  letzten  hiesigen  Auftretens  über  diese  ein- 
heimische Sängerin  sagten:   dass  sie  zu  den  besten  (Goncert- 
sänfi;erinnen  der  Gegenwart  zu  zählen  sei  und  dass  sie  speciell 
in  aer  Warmblütigkeit  des  Temperaments,  durch  welche  ihre 
Vorträge  so  unmittelbar  wirken,  und  die  meisterhafte  Behand- 
lung des  Textes  ihres  Gleichen  suche.    Wir  wünschen   dem 
jungen  Verein   unter   der  Fahne  des  genialen  norwegischen 
Meisters  ein  langes  und  fröhliches  Bestehen  nach  innen  und 
nach  aussen!  —   Ein  un^mein  ab wechselungs volles  musika- 
lisches Menü  bot  Hr.  Wild  in  seinem  Goncert.    Da  wir  das- 
selbe vollständig  in  der  heutigen  Goncertumschau  mitgetheilt 
haben,  so  können  wir  uns  unter  Hinweis  auf  diesen  Andruck 
hier  um  so  kürzer  fassen.    Mit  Ausnahme  des  Beethoven*schen 
Adagios,  dessen  geschickt  gemachte  Bearbeitung  an  sich  wohl 
kaum  eine  zwingende  Noth wendigkeit  war,  handelte  es  sich 
in  diesem  Goncert  nur  um  Novitäten  des  Verlags  von  Gon- 
stantin  Wild  in  Leipzig  und  Baden-Baden.  Voll^ndig  über- 
flüssig in  ihrer  gedruckten  Existenz  erschienen  uns  die  oeiden 
Violoncellconcertsätze  von  Truman,  und  auch  das  F.  Wild'sche 
Lied  hatte  in  seiner  melodischen  Naivetät  mehr  einen  Heiter- 
keits-    als   Anerkennungserfolg.     WerthvoUe    Gompositionen 
sind  die  Ballade  imd  das  Lied  von  Borodin,  dichterisch  inten- 
tionirt   und  interessant  und  eigenartig   in  der  Ausfuhrung 
gaben  sich  die  PfohPschen  Lieder,  deren  letztes  („Rückkehr") 
nur  leider  eine  wenig  genüg^ende  AusfÜhrunp^  ^uäi,  und  nicht 
übel,  nur  etwas  farblos  in  aer  Stimmung,  sind  die  Erstling 
von  D welshau vers-Dery.    PohPs  von  Frl.  Polscher  feung 
gesungener  „Liebesfrünling"    erwirkte    der   aus^^eze^chneten 
Sängerin  doppelten  Hervorruf,  sodass  sie  noch  M.  Sommer's 
reizvolles  Wiegenlied  zugab.    Einen  gleichen  Effect  machte 
mit  seiner  einschmeichelnden  Melodik  das  warm  empfundene 
Wiegenlied  von  Afferni  in  der  tonsüssen  Ausfuhrung  durch 


277 


Frl.  B  ramm  er,  nur  dass  die  junge  Dame  die  Zugabe  mit  dem- 
selben Stück  spendete.    Neben  diesem  Wiegenli^  fanden  aber 
auclm  die  anderen  Violinstücke  eine  beifällige  Aufnahme.  Neu 
von   den  Solisten  war  für  das  Publicum  der  Hr.  Ck)noertgeber, 
dessen  Vortrag  Intelligenz  und  Empfindung  bekundete,  jedoch 
in  Btimmlicher  Hinsiebt  noch  zu  wenig  ausgeglichen  ist,  als 
dass  er  durchweg  künstlerisch  befriedigen  konnte.    —    Dem 
10.  Musikabend  des  Kammermusik-Vereins  waren  wir  wegen 
des  gleichzeitigen  Bach-Vereinsconcertes   beizuwohnen   ver- 
hindert. 

Leipzig,  1.  Mai.  Im  Allgemeinen  nicht  mehr  Anregung 
als  der  Monat  März  bot  an  unserem  Stadttheater  der  April, 
zu  Anfang  de&selben  interessirte  allenfalls  die  Neueinstudirung 
von  Auber's  reizender  Spieloper  „Des  Teufels  Antheil**, 
die  überdies  von  einem  vollen  künstlerischen  Erfolg  begleitet 
war;  der  Hauptantheil  an  demselben  gebührte  Frl.  Mark,  die 
mit  ihrer  entzückenden  Ausführung  der  schwieri^n  Carlo 
Broschi-Partie  das  Publicum  an  jenem  Abend  geracezu  elek- 
trisirte  und  von  Neuem  das  glänzendste  Zeugniss  dafür  er- 
brachte, dass  sie  ausser  ihrer  grossen  musikah'schen  Begabung 
auch  die  einer  seltenen  dramatischen  Gestaltungsfahigkeit 
besitzt.  Möge  uns  die  junge  Dame,  die  augenblicklich  eine 
Bauptzierde  der  hiesigen  Oper  bildet,  noch  recht  lange  er- 
halten bleiben!*)  Nächst  ihr  gebührt  ebenfalls  volles  Lob 
Hm.  Merkel,  der  sich  als  ein  vorzüglicher  Vertreter  des 
Bafael  d'Estuniga  erwies,  sowie  Hrn.  iTnüpfer,  denn  Letz- 
terer hatte  als  Gil  Vargas  Gelegenheit,  sein  reich  entwickeltes 
Talent  filr  das  komische  Fach  glänzen  zu  lassen.  Als  Casilda 
gastirte  an  Stelle  imserer  erkrankten  Frau  Porst  Frl.  Giese 
vom  Stadttheater  in  Chemnitz  und  fand  sich  mit  ihrer  Auf- 
gabe in  annehmbarer  Weise  ab,  die  kleineren  Bollen  waren 
genügend  besetzt.  Chor  und  Orchester  hielten  sich  ^t, 
über  einige  Schwankungen  in  den  Ensembles  wusste  Hr. 
Capellmeister  Paur  mit  rühmenswerthem  Geschick  hinweg- 
zuleiten. —  Nächst  dieser  Neueinstudirung  war  es  ein  Gast- 
spiel des  Hrn.  Perron  vom  k.  Hoftheater  zu  Dresden,  das 
im  vergangenen  Monat  —  allerdings  auch  nur  in  gewissen 
Kreisen  —  Interesse  beanspruchen  konnte.  Die  an  dieser  Stelle 
oft  besprochenen  Leistungen  des  Künstlers  hatten  sich  in 
Nichts  geändert,  und  so  hörten  wir  denn  mit  demselben  Em- 
pfinden wie  früher  am  13.  den  „Hans  Helling"  —eine  un- 
gemein sympathische  Anna  war  in  dieser  Vorstellung  Frl. 
Mark,  während  Frl.  Calmbach  (Königin)  und  Hr.  HtUbner 
(Conrad)  nur  wenig  genügen  konnten  — ,  am  ersten  Oster- 
feiertag  hat  der  von  unserer  jungen  Damenwelt,  deren  Gunst 
immer  noch  zu  seinen  besonderen  Merkmalen  gahört,  wieder 
enthusiastisch  gefeierte  Gast  den  Wol£ram  im  „Tannhäuser" 
gesungen,  und  am  21.  vertrat  er  die  Partie  des  Wanderers 
im  „Siegfried".  Dem  Umstand  zufolge,  dass  das  letztge- 
nannte Werk  seit  dem  20.  Juni  vorigen  Jahres  nicht  über 
unsere  Bühne  gegangen  war  (! !),  wollen  wir  die  beregte  Auf- 
führung noch  mit  einigen  kurzen  Worten  streifen:  Hr.  Per- 
ron hat  den  Wanderer  wie  stets,  was  wir  auch  gelegentlich 
der  letzten  Dresdener  „Nibelungen" -Aufführungen  zu  consta- 
tiren  nicht  verabsäumt  haben,  sehr  schön  gesun^n,  nicht 
minder  bewährten  sich  Hr.  Marion  als  Mime,  schade,  dass 
er  dieses  Mal  stellenweise  etwas  ontrirte.  Die  weniger  an- 
spruchsvollen Bollen  der  Erda,  des  Waldvogels,  des  Alberich 
und  des  Fafner  waren  mit  Frau  Dun can- Chambers,  Frau 
Baumann,  sowie  den  HH.  Knüpf  er  und  Neldel  entspre- 
chend besetzt;  Hr.  Hübner  konnte  seiner  schwierigen  Auf- 
gabe, die  Titelpartie  zu  interpretiren,  wieder  nur  senr  wenig 
fenügen,  rückhaltslos  anerkannt  muss  aber  entschieden  der 
leiss  werden,  den  der  zu  solchen  Dingen  nun  einmal  nicht 
prädestinirte  Künstler  auf  dieselbe  verwendet  hatte.  Neu  war  für 
Lieipzig  die  Brünnhilde  des  Frl.  Doxat:  wie  in  Allem,  was 
sie  Dringt,  zeigte  sie  auch  hier  ein  liebevolles  Verständniss 
für  und  ein  tiefes  Eindringen  in  ihre  Aufgabe,  man  merkt 
es,  dass  sie  sich  mit  ihren  Bollen  nicht  nur  oberflächlich  be- 
schäftigt^ sondern  dass  sie  dieselben,  und  zwar  auch  ihrem 
Verhältniss  zu  dem  übrigen  Theil  des  Dramas  nach,  studirt; 
deshalb  gewinnt  man  auch  durch  ihre  Interpretation  der 
Wagnerischen  Gestalten  stets  eine  gewisse  Befriedigung  und 
sieht  vielleicht  rücksichtsvoller,   als  sonst  Über  die  maonig- 

*)  Dieser  sehr  gerechtfertigte  Wunsch  wird  jedenfalls 
nicht  zu  erfüllen  sein,  da  dieses  Talent  ja  längst  für  die 
Wiener  Hofoper  engagirt  sein  soU  und  hier  —  natürlich  bei 
sehlechter  Bezahlung  seitens  des  Hm.  Staegemann  —  sich  auf 
jene  Stellung  nur  vorzubereiten  hat.  D.  Bed. 


fachen  Schwächen,  die  dem  G^esang  der  jungen  Dame  an- 
haften und  die  sie  gar  nicht  ablegen  wiU,  hinweg :  denn  un- 
reine Intonation,  öfteres  Zuhochsingen  und  Tremoüren  störten 
den  Gesammteindruck  ihrer  Leistung  immer  noch  sowie  früher. 
Das  Orchester,  unter  der  Leitung  des  Hrn.  Capellmeister  Paur, 
spielte  wohl  oft  recht  schön,  hätte  das  nach  unserer  Meinung 
aoer  immer  thun  sollen.  —  Zum  Schluss  sei  hinzugefügt  dass 
Meister  Wagner  im  April  ausser  den  ebenerwähnten  Werken 
noch  am  Palmsonntag  mit  den  „Meistersingern",  am  24. 
mit  dem  „Lohen gr in"  (eine  senr  massige  Aurführung!)  und 
am  29.  mit  dem  „Fliegenden  Holländer"  vertreten  war. 

F.  B.  Pfau. 

Mülheim  a.  d.  Ruhr.  Der  hiesige  Gesangverein  hat, 
nach  einem  kurzem  Interregnum,  infolge  der  Erkrankung  des 
um  das  hiesige  Musikleben  hochverdienten,  inzwischen  ver- 
storbenen k.  Musikdirectors  Hubert  Engels,  in  der  Person  des 
Hm.  Bichard  Stronck  einen  ausgezeichneten  Dirigenten  ge- 
wonnen, der  die  Leistungen  des  Vereins  —  allerdings  unter- 
stützt durch  die  nunmehr  weit  reichlicher  fliessenden  äusseren 
Mittel  —  auf  eine  solche  Höhe  gebracht  hat,  dass  sie  einer 
ehrenvollen  Erwähnung  auch  in  einem  musikalischen  Fach- 
blatte, das  strenge  Auslese  halten  muss,  wohl  werth  erschei- 
nen. Hr.  Stronck  begann  seine  Thätigkeit  im  Winter  1H90/91 
mit  einer  bestens  gelungenen  Aufführung  des  „Paulus" 
(Solisten:  Frls.  Gerlach  und  Venu  aus  Düsseldorf  und  HH. 
Bakkes  und  Haase  aus  Botterdam).  In  dem  folgenden Con- 
cert  mit  gemischtem  Programm  („Mirjam's  Siegesgesang"  von 
Schubert,  Theile  aus  einem  Psalm  von  H.  Engels,  Jupiter-Sym- 
phonie von  Mozart,  Festzug  und  Brautlied  aus  „Lohengrin" 
von  Wagner  und  Akademische  Festouverture  von  Branms) 
führte  sich  Hr.  Stronck  mit  Weber's  Concertstück  und  Solo- 
sachen von  Schumanli,  Chopin  und  W.  de  Haan  auch  als  vor- 
trefflicher Ciavierspieler  ein.  —  Die  Beihe  der  Concerte  dieses 
Winters  begann  mit  einer  prächti^n  „Me8sias"-Aufführnng 
(Solisten:  Frl.  Oberbeck  aus  Berlin,  Frl.  Anna  Mosebacn 
ausCöln  und  HH.  Litzinger  aus  Düsseldorf  und  Sistermans 
aus  Frankfurt  a.  M.);  es  folgte  eine  nicht  minder  gelungene 
von  Schumann's  „Das  Paradies  und  die  Peri"  mit  Frl.  Krötma 
aus  Elberfeld,  Frau  Craemer-Schlegel  aus  Düsseldorf 
und  Hrn.  Zarneckow  aus  Berlin,  während  die  Basspartie 
von  einem  Vereinsmitgliede  gesungen  wurde.  Die  vortrenliche 
Durchführung  der  Altpartie  durch  Frau  Craemer-Schlegel  sei 
deshalb  noch  besonders  hervorgehoben,  weil  diese  Sängerin 
hohen  Banges  in  der  weiteren  Oeflentlichkeit  noch  nicht  neu^h 
Verdienst  bekannt  zu  sein  scheint.  Mit  dem  dritten  Concert, 
dessen  Programm  aus  der  heutigen  Concertumschan  d.  Bits, 
ersichtlich  ist,  fand  die  Saison  ihren  höchst  befriedigenden 
Abschluss.  — g. 

Zwiekau,  April  1892.  (Schluss.)  Einen  exquisiten  Go- 
nuss  bereitete  uns  unter  Führung  seines  genialen  Diri- 
genten Hrn.  Professor  Dr.  H.  Kretzschmar  der  Universi- 
tätssängerverein der  Pauliner  aus  Leipzig,  welcher  am 
12.  und  13.  März  zum  Besten  des  Schumann-Denkmals  und 
der  Gemeindediakonie  zwei  Concerte  gab.  Wir  verzichten  auf 
genaue  Besprechung  der  Chorsachen,  da  dieselben  aus  den 
tetzten  Leipziger  Concerten  meist  bekannt  und  in  diesem 
Blatt  hinreichend  gewürdigt  worden  sind.  Als  ganz  besonders 
gelungen  seien  aus  dem  weltlichen  Concert  hervorgehoben: 
Waldüed  und  „Todtenvolk"  von  Hegar,  welch  Letzteres,  wenn 
es  so  grossartig  und  wundervoll  gesungen  wird,  immer  wieder 
von  gewaltifi^ter  Wirkung  ist':  femer  die  hochoriginellen 
Grieg'schen  Chöre  mit  Tenorsolo  (^Geh  ich  Abends  aus"  und 
„Der  Taugenichts")  und  endlich  „Die  verlassene  Mühle"  von 
T.  Streng,  Ballade  mit  Orchester.  Die  Tenorsoli  sang  mit  be- 
kannter Sicherheit  und  stimmlicher  Kraft  Hr.  Trautermann 
aus  Leipzig.  Ausserdem  erzielte  er  mit  drei  ausgezeichnet 
gesungenen  Liedern  („Sehnsucht"  von  Pfitzner,  „In  Lust  und 
Schmerzen"   von  Ritter  und  Schumann*s  Wanderlied)   einen 

fressen  Erfolg.  Auch  am  Kirchenconcert  war  er  betheiligt; 
ie  nicht  bedeutende  Kirchenarie  von  Gkide  und  eine  wir- 
kimgsvolle  dankbare  Arie  von  B.  Vollhardt  gaben  ihm  Ge- 
legenheit, mit  seinen  grossartigen  wohlgeschulten  Stimmmitteln 
zu  glänzen.  Die  Pauliner  brachten  sechs  Chöre  a  capella  zu 
Gehör,  darunter  das  Volkmann'sche  „Benedictus",  das  unge- 
mein liebliche  „Pilger  auf  Erden"  von  Cornelius  (nach  Schu- 
bert) und  eine  interessant  gearbeitete  Motette  von  Prof.  Dr. 
Kretzschmar:  die  Hauptnummer  war  die  schwierige  Schu- 
mann'sche  Mfotette  „Verzweifle  nicht"  (l.,  4.  und  5.  Satz).  Da 
gerade  dieses  Blatt  schon  wiederholt  die  eminente  Dirigenten- 


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befähigong  des  Hm.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  and  die  unter 
seiner  Leitung  zu  unübertroffener  Höhe  gelangte  Leistungs- 
fähigkeit des  „Paulus**  gerühmt  hat,  so  erübrigt  uns  nur  noch 
die  Bemerkung,  dass  der  pecuniäre  Erfolg  hinter  dem  künst- 
lerischen erfreulicherweise  nicht  zurückgeblieben  ist:  Bein- 
gewinn nahe  an  1800  Ji,  —  Auf  die  guten  Fortschritte  un- 
seres Schumann-Denkmalfonds  kommen  wir  gelegentlich 
zurück. 

Hatte  der  „Paulus**  uns  so  gezeigt,  welcher  Vollkommen- 
heit der  M&nnergesang  bei  geistvoller  Leitung  und  gestützt 
auf  eine  alte  glänzende  Tradition  fähig  ist,  so  erscheint  es 
wohl  nicht  leicht,  den  Leistungen  des  Zwickauer  Lehre r- 
Gesanevereins  (Cantor  Kressner)  die  richtige  Würdigung 
zu  Theü  werden  zu  lassen.  Obwohl  ihm  naturgemftss  die  oben- 
genannten Vorzüge  abgehen,  ist  er  doch  in  hervorragender 
Weise  bemüht,  grösseren  Ansprüchen  gerecht  zu  werden  und 
das  Seini^  zur  Pflege  ernster  Kunst  beizutragen.  Dies  docu- 
mentirt  sich  auch  in  den  Aufj^ben,  die  sich  der  Verein  stellt. 
So  hatte  man  in  einem  kürzlich  zum  Besten  des  Schumann- 
Denkmals  fegebenen  Concert  als  Hauptwerk  Heinrich  Hof- 
mann's  „Johanna  von  Orleans**  für  Chor,  Soli  und  Orchester 

gewählt,  in  welchem  Frl.  B.  Näser  die  Titelpartie  mit  gutem 
-elingen  wiedergab.  Das  zwar  ziemlich  gedankenarme,  in 
der  Form  aber  gross  angelegte  Werk  gab  den  ^Lngem  vollauf 
Gelegenheit,  ihre  gute  stimmliche  Beschaffenheit  und  musi- 
kalische Schlagfertigkeit  im  besten  Lichte  zu  zeigen.  Auch 
die  grossen  Chorconcerte  Vollhardt's  hat  der  Verein  schon 
wiederholt  in  dankenswerthester  Weise  unterstützt.  Wir  wün- 
schen ihm  aufrichtig  ferneres  Gedeihen  in  seinen  künstleri- 
schen Bestrebungen. 

Aus  den  kleinen  Kirchenmusiken  (Vollhardt)  sind 
als  besonders  gelungen  oder  interessant  hervorzuheben:  S.Bach's 
Motette  „Lob  und  Ehre**  für  Doppelchor,  Mendelssohn^s  acht- 
stimmiges „Heilig,  heilig**,  aus  Palestrina's  Missa  Papae  Mar- 
celli  das  grossartige  „Kyrie**  und  „Ehre  sei  dir,  Chnste**  von 
H.  Schütz.  Solisten  waren  Hr.  &immermu8icus  Eismann 
aus  Dresden,  welcher  sich  in  der  Kirche  nicht  minder  wie 
kurz  zuvor  im  Ck>ncertsaal  als  tüchtiger  und  geschmackvoller 
Geiger  bewährte ,  und  Frl.  Elise  Klemm  aus  Leipzig,  welche 
bei  ihrem  hiermit  erfolgten  ersten  öffentlichen  Auftreten  der 
vorzüfiflichen  Schule  ihrer  Lehrerin,  Frl.  Stübecke  in  Leipzig, 
ein  g&nzendes  Zeugniss  ausstellte.  Die  klane^volle  kräftige 
Sopranstimme,  die  gesunde  Tonbildung  und  Athmung  berech- 
tigen zu  schönen  Hofi&iun^n,  wenn  die  junge  Sängerin  die 
noch  etwas  schülerhafte  Aühle  und  Unbeseeltheit  des  Vor- 
trags überwunden  haben  wird. 

Im  Schlussconcert  der  Saison  (Palmsonntag)  vermittelte 
der  a  capella-Verein  (Vollhardt)  die  Bekanntschaft  mit 
A.  Becker 's  „Selig  aus  Gnade**,  einem  interessanten,  werth- 
vollen  Werke,  dessen  Schwerpunct  in  den  wunderbar  schön 
gearbeiteten,  oft  geradezu  dramatisch  wirksamen  Chören  liegt, 
imterstützt  durch  sehr  geschickte,  modern  und  doch  kirchlich 

gehaltene  Instrumentation.  Die  Solopartien  enthalten  grosse 
chönheiten,  wirken  jedoch  weniger  unmittelbar  und  packend ; 
auf  den  naheliegenden  Vergleicn  mit  dem  classischen  Deut- 
schen Bequiem  von  Brahms  darf  man  sich  freilich  nicht  ein- 
lassen. Die  Aufführung  war  im  Wesentlichen  eine  tadellose, 
der  Chor  überwand  mit  Lust  und  Liebe  die  zahlreichen 
Schwierigkeiten  des  in  allen  Theilen  nicht  leichten  Werkes, 
das  Soloquartett  —  Frl.  Heinig  und  Hr.  Trautermann  aus 
Leipzig,  Frau  Bächi-Fährmann  und  Hr.  Kammersänger 
E.  Glömme  aus  Dresden  —  stand  auf  der  Höhe  seiner  Auf- 

fabe  und  leistete  infolge  ausgezeichneten  Zusammenpassens 
er  Stimmen  Hocherfreuliches.  Hr.  Musikdirector  Vollhardt 
kann  mit  hoher  Befriedigung  auf  diese  letzte,  wie  auf  seine 
vorhergegangenen  künstlerischen  Thaten  der  Saison  zurück- 
blicken, die  durchweg  als  eine  schöne  und  genussreiche  be- 
zeichnet zu  werden  verdient.  Dr.  P.  Pfitzner. 


Concertumschau. 

Altenburg.  119.  Auffuhr,  der  Singakad.  (Sitt  a.  Leipzig) 
m.  Mendelssohn^s  „Paulus**  uut.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Berg 
a.  Nürnberg  u.  Gondar  a.  Leipzig  u.  der  HH.  Geyer  v.  hier 
u.  Hungar  a.  Schwerin.  (Die  Aufführung,  von  Hrn.  Capell- 
meister  Sitt  aufs  Sorgfältigste  vorbereitet,  gin^  unter  dessen 
zielbewusster  und  belebender  Leitung  in  wirkungsvollster 
Weise  von  Statten.) 

Altona.  3.  Conc.  der  Singakad.  (Prof.  Krug)  unt.  Mit- 
wirk, der  Frauen  Zingg  u.  Wessel  (Gtes.),  des  Frl.  Philippson 


(Clav.)  u.  des  Hm.  Bläha  (Viol.)  aus  Hamburg:  Gdur-Clav.- 
Violinson.  v.  Bubinstein,  Cyklus  „Aus  verwehten  Blättern** 
f.  gem.  Chor  m.  Clav.  v.  Am.  Kru^,  Schlaflied  der  Zwerge 
f.  Frauenchor  m.  Clav.  a.  „Schneewittchen**  von  Beinecke, 
Vocalduette  v.  Sachs  („Beharre**)  und  Veit  („Elfenzwiege- 
spräch**), Soli  f.  Ges.  V.  Cornelius  („Komm,  wir  wandeln**), 
Stange  („Die  Bekehrte**)  u.  A.  u.  f.  Clav. 

Baden-Baden.  5.  Kammermusik  der  HH.  Bletzer,  Bienert, 
Pageis  u.  Wamke:  Streichquartette  v.  Baff  (Dp.  192)  und 
Beethoven  (Dp.  132).  —  Conc.  f.  den  Pensionsfonds  des  städt. 
Curorch.  unt.  Leit.  des  Hm.  Hein  u.  Mitwirk,  des  Chorvereins 
„Baden**,  der  Frls.  Maühac  u.  Friedlein  u.  HH.  Lang  u.  Heller 
a.  Carlsruhe  (Ges.),  sowie  des  Hrn.  A.  Krasselt  v.  hier  (Viol.) 
am  10.  Mai:  „Par8ifiBd**-Vor8piel  v.  Wagner,  9.  Symph.,  Arie 
„Ah,  perfido**  u.  1.  Satz  des  Violinconc.  v.  Joeethoven.  (Nach 
einem  Bericht  des  Hm.  Dr.  Bich.  Pohl  hat  die  „Neunte**,  för 
deren  Geist  der  Dirigent  ein  feines,  pietätvolles  Verständniss 
bekundet  habe,  eine  ^[anz  vorzügliche  Wieder^be  erfahren, 
ist  Frl.  Maühac  nach  ilurem  Arien  vertrag  mit  Blumen  über- 
schüttet worden  und  haben  sich  der  Wirkung  des  Concertsatzes 
die  «rosse  künstlerische  Buhe,  Klarheit  und  Sicherheit  des 
Hm.Krasselt  besonders  förderlich  erwiesen.  Ln  Chorsatz  hat 
Hr.  Hofopemdirector  Motu  a.  Carlsruhe,  der  dem  Concert  bei- 
wohnte, eifirig  mitgesungen,  ein  schönes  2ieichen  für  dessen 
echte  Beethoven-Begeisterung!) 

Berlin.  Conc.  des  Organisten  Hm.  Deckert  unt.  Mitwirk, 
der  Frau  Müller-Bonneburger  (Gkfi.)  u.  des  Hm.Büdel(Violonc.) 
am  11.  Mai:  Soli  f.  Ges.  v.  Beethoven  u.  S.  Bach,  £  Orgel  v. 
M.  Brosig  (Choralvorspiel  „0  Traurigkeit**),  L  Faisst  (Bdur- 
Trio),  G.  Merkel  (Choral verspiel  „Straf  mich  nicht**),  Ph. 
W o  1  f r n m  (B moll-Sonate),  A.  Guilmant  (Trauermarsch  und 
Seraphiuen-Gesang)  u.  S.  Bach  (Cmoll-Passacaglia)  u.  f.  Vio- 
lonc.  V.  0.  Wer  mann  (C  moll-Largo)  u.  G.  Merkel  (Arioao). 
(Unter  den  von  Hm.  Deckert  durchweg  mit  vortrefflichem 
Gelingen  vorgetrae^enen  Novitäten  hat  die  Wolfrmn'sche  So- 
nate das  hauptsächlichste  Literesse  für  sich  in  Anspruch  ge- 
nommen.) 

Bielefeld.  Am  16.  Mai  Auffuhr,  v.  Bruch's  „Odysseos** 
durch  den  Musikver.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Zuschneid  a.  Minden 
u.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Tilly  a.  Dortmund  u.  KloppeD- 
burg  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  des  Hrn.  Büttner  a.  Coburg. 

Cassel.  Conc.  des  Intlierischen  Kirchenchors  (Sptf/igier) 
am  29.  April:  Praelud.  u.  Fuge  in  HmoU  f.  Org.  v.  S.  &ch 
rHr.  Bode),  Motette  „Sei  getreu  bis  in  den  Tod**  v.  Engel, 
Kirchenorat.  „Selig  aus  Gnade**  v.  A.Becker  (Solisten:  Frau 
Bösing  u.  Frl.  Grandidier  v.  hier  u.  HH.  Hintzelmann  und 
Lauckhardt  a.  Berlin).  (Von  den  Solisten  hat  namentlich  Hr. 
Hintzelmann  durch  seine  „wundervolle  Stimme  und  seinen 
natürlichen  und  edlen  Vortrag**  die  Zuhörer  fhr  sich  ge- 
wonnen.) 

Chemnitz.  12.  Symph.-Conc.  der  städt.  Capelle  (Pöble): 
8.  Sjmph.  V.  A.  Klughardt,  Ouvert.  Op.  124  v.  Beethoven, 
Scherzo  a.  der  Oper  „Soabdil**  v.  Moszkowski,  Solo  vortrage 
der  HH.  Weimershaus  (Viol.,  1.  Conc.  v.  Bruch)  und  ühlig 
(Contrabass,  Conc.  v.  Stein). 

Cöln»  Conc.  des  Hm.  Arend  unt.  Mitwirk,  der  Sängerinnen 
Frls.  Overhoff  u.  Solterbeck  a.  Hamburg  (am  12.  Mai?):  „Sta- 
bat  mater**  v.  Pergolese,  Soli  f.  Ges.  u.  f.  Clav. 

Constanz.  Am  27.  März  AufEühr.  v.Mendelssohn's  „Elias** 
unt.  Leit.  des  Hrn.  Grosser  u.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Hiller  a. 
Stuttgart,  der  Frau  Exter  a.  München  u.  der  HH.  Hensler  a. 
Zürich  u.  Bargmeier  a.  Aarau.  (Dieselbe  wird  als  sehr  ge- 
lungen bezeichnet.) 

Döbeln.  Am  13.  Mai  Aufführ.  v.  Schumann's  „Das  Para- 
dies und  die  Peri**  durch  den  Chorgesangver.  u.  Lehrer-Ge- 
sangver.  unt.  Leit.  des  Hrn.Stübner  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Köhler-Grützmacher  a.  Dresden,  des  Frl.  Behrends  a.  Berlin 
u.  des  Hrn.  Trautermann  a.  Leipzig.  (Die  dortigen  Blätter 
sind  voll  des  Lobes  über  die  gelungene  Aufführung  des  herr- 
lichen Werkes.) 

Dopdreeht.  2.  Aufruhr,  der  Maatschappij  tot  Bevord.  der 
Tonkunst  (Erdelmann)  unt.  solist.  Mitwirk,  zweier  ungen. 
Damen  u.  des  Hm.  Spoel  a.  dem  Haa^:  „Adonis-Feier**  von 
Ad.  Jensen,  „Erlkönigs  Tochter**  v.  Gade,  „Das  Fenerkreuz" 
V.  ^uch. 

Rsen  a.  d.  R.  6.  Conc.  des  Musikver.  (Witte)  unter 
Solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares  Haase  a.  JU^tterdam  und  des 
Hm.  Dörter  a.  Mainz:  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Aois  und 
Galathea**  v.  Händel,  zwei  Vocalduette  v.  Mozart. 

Frelbupg  1.  B.  Am  10.  April  Aufführ.  v.  S.  Bach's  Mat- 
thäus-Passion durch  den  Musikver.  (Adam)   unt.   solist.  Mit- 


279 


wirk,  der  Frls.  Beize  a.  Oarlsruhe  u.  Haas  a.  Mainz  und  der 
HH.  Diezel  a.  Berlin,  E.  v.  Müde  a.  Weimar  u.  Brodmann 
a.  Berlin. 

Ologau«  Am  16.  April  Aoffiüir.  y.  Graun's  „Der  Tod 
Jesu"  unt.  Leit.  des  Hm.  Tschirschky  a.  soHst.  Mitwirk,  des 
Frl.  Ströder  v.  hier  u.  der  HH.  Suckel  a.  Grünberg,  Fiedler 
a.  Görlitz  n.  Bauer  v.  hier.  (Die  „herrliche  |?J  Fassionsmusik** 
Grann's  wurde,  wie  man  von  dort  schreibt,  durch  die  Auf- 
filhrung  zu  „ergreifendster  Wirkung"  gebracht.) 

Herford.  Musikfest  des  Musikyer.  (Päts)  am  8.  Mai  zur 
Feier  dessen  50jähr.  Bestehens  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Schmidt-Köhne  a.  Berlin,  des  Frl.  Kloppenburg  a.  Frankfurt 
a.  M.  u.  der  HH.  Büttner  a.  Gotha  u.  Strathmann  a.  Hanno- 
ver: 3.  Ouvertüre  zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  „Odysseus**  v. 
Bruch,  Rhapsodie  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.v.  Brahms, 
Scene  u.  Arie  der  Agathe  a.  dem  „Freischütz"  v.  Weber. 

Bad  Kissingen«  Symph.-Conc.  des  Hrn.  Schreck  am  5.  Mai : 
3.  Symph.  v.  Beethoven,  „Oberon"-Ouvert.  v.  Weber,  Violin- 
conc.  V.  Mendelssohn  (Hr.  Ohliger). 

Leipzig.  Conc.  des  Hm.  F.  Wild  (Ges.)  m.  Gomposi- 
tionen  a.  dem  Verlage  v.  Constantin  Wild  in  Leipzig  und 
Baden-Baden  unt.  Mitwirk,  der  Frls.  Folscher  (Ges.),  Bram- 
mer  (Viol.)  u.  der  HH.  G.  Borchers  ((3«s.),  AfPemi  (Clav.)  u. 
Hansen  (Yiolonc.)  am  18.  Mai:  Lieder  v.  F.  Y.  D welshau- 
vers-Dery  (Liebeslied  u.  Mailied),  AI.  Bor  od  in  („DasMeer*^ 
u.  „Des  Mädchens  Zauberschlaf ),  A.  F.  Hill  („Am  Meer*"). 
E.  E.  P.  Truman  („Du  bist  wie  eine  Blume«),  F.  Pfohl 
(„Am  ersten  Mai",  Schlummerlied  u.  „Rückkehr*'),  B.  Pohl 
(„Liebesfrühling"),  Th.  Jadoul  („Sehnsucht),  J.  Haarklo u 
(„Andre  beten  zur  Madonna")  u.  F.  Wild  („Lieb  Lieschen"), 
Adagio  a.  dem  Esdur-Glavierconc  v.  Beethoven,  zum  Solo- 
Vortrag  eingerichtet  v.  Th.  PfeifTer,  Soli  f.  Violine  v.  H.  P. 
Sawyer  (Bomanze),  Th.  Jadoul  (Elegie),  A.  F.Hill  („Liebe") 
u.  U.  Af  f erni  (Wiegenlied)  u.  f.  Violonc.  v.  E.  E.  P.  Truman 
(DmoU-Conc,  2.  u.  3.  Satz).  —  Abendunterhaltung  im  k.  Con- 
servat.  der  Musik  am  6.  Mai:  Phant.  u.  Fuge  f.  Org.  v.  Frl. 
Dora  Caddell,  Schülerin  der  Anstalt  =  Hr.  Gerhardt  a.  Leip- 
zig, Ddur-Streichquart.  v.  Mozart  =  HH.  Brandenburg  aus 
Jßreslau,  Bichter  u.  Henkel  a.  Leipzig  u.  Hattenbach  a.  Lübeck, 
Arie  u.  Gebet  der  Elisabeth  a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner  »» 
Frl.  Munkelt  a.  Leipzig,  Clav.-Yiolinson.  Op.  24  v.  Beethoven 
=z  Frl.  Greig'Si.  Laurence-Kirk  (Scote)  und  Hr.  Wamecke  a. 
Wiesbaden,  Fuge  a.  der  Emoll-Claviersuite  v.  Händel  und 
Ddur-Gavotte  f.  Clav.  v.  S.  Bach-Mason  =  Frau  Biese  aus 
New- York,  Adur-Clav.-Yioloncellson.  von  Beethoven  —  HH. 
Beidler  a.  St.  Gallen  u.  Braun  a.  Lenzburg,  GmoU-Clavier- 
conc.  V.  Mendelssohn  =  Hr.  Farmer  a.  New-York. 

London.  Annual  Pianof.  Becital  des  Hm.  Thome  unt. 
Mit  wirk,  des  Frl.  Thome  u.  der  HH.  Co  wen  u.  Gravely  am 
14.  Mai:  Compositionen  f.  zwei  Cla viere  v.  Onslow  (Op.  7), 
Baff  (Clhaconne)  u.  A.  As h ton  (Suite),  Claviersoli  v.  Beet- 
hoven (Son.  Op.  81),  E.  H.  Thorne  (vier  Charakterstücke)  u. 
Chopin. 

Magdeburg.  4.  Casinoconc.  (Kaufmann) :  3.  Symph.  v. 
Schumann,  „8onynemachtstraum"-0nvert.  v.  Mendelssohn,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Schacht  a.  Berlin  (Ges.,  „Mai nacht"  v .  B  r  a h  m  s 
etc.)  u.  des  Hm.  Dechert  v.  ebendaher  (Violonc,  Andante  und 
„Am  Springbrunnen"  v.  Davidoff  etc.).  —  Harmoniecon- 
certe  (Kaumnann):  No.  7.  3.  Symph.  v.  Schumann,  Ouvert. 
„Le  Camaval  romain"  v.  H.  Berlioz,  Solovorträge  des  Frl. 
Finkenstein a.  Berlin  (Gk«.,  „Träume"  v. Wagner,  „von ewiger 
Liebe"  v.  Brahms  etc.)  u.  des  Hrn.  Prof.  Bitter  a.  Würzburg 
(Viola  alta,  Suite  v.  S.  Bach-Bitter,  Andante  v.  Bubinstein 
u.  Gavotte  eig.  Comp.).  No.  8.  Cmoll-Symphonie  v.  Haydn, 
„Aufforderung  zum  Tanz"  v.  Weber-Berfioz,  Solovorträge  des 
Frl.  Kloppenburg  a.  Barmen  (Ges.,  Arie  a.  „Samson  und  Da- 
lila"  V.  Saint-Sagns,  „Dort  in  den  Weiden"  u.  „Vorschneller 
Schwur"  V.  Brahms,  „Habt  ihr  meinen  Schatz  gesehen"  v. 
H.  Schmidt  etc.)  u.  des  Hm.  Petersen  v.  hier  (Violonc,  DmoU- 
Conc.  V.  Baff,  „Adieu"  v.  Davidoff,  Seren,  v.  Sittu.  „Spa- 
nischer Cameval"  v.  Popper).  —  8.  Conc.  im  Logenhause 
Ferdinand  z.  Gl.  (Kaufmann):  „L'Arltoienne",  Suite  v.  Bizet, 
Ouvertüren  v.  Wagner  („Tannhäuser")  u.  Weber,  „Auffor- 
derung zum  Tanz"  v.  Weber-Berlioz ,  Variat.  a.  dem  Kaiser- 
qnart.  v.  Haydn,  Gesangvorträge  des  Frl.  Heinig  a.  Leipzig 
(„Heimweh"  v.  Brahms,  „üeberall  blühendes  Maienglück" 
V.  F.  Kauffmann,  Frühlingslied  v.  Umlauft,  „Im  Mai"  v, 
Franz,  „Julia"  v.  H.  Hofmann  u.  „Das  Echo"  v.  F.  Schu- 
bert). —  Armenconc.  daselbst:  7.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouver- 
türen V.  Gluck  u.  Berlioz  („Le  Camaval  romain"),  „Parsi- 
fal" -Vorspiel  v.  Wagner,   Gesang  vortrage  des  Frl.  Klein  v. 


hier  („Aus  meinen  grossen  Schmerzen"  v.  Franz,  „Du  wun- 
dersüsses  Kind"  v.  Th.  Kirchner,  FrühUngslied  v.  Müller- 
Härtung  etc.).  —  6.  Conc.  des  Kaufmann.  V er.  (KanfPinann) : 
HmoU-Symph.  v.  Schubert,  Ouvertüren  v.  F.  Kauffmann 
(Dramat.)  u.  Berlioz  („Le  Camaval  romain"),  Fisdur-Largo 
f.  Streichquart,  v.  Havdn,  Gesangvorträge  der  Frau  v.  Knapp- 
staedt  a.  Leipzig  („Ich  liebe  dich"  v.  Grieg,  „Abandreihn" 
V.  Beinecke,  Wiegenlied  v.  Taubert,  „Im  Maien"  v.  Hil- 
ler etc.).  —  8.  Abonn.-Conc.  des  Brandt'schen  Ver.  (Brandt) 
m.  Mendelssohn*s  „Paulus"  unt.  solist.  Mitwirkimg  der  Frls. 
Schmidt  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  Engmann  v.  hier  u.  der  HH. 
Grahl  a.  Berlin  u.  Perron  a.  Dresden.  —  Tonkünstlerver.  am 
14.,  21.  u.  28.  März,  11.  u.  29.  April:  Streichquartette  v.  Beet- 
hoven (Op.  18,  No.  1,  u.  ()p.  59,  No.  2),  Haydn  (Odur),  Grieg 
(Gmoll),  Mozart  pmoU),  Tschaikowsky  (Op.  11),  Schubert 
(DmoU)  u.  Brahms  (CmoU),  gespielt  v.  HH.  Berber,  Fröh- 
lich, Trostorf  u.  Petersen,  Cmoll-Claviertrio  v.  Volkmann 
(Clav. :  Hr.  Kauffmann),  Divert.  f.  Streichtrio  v.  Mozart,  Vocal- 
duette  V.  Bubinstein  („Sang  des  Vöelein")  und  Schumann, 
Solovorträge  der  Säne^erinnen  Frls.  Wäe  („Betrogene  Liebe" 
V.  Hildach,  Wiegenlied  v.  Harthan  etc.)  u.  Engmann  (Arie 
V.  Eckert  u.  „Es  blinkt  der  Thau"  u.  „Neue  Liebe"  v.  Bu- 
binstein)u.  des  Hm.  Petersen  (Conc.  v.  Tartini-Grützmacher). 

Mannheim.  6.  Kammermusik  der  HH.  Schuster,  Stieffei, 
Gkiulö  u.  Kündinger  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Schwarz  a.  Frank- 
furt a.  M.  (Clav.)  u.  Kratochvil  v.  hier  (Clar.);  Hmoll-Quint.  f. 
CQar.  u.  Streichinstrumente  u.  Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc. 
V.  Brahms,  Dmoll-Clav.- Violinsonate  v.  A.  Urspruch.  — 
Matin^  des  Streichquart,  der  HH.  Prof.  Heermann,  Naret- 
Koning,  Welcker  u.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.:  Streichquar- 
tette V.  Brahms  (Op.  51,  No.  2),  Beethoven  (Op.  185)  und 
Schubert  (Dmoll). 

Minden*  2.  u.  3.  Soir6e  f.  Kammermusik  der  HH.  Zu- 
schneid  (Clav.),  Beyer,  Tüting,  Heisterberg  und  Kellermann 
(Streicher):  Streichquartette  v.  Beethoven  {Oja.  74),  Mozart 
(Esdur).  Baff  („Die  schöne  Müllerin")  und  Haydn  (Gdur), 
D dur-Clav.- Violoncellson.  v. Bubinstein,  F dur-Clav.-Violin- 
son.  V.  Grieg.  —  4.  Conc.  des  Musikvereins  (Zuschneid)  m. 
Haydn's  „Jahreszeiten"  unter  solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares 
Schmidt-(Köhne)  a.  Berlin  u.  des  Hm.  Dierich  a.  Schwerin. 

Mülheim  a.  d.  R.  H.  Abonn.-Conc.  (Stronck)  unt.  solist. 
Mitwirk,  des  Ehepaares  Haase  a.  Botterdam,  der  Frau  Crae- 
mer-Schlegel  a.  Düsseldorf  u.  des  Hm.  Bakkes  a.  Botterdam : 
9.  Symph.  v.  Beethoven,  „Freischütz"-Ouvert.  v. Weber,  „Erl- 
königs Tochter"  v.  Gfide,  Brautlied  a.  „Lohengrin"  v.  Wag- 
ner, „Halleluja"  v.  Händel,  Liebeslieder- Walzer  f.  vier  Sing- 
stimmen m.  Clav,  zu  vier  Händen  v.  Brahms,  zwei  Vocal- 
duette  V.  Mozart,  Gesan^soli  v.Chr.  Bering  ^„Mondbeglänzt 
im  stillen  Walde"  u.  „Wenn  er  auf  den  Schild"),  Bungert 
(„Liebestod"),  Schumann  u.  Grieg  („Ich  liebe  dich"). 

Paris.  Conservatoriumsconcerte  (Garcin)  am  20.  u.  27. 
März:  Symphonien  v.  Mendelssohn  (Adur)  und  Haydn  („La 
Beine"),  2.  Bild  des  1.  Actes  a.  „Parsifal"  v. Wagner  (Solo: 
Hr.  Dufriche).  Conservatoriumsconc.  (Garcin)  am  Charfreitag: 
6.  Symph.  V.  Beethoven,  Bemiiem  v.  Saint-Saens  (Solisten: 
Damen  Menusier  u.  Terrier-Vicini  und  HH.  Warmbrodt  und 
Auguez),  „Pater  noster"  v.  Gounod  u.  Schott.  Phant.  f.  Viol. 
V.  Bruch  (Hr.  Sarasate).  —  Colonne-Conc.  am  28.  März: 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  Suite  „Impressions d'Italie"v.G.  Char- 
pentier,  Bruchstücke  a.  „Bomöo  et  Juliette"  v.  H.  Berlioz, 
„H6l6ne"  v.  A.  Messager,  Solovorträge  des  Frl.  Baldo  (Ges., 
„Le  Berger"  v.  G.  Hue)  u.  des  Hrn.  Pennequin  (Viol.,  Bo- 
manze V.  Saint-Saöns).  Colonne-Concert  am  Charfreitag: 
„Athalia" -Ouvert.  v.  Mendelssohn,  Trauermarsch  a.  „Hamlet" 
V.  Berlioz,  Scene  a.  „Parsifal"  v.  Wagner,  „Inflammatus" 
a.  dem  „Stabat  mater"  v.  Bossini  (Frl.  Kraus  u.  der  Chor), 
„L'EnÜBmce  du  Christ"  v.  Berlioz  (Hr. Warmbrodt  u.  der  Chor), 
Variat.  f.  zwei  Claviere  v.  Schumann  und  Scherzo  f.  do.  von 
Saint-Saöns  (HH.  Diömer  u.  Bisler),  Solo  vortrage  der  Frau 
Kraiiss  (Ges.,  Elisabeth's  Gebeta.  „Tannhäuser"  v. Wagner, 
„Alanuit"  v.  Gounod  u.  Bruchstück  a.  „Marie  Magdeleine" 
V.  Massenet)  u.  der  HH.  Warmbrodt  (Ges.,  No.  4  aus  „Les 
B^titudes"  v.  C.  Franc  k)  u.  Hollman  (Violonc,  „KolNidrei" 
V.  Bruch).  —  Lamoureux-Conc.  am  20.  März  unter  solist. 
Mitwirk,  der  Frau  Matema  a.  Wien:  Baps.  norv6gienne  v. 
E.  Lalo,  Vorspiel  zu  „Le  Dringe"  v.  Saint-Saöns,  Ouvert. 
zu  „Harald"  v.  X.  Leroux,  ünffar.  Marsch  v.  H.  Berlioz, 
Bruchstücke  a.  „Tristan  und  Isolde",  „Charfreitagszauber"  a. 
„Parsifel"  u.  Schlussscene  a.  der  „Götterdämmerung"  v.  Wag- 
ner. Lamoureux-Conc.  am  Charfreitag  unt.  Mitwirkung  des 
Sängers  Hrn.  van  Dyck:  Brachstücke  a.  „Bom6o  et  Juliette" 


280 


u.  a.  „raust's  VerdammuM"  v.  Berlioz,  Vorspiel  zu  „Par- 
siÜBil**,  Liebeslied  a.  der  „Walküre",  Vorspiel  u.  Gesang Wal- 
ther*s  a.  dem  I.Act  der  „Meistersinger",  Trauermarsch  a.  der 
„Götterdämmerung",  GraJserz&hlung  a.  „Lohengrin"  u.  „Tann- 
häuser" -Marsch  v.  Wagner. 

Potsdam.  Wohlthätigkeitsconc.  am  9.  Mai:  „Die  See- 
jungfrau" f.  Frauenchor,  Soli,  Clav.  u.  Declam.  v.  E.  Grüel, 
Olavieryortrftge  des  Hm.  Andersson. 

Salz  wedel.  Am  29.  April  Auffdhr .  v.  Haydn's  „Schöpfung" 
durch  den  Gesangver.  f.  gem.  Chor  unt.  solist.  Mitwirk,  des 
Frl.  Lampe  u.  der  HH.  Kirchner  u.  Blossfeldt. 

Wflrzburg.  Am  11.  Mai  Aufführ.  v.  Mozart's  Requiem 
unt.  Leit.  des  Hm.  Kliebert  und  solist.  Mitwirk,  der  Frauen 
Wilhelmj  a.  Wiesbaden  u.  Wahler  a.  Schwerin  und  der  HH. 
Hormann  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  Schulz-Domburg  v.  hier. 

Zwickau.  4.  Philharm.  Conc.  (O.  Rochlich  u.  Eilenberg) : 
Cdur-Symph.  v.  Haydn,  symphon.  Dicht.  „Durch  Nacht  zum 
Licht"  V.  Edm.  Roch  lieh,  Tonbilder  f.  Orch.  zu  Schiller's 
„Lied  von  der  Glocke"  v.  C.Stör  (Declam.:  Hr.  Teichmann), 
Gmoll-Clavierconc.  v.  Mendelssohn  (Hr.  Rasch). 

Veraltete  Programmef  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  GSste  in  Oper  und  Concert. 

Düsseldorf.  Im  5.  Concert  des  Gesangvereins  „Düssel- 
dorf" wirkten  gesangsolistisch  Frl.  Marie  Schnitzler  und 
Hr.  Gau  sehe  mit.  Beide  waren  schon  von  früher  her  bestens 
accreditirte  Gäste.  Einen  ganz  aussergewöhnlichen  Erfolg  er- 
sang  sich  der  Creuznacher  Baritonist.  Man  soll  aber  auch 
einen  Sänger  suchen,  der  seine  angeborenen  Mittel  so  vorzüg- 
lich in  der  Grewalt  hat  und  der  mit  so  ausgezeichneter  Ain- 
fassung  und  Declamation  vorträgt,  wie  der  Genannte,  den 
man  infolge  dieser  Eigenschafben  getrost  unter  die  besten 
bekannten  Baritonisten  zählen  darf,  ohne  damit  zu  viel  zu 
sagen.  —  Loulsvllle,  Ky.  Am  25.  April  erschien  zum  ersten 
Male  vor  dem  hiesigen  Publicum  die  Pianistin  Frau  Bloom- 
field-Zeisler  und  erregte  Aufsehen  mit  dem  Vortrage  des 
D  moU-Concertes  von  Rubinstein,  welches  sie  mit  wunderbarer 
Reinheit  und  Fülle  des  Tons,  wie  bemerkenswerther  Technik 
wiedergab.  —  München.  Im  Hoftheater  gastirt  gegenwärtig 
Frl.  Emmanuela  Frank  aus  Düsseldorf  auf  Engagement  und 
hat  sich  mit  ihrer  Darstellung  der  Azucena  und  der  Fides 
bereits  die  be^isterte  Anerkennung  des  Publicums  erworben. 
—  Paris.  Fn.  Calv6  ist  vom  l.Nov.  für  zwei  Jahre  an  die 
Komische  Oper  en^ragirt  worden.  In  der  Grossen  Oper  trat 
nach  seiner  Kückkenr  aus  Amerika  Hr.  Lassalle  als  Nelusco 
wieder  auf  und  wurde  von  dem  zahlreich  erschienenen  Publi- 
cum aufis  Herzlichste  gefeiert. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  21.  Mai.  „Jauchzet  dem  Herrn, 
alle  Welt"  v.  Mendelssohn.  Psalm  103  v.  Hauptmann.  — 
Nicolaikirche:  22.  Mai.  „Singet  und  spielet  dem  Herrn"  v. 
W.  Rust. 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  lieber  die  vom  21.  Juli  bis  2\.  August  d.  J.  in  Bay- 
reuth stattfindenden  acht  „Parsifiäl"-  und  je  vier  „Tristan 
und  Isolde"-,  „Meistersinger"- und  „Tannhäuser"-Auff[ihrungen 
gehen  uns  nachstehende  authentische  Mittheilungen  zu:  Als 
Dirigenten  werden  die  HH.  Q^neralmusikdiroctor  Levi 
(München),  Director  Mottl  (Carlsruhe),  Hofcapellmeister  Dr. 
Richter  (Wien)  \md  Hofcapellmeister  Strauss  (Weimar) 
fungiren.  Die  Hauptpartien  erhalten  folgende  Besetzung: 
„Parsifal":  Parsifai  ==  van  Dyck  (Wien),  Grüning  (Han- 
nover); Kundry  =:  Frl.  Mailhac  (Carlsruhe),  Frl.  Malten 
(Dresaen);  Gumemanz  z=  Grengg  (Wien),  Frauscher 
(Bremen);  Amfortas  =  Kaschmann  (Mailand),  Scheide- 
mantel (Dresden);  Klingsor  =  Liepe  (Berlin),  Plank  (Carls- 
ruhe); Soloblumenmädchen  =  die  Damen  Hartwig  (Dort- 
mund), Hedinger  (Breslau),  Mitschiner  (Stettin),  Mulder 
(Utrecht),  Welschke  (Breslau)  imd  Wiborg  (Schwerin).  — 
„Tristan  und  Isolde":  Tristan  =  Vogl (München);  Isolde 
=  Frau  Sucher  (Berlin);  Marke  =  Döring  (MLannheim), 
Gura  (München);  Kurwenal  =  Plank  (Carlsriuie):  Brangäne 
=  Frau  Staudigl  (Berlin).—  „Tannhäuser":  Iiandgraf=: 


Döring  (Mannheim):  Tannhäuser  :=  Grüning  (Hanno- 
ver); Wolfram  =  Scheidemantel  (Dresden):  Walther 
=  Gerhauser  (Bayreuth);  Biterolf  =  Liepe  (Berlin);  Hein- 
rich =  Zeller  (Weimar);  Reinmar  =  Bucha  (Weimar); 
Elisabeth  =  Vertreterinnen  der  Soloblumenmädchen;  Venus 
=  Frl.  Mailhac  (Carlsrnhe).  —  n^id  Meistersinger  von 
Nürnberg":  Hans  Sachs  =  Gura  ^München);  Pogner  =■ 
Frauscher  (Bremen);  Beckmesser  =  Müller  (Leipzig); 
Eothner  =---  Bachmann  (Halle  a.  S.);  Walther  von  Stolzing 
=  Anthes  (Dresden);  David  =  Hofmüller  (Dresden);  Eva 
—  Vertreterinnen  der  Soloblumenmädchen:  Magdalena  =  Frau 
Staudigl  (Berlin).  —  Die  Regie  filhrt,  wie  in  den  letzten 
Jahren,  Hr.  Kammersänger  und  Hofopemregisseur  Fuchs 
(München),  während  Hr.  Musikdirector  Kniese  (Bayreuth)  die 
Chöre  dirigirt  und  die  musikalische  Leitung  auf  der 
Bühne  inne  hat.  Die  Orchester-  und  Chorkräfte  sind  in  glei- 
cher Weise  wie  in  den  früheren  Jahren  zusammengestellt, 
ebenso  besteht  auch  das  Personal,  das  unter  Leitung  von 
Virgina  Zucchi  (Mailand),  die  choreographischen  Theüe  im 
„Tannhäuser"  auszuführen  hat,  wie  im  vergangenen  Jahre 
vorwiegend  aus  Mitgliedern  des  Balletcorps  der  k.  Hof bühne 
in  Bernn.  Der  technische  Theil  untersteht  der  Leitung 
desgrossherzogl.  Hoftheatermaschinemeisters  Kranich  (Darm- 
stadt),  der  mit  seinem  Personal  nächster  Tage  hier  eintreffen 
wird.    Die  G^sammtproben  werden  am  19.  Juni  beginnen. 

*  Der  Liszt-Verein  zu  Leipzig  bringt  in  seinem  4. 
Concert  Anfang  Juni  u.  A.  die  Dante-Sympnonie  von  Liszt 
unter  Leitung  des  Hrn.  Hofcapellmeister  Weingartner  aus 
Berlin  zur  Aufführung. 

*  Unsere  neuliche  Notiz  über  die  am  n.  Donnerstag  statt- 
findende Enthüllung  des  Mendelssohn  Bartholdy- 
Denkmals  zu  Leipzig  vervollständigen  wir  im  Interesse 
auswärtiger  Festtheilnehmer  dahin,  dass  sich  an  der  musika- 
lischen Feier  dieses  Actes  das  Stadttheater  mit  einer  Abend- 
aufführung des  „Sommemachtstraums"  mit  der  Mendelssohn'- 
schen  Musik  betheiligen  wird. 

*  In  Utrecht  findet  vom  24. — 26.  Mai  ein  Musikfest 
der  Nederlandsche  Toonkunstenaars-Vereeniging  statt,  dessen 
Hauptwerk  die  dramatische  Cantate  „Jahveh's  Wraak"  von 
W.  F.  G.  Nicolai  bildet. 

*  Auch  in  Mexico  bereitet  man  eine  Columbus-Feier 
vor.  Das  Nationaltheater  in  Mexico  wird  bei  diesem  Anlass 
eine  neue  italienische  Oper  „Cristoforo  Colombo  a  San  Do- 
mingo" von  Giulio  Moral  es  zur  Aufführung  bringen. 

*  In  Wien  spukt  wieder  einmal  die  Gründung  von  po- 
pulären Symphonieconcerten  durch  die  Berliner  Con- 
certdirection  Hermann  Wolff.  Hr.  Wolff  sei,  wie  man  schreibt, 
dieserhalb  bereits  mit  dem  dortigen  Ausstellungsorchester,  das 
in  seiner  Qualität  sehr  gerühmt  wird,  und  dessen  Dirigenten 
Hrn.  H.  Grädener  in  Verbindung  getreten. 

*  Am  letzten  (10.)  Musikabend  des  Kammermusik- Vereins 
zu  Leipzig  wurde  ein  nach  dem  System  dea  Hrn.  Professor 
Müller  in  Rudolstadt  gebautes  Harmonium  in  natür- 
licher Stimmung  vorgeführt,  über  welches  Hr.  Ferd.  Pfohl 
im  „L.  T."  u.  A.  schreibt:  „Das  Geniale  der  Idee  liegt  in  der 
Ein&chheit,  mit  der  Hr.  Prof  Müller  die  reine  Stimmung  auf 
seinem  Instrumente  zur  Darstellung  bringt.  Während  alle 
mit  reiner  Stimmung  versehenen  Instrumente  einen  schwer- 
flLlligen,  die  klare  Anschauung  und  die  praktische  Handhabung 
verwirrenden  Tastenplural  auSsu weisen  natten,  beschränkt  sich 
das  Instrument  Müller's  auf  die  normale  Tastenanordnung.  Bei 
allen  Veränderunjgen  der  Tonart  wird  die  Reinheit  der  Stim- 
mung durch  zwei  Kniehebel  (Einer  für  die  Moll-,  der  Andere 
für  die  Dur-Accorde)  bewirkt,  deren  Grebrauch  keinerlei  nen- 
nenswerthe  Schwierigkeiten  bereitet.  Hr.  Straube  junior,  ein 
vortrefflicher  jun^r  Künstler  auf  dem  Harmonium,  bracht« 
(nach  einem  einleitenden  Vortrstg  des  Erfinders)  eine  Anzahl 
von  Tonstücken,  darunter  solche  von  grossem  Modulations- 
reichthum  (»Ave  verum«  von  Mozart)  zu  Gehör;  der  Wohl- 
laut dieser  Stücke  war  ein  unbeschreiblicher:  jene  Reinheit, 
welche  der  Tongebung  eines  idealen  a  capella-Ohores  eigen, 
entströmte  ihnen.    Es  war  Sphärenmusik." 

*  Die  k.  Theater  zu  Cassel,  Hannover  und  Wies- 
baden sollen  1895  in  Stadttheater  \imgewandelt  werden. 

*  In  der  soeben  abgeschlossenen  Spielzeit  des  Monnaie- 
Theaters  in  Brüssel  steht,  der  Anzahl  der  Aufführungen 
nach,  „Lohengrin"  mit  der  Zahl  27  oben  an. 


281 


*  In  Halle  a.  S.  wird  jetzt  die  Frage  discutirt,  ob  es 
nicht  möglich  sei,  das  dortige  Gebartshaus  Handelns,  in 
welchem  jetzt  ein  Brauerei-Ausschank  betrieben  wird,  pro- 
fanen Zwecken  zu  entreissen  und,  nach  dem  Beispiel  der 
Goethe-,  Schiller-  und  Körner-Häuser,  zu  erhalten.  Hoffent- 
lich ist  das  Haus  nicht  so  bauföllig,  wie  das  Geburtshaus 
Wagner*8  in  Leipzig,  welches  schon  aus  diesem  Grunde  ähn- 
lichen Versuchen,  wie  man  sie  jetzt  in  der  Nachbarstadt  an- 
strengt, nicht  Stand  zu  halten  vermochte  und  einem  Neubau 
gewiäien  ist. 

"*  M.  Moszkowski*s  Oper  „Boabdil"  ist  in  Budapest 
zur  Auffuhrung  angenommen  worden. 

*  Messager's  Oper  „La  Basoche**  ging  kürzlich  erst- 
malig in  München  in  Scene  und  überholte  im  Erfolge  die 
letzten  vorangegangenen  Novitäten  dieser  Bühne.  Die  Aus- 
führung war  eine  ausgezeichnete. 

*  In  der  Grosäsen  Oper  zu  Paris  gelangte  am  16.  Mai 
£.  Key  er 's  neue  Oper  „Salammbo"  mit  grossem  Succös  zur 
Premiöre. 

*  Im  Dresdener  Hoftheater  ging  in  v.  Woche  erst- 
malig die  neue  einactige  Oper  „  Der  Liebeskampf"  von  E.Meyer- 
Heimund  in  Scene.  Dieselbe  soll,  wie  man  uns  mittheilt, 
nach  dem  Muster  der  Masca^ni'schen  „Oavalleria  rusticana** 
fabricirt  worden  sein,  ohne  jedoch  in  irgeni  einem  Puncte 
sich  mit  jenem  Werke  messen  zu  können,  und  man  wundert 
sich,  dass  eine  Bühne  von  dem  Bange  des  Dresdener  Hof- 
theaters Pathenstelle  bei  diesem  Abklatsch  vertreten  hat. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Alois  Schmitt  in  Schwerin  hat 
sich  von  seiner  dortigen  langjährigen  hoch  verdienstlichen 
Amtsthätigkeit  im  letzten  Abonnementconcert  der  Hofcapelle 
verabschiedet,  in  welchem  er  Beethoven's  9.  Symphonie  diri- 
^rte  und  desselben  Meisters  Es  dur-Clavierconcert  spielte.  Das 
Publicum  Hess  dem  scheidenden  Künstler  zum  letzten  Male 
die  herzlichsten  Ovationen  zu  Theil  werden. 


*  Hr.  Anton  Seidl  wird  in  nächster  Saison  die  Oper  in 
New- York  wieder  leiten.  Ausserdem  wird  er,  dank  den  Be- 
mühungen seiner  Freunde  und  der  Freunde  guter  Musik, 
welche  auf  drei  Jahre  einen  Garantiefonds  von  50,000  Doli, 
gezeichnet  haben,  ein  eigenes  festes  Concertorchester  haben. 

*  Wie  manches  grosse  Talent  oft  durch  missliche  Um- 
stände und  eigenes  Verschulden  nicht  zu  einer  sicheren  Posi- 
tion gelangt,  beweist  neuerdings  der  Pianst  Hr.  Arthur  Fried- 
heim.   Seit  einiger  Zeit  in  New- York  auf  hältlich  und  Boden 

gewinnend,  hat  er  die  daselbst  errungene  Stellung  mit  Einem 
[ale  verscherzt,  indem  er  in  der  Betrunkenheit  mit  einem 
Theaterangestellten  in  Streit  gerieth,  der  für  diesen  —  ob 
infolge  eines  ihm  versetzten  Schlages  oder  der  bei  dem  Herz- 
leiden desTerstorbenen  doppelt  gefährlichen  gemüthlichen  Auf- 
regung, scheint  noch  nicht  festgestellt  zu  sein  —  einen  tödt- 
lichen  Ausgang  hatte. 

*  Der  Schriftsteller  Hr.  Dr.  H.  Bulthaupt  in  Bremen 
erhielt  vom  dortigen  Senat  den  Professortitel  verliehen. 

*  Ausser  den  in  v.  No.  vermerkten  Auszeichnungen  hat 
der  Grossherzog  von  Baden  noch  weiter  verliehen  das  Ritter- 
kreuz 2.  Classe  vom  Orden  des  Zähringer  Löwen  dem  Kam- 
mersänger Hrn.  Bosenberg  in  Oarlsruhe  und  Opernsänger 
Hm.  Knapp  in  Mannheim,  sowie  die  Hofopernsängerin  Frl. 
Fritsch  in  Carlsruhe  zur  Kammersängerin  ernannt. 

Todtenliste.  Ferdinand  Poise,  ein  in  Frankreich  ge- 
schätzter Opemcomponist,  f?  ^^  Jahre  alt,  am  14.  Mai  in 
Paris.  —  Domprobst  Dr.  Adolf  Emil  Wendler,  Senior 
der  Gewandhaus-Concertdirection  zu  Leipzig,  der  er  seit  1849 
als  Mitglied  angehörte,  eifriger  MusikÄrevmd,  in  den  Jahren 
1844—46  Redacteurder  „Allgemeinen  Musikalischen  Zeitung", 
t,  84  Jahre  alt,  am  16.  Mai. 

Berichtigung.  Der  kürzlich  in  Hamburg  verstorbene 
Baritonist  Greve  hiess  nicht  Heinrich,  sondern  Franz  mit 
dem  Vornamen. 


JB  T*  i  e  f  l£  a.  19  t  e  n< 


//.  G,  in  M,  Für  die  gew.  Mittheilung  steht  Hinen  der 
Insertionsweg  offen. 

£,  O,  N,  in  B,  Da  sie  die  G.'sche  Orgelsonate  als  eine 
„saloppe  Sudelei**  bezeichnen,  so  sind  wir  mit  unserer  Yer- 
muthung  allerdin^  im  Unrecht  gewesen,  was  wir  gern  zu- 
e;eben.  Im  Uebngen  thun  Sie  doch  ruhig,  was  Sie  nicht 
lassen  können. 


F.  E,  C.  in  R,  Der  von  dem  Director  und  seinen  B.egi8- 
seuren  sicherlich  erhoffte  Ordensregen  für  jene  verspätete  Pre- 
miere hat  sich,  so  viel  wir  wissen,  noch  nicht  auf  diese 
Herren  ergossen. 

IV.  G.  in  S,  P.  Cornelius'  Oper  „Der  Barbier  von  Bag- 
dad" ist  im  Verlage  von  0.  F.  it^nt  Nachfolger,  hier,  er- 
schienen. 


Anseiffen. 


Suiius  'ßiüthner,  dßeipjtf. 


[662.] 


Bedeutendste  Piaiioforte«!Fabrlk  Earopas! 

FIQgel  und  Pianinos 

anerkannt  nntlbertroffener  Haltbarkeit 
nncl  edlem,  sang'reicliein  Ton. 


-vOi^/Z/Z^     Vertreter  "b 


VerlcanfsmagaBlxie  aio.  allen  "bedentexider« 
Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novembtr  1853. 


latzexx.    ^inn^^-^ 


282 


Flflscil-  nnd  Planlno-Falirlkaiit. 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  KaiserB  von  DeuUchland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  nnd  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von.  Edinburgh.  [653.] 

Ifferliii  IX. 

5—7  Johannis-Str. 


I^ondon   W. 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    5—7  Johajinis-Str.  und  27  Zlegel-Strasse. 
II.  F  a  b  r  i  k :    21  Opünauer-Strasse  und  Wlener-Strasse. 
ni.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


WIJhe[m  Hansen,  Musik- Verlag  in  Leipzig. 

3tes  Tausend  s 


(Cradle  -  Song) 

von  Rob.  Reinicky 
componirt  von 

Hans  Harthan. 


[554.] 


Ausgabe   für   hohe   und   tiefere   Stimme  k  1  Jt. 
English  Version  by  Mrs.  John  P.  Morgan. 

Mit  grossem  Beifail  gesungen  von  Frau  Mopan- 
Oldeii.  Frau  Lilliaii  Sandepsoiii  Frau 
Anna  Hildachi  Frl.  Adile  Asohmann  und 
Frl.  Clara  Polsoher. 

Warnung  vor  dem  Wa^er, 

Trinklied, 

Gedicbt  von  Wilh.  Müller,  für  Bariton  u.  Pianoforte, 

componirt  von 

Hans  Harthan. 

1  j( 


Vr.  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  t 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorg^ong  von  S 

Musikalien,  musikalischen  Sehriften  etc.  —  Kataloge  5» 

nnd  Auswahlsendnngen  stehen  za  Diensten.  [555 — .]  ^ 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  In  Leipzig.        [556  ] 
PiUttii  Carl,  Op.  3.    Drei  Interludien  fttr  Orgel.    Jt  2,25. 


Verlag  von  Eugen  Franck's  Buchh. (G.Maske) in  Oppeln. 


Soeben  erschien: 


[557c.] 


2le€er  das  ^arstellungs- 
vermögen  der  Sflusiü. 

Eine  XJntorsuchung 
an   der  Hand    von   Prof.  Hanslick's  Buch 

„Vom  Musikalisch-Schönen". 

Von 

Paul  Schneider. 

Preis  15  Ji 

Soeben  erschien  in  meinem  Verlage:  [558a.] 

Cornellua  Rübner,  „Vöglefn,  wohin  so  schnell".  Daett 
für  2  Frauenstimmen  mit  Pianofortebegleitung.  Preis  2J$ 

Baden-Baden.  ISmll  Sommermeyer. 

Uosikalienhandlung. 


Veriag  von  RIES  &  ERLER   in  Berlin. 


Wflhelm  Rienzl. 


ßp.  21.    30  ffanzweisen 

für  Ciavier. 

a.  Zu  4  H&nden.  8  Hefte  b.  J(  3,50  J(;   b.  Zu  2  H&nden. 

3  Hefte  h  2,50  J(.  [559.] 

ßp.  41.  ffanzßüder. 

12  Stücice. 

a.  Zu  4  H&nden.     Heft  1,  3  k  u«  3,50.     Heft  2  k  h  Jf. 

b.  Zu  2  Händen.     Heft  \,Zb.2Jt,     Heft  3  ä  .4  3,50. 


Vollständige  Aosbildong  für  Oper  n.  Ooncert. 

EnBemble-Uebungen.     Rollenstadinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidenumtel  u.  A.  m.  [560 — .] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gesangl  ehrer. 


Aebt 


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'  Btattung,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabriic 


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Heft  I/Il  je  M  2,—. 

Leipzig.                  Fp.  Kistnar. 

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Musikalien-VersandgeschSft  und  bedeutende 
Leinanstait, 

Neumarkt  32,  Leipzig,  Nenmarkt  32. 

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Im  Verlage  von  Julius  Hanauer, 

kyl.  Hof-Musik.-ilienhandlung  in  Sreslau, 
erscheint  soeben:  {565.] 

Hans  Harthan. 

Opus  30.     Sonntags  am  Rhein.  Gedicht  von  Rob.  Rei- 

Dick  fUr  gemischten  Chor   mit  Begleitung  des 

nanoforte.    Clavterauszug    .    .    .    .    Ji  2,—. 

Stimmen  (i  15  ^)    .    .      „ —.60. 

Opus  37.    Drei  Lieder  für  gemischten  Chor. 
No.  1.    Beherzigung  (Goethe). 
No.  2.     Er  ists  (Möricke). 
No.  3.    UnterlSnders  Heimweh  (Weigle). 

Partitur     .     .     ,     .  Ji  \, — . 
' Btimme»  {k  ^  ^)  Jt  1,20. 

Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  In  Leipzig. 
A  1o-tfi.TM^r»n  tiLlcbt  und  Sehatten".  Zwölf  kleine  Phan- 
^-       """  tadebUder  för  Pianoforte,  Op.  4.    3  Hefte 
■  "    "  [666.] 


Gregorianischer  Gesang. 

Metodien  aus  alten  Handschriften 

KU  singen  bei  der   Verehrung  des  Allerheiligen  Sakraments 

mit  Orgel begleitung  von  [567.] 

'Ch.  Oounod,  Ch.  Wldor,  Oullmant,  Bourgault-Ducoudray, 

Qfgaut,  Oevaert,  Tinel,  van  Damme,  Desmet  und  anderen 

l^onsetzem. 

Preis  M.  16,—.  nir  postfreie  Zusendung. 

Verzeichnisse  (französisch)  versenden   wir  unentgeltlich 
und  postfrei. 

Leipzig,  Mai  1693.  Breltkopf  &  Härtet. 


g'ianinos, 


tiL  läcliE.  Eor-FlanQloittßtrlt, 

Leipzig. 


Prämlirt 

mit 

höchsten  Preisen. 


Kablog«  fraoe«. 

[MSq.] 


284 


Richard    Schulz-Dornburg, 

Concertsänger  ( Bassbariton)  ^ 

Sologesa/ngalehrer  der  kgl.  Musikschule 

Würzburg,  [669a.] 

bittet  die  verehrlichen  Cancer t- Dir ectiotierij  Engagements- 
^Anträge  für  seine  Mitwirkung  als 

lAedeV'  und  Oratorjen-Sänger 

an  seine  Adresse^ 

Würzburg,  Friedensstr.  49, 

gelangen  zu  lassen. 


ich  habe  meine  geschäftliche  Vertretung  der 

Neuen  Berliner  Concert -Agentur 

Gnevkow  &  Stemberg, 

Berlin  W.,  Linkstrasse  31,    Telegr.-Adr.:  Musikleben, 

übertragen  und  bitte,   Engagements-Anträge    an  dieselbe 
zu  richten.  [576.] 

Frederic  Lamond  (Pi.nist). 


Die  verehrten  Herren  Vorstände  der  Concertgesell- 
schaften  und  Vereine,  die  in  der  kommenden  Sabon  auf 
die  Mitwirkung  des  [677bJ 


(öaffl  I^iiL  Hofpianisten  Alfred  Grünfeld 

^s^^WÄÄ     «b    ebSSS^  reflectiren,  werden  ersucht,   dies  baldmÖQlich$t  beka 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [67o— .] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 


Die  Concertsängerin  Frau 

Mala  Hieber  (Sopri] 

hat   uns   ihre   geschäftliche  Vertretung  übertragen,    und 
bitten  wir,  Offerten  für  dieselbe  gefälligst  an  uns  richten 


zu  wollen. 


[571.] 


Nene  Berliner  ConcerMgentnr 

Onevkow  &  Stemberg. 
Berlin  ^\^.,  Linkstrasse  31. 
Telegr.-Adr.:  Musikleben. 


Idoll  Kldmann, 

Violin-Virtuos.  [672u.] 

Dresden-A.    A.malienstr.  lO,  II. 


Hermann  Gausche, 

Concert-  und  Oratoriensinger  (Bariton), 

[573b.]  Sehüler  Stoekliaasen's. 

Vertreter:   Herrn.  WollT,  Berlin. 

Adresse:    Creuznach,  Villa  Ehisheimer. 


Engagements-Anträge  für 

Engen  imd  inna  Hildarh 

bitten  wir  wie  bisher  nur  an  uns  zu  richten.  1574.1 

Nene  Berliner  Concert-Agentnr 

€h%evkaw  &  Sternberg. 
Berlin  ^\^.    Linkstrasse  31. 
Telegr.-Adr.:  Musikleben. 


iDttlr  Vim 


herjogl,  Bäohs.  Hofjpianist,  Professeur  supörieur  am  Oonservatorium 

«u  Genf  (Schwell).  [676— J 

Concert  Verticiung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Drnck  von  C.  G. 


reflectiren,  werden  ersucht,   dies  baldmöglichst  bekannt 
zu  geben  an 

Impresario  Ludivig  GpOnffeld. 

Wien  I,  Getreidemarkt  10. 


Frau 


Wir  haben  die  geschäftliche  Vertretung  der  Altistin 

Emilie  Wirth 

übernommen  und  bitten,    Engagements- Anträge    für    die 
Künstlerin  direct  an  uns  gelangen  zu  lassen.  [67'^.] 

Neue  Berliner  Concert-Agentur 

Gnevkow  &  Sternberg. 

Berlin  W>,  Linkstr.  81.    Telegr.-Adr.:  Mnsikleben. 


Alfred  K. 


[679—.] 


Baden-Baden. 

Yertr.  H.  PT'olff.    Beplin. 


Engagements-Anträge  für  Herrn 

Slnton  Sistermans  (SSass) 

bitten  wir  auch  in  nächster  Saison  an  uns  zu  richten. 

[680.] 

Neue  Berliner  Concert-Agentur 

Gnevkow  &  Sternberg. 

Berlin  W.»  Linkstr.  31.    Telegr.-Adr.:  Mnsikleben. 

Clara  Hoppe, 

Concert-  und  Opatoviensftnaepin  (SopranK 
[68Ik.]  Frankfurt  a.  Oder. 


3fCerr  Slrnold  iRose, 

erster  Concertmeister  der  k.  k.  Hofoper  in  Wien,  hat 
mir  seine  Vertretung  übergeben.  Die  yerehrten  Herren 
Vorstände  der  Concertgesellschaften  und  Vereine,  die  auf 
seine  Mitwirkung  reflectiren,  werden  ersucht,  sich  ehe- 
mOgiichst  zu  wenden  an  [682b.] 

Impresario  Ludwig  GpOnffeld. 

Wien  I,  Getreidemarkt  10. 

Engagements-Anträge  für  die  Concertsängerin  Fräulein 

l>dt^di^ea  Si^miM  (Sof^ifan) 

bitten  wir  an  uns  zu  richten.  [683.1 

Nene  Berliner  Concert-Agentor 

Gnevkow  &  Sternberg. 

Berlin  W.,  Linkstrasse  31.    Telegr.-Adr.:  Musikleben» 


Röder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  2.  Juni  1892. 


nm  iiutticu  Bici-,  Luii- 

ul  lulkiUiikuiUiiigi,  iDwie 


II,  KHK  ^  ■^ 

"^Ä^J^  für  ¥ii»iVfir  ntiri  ¥n»itfpniiTi(1n  ■^W 


ni  lu  imuiMi  TMaun 
MljnDiti  Imiilnuii  lUl  u 
dMH  BMactni  n  itimlin 


fOr  lusikerjand  lusikfreunde. 

Verantwortliclier  Eedactenr  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsoll, 

Leipzig,  KöDlgutriiHe  6. 


^^ 


Das  HoailtalUcbe  Wochenblaitt  eraoLeint  j&hrlich  in  53  Nummern.  Der  Abonnemeotabetraff 
f3r  daaQnsrtal  von  18  Nummern  ist  SM&rk;  eine  einEeLneNummer  kostet  40 Pfennige.  Bei 
direeter  frankirter  KreutbnndBendung  treten  nachstehende  vierteljährliche  Abonnementa- 
preiBe  in  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  das  Deutache  Reich  nnd  Oesterreich.  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere  Länder  da«  Atigemeinen  PoitvereinB.  —  Jahreeabonnemente  werden  unter 

Zugrundelegung  vorstehender  BecugebedinKungen  berechnet 
Die  InaertionagebUireD  rar  den  Raum  einer  gecpaltanen  Petitaeite  betragen  dO  Pfennige, 


nni.  Jabrg.] 


[Ho.  23. 


Inhall:   Dia  3u*  i 

(SohluS)  -     

theUimgeD  lud  Notlien.  - 


ftiefbästen.  —  Anzeigen. 


nnd  QÜtaplale  In  Oper  imd  C 


Ta«:«M«a( 
-    Eirol 


Die   Sage   von    „Tristan   und   Isolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Ton  Dr.  Arthur  Seldl. 
(Fortsetzong.) 

Der  Leser  hat  mit  mir  verfolgt,  wieviel  —  unerwartet 
viel  Ziige  Rieh.  Wagner  (im  vulgären  Sinne  des  Wortes) 
für  sein  Drama  hatte  „gebrauchen"  können.  Und  doch, 
wie  ist  er  trotz  Allem  and  hei  Alledem  noch  so  eigen- 
artig, so  dorchauB  neu  und  nrsprünglich  geblieben,  —  ins- 
besondere in  seiner  Behandlung  des  L  und  2.  Actes  und 
hier  zunkchst  wieder  in  der  gediegenen  psychologischen 
wie  philosophischen  Fundirung  des  Ganzen,  was  ihm  Nie- 
mand streitig  machen  kann,  noch  streitig  machen  wirdl 
Denn,  selbst  wenn  wir  dort  anf  die  Anklänge  an  Novalis 
stärkeren  Nachdruck  verlegen  wollten,  als  dies  bei  aller 
auch  noch  so  grossen  Verwandtschaft  der  Ideen  wohl  un- 
bedingt nöthig  erscheint:  Wagner  würde  dann  immer 
noch  das  grosse,  unnachahmliche  Verdienst  gebühren,  ge- 
rade den  „Trist  an  "-Stoff,  ohne  ihm  Gewalt  anzuthnn, 
in  diese  Nachtfluth  eingetaucht,  mit  diesen  durch  und 
durch  unserem  Jahrhundert  angehörenden  Anschauungen, 
mit  dem  modernphilosophischen  Bewnsstsein  sozusagen 
ganz  und  gar  durchtrftnkt  zu  haben;  er  würde  immer  noch 
deijenige  sein,  der  zum  ersten  Male  jene  grossartige  Syn- 
these von  Tristan-Sage,  Schopenhauer' ach  er  Philosophie 
und  Novalis 'scher  Oemutbstiefe  zu  einem  harmonisch- 
edlen, ungetrübten,  von  keines  Gedankens  Blfisss  mehr 
angekränkelten  Ganzen  vollbracht  hat 


Ich  habe  erst  kürzlich,  in  den  „Bayreuther  Bl&ttem" 
—  nach  meines  Freundes  Wolfg.  Golther  dankenswerthem 
Vorgange  — ,  eine  auch  auf  die  detaillirteren  Seelen- 
regnngen,  die  dramatischen  und  dialektischen  Feinheiten 
näher  eingehende  Analyse  speciell  des  2.  „Tristan" -Actes 
zu  gehen  versucht;  ich  will  meine  Leser  daher  an  dieser 
Stelle  nicht  weiter  mit  solchen  Dingen  belästigen,  da  sie 
dies  ja  eventuell  gar  leichtlich  an  besagtem  Orte  nach- 
lesen kdnnen  und  ich  ohnedies  hier  womöglich  nur  eine 
abgeschwächte  Wiederholung  jener  ausführlicheren  Ab- 
handlung zu  geben  vermöchte.  Zudem  liegen  unsere 
„Blätter"  seit  Neuestem  ja  bei  jeder  Ortsvertretung,  wie 
ich  höre,  auf  nnd  sind  also  auch  mühelos  za  erhalten. 
Nur  über  den  tiefereu  Sinn  und  die  letzte,  wenn  ich  so 
sagen  darf:  esoterische  Bedeutung  eben  dieses  im  keu- 
schen Nachtbereich  heiligster,  intimster  Liebe  sich  abspie- 
lenden Aufzuges  möchte  ich  hier  noch  einige  wenige* 
Worte  mir  erlauben,  welche  uns  zugleich  ganz  wie  von 
selbst  zum  gesuchten  Ausgangspunct  unserer  langwierigen 
Betrachtungen  führen  werden. 

Ich  kenne  ein  Gedicht,  das  hat  einen  mir  unbekannten 
Anonymus  zum  Verfasser,  dabei  die  Schilderung  und  Aus- 
deutung einer  zauberisch  berückenden,  mild  umfangenden 
Sommernacht-Stimmung  zum  Gegenstand,  und  es  endet 
mit  dem  bangen  Zweifel  oder  der  tie&innig  der  Natur 
abgelauschten  —  Alternative,  möcht  ich  das  eigent- 
lich schon  nennen: 

(Alles  still  — *nnr  süsse  Dufte 

Steigen  auf  vom  Blumenbeet;) 

Zaubrisch  locken  alle  Lüfte: 

Sünde!  oder  Still  OebetI 


286 


Es  klingt  wie  eine  Frage,  und  man  wird  begreifen,  wie 
ich  just  eben  hier  beim  „Tristan**  auf  dieses  Gedicbt  ge- 
rathen  kann.  Auch  im  „Tannhäuser**  (3.  Act)  war  sie 
schon  einmal  aufgeworfen  diese  Frage,  dort  aber  in  der 
Umwandlung  und  sinnvollen  Umdeutung  der  verzehrenden 
Venus-Flamme  zum  milderstrahlenden,  klaren  und  gerei- 
nigten Lichte  des  keuschen  Abendstemes  durch  den  edlen 
Wolfram  von  Eschenbach  nicht  im  Sinne  der  „schönen 
Sünde**,  sondern  eben  des  „stillen  Gebetes**  entschieden 
worden.  Wir  werden  uns  auch  hier  nicht  lange  erst  zu 
bedenken  haben,  um  zu  wissen,  wie  wir  dieses  „Entweder 
—  Oder**  (wenn  es  denn  schon  einmal  zur  Anwendung 
kommen  soll)  im  Hinblick  auf  den  2.  Act  unserer  ,,  Tri- 
stan**-Tragödie  zu  entscheiden  haben. 

Hat  man  nämlich  mit  vollem  Rechte  Rieh.  Wagner 
den  berufenen  und  wahren  „Erben  Beethoven's**  genannt, 
so  Hesse  sich  —  vielleicht  mit  noch  ungleich  mehr  Be- 
rechtigung (so  kühn  dies  auch  klingen  mag)  —  nun 
auch  von  ihm  sagen,  dass  der  „Tristan"  insbesondere  — 
geistig  —  nicht  nur  musikalisch  besehen — als  die  Fort- 
setzung eines  Beethoven'schen  Zuges,  als  weiterer  Aus- 
bau eines  ganz  speciellen  Stückes  der  9.  Symphonie 
(und  zwar  aus  dem  vierten  und  letzten  Satze)  aufzufassen 
sei,  der  Versstrophe  nämlich  : 

„Wer  ein  holdes  Weib  errungen, 
Mische  seinen  Jubel  ein! 
Ja,  wer  auch  nur  eine  Seele 
Sein  nennt  auf  dem  Erdenrund!**  — 

Ich  sage  wohlweislich:  Beethoven,  nicht  Schiller,  ob- 
zwar  ja  diese  Verse  ursprünglich  von  Letzterem  herrühren 
und  vom  Componisten  der  bekannten  „Ode  an  die  Freude** 
nur  entnommen  wurden;  denn  wie  Beethoven  in  seiner 
eigenartigen  Auswahl  und  der  Zusammenstellung  des  bei 
Schiller  noch  viel  weiter  ausgeführten  Textes  schon  eine 
ganz  bestimmte  und  höchst  individuelle  Geistesrichtung 
bekundete,  so  hat  er  ohne  Zweifel  auch  durch  jene  seine 
geistige  Grossthat:  dass  er  nämlich  diesen  Gedanken  mit 
der  all  vereinenden  Kraft  der  Musik  in  metaphysischen 
Zusammenhang  brachte  und  so  gleichsam  erst  dem  Dichter- 
wort in  Tönen  die  Zunge  löste,  für  alle  Zeiten  sich  ein 
Anrecht  darauf  erworben,  als  geistiger  Verehrer  dieser 
„Idee  des  19.  Jahrhunderts**  unserem  Schiller  unmittelbar 
an  die  Seite  gestellt  zu  werden.  (Ueberdies  hat  er  ja 
ganz  dieselben  Verse  auch  in  seinem  „Fidelio*',  dem 
„Hohen  Lied  der  Gattenliebe**,  als  die  Haupt- und  Grund- 
Idee  gleichsam  des  ganzen  Dramas  in  den  Vordergrund 
gestellt.) 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


(Schluss.) 


Basel. 


Unter  den  Solisten  der  fünf  Abonnementconcerte  waren 
die  Meisten  in  Basel  noch  unbekannt.  Gleich  im  Ersten  der- 
selben trat  die  berühmte  Liedersängerin  FrauLilian  Sander- 
son  auf.  Leider  fand  sie  eine  etwas  kühle  Aufnahme.  Wohl 
musste  ihre  feine  Stimme  entzücken,  aber  gar  oft  gingen  die 


Töne  gänzlich  verloren,  und  man  hörte  in  dem  grossen  lUtuni 
unseres  Musiksaals  £ELSt  Nichts  mehr  von  ihrem  Gesang.  Dazu 
kam  die  Zahl  von  zehn  Liedern,  die  zum  Theil  an  sicn  schon 
ermüdend  anzuhören  waren.  Es  war  entschieden  zu  viel  für 
ein  Goncert  mit  zwei  Solisten.  Denn  den  Löwenantheü  des 
Beifalls  trug  der  junge  Violinvirtuos  Alfred  Krasselt  aus 
Baden-Baden  davon.  Mit  dem  Vortrage  des  neunten  Con- 
certes  von  Spohr  und  der  beiden  letzten  Sätze  desjenigen  in 
Edur  von  Vieuxtemps  feierte  er  einen  vollständigen  Triumph. 
Seine  feine,  saubere  Technik,  die  leichte  Bogenfübrung  und 
der  geschmackvolle  Vortrag.  Alles  im  Rahmen  der  Gewissen- 
haftigkeit, die  den  Lehrjanren  eigen  ist,  lassen  in  Krasselt 
den  tüchtigen  Virtuosen  erkennen,  der  uns  jedenfalls  bald 
als  gereifter  Künstler  wieder  begegnen  wird.  Ebenfalls  ein 
noch  nie  bei  uns  erschienener,  wenn  auch  schon  vergebens 
erwarteter  Gast  war  Hr.  Perron  aus  Dresden.  Esr  schien 
auch  dieses  Jahr  ein  Unstern  über  seinem  Besuche  zu  walten, 
denn  das  Goncert  musste  verschoben  werden,  weil  der  Sänger 
„auf  höheren  Befehl'^  in  Dresden  zu  bleiben  hatte.  Nun  aber 
trat  der  lang  Ersehnte  wirklich  auf  und  entschädigte  durch 
seine  vortrefflichen  Vorträge  unser  Publicum  in  hohem 
Maasse  für  das  Warten.  Zuerst  sang  er  eine  Arie  aus 
-Alfonso  und  Estrella**  von  Schubert  und  entfaltete  darin 
die  schönen,  vollen  Klangmittel,  die  ihm*  zu  Gebote  stehen, 
während  das  Fehlen  eines  gewissen  dramatischen  Lebens  auf 
Bechnung  der  mehr  lyrischen  Gomposition  zu  setzen  ist. 
Um  so  mehr  befriedigten  die  Liedervorträge,  und  unter 
diesen  wirkte  „Der  Doppelgänger'^  von  Schubert  so  packend, 
dass  eine  Wiederholung  stürmisch  verlaust  wurde.  Auch 
die  übrigen  Lieder,  von  Schumann  und  Brahms,  fanden  regen 
BeifSeJl.  Perron's  Auftreten  in  Basel  hat  einzig  nur  den  Wunsch 
rege  &;emacht,  es  möge  uns  vergönnt  sein,  den  Künstler 
öfter  bei  uns  zu  Gkisto  zu  haben.  Solist  des  nachfolgenden 
Goncertes  war  Hr.  M.  Kosenthal  aus  Wien,  in  diesem  Jahr 
xmstreitig  der  gefeiertste  Glaviervirtuos  Europas.  Um  nim 
aber  wahr  zu  sein,  muss  ich  berichten,  dass  Basel  ihn  nicht 
in  dem  Maasse  geieiert  hat,  wie  andere  Städte,  trotz  der  Be- 
wunderung, die  seinem  Talent  auch  bei  uns  nicht  versagt 
wurde.  Vor  Allem  war  die  Wahl  des  zweiten  und  dritten 
Satzes  des  Ghopin'schen  Emoll-Goncertes  keine  glückliciie; 
es  war  dasselbe  in  den  letzten  Jahren  bei  uns  bis  zum  Ueber- 
druss  oft  gespielt  worden,  auch  hätte  sich  Hr.  Rosenthal 
mit  einer  Gomposition  kernigerer  und  kräftigerer  Natur  als 
Interpret  der  classischen  Musikwerke  documentiren  dürfen. 
Die  „Don  Juan*' -Phantasie  Liszt's,  das  zweite  Stück,  war 
entschieden  eine  phänomenale  Leistung  in  technischer  Be- 
ziehung, und  hier  möchte  wohl  Niemand  Hm.  Bosenthal  den 
BAug  aolaufen.  Dass  derselbe  musikalisch  fein  und  perfect 
vortragen  kann,  hat  er  am  ehesten  durch  seine  Zugabe  be- 
wiesen, die  sog.  Vöglein-Etude  von  Henselt,  die  er  mit  einer 
wunderbaren  Eleganz  wiedergab.  Hr.  Prof.  Heermann  aus 
Frankfurt  a.M.,  im  neunten  Abonnementconcert  imser  Gast,  ge- 
hört zu  den  längst  anerkannten  Künstlern.  Sein  Vortrag  aes 
Beethoven^schen  Violinconcertes  brachte  viel  Neues;  that- 
sächlich  interpretirt  er  einzelne  Stellen  recht  frei,  mit  sub- 
jectiven  Licenzen,  passt  das  Goncert  einigermaassen  der  fi:«n- 
zösischen  Vortra£;s weise  an;  er  &;ewinnt  aber  dabei  auch 
wieder  Viel  durch  die  vermehrte  Eleganz  und  leichte  Flüssig- 
keit des  Spiels.  Wenn  es  auch  etwas  verwunderlich  i8t,da^ 
unter  seinen  Händen  das  Goncert  eine  so  von  der  Joacnim'- 
schen  abweichende  Gestaltung  annimmt,  so  dürfen  wir  doch 
Heermann's  Auffassung  als  eine  dem  Werke  angemessene 
anerkennen.  Die  übrigen  Solo  vortrage  zeigten  die  hervor- 
ragende Technik  des  trefflichen  Künsuers.  Im  zehnten  Gon- 
certe  endlich  begegneten  wir  unserer  längst  bekannten  und 
gern  gehörten  Frl.  Pia  von  Sicherer  aus  München,  dem 
fast  stetigen  Gast  unserer  Gesangvereinsauffiihrungen.  Die 
Dame  im  Kahmen  des  Orchesterconcertes  zu  hören,  hat  einen 
entschiedenen  Vortheil,  denn  es  treten  da  erstens  ihre  guten 
Eigenschaften  als  Liedersängerin  zu  Tage,  sodann  lässt  eine 
einzeln  vorgetragene  Arie,  wenn  sie  auch  aus  dem  Zusammen- 
hang gerissen  ist,  ruhigeres  Anhören  zu  als  die  der  Ora- 
torienaufführung. Uebrigens  waren  die  Lieder  nicht  günstig 
gewählt,  Zweie  derselben  („Bist  du  bei  mir"  von  Bach  und 
-Vor  meiner  Wiege"  von  Schubert)  klangen  aus  in  die  „Letzte 
Kuh";  das  Dritte,  „Die  Allmacht"  von  Schubert,  hat  auch 
mehr  Pathos  als  Melos,  so  blieb  als  wirkungsvollstes  Stück 
das  „Ave  Maria"  aus  dem  „Feuerkreuz"  von  Bruch.  Iq  der 
That  ein  effect volles  Stück,  ausstaffirt  mit  den  bekannten 
Klangfarben  dieses  Gomponisten ;  es  bietet  darum  dem  Singen- 
den reiche  Gelegenheit  zur  Entfaltung  der  Stimme  und  wirkt 


287 


aucli  auf  den  Hörer.  Die  ruhig  gehaltenen  Partien  nahmen 
darin  entschieden  den  Vorrang  vor  den  dramatisch  belebten 
ein,  sowohl  was  die  Composition,  als  auch  den  Vortrag  des 
Frl.  V.  Sicherer  betrifft. 

Nicht  unerwähnt  will  ich  die  Quartettsoiröen  lassen, 
deren  zweite  Hälfte  meistens  dassische  Kammermusikwerke 
brachte,  darunter  zum  ersten  Male  Beethoven's  Variationen 
über  den  „Schneider  Kakadu^.  Eine  besonders  rühmliche 
Leistung  war  der  Vortras;  des  Quartetts  in  AmoU  (Opus  132) 
des  gleichen  Meisters,  £ts  nach  allgemeinem  Wunsch  noch 
ein  zweites  Mal  in  das  Programm  eingereiht  wurde. 

Den  Bericht  über  das  zweite  G^sangvereinsconcert  möchte 
ich  zugleich  mit  demjenigen  über  das  dritte,  noch  bevor- 
stehende erledigen.  Es  lohnt  sich  dann  Überhaupt  der  Mühe, 
noch  eine  kleine  Nachlese  zu  halten,  wie  ich  anfangs  ange- 
kündigt habe.  Dr.  R.  L. 


Berichte. 

Leipzig.  Am  26.  Mai  war  es  dem  Verein,  welcher  sich 
1868  auf  Anregung  des  Hm.  Prof.  Dr.  0.  Paul  zur  Errich- 
tung eines  Denkmals  für  Felix  Mendelssohn  Bartholdy  con- 
stituirt  hatte,  endlich  beschieden,  das  Resultat  seiner  Bestre- 
bungen und  Mühen  in  die  schöne  Wirklichkeit  treten  zu  sehen, 
indem  an  diesem  Tage  das  von  dem  hiesigen  Bildhauer  Werner 
Stein  entworfene  und  modellirte  und  von  der  Firma  Hermann 
Howald  in  Braunschweig  in  Bronceguss  ausgeführte  Monu- 
ment unter  Anwesenheit  einer  Anzahl  von  Mitgliedern  der 
Mendelssohn'schen  Familie,  sowie  zahlreicher  Vertreter  der 
städtischen  Behörden  und  der  einheimischen  Musikwelt  in 
feierlicher  Welse  enthüllt  wurde.    Diese  Enthüllungsfeier  be- 

fann  präcis  11  Ühr  mit  einer  längeren  warm  gefühlten  Rede 
es  Hm.  Dr.  Günther,  des  Vorsitzenden  des  betr.  Comit6s, 
die  bei  aller  grossen  Pietät  für  den  heimgeeangenen  Meister 
doch  objecbiv  und  sachlich  blieb,  wie  nachstellende  Theile 
derselben  bezeugen  mögen:  „Seit  wir  ihn  verloren,  haben  sich 
Verschiedene,  begeistert  und  wohlp^erüstet,  in  den  Dienst  der 
edlen  Kunst  gestellt,  und  wenn  wir  anerkennen,  dass  von  so 
Manchem  Grosses  geleistet  worden  ist,  so  folgen  wir  nur  dem 
Beispiele  Felix  Meudelssohn-Bartholdy^s,  der,  durchaus  edlen 
Charakters,  erfreut  war  über  die  Erfolge  Anderer.  Nie  ge- 
hörte er  zu  Denen,  welche,  in  schädlicher  Weise  das  Streun 
der  Kunstjünger  beeinflussend,  der  Meinung  Ausdruck  geben, 

dass  von  der  Zukunft  Nichts  zu  hoffen  sei Was  aber 

auch  auf  dem  Kunstgebiete  erscheinen  möge,  ihm,  den  wir 
heute  feiern,  bleibt  der  Ehrenplatz  gesichert,  den  er  sich 
errungen  hat  im  Streben  nach  den  höchsten  Zielen.  Immer- 
dar wird  gepriesen  werden,  dass  Felix  Mendelssohn  Bartholdy 
unvergängliche  Verdienste  sich  erworben  hat  um  die  Ent- 
wickelung  der  Kunst,  —  nie  kann  und  wird  aber  auch  ver- 

f essen  werden,  dass  der  Gepriesene  unendlich  Viel  gethan 
at  zur  Förderung  des  Kunstlebens  in  unserem 
Leipzig.  Er  wusste  in  den  Herzen  Derer,  welche  sich  unter 
ihn  stellten,  Begeisterung  zu  erwecken.  Ihn,  den  in  vorderster 
Reihe  stehenden  Mitbegründer  des  Conservatoriums  der  Musik, 
erfüllte  ein  beglückendes  Gefiihl,  wenn  er  sich  in  der  Mitte 
Derer  befand,  welche  aus  der  Nähe  herbeigekommen  und  aus 
weiter  Feme  nach  Leipzig  geeilt  waren,  angelockt  durch  die 
Kunde,  Felix  Mendeksohn-ßartholdy  wolle  ihr  Lehrer  sein." 
Nachdem  Hr.  Dr.  Günther,  dessen  thatkräftiger  Energie  die 
unter  dem  früheren  Vorsitzenden  des  Oomitös  stark  ins  otocken 
gekommene  Denkmalsfrage  in  erster  Linie  die  nunmehrige 
Lösung  zu  verdanken  ist,  gesprochen  und  das  Denkmal  in  das 
Eigenthum  und  den  Schutz  der  Stadt  gestellt  hatte  und  unter 
den  Klängen  des  von  Gonservatoristen  unter  Leitung  des  Hm. 
Sitt  gespielten  Kriegsmarsch  der  Priester  aus  der  „Athalia"- 
Musik  die  Hülle  gefallen  war,  ergriff  zum  Schluss  der  Feier 
Hr.  Oberbürgermeister  Dr.  Georgi  das  Wort  und  führte 
dabei  u.  A.  aus:  „Mit  der  Vollendung  dieses  Denkmals  ist 
uns  nun  das  drückende  Gefühl  vom  Herzen  genommen,  dass 
dem  Manne,  der  uns  so  Grosses  und  Schönes  gegeben  hat,  das 
verdiente  äussere  Zeichen  unvergänglichen  Dankes  noch  nicht 
gewidmet  sei.  Dieses  Gefühl  der  Dankesschuld  hat  unsere 
Stadt  auch  als  Gemeinwesen  empfinden  müssen.  Wir  hatten 
uns  nicht  nur  daran  zu  erinnern,  was  Mendelssohn  unseren 
Bürgern  an  Freude,  Erhebung  und  reinem  Genüsse  durch 
seine  unvergänglichen  Schöpfungen,  durch  die  Meisterschaft 
seiner  musikalischen  Leitung  und  seine  künstlerischen  Dar- 
bietungen gewährt  hat,  wir  mussten  uns  auch  dessen  bewusst 
bleiben,  welche  Bedeutung  für  unsere  Stadt  dieser  Qine  Mann 


gewonnen  hat,  indem  er  das  musikalische  Leben  un- 
serer Stadt  zu  einer  ungeahnten  Höhe  emporgehoben, 
indem  er  eine  ihren  Ruf  über  den  Erdkreis  verbreitende 
Hochschule  der  Musik  hier  gegründet  und  auf  ^ese  Weise 
zu  dem  geistigen  wie  wirthschaftlichen  Aufbau  unserer  Stadt 
mächtig  beigetragen  hat.  Bausteine  aus  dieser  seiner  Bauhütte 
sind  auch  die  neuen  stattlichen  Häuser,  die  wir  der  Pflege 
der  Musik  in  dieser  Gegend  gewidmet  haben  *}  und  bei  deren 
Errichtung  wir  nur  die  Kräite  gebraucht  haben,  die  er  in 
unserer  Stadt  hat  erwecken  und  entwickeln  helfen.  Dass  sie 
dessen  eingedenk  ist,  das  hat  die  Stadt  zum  Ausdrucke  brin- 
gen wollen,  indem  sie  hier  an  der  Schwelle  des  Neuen  Ge- 
wandhauses den  Platz  für  das  Denkmal  ^währt  hat.  Die 
Stadt  wird  es  sich  deshalb  auch,  daran  zweifle  ich  nicht,  stets 
zur  Ehrensache  machen,  dieses  Denkmal  würdig  zu  erhalten, 
und  ich  nehme  daher  die  ausgesprochene  Üebergabe  im  Namen 
der  Stadt  und  im  ausdrück&chen  Auftrage  des  Rathes  mit 
herzlichem  Danke  hiermit  an." 

Dem  Denkmal-Enthtdlungsact  folgte  um  12  Uhr  im  Saale 
des  Neuen  Gewandhauses,  vor  dessen  Hauptpforte  die  Statue 

?ostirtist,  einFestconcert,  dessen  Programm  aus  dem  114. 
'salm,  dem  Violinconcert  und  der  Symphoniecantate  „Lob- 
gesang**  von  Mendelssohn  bestand.  Die  Wahl  des  Hm.  Prof. 
^r.  Joachim  aus  Berlin  war  nur  durch  Pietätsrücksichten 
erklärlich,  denn  noth wendig  erschien  das  Engagement  eines 
auswärtigen  Violinisten  für  diese  Localfeier  umsoweniger,  als 
wir  in  den  HH.  Hilf  und  Prill  zwei  Künstler  besitzen,  die  der 
Ausführung  des  Mendelssohn'schen  Violinconcertes  in  jeder 
Beziehung  gewachsen  sind.  Es  konnte  also  nur  der  Umstand 
für  Hm.  Joachim  gesprochen  haben,  dass  sein  Vortrsigdieses 
—  1846  von  David  hier  als  Novität  vorgeführten  —  Werkes 
für  den  weitaus  grössten  Theil  der  zeitgenössischen  Violin- 
spieler typisch  wurde  und  blieb,  und  dass  sich  das  Leipziger 
Publicum  ungezählte  Male  an  demselben  erfreuen  durfte. 
Wenn  der  Genuss  an  dem  Solospiel  des  Hm.  Joachim  in  Be- 
zug auf  das  Materielle  überhaupt  seit  Längerem  ein  sehr  be- 
dingter ist,  so  war  er  dies  auch  bei  Gelegenheit  dieser  Fest- 
feier.  Die  wohl  am  schmerzlichsten  von  dem  alternden  Meister 
selbst  empfundene  Unsicherheit  in  der  Intonation  und  der 
Bogen^hrung  wirkte  nicht  blos  auf  die  Ton^ebung,  sondern 
auä  auf  den  seelischen  Ausdruck  schädi^ena  und  hemmend 
ein,  was  namentlich  Diejenigen,  die,  wie  wir,  in  Joachim 
lange  Jahre  hindurch  das  leuchtende  Ideal  eines  deutschen 
Geigers  verehrten,  trotz  der  dem  Künstler  auch  dieses  Mal 
dargebrachten  begeisterten  Ovationen  aufs  Schmerzlichste  be- 
rühren musste.  von  den  Solisten  im  „Lobgesang**  waren 
Frau  Baumann  und  Frl.  Münch  von  uns  schon  oft  nach 
Verdienst  gewürdigte  künstlerische  Kräfte,  deren  Mitwirkung 
dem  Werke  nur  zum  Schmuck  diente,  während  der  Tenor- 
solist Hr.  Anthes  aus  Dresden  in  unserer  Stadt  debutirte. 
Derselbe  besitzt  ein  warm  timbrirtes  und  vorzüglich  gebil- 
detes Organ  und  gewann  sich  mit  seinem  vortrenlichen  Vor- 
trag schnell  die  l^nnpathien  der  Zuhörer.  Der  Grewandhaus- 
chor  und  das  Gewanahausorchester  behaupteten  sich  unter 
Hrn.  Prof.  Dr.  Reinecke 's  liebevoller  und  jugendlich  elasti- 
scher Direction  mit  schönen  Ehren.  Dem  Concert  wohnte, 
wie  der  Enthüllungsfeier,  eine  Anzahl  von  Mitgliedern  der 
Mendelssohn'schen  Familie  bei. 

Leipzig.  Frau  Unger-Haupt,  die  so  erfolgreich  thä- 
tige  einheimische  Gesanglehrerin ,  führte  am  26.  Mai  einem 
eingeladenen  grösseren  Publicum  und  der  Presse  eine  Anzahl 
ihrer  Schülerinnen  vor.  Es  wollte  uns  scheinen,  als  ob  das 
Gesammtresultat  der  dargebotenen  Prüfungsleistungen  noch 
in  keinem  Schuljahre  der  trefflichen  G^sangspädagogin  — 
1890/91  nehmen  wir  von  dieser  Bemerkung  aus,  da  wir  1891  die 
betr.  Aufführung  nicht  besuchen  konnten  —  so  prächtig  ge- 
wesen sei,  als  heuer,  indem  kein  einziger  Vortrag  mit  unter- 
lief, den  man  für  absolut  unzulänglich  hätte  bezeichnen  müssen. 
Was  allen  Darbietungen,  auch  diesmal  wieder,  gemeinsam 
zum  Lobe  gereichte,  war  die  gewissenhafte  Wahrung  einer 
deutlichen  Textaussprache  und  die  Ungeziertheit  im  Ausdruck. 
Ausserdem  wollte  es  uns  bedünken,  als  wären  die  diesjährigen 
Leistungen  ganz  besonders  erfreulich  auch  in  Betreff  aes  Ton- 
ansatzes gewesen,  der  nur  ganz  selten  etwas  guttural  erklang« 
Von  den  in  Frage  kommenden  Schülerinnen  war  uns  vorher 
— 1890  —  nur  Frl.  Susanne  Stade  von  hier  be^gnet,  deren 
musikalische  Empfindung  sich  seit  damals  verfeinert  und  ver- 
tieft hat,  während  von  der  früheren  verschleierten  Färbung 

*)  Neues  Gewandhaus  und  k.  Conservatorium  der  Musik. 


288 


des  Organs  nur  noch  wenig  zu  bemerken  wkr,  sodass  sowohl 
ihre  Führung  der  ersten  Stimme  in  Bheinberger's  Hymne  für 
vier  Frauenstimmen,  als  auch  der  Vortrag  von  Sololiedem 
von  Ad.  Jensen,  Scnubert  und  Franz  erfreulichster  Natur 
waren.  Mit  besonderer  Auszeichnung  ist  Frl.  Anna  ßöttcher 
von  hier  zu  nennen,  die  mit  trefifhch  disciplinirter  und  in 
aUen  Laeen  klangsatter  Stinmie,  temnerament-  und  stimmungs- 
voll Lieder  vonSitt,  Liszt  und  Menaelssohn  sang.  Anzureihen 
ist  ihr  Frl.  Allie  Camper  aus  Chicago,  die  in  Liedern  von 
Wintzer  und  Schumann  schöne  seelische  Belebung  der  Canti- 
lene  bekundete,  in  d* Albert's  «Das  Mädchen  und  der  Schmetter- 
ling"  natürliche  Grazie  und  leine  Schelmerei  entwickelte  und 
in  der  bekannten  Coloraturarie  aus  Rossini's  „Semiramis** 
durch  sichere  Volubilität  der  Stinmie  excellirte.  In  letzterer 
Eigenschaft  bewährten  sich  —  in  aufisteigender  Güte  —  auch 
die  Frls.  Eugenie  Böttcher  von  hier  (Arie  aus  Händers  „Jo- 
sua"),  Marie  Laube  von  hier  (Arie  von  Lotti),  Julie  Span- 
genberg  aus  Altenburg  (Arie. aus  Nicolai's  „Die  lustigen 
Weiber  von  Windsor"),  Margarethe  Böhme  von  hier  (Pagen- 
arie aus  Me^erbeer's  „Hugenotten**)  und  Else  von  Prosky  aus 
Dessau  (Ane  aus  Maillart's  „Das  Glöckchen  des  Eremiten"), 
von  denen  namentlich  die  Letztere  auch  prächtiges  Vortrags- 
talent  documentirte.  Als  Liedersängerinnen  haben  wir  noch 
aufzufuhren  die  Frls.  Else  Müller  von  hier  (ergibige),  aber 
noch  der  rechten  Ausgleichung  ermangelnde  stimmliche  Mittel 
und  Litelligenz  und  Wärme  m  der  Auffassung),  Irma  Bet- 
tega  aus  Torgau  (wohlgepflegtes  Talent  nach  Seiten  des  Ma- 
terials, wie  des  Ausdrucks)  und  Liddy  Blauhuth  von  hier 
(sorfi^tiger  und  correcter,  aber  etwas  kühler  Vortrag).  Vor- 
zügnch  in  Intonation,  Belebtheit  des  Ausdrucks  und  der  Con- 
gruenz  der  Stimmen  gestaltete  sich  die  schon  erwähnte  Hymne 
von  Bheinberger,  an  deren  Ausführung  sich  ausser  Frl.  Stade 
noch  die  Damen  Anna  Böttcher,  Bettega  und  Gertrud  Neu- 
h&usser  von  hier  betheiligten,  und  ausgezeichnet  im  Klang, 
in  der  Beinheit  und  der  dynamischen  Ausarbeitung  gelangen 
auch  die  Anfang  und  Ende  des  Programms  bildenden  Frauen- 
chöre von  Lachner  („Abendandacht**  mit  Altsolo  [FrL  Neu- 
häusser]  und  „Libellentanz**)  und  Heymann-Rheineck  („Was 
streift  vorbei**),  die  unter  der  schwungkräfkigen  Direction  der 
Frau  Ünger-Haupt  einige  30  Elevinnen  derselben  zur  Wieder- 
gabe brachten.  Die  Ckivierbegleitung  wurde  wie  immer  in 
diesen  Prüfungen  auch  difi3mal  in  aufmerksamster  und  sinn- 
gemässester  Art  von  Hrn.  Dr.  F.  Stade  ausgeführt. 

Hamburg»  1.  Mai.  Gelegentlich  unserer  jüngsten  Bericht- 
erstattung sprachen  wir  von  zwei  neuen,  während  der  letzten 
beiden  ]i£>nate  gekommenen  und  wieder  gegangenen  Opern; 
es  sind  deren  unterdessen  drei  geworden,  nach  welchen  Nie- 
mand mehr  fragt:  „Lorle**  von  Alban  Förster,  „Der  Traum** 
von  Alfred  Bruneau  und  „Isora  von  Provence**  von  Luigi 
Mancinelli.  Davon  hatte  das  an  zweiter  Stelle  genannte  Werk 
den  wenigsten  Erfolg,  und  nach  zweimaliger  Aufführung  ist 
es  spurlos  verschwunden.  Schwerlich  kann  man  sich  aber 
auch  Uninteressanteres  und  Langweiligeres  vorstellen,  als  das 
„Der  Traum**-Teztbuch  und  Hässlicheres,  wie  die  Musik  dazu. 
Im  Boman  von  Zola,  welchem  der  Opemtext  ziemlich  genau 
und  Schritt  vor  Schritt  folgt,  kann  sich  die  Sache  wohl  noch 
machen,  da  wirkt  die  unausgesetzte  Phantasterei,  dieses 
Einerlei  in  der  Stimmung  und  dieses  krankhaft-überspannte 
Leben  und  Treiben  bei  Weitem  nicht  so  ermüdend,  wie  auf 
der  Bühne,  von  wo  aus  die  schwüle,  dicke  Athmosphäre,  die 
fortwährend  über  der  Scene  ausgebreitet  ist,  sich  abspannend 
auf  die  Sinne  des  Beobachters  legt.  Und  dazu  die  klang-  und 
sanglose,  unmelodische,  durch  ihre  harmonische  TJnschönheit 
das  Ohr  geradezu  beleidigende  Musik,  —  wir  haben  Frl.  Bet- 
taque,  Frau  Heink,  die  HH.  Cronberger,  Greve  und 
Wienand  bewundert  und  zugleich  beklagt:  bewundert,  dass 
sie  diese  Tonwüsteneien  ihrem  Gedächtniss  einzuprägen  ver- 
mocht, und  beklagt,  dass  sie  einmal  wieder  völlig  nutzlos  Zeit 
und  Arbeitskraft  aufgewendet  hatten.  Wenn  dieses  Stück 
sogleich  auf  Widerstand  stiess,  so  wurde  dagegen  „Lorle**  bei 
der  Erstaufführung  nicht  ohne  zustimmenden,  freundlichen 
Beifsdl  angehört,  und  der  anwesende  Componist  konnte  am 
Ende  der  Vorstellung  auf  dem  Podium  erscheinen,  um  dem 
Publicum  eine  dankende  Vemeigung  für  die  wohlwollende 
Aufnahme  seines  Werkes  zu  machen.  Andauerndes  Interesse 
hat  die  Oper  aber  weder  textlich,  noch  musikalisch  erregt. 
Das  Buch,  nach  Berthold  Auerbach  gemacht,  ist  ein  bunt  zu- 
sammen gewürfeltes  Gemisch  von  allerlei  Begebenheiten  und 
Vorkommnissen,  aus  welchen  man  manchmal  nicht  recht  klug 
wird,  und  Förster's  tonsetzerische  Arbeit  ist  von  einer  gewissen 


klanglichen  Nettigkeit  und  Annehmlichkeit,  aber  ohne  irgend« 
welche  Eigenart  und  weitere  gedankliche  Bedeutung.  Auch 
hier  hatten  die  fleissigen  Bemühungen  der  darstellenden 
Künstler  (Frl.  Bettaque,  Frl.  Polna,  Frau  Heink  und  die 
HH.  Lissmann,  Cronberger  und  Weidmann)  keinen  er- 
heblichen Nutzen.  In  Betreff  des  Erscheinens  und  Wieder- 
verschwindens  der  dritten  Neuigkeit,  von  „Isora  von  Pro- 
vence**, lagen  die  Verhältnisse  ähnlich  wie  bei  „Lorle**.  Die 
wohllautende,  vortrefflich  instrumentirte  und  recht  melodien- 
reiche Musik  Mancinelli's,  der  in  seiner  Oper  den  Spuren  des 
späteren  Verdi,  von  Carl  Goldmark  und  besonders  Richard 
Wagner  folgt,  und  die  auf  historischem  Boden  stehende  und 
nicht  uneben  dargestellte  Handlung  hatten  bei  der  Premiöre 
ziemlich  lebhaften  Applaus,  aber  bei  der  zweiten  Vorstellung 
war  das  Haus  bereits  leer,  und  die  dritte  fand  nur  noch  eben 
statt.  Das  ist  die  Geschichte  der  letzten  drei  neuen  Opern 
und  ihres  Schicksals  in  Hamburg,  —  sie  stimmt  nicht  gerade 
fröhlich.  Louis  Bödecker. 


.  Stuttgart.  Sonntag  den  8.  Mai  hat  Abul  Hassan  Ali 
Ebe  Bekar  in  der  schwäbischen  Residenz  seinen  siegreichen 
Einzug  gehalten.  Gross  war  die  Zahl  der  Hörer,  die  herbei- 
geströmt waren,  um  seinen  Weisen  zu  lauschen,  und  während 
Nureddin  den  unvergleichlichen  Hauptkünstler  verwünschte 
und  endlich  seinem  Gefühl  in  den  unzweideutigen  Worten: 
„Werft  ihn  hinaus!**  Ausdruck  verlieh,  hat  gewiss  Keiner  der 
gespannt  Lauschenden  im  Hause  ein  Gleiches  gewünscht. 
Am  Schlüsse  der  Oper  erschien  bei  dem  vollem  Erfolge,  der 
ihr  zur  Theil  ward,  die  eindringliche  dreifache  Mahnung  des 
Orchesters:  „Vergiss  den  Barbier  nicht!**  zum  mindesten  über- 
flüssig. Wie  über  manchen  Vorstellungen  ein  unerklärliches 
Missgeschick  waltet,  so  schwebt  wieder  über  anderen  unver- 
kennbar ein  guter  Stern,  unter  dessen  Strahlen  Alles  voll  und 
ganz  gelingt.  Die  hiesige  Erstauffiihrung  von  Peter  Cor- 
nelius' Oper  „Der  Barbier  von  Bagdad**  fand  unter  einem 
solchen  Glücksstern  statt,  wie  schon  die  vorzügliche  aus  Einem 
Gusse  gearbeitete  Wiedergabe  der  glanzvollen  Ouvertüre  be- 
kundete, welche  den  lebhaftesten  Beifall  fand.  Die  so  erzeugte 
animirte  Stimmung  hielt  während  des  ganzen  ersten  Aufzugs 
an ;  die  Physiognomie  des  Publicums  spiegelte  die  behaglichste 
Heiterkeit,  wieder,  imd  wenn  der  BeifiEill  beim  Niedergang:  dea 
Vorhanges  nicht  frenetischer  losbrach,  so  ist  dies  wohl  auf 
die  Reonnung  des  nicht  gerade  wirksamen  Actschlusses  zu 
setzen.  Die  unvergleichlicnen  Schönheiten  des  zweiten  Auf- 
zuges belebten  indessen  die  Stimmung  des  Hauses  aufis  Neue, 
sie  wuchs  immer  stärker  an,  Hand  in  Hand  mit  dem  sich 
steigernden  Tumult  auf  der  Bühne,  und  als  über  dem  herr- 
lichen Salamaleikum  des  Barbiers  und  der  Versammelten  der 
Vorhang^  das  zweite  Mal  sank,  äusserte  sich  der  einmüthieste 
Beifall  in  derartigem  Maasse,  dass  die  Mitwirkenden  aem 
Hervorruf  vier  Mal  Folge  leisten  mussten.  Es  war  ein  völliger 
Sieg  auf  allen  Linien  zu  verzeichnen. — Es  ist  mir  nicht  möglich, 
jeder  Leistung  im  Einzelnen  zu  gedenken,  da  —  abgesehen 
vielleicht  von  dem  unfreiwilligen  Heiterkeitserfolge,  den  die 
im  Drange  der  Mitwirkung  statt  durch  einen  leisen  durch 
einen  geradezu  vernichtend  heftigen  Schlag  auf  die  grosse 
Trommel  illustrirte  Dickbäuchigkeit  des  Bakbarah  errang  — 
kaum  Etwas  zu  nennen  wäre,  das  man  anders  oder  besser  hätte 
wünschen  mögen.  lieber  alles  Lob  erhaben  war  die  feine 
Wiedergabe  Abul  Hassan's  durch  Hm.  Hromada;  Hr.  Elm- 
horst  und  Frl.  Broch  zeichneten  das  Liebespaar  mit  voll- 
endeter Anmuth  und  Liebenswürdigkeit,  auf  das  Glücklichste 
secundirt  durch  Hrn.  Bergen  und  Frl.  Klein,  welche  die 
Parallele  des  Cadi  und  der  Bostana  mit  urwüchsigstem  Hn- 
mor  durchführten;  ein  wahrer  „deus  ex  machina**  stand  am 
Schlüsse  Hr.  Wagner  als  Calif  inmitten  der  bewegten  Menge. 
Die  höchste  Anerkennung  verdienten  der  Chor,  der  die  schwie- 
rigsten Ensemblesätze  mit  spielender  Leichtigkeit  wiedergab, 
sowie  das  Orchester,  das  im  heftigsten  Feuer  mit  völligster 
Sicherheit  und  Ruhe  Stand  hielt  und  sich  in  glänzender  Fülle 
des  IQanges  selbst  übertraf  Der  allerwärmste  Dank  für  die 
Wiedergabe  des  herrlichen  Werkes  aber  ^bührt  Hm.  Hof- 
capellmeister  Zumpe,  für  dessen  ohnegleiche  Leistung  das 
höchste  Attribut  unseres  Sprachschatzes  zu  gering  wäre.  Er  hat 
an  diesem  Abend  mit  vollster  Hingabe  seines  reichen  Könnens 
unserem  Repertoire  in  P.  Cornelius'  Meisteroper  dauernd  das 
Werk  einverleibt,  welches  als  heller  Morgenstern  am  Himmel 
der  Kunst  bereits  lange  erstrahlte,  ehe  an  demselben  die 
Sonne  in  Richard  Wagner 's  „Meistersingern**  aufging.  Mit 
Fug  und  Recht  darf  idi  zum  Schlüsse  Peter  Cornelius'  sieg- 


289 


'eicbem  Einzug  in  Stuttgart  die  auf  den  Dichter  und  sein 
Werk  gleich  bezügliclien  Worte  nachrufen: 

Heil  diesem  Hause,  denn  du  tratst  ein, 

Salamaleikum! 
Leb  in  dein  tausendst-es  Jahr  hinein, 
Salamaleikum! 

Dr.  H.  Behn. 

Concertumschau. 

Amsterdam.  Abonn.-Concerte  im  Neuen  Concerthaus 
(Kea)  am  6.  u.  12.  Mai:  1.  u.  9.  Symph.  (Letztere  ohne  Schluss- 
satz) V.  Beethoven,  „L'Arlösienne**  v.  Bizet,  symph.  Dicht. 
„Macbeth"  y.  B.  Strauss,  „Träumerei*'  a.  der  Waldsymph. 
Y.  Baff,  symph.  Einleit.  zu  „Sigurd  Slembe**  v.  Svendsen, 
Ouvertüren  v.  Lalo  („Le  Boi  dTTs"),  Mendelssohn  u.  Gui- 
raud  („Piccolino"),   3.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volkmann 

Sioloncellsolo:  Hr.  Mossel).  —  Klassiek-Ooncerts  des  Palais- 
k.(Hol)  am  6.  u.  12.  Mai:  Symphonien  v.  A.  Averkamp  u. 
Schubert-  (HmoU),  Ouvertüren  v.  Weber  u.  Wagner  („Tann- 
häuser**),  Bhaps.  f.  Orch.  v.  Lalo,  Concertstück  „Auiersteh- 
ung"  f.  Orch.  v.  B.  Hol,  „Herzwunden"  und  „Frühling«  f. 
Streichorch.  v.  Grieg,  Sept.  Op.  20  v.  Beethoven  (HH.  Gra- 
mer. Hofmeester,  Bosmans,  Mönch,  Endlich,  Koch  und  Gail- 
lard),  Gonc.  f.  Viol.  u.  Violonc.  v.  Brahms  (HH.  Gramer  u. 
Bosmans),  Lento  a.  dem  Gonc.  f.  zwei  Violinen  v.  S.  Bach 
(HH.  Gramer  u.  v.  Adelberg),  Solovorträge  des  Hm.  Bosmans 
(Beigen  v.  Popper  etc.). 

Bamberg.  108.  Musikabend  des  Musikal.  Ver.:  „Früh- 
lingsbotschan'' f.  Chor  u.  Orch.  v.  Gade,  Ddur-Glav.-Violon- 
celison.  V.  Mendelssohn,  Violinson.  eines  unbekannten  Autors, 
„Meditation^  f.  Glav.  u.  Hörn  v.  Bach-Gounod,  drei  vierstim- 
mige Ghoralgesänge  v.  S.  Bach,  Arie  „Es  ist  genug''  v.  Men- 
delssohn. 

Chemnitz.  3.  KammermusikauffÜhr.  des  Hrn.  Pohle: 
Streichoctett  v.  Svendsen,  Ddur-Streichquartett  v.  Haydn, 
Cmoll-Glavierphant.  v.  Mozart.  (Ausführende:  HH.  Mayer- 
hoff [Glav.],  Dchiemann,  Weimershaus,  Göllnitz,  Eloss,  Dörr, 
Uhlig,  Mann  u.  Glaser  [Streicher].)  —  Gr.  geistl.  Musikauf- 
führ.  in  der  St.  Jacobikirche  am  1.  Mai  unt.  Leit.  des  Hm. 
Pohle,  ausgeführt  v.  Frl.  Bockatroh  (G^.),  den  HH.  Fischer 
a.  Dresden  (Org.),  Schiemann  (Viol.)  u.  Mann  (Violonc),  dem 
Musikver.,  der  „^ufonia**,  dem  Lehrer-Gesangverein  und  der 
städt.  Cap.:  Symph.  Tonstück  „Ln  Dom**  f.  Org.  u.  Orch.  v. 
G.  A.  Fischer,  „Jubilate,  Amen**  f.  Sopransolo,  gem.  Ghor 
u.  Orch.  V.  Bruch,  „Hallelujah**  v.  Händel,  „Dankgebet**  f. 
Männerchor,  Org.  u.  Orch.  bearbeit.  v.  Kremser,  Morgenlied 
f.  Männerchor  v.  Bietz,  SoU  f.  Ges.,  f.  Viol.  v.  S.  Bach  und 
Bies  (Aria)  u.  f.  Violonc.  v.  Bargiel  (Adagio). 

Delitzsch.  Gonc.  in  der  Stad&irche  am  22.  Mai :  Thema 
u.  Variat.  a.  der  Suite  f.  Clav.,  Viol.  u.  Violonc.  v.  Bhein- 
b erger,  Soli  f.  Ges.  v.  Baff  („Sei  still**)  u.  A.,  f.  Orgel  von 
Wagner  (zweiGhöre  a.  den  „Meistersingern**),  Liszt(Phant. 
u.  Fuge  über  BAGH)  u.  Nicolai-Liszt  (Ouvert.  über  „Ein 
feste  Surg**),  f.  Viol.  v.  Händel  (Son.)  u.  f.  Violonc.  v.  J.  S. 
Bach  (Air).  (Ausführende:  Frau  v.  Knappstaedt  [Ges.]  und 
HH.  Homeyer  [Org.],  Sitt  [Viol.]  u.  Zlengel  [Violoncell]  aus 
Leipzig.) 

Dortmund.  Gonc.  der  Liedertafel  (Armbrecht)  unt.  solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  Krötma  a.  Elberfeld  (Ges.)  u.  Schwartz  a. 
Cöbi  (Viol.)  am  26.  April:  „Anakreon** -Ouvert.  v.  Gherubini, 
„Das  Thal  des  Espingo**  f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Bhein- 
berger,  „Sturmesmythe**  f.  do.  v.  F.  Lachner,  Lieder  für 
Sopransolo  u.  Männerchor  v.  Beinthaler  (-Glockenthürmers 
■Töchterlein**),  Mozart  (Wiegenlied)  u.  F.  Hiller  („Die  Ler- 
chen**). Männerchöre  v.  J.  Otto  („Kreislauf*),  Pfeil  („Still 
ruht  der  See**)  u.  Attenhofer  („Mein  Schätzelein**),  Soli  für 
Ges.  V.  Lassen  („Allerseelen**),  Schlottmann(„Bohtraut**), 
Mascagni  („Entsagung**),  L.  Hartmann  („Lockende  Töne**), 
Schumann  u.  W.  &rger  (KinderUed)  u.  f.  Viol.  v.  Spohr  u. 
Wieniawski  („Legende**  u.  Polon.). 

FreibuFg  i.  B.  Goncert  des  Männef-Gesangver.  (Adam) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Olivia  u.  Lina  Diebold  (G^es.  u. 
Glav.)  u.  des  Hm.  Bemmele  (Ges.)  am  16.  Mai:  Männerchöre 
m.  Begleit,  v.  vier  Hörnern  v.  Schumann  (Waldlied  a.  „Der 
Böse  Pilgerfahrt**),  Goldmark  („Frühlingsnetz**)  u.  Schubert 
(„Nachtgesanfi;  im  Walde**)  u.  a  cap.  v.  Storch  („Nachtzau- 
ber**),  Attennofer  („Morgenandacht**)  u.  Kremser  (altnieder- 
länd.  Volkslied),  Soli  f.  Ges.  v.  Brahms  („Meine  Liebe  ist 
grün**),  Lassen  („Allerseelen**),  H.  Levi  („Der  letzte  Gruss**) 
tu  A.  u.  f.  Clav  V.  W.Speidel  (Saltarello),  Wagner-Liszt 


(Spinnerlied)  u.  A.  (Der  Verein,  der  zum  ersten  Mal  unter 
seinem  neuen  Dirigenten  sang,  verfüg,  wie  ein  dortiges  Blatt 
meldet,  „über  ein  gutes  Stimmmatenal  und  trug  seine  Chöre 
it  Präcision  und  feiner  dynamischer  Nuancirung  vor**.) 
Genf.  Conc.  des  Hm.  IJ.  Jaques-Dalcroze  mit  eigenen 
Werken  unt.  Mitwirk,  eines  Theiles  des  Gonservatoriumschors 
unt.  Leit.  des  Hm.  Ketten,  der  Frau  Ketten  (CJes.),  des  Frl. 
Philippen  (Ges.)  u.  der  HH.  Zbinden  (Ges.),  Charbonnet  (CJes.), 
Bey  (Viol.),  A.  Behberg  (Violonc.)  u.  Th.  Ysaye  (Clav.): 
Chorlieder  „Chanson  des  trois  fendeux**,  „Le  Goucou**,  „La  pe- 


etc.,  Bondo  scherzando  f.  Viol.,  Suite  f.  Violoncell  zwei  Bal- 
letairs  f.  Clav,  zu  vier  Händen  u.  Noct.  f.  Clav,  allein.  (Jxl 
den  uns  vorliegenden  Berichten  werden  die  Frische  der  Ideen, 
sowie  die  wahre  Empfindung  und  die  Grazie  in  den  Compo« 
sitionen  des  neu  ernannten  Professors  der  Harmonie  am  d!or- 
tigen  Conservatorium  gerühmt  und  die  Ausführenden  mit 
hohem  Lob  bedacht.) 

Halberstadt.  6.  Stöbe'schee  Abonn.-Conc.:  „Les  Pr61u- 
des**  u.  2.  Ungar.  Bhai^.  v.  Liszt,  „Meistersinger** -Vorspiel, 
„Tannhäuser** -Ouvert.,  Ejiiser-Marsch,  „Charfreitagszauber**  a. 
„Parsifal**  u.  Einleit.  u.  Brautlied  a.  „Lohengrin**  v.  Wagner. 
(Ein  derart  modernes  Programm  dürfte  in  mdberstadt  zu  den 
grössten  Seltenheiten  gehören.    Vivat  sequens!) 

Leipzig.  Festconc.  im  Neuen  Gewandhaus  zur  Enthül- 
lung des  Mendelssohn-Denkmals  am  26.  Mai  unt.  Leit.  des  Hm. 
Prof.  Dr.  Beinecke  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau  Baumann,  des 
Frl.  Münch,  Beide  v.  hier,  u.  des  Hm.  Anthes  a.  Dresden  (Ges.), 
sowie  des  Hm.  Prof.  Dr.  Joachim  a.  Berlin  (Viol.):  Psalm 
114,  Violinconc.  u.  „Lobgesang**  v.  Mendelssohn. —  Gonc.  des 
Kirchenchors  zu  St.  Johannis  (Böthig)  unter  solist.  MitvTirk. 
des  Frl.  v.  Broke,  der  Frau  Böthig  u.  des  Hrn.  Waldvogel 
(G^s.),  sowie  des  Hrn.  Pfannstiehl  (Org.)  am  29.  Mai:  Chöre 
V.  B.  Ducis,  Eccard,  S.  Bach ,  J.  B.  K(1nig,  F.  Mergner,  A.  F. 
Anacker  u.  A.,  Orgelsoli  v.  J.  Baptista,  S.  Bach  u.W.  Bust 
(Choralvorspiel  „Wer  nur  den  lieben  Gott  lässt  walten**).  — 
Abendunterhaltungen  im  k.  Conservat.  der  Musik:  13.  Mai. 
Drei  Nummern  a.  der  Clav.- Violinsuite  v.  Goldmark«  Frl. 
Peters  a.  Hamburg  u.  Hr.  Zimmermann  a.  Groningen,  Fest- 
hymne f.  Org.  V.  C.  Piutti  -«  Hr.  Gerhardt  a.  Leipzig,  So- 
natensätze V.  F.  Schubert  (Allegro  mod.  a.  Op.  42),  Beethoven 
(AUegretto  a.  Op.  101)  u.  Weber  (Allegretto  appass.  a.  Op.  24), 
f.  Streichquart.  Übertr.  v.  F.  Hermann  =  HH.  Zimmermann, 
Schochardt  a.  Merseburg,  Schäfer  a.  Wiesbaden  u.  Hanmiig 
a.  Leipzig,  Adagio  f.  Pos.  v.  J.  Kühn  =Hr.  Truhnsa.  Leip- 
zig, Cmv.-Violinson.  Op.  12,  No.  1,  v.  Beethoven  =  Frl.  Holm- 
den  a.  Birmingham  u.  Hr.  Zimmermann,  Adagio  u.  1.  Satza. 
dem  Schwed.  Conc.  f.  Fl.  v.  W.  Popp  =  Hr.  Drescher  aus 
Leipzig-Gohlis,  82  Ciaviervariationen  v.  Beethoven  =  Hr. 
Eckert  a.  Leipzig.  20.  Mai.  Prael.  u.  Fuge  in  Gdur  f.  Org. 
von  S.  Bach  =  Hr.  Beyer  a.  Bastenburg  i.  Ostpr.,  Gdur- 
Streichtrio  v.  Beethoven  =  HH.  Korb  a.  Platten,  Sattler  a. 
Bockwa  i.  S.  u.  Bramsen  a.  Copenhafi;en,  CmoU-Clavierconc. 
V.  Beethoven  =  Frl.  Lohr  a.  ü-rossahnelroda,  Sopranlieder  v. 
Moniuszko,  Pergolese  u.  Schubert  =  Frl.  Haage  a.  St.  Peters- 
burg, Cdur-Clavierconc.  v.  Mozart  =  Frl.  Schaube  a.  Leipzig. 

MQhlhausen  i.  Th.  2.  Gonc.  des  Musikver.  (Möller)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  HH.  Büttner  u.  Bürger  a.  Gotha:  Gon- 
certouvert.  v.  J.  Möller,  Intermezzo  a.  „Uavalleria  rusticana** 
V.  Mascagni,  „Die  erste  Walpurgisnacht**  v.  Mendelssohn, 
G^sangsoli  v.  Mozart,  H.  Hof  mann  („Heiige  Nacht**  aus 
„Aennchen  von  Tharau**),  Badecke  („Aus  der  Jugendzeit**), 
Meyer-Helmund  („Der  Schwur**),  A.  Kleffel  („Auf  der 
Wacht**)  u.  H.  Sommer  („Ganz  leise**).  —  „Bessource**-Con- 
certe  (Möller):  No.  4.  „Euryanthe** -Ouvert.  v.  Weber,  Inter- 
mezzo a.  „Cavalleria  rusticana**  v.  Mascagni,  Solovorträge 
des  Frl.  Leutheusser  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.,  „Botschaft**  v. 
Brahms,  „Neue  Liebe**  v.  Bubinstein  etc.)  und  des  Hm. 
Gregorowitsch  a.  Berlin  (Viol.,  2.  Gonc.  v.  Wieniawski,  Bar- 
carole V.  Ondriöek  u.  Zigeunerweisen  v.  Sarasate).  Wo. 5. 
„Goriolan** -Ouvert.  v.  Beethoven,  Intermezzo  f.  Orch.  v.  Bar- 
giel,  3.  Seren,  f.  Streichorch.  v.  Volkmann,  Duett  aus  dem 
„Fliegenden  Holländer**  v.  Wagner  (Frl.  Altona  u.  Hr.  Bütt- 
ner a.  Grotha),  Solovorträge  der  Grenannten  („Ich  liebe  dich** 
V.  Grieg,  „Die  Antwort**  v.  Böhm,  „Lockung**  und  „Grab- 
schrift **  V.  Sommer  etc.).  No.  6.  Gdur-Streichquartett  von 
Haydn,  Claviertrio  Op.  1,  No.  1,  v.  Beethoven,  Soli  f.  Viol.  v. 
Cui  (Berceuse)  u.  Sitt  (Polon.)  u.  f.  Violonc.  von  J.  Hub  er 
(Melodie)  u.  Schubert.    (Ausführende:    HH.  Möller  [Clavier], 


290 


Halir.  Freyberg,  Nagel  und  Grützmacher  ans  Weimar 
[Streicher].) 

Mttnehen.  2.  Volksthüml.  Gonc:  Amoll-Streichquart.  n. 
Esdur-GlaTiertrio  v.  Schubert,  Olav.-Violinßon.  Op.  24  ▼.  Beet- 
hoyeu.  (Ausführende:  HH.  Schönherr.  Haindl,  Schmid,  Feller 
u.  A.  m.)  —  Oonc.  der  Musikal.  Akad.  (Fischer)  am  10.  April 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Wekerlin,  des  Frl.  Blank  und 
der  HH.  Voel  u.  Bruks:  9.  Symph.  v.  Beethoven,  Caecilien- 
Ode  ▼.  EQlndel.  —  Gonc.  des  Porges'schen  Chorver.  (Porges) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Dressler  u.  des  Hm.  Gura  (Ges.), 
sowie  des  Hm.  Prof.  Giehrl  (CIbly,)  am  13.  April:  Chöre  von 
J.  Ch.  Bach  (^Ich  lasse  dich  nicht**)  u.  P.  Cornelius  („Lie- 
be, dir  ergeb  ich  mich^  „Ich  will  dich  lieben,  meine  Erone" 
u.  „Thron  der  Liebe*),  Vocalduette  „Scheiden**,  -Liebesprobe** 
u.  „Der  beste  Liebesbrief**  v.  P.  Cornelius,  Soli  f.  Ges.  v. 
J.  E niese  (vier  Wanderlieder),  Eich.  Wagner  („Schlaf,  hol- 
des Kind**  und  „Die  Erwartung**),  P.  Cornelius  („Auf  ein 
schlummerndes  Kind**  u.  „Aufmg**)  u.  F.  Liszt  (»Die  Yäter- 
gruft**  u.  Jüol  Liebeslust**)  u.  f.  Öav.  v.  Liszt  fPetrarca-So- 
nett  in  EoLur)  u.  A.  —  Concertedes  Orch.-Ver.:  No.  4.  Adur- 
Clavierquint.  v.  Saint-Saöns  (Frl.  Schjelderup  u.  HH.  Dr. 
Schulze,  Jodl,  L.  u.  H.  Schönchen),  GmoU-Clav.-Violinson.  v. 
Grieg  TFrl.  Schjelderup  u.  Hr.  Dr.  Schulzeh  Solovortr&ge  des 
Frl.  ■Vollmar  (Ges..  Wi^nlied  v.  Tschaikowsky  etc.)  und 
des  Hm.  Kubierscnky  ( viol.,  Cdur-Conc.  v.  Tartini^chwartz). 
No.  5.  Svmphonien  v.  Dittersdorf  („Die  vier  Weltzeitalter**) 
u.  H.  Ulrich  (HmoU),  Feetouvert.  v.  Yolkmann,  Vorspiel 
zu  „LeD61uge**  v.  Saint-Saöns  (Violinsolo:  Hr. Dr. Schuke), 
Einleit.  zu  einem  verloren  gegangenen  Concerto  a  4  voci  f. 
concertirende  Viol.  (Bearbeit.  v.  L.  Abel),  3  Trompeten,  Pauken, 
9  Oboen,  2  Violinen.  Viola  u.  Basso  continuo  v.  S.  Bach  (con- 
certirende Viol.:  Hr.  Dr.  Schulze). 

Nürnberg.  Geistl.  Conc.  des  Protestant.  Kirchenchors 
(Bayerlein)  am  15.  April:  Chöre  v.  fl.  Schütz  („Dank  sei  un- 
serm  Herrn**),  Lotti  („Oracifixus**),  J.  W.  Franck  („Jesus  neigt 
sein  Haupt**)  und  Rheinberger  (Osterhrmne) ,  Vocalterzett 
Josefs  Garten**  m.  Begleit,  v.  Org.,  Harftu.Homv.  Lassen 
(Frau  Campe  u.  HH.  Barth  u.  Wunderlich),  „Mache  mich  selig, 
o  Jesu**  f.  Sopransolo  (Frau  Campe)  u.  Frauenchor  m.  Begleit. 
V.  Org.  u.  Harfe  v.  A.  Becker,  Solo  vortrage  der  Frls.  Leger 
(Ges.,  „Meine  Seele  ist  stille  zu  Gott**  v.  K.  Bmmerich)  u. 
Brettinger  (Ges.,  „Des  lauten  Te^es  wirre  Klänge  schweigen** 
V.  P.  Cornelius)  u.  des  Hrn.  mlzel  (Orgel,  figur.  Choral  „O 
Haupt  voll  Blut  und  Wunden**  v.  S.  Bach).  —  Concert  des 
MÄnnergesangvereins  (Bayerlein)  am  2.  Mai:  „Abenceragen**- 
Ouvert.  V.  Cherubini,  „Das  Feuerkreuz**  f.  Soli,  Chor  u.  Orch. 
V.  Bruch  (Solisten:  Frau  Campe  u.  HH.  Bierling  u.  Büttner), 
„Vor  der  Klosterpforte**  f.  Soli,  Frauenchor  u.  Orch.  v.  Grieg 
(Solistinnen:  Frls.  Krämer  u.  Bierling),  „Die  Allmacht**  ftlr 
Tenorsolo  (Hr.  Barth),  Männerchor  u.  Orch.  v.  Schubert-Liszt, 
Solovorträflje  des  Hm.  Büttner  („Ich  denke  dein**  v.E.  Faltis 
u.  „Grabscnrift**  v.  Sommer). 

Oldenburg.  Conc.  des  St.  Lamberti-Kirchenchors  (Kuhl- 
mann) am  14.  April:  Orator.  „Die  Aufer  weckung  des  Lazarus** 
f.  Soli  u.  Chor  m.  Org.  v.  Löwe,  Chöre  v.  Decius,  J.  M.  Haydn 
u.  Mozart,  Quint.  f.  Sopran  u.  Männerchor  v.  Mendelssohn, 
Orgelsoli  v.  Händel  (Prael.  u,  Fuge  in  Fmoll)  u.  Ph.  Büfer 
(And.  a.  Op.  16).  —  Ausserordentl.  Conc.  des  Singyer.  (Manns) 
am  26.  April:  „Hymne  an  die  Musik**  f  Soli  u.  Chor  m.  Clav. 
V.  Grimm.  „Harald**  u.  „Der  Weidenbaum**  f.  gem.  Chor  m. 
Clav.  V.  Eheinberger,  „Der  Herbst**  u.  „Frühüng**  f  gem. 
Chor  m.  Blasinstrumenten  v.  F.  Manns,    Quartette  „Nacht- 

Sruss**u.  „Frühlingsglocken**  f.  Frauenstimmen  v.  A.Hollaen- 
er,  Solo  vortrage  einer  ungen.  Sängerin  („Lebe  wohl**  u.  „Die 
Lerchen**  v.  L.  Wallbach  etc.)  u.  der  HH.  Düsterbehn  (Viol., 
Bomanze  v.  F.  Bies  und  6.  Ungar.  Tanz  v.  Brahms-Joa- 
chim),  Kufferath  (Violonc,  Mel.  v.  Eubinstein  u.  Taran- 
telle  V.  Cossmann)  und  Günsel  (FL,  Murillo-Conc.  v.  Ter- 
schak). 

Paris.  Conc.  der  Frau  Jeanne  Meyer  (Viol.)  am  29. März: 
Clav.-Violinson.  v.  G.  Faurö  (Clav.:  der  Comp.),  Phantasie- 
tänze f.  Clav,  zu  vier  Händen,  Viol.  u.  Violonc.  v.  M.  J.  Erb, 
Solovorträge  der  Frauen  Boidin-Puisais  (Ges.,  „Vergebliches 
Ständchen**  v.  Brahms  etc.)  u.  Meyer  (Adagio  u.  Scherzando 
V.  Marsick,  Introd.  u.  Scherzo  v.  Lalo  etc.)  und  des  Hm. 
van  Goens  (Violonc,  E16gie  u.  Mazurka  eig.  Comp.). 

Posen.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Philharm.  (5rch.  (Hen- 
nig) am  26.  April:  Amoll-Symph.  von  Mendelssohn,  Trauer- 
marsch a.  der  3.  Symph.  u.  „Coriolan**-Ouvert.  v.  Beethoven, 
gLohengrin** -Vorspiel  v.  Wagner,  Gesang  vortrage  des  Hm. 
Klein  („Ich  liebe  dich**  v.  Müller-Hartung,    „Alt-Heidel- 


berg** V.  Ad.  Jensen  etc.).  (Die  Orchesternummem  habext 
nach  einem  uns  vorliegenden  Bericht  eine  ausgezeichnete 
Wiedergabe  erfiüiren,) 

R^ensburg.  Musikabend  des  Damengesangver.  (Heffiier) 
am  7.  Mai:  „Eübezahl**  f.  Solo,  Frauenchor  u.  Clav.  v.  A.  Hart- 
laub (Solisten:  Frl.  Stör,  Frauen  Pummerer  u.  Wallner,  FrL 
Wagner  a.  Cöln  u.  Hr.  Puttkammer),  Frühlingslied  f.  Frauen- 
chor m.  Clav.  V.  W.  Bargiel,  Solo  vortrage  des  Frl.  Wagner 
(„Jetzt  ist  er  hinaus**  v.  H.  Biedel,  Kinderlied  v.  W.  Ber- 
ger etc.). 

Rfldesbeim.  Conc.  des  Gesangver.  (v.  Beckerath)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe,  des^FrL 
Beck  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der  HH.  Doerter  a.  Mainz  n.  Müller 
a.  Frankfurt  a.  M.  am  18.  April:  Entr'acte  a.  „König  Man- 
fred** V.  Eeinecke,  Fragmente  a.  „Lohengrin**  v.  Wagner, 
„Spanisches  Liederspiel**,  No.  1—5,  u.  „Das  Paradies  und  die 
Peri**,  1.  u.  2.  Theil,  v.  Schumann,  Chor  „Seht,  er  kommt* 
V.  Händel,  GeeauKSoli  v.  Franz  („Im  Herbst**),  Brahms 
(JDes  Liebsten  Schwuri?),  Schumann  u.  Bruch  („Flucht**  a. 
„Heimathbüd**). 

Solingen.  Conc.  des  Lehrer-C^esauj^er.  (Ho£&nann)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frauen  Mensing-Odrich  u.  Wirth  a.  Aachen 
u.  des  Hrn.  Mors  a.  Dortmund  am  3.  Apnl:  Hmoll-Symph. 
V.  Schubert,  Concertouvert.  v.  Bietz,  „Coriolan**  f.  Männerchor, 
Soli  u.  Orch.  u.  Jägerchor  a.  „Der  Schmied  von  Ruhla**  von 
F.  Lux,  Gesangsoli  v.  R.  Wagner  („Dich,  theure  Halle**  a. 
„Tannhäuser**)  u.  Bruch  („Hellstrahlender  Tag**  a.  „Odys- 
seus**). 

Stuttgart.  Auffuhr.  desVer.  f.  class.  Kirchenmusik  (Zumpe) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Hiller,  der  Frau  Schuster  u.  aer 
HH.  Weiss  u.  Schütky  am  15.  April:  Fragmente  a.  der  Mat- 
thäus-Passion V.  S.  Bach  u.  .dem  „Messias^  von  Händel.  — 
9.  Abonn.-Conc.  (Zumpe)  m.  Mendelssohn's  „Paulus"  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Hiller  u.  v.  Lutterotti  u.  der  HH. 
Schütky.  Bos6e,  Wagner  u.  Bfidik.  — 10.  Abonn.-Conc.  (Zumpe) 
m.  Haydn's  -Schöpfung**  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Hiller 
u.  der  HH.  Wellig  a.  Düsseldorf,  Hromada  u.  Schütky. 

1^^  Veraltete  Programmej  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  nnd 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben  l 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Die  Kroll-Oper  bot  in  letzter  Zeit  Gelegenheit^ 
in  Frau  Moran-Olden  die  genialste  dramatische  und  in 
Frau  Sembrich  die  bedeutendste  Coloratursängerin  unserer 
Zeit  abwechselungsweise  bewundern  zu  können.  Der  Barito- 
nist Hr.  Schwarz  aus  Weimar,  der  ebenfalls  daselbst  gastirt, 
ist  ein  tüchtiger  Künstler.  Nach  dem  kritischen  Barometer 
des  „Kl.  J.**  könnte  man  ihn  für  einen  seltenen  Meister  seiner 
Kunst  halten,  denn  ähnlich,  wie  man  ihn  in  dem  gen.  Blatt 
herunterreisst^  werden  daselbst  gewöhnlich  nur  wirkliche  Ca- 
pcu^itäten  —  vide  Frau  Sembrich,  FrL  Spies  und  E.  d'Albert!  — 
Dehandelt  An  Stelle  des  Hrn.  Kammervirtuos  Gantenberg, 
welcher  zum  Herbst  in  den  Ruhestand  treten  will,  wird  Hr. 
Emil  Prill  aus  Hamburg  als  1.  Flötist  in  die  k.  Hofcapelle 
eintreten.  In  diesem  seinem  ehemaligen  Schüler  erblickt 
Meister  Gantenberg  selbst  einen  der  verantwortlichen  Stellung^ 
vollständig  gewachsenen  Amtsnachfolger.  —  Graz.  Ln  städti- 
schen Theater  hat  unlängst  Frau  Mater  na  aus  Wien  mit 
ungeheurem  Erfolg  ein  kurzes,  die  Partien  der  Selica,  des 
Fidelio  und  der  Ensabeth  umfassendes  Gtistspiel  absolvirt. — 
London.  Das  Pianoforte  Recital,  welches  am  26.  Mai  B[r. 
Alexander  Siloti  aus  Moskau  hier  veranstaltete,  vermittelte 
die  hocherfreuliche  Bekanntschaft  mit  einem  Künstler  ausser- 
gewöhnlicher  Art.  In  seinem  Spiel  vereinigt  sich  höchste 
Virtuosität  mit  vollendeter,  oft  ganz  zauberhafter  Tongebung^ 
und  warmfuhliger  Auffassung,  sein  Vortrag  regt  stets  xm^e- 
mein  poetisch  an  und  unterscheidet  sich  hierin  von  dem  Spiel 
der  Meisten  der  hier  auftretenden  Virtuosen .  Die  Aufnahme  des 
Künstlers  war  eine  wirklich  enthusiastische.  Das  Debüt  des 
Frl.  Calv6  im  Covent  Garden-Theater  als  Santvizza  war  för 
die  Künstlerin  ein  unmittelbarer  grosser  Erfolg  in  gesanglicher 
wie  schauspielerischer  Hinsicht.  Der  Ciavierknabe  MaxHam- 
bourg  zeichnete  sich  in  einem  seiner  Abschiedsconcerte  durch 
den  vorzüglich  gelungenen  Vortrag  von  Bach's  Chromatischer 
Phantasie  und  Fuge  aus,  während  er  Schumann's  ^[mpho- 
nische  Etüden  steflenweise  überhastete  und  in  der  Wirkung 
durch  unschönen  Anschlag  beeinträchtigte.  Hr.  Bonawitz 
gab  am  21.  Mai  ein  etwas  lang  gerathenes  historisches  Con- 
cert  mit  Cla vierwerken  älterer  und  neuerer  Meister  und  ent- 


391 


ledigte  sich  seiner  Aufgabe  mit  Geschick  und  Ausdauer.  — 
Wien«  Im  Ansstelluximheater  wird  vom  2.  bis  8.  Jimi  das 
Opempersonal  des  OEeonischen  Nationaliheaters  in  Opern  von 
Smetana,  Dvof&k,  Bendl  und  Sebor,  sowie  in  einem  Melo- 
drama von  Vrchlicsky-Fibich  gastiren. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  28.  Mai.  „Freut  euch,  ihr  Christen 
alle''  ▼.  Job.  Eccard.  „Aus  der  Tiefe  rufe  ich"  y.  W.  Bust 
Nüolaikirche:  29.  Mai.  „Wer  da  glaubet  und  getauft  wird**, 
Chor  der  gläubigen  Seelen  u.  Choral  a.  der  37.  Cantate  von 
S.  Bach. 

Vermisohte  IMiWieilungen  und  Nottten. 

*  Der  unter  der  hochverdienstlichen  Leitung  des  Hm.  Dr. 
Viotta .stehende  Richard  Wagner- Verein  in  Amsterdam 
brachte  am  20.  Mai  unter  Mitwirkung  der  Frauen  Sucher  und 
Staudigl  und  der  HH.  Gudehus,  Liebeskind,  Plank  und  Mes- 
sckaert  den  1.  und  8.  Au&sug  von  „Tristan  und  Isolde*'  zu 
oonoertmftssiger  AufRihrung  und  erregte  mit  derselben  den 
J^H^usiasmus  der  Zuhörer. 

*  Das  2.  Westfälische  Musikfest  in  Dortmund 
unter  Hrn.  Janssen's  Leitung  ist  recht  befriedigend  verlaufen. 
Wir  werden  demnächst  einen  ausführlichen  B&cht  über  das- 
selbe bringen. 

*  Der  rührijB^  Tonkünstlerverein  zu  Hamburg  be- 
ging am  21.  Mai  mit  einem  grossen  Concert  unter  Leitung 
seines  Dirigenten  Hm.  Spengel  und  Mitwirkung  des  FrL 
Oberbeck  a.  Berlin  und  der  HH.  Dannenber^  und  Schradieck, 
sowie  der  vorzüglichsten  dortigen  Chorvereine  und  eines  aus 
einheimischen  Musikern  zusammengesetzten  Orchesters  das 
2öjährige  Jubiläum  seines  Bestehens. 

*  Im  Pariser  Conservatorium  erregte  das  daselbst  in  der 
Audition  des  envois  de  Bome  am  18.  Mai  aufgeführte  Sym- 
phonie-Drama „La  Yie  du  poöte**  von  dem  im  Concours  von 
1887*  mit  dem  grossen  Prix  de  Bome  ausgezeichneten  Gustave 
Charpentier  Aufsehen. 

*  In  Boston  fand  kürzlich  eine  von  Hm.  B.  J.  Lang 
geleitete  Privat-Concertaufführung  von  Wagner 's  „Parsi- 
lal**  statt,  welcher  ein  enthusiastisches  Publicum  von  etwa 
^000  Personen  beiwohnte. 

*  In  Halle  a.  S.  soll  sich  bereits  ein  Comitö  ^bildet 
haben,  um  die  Mittel  zu  beschaffen,  die  nöthig  sind,  das  Ge- 


burtshaus Handelns  zu  erwerben  und  profanen  Zwecken 
zu  entziehen. 

*  Die  Feier  der  Enthüllung  des  Mendelssohn- 
Denkmals  in  Leipzig  ging  am  Sro.  Mai  in  der  geplanten 
Weise  vor  sich.  Näheres  über  dieselbe  ist  unter  den  heutigen 
Berichten  zu  finden. 

*  Wie  in  Gassei,  Hannover  und  Wiesbaden  scheint  man 
auch  in  Mannheim  die  Hofbühne  in  ein  städtisches 
Theater  umwandeln  zu  wollen. 

*  Bichard  Wagner 's  „Lohengnn"  hat  bei  seiner  ersten 
Aufführung  in  Tours  am  24.  Mai  eine  grossartige  Begeiste- 
rung beim  Publicum  erregt. 

*  Peter  Cornelius'  prächtig  Oper  -Der  Barbier  von 
Bagdad''  ist  in  Stuttfi^art,  wo  sie  am  8.  Mai  als  Novität  er- 
schien, bereits  drei  JiEbI  unter  gleichbleibendem  Erfolg  wie- 
derholt worden. 

*  Hans  Sommer 's  Oper  „Lorelei^,  welche  bereits  in 
Braunschweig  die  Feuerprobe  der  öffentlichen  Aufföhrun^ 
mit  Ehren  bestanden  hat,  soll  am  3.  Juni  erstmalig  in  Wei- 
mar in  Scene  gehen  und  am  5.  zur  ersten  Wiederholung  ge- 
langen. 

*  Im  Teatro  del  Liceo  in  Barcelona  wurde  Tomas  Bre- 
ton's,  des  Componisten  der  „Liebenden  von  Teruel",  neue 
Oper  „Gkirin'',  obgleich  auf  ein  schwaches  Libretto  gestütat, 
doch  mit  vollständigem  Erfolge  für  den  Componisten  ge- 
geben. 

*  Die  von  Lto  Delibes  zurückgelassene  und  von  Masse- 
net instrumentirte  Oper  „Kassva"  soll  zum  Herbst  in  der 
Optoi-comique  zu  Paris  erstmalig  angeführt  werden. 

*  Von  elf  Bewerbern  um  den  Prix  de  Bome  im  Pariser 
Conservatorium  wurden  nach  ihren  Probearbeiten  nur  fünf 
zur  eigentlichen  Bewerbung  zugelassen. 

*  Hr.  Eugen  d' Albert  ist  auf  der  Bückkehr  von  seiner 
rühm  gekrönten  amerikanischen  Concertreise  begriffen. 

Todtenliste.  Theodore  Lalliet,  ausgezeichneter  Oboe- 
bläser, lange  Zeit  im  Orchester  der  Grossen  Oper  in  Paris^ 
t  in  Paris.  —  Jules  Duprato,  talentvoller,  aber  nicht  gsnug 
gewürdifi^r  französischer  Opemcomponist,  f ,  bald  66  Jahre 
alt,  in  faris.  —  Marie  Breidenstein,  tüchtige  Concertsftn- 
eerin.  seit  1887  jedoch  der  Thätiffkeit  als  solcher  infolge  einer 
KrauKheit  entzogen  und  nur  noch  als  Gk)sanglehrerin  gewirkt 
habend,  f  kürzlich  in  Erfurt. 


Brie  tlL  asten. 


7%  Pf,  in  B,'B,  Auszeichnungen  durch  Verleihung  von 
Brillantnadeln,  Manchettenknöpfen,  Tabaksdosen  und  Aehn- 
lichem  haben  wir  nie  registrirt  und  können  auch  Ihnen  gegen- 
über von  dieser  Begel  nicht  abgehen. 

B.  E,  in  B,  Es  war  vorauszusehen,  dass  das  „Kl.  J.** 
auch  in  diesem  Jahre  es  nicht  anHiebenaufBayreuÜi  werde 
fehlen  lassen.  Dass  die  Person,  welche  im  Solde  dieses  jüdi- 
schen Blattes  die  Streitaxt  aucn  heuer  führt,  dabei  nicht  von 
den  reinlichsten  Motiven  geleitet  wird,  wissen  leider  nur  we- 


nige Leute,  und  dies  ist  das  Schlimme  bei  der  Sache!  Immer- 
hin aber  würden  wir  den  von  dem  bissigen  Litteraten  mit 
einer  wahren  Berserkerwuth  verfolgten  Erben  des  Meisters 
und  deren  treu  bewährtem  Freund  und  Berather  eine  Wider- 
legung der  schmachvollen  Angriffe  arg  verdenken. 

C,  B.  Da  Sie  bequeme  Gkle^enheitnaben,  die  erwünschte 
Auskunft  über  Dr.  A.'s  litterarische  Thäti^keit  durch  eine 
Buchhandlung  zu  erlangen,  so  wollen  Sie  sich  an  eine  solche 
wenden. 


Anzeisren. 


Die  verehrten  Herren  Vorstände  der  Concertgesell- 
schaften  und  Vereine,  die  in  der  kommenden  Saison  auf 
die  Mitwirkung  des  [684a.] 

Hofpianisten  Alfred  Grünfeld 

reflectiren,  werden  ersucht,   dies  baldmöglichst  bekannt 
zu  geben  an 

Impresario  Ludwig  SrOnfeld. 

Wien  I,  Getreidemarkt  10. 


Wohnungs-Verlnderung. 

Ich  wohne  vom  1.  Juni  d.  X  ab: 


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tSal  aber  das  gute  Harmoniumepiel,  gratiB.  [[«»»e-J 

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An.i.nd«  werden  gut  erhaltene  Musikslien  fUp  Clavrer, 
Geung  und  Streichinstpumente  m  k«ufen  gemoht. 

ClaMiucbe  und  Salon-Musik  müBsen  vertreten  sein.  Genaue 
Verieichnii»  mit  den  aufgedrnckten  Prei»n  nimmt  ent. 
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293 


I 
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Slerlen  der  neueren  StlusiüUUerafur . 


■■■■••■■■•■•■«■•(■■•••it)iii>i>a>i<wiiaiaiiiiiai|itiaii<iia>iiiiiii<ti|iiiii|ti<itiiii|imitit>i<i)aiiiiwi|ii>ai|)tif<i«iiiitiaia(wvtwiit>aiiirn 


Jedem  Nnsiktreibenden,  jeder  Nnsiksehnle  nnenlbehrlieh. 

HB.    Segen  Einsendung  des  Betrages  folgt  Frsnoo-Lieferung. 


[698.] 


Soeben  erschienen: 


Soeben  erschienen: 


Melodie  in  Fdur  Lied  ohne  Worte 


von 


A. 

Tür 

B. 

Für 

0. 

Für 

D. 

Für 

E. 

Für 

F. 

Für 

G. 

Für 

H. 

Für 

I. 

Für 

M  RnbinsteJn. 

Op.  3,  No.  i. 

Clavler  zu  2  und  4  H&nden  (zusammen). 
Harmonium  allein  (Aug.  Reinhard)  .  . 
Harmonium  u.  Clayier  (Ueinhard,  Op.  31, 

No.  13) 

Violine*  Harmonium  u.  Clavier  (Reinhard) 
Flöte,  Harmonium  und  Clavler  (W.  Popp) 
Violine  und  Ciavier  (JuL  Qust.  Stern) 
Flöte  und  Ciavier  (Wilk  Popp)  .... 
zwei  Claviere  zu  8  Händen  (wilh.  Popp) 
zwei  Claviere  zu  4  H&nden  (Wilh.  Popp) 

Femer: 


Ji  1,50 

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Piano  a  2  mains Jt  1,50. 


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neue  Compositionen  werden  jedem  Auftrage 
gratis  beigefügt 

Robert  Schumann, 

ffräumerei 

avis  dLezi  z:izid.ersceziezi. 

Op.  15,  No.  7. 

A.  Für  Ciavier  zu  2  und  4  Hflnden  (zusammen),  rev.  und 

übertragen  von  Ludwig  Mendelssohn.    »^—,60. 

B.  Für  Harmonium  und  Ciavier»  übertr.  von  Max  Oesten. 

JL  1,—. 

C.  Für  Harmonium  (oder  Orgel)  solo,  übertr.  v.  A.  Beinbard. 

J(  —,60. 

D.  Für  Flöte  (oder  Violine),  Harmonium   und   Ciavier, 

übertragen  von  Wilh.  Popp     .    .    ,    .    Jt  1,20. 

£.    Für  Flöte  (oder  Violine)  und  Harmonium,  übertragen 

von  Wilh.  Popp JK  —,80. 

F.  Für  Flöte  (oder  Violine)  u.  Ciavier,  übertr.  v.  W.  Popp. 

G.  Für  Violoncell  (oder  Viola)  und  Harmonium,  übertr. 

von  Wilh.  Popp     . J(  —,80. 

H.    Für  Violoncell  (oder  Viola)   und  Qavier,   übertragen 

von  Wilh.  Popp Ji  —,80. 

I.    Für  zwei  Violinen  und  Ciavier,  übertr.  von  J.  G.  Stern. 

Jt  1,— . 


von 


Peter  Tschalkowsky. 

Op.  2,  No.  3. 

A.  Für  Ciavier  zu  2  H&nden Ji  —,80 

B.  Für  Ciavier  zu  4  Händen  (Ludw.  Mendelssohn)   „  1,— 
G.    Für  zwei  Claviere  zu  8  Händen  (F.  Brissler)    „  2,— 

D.  Für  Violine  und  Ciavier  (Max  Grünberg)    .    .    „  1,— 

E.  Für  Violoncell  und  Clavier  (Phil.  Roth)     .    .    „  1,— 

F.  Für  Flöte  und  Clavier  (Wilh.  Popp)    .    .    .    .    „  1,— 

G.  Für  Cornet  ä  pistons  und  Clavier  (Wilh.  Popp)  „  1,— 
n.   Für  Harmonium  und  Clavier  (A.  Eeinhard)    .    „  1,50 

I.    Für  Violine,  Harmonium  u.  Clavier  (Beinhard)    „  1,80 

K.   Für  Violoncell,  Harmonium  u.  Clavier  (Beinhard)  „  1,80 

L.    Für  Flöte,  Harmonium  und  Clavier  (W.  Popp)    „  1,80 

M.  Für  Cornet  äpistons,Harmon.u.  Clavier  (Popp)  „  1,80 

N.    Für  zwei  Violinen  und  Clavier  (J.  G.  Stern)    „  1,30 
0.    Für  Streichquartett  (Quintett)  u.  Harmonium 

(Aug.  Beinhard) „  2,50. 


Robert  Schumann, 

Slßendlied. 

Op.  85,  No.  12. 

A.  Für  Clavier  zu  4  und  2  Händen  (zusammen),  rev.  und 

übertragen  von  Ludwig  Mendelssohn.    Ji  — ,60. 

B.  Für  Harmonium  und  Clavier,  übertr.  von  A.  Beinhard. 

*/i  —,80. 

C.  Für  Harmonium  (Orgel)  solo,  übertr.  von  A.  Beinhard. 

Ji  —,60. 

D.  Für  Flöte  (Violine),  Harmonium  und  Clavier,  übertr. 

von  Wilh.  Popp 4^  1,20. 

F.    Für  Violine   (Violoncell)    und   Harmonium    in   Des, 
übertragen  von  Aug.  Beinhard  ,    .    ,    Ji  — ,80. 

F.  Für  Flöte  (Viofine)  imd  Harmonium  in  Ddur,   übertr. 

von  Wilh.  Popp M  —,80. 

G.  Für  Flöte  (Violine)  u.  Clavier  in  D  dur,  übertr.  v.  W.  Popp. 

J6  —,80. 
H.    Für  Violoncell  (Viola)  und  Clavier,  übertr.  von W.  Popp. 

%,r6    — ,öU. 

I.    Für  Viola  (Violoncell)  u.  Harmonium,  übertr.  v.W.  Popp. 

Ji  —,80. 
K.    Für  Cornet  ä  Pistonsin  B  mit  Clavier,  übertr.  v.W.Popp. 

Ji  —,80. 


Zu  beziehen  durch  jede  Bucli-  und  Musikhandlung  des  In-  und  Auslandes. 

Carl  Simon,  MesikYerlag,  Berlin  SW.,  Harkgrafenstese  21, 


r  Eursem  erschi« 


Johanna  von  Orleans. 

Seenen  nucii  SGhüler's  Drama, 

Für  ^oli  (Sopran  u.  Bariton),  ]>Xäiiiiei*- 

olior  und.  Oiroliesteir 


.©tÄnaaift 


Op.  105. 
Hit  deutschem  und  eng'Usohem  Text. 
ClavieransanigvomComponiBtaa^lO, — ,    SoIoBtimmeii  ^  1, — . 
Choretiicmen  (jede  einzelne  Jt  1,20)  J(  4,80.  Textbuch  n.  16  4. 
Orot, -Partitur  n.  UH  15,—.    0 roh. -Stimmen  n.  Jt  24,—. 
Aufgeführt:  und  in  Vorbereitung  in  Halle  a.  S.,  Kaisers- 
lautern, Leipzig,  New-York,  Zwickau  1.  S.,  Melbourne, 
Kattowltz,  Rotterdam,  Qotlia,  Prag,  Innsbruck,  Chem- 
nitz 1.  S.  und  Zürich.  [599.] 
IDerClaviera,uaznfir  steht  den  verebrl.  Geeangrereinen  und 
Herren  Dirigenten  durch  jede  Bach'  und  Musikalienhand- 
lung, sowie  direct  von  der  Verlagshandlung  jederzeit 
■V  zup  AnsloM  -«■ 
zur  VerfQguiig 


Leipzig. 


Verlag  i 


■■riireiiiiM 
Sa.iiiin.lu.n.g 

lerrorragender  Clamerte  allerer  Meister 

bearbeitet  von 

Dr.  Hans  Harthan. 

Minaette  aus  einer  Sonate  von  G.  C.  Wagenaeil. 

—  Largo  ans  dem  Orgelconcert  von  W,  F.  Bach. 

—  Gigue  von  C.  H.  Graun.  —  Gigue  von  Mozart. 

—  Bourröe  an8der2.VioIinsonatevonJ.S.Bach. — 
Rondo  von  Ph,  Em.  Bach. —  Fuge  aus  der  Emoll- 
Suite  von  Händel.  -  Toccata  von  Paradies.  — 
Burleske   von  J.  L,  Krebs.  —   Pmelndium  von 

J.  C.  Bach.  —  Toccata  von  Clementi. 
2  Marie. 

Tägliche  Uebungen 

Kaberbier   und   IVenpert. 

Systematisch  geordnet 

Heinrich   Ehrlich. 

3  Jt 

a)  Uebungen  mit  stillstehender  Hand. 

b)  Uebungen  aus  Scalen  und  Läufern  gebildet. 

c)  Gebrochene  Accorde. 

d)  Uebungen  in  Doppelgriffen. 

e)  Uebungen  für  das  Handgelenk. 


Verlag  won  Fr.  Ki»tiier  in  Lcipglg- 

[öol] 

Charles  Mayer, 

STUDIENWERKE 

Ol 

Pianofort  e. 
N"eue  A-Usgabe 

revldirt    und    mit    Fingersatz    -versehen 
von 

Ernst  Pauer. 

.*  ^ 

op,  119.     Studien    »ur    höheren   Ausbildung   im 

Pianofortespiel.  Heftl-IIIje  JH  1,—.     3, — . 

Op.  271.     20  techniache  Uebungen.  Heft  I  u.  II 

je  Ji  1,50 3,—. 

Dp.  305.     L'Art  de  dälier  les  doigta.  Hefl  I  u.  n 

je  Ji  1,- 2,—. 

Op.  340.     25  UebungBstücke  für  die  Jugend.    .  1,50. 

Grande  Toccata — ,60. 

Nouveau  Tremolo  .     ; — ,60. 


C.  F.W.  Siegel's  Uasikallenbandlang 
(R.  Linnemann). 


[802.] 


Denkmäler  deutscher  Tookanst. 

HerauBgegeben  durch  eine  von  der  königl.  preuas.  Regie- 
rung berufene  Commiaaion. 

I.  Band.  [603.] 

Samuel  Scheidt's  Tabulatupa  nova 

für  Orgel  nnd  Ciavier, 
Herausgegeben  von  Dr.  M.ax  SoifTert. 

Nachdem  die  Hauptpflichten  gegen  die  Heroen  der  Ton- 
kunst durch  Veranstaltung  von  Gesamratausgahen  ihrer  Werke 
eingelöst  sind,  beginnen  wir  mit  einem  neuen  erossen  deutr 
sehen  National  werke,  bei  dem  als  Ziel  gilt:  die  Entwickelung 
der  TontuDKt  in  Deutschland  durch  Veröffentlichung  beieich- 
hender  Hauptwerke,  die  auch  weiter  der  öffentlichen  Muaik- 

Sflege  dienen  können,  vorzuführen.  Das  Direotoriam  der 
ach -Gesellschaft  empfiehlt  seinen  Mitgliedern  den  Beitritt 
zum  neuen  Unternehmen ,  auch  die  Herausgeber  der  naheza 
beendeten  Schütz-  nnd  Händel-Ausgabe  sind  der  Com- 
mission  beigetreten.  Mag  durch  Subscription  aof  die  Denk- 
mäler eine  Gesellschaft  für  deutsche  Tonkunst  entstehen,  die 
alle  wahren  Förderer  ernster  Musikpflege  umfasst  Band  I 
ist  erschienen.  Subscriptionspreis  für  den  Band  je  15  Jt. 
ProBpecte  kostenfrei. 


Leipzig,  im  Mai  I 


Brettkopf  <.  HSrtel. 


395 


[604—.] 


ßoncert'&ireetion  Daniel  Stlayer, 


LOMDOM,    180  New  Bond  Street. 

Telegramm- Adresse:  ,,IJiSBt>]jOiidoB*'. 


Alleinige  Tertretunc  für  alle  I<ftiider 

der  Sopranistiii  Fräulein  Macintyrea 

Prima-Donna  assoluta  der  könlgrllehen  Italienlsehen  Oper  Covent-Garden,  London, 

des  [Bassisten  Serrn  Plunket  Greenei 

Oratorien-  und  Kammersänger, 

des  BCerrn  Emile  Saunet. 

des  Jungren  Vloloneell-Virtuosen 

Jean  G^rardy  (ISjährig) 

und 

des  Herrn  |.  J.  Paderewski, 

zielost     -vieler    a3a.derexi    'beruli  laa  t  e  xi    "SL  li  xi  ■  1 1  e  v. 

Alleinige  Vertretung  der  Londoner  Symphonie-Conoerte. 

XJebernimint  das  A.rrangeinent  von 

^^®^   Coneerten  in  London  und  Tonrni^en  in  England,  Amerika  nnd  Australien   @^j®^ 

unter  persönlicher  Leitung. 

Anfragen  und  AuftrAge  werden  direot  an  die  Direirtion  erbeten. 

6oncert-9ireciion  Sfaniel  Stlayer, 

LOHDOH,  180  New  Bond  Stroat. 

Telegramm- Adresse:  ^fliisst-IiOndoii^^. 


Musikdirector  gesucht. 

[805b.] 
Infolge  Ablebens    des  bisherigen  hiesigen  Husikdirectors  ist  die  dadurch  vacant  gewordene  Stelle  neu  zu 

besetzen.  Verpflichtungen:  Gesangunterricht  an  der  höheren  Stadtschule  und  einigen  Primarschulclassen,  Unterricht 
in  Violine,  Flöte  und  Glarinette  an  der  höheren  Stadtschule  (einzelne  Classen  und  Ensemble),  Orgeldienst  der  evangel. 
Kirche,  Direction  eines  Männerchors  und  eines  gemischten  Chores  (Beide  für  Eunstgesang)  und  eines  Orchesters. 
Festes  Anfangsgehalt  Frcs.  4300 — 4500,  Gelegenheit  zu  reichlicher  Privatbethätigung.  Sehr  schöne  bleibende 
Stellung,  als  Mittelpunct  des  gesammten  musikalischen  Lebens  der  Stadt.  Antritt  nach  Uebereinkunft.  Anmel- 
dungen sammt  kurzem  Lebensabriss  und  Zeugnissen  sind  bis  15.  Juni  dem  Unterzeichneten  einzureichen. 
GlarUS,  den  19.  Mai  1892. 


Dr.  Ernst  Buaa. 


Verlag  von  Eugen  Franck's  Buchh.  (G.  Maske)  in  Oppeln. 

Soeben  erschien:  [606b.] 

2le€er  das  ^arsteUungs- 
vermögen  der  Sflusiü. 

Eine  XJntei^uchung 
an  der  Hand  von  Prof.  Hanslick's  Buch 

„Vom  Musikalisoh^Sohönen". 

Von 

Paul  Schneider. 

Preis  ^  J$ 


Verlag  von  Ries  &  Erler  in  Berlin. 


Ffir  gemischten  Chor  mit  OlaTierfoegleitong. 


Priedricil  Gernsheim,  a 


56.     Hafls.    Eine 
Liederreihe.     Clavier- 

Partitur  und  Solostimmen  k  Q  Ji.      Chorstimmen 


6  ^. 


[607.] 


MaY  Zfinifftr   °P-  '^^^    Altgriechisches  Lieder- 

lUftA  ZiCUgCl)  spiel.     Partitur  6  ^  i  etto.     Chor- 
stimmen  4  Jl  80  /^.         

Verlag  yoii  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig.        [608.] 
Pluttl,  Carl,  Dp.  3.    Drei  Interludien  für  Orgel.    Ji  2^.5. 


2d6 

Wir.  beehren   nns   ergebenst  anzuzeigen,    dass  der 
Pianist  Herr  [609.] 


Rummel 


nach  zweijährigen  Concertreisen  in  Amerika  in  nächster 
Saison  wieder  in  Deutschland  concertiren  wird,  und  bitten 
die  geehrten  Vorstände,  Offerten  für  den  Künstler  an  uns 
richten  zu  wollen. 

Neue  ßerliner  Goneert-Agentnr 

Onevkow  &  Sternberg, 

Berlin  AV.    Linkstrasse  31. 

Telegr.-Adr.:  Musikleben. 


Ich  habe  meine  geschäftliche  Vertretung  der 

Neuen  Berliner  Concert -Agentur 

Gnevkow  &  Stembera, 

Berlin  W.,  Linkstrasse  31,    Telegr.-Adr.:  Musikleben, 
überteagen  und  bitte,   Engagements- Anträge  an  dieselbe 
zu  richten.  [616.] 

Frederic  Lamond  (Pianist). 


XOntr  Ue^l» 


herzogl.  Bachs.  Hofpianist,  Professeur  sup^rienr  am  Oonservatorium 

KU  Genf  (Sohweix).  [610—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin, 

Die  Altistin  Fräulein 

€lata  Säfadfi 

hat  mir  die  Besorgung  ihrer  geschäftlichen  Angelegen- 
heiten überwiesen,  und  bitte  ich,  Anfragen  und  Engage- 
mentsanträge für  die  Künstlerin  direct  an  meine  Adresse 
zu  richten,  [ßH«] 

Coneertdireetion  Hermann  W«lff. 


Die  Erledigung  meiner  Concertangelegenheiten  habe 
ich  der 

Coneertdireetion  Hermann  Wolff, 

Berlin  W.,  Am  Carlsbad  19,  I.     TeL-Adr.:   Musikwolff; 

überwiesen,  und  bitte  ich,  Anfragen  und  Concertengage- 
ments-Anträge  für  mich  von  jetzt  ab  direct  an  obige 
Adresse  zu  richten.  [616.] 

Carl  Mayer  (Bassbanton), 

grosshenogl.   mecklenburgischer  HofopemBän^. 
Engagements-Anträge  fär  Herrn 

^nton  Sistermanns  (SSass) 

bitten  wir  auch  in  nächster  Saison  an  uns  zu  richten. 

[617.] 

Neue  Berliner  Concert-Agentur 

Gnevicow  &  Stemberg. 

Berlin  W,,  Linkstr.  81.    Telegr.-Adr.;  Musikleben. 


Berlin  W.,  Am  Carlsbad  19,  I.  Tel.-Adr.:  Musikwolff.     ^^^ 


®iill^lll» 

Concertmeister    de$    Gewandhaus-    und    Theater- 
orchesters. [612—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilbelm-Strasse  21. 


übernommen   und  bitten,    Engagements-Anträge   für    die 
Künstlerin  direct  an  uns  gelangen  zu  lassen.  [618.] 

Neue  Berliner  Concert-Agentur 

Gnevkow  &  Sternberg. 

Berlin  W>,  Linkstr.  31.    Telegr.-Adr.:  Musikleben. 


leb   habe   meine  Vertretung  in  Ooncert-Angelegen- 
heiten  der  [Ö18-] 

Reuen  Berliner  Concert -Agentur 

OnevTcow  &  Sternberg, 

Berlin  W.    Linkstrasse  31. 

Telegr.-Adr.:  Musikleben, 
übertragen,  und   bitte,  Engagements-Anträge  in  Zukunft 
an  dieselbe  zu  richten. 

Johanna  Höfken  (Altistin). 


a€ew 


erster  Concertmeister  der  k.  k.  Hofoper  in  Wien,  hat 
mir  seine  Vertretung  übergeben.  Die  verehrten  Herren 
Vorstände  der  ConcertgescUschaften  und  Vereine,  die  auf 
seine  Mitwirkung  reflectiren,  werden  ersucht,  sich  ehe- 
möglichst  zu  wenden  an    '  [619a.] 

Impresario  Ludwig  Sriliiffeld« 

Wien  I,  Getreidemarkt  10. 


Engagements-Anträge  für 

Anna  und  Engen  Hildach 

bitten  wir,  wie  bisher  nur  an  uns  zu  richten.  [614.] 

Neue  ßerliner  Coneert-Agentur 

Chnevkow  &  Sternberg. 
Berlin  "W.,  Linkstrasse  31. 
Telegr.-Adr.:  Musikleben. 


Hermann  Gausche, 

Concert-  und  OratoriensSnger  (Bariton), 

[620a.l  8chüler  8tockhaii«en'«. 

Vertreter:   Herrn.  Wolff,  Berlin. 

Adresse:    Creuznach,  Villa  Ehishelmer. 


Paris. 


iloti, 

Pianist.  [62ip.i 

86,  Avenue  Trndalne. 


Wir  haben  die  geschäftliche  Vertretung  der  Altiatön        \ 

i 

EmiHe  Wirth 


TV.nBAl>    WA«,    n     tl.     1>X<1a«.   I«>    T.aI«i«{i 


Leipzig,  am  9.  Juni  1892. 


»[A  lUltlUtl  Buk-,  KlUI- 

ul  iiiitaiiaikuiiiiiini.  uwie 
Ivel  lUi  FntlBtir 


#' 


Flr  du  liiUillKli  f  KMlHin 
Mluu  iiuidiun  lU  a 


f&r  Musiker  jmdjffusikfreunde. 

Verantwortlicher  Kedacteur  uad  VerlegM: 

E.  W.  FritSBoh, 

Leipzig,   Könlgistraue  6. 


^^ 


IXE  Jahrg.] 


Ehu)  MusiValische  Wochenblatt  enohniot  jährlich  in  52  Nummern.  Der  AboDnenientabe1rA{[ 
ftir  das  Quartal  von  13  Nummern  ist  2  Mark;  eine  einzelne  Nummer  koetet  40  Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kre nib and sen düng  treten  naohetehende  viertel^rliche  Abonnamenti- 

K'eiBe  in  Kraft:  2  Mark  60  Pf.  für  das  Dentaohe  Reich  und  Üeaterreich.  —  2  Mark  76  Pf. 
r  weitere   L&nder  des   Allgemeinen  Postrereina.   —   JahreBabonnFmeuta   werden  uoter 
Zuffnindeleffung  voritehender  BeEugsbedtn^neen  berechnet. 
Die  Iniertionsgebflfarefi  fllr  den  Raum  einer  gespaltenen Tetituile  betragen  30  Pfennige, 


[Ro.  24, 


und  NotlEsn. 


i  „TrMan  und  Iiolde"  bal  Rlohard  WaKuer.    Ton  ]>r.  Artlmr  SeIdL    (PortastEniig.)   —   Sobi 

1..  „_„_  „__...___..   "-^■ioldy-Denkm»la  zu  Lei--'-       "" v.......   u_..i.i....>  .. 

e  in  Oper  und  Oddosi 


i«B 


uumitli».    Von  Ednud  Bson.    — 

_. Wisa,    (PortsetEHng.)  —  Ooiuert- 

AnfB«nhTto  NoTltUeii.  —  VeimludiM  MlttheilnngMi 


Die   Sage   von    „Tristan   und   Isolde"   bei 
Richard  Wagner. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

Bicbard  Wagner  hat  nnD  —  so  meine  ich  —  auf  Beetho- 
ven fortbauend  und  sein  Evangelium  der  allgemeiDBD 
Menschenliebe  weiter  aosdeutend  —  jene  „Special-Idee" 
gleicbaam  für  sich  beransgegriffen  und  sie  in  eeinera  «Tri- 
Btan",  entgegen  der  dort  von  Beethoven  gefeierten  Anf- 
bebnng  aller  Schranken  du  Ich  in  der  Ällverbrüderung 
der  Henflchheit,  in  geistiger  Anlehnung  an  seinen  grossen 
philosophischen  Lehrmeister  ab  eine  Verkündigung  jenes 
TÖUigen  Aufgehens  des  Individuums  in  nur  einem  er- 
gänzenden menechlicben  Individuum,  des  nEinen"  im 
„Anderen",  zum  geistigen  Vorwnrf  und  typischen  Inhalte 
Beines  Dramas  gemacht.  Denn  dass  hier  Nicht«  mehr  rein 
«nnlich,  Nichts  nur  mehr  bloB  weltlich  und  irdisch,  Alles 
vielmehr  ganz  intim,  innerlichst,  geistigst,  aufzufassen  sei 
—  das  hranche  ich  dem  aufmerksamen  Leser  des  2.  Auf- 
zuges nach  allem  Vorausgegangenen  wohl  nicht  erst  mehr 
zu  versichern.*)  Diesen  einen,  so  entscheidenden  Zug 
hat  Schopenhauer  in  seinem  System  dereinst  g&nzlich  über- 
sehen, diese  Möglichkeit  der  Erlösung  vollkommen  zu  be- 
rückrichtigen   vergessen,    sah    er    doch    nur   immer  Frau 

*)  Weni^tens  kann  ich  nicht  wohl  glauben,  daas  meine 
Leeer  ohne  Weiteres  eine  einzige  und  zugleich  letzte  firaut- 
naoh^  wie  die  von  Gottfr.  Keller  in  „Romeo  nnd  Julie  auf 
dem  Lande"  beschriebene,  annehmen  wollen! 


Venus,  nie  aber  auch  die  heilige  Elisabeth  im  Weibe;  nnd 
man  darf  somit  wohl  behaupten,  dass  Wagner  in  seinem 
„Tristan"  ebenso  wie  einen  Gottfried  von  Strassborg  und 
dessen  mannigfache  Bearbeiter  anch  Schopenhauer  und  vor 
Allem  Beethoven  fortgesetzt  habe.  Aber  auch  die  Verse 
ans  der  Mosart'schen  „  Zauberflöte " : 

„Wir  wandeln  durch  der  Töne  Macht 
Froh  durch  des  Todes  düstre  Nacht!" 

scheinen  zu  einer  Art  von  Motto  für  unsere  nTristan"- 
Schöpfung  geworden  zu  sein!  Wie  dieses  Beides  nun 
wiederum  zn  verstehen  ist,  wird  sofort  ans  nachstehenden 
Darlegungen  hervorgehen. 

In  die  philosophisch- metaphysische  Terminologie 
Schopenhauer *s  übersetzt,  würde  das  Alles  nämlich  nnge- 
f%hr  so  lauten  müssen:  Einstens  war  eine  Ur-Einheit,  die 
entzweite  sich  in  Geschlechter  und  ward  dadurch  als 
„Welt"  zur  schlechten  Vielheit,  die  den  Zwiespalt 
schon  in  sich  trftgt,  aber  nun  unablässig  strebt,  in  „Liebe" 
All-Einheit  (eine  höhere  Stufe,  als  die  ursprünglich  leere 
Einheit!)  zu  werden.  Es  ist  die  tiefere  Weisheit  des  alten; 
„Zwei  Seelen  und  Ein  Gedanke —  zwei  Herzen  und  Ein 
Schlag";  der  tiefere,  sozusagen  esoterische  Sinn  jener  be- 
kannten Sage:  dass  die  auf  dem  Grabe  Tristan's  und 
Isoldens  gepflanzten  „Rosenstock  und  Rebe"  untrennbar 
zaEins  verwachsen  seien, — jene  „zur  Religion  gewordene 
Liebe",  von  der  bereits  die  Frau  von  StaSl  in  ihrem 
Buche  über  Deutschland  bewundernd  spricht,  von  der  erst 
neuerdings  wieder  Ed.  Schläger  sehr  eindringlich  zu  un» 
geredet  Jiat    Und  wenn  wir  hierbei  nun  nicht  vergessen 


S98 


wollen,  dasB  das  Alles  jetzt  —  bei  Wi^er  —  im 
Gegensatz  zu  den  älteren  Dichtungen,  mit  dem  Ton  zu 
ewig^em  Bunde  yermählt,  in  einem  masikalisclien  Dra- 
ma vor  sich  geht,  so  scheint  es  nns  vollends  auch  noch 
die  endgiltige  Bifallnng  jenes  bekannten  Tieck'schen 
Verses,  der  da  lange  als  ein  Signal  und  Prograoosni  der 
Romantik  gegolten: 

„liebe  denkt  in  silBflen  T5nen, 
Denn  Gedanken  stelm  zu  fem!^*) 

Während  nim  aber  den  Philosophen  „die  farchtbare 
Wahrheit*'  der  emig  flieh  fortzengenden  Zweiheit  der 
Geschlechter  nj^^  nSglicher  Weise  ans  der  Liebe  ent- 
keimende Brloenng  durchaus  veikeBiieB"  Itees,  trat  dw 
Künstler  an  seine  Stelle  und,  „indem  er  nach  Keimen 
forscht,  He  —  in  dieser  Welt  yerborgen  —  eine  bessere 
erstehen  lassen  könnten,  erkennt  er  eben  in  der  Liebe, 
und  zwar  in  derjenigen  zwischen  Weib  und  Mann,  die 
Kraft  der  Erlösung  vom  Egoismus":  mit  einem  „Alles 
ist  eitel,  —  nur  die  Liebe  nicht  I*'  dichtet  er  seinen 
„Tristan**.  Wir  nennen  das  Weltüberwindung  und  ver- 
stehen  es  hier  als  „vereinende  Sehnsucht**,  wie  sie  die 
ursprüngliche  „eatzweieitde  Selbstsucht**  glücklich  zur 
Eins  werdung  und  Hingabe  überwunden  hat.  Nur  aber 
die  „Idee**  kann  es  sein,  welche  in  solchem  Falle  wirk- 
lich vom  Leben  zu  erlösen  vermag.  „Das  Bewusstsein 
des  Leidens  dieser  Welt  ist  bereits  eine  solche  beiden 
Liebenden  gemeinsame  Idee,  die  sie  weit  über  allen  blos 
individuellen  Horizont  hinausheben  muss.  In  dieser  Idee 
finden  sich  Tristan  und  Isolde,  und  Solches  ist  etwas  ganz 
Anderes,  als  der  sehr  sehwanke  Begriff  einer  »Seelen- 
harmonie« ....**  (Ich  citire  hier  einige  wenige  Sätze 
aus  der  vortrefflichen  Tristan  -  Arbeit  von  Dr.  Wolfgang 
Golther,  erschienen  im  „Bayreuther  Tascbenalmanach** 
von  1886.) 

(Fortsetzung  folgt) 


OoMinMiiiiiinsi 

Von  Eduard  fieuss. 

L    Vorwort. 

Die  in  dar  ersten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts  fleschaffanen 
musikalischen  Werke  müssen  in  der  letzten  Hälfte  desselben 
das  Schicksal  mehr  oder  weniger  nothwendiger  Ausgaben  er- 
dnlden,  welche  nicht  immer  dem  Triebe  nach  Veröffentlichung 
entdeckter  Weisheiten,  sondern  leider  zum  grossen  Theile 
Gesohäffcezwecken  entsprangen  sind.  Wenn  aus  der  Menge 
der  auf  diese  Weise  entstandenen  Ausgaben  der  deutschen 
Classiker  und  ihrer  Nachfolger  auf  die  Zunahme  des  Ver- 
ständnisses für  dieselben  ein^chluss  gezogen  werden  könnte, 
so  müsste  es  der  sein,  dass  heute  kaum  noch  an  einem  Zwei- 
unddreissigstel  herumgedeutet  zu  werden  brauchte.  Die  öffent- 
lichen Vorträge  der  Werke  bekunden  jedoch  selbst  bei  be- 
rühmten Virtuosen  eine  Kachlässigkeit  in  der  Wiederc^be, 
ja  selbst  in  der  Berücksichtigung;  der  verschiedenen  Texte, 
dass  sogar  die  vorhandenen  AusgM)en  noch  zu  c^ering  an  Zahl 
erscheinen,  w«ui  eben  mit  ihrem  Ersoheinen  solein  schon  ein 
günstiger  !Binfluss  ausgeübt  werden  könnte.  Wie  wenig  ein 
solcher  sich  g^tend  macht,  beweist  unter  vielen  anderen  Lieb- 
lingsstücken  der  Ciavierspieler  der  Schumann 'sehe  „Car- 

*)  Was  frolich  nicht  in  dem  von  Ohamberiain  einmal  ver- 
fochtenen  Sincne  ftü*  Tristan  in  Anspruch  genommen  werden 
darf:  vergl.  die  Gontroverse  zwischen  Ohamberiain  und  Dr. 
H.  Eeimann  über  „Die  Sprache  in  »Tristan  und  Isolde«  und 
ihr  Verhältniss  zur  Musik**  —  nAllg.  Musik-Zeitung** ;  Jahrg. 
1888,  S.  983,  806  und  365. 


naval** ,  dessen  Vortrag  von  den  unglaublichsten  Widersinnig- 
keiten strotzt.  Schon  das  erste  Achtel  des  „Pröambule**  wird 
in  der  Kegel  über  den  Leisten  der  folgenden  Sechszehntel  — 

Schauen.  J^ebenbei  ma^  hier  bemerkt  werden,  dass  es  einem 
erausgeber  gelungen  ist,  die  echt  Schumann'sche  Voraus- 
nähme es  im  vierzennten  und  achtzehnten  Takte  der  ^  voUa 
in  ein  phiHsterhaftes  des  zu  verwandeln. 

Im  Folgenden  sollen  einige  Stellen  erörtert  werden,  welche 
vieUfliclrt  einer  genaueren  Bezeichnung^  unterzogen  werden 
könnten,  ohne  dass  dadurch  gleich  eine  —  neue  Ausgabe 
nothwend%  würde. 

1.  Im  „Pierrot**  begiim«B  die  Spionxe  ihr  Spiel  soiart 
in  der  linken  Hand:  es  wäre  also  gut,  folgende  marcato-Zeichen 
anzuwenden: 


2.  Im  ,,VaIse  noble**  steht  allerdings  der  Bogen  jedesmal 
über  drei  Takten.  Die  richtige  Ausftkhnmg  kann  nur  erzielt 
werden,  wenn  die  linke  Hand  nicht  an  den  Vierteln  kleben 
bleibt,  da  sonst  die  beliebte  Zerlegung  in  drei  Bögen  erreicht 
wird: 


j/  r' finr' m^m 


3.  Die  Septolen  des  „Eusebius**  sollen  als  continuirliche, 
nicht  ein£;etheilte  Passagen  eespielt  werden;  doch  würde  ein 
leichter  Accent  (agogischern  nach  dem  4b  Achtel  gerecht- 
fertigt erscheinen,  wodurch  die  ersten  vier  Achtel  den  folgen- 
den oechssehntel-Quintolen  entsprechen  würden. 

4.  Im  „Florestan**  verfährt  das  accentuirte  €8  des  zweiten 
Taktes  zu  einer  Verschiebung  der  melodischen  Phrase,  welche 
mit  fis  beendigt  ist.  Das  es  gehört  zum  Begleitungsaccord 
der  linken  Hand  und  sollte  mit  diesem  zufiammengeeclineben 
werden. 

Hat  sich  in  der  Klammer  das  8  der  „Pa^^ons**   m£.\^ 
zufkllig  in  ein  ?  verwandelt,  da  doch  stets  nur  im  Plvaral  von 
den  Papillons  geredet  wird? 

5.  In  den  £inleitung8ti^ten  zur  „Coquette**  mnss  die  Figur 
der  linken  Hand  ziemHen  au£fii.llend  nuu^kirt  werdefi;  Auch 
ist  das  zweite  b  des  8.  Taktee  nneh  unten  zu  streichen,  da 
es  nicht  zum  Motiv  gehört. 


Noch  auffallender  mag  sich  dieses  nuurcato  am  Schlüsse  der 
„Goquette**  gestalten,  um  die  .Renlique**,  welche  eich  unmittelr 
bar  anschliessen  muss,  sehr  deutlich  hervorleudAen  zu  lassen. 
In  dieser  kann  die  Imfce  Hand  bei  der  Dmoll-Stette  «m  f 
auch  das  Vorschlags -(2,  wie  in  der  reobien  Hand,  spMflR. 
Im  13.  Takte  muss  der  Bindestrich  vom  b  des  8.  Viertel  atm 
b  des  folgenden  Taktes  in  der  linken  Hand  getrieben  werden, 
da  im  vorhergehenden  G^nge  der  rechten  Hand  aucb  beide 
b  angeschlagen  werden  sollen. 


6.  Wenn  der  letzte  Takt  des  „Chopin**  bei  der  VTieder- 
holung  auch  ganz,  ohne  besonderen  Abscnluss,  gespielt  werden 
soll,  so  deutet  das  entschieden  auf  einen  unmittelbBreii  An- 
schluss  an  die  .EstreUa**^  also  ohne  Absatz. 

7.  Gegen  den  von  emer  hervorragenden  Virtuosin  in  der 
„Reconnaissance**  angewandten  Effect 


12    12 


1  a  1  s 


muss  energisch  Verwahrung  eingelegt  werden,  da  die  Bindung 
der  oberen  Octave  nicht  unterbrochen  werdto  darf.  Die  Untec>- 


■ 

i 


299 


stimme  muss  also  streng  nach  der  Vorschrift  mit  dem  Daumen 
ausgeführt  werden.  Dass  Schumann  eine  besondere  Yorliebe 
für  die  Verwendung  eines  beweglichen  Daumens  hatte,  geht 
auch  aus  der  zweiten.  Novellette  und  aus  dem  „Au&chwunjg^" 
hervor,  in  welchem  jedoch  das  beabsichtigte  ma/reaJto  && 
Daumens 


in  «in  sinnloses  Hervorstechen  des  obem  m  mit  dem  5.  Finger 
verwandelt  wird,  —  allerdings  wob  technischer  Hilflosigkeit. 

B.  In  „Pantalon  et  Golomoine''  leitet  die  FmoU-ModuSi^on 
der  1^  voUa  deutlichst  au  den  4  Takten  vor  dem  meno  presto 
zurück.  Die  Stellang  des  Wiederholungszeichens  darf  also 
nicht,  wie  es  in  einigen  Ausgaben  geschehen  ist,  verändert 
werden.  Der  vom  Comp<miston  in  Senr  2a  vöUa  ficc  die  linke 
Hand  vorgeschrieb^iie  Fingersatz:  3  auf  gea  deutet  auf  ein 
legato  mit  dem  f  des  folgenden  Taktes:  sonst  würde  der 
5.  Finger  bequemer  sein. 

9.  In  der  „Valse  allemande"  ist  fraglos  bei  der  Wieder- 
holung der  ersten  aohttaktigen  Periode  eine  ^  ViMa  mit  fol- 
gendem Abschluss  versäumt  worden: 


Die  Modulation  nach  Asdur  gehört  nur  snim  ersten  Theil, 
da  der  2.  mit  Esdor  beginnt,  sie  folglioh  in  <]tor  Luft  stehen 
würden 

10.  Der  j:|29p-Septimeiiacoord  am  Schluss  des  „Paganini" 
soll  nur  niedergedrückt,  nicht  angeschlagen  werden:  ein  be- 
kannter Pedalenect. 

11.  Dass  im  14.  Takte  der;9fl^  voJteder  „Promenade'^  jene 
oben  erwähnte  Virtuosin  das  gea  der  Bässe  in  ein  g  verwan- 
delt bat,  mae  ala  bedeutsame  Warzrang  erwähnt  worden. 

12.  im  „Marche"  möge  der  Eintritt  des  Thhne  du  XVII^me 
siede  recbt  breit  und  langsamer  als  die  vorhergehende  Stelle 
«enommen  werden :  denn  in  dieser  Behäbigkeit  kündigt  sich 
das  Wesen  der  „Phüister^^  im  G^egensatze  zu  der  über^ru- 
delndenAucw^afisenheit  der  ,,David8bündler*'  an. 

Die  im  vorhergehenden  niedergelegten  Erörterungen  sind 
einer  eingehenden  Berüoksichtagung  der  feinsinnigen  Detail- 
arbeit im  „Camaval"  entsprungen  und  mögen  nicnt  als  ober- 
flächlidie  Kritteleien  angesehen  werden. 

Carlsruhe,  19.  Januar  1892. 

Eduard  Reus& 

n. 

Vorstehendes  Vorwort  war  an  Stelle  einer  neuen  Aus- 
gabe des  „Gamaval^^  verfaest  und  mit  dem  Ersuchen  an  Frau 
Dr.  Clara  Schumann  gesandt  worden,  gütigst  davon  Einsicht 
nehmen  zu  wollen.  Der  Zweek  dieser  Sendung  sollte  darin 
bestoben,  der  Wittwe  Bobert  Schumann's  eine  Aufimerksam- 
keit  SU  erweisen.  Die  sofortige  Znrücksendung  dieses  Vor- 
worte war  von  einem  Briefe  begleitet,  in  welchem  Julie 
Schumann  dim.  YcocfsaBer  mittheilto,  „dass  ihre  Grossmutter 
meinte,  ihre  kritische  Gbsammtausgabe  der  Schumann'schen 
Werke  sei  oorreot  genne  für  begabte  Spieler,  —  Unbegabte 
sollen  doch  lieber  ganz  oavon  bleiben".  Es  ist  nicht  recht 
verständlich,  inwiefern  die  Begabung  der  Spieler  mit  einer 
kritischen  Besprechimg  des  Textes  in  Verbindung  gebracht 
werden  konnte.  Wttrde  dieser  Standpunct  der  Qentbesamkeit 
und  Zufriedenheit  mit  dem  Vorhauaenen  weitereemhrt,  so 
müsste  bald  aller  Wissenschaft  ein  Halt!  zugeru&i  werden. 
Mit  dem  von  Haus  aus  fortschrittlichen  Sinne  Schumann^s 
läfißt  sich,  eine  derartige  Aeusserung  wohl  kaum  vweinbaren, 
wenn  er  selbst  auch,  wie  es  zur  Begründung  derselben  in 
jenem  Briefe  weiter  heisst,  „der  genaueste  Correotor  seiner 
Sachen"  gewesen  sein  soll. 

Obgleich  die  Bemerkungen  des  Vorworte  somit  vor  den 
Augen  der  Frau  Schumann  seine  Gnade  gefunden  haben,  so 
werden  sie  nun  ohne  dieselbe  der  OeffentUchkeit  für  die- 
jeni|^  „be^bton  Spieler"  übergeben,  welchen  .es  in  erster 
lAme  um  die  Richtigstellung  der  ihnen  vorliegenden  Auseabe 
dee  „Carnaval"  zu  thun  ist,  und  welche  sich  oaxin  durch  kein 
Yete  beirren  lassen  wollen.  Es  ist  zu  bedauern,  dass  Frau 
Schumann  „entschieden  dagegen  ist,  irgend  welche  Zeichen 


hinzuzufügen",  da  unter  diesem  Verhalten  ihre  kritische  Qe- 
8an:mitausgabe  der  Werke  ihres  Chatten  an  unbedingter  Zu- 
verlässigkeit manche  Einbnsse  erlitten  hat. 

m. 

Der  Ver£EiSser  des  obigen  Vorworte  sucht  seit  Jahren 
die  erste  Ausgabe  der  Pa^nini- Etüden  von  Llszt,  wenn 
auch  nur  abschriftlich,  zu  bekommen.  Dieselben  müssen  bei 
Haslinger  (Wien)  nach  der  im  Jahre  1640  vollzogenen  Heirat^ 
der  Frau  Schumann  erschienen  sein^  weil  sie  bereite  die  auch 
in  zweiter  Ausgabe  beibehaltene  Widmung  an  sie  aufweisen. 
Da  Bobert  Schumann  jene  erste  Ausgabe  mit  edier  Begeiste- 
rung besprochen  hat,  so  liess  diese  Tnatsache  den  G^eiumken 
erzeugen,  dieselbe  könne  sich  noch  in  den  Händen  einer  Frau 
befinden,  welcher  nie  wieder  eine  ähnliche  schwärmerische 
Huldigung  ihrer  SUnstlerschaft  wie  gerade  aus  der  Feder 
Liszt's  zu  Theil  geworden  ist.  Für  die  mit  dem  Vorwort 
eingesandte  Anfrage  nach  dem  Besitze  jener  Aufgabe  und  für 
die  im  Falle  der  Bejahung  daran  geknüpfte  höfliche  Bitte 
um  gütige  Anordnung  einer  Gopie  derselben  scheint  Julie 
Schumann  von  ihrer  Qrossmutter  keinen  Auftrag  zur 'Beant- 
wortung erhalten  zu  haben.  — 

Inzwischen  hat  Heinrich  Porges  dem  VerfJEtsser  in 
freundlichster  Weise  das  erste  Heft  jener  ersten  Ausgabe  des 
Liszt'schen  Werkes  zum  Geschenk  gemacht.  Es  bleibt  somit 
nur  der  Wunsch  nach  Eenntnissnahme  des  zweiten  Heftes 
übrig,  worin  allerdings  die  beiden  Edur- Etüden  enthalten 
sind,  deren  erste  in  der  ursprünglichen  Gbstalt  eine  ganfs 
veränderte  Physiognomie  getragen  hat. 


Tagesge  schichte. 


Mtisikbrief. 


(Fortsetoung.) 


Wtoo. 


Ueberaus  zahlreich  waren  in  der  abgelaufenen  Saison  hier 
die  Geeangsconcerte.  Auch  diesÜEkUs  begegnete  man  dem 
bewährten  Alten  und  interessanten  Neuen,  groesoi  Tajenton, 
ja  selbst  ersten  Meistern,  aber  freilich  auch  so  mancher  liittel- 
mässigkeit.  Zu  den  anzieheoidsten  neiien  Er8oheinun^»n.^pe- 
hörte  Frau  LiUian  Sanderson,  die  geistvolle,  vonso  aohem 
künstlerischen  Ernst  erfüdlte  Amerikanerin ,  deren  Vorzüge  im 
„Musikal.  Woohenbl.**  bezeite  von  anderer  Seite  eine  so  wajrme 
Würdigung  erfahren.  Frau  Sanderson  gab  bei  uns  zwei  OqU" 
cextb,  in  welchen  sie  sich  zunächst  schon  durch  die  glüok- 
liche  Wahl  ihrer  Vorträge,  die  besonders  die  Prodnction  der 
Gtegenwart  berücksichtigt,  die  Hoaohtung  der  Kenner  und  des 
kunsteinni^^  TheUes  des  Publicums  erwarb.  Und  die  ein- 
fach schli<2ite,  dabei  aber  doch  ungemein  feinnuancirte  und 
von  einer  trecfflichen  Schule  unterstützte  Art  der  Wiedergabe, 
als  deren  Hauptvorzug  vielleicht  die  musterhaft  deutliche 
Aussprache  zu  betrachten,  musste  natürlich  die  einmal  jeewon- 
neue  gute  Meinung  der  verstehenden  Hörer  bis  zur  Bewun- 
derung und  wärmsten  Sympathie  stei^m.  Wie  ergreifend 
weiss  Frau  Sanderson  die  originellen  Tondichtungen  August 
Bungert*s  wieder  zu  geben,  eines  Gomponifiten.  den  sie  für  den 
deutschen  Concertsaal  gleichsam  neu  entdeckt  hat!  Dessen 
„Kleines  Lied"  muaste  sie  wiederholen,  mir  persönlich  war  in 
ihrer  Darstellung  das  in  seiner  naturwabreti  Einfachheit  ge- 
radezu erschütternde  Stimmungsbild  des  frierenden,  sich  tur 
seine  hungrigen  Kleinen  aufopfernden  „Sandträgers'',  dessen 
eintönig  wiederholter  Buf  so  lange  ungehört  verhallt,  noch 
weit  werthvoUer.  Tiu?elang  brachte  ich  den  eigenen  Eindruck 
nicht  los.  Auch  für  Sohumann's  wehmüthig  volksthümliohe 
BaUade  „Die  rothe  Hanne"  traf  die  Sängerin  üherraachend 
den  rechten  Ton.  Die  Masse  des  Publicums  zu  be^istem 
vermag  Frau  Sanderson  nicht,  wenigstens  nicht  in  Wien.  Bei 
uns  gibt  man  zu  viel  auf  Glanz  oder  £>ch  individii^en  Beiz  der 
Mittel,  eine  Gottesgabe,  die  der  Künstlerin  leider  venu^  ist 
So  musste  sie  denn  in  Gtesängen,  die  man  hier  von  stimm- 
be^abteren  Rivalinnen,  wie  namentlich  Frau  Boea  Pamer, 
Ahce  Barbi,  Hermine  Spies  gehört,  natürlich  abfallen,  von 
den  drei  Letztgenannten  erfreute  uns  in  der  verflossenen  Sai- 

24* 


300 


suii  nur  die  Barbi  mit  ihren  an  Feinheit  wie  Mannigfaltig- 
keit des  Aasdrucks  und  technischer  Vollendung  kaum  zu  über- 
bietenden Meistervorträgen.  Mit  der  entschiedensten  Vorliebe, 
ja  mit  wahrer  Begeisterung  und  dem^m&ss  auch  durchgrei- 
fendsten Wirkung  singt  sie  neuerdm^  Brahms:  für  eine 
Vollblut-Italienerm  gewiss  ein  seltener  Fall.  Bei  grosser  Viel- 
seitifi^keit  doch  am  meisten  der  modern  französischen  Richtung 
wahR^erwandt,  zeigte  sich  eine  andere  technisch  hervorragende 
Sftnfi;erin,  Frl.  Jet&a  Finkenstein  aus  Darmstadt,  die  ihre 
AusDÜdone,  wie  wir  hören,  theils  Prof.  Engel  in  Berlin,  theils 
Frau  Viaraot-Gkircia  in  Paris  verdankt.  Letztere  Schule  hat 
offenbar  die  besten  Früchte  getragen,  was  sich  an  der  eigens 
pikanten  und  zündenden  Manier  verrieth,  mit  welcher  die 
l)ame  einem  Bolero  von  Massö  und  einem  Chanson  arabe  von 
Godard  lebhaften  BeiÜEdl  erwarb:  allerdings  raffinirte  Stücke 
von  recht  zweifelhaftem  Werth.  Für  die  Poesie  eines  Wagner 
(^Träume")  und  Brahms  („Von  ewiger  Liebe"  und  Anderes) 
fehlte  dem  Vortrage  bei  luler  tadellosen  Correctheit  der  rüh- 
rende Herzenston.  Ein  hervorstechendes  geistiges  Element 
vermiesten  wir  in  den  Darbietungen  einer  technisch  kaum 
minder  geschulten  und  der  eben  genannten  stimmlich  über- 
legenen Sopranistin  Frl.  Baphagla  Pattini,  angeblich k. preuss. 
Hofopems&ngerin.  Der  Vergleich  mit  Frl.  Finkenstein  bot 
sich  von  selbist,  da  beide  Sängerinnen  u.  A.  die  Romanze  aus 
Thomas'  „Mignon"  vortrugen.  Viel  mehr  Interesse,  ja  Sen- 
sation erregte  in  dem  CJoncerte  des  Frl.  Pattini  ihr  Oheim 
und  Lehrer,  Hr.  Bettini,  Einer  pener  temperamentvollen  und 
fabelhaft  beweglichen  echt  itahenischen  Buffo-Sänger,  die 
heute  beinahe  schon  auf  den  Aussterbeetat  gesetzt  sind.  Von 
Matetro  Bettini  mit  dem  ihm  eigenen  sprudelnden  Humor  in 
Phrasironfi;  und  Mimik  Bossini^s  Tarantella  zu  hören,  ist 
zimi  TodtJUAchen;  wenn  aber  der  ehrwürdige  Graukopf  trotz 
längst  verblichenen  Stimmsohmelzes  zärtuche  Liebeslieder 
„girrt**,  —  dann  hört  freilich  der  Spass  auf.  Als  ein  in  Wien 
stets  wülkonunener  Gast  erschien  auch  heuer  wieder  Hr.  Paul 
Bulss,  der  miUtftrisch  schneidigste  aller  Baritone— wie  man 
ihn  h&ufig  nennt  — ,  eben  deshalb  aber  auf  der  Bühne  z.  B. 
als  Zampa  wohl  noch  überzeugender,  denn  im  CJoncertsaal. 
Hr.  Bulss  verdient  Übrigens  unseren  besonderen  Dank,  dass 
er  an  seinem  bei  Bösendorfer  gesehenen  Lieder-  und  Balladen- 
Abend  M.  Plüddemann's  „Taudier"  in  den  MittaJpunct.  des 
Programms  setzte.  Es  war  dies  mit  Rücksicht  auf  die  un- 
gewöhnliche Länge  der  besagten  Ballade  ein  Wagniss,  viel- 
leicht eher  fübr  einen  intimen  Kreis  verstehender  Freunde  des 
Eunstgenree  geeignet,  als  in  einem  öffentlichen  Ooncert  zu 
riskiren.  Die  reactionäre  Kritik  hat  denn  auch  nicht  erman- 
gelt, dem  berühmten  Gast  fiir  die  „höchst  unglückliche  Wahl" 
gehörig  den  Text  zu  lesen.  Ihr  Berichterstatter  empfing  aber 
von  der  Doppelleistung  des  Componisten  und  des  Sängers  bei 
dieser  Wiedergabe  des  „Tauchers"  einen  höchst  anregenden 
Eindruck,  einzig  bedauernd,  dass  nicht  ein  energischerer 
Spieler,  als  Hr.  F.  Masbach  vor  dem  Flügel  und  nicht  lauter 
Gesinnungsgenossen  im  Parterre  sassen.  Plüddemann's  „Tau- 
cher" ist  in  der  farbenreichen,  auf  einem  Haupt-Leitmotiv 
basirenden  Begleitung,  welche  den  declamatorischen  Accenten 
der  Singstimme  folgt,  durchaus  orchestral  gedacht  und  will 
daher  auch  amClavier  möglichst  so  angepackt  sein:  ein  Felix 
Mottl  vermöchte  dies,  verstand  er  uns  doch  bei  seinen  unver- 
gesslichen  -Tristan"-  und  „Parsifal"-Interpretationen  in  Wien 
vom  Bösendorfer  Flügel  aus  das  fehlende  Orchester  fast  zu 
ersetzen.  Uebrigens  war  selbst  der  äussere  Erfolg,  den  Hr. 
Bulss  mit  der  Plüddemann*schen  Ballade  erzielte,  ein  so  be- 
deutender, dass  er  den  Sänger  für  den  Opfermuth.  mit  der  er 
sich  einer  im  landläufi^n  Sinne  undankbaren  Auigabe  unter- 
zog, belohnt  und  für  die  nachhinkenden  Unbilden  der  ICritik 
entschädigt  haben  dürfte,  wenn  er  nicht  schon  diese  Ent- 
schädigung reichlich  in  dem  erhebenden  Bewusstsein  fand, 
für  einen  wahrhaft  ernst  strebenden  und  die  gewählte  Form 
meisterhaft  beherrschenden  Tonkünstler,  wie  Plüddemann 
Einer  ist,  so  mannhaft  eingetreten  zu  sein.  Zwei  Sensations- 
concerte  in  des  Wortes  verwegenster  Bedeutung  veranstaltete 
im  grossen  Musikvereinssaale  Hr.  Theodor  Reichmann, 
dessen  Scheiden  von  der  Wiener  Hofoper  eine  bisher  unaus- 
geftdlte  Lücke  in  deren  Repertoire  gerissen,  dessen  stimm- 
licher Schmelz  und  überquellend  herzenswarmer,  poetischer 
Vortrag  namentlich  auf  unsere  Damenwelt  einen  Zauber  üben, 
wie  kaum  die  irgend  eines  zweiten  Baritons.  Denagemäas  war 
auch  der  Saal  an  beiden  Abenden  wochenlang  im  v  oraus  aus- 
verkauft und  der  Triumph  des  seltenen  Gastes  ein  vollstän- 
diger. Eine  nicht  misszuverstehende  Anspielung  auf  das 
eigentliche  Terrain  seines  Wirkens,  das  er  in  Wien  wohl  so 


gern  wieder  beträte,  wenn  man  ihm  „von  der  anderen  Seite^ 
nur  ein  wenig  entgegenkäme,  lag  in  der  Wahl  des  Programms 
für  den  zweiten  Abend.  £^  gab  da  nur  Opernstücke  zu  hören 
und  zumeist  solche,  die  im  Ooncertsaal,  herausgerissen  aus 
dem  dramatischen  Zusammenhange,  an  Wirkung  ausserordent- 
lich verlieren.  So  Hans  Sachs'  Monologe  aus  dem  2.  und  3.  Act 
der  „Meistersinger",  Wolfram's  Gesänge  ebenfalls  aus  dem  2. 
und  3.  Act  des  „Tannhäuser",  die  grosse  (erste)  Arie  des  Hans 
Heiling  und  Anderes.  Welche  Sehnsucht  mussten  alle  diese 
Herrliäkeiten  bei  der  bestrickenden  Wiedergabe  in  zahllosen 
Herzen  erwecken:  sie  in  der  Oper  selbst  wieder  von  Reich- 
mann  zu  hören,  woselbst  bei  uns  sein  Sachs  (bekanntlich 
durchaus  nicht  die  stilvollste  dramatische  Verkörperung  des 
grossen  Schusterpoeten,  aber  doch  eine  ungemein  fessände, 
zuletzt  erhebende  Leistung),  noch  mehr  aber  sein  Wolfram, 
Holländer,  Heiling,  Vampyr  zur  2ieit  völlig  unersetzt  sind. 
Leider  fürchten  wir,  daas  nach  Alledem,  was  vor  Reich- 
mann's  geradezu  brüsker  Entlassung  vom  Hofopemtheater 
zwischen  den  Coulissen  vorgegangen  sein  soll  —  wir  können 
es  hier  nicht  einmal  andeuten  —  an  einen  Wiedergewinn  des 

Soetischen  Sängers  vorderhand  nicht  zu  denken  ist.  Stimm- 
ch  zeigte  er  sich  an  den  beiden  Goncertabenden  auf  der 
vollen  Höhe  seiner  Kraft,  dabei  bemerkten  wir  sehr  rühmens- 
werthe  Fortschritte  in  Bezug  auf  Declamatioxf,  Gebrauch  des 
Athems  und  der  Tongebung,  welch  Letztere  der  Künstler  jetzt 
mitunter  bis  zum  leisesten  Flüstern  abzudämpfen  weiss,  um 
natürlich  im  Gegensatz  hierzu  dann  mit  dem  vollen  Brustton 
um  so  unwiderstehlicher  zu  wirken.  Eine  ganz  eigene  Natur, 
eine  grandiose  Specialität  bleibt  Th.  Reichmann,  der,  wie  wir 
wissen,  R.  Wagner  au£9  Höchste  verehrt,  unter  allen  um- 
ständen selbst  im  Ooncertsaal:  nun,  vielleicnt  erfreuen  wir  uns 
bald  wieder  seiner  glänzenden  Bühnenvorzüge.  Wenn  schon 
nicht  in  Wien,   so  daftlr  an  idealerer  Stätte  —  in  Bayreuth. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Concertumsohau. 

Baltimope.  5.  Oonc.  des  Baltimore  Symph.  Orch.  (Jang- 
nickel):  Ungar.  Suite  v.  H.  Hofmann,  Ouvert.  „Prince  Igor" 
V.  Borodin,  LRhaps.  v.  A.  H&ll^n,  fealletmusik  a.  ,yLeC\^^ 
V.  Massenet,  Adagio  con  variazioni  a.  dem  Kaiserquart,  v. 
Haydn,  Gbsangvorträge  der  Frau  Metzger.  —  Piano  Recital 
des  Hrn.  d' Albert  am  12.  April  mit  Werken  v.  Bach-d* Albert 
(Ddur-Praelud.  u.  Fuge),  Beethoven  (Son.  Op.  109),  Mendels- 
sohn (Variat.  sör.),  Ohopin,  Raff  (Suite  Op.  91)  und  Liszt 
(PetrarcarSonett,  „Feux  foUets"  u.  Span.  Rhaps.). 

Boston.  Conc.  des  Philharm.  Orch.  a.  New- York  (Dam- 
rosch)  unt.  Mitwirk,  der  Damen  Franklin,  Clarke  und  Little 
(Ges.)  u.  des  Hm.  Brodsky  (Viel.)  am  12.  April:  3.  Ouvert 
zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  „Einzug  der  Götter  .in  Walhall" 
u.  K^gegesang  der  Rheintöchter  a.  „Rheingold",  „Walküren- 
ritt" a.  der  „Walküre",  „Waldweben"  a.  „Siegfried",  Gesang 
der  Rheintöchter  u.  Trauermarsch  a.  der  „Gdtterdämmerung" 
V.  Wagner,  Violinconc.  v.  Beethoven.  —  Auf^r.  v.  Schu- 
mann^s  „Das  Paradies  und  die  Peri"  durch  die  „Gecilia"  unt. 
Leit.  des  Hrn.  Lang  u.  solist.  Mitwirk,  der  Damen  Ford,  Whit- 
tier,  Thomas,  Little  u.  King  u.  der  HH.  Winch  u.  Buffum. 
—  Concertaufführung  v.  Wagner's  „Parsifal"  unt.  Leit.  des 
Hm.  Lang  mit  dem  Seidl-Orchester  a.  New- York  und  dem 
„C)ecilia"-Club,  sowie  unt.  gesangsolist.  Mitwirk,  der  Damen 
Mielke,  Wymann  u.  Little  u.  der  HH.  Fischer,  Dippel,  Meyn 
u.  Henschel  am  4.  Mai.  —  Letztes  Conc.  des  Kneisel-^uart. 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Perabo  (Clav.),  NoväÖek  (2.  Viel.)  und 
Schulz  (2.  Violonc):  Gdur-Streichsext.  v.  Brakms,  EmoU- 
Streichquart,  u.  Clav.-Violoncellson.  (welche?)  v.  Beethoven. 

Chicago.  8.  Kammermusik  der  HH.  Bendix  u.  Gen.  unt. 
Mitwirk,  der  HH.  Seeboeck  (Clav.)  u.  Scheurs  (Clar.):  Clar.- 
Quint.  Op.  81  V.  Weber,  Streichquart.  „Aus  meinem  Leben** 
V.  Smetana,  Adur-Clav.-Violinson.  v.  Brahms. 

Cleveland.  4.  Philharm.  Conc:  „Frithjof^'-Symph.  von 
H.  Hofmann,  Ouvertüre  zu  „Richard  III."  v.  Volkmann, 
drei  Nummern  a.  „Coppelia"  v.  Delibes,  Intermezzo  a.  „Oa- 
valleria  rusticana"  v.  Mascagni,  Slav.  Marsch  v.  Tscha'i- 
kowsky,  Solovorträge  der  Frau  Ford  (Ges.)  u.  des  Hm.  Egry 
(Viol.,  u.  A.  Zigeunertänze  v.  Sarasate). 

Darmstadt.  8.  Kammermusikabend  der  HH.  de  Haan, 
Helmer,  Walter,  Oelsner  u.  Reitz  unt.  Mitwirk,  des  Hm,  En- 
gel (Clar.):  Hmoll-Clavierquart. V.Mendelssohn,  Bsdur-Streich- 
quart.  v.  Haydn,  Amoll-Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonoell  ▼. 
Brahms. 


Dresden.  Conc.  des  Sän^rs  Hra.  H.  Melms  am  6.  Mai: 
CUv.-ViolinsoDkte  (Op.  ?)  v.  Oade  (Frl.  v.  Ziegler  a.  Hr.  Els- 
muin),  SoloTortrige  dee  Frl.  t.  Ziegler  (Lied  obne  Worte  v. 
TsohalkovTsfcy  und  Bmoll-Scherzo  v.  Chopin)  der  Frau 
Blaroliow-Liiidnar  (DecUm.)  u.  der  KH.  Melme  („Ein  Augen- 

"       ■  -         "  lll»   V 


blick"  V.  Hering,    „Joaminstraueli''  und  „FrUhlingswelt^    . 
A.  Ukuric«,  „Aoschied"  v,  C.  Hess  eto.)  u.  Blsmanii  (Sara- 


301 

cabre"  u.  2.  u.  8.  Satz  des  Gmoll-Oonc.  f.  zwei  Claviere  von 
Saint-Saöns,  Soli  f.  Gea.  v.  Rnbinstein  („Es  war  ein  aller 

König"),  Brahma  („Vergeblichoa  Ständchen"),  Betöny  („Me- 
lancholie", „VergiBSmeinnicht",  „Spielmanns  Lockung"  und 
„ZuTersicht"),  G.  Henschel  (Morgenhynme  u.  .Jung  Diet- 
rich") u.  A,  a  f.  Clav.  v.  J.  Lorenz  (zwei  Novelletten,  Wal- 
zer-Fragment u.  „n  mazzetto  di  fiori").  | 


Das  Felix  Mendelssohn  Bartholdy-Denkmal  In  Leipzig,  modelliFt 
(Nach  einer  photographischen  Äninahme  von  Hermann  Voge 


n  Werner  Stein. 

1  Leipzig.) 


buidav.J.C. Arnes,  Canzonetta  t.  Qodard  o.  Danses  zt^- 
nes  V.  Nachöz).  —  G^istl.  Maeikaufführ.  des  Organisten  Hrn. 
Borrmann  unt.  Mitwirkung  des  Frl.  Blüher  (Ges.),  der  HH. 
Brückner  (Oes.)  u.  Eismann,  sowie  des  Männergesang Vereins 
„Liederkreis-Harmonie"  am  16.  Mai:  Chöre  v.  RosseUi,  CA. 
Fischer  (Chor  a.  „Teil")  u.  R.  Palme  („Wie  lieblich  sind 
anf  den  Bergen"),  Vocalduett  v.  Mendelssohn,  Soli  f.  Ges.  v. 
Mendelssohn  u.  Beethoven  u.  f.  Viol,  v.  Bheinberger  (zwei 
Sait«ns&tze)  n.  J.  C,  Arnes  (Sanhande). 

Forst.  S.  Fhilharm.  Conc.  (Beröny):  HmoU-Sjmph.  v. 
Schubert,  Ouvert.  „Meeresstille  und  glückliche  Fahrt"  v.  Men- 
delssohn, I.  Bhaps.  V.  Liszt,  Solovortr&ge  der  Frau  Luther 
(Caav.,  Concartstück  v.  Weber)  u.  des  Hrn.  Ber6nj  (Violine, 
7.  Conc.  V,  de  Bäriot,  Romanze  b.  dem  9.  Conc.  v.  Wient- 
awski  u.  Cavatine  T.  Raff)- 

Ologan.  Conc.  des  Hrn.  Jul.  Lorenz  unt.  Mitwirk,  der 
Sftngerin  Frau  Becker  u.  A.  m.  am  7.  Mai:  M&nnerchOre  v. 
Tittoria  n.  J.  Lorenz'  (Altdeutsches  Minnelied),  „Danse  ma- 


Helslngrors.  7.— 14.  Hosikaufftthr.  [des  llnaikinBtituts; 
Cmoll-Clavierquart.  v.  J.  Brahms  (HH.  Dayas,  Halvorsen, 
Schwartz  u.  Merck),  Streichquartette  in  Emoll  v.  J.  Halvor- 
sen,  Op.  96  v.  Beethoven  und  in  Gdur  v.  Haydn  (HH.  Hal- 
vorsen, Sante,  Schwartz  a.  Merck),  Claviertrios  in  Bdur  und 
EsdoT  V.  Schubert  a.  in  CmoU  v.  Brahms  (HH.  Dayas,  Hal- 
vorsen u.  Merck),  No.  1  a.  Op.  70  v.  Beethoven  (Frl.  Hyman- 
der  u.  gen.  Streicher)  u.  in  Amoll  v.  Tschalkowsky  (Hr. 
Ekman  □.  gen.  Streicher),  GmoU-Clav.-YioUnson.  von  Orieg 
(HH,  Dayas  u.  Halvorsen),  ^ultaaelle",  Variat.  f.  C^avier  u. 
Violonc.  V.  F.  B.  Bnsoni  (HH.  Dayas  u.  Merck),  Zigeoner- 
lieder  Op.  103  f,  Soloquart,  u.  Clav.  v.  Brahma  (Ges.:  Frls. 
Leander  u.  Popofl'  u.  HH.  Seppelia  u.  OjanpertL,  Ciavier:  Hr. 
Dayas)  Solovortrftge  der  Frls.  Morduch  (Gos.j  „Zur  letzten 
guten  nacht",  „T>eT  Rose  Erwachen",  „Einst,  jetit"  u.  .Frtth- 
Iingswonne"  v.  W.  H.  Dayas),  Hymander  (Clav.,  Gmoll- 
Phant.  V.  Beethoven)  u.  Wendell  (CUv.,  Gdur-Sonate  v.  Schu- 
bert) u.  der  HH.  Ojanperä  (Wolfram's  Gesänge  a.  „Tannhäu- 


302 


ser"  V.  Wagner  u.  „Om  jag  dör  först"  und  „I  hosten"  von 
R.  Faltin),  Dayas  (Variat.  u.  Fuge  üb.einHÄndePsches  Thema 
V.  Brahme  u.  Sonaten  in  Bmofl  v.  J.  Reubke,  Op.  101  v. 
Beethoven  u.  inHmoll  v.  Liszt),  Halvorsen  (Amoll-Concerte 
V.  S.  Bach  u.  Vieuxtemps,  EmoU-Romanze  v.  Chr.  Sin  ding 
u.  „Huldrelok"  u.  Furioso  eig.  Comp.)  und  Merck  (Sonate  v. 
Boccherini). 

Leipzig.  Auffuhr,  des  Riedel- Ver.  (Prof.  Dr.Kretzschmar) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Martini,  Sperling  u.  Gondar  u. 
der  HH.  G.  Borchers  u.  Schreiber  (Ges.),  sowie  des  Hrn.  Ho- 
meyer  (Org.)  am  2.  Juni:  Air  a.  der  Ddur-Suite  f.  Streichorch. 
v.  S.  Bach,  Pastorale  f.  do.  a.  dem  „Messias"  v.  Händel,  Historie 
.,8aul,  was  verfolgst  du  mich"  f.  Soli,  Chor  in  14  Stimmen, 
Streichorch.  u.  Org.  v.  H.  Schütz,  Motette  „Singet  dem  Herrn 
ein  neues  Lied"  f.  zwei  Chöre  v.  S.  Bach,  Altdeutsches  Weih- 
nachtslied f.  gem.  Chor  u.  Soli  v.  R.  Volk  mann,  Chorlieder 
-Auf  Christi  Himmelfahrt",  „Auf  das  Pfingstfest"  und  „Am 
Tage  der  heiligen  Dreifaltigkeit"  v.  J.  Eccard,  Soli  f.  Tenor 
V.  H.  Albert,  J.  W.  Franck  u.  H.  Schütz  (Psalm  m.  Streich- 
instrumenten u.  Org.)  u.  f.  Org.  v.  S.  Scheidt,  M.  Schildt  u. 
J.  Prätorius.  —  4.  Conc.  des  iiiszt-Ver.  unt.  Leit.  des  Hm. 
Weingartner  a.  Berlin:  Dante-Symph.  v.  Liszt,  3.  Ouvert.  zu 
„Leonore"  v.  Beethoven,  Verwandlungsmusik  a.  „Malawika" 
V.  F.  Weingartner,  Solovorträge  der  HH.  Gauschea.  Creuz- 
nach  (Gesang,  „Botschaft",  „Abendgang"  und  „Komm"  von 
A.  Fuchs  u.  „Edward"  v.  Löwe)  u.  des  Hm.  Schuster  aus 
Mannheim  (Violine,  3.  Conc.  v.  Bruch). 

Neuchätel.  32.  Conc.  der  Sociöt^  chorale  (Röthlisberger) 
unt.  gesangsolist.  Mitwirk,  des  Frl.  Prosky  a.  Zürich,  der 
Frau  Käuber-Sandoz  a.  Bern  und  des  Hrn.  Troyon  von  hier: 
Fragmente  a.  „Orpheus"  v.  Gluck  u.  „Lohengrin"  u.  „Tann- 
häuser" V.  Wagner.    (Harfe:  Hr.  Pester  a.  2ürich.) 

New-York.  Conc.  zu  Ehren  der  National  League  of 
Musicians  unt.  Leit.  der  HH.  A.  Seidl,  Damrosch  u.  van  der 
Stucken  u.  Mitwirk,  der  Frau  Ritter-Goetze  (Ges.)  u.  des  Hrn. 
Brodsky  (Viol.):  Suite  „Esclarmonde"  v.  Massenet,  3.  „Leo- 
noren"-Ouvert.  v.  Beethoven,  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebestod" 
a.  „Tristan  und  Isolde"  u.  Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  Soli  f. 
Ges.  von  Saint-Saöns  (Arie  a.  „Samson  und  Dalila")  und 
Wagner  („Träume")  u.  f.  Viol.  v.  Bruch  (1.  Concert).  — 
d,  Conc.  des  „Liederkranz":  Scblussscene  a.  dem  1.  Aufzug  v. 
„Parsifal"  v.  Wagner,  Einzugsmarsch  a.  der  „Königin  von 
Saba"  V.  Goldmark,  a  capella-Chöre  „Die  Vesper"  v.  Beet- 
hoven und  „Im  Winter"  v.  Kremser,  Solovorträge  der  HH. 
E.  de  Reszkö  (Q«s.),  Rummel  (Clav.,  GmoU-Conc.  v.  Saint- 
Saöns)  u.  Schröder  (Violonc,  u.  A.  Spinnlied  v.  Popper). 
—  Aufführ.  V.  Saint-Saöns'  „Samson  and  Dsdila"  durch  die 
Oratorio  Society  unfe  Leit.  des  Hm.  Damrosch  und  Mitwirk, 
der  Frau  Ritter-Goetze  u.  der  HH.  Montariol,  Fischer,  Moore, 
Distelhurst  u.  Robinson.  —  2.  Conc.  des  Music  Club:  Streich- 
octett  V.  Svendsen,  G^sangvorträge  des  Frl.  Pewny  („Die 
Nachtigall"  v.  Alabieff,  „Rast"  v.  Goldmark  u.  „Vergeb- 
liches Ständchen"  v.  Brahms)  u.  des  Hm.  Fischer. 

OsnabrQck.  Geistl.Conc.  in  der  Marienkirche  am  16.  April 
unt.  Mitwirk,  des  Chors  dieser  Kirche,  veranstaltet  vom  Orga- 
nisten Hm.  Oeser:  Chöre  v.  Gade,  Hauptmann  u.  Bach-Wäl- 
ner,  Soloquart.  „Ich  hab  dich  lieb"  v.  A.  Becker,  Vocalduett 
„Quam  admirabile"  v.  Rh  ein  berger,  Soli  f.  Ges.  v.  Keiser 
u.  f.  Org.  V.  S.  Bach  (Phant.  u.  Fuge  in  Gmoll)  u.  Rhein- 
berger  (And.  a.  Op.  162).  (Nach  dortigen  Berichten,  die  dem 
Orgeispiel  des  Hm.  Oeser  volles  Lob  angedeihen  lassen,  muss 
die  Orgel  dieser  Kirche  ein  sehr  ungenügendes,  eines  Gottes- 
hauses ganz  unwürdiges  Werk  sein.)  —  Geistl.  Conc.  des  Ge- 
sangver.  (Drobisch)  in  der  St.  Katharinen-Kirche  am  13.  Mai: 
Chöre  v.  Händel  u.  P.  A.  Scliulz,  sowie  altdeutsche  geistliche 
Lieder  „Die  mystische  Rose"  u.  „Gottes  Edelknabe",  bearb. 
V.  C.  Riedel,  Motette  f.  Frauenchor  v.  Mendelssohn,  Soli  für 
Ges.  V.  Radecke  (Geistl.  Lied),  Hiller  (Gebet)  U.A.,  f.  Org. 
v.  Hesse  u.  S.  Bach  u.  f.  Violonc.  v.  Händel. 

Paderborn.  4.  Conc.  des  Musikver.  (Wagner) :  And.  aus 
dem  Ciavierquart.  Op.  16  v.  Beethoven,  Barcarole  f.  Clav.,  Viol. 
u.  Violonc.  V.  Fesca,  Fdur-Clav.-Violinson.  v.  Grieg  (Hr.  Wag- 
ner u.  Frl.  Schwartz  a.  Cöln),  Chorlieder  v.  A.  Kleffel  („Es 
fuhr  ein  Fischer")  u.  J.  J.  M  a  i^  r  („Frühling  ohn  Ende"),  Männer- 
quartette  v.  Menager,  Abt  u.  Pohlenz,  Solovorträge  der  Frls. 
Rintelen  a.  Bielefeld  (Ges.,  „Du  rothe  Rose  auf  grüner  Haid" 
v.  Lessmann,  „0  wie  tief"  v.  P.  E.  Wagner,  „Der  Lenz" 
V.  Lassen,  „Sommerabend"  u.  „Frühling  und  Liebe"  v. 
M.  Blumner)  u.  Schwartz  (Gmoll-Legende  v.  Wieniawski, 
5.  Ungar.  Tanz  v.  Brahms-.Toachim  etc.). 

Rostock.    8.  u.  4.  Orch.-Conc.  des  Ver.  Rostocker  Musiker 


(Dr.  Thierfelder):  Symphonien  v.  Schubert  (Cdur)  u.  Brahms 
(Cmoll),  Ouvertüren  v.  Spohr,  H.  Hof  mann  (Schauspiel-)  u. 
Raff  („Ein  feste  Burg"),  Trauermarsch  v.  Chopin,  Intermezzo 
f.  Streichorch.  v.  Wüerst,  „Consolation"  f.  do.  v.  Raff. 

Rotterdam.  Conc.  v.  Rotte's  Mannenkoor  (Verhey)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Klinge  a.  Crefeld  u.  A.  am  28.  April: 
„Johanna  von  Orleans"  f.  Männerchor,  Soli  u.  Orch.  v.  H.  Hof- 
mann, „Velleda"  f.  do.  v.  Brambach. 

Sondershausen.  Kammermusik  im  Conservat.  der  Musik 
am  16.  Mai:  Ciavierquart,  v.  Schumann,  Seren,  f.  Blasinstru- 
mente V.  L.  Bödecker,  Adur-Clav.-Violoncellson.  v.  Beetho- 
ven. (Ausfuhrende:  HH.  Herold  [Clav.],  Corbach,  Schomburg, 
E.  u.  A.  Martin,  Strauss,  Vaupel,  Bauer  u.  Götze.) 

Speyer.  4.  Conc.  v.  Caecilien-Ver.  u.  Liedertafel  (Schef- 
ter)  mit  H.  Hofmann's  „Editha"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  unt. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Kolb  a.  Frankfurt  a.  M.  und  Closs- 
mann  a.  Ludwigshafen,  des  Hm.  Keller  v.  ebendaher  u.  eines 
ungen.  Bassisten. 

Veraltete  Programme^  sowie  Progrofntne  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  tHÜssen  vollständig  tmbeacktet  bleiben! 

Engagements  und  GSete  in  Oper  und  Concert. 

Güstrow.  In  den  Hauptsolopartien  des  M.  Bruch'schen 
„Odysseus",  welcher  kärzlich  durch  den  hiesigen  Gesangver- 
ein zur  Wiedergabe  gelangte,  waren  Frl.  Minor  aus  Schwerin 
und  das  Ehepaar  L issmann  aus  Hamburg  activ  und  er- 
regten durch  ihre  süperben  Leistungen  den  lebhaftesten  Bei- 
fall. —  London.  Frl.  Calvö  hat  sowohl  als  Santuzza,  wie 
auch  als  Suzel  („L*Amico  Fritz")  im  Covent  Garden-Theater 
reiche  Ehren  davongetragen,  Hr.  vanDyckin  -Margarethe" 
Trimphe  gefeiert.  —  LQtzen.  Auch  heuer  durile  sich  unser 
Gustav  Adolf- Verein  bei  Veranstaltung  eines  Concertes  der 
uneigenniUzigsten  Unterstützung  des  Ehepaares  Kl  enge! 
(Declamation  und  Violoncell)  und  der  HH.  CapellmeisterSitt 
(Violine)  und  Tenorist  Trautermann  aus  Leipzig  erfreuen, 
welchen  Künstlern  sich  die  junge  Violoncellistin  Miss  Maj 
Taylor  aus  Oxford,  eine  hochtalentirte  Schülerin  Meister 
KlengePs,  und  der  brillante  Pianist  Hr.  Consolo  aus  Mailand 
angeschlossen  hatten.  Die  von  diesen  Herrschaften  gebotenen 
Genüsse  waren  abeimals  seltenster  und  köstlichster  Art  und 
werden  allen  Zuhörern  unvergesslich  bleiben.  —  Paris.  Der 
Tenor  Hr.  Lafarge,  bisher  am  Monnaie-Theater  in  Brüssel, 
ist  für  die  hiesige  Komische  Oper  verpflichtet  worden.  — 
Schwerin.  Die  viel  umworbene  hiesifi^e  Hofcapellmeister- 
stellung  ist  an  Hrn.  Gille  in  Düsseldorf,  dem  ein  sehr  guter 
Ruf  vorausgeht,  übergegangen.  Nachfolger  des  Grenannten 
in  Düsseldorf  wird  Hr.  Göllerich  in  Königsberg  i.  Pr.  sein. 
—  Wien.  Zu  der  k.  k.  Oper  wird  zum  1.  August  die  dra- 
matische Sängerin  Frau  Thomas-Schwarz  aus  Strass- 
burg  i.  E.  in  festes  Engagement  treten. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  4.  Juni.  Motette  „Singet  dem 
Herrn  ein  neues  Lied"  v.  S.  Bach.  5.  Juni.  Drei  Nummern 
a.  der  Cant.  „Also  hat  Gott  die  Welt  geliebt"  v.  S.  Bach.— 
Nicolaikirche:  6.  Juni.    Dasselbe  wie  am  6.  Juni. 

AufgefUhrte  Novitäten. 

Arens  (F.  X.),  Symph.  Phant.  „Aus  meines  Lebens  Frühlings- 
zeit". (Leipzig,  American  Composers'  Conc.  unt.  Leit.  des 
Hrn.  Arens  am  9.  April.) 

Bazzini  (A.),  Dmoll-Streichquart.  (Chemnitz,  2.  Kammer- 
musikauffiihr.  des  Hrn.  Pöble.) 

Berlioz  (H.),  Ouvert.  zu  „B6atrice  et  B6n6dict".  (Hamburg, 
9.  Abonn.-Conc.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow.) 

„Die  Flucht  nach  Egypten".  (Berlin,  4.  Conc.  des  Phil- 
harm. Chors.) 

B  o  r  o  d  i  n  (A.),  Es dur-Sy mph.  (Bern,  6.  Abonn.-Conc.  der Mosik- 
gesellschaft.) 

Brahms  (J.),  8.  Symph .  (Amsterdam, AussergewÖhnl.  Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Concerthaus.  Chemnitz,  11.  Symph.-Conc. 
der  Stadt.  Cap.  Lüttich,  3.  Conc.  der  Sociöt^  des  Kou- 
veaux-Concerts.) 

4.  Symph.  (Leipzig,  21.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Ge- 
wandhaus.) 

Adur-Seren.  f.  kl.  Oreh.    (Berlin,  10.  Philharm.  Oonc.) 


303 


Brahms  (J.),  Orchestervariat.  über  ein  Hftndersches  Thema. 

(Hambnrff,  10.  Fhilharm.  Conc.) 
Trag.  Oavert.     (Boston,  20.  Conc.  des  Boston  Symph. 

Orch.) 

Bdur-Streichsextett.  (Bremen,  6.  Kammermusik  Brom- 

berger-Skalitzky.) 
iTmoll-Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  u.  AmoU- 

Trib  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.    (Bonn,  3.,  Crefeld,  8.,  u. 

Cöln,   7.  Kammermusik  der  HH.  Hollaender  u.  Öen.  a. 

Cöhi.) 
Gmoll-Clavierquart.     (Bremen,  5.  Kammermusikabend 

der  Philharm.  Concerte.) 
Schicksalslied  f.  Chor  u.  Orch.    (Berlin,  4.  Concert  des 

Philharm.  Chors.) 
Bruch  TM.),  3.  Violinconcert.   (Boston,  18.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 
Chadwick  (G.  W.),  Ouvert.  „Melpomene^.  (Leipzig,  Ameri- 
can Composers'  Conc.    unt.    Leit.    des    Hm.  Arens   am 

9.  April.)) 
Costa  (A.),  Orchestersuite,  Cantate  „Vision"  f.  Soli,  Chor  u. 

Orch.    u.   Legende  „Pilgerfahrt  der  Seele"  f.  Sopransolo, 

Frauenchor  u.  Orch.    (Berlin,  2.  Conc.  des  Comp.) 
Dvor&k  (A.),  Ciaviertrio  Op.  26.  (Clifton,  3.  Chamber  Conc. 

des  Frl.  Eyre.) 
Ciaviertrio    Op.  66.    (Leipzig,    158.  Kammermusik  im 

Riedel- Ver.) 
Fuchs  (R.),  Cdur-Seren.  f.  Streichorch.      (Cassel,  6.  Abonn.- 

Conc.  des  k.  Theaterorch.) 
Ddur-Seren.  f.  Streichorch.  (Laibach,  3.  Mitgliederconc. 

der  Philharm.  Gesellschaft.) 
G  6  r n  s  h  e  i  m  (F.),  Ouvert.  „Waldmeisters  Brautfahrt" .  (Ham- 
burg, 8.  Abonn.-Conc.  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow.) 
„Salamis"  f.  Männerchor,  Baritonsolo  u.  Orch.    (Chem- 
nitz, 2.  Abonn.-Conc.  des  Lehrer-Gesangver.) 
Goldmark  (C),  Clav.-Violinsuite.    (Bern,  6.  Kammermusik- 

mat.  des  Hrn.  Denhof.) 
Grieg  (Edv.).   Orchestersuite  aus  „Peer  Gynt".      (Constanz, 

Symph.-Conc.  des  Hm.  Handloser  am  8.  April.) 
GmoU-Streichquartett.     (Clifton,  3.  Chamber  Conc.  des 

Frl.  Eyre.) 
Clav.-ViolonceUson.    (New-York,  10.  Conc.  der  HH.  Herr- 
mann u.  Gen.) 
Grill  (L.),   Ouvert.  „Hilarodia".     (Leipzig,  21.  Abonn.-Conc. 

im  Neuen  Gewandhaus.) 
Hallön  (A.),   Fragment  a.  der  Oper  „Harald,  der  Wicking". 

(Berlin,  Conc.  des  Opemver.  am  4.  April.) 
Hansen  (E.  R.),  Suite  f.  Streichorch.   (Leipzig,  4.  Soiröe  des 

Kammermusikver.) 
Hub  er  (H.),  Bdur-Sonate  f.  zwei  da  viere.    (Gera,  Conc.  des 

Musikal.  Ver.  am  6.  April.) 
Jadassohn  (S.),    „Vergebung"  f.  Chor,  Sopransolo  u.  Orch. 

(Chemnitz,  6.  geistl.  Musikaufßihr.  des  Kirchenchors  zu 

St.  Jacobi.) 
Jensen  (G.),  Clav.-Violoncellsonate.     (Leipzig,  4.  Soir^  des 

Kammermusikver.) 
Kahn  (R.),  Hmoll-Clavierquart.    (Stuttgart,  8.  Quartettsoiröe 

der  HH.  Singer  u.  Gen.) 
Klughardt  (A.),  8.  Symph.    (Magdeburg,  8.  Casinoconc.) 

Cmoll-Symph.    (Dessau,  7.  Uonc.  der  Hofcap.) 

Koch  (F.  E.),  2.  Symph.  (Zwickau,  8.  Phübarm.  Conc.) 
Kronach  (E.),    Ouvertüre  zu  O.  Ludwig's  Trauerspiel  „Die 

Makkabfter".    (Zwickau,  8.  Philharm.  Conc.) 
Krug  (Am.),  Symph.  Prolog  zu  „Othello".  (München,  8. Conc. 

des  Orch.- Ver.) 
Lanse  (S.  de),  3.  Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc.  im  Neuen 

Concerthaus.) 
Liszt  (F.),  „Les  Pr61udes".  (Chemnitz,  10.  Symph.-Conc.  der 

Stadt.  Cap.) 
Adur-Clavierconcert.    (Hamburg,  9.  Abonn.-Conc.  unt. 

Leit.  des  Hm.  Dr.  v.  Bülow.) 
Mac-Dowell  (F.  A.),  Drei  Sätze  a.  der  Orchestersuite  Op.  42. 

(Leipzig,  American  Composers' Conc.  unt.  Leit.  des  Hrn. 

Arens  am  9.  April.) 
Moszkowski  (M.),   Vorspiel  und  Balletmusik  a.  „Boabdil". 

(Hamburg,   9.  Abonn.-CJonc.   unt.   Leit.   des  Hrn.  Dr.  v. 

Bülow.) 
Nicodö  (J.  L.),  „Bilder  aus  Süden"  f.  Orchester.  (Chemnitz, 

11.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 
Paine  (J.  K),    1.  u.  2.  Satz  a.  der  Symph.  „Im  Frühling". 

(Leipzig,  American  Composers'  Conc.  unt.  Leit.  des  Hm. 

Arens  am  9.  April.) 


Raff  (J.),  Ciavierquart.  Op.  202.  (Chemnitz,  2.  Kammermusik- 
aufführ.  des  Hrn.  Pohle.) 

G  dur-Claviertrio.  (Leipzig,  4.  Soir6e  des  Kammer- 
musikver.) 

Reinecke(C.),  „Ein  geistliches  Abendlied"  f.  Tenorsolo,  gem. 
Chor  u.  Ghrch.  (Cnemnitz,  6.  geistl.  MusikauffÜhr.  des 
Kirchenchors  zu  St.  Jacooi.) 

Rheinberger  (J.),  Orgelconc.  inFdur.  (Amsterdam, Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Concerthaus.) 

Esdur-Clavierquart.  (New- York,  9.  Conc.  der  HH.  Herr- 
mann u.  Gen.) 

Rubinstein  (A.),  D dur-Streichquart.  (Dessau,  6.  Abend  des 
Kammermusikver.) 

Rufer  (Ph.),  B dur-Claviertrio.  (Berlin, 8. Kammermusikabend 
V.  Hm.  Emer^u.  Gen,) 

Schneider  (Th.),  „Wie  lieblich  sind  deine  Wohnungen"  für 
Chor,  Soloquart,  u.  Orch.  (Chemnitz,  6.  geistl.  Musikauf- 
führ.  des  Kirchenchors  zu  St.  Jacobi.) 

Schumann  (G.),  Hmoll-Symph.  (Thorn,  Künstlerconc.  am 
22.  März.) 

„Amor  und  Psyche"   f.   Soli,   Chor  u.  Orch.    (Danzig, 

2.  Aufführ,  des  Danziger  Gesangver.) 

Sind  in  g  (Chr.),  Emoll-Clavierquint.  (Chemnitz,  9.  Symph.- 
Conc.  der  städt.  Cap.) 

Smetana  (F.),  Ouvertüre  „Die  verkaufte  Braut".  (Aachen, 
6.  städt.  Abonn.-Conc.) 

Ouvert.  „Vltava".    (München,  3.  Conc.  des  Orch  .-Ver.) 

Streichquart.  „Aus  meinem  Leben".  (Leipzig,  158.  Kam- 
mermusik im  Riedel- Ver.) 

Svendsen  (J.  S.),  1.  Satz  a.  dem  Violinconcert.  (Chemnitz, 
10.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 

AmoU-Streichquart.  (New- York,  8.  Conc.  der  HH.  Herr- 
mann u.  Gen.) 

Tinel  (E.),  Orator.  „Franziscus".  (Würzburg,  6.  Conc.  der  k. 
Musikschule.) 

„Die  Mohnblumen"  f.  Tenorsolo,  Chor  u.  Orch.  (Ber- 
lin, Conc.  des  Opemver.  am  4.  April.) 

Tscha'ikowsky  (P.),  5.  Symph.  (New- York,  5.  Concert  der 
Symph.  Society.) 

Symph.  Dicht.  „Hamlet".  (Boston,  18.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 

Clavierconc.  Op.  28.   (Lüttich,  8.  Conc.  der  Soci6t6  des 

Nouveaux-Concerts.) 

Verdi  (G.),  Requiem.  (Crefeld,  6.  Abonn.-Conc.  der  Concert- 
gesellschaft.) 

Volkmann  (R.),  1.  Symph.  (Altenburg,  2.  Abonn.-(>)nc.  der 
Singakad.) 

2.  Seren,  f.  Streichorch.     (Boston,  21.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 

3.  Seren,  f.  Streichorch.  (Aschersleben,  6.  Abonn.-Conc. 

des  Hm.  Finzel.) 

Wagner  (R.),  „Meistersinger^-Vorspiel.  (dJonstanz,  Symph.- 
Conc.  des  Hm.  Handloser  am  3.  April.  Magdeburg,  3. 
Casinoconc.)  p- 

„Parsifal"-Vorspiel.    (Aschersleben,  6.  Äbonn.-Conc.  des 

Hm.  Finzel.) 

Huldigungsmarsch. .    (Caasel,    6.   Abonn.-Conc.    des   k. 

Theaterorch.    Chemnitz,  9.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap. 
Lüttich,  3.  Conc.  der  Soci6t6  des  Nouveaux-Concerts.) 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  In  der  St.  James-Halle  zu  London  haben  am  HO.  Mai 
unter  kolossalem  Erfolg  die  Hans  Richter- Concerte  mit 
einem  Wagner  und  Beethoven  gewidmeten  Programm  be- 
gonnen. 

*  Dieses  Jahr  soll  Wales  sein  erstes  Musikfest  in 
Cardiff,  nach  dem  Muster  der  Feste  in  Leeds  und  Birming- 
ham, haben.  Der  Leiter  desselben  soll  Hr.  Joseph  Barnby 
sein  2  welcher  auch  der  Componist  der  einzigen  wirklichen 
Novität  des  Festes,  des  Oratoriums  „Saul  of  Tarsus*',  ist. 

*  Unter  dem  Titel  „Denkmäler  deutscher  Ton- 
kunst*', herausgegeben  durch  eine  von  der  k.  preussischen 
Begierun^  berufene  Commission,  wird  soeben  von  der  Welt- 
firma Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig  ein  nationales  Unter- 
nehmen angekündigt,  das  für  die  Tonkunst  Das  zu  werden 
verspricht,  was  die  „Monumenta  Germaniae**  für  die  vater- 
ländische Geschichte  geworden  sind.  Seine  Maj.  Kaiser  Wil- 
helm II.  hat  schon  vor  drei  Jahren  ausdrücklich  das  vater- 
ländische und  künstlerische  Ziel  dieser   Unternehmung    ge- 


304 


billigt,  die  durch  Yeröffentlicliuiig  bezeiclmender  Hauptwerke 
die  Entwickelang  der  Tonkunst  in  Deutschland  darstellen  und 
damit  nicht  nur  der  Mnsikforschung,  sondern  namentlich  der 
öffentlichen  Musikpflege  dienen  soll.  Der  vom  Cultusminister 
Dr.  Bosse  berufenen  Oommission  gehören  an:  Martin  Blumner, 
Johaimes  Brahms,  Friedrich  C&ysander,  Oscar  von  Hase, 
Hermann  von  Helmholtz,  Heinrich  von  Herzogehbeig,  Joseph 
Joachim,  Philipp  Spitta,  Adolf  Tobler  und  Carl  Weinhold. 
Diese  Unternehmung,  deren  erster  Band  soeben  als  eine  Ehren- 
gabe für  die  allgemeine  Mnsikau sstellung  in  Wien  von  der 
preussischen  Begierung  ausgegeben  worden  ist,  darf,  zumal 
wenn  sie  sich  zu  einer  allgäneinen  deutschen  auswächst  — 
und  der  Name  Johannes  Brahms  greift  ja  schon  übw  die 
Beicbsgrenze  — ,  die  öffentliche  Förderung  in  Anspruch  neh- 
men ;  denn  solcher  kann  ein  vaterl&ndisches  Werk  von  dieser 
Bedeutung  ebensowenig  entbehren,  wie  des  lebhaften  Antheils 
der  nicht  eben  zahlreichen  ernsten  Musikpfleger. 

*  Die  Commission  zur  Columbus-Feier  in  Genua  hat 
beschlossen,  den  Altmeister  Yerdi  um  eine  Cantate  oder  eine 
Ouvertüre  zu  dieser  Feier  anzugehen. 

*  Das  Haus  des  Zöllner-Chors  in  New-York  ist 
durch  Feuer  gänzlich  zerstört  worden. 

*  Wae;ner's  „Lohengrin*'  wurde  in  Sevilla  zum  ersten 
Male  gegeben  und  mit  gespannter  Aufinerksamkeit  angehört. 

*  H.  Zöllner's  Oper  „Faust"',  1887  erstmalig  in  Mün- 
chen au%effihrt,  ging  am  96.  y.  Mts.  neneinstudirt  daselbst 
in  Scene. 

*  Hans  So  mm  er 's  Oper  „Lorelei*"  hatte  sich  bei  ihrer 
Erstaufftihrung  im  Hofbheater  zu  Weimar  am  3.  Juni  einer 
sehr  günstigen  Aufnahme  zu  erfreuen.  Einen  ausführlichen 
Bericht  bringen  wir  nftohstens. 

*  In  Berlin  gab  es  in  vor.  Woche  zwei  Opernpremi^ren: 
in  der  Hofoper  ging  am  4.  J.  Strauss'  „Bitter  Pasman**  in 
Scene,  während  die  ECroll-Oper  am  3.  A.  Förster's  JLorle" 
herausbrachta  Beide  Novitäten  fanden  freundliche  Au&ähme. 

*  Mascagni's  „L*Amico  Fritz"  hat  im  Covent  Qftrden- 
Theater  in  Lp ndon  eine  sehr  günstige  Aufnahme  gefunden, 
welche  vielleicht  aber  mehr  dem  persönlichen  Erfolg  des  Frl. 
Calv6,  der  Darstellerin  der  SuzeL  zuzuschreiben  ist.  —  Dasselbe 
Werk  hatte  auch  bei  seiner  £rstau£[%lhrung  im  Hofbheater 
zu  Dresden  am  2.  Juni  einen  hübschen  Enolg. 

*  A.  Enna's  Oper  „Die  Hexe"  hat  bei  ihrer  Premiere 
am  Deutschen  Landestheater  zu  Prag  am  1.  Juni  einen 
grossen  Erfolg  gehabt. 


*  Carl  Beinecke*  6  neue  Oper  „  Der  Gouverneur  von  Touis*^ 
wurde  bei  ihrer  Erstaufführung  in  Leipzig  am  5.  Juni  sehr 
warm  aufgenommen. 

*  In  St.  Petersburg  wurde,  wie  es  scheint,  die  neue 
Oper  „Le  Prince  Söröbreny"  von  Kazatchenko  bei  ihrer 
erstmaligen  Aufföhrung  vom  Publicum  sehr  günstig,  von  der 
Kritik  weniger  gut  aulgenommen. 

*  Die  im  Bellini-Theater  in  Neapel  er8tmaligau%efährte 
neue  dreiactige  Oper  „Mercedes"  von  Daniele  Per regrini 
hat  ein  schwaches  Libretto  und  die  Musik  ist  düster  und  er- 
mangelt des  Interesses  der  Neuheit.  —  Ein  verdientes  Schicksal 
hatten  die  Opern  „Gringoire"  von  Scontrino,  im  Yerdi- 
Theater  in  Padua  mit  grossem  Erfolg-  au%eföhrt,  und 
-Pagliaccio"  von  Leon  Gavallo,  mit  ungeheurem  Erfolg  im 
Dal  Yerme-Theater  in  Mailand  als  E^tiingsoper  des  ge- 
nannten Dichter-Gomponisten  gegeben. 

*  An  der  Feier  der  goldenen  Hochzeit  des  dänischen  Königs- 
paares in  Gopenhagen  nahen  sich  compositorisch  der  87jAhrige 
J.  P.  E.  Hart  mann,  der  Nestor  der  lebenden  Gomponisten,  und 
Hofcapellmeister  J.  S.Svendsen  beth^iligt:  Ersterer  schrieb 
eine  in  der  Universität  aufgeftlhrte  Gantate,  Svendsen  einen 
Morgengrusschor  fOr  die  Gopenhagener  Sänger,  sowie  die 
melodramatische  und  Balletmusik  zu  einem  im  k.  Theater  auf- 
geftkhrten  Festspiel  von  Prof.  BergsÖe. 

*  Der  Architekt  Beynaud  der  Grossen  Oper  in  Paris 
ist  von  dem  Minister  der  Schönen  Künste  nach  Wien  be- 
ordert worden,  um  daselbst  die  Maschinerien  und  Deco- 
rationen der  Hofoper  zu  studiren,  da  man  in  Paris  den 
Bchn^en  Decorations  Wechsel  noch  nicht  kennt,  wie  er  in 
Wien  durch  Dampfkrafl  bewerkstelligt  wird. 

*  Hr.  Jos.  M.  Homeyer,  ein  ausgezeichneter  Orgelspieler, 
beging  kürzlich  das  26jährige  Jubiläum  als  Organist  in  Duder- 

*  Hr.  Prof.  Ant.  Zamara  in  Wien  hat  vom  Ejiiser  von 
Oesterreich  das  goldene  Yerdienstkreuz  mit  der  Krone  ver- 
liehen erhalten. 

Todtenliste.  Ant.  Aulagnier,  Organist,  Gomponist, 
Musiklehrer  und  Musikalienverleger,  f,  90  Jahre  alt,  in  As- 
niöres.  —  Alexis  Bouvier,  als  Bomanzencomponist  berühmt, 
wenigerdurchseineOperetten,  fam  IS.Mai,  56  Jahrealt,  inParis. 

Beriehtlgung:  In  No.  92  muss  es  in  den  Berichten  u. 
der  Goncertumschau  unt.  Mülheim  a.  d.  B.  Frau  Graemer- 
Schleger  statt  Graemer-Schlegel  und  6.  statt  9.  Symph.  v. 
Beethoven  heissen. 


Brief  l£ 

JS.  7\  in  C  Die  Gantorstelle  an  unserer  Thomaskirche  ist 
noch  nicht  wieder  besetzt,  Sie  können  sich  also  inmier  noch 
melden,  wenn  Sie  auch  kaum  einen  Erfolg  damit  haben  dürften. 

G.  O.  in  JB,  Was  Sie  uns  Über  die  verstorbene  Sängerin 
schreiben,  brachten  wir  unter  Begleitung  eines  Portraits  der- 


a  8  t  e  n* 

selben  bereits  im  16.  Jahrgang  unseres  Bits.,  weshalb  wir 
keinen  Gebrauch  von  Direr  ger  Einsendung  machen  konnten. 
Anonymus  m  Z.  (?).  Dire  Mittheilungen  über  das  Yorleben 
des  Hm.  M.  S.  sind  für  uns  völlig  werthlos  und  unbenutzbar, 
so  lange  Sie  dieselben  nicht  persönlich  vertreten. 


Anaselffen. 


W.  Auerbach  Nachf ., 

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Kaisers  Franz  Joseph  im  Auftrage  des  k.  k.  Ministeriums 

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Raum  zu  verkaufen.  Anfragen  an  FrSul.  Hoffelt,  Dessatl, 
Zerbster  Str.  34,  zu  richten.  [024.] 


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mit  B^leitung  des  Pianoforte 

von  [6 

Anton  Rückauf. 

Op.  6.      Dpei  Balladen  von  L.  ühland  für  1  Sing- 
Btinune  mit  Begleitung  des  Pi&noforte. 
No.  1.  Die  Nonne.      1   ^ 
No.  2.  Die  Königstochter.     1  Ji 
No.  3.  Der  letzte  Pfslzgraf     1   Ji 
Op.  9.      FDnf  LiedeP   von   Hafis    für    1   SingBtimme 
mit  Begleitung  dee  Pikdo forte. 

No.  1.  „WieMelodieausreinerSphärehörich-.öO^. 
No.  2.  „Ich  will  bia  \u  die  Sterne".  1  Ji 
No.  3.  »Hein  ausser  Schatz!  Du  bist  zu  gut".  50  /^. 
No.  4.  „Ich  dachte  dein  in  tiefer  Nacht".  50  4- 
No,  5.  „Wehre  nicht,  o  Lieb,  wehre  nicht".  75  ^.  ' 
Op.  11.  5  Duette  (VolkspoeBion,  übersetzt  von  6.  Fr. 
Daumer)  für  zwei  Singstimmen  mit  Piftnoforte. 

No.  1.  Tröstung  (Litthauisch).  Für  Sopran  u.  Alt.  1  Jl 
No.  2.  Sehnen  und  Bangen  (Litthauisch).  Für  Sopran 

und  Tenor.     1   Jt 
No.  3.  Vergeblicher  Rath  (Böhmiscli).     Für  Soprau 

und  Alt.     1  Jt 
No.  4.  Liebeagezä&ke  (Neugriechisch).     Für  AU  und 

Tenor,     1  ^ 
No.  5.  Rasche  Onade  (Russisch),  Für  Alt  u.  Tenor.  \Ji 
Op,   12.     5  MlnneiiedeP  von  Walther  von  der  Vogol- 
weide.     Für  eine  Singstimme  mit  Pianoforte. 
No.  1,  Ein  ICosB  von  rothem  Munde.     50  /^. 
No.  2.  Bcbönheit  und  Tugend.      1   Ji 
No.  3.  Ergebung  und  Versagung.      1   Jt 
No.  4.  Unter  der  Linde.     1  Ji 
No.  5.  Gewalt  der  Hinue.     1  Ji 
Op.  14.     T  LledeP  för  eine  Singstimme  mit  Pianoforte. 
No,  1.  „D&mmerod  liegt  der  Somraerabend"  (Heine).l^ 
No.  2,   „Einen  Liebsten  hab  ich"  (aus  dem  Italieni- 
schen von  G.  Fr.  Danmer).     1    Ji 
No.  3.    n^nd  du  bist  vermählt"   (ans  dem  Serbischen 

von  G,  Fr,  Daumer).     50   4, 
No.  4.   „Du  wunderschüneB  Ü&gdelein"  (aus  dem  Ru- 
mänischen von  Carmen  Sylva).     50  4- 
No.  5.  „Die  Jungfrau  scblAft  in  derKammer"  (Heine), 

1  Ji 
No.  6.    „0  Liehe,  kehre  meinem  Herzen".     50   4- 
No.  7.    „Dn  schaust  mich  an"  (aus  dem  Rumänischen 
von  Carmen  Sj'lva).      1   Ji 

Leipzig.  Fp.  Kistner. 

Neuer  Verlag  von  Ries  A  Erler  in  Berlin. 


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Pianoforte.    Op.  5. 

No.  1.  UaiUed.  Ji  1,30.  No.3.  Lied  Uargaretha's.  No.!l. 
Du  Liebes  Auge.  No,  4.  Am  Springbrunn.  No.  5.  Im 
Hain  ^\  Ji.  No.  6.  Wenn  der  Vogel  naschen  will. 
X  l,aO,  (636.) 

Ernst   Gd.    Tanbert,    3   Ueder  fUr  eine  Sing- 
stimme mit  Pianoforte.    Op.  47. 

No.  1.  Trabant.  Ji  1,—.  No.2.  Die  Heimfahrt.  Jl  1,20. 
No.  3.    Die  Lerche.    .4  1,20. 

FraOZ   Ries,     „Bleibe,   Abend  will  es  werden". 

op.  40.   FflF  eine  Singstimme  mit  Pianoforte.   (Eventuell 
mit  Harmonium  oder  Orgel.)    Hoch,  tief  ä  M  1,50. 


:Slia.e    a-y m pVi r\r\ ^t*.n\y t*   ^lohtung 

nach  Schiller'schen  Worten 
für 

grosses  Orchester 

componirt  von 

Op.  24. 

Partitur  n.  ^  6, — .  Orchesterstimmen  n.  ^   12,— 


Vor  Knraeni  erschient 


1  demselben  Componisten: 


W.] 


Op.  14.    Enyhorion.     Eine    sjmphoniscbe  Dichtung   für 

grosses  Orchester  (nach  Ooethe's  „Faust",  II.  Theil, 
:j.  Act).  Part.  n.  Jt  6,—.  Orch.-Stimmen  n.  .M  10,—. 
Für  Pianoforte  zu  4  Händen  .i(  3,50. 
Op.  32,  Onverture  Ober  ein  nordisches  Thema  fur 
grosses  Orchester.  Partitur  n.  Jt  5,—.  Orch.-Stimmen 
n.  J6  6,-~.    Clav,-Ausz,  zu  4  H&nden  J(  3,60. 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Siegel'B  MasikaUenhandlung 
(R.  Linnemann). 


306 


FIflsel-  and  Planlnti-FalMrllcaiit. 

Hofliefei^ant. 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  DeaUehland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser!,  and  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  Ton  Edinburgh. 


X^ondon   W. 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
IL  Fabrik:    21  GrOnauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
in.  Fabrik:    124  Roiehenberger-Strasse. 


[630.] 

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stattang, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrik  tt 

zu  lierakgesetzten  Preisen  zu  verktufea      W 

{681—. 

SlUnstrlrte  Preis-Yepzelehnisse  zu  beziehen  durch 
C.  Schwalbach,  Reichsstrasso  24,  Leipzig 

Zm 

Soeben  erscbienen:  [632.] 

Georges  Bachmann. 

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Souvenir  de  Toscane,  Chanson ^  1,50. 

Polka  Napolitaine „  1,25. 

Les  Bluetß „  1,25. 

Chanson  Tyrolienne „  1,25. 

Chanson  R^gence        „  1,25. 

Mon  coeur  soupire j 

(„Ihr,  die  ihr  die  Triebe  des  Herzeng  keimt")  >    „  1,25. 

Air  des  Noces  de  Figaro.     Transscription.  ) 

Mainz.       B.  Schott's  Söhne. 

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Hjieclei*  Tikv  eine  Stimiiie. 

Heftansgabe  je  Ji  1,—.  [633—.] 

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Tenor  No.  461-600,  Bariton  und  Baas  No.  601—700. 

Verzeichnisse  unentgeltlich  in  jeder  Buch*  u.  Musikhandlung. 


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Felix  Mendel ssobn  Btrtlioldy. 

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Dr.    W.    A.    Lamiiaclitts. 

Mit  PortraU  und  einem  facHmiUrten  Briefe  Mendeigeohn'B. 

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Dem  Bedür&iisse  des  grösseren  Publicums  nach  einer  zusam- 
men fietssenden  Darstellung  von  Mendelssohn's  Leben  und  Schaffen 
kommt  in  glücklichster  Weise  dieses  Buch  «itgegen.  Lampadius 
hat  es  verstanden,  ein  lebensvolles,  liebevoll  ausgeführtes  und 
leicht  übersichtliches  Bild  zu  schaffen,  das  allen  VerehremMen- 
delssohn^s  eine  willkommene  Gabe  sein  wird.  Möee  diese  Men- 
delssohn-Schrift namentlich  in  der  heranwachsenden  Mnsiker- 
generation  neue  Liebe  und  Verehrung'  fuir  den  edlen  Meister 
wachrufen.  (dresdener  Zeitung.) 

t685.] 

Verlag  von  F.  E.  C.  Leuckart  in  Leipzig, 

Verlag  von  Eugen  Franck'sBuchh.(G.  Maske)  inOi^elli. 

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vermögen  der  SKusiiR. 

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an   der  Hand   von  Prof.  Hanslick's  Buch 

'  „Vom  Musikalisch-Schönen''. 

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Paul  Schneider« 

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Musikdirector  gesucht. 

[837a.] 
Infolge  Ablebens  des  bisberigen  biesigen  Musikdirectors  ist  die  dadurcb  vacant  gewordene  Stelle  neu  zu 
besetzen.  Verpflicbtnngen:  Qesanganterricbt  an  der  böberen  Stadtschule  und  einigen  Primarscbulclassen,  Unterricht 
in  Violine,  Flöte  und  Clarinette  an  der  höheren  Stadtschule  (einzelne  Olassen  und  Elnsemble),  Orgeldienst  der  evangel. 
Kirche,  Direction  eines  Männerchors  und  eines  gemischten  Chores  (Beide  für  Eunstgesang)  und  eines  Orchesters. 
Festes  Anfangsgehalt  Frcs.  4300 — 4500,  Gelegenheit  zu  reichlicher  Privatbethätigung.  Sehr  schöne  bleibende 
Stellung,  als  Mittelpunct  des  gesammten  musikalischen  Lebens  der  Stadt.  Antritt  nach  Uebereinkunft.  Anmel- 
dungen sammt  kurzem  Lebensabriss  und  Zeugnissen  sind  bis  15.  Juni  dem  Unterzeichneten  einzureichen. 
GlarUS^  den  19.  M^  1892. 

XDer  Px^sidexaLt  des  Solaii  1  rcitlxes  i 

Dr.  Epnat  Bus«. 


iHÜmFeurich,  a^uri^f  ^^'^' 

llfl.  siclis.  Hof-PlaaororiefaUrtt,    4#  ^  ^tVPÜC^^ 

Leitueig.     ^^UT^^^  ^         ^"^ 


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[688p.] 


Verlag  von  B.  W»  FrttEseh  in  Leipzig. 


B6W)  HAX  <I#8M9    forte 


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Traiisscriptioiieii 

classischer  Stücke 

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(Violoncello  ad  libit.) 
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Op.  16. 

H&ndel,  Largo. 
Himmel,  Mareeh. 
Mozart,  Ave  verum. 
Haydn,  Arie. 

Mendelssohn,  Lied  ohne  Worte. 
Händel,  Menuett. 
Mendelssohn,  Adagio,  Op.  65*. 
Händel,  Sarabande. 
Mendelssohn,  Adagio  tranq.  Op.  65*. 
Händel.  Bounnto. 
Bach,  Fughetta. 

Mendelssohn,  Andante  religioso.  Op.  66^ 
Gounod-Bach.  Ave  Maria  (Möditation). 
Wagner,  B.,  Freislied  aus  „Die  Meistersinger  von 
Nttmbeig«.  [640.] 


No.  19. 

«  20. 

n  21. 

n  22. 

«  28. 

n  24. 

n  26. 

n  26. 

n  27. 

«  28. 

n  29. 

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n  8L 

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Verlag  von  Wllhetm  Hansen,  Leipzig. 

Technische  Studien 

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des  Violoncellspiels: 

Rob.  Hausmann,  L.  Hegyesi, 

Berlin.  Cöhou 

Julius  Kiengel,  Franz  Neruda, 

Leipzig.  Gopenhagen. 

Alexandre  Wierzbiiowios, 

St.  Petersburg. 


a 


^ 


Jed«  Nummer  H.  1,— . 


.  S<Aott*s  Stthne. 


Mainz. 


Theodor 
Holm. 


Verlag  von  E.  W.  F  r  i  t  a  s  ch  in JLeipzig.      [642.] 

Beethoven's  Streiehqnartette. 

Versuch  einer  technischen  Analyse  dieser 
Werke  im  Zusammenhange  mit  ihrem  gei- 
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druckten Notenbeispielen.)    Pr.  5  Mwk. 


308 


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Die  Fabrik  bestellt  seit  7.  November  1853. 


Pl&tze 


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Conoertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [644—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 


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*7.   Ferdinand  Rhode-Strasse. 
Neue  Berliner  Goncert-Agentur  Gnevkow  &  StemberfiT- 


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henogl.  säohs.  Hofyianist,  FrofesBeur  anp^rienr  am  Oonseryatorimn 

SU' Genf  (Sohweü).  [645->.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Alfred  K^rasselte 


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Baden-Baden. 

Yertr.  H.  mTollT.    Berlin. 


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Ich  wohne  Yom  1.  Juni  d.  J.  ab:  [647a.] 

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Frankfurt  a.  M.        Pf^f^  g„g^  Heermann. 


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Die  Pianistin  Fräulein 

hat  mir  ihre  geschäftliche  Vertretung  übertragen,  wes- 
halb ich  Anfragen  und  Engagementsan träge  für  die  Künst- 
lerin direct  an  meine  Adresse  zu  richten  bitte.  [648.] 

Ooneertdirection  Hermann  Wolff. 

Berlin  W.,  Am  Carlsbad  19,  I.  Tel.-Adr.:  Musikwolff. 


Clara  Hoppe, 

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Coneert-  imd  OratoriensäDger  (Teoor).  [65i-.] 

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'/.VI      #1av«      ail^    1^iinliriBnnlAi*iVAr»A     VkAf»/\n»AvkA««     IH-v^.«»^!^^^^      J  ^^     -.^^1! 


KT- 


T»_  •! 


Leipzig,  am  16.  Juni  1892. 


BllA  tllllllekl  Buk-,  [lUt- 
ul  imtilliUailiuDi,  tiwlt 
hRh  ilii  Fnilim  n  Mian. 


^' 


# 


^\\^des  WoeA 


ru  tu  iiiikiiiuki  VKiiimti 
kntuiKU  luiUiuii  itid  u 

MKI  MlCIlU    u  Idimltll. 


Organ 

für  Musiker  jmdjffusikfreunde, 

Verantwortliclier  Eedacleur  und  Verleger; 

E.W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königsstraase  6. 


^^ 


Daa  HueiValiBcbe  Wocheoblntt  enuLaiot  jährlich  in  03  Nommem.  Der  AbonDementabetr&g 

fOr  du  Quartal  von  13  Niimmern  ist  9  Mark ;  eine  einzelne  Numner  knetet  40  Ffenniee.  Bei 

niit         II.  1         diracter  frankirter  KTeuzbaudseodani;  treten  nacbntehende  viertcliabrliche  ÄbonneTnenta- 

AA.lll<     J&DrS*  1        ET^''^  i°  ^^^-  ä  ^'^^  50  Pf.  far  da«  Deutsche  Reich  und  üegteireich.  —  3  Mark  75  Pf. 

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Zuerundeleffune  Toretebender  BeEngshedinaiin^n  berechnet 

Die  InMrtioDigebflhTeo  fär  aen  Banm  einer  geipöltenen  Fetiteeile  betr&gen  80  Pfennige, 


|No.  25. 


ial(:   Dls  aun  t. 
Bund,  Hani 


.   GonceDDmsch&iL  — 


A.  GMaok,  Hsnii  aerold,  F.  Kliue,  J.  Vemon  Dnd  H,  Beinbo 


-  Brlerkutan.  —  Aozeigan. 


t  Anbuii:    OompodtlonsD  ^ 


Die  geehrten  Leser 


^s  „Musiiatisckeu  l^ockenhlaltes'\  deren  AbomiemeHt  mit  dem  laufenden  Quartal,  resp.  mit  No.  2S  tu  3uie 
geht,  werden  für  de»  Fall,  dass  sie  dieses  Organ  über  den  geti.  Termin  hinaus  eu  erhalten  tuimscken,  gebeten, 
ihre  Bestellungen  rechtzeitig  anbringen  ssu  wollen,  damit  in  der  Zusendung  keine  Unterbreckimg  stattfindet.  — 
Den  werthen   yaltresabotmenteti  gegenüber  bedarf  es  natürlich  dieser  Erimienmg  mcht.  * 

R   W.  FRITZSCH. 


Die  Sage  von  „Tristan  und  kolde"  bei 
Richard  Wagner. 

Tod  Dr.  ApthuF  Seldl. 
(Fortaetnmg ) 

„Was  ist  Liebe  unter  dem  Zeichen  der  Ewig- 
keit?" —  Diese  inbalts  tiefe,  ach  wer  wiegende  Frage,  sie 
bildet  gleichsam  die  philosophische  Signatur  unseres  Dra- 
mas, und  so  könnten  wir  füglich  auch  dun  alten  Spruch: 
„Was  du  ewig  liebst,  ist  ewig  dein"  als  die  eigentliche 
Sentenz  des  2.  Actes  insbesondere  ausgeben.  Diese  ernste 
Frage  legen  sich  auch  die  beiden  Liebendon  hier  vor, 
diese  Antwort  suchen  eich  Beide  gegenseitig  auch  zu 
geben;  und  es  ist  nur  das  Ewig- Wei bliche ,  jenes  tief- 
menschliche  und  echt  weibliche  Sehnsnchtsverlangeu  des 
liebenden  Herzens,  sich  mit  dem  geliebten  Wesen  g  nz 
und  vollends  Eines  zu  wissen  —  dasselbe  mutatis  mu tan dis, 
das  auch,  ein  Qretchen  ihren  „Doctor"  vorher  bu  „kate- 
chisiren"  verlangt,  —  wenn  es  Isolde  nicht  eher  zur  Ruhe 


kommen  Ifisst,  als  bis  ihr  Tristan  seine  innersten  Regna- 
gen, und  geheimsten  Ekupfindungen  ganz  und  gar  enthüllt 
hat  nnd  jene  philosophische  Idee  in  ihrer  vollen  Reine, 
das  Glaubeosbekenntniss  —  wenn  wir  so  sagen  dürfen  — 
in  seinem  ganzen  Umfange,  seiner  ganzen  Eraft  und 
Tiefe  nun  von  Beiden  gemeinsam  ngetheilt"  wini.  Dies 
nAmlichistder  dramatische  Sinn  des  2.  Actes,  der  so  oft 
geleugnet  worden  ist.  Was  dereinst  Altmeister  Goethe 
in  seiner  Vermählung  Faustens  und  Helena's  mit  der  Er- 
lernung  des  (deutschen)  Reimes  durch  I^etztere  beabsich- 
tigte, das  hat  hier  bei  Wagner  in  dem  sich  schliesslich 
zu  einem  einzigen  Helos  vereinigenden  Zwiegesang  des 
Masikdramns  eine  geistige  Vertiefung  dahin  erfahren, 
dnss  —  was  dort  erst  nur  Sstbetisch  gemeint  und  nur 
foi-mell  Ausgeführt  sein  konnte — hier  nun  ideell  vollendet 
und  materiell  vollsogen  ist. 

Wie  hier  im  „Tristan"  (vgl.  den  hehren  Zwiegesang: 
„So  stürben  wir"  etc.)  Jedes  dem  Anderen  immer  das 
entscheidende  Wort  vom  Munde  nimmt,  bis  ihre  Stimmen 
sich  dann  endlich  in  der  gemeinsamen,  gleichen  Idee  auch 
zum  Unisono  vermählen,  es  erinnert  gewiss  nicht  wenig 


310 


an  jene  bekannte  Stelle  der  Reim-Unterweisung  Helena's 
durch  Faust.  „Eines  Athems  inniger  Bund",  —  das  in 
und  durch  die  Macht  der  Musik  offenbarte  Mysterium 
liebender  All-Einheit  selbst!  Auch  bei  Faust  und  Helena 
ist  es  ja  eine  Beiden  „gemeinsame  Idee**,  die  dem  Ge- 
spräch SU  Grunde  liegt,  zudem  die  (dort  mit  lediglich 
dichterischen  Mitteln)  auf  dem  Wege  des  poetischen 
Einklangs  gesuchte  und  gefundene  Lösung  des  Zwie- 
spalts zur  organischen  Einheit;  nur  —  wie  wir  jetzt  wohl 
noch  hinzufügen  ..dürfen  —  mit  dem  einen,  gar  wesent- 
lichen unterschiede,  dass  dort  (im  Faust)  schlechterdings 
nur  im  Sinne  einerWeltfreudigkeit  verstanden  werden 
kann,  was  hier —  von  den  Beiden:  Tristan  und  Isolde  — 
im  Sinne  und  Geiste  der  Weltüberwindung  ein  för 
allemal  entschieden  wird.  Es  ist,  wie  "wenn  dort  noch 
einmal,  der  alte  Heide  in  seiner  ganzen  griechischen  Herr- 
lichkeit aufgelebt,  hier  aber  das  Ghristenthum  zum  ersten 
Mal  entscheidend  in  dieses  Stoffgebiet  der  Gesammt- 
b'tteratur  eingetreten  wäre. 

Damit  wären  wir  denn  auf  dem  eigentlichen  Höhe- 
puncte  unserer  Betrachtung  des  „Tristan "-Gedichtes  an- 
gelangt, und  nur  kurz  möchte  ich  die  Aufinerksamkeit 
des  Lesers  noch  darauf  hinlenken,  dass  wir  in  diesem 
letzterwähnten  Zuge  allerdings  ein  gar  bedeutsames  Grund- 
element Wagnerischen  Wesens  und  Wagnerischer  Eigen- 
art aufgedeckt  haben,  eine  charakteristische  Eigenthüm- 
lichkeit,  die  ihn  von  allen  anderen  Dichtem  und  Vor- 
gängern —  nicht  nur  in  Behandlung  dieses  Stoffgebietes 
—  auf  den  ersten  Blick  unterscheiden  muss.  Wenigstens 
scheint  mir  bisher  an  ihm  noch  immer  viel  zu  wenig  be- 
achtet jene  eine  grosse  Thatsache  von  der  Umbildung 
•.und  Umwandlung  aller  Stoffe  in  dem  soeben  berührten 
Sinne  einer  Umkehr  von  der  Bejahung  zur  Verneinung 
der  Welt.  Nur  dadurch  war  eine  so  interessante,  fes- 
selnde und  denkwürdige  Erscheinung  möglich,  wie  diejenige : 
dass  die  beiden  Ideen,  Tristan  und  Parcival,  welche 
im  13.  Jahrhundert  von  zwei  als  geistigen  Gegnern 
sich  gegenüber  stehenden  Männern  gedichtet  worden  waren 
und  damals  noch  als  das  Losungswort  für  zwei  in  beson- 
deren Heerlagern  sich  schroff  bekämpfende,  geistige  Rich- 
tungen der  Zeit  aufgefasst  werden  durften,  in  unserem 
Jahrhundert  in  einer  einzigen  Person  verkörpert  und 
vereinigt  auftreten  konnten.  Dass  ich  mich  recht  aus- 
drücke: es  ist,  wie  wenn  erst  jetzt,  im  19.  Jahrhundert, 
durch  Wagner  und  seine  Gestaltung  derselben  alle  jene 
alten,  prähistorischen  Mythen,  denen  doch  ursprünglich  nur 
die  alte  Anschauung  vom  Sonnenmythus  zu  Grunde  lag 
und  die  mit  ihren  Kämpfen  des  Sonnenhelden  gegen  die 
nächtlichen  Gewalten  zum  Leben  im  Lichte  doch  immer 
nur  im  Sinne  der  Bejahung  und  der  Lebensfreudigkeit, 
des  weltlichen  Thatendranges  und  seines  äusseren  Erfolges 
verstanden  werden  konnten,  —  als  ob  erst  jetzt,  sage  ich, 
diese  alten  Sagen  endlich  ganz  und  gar  vom  christlichen 
Geiste  der  Welt-Verneinung  durchdrungen  wären,  erst 
heute  das  Christenthum  auch  diese  altheidnische,  daseins- 
freudige und  lebenslustige  Poesie  endgiltig  sich  erobert 
und  überwunden  hätte.  In  diesem  (oder  doch  ähn- 
lichem) Sinne  konnte  auch  der  edle  Novalis  in  der  5. 
„Hymne  an  die  Nacht"  Christum  als  Denjenigen  feiern, 
der  das  ernste  Räthsel  der  ewigen  Nacht,  das  die 
heitere  griechische  Welt  ängstigende  Todesräthsel,  ge- 
löst und  zum  Tag  erhellt  habe! 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Zweites  Westfälisches  Musikfest  zu  Dortmund 

am  22.  und  23.  Mai  1892. 

Erster  Tag. 

Dass  alle  zweiten  Werke  und  Unternehmungen  ihre 
Achillesferse  haben  und  dem  Neide  der  Götter  ganz  vorzugs- 
weise ausgesetzt  sind,  kann  Niemand  geistvoller  auseinander- 
"  setzen,  als  Friedrich  Nietzsche  es  gethan  hat.  Auch  das  zweite 
West&lische  Musikfest  hatte,  im  Vergleich  zu  seinem  so 
ausserordentlich  glänzend  gelungenen  Vorgänger,  etnig^er- 
maassen  unter  diesem  Unstern  zu  leiden.  Dies  betrifil  haupt- 
sächlich die  Leistungen  des  Chores.  Die  Batterie  war  zwar 
stärker  als  das  erste  Mal  (nach  dem  Yerzeichniss  827  Stimmen 
e;egen  677),  aber  sie  war  bei  Weitem  nicht  so  stark  geladen. 
reicht  nur  entbehrte  der  prachtvolle  Erö&ungschor  von  Bach: 
„Lobet  Qott  in  seinen  Keichen^  fast  ganz  jener  Frische, 
Klangfülle  und  spontanen  Begeisterung,  welche  wir  vor  zwei 
Jahren  nicht  genug  zu  r&hmen  hatten,  sondern  selbst  in  den 
bekannten,  Allen  geläufigen  Chören  der  ,,Schöpfung*'  wollte 
es  über  ein  gewisses  Durchschnittsmaass  wohlanständiger 
Correctheit  nirgends  recht  hinaiiskommen,  weder  im  forte 
(.Stimmt  an  die  Saiten**),  noch  im  piano  („Gepriesen  sei  des 
Herren  Macht**),  noch  im  crescenao  („Dich  beten  Erd  und 
Himmel  an**).  Nur  der  Schlusschor  des  zweiten  Theiles  er- 
reichte ganz,  der  des  ersten  annähernd  die  frühere  Höhe. 
Woher  diese  auffedlende  Erscheinung?  Weder  in  der  Persön- 
lichkeit des  Dirigenten,  der  seine  glänzende  Befähiguns^  fbr 
die  Aufgabe  schon  vor  zwei  Jahren  so  unwidersnrechlich 
dargethan  hatte,  ist  der  Grund  zu  suchen,  noch  ancn  in  dem 
Stiinmenmaterial  des  Chors,  welches  im  Wesentlichen  dasselbe 
war,  wie  damals.  Von  Yortheil  war  es  jedenfalls  nicht,  dass 
das  Hauptwerk  des  Festes,  Haydn^s  „Schöpfung^,  im  Laoie 
des  Winters  und  noch  kurz  vor  dem  Feste  von  vexachiftd«»»^ 
der  mitwirkenden  Vereine  fEir  sich  allein  aufgeltüift  worden 
war:  dadurch  musste  die  beste  Frische  vorweggenommen 
werden  und  konnte  sich  leicht  eine  verhängniss^ue  falsche 
Sicherheit  einstellen.  Da  aber  auch  der  Chor  von  Bach  unter 
dem  Uebel  zu  leiden  hatte,  so  kann  dies  nicht  die  wahre  und 
ausschlaggebende  Ursache  gewesen  sein.  Es  bleibt  daher  nur 
die  Erklärung  übrig,  dass  diesmal  nicht,  wie  vor  zwei  Jahren, 
der  Festdirigent,  Hr.  Julius  Janssen,  die  Oberleitung  auch 
der  Vorübung  der  einzelnen  Vereine  hatte.  (Gerade  diesem 
Umstände  g&ubten  wir  damals  die  ftir  einen  Musikfisstchor 
fast  unerhörte  Einheitlichkeit,  durchschlagende  Kraft  und 
Sicherheit  zuschreiben  zu  müssen,  und  in  der  diesmaligen  Er- 
fahrung finden  wir  die  Gegenprobe.  Wir  setzen  durchaus  keinen 
Zweifel  in  die  Versicherung  aes — beiläufig  bemerkt  vortrefflich 
redigirten  — Festbüchleins,  dass  „die  Herren  Dirigenten  der  mit- 
wirkenden Vereine  in  dankenswerthester  Weise  durch  fleissige 
und  gewissenhafte  Vorarbeit  das  Werk  gefördert  haben**. 
Wenn  aber  zwölf  verschiedene  Vereine,  unter  denen  nur  der 
Dortmunder  eine  beträchtliche,  aber  keineswegs  entscheidende 
relative  Majorität  besitzt,  ihre  Aufgaben  gänzlich  unabhänjgig 
von  einander  vorbereiten,  so  ist  es  nicht  menschenmöglich, 
in  einer  oder  zwei  Hauptproben  diese  disparate  Masse  zu 
einem  einheitlichen  Gkmzen  zu  verschmelzen.  Gerade  je  tüch- 
tiger die  Dirigenten  der  einzelnen  Vereine  sind,  um  so  selb- 
ständiger wird  ihre  individuelle  Auffassung  in  der  feineren 
Ausarbeitung  des  Werkes  sich  geltend  machen,  um  so  stören- 
der werden  aber  auch  die  Literferenzerscheinungen  "beim  Zu- 
sammentreten des  G^esammtchores  sein.  Wenn  uiso  irgendwo, 
so  ist  hier  Vielköpfigkeit  vom  Uebel,  und  es  ist  auf  das  Drin- 
gendste zu  wünschen,  dass  für  das  nächste  Fest  wieder  eine 
engere  Fühlung  unter  den  mitwirkenden  Vereinen  hergestellt 
wird. 

Nachdem  wir  uns  hiermit  unserer  schwersten  Beferenten- 
pfiicht  entledig  haben,  können  wir  mit  um  so  vollerem  Lobe 
des  namentlich  im  Streicherchor,  aber  auch  in  den  Solobläsem 
vortrefflich  besetzten  Orchesters  bedenken.  Die  Ouvertüre  zur 
„Zauberflöte**  gelang  ideal,  absolut  vollendet.  Die  Tempofhh- 
rung  des  Hm.  Janssen  war  meisterhaft,  das  HaupteeitmaasB 
bewegt,  wie  es  dem  reichen  inneren  Leben  des  Stückes  ent- 
spricht und  doch  voll  besonnener,  „apollinischer**  Mfiasigung, 


311 


sodass  es  vollkommene  Deutlichkeit  auch  der  feinsten,  zarte- 
sten Gliederungen  gestattete.  Auch  die  Farbenabtönung  des 
DurchftdirungeSheiles  war  hoch  zu  rühmen,  und  die  syinboU- 
sehen  Bl&seraccorde  glauben  wir  nur  unter  ▼.  Bülow  so  ein- 
dringlich und  rhythmisch  correct  {fiP\P  )  wie  hier  gehört 

zu  haben.  Auf  gleicher  Höhe  der  Vollendune^  stand  die  Wieder- 
gabe des  Yiolinconcertes  von  Beethoven  £irch  Hrn.  Halir. 
Solist.  Dirigent  und  Orchester  gaben  ein  glänzendes  Beispiel 
künstlerischen  Zusammenwirkens,  in  vollkommener  Freiheit 
und  schönster  Harmonie,  sodass  man  sich  völlig  ungestört  der 
Zaubermacht  dieses  herrlichen  Beethoven*schen  Morgenpsalms 
hingeben  konnte.  Es  waren  Momente  höchster  Weihe  und 
himmlischer  Weltentrücktheit,  wie  wir  sie  lang»  nicht  mehr 
erlebt  hatten.  Hr.  Halir  spielte  noch,  mit  vollendeter  Meister- 
schaft, zwei  unbegleitete  Solostücke,  Suitens&tze  von  S.  Bach, 
die  aber  leider  wegen  ihres  immerhin  überwiegend  histori- 
schen bez.  musikarchäologischen  Interesses  flLr  das  grosse 
Publicum  verloren  gingen. 

Wenden  wir  uns  nun  zu  den  Gtesanessolisten,  so  ist  zu- 
nächst von  der  Sopranistin  FrL  Gustave  Tilly  aus  Dortmund 
zu  sagen,  dass  sie  über  eine  tüchtige  allgemein-musikalische 
Bildune  und  gutes  Gehör  verfügt  und  eine  gediegene  Art  zu 
singen  hat,  an  der  wir  nur  das  hin  und  wieder  vorkommende 
Einsetzen  klingender  Anfangsconsonanten  auf  fremden  Tönen 
auszustellen  hätten.  Leider  aber  besitzt  ihre  Stimme  nicht 
demjenigen  sinnlichen  Glanz  und  Reiz,  den  ein  Musikfest- 
publicum  nun  einmal  in  erster  Linie  von  seinen  Solisten  ver- 
langt und  der  in  einem  Werke  der  naiven  Ckkttun^^  aller- 
dings doppelt  ungern  entbehrt  wird.  Dass  es  FrL  Tüly 
trotzdem  gelang  —  und  zwar  hauptsächlich  im  dritten  Theile, 
wo  vorzugsweise  das  menschliche  Gtefühlsleben  als  solches  zur 
GeltunA^  kommt  — ,  durch  Innigkeit  und  Wärme  der  Empfin- 
dung £e  Sprödigkeit  ihres  übrij^ns  keineswegs  positiv  un- 
angenehmen Organs  zu  übarwinden,  gereicht  ihr  im  Vergleich 
zu  ihren  von  der  Natur  in  dieser  Hinsicht  mehr  begünstigten 
Kunstgenossinnen  zu  um  so  grösserem  Lobe. 

Hr.  WiUy  Birrenkoven  aus  Göln  besitzt  einen  metallrei- 
chen gut  geschulten  Heldentenor,  an  dem  freilich,  wie  der 
manchxnal  nicht  sofort  ungetrübte  Ansatz  hoher  Töne  beweist, 
die  Anstrengungen  seines  Bühnenberu&  nicht  sanz  spurlos 
vorübergegangen  sind.  Den  stilistischen  Anforderungen  des 
Oratoriengesanges  weiss  Hr.  Birrenkoven  in  erfreulicher  Weise 
und  jedenfalls  mehr  als  Viele  seiner  Bühnencollegen  gerecht 
zu  werden.  Seine  schöne  Auffassung  der  Arie  „Mit  Würd  und 
Hoheit^  sagte  uns  ganz  besonders  zu. 

Hm.  fudolf  von  Milde  aus  Weimar  liegt  anscheinend  das 
Weiche,  Zarte,  GemüthvoUe  näher^  als  das  Grosse  und  Pathe- 
tische. Er  besitzt  einen  umfeuigreichen  Bassbariton  von  war- 
mer, sehr  sympathischer  Klangfarbe  und  eine  schöne  Ton- 
bildune,  die  nur  hin  und  wieder  durch  eine  gewisse,  an  das 
Süsdicne  streifende  Manier  ein  weni^  beeinträchtigt'  wird. 
Hiervon  abfi;e6ehen  ist  sein  Vortrag  frei  von  stiüstiscäien  und 
sonstigen  ungehörigkeiten.  Wir  möchten  auch  glauban,  dass 
ihm  nach  weiteren  Studien  noch  Gebietserweiterungen  nach 
der  Seite  des  grossen  Stils  vorbehalten  sind;  sein  prächtiges 
Organ  wenigstens  dürfte  ihm  hierbei  keine  Hindernisse 
bereiten. 

Alles  in  Allem  scheiden  wir  von  den  Eindrücken  dieses 
ersten  Tages  mit  der  Erinnerung  an  manchen  hohen  Gtenuss 
und  mit  l^rechtigten  Hoffnungen  auf  ein  gutes  Gelingen  des 
kommenden  Tagewerks. 

(Schluss  folgt) 


Hannover»  im  Mai. 

tn  den  letzten  Monaten  der  Goncertsaison  (seit  Anfiemg 
Februar)  war  uns  Fni.u  Musica  besonders  hold;  zahlreiche 
musikalische  Darbietnxigen,  theUs  von  wahrhaft  künstlerischem 
Werthe,  £Anden  statt.  Zunächst  gedenke  ich  der  zweimaligen 
scenischen  Aufrührung  des  Oratoriums  „DieLegende  von  der 
heiligen  Elisabeth**  von  Liszt  durch  die  Hannoversche 
Musikakademie  unter  Leitung  des  k.  Capellmeisters  Hm. 
Kotzky.  Das  Werk  fiemd  Darstellung  am  95.  und  27.  Febr. 
Mitwirkend  waren  als  Solisten  Frau  Agnes  Stavenhagen  = 
Elisabeth.  Frau  Anna  Beok-Radecke  =  Landgräfin,  Hr. 
Alois  Grienaner=:  Landgraf  Ludwig,  Hr.  Gillmeister  = 
Kaiser  Friedrich  und  Landmif  Hermann,  sowie  Hr.  Brune  = 
Magnat  und  Seneschidl.    Der  Chor  zählte  circa  260  Sänger, 


den  Orchesterpart  vertrat  die  k.  Gapelle.  In  Scene  gesetzt 
war  das  Werk  dqrch  Hrn.  Opemregisseur  Uttner:  die  präch- 
tigen Decorationen  waren  angefertigt  von  dem  Tneatermaler 
Hm.  Knauerhase  von  hier.  TJeber  den  Werth  des  gross- 
artigen, erhabenen  Werkes  bemerke  ich  nur,  dass  es  veraient, 
recht  oft  aufgeführt  zu  werden.  Die  Darbietung  desselben 
war,  wenn  auch  nicht  vollkommen,  so  jedoch  eine  würdige. 
Frau  Stavenhagen  verkörperte  das  Bild  der  liebreizenden, 
frommen  Elisabeth  in  edler  Weise.  Die  zwar  nicht  sehr  n-osse 
Stimme  tönte  innig  und  erwärmend.  Der  gemüth-  una  cha- 
raktervolle Vortrag  erhöhte  die  Wirkung.  Trefflich  in  Ton 
und  (Gebärde  vertrat  Frau  Beck-Radecke  die  Landgräfin. 
Lobenswerthes  leisteten  auch  die  anderen  Solisten.  Die  Chöre 
sangen  sicher:  imponirend  wirkte  besonders  der  Chor  der 
E[reuzfahrer.  JDie  Auffuhrungen  waren  gut  besucht  und  ver- 
dientermaassen  von  bedeutendem  künstlerischen  Erfolge  be- 
gleitet. Die  zweite  Grossthat  des  Vereins  war  die  Auffüh- 
rung der  Matthäus-Passion  von  S.  Bach.  Schon  seit  längeren 
Jahren  erhält  der  Charfreitag  eine  besondere  Weihe  durch 
diese  Darbietung,  welcher  (Gebrauch  nun  hoffentlich  auch  als 
feststehend  gelten  wird.  Frl.  Pia  v.  Sicherer  und  Frau 
Metzler-Löwv,  sowie  die  HH.  Rob.  Kaufmann  aus  Basel, 
Staudigl  und  Gillmeister  vertraten  die  Solostimmen  höchst 
lobenswerth.  Neu  für  Hannover  war  der  genannte  Tenorist, 
welcher  sich  stimmlich  gut  für  die  Partie  des  Evangelisten 
eignet  und  auch  geschmackvoll  vorträgt;  nur  liess  derselbe 
in  rhythmischer  Beziehung  theilweise  Sicherheit  vermissen. 
Chor  und  Orchester  (k.  CapeUe)  wirkten  unter  Hm.  Kotzky's 
Leitung  taktfest  und  ausdrucksvoll. 

Von  der  königl.  Gapelle  sind  die  vier  letzten  der  acht 
Abonnemen  tconcerte  zu  verzeichnen.  Das  5.  Concert 
verschönte  Frau  LiUian  Sanderson  durch  ihre  Mitwirkung, 
und  das  Orchester  brachte  die  3.  Symphonie  von  Mendelssohn, 
Ouvertüre  „Le  Camaval  romain"  von  Berlioz  und  Rhapsodie 
in  zwei  Sätzen  von  Lalo  zu  Gehör.  Literessant  gestaltete  sich 
das  6.  Concert  durch  den  Gast  Hm.  Stavenhagen,  welcher 
das  glanzvolle  Esdur-Clavierconcert  von  Liszt  mit  grosser 
Klarheit  interpretirte  und  damit  voUen  Erfolp^  erzielte.  Hr. 
Gillmeister  (Bassist)  reussirte  gut  mit  seinen  Liedervor- 
tiilgen;  weniger  mit  einer  Orchesterballade  „Ekkehard"  von 
F.  Schilling,  welcher  zu  geringer,  wirksamer  musikalifloher 
Stoff  innewohnt.  Das  Orcnester  führte  zu  Anfang  des  Con- 
certes  die  etwas  veraltete  Ouvertüre  zu  ^'erabras**  von  Schu- 
bert aus,  während  die  immer  schöne  Bdur-Symphonie  von 
Schumann  den  Schluss  des  Concertes  bildete  und  recht  gut 
dargeboten  wurde.  Ln  7.  Concert  gelangte  die  1.  Symphonie 
vonBrahms  zu  G^hör,  ohne  grössere  Wirkung  zu  hinterlassen, 
woran  wohl  die  etwas  matte  Ausführung  von  Seiten  des  Or- 
chesters die  Schuld  trug.  Auch  der  herrliche  Kaiser-Marsch 
von  R.  Wagner,  welcher  am  Ende  des  Programms  stand,  fiind 
keine  wür£ge  Reproduction;  schon  allein  das  Tempo  war  zu 
schnell  genommen.  An  der  Seite  des  8.  Ranges  des  Opern- 
hauses war  der  für  den  betreffenden  Gesang  zu  wenig  zahl- 
reiche Theaterchor  ungünstig  postirt,  sodass  der  Letztere  mit 
seinen  Tönen  kaum  durchdrang.  Derartige  Ausführungen 
können  dem  Werke,  welchem  sonst  begeisternde  Wirkung  inne- 
wohnt, das  hier  aber  fast  spurlos  vorüberging,  nur  schaden. 
Zur  Mitwirkung  in  diesem  Concert  erschien  der  berühmte 
Violoncellist  Popper,  welcher  ein  eigenes  einsätriges  Concert 
(Gdur)  mit  Orchester  vortrug.  Die  erwähnte  OomDosition 
(wohl  eher  nur  Concertstück  zu  nennen)  ist  kein  schwung- 
voUes,  aber  fein  empfundenes  Werk  und  wohlklingend  instru- 
mentirt;  sie  wurde  von  Hm.  Popper  zugleich  sehr  schön  ge- 
spielt. Grossen  Beifall  erntete  der  Künstler  mit  seinen  klei- 
neren Vorträgen,  in  welchen  er  grosse  Technik  bekundete. 
Frl.  Jahn,  unsere  verdienstvolle  zweite  dramatische  Sängerin, 
vertrat  den  vocalen  Theü  und  sang  eine  Arie  aus  „Elias^, 
sowie  Lieder  von  Schumann  und  Bräms,  doch  schien  ihrem 
künstlerischen  Ghelingen  an  diesem  Abend  kein  günstiger  Stern, 
denn  der  Vortrag  litt  an  merklicher  Aufregung.  —  Im  8.  und 
letzten  Concert  bessHr.  Professor  Joachim  seine  ^'ielbewun- 
derten  Violintöne  erklingen  und  brachte  das  Concert  Op.  68 
von  Bmch,  sowie  Sonate  („Le  TriUe  du  diable**)  von  Tartini 
und  die  unvermeidliche  Zugabe  zu  Gehör.  Die  Aufiiahme  war 
eine  enthusiastische.  Frau  Koch-Bossenberger  sang  eine 
Arie  aus  der  Oper  ^ritannico**  von  Graun  und  fand  viel 
Applaus  nach  dem  Vortrag  des  Frühlingsliedes  von  Becker 
und  einer  da  capo-Nummer.  Das  Orchester  leitete  das  Concert 
mit  der  Ouvertüre  zu  „Ali  Baba**  von  Cherubini  ein  und  be- 
schloss  dasselbe  mit  der  Cmoll-Symphonie  von  Beethoven. 
Wie  aus  den  Programmen  der  besprochenen  Concerte,  welche 

r5* 


312 


der  Direction  des  Hm.  CapellmeiBter  Hern  er  unterstellt 
waren,  zu  ersehen  ist,  bestanden  die  Orchesterwerke  &st  ohne 
Ausnahme  aus  älteren,  sogenannten  classischen  Werken.  In 
meinen  früheren  Berichten  habe  ich  den  Mangel  an  Novit&ten 
in  den  Programmen  der  k.  Capelle  wiederholt  beklagt,  und 
es  scheint  vorl&ufig  leider  noch  keine  Aenderung,  wenigstens 
in  den  von  Hm.  Hemer  geleiteten  Concerten,  eintreten  zu 
wollen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Des  gewohnten  Zuspruchs  eines  begeisterten  Stammpubli- 
cums  erfreuten  sich  die  Concerte  unseres  beliebtesten  Lieder- 
sikngers  'Hm.  Gustav  Walter  und  seines  weiblichen  Gegen- 
stüäes,  derG^sangsprofessorinS.  Nicklas-Kempner:  Beide 
begegnen  sich  in  auserlesener  Zartheit  des  Vortrages  ^  die 
freilich  nicht  selten  die  Grenzen  des  weichlich-Süsslichen 
streift.  Man  sehnt  sich  dann  mitunter  nach  einem  kräftigen 
Brustton.  Frau  Nicklas-Kemnner  hatte  den  Dritten  ihrer  drei 
Liederabende  ausschliesslich  J^ovitäten  Wiener  Componisten 
gewidmet,  da  gab  es  denn  natürlich  recht  viel  Unbedeutendes 
zu  h()ren,  mochte  auch  Jeder  der  vorgeführten  Tonsetzer  noch 
so  sehr  von  seiner  Unsterblichkeit  überzeugt  sein.  UmMiusver- 
Ständnissen  vorzubeugen,  sei  sogleich  erwähnt,  dass  Brahms, 
Groldmark  und  der  poetisch  empfindende  und  mit  peinlicher 
Sorgfalt  an  seiner  oelbstvervoÜkommnung  arbeitende  R.  Heu- 
berger  in  jenem  Concerte  nicht  vertreten  waren.  Selbstver- 
ständlich auch  nicht  der  kühne,  von  Wagnerischen  Prämissen 
ausgehende  Neuerer  Hugo  Wolf,  der  ja  in  gewissen  Kreisen 
wegen  seiner  persönlichen  Rücksichtslosigkeit,  die  er  nament- 
lich als  musikab'scher  Berichterstatter  eines  Wiener  Wochen- 
blattes an  den  Tag  gelegt,  geradezu  als  vervehmt  gilt.  Es  ist 
factisch  vorgekommen,  dass,  als  Frl.  Marianne  Brandt  einige 
Lieder  von  Hugo  Wolf  aufis  Programm  setzen  wollte,  der  Musik- 
kritiker eines  Wiener  Tageblattes  ihr  seinen  Besuch  machte, 
um  sie  zu  warnen:  es  würde  nicht  ein  einziger  (!)  Journalist 
über  ihr  Concert  schreiben,  wenn  sie  auch  nur  ein  einziges 
Wolf  schee  Lied  sänge.    Welche  Anmaassung,  als  engeres  liut- 

flied  einer  in  Wien  sattsam  bekannten  Clique  förmlich  im 
famen  der  gesammten  Kritik  sprechen  zu  wollen !  £s  gibt  ja 
bei  uns  Gott  sei  Dank!  noch  unabhängige  Federn  genug,  die 
sich  den  Teufel  um  Persönlichkeiten  scheeren.  Aber  die  grosse 
Künstlerin  Marianne  Brandt  Hess  sich  wirklich  einschücntem 
und  strich  die  Wolfschen  Lieder  (bezüglich  Welcher  ein  an- 
deres, selbst  componirendes  Mitglied  jener  Clique  die  Ent- 
deckung ^macht:  dass  sie  absolut  nicht  zum  Singen  seien) 
ohne  Weiteres  vom  Programm,  gerade  wie  ein  Jahr  zuvor 
demselben  Terrorismus  nachgeoend  auch  ein  nicht  minder 
bedeutender,  seither  leider  dahin  geschiedener  Meister  des 
Vortrags:  Emile  Blauwaert,  gethan.  Ein  hübsches  Pröbchen 
der  musikalisch-kritischen  Zustände  in  Wien!  Wie  es  scheint, 
kann  es  die  Clique  Hugo  Wolf,  wie  Anton  Brückner  auch 
nicht  verzeihen,  dass  Beide  gleichsam  aus  dem  Schoosse  un- 
seres Akademischen  Wagner-Vereins  hervorgegangen  sind, 
jedenfalls  ohne  dessen  eifriges  Hinzuthun  heute  lange  nicht 
so  bekannt  wären,  wie  es  ihrer  Bedeutung  zukommt.  Bei 
Brückner  ist  diese  Bekanntheit  in  Wien  bereits  zur  Berühmt- 
heit, ja,  was  vielleicht  mehr  wie^t,  zur  Popularität  gediehen : 
man  braucht  nur  in  unserer  Musikausstellung  herum  zu  wan- 
dern, um  allenthalben  Bruckner's  Namen  zu  vernehmen,  ihn 
selbst  in  Wort  'und  Bild  vorgeführt  zu  sehen  (Tilgner^s  spre- 
chend ähnliche  Büste  erregt  geradezu  Aufsehen  imd  war  schon 
öfters  mit  Blumen  geschmückt),  selbst  das  Schattenspiel  in 
dem  kleinen  japanesischen  Theater  hat  sich  den  greisen  Meister 
als  eine  der  markantesten  musikalischen  Persönhchkeiten  nicht 
entgehen  lassen,  die  —  vor  etwa  zehn  Jahren  vom  grossen 
Publicum  in  Wien  entweder  noch  gar  nicht  gekannt  oder 
doch  kaum  ernst  genommen  —  nun  gewöhnlich  in  Einem 
Athem  mit  Brahms  ^nannt  wird:  die  zwei  berühmten 
Doctoren  unter  den  Wiener  Componisten:  wie  oft  vernehmen 
wir  dieses  geflügelte  Wort  auf  der  Ausstellung!  Hugo  Wolf 
ist  nun  freilich  nicht  entfernt  zu  gleich  allgemeinem  Ansehen 
durchgedrungen,  wie  Brückner,  was  einerseits  schon  durch  das 
von  inm  vorzugsweise  gepflegte,  weit  bescheidenere  Genre 
(Einzel^esang  mit  Ciavier),  andererseits  auch  in  einem  gewissen 
Uebereifer  seiner  Freunde  begründet  erscheint,  der  dann  na- 
türlich auf  der  anderen  Seite  wieder  verdoppelte  Opposition 
erweckt.    Wolfs  begeistertste  Vorkämpfer  m  Wien  sind  be- 


kanntlich Prof.  Josef  Schalk,  der  Chordirigent  des  Akademi- 
schen Wagner- Vereins,  und  Ferdinand  Jäger,  der  geistvolle 
Wagner-Sänger.  Wie  nun  die  Beiden  zusammen  in  dem  Con- 
certe des  Pianisten  Ferdinand  Löwe  Wolf  sehe  Lieder  vortrug;en 
—  es  waren  nicht  weniger  als  zwölf  und  genau  die  Hälfte 
musste  wiederholt  werden  — ^  da  konnte  sich  gewiss  kein  Un- 
parteiischer dem  zwingenden  Reize  dieser  die  verschiedenartig- 
sten poetischen  Stimmungen  meisterhaft  wiedergebenden  Cha- 
rakterstücke entziehen.  Läuft  auch  manche Herbneit  mit  unter, 
mag  man  diese  oder  jene  Modulation  für  zu  gewagt,  viel- 
leicht auch  Einzelnes  seine  Wagner*sche  Abstammung  zu 
wenig  verhüllend  finden,  der  G^sammteindruck:  es  mit  einer 
musikalischen  Kraft  zu  thun  zu  haben,  die  genau  weiss,  was 
sie  will,  und  das  Gewollte  auch  erreicht,  lässt  sich  doch  nir- 
gends hinwegdisputiren.  Nun  begreifen  wir  allerdings,  dass, 
rein  musika&ch  genommen,  die  Härten  einzelner  Wolrschen 
Lieder  einem  sehr  empfindlichen  und  nur  an  den  älteren 
Modulationsplan  gewöhnten  Ohr  wenig  behagen  mögen.  Aber 
auch  nach  £eser  Richtung  gibt  es  bei  dem  geistvollen,  feu- 
rigen Tonsetzer  zahlreiche  Ausnahmen,  welche  die  gegnerische 
Kritik,  wäre  sie  nur  ein  Bischen  um  Ehrlichkeit  bemüht,  nicht 
verschweigen  sollte.  Nehmen  wir  beispielsweise  Eine  der 
neuesten  Wolf  sehen  Gaben,  seine  Vertonung  von  ^Wer  sein 
holdes  Lieb  verloren**  aus  dem  „Spanischen  Liederbuch**  von 
Geibel  und  Heyse:  wir  wüssten  wahrlich  nicht,  was  selbst 
etwa  ein  einseitiger  Verehrer  von  Schubert,  Schumann  und 
Robert  Franz  an  dieser  reizvollen  Comnosition,  in  welcher 
sich  Singstimme  und  Ciavier  auf  das  Scnönste  melodisch  er- 
gänzen, gleichsam  wechselseitig  die  Worte  von  den  Lippen 
nehmen,  —  ausstellen  könnte?!  Und  die  humoristische  &aft 
des  „Tambour**,  des  „Soldat**,  des  „Rattenfllnger**,  die  elegische 
Poesie,  welche  „  Anakreon^s  Grab**  durchströmt,  die  Begeiste- 
rung, in  welche  bei  Wolff  das  Eichendorff'sche  „Heimweh* 
(„Grüss  dich,  Deutschland,  aus  Herzensgrund**)  oder  desselben 
Dichters  „Freund**  ausklingt,  die  fromme  Linigkeit  des  „Ge- 
bet", „Auf  ein  altes  Bild**,  der  dramatische  Schwung  von 
„Seemanns  Abschied**,  die  ossianische  Erhabenheit  von 
j/WegU's  Gesang**,  —  wie  bezeug  dies  Alles  des  Componisten 
Talent,  wie  verdiente  es  auch  in  Deutschland  allgemein  be- 
kannt zu  sein!  Dass  an  eben  jenem  sensationellen  Abend, 
der  Hugo  Wolf  und  seinen  beiden  Interpreten  einen  so  gnwwsv 
Triumph  verschaffte,  der  zweite  Concertgeber,  Hr.  Ferdinand 
Löwe,  ganz  meisterhaft  Liszt^s  Hmoll-^onate  vortrug,  die 
mit  ihres  Schöpfers  Herzblut  geschriebene  Tondichtung  gleich- 
sam wie  ein  eigenes  Erlebniss  mittheilend,  wurde  schon  an 
einer  früheren  Stelle  dieses  Briefes  bemerkt.  Auch  S.  Bach's 
Orgelphantasie  und  Fuge  (Gmoll)  in  Liszt's  TJebertrasung  und 
die  letzte  Cmoll-Sonate  (Dp.  111}  von  Beethoven  gaoen  dem 
trefflichen  Spieler  Gelegenneit  zur  Verwerthung  seines  sel- 
tenen DarsteÜungstalentes,  das  doppelt  achtenswerth  erscheint^ 
weil  es  sich  stets  nur  als  solches  gibt,  nie  egoistisch-virtuosen 
Zwecken  dient.  —  Dass  ein  feinsinniger  und  hochgebildeter 
Wiener  Componist  Schumann'scher  Richtung  (gegenwärtig  der 
feuereifri^e,  imermüdliche  Dirigent  der  Populären  Symphonie- 
concerte  in  der  Musikausstellung),  Hr.  Hermann  Gräaener, 
neuerdings  als  musikalischer  Lyriker  mehr  bekannt  wurde, 
ist  das  Verdienst  des  Baritonisten  Ed.  Gärt ner,  Eines  unserer 
bestgeschulten  und  intelligentesten  Concertsänger,  der  sich  mit 
besonderer  Vorliebe  Grädener's  keusche,  populäre  Liedermuse 
zur  Interpretation  erkoren.  Hr.  Gärtner  concertirt  theils  allein, 
theils  in  Verbindung  mit  dem  talentvollen  jungen  Hornbläser 
Louis  Savart,  der  uns  u.  A.  mit  einer  Jugendarbeit  von 
Richard  Strauss:  Concert  für  Waldhorn  Dp.  11,  b^annt  machte. 
Ein  sehr  wohlklingendes  und  formgeredites,  aber  nichts  we- 
niger als  originelles  Stück,  das  eigentlich  nur  dadurch  inter- 
essirte,  dass  es  im  Zusammenhalt  mit  des  geistreichen  Com- 
ponisten neuesten  Schöpfungen  den  in  ihm  zum  Durchbruch 
gelangten  vollständigen  Wandel  ästhetischer  Anschauung 
überraschend  beleuchtete.  Wer  hätte  nach  dieser  harmlosen 
Gabe  absoluter  und  zu  bestimmten  Solozwecken  geschriebener 
Musik  die  hyperkühnen  symphonischen  Dichtungen  „Don 
Juan**  und  „Tod  und  Verklärung**  voraussehen  können?! 

(Fortsetzung  folgt.) 

Berichte. 

Leipzig.  Bilden  die  Aufführungen  von  Oratorien  oder 
sonsti^n  ein  Concert  ausfüllenden  Wericen  durch  den  Ried el- 
Verein  entsprechend  der  stets  hervorragenden  Bedeutmig  der 
Vortragsobjecte  wirkliche  Höhepuncte  im  Musikieben  unserer 


513 


Stadt,  so  besitzen  die  a  cajpella^Ooncerte  dieses  Vereins  eine  nicht 
mindere  Anziehungskraft  in  der  mit  künstlerischer  Gewähltheit 
verbundenen  Mannigfaltigkeit  der  Programme  und  dem  Beiz, 
den  feinschattirter  und  seelisch  beleoter  Chorgesang  ohne 
Instrumentalbegleitung  stets  auf  das  Gemüth  des  empfinden- 
den Menschen  ausübt.  Nach  beiden  Richtungen  gewährte  die 
Aufführung  des  Mustervereins  am  2.  Juni  hohen,  ungetrübten 
Genuss.  Hatte  der  eminente  Dirigent  des  Vereins  Hr.  Prof. 
Dt.  Kretzschmar  in  dem  vorhergehenden  a  capella-Concert 
die  Venetianische  Tonschule  in  ihren  hauptsächlichsten  Ver- 
tretern zu  Worte  kommen  lassen,  so  waren  es  in  der  letzten 
Aufführung  Werke  deutscher  Componisten  von  Eccard  bis  auf 
die  neueste  Zeit,  welche  das  Programm  bildeten.  Von  Eccard 
sang  der  Verein  die  preussischen  Festb'eder  „Auf  Christi  Hirn- 


Steigerung  und  das  Dritte  durch  seine  Glaubensfestigkeit  sich 
besonders  charakterisirten.  Hinen  folgte  die  Historie  „Saul, 
was  verfolgst  du  mich"  für  Solostimmen,  Chor  in  14  Stimmen, 
Streichorchester  und  Orgel  von  H.  Schütz,  welche  in  ihrer 
ganzen  Conception,  in  der  zielsicheren  und  kunstvollen  tech- 
nischen Beherrschung  des  Stoffes  und  ihrem  packenden  musi* 
kaiischen  Ausdruck  schon  allein  hinreichte,  diesem  Tonsetzer 
die  ihm  gebührende  Stellung  in  der  Entwickelung  deutscher 
Musik  anzuweisen,  als  Vorläufer  des  Titanen  S.  Bach,  dessen 

gewaltige  Motette  „Singet  dem  Herrn  ein  neues  Lied"  den 
chwer-  und  Höhepunct  des  ganzen  Concertes  ergab.  Mit 
Bobert  Volkmann's  Altdeutschem  Weihnachtslied  aus  dem 
12.  Jahrhundert,  einem  der  bedeutungsvollsten  Werke  der 
kirchlichen  Tonkunst  unserer  Zeit,  war  dem  Verein  die  letzte 
Aufgabe  in  diesem  Concert  gestellt.  Unter  der  begeisternden 
Führung  des  Hm.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  erhielten  die  Lei- 
stungen des  Chores  den  Charakter  gesanglicher  Improvisationen, 
so  sicher  und  frei,  abgelöst  von  jeder  technischen  Beeng^ung, 
dafür  überall  durchdrungen  von  einem  heiligen  Kunsteifer  und 
lebensvoller  Empfindung,  in  dem  S.  Bach 'sehen  Doppelchor 
„Singet  dem  Herrn  ein  neues  Lied"   geradezu   monumental, 

festäteten  sich  dieselben.  Die  Soli  resp.  das  Soloquartett  in 
en  Werken  von  Schütz,.  S.  Bach  und  Volkmann  waren  durch 
die  Frls.  Martini,  Sperling  und  Gondar  und  die  HH. 
G.  Borchers  und  Schreiber  angemessen  besetzt  und  kamen 
bis  auf  ein  kleines  Versehen  der  Altistin  ungefährdet  zum 
Austrag.  Neu  waren  Frl.  Sperling  mit  ihrem  klaren  und  sym- 
pathischen Organ  und  musikalischen  Vortrag  und  der  mit  einer 
nübschen  Stimme  ausgestattete,  aber  in  der  Tonbildung  und 
im  rhythmischen  Gefühl  noch  unsichere  Bassist.  Von  den 
Gesangsolisten  trat  Hr.  Borchers  in  Liedern  von  H.  Albert 
und  J.  W.  Franck,  sowie  in  dem  Psalm  „Mein  Herz  ist  bereit" 
von  H.  Schütz  noch  besonders  hervor.  Sein  intelligenter  und 
empfindungs voller  Vortrag,  verbunden  mit  sehr  deutlicher 
Aussprache,  erweckte  allgemeine  Anerkennung.  Weitere  soli- 
stische Gaben  spendete  Hr.  Homeyer,  der  sich  ausserdem 
durch  sein  Orgelaccompagnement  um  das  Concert  verdient 
machte,  in  Stücken  von  S.  Scheidt,  M.  Schildt  und  J.  Prätorius, 
deren  Eindruckslosigkeit  durch  den  nach  unserer  Ansicht  etwas 
farblosen  Vortrag  nicht  behoben  wurde.  Mit  Streichorchester- 
stücken von  S.  Bach  (Air  aus  der  Ddur-Suite)  und  Händel  (Pa- 
storale aus  dem  „Messias")  wurde  das  Pro^pamm  in  rein  in- 
strumentaler Weise  erweitert.  —  Bei  der  jetzt  schwebenden 
Frage  der  Neubesetzung  der  Can torstelle  an  der  Thomaskirche 
dürnen  mit  uns  wohl  die  meisten  Besucher  dieses  Concertes 
unwillkürlich  im  Stillen  gewünscht  haben,  dass  der  in  der 
praktischen  wie  wissenschaftlichen  Förderung  der  Musik  gleich 
exceptionelle  Künstler,  welcher  bisher  nur  vorübergehend,  als 
Dirigent  der  Biedel-Concerte,  vom  Chor  des  berühmten  Gottes- 
hauses aus  in  so  seltenem  Grade  Liebe  und  Begeisterung  für 
die  kirchliche  Tonkunst  bei  Ausführenden  und  Publicum  zu 
entzünden  versteht,  zum  ständigen  Wirken  an  dieser  Stelle 
von  den  mit  der  Neubesetzung  des  Cantorats  betrauten  Be- 
hörden berufen  werden  möge^  und  wenn  wir  diesem  Wunsche, 
der  sich  mit  der  in  urtheilsfllhigen  Kreisen  unserer  Stadt 
ganz  allgemein  herrschenden  Meinung  in  dieser  Frage  deckt, 
öffentlich  Ausdruck  geben,  so  handeln  wir  vor  Allem  im  In- 
teresse der  wichtigen  Sache  selbst. 

F.  Li»zt*8  Dante-Symphonie,  die  Brichard  Wagner  als  die 
„Seele  des  Dante^schen  Gredichtes  in  reinster  Verldärung"  und 
als  „Eine  der  erstaimlichstenThaten  der  Musik"  bezeichnet,  in 
ihrer  Originalgestalt  in  Leipzig  bekannt  gemacht  zu  haben, 
ist  Eines  der  grössten  Verdienste,  die  sich  derLiszt-Verein 
mit  Hm.  Martin  Krause  an  der  Spitze  um  den  Genius  Liszt^s 


erworben  hat.  Derselbe  brachte  das  Werk — gleichzeitig  mit 
der  Faust-Symphonie  — -  als  Novität  in  seinem  grossen  Theater- 
concert  am  22.  Oct.  1886.  Die  Aufführung  beider  Schöpfungen 
war  eine  unvergessliche  That  unseres  Theater-  und  Gewand- 
hausorchesters und  dessen  genialen,  unersetzten  und  unersetz- 
baren ehemaligen  Capellmeisters  Nikisch.  Im  4.  heurigen 
Liszt-Vereinsconcert  <am  3.  Juni)  erfolgte  in  der  Alberthalle 
durch  die  verstärkte  Capelle  des  184.  Infanterie-Itegiments 
und  einen  stimmlich  gut  beschlagenen  und  trefflich  singenden 
Frauenchor  unter  Führung  des  Hrn.  Hofcapellmeister  W  ein- 
gar tn  er  die  erste  Wiederholung  des  Werkes.  Sie  ergEib  eine 
ganz  erstaunliche  Leistung  der  vorzüglich  disciplinirten  Militär- 
cap^elle  und  erwies  von  Neuem  auf  das  Eclatanteste  die  ^ross- 
artige  Directionsbegabung  des  "Hin,  Weingartner,  der  mit  der 
vollkommen  sicheren  technischen  Beherrschung  des  Stoffes 
eine  äusserst  feinfühlige  Auffassung  verbindet  und  seinen 
jugendlichen  Enthusiasmus  für  die  von  ihm  verehrten  Com- 
positionen  auch  unverktLrzt  auf  die  Ausführenden  zu  über- 
tragen weiss.  Verleitet  ihn  sein  Temperament  auch  manch- 
mal, mehr  auf  die  Gesammtwirkung  aer  Composition  hinzu- 
arbeiten, als  minutiös  auf  das  feine  Geäder  zu  achten,  so 
kommt  dieser  Ueberschuss  an  phantastischer  Schwungkraft 
gerade  der  imposanten Dante-SchöpfongLiszt's  mehr  zustatten, 
als  zum  Nachtiieil,  die  in  erster  Linie  poetisch  verstanden  una 
extatisch  reproducirt,  aber  nicht  mit  reflectirendem  Verstand 
interpretirt  werden  will,  sollen  die  in  ihr  wechselnden  Stim- 
mungen und  Empfindungen  den  richtigen  Widerhall  bei  den 
Zuhörern  finden.  Der  ausgezeichneten  Ausführung  entspre- 
chend war  der  Eindruck,  den  das  Werk  machte,  ein  tiefer, 
nachhaltiger;  er  verschaffte  sich  Ausdruck  durch  wiederholten 
Hervorruf  des  Dirigenten.    Die  Directionskunst  des  Hm.Wein- 

girtner  kam  ferner  noch  der  Verwandlungsmusik  aus  dessen 
per  „Malawika"  und  der  3.  Ouvertüre  zu  „Leonore"  von 
Beethoven  zu  gute.  Die  „Malawika"-Musik  verleugnet  bei 
aller  AMehnung  an  Wagner  und  Liszt  nicht  ein  bedeutsames 
Compositionstalent,  das,  falls  es  zur  vollständigen  Emancipa- 
tion  von  den  genannten  Meistern  gelangt,  noch  süsse  Früchte 
darbieten  wira.  Die  Beethoven'sche  Ouvertüre  zeigte  in  der 
Auffassung  Selbständigkeit  und  riss  in  der  Ausführung  auch 
dort  i^it  sich  fort,  wo  man  mit  der  Ersteren  nicht  ganz  über- 
einstimmte. Als  Sob'  sten  waren  der  Baritonist  Hr.  G  a  u  s  c  h  e 
aus  Creuznach  und  Hr.  Concertmeister  Schuster  aus  Mann- 
heim für  das  Concert  gewonnen  worden.  Hr.  Gausche  sang 
die  Lieder  „Botschaft",  „Abendgang"  und  „Komm"  von  Albert 
Fuchs  und  die  Ballade  „Edward"  von  Löwe  und  bestätigte  mit 
dem  Vortrag  dieser  Stücke  die  hohen  Lobsnrüche,  welche 
unser  Blatt  namentlich  in  letzter  Zeit  über  dessen  Gesangs- 
kunst gebracht  hat.  Besässe  das  Organ  noch  etwas  menr 
Klangsäimelz  und  verliesse  den  Sänger  an  gewissen  aus- 
schlaggebenden Stellen  noch  vollends  eine  gewisse  Reserve 
im  Ausdruck,  so  dürfte  er  den  Besten  seiner  StimmcoUegen 
gleichgestellt  werden.  Ganz  musterhaft  sind  namentlich  Text- 
behandlung und  Phrasirung.  Hr.  Schuster  war  infolge  eines 
Missverständnisses  der  4.  Geiger,  der  uns  in  der  vergangenen 
Saison  mit  dem  Vortrag  von  Bruches  phrasenreichem  8.  Concert 
drangsalirte.  Es  war  uns  nicht  möglich,  dieser  neuesten  Prü- 
fung vollständig  Stand  zu  halten.  Soweit  wir  den  1.  Satz 
über  uns  ergehen  Hessen,  fanden  wir  Hm.  Schuster  in  seinen 
Spieleigenschaffcen  vollkommen  ausreichend  für  diese  hohle 
musikalische  Nuss,  weil  es  bei  deren  Oeffnung  durchaus 
gleichgiltig  ist,  ob  ein  grösserer  oder  kleinerer  virtuos  sie 
aufknackt  und  ob  er  dies  mit  grösserer  oder  geringerer  Ele- 
ganz thut. 

Utreeht.  Der  Niederländische  Tonkünstlerver- 
ein, 1875  von  den  bedeutendsten  Musikern  Hollands  ins 
Leben  gerufen,  mit  dem  Zwecke,  die  Werke  der  jetzt  leben- 
den Componisten  zur  Aufführung  und  die  ausübenden  Landes- 
kinder zum  Öffentlichen  Auftreten  zu  bringen,  hielt  am  25. 
und  26.  Mai  seine  17.  Generalversammlung  ab,  bei  welcher  Ge- 
legenheit ein  Musikfest  stattfand,  an  dessen  erstem  Tag  eine 
dramatische  Cantate  für  Solo,  Chor  und  Orchester  in  drei 
Theilen:  ^Die  Bache  Jahveh's",  Dichtung  von  P.  A.  M.  Boele 
van  Hensbroek,  Musik  von  W.  F.  G.  Nicola!,  zur  ersten  Auf- 
führung gelangte  und  einen  entschiedenen  Erfolg  erlebte. 
Solisten  waren  Frau  Lydia  Holm  aus  Weimar  (Sopran),  Frl. 
C.  Hecker  (Alt)  und  die  HH.  Bogmans  (Tenor)  und  Arnold 
Spoel  (Bariton).  Das  hiesige  Orchester,  verstärkt  durch 
viele  auswärtige  Mitglieder  des  Vereins,  besorgte  den  instru- 
mentalen TheS.  Der  Componist  dirigirte  selbst  und  wurde 
durch  Kränze,  Lorbeeren,  Tusch  u.  s.  w.  ausgezeichnet.    Der 


314 


Stil  des  Werkes  ist  ^anz  und  gar  der  der  Neuzelt.  Am 
zweiten  Tage  errang  eine  Ouvertüre  zu  Shakespeare*s  „King 
John**  von  Joh.  Wagenaar  einen  grossen  Erfolg.  Von  den 
Solisten  war  es  namentlich  Hr.  Henri  Fe  tri,  z.  Z.  k.  Goncert- 
meister  in  Dresden,  der  den  Sieg  davon  trug;  er  spielte  das 
neueste  Violinconcert  seines  Lehrers  Joachim  und  eine  Ro- 
manze und  Gaprice  von  A.  Bubinstein.  L.  J. 


Concertumschau. 

Aachen,  l.— S.Symph.-Conc. desStadtorch. (Schwickerath): 
2.  Symph.  v.  Schumann,  zwei  Sätze  a.  der Waldsymph.v. Raff, 
-Peer  6ynt"-Suite  v.  Grieg,  „L'Arlteienne"  v.  Bizet,  „Sieg- 
fried-Idyll" V.  Wagner,  „Kamarinskaja"  v.  Glinka,  Ouver- 
türen V.  Goldmark  („Sakuntala"),  Brahms  (Akad.  Fest-)  u. 
A.,  Vorspiele  zum  8.  Act  v.  „Lohengrin"  u.  zu  den  „Meister- 
singern" V.  Wagner,  Fdur-Rhaps.  f.  Orch.  v.  Liszt,  Solo- 
vorträge der  Frau  Wolff-Dwillat  a.  Oöha  (Ges.,  „Weisst  du 
noch"  V.  Ad.  Jensen,  „St&ndchen"  v.  R.  Strauss  etc.)  und 
des  Hm.  Römer  (Yiol.,  Introd.  u.  Rondo  capricc.  v.  Saint- 
Saens  etc.).  —  Gtesellschafteabend  des  M&nnergesangyereins 
„Goncordia"  (Kube)  am  15.  Mai:  Männerchöre  von  Eckers 
(„Salve  regina"),  Dre^ert  („Zieh  hinaus"  u.  „Blau  Blümlein"), 
Böhm  n.  Genöe,  Streichorcheeterstücke  v.  Gillet,  Kiel  und 
Gregh,  Seren,  f.  Violonc.  u.  Fl.  v.  Titl  (HH.  Westendorp  u. 
Schlevoigt),  Solovortrl^  der  Frau  Wirth  (Ges.,  „Im  Herost" 
V.  Franz,  „Die  Bekehrte"  v.  Stange,  „Lenz"  v.  Reubke, 
„Ach,  wer  aas  doch  könnte"  v.  Berger  und  Wiegenlied  v. 
Mozart)  u.  des  Hm.  Schlevoigt  („Das  Wald  vöglein "  v.  Dopp- 
ler). —  Am  19.  Mai  Aufftil:?.  v.  Mendelssohn*s  „Elias"  unt. 
Leit.  des  Hm.  Schwickerath  u.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Wil- 
helmj  a.  Wiesbaden,  einer  ungen.  Altistin u.  der  HH.  Litzinger 
a.  Düsseldorf  u.  Keller  a.  Mannheim. 

Amsterdam.  2.  Aufföhr.  des  Rieh.  Wagner-Yer.  mit  der 
concertmäss.  Wiedergabe  des  1.  u.  3.  Aufsnges  v.  „Tristan  und 
Isolde"  V.  R.  Wagner  unter  Leit.  des  Hrn.  Dr.  Yiotta  und 
Mitwirk,  der  Frauen  Sucher  u.  Staudigl  a.  Berlin  u.  der  HH. 
Gndehus  a.  Berlin,  Liebeskind  a.  Schwerin,  Flank  a.  Garls- 
ruhe  n.  MesschaÖrt  v.  hier. 

Basel.  Am  99.  Mai  Aufftlhr.  v.  S.  Bach's  Matthäus-Pas- 
sion durch  den  Baseler  (}esangver.  (Dr.  Yolkland)  unt.  Solist. 
Mitwirk,  der  Frau  Huber-Fetzold  v.  hier,  des  Frl.  Huhn  aus 
Göln  u.  der  HH.  Kaufmann  v.  hier,  MesschaÖrt  a.  Amsterdam 
u.  Hegar  v.  hier. 

Berlin.  Goncertabend  des  Loewe-Yer.  am  17.  Mai,  aus- 
geführt V.  den  HH.  Fricke,  Staudigl  u.  Bussmann,  sowie  dem 
a  capella-Yer.  (Putsch):  Ghorgesänge  „Salviim  £ac  regem",  „In 
der  Marienkirche".  „Im  Yorübergehen"  u.  „0,  Lindenblüthe", 
Männerchöre  „O  lons  Bandusiae"u.  „Kloster  Grabow",  Balla- 
den „Archibald  Douglas",  „Gregor  auf  dem  Stein"  u.  „Prinz 
Eu^n",  Arie  a.  der  Oper  „Malek-Adhel"  u.  sonstige  Gesang- 
soli. —  62.Yereinsabend  des  Richard  Wagner- Yereins  Berhn 
unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Yoges,  des  Sängers  Hm.  Ober- 
hauser, des  Yiolinisten  Hm.  W.  M^er  u.  des  Eichberg'schen 
Damenchors:  Yortrag  des  Hm.  A.  Heintz  üb.  Rieh.  Wagner 
in  seinem  rein  menschlichen  Wesen,  Psalm  187  f.  Sopransolo, 
Frauenchor,  Yiol.  u.  Glav.  v.  F. Liszt,  Frauenchor  „Gott  ist 
mein  Hirt"  v.  Schubert,  Soli  f.  Ges.  v.  Liszt  („Jeanne  d^Arc 
vor  dem  Scheiterhaufen"),  Wagner  (Hans  Sachs*  Monolog  a. 
den  „Meistersingern"),  H.  Brückler  („Trompeter"-Lieder)  u. 
Brahms  („Das  Lied  vom  Herrn  von  Falkenstein")  u.  f.  Yiol. 
V.  S.  Bach  (drei  Sätze  a.  der  Edur-Suite). 

Birmingham.  Letztes  Orchesterconc.  des  Hm.  Stockley 
am  31.  März:  Skandinavische  Symph.  v.  F.  H.  Gowen,  Ouv. 
„Im  Herbst"  v.  Grieg,  „Benedictus"  v.  Macken zie,  Solo- 
vorträge der  Damen  Walker  (G^es.),  Holmes  (Qes.)  und  der 
HH.  Ben  Davies  (Ges.)  u.  W.  Hess  (Yiol.,  l.Gonc.v.  Bruch). 
—  Gonc.  der  Birmingham  Amateur  Orchestral  Society  (Läng- 
sten) am  30.  April:  2.  Symph.  v.  Gounod,  Gipsy-Suite  von 
E.  Ger  man,  Ouvert.  „Im  Herbst"  v.  Grieg,  Intermezzo  aus 
„Gavalleria  rusticana"  v.  Mascagni,  Gzardas  v.  Michiels, 
Soiovorträge  des  Frl.  James  (Ges.)  u.  der  HH.  Taunton  (Ges.) 
u.  Henley  (Yiol.,  Introd.  u.  Rondo  capricc.  v.  Saint-Saöns). 

Bonn.  1.  Auffuhr,  des  Beethoven-Yer.  (Köhler):  Miütär- 
symph.  v.  Haydn,  Ouvertüren  v.  Beethoven  u.  Gluck,  2.  Seren, 
f.  Streichorch .  v.  Yolkmann,  Sphärenmusik  f.  Streichquart. 
V.  Rubinstein,  Gesangsolo  vortrage  des  Frl.  Rudolph  a.  Trier 
(„Morgens  am  Brunnen"  u.  „0,  lass  dich  halten,  goldne  Stunde" 
v.  Ad.  Jensen  etc.)  u.  des  Hrn.  Lomerzheim  v.  hier. 


Bremen.  Am  6.  Mai  Auffdhr.  v.  0.  Reinthaler*sOra- 
torinm  „Jephtha"  unt.  Leit.  des  Hm.  Nössler  und  soIist.  Mii- 
wirk.  des  Frl.  Reinthaler  v.  hier,  der  Frau  Wirth  a.  Aachen 
u.  der  HH.  Scheuten  v.  hier  a.  Gausche  a.  Greuznach. 

Brooklyn.  6.  Philharm.  G<mic.  des  Bostoner  Symph.-Orch. 
(Nikisch):  „Harold  in  Italien"  v.  Berlioz  (Bratschensolo:  Hr. 
Kneisel),  „Les  Pr6ludes"  v.  Liszt,  „Le  Rouet  d'Omphale"  v. 
Saint-Saöns,  Glaviervorträge  des  Hm.  E.  d* Albert  (Esdus- 
Gono.  V.  Beethoven  etc.). — Testimonial-Gonc.  f.  u.  unt.  Leit<  Hm. 
A.  Seidl  in  der  Academy  of  Music  am  3.  Mai:  „Les  PrÖludes" 
V.  Liszt,  Ouvert.  zum  „FUegenden Holländer"  u.  Pilgermarsch 
a.  „Tannhäuser"  v.  Wagner,  Balletmusik  aas  „Boabdil"  v. 
Moszkowski,  Streichorchesterstdcke  v.  Gillet  („Bluette"), 
Grieg  („Anitra's  Tanz")  u.  Herbert  (Polon.),  Ouvertüre  zu 
„Leonore"  (welche?),  sowie  Terzett  u.  drei  Arien  a.  „Fidelio" 
V.  Beethoven  (Frau  Mielke  u.  HH.  Dippel  u.  Fischer). 

Brüssel.  4.  Pop.  Gonc.  (Dupont):  „La  Mer"  v. P.  Gilson 
(Declam.:  Hr.  le  Bargy),  8.  Au&ug  a.  „Parsifid"  v.  Wagner 
(Solisten:  HH.  Larfiatrge,  Seguin  u.  Baaiali).  —  Gonservato- 
riumsconc.  (Gevaert)  am  10.  April:  Symph.  „Der  Sommer"  v. 
Raff,  „Tannhäuser"-Ouvert ,  Yorspiel  zu  den  „Meistersingera" 
u.  „Siegfried-Idyll"  v.  Wagner,  2.  Theil  a.  „L^Enfuioe  du 
Ghrist"  V.  Berlioz  (Solo:  Hr.  Gheyrat).  —  Letzte  Sitzung 
der  Sociöt^  de  musique  de  chambre  p.  instr.  ä  vent  am  8.  Mai 
m.  Werken  v.  Saint-Saöns:  Sept.  i.  Tromp.,  Glav.  (Hr.  de 
Greef)  u.  Streichinstrumente,  Giav.-Yiolinson.  Op.  79  etc. 

Buffalo.  8.  Orch.-Gonc.  (Lund):  Hochzeitsmusik  v.  Ad. 
Jensen,  Rhaps.  „Espafia"  v.  E.  Ghabrier,  „Waldweben'' a. 
„Sieg^ed"  v.  Wagner,  „Norwegischer  Künstlercameval"  v. 
Svendsen,  Yorspiel  zu  „Eve"  u.  „Aubade"  a.  „Le  Gid"  v. 
Massenet,  „Legende"  v.  J.  Lund,  zwei  Nummern  aus  der 
Norweg.  Suite  v.  H.  Hof  mann,  „Kirmes"  a.  ^jGhariotte  Gor- 
day"  V.  P.  Benoit,  Yiolinvorträge  des  Frl.  M.  Powell  (Introd. 
u.  Rondo  capricc.  v.  Saint-SaÖns,  2iigennertänse  v.  Sara- 
säte  etc.). 

Cöslin.  Am  21.  Mai  Auffuhr,  v.  M.  Blumner's  Orato- 
rium „Der  Fall  Jerusalems"  durch  den  Gesangver.  f.  gem.Ghor 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Görke,  einer  ungen.  Altistin  u. 
der  HH.  Kirchner  u.  Rolle  a.  Berlin. 

Dresden.  Nachfeier  der  goldenen  Hoohaeit  von»  Heno^ 
Ernst  n.  u.  Herzogin  Alexandrine  v.  Sachsen-Gob^rg-GoÜia, 
veranstalt.  im  k.  Gonservat.  f.  Musik  am  18.  Mai:  1.  Glavier- 
Yiolinson.  v.  Grieg  (HH.  Bachmann  u.  Lan^),  (}lar.-01avier- 
son.,  2.  u.  4.  Satz,  v.  F.  Draeseke  (HH.  Helbig  u.  Bachmann), 
Quart.  „Er  ists"  u.  Quint.  „Schon  rauschen  um  mein  Haupt"  a. 
„Santa  Ghiara"  v.  Ernst  v.  S.-G.-G.  (Frls.  Wedekind  u.  Schar 
per  u.  HH.  Lange,  Gässner  u.  Hofstein),  Soiovorträge  der  Frls. 
Albrecht  (G^.,  „Gedanken"  u.  „Der  Traum"  v.  Ernst  v.  S.- 
G.-G.),  Wolf  (Declam.)  u.  Boemm  (Declam.)  u.  des  Hm.  Hof- 
stein („An  seine  Braut"  v.  Ernst  v.  S.-G.-G.). 

Güstrow.  3.  Gonc.  des  Gesangvereins  (Schondorf)  mit 
Bruches  „Odvsseus"  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Ehepaares  Liss- 
mann  a.  Hamburg  u.  des  Frl.  Minor  a.  Schwerin.  (Die  „G. 
Z."  beginnt  ihren  Bericht  über  diese  Aufführang:  „Der  statt- 
liche Gnor  der  Sänger  und  S&ngerinnen,  s&mmtliche  Yertretar 
der  Solopartien  und  das  vollb^etzte  Orchester,  die  st&dtische 
Gapelle  aus  Rostock,  verbanden  sich  unter  der  feurigen  und 
doch  festen  Führung  des  Hrn.  Musikdirector  Johannes  Schon- 
dorf zu  einem  wohlgelungenen  Ganzen,  das  auf  die  Zuhörer 
wie  eine  bedeutende  That,  volle  Bewunderung  herausfordernd, 
wirkte.  Der  Kritiker  vergass  seinen  leidigen  Beruf  und  er- 
freute sich  der  Klangschönheit  der  Stimmen  und  des  köst- 
lichen Wohllauts,  der  dem  Orchester  entströmte,  in  dem  jedes 
einzelne  Instrument  auf  seine  Weise  —  Harfe  (Hofinusiker 
Moser  aus  Schwerin)  und  Geigen  voran  —  dem  Gomponisten 
besonders  zu  huldigen  schien,  —  ja,  das  Ohr  schwelgte  förm- 
lich in  den  süssen  Harmonien  von  bestrickendem  Reiz.  Schon 
die  Ausführung  der  Ouvertüre  liess  anssergewöhnlich  Schönes 
erwarten,  und  diese  Erwartung  wurde  aufe  Erfreulichste  loe- 
stätigt.") 

Leipzig.  Abendunterhaltungen  im  k.  Gonservatorium  der 
Musik:  24.  Mai.  Esdur-Orgelson.  v.  S.  Bach  =  Hr.  Hiller  ä. 
Breslau,  Ddur-Streichquart.  v.  Mozart  =  Frl.  Yerschoyle  a. 
Springfield,  HH.  Rabe  a.  Bergen  u.  Henkel  a.  Leipzig  u.  Frl. 
Taylor  a,  Oxford,  Glav.-Yiolinson.  Op.  80,  No.  8,  v.  Beethoven 
=  HH.  Hoffinann  a.  Görütz  u.  Wille  H.  a.  Greiz,  Andante  f. 
Ob.  u.  Glav.  V.  Kröber  =  HH.  Kämpfe  a.  L.-Reudnitz  u. 
Freitag  a.  Dresden,  Yocalduett  „Du  bist  die  Stütze  meines  Al- 
ters" V.  M6hul=r  Frl.  Kirchhof  u.  Hr.  Schultheiss  a.  Leipzig, 
Milit&rconc.  f.  Yiol.,  1.  Satz,  v.  Lipinski  =  Frl.  Yerschoyle, 
Dmoll-Glaviertrio  v.  Mendelssohn  =  HH.  Wagner  a.  Freiberg, 


315 


Wille  I.  a.  Greiz  u.  Haagnians  a.  Botterdam.  27.  Mai  m*  Com- 
Positionen  v.  Mendelssohn:  Omoll-Orgelsonate  =  Hr.  Beyer  a. 
Rastenburg  (Ostpr.),  Psalm  100,  Eödur-Streicbquart.  =  HH. 
Zimmermann  a.  Groningen,  Scnochardt  a.  Merseburg,  Schäfer 
a.  Wiesbaden  u.  Hammig  a.  Leipzig,  HmoU-CSapriccio  brill.  f. 
Clav.  =  Frl.  Middleton  a.  Süd-Wales,  „Hebriden"-Ouvert. 

LoulSYille,  Ey.  Concerte  des  Chicago  Orch.  (Thomas): 
26.  April:  Suite  a.  „Peer  Gynt"  v.  E.  Grieg,  Ouvert.  zum 
„Fliegenden  HollÄnder"  v.  Wagner,  „Carneval  in  Paris**  v. 
Syendsen,  drei  Nummern  a.  „Faust's  Verdammung**  v.  Ber- 
lioz,  8.  Slav.  Brhaps.  v.  Dvorak,  Variat.  a.  Op.  18,  No.  5, 
f.  Streichorch.  v.  Beethoven.  4.  Clavierconc.  v.  Bubinstein 
(Frau  Bloomfield-Zeisler).  26.  April.  Symphonie  „Ländliche 
Hochzeit**  v.  Goldmark,  Vorspiel  zu  „Lohengrin**  u.  „Wal- 
kürenritt** V.  Wagner,  Ungar.  Tänze  v.  Brahms,  Solovor- 
träge der  Frau  Bloomfield-^isler(Clav.,  FmoU-Conc.  v.  Cho- 
pin) a.  des  Hm.  Bendix  (VioL,   Air  variö  v.  Wieniawski). 

Lttttleh.  3.  Conc.  des  Conservatoriums  (Badoux?):  Ein 
deutsches  Requiem  v.  Brahms  (Solisten:  Frl.Warnots  u.  Hr. 
Fontaine),  „BÄverie  Orientale**  v.  Glazounow,  Festzug  a.  der 
„Königin  von  Saba**  v.  C.  Goldmark,  Solo  vortrage  des  Frl. 
Warnots  u.  des  Hrn.  Fontaine  (Arie  a.  „L'Escaut**  v.  P.  Be- 
noit). 

Lützen.  Musikal.  Soiröe  des  Gustav  Adolph-Zweigver. 
am  29.  Mai:  Ciaviertrio  Op.  1,  No.  3,  v.  Beethoven,  „Novel- 
letten**  f.  dieselben  Lostrumente  v.  Gade,  Suite  f.  zwei  Violon- 
ceUs  v.  D.  Popper,  „Schön  Hedwig**  v.  Hebbel  m.  Clav.  v. 
B.  Schumann,  Soli  f.  Ges.  v.  M.Vogel  („Verrathene  Liebe**), 
Em.  Paul  („Frühling**  und  „Winter**),  0.  Paul  („Mit  einer 
Rose**}  u.  H.  Sitt  („Vöglein,  o  Vöglein,  o  lasst  mich  in  Euh**), 
f.  Clav.  V.  Grieg  (Menuett),  Chopin  u.  Godard  („En  cou- 
rant**)  u.  f.  Violonc.  v.  Servais  („Le  Dösir**).  (Ausführende: 
Frau  Klengel  a.  Leipzig  [Declam.]^  Frl.  M.  Taylor  a.  Oxford 

I Violonc]  und  HH.  Consolo  a.  Mailand  [Clav.],  Trautermann 
Gtes.],  Sitt  [VioL]  u.  Klengel  [Violonc]  a.  Leipzig.) 

Meinlngen*  4.  Kammermusikabend  des  Singver.:  HmoU- 
Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  v.  J.  Brahms,  Streich- 

?|^uartette  v.  Haydn  (Bdur)  u.  Beethoven  (Op.l8.No.2).  (Aus- 
ührende:  HH.  Mühlfeld  fClar.],  Fleischhauer,  Abbass,  Funk 
u.  Wendel  [Streicher].) 

Merseburg.  Am  28.  Mai  Aufftlhrung  v.  Mendels8ohn*s 
„Paulus**  durch  den  Gesangver.  (Schumann)  unt.  Solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Oberbeck  u.  der  HH.  Kirchner  u.  Ad.  Schulze 
a.  Berlin. 

New-York.  3.  Conc.  des  Männergesang ver.  „Arion**  (van 
der  Stucken) :  Orchesterphant.  „Der  Sturm**  v.  Tscha'ikowsky, 
Melodram  u.  „Camevalsscene"  aus  der  Oper  „Piccolino**  von 
E.  Guiraud,  „Normannenzug**  f.  Baritonsolo  (Hr.  Remmertz), 
Männerchor  u.  Orch.  v.  Bruch,  „Der  Mo^;en**  f.  Männerchor 
u.  Orch.  V.  Rubinstein,  „Ständchen**  f.  I^li,  Männerchor  u. 
Orch.  V.  Storch,  Männerchöre  acap.  v.  F.Leu  („Abend  am 
Meere**),  Abt  („Mir  träumte**)  u.  jfremser  („Fröhliche  Ar- 
ranth**),  Solovorträge  der  Frau  Wyman  (Ges.,  Arie  a.  „H6ro- 
diade**  u.  „Bonne  Nuit**- von  Massenet,  J3,  lass  dich  halten, 
goldne  Stunde**  v.  0.  Floersheim  u.  „Die  Quelle**  v.  Gold- 
mark)  u.   des  Hm.  Rummel  (Clav.,  Esdur-Conc.  v.  Liszt). 

Peilau.  Am  11.  Mai  AufBihr.  v.  C.  Lowe's  Orator.  „Die 
Festzeiten**  durch  den  Kirchenchor  (Lubrich)  unt.  solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Wirth  a.  Breslau,  der  Frau  Miethe  v.  hier  u. 
der  HH.  Paul  u.  Prof.  Kühn  a.  Breslau. 

Ruhrort.  Conc.  des  Gesangver.  (Siegert  a.  Düsseldorf) 
unt.  gesan^;8olist.  Mitwirk,  des  Fn.  Krötma  a.  Elberfeld,  einer 
ungen.  Altistin  u.  der  HH.  Litzinger  u.  Flintz  a.  Düsseldorf: 
1.  Theil  a.  „Acis  und  Galathea**  v.  Händel,  Chöre  v.  Haydn 
u.  Wagner  („Wach  auf*  a.  den  „Meistersingern**),  „Liebes- 
lieder**  v.  Brahms,  Gesangsoli  v.  Brückler  („Als  ich  zum 
ersten  Mal  dich  sah**),  Lessmann  („Du  rothe  Ros  auf  grü- 
ner Haid**),  Em.  Hartmann  („Ein  Vogel  über  dieHaide  weit**), 
W.  Berger  (Kinderlied)  u.  A. 

Saarbrfleken.  Concerte  des  Listrumentalver.  (Fassbaen- 
der)  unt.  gesangsolist.  Mitwirk,  der  Frls.  Rudolph  a.  Trier  u. 
Ramsler  a.  Münster  (auch  Clav.)  u.  der  HH.  Diezel  a.  Berlin 
u.  Fenten  a.  Cöln:  13.  Mai.  „Egmont** -Ouvert.,  Chorphant.  u. 
Cdur-Messe  v.  Beethoven.  14.  Mai.  Clav.-Violinson.  Op.  47 
V.  Beethoven  (HH.  Fassbaender  u.  Neuheisel),  Bdur- Variat.  f 
Clav,  zu  vier  Händen  v.  Mendelssohn  (Frl.  Ramsler  und  Hr. 
Fassbaender),  „Zigeunerlieder**  v.  J.  Brahms,  Gtesangsoli  v. 
Mozart,  Brahms  (Minnelied),  Rubinstein  („Gelb  rollt  mir 
zu  Füssen**),  Ad.  Jensen  („Margreth  am  Thore**  u.  „Morgens 
am  Brunnen**),  Goldmark  („Fata  morgana)  u.  Liszt  („Ich 
liebe  dich**). 


Sandershausen.  1.  Lohconc.  (Prof.  Schröder):  CmoU- 
Symph.  V.  A.  Klu^hardt,  „Parsifal** -Vorspiel  v.  Wagner, 
Ouvert.  „Ln  Frühling**  v.  Goldmark,  Violinconc.  v.  Beet- 
hoven (Hr.  Corbach).  (Unser  dortiger  Hr.  Berichterstatter 
schreibt  uns  über  dieses  Concert:  „Der  Anfang  unserer  dies- 
jährigen Lohconcertsaison  konnte  wohl  hiebt  weihevoller  ge- 
macht werden,  als  mit  dem  erhabenen  Vorspiel  zum  Bayreutner 
Bühnenweihfestspiel  »Parsifal«  und  mit  dem  unmittelbar  fol- 
genden Violinconcert  von  Beethoven,  vorgetrae^n  vom  Con-^ 
certmeister  Corbach.  Unser  neuer  schnell  beliebt  gewordener 
Concertmeister  hat  nach  so  bedeutenden  Vorgängern,  wie 
Uhlrich,  Petri,  Arno  Hilfl  keinen  leichten  Stand.  Er  behaup- 
tet sich  aber  mit  hohen  Ehren  neben  den  genannten  vorzüg- 
lichen Künstlern.  Sein  G^igenspiel  ist  sehr  solid  und  sicher^ 
eine  tadellose  Technik,  vollkommene  Reinheit  und  Eleganz 
sind  ihm  eigen  j  in  der  süssen  Cantilene  des  ersten  Satzes 
entwickelte  er  eine  strahlende  Schönheit  des  Tones,   in  der 

fressen  Cadenz  [von  Joachim]  eine  glänzende  Bravour.  Nach 
em  Schlüsse  lohnte  ihn  rauschender  BeifetU  und  Hervorruf. 
Die  weiteren  Bestandtheüe  des  Programms  waren  für  uns 
Novitäten,  nämlich  Gbldmark's  frische,  sprudelnde  und  effect- 
voUe  Ouvertüre  >Im  Frühling«  und  Klughardt's  Symphonie 
in  Cmoll,  deren  dritter  Satz  (Presto)  und  Finale  sehr  g&- 
fielen.**) 

Stuttgart.  2.  Abonn.-Conc.  des  Neuen  Singver.  (Seyffardt) 
unt.  vocalsolist.  Mitwirk,  der  Frls.  Hiller,  Oppenheimer  und 
Schmidt  v.  hier,  des  Frl.  Beck  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der  HH. 
Wulff  a.  Strassburg  i.  E..  Dr.  DisÜer  u.  Fischotter  v.  hier: 
„Genove£ia**-Ouvert.  v.  Schumann,  -Schicksalsgesang"  f.  Alt- 
solo, Chor  u.  Orch.  v.  E.  H.  Seyftardt,  „Der  Rose  Pilger- 
fahrt** f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  Schumann.  Soli  f.  Gesang  v. 
Brahms  („Dort  in  den  Weiden**)  u.  A.  u.  t.  Clav.  v.  Chopin  u. 
Brahms  (Gmoll-Rhaps.). 

TPieP.  Conc.  des  Kirchenchors  v.  St.  G^^lph  unt.  Mit- 
wirk, der  Sängerin  Frl.  Rudolph  u.  A.  m.  v.  hier  am  1.  Mai: 
„Die  sieben  Worte  des  Erlösers  am  Kreuze**  v.  Haydn,  Hjrmne 
f.  Sopransolo,  Chor  u.  Orch.  v.  Mendelssohn. 

Warnsdorf.    Wohltbätigkeitsconc.   des  Dresd.  Männer- 

fesangver.  (Jüngst)  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Saak  (Gtes.), 
er  Frau  Bauer-Ziech  (Harfe)  u.  des  Hrn.  Bauer  (Fl.)  a.  Dres- 
den am  26.  Mai:  Männerchöre  von  L.  Liebe  („Das  Helden- 
grab**),  A.  Kayl  („Schliesse  mir  die  Augen  beide**),  Krem- 
ser („Der  Kosake  tränkt  sein  Ross**,  Altniederländ.  Lied  u. 
-Hell  ins  Fenster**).  H.  Jüngst  („Spinn,  smnn**  u.  „Die  wilde 
Rose**)  und  Attennofer  („Dort  liegt  die  Heimath**).  Phant. 
„Casilda**  f.  Fl.  u.  Harfe  v.  Doppler -Zamara,  Soli  i.  G^es.  v. 
Th.  Binmer  (?)  („Ave  Maria**),  L.  Hartmann  („Zuleika**), 
H.  Jüngst  („Die  wilde  Rose**)  u.  Mascagni  („Blumenorakel**), 
f.  Harfe  v.  Oberthür  (Elegie)  und  f.  Fl.  v.  Doppler  (Airs 
valaques).  (Die  Dresdener  ^nger  haben,  wie  man  berichtet, 
ganz  herrlich  gesungen  und  sind  von  dem  kunstsinnigen 
Publicum  Wamsdorfe  ungemein  gefeiert  worden.) 

Weimar.  Conc.  der  Frau  Hessenland-Formaneck  (G^.) 
u.  der  HH.  Halstead  u.  Fazer  (Clav.):  Compositionen  f.  zwei 
Cla viere  v.  Gluck-Reinecke  (Impromptu),  E.  Schutt  (Variat.) 
u.  Edv.  Grieg  (Altnorweg.  Romanze  m.  Variat.),  Gesangsoli 
V.  Wagner  („Träume**),  T sc haikowsky  („Es  war  zur  ersten 
Frühlingszeit**),  Hildach  („Mutter,  o  sing  mich  zur  Ruh**) 
u.  A.  —  7.  u.  8.  Abonn.-Conc.  der  grossherzogl.  Musikschule 
(Prof.  Müller-Hartunj;):  7.  Symph.  v.  Beethoven,  „Oberon**- 
Ouvert.  V.  Weber,  Emleit.  zur  „Legende  von  der  heil.  Elisa- 
beth** V.  Liszt,  Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  Vocalterzett  a. 
dem  „Freischütz**  v.  Weber  (Frls.  Ickel  u.  Schulze  und  Hr. 
Keller),  Solovorträge  der  Frls.  Schulze  u.  Rothmann  (Clav.)  u. 
der  HH.  Kündinger  (VioL),  Kern  (Viol.).  Lindecke  (Violonc.) 
u.  Giroud  (FL,  Conc.  v.  Friedrich  dem  (rrossen). 

Wiesbaden.  Conc.  des  Chorgesangver.  (Zerlett)  am4.  März: 
„Der  Rose  Pilgerfahrt**  imd  „Zigeunerleben**  v.  Schumann, 
Schwanenlied  u.  „Ständchen**  f.  Frauenchor  m.  Harfe,  VioL  u. 
Hörnern  v.  Zerlett,  G^sangsolo vortrage  des  Frl.  Pfeil  („Von 
ewiger  Liebe**  u.  „Vergebliches  Ständchen**  v.  Brahms),  der 
Frau  Zerlett-Olfenius  („Ouvre  tes  yeux  bleus**  r.  Massenet, 
„Immer  leiser**  v.  Brahms  u.  „Strampelchen**  v.  Hildach) 
u.  des  Hrn.  Gausche  a.  Creuznach.  —  Symphonieconcerte  des 
städt.  Curorchesters  am  6.,  13.  u.  18.  März:  S3rmphonien  von 
BeeÜioven  (No.  4),  J.  Raff  („Lenore**)  und  Mozart  (Ddur), 
symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung**  v.  R.  Strauss,  „Fee 
Mab**  V.  Berlioz,  Ouvertüren  v.  Cherubini,  A.  Egidi  („Ein 
Sommermärchen**,  unt.  Leit.  des  Comp.),  Brahms  (Akadem. 
Fest-)  u.  Beethoven  (No.  3  zu  „Leonore**),  Vorspiel  zur  Oper 
„Afraja**  v.  O.  Dorn,  Allemande,  Sarabande  und  Gavotte  für 


316 


Streichorch.  v.  H.  Purcell,  Solovortrftge  der  HH.  Nowak  (Viol., 
Bomanzev.  Jehin  u.  „Elfentanz"  v.  Popper)  u.  Rohm  (Wald- 
horn, Esdur-CJonc.  v.  R.  Strauss).  —  4.Äammermusikabend 
des  Ver.  der  Künstler  u.  Kunstfreunde:  Streichquartette  von 
Oherubini  (Esdur)  o.  Beethoven  (Op.  59,  No.  2),  zwei  Streich- 
quartettsätze V.  Schubert  (a.  dem  Cfmoll-  u.  Dmoll-Quartett). 
(Ausführende:  HH.  Prof.  Heermann,  Naret-Koning,  Welcker 
u.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.).  —  3.  Aufführ,  des  Wiesbadener 
Streiohquart.  der  HH.  Weber,  Troll,  Müller  und  Brückner: 
Streichquartette  v.  Brahms  (Bdur)  u.  Mozart  (Odur),  Variat. 
f.  Streichquart,  über  ein  Beethoven'sches  Thema  v.  H.  Rie- 
mann.  —  Cono.  f.  die  Pensionscasse  des  städt.  Curorch.  unt. 
Leit.  des  Hm.  Lüstner  am  7.  April:  „Hebriden"-Ouvert.  von 
Mendelssohn,  Vorspiel  zu  den  „Meistersinffern"  v.  Wagner, 
Adagietto  a.  „L'Arl6sienne**  v.  Bizet,  Solo  vortrage  des  Frl. 
Krötma  a.  Elberfeld  (Ges.,  „Mädchenfluch"  v.  Brahms  etc.) 
u.  der  HH.  Pischek  a.  Stuttgart  (Ges.,  „Stille  Sicherheit"  v. 
Franz  etc.)  u.  Sormann  a.  Berlin  (Clav.,  Esdur-Conc.  v.  Beet- 
hoven, „Etincelles"  v.  Moszkowski,  Mazurka  v.  A.  Sormann 
u.  9.  TJngar.  Rhaps.  v.  Liszt).  —  Wohlthätigkeitsconc.  des 
Lufer*schen  Gesangver.  (Lufer)  am  10.  April:  Chöre  v.  Haupt- 
mann, Rheinberger  („Vaterunser")  u.  H.Hof  mann  („Salve 
regina"),  Solovorträge  des  Frl.  Bloom  v.  hier  (Ges.,  „Wiegen- 
lied der  Maria"  v.  L.  Langhans,  „Sei  still"  v.  Raif  etc.)  u. 
der  HH.  Rosenkranz  v.  hier  (Org.,  DmoU-Tocc.  v.  S.  Bach  etc.) 
u.  Prof.  Ritter  a.  Würzburg  (Viola  alta).  —  3.  Vereinsconc.  des 
CaeciUen-Ver.  (Wallenstein)  m.  Beethoven's  Missa  solemnis 
unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frauen  Schröder-Hanfstaengl  a.  Frank- 
furt a.  M.  u.  Wirth  a.  Aachen  u.  der  HH,  Naval  aus  Frank- 
furt a.  M.  u.  Siehr  a.  München.  —  1.  Orgel-  u.  Vocalconc.  des 
Hm.  Wald;  Orgelsoli  v.  Ad.  Hesse,  S.  Bach,  H.  Reimann 
(Canzone),  Reinecke  („König  Manfred" -Entr'acte)  u.  J.  G.  Ed. 
Stehle  („Pro  gloria  et  patria"),  Gesangsolo  vortrage  der  Frls. 
Rudolph  u.  Zech  („Gebet"  v.  Hiller  etc.)  und  des  Hm.  Geis 
(„Der  Herr  schauet  vom  Himmel"  v.  Zander  etc.). 

Witten.  3.  Conc.  des  Musikver.  (Dr.  Kreuzhage) :  3.  Ouv. 
zu  „Leonore"  von  Beethoven,  „Die  Schöpfung"  von  Haydn 
(Solisten:  Frl.Krötma  a.  Elberfeld  u.  HH.  Wulff  a.  Strassburg 
i.  E.  u.  Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.). 

Worms.  Am  8.  Mai  Aufführ,  der  „Faust"-Scenen  von 
Schumann  durch  die  Musikgesellschaft  u.  Liedertafel  (Kiebitz) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Fns.  Schauseil  a.  Düsseldorf,  Clotz, 
Guntrum,  Mielcke  u.  Rasor,  der  Frau  Schneider  und  der  HH. 
Doerter  a.  Mainz,  Ejiapp  a.  Mannheim  u.  v.  Schmid  a.  Cöln. 
(Die  Aufführung  wird  als  eine  „durchweg  gelungene"  be- 
zeichnet. Hr.  Knapp  war  für  Hm.  Perron  eingesprungen, 
der  wieder  einmal,  wie  schon  so  oft  in  anderen  Fällen  und 
erst  im  vor.  Jahre  hier,  seine  zugesagte  Mitwirkung  nicht 
eingehalten  hatte.  Hr.  Knapp  Hess  den  ausgebliebenen  Dres- 
dener Sänger  in  keinem  Moment  vermiHsen.) 

WürzDurg.  Conc.  der  Liedertafel  (Meyer-Olbersleben) 
am  5.  April:  Männerchöre  v.  Beethoven,  Herb  eck  („Zum 
Walde",  m.  Hornbegleit.),  Rheinberger  („Germanenzug")  u. 
Mendelssohn^  gem.  Chöre  v.  Mendelssohn,  Frauenchöre  „Glau- 
be, Liebe,  Hoffnung",  „Frühliogsgruss"  u.  „Wie  ist  doch  die 
Erde  so  schön"  v. Meyer-Olbersleben,  Duetta.  dem  „Flie- 
genden Holländer"  v.  Wagner  (Frl.  v.  PoUenbuig  und  Hr. 
Adelmann),  Solovorträge  des  Frl.  v.  Pollenburg  („Gesang  auf 
der  Barke"  v.  Kretschmer,  „Du  liebes  kleines  Mägdelein"  v. 
Haberzettel  u.  „In  Lust  und  Schmerzen"  v.  Ritter)  u.  des 
Hm.  Adelmann  („Am  wilden  Klippenstrande"  v.  Henschel, 
„Stürm,  stürm"  v.  R.  v.  Hornstein  etc.). 

Zeitz.  3.  Aufführ,  des  Concertver.:  Fra^entea.  „Fide- 
lio"  V.  Beethoven  (Quartett),  Kreutzer  u.  Donizetti,  Zigeuner- 
lieder V.  Brahms,  Vocalduette  „Altdeutscher  Lieoesreim"  u. 
„Im  blühenden  Garten"  v.  Hildach,  Soli  f.  Ges.  v.  Gold- 
mark („Herzeleid"),  Meyer-Helm  und  („Verlassen"),  H.  v. 
Koss  (Wiegenlied),  W.  Berger  (Kinierlied)  u.  A.  Becker 
(„Rothhaarig  ist  mein  Schätzäein")  u.  f.  Clav.  v.  Beethoven 
(Son.  Op.  57),  Chopin  u.  Liszt  (Mephisto- Walzer  u.  Taran- 
telle  aus  „Venezia  e  Napoli").  (Ausführende:  Frau  Müller- 
Ronneburger,  Frl.  Fröhlich  u.  HH.  Ronneburger  u.  Glömme 
a.  Dresden  [Ges.],  sowie  Hr.  Förster  a.  Leipzig  [Ciavier].)  — 
Auft\ihr.  des  Gesangver.  „Gem.  Chor"  unter  soiist.  Mitwirk, 
des  Frl.  Brange  u.  der  HH.  Marion  u.  Brandt  a.  Leipzig  am 
14.  Mai:  „Die  erste  Walpurgisnacht"  v.  Mendelssohn,  Ter- 
zett a.  „Joseph  in  Egypten"  v.  M6hul,  Soli  f.  Sopr.  v.  Schu- 
mann u.  Cornelius  („Komm,  wir  wandeln  zusammen"),  für 
Ten.  V.  Reinthal  er  (Romanze  a.  „Käthchen  von  Heilbronn") 
u.  Schubert  u.  f.  Bariton  v.  Clara  Seh u manu  („Ihr  Büd")  u. 
I.  Brüll  (Bombardon's  Lied  a.  „Das  goldene  Kreuz").     (Die 


Debütantin  Frl.  Brange  hat  sich,  wie  man  uns  schreibti  durch 
ihr  schmelzvolles  Organ,  ihre  musterhafte  Tonbildung  und 
klare  Aussprache,  sowie  die  warme  Nattlrlichkeit  ihres  Vor- 
trags die  besonderen  Sympathien  des  Publicimis  erworben.) 

H^^  Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Wie  man  schreibt,  soll  der  Tenorist  Hr.  Emil 
Götze  vom  Herbst  n.  J.  ab  für  die  k.  Oper  verpflichtet  worden 
sein,  um  die  HH.  Gndehus  und  Rothmühl  in  Etwas  zu  ent- 
lasten. An  gleicher  Stelle  hat  der  Tenorist  Hr.  Sommer  aus 
Cöhi  ein  Gastspiel  mit  sich  steigerndem  Effolg  begonnen, 
während  in  der  KroU-Oper  die  (^Bistdarstellungen  der  ver- 
götterten Frau  Sembrich  dem  Ende  zu  ^hen.  —  London. 
Das  neueste  Ereigniss  in  der  Royal  Italian  Opera  war  der 
Wiedereintritt  der  Frau  Melba  und  der  Gebrüder  HH.  B aszk  h 
in  Gounod's  „Bomöo  et  Juliette",  welcher  dieser  Vorstellung 
besonderen  Glanz  verlieh.  —  Mew-York.  Die  Impresarii 
Abbey  und  Grau  haben  Hm.  Anton  Seidl  für  nächste  Saison 
als  Dirigenten  einer  Beihe  von  deutschen,  namentlich  Wm^- 
ner'schen  Opern  enga^girt,  während  der  Capellmeister  Hr. 
Vianesi  für  die  italienische  Oper  in  Thätigkeit  bleibt.  — 
Omaha.  Nicht  blos  als  technisch  vollendete  und  mit  seltener 
Ausdauer  ausgestattete,  sondern  auch  als  höchst  poetiscK  ge- 
staltende Pianistin  stellte  sich  Frau  Bloom field-Zeisler 
hier  vor  und  erwarb  sich  alle  Sympathien.  —  Paris.  In  der 
Generalprobe  zu  Berlioz'  „Les  Troyens"  in  der  Komischen  Oi>er 
erregte  oesonderes  Interesse  das  Debüt  einer  jungen  Sängerin, 
Frl.  Delnat,  deren  Stimme  eine  bewundernswerthe  Stun- 
dung und  Gleichmässigkeit  besitzt. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.     Thomaskirche:     11.  Juni.     Motette   „Komm, 
heiiger  Geist"  v.  M.  Hauptmann.  „Wie  lieblich  sind  auf  den 
Bergen"  v.  E.  F.  Bichter«.    12.  JunL    „O,  welch  eiiwr^Ti^fe^ 
des  Keichthums"  a.  „Paulus"  v.  Mendelssohn. 

Chemnitz.  St.  Jacobikirche:  18.  April.  Schlusschor  aus 
„Christus  am  Oelberg"  v.  Beethoven.  1.  Mai.  „Sanctus*^  v. 
Mozart.  8.  Mai.  Hjmne  f.  Altsolo  u.  Chor  v.  Mendelssohn. 
16.  Mai.  „Lobe,  meme  Seele,  den  Herrn"  v.  M.  Hauptmann. 
22.  Mai.  „Vater  unser"  v.  Schultz-Heynatz.  26.  Mai.  „Lobet 
Gott  in  seinen  Beichen"  v.  S.  Bach.  —  St.  Johanniskirche: 
18.  April:  „Ich  weiss,  dass  mein  Erlöser  lebt"  von  Händel. 
24.  April:  „Gottes  gewaltiger  Arm  hat  Macht"  v.  Bheinberger. 
8.  Mai.  „Jauchzet  Gott"  v.  Thoma.  16.  Mai.  „Preis  und  An- 
betung sei  unserm  Gott"  v.  Bink.  26.  Mai  „Triumph  ihm, 
Jubel  und  Dank"  v.  J.  A.  P.Schulz.  — St. Paulikirche:  18.ApriL 
„Der  Herr  ist  wahrhaftig  auferstanden"  von  Th.  Drobisch. 
24.  April.  „Salvum  fac  regem"  v.  Zocher.  1.  Mai.  „Selig  sind, 
die  Gottes  Wort  hören"  v.  Hellwig.  — St.  Petrikirche:  18.  April. 
„Nun  aber  ist  Christus  auferstanden"  v.  Alb.  Becker.  1.  Mai. 
„Des  Herrn  Wort  ist  wahrhaftig"  v.  Becker.  8.  Mai.  „Wach 
auf,  mein  Herz,  und  singe"  v.F.  Hiller.  16.  Mai.  Geistliches 
Lied  V.  Hiller.  22.  Mai.  „Herr,  höre  mein  Gtebet"  v.  Haupt- 
mann. 26.  Mai.  „O  Heiland,  reiss  die  Himmel  auf"  v.  Brahms. 
—  St.  Nicolaikirche:  18,  April.  „Sei  getreu  bis  in  den  Tod" 
V.  Schurig.  1.  Mai.  „Gott  ist  die  Liebe"  v.  Engel.  8.  Mai. 
„Jauchzet  Gott"  v.  Thoma.  22.  Mai.  „Kommt,  laast  uns  an- 
beten" V.  Hauptmann.  —  Schlosskirche:  18.  April.  „Triumph, 
er  kommt  mit  Pracht",  Choral  u.  Schlusschor  a:  dem  y!Lo}>- 

fesang"  v.  Mendelssohn.    24.  April.     „Salvum  fec  regem"  v. 
tocher.    1.  Mai.  »Gib  dich  zufrieden"  v.  Bemmann.     8.  Mai. 
„Es  sollen  wohl  Berge  weichen"  v.  Bust. 

Pössneck.  Mauritiuskirche:  26.  Mai.  „Gott  ist  die  Liebe** 
V.  Engel.  6.  Juni.  „O,  welch  eine  Tiefe  des  Beichthums"  a. 
„Paulus"  V.  Mendelssohn.  6.  Juni.  „Komm,  heiiger  Geist**  v. 
Bortniansky. 

OpernauffUhrungen. 

Mai. 

Stuttgart.  K.  Hoftheater:  1.  Fest  Vorstellung  bei  An- 
wesenheit des  Königs  und  der  Königin  von  Sachsen.  2.  Act 
von  „Die  Königin  von  Saba  u.  2.  Act  von  „Tannhäuser.  3.  u. 
29.  Indra.    7.  Oavalleria  rusticana.  7.,  15.  u.  20.  Der  Barbier 


317 


von  Bagdad.  10.  Tannb&ufler.  18.  Margarethe.  17.  Zar  und 
Zimmermann.  22.  Lohengrin.  24.  Carmen.  27.  Der  Waffen- 
schmied. 

Wien.  K.  k.Hofopemtheater:  1.  Manon.  2.  Der  Wasser- 
träger. 3.,  10.,  15.,  20.  u.  25.  Freund  Fritz.  4.  Romeo  und 
Julie.  6.,  9.  u.  16.  Werther.  7.  ßienzi.  8.,  18.,  21.  u.  24. 
Gavalleria  rusticana.  11.  Lohengrin.  12.  u.  27.  Carmen.  14. 
Das  Rheingold.  17.  Der  Freischütz.  19.  Der  Prophet.  22. 
Mifi^on.  28.  Aida.  24.  Die  Regimentstochter.  25.  Bastien 
und  Bastienne.  26.  Tannhäuser.  28.  Rigoletto.  29.  Die  Wal- 
küre.   80.  Der  Wildschütz. 


Vermischte  MKtheilungen  und  Notizen. 

*  Das  69.  Niederrheinisohe  Mnsikfest  unter  Prof. 
Dr.  Wüllner*s  allseitig  begeistert  belobter  Direction  hat 
einen  höchst  glänzenden  Verlauf  genommen,  trotz  dem  Um- 
stände, dass  man  von  der  Tradition,  ein  classisches  Oratorium 
aufzuführen,  abgegangen  war. 

*  Den  künstlerischen  Oulminationspunot  hat  das  zweite 
Schwäbische  Musikfest  zu  Augsburg  in  den  Pfingst- 
tagen,  wie  vorauszusehen  war,  in  der  Aufführung  der  Eroica- 
Symphonie  Beethoven*s  und  des  Kaiser-Marsches  von  Wagner 
unter  H.  v.  Bülow's  fascinirender  Leitung  gefunden.  Der 
eigentliche  Festdiri^nt  war  Hr.  Domcapellmeister  Dr. 
Schiet  terer,  der  seinen  Theil  gewissenhaft  vorbereitet  hatte 
und  auch  rechtschaffen  durchführte. 

*  Die  vlämische  Musikschule  zu  Antwerpen  beging 
in  der  Pfingstwoche  das  26jährige  Doppel-Jubiläum 
ihres  Bestehens  und  der  Direction  des  Hm.  Peter  Benoit  mit 
einem  dreitägigen  &;länzend  verlaufenen  Musik  fest,  dessen 
Programme  ausschliesslich  aus  Werken  vlämischer  Cktmpo- 
nisten  bestanden. 

*  Das  in  Salzburg  während  der  Pfingsttage  abgehaltene 
erste  Deutsch-akademische  Sängerfest  erfreute  sich 
zahlreicher  Theilnahme  der  betreffenden  Kreise  und  verlief 
sehr  anregend.  Die  Wahl  der  nächsten  Feststadt  ist  auf 
Dresden  (für  1896)  gefallen. 

*  In  der  Royal  Institution  of  Great  Britain  in  London 
hielt  vom  80.  April  bis  21.  Mai  Hr.  E.  Dannreuther  vier 
Vorlesungen  über  J.  S.  Bach's  Kammermusik,  welche 
durch  musikalische  Vorträge  näher  beleuchtet  wurden. 

*  In  Paris  bereitet  man  die  Einrichtung  eines  „Salon 
demusique"  vor,  eines  Seitenstücks  zum  „Salon  de  peinture", 
eine  Art  musikalischer  Ausstellung,  bei  welcher  in  acut  grossen 
Sitzungen  noch  unveröffentlichte  Werke  vorgeführt  und  mit 
Preisen  verschiedener  Olassen  ausgezeichnet  werden  sollen. 
Für  dieses  Jahr  sind  bloe  zwei  solcher  Sitzungen  geplant, 
welche  unter  Leitung  des  Hm.  Grabriel  Marie  am  10.  una 
17.  Juni  stattfinden. 

*  Hr.  Dr.  Joseph  Parry,  welcher  am  University  College  in 
Cardiff  über  Musik  liest,  hat  eine  Musikschule  ftlr  Süd- 
wales und  Monmouthshire  zu  gründen  unternommen  und  sich 
der  Mitwirkung  der  besten  Lenrkräfte  versichert. 

*  Die  Akademie  der  Schönen  Künste  in  Frankreich  hat 
den  diesrjährigen  Monbinne-Preis  im  Betrage  von  3000  Frcs. 
Hm.  A.  Messager  für  dessen  Oper  „La  Basoche**  und  den 
Chartier-Preis  fftr  Kammermusik  Hm.  Charles  Lefeb vre 
zugesprochen. 

"•  Die  gegenwärtige  Deutsche  Oper  im  Coventgarden- 
Theater  zu  London  eröffnete  am  8.  Juni  ihre  Saison  mit 
einer  Aufführung  von  Rieh.  Wagner's  „Siegfried"  unter 
Leitung  des  Hm.  Mahler  und  Mitwirkung  der  Frauen  Sucher 


und  Heink,  der  HH.  Alvary,  Glrengg,  Wiegand,  Liban  u.  A.  m. 
Das  Werk  wurde  enthusiastisch  angenommen. 

*  Die  erste  Spielzeit  in  dem  neuen  Stadttheater  zu  Z  Ürich, 
das  in  Hm.  Kempter  einen  trefflichen  Capellmeister  und 
unter  seinem  OpempersonaJ  ausgezeichnete  Kr&fte  wie  Frl. 
Prosky  und  Hm.  Georg  Lederer  besitzt,  zeichnete  sich  durch 
vorzügliche  Aufführungen  Wagnerischer  Werke  aus.  Es 
gelangten  zur  Darstellung  „Lohengrin"  elf  Mal,  „Tannhäuser" 
und  die  „Meistersinger"  je  sieben  und  „Tristan  und  Isolde" 
fünf  Mal. 

*  M.  Moszkowski*s  Oper  „Boabdil"  wird  in  n.  Saison 
auch  im  Marie-Theater  zu  St.  Petersburg  zur  Aufführung 
gelangen. 

*  Im  Bellini-Theater  in  Neapel  wurde  die  einactifi;e  Oper 
„Mastro  Giorgio"  von  Domenico  Sodero,  einem  nocn  uner- 
fahrenen jungen  Componisten,  erstmalig  gegeben  und  vom 
Publicum  nacnsichtig  aufgenommen. — Desgleichen  wurde  in 
Ver colli  die  neue  Oper  „Vendetta"  von  Arturo  Berutti 
zum  ersten  Maie  aufgemhrt.  Sie  erwies  sich  von  untergeord- 
netem Werthe. 

*  In  einem  Artikel  „Die  musikalische  Entwickeluns; 
Schwerins"  weist  die  „Mecklenburgische  Zeitung"  schlagend 
die  grossen  Verdienste  nadi,  die  der  von  dort  —  infolge  einer 
Differenz  mit  dem  Hoftheaterintendanten  Hm.  v.  Ledebur  — 
geschiedene  Hofcapellmeister  Alois  Schmitt  durch  seine 
86jährige  Thätigkeit  in  dieser  Stellxmg  sich  um  das  dortige 
Musik- und  Opernwesen  errungen  hat.  Dieselben  sind  unseren 
Lesern  nicht  unbekannt,  indem  unser  Blatt  schon  zu  Anfang 
seines  19.  Jahrgangs  in  einer  Biographie  des  verdienten  Mannes 
dessen  Streben  und  Schaffen  eingehend  gewürdigt  hat. 

*  Hr.  J.  P.  E.  Hartmann  in  Copenhagen  ist  kürzlich 
von  seiner  Stellung  als  Präsident  des  dortigen  Musikvereins, 
dessen  Directorium  er  54  Jahre  lang  angehörte,  zurückge- 
treten, und  zwar  aus  Groll  über  die  Unzufriedenheit,  welcne 
Presse  und  Publicum  über  seinen  Sohn  Emil  Hartmann  als 
Nachfolger  Gade's  in  der  Dirigentenstellung  dieses  Vereins 
laut  werden  Hessen  und  die  auch  dah'n  geführt  hat,  dass  an 
dessen  Stelle  einstimmig  der  Violoncellist  Hr.  F.  Neruda,  ein 
naturalisirter  Däne,  gewählt  wurde.  Die  Hegemonie,  welche 
die  Familie  Hartmann  so  lange  Zeit  in  der  dänischen  Haupt- 
stadt ausübte,  ist  somit  zu  Ende  gegangen. 

*  Das  Ehepaar  Edvard  und  Nina  Grieg  in  Bergen  er- 
hielt gelegentlich  seiner  silbernen  Hochzeit  am  11.  d.  unter 
anderen  Geschenken  einen  prachtvollen  New- Yorker  Stein- 
way-Flügel. 

*  Hr.  Jules  Gar  ein  hat  aus  Gesundheitsrücksichten  die 
Wiederwahl  als  Leiter  der  Pariser  Conservatoriumsconcerte 
abgelehnt,  aiMeine  Stelle  wurde  der  Flötist  Hr.  Taffanel 
gewählt.  Hr.  Danbö  als  zweiter  Capellmeister  legte  dieses 
Amt  nieder.  Zum  Chordirector  dieser  Körperschaft  wurde 
Hr.  Samuel  Rousseau  ernannt. 

*  Der  Prinzregent  von  Bayern  verlieh  Hm.  Hofcapell- 
meister Doppler  m  Stuttgart  den  Michaelsorden  4.  Classe. 

Todtenliste.  Dr.  Wilh.  Langhans,  Violinist  und  Musik- 
schriftsteller in  Berlin,  t,  60  Jahre  alt,  am  9.  Juni.  —  Her- 
mann Philippi,  k.  Opernsänger  a.  D.  in  Wiesbaden,  von  1866 
bis  1885.  als  erster  Bariton  am  k.  Theater  daselbst  rühmlichst 
gewirkt  habend,  f  am  25.  Mai.  —  Tom  Hohler,  einst  be- 
fiebter  Londoner  Opemtenor,  t  ani  2.  Mai  in  Monte-Oarlo.  — 
Alfred  W.  Gilmer,  wohlbekannter  Cornetbläser  und  Musik- 
director,  f,  54  Jahre  alt,  in  Birmingham.  —  Frl.  Marie  Donne, 
seit  20  Jahren  als  Professeur  de  sofi<^  am  Conservatorium  in 
Paris  thätig,  f.  43  Jahre  alt,  in  Paris.  —  Wilhelm  Halle, 
langjähriger  tüchtiger  Dirigent  des  Stadtorchesters  zu  Halle 
a.  S.,  tj  ^^  Jahre  Sit,  am  IB.  Juni. 


Kritischer  Anhang. 


Bern.  Boeekelmann.  Bomance  pour  Violon  ou  Violoncelle 
et  Piano,  Op.  2.    Hamburg,  Fritz  Schubert. 

Hans  A.  Cesaek.  Barcarole  für  Violine  mit  Clavierbeglei- 
tung,  Op.  9.    Dresden,  Adolph  Brauer. 

Henri  Herold.  Nocturne  für  Violine  oder  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte,  Op.  12.    Berlin,  Baabe  &  Plothow. 


F.  Klose.  Elegie  für  Violine  oder  Bratsche  mit  Begleitung 
des  Pianoforte,  Op.  7.    Berlin,  Fr.  Luckhardt. 

Josef  Nesvera.  Zehn  Eklogen  für  Violine  mit  Pianoforte- 
begleitung, Op.  48.    Prag,  Bursick  &  Kohut. 

Hugo  Reinhold.  Romanze  und  Menuett  für  Violoncell  mit 
Begleitung  des  Pianoforte,  Op.  42.    Leipzig,  Fr.  Kistner. 


318 


Dsls  ist  eine  Jßeihe  von  kleinen  Musikstücken  für  £nsem- 
blespieli  die  Alle,  bis  auf  einzelne  Ausnahmen,  den  gleichen 
lyrischen  ChanLkter  haben  und  sämmtlich  freundlicher  Aner- 
kennung werth  sind.  Boeckelmann^s  Romanze  singt  in  der 
Streichstimme  recht  wohUautend  zu  ganz  einfachem  Piano- 
forte-Accompagnement,  und  die  Barcarole  von  Cesack  wiegt 
und  schaukelt  im  leichten  Sechsachtel.  Henri  Herold,  der 
treffliche  Yiolinspieler,   hat  für  sein  Noctumo  eine  hübsche 


Cantilene  erfunden,  und  in  seiner  Elegie  bewährt  F.  Klose 
sich  abermals  als  ausgezeichnet  tüchtiger  Musiker.  Eine  ganze 
Sammlung  von  gut  wirkenden  Vortragspi^cen  präsentirt  Nes- 
vera  in  seinen  Eklogen,  die  wohl  eine  lebendige  Vortrags- 
art, aber  keine  bedeutende  Technik  von  dem  Ausführenden 
der  Gteigenpartie  verlangen.  Reinhold's  beide  Nummern  sind 
zierlich  und  fein  von  fx>rm  und  Inhalt. 

Louis  Bödecker. 


JBiriefkAsten. 


M.  G.  in  A^.-K  Der  Abdruck  ist  s.  Z.  wahrscheinlich 
wegen  der  fehlenden  Angabe  des  Concertortes  unterblieben. 
Gerade  aus  Amerika  und  England  gehen  uns  viele  Concert- 
Zettel  ohne  den  so  nöthigen  Ortsvermerk  zu,  die  deshalb  — 
oft  trotz  interessanter  Programmaufstellung  —  unberücksich- 
tigt bleiben  müssen.  Dass  wir  in  der  Ooncertumschau  ganz 
besonders  neue  und  neueste  Werke  berücksichtigen  und  durch 
gesperrten  Druck  der  Oomponistennamen  augenfällig  machen, 
ist  eine  Gepflogenheit,  die  wir  im  Interesse  der  Neuzeit  schon 
lauge  üben. 


IV.  K.  in  R,  Die  hiesige  Kunsthandlung  von  Hermann 
Vogel,  Goethestrasse,  gibt  die  von  uns  in  vor.  No.  benutzte 
photographische  Abbildung  des  Mendelssohn -Denkmals  in 
zwei  verschiedenen  Grossen,  Gabinet  und  Folio,  ab. 

L,  in  B.  Ihr  Mitbürger  erinnert  an  den  hiesigen  Gantor 
Hrn.  R.,  welcher  s.  Z.,  anscheinend,  um  sich  bei  einigen 
orthodoxen  Geistlichen  „lieb  Kind"  zu  machen,  gOfiTjan  eine 
Aufführung  des  Verdi'schen  Requiems  in  unserer  Thomas- 
kirche loszog. 


n  z  e  i  ST  o  >^< 


Verlag  von  Schweers  &  Haake  in  Bremen. 
f*iii*    eine    Sopi^a^nstiznine 

von  [866.] 

Carl  Reinthaler. 

Op.  48. 

Complet  2  ^  60  /^,  einzeln  je  60  /^, 

No.  1.  Gondoliera.    No.  2.  Vom  Dorfe  ab  am  Raine. 

No.  3.    Der  Apfelbaum.    No.  4.    Beugen   sich   die 

dichten   Zweige.     No.  6.    Es  hat  mein  Liebchen. 

No.  6.  Tyroler  Volkslied  chen. 

Auf  Wunseh  Ansichtssendung  durch  Jede 
Buch-  und  Musikalienhandlung. 


Neue  Gompositionen 


für 


Violine  mit  Pianoforte. 


Jean  Usyer: 


Serenade.  Ji  1,00. 
Berceuse.  Ji  1,50. 
Maznrek.  ji  2,50. 

Christian  Sinding,  Suite  (Fdur).    5  Ji 
Carl  Schuler,  S^r^nade.     Ji  1,80. 

Benjamin  Godard,Berceuse  et  S^r^nade.  Ji  1,50. 
Rob.  Schunriann,  Abendlied,  herausg.  von  Singer. 

75  4. 
Rob.  Schumann,  Träumerei,  herausg.  von  Singer. 

,75  4. 

Louis  Spohr,  Barcarole,  herausg.  von  Singer.  1  Ji 

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Wilhelm  Hansen,  Musik- Verlag,  Leipzig. 


W.  Auerbach  Macht., 

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Lemanstalt, 

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lischen Schriften. 

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Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 

Richard  Wagner, 

Ein  Albumblatt  für  das  Ciavier. 

Preis  1  M. 


Für  Orchester  von  C.  Reichelt.  Partitur  J6  1,60.  Stim- 
men cpit.  Jt  d, — . 

Für  Violine  mit  Orchesterhegleitung  von  Aug.  Wilhelmj. 

Partitur  Jt  l^.    Stimmen  cplt.  Ji  3, — . 
Für  Violine  mit  Pianofortehegleitung  von  Aug.  Wilhelmj 

Ji  1,50. 
Für  Violen  cell  mit  Orchesterbegleitung  von  Dav.  Popper. 

Partitur  J6  1,50.    Stimmen  cplt.  Jt  3, — . 
Für  Violoncell  mit  Pianofortebe^eitung  von  Dav.  Popper. 

J6  1,50. 
Für  Harmonium  mit  Pianofortehegleitung  von  Joh.  May. 

Für  Violoncell,  (oder  Violine),  Harmonium  und  Pianoforte 

von  Aug.  Reinhard.    Ji  2,40. 

Für  Horn  mit  Orchesterbegleitung  von  F.  Gumbert.  Par- 
titur Ji  1,50.    Stimmen  cplt.  Ji  8,—. 

Für  Horn  mit  Pianofortehegleitung  von  F.  Gumbert.  .i»  1,50. 

Für  Viola  alta  mit  Pianofortehegleitung  von  Hermann 
Ritter.    Ji  1,50. 

Für  Cornet  k  pistons  mit  Pianofortebegleitimg  von  Rieh. 
Hofmann.    ^H  1,50. 

Für  Harmonium  oder  Pedalflagel  oder  Orgel  von  A.  W. 
Gottschalg.    Ji  1,50.  [659.] 


319 


Flllgrel-  und  Planlno-Fabrlkant. 

HofUefeiraiiit 

Sr.  Maj.  des  KaiaerB  von  Deutschland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  and  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser),  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen» 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


X^ondon   W. 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Straaae. 
n.  Fabrik:    21  Orünaner-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


[660.] 

5—7  Johannis-Str. 


Im  Verlage  von  E.  W.  FritZSCh  in  Leipzig  erschien: 

Wagner-Encyklopädie. 


In  wörtlichen  Anführungen  aus  seinen  Schriften  dargestellt 


von 


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Zwei  Bände  (60  Bogen  gr.  8^).   Brochirt  IS  Mark.  Gebunden  18  Mark. 


BesteUungen  werden  van  jeder  Buch^f  Knngt-  und  Mvsikälienhandlwig^  sowie  auch  direct  vom  Verluger 

angenotntnen  und  auegefUhrt. 


-     •'wT^-  N^^*S^*/\.'N<'X*%^  ^ 


Die  Wagner-Encyklopädie  stellt  es  sieb  zur  Aufgabe,  die  durch  ihre  reformatorische  Bedeutung  auf  dem  Ge- 
biete der  Kunst  und  Cultur  hervorragenden  Aeusserungen  Wagner's  über  eine  umfassende  Beihe  von  Erscheinungen  auf  dem 
weiten  Gebiete  der  Kunst-  und  Culturgeschichte  in  alphabetischer  Folge  und  nach  Möglichkeit  nicht  blos  in  aphoristi- 
scher Kürze  wiederzugeben,  sondern  jene  Ausspri\che,  wo  die  Sache  es  mit  sich  bringt,  in  ungezwungener  Weise  zu  kleinen 
Abhandlungen  über  den  einzelnen  Gegenstand  zu  verbinden.  Diese  Abschnitte,  von  sehr  verschiedenem  umfang,  sind 
durchweg  aus  den  mit  buchstäblicher  Treue  wiedergegebenen,  eigenen  Worten  des  Meisters  zusammengestellt.  Indem  fiir 
Jeden  dieser  Abschnitte  die  vorhandenen  Aussprüche  aus  den  verschiedenen,  oft  entlegenen  Theilen  der  Gresammelten 
Schriften  Wagner's  herangezogen  sind,  ist  —  ausser  ihrer  Authenticität  —  Zweierlei  erreicht: 

1)  eine  erschöpfende  Vollständigkeit  dieser  Aussprüche,  sodass  der  Leser  gewiss  sein  kann,  dass  in  keinem 
Theile  der  Schriften  etwas  auf  den  Gegenstand  Bezügliches  übersehen  sei,  was  nicht  schliesslich  noch  im  Anhang 
oder  im  Inhalts  verzeich  niss  unter  dem  gleichen  Titel  anzutreffen  wäre; 

2)  durch  jedesmalige  Ausscheidung  des  nicht  nothwendig  zu  dem  besonderen  Gegenstand  Gehörigen  und  streng  sach. 
liehe  Verbindung  des  Zusammengehörigen,  in  den  meisten  Fällen  ein  Text  von  einer  speci fischen  Vollstän- 
digkeit, wie  er  sich,  wiewohl  echt  Wagnerisch,  dennoch  in  gleicherweise  an  keiner  einzelnen  Stelle  der  Schriften 
wiederfindet,  sodass  die  Encyklopädie  in  dieser  Beziehung  in  ihrer  Art  überall  Keues  darbietet  und  wie  ein 
Oriffinttliiverk  l^a^'nei**»  gelesen  werden  kann,  während  andererseits  die  vorhandenen  Belege 
überall  die  zu  Grunde  liegenden  Stellen  der  Schriften  vergegenwärtigen. 


Pianinos 


bester    Qualit&t,     einfache    und    elegante 
I   stattung,  lind  wegen 

Liquidation  einer  Fabriic 

>  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 


1 

Aus-  ^p 


i 


lllustrirte  Preis-Verzeiehnisss  zu  bezieheD  dureh 
C.  Schwalbach,  Reichsstrosse  24,  Leip: 


: 

zig.  • 


"Verlag  -von  Hies  Ät  Ei*ler  in  Berlin. 

Älban  Förster,  „Lorle". 


Oper  in  4  Aufzügen. 

Ciavierauszug  mit  Text  15  M.  netto.  Einzelne  Nnrnmeni  etc. 
[663.1 

lieber  die  am  3.  Juni  In  Berlin  am  KroM'ichen  Thaatar  statt- 
gehabt« erste  Aufführung  wird  u.  A.  geschrieben:  „Wir 
möchten  als  ein  GesammtiartheU  von  Vornherein  betonen,  dus 
uns  Ihr  kOnstlarlichar  Warth  entichiadan  Ober  mancher  hundert 
■aJ  aufiefOhrlaR  (osenannten  Lliblingto|iar  dtr  Ictztan  zahn  Jahre 
llaht."  (Post.)  —  i,Von  erfreulichstem  Werthe  ist  es,  daae 
uns  Director  Engel  die  Bekanntschaft  mit  einer  Arbeit  ver- 
mittelt hat,  die,  ohne  ein  gerade  direct  sensationelles  Gepräge 
zu  haben  —  doch  unabwclibar  lu  den  berufenen  Composltlonan 
der  deutschen  OpernbOhna  aut  den  letzten  10  oder  15  Jahren  gahflrt, 
soweit  diese  bemtlht  sind,  die  alten,  verstindnissinnigen  und 
herzinnigen  Formen  des  älteren  Opemgefüges  in  wohlthuende 
Erinnerung  zu  bringen."  (Berliner  Local -Anzeiger.)  —  „Im 
Allgemeinen  bewegt  sich  Förster's  Musik  in  altgewohnten 
Bahnen;  in  ihrem  melodischen  Inhalt  von  Nessler'acher 
&tckingerei  nicht  allzuweit  entfernt,  gibt  sie  sich  doch  in 
der  Form  ein  gut  Theil  vornehmer,  '&  ist  sehr  viel  aorg- 
ftJtieere,  gediegenere  Arbeit  und  die  Instrumentation  zum 
Theu,  wenn  nicht  gerade  originell,  so  doch  wirklich  reizvoll." 
(Berl.  Börsenzeitung,)  —  ,.Sie  werfen  ein  freundliches  Sonnen- 
licht Über  das  Ganze,  welches  in  Art  und  Form  den  Nessler- 
schen  Opern  nahe  kommt,  ohne  jemals  in  die  Banalitäten  des 
elsässiachen  Componisten  zu  verfallen.  Förster  ist  offenbar 
ein  weit  feinerer  Musiker  als  Nessler.  —  Das  Publicum  freute 
sich  herzlich  der  schönen  Lieder  und  gab  seinen  l^ank  den 
Darstellenden,  dem  Componisten,  der  nach  den  Actschlüssen 


nähme  durchaus  zufrieden  sein."  (Berl.  Neueste  Nachrichten.) 
—  „Wie  in  Dresden  und  Hamburg,  wo  sie  im  Laufe  des  letzten 
Jahres  aufgeführt  wurde,  hat  die  Oper  auch  hier  einen  durch- 
aus günstigen  Erfolg  erzielt.  Nach  jedem  Acte  musst«  der 
Componist  mit  den  Hauptdarstellern  wiederholt  vor  dem  Vor- 
hans  erscheinen,  lun  in  rauschenden  Beifallsbezeugimgen  den 
Dank  der  Hörer  entgegen  zu  nehmen,  salbil  bei  «Raner  Scene 
bekundete  lu  vertchiedanen  Malen  das  Publicum  lein  Interesse  und 
■aln  fialallen  aa  dem  Qebotanen."  (Berl.  Fremdenblatt,)  —  „Ei 
fehlt  UM  an  Opern,  wla  FOrster'i  •  Lorled  Diese  Behauptung  zu 
begründen,  hier  und  heute,  darauf  müssen  wir  verzichten, 
um  Niemanden  zu  kränken  1  Sympathisch  berührt  hat  uns 
der  echt  dsutsche  Zug  in  Förster's  Partitur.  Wir  wissen,  dass 
Tausende  (tafDr  keine  Verwendung  haben;  schön,  sie  möeen 
welschen  Singsang,  vorziehen,  was  thuts?  War  Etwa»  IDr  Heri 
und  fiemOth  tucht,  dem  sei  das  »Lor1e<  empfohlen.  Beklatscht 
wurden  viele  Nununem,  zur  "Wiederholung  begehrte  man  un- 
nöthig  das  Ballet."    (Kl.  Journal.    Wilhelm  Tappert.) 


Durch  jede  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlung   sa 
beziehen:  1664.] 

Alois  Reckendopf: 

Op.  1.    Zwei  Noctumea  für  Pionoforte.    M.  1,50. 

Op.  2.     Walzer  für  das  Pianoforte  zu  vier  Händen.   M.  2,60. 

Dp.  8.    Kleine  Büder  für  Pianoforte.    M.  2,—. 

Op.  4.  Sieben  Lieder  für  eine  Baritonstimme  mit  Pianoforte. 
Heft  I.  1.  Ich  geh  nicht  in  den  grünen  Hain.  (W.  Oster- 
wald.)  2.  Heimweh.  „0,  doss  ich  draussen  lag".  (0.  Stielsr.) 
3.  Sommersegen.  „So  warm  und  herrlich  liegt  die  Welt". 
(Wolfgang  Müller  v.  Königs winter.)    M.  2,—, 

—  Idem.  Heft  II.  4.  Unergründlich.  „Ich  küsst«  sie  auf  die 
Stime  kaum".  (J.G.Fischer.)  6.  Zwiegesang.  „Im  Fliedoi^ 
busch  ein  Vögleiu  sass".  (R.  Beinick.)  6.  So  wandr  ich  in 
die  weite  Welt.  (W.  Osterwald.)  7.  Falsch,  aber  süss. 
„Komm,  falsche  Dirne",     (G.  F.  Danmer.)   M.  S,— . 

Op.  5.    Fünf  Ciavierstücke.    Heft  I.,  H.  &  M.  2,—. 

Op.  6.  Sechs  Lieder  und  Gesänge  für  gemischten  Chor. 
Heft  I.  Die  Eose  treibt  ein  rothes  Blatt.  (W.  Osterwald.) 
2.  Trennung.  „Er  ritt'so  einsam  durch  den  Wald".  {Alex. 
Kaufmann.)  8.  Heimkehr.  „Und  wieder  ritt  er  durch  den 
Wald".  (Alesander  Kaufinann.)  Part.  u.  Stimmen  M.  3,40. 
(Part.  M.  1,20.    Stimmen  i.  M.  —,30.) 

—  Idem.  Heft  n.  4.  Mit  sanften  Flügeln  senkt  die  Nacht. 
(W.  Osterwald.)  6.  Durch  säuselnde  B&ume  im  Mondenschein. 
(W.  Osterwald.)  6.  Kommt  auf  den  Anger,  muntre  Buben. 
(W.  Osterwald.)  Part,  und  Stimmen  M.  2,40.  (Part.  M.  IJ». 
Stimmen  k  M.  — fiO.) 

Op.  7.  T^nae  für  Pianoforte  zu  vier  HBnden.  Heftl.  M.4,— , 
Heft  II.    M.  8.-. 

Op.  10.  24  Etüden  in  allen  Dur- und  Molltonarten  för  Piano- 
forte.   Heft  I.    M.  3,—.    Heft  II.,  HI.,  rV.  ti  M.  2,50. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


Im  Verlage  von  F.  E.  C.  lieaekart  in  Leipzig  ist 

soeben   erschienen   und   durch  jede  Musikalien-  oder  Buch- 
handlung zu  beziehen: 

Heimatliab. 

Männerchor  im  Kärntner  Volkston. 

Text  imd  Musik  von  [666.} 

^homos  Moschot. 

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Partitur  und  Stimmen  (&  15  Pf)  U.  I,—. 


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Richard  V/agner, 

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2.  Auflage-    (Volksausgabe.) 
Oomplet  in   zebn  Bänden. 

Broch.  Jk  18,—.     Geb.  Jk  25,—. 

Qeb.  in  fünf  Doppelbftndeu  Ji  22,—. 

Inkaltsverzeickniss    gratis    und  franco. 

Verlag  von  M.    W.  Fritzsch    in  Leipzig. 


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Neue  Werke  für  zwei  Claviere  zu  acht  Händen. 


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8,50. 
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4,60. 


FrDhÜRss-Erwactian,  Bomanze  in  Fdor,  übertr.  von  Aug.  Beinhard 

Beetbövailr  I<.  V^  Op.e9.  Soiiat«iiiAdur(deiiiBaronT,GleicbenatemKew.),  Ubertr.  von  Aug.Beinhard,  netto 
'KlefTel,  A.,  Op.  6.  Manch  der  Wichtelin9nnBr,  mit  Stteicbquintett  H.  &,— ,  itu  8  HAnden  (ohne  Begleitung)  .  . 
Mobr,  Herrn.,   Op.  29,  No.  l.  Sonatln«  in  Gdur   I  ( 

Op.  39,  No.  S.     Manch  in  Cdur [  leichte  Original-Compositionenspeciell  fttrMuaikschnlen  { 

Op.  2»,  No.  3.    Rondo-Allagro  in  Gdnr     .     .    .    )  I 

Op.  48».     Police«  in  Ddur.     Original-Oompoaition 

* Op.  48b.     PolacGi  in  Ddur  zu  8  Händen  mit  Begleitung  von  3  Yiolinen,  Yiola,  Yioloncell  u.  Bass  ad.  libitum 

*MollP,  Ouvertura:  Handwerhar laben  mit  3  Violinen,  Viola,  ^oloncell,  Basa  M.  7,~,  do.  sa  8  Hdn.  (ohne  Begleitung) 
*MfWzkowsl£l,  M.,    Op.  13.    Spanitcha  TBnia.    No.  1  und  3.    Cdur,  Gmoll 

• Op.  13,  No.  3  und  4.    Adur,  Bdur übertr.  von  Bernh,  Wolff  .     c 

• Op.  12.  No.  5.    Ddur  (Bolero) 1  I      „  o,— . 

Vala«  brlilanla  pour  3  Pianoa  i  8  malni  par  C.  Gurlitt netto      „  8,—. 

RubliMtelii,  AntoOt    Op.  8,  No.  1.     Malodla  in  Fdur,  übertr.  von  Wilh.  Popp „  S,— 

Sobarwenlu,  Pta^    Op.  54,  No.  6.    Manaetl  iu  Ddur,  übertr.  von  F.  Brtseler „  3,60 

Sohubert,  Pr^    Unsariachar  Harach,  CmoU,  übertr.  von  Beruh.  Wolff „  3,—, 

Sehultz,  Bdmn,    Op.  64.     Polonalaa,  Cdur,  Original-CoTnpoaition „  2,—. 

Op.  157.     Sarenada  m  Fdur.     Original-Composition „  3,— _ 

Sohunuum,  Rob>t   Chor  und  Finale  aue  „Das  Paradies  und  die  Fori",  Übertr.  von  Aug.  Beinh&rd      ....      „  6—' 

Op.  31,  No.  1.     Hovallatla,  übertr.  von  Aug.  Beinhard „  8,—; 

*SoedePiiian,  Aug.,    Op.  13.     Schwadlschar  Hochieltamarach  in  Fdor,  mit  Quintett  M.  4,—,  ohne  Begleitung    .      „  ?,60' 

* Op.  18,     BrOllopa-Marach  in  Ddnr  aus  der  Bauer nhöchneit,  mit  Quintett  M.  4,—,  ohne  Begleitung    ....      „  3,60' 

Tsebaikovraky,  P.,   Op.  2,  No.  3.    Lied  ohna  Worte,  ChanI  lans  Parolea  i  8  malna  par  F.  Briseler     ....      „  3,—' 
Zu  denjenigen  Compositionen,  die  mit  einem  *  bezeichnet  Bind,  werden  auch  die  Strelcbqnlntett-  oder 
4(Dartett-8tlDiineii  billigst  geliefert,  ich  mache  alle  Musikschulen,  Vereine  und  Ooncertgesell- 
schaften  auf  diese  ivjljk«lline  Besetzung  au&ierkaam.     Die  Streichinstrumente  können  auch  fortfallen. 
IV  Special- TerKelchnlsie  K^tAi^i  erprobter  DVerke  gratl».   "9^ 

Carl  SimOlli  Musikverlag,  Berlin  SW.y  Markgrafenstrasse  21. 

Eot-MuBikalienbändler  S.  H.  des  Erbprinzen  von  Anhalt. 


IM9.] 


322 


[670—.] 


6oncert-9irection  Sfaniel  StZayer, 


LONDON,    180  New  Bond  Street. 

Telegramm-Adresse:  „litszt-IiOndon**. 


Alleiniire  Tevtretoni:  für  alle  liftnder 

der  Sopranistin  Franleiii  Macintyre^ 

Prima-Donna  assoluta  der  königliehen  Italienisehen  Oper  Covent-Oarden,  London, 

des  ^Bassisten  Herrn  Pliinket  Gpeene. 

Oratorien-  und  Kammersängrer, 

des  Herrn  Emile  Saupet. 

des  Jungen  Violoneell-Vlrtuosen 

Jean  Görardy  (iSj^hrig) 

und 

des  Herrn  |.  J.  PadePenfSkiy 

ixelaat     *v^ielez*     axxderezx    'ber'Q.lx  ixx  t  e  zx    ^  -iizxatlez*. 


Alleinige  Vertretung  der  Londoner  Sympbonie-Concerte. 


^- — •- 


XJebernimmt  das  A-rrangement  von 

^^®k®   doBcerten  in  London  nnd  Tonrn6en  in  England,  Amerika  und  Australien   (gt^s^ 

unter  persönlicher  Leitung. 

Anfragen  und  Aufträge  werden  direct  an  die  Direction  erbeten 

6oncert-9irection  9aniel  STlayer, 

LONDON,  180  New  Bond  Street. 

Telegramm-Adresse:  „lilszt-IiOndon**« 


• 


Uebertragungen  für  Viola  alta  (Altgeige) 


mit  Begleitung  des  Pianoforte 

von 


No. 

1. 

No. 

2. 

.   No. 

3. 

No. 

4. 

No. 

5. 

No. 

6. 

No. 

7. 

No. 

8. 

No. 

9. 

No. 

1 

10. 

No. 

11. 

No. 

12. 

No. 

13. 

Air  vari6,  von  P.  Rode.  Op.  10.  1  Jf,  bO  /^. 
Elegie,  von  H.  W.  Ernst.  Op.  10.  1  ^  50  ^ . 
Suite  (Sarabande,  Gavotte,  Andante,  AUegro), 

von  Joh.  Seb.  Bach.    2  .^  50  4. 

Nocturne,  von  F.  Chopin.  Op.  9,  No.  2.     1  ^. 

Lied  ohne  Worte,  von  F.  IViendelssohn  Bar- 

tholdy.     Op.  53,  No.  2.     1  Jl, 
Russische  Melodie  (Eosakentanz).     75  /i^. 
Moto  perpetuo,  von  N.  Paganini.  (Nachgelass. 

Werk.)     2  Jt. 

Frühlingslied,  von  F.  Mendelssohn  Barthoidy. 

Op.  62,  No.  6.     1  Ji. 

Lied  ohne  Worte,  von  IMendelssohn  BarthoIdy. 

Op.  85,  No.  1.     1  Jt, 
Adagio    cantabile    aus    der   Sonate    path^tique, 

von  L.  van  Beethoven.    Op.  13.    \  Jt. 

Romanze,  von  Ch.  Davidoff.     Op.  23.     1  Jt 

50  4. 
Cavatina,  von  J.  Raff.     Op.  85,  No.  3.    1  .>^ 

50  4. 
Wiegenlied,  von  Fr.  Schubert.  Op.  97,  No.  2. 

75  4. 


No.  14.    Impromptu,  von  Fr.  Schubert.    Op.  90,  N0.3. 

2  Jt. 
No.  15.     Serenade  aus   dem  Quartett  Op.  74,   von  Jos. 

Haydn.    1  Jt, 

No.   16.     Notturno   aus  der  Musik  zum   „Sommemachts- 

traum",    von    F.  Mendelssohn  Barthoidy. 

1  ^  50  4. 
No.  17.     Walzer,  von  F.  Chopin.  Op.  34,  No.  2.  1  Jt. 
No.  18.     Adagio  aus  dem  Glarinetten-Quintett,  vonW.A. 

Mozart.    1  Ji. 
No.  19.    Aria,  von  Francesco  Durante  (geb.  1684, 

gest.  1755).     1  Ji. 
No.  20.     Larghetto,  von  GlUSeppe  Tartini  (geb.  1692, 

gest.  1770).     1  Ji, 
No.  21.     CzdrdÄs.     1  Ji. 
No.  22.    Lento,  von  Joh.  Seb.  Bach.    1  Jt. 
No.  23.    Siciliano,  von  Joh.  Seb.  Bach.    1  Jk 
No.  24.    Adagio,  von  Joh.  Seb.  Bach.    1  .^50  4. 
No.  25.     4  altschottische  Volkslieder.  1  Ji  bQ  4- 

1671.] 

Leipzig.  Fr.  Klstnep» 


323 


3ttusiüalien'97&va  1892, 37o.  1  von  9os.  SU61  in  SdUinenen. 

Böhm,  Theob.,  12  Etndes  pour  la  flute  propres  k  ^galiBer  le  doigt^  dann  toutes  les  gammes      ....  3  60 

CasinOy  72.  Liefg.  Messager,  Andr^,  La  Basoche.  (Zwei  Könige.)  1.  Abtheilung.  Favoritstücke 
(mit  eigener  Directionsstimme)  fär  2  Violinen,  Viola,  Violoncell,  Bass,  Flöte,  2  Glarinetten,  2  Hör- 
ner,  Poeatine,    Trompeten  und  Pauken,    Trommel  und  Becken;  ad  libitum:   2.  Flöte  und  Plccolo, 

Oboe,  Fagott  und  Harfe,  einger.  von  H.  Ley 10  — 

—  73.  lÄeig.     Messager,    Andrö,     La  Basocbe.     (Zwei  Könige.)     2.  Abtheilung.     Favoritstücke  (mit 

eigener  Directionsstimme)   für    2  Violinen,   Viola,  Violoncell,   Bass,   Flöte,  2  Clarinetten,  2  Homer, 

Posaune,  Trompeten  und  Pauken ;  ad  libitum:  2.Flöte  und  Piccolo,  Oboe  und  Fagott,  einger.  von  H.  Ley.  8  — 

Coi*n0liuS^  P0t0l*y  D01*  Cid«     Lyrisches  Drama  in  drei  Aufzügen.     Dichtung  vom  Componisten. 
VollstAndige  Partitur.     (Preis  unterliegt  besonderer  Vereinbarung.) 

Partitur  der  Ouvertüre  allein         i     Aufföhrungsrecht  vorbehalten '»«"<'  J  " 

Stimmen  zu  der  Ouvertüre  allein  J                                                           10  — 

Glavierauszug  mit  Text  (übertragen  von  LThuille) netto  12  — 

Ouvertüre  zu  2  Händen 1  80 

Ouvertüre  zu  4  Händen 2  50 

Textbuch netto  —  50 

Ebner,  CdrI,  Op.  5.     Wiegenlied  für  Violine  und  Streichorchester  (ad  libitum  Harfe) 2  — 

Idem   für    Violoncell   und   Streichorchester    (ad                    Idem  far  Violine  und  Harmonium 1  20 

libitum  Harfe) 2  —      Idem  für  Violoncell  und  Harmonium      ....  1  20 

Idem  für  Violine  und  Ciavier 1  20      Idem  für  Flöte  und  Harmonium 1  20 

Idem  für  Violoncell  und  Ciavier    .     i     ...     1  20     Idem  für  Ciavier  zu  2  Händen .1  — 

Idem  für  Flöte  und  Ciavier 1  20     Idem  für  Ciavier  zu  4  Händen     .    ' 1  20 

—  —     Op.  6.     Zwei  Stücke  für  Violoncell  und  Clavier.     a.     Träumerei 1  20 

b.     Humoreske 2  — 

—  —     Op.  9.     Zwei  kleine  Stücke  für  Violoncell  und  Clavier,     No.  1.     Ein  Liedchen 1  — 

No.  2.     Ländler 1   30 

_     _     Op.  10.  Czdrdas  für  Violoncell  und  Clavier 1  50 

—  — ■     Op.  28.  Largo  für  Violoncell  und  Clavier  (oder  Orgel)  zum  Concor tgebrauch 1   20 

Greith,  Cari,  Op.  17.     Acht  zweistimmige  Gesänge  für  Sopran  und  Alt  mit  Clavierbegleitung.  H^  1  1  60 

Heft  2  1  80 

Hasselbeok,  Hans,  Op.  11.     Zwei  Stücke  für  Violoncell  und  Clavier 1  20 

Messager,  A^  Siehe:   Casino. 

MOhlauer,  M.,  Op.  45.     Erinnerung  an  Salzburg     (Glockenspiel)  für  Zither —  60 

Ortner,  A.,  Op.  14.     Vier  Männerchöre  a  capella.  No.  1   „0  Vaterland«.  Part.  40  /^.  Stimmen  60  4.  1  — 

(No.  2 — 4  erscheinen  später.) 

Ritter.  Alexander,  Festmarsch  zu    2  Händen    aus    der    Oper    j,Wem  die 

Krone 7*^  üebertragen  von  Herm.  Ley 1  50 

—  —  Polonaise  (Conrad's  Erzählung)  zu  2  Händen  aus  der  Oper  „Wem 

die  Krone?''    Üebertragen  von  Herm.  Ley 1  50 

—  —  Op.  19.     Primula  veris.     Zwei  Gedichte  von  N.  Lenau  för  1  Singstimme  mit  Clavierbegleitung.  1  60 

StraUSS,  Franz,  Op.  8.       Concert  für    Hom  mit   Begleitung    des  Orchesters  oder  Claviers.    Ausgabe  mit 

Clavierbegleitung.  3  — 

—  —  Op.  12.     Empfindungen  am  Meere.      Romanze  ftir  Hom  oder  Violoncell  mit  Clavierbegleitung. 

Ausgabe  für  Hom  und  Clavier      ...  1  50 

Ausgabe  für  Violoncell  und  Clavier  .     .  1  50 

StraUSSf  Riohardy  Op*  28b      Maobetha     Tondichtung  für  grosses  Orchester.      Für  Clavier  zu 

4  Händen.     Üebertragen  von  L.  Thuille 6  — 

Suppiy  Franz  von.    Vollständige  Ouvertüre  zu  „Dichter  und  Bauer"  far  Zither  (Bassschlüssel),     üeber- 
tragen von  Friedr.  Feyertag 1  50 


[674.]        Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 

Guido  Nakonz. 


empfiehlt  sieb  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 
Musikalien»  musikalisehen  Schriften  etc.  —  Kataloge 
und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [673 — .] 
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324 


1676.] 


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Violin-Virtuos.  [676t.] 

Dpesden-Aa    Ajxialienstr.  lO,  II. 


Anfragen  und  Engagements-AntrSge  für  mich  sind 
auch  für  die  Folge  an  meine  aiuschliesBsliche  Vertretung, 
die  [677.] 

CoDcertdirection  Hermann  Wolff. 

Berlin  W.,  Am  Garkbad  19,  I.  Tel.-Adr.:  Musikwolff, 
zu  richten. 


Doerter 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und   Theater- 
orchesters. [678--.]  "  von 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  2L       SS4miitt4  $(0hii$(0k#r« 


Die    Erledigung   unserer   gescbäfüichen   Angelegen- 
heiten haben  wir  für  die  Folge  der 

doBcertdireetioD  flermaim  WoMf, 

Berlin  W.,  Am  Garlsbad  19,  I.     Tel. -Adr.:   Musikwolff, 

übertragen,  und  bitten  wir,  Anfragen  und  Engagements- 
anträge für  uns  direct  an  obige  Adresse  zu  senden. 

[682.] 

LoHis  Mil  Snsamie  R6e  (Clav.). 

Von  den  J^ittbeilungf  en 

der  Musikalienhandlung 

Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig« 

Brüssel,  London  und  New-York, 

ist  No.  38  —  Mai  —  zur  Ausgabe  gelangt.  Diese  Mitthei- 
lungen sind  in  allen  Musikhandlungen  kostenfrei  zu  haben, 
werden  aber  auch  auf  Wunsch  von  der  Verlagshandlung  in 
Leipzig  unter  Streifband  übersandt. [688.] 

ComDositionen  für  Haife 


it>aiT  vu^h 


hersogl.  säohs.  Hofjpianist,  Profeasenr  sup^rieur  am  Oonsenratorium 

in  aenf  (Schweii).  [679—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Alfred  KLrasselt. 


Op.  16. 
Op.  17. 


Op.  7. 
Op.  10. 
Op.  13. 

Leipzig. 


1684] 


Soeben  erschienen: 

Elegie.    Ji  1,80. 

Drei  StUcke  (StAndchen.  —  Abendfeier.  —  Bei- 
gen).    Ji  1,80. 

Vor  Kurzem  erschienen: 

Nocturne.  Ji  1,80. 
Sörönade.  M  1,30. 
Impromptu.     Jt  2,30. 

C.  F.  W.  SiegePs  Muslkalienhandlang 

(B.  Linnemann). 


[680—.] 


Baden-Baden. 

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Ensemble-Uebangen.    RoUenstudiam. 

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Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [681—.] 


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Benin  SW.,  Kapkgrafenstr.  21. 


Druck  von  0.  G.  Södur  ia  L«ipsig. 


.J 


Leipzig,  am  28.  Juni  1892. 


HlA  riUÜlCtl  Buk-,  [Ull- 

ui  luiuilutullupi,  tnli 

tili»  11)1  Fonliiiir 


Verantwortlicher  Kedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  FritiBoh, 

Leipzig,  KöDlguiraMe  6. 


Ib  lu  luUiliuki  f  Kkukun 

MtlUtl  lUlltlllU  lllt  U 


"^»^5^        für  lusikerjuidjrusikfreuiide.  ^J^ 

V  Verentwortlioher  Kedacteur  nnd  Verleger:  •& 


Dm  MunkalUahe  WochanbUtt  enubaint  jKhrlich  in  Cül  Nnmmeni.  D«r  ÄbonDementsbetrae 

fQr  duQoArtal  von  18 Hummern  üt  SHaik;  eine  einielne Nummer  koetet  40  Pfennige.  Bei 

wtit        ■    1.         1        directer  frankirter  Ereusbandundting  treten  D&chitehende  Tiertelj&hrliche  Abonnementa- 

AAllL     J&DrK*  i        Vn\»6  in  Kraft:  %  Hark  60  Pf.  fSr  dat  Deuttehe  Reich  und  Oeitetreicb.  —  3  Hark  76  Pf. 

~  ^        rBr  weitere  LKnder  de*  Allgemeinen  Poitrereim.  —  Jahreaabonnementi  werden  nnter 

ZuKmndelMvne  Tontahender  Becngtbedinrangen  berechnet. 

Die  IiwertionagebSbreD  Hr  am  lUnm  einer  gespaltenen TetitMile  betragen  90  Pfennige, 


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(Bcliliua)  und  Weimu,  —  Bsriolit  >iu  LelpslK.  —  OoneMtiuiiiDhtn.  — 
—  AiKBemhTU  KoTitUsL  —  TermiwihM  Hll&eUnBKen  and  Notmn.  - 


inr  äeIdL  (Bchlua 
BDCuementi  und 
■  Bä^kMten.  —  i 


Die  geehrten  Leser 


des  „Musikalischen  Wocfunblatte^',  deren  Abonnement  mit  dem  laufenden  Quartal,  resp.  mit  vorliegender  No.  at  Ettde 
geht,  werden  für  den  Fall,  dass  sie  dieses  Organ  Hier  den  gen,  Termin  hinaus  eu  erhalten  wünschen,  gebeten, 
ihre  Bestellungen  rechtzeitig  anMttgen  eu  wollen ,  damit  in  der  Ztsendung  keine  Unterbrechung  stattfindet.  — 
Den  werthen   Jakresabonnenten  gegenüber  bedarf  es  natürlich  dieser  &innerti/^  mchi. 

K  W.  FRITZSCH. 


Die   Sage   von    „Tristan   und   Isolde"   bei 
Richard  Wagner. 

Ton  Dr.  Arthnr  Seidl. 

(SohloBa.) 

Ee  ist  eine  gewaltige,  fär  die  Folge  noch  gar  nicht 
vdllig  zu  übersehende  Umkehr  in  der  WsIt«nsohaa- 
UDg  selber,  eine  Wiedergeburt  im  echt  christlichen 
Sinne  des  Wortes,  eine  geheimniss voll-tiefe  Wendung  des 
meDBchlicben  Geistes  nach  innen  überhaupt,  —  die  uns 
in  ihrer  ganten  Bedeutung  nnd  Tragweite  erat  klar  wer- 
den wird,  wenn  vir  Wagner,  den  überaengungatreuen 
ÄnhAnger  Schopenhauer'a,  mit  der  letzten  grossen  dich' 
terischen  Eracheinung,  dem  „Olympier"  Goethe,  zusammen- 
halten, die  im  Ganzen  aber  trotzdem  nur  wieder  nach 
eigenen  Venen  eben  desaelben  Goethe  wiederum  aua  dem 
nPaust"    völlig  deutlich  zu  begreifen  sein  wird,    da    uns 


denn  ihr  neuer  Sinn  giltig  für  alle  Zeit  enthalten  dünkt 
in  der  Strophe: 

Laaat  der  Sonne  Glanz  reisehwinden, 
Wenn  ea  in  der  Seele  tagt; 
Wir  im  eignen  Herzen  finden, 
Was  die  ganze  Welt  versagt"*) 

Unter  diesem  Geaichtapuncte  betrachtet  iat  denn  auch  gar 
Vieles  bei  unserem  Heister  tiefer  zu  deuten,  bedeutet 
dann  auch  z.  B.  Parsifal's  Auftreten  in  schwarzer 
Rüstung  im  3.  Act  dea  gleichnamigen  Dramas  nicht  den 
„Ritter  von  der  traurigen  Gestalt",  wie  lose  WitzUnge, 
die  „Weltlinge"  dieser  Welt,  meinten,  sondern  die  hier 
angedeutete  gewaltige  Umwftlzung,  welche  in  der  ge- 
sammten  Anachannng  mittlerweile  vorgegangen  ist:   eine 


*)  Vgl.  „Tristan"  8.  Act:     „Barg  ii 


9  sich  die 


826 


ideale  UmkeHr  und  Wandlimg  nach  innen  im  Oegensate 
zu  allem  früheren ,  glänzend-weltlichen  und  eitel-prahle^ 
riachen  Rittergepränge  nach  aussen.  Und  was  sagt  uns 
dann  vollends  eine  Notiz,  wie  die  in  dem  H.  von  Wol- 
zogen'schen  Leitfaden  zum  „Tristan"  S.  5  Anm.  zu 
lesende:  dass  Tristan  (der  Name)  urspränglicfa  wohl 
der  keltische  „Drystan^  (zu  deutsch:  thürstig  =  kühn 
und  wild;  griechisch:  thrasys  ■*  muthig;  Sanskrit: 
drishtan  =  keck,  frech)  gewesen  sei,  also  zweifellos 
auf  den  Sonnengott  und  seine  tapferen  Heroenthaten 
zurückgehe?  Ich  denke:  sie  sagt  uns  so  ziemlich  Alles, 
enthält  sozusagen  meinen  ganzen  Aufsatz  im  Kerne.  Was 
Wagner  vollbrachte,  es  war  eben  die  Umwandlung  seines 
Helden  aus  einem  „Drystan''  —  dem  kühnen,  daseins- 
freudigen unä  lebenslustigen  Sonnenjünglinge  —  zu  einem 
„Tristan''  —  dem  Träger  der  tiefsten  Herzenstragik:  in 
diesem  einen  Satze  concentrirt  sich  der  ganze  Inhalt 
unserer  Tristan-Frage;  hier  haben  wir 

die  eigentlichste   „That''  Wagner'sl 
Und   ihr   letztes    Endziel?    Nirwana!  —  das   wir  allen 
„Geistern,    die    verneinen'',    allea  „ Schalksnaturen "    und 
„Skeptikern''   dieser  Welt  für  diesmal  übersetzen  wollen 
mit  dem  kräftigen  Ooethe'schen  Worte  an  Mephisto: 
„In  deinem  Nichts  hoff  ich  das  All  zu  finden!" 


Tagesgeschichte. 


Mutikbriefe. 


Zweites  Westfälisches  Musikfest  zu  Dortmund 

am  22.  imd  23.  Mai  1892. 

(Schluss.) 

Zweiter  Tag. 

Der  Eingangschor  des  „Dettinger  Te  Deum"  von  Händel 
träfi^in  seiner  stark  äusserlich-conventionellen  Factur  das  Merk- 
mal seines  ausserkünstlerischen,  historisch-politischen  Anlasses. 
Auch  die  Ausführung  war  nicht  im  Stande,  diesem  Mangel  auf- 
zuhelfen; wenn  aucn  Einzelnes,  wie  z.  B.  der  Einsatz  des 
fugirten  Themas  im  Alt,  sehr  schön  herauskam,  so  wurden 
doch  weder  die  Sänger,  noch  die  Zuhörer  recht  warm  dabei, 
und  selbst  der  immerhin  in  dem  Stück  entwickelte  äussere 
Glanz  und  Pomp  wollte  nicht  voll  zur  Perception  kommen, 
sonst  hatte  das  Stück  als  Erö&ungsnummer  doch  mehr  wir- 
ken müssen. 

Hrn.  V.  Milde* s  Vortrag  der  „Elias" -Arie  „Es  ist  e^enug" 
bestätisi»  im  Wesentlichen  unser  gestriges  Urtheil.  Die  Arie 
ist  docn  nicht  so  weinerlich  sentimental,  als  beispielsweise  die 
Hmoll-Arie  des  Paulus;  die  Stelle  z.  B.  „Und  ich  bin  allein 
übrig  i'eblieben"  lässt  sich  im  Vortrag  zu  wahrer  tragi- 
scher Erhabenheit  steigern.  In  dieser  Hinsicht  erreichte  Hm. 
V.  Milde^s  Vortrag  nicht  das  Ideal. 

Das  nun  folgende  orchestrale  Hauptwerk  des  Festes,  die 
Adur-Symphonie  von  Beethoven,  wurde  zwar  in  Anbetracht 
ihrer  für  ein  Musikfestorchester  enormen  Schwieri£^keit  sehr 
brav  und  tüchtic;.  offen  gestanden  aber  doch  nicht* in  der- 
jenigen idealen  Vollendung  herausgebracht,  die  wir  nach  den 
herrlichen  Orchesterleistungen  des  ersten  Festtages  erwartet 
hatten.  In  der  blühenden,  schwellenden  Einleitung  schien  die 
anjg^estrebte  feine  a^oeische  Ausarbeitung  noch  nicht  allen 
Mitwirkenden  in  Fleisä  und  Blut  übergegangen  zu  sein,  so- 
dass die  innere  Wärme  des  Vortrags  noch  etwas  dadurch  be- 
einträchtigt wurde;  im  ersten  Ailegro  hielten  zwar  die  Gheigen 

die    einzig   richtige   abbetonte   Auffassung      J  ^  f*  Pf  1  f ' 
mit  höchster  Kraft  und  Entschiedenheit  fest,   im  Durchfüh- 


rungstheil  verfielen  aber  die  Bläser  bald  wieder  in  den  alten 
Adam  der  Volltaktiekeit,  sodass  das  Ganze  hier  nur  durch 
das  Gewicht  der  Zählpuncte  zusammeuj^halten  wurde.  (Ob 
hieran  die,  eine  höhere  JcünsUerische  Absicht  schwerlich  erken- 
nen lassende,  Inconseq[uenz  der  Beethoven'schen  Schreibweise 
—  bald  Puncto,  bald  Pausen  —  mit  schuld  war?)  Das  Alle- 
n'etto  wollte  uns,  die  wir  keineswegs  zur  „Trauermarsch**- 
Partei  gcdiören,  doch  ein  wenig  allzuschnell  erscheinen,  der- 
art, daas  die  feine  Gliederung  der  beiden  Achtel  des  Motivs 
undeatlich  wurde;  auch  in  dem  Dur- Alternativ  hätte  Einiget, 
z.  B.  die  von  Schumann  hervorgehobene  himmlische  Stelle, 
noch  süsser  und  schwelgerischer  üerauskommen  dürfen.  Das 
Scherzo  gelang  vortrefflich,  abgesehen  von  einem  fatalen  Um- 
werfen bei  der  zweiten  Reprise  .welches  durch  ein  Missver- 
ständniss  des  sonst  trefflichen  Paukees  und  einifi;er  Bläser 
entstand,  die  wieder  &;anz  von  vom  anfangen  woUten,  und 
welches  wir  nur  erwähnen,  um  die  ausgezeichnete  Geistes- 
gegenwart des  Dirigenten  hervorzuheben,  der  im  Nu  die  ver- 
sprengten Truppen  wieder  gesammelt  hatte,  sodass  gewiss 
manche  Zuhörer  den  Unfall  kaum  bemerkt  haben  werden. 
In  dem  wahrhaft  bacchantischen,  athemveisetzenden  Tempo 
des  letzten  Satzes  bewiesen  die  Streicher  eine  glänzende  Schnei- 
digkeit und  Kraft  und  die  Bläser  eine  musterhafte  Discre- 
tion;  das  Ganze  fSemd  dadurch  einen  hinreissend  schwung- 
vollen Abschluss. 

Mit  der  nun  folgenden  Nummer,  der  Ocean-Arie  aus  We- 
ber's  „Oberen^,  betrat  die  bei  Weitem  glänzendste  Vocal- 
solistin  des  Festes,  Frau  Moran-Olden,  ass  Podium.  Kein 
Wunder,  dass  schon  bei  den  ersten  Tönen  dieser  herrlichen 
Sängerin  das  Thermometer  der  allgemeinen  Begeisterung  einen 
gewaltigen  Schuss  machte!  Frau  Moran-Olden  san^  in  der 
That  ganz  wandervoll  ^  in  jeder  Note  pulsirte  das  feurigste 
Blut,  und  mühelos  ergmg  sich  ihr  prachtvolles  Organ  auf  der 
ganzen  weiten  Scale  der  Affecte.  welche  das  hemiche  Ton- 
stück durchläuft.  Schade  nur,  oass  eine  so  hochbedeutende, 
geniale  Künstlerin  nicht  den  beliebten  "^wei-Octaven-Kopf- 
sprung  („stellst  Du  —  ein  Schreckbild  dar**)  verschmähte, 
der  aUerdings,  seinem  Zwecke  entsprechend,  eine  sofortige 
explosive  BeimUasalve  auslöste,  eleichwohl  aber  von  höherem 
künstlerischen  Standpuncte  uns  Bedenklich  bleibt,  nicht  nur 
weil  er  der  ausdrücklichen,  wohlbedachten  Vorscnrifl  des  in 
solchen  Dingen  sehr  feinsinnigen  Gomponisten  zuwiderläuft, 
sondern  hauptsächlich  deswespen .  weil  solche  extreme  Aus- 
drucksmittel, an  falscher  Stelle  lediglich  des  Effects  halber 
herbeigezogen,  ihre  Wirkung  anderen  Stellen  vorw^pehmen, 
wo  sie  wirklich  künstlerisch  nothwendig  sind  (z.  B.  Kundry^s: 
„Ich  sah  Ihn  —  und  lachte"). 

Liszt*s  „Tasso^  eröffnete  den  2.  Theil  des  Programms. 
Liszt  ist  sozusa^ren  Hrn.  Janssen 's  Specialität',  und  so  war 
denn  auch  der  Vortrat  dieses  immerhin  genialen  und  seinem 
(Gegenstände  congenialen,  aus  intensivsäm  Mit-  und  Nach- 
erleben desselben  entsprungenen  Werkes  mit  einer  Liebe  und 
Sorpfalt  herausgearbeitet,  wie  sie  nur  durch  die  grösste  per- 
sönuche  Sympathie  und  Hingebung  inspirirt  werden  kann. 
Es  ist  ja  wahr,  dass  dem  Stücke  noch  eme  ^wisse  Vorliebe 
für  das  rein-Decorative  anhaftet  (und  es  steht  uns  deshalb 
nicht  so  hoch,  wie  etwa  der  „Orpheus"  oder  die  „Faust"- 
Symphonie),  allein  so  durchgeistigt  und  von  Empfindung  über- 
quellend, wie  in  dieser  Au£Eührung,  können  auch  derartige 
Stellen  den  grossen  und  schönen  Gesammteindruck  nicht  be- 
einträchtigen. Es  ist  eben  der  ganze  Liszt,  zu  dessen  berechtige 
tigten  Eigenthümlichkeiten  auch  die  Schattenseiten  seiner 
herrlichen  und  liebenswürdigen  Vorzüge  gehören.  —  Man  hat 
Hm.  Janssen  bereits  vor  der  Wiederholung  solcher  „gewagten 
Experimente"  gewarnt;  mö&;e  er  sich  aber  dadurch  nicht  be- 
einflussen lassen^  —  schon  deshalb  nicht,  weil  jeder  Künstler  ^ 
neben  dem  classischen  Gemeineut  vor  allem  Das  bringen  soU 
und  darf,  was  seiner  persönlicnen  Eigenart  am  meisten  ent- 
spricht. Wenn  Hr.  Janssen  uns  zum  nächsten  Feste  die  ^anze 
j^aust" -Symphonie,  deren  ersten  Theil  er  bereits  in  einem 
Winterconcerte  zu  einer  höchst  eindrucksvollen  Aufßlhrung 
brachte,  oder  vielleicht  &;ar  den  „Christus"  bescheeren  möchte, 
so  sind  wir  überzeugt,  dass  er  damit  dem  Verständnisse  der 
verehrungswürdigen  Künstlerpersönlichkeit  Liszt's  ganz  neue 
Bahnen  eröflnen  würde. 

Während  Hr.  Birrenkoven  uns  in  seinen  Lieder  vortragen 
(„Liebesglück"  von  Sucher,  „Komm,  wir  wandeln  zusammen'' 
von  Cornelius  und  Wanderlied  von  Schumann)  noch  besser 
gefieL  denn  als  Oratorieusänger,  waren  wir  von  den  Liedern 
der  Frau  Moran-Olden  nicht  in  gleichem  Maasse  ent^ttclrt^ 
wie  von  ihrer  Arie.    Es  mag  dies  zum  Theil  an  der  Wahl 


327 


ihrer  Vorträge  gelegen  haben.  An  Stelle  der  nachgerade  etwas 
abständigen  „SSttemden  Liebe"  von  Bubinstein  hätten  wir 
jedes  benebige  von  Brahms,  der  unter  den  Liedern  nur  mit 
einer  Zugabe  vertreten  war,  vorgezogen.  Heuberger's  „Spiel- 
mann"  ist  zwar  sehr  fein  und  vornehm,  aber  auch  etwas  aka- 
demisch kühl,  und  der  Componist  hätte  aus  dem,  von  ver- 
haltener Leidenschaft  fbrmlich  erglühenden  Gedichte  unseres 
Erachtens  mehr  machen  können.  Mit  Mozart*s  Wiegenliede 
endlich  begab  sich  die  ganz  vorzugsweise  dramatische  San 
gerin  auf  aas  Gebiet  der  musikalischen  Kleinmalerei,  und  so 
sehr  sie  auch  hierdurch  die  weite  Ausdehnung  ihres  Kunst- 
gebietes vor  Augen  führte,  so  glauben  wir  doch,  dass  sie  ihrer 
ganzen  Natur  nach  mit  Grösserem  GhrGsseres  geleistet  haben 
würde. 

Brahms'  tie&inniges  „Schicksalslied"  war  trotz  einiger 
kleinen  Schwankungen  und  Unreinheiten  (—  „zu  ruhn!"  — 
zweiter  imitirender  Einsatz  des  Alleerothemas!)  bis  dahin 
weitaus  die  beste  Ghorleistung  und  offenbar  gleich  dem  „Tasso" 
mit  ganz  besonderer  Liebe  vorbereitet.  In  dem  langsamen 
Satze  war  herrliche  Stimmung  und  in  dem  zugvoll  und  aus 
Einem  Gusse  gegebenen  AUegro  erhob  sich  der  Chor  stellen- 
weise zu  imposanter  Macht  und  Grösse  („es  schwinden,  es 
fEkllen"  —  „blindlings"  —  „wie  Wasser"  u.  s.  w.).  Auch  das 
Orchester  klang  sehr  schön. 

Hr.  V.  Milde  blieb  auch  in  seinen  Liedervorträgen  seiner 
Eigenart  getreu.  Franz'  „Widmung"  und  Jensen's  „Morgen- 
ständchexi"  gelangen  ihm  vortrefßich  und  besser  als  des 
Ersteren  „Genesung",  in  welchem  Liede  eine  ihm  nicht  zu 
Gebote  stehende,  fast  Tannhäuserische  Leidenschaft  über  den 
schwächlichen  Text  hinweg  den  musikalischen  Gehalt  zur 
G^ltune  bringen  muss.  Sehr  schön  sang  er  auch  die  Zugabe: 
„So  hao  ich  doch  die  ganze  Woche"  von  Brahms. 

Der  Schluss  des  Programms  war  dem  Andenken  an  den 
Geburtstag  Richard  Wagner's  gewidmet,  dessen  Büste  auf  dem 
Podium  aufgestellt  war  und  unter  allgemeinem  Jubel  mit 
Lorbeer  bekränzt  wurde.  Zunächst  sang  Hr.  Birrenkoven, 
und  zwar  vortrefflich,  das  Preislied  aus  den  „Meistersingern" : 
dann  folgten  das  Vorspiel  und  der  Schluss  aus  „Tristan  una 
Isolde"  und  schliesslicn  die  Apotheose  des  Hans  Sachs  in  der 
beliebt  gewordenen  Fassung  (Vorspiel  des  3.  Actes  bis  zum 
„Wach  auf",  womit,  etwas  abrupt,  der  Chor  einsetzt,  und 
Schluss  des  Werkes  vom  Einsätze  des  Chores  an).  Nach 
dem  j^lanzvoUen  Preislied  schien  der  Eingang  in  das  „Wun- 
derreich der  Kacht"  nicht  so  leicht  zu  finden;  der  unendlich 
sehnsüchtige  Ausdruck  des  Vorspiels  hätte  zu  Anfang  noch 
intensiver  nerausgearbeitet  werden  können  fdurch  noch  lang- 
sameres Tempo  und  eine  gewisse  Dehnung  aer  Auftakts-  und 
Vorhaltsachtel);  und  auch  Frau  Moran-Olden  entwickelte  nicht 

finz  die  hinreissende  Gewalt  und  Grösse,  wie  in  der  „Oberon"- 
rie,  in  der  sie  sich  anscheinend  doch  etwas  zu  senr  —  zum 
Nacntheil  des  Kommenden  —  ausgegeben  hatte.  Man  kann 
nicht  sagen,  dass  das  Orchester  zu  laut  gewesen  sei:  am 
Schlüsse  darf  die  Stimme  wirklich  „ertrinken,  versinken  in 
des  Weltathems  All";  es  schien  vielmehr  eine  gewisse  Ab- 
spannimg,  vorzugsweise  der  psychischen  Kraft,  eine  Ungunst 
des  Augenblicks  vorzuliegen,  gegen  die  auch  der  bedeutendste 
Künstler  niemals  vollkommen  gesichert  ist.  Seien  wir  also 
nicht  undankbar  und  erkennen  wir  die  immer  hochbedeutende 
Leistung  an,  welche  Frau  Moran-Olden  trotzdem  zu  bieten 
wusste.  In  der  Apotheose  entfalteten  Chor  und  Orchester  alle 
Pracht  und  Herrlichkeit,  sodass  der  wundervolle  Choral  und 
der  begeisternde  Schluss  ihre  volle  Wirkung  auf  die  noch 
zahlreicher  als  am  ersten  Tage  erschienenen  Zuhörer  aus- 
übten. 

So  schloss  das  schöne  Fest,  welches,  ungeachtet  der  Sonnen- 
fiecken,  welche  pflichtmässige  Objectivität  nicht  verschweigen 
durfte,  im  Gh&nzen  einen  herrlichen  und  erhebenden  Eindruck 
hinterliess  und  sichere  Gewähr  bietet  für  das  fernere  Gedeihen 
dieses  für  die  Geistespflege  der  Provinz  hochbedeutsamen 
Unternehmens.  — g. 


Weimar. 

Wie  bereits  kurz  berichtet,  ist  Hans  Sommer*s  Oper 
„Lorelei"  unterm  3.  Juni  nun  auch  zu  Weimar  erstmalig  in 
Scene  gegangen.  Für  Weimar  war  es  sozusagen  Pflicht-  und 
EIhrensache,  sich  des  interessanten  und  für  die  neuere  Opem- 
entwickelung  immerhin  bedeutsamen  Werkes  ohne  Rücksicht 
auf  den  äusseren  Erfolg  anzunehmen;  denn  einerseits  lebt  der 
Componist  desselben  als  liebenswtlrdiger  GeseUschafter  seit 


mehreren  Jahren  hierselbst  am  Orte,  andererseits  hat  es  Wei- 
mar aus  alter,  edel-künstlerischer  Tradition  gottlob  doch  noch 
nie  nöthig  eenabt,  bei  einer  Novität  zuerst  nach  der  Casse 
zu  fragen.  Um  so  erfreulicher,  wenn  —  wie  hier  —  das  be- 
herzte vorgehen  ein  guter  Erfolg  und  ein  schönes  Gelingen 
belohnen. 

Um  es  gleich  voraus  zu  schicken:  Mit  den  schwersten 
theoretischen  Bedenken  bin  ich  in  die  Aufführung  gegangen, 
um  schliesslich  doch  vor  der  Thatsache  einer  wirklichen,  wenn 
auch  in  manchen  Stücken  mehr  äusseren,  so  doch  immerhin  glück- 
lichen und  beachtenswerthen  Bühnenwirkung  zu  stehen.  Es  liegt 
darin  zum  Mindesten  ein  Problem,  das  eingehender  studirt 
sein  will,  und  Über  das  man  nicht  mit  einem  einfachen  Kopf- 
schütteln lediglich  hinweggehen  kann.  —  Schon  im  vorigen 
Jahre,  gelegentlich  der  Erstaufführung  des  Werkes  zu  Braun- 
schweig, hat  das  „Musikal.  Wochenblatt"  eine  ausführliche 
Besprechung  des  Werkes  aus  der  Feder  meines  gesch.  Freundes 
Martin  Krause  gebracht,  welches  ein  abermaliges  näheres 
Eingehen  auf  die  Oper  um  so  entbehrlicher  erscheinen  lassen 
könnte,  als  ich  mich  in  vielen  Puncten  einfach  auf  sie  berufen 
dürfte.  Dennoch  haben  sich  aber  aus  Anlass  der  Weimarer 
Wiederholung  immer  noch  eine  solche  Menge  neuer  Gesichts- 
puncte  ergeben,  dass — wenn  auch  nicht  ^rade  eine  Revision 
jenes  ersten  Urtheües  nothwendig  erscheint  —  doch  eine  aber- 
malige weitere  Ausführung  und  zum  Tb  eil  neue  Begründung 
nicht  ganz  unangebracht  sein  möchte,  ganz  abgesehen  noch 
davon,  dass  ich  mich  in  einem  grundwesentlichen  Puncte,  mit 
meiner  Beurtheilung  des  Schlusses  nämlich,  von  allen  meinen 
Herren  Collegen  der  Feder,  die  bisher  das  Wort  hierzu  er- 
griffen haben,  also  auch  von  Krause,  glaube  unterscheiden  zu 
müssen.  Ich  will  es  daher  versuchen,  zur  Einführung  zunächst 
diese  rein  theoretischen,  nach  Lecture  des  Textbuches  und  aus 
dem  Studium  des  Ciavierauszuges  mir  entstandenen  Bedenken 
näher  zu  kennzeichnen. 

Der  Textdichter,  Hr.  Gustav  Gurski,  hat  sich  —  wie  be- 
kannt —  bei  der  Conception  seines  Buches  an  Wolfs  beliebte 
Lurlei-Dichtung  ganz  augenscheinlich  angelehnt.  So  sehr  ich 
es  nun  begreife,  dass  man  —  nach  all  den  früheren,  vergeb- 
lichen Versuchen,  den  Lorelei-Stoff  zu  dramatisiren  —  in  jener 
epischen  Vorlage  das  willkommene,  sozusagen  concretere  Ge- 
rippe zu  einem  sinnvolleren  dramatischen  Aufbau  begrüssen 
konnte,  so  verhängnissvoll  sollte  doch  diese  Anknüpfmig  ge- 
rade rar  unseren  Opemdichter  werden.  Namentlich  in  S&n 
Einzelnheiten  der  Dichtung  tritt  die  missliche  Nachwirkung 
solcher  Anlehnung  nur  zu  augenflLllig  zu  Tage.  Zu  den  ganz 
allgemein,  bei  jeder  einfachen  Dramatisirung  einer  epischen 
Dichtung  beobachteten  Mängeln  —  die  sich  nothwendig  ein- 
stellen müssen,  weil  hier  die  breitere  psychologische  Motivi- 
rung,  die  das  Ganze  dort  oft  erst  verständlich  macht,  verloren 
geht  —  treten  bei  Gurski  noch  besondere,  ihm  individuelle 
Missgriffe  mit  hinzu.  Der  Verfasser  des  Textbuches  zur  Som- 
mer'schen  „Lorelei"  zeigt  sich  so  stark  beeinflusst  und  ab- 
hängig von  der  Wolf  sehen  Vorlage,  dass  er  sogar  darüber 
stellenweise  ganz  vergisst,  dass  seinen  Zuschauem  dieses  innere 
geistige  Band,  welches  die  „Lurlei"  Wolfs  beherrscht  und  wel- 
ches er  von  dort  in  seiner  Phantasie  mitbringt,  fehlt,  und 
ihnen  dadurch  Sprünge  und  dramatische  Unklarheiten  zu- 
muthet,  welche  eben  erst  die  Wolf  sehe  Dichtung  zu  einer 
Einheit  wieder  verbinden  könnte.  Schon  bei  Erwin  und 
Ludwig  macht  sich  dies  zum  Theü  unangenehm  bemerklich ; 
die  Rheintochter  vollends— altes  Weib,  Fee,  Zauberin,  Köni- 
gin und  Nixe  zugleich,  Kupplerin,  Mutter,  Buhlerin  und  In- 
triguantin  in  einer  Person  —  erscheint  mir  gänzlich  unge- 
niessbar  und  ist  nicht  zum  wenigsten  schuld  daran,  wenn 
Manche  behaupten  wollten,  dass  sie  die  Oper  nicht  recnt  habe 
„erwärmen"   können.    Dazu  kommt  noch  eine  wahrhaft  un- 

f  lückliche  Hand  in  der  Gruppirung,  der  Anordnung  und  dem 
Luf  bau  der  dramatischen  G^mmthandlung.  Selten  ist  mir 
eine  ungeschicktere  Acteintheilung  bei  einer  modernen  Oper 
vorgekommen,  und  ein  wahres  Glück  ist  es  noch  zu  nennen, 
dass  hier  zu  Weimar  infolge  zwingender,  rein  technischer  Er- 
wägungen die  Verwandlung  im  §.  Aufzuge  'zu  einem  voUen 
Actschluss  benutzt  und  damit  die  Vorführung  des  Musikdramas 
in  vier  (statt  in  drei)  Acten  ermöglicht  wurde.  Ich  sage:  er- 
möglicht. Denn  gingen  wir  dadurch  auch  der  werthvollen 
Verwandlungsmusik  aes  2.  Actes  leider  verlustig,  so  lässt  sich 
dem  Gomponisten  zur  Einhaltung  dieses  Verfahrens  auch  für 
die  Zukunft  doch  nur  dringend  rathen,  da  sonst  die  uxiglaub- 
lich  rasche  Sinneswandlung  Ludwig's  noch  unverständlicher 
und  verletzender  wirkt,  als  sie  es  ohnehin  schon  ist.  Freilich 
weiss  ich  nur  zu  gut,  dass  wir  auch  bei  Wagner  das  Vorbild 

26* 


328 


einer  solchen  Sinneswandlung  („Siegfried")  in  einem  einzigen 
Acte  erlebt  haben,  und  Sommer  mag  das  vielleicht  sogar  als 
eine  Art  erstrebenswerthes  Ideal  vorgeschwebt  sein.  Aber 
nicht  ohne  Weiteres  berechtigt,  wie  es  mir  bedttnken  will. 
Denn  dort  tritt  das  „Wunder"  eines  Zaubertrankes  mit  hinzu, 
die  „Abbreviatur  der  Wirklichkeit",  deren  der  Mythus  nicht 
gebrechen  kann,  und  welche  im  mythischen  Gewände  eben- 
sosehr mit  Berechtigung  auftritt,  als  sie  in  diesem  Rahmen  zu- 
fleich  völlig  verst&ndhch  bleibt.  Und  das  ist  es  wohl  tiber- 
aupt,  was  wir  Alle  gegen  das  Gtanze  —  wir  mögen  uns  nun 
drehen  und  wenden,  wie  wir  wollen  —  theoretisch  im  letzten 
Grunde  doch  einzuweüden  hätten,  daas  es  musikalisch  gleich- 
sam mit  dem  Anspruch  des  „Mythus"  vor  uns  hintntt,  wah- 
rend es  doch  dichterisch  noch  ganz  und  gar  in  der  primitivsten 
Sage  stecken  bleibt.  Ein  tiefer,  innerer  Widerspruch  liegt  hier 
noch  vor,  der  am  allerhauptsächlichsten  meine  eingangs  er- 
wähnten Bedenken  begründet  hat  und  bei  aller  aug^nolick- 
Uchen  Bühnenwirkung  doch  die  eigentliche  Lebenfflcähigkeit 
des  Werkes  för  die  spätere  Zukunfl  in  Fra^e  stellen  möchte. 
XJm  es  an  einem  Gleichniss  aus  der  bildenden  Kunst  klar  zu 
machen,  was  ich  damit  meine:  die  Loreley-Sage  verhält  sich 
zum  Mythos  etwa  wie  eine  Moritz  Schwind'sche  Poesie  zu  der 
gewaltigen  Philosophie  eines  Peter  von  Cornelius.  Die  Incon- 

fruenz,  der  Conmct  entsteht,  wo  der  romantisch-sinnige 
chwind'sche  Inhalt  im  grossen,  mythologischen  Stile  eines 
Ck)melius  nun  vorzutragen  gesucht  wird.  Auf  das  musikalische 
Gtebiet  übertragen  und  unser  Thema  im  Besonderen  angewandt, 
Hesse  sich  etwa  der  Name  Lortzing  oder  auch  Weber  dem- 
jenigen Wagner^s  gegenüber  stellen.  Die  Sache  dünkt  mir 
deshalb  um  so  wichtiger,  weil  es  eerade  in  diesem  Puncte 
für  den  überzeugten  Wagnerianer,  als  den  wir  Hans  Sommer 
nach  allen  seinen  bisherigen,  musikalischen  wie  litterarischen, 
Aeusserungen  mit  Fug   und  Becht   doch   auffassen  dürfen, 

grundsätmch  zu  einem  HicBhodus,  hicsalta!  kommen  muss. 
t  es  doch  eine  ganz  merkwürdige  Erscheinung,  dass  fast  alle 
die  Nach- Wagner  sehen  Operncomponisten  in  der  musikalischen 
Form  bis  zum  spätesten  Wagner  der  „Meistersinger",  des  „Nibe- 
lungen-Ringes" und  der  oomplicirtesten  „Tristan" -Parmonik 
vorgedrungen  sind,  gerade  im  dichterischen  Theil,  in  der  dra- 
matischen Grundlage  aber  das  gestellte  Problem  einer  eben- 
bürtigen „Ehe"  zwischen  Dichter  und  Musiker  zum  gleichen 
„Zweck  des  Dramas"  immer  noch  nicht  genugsam  sa.beaohten 
scheinen.  Im  Grunde  genommen  kommen  sie  darin  selten  über 
„Hans  Heiling",  „ündme"  und  dergl.  hinaus ,  setzen  also  da 
ein,  wo  Wagner  schon  angelangt  war,  als  er  die  „Feen"  oder 
(günstigsten  Falles)  den  „Fliegenden  Holländer"  schrieb. 

Ich  glaubte  diese  vom  reinsten,  aufrichtigsten  Wohlwollen 
eingegebene  Aussprache  meiner  anfänglichen,  auch  durch  die 
reale    Bühnenaufrahrung  nicht  ganz   zerstreuten   Bedenken 

fegenüber  dem  von  Gurski  veifassten  TexttheU  der  Oper 
em  Werke  selbst  wie  insbesondere  meiner  persönlichen 
Freundschaft  für  den  Oomponisten  schon  darum  schuldig  zu 
sein,  weil  dessen  hohes,  künstlerisches  Streben,  sein  ernstes, 
gediegenes  und  reifes  WoUen  gewiss  die  höchste  Anerken- 
nung und  allseitigste  Zustimmung  sich  erringen  muss.  Ein 
Talent  wie  daGtjenige  Sommer's  ist  nicht  nur  des  Beifalles 
der  Besten  würdig,  es  verdient  auch  jede  erdenkliche  Auf- 
munterung und  moralische  Unterstützung  auf  seinem  dornen- 
vollen Pfade,  üeberdies  schickte  ich  gern  diese  Auseinander- 
setzung mit  Gurski  hier  voraus,  um  desto  grösseren  Nachdruck 
nunmenr  auf  einen  Vorzug  des  Textes  legen  zu  können,  den 
die  dramatische  Lösung  der  Sommer'schen  Oper  vor  allen 
früheren  musikdramatischen  Bearbeitungen  der  Sage  unbe- 
dingt voraus  hat  und  bei  dem  sich  das  Lob  —  wie  ich  nach 
der  mir  mitgetheilten  Entstehungsgeschichte  dieses  Textbuches 
zu  meiner  lebhaftesten  Freude  nöre  —  indirect  an  den  Com- 

Sonisten  selber  richten  darf.  Stellen  wir  dabei  vor  Allem  fest, 
ass  der  Loreley-Stoff  für  musikdramatische  Behandlung  erst 
von  dem  Augenblicke  an  brauchbar  wird,  da  Lore  die  Treue, 
wenn  auch  nur  in  einem  ganz  vereinzelten  Fall,  als  in  der 
Welt  wirklich  vorhanden  anerkennen  muss  und,  statt  in  „ewi- 

gsr  Rache"  zu  enden,  aus  Mitleid  lieber  sich  selbst  zum 
pfer  bringt  2  so  ist  es  doch  gewiss  für  uns  beachtenswerth, 
dass  diese  wichtige  Wendung,  welche  bei  Sommer  zum  ersten 
Mal  auftritt,  nicht  vom  Textdichter  selbst  herrührt,  sondern 
ihre  Ausführung  der  besonderen  Anregung  eines  „Wagneri- 
aners", Hans  von  Wolzogen's,  verdankt.  Inwieweit  auch  mit 
der  Einführung  des  Heine*schen  sogenannten  „Volksliedes" 
gerade  von  Wagnerischer  Seite  ein  glücklicher  Griff  vorliegt, 
wage  ich  im  Aiigenblicke  nicht  zu  entscheiden;  Vielen  will 
es  eher  als  das  Gegentheil  eines  solchen  erscheinen.    Gleich- 


viel, der  Oomponist  hat  mit  keckem  Wagemuth  zugegriffen, 
und  es  lässt  sich  immerhin  sagen,  dass  hier  die  Anknüpfung 
an  Heine-Sücher  auch  einer  populäreren  Wirkung  der  Oper  zum 
mindesten  nicht  im  Wege  steht.  Aber  auch  dem  tiefer  empfin- 
denden, feiner  gebildeten  Hörer  sagt  dieser  Schluss  Etwas;  denn, 
indem  er  die  Entstehung  des  „'\u>lk8liedes"  aus  tie&tem  Leid 
schildert  (»Ich  weiss  nidit,  was  soll  es  bedeuten,  dass  ich  so 
traurig  bin")  —  wobei  der  Fischer  Erwin  über  den  drama- 
tischen Vorgang  und  Zusammenhang  hinaus  ganz  zur  mythi- 
schen Person,  zum  „Dichter"  selbst  geworden  ist  — ,  verknüpft 
sich  mit  ihm  in  seiner  concreten  Ausgestaltung  zugleich  der 
Sinn,  dass  die  Rache  waltenden  Wirkungen  Lore's  vom  Augen- 
blick ihres  Mitleidens  an  aufhören  und  von  dem  Augen- 
blick ihrer  eigenen  Erstarrung  zum  Felsen  ihr  unsterbliches 
Fortleben  in  der  Sage  und  im  Liede  (jetzt  erst:  Lore-Ley!) 
nun  beginnt.    Wie  ganz  anders  der  Ausgang  bei  Wolf,  dem 
modernen  Dichter  der  „Lurlei",  wo  Lurlei ,  da  sie  sich  auch 
Erwin   gegenüber  durch  ihren  Schwur  zwangvoll  gebunden 
sieht,  nun  fttr  diesen  einen  Treuen,  den  sie  ^eichtalls  dran- 
gehen muss,  unaufhörlich  unzählige  Opfer  vom  Rheine  fordert 
und  fortgesetzt  ins  Verderben  schickt!  Ich  weiss  nicht,  ob  meine 
Leser  seinerzeit  von  der  heftigen  litterarischen  Fehde  Kenntniss 
genommen  haben,  in  die  Sommer  seines  Textbuches  zur  „Lore- 
lei" wegen  mit  Wolf  gerieth,   da  dieser  den  Textdichter  der 
Oper  eines  Plagiates  an  seiner  epischen  Dichtung  bezichtigte. 
Nach  meiner  Meinung  war  es  seinerzeit  sehr  unrecht  von  Hm. 
Gustav  Gurski,  wenn  er  sich  dem  Gomponisten  gegenüber  so 
entschieden  weigerte,    den  Namen  Wolfs  auf  &b  Textbuch 
mit  zu  setzen.  Die  Anregung  durch  Wolfs  „Lurlei"  lag  nun 
einmal  vor,  und  dem  Textdichter  lässt  sich,  wie  wir  gesehen 
haben,  überdies  eine  starke  Anlehnung,  zum  Theil  in  wesent- 
lichen Puncten  und   oft  unter  wörthdien  Anklängen  nach- 
weisen, die  nicht  immer  mit  der  Lücke  unserer  Gesetze  be- 
züglich dramatischer  Behandlung  epischer  Stoffe  sich  recht- 
fertigen lässt  und  nicht  auf  die  Freiheit  des  Dramatikers  in 
Benutzung   epischer  Vorlagen  ohne  Weiteres   zurückgeführt 
werden  kann.  Ebenso  unklug  und  taktlos  erscheint  mir  aber 
auch  Wolfs  hartnäckiger  Protest  dagegen;   denn,  hätte  ihn 
schon  jener  obenerwähnte  Ausfi^ng  bei  Sommer  stutzig  machen 
und  auf  einen  entschiedenen  Unterschied  im  Sinne  selbstän- 
diger  Bearbeitung   und  Erfeussung   des  Stoffes  aufrnerksam 
maohen  müssen,  umso  viel  mehr  hätte  er  als  denkender  \ai^ 
feingebüdeter  Litterat  nicht  übersehen  sollen,  dass  er  selbst 
unendlich   viel   Grundelemente,   ja   ganze  Züge  der  älteren 
ündinen-,  Melusinen-,  Loreley-,  Nöck-  und  Steinernen  Jung- 
frau-Sagen in  seine  Dichtung  mit  verwoben  hatte,  deren  sicn 
aber  kem  Dichter,  der  sich  mit  ähnlichem  Stoffe  befeisst,  er- 
wehren kann,  weil  sie  bei  diesem  Thema  einfach  in  der  Luft 
liegen,  derentwegen  ihm  aber  ganz  derselbe  Vorwurf  seinerzeit 
schon  hätte  gemacht  werden  zönnen. — Ob  mm  allerdings  die 
besprochene  ^hlusswirkung  bei  Sommer  zur  LebensflLhigkeit 
der  Oper  beitragen  wird,   vermag  ich   ftlr   den  Augenblick 
nicht  zu  beurtheilen,  und  mag  auch  billig  der  Zukunft  zur 
Beantwortung  Überlassen  bleiben.  Es  mag  genug  sein,  zu  sagen: 
Wir  hoffen  es!    Nur  das  Eine  möchte  icn  dunit  lestgestellt 
haben,  dass  sie  es  nach  meiner  fester  üeberzeugnng  gewiss 
nicht  ist  (wie  nämlich  so  Viele  glauben),  die  den  Lebensfieiden 
des   Werkes   abzuschneiden    droht.      Nur   hat  sie  mich 
leider  noch  nicht  mit  den  anderen,   bereits  charakterisirten, 
recht  zahlreichen  und  augenfiLlligen  Fehlem  des  Textes  ver- 
söhnen können  und  wird  auch  kaum  im  Stande  sein,  diese  je 
völlig  vergessen  zu  machen. 

War  es  nun  schon  erfreulich,  demjenigen  Theile  des  Text- 
buches, dem  der  Oomponist  innerlich  und  geistig  am  näcbsten 
stehen  mag,  die  freuoige  Anerkennung  seiner  eohtpoetiscHen 
Wirkung,  wie  seiner  wahrhaft  musikdramatischen  Tendenz 
nicht  vorenthalten  zu  brauchen,  so  lässt  sich  vollends  von  der 
rein  musikalischen  Seite  des  Werkes  nur  mit  der  unverhoh- 
lensten und  ungetheiltesten  Bewunderung  mehr  sprechen. 
Von  Vornherein  musste  es  ja  schon  das  regste  Interesse  er- 
wecken, die  Sommer 'sehe  Declamation,  in  der  er  sich  auf 
lyrischem  Gtebiete  bereits  als  Meister  gezeigt,  in  ihrer  Ver- 
werthung  nun  auch  für  das  Drama  zu  studiren,  und  es  ist  in 
der  That  eine  Freude,  zu  verfolgen,  wie  dasjenige,  was  als 
sein  Bestes  und  Eigezistes  dort  zur  reifen  Frucht  entwickelt 
worden,  nunmehr  hier  so  recht  zum  vollen  Austrag  kommt. 
Sommer  declamirt  die  ganze  Oper  hinduroh  nicht  nur  correct, 
sondern  auch  eindringhch,  nicht  allein  sinngemäss,  sondern 
sogar  mustergiltig.  Es  ist  der  selbständigste  und  eigenartigste 
Stü  im  Sinne  eines  der  deutschen  Wortwurzel  entstammenden 
Sprachgesanges,  dem  ich  seit  Wagner  begegnet  bin,  und  nur 


329 


das  Herüberbinden  von  Auftakt-Noten  bei  Einsätzen  und  Ab- 
sätzen drobt'  ein  wenig  zur  Manier  zu  werden,  wovor  ich  den 
Oomponisten  /.as  guten  Gründen  j^rn  bewabrt  sehen  möchte. 
Aber  auch  a  ai  dem  Gebiete  der  imstrumentation,  der  A\isge- 
staltung  des  ganzen  Orchesterparts,  der  Chöre,  Ensembles  tritt 
uns  der  Componist  mit  einer  wahrhaft  verblCkffenden  Reife  ent- 
gegen, die  man  nicht  genug  rühmen  kann.  Es  ist  geradezu 
erstaunlich,  bedenkt  man  dabei,  dass  Sommer  seit  seiner  Ju^nd 
nicht  mehr  instrumentirt  hatte  jmd  mit  dieser  Oper  als  einem 
Elrstlingswerk  auf  diesem  Felde  an  die  Oeffentlicnkeit  heraus- 
tritt. Seinen  musikalischen  Accenten  sind  grosse  dramatische 
Kraft,  seiner  Musik  im  Allgemeinen  ein  frisch  pulsirendes  Le- 
ben und  ausserordentliche  Modulationsfkhigkeit  zu  eigen.  Be- 
sondere Kunst  entwickelt  er  auch  in  der  Oestaltungvon 
Stimmungsübergangen,  ganz  im  Sinne  seines  Vorbildes  Wag- 
ner. Nur  einige  Leitmotive  dürften  wohl  noch  ein  wenig 
origineller,  etwas  weniger  „vorbildlich^  gerathen  sein,  und 
Eines  fehlt  seinem  Stile  vielleicht  noch  zur  vollen  Grösse: 
die  Steigerungsfkhigkeit  bis  zur  verblt^endsten,  höchsten 
plastischen  Einfachheit — um  nicht  zu  sagen  Einfalt  hin,  die 
Wagner  immer  da  als  grandios  wirksamen,  letzten  Trumpf 
ausgespielt  hat,  wo  der  höchste,  äusserste  Grad  von  Extase 
erreicht  war.  Noch  nie  aber  habe  ich  bei  einem  Nachfolger 
Wagner^s  jenen  grossen  Bogen,  jenes  breite,  weit  ausholende 
und  tief  verathmende  Pathos  des  Bajreuther  Meisters  in  dem 
Grade  zu  beobachten  geglaubt,  wie  eben  hier  bei  Sommer. 
Und  zeigt  er  sich  von  dieser  Seite  schon  durchaus  als  ein 
voll^ti^er  Beherrscher  des  neueren  musikdramatischen  Stiles 
bis  m  die  Einzelnheiten  der  Declamation  hinein,  so  vollends 
bei  allen  lyrischen  Episoden  als  vollendeter  Meister  des  Liedes, 
der  er  nun  einmal  ist  und  bleibt.  Buhepuncte,  wie  die  mannig- 
fachen Gesänge  und  Lieder  Lore's,  der  unvergleichliche  Zwie- 
gesang  im  2.  Acte,  dem  die  Breite  des  %-Takes  (für  den 
übrigens  Sommer  auch  sonst  eine  grosse  Vorliebe  verräth) 
ganz  ausgezeichnet  bekommen  ist,  bilden  wahre  Perlen  der 
specifisch  Sommer'schen  Lyrik.  Weniger  Gefallen  konnte  ich 
an  den  Nixen-Chören  im  2.  Acte  finden,  denen  es  ein  wenig 
an  dem  äusseren,  rein  sinnlichen  Klangreiz  gebricht ,  an  den 
wir  seit  Wagner  bei  solchen  Vorwürfen  einigermaassen  ge- 
wöhnt sind, -- doch  mag  das  im  Grunde  subjectiv  sein;  mehr 
dage^n  wieder  an  den  Chören  der  Wassergeister  etc.  im  4.  Act, 
die«  viel  Charakteristischeaan  sich  haben.  Mangel  an  Wechsel 
wird  man  zum  mindesten  der  Oper  nicht  nachsagen  können ; 
vom  einfEichen  Lied  und  Tanz  bis  zu  den  verwickeltesten, 
reichbewegtesten  Chören,  Aufzügen,  Volkssoenen,  Naturvor- 

fängen,  ist  Alles  in  ihr  enthalten.  Ja,  feist  möchte  unver- 
esserlichen  „Kritikern''  ein  wenig  der  Verdacht  aufsteigen, 
dass  hier  —  wie  Wagner  einmal  sagt  —  nur  wieder  ^die  Ab- 
sicht des  Dramas  le£glich  herbeigezogen  sei,  um  der  Wirk- 
samkeit der  Musik  Anhalt  zu  desto  unumschränkterer  Aus- 
breitung zu  geben**,  wenn  wir  nicht  wüssten,  wie  ernst  es  dem 
Componisten  in  seinem  Streben  gerade  nach  den  dramatischen 
Ehren  ist.  Endlich  noch  eine  Frage:  Warum  ist  wohl  an 
Stelle  der  (in  den  „Meistersingern*'  bereits  verwendeten) 
Walzerform  im  1.  Act,  gelegentlidi  des  Mailehensfestes,  nicht 
lieber  diejenige  der  ^Eheinländer  Polka**  zur  künstlerischen 
Verwerthung  gelangt?  Wäre  dies  nicht  etwas  Neues  und 
dabei  doch  zugleich  im  Wagnerischen  Sinne  Sinn-  und  Stil- 
volles gewesen? 

üeoer  der  Auffuhrung  selbst  waltete  ein  guter,  überaus 
günstiger  Stern,  sodass  gewisse  in  der  Hauptprobe  noch  be- 
rechtigte Befürchtungen  wie  mit  Einem  Schlage  gleich  von 
Anbeginn  zerstreut  waren.  Sie  war  mit  einem  Worte  prächtig 
und  entbehrte  auch  des  äusseren  Glanzes  nicht,  —  was  Alles 
bei  dieser  schwierigen  Partitur  gar  viel  besagen  will,  der 
schwersten  vielleicht,  die  seit  Wagner  überhaupt  wieder  ge- 
schrieben worden  ist.  Vor  Allem  gebührt  der  vorzüglichen, 
ebenso  umsichtigen  wie  feinsinnigen  Kegie  ein  uneingeschränk- 
tes Lob.  Man  muss  wissen,  unter  welchen  äusseren  Schwierig- 
keiten eine  so  hübsche  Ausstattung  zu  Stande  kam,  um  dieses 
Lob  nicht  etwa  als  eine  pure  Phrase  zu  empfinden.  Aber  auch 
die  Chöre  und  Ensembles  waren  alle  wie  aus  Einem  Gusse, 
und  das  Orchester  vollends  zeigte  sich  von  seiner  leistungs- 
fähigsten, wackersten  Seite,  —  nicht  zu  vergessen  der  vielen 
obligaten  Instrumentalstellen.  Es  war  nicht  mehr  als  billig, 
dass  am  Schlüsse  des  Ganzen  auch  Capellmeister  Bichara 
S  trau  SS  mit  den  Künstlern  vor  der  Rampe  erschien,  dessen 
entschiedenem,  planvoll  durchgreifendem  und  befeuerndem 
Vorgehen  wir  diese  ganz  vortreffliche  Aufführung  vornehm- 
lich verdanken,  und  der  damit  wieder  einmal  den  glänzend- 
sten Beweis  sowohl  seiner  Begabung,  als  auch  seiner  charak- 


•tervoUen  Energie  geliefert  hat.  Ausgezeichnet  in  Spiel  und 
Gesang  war  die  Vertreterin  der  Hauptpartie,  Frau  otaven- 
hagen,  die  darstellerisch  weder  den  kecken  Uebermuth,  noch 
auch  eine  Vertiefung  der  rein  menschlichen  Seiten  an  Lore 
vermissen  liess  und  ihren  so  schwierigen,  weil  widerspruchs- 
vollen Part  mit  einer  Hingabe  und  einem  künstlerischen 
Ernste  erfiasst  hatte,  der  aUein  schon  volles  Gelingen  hätte 
verbCbrgen  müssen,  auch  wenn  sie  nicht  eine  so  begabte  und 
strebsame  Sängerin  wäre.  Ihr  zur  Seite  traten  als  würdige 
Genossen  Hr.  Zell  er  (Erwin)  und  Hr.  R.  v.  Milde  (Lud- 
wig). Hr.  Zeller  schien  allerdings  in  der  Aufführung  weni^r 
gut  disponirt,  als  in  der  Hauptprobe,  was  sich  namentlich 
gegen  den  Schluss  hin  einigermaassen  bemerklich  machte, 
und  auch  Hr.  R.  v.  Milde  mochte  sich  im  2.  und  8.  Acte 
stimmlich  ein  wenig  übernommen  haben;  Beide  aber  setzten 
mit  gutem  Erfolge  ihr  volles  künstlerisches  Vermögen  zum 
Gelingen  des  Ganzen  ein.  TJebrigens  ist  es  mir  anfi;e8ichts 
einer  Leistung,  wie  derjenigen  des  Letztgenannten,  schlechter- 
dings unverständlich,  warum  sich  diesen  durch  und  durch 
musikalischen,  geschmackvollen  und  geschickten  Sänger,  der 
hier  nur  vertretungsweise  als  Gast  einige  Rollen  übernommen 
und  im  vorigen  Jcäre  einen  ganz  vorzüglichen  Barbier  von 
Bagdad  uns  geboten,  bisher  noch  keine  Bühne  zu  dauerndem 
Engagement  gewoimen  hat.  Nicht  wenig  überrascht  hat  uns 
femer  Frl.  Tibelti  als  Rheintochter,  die  mit  der  bedeutenden 
Aufgabe  entschieden  gewachsen  war  und  ihrer  an  sich  un- 
dankbaren Rolle  doch  musikalisch  und  darstellerisch  so  cha- 
rakteristische Seiten  abgewann,  dass  ich  ihr  mein  besonderes 
Compliment  zu  dieser  tüchtigen  Leistung  zollen  muss  Von 
den  Vertretern  der  Nebenpartien  endlich  verdienen  noch  Frl. 
Schoder  (Brigitte),  Hr.  v.  Szpinger  (Jost)  und  Hr.  Robert 
(Burgvogt)  hervorhebend  genannt  zu  werden,  wogegen  mir 
diesmal  Hj.  Hennig  (Pater  Hilarius)  weniger  behagte,  dem 
man  seinen  ünmuth  an  der  ihm  ungewohnten  Declamations- 
aufgabe  ordentlich  anmerken  konnte.  Oder  tauschte  ich  mich 
nur? 

Der  Erfolg  war  ein  zweifelloser.  Der  Beifeill  liess  bereits 
nach  dem  1.  Acte  nicht  auf  sich  warten:  namentlich  aber 
schlug  das  herrliche  Duett  im  zweiten  durch  und  riss  die 
Zuhörerschaft  zu  freudi^ter  Begeisterung  bei  offener  Scene 
hin,  sodass  der  Componist,  der  auch  noch  am  Schlüsse  des 
Ghuizen  mit  den  Darstellern  und  dem  Dirigenten  wiederholt 
gerufen  wurde,  schon  beim  Abschlüsse  dieses  Actes  vor  der 
Kampe  erscheinen  musste.  Eine  gleich  glänzende  Aufnahme 
wie  bei  der  Premiere  am  8.  Juni  fand  die  Oper  bei  ihrer  ersten 
Wiederholung.  Das  Merkmal  jedes  echten  Kunstwerks  scheint 
sich  auch  bei  diesem  Werke  einstellen  zu  wollen:  Es  ge- 
winnt ganz  entschieden  bei  öfterem  Hören! 

Dr.  Arthur  Seidl. 


Bericht 

Leipzig.  Der  Monat  Mai  war  auch  für  unsere  Theater- 
freunde Nichts  weniger  als  ein  Wonnemonat.  Das  Repertoire 
bot,  eine  „Tannhäuser"-  und  eine  „Rheingold^^-Aufnihrung 
abgerechnet,  wenig  Anregendes;  gute  Leistungen  der  Repro- 
duction  waren  vereinzelt.  Es  scheint,  dass  die  Messe  destructiv 
auf  unser  Opemensemble  einwirkt:  die  Meisten  unserer  Dar- 
steller, längst  nicht  mehr  gewohnt,  das  Publicum  wie  ein 
Parterre  von  Königen  zu  respectiren,  lassen  sich  ^ehen  und 
glauben  etwa,  dass  das,  was  sie  leisten,  sei  es  auch  noch  so 
massig,  für  die  sogenannten  „Messonkels**  ~  das  Wort  wird 
stets  mit  verächtlichem  Blick  und  ironischem  Nasenflüjg;el- 
vibriren  ausgesprochen  —  eben  noch  gut  p^ug  sei.  Der  An£ng 
des  Mai  brachte  uns  als  Novität  die  ethche  40  Jahr  alte  Oper 
„Casilda**  von  Ernst,  Herzog  von  Scuihsen-Coburg-Gotha:  oie 
Handlung  ist  ein  lyrisches  Drama,  dessen  Fäden  zerflattemd 
lose  geknüpft  sind.  Seelische  Vertiefang  und  wirkliches  dra- 
matisches, aus  dem  Charakter,  den  Fehlern  und  Tugenden  der 
Handelnden  entsprungenes  Leben  fehlt  dem  Textbuche  voll- 
ständig; die  Charakteristik  der  Personen  ist,  jene  Casilda's  — 
einer  leidenschaftlichen  Zigeunerin  —  ausgenommen,  blass 
und  bleichsüchtig,  die  Personen  selbst  berühren  uns  in  ihrem 
Wohl  und  Wehe  fast  gar  nicht,  und  so  bleibt  man  dem  Text- 
buche gegenüber  kühl  bis  ans  Herz  hinan.  Die  Musik  Herzog 
Emst*s  ist  eine  durchaus  respectable,  jedenfalls  die  beste,  die 
ein  begabter  Componist  zu  diesem  Texte  zu  schreiben  ver- 
mochte. Schlicht,  einfach  und  natürlich  erhebt  sie  sich  an 
einzelnen  Stellen  (so  in  der  Cavatine  Alfonso's  im  1 .  Act  und 
in  einigen  versteckter  liegenden  Takten,  wie  dem  Violonoell- 


830 


Arioso  im  4.  Act)  zu  wohlthuender  Wärme  des  Ausdrucks. 
Ganz  trefflich  wusste  der  fürstliche  Componist  die  Ensemhle- 
scenen  zu  gestalten:  Solostimmen,  Chor  und  Orchester  sind 
überall  geschickt  behandelt  und  offenbaren  einen  feingebü- 
deten  Musiker,  eine  sicher  gestaltende  Hand.  Anfreunde 
Grösse  erwarte  man  von  der  „Casilda** -Musik  nicht;  in  ihrer 
Ehrlichkeit  macht  die  Musik  einen  entschieden  günstigen  Ein- 
druck. Merkwürdig  ist  es,  dass  die  Oper  —  obwohl  sie  in 
Spanien  spielt  —  auf  das  Localcolorit  (bis  auf  einen  Bolero) 

fanz  und  gar  verzichtet  und  damit  eines  starken  äusseren 
Reizmittels  sich  begibt,  um  die  Aufführung  des  Werkes 
machte  sich  hochvemient  Frl.  Mark  (eine  geniale  Casüda), 
Treffliches  boten  die  HH.  Schelper  (Don  Louis)  und  Merkel 
(Alfonso),  die  brillante  Goloraturpartie  der  Donna  Anna  sang 
Frau  Bau  mann  vorzüglich,  und  als  Gomez  hatte  Hr.  Neid  ei 
eine  zwar  gute  Maske,  aber  keine  gute  Bolle  gewählt.  —  Mit 
der  Signatur  neu  einstudirt  ging  bald  nach  „Casilda'' 
Weber- Mahler's  viel  gepriesene,  von  einigen  Fanatikern  weit 
überschätzte,  in  Wirklichkeit  ganz  nette  Oper  „Die  drei 
Pin  tos**  mit  gutem  Erfolg  in  ^ene,  der  in  der  Hauptsache 
der  espritvoilen  Darstellung  zu  danken  war.  Den  Don  Pinto 
gab  Hr.  Knüpf  er:  mit  einem  Anstrich  von  überwältigender 
Komik  eine  vollendete  bis  ins  kleinste  Detail  fein  ausgearbei* 
tete  humoristisch-groteske  Meisterleistung.  Der  Gaston  des 
Hm.  Merkel  empfahl  sich  durch  Biegsamkeit  und  Feuer  der 
Darstellung.  Mustergiltig  war  Hr.  Schelper  als  Ambrosio; 
sowohl  mit  seinem  raffinirten  Spiel,  wie  mit  der  virtuosen 
Behandlung  der  Fistelstimme  erzielte  der  Künstler  nachhal- 
tige Wirkungen.  Frau  Porst  sang  die  Partie  der  Inez  und 
musste  die  Komanze  vom  „Kater  Mansor"  theilweise  wieder- 
holen, nicht  weil  sie  etwa  besonders  vorzüglich  gesungen  war, 
sondern  weil  ein  falscher  Einsatz  die  Wiederholuxig  der  An- 
fangstakte dringend  noth wendig  machte.  Frau  Baumann 
als  Clarissa,  Frl.  Mark  als  Laura,  Hr.  Wittekopf  als  Pan- 
taleone  gaben  ein  gutes  Ensemble.  Der  Kanon  im  3.  Acte 
und  Ambrosio's  Arie  wurden  zur  Wiederholung  verlangt.  — 
Gktötspiele  absolvirten  die  Damen  Frl.  Friede  vom  Stadttheater 
in  Magdeburg  und  Frl.  Gaebler  vom  Stadt theater  in  Elber- 
feld.  Erstere  trat  als  Santuzza  in  Masca^ni's  „Gavalleria 
rusticana^  mit  gutem  Erfolg  auf.  Die  Dame  besitzt  ein  wohl- 
lautendes, in  der  Höhe  klangvolles  und  weittragendes  Organ ; 
die*  schauspielerische  Leistung  verzichtete  aur  die  rasende 
Leidenschaftlichkeit  eines  in  allen  seinen  Tiefen  aufgewühlten 
Empfindungslebens,  trug  aber  ein  individuelles  Gepräge. 
GräuUch  sang  Hr.  Hübner  den  Turiddu:  seinem  stimmlichen 
Unvermögen  entsprechend  war  die  Turiddu-Partie  „neu  be- 
arbeitet", d.  h.  durchgängig  transponirt  oder  punctirt  worden. 
Das  nennt  man  „Kunst"  und  „Künstler".  Frl.  Gaebler  sang 
die  Marzelline  in  Beethoven's  „Fidelio":  die  niedliche  und 
wohl^ebildete',  aber  kleine  Stimme  und  die  mädchenhafte 
Grazie  der  Darstellung  sicherten  der  jungen  Dame  allseitige 
freundliche  Au&nerksamkeit.  Florestan  und  Leonore  kamen 
durch  Hm.  de  Grach  und  Frl.  Doxat  zu  imposanter  Dar- 
stellung; dagegen  war  der  Pizarro  des  Hm.  Demuth  in  der 
Auffassung  verfehlt:  ist  Pizarro  wirklich  der  auf  Katzen- 
pfoten einherschleichende,  scheue  und  erbärmlich  feige  Mord- 
§e8elle,  den  Hr.  Demuth  aus  ihm  machte?  Hr.  Demuth 
üsterte  den  Pizarro,  wo  er  ihn  mit  den  Accenten  überschäu- 
mender Wuth  hätte  malen  sollen.  —  Die  Aufführung  des 
wunderbar  poesievoUen  „Rheingold"  wirkte  nach  der  Dürre 
des  Messrepertoires  erquickend,  oefruchtend  und  belebend  wie 
ein  warmer  Mairegen.  Die  erste  Scene  hatte  in  ihrem  tech- 
nischen Arrangement  von  Hm .  Oberregisseur  Goldberg  inso- 
fern eine  Verbesserung  erfahren,  als  die  Bheintöchter  nicht 
mehr,  wie  früher,  sich  gezwungen  sahen,  von  einer  gesund- 
heitsschädlichen Maschine  herab  zu  singen,  sondern  auf  einer 
horizontalen  gut  maskirten  Ebene  in  halber  Bühnenhöhe  ihre 
plastischen  Schwimmbewegungen  mit  nixenhafter  Grazie  auszu- 
führen in  der  Lage  waren.  Der  scenische  Effect  dieser  Neue- 
rung war  ein  ausserordentlich  günstiger  und  Hlusion  schaffender. 
Den  Wotan  sang  Hr.  Demuth  bis  auf  eine  am  Schlüsse  be- 
merkbar werdenae  Ermüdung  kraftvoll  und  reckenhaft  im 
Ausdruck,  mit  stolzer  Walhallpracht  des  Organs.  Hr.  Neldel 
war  als  Donner  ganz  am  Platze,  verschleppte  aber  die  Qe- 
witterbeschw^örung.  Wunderbares  nach  Seiten  der  Charakte- 
ristik und  der  Declamation  leisteten  die  HH.  Schelper  (Al- 
berich) und  Marion  (Mime);  Hübner 's  Loseist  die  absolut 
beste  Leistung  dieses  Sängers  und  auch  relativ  recht  beifalls- 
werth.  Die  übrie^en  Darsteller  sind  bekannt.  Im  Orchester 
(unter  Hrn.  Capellmeister  Paur)  kamen  viele  Versehen,  be- 
sonders verfrühte  Einsätze  vor.  Auch  die  Orchestereinleitung 


war  nicht  ideal  genug;  das  tiefe  Es  der  Oontrabässe  klan^  so 
stark,  dass  man  das  Schnurren  einer  Fabrik,  etwa  einer 
Flachsspinnerei,  zu  hören  glaubte.  t- 


Concertumsohau. 

Boston.  Ooncerte  des  Boston  Philharm.  Orch. (Listemann): 
No.  5.  „Phaöton"  v.  Saint-Saöns,  Ouvertüre  „The  Müler's 
Daughter"  v.  Chadwick,   Span.  Rhaps.  v.  Chabrier,  „An- 

filus"  f.  Streichorch.  v.  Liszt,  „Ave  Maria"  für  Solovioline, 
arfe  u.  Org.  v.  Gounod,  Solo  vortrage  des  Frl.  Wentworth 
(Ges.)  u.  der  HH.  Rogers  (Harfe)  u.  Fries  (Violonc,  „The  Swan" 
V.  Saint-Saöns  u.  Concertpolon.  v.  Popper).  No.  6.  „Peer 
Gynt" -Suite  v.  Grieg,  Introd.  zu  „Loreley"  v.  Bruch,  „Wald- 
weben" a.  „Siegfried"  v.  Wagner,  Solo  vortrage  des  Frl.  Le- 
wing  (Clav.)  u.  des  Hm.  Dr.  Clark  (Ges.).  No.  7.  Ouvert.  zu 
„In  the  Mountains"  v.  A.  Foote,  1.  Schwed.  Rhaps.  v.  Hal- 
len, 1.  Divert.  f.  Streichorch.  u.  zwei  Homer  v.  Mozart,  Bal- 
letmusik  aus  -Feramors"  v.  Rubinstein,  Solo  vortrage  der 
Frau  Paulsen-White  (Gtes.)  u.  des  Hm.  Doerner  (Clav.,  Esdor- 
Conc.  V.  Liszt).  No.  8.  „Orpheus"  v.  Liszt,  „Rienzi"-Ouv. 
V.  Wagner,  „Aufforderung  zum  Tanz"  v.  Weber-Berlioz, 
Solovorträge  des  Frl.  Edmands  (Ges.)  u.  des  Hm.  Sherwood 
(Clav.,  Amoll-Conc.  v.  Grieg  etc.). 

Braunschwelg.  Musikal.  Matin^  v.  Hm.  u.  Frau  Weg- 
mann (Ges.  u.  Clav.)  am  22.  Mai  m.  Soli  f.  Gresang  v.  Löwe 
(„Odin's  Meeresritt"),  Schumann,  R.  Franz  („Lieber  Schatz, 
sei  wieder  gut"  u.  „Genesung"),  Edv.  Grieg  (vier  Nummern 
a.  „Fjeld  und  Fjord"),  A.  Fuchs  (drei  Nummern  a.  „Berg- 
sagen"), Brahms  (Minnelied),  H.  Sommer  („Rothhaarig  ist 
mein  Schätzelein")  u.  Rubinstein  („Der  Asra"  u.  Frühlings- 
lied) u.  f  Clav.  V.  Beethoven  (Phant.  Op.  77),  Liszt  („Ricor- 
danza"),  Beethoven-Busoni  (Eccossaisen),  Schumann  u.  Chopin. 

Breslau.  1.  u.  2.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap. 
(Riemenschneider):  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Sinfonietta  für 
Blasinstrumente  v.  J.  Raff,  „Wallenstein*s  Lager"  aus  der 
„Wallen8tein"-S3rmph.  v.  R h ei nb erger,  Ouvert.,  Nocturne, 
Scherzo  u.  Hochzeitsmarsch  a.  der  „Sommemachtstraom"- 
Musik  V.  Mendelssohn,  Ouvertüren  v.  Wagner  (^Tannhäuser"J, 
Rein  ecke  („Friedenaeier"-)  u.  Beethoven  (No.3  zu  „Leonore"), 
Valse-Caprice  v.  G.  Riemenschneider,  „Frühlings-Moz^flpen- 
Ständchen"  v.  Lacombe,  „Aufforderung  zum  Tanz"  v.  Weber- 
Berlioz,  2.  XJng.  Rhaps.  v.  Liszt,  Marionetten-Trauermarsch 
V.  Gounod. 

Carlsruhe.  3.  Conc.  des  Philharm.  Ver.  (Rübner)  unter 
gesangsoIiBt.  Mitwirk,  der  Frls.  Friedlein  und  Könie;stätter: 
„Vor  der  Klosterpforte"  f.  Soli  u.  Frauenchor  jn.  Clavier  v. 
Grieg,  Chöre  v.  S.  Bach  (a.  der  Cant.  „Bleib  bei  uns")  und 
P.  Cornelius  („Amor  im  Nachen"  und  Liebeslied),  Frauen- 
chöre V.  Cherubini  („Blanche  de  Provence")  u,  W.  Bargiel 
(„Frühlingsnacht"),  Vocalduett  „Der  Frühling"  v.  Lassen, 
Gesangsou  v.  Brahms  („Feldeinsamkeit"),  Grieg  („Ich  liebe 
dich"),  E.  Steinbach  („Rothhaarig  ist  mein  Schätzelein"), 
P.  Cornelius  („Epheublatt"),  E.  Lassen  („Allerseelen")  u. 
Tschaikowsky  („Nur  wer  die  Sehnsucht  kennt"). 

Cöln.  Musikal.  Gesellschaft  (Prof.  Seiss)  im  März  und 
April:  Symphonien  v.  Rubinstein  („Ocean"),  Gade  (Bdur)  u. 
Mozart  (Esdur),  Streichorchestersuite  „Aus  Holberg^s  Zeit"  v. 
Grieg,  Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  „Humoreske"  f.  Orch.  v. 
E.  Hupaperdinck,  Ouvertüren  v.  Beethoven,  Rietz,  Bennett 
U.Mendelssohn,  Ciavierquart,  v.  F.  Kessel,  Hymnus  f.  Harfe, 
Viol.,  Violonc.  u.  Org.  v.  F.  Gotthelf,  Solovorträge  der  Frls. 
Paleit  a.  Wiesbaden  (Ges.)  u.  Schnlze  a.  Hamburg  (Clavier), 
der  Frau  Craemer-Sohle^r  a.  Düsseldorf  (G«s.)  und  des  Hm. 
Lazarus  (Clav.,  Rhapsodien  v.  Brahms  u. Vortragsstücke  eig. 
Comp.). 

Düsseldorf.  6.  Conc.  des  Gesangver.  (Steinhauer):  Chöre 
V.  Mozart,  Mendelssohn  u.  Schumann,  „Kaiser  Otto's  Weih- 
nachtsfeier" f.  Bariton  m.  Schlusschor  v.  Löwe,  Solo  vortrage 
des  Frl.  Schnitzler  von  hier  (G^snang,  „Lieb  kindlein,  gut 
Nacht"  V.W.  Taubert  „Herz  Krieg,  Herz  Sieg**  v.  C.  Stein- 
hauer etc.)  u.  der  HH.  Gausche  a.  Creuznach  (Ges.,  Minne- 
lied V.  Brahms  etc.)  u.  Steinhauer  (Clav.). 

Freibnrg  i.  B.  3.  Conc.  des  Musikvereins  (Adam)  unt. 
Solist.  Mit  wirk,  der  Frls.  Schäfer  a.  Waldshut  und  Harden  v. 
hier  und  der  HH.  Peter  u.  Hieber  v.  hier:  .Sommemachts- 
traum"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  „Eh-lkönigs  Tochter"  f.  Soli, 
Chor  u.  Orch.  v.  Gade,  Festcantate  zum  lojähr.  Reeierungs- 
jubiläum  des  Grossherzogs  Friedrich  von  Baden  f.  do.  v.  AI. 
Adam,    Duett-Nott.  a.  ,^eatrice  und  Benedict"  v.  Berlioz. 


331 


OothenbUFg.  KirchencoDC.  des  Hm.  Dr.  Valentin  am 
18.  Mai:  Compositionen  f.  Solo  u.  Chor  t.  Norman  („Rosa 
rorans  bonitatem"),  Wennerberg  (»Nim  själ  l&ngtar**)  und 
Liszt  („Exoelßior"),  Chöre  m.  Org.  v.  Abt  Vogler  u.  Mozart, 
Solovortr&ze  des  Hrn.  Smith  (Ges.,  „Confatatis**  a.  dem  Re- 
quiem V.  Verdi,  „Palmsonnti^*'  y.  Fanröetc.),  einer  migen. 
öängerin  u.  des  Frl.  Andröe  (Org.,  Fuge  v.  Guilmant). 


am 


Im  Haag.    Conc.  des  (^esangver.  „Excelsior**  (S.  de  Lange) 
81.  Mai:  Psalm  42  f.  Chor  u.  Solo  v.  Mendelssohn,  Königs- 

SsaJm  £,  Chor  m.  Org.,  Harfe  u.  Messinginstrumenten  v.  H.  v. 
[erzog  enberg,  Chöre  „Trost"  v.  Gluck  u.  hebr.  Mel.  „O, 
herrlich  Land",  Dearbeit.  v.  S.  de  Lange,  Solovorträge  des  Frl. 
Corver  (Ges.)  u.  des  Hrn.  S.  de  Lange  (Org.,  Festouverture 
„Ein  feste  Burg"  m.  Messinginstrumenten  v.  Nicolai  und 
Prael.  u.  Fuge  v.  M.  Brauer). 

HambUFg,  Festconc.  zur  Feier  des  2)jähr.  Bestehens  des 
Tonkünstlerver.  unt.  Hauptleit.  des  Hm.  Spengel  am  21.  Mai: 
Fdur-Symph.,sowieFest-u.Gedenksprttche£Chor  v.  Brahms, 
Ouvertüren  v.  S.  Bach  (Ddur  f.  Orch.  u.  Ore.)  u.  Mendels- 
sohn („Meeresstille  und  glückliche  Fahrt"),  „Osanna"  f.  Chor 
m.  Orch.  u.  Org.  v.  Ad.  Mehrkens,  „Am  Traunsee"  f.  Bari- 
tonsolo, Frauenchor  u.  Orch.  v.  F.  Thieriot,  Sommernachts- 
chor a.  „Sigurd"  v.  Am.  Krug,  Sopranarie  u.  Festchor  aus 
dem  Orator.  „Der  Tod  Balder's"  v.  0.  Beständig,  „Halle- 
lujah"  a.  dem  „Messias"  v.  Händel,  Violinconc.  v.  Beethoven, 
Sopranlieder  v.  Riccius,  Grädener  u.  Gurlitt.  (Mitwir- 
kende im  Chor  Singakad.,  Caecilien-Ver.,  Bach-(Jesell8chaft, 
Concertver.,  Altonaer  Singakad.,  Gesan^er.  v.  1867  u.  Eims- 
bütteler  Musikgesellschafb  und  als  Solisten  Frl.  Oberbeck  a. 
Berlin  u.  Hr.  Dannenbere  v.  hier  [Ges.],  sowie  Hr.  Schradieck  v. 
hier  [Viol.].)  —  Conc.  der  Dresaener  Liedertafel  (R.  Becker) 
am  21.  Mai:  Männerchöre  v.  Schubert,  Dre^ert  („Rheinsage"), 
Riet^,  Schumann,  R.  Becker  („Ave  Maria",  m.  Sopransolo, 
„Abendglocken"  u.  Bismarok-Lied),  Petschke  („Neuer  Früh- 
ling") u.  R.  Wagner  („Gruss  seiner  Getreuen"),  sowie  Volks- 
lied „Die  Königskinder",  Solovorträge  der  Frau  Starcke-Görlich 
(Gfes.,  „Du  bist  wie  eine  stille  Stemennacht"  v.  Kretschmer, 
„Abschied"  v.  G.  Hermann,  „Frühlingszeit"  v.R.  Becker  etc.) 
u.  des  Hm.  Scholtz  (Clav.,  „Löse,  Himmel,  meine  Seele"  von 
Lassen-Liszt,  „Liebesgesang"  u.  „Burleske"  eig.  Comj).  etc.). 
Herzogenbusoh.  Concerte  der  Liedertafel  „Oefening  en 
Uitstpanning"  (Bouman):  32.  April.  Orchesterstücke  v.  T6cha^ 
kowsky  („Die  Jagd"),  Mascagni  (Intermezzo  a.  „Cavalleria 
rusticana")  u.  Edm.  Kretschmer  (Marsch  a.  den  „Folkun- 
gem"),  Requiem  f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Cherubini,  „Das 
Glück  von  Edenhall"  f.  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  v.  Schumann, 
Violoncellvorträge  des  Hrn.  Bouman  a.  Berlin  (Cdur-Conc.  v. 
J.  de  Swert,  Phant.  eig.  Comp,  und  „Reigen"  v.  Popper), 
8,  Mai.  Chörev.Schubert-Liszt(„DieAllmacht",m.  Tenorsolo), 
Edg.  Tinel  (Psalm  29),  C.  Goldmark  („Frühlingsnetz",  m. 
Clav.)  u.  W. G.F.Nicolai  („Der  Zopf"),  Gesangsolovorträge 
des  Frl.  Chatelain  a.  dem  Haag  („Le  Rdve  de  Jösus"  von 
Pauline  Viardot,  „Chant  d*Automne"  v.  Ch.  Gounod,  „La 
Feuille  de  Peuplier"  v.  Saint-Saöns,  Seren,  v.  S.  de  Lange 
etc.)  u.  zweier  ungen.  Herren.-— Am  3.  Mai  Aufführ.  v.  Han- 
delns „Samson"  durch  die  Zangvereeniging  (Bouman)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Steijn  a.  dem  Haag  u.  Kloppenburg 
a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der  HH.  Wulff  v.  ebendaher  u.  Haase 
a.  Rotterdam. 

Kissingen,  l.  Novitätenconc.  des  Hrn.  C.  Kistler  unter 
Leit.  des  Hm.  Döring:  Stücke  f.  kl.  Orch.  v.  O.  Ladendorff- 
Kistler  („Stilles  Glück"  u.  „Zum  Angedenken"),  Jerichau 
(„Christkindlein")  u.  Thadewald(„ATOndglocken"),  Seren,  f. 
Blasinstrumente  u.  Contrabass  v.  R.  Strauss,  „Deutschlands 
Dankgebet  für  Bismarck"  f.  Streichinstrumente  u.  Harmonium 
(ohne  Gesang?)  v.  C.  Kistler,  2.  Satz  a.  einer  Clav.-Violin- 
son.  V.  P.  Gradewitz  (HH.  Kistler  u.  Döring),  Posaunensoli 
„Vision"  u.  „Am  Kreuzwege"  v.  C.  Goepfart  (Hr.  Reibestein 
a.  Meiningen).  —  Symph.-Conc.  der  Corcapelle  (Schreck)  am 
26.  Mai:  Ddur-Symph.  v.  Mozart,  Adagio  a.  einer  Sjnoiph.  v. 
P.  Grade witz,  örcnestersuite  „Bilder  vom  Rhein"  ▼.  P.  Schu- 
macher, Streiohorchesterstücke  v.  Schumann  (Nord.  Lied)  u. 
Steck  („Plirtation"). 

Leipzig.  Abendunterhaltnngen  im  k.  Conservatorium  der 
Musik:  81.  Mai.  „Das  Märchen  von  Schneewittchen"  f.  Soli, 
Frauenchor.  Declimi.  u.  Clav.  v.  C.  Reinecke,  Soli  =  Frls. 
Friedel  a.  österfeld  u.  Gottlöber  a.  Sangerhausen,  Declam.  = 
Frl.  Kirchhof  a.  Leipzig,  Clav.  =  Hr.  Consolo  aus  Mailand. 
Esdur-Trio  f.  Clay^  Viol.  u.  Viola  v.  Mozart  =  Frl.  Foerstel 
a.  Leipzig  u.  HH.  Korb  a.  Platten  u.  Sattler  a.  Bockwa  i.  S., 
Emoll-Yioloncellconc,  2.  u.  1.  Satz,  v.  F.  Grützmacher  = 


Hr.  Schilling  a.  Bad  Elster,  Fdur-Clav.-Violinson.  v.  Grieg  = 
HH.  Hempel  a.  Altenburg  u.  Zimmermann  aus  Groningen, 
„Novelletten"  f.  Clav.,  Viol.  u.  Violonc.  v.  Gade  =  Frl.  H.  Tay- 
lor a.  Brotten  u.  HH.  Korb  u.  Braun  a.  Lenzburg.  3.  Juni. 
Fmoll-Clavierconc.  v.  Chopin  =  Frl.  Vosburgh  aus  Clinton, 
Ballade  f.  Pos.  v.  G.  Lange  =  Hr.  Dathe  a.  Tautendorf  i.  S., 
Emoll-Clavierconc.  v.  Chopin  =  Frl.  Spittel  a.  GhoÜia,  Esdur- 
Claviertrio  v.  Schubert  =  HH.  Eckert  a.  Leipzig,  Branden- 
burg a.  Breslau  n.  Haag^ans  a.  Rotterdam. 

London.  Pianof.  Recital  des  Hm.  Siloti  am  26.  Mai  m. 
Compositionen  v.  S.  Bach,  Beethoven,  T ausig  (Zigeunerwei- 
sen), Tschaikowsky  (Romance  Op.  6),  Arensicy  (Basso 
ostin.),  Rubinstein  (BarcaroUe),  Liszt  (Mephisto- Walzer, 
„Consolation"  u.  14.  Ungar.  Rhaps.),  Schubert  u.  Chopin. 

Middelburg.  Am  26.  Mai  Aufführ.  v.  Haydn's  „Schöpf- 
ung" durch  den  Gesangver.  „Tot  O^fenin^  en  üitspanning" 
(Cleuver)  unt.  Solist.  Mit  wirk,  des  Frl.  v.  Sicherer  a.  München 
u.  der  HH.  Zameckow  a.  Berlin  u.  Haase  a.  Rotterdam. 

Münster  i.  W.  Concerte  des  Roothaan'schen  Gesangver. 
(Roothaan):  No.  2.  Frauenchöre  Morgenlied  u.  „Schneeglöck- 
chen" V.  Edw.  Schultz,  Gesangsolo  vortrage  der  Frls.  Pelle 
a.  Cöln  (Brautlied  v.  Cornelius  [welches?],  JMein  Schatz"  v. 
Hiller,  „Ständchen"  v.  Weckerlin  u.  A.)  u.Höfken  v.  eben- 
daher (Arie  a.  „Hakon  Jarl"  v.  Reinecke,  „Der  Asra"  von 
Rubinstein,  „Lieber  Schatz,  sei  wieder  gut"  u.  „Im  Mai"  v. 
Franz,  Wiegenlied  v.  Brahms  u.  A.).  No.  3.  „Liebesscenen" 
f.  Sopr.,  Alt,  Ten.  u.  Bass  m.  Clav.  v.  H.  Reimann,  Zigeu- 
nerlieder f.  do.  V.  Brahms,  Gesangsoli  v.  Bruch  (Arie  aus 
„Odysseus"),*  Ad.  Jensen  („Frühlingsnacht"),  Rubinstein 
LGelb  rollt")  u.  A.  (Ausführende:  Frls.  Hesse  u.  Höfken  u. 
HH.  Roothaan  u.  Geisthövel.)  No.  4.  Gesangsolovorträge  der 
Frls.  Breuer  (Elisabeth's  Begrüssung  der  Halle  a.  „Tannhäu- 
ser" v.  Wagner,  -Sie  sagen,  es  wäre  die  Liebe"  v.  Th.  Kirch- 
ner, „Das  Kraut  Vergessenheit"  v.  Hildach,  „Die  Bekehrte" 
V.  M.  Stande,  „Li  deine  braunen  Aiigen"  v.  P.  Kiengel 
etc.)  u.  Zimdars  (Arie  a.  „Odysseus"  v.  Bruch,  „Neue  Liebe" 
V.  Rubinstein  etc.).  (Früher  gemischter  Chor,  später  nur 
als  Frauenchor  auftretend,  hat  der  Verein  in  seinen  beiden 
letzten  Concerten  die  eigene  Mitwirkung  überhaupt  eingestellt 
gehabt.    Aus  welchem  Grunde?) 

Neustadt  a.  d.  H.  Conc.  des  Männergesangver.  „Concor- 
dia"  (Weins)  a.  Wiesbaden  unt  solist.  Mitwirk,  der  Sängerin 
Frau  Wilhelmi  u.  des  Violoncellisten  Hrn.  Brückner  v.  eben- 
daher am  22.  Mflci:  Männerchöre  v.  Bruch  („Vom  Rhein"), 
Schumann,  M.v.Weinzierl („Herbststtirm"),  D r e g e r t  („Der 
letzte  Gruss"),  Hill  er  („Die  Lerchen",  m.  Sopransolo)  u.  A., 
Soli  f.  Ges.  u.  f.  Violonc.  v.  Godard („Träumerei"),  Popper 
(„Papillen")  u.  A.  (Ueber  das  Violoncellspiel  des  Hrn.  Brück- 
ner schreibt  die  „Pf.  Pr." :  „Der  Violoncellist  Hr.  0.  Brückner 
behandelt  sein  vorzügliches  Instrument  mit  vollendeter  Meister- 
schaft. Voller  Wärme  und  Linigkeit  erscheinen  die  gesang- 
lichen Partien,  leicht  und  sicher  vermag  er  den  höchsten 
technischen  Schwierigkeiten  zu  entsprechen.") 

(^^  Veraltete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  voltständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Baden-Baden.  Dass  der  Tenorist  Hr.  Theodor  Wachtel 
sen.  trotz  seiner  69  Jahre  noch  immer  sein  Publicum  zu  en- 
thnsiasmiren  versteht,  hat  er  kürzlich  in  einem  Concert  des 
jungen  einheimischen  Violinvirtuosen  Hm.  Alfred  Krasselt 
unwiderleglich  bewiesen.  Seine  Mitwirkung  in  diesem  Con- 
cert hat  &ssen  Zweck,  den  Fonds  zum  Ankauf  einer  selten 
schönen  Stradivarius-Geige  für  den  Goncertgeber  zu  vergrössem, 
ausgezeichnet  gefördert.  Hr.  Krasselt  erregte  mit  seinem  Spiel 
nicht  mindere  Bewunderung,  als  die  elektri  sirenden  Gesang- 
soli. —  Detroit.  Die  Pianistin  Frau  Bloomfield-Zeisler 
gewann  mit  ihren  Vorträgen  im  6.  Concert  des  Philharmonie 
Club  hohe  £hren,  welche  sich  in  vielfachen  Hervorrufen 
äusserten,  auf  welche  die  Künstlerin  mit  zwei  Zugaben  ant- 
wortete. —  Leipzig.  Bei  der  letzten  .Walküre"-AuffÜhrung 
sprang  in  der  Siegmund-Partie  helfena  Hr.  William  Müller 
aus  I&nnover  ein  und  rettete  somit  dieselbe.  In  den  Garten- 
concerten  des  Krystallpalastes  singt  die  mexikanische  Prima- 
donna Miss  Churchill.  Hr.  Edwin  Schloemp.  der  Impre- 
sario der  exotischen  Dame,  eignet  sich  zu  diesem  Posten  bemer, 
als  zum  Mitreden  in  rein  künstlerischen  Fragen,  das  er  s.  Z. 
namentlich  in  einer  eigenen  Musikzeitung  zur  Belustigung  der 
wenigen  Leser  derselMn  übte. —  London.  Der  brillante  Yiolon- 


333 


cellmeister  Hr.  Hugo  Becker  wirkte  solistisch  im  6.  Goncert 
der  Philharmonie  SsKsiety  mit  und  fügte  den  schon  früher 
hier  durch  sein  illustres  Spiel  errungenen  Lorbeeren  neue 
Blätter  ein.  —  Nflrnberg.  An  Stelle  des  nach  Stettin  gehen« 
den  EEni.  Qrimm  wird  Hr.P.  Prill  aus  Hambnrg  in  n.  Saison 
Gapellmeister  unserer  Oper  sein.  —  Stuttgart.  Die  letzte 
pMeistersinger^-Auffuhrung  im  Hofiheater  ging  unter  der 
Mitwirkung  des  Frl.  Mulder  aus  Bayreuth  als  Evchen  und 
des  Hrn.  Nebe  aus  Carlsruhe  als  Beckmesser  vor  sich  und 
trug  diesen  beiden  Gästen  reiche  Ehren  ein.  Ist  über  Hm. 
Nebe  als  einen  anerkannten  Meister  seines  Faches  nur  zu 
sagen,  dass  sein  Beckmesser  eine  Musterleistung  war,  so  lautet 
das  XJrtheil  über  die  Debütantin  Frl.  Mulder  aahin,  dass  die- 
selbe eine  junge  hochbegabte,  von  jeder  Theaterunart  unbe- 
rührte Sän^rin  ist,  die  über  eine  merkwürdige  Trefisicher- 
heit  der  Stimmung  in  Wort  und  Gebärde  gebietet.  Dieselbe 
ist  vom  nächsten  Jahre  ab  für  unser  Opemensemble  als  stän- 
diges Mitglied  gewonnen  worden. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  18.  Juni.  „Lasst  uns  gehn  in 
Gottes  Charten**,  Johannisfestlied  v.  Papier.  Psalm  116  „Das 
ist  mir  lieb,  dass  der  Herr"  v.  H.  v.  Herzogenberg.  Nicolai- 
kirche: 19.  Juni.  „0,  welch  eine  Tiefe  des  Reichthums''  a. 
„Paulus"  V.  Mendelssohn. 

Torgau.  Stadtkirche :  26.  Mai.  „Christus  ist  aufgehoben 
gen  Himmel**  v.  D.  H.  Engel.  5.  Juni.  „Schaffe*  in  mir,  Gott, 
ein  reines  Herz**  v.  D.  H.  Engel.  „So  sind  wir  nun  Bot- 
schafter** u.  „Wie  lieblich  sina  die  Boten**  a.  „Paulus**  von 
Mendelssohn.  6.  Juni.-  „Er  weidet  seine  Heerde**  u.  „Für  so 
viel  Gnade  singen  wir**  v.  Händel. 

Zwickau.  St.  Marienkirche:  Mai  —  Juni.  „^^''''1  ^^  ^^ 
will  ich  mich  retten**  u.  „Der  Herr  ging  vorüber**  u.  „Heilig** 
a.  dem  „Elias**  von  Mendelssohn.  „Richte  mich,  Gott**  von 
H.  Franke.  Danklied  v.  H.  Schütz.  „Sanctus*'  u.  „Benedictus** 
a.  der  Ksdur-Messe  v.  Schubert.  „Gnädig  und  barmherzig*' 
V.  Grell.  „Du,  meine  Seele,  singe**  u.  „Du,  Vaterhand,  die  mich 
so  treu  geführt**  v.  Vollhardt. 

Aufgeführte  NovitSten. 

Ashton  (A.),  EmoU-Clavierquint.,  Adur-Claviertrio  etc.  (Lon- 
don, Conc.  des  Comp.) 

Berlioz  (H.),  „Eomeo  und  Julie**,  3.  u.  4.  Theil.  (Frankfurt 
a.  M.,  11.  Museumsconc.) 

—  —  Requiem.    (Halberstadt,  Gonc.  des  Oratorienvereins  am 

3.  April.) 
Brahms  (J.),  1.  Symph.    (Graz,  4.  Mitgliederconc.  des  Steier- 
mark. Musikver.) 

—  —  Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches  Thema.    (Ham- 

burg, 10.  Phüharm.  Conc.) 

—  —  jöcad.  Festen  vert.  (Breslau,  12.  Symph  .-Conc.  der  Bresl 

Concertcan.) 

Quint.  I.  Clar.  u.  Streichinstrumente   u.   Trio  f.  Clav., 

Clar.  u.  Violonc.  (Frankfurt  a.  M.,  10.  Kammermusik- 
abend der  Museumsgesellschaft.) 

—  —  Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente.  (Hamburg,  Kam- 

mermusikabend  der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 

—  —  Adur-Clavierquart.     (Dordrecht,  4.  !Kammermusik  der 

HH.  Yink  u.  Erdelmann.) 

Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.  (Hamburg,  2.  Kammer- 
musikabend des  Hm.  Fiedler.) 

Ein  deutsches  Requiem.     (Darmstadt,  Aufführ,  durch 

den  Musikver.  u.  die  Hofmusik  am  22.  März.) 

Bruch  (M.),  3.  Violinconc.     (Mannheim,  8.  Akad.  Conc.) 

„Das  Fenerkreuz**  f.  SoH,  Chor  ü.  Dreh.  (Glogau,  Conc. 

der  Sine^akad.  am  29.  März.  Schwerin,  5.  Orcn.-Concert 
der  Hoicap.) 

„Das  Lied  von  der  Glocke**.    (Osnabrück,  Aufführung 

durch  den  Gesangver.  am  30.  März.) 

„Odysseus**.     (Posen,  Aufführ,  durch  den  Hennig'schen 

Verein.) 

Bülow  (H.  V.),  Orchesterballade  „Des  Sängers  Fluch**.  (Ham- 
burg, Benefizconc.  des  Hm.  Scheel.) 

Delibes  (L.),  „Sylvia**-Suite.     (Ebendaselbst.) 

Dvor&k  (A.),  Fdur-Clav.-Violinson.  (Hamburg,  3.  Kammer«! 
musikabend  des  Hrn.  Kopecky.) 

Fiedler  (M.),  Clav  .-Violoncellsonate.  (Hamburg.  2.  Kammer- 
musikabend des  Hrn.  Fiedler.) 


Gernsheim  (F.),  DmoU-Clavierquint.  (Hamburg, 'Kammer- 
musikabend der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 

Grieg  (Edv.),  Fdur-Clav.-Violinson.  (Bingen,  Conc.  des  Hm. 
Louwerse  am  3.  April.) 

Heidingsf eld(L.),  „KOnigLear*^*Symph. (Breslau,  11.  Symph.- 
Conc.  der  Bresl .  Concertcap.) 

Jadassohn  (S.),  Ciavierquart.  Op.  80.  (Leipzig,  9. Musikabend 
des  Kammermusikver.) 

Kretschmer  (£dm.),  „Musikalische  Dorfgeschichten**  £  Dreh. 
(Chemnitz,  10.  Symph.-Conc.  der  städt.  Cap.) 

Lassen  (E.),  Festen vert.  üb.  ein  thüring.  Vollcslied.  (Bres- 
lau,  12.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pröludes**.    (Ebendaselbst.) 

—  —  Esdur-Clavierconc.    (Leipzig,  Matin6e  f.  den  Pensions- 

fonds der  Theaterorch.-Aspiranten.) 
„Die  Legende  von  der  heil.  Elisabeth**.  (Genf,  Aufführ. 

unt.  Leit.  des  Hm.  Ketten  am  30.  März.) 
Metzdorff  (R.),   Röverie  f.  Orch.      (Bückeburg,  4.  Abonn.- 

Conc.  der  Hofcap.) 
Raff  (J.),  Concertouvert.    (Tilsit,  2.  Musikabend  der  Bürger- 

geseÜschaft.) 
Rubinstein  (A.),  „Don  Quixote**  f.  Orch.  (Leipzig,  Matinee 

f.  den  Pensionsfonds  der  Theaterorchester-Aspiranten.) 
Ruth ar dt  (Ad.),  Trio  f.  Clav.,  Ob.  u.  Bratsche.    (Darmstadt, 

2.  Kammermusikabend  der  HH.  de  Haan  u.  Gen.) 
Saint-Saöns  (C),  Bdur-Clavierquart.  (Ebendaselbst.) 
Schneider  (Th.),    Dmoll-Symph.     (Limbach,    Symph.-Conc. 

des  Hrn.  Asbahr  am  5.  April.) 
Schwalm  (R.),    „Abendstille  am  Meere**  f.  Männerchor  und 

Orch.    (Königsberg  i.  Pr.,  45.  Stiftungsfest  des  Sängerver.) 
Selmer  (J.),  Nordischer  Festzug  u.  Norweg.  Phant.  £  Orch. 

(Berlin,   Concerte   der  Meyder'schen  Capelle  am  13.  und 

20.  April.) 
Sgambati(G.),  Desdur-Streichquart  (Mannheim,  4. Kammer- 

musikaufführ.  der  HH.  Schuster  u.  Gen.) 
Sinding  (Chr.),  EmoU-Clavierquint.   (Dordrecht,  4.  Kammer- 
musik der  HH.  Vink  u.  Emelmann.) 
Speidel  (W.),  Ddnr-Symph.  (Stuttgart,  8.  Abonn.-Conc.  der 

Hofcap.) 
Taubert  (E.  £.),  Es dur-Clavierquart.,  D moU-Streichquart. etc. 

(Hamburg,  fcanmiermusikabend  des  Comp,  am  28.  Man.) 
Tschaikowöky  (P.),  Seren,  f.  Streicborch.  (Leipzi^y  Matm^ 

f.  den  Pensionsfonds  der  Theaterorchester-Aspiranten.) 
Verdi  (G.),  Requiem.    (Essen  a.  d.  R.,  6.  Conc.  des  Musik  Ver- 
eins.) 
Volkmann  (R.),  Dmoll-Symph.    (Breslau,  10.  Symph.-Conc. 

der  Bresl.  Concertcap.) 

—  —  Emoll-Streichquart.      (Hamburg,    Kammermusikabend 

der  HH.  Zajic  u.  Gen.) 

Weber  (G.),  Ddur-Clav.-Violinson.  (Leipzig,  9.  Musikabend 
des  Kammermusikver.) 

Wagner  (R.),  Eine  Faust-Ouvert.  (Bückeburg,  4.  Abonn.- 
Conc.  der  Hofcap.    Mannheim,  8.  Akad.-Conc.) 

„Siegftied's  Tod**  u.  Trauermarsch  a.  der  „Gtötterdäm- 

memng**    (Essen  a.  d.  R.,  5.  Conc.  des  Musikver.) 


Vermisohte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Stadt  Mailand  will  im  Jahre  1894  eine  Theater- 
und  Musikausstellung  wie  die  Wiener  veranstalten. 

*  Als  ein  Curiosum  der  Musik- und  Theaterausstellung 
in  Wien  ist  es  zu  bezeichnen,  dass  das  Comitö  es  versäumt 
hat,  das  Oesterlein'sche  Wagner-Museum  ftür  dieselbe 
zu  gewinnen.  Wie  man  von  dort  schreibt,  ist  Gefahr  vor- 
handen, dass  diese  einzig  dastehende  Wagner-Sammlung  nach 
Chicago  entfährt  und  Deutschland  verloren  gehen  wird. 

*  Der  Musikalien  Verlag  von  J.  Schuberth  A  Co.  in 
Leipzig  ist  kürzlich  durch  E^uf  an  den  jungen  tüchtigen 
Musik  Verleger  Hm.  Felix  Siegel  in  Leipzig  übergegan^n 
und  wird  von  demselben  \inter  der  bisherigen  Firma  weiter 
geführt  werden. 

*  Heinrich  Hof  mann,  dessen  grosses  Chorwerk  „Editha** 
in  vor.  Saison  an  verschiedenen  Orten  mit  Erfolg  aufgeführt 
wnirde,  hat  kürzlich  ein  neues,  einen  ganzen  Concertabend 
ausfüllendes,  „Prometheus**  betiteltes  Concertstück  für  Chor, 
Soli  und  Orchester  vollendet,  das,  demnächst  in  C.  F.  W.  Sie- 
geVs  Musikalienhandlung  (R.  Linnemann)  in  Leipzig  erschei- 
nend, sicher  mancher  Concertdirection  gelegen  kommen  wird. 


*  Die  erste  AufßUirang  des  unter  dem  Namen  „Salon 
musical*'  gegründeten  Unternehmens  in  Paris  (s.  vor.  No. 
d.  Bits.)  wurde  durch  die  Dazwischenkunft  der  Administration 
de  TAssistance  publique  im  letzten  Au^nblicke  verhindert, 
mit  welchem  Rechte,  das  können  wir  mcht  ersehen.  Gtenug, 
die  Aufführungen  müssen  verschoben  werden. 

*  Das  Sjndicat  der  Pariser  Theaterdirectoren  hat  sich 
dahin  geeinigt,  der  Presse  die  Freibillets  zu  denGeneral- 

Sroben  zu  entziehen,  eine  Maassregel,  die  den  Berichterstattern 
ie  schnelle  Erfüllung  ihrer  Pflicht  erschwert   und  bei  der 
Presse  Entrüstung  nervorruft. 

*  Im  Hoftheater  zu  Stuttgart  gingen  Bich.Wagner*!S 
„Meistersinger"  am  14.  Juni  erstmalig  onne  jeden  Strich  in 
Scene,  nachdem  die  früheren  Aufführungen  des  herrlichen 
Werkes  sich  in  den  crassesten  Verstümmelungen  überboten 
hatten.  Das  Verdienst  der  Rehabilitirung  des  Werkes  hat 
sich  Hr.  HofcapellmeisterZumpe  erworben,  unter  dessen  be* 

feisterter  Führung  sich  die  Aufführung  auch  sonst  zu  einem 
ireigniss  für  diese  Stadt  gestaltete.  Unter  den  von  auswärts 
herbeigekommenen  Besuchern  der  auch  in  ihrem  äusseren 
Erfolge  glänzend  verlaufenen  Vorstellung  befand  sich  Frau 
Gosima  Wagner  aus  Bayreuth.  Für  sie  hatte  die  Auffüh- 
rung specieUes  Interesse  ausserdem  deshalb,  weil  in  der- 
selben oie  diesjährige  Bayreuther  Evchen-Darstellerin  —  Frl. 
Miüder  —  die  gleiche  Partie  ausführte. 

*  Im  Goventgarden-Theater  zu  London,  in  welchem,  wie 
schon  erwähnt,  gegenwärtig  unter  Direction  des  Hm.  A.  Harris 
abwechselnd  deutsche,  italienische,  französische  und  englische 
Werke  aufgeführt  werden,  ging  am  11.  d.  die  Legende  .La 
Luce  dell'Asia*'  von  dem  englischen  (?)  Componisten  Isiaore 
de  Lara^  recte  Isidor  (>)hn,  als  Novität  in  Scene.  Am  13. 
wurde  ^Siegfried''  daselbst  wiederholt,  am  16.  gelangte  „Tristan 
und  Isolde'^unter  ungeheurem  Erfolg  zur  AunÜhrung,  und  für 
Ende  d.  und  Anfang  n.  Mts.  ist  der  vollständige  „Nioelungen- 
Bing''  angesetzt. 

*  Berlioz'  Oper  „Les  Troyens"  wurde,  veranlasst  durch 
dieSociötö  des  grands  auditions,  dieser  Tage  in  der  Komischen 
Oper  zu  Paris  gegeben,  doch  scheint  nacn  den  Berichten  der 
eigentliche  Platz  dieses  Werkes  die  Grosse  Oper  mit  ihrer 
grosscji  Bühne  und  ihren  vpUkomjnßußren  Maschinerien  zu 
sein,  die  eine  bessere  Inscenirun^  ermöglichen.  Von  den  Dar- 
stellenden that  sich  die  siebzehnjährige  Debütantin  Frl.  Delna 
ids  Dido  besonders  vor,  Lob  verdiente  auch  Hr.  LafSarge  als 
Enöe.  Das  Ensemble  klappte  bei  der  ersten  Vorstellung  noch 
nicht.  Der  Eindruck  des  verkürzten  Werkes  scheint  nicht 
gross  gewesen  sein. 

*  Hans  Sommer's  Oper  „Lorelei"  ist  von  dem  Stadt- 
theater zu  Strassburg  i.  E.  zur  Aufführung  für  Anfiftng  des 
Winters  angenommen  worden. 

*  Das  Marie-Theater  zu  St.  Petersburg  wird  als  erste 
Opernnovität  der  n.  Saison  die  neue  einactige  Oper  „Jolconde** 
von  P.  Tschat kowsky  zur  Aufführung  bringen. 


333 

^  A.  Förster^s  Oper  „Lorle''  ist  neuerdings  auch  vom 
Carlsruher  Ho f th e a t e r  zur  Aufiföhrung  angenommen  wor- 
den. Im  Berliner  Kroll-Theater  ist  sie  bereits  ein  halbes 
Mal  mit  andauerndem  Erfolg  über  die  Bretter  gegangen. 

*  Als  Amtsnachfolger  des  Freiherrn  von  Stengel,  welcher 
die  Stellung  aufgab,  ist  Hr.  TheaterdirectorP rasch  in  Strass- 
burg i.  E.  zum  Intendanten  des  Hoftheaters  zu  Mannheim 
erwählt  worden. 

*  Da  Hr.  Hofcapellmeister  Strauss  in  Weimar  durch 
Krankheit  verhindert  ist,  an  den  Bühnenfestspielen  zu  Bay- 
reuth thätigen  Antheil  zu  nehmen,  so  wird  an  seiner  SteUe 
Hr.  Gapellmeister  Dr.  Muck  in  Prag  die  „Meistersinger*^  ein- 
studiren  und  dirigiren. 

*  Hr.  Gbibriel  Faurö  in  Paris  ist  zum  Ins  pect  or  des 
Musikunterrichts  in  den  Filialen  des  Conservatoriums ,  den 
Nationalschulen  der  Musik  und  in  den  Singschulen  der  Chor- 
knaben an  SteUe  des  verstorbenen  Guiraud  ernannt  worden. 

*  Hr.  Kammervirtuos  Wink  1er,  der  weitbekannte  Wei- 
marische Meister  der  Flöte,  hat  für  den  1.  Juli  c.  seine  Ent- 
lassung aus  der  dortigen  HofcapeUe,  der  er  33  Jahre  hindurch 
als  actives  Mitglied  zur  grössten  Zierde  gereichte,  erbeten 
und  vom  Grossherzog  unter  glänzender  Anerkennung  der 
grossen  Verdienste,  welche  er  sich  um  dieses  Kunstinstitut 
erworben,  und  Belassung  des  vollen  bisherigen  Gehaltes  als 
lebenslängliche  Pension  bewilligt  erhalten. 

*  Hr.  Julius  Nest  1er,  Gesanglehrer  am  Staatsgymnasium 
und  Inhaber  eines  Musikinstituts  zu  Leipzig,  erhielt  dasPrä- 
dicat  eines  k.  Musikdirectors  verliehen. 

*  HerzogEmst  von  Sachsen-Goburg-Gotha  hat  Hm.  Opern- 
regisseur Goldberg  in  Leipzig  —  wohl  aus  Anerkennung 
für  dessen  eifrige  Leipziger  uiscenirung  der  „Gasilda*',  kaum 
in  Verkennung  aer  stimmlichen  Qualification  des  Genannten  — 
zum  Kammersänger  ernannt  oder,  wie  eine  ofdcielle  Mitthei- 
lung des  Staegemann'schen  Theaterbureaus  vorsichtig  sich 
ausdrückt:  demselben  den  „Charakter  eines  Kammersängers 
verliehen^. 

Todtenliste.  Alphonse  Leduc,  einer  der  bedeutendsten 
Musikverleger  und  Redacteur  von  ^L^Art  musical*^  in  Paris, 
t  daselbst.  —  Charles  Ferlus,  sehr  angesehener  Organist 
und  Componist  in  Narbonne,  f,  64  Jahre  alt,  daselbst.  — 
Giuseppe  Lombarde,  unter  dem  Namen  Lombardini  bekannt 
und  geschätzt  als  Componist,  Gesanglehrer  und  VerfiEbSser 
lehrhafter  Werke  über  Gesang,  f,  72  Jahre  alt,   in   Neapel. 

—  Achille  Panizza,  vortreffUcner  Orchesterdirifi;ent  und  Einer 
der  gesuchtesten  Musiklehrer  Mailands,  f  das^bst.  —  John 
Farley,  in  den  Ver.  St.  von  Amerika  und  in  Canada  wohl- 
bekannter Sänger  geistlicher  Musik,  f,  63  Jahre  alt,  in  Boston. 

—  Frau  Bossi-Caccia,  einst  berühmte  Säugerin  an  der 
Pariser  Komischen  Oper  und  an  verschiedenen  Bühnen  Ita- 
liens, Portugals  und  Hollands,  zuletzt  Gk^anglehrerin,  f,  74 
Jahre  alt,  erblindet  in  Havre. 


BriefUasten« 


F,  iV.  in  £,  Wenden  Sie  sich  mit  Ihrer  Anfrage  direct 
an  den  Verwaltungsrath  der  Bühnenfestspiele  zu  Bayreuth; 
nur  befürchten  wir,  dass  Sie  zu  spät  kommen,  da  die  Auf- 
führungen der  beiden  Werke,  welche  Sie  zu  geniessen  wün- 
schen, schon  längst  ausverkauft  sind. 

Af.  Z>.  in  C.  Wir  kommen  in  Kürze  auf  die  betr.  An- 
gelegenheit zurück. 


C.  M,  in  P.  Kürzere  Mittheilungen  erwünscht.  Für  ein- 
gehendere Berichte  dürfte  dem  dortigen  Musikleben  der  all- 
gemeiner interessirende  Stoff  fehlen. 

B.  O.  in  K.  Nach  den  charakteristischen  Beclamenotizen 
zu  schliessen,  mit  welchen  die  Localpresse  auf  die  Eduard 
Strauss-Concerte  hinweist,  scheint  der  Nachgefragte  gegen- 
wärtig in  Leipzig  zu  sein. 


Anzeigen. 


W.  Klfttner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  S 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  S 

Musikalien»  musikalischen  Sehriften  etc.  —  Kataloge  ^ 

und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [686 — .]  2 


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Verlag  yon  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


75  Einderlieder 


für  eine  Singstimme  mit 
Clavierbegleitung 

von 

Guido  Nakonz. 


9  eleg.  cartonnirte  Bände  ä  8  M.  netto. 


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6oneeri-9irection  Sfaniel  STlayer, 

LONDON,    ISO   New   Bond  Street. 

Telegramm- Adresse:  „Llaat- London**. 


Alleinige  Vertretung  der  Londoner  Symphonie-Conoerte. 

TJebernimmt  das  Arrangement  von 

^^®<^    Concerteo  in  Lo!id«n  nad  Tenra^en  in  Engluid,  imerika  nnd  Australien 

nnter  persAnll^er  Leitung. 
H^"  Anfragen  und  Auftrüge  werden  direot  an  die  Direotion  erbet 

ßoncert-9irection  Daniel  Sflayer, 

LONDON,  180  New  Bond  Street. 

Telegramm-Adresse:  „IiiaEt-London*'. 


Quartett  (Esdur) 

fOr 

Clavler,  Violine,  Bratsoiie  und  VIolonoell 

TOn 

Ernst  Ednard  Tanbert 

Op.  38. 

Preis  H.  10,—.  [6S9.] 

Du  Werk  ist .  wiederholt  von  Dr.  Hans  Bischoff, 
Friedrich  Oernsbeim,  Oskar  Raif,  Frans  Ramme)  u.  A. 
gespielt  worden;  der  Componist  selbst  bracbte  das  Quar- 
tett im  letzten  Winter  in  der  Philbannonie  in  Berlin  and 
im  Saale  des  Conventgartena  zu  Hamburg  mit  grossem 
Beifall  zur  Aufführung. 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Siegers  HasikaUenhandluDg 
[R.  Linnemann). 


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Eing«nUirt  in  den  meiBt«n  Opern-  nnd  CooDertbäuaem. 

Billige,  eorrecte  und  gut  ausgesUttete  Ausgaben  < 

von  Texten  zu  Opern,   Oratorien  und  grösseren  1 

Qesangwerken.  [f"" 

Aasfikhrliche  Verzeichnisse  anberecbnet.  l 


Verlag  top  Brertkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 
■< —  Neue  VIolonoell-Musik.  — >• 


,     Violoncell. _, 

Eins  Intsratttnlt  usd  Uhniads  Aur|ab«  IBr  jidM  tDcbtl|H 
VIolonctMiitBii. 


L   Cmoll    fSr 
[89B.J 

(Aus  der  Hohen  Schule  des  Violoncellspiels.} 
WelsKlli'tner,  J.,    Sonate  in  Fdor  für  Violoncell    und 
Pianoforte. 


3U5 


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stattung,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Febrili 

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Illustrirte  Preis-Verzeiehnisse  zu  beziehen  dureh 

C.  Sohwalbäoh,  Reichsstrasse  24,  Leipzig 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsoh  in  Leipzig. 


Pianinos  f  .^Oepfficß^  (Rokn*\ 


Wilhelm  Hanten,  Musik-Verlag  in  Lei p z i g. 

8tes  Tausend  I 


Wis 


(Cradle  -  Song) 

von  Roh.  Reinick, 
componirt  von 

^Hans  Harthan- 


[694.] 


Ausgabe   ftlr  hohe  und   tiefere   Stimme  k  l  J^. 
English  Version  by  Mrs.  John  P.  Morgan. 

Mit  grossem  Beifall  gesungen  von  Frau  Moran- 
Olden.  Frau  Liilian  Sandersonp  Frau 
Anna  Hildaoiii  Frl.  AdUe  Asoiimann  und 
FrL  Clara  Poisoiier. 

Ferner  ist  erschienen: 

Warnnng  vor  dem  Wasser, 

Trinklied 

flli*  eine  Stimme  und  Piano 

componirt  von 

Hans  Harthan. 

1  jt 


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:7=3i^C 


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3C 


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SE 


^ 


Neue  Compositionen  im  Verlag  von  E.  W.  Frltzsob 

in  Leipzig:  f695.] 

Willy  Behberg. 

Goncertwalzer  für  Glavier,  Op   18.    M.  2.40. 
Festmarsch  ftlr  Glavier  zu  vier  Händen,  Op.  14.  M.  2, — . 
Barcarole  für  Glavier,  Op.  16.    M.  1,80. 
OeisÜiches  Lied  „Glücklich,  wer  auf  Gk)tt  vertraut^ 

fhr  gemischten  Chor.    Part.  u.  Stimmen  M.  1,60. 

Part.  M.  1,—.    Stimmen  k  15  Pf. 

Dnroh  jede  Bach-,  Kunst-  mid  MasikaUenhandlnng,  sowie 
direet  yom  Verleger  zu  beziehen. 


=^ 


ff 

Ein  ivMm  m  F.  WM. 

f-Clr   Soll  Maad.  Olior 

mit  Begleitung  von  zwei  Clavieren 

componirt  von 

W«  A.  Remy« 

Op.  16. 

Partitur  ^  12, — .     Chorstimmen  (k  Ji  — ,50.  u.  1, — .) 
Ji  3, — .     Solostimmen  Ji  1,50. 

0 


Dureli  Jede  Baolt-»  Konai-  und  MoefkaUenliandlimg*  so- 
wie direet  vom  Verleger»  aaelt  cor  Anslclit»  sa  beslenen. 


Neuer   Verlag    von    BreKkopf  &  Hirtel  in  Leipzig. 

Bisehoff-Ghiiionna. 

Messe  in  Amoll  fUr  Soll,  Chor  und  Orchester. 

Ciavierauszug  6  Ji,    Jede  Chorstimme  60  A,     Partitur  und 

Orchesterstimmen  in  Ahschrirt.  [697.] 

Das  schöne  Werk  zeichnet  sich  durch  grossen  Melodien- 
reichthum  aus  undverräth  nicht  nur  den  tüchtigen,  ^ormfi;e- 
wandten  Meister,  sondern  überzeugt  den  Hörer  auch  von  aer 
grossen  Erfindungskraft,  die  allein,  fi;etragen  von  echt  christ- 
licher Begeisterung,  derartige  Werke  ins  Leben  zu  rufen 
vermag.  (Feuiile  d'Avis  de  Lausanne.) 

Verrag  von  E.  W.  FrttZSCh  in  Leipzig. 


für  Ciavier  Oboe  und  Bratsche 


IS[^1 


ac 


ac 


ai='=ic 


r^ 


componirt  von 

Adolf  Buthardt. 

Op.  34,    Pr.  6  M. 

Durch  alle  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlungen,   sowie 

direet  vom  Verleger  zu  beziehen.  [698.] 

Verlag  von  BbretiUtopf  A  Hlhrtel  in^ipzig. ^^ 
Soeben  ist  erschienen:  [699.] 

FerriMio  B.  Bnsou,  Op.  3K 

Concert  stück  in  Ddur 

für  Pianoforte  mit  Orchester. 

ksgezeielmet  mit  dem  ersten  Rubinsteln-ComposittoDsprels. 

Partitur  Ji  10,—.    Stimmen  in  Abschrift  Ji  25,—.   Pianoforte- 
Solostimme  mit  Begleitung  eines  zweiten  Pianoforte  an  Stelle 

des  Orchesters  Ji  5, — . 

Verlag  von  S*  W.  Fiitiseh  iajieipzig. 

Studie 

.  über  den  Walzer  Op.  64,  No.  1,  von  F.  Chopin 

von  [700.] 

Moriz  Rosenthal. 

Pr.  1  Ul  60  >^. 


336 


1701.) 


lisclig  il 

Hedentendsto  Planoforte-Fabrlk  Karopas  I 

FIQgel  und  Pianinos 

von  »nerkannt  iiattbertroffeiier  Haltbarkeit 

wndL  edlem,  «aiigrreioliLeiia  To». 

Die  Fabrik  besteht  Mit  7.  November  1853. 


^IJX/^y^ 


'^^tn/i/l 


CftflFiill» 

Conoertmeister    des   Gewandhaus-   und   Theater- 

orohesters.  l^oa—l 

Leipzig,  Kaiser-Willielm*asse  21. 


koMcL  aiolui.  HofWMiirt,  Pioftawur  (mpÄiew  am  OoMerratorinm 

lu  Genf  (Sohwsii).  '    [708-.] 

Concert-Vertretung:   Hermann  WoHr,_Berlln. 


Alfred  K. 


[704—.] 


Haden-Haden. 

Vertr.  BL  IKFolfi.   Berlin. 


Vollständige  InsMldnng  für  Oper  n.  Ooneert 

Ensemble-Uebungen.    Rollenetudium. 

Von  mir  ausgebüdete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  »^ 
Schoder,  Carl  Soheidemantel  u.  A.  m.  l7Uö— .j 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gesanglehrer. 


Grösstes 

Harmonium-Haus. 
Generalyertretung 
von  Schledmayer-Harmonlum. 
Gegen  Cassa  10%. 
Special-VerUig  von  Harmonium- 
Musikalien,  circa  lOOO  IXTerke. 
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mr  PreisUste  und  Veplags-Katalog,  dann  belehrendeAr- 
tSel  über  das  gute  Harmoniumspiel,  gratis.  t/wo.j 

Carl  Simon.  MusikveHag» 

Berlin  SW.,  Markgrafenstr.  21. 


Lndwig  ßlener, 


Conoertmeister  des  Berliner  Phllharmonisohen 

Orohesters.  pwi 

Vertretung:  Oonoertdiiection  HemMUm  Wolff. 


lot 


J 


Pianist.  poso.] 

Paris.    SO»  ATemae  Trudaliie. 


WiesliiuhBer  Mtamintsui-Vem  -^ 

^eis-ßäifre: 

Franz  Abt,  willkommen l  Begrüssungschor  von  Her- 
mann Franc ke,  für  Männerstimmen  .    .    .    .    ^  3j— • 
Partitur  Ji  1,20.   Stimmen  ö,  45  4j. 
C.  Jos.  Bp'ambachi  im  Frühling.   Lied  im  Volks- 
ton von  H.  Weiser,  für  Männerstimmen  (Text  deat^ 

und  französisch) •^  ^^' 

Partitur  60  ^.    Stimmen  ä  16  /^, 

Vinzonz  Lachnerp  Op.  64b.    WaidUed  von  Emil 

Engelmann,  für  M&nnerchor Ji  B,    . 

Partitur  J$  l.?0.    Stimmen  k  45  4. 

Ferdinand  mSliringi  Op.  101.  Rhelngauer  Grussl 

von  F.  Mfturer,  für  MÄnnerchor -^  **>"'• 

Partitur  Jt  1,20.    Stimmen  ä  46  4J. 
Carl  RoinockOp  Sommerhymnus  von  Martin  Greji^ 

für  Männerchor -^  ^i^- 

Partitur  JH  1,20.    Stimmen  k  30  z^. 

Josef  Riieinbergerp  Op.  I7d,  No.  1.   Germanen- 

Zug  von  Aug.  Silberstein,  für  Männerohor  .    Ji  2,4D. 
Partitur  Jf  1,20.    Stimmen  ä  30  /ij. 

Leonhard  Wolfffp  Op.  12.   Jung  Werner  vonVictor 

Scheffel,  für  Männerchor -^  »i— • 

Partitur  Jt  1,20.    Stimmen  ä  46  /ij. 
J.  B.  Zerlett.  Op.  1L2.     Das  Grab  Im  Busento  von 

August   öraf^  von    Platen,    für    Männerchor    (T^t 

deutsch  und  französisch) -^  ^t**- 

Partitur  Ji  1,20.    Stimmen  ä  80  >^. 

befinden   sich  jetzt  in  meinem  Verlage  und  stehen  auch 
zur  Ansicht  zu  Diensten. 

Leipzig,  im  Juni  1892.  1709.] 

F-  E.  C.  Leuckart. 


Drack  von  0.  G.  Böder  in  Leipzig. 

Zu  den  auf  Buchhftndlerwege  und  direct  bezogenen  Exemplaren  der  vorHegenden  Nummer  eine  Beilage  des 

Kammersängers  Hrn.  BonnO  Koebice. 


Leipzig, 


30.  Juni  1892. 


um  «uiucu  im-,  iiw 
ul  lustiuuudtiuii,  mne 

um  IUI  Miiin  n 


^ 


II,  HU  IC  ._  ^—.^^ 


fii  (u  iBuiDiKki  WKiiimn 

IWQUII  lUlllBUU  lU  U 

dOHi  Eilacinr  ii  riiwiiii. 


far  Musiker  jaMJffusikfrGunde. 

Verantwortlicher  Eedacteur  und  Verleger: 

X.  W.  FritiBoh, 

LaipziS,  KOnlgsstrawe  e. 


^^ 


Xini.  Jaürg.]    i 


Du  Moiikftliiohe  Wochenblatt  enofaeint  j&hrlieh  in  B9  Nummern.  Der  Abonnemeniabetn^ 
fflr  dM  Quartal  von  18  Nnmmern  ist  3  Mu-k ;  eine  einseliie  Nummer  koBtet  40  Pfennige.  Bei 
direeter  friuikirter  Kreuibandsendung  treten  nachatehende  vierteljährliche  AbonnementB-         ,„        ._ 
--'K  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  fSr  dag  Deutiche  Reich  und  Oeiterreich.  —  2  Mark  76  Pf.        |  Na    gl 
weitere  Linder  de«  Allgemeinen  pMtrerein».  —  JahreBabonnementa  werden  nnter        '  * 

ZuffTundeleguDR  Torrtehender  BeingHbedingun^n  berechnet. 
Die  InMttioDBgebflhren  Hr  den  Bum  einet  geapaltanaa Tebtaeile  betrageD  SO  Pfennige, 

:    Kin  WSrtohen  aber  WiedarMebang  and  yortrag  ilter  Toealmadk.    Von  Dr.  Hugo  Kiemuin.—  Erlük:  Chrlttli 
niT  Fluioforte  und  groaata  DrdiMter.  —  Bl0|nplilMhM:  Du  Prill  qnartetL   (HU  aiaer  Portniterupp«.)      *"" 

rnnkfnrt  a.  M.,  Hannmu  (Forteetmuigt  und  Wim  (FortBeteana).  —   Beridite.  —   " ' "—        " 

und  Coae«rt.  —  KlMhaBmiulk.  —  OpemanffUnuigeii.  —  AuüeflUiTta  Norltttna. 
-  Briefkartaa.  —  Anietsen. 


-  Vsrmii^te  HltUieUniigen  nnd  NoUiMi.  - 


Ein  wortchen   über  Wiederbelebung   und   Vortrag 
•Her  Voothnusik. 

Ton  Dr.  Hugo  Rlemann. 

Unsere  Tage  erleben  eine  nmfan^eiche  Renaissance 
der  musikaltachen  Kunst  vergangener  Jahrhunderte.  Nach- 
dem es  znntlchst  gelungen,  Joh.  Beb.  Bach  aus  einhundert- 
j&brigem  Schlnnimer  zu  erwecken  und  das  VerstAndniss 
■einer  Bchreibireise  in  weitere  Kreise  zu  tragen,  bat  man 
weiter  und  weiter  zurückgegriffen  und  sich  hemfiht,  auch 
die  Grösse  der  Heister  zu  begreifen,  welche  das  17.,  das 
16,,  ja  das  15.  Jahrhundert  beirnnderte.  Die  kirchlichen 
Tonverke  der  gidsateh  Heister  dieser  Zeit  nnd  rwar  nie 
ganz  verstummt;  doch  waren  es  nur  wenige  auserw&hlte 
Stätten,  wie  die  Sixtinische  und  einige  andere  Capellen, 
welche  diesen  Cultua  treiben  konnten,  und  nur  wenigen 
Glücklichen  konnte  es  daher  vergSunt  sein,  solchen  AufPBh- 
mngen  beizuwohnen.  Heute  regt  es  sich  überall;  nicht  nur 
die  KirchenchOre  oller  grosseren  ßtftdte  haben  die  wAbb- 
rigen  Frodncte  der  letzten  Vergangenheit  durch  kräftige 
Werke  der  Blütheaeit  des  imitirenden  Contrapuncts  er- 
seist, auch  in  den  ConcertstJen  treten  mehr  und  mehr 
altciaesische  Werke  anf,  und  anch  die  weltliche 
Vocal-  und  Instrumentalmusik  der  Zeit  vor  Bach  wird 
allmählich  hervorgeholt.  Staunend  stehen  wir  vor  einer 
Fülle  musikalischer  Bchätae,  die  noch  beute  von  tiefer- 
greifender  Wirkung  ist  und  so  wenig  als  veraltet  bezeich- 
net werden  kann,  wie  etwa  ein  Gemälde  von  Tiaian  oder 
Rafael. 

Zu  den  mancherlei  Hindenüsaen,  welche  einer  vollen 
Würdigung  dieser  älteren  mnsikaliacben  Schätae  entgegen- 


standen —  deren  wichtigste  der  herrschende  Oeachmack 
der  Zeit  war,  der  aber  jetzt  glücklicherweise  einmal  seine 
Blicke  nach  rückwärts  gewandt  hat  — ,  kam  ein  rein 
ftuBserliches ,  nämlich  der  Umstand,  dass  die  Art  der 
Notirnng  wenigstens  der  Werke  des  15.  nnd  16.  Jahr-- 
hunderta  eine  von  der  heutigen  ao  verschiedene  ist,  dass 
■ie  ein  jahrelanges  mübaeliges  Studium  voraussetzt;  zudem 
fehlte  es  bia  vor  gar  nicht  langer  Zeit  sehr  an  Büchern, 
welche  anch  nnr  für  dieses  Studium  eine  Anleitung  geben 
konnten. 

Die  reichen  Schätze  der  geistlichen  und  weltlichen 
Vocalmnsik  vor  1600  sind  fast  ausnahmeloa  nur  in  Mn- 
zelstimmen  gedruckt  (bez.  geschrieben),  abo  nicht  in 
übersichtlichen  Partituren,  die  Noten  haben  nicht  nur 
andere  Formen,  als  die  heute  üblichen,  sondern  auch  ganz 
andere  Geltung,  es  fehlte  auch  noch  der  heute  ao  be- 
queme Taktstrich  u.  a.  w  u.  B.  w.  Waa  Wunder,  wenn  ea 
daher  etwaa  langsam  ging  mit  der  Erschliessung  dieser 
Keichthfimer?  —  nicht  allemal  ist  ja  auch  Derjenige,  wel- 
cher die  nöthigen  Vorkenntnisse  für  die  Uebersetzung  der 
alten  Notirungen  in  moderne  sich  erworben  hat,  gerade 
mit -dem  schnellen  zutreffenden  Kunstnrtheil  begabt,  um 
das  Schöne  und  noch  heute  Lebensfähige  (das  Claasiache) 
aus  dem  Wust  dessen  herauszufinden,  waa  die  kleinen 
Geister  der  Druckerschwärze  anvertraut  hatten. 

Das  ist  nun  anders  geworden,  seit  man  eine  solche 
Uebertragung  aua  der  alten  Notirungs weise  in  die  heute 
übliche  in  grösserem  Maassatabe  in  Angriff  genommen  hat. 
leb  nenne  nur  die  Publicationen  von  ChDron(1808,  1827  S.), 
Franz  Commer  (Collectio  etc.),  Carl  Proske  (Musica  Divina}, 
Stephen  Lück  (1859),  der  Londoner  Musical  Antiquarian 
Societ;   (1845  ff),    der   Gesellschaft   für   Uuaikforschung 

a? 


388 


(Eitner'f  MonaUbefte  für  MuBikgeechichte) ,     so  wie    die 
moDumentalen  Augaben  der  Werke  Palestrina't. 

Vorausgesetzt,  diese  nnn  in  recbt  erheblicber  Anzahl 
vorliegenden  Uebertragungen  (auch  der  Oevaert^schen, 
Ambros'schen  [5.  Band  der  Musikgeschichte]  nicht  zu  ver- 
gessen) sind  wirklich  yoUgenügende  Uebersetzungen  ans 
einer  nicht  mehr  verständlichen  Schreibweise  in  eine  heute 
geläufige I  so  ist  jetzt  allerdings  auch  dem  nicht  philolo- 
gisch gebildeten  Musikfreunde  wirklich  Gelegenheit  ge- 
boten, der  älteren  Litteratur  näher  zu  treten,  sie  schätzen 
und  lieben  zu  lernen ,  und  wenn  er  dazu  die  erforder- 
lichen Kräfte  zur  Verfügung  hat,  das  ihm  besonders  Zu- 
sagende zur  Aufführung  zu  bringen. 

Eines  bleibt  aber  an  diesen  sogenannten  Uebertra- 
gungen in  moderne  Noten,  wie  sie  heute  allgemein  üb- 
lich sind,  befremdlich,  nämlich  die  grosse  Länge  der  ein- 
zelnen Noten werthe:  lauter  Ganze  und  Halbe,  dazu  gar 
noch  hier  und  da  die  Doppeltaktnote  (Brevis),  ja  noch 
grössere  Werthe  (Longa  und  Maxima),  nur  ganz  aus- 
nahmsweise einmal  ein  paar  Viertel  oder  gar  Achtel. 
Haben  denn,  wird  sich  jeder  nicht  genauer  mit  der  Musik- 
geschichte Vertraute  fragen,  die  Leute  damals  Alles  so 
langsam  gesungen?  und  die  natürliche  Folge  ist  dann 
weiter,  wenn  so  etwas  Altes  eins tudirt  wird,  eine  unerträg- 
lich langsame  Temponahme,  die  einen  zusammenhängen- 
den Vortrag  ohne  fortgesetztes  Zerreissen  der  Worte  durch 
Athemnehmen  unmöglich  macht  und  auch  das  Verständ- 
niis  des  Aufbaues  sehr  erschwert. 

(Schloss  folgt.) 


Kritik. 

Christian  SIndIng.  Concert  in  Desdur  für  Pianoforte  und 
grosses  Orchester.  Copenhagen  und  Leipzig.  Wilhelm 
Hansen,  Musik-Verlag. 

Christian  Sinding,  der  junge  norwegische  Componist, 
dessen  Clavier-Quintett  in  Emoll  vor  ungefähr  zwei  Jahren 
im  Leipziger  Gewandhause  einen  sensationellen  Erfolg  er- 
rang und  Einen  der  HH.  Mitarbeiter  d.  Bl.  zu  einer  der  er- 
götzlichsten und  zweckdienlichsten  Elritikaster- Hinrich- 
tungen veranlasste,  hat  ein  neues  umfangreiches  Opus 
erscheinen  lassen,  welches  mittlerweile  auch  bereits  in 
Wien,  gespielt  von  dem  neuesten  Ciavier  -  Virtuosen 
Knutzen,  einem  Landsmanno  des  Componisten,  die  Feuer- 
taufe vor  der  Oeffentlichkeit  bestanden  hat.  Mit  der  zu- 
nehmendon  und  auf  immer  grössere  Kraftentfaltung  ge- 
richteten Virtuosität  der  modernen  Componisten  und  Glavier- 
Spieler  hat  das  Clavierconcert  mehr  und  mehr  seine  ur- 
Hprünglichu  Kigenthümlichkeit  eines  vom  Orchester  beglei- 
teten und  stellenweise  abgelösten  Solovortrages  eingebüsst 
und  ist  immer  mehr  zu  einem  bis  auf  kleinere  Solo- 
Cadonzon  mit  völliger  Gleichberechtigung  beider  Parteien 
und  beiderseitigem  gross ten  Kraftaufwande  auszufahren- 
den Kiunpfstücke  für  Olavier  und  Orchester  geworden. 
Hatte  schon  Beethoven  in  richtiger  Würdigung  seines 
sich  immer  reicher  ausgestaltenden  begleitenden  Orchester- 
pavtes  vom  U dur-Concerte  ab  die  Bezeichnung  „mit  Be- 
gleitung des  OiTheaters**,  welche  sich  noch  auf  den 
Originalausgaben  seiner  ersten  drei  Concerte  findet,  in 
die  bis  heute  noch  gebräuchliche  Aufschrift  „für  Ciavier 
und  Orchester'*  umgewandelt,  so  greifen  unsere  modernen 
Componisten  in  ihrer  vornehmlich  durch  Berlios  und 
Wagner  geweckten  Neigung  lu  einem  tönenden  plein-air 
«u  immer  grelleren  und  schärfer  constratirenden  EJang- 


farben  und  gestalten  solcherweise  das  Clavierconcert  zu 
einem  Wettstreite  mit  dem  Orchester  und  oftmals  sogar  zu 
einem  Todeskampfe  gegen  das  Orchester.  Solcher  Art  ist  auch 
das  neue  Concert  von  Sinding,  und  es  erscheint  uns  als  sehr 
wahrscheinlich,  dass  schon  wegen  der  enormen  physischen 
Anforderungen,   welche  eine  bedeutende  Wiedergabe  des 
gegen  ein  überreich  instrumentirtes  Orchester  ankämpfen- 
den und  durchweg  äusserst  vollgriffig  gehaltenen  Clavier- 
partes  an  den  Interpreten  stellt,  sich  nur  Wenige  unserer 
jüngeren  und  zumal  im  Gebiete  der  Kraftentfaltung  doch 
recht  tüchtigen  Ciaviertitanen  an  dieses  Werk  erfolgreich 
werden    heranwagen    können.     Wer    aber    das    Wagniss 
unternehmen  kann,    dem  dürfte  unseres  Elrachtens  nach 
ein    grosser  Erfolg   gewiss    sein,     da    Sinding's   Concert 
neben  vielen  Vorzügen,  auf  die  wir  weiterhin  zu  sprechen 
kommen  werden,   nur  zwei  Mängel  aufweist:  ein  Ueber- 
maass  von  Kraft  und  Leidenschaftlichkeit,    welches  man 
einem  jungen  und  brodelnden  Feuergeiste  gern  nachsieht, 
und  ein  für   einen   absoluten  Musiker,    als    welchen    wir 
einen    Concertcomponisten    doch    ansehen    müssen,    allzu 
intimes  Verhältniss  zu  Wagner,  welches  jedoch  von  dem 
Publicum  der  Gegenwart,  das  ja  bekanntlich  äusserst  gern 
„Nibelungen "-Musik  ohne  die  gefürchteten  „Nibelungen"- 
Längen  hört,  nachsichtig  bourtheilt  und   vielleicht  sogar 
als  Vorzug  empfunden    werden    dürfte.     Mehr    noch    als 
das  dauernd   zu  grosse  Kraft-Aufgebot  hat  es  uns  aller- 
dings gestört  und   mit  Bedauern  erfüllt,   dass   allen  drei 
dem  Werke  zu  Grunde  gelegten  und  vielfach  in  ausser- 
ordentlich kunstvoller  und   interessanter  Weise    mit  ein- 
ander combinirten  Themen  ein  gewisser  „Nibelungen "-Zug 
anhaftet,    der    beim    ersten    Thema  in  der  Fassung  der 
beiden  ersten  Sätze  sich  allerdings  vornehmlich  nur  rhyth- 
misch   bemerkbar    macht,    im    letzten   Satze   sich  jedoch 
zu    tauschender    Rheintöchterähnlichkeit   ausbildet,    beim 
zweiten  Thema   durch  eine  leichte  Beimischung  Gounod- 
artiger  Süsse  gemildert  erscheint  und  das  dritte  Thema 
geradezu  zu  einem  Abkömmlinge  Siegfried's  und  Brünn- 
hildens  stempelt.  Diesem  Fehler,  den  wir  bei  dem  geradezu 
suggerirenden  Einfluss  Wagnerischer  Musik  auf  fast  jeden 
jüngeren  noch  nicht  völlig  in  sich  gefestigten  Tonsetzer 
begreiflich  finden,    andererseits   aber    beklagen    müssen, 
weil  nur  diese  Unselbständigkeit  der  Grundgedanken  uns 
für  Sinding's  Concert  eine  lediglich  ephemere  Bedeutung 
voraussehen  lässt,    während  wir  demselben  seiner  geist- 
vollen, gross  angelegten  und  technisch  völlig  ausgereiften 
Ausarbeitung  nach  gerne  dauernde  Bedeutung  und  blei- 
benden Werth  zusprechen  würden,  können  wir  bedeutende 
Vorzüge   gegenüberstellen.     So  erscheint  uns   schon   die 
Verwendung    der    gleichen ,     allerdings     für    jeden    Satz 
rhythmisch    bedeutend    umgestalteten    Hauptthemen    für 
alle  drei  Sätze  des    dadurch   zu   einer  ausserordentlichen 
Einheitlichkeit  gelangenden  Concertes  als  ein   vollgiltiger 
Beweis  für  den  schaffenskräftigen  Formensinn  des  Autors, 
und  die  souveraine  Freiheit,  mit  welcher  Sinding  ferner- 
hin  diese  Themen  combinirt  und  Einzelne  derselben   in 
engführender  Weise  zu  feurig  stolzem  Aufschwünge  heran- 
stürmen lässt,  dazu  die  vollkommene  Beherrschung  eines 
sehr  reichen  und  nur  vielleicht  etwas  zu  „übermässigen" 
und    „alterirten",    solcherweise    aber    fär    ein    absolutes 
Musikstück  allzu    unruhevollen    harmonischen    Apparates 
bekunden    von    Seite    zu    Seite  mehr  das  unbeschränkte 
Können  Sinding's,  dem  sich  in  ferneren  Schöpfungen  des 
jungen     Componisten    auch    ein    selbständigeres    und    in 
seinem    Kraftüberschwange  weise  beschränkteres  Wollen 
zugesellen  mög^.     Ein  specifisch  nordisches  Gepräge  hat 


t 

1 


die  Gomposition  nicht,  und  nur  die  Qmnien*  und  Octaven- 
parallelen,  die  mit  vollster  Absichtlichkeit  dem  Elintritte 
des  Clavieres  im  zweiten  Satze  vorausgelien,  mag  der 
Gomponiflt  seinem  Landsmanne  Grieg  als  Omss  dargebracht 
haben.  ESinem  modernen,  mit  ausreichender  Spannkraft 
för  Yollgriffigstes  Spiel  nnd  mit  zuverlässiger  Octaven- 
technik  ausgerästeten  Clavierspieler  bietet  das  in  Bede 
stehende  Concert  keine  nnüberwindlichen  Schwierigkeiten, 
und  da  dasselbe  in  seiner  kraftvoll  fliessenden  Energie 
jeden  Musiker  interessiren  dürfte,  so  bleibt  zu  wünschen, 
dass  recht  viele  Clavierspieler  sich  mit  demselben  be- 
fassen —  und  dass  dann  diejenigen,  denen  dasselbe  seinem 
Inhalte  und  seiner  Spielart  nach  ernstlich  zusagt,  Sinding's 
Clavier-Concert  durch  öffentlichen  Vortrag  zu  jener  all- 
gemeineren Berücksichtigung,  welche  dasselbe  —  in  un- 
seren Tagen  wenigstens  —  wohl  verdienen  dürfte,  ver- 
helfen möchten.  Jedenfalls  aber  wünschen  und  hoffen 
wir,  dass  es  dem  Componisten  dieses  Concertes  gelingen 
möge,  sich  bei  Zeiten  dem  ihn  irrefahrenden  Zauber- 
banne des  Wagnerischen  Musikdramas  zu  entziehen  und 
bei  besonnener  Rückkehr  zu  sich  selbst  eine  selbstän- 
digere Triebkraft  der  melodischen  Erfindung  zurückzu- 
gewinnen. Dass  wir  sodann  wirklich  bedeutende  Pro- 
ductionen  von  dauerndem  Werthe  von  ihm  zu  erwarten 
haben  dürften,  das  erscheint  uns  im  Hinblick  auf  sein 
auch  in  diesem  neuesten  Ciavier -Concerte  offenbartes 
reiches  und  kräftiges   technisches  Können  fast  zweifellos. 

Arthur  Smolian. 


Biographisches. 

Das  Priil-Quartett. 

(Mit  einer  Portraitgruppe.) 

Die  Pflege  der  Kammermusik  im  Leipziger  Gewand- 
haus, die  vor  Adolf  Brodsky's  künstlerischem  Wirken  da- 
selbst nur  Einem  ständigen  Quartett  —  mit  zeitweise  alter- 
nirendem Primgeiger — obgelegen  hatte,  ist  auch  nachdem 
Weggange  des  genannten  Künstlers,  welcher  das  Qnartett- 
spiel  zu  einer  geradezu  idealen  Vollkommenheit  zu  steigern 
wusste,  auf  zwei  selbständige  Quartettvereine  vertheilt 
geblieben.  Während  aber  die  beiden  Quartettgenossen- 
schaften in  der  Brodsky'schen  Zeit  —  infolge  der  Ausserge- 
wöhnlichkeit dieses  Primgeigers — in  der  Qualität  der  Leistun- 
gen und  dem  Ansehen  beim  Publicum  nicht  unwesentlich  sich 
unterscheiden,  hat  sich  mit  dem  starken  Personenwechsel,  der 
sich  in  ihnen  im  vorigen  Herbst  vollzog,  eine  schöne  künst- 
lerische Eibenbürtigkeit  eingestellt,  sodass  Leipzig  jetzt  nicht 
mehr  ein  ganz  ausgezeichnetes  und  ein  minder  gutes  Streich- 
quartett, sondern  deren  zwei,  in  Einzelnheiten  selbstverständ- 
lich individuell  verschiedene,  im  Totalen  jedoch  gleich  ganz 
vortreffliche  besitzt.  Haben  wir  uns  s.  Z.  eingehend  mit  dem 
Brodsky-Qnartett  beschäftigt,  in  welchem  gegenwärtig  der 
eminente  Arno  Hilf  den  Vorsitz  einnimmt,  während  die 
Mitgenossen  wie  damals  die  HH.  Hans  Becker,  Hans  Sitt  und 
Julius  Klengel  sind,  so  ist  es  nur  billig  und  recht,  wenn 
wir  unseren  Lesern  heute  in  Wort  und  Bild  auch  die  andere 
Vereinigung,  das  Quartett  der  HH.  Prill,  von  Dameck, 
Unkenstein  und  Wille,  vorführen,  deren  trefflichen, 
ebenso  stil-  wie  temperamentvollen,  dabei  technisch  und 
klanglich  bis  ins  Kleinste  hinein  liebevoll  nnd  gewissen- 
haft ausgearbeiteten  Quartettvorträgen   wiederholt  rück- 


339 


haltslos  Anerkennung  und  Lob  an  dieser  Stelle  gespendet 
wurden. 

In  Carl  Prill,  dem  Primgeiger  des  in  Rede  stehen- 
den Quartetts  und  der  Seele  desselben,  hat  das  Leipziger 
Musikleben  eine  ganz  besonders  glückliche  Acquisition 
gemacht.  Trotzdem  derselbe  in  dem  nicht  gerade  weit 
von  hier  entfernten  Magdeburg  mehrere  Jahre  hindurch 
in  hervorragendster  Weise  künstlerisch  sich  bethätigt  hatte, 
war  er  doch,  als  er  im  Herbst  v.  J.  als  Concertmeister 
an  das  Leipziger  Theater-  und  Gewandhausorchester  be- 
rufen wurde,  sowohl  dem  Publicum,  wie  seinen  FachcoUegen 
eine  fast  unbekannte  Grösse.  Hatte  er  sich  hier  durch  seine 
Thätigkeit  im  Orchester  schnell  in  Respect  bei  den  Musikern 
gesetzt  und  durch  sein  liebenswürdiges  und  collegialisches 
Auftreten  deren  persönliche  Sympathien  gewonnen,  so 
vergrösserte  er  den  Kreis  seiner  hiesigen  Verehrer  ins 
Weite  durch  die  Meisterschaftsbeweise,  die  er  während 
der  Saison  als  Solist  und  Quartettspieler  gab.  Im  Grewand- 
haus  wurde  ihm  ausserdem  auch  noch  Gelegenheit  ge- 
boten, eine  weitere  Seite  seines  Talents  zu  documentiren, 
indem  ihm  Hr.  Gapellmeister  Prof.  Dr.  Reinecke  die  Di- 
rection  eines  Theiles  der  Orchesterbegleitungen  übertrug, 
in  welcher  er  gleich  bei  seinem  Debüt  —  dem  Brahms'- 
schen  Violinconcert,  einer  sicher  verantwortungsvollen  Auf- 
gabe! —  mit  vollen  Ehren  die  Sporen  verdiente,  unser 
Künstler  wird  aber  —  dafür  bürgen  seine  Begeisterung 
für  seinen  Beruf  und  sein  bisher  bewiesenes  echt  künst- 
lerisches Streben!  —  mit  diesen  Erfolgen  sich  nicht  be- 
gnügen, sondern  fortgesetzt  auf  die  Erreichung  idealster 
Ziele  hinarbeiten,  und  der  Lohn  wird  sicher  nicht  aus- 
bleiben, umsoweniger,  ab  Carl  Prill  noch  im  Anfang  des 
ersten  Mannesalters  steht  und  das  ganze  Leben  noch  vor 
sich  liegen  hat.  —  Derselbe  wurde  am  22.  Oct.  1864  in 
Berlin,  als  Sohn  des  k.  Capellmeisters  Carl  PriU,  geboren 
und  begann  bereits  im  6.  Lebensjahre,  Musik  zu  treiben. 
Den  Violinunterricht  erhielt  er  vom  Vater,  in  die  Elemente 
des  Clavierspiels  führte  ihn  Musikdirector  Handwerg  ein. 
Mit  9  Jahren  war  er  so  weit  vorwärts  geschritten,  dass 
sein  Vater  mit  ihm  und  den  übrigen  Kindern,  die  eben- 
falls sehr  musikalisch  sind  (Paul  hat  sich  mittlerweile  zum 
tüchtigen  Capellmeister ,  Emil  zum  exquisiten  Flötisten 
ausgebildet),  grössere  Concertreisen  durch  Deutschland, 
Russland,  Schweden,  Dänemark,  Holland  etc.  unternehmen 
konnte,  auf  welchen  der  kleine  Carl  bereits  Aufsehen 
als  Solo-  und  Ensemblespieler  erregte.  Nach  Berlin  zurück- 
gekehrt, nahm  derselbe  zunächst  Violinunterricht  beim 
Kammervirtuosen  Hellmich  und  bei  Prof.  Wirth,  später,  als 
Schüler  der  k.  Hochschule  für  Musik,  bei  Prof  Dr.  Joachim. 
Während  des  letzteren  Studiums  war  er  gleichzeitig  Concert- 
meister der  Capellen  von  Prof.  v.  Brenner  und  Jul.  Laube 
und  von  1883—1885  als  Sologeiger  der  Bilse'schen  Ca- 
pelle  engagirt.  In  den  Sommersaisons  von  1885  und  1886 
finden  wir  ihn  als  gefeierten  Solisten  in  den  Concerten 
der  Hlava^'schen  Capelle  in  Pawlowsk  bei  St.  Petersburg. 
Bis  zum  Herbst  1891  war  er  danu  in  Magdeburg  als 
Concertmeister,  Dirigent  und  gesuchter  Lehrer  seines 
Instrumentes  auf  das  Erfolgreichste  thätig.  Erwähnung»- 
werth  aus  dieser  Periode  ist,  dass  er  im  dortigen  Ton- 
künstlerveroin  wiederholt  sämmtliche  Streichquartette  von 
Beethoven  zur  Wiedergabe  gebracht  hat.  Als  Solist  hat 
er  ausser  in  Beriin,  Magdeburg  und  Leipzig  auch  noch 
anderwärts  sich  reiche  Erfolge  erspielt. 

(Schluss   folgt.) 


27* 


340 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 

Frankfupt  a.  M.,  im  Juni. 

Es  wäre  sicherlicli  nicht  ohne  Interesse,  authentisch  fest- 
zustellen, welche  Momente  den  Schöpfer  der  ,,Oavalleria 
rusticana"  veranlasst  hahen,  der  Novelle  „Freund  Fritz" 
von  Erckmann-Chatrian  mehr  als  eine  nur  reoeptive  Auf- 
merksamkeit zu  widmen.  Das  allerdings  wahrheitsgetreue, 
überaus  harmlose  Bild  süddeutschen  Kleinstadt-Lebens  fesselt 
doch  nur  durch  den  nicht  gerade  complicirten  psychologischen 
Process,  welcher  Kobus  nach  fünfzehnjährigem  Junggesellen- 
thum  in  die  Arme  der  Ehe  treibt  und  durch  den  von  Yom- 
herein  abgeschlossenen  Charakter  des  alten  Heirathsvermittlers, 
des  Babbiners  David  Sichel.  Die  anderen  Personen  der  Novelle, 
vielleicht  noch  mit  Ausnahme  des  Zigeuners  und  der  kleinen 
Suzel,  vor  Allem  aber  der  Steuereinnehmer  Haass,  der  ehe- 
malige Landwehrsergeant  Friedrich  Schulz  und  die  anderen 
Nebenfiguren  stecken  mit  ihren  Pfeifen,  Schoppen  und  stunden- 
langen Gesprächen  über  wichtige  Materien,  wie  die  Ankunft 
der  Störche  etc.,  bis  an  die  Ohren  in  urdeutschem  Philister- 
thum  und  können  bei  einem  heissblütigen  Italiener  wohl 
kaum  einem  Verständnisse  beeegnet  sein.  Die  Bezeichnung 
der  Oper  als  Commedia  lirica  h^rechtigt  zur  Annahme,  dass 
es  vorzue;dweise  die  lyrischen  Momente  gewesen  sind,  welche 
Mascagni  fesselten,  eine  Bestätifi^g  der  Thatsache,  dass  das 
Gegensätzliche  die  meiste  Anziehungskraft  besitzt.  Denn  das 
TsJfent  des  Gomponisten  gravitirt  keinesw^  nach  der  Lyrik, 
er  ist  unseres  Dafürhaltens  nicht  einmal  Melodiker  im  Sinne 
eines  Mozart,  Weber,  Rossini  und  Verdi,  er  ist  vor  Allem 
Dramatiker,  welcher  kühn  alles  Nebensächliche,  nicht  der 
Katastrophe  Dienende  über  Bord  geworfen  und  uns  gewisser- 
maassen  ein  berauschendes  Destillat  der  Leidenschafben  und 
GhefÜhlserre^ungen  vorsetzt.  In  wie  weit  Mascagni  den 
lyrischen  Efementen  Rechnung  getragen  hat,  soll  weiter  unten 
beleuchtet  werden,  hier  dürfen  wir  aber  bereits  hervorheben, 
dass  „L'amioo  Frits**  Nicht»  weniger  als  ein  „LustqMel*' -  ist. 
Die  Oper  bietet  keine  Verwickelung,  keine  Intriguen,  keine 
Situationskomik  und  auch  keine  komisch  wirkenden  Personen. 
Die  in  der  Novelle  mit  vielem  G^chick  fi;eschilderten  spiess- 
bürgerlichen  Freunde  des  Titelhelden  sina  bei  Mascagni  farb- 
lose Schablonen,  und  der  Rabbi  David  darf,  wenn  wir  die 
Intentionen  der  Schriftsteller  verstehen,  durchaus  nicht  als 
sogen,  komische  Person  agiren.  Der  Gomponist  hat  wahrlich 
nicht  das  Mindeste  c^than,  um  diese  freilich  schon  in  dem 
Stoffe  begründeten  Mäneel  des  Librettos  zu  beseitigen.  Fast 
scheint  es,  als  wenn  die  abgehetzte,  von  Nervosität  und 
Pessimismus  erfüllte  Gegenwart  überhaupt  nicht  mehr  den 
graziös-sorglosen  Ton  zu  treffen  weiss,  auf  welchen  derartige 
„Lustspiele^  fi;estimmt  seih  müssen,  dtenn  selbst  „DerWider- 
spänstigen  Zähmung**  von  Goetz  —  an  sich  vielleicht  die  beste 
Oper  nach  Wagner,  jedenfEills  ein  überaus  feinsinniges,  an- 
muthiges  Werk  —  besitzt  nicht  jenen  naiven  Zauber,  mit 
welchem  Mozart  und  Rossini,  ja  selbst  noch  Nicolai  und 
Lortzing  die  Zuhörer  bannen.  In  ^Freund  Fritz**  wirkt  Alles 
zu  schwerfällig  und  prätentiös,  schon  die  grosse  Anzahl  der 
Molltonarten  Tässt  ungetrübte  Heiterkeit  nicht  aufkonunen, 
Dissonanzen  und  Chromatik  drine;en  fast  ununterbrochen  un- 
barmherzig auf  uns  ein,  und  der  bei  Mascagni  zu  einer  Manier 
fewordene,  bei  massigem  Gebrauch  und  an  zutreffender  Stelle 
ie  Lebendigkeit  erhöhende  Tempowechsel  erzeuf't  hier  eine 
musikalische  Unruhe,  welche  dem  Lustspiel-Genre  fem  bleiben 
sollte.  Und  ist  denn  überhaupt  ein  „lyrisches  Lustspiel**  nicht 
eine  contradictio  in  adjecto?  eine  Zusammenkoppelune^  zweier 
sich  ausschliessenden  Begriffe?  Ein  Lustspiel,  welches  lebendig 
fortschreitende  Handlung  verlangt,  trägt  von  Vornherein  den 
Todeskeim  in  sich,  wenn  lyrische  Empfindunfi;en  derart  in 
den  Vordergrund  gestellt  werden,  dass  es  speciell  als  „lyrisch** 
qualificirt  werden  muss.  Die  Lyrik  lie^t  im  Wesen  der  Ton- 
kunst und  wird  sich  mehr  oder  weniger  m  allen  C^m  geltend 
machen;  selbst  die  erhabensten  dramatischen  Schöpnmgen, 
wie  „Don  Juan**,  „Fidelio**,  „Walküre**,  „Tristan  und  Isolde**, 
enthalten  rein  lyrische  Momente,  indessen  dürfte  es  Niemandem 
einfallen,  diese  Werke  speciell  als  „lyrische**  Dramen  zu  be- 
. zeichnen.  An  und  für  sich  hätten  vielleicht  auch  der  psycho- 
logische Umwandelungsprocess,  welchen  Fritz  durcmnacht, 
und  die  sich  knospenhafb  entwickelnde,  unbewusste  zarte  Liebe 


der  Suzel  ein  Hervortreten  lyrischer  Stimmungen  begünstigt; 
was  uns  aber  der  feurige  Italiener  bietet,  ist  weit  entfernt, 
den  Ton  zu  treffen,  welcher  deutsches  G^müth  und  deutsche 
Innigkeit  in  sich  schliesst.  Mit  wenigen  Ausnahmen  fehlen 
der  süsse  Duft  der  Poesie,  die  besänftigende  Ruhe  idyllischen 
Stüllebens,  die  Naivetät  des  Empfindens,  wie  sie  einst  noch 
Weigl  in  der  „Schweizerfamilie**  für  derartige  Sujets  zum 
spontanen  Ausoruck  brachte.  Ueberall  treten  uns  ernste 
Kefiezion  und  eine  Steigerunfi^  der  Leidenschafben  entgegen, 
welche  mit  dem  kleinstödtiscnen  und  ländlichen  Leben  im 
Widerspruch  stehen.  Nicht  eine  milden  Duft  entströmende 
Frühlingsblüthe  ist  die  Oper,  sondern  eine  künstlich  in  Bronce 
modellirte  Blume,  welche  we^en  ihrer  Arbeit  besondere  Auf- 
merksamkeit erregt,  im  Uebngen  aber  kalt  lässt. 

(Schluss  folgt.) 


Hannover,  im  Mai. 
(Fortsetzung.) 

Um  so  freudiger  wurde  das  Erscheinen  der  Schaum  burg- 
Lippischen  Hofcapelle  be^üsst,  welche  unter  Leitung  des 
Hofcapellmeisters  Hm.  Sahla  in  drei  Goncerten  neuere  Werke, 
und  zwar  die  Dante-Symphonie  von  Liszt,  Eine  FauBt-Ouver- 
ture  und  Kaiser-Marsch  von  R.  Wagner,  Ouvertüre  .Antonius 
und  Cleopatra**  von  Rubinstein  und  „RÄverie*^  vonR.  Metedorff 
zur  Ausführung  brachte.  Von  älteren  Werken  standen  im 
Programm:  die  Symphonien  No.  3  und  8  von  Beethoven, 
die  Ouvertüren  No.  8  zu  „Leonore**  von  demselben  Gompo- 
nisten und  zum  „Freischütz**  von  Weber.  Hr.  Sahla  ist  ein 
tüchtiger  Dirigent,  der  die  Partitiir  im  Kopfe  hat,  welcher 
Umstand  ihm  gestattet,  ohne  Noten  zu  dirigiren.  Seine  Mu- 
siker leisten  seinen  Winken  und  Intentionen  willig  Folge  und 
spieen  recht  jgut,  weshalb  auch  die  Darbietungen,  die  bis 
aufs  Kleinste  durchdacht  und  probirt  sind,  wirksam  zum  Aus- 
druck gelangen,  trotzdem  die  Gapelle  nur  etwa  45  Mann 
zählte.  Den  Vocalsatz  in  der  Dante -Symphonie  sang  ein 
combinirter  Damenchor  unter  Hm.  Metzdorn's  Leitung.  Im 
ersten  Goncert  war  Hr.  Evers  mitwirkend,  welcher  die  Unca- 
risolia  Phantasie  för  PiaoDforte  (mit  Orchester)  von  Liszt  Mar 
imd  temperamentvoll  ausführte.  .  Hrn.  Evers  ist  nur  etwas 
mehr  Kraft  für  dieses  Werk  zu  wünschen.  Das  zweite  Gon- 
cert erhielt  besonderen  Reiz  durch  die  Mitwirkung  der  Frau 
Schmidt-Koehne.  welche  schönen  Erfolg  mit  einer  Arie  von 
Mozart  und  nocn  mehr  mit  ihren  Liedergaben  errang.  Die 
„Rdverie**  von  Metzdorff  wurde  hier  zum  ersten  Male  angeführt 
und  fand  fi^te  Reproduction.  Sie  ist  ein  wirksames  C^ncert- 
stück,  brillant  instrumentirt  und  steigerungsvoll;  sie  macht 
den  Eindruck  eines  Vorspiels  zu  einem  Drama,  weshalb  der 
Name  „R^verie**  zu  einfBi^h  dafür  erscheint.  Der  anwesende 
Gomponist  wurde  vom  Publicum  besonders  geehrt.  In  dem- 
selben Goncert  sang  der  Tenorist  Hr.  Zameckow  eine  Arie  von 
Mozart  und  wusste  ausserdem  die  Zuhörer  weniger  durch 
voluminöse  Stimme,  als  vielmehr  durch  seinen  sinnigen  Vor- 
trag einiger  Lieder  von  Brahms  und  Jensen  zu  entzücken. 
Die  besprochenen  Goncerte  des  Hm.  Sahla  waren  sehr  stark, 
und  zwar  von  den  besten  Kreisen  des  hiesigen  Publicums 
besucht  und  fanden  reichen  Beifedl.  Hoffentuch  kehrt  Hr. 
Sahla  mit  seiner  wackeren  GapeUe  auch  in  der  nächsten  Saison 
zu  neuen  künstlerischen  Thaten  wieder. 

Ein  Goncert  des  k.  Domchores  femd  unter  Leitung  des 
k.  MuHikdirectors  Hm.  August  Bunte  statt,  in  welchem  u.  A. 
Ghöre  von  J.  M.  Bach  und  Palestrina,  sowie  „Qui  tollis**  aus 
der  Gdur-Messe  für  Bariton  mit  obligatem  Violoncell,  Ghor 
und  Orgel  von  Haydn  zu  Gehör  gelangten.  Dem  Beispiele 
des  Domchores  folgend,  fand  auch  in  der  Apostelkirche  (durch 
den  Marktkirchenchor,  Dirigent  Hr.  Stöcker)  und  St  Aegidien- 
kirche  (Dirigent  Hr.  G.  Meyer)  je  ein  Goncert  statt.  In  der 
Dreifaltigkeitskirche  wurden  Vorträge  geistlicher  Musik  im 
Ghorgeeang  (Dirigent  Hr.  Dreyer),  S^ogesang  und  Orgel 
(Organist  Kohlmann)  geboten. 

Hr.  Organist  L.W  uth  mann,  über  dessen  erstes  Goncert 
ich  bereits  früher  lobend  berichtete,  gab  für  einen  müden 
Zweck  ein  zweites  Goncert,  in  welchem  er  von  seinem  treff-. 
liehen  Orgelfij)iel  aufs  Neue  Zeugniss  ablegte.  Die  dabei  mit- 
wirkenden Solisten  (Hr.  Kiunmermusiker  Lorleberg  aus- 
genommen) konnten  nicht  befriedigen.  Die  Goncertsängerin 
sang  stets  zu  tief,  und  des  Bassisten  robuste  Ton^bung  be- 
rührte imangenehm.  Es  ist  sehr  lobenswerth,  dass  die  Kirchen- 
musik in  neuerer  Zeit  hier  mehr  gepflegt  wird,  nur  darf  sich 


HJalmar  von  Dam  eck. 


IDels  F3?ill-<^-Lia.rieti- 

Georg  Wille. 

Capl  Pplll. 

(Nach  Photographien  von  Qeorg  Brokeach  in  Leipzig.) 


Bernhard  Unkenstein. 


342 


diese  Pflege  nicht  auf  kleinere  Vorträge  allein  beschränken. 
Ausserdem  sollten  fiir  die  Soli  nicht  vorherrschend  Dilettanten, 
sondern  gute  Künstler  genommen  werden,  andemfieklls  dürfte 
der  Geschmack  für  Kirchenmusik  hier  bald  verloren  gehen. 
In  der  Marktkirche  veranstaltete  am  2.  Ostertafi;  der  tüchtige 
Orgelvirtuos  Hr.  Pfannstiehl-Leipzig  mit  dem  Röthig^- 
schen  Soloquartett  ein  Concert,  welches  leider  nicht  so  be- 
sucht war,  wie  es  die  Leistungen  der  Ausführenden  verdienten, 
woran  wonl  besonders  der  für  hiesige  Verhältnisse  nicht  gut 
passende  Concerttag  die  Schuld  trug.  —  Das  geistliche  Concert 
in  der  Marktkirche,  von  Frl.  Thoma  Bors,  unserer  früheren 
ersten  dramatischen  Sängerin,  gegeben,  erfreute  sich  dagegen 
starken  Besuches  und  hatte  künstlerischen  Erfolg,  da  die 
Sängerin  eine  gute  Programmwahl  getroffen  hatte  und  ihre 
Gesänge  ausgezeichnet  disponirt  vortrug.  In  diesem  Ooncerte 
waren  ausser  einem  Damenchor  noch  Hr.  Organist  Klose  und 
Hr.  Steinmann  (k.  Kammermusiker)  als  Violoncellist  mit- 
wirkend. 

(Fortsetzung  folgt.) 


(Fortsetzung.) 


Wien. 


Wir  kommen  nun  endlich  dazu,  über  die  musikalischen 
Bühnen-Ereignisse  der  verflossenen  Saison  zu  berichten.    Die 
Wiener  Hofoper  führte  in  der  Zeit  von  Anfang  October  bis 
Ende  Mai  fünf  Novitäten  vor,  wenn  man  die  zimx  ersten  Mal 
gegebenen,  von  uns  bereits  besprochenen  Jugendopem  Mozart^s 
„Bastien  und  Bastienne"    und    „Die  Gärtnerin"   („La  finta 
guurdiniera")  hinzurechnet,  erhöht  sich  deren  Zahl  auf  sieben. 
Die  erste,  am  4.  October  1891  —  wegen  des  Namensfestes  des 
Kaisers,  unserem  ofQciellen  Novitätentage  —  gefi;ebene  Neu- 
heit, „Die  Liebenden  von  Teruel",  Text  una  Musik  von 
dem   Spanier   Thomas   Breton,    deutsche   Bearbeitung  von 
Friedrich  Adler,  brachte  es  nur  zu  wenigen  Wiederholungen, 
was  sich  aus  dem  geringen  Gehalte  des  Werkes  hinlän^ich 
erklärt.    Im  Grunde  hat  man  es  hier  mit  einer  verwässerten 
Meyerbeer'schen  Spectakeloper  zu  thun,  die  nur  stellenweise 
aucn  edleren  Wagnerischen  Einflüssen  Baum  gewährt,  dabei 
aber  eine  ausgeprägt  tonsetzerische  Physiognoniie ,  mit  Aus- 
nahme wenieer  Steilen  sogar  die  erwartete  nationale  Charak- 
teristik gänsslich  vermissen  lässt.    Letzterer  Mangel  fällt  um 
so  mehr  auf,  als  es  sich  in  der  Oper  um  die  Vertonung  eines 
in  Spanien,  namentlich  durch  die  dramatische  Bearbeitung 
von  J.  Hartzenbusch,   äusserst   populär   gewordenen   Stoffes 
handelt,  und  die  „Liebenden  von  Teruel"  in  ihrem  Heimath- 
lande beinahe  ein  ähnlicher  poetischer  Nimbus  umgibt,  wie 
überall  in  der  Welt  die  Liebenden  von  Verona  —  „Bomeo 
und  Julie^.    Als  Librettist  zeigt  sich  Th.  Breton  nicht  eben 
ungeschickt,  die  Anordnung  der  einzelnen  Scenen  hat  etwas 
Spannendes,  freilich  fehlt  gerade  den  Höhepuncten  der  Hand- 
lung jede  feinere  Motivirung,  und  könnten  die  beiden  letzten 
Acte  sehr  wohl  in  einen  einzigen  zusammengezogen  werden. 
Durch  die  Musik  zieht  sich  wie  ein  rother  Faden  eine  an- 
geblich  spanische  Volksweise,    die   aber   gar  nicht  national 
—  wie   z.  B.   die   meisten  Motive  in   Bizet's  „Carmen"  — , 
sondern  eher  wie  ein  Tiroler  Ländler  oder  ein  Walzer  vom 
alten  Lanner  klingt,  was  sich  dann  bei  der  hochdramatisch 
gemeinten  Behandlung  dieses  immer  wiederkehrenden  Leit- 
motivs mitunter  geradezu  komisch  macht.    Als  Gimzes  wirkt 
in  der  Oper  am  meisten  das  grosse  Liebesduett  des  dritten 
Actes,  das  freilich,  wie  es  schon  in  der  Situation  Jenem  aus 
den   „Hugenotten"   auffedlend  verwandt  erscheint,   sich  von 
diesen  auch  manchen  musikalischen  Accent  erborgt.    Wenn 
wir   das   rasche  Verschwinden  der  Oper  vom  Bepertoire  be- 
dauern, so  geschieht  es  höchstens  wegen  der  angezeichneten 
Leistungen  der  beiden  Hauptdarsteller  (FrL  Schläger  und 
Hr.  Winkelmann),  welche  für  ihre  Person  einen  fast  sen- 
sationellen Erfolg   errangen,   der  aber  nicht  hinreicht,    das 
Publicum  auf  die  Dauer  für  das  Werk  zu  interessiren. 

Einen  seltsam  fi^mischten  Eindruck  empfing  man  von  der 
nächsten,  am  Neujanrstage  1892  gegebenen  Novität  „Bitter 
Pasman",  Oper  in  drei  Acten  von  L.  Doczi,  Musik  von 
Johann  Strauss.  Der  Walzerkönig,  in  seinen  alten  Tagen  den 
Spuren  Richard  Wagner's  nachgehend,  der  flotte  Rh3rthmiker 
der  „Fledermaus"  TOmüht  sich,  das  wunderbare  orchestrale 
Gewebe  der  „ Meistersinger **  nachzubilden!  Nun,  wenn  man 
auf  einem  anderen,  der  grossen  Masse  weit  offenliegenden 
Gebiete  in  glänzendstem  Maasse  die  allgemeine  Volksgunst 
errungen,  plötzlich  auf  Letztere  verzichtet  und,  an  das  ürtheil 


fortschrittlich  gesinnter  Kenner  appeUirend,  sich  im  Spätherbst 
seines  Lebens  ohne  äusseren  Zwang  von  freien  Stücken 
ein  so  viel  höheres  künstlerisches  Ziel  steckt,  so  ehrt  dies 
gpewiss  denjenigen,  der  es  unternimmt.  Eine  andere  Frage 
ist,  ob  dann  auch  die  Kräfte  des  betreffenden  Tonsetzers  rar 
ein  so  hochachtenswerthes  Beginnen  ausreichen.  Und  da 
müssen  wir  denn  nun  leider  constatiren,  dass  Johann  Strauss 
in  diesem  Puncte  seine  Mittel  ein  wenig  Überschätzt  hat. 
Man  erkennt  dies  deutlich  an  dem  mangelnden  Fluss,  dem 
mühsamen,  stückweisen  Aneinandersetzen ,  nicht  energischen 
Fortschreiten  der  „Rittes  Pasman" -Musik.  Und  besonders  seine 
künstlerische  Nachfolge  Wagner 's  ist  gleichsam  in  der  Ab- 
sicht stecken  geblieben.  Gerade  die  Hauptsache  fehlt:  die 
herrlich  polyphone  und  echt  symphonische  Führung  des  Or- 
chesters auf  Grundlage  scharf  ausgeprägter  Leitmotive. 
Strauss*  Orchester  im  „Ritter  Pasmarr,  so  häufig  ihm  den 
Singstimmen  gegenüber  die  führende  Rolle  zufallt,  wechselt 
zu  oft  mit  den  Motiven,  mit  der  Taktbildung,  es  ist  musika- 
lische Mosaik  zu  nennen,  freilich  für  dieses  Stückwerk 
manches  bunte  Steinchen  nicht  gewöhnlicher  Gattung,  ja 
selbst  feiner  geschliffene,  edle  Kry stalle  verwerthend.  Der 
Sinn  vorstehenden  Bildes  wird  dem  Leser  wohl  klar  sein.  Das 
eigentliche  Unglück  der  Oper,  welche  L.  Doczi's  Lieblings- 
stoff „vom  Küssen^  in  gar  zu  interesseloser  und  zum  Theil 
sogar  unbeholfener  Weise  verarbeitet,  obgleich  es  an  poetischen 
und  humoristischen  Zügen  der  Diction  nicht  fehlt,  ist  das  Sujet. 
Daneben  laufen  aber  auch  die  är^ten  Trivialitäten  mit  ein- 
her. Ein  junger  ungarischer  König  küsst  incognito  die  junge 
Gattin  eines  rauhen  Recken,  Ritter  Pasman  —  der  der  Vater 
seiner  Frau  sein  könnte  — ,  und  als  nun  der  sich  an  seiner 
Ehre  schwer  verletzt  glaubende  Magnat  Sühne  vor  dem 
Herrscherthrone  des  ilun  selbst  noch  unbekannten  Landes- 
fursten  begehrt,  wird  ihm  diese  dadurch  zu  Theil,  dass  er 
nach  einigen  Hin-  und  Herreden  die  junge  Königin  selber 
küssen  darf.  Für  einen  ganzen  Opemabend  wohl  eine  recht 
dürftige  Handlung,  die  überdies  m  der  Fassung  Doczi^s  an 
dem  Capitalfehler  leidet,  gerade  da,  wo  man  es  am  wenigsten 
erwartet,  nämlich  am  Scnluss  des  zweiten  Actes  —  wo  der 
König  nach  glücklich  geraubtem  Kuss  mit  seinen  Jagdgenossen 
das  Weite  sucht  — ,  ins  Weinerlich-Sentimentale  zu  verfallen. 
Text,  UAd  ^Jfwk  muthen  den  Hörern  allen  Ernste»,  zu,  mit., 
dem  betrogenen  alten  Ritter,  der  dabei  kalilköpfig  seinem 
Schmerze  Ausdruck  gibt,  tragisches  Mitleid  zu  empfinden. 
Welche  Abgeschmacktheit! 

Strauss"  Musik  offenbart,  wie  schon  angedeutet,  manchen 
hübschen,  melodischen  und  harmonischen  Zug,  wenn  auch 
der  Born  der  Erfindung  nicht  mehr  recht  aus  dem  VoUen 
quült;  ein  sehr  feines  Stück,  mit  den  fast  unaufhörlichen 
schmachtenden  Ritardandos  freilich  wohl  gar  zu  ausgedüftelt, 
ist  die  Walzer -Ariette.  der  Eva  (d.  h.  der  wider  Willen  ge- 
küssten  Rittersfrau)  zu  nennen.  Einen  getreu  Wagner^s 
„Meistersingern''  nachgebildeten,  kräftigen  Orgelpunct  bringt 
das  festliche  Vorspiel  des  letzten  Actes.  Erst  nach  diesem, 
so  ganz  und  gar  nicht  Straussisch  klingenden  Orchesterstück 
kommt  der  vom  Publicum  ersehnte  Tanzcomponist  zum  Vor- 
schein, und  zwar  in  einer  frischen,  temperamentvollen  Ballet- 
musik,  aus  welcher  besonders  die  böhmisch-nationale  Polka 
(zum  Empfang  der  aus  Böhmen  stammenden  jungen  Königin 
gespielt)  und  der  melodiöse  zweite  Theil  des  Walzers  wirken. 
Wenn  aber  hier  und  da  behauptet  wurde,  diese  Balletmusik 
stehe  an  elektrisirendem  Schwung  einzig  dar,  so  ist  dies  arge 
Uebertreibung.    Sie  ist  vor  Allem  nicht  schlagend  neu,  man 

flaubt,  Aehnliches  schon  oft  gehört  zu  haben.  Freilich  konnte 
ergleichen  nur  Strauss  schreiben,  aber  es  hat  ihm  diesmal 
doch  mehr  die  in  vieljähriger  Praxis  erworbene  meisterliche 
Routine,  als  wirkliche  Lispiration  die  Notenfeder  gefuhrt. 

„Ritter  Pasman*'  —  in  den  Hauptrollen  von  den  HH. 
SchrÖdter,  Reichenberg  und  Fn.  Renard  ganz  be- 
friedigend gegeben  —  erlebte  bisher  in  Wien  neun  Auf- 
führungen, und  zwar  in  ziemlich  rascher  Folge,  bis  die  neuen 
Opern  von  Massenet  („Werther")  und  Mascagni  („Freund 
Fritz")  dem  Werke  bedeutend  Concurrenz  machten,  sodass 
es  nun,  wenigstens  vorübergehend,  vom  Repertoire  abgesetzt 
wurde.  Zu  einem  Zug-  und  Cassastück  scheint  uns  Strauss^ 
Oper  absolut  nicht  geeignet,  wohl  aber  dürfte  ihr  der  svm- 
pathische  Name  ihres  musikalischen  Autors  mit  Leichtigkeit 
jede  grössere  deutsche  Bühne  eröffnen  und  wenigstens  bei 
den  ersten  Aufftdinm^n  eine  freundliche  Aufnahme  sichern, 
-wie  sie  ja  ganz  kürzhch  erst  eine  solche  in  Berlin  gefunden 
haben  soll. 

(Schluss  folgt.) 


343 


Berichte. 

Leipzig.  Am  Abend  des  28.  gab  der  Amsterdamer 
a  capella-Chor  in  der  hiesigen  Tnomaskirche  ein  Goncert, 
das  leider  nur  schwach  besucnt  war.  Am  Vorabend  des  Jo- 
hannistags weilt  halb  Leipzig  auf  den  Friedhöfen  und  schmückt 
die  Gräber;  auch  war  es  den  musikalischen  Kreisen  der  Stadt 
nicht  bekannt  oder  nicht  klar  genu^  geworden,  welche  Be- 
deutung dieses  Concert  hatte.  Diejenigen,  welche  ihm  bei- 
wohnten, haben  einen  wicklichen  tiefen  Eindruck  davon  ge- 
tragen und  stimmen  darin  überein,  dass  dieser  Aufführung 
gegenüber  die  sonst  etwas  abgenutzte  Bezeichnimg  eines 
„musikalischen  Ereignisses**  am  Platze  war. 

Das  Programm  enthielt  Chöre  und  mehrstimmige  S&tze 
von  Dufay.  Ockeghem,  Obrecht,  Clemens  non  Papa,  Chr.  Hol- 
lander, Ort.  Lassus  und  Sweelinck j  es  zeigte  also  die  Tonkunst 
der  Niederländer  im  15.  und  16.  Jahrhundert.*)  Diese  Periode 
ist  unserer  Zeit  nicht  blos  sehr  fremd ;  sie  begegnet  auch  von 
Vornherein  einer  geringschätzigen  Meinung.  Seit  ForkeLwird 
sie  in  den  Handbüchern  der  Musikgeschiente  als  Vorstufe  der 
wahren  Kunst,  als  abschreckendes  Beispiel  einer  in  blossen 
Künsteleien  stecken  gebliebenen  Richtung  behandelt.  Auch  die 
begeisterten  Darstellungen,  in  denen  Kiesewetter  und  seinNefiTe 
Ambros  für  die  niederländische  Musik  eingetreten  sind^  haben 
diese  Vorurtheile  nicht  zu  brechen  vermocht.  Carl  Biedel  ist 
wobl  der  Einzige  gewesen ,  der  sich  bis  zu  Josquin  de  Pros 
vorgewagt  hat.  Die  älteren  Meister  blieben  ruhig  in  den 
Archiven,  und  die  spärlichen  Neudrucke  und  Partiturausgaben 
ihi^r  Werke  bildeten  nur  ein  anderes  Grewand  zum  weiteren 
Schlafen  und  Schlummern.  Da  hat  nun  der  Amsterdamer 
a  capella-Chor  eine  wahre  Zauberthat  gethan,  die  Niederlän- 
der des  16.  Jahrhunderts  in  ihrem  wahren  Licht  gezeigt  und 
damit  den  Schleier  von  einer  Kunstwelt  weggezogen,  deren 
Schönheit  unvergleichlich  ist.  So  merkwürdig  es  klingt,  aber 
alle  Hörer  dieses  Concerts  werden  die  Thatsache  bestätigen, 
dass  gerade  die  ältesten  Compositionen  des  Programms: 
Duüay's  „Kyrie"  (aus  der  Messe  „L'homme  armö"),  Ockeghem's 
„Chnste"  und  Obrecht^s  „Agnus  Dei"  (bei  ihm  fehlt  noch  wie  in 
allen  älteren  Vocalmessen  das  „Dona  nobis  pacem")  die  tiefste 
Wirkung  übten,  eine  Wirkung,  ee^n  die  von  den  späteren  Ton- 
seteem,  die  das  Programm  berücksichtigt,  eigentlich  nur  Swee- 
linck Stand  hielt.  Dawar  keine  Spur  von  Archaismus  und  Üeber- 
gangskunst.  Nichts  von  den  leeren  Harmonien  und  anderen 
Elementen  einer  noch  unentwickelten  Technik  zu  bemerken, 
die  auch  von  den  Kennern  jener  Periode  gefürchtet  werden. 
Die  Macht,  Freiheit  und  Schönheit  dieser  Melodik  fesselt«  Ohr 
und  Herz  mit  unwiderstehlicher  Gewalt,  und  der  Fülle  des 
Lebens,  die  aus  der  Phantasie  und  dem  Klang  dieser  Com- 
positionen ausströmte,  stand  man  geblendet,  entzückt  und  er- 
frifPen  gegenüber.  Diese  Gesänge  und  diese  Meister  bedeuten 
ie  höchste  Blüthezeit  der  mehrstimmigen  Vocal- 
composition.  Was  natürliche  und  wirksame  Ausnutzung 
der  Menschenstimme  anbetrifft,  so  ist  diese  Zeit  niemals  Über- 
troffen, kaum  von  Einzelnen  wieder  erreicht  worden.  Die 
Kunst  der  Palestrina  und  Bach  gelangte  auf  einem  völlig 
anderen  Boden  zur  Vollendung;  nach  Anschauungen  und 
Mitteln  waren  die  Niederländer  als  Gesangscomponisten  in 
einer  freien  und  günstigeren  Lage.  Wenn  der  Chor  auf  Ob- 
recht's  „Agnus  Dei"  oder  Ockeghem's  „Christe**  ein  Durch- 
schnittsstück ans  der  &;eistlichen  a  capella-Musik  imseres  Jahr- 
hunderts hätte  folgen  lassen,  —  wie  würde  diese  vertrocknete 
Declamationsarbeit  dagestanden  haben!  Wenn  schon  Orlandus 
Lassus  mit  der  Motette  „Manus  tuae  Domine"  und  Clemens 
non  Papa  mit  dem  „0  crux  benedicta"  gegen  die  Meister  des 
16.  Jahrhunderts  beträchtlich  abstanden,  so  lag  das  vieUeicht 
in  der  Absicht  des  Programms.  Denn  will  man  den  Orlandus 
in  seiner  vollen  Grösse  zeigen,  so  bieten  sich  von  selbst  die 
Busspsalmen  und  die  Magnificats,  während  Clemens  non  Papa 
in  seinen,  allerdings  nur  in  Sammelbüchem  des  16.  Jahrhim- 
derts  zerstreuten  und  wie  es  scheint  den  Forschem  und  Her- 
ausgebern unbekannt  gebliebenen  Messen  am  bedeutendsten  ist. 
Von  den  niederländischen  Meistern  des  16.  Jahrhunderts  war 
es  nur  J.  P.  Sweelinck,  dem  das  Programm  des  Concerts  ganz 
gerecht  wurde.  Er  befindet  sich  mit  Dufay  und  seinen  Zeitge- 
nossen in  der  gleichen  Lage,  dass  er  der  Pionierarbeit  bedarf. 

*)  Die  dem  Programm  beigedruckten  Erläuterungen  stellen 
Dufay  ins  14.  Jahrnnndert,  der  älteren  Annahme  entspre- 
chend. Haberl  hat  jedoch  (Bausteine  für  MusikgeBchichte  I, 
1886)  festgestellt,  dass  dieser  Meister  am  27.  November  1474 
gestorben  ist. 


Man  hat  ihn,  bei  uns  wenigstens,  bisher  nur  als  Orgelcompo- 
nist  gekannt  und  ^^eschätzt.  Keiner  unserer  deutscpen  Neu- 
drucke berücksichtigt  seine  Chorwerke.  Diesem  Mangel,  und 
zwar  gleich  im  grossen  Stile  abgeholfen  zu  haben  ist  das  Ver- 
dienst der  „Vereeniging  voor  Noord-Nederlands  Muziekgeschie- 
denis" .  Aus  ihren  stattlichen  Ausgaben  brachte  das  Programm 
nicht  weniger  als  vier  Psalmen  und  die  fünfstimmige  Weih- 
nachtsmotette „Hodie  Christus  natus  est"  zum  Vortrat.  Sie 
entfalten  eine  hervorragende  Meisterschaft  im  Sinne  der  so- 
genannten späteren  niederländischen  Schule,  zeigen  die  Hin- 
neigung zu  compacteren,  «jnassigeren  und  derberen  Wir- 
kungen, das  Vordringen  des  accordischen  Elements  und 
instrumentale  Einflüsse.  In  der  Reinheit  der  Kunst  nach 
Gehalt  und  Form  bedeuten  sie  einen  Rückschritt,  heimeln 
aber  ausserordentlich  durch  einen  naiv  volksthümlich  realisti- 
schen Zug  an,  der  sich  von  ihnen  ab  in  der  geistlichen  Com- 
position  bis  in  die  Werke  Handelns  und  Bach's  erhalten  hat. 
Am  drastischsten  veranschaulicht  ihn  die  Weihnachtsmotette 
Sweelinck*s  durch  die  urkräftigen  ausgelassenen  Zwischenrufe 
des  „Noe,  Noe". 

Der  Haupttheil  von  dem  Dank,  zu  welchem  das  Vorgehen 
des  Amsterdamer  a  capella-Chors  verpflichtet,  ist  an  den  Diri- 
genten dieses  Chors  zu  entrichten:  Hm.  Daniel  de  Lange,  der 
als  Symphoniecomponist  über  Hollands  Grenzen  hinaus  bekannt 
ist.  Er  nat  diesen  Chor  geschaffen  und  geschult,  sein  ist  die 
Idee,  die  alten  Meister  seiner  Heimath  zu  Ehren  zu  brinc^en. 
Und  wenn  ihm  dies  hier  gelungen  ist  und  ohne  Zweifel  auch  in 
Wien,  wo  der  Chor  in  der  Ausstellung  singt,  und  überall,  wo 
er  sich  sonst  noch  zeigt,  gelingen  wird,  so  werden  das  niu- 
Diejenigen  vollständig  zu  würdigen  vermögen,  die  mit  den 
Schwierigkeiten  jener  Werke  bekannt  sind.  Hier  kommt  Alles 
auf  den  Dirigenten  an,  zunächst  darauf,  dass  er  aus  den  todten 
Zeichen  etwas  Lebendiges  heraus  zu  lesen  versteht.  Moderne 
Bildung,  moderne  Traditionen  und  Ansichten  lassen  da  vollstän- 
dig im  Stich.  Wer  nicht  selbständig,  frei  und  muth^  genug  ist, 
zu  errathen,  zu  ergänzen  und  nach  dem  Geist«  die  Form  eigen- 
mächtig zu  bestimmen,  der  wird  an  solchen  Aufgaben  scheitern. 
Allerdings  gehört  dazu  in  erster  Linie  auch  ein  reiches  Wissen. 
Eine  moderne  Symphonie,  sei  sie  noch  so  vollgepackt,  zu  diri- 

E'ren,  ist  dagegen  eine  Kleinigkeit.  Wir  können  zum  höchsten 
obe  des  Hm.  de  Lange  nur  feststellen,  dass  die  unbefangenen 
Zuhörer  von  dieser  Sachla^  Nichts  gemerkt  haben,  es  mag 
ihnen  kaum  zum  Bewusstsem  gekommen  sein,  was  diese  Com- 
positionen technisch  Ungewöhnliches  verlangen.  Das  war  na- 
türlich mit  ein  Verdienst  des  Chors.  Nach  den  heutigen  Be- 
griffen war  das  allerdings  ^r  kein  Chor.  Wir  sind  an  Massen 
von  Sängern  gewöhnt,  die  sich  nach  Hunderten  zählen  lassen. 
Der  Amsterdamer  Chor  besteht  nur  aus  18  Stimmen.  Aber  Jede 
dieser  Stimmen  gehört  einem  durchgebildeten  G^esangskünstler, 
es  dind  lauter  Solisten,  die  zum  Theil,  wie  der  Tenorist  Ro  g- 
mans,  in  ihrer  Heimath  hervorragendes  Ansehen  geniessen. 
Messchaert,  der  auch  in  unseren  deutschen  (>)ncertsälen 
heimisch  ist,  steht  an  der  Spitze  der  Bässe.  Augenblicklich 
ist  dieser  Amsterdamer  a  capella-Chor  allerdings  ein  ünicum, 
keine  zweite  Grossstadt  besitzt  ein  solches  Institut,  selbst  St. 
Petersburg  nicht.  So  waren  aber  die  Chöre  des  16.  und  17.  Jahr- 
hunderts, ftlr  welche  die  Palestrina,  Lassus,  GhLbrieli  und  die 
anderen  Meister  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  ihre  a  capella- 
Compositionen  schrieben.  Componisten,  wie  Dufay^  Ockeghem 
u.  A.  waren  Sänger  in  solchen  Chören.  Der  Stil  dieser  Werke 
steht  im  engsten  Zusammenhang  mit  den  Mitteln,  durch  die 
sie  ausgeftlhrt wurden.  Für  Bach^sche  Motetten,  Betthoven*sche 
Messen,  für  die  Mehrzahl  der  neueren  Chorwerke  möchten  wir 
unsere  starken  Dilettanten  vereine  nicht  missen;  sie  sind  ausser- 
dem für  die  musikalische  Volkserziehung  unersetzlich.  Aber 
wollen  wir  die  alte  a  capella-Mnsik  nicht  blos  gelegentlich 
kosten,  sondern  wirklich  wieder  aufleben  und  oen  musika- 
lischen G^ist  unserer  Zeit  befruchten  lassen,  so  müssen  wir 
auch  wieder  solche  Chöre,  wie  der  Amsterdamer  a  capella-Chor 
ist,  an  den  Hauptplätzen  errichten.  Möglich  sollte  das  wohl 
sein.  H.  K. 

Hamburg,  1.  Juni.  TJm  in  unserer  Berichterstattung 
über  die  hiesigen  Concert-  und  Theater-Vorkommnisse  keine 
Lücke  zu  lassen,  haben  wir  noch  einer  Reihe  anerkennens- 
werther  Aufführungen,  die  in  die  Monate  April  und  Mai  fielen, 
zu  gedenken.  An  Bedeutung  imd  Interesse  voran  stand  das 
Symphonieconcert,  das  Hr.  Dr.  v.  Bülow  zur  Feier  des  77. 
Geburtstages  des  Fürsten  Bismarck  veranstaltet  hatte  und  das 
voll  der  erhebendsten,  nnvergesslichen  Momente  war.  Es 
wurden  nur  Werke  von  Beethoven  gespielt,  und  zwar  in  voll- 


344 


st  er  Hingabe  an  den  Inhalt  derselben:  die  Symphonie  in  Cdur, 
Adagio  and  AUegretto  aus  der  Balletmusik  „IKe  Geschöpfe 
des  Prometheus",  die  „Egmont" -Ouvertüre  und  die  „Eroica**. 
Wie  diese  Tonschöpfungen  mit  wahrer,  edler  Begeisterung 
zur  Wiedergabe  gelangten,  wie  sie  bezüglich  ihrer  Ausführung 
in  Jedem  Takte  die  l^rkmale  des  Verständnisses  und  der  Yer- 
tiernng  des  Meisterdirigenten  in  den  Geist  der  Compositionen 
aufwiesen,  so  waren  auch  die  Zuhörer  wie  in  einem  Zauber- 
bann gefangen,  und  als  der  letzte  Ton  der  „Eroica**  erklang, 
da  fühlte  sich  Jeder  bis  ins  Innerste  ergriffen  und  bewegt. 
Das  Publicum  liess  seinem  Enthusiasmus  für  den  Vermittler 
der  hohen  Kunstfrenden  freien  Lauf  und  war  auch  völlig  mit 
ihm  einverstanden  in  Betreff  der  dem  Riesen  von  Friedrichsruh 
dar^brachten  Huldigungen.  —  Von  den  anderweitigen  April- 
Ereignissen  sind  die  Charwochen-Aufführungen  der  Philnar- 
monucer  unter  v.  Bernuth  imd  im  Stadttheater  unter  Gapell- 
meister Mahler  zu  nennen.  Bei  den  Philharmonikern 
handelte  es  sich  um  die  regelmässig  jedes  Jahr  wiederkehrende 
Matthäus-Passion,  deren  Darstellung  im  chorischen  und  instru- 
mentalen Theile,  sowie  in  den  Soli  recht  wohl  gelang.  Gewiss 
ist  die  häufige  Beschäftigung  mit  Bach's  gewaltiger  Ton- 
schöpfung für  Jedermann  eine  erspriessliche,  und  der  Nutzen 
derselben  machte  sich  in  den  Ghor-  und  Orchesterleistungen 
dieses  Mal  ganz  gut  bemerkbar,  aber  diese  ausschliessliche 
Befürwortung  eines  Werkes  sollte  doch  nicht  zur  Tendenz 
gemacht  werden,  zumal  nicht  seitens  der  hiesigen  Philharmo- 
nischen Gesellschaft,  die  in  ihren  Chorconcerten  von  dem  un- 
bekannteren so  gut  wie  keine  Notiz  nimmt.  Wohin  soll  dieses 
Prunken  mit  einem  oder  einigen  Werken  und  das  Negiren  aller 
übrigen  Hervorbringnngen  f ünren ! — Grosses  Interesse  forderte 
das  geistliche  Concert  im  Stadttheater,  das  ausser 
Mozart's  Bequiem  das  „Te  Deum"  von  Anton  Brückner  auf 
dem  Programm  hatte.  Die  Wahl  des  letzteren  Stückes  für 
den  Chameitag  war  freilich  eine  wenig  passende  und  der 
Stimmung  des  Moments  angemessene,  aber  man  hörte  doch 
einmal  etwas  Neues,  und  dieser  umstand  machte  die  anderen 
Bedenken  vergessen.  Das  „Te  Deum''  hat  durch  die  Kraft 
und  Energie  des  musikalischen  Ausdrucks,  welcher  dem  der  die 
Seele  bewegenden,  machtvollen  Textworte  gleich  kommt,  tief 
und  eindringlich  gewirkt.  Von  dem  wie  mit  ehernem  Schritte 
eintretenden  terzenlosen  Hauptmotiv  bis  zu  dem  riesenhaft 
grossen,  an  den  felsenfesten  Eingang  anknüpfenden  Schluss 
geht  ein  überwältigender  Zug,  dessen  Grösse  und  Gewalt  sich 
Niemand  entziehen  kann.  Unter  der  Leitung  des  Hrn.  Mahler 
gerieth  das  „Te  Deum"  vortrefflich.  Der  Chor,  in  allen 
Stimmen  durch  die  Solisten  des  Instituts  verstärkt,  warf 
grossen  Ton  aus,  sang  rhythmisch  präcis  und  sicher,  und  das 
Orchester  that  mit  iJlem  Eifer  seine  Pflicht.    —    Dem  April 

fehören  femer  das  letzte  Philharmonische  Volksconcert  an, 
essen  Solist  Hr.  Rosenthal  war,  und  die  Soir^  des  tüch- 
tigen Quartettvereins  der  HH.  Kruse,  Markees,  Müller 
und  Dechert  aus  Berlin,  der  sich  so  ehrenvoll  mit  Beetho- 
ven's  EmoU  aus  Op.  59,  Haydn's  Cdur,  Op.  38,  und  Brahms' 
köstlichem  Op.  115  (Olarinette:  Hr.  Max  Dechert  von  der 
Laube*schen  Capelle)  bei  uns  einführte,  dass  wir  sein  Wieder- 
kommen im  Laufe  des  nächsten  Winters  wünschen  möchten. 

(Schluss  folgt.) 

Sondershausen.  Den  Eingang  des  2.  Lohconcertes 
bildete  Beethoven*s  gewaltige  „Eroica**,  v.  Bülow's  Bismarck- 
Svmphonie.  Sie  erfuhr  unter  Hm.  Schröder's  befeuernder 
Meisterdirectlön  eine  ganz  herrliche  Wiedergabe,    fein    und 

feistvoU,  voll  trefflicher  Nuancirungen ,  rhythmischer  und 
ynamischer  Schattirungen.  Nicht  minder  congenial  in  der 
Auffassung  war  die  Beproduction  des  Wagnerischen  „Sieg- 
fried-Idylls" mit  seinen  üoerirdischen  Tönen,  seiner  ätherischen 
Melodik  und  Harmonik.  Das  hochpoetische  Tonstück  erlebte 
eine  prächtige  Wiedergabe.  Das  dritte  Stück  des  orchestralen 
Bestandtheiles  des  Programms  war  Tschaitkowsky's  Ouver- 
türe zu  .„Bomeo  und  Julie**.  Das  Werk  war  uns  neu,  hat 
übrigens  mit  Bücksicht  auf  seine  kunstvolle  Arbeit,  auf 
Sch£*fe  und  Bestimmtheit  der  Rhythmik  lebhaft  interessirt. 
Die  Tragik  des  Stoffes  ist  kühn  und  pathetisch  gezeichnet. 
Der  Componist  vTandelt  auf  Liszt'schen  Bahnen:  ein  Haunt- 
motiv  des  Au^hrungstfaeiles  hat  frappante  Geistesverwanat- 
schaft  mit  dem  Hauptmotiv  in  Liszt^  „Hamlet**.  Solist  des 
Tages  war  Hofmusiker  Alfred  Martin  mit  Volkmann's  Vio- 
loncellconcert  in  AmoU.  Unverkennbar  hat  der  junge  Künst- 
ler tüchtige  Studien  gemacht;  denn  technisch  war  er  der 
schwierigen  Aufgabe  gewachsen,  und  wenn  er  noch  recht  ein- 
gehenden Fleiss  und  energisches  Studium  auf  edle  und  schöne 


Tongebung  verwendet,  wird  es  ihm  sicher  gelingen,  höhere, 
ja  sähst  die  höchsten  Stufen  der  Kunstleiter  zu  erklimmen. 
—  Ein  interessantes,  prächtiges  Programm  hatte  das  3.  Loh- 
concert:  1)  Ouvertüre  zu  „Christof orus"  von  J.  Bheinberger, 
welche  als  künstlerisches,  höchst  wirksames  Werk  des  Ge- 
rühmten Meisters  des  Contrapuncts  zu  bezeichnen  ist.  2)  Sym- 
phonische Variationen  von  Nicod6.  Wir  freuten  uns,  dieser 
redenden,  eigenartigen,  von  gesundem  Geist  durchwehten 
Dichtung  des  genialen  Tonsetzers,  die  beim  hiesigen  Musik- 
feste 1886  zum  ersten  Male  und  im  Laufe  der  Jahre  zur 
grossen  Freude  des  Publicums  noch  meürfeush  gespendet  wurde, 
wiederum  zu  begegnen.  8)  „Todtentanz**  von  fiiemenschneider. 
Eine  sinnige,  hochpoetische  Illustration  der  Goethe*schen 
Ballade,  fein  ausgearoeitet,  hohen  Greistesflug  ihres  Schöpfers 
bekundend,  ungleich  höher  zu  stellen  ,  als  aie  Saint-Saöns*- 
sehe,  dieselbe  Ballade  interpretirende,  gar  zu  derb  realistische 
symphonische  Dichtung  „Dansemacabre**.  Unsere  competenten 
Kritiker  waren  einig  in  der  Bewunderung  der  charakteristi- 
schen Schönheiten  dieses  Werkes,  einig  in  dem  Wunsche, 
noch  andere  Schöpfunjsen  dieses  Tondichters  kennen  zu  lernen, 
von  welchen  Hr.  Pro^  Schröder  noch  die  „Julinacht**  (die  auch 
Erdmannsdörfer  vor  einer  längeren  Reihe  von  Jahren  gebracht 
hat)  in  Aussicht  genommen  hat.  4)  Symphonie  in  Es  dur  (die 
sogenannte  rheinische)  von  Schumann.  Bekanntlich  eine  gross- 
artige Tondichtung,  eine  der  schönsten,  poesievollsten  Inspi- 
rationen des  herrlicnen  Meisters.  Sämmtliche  Programmtheile 
erfreuten  sich  einer  concreten,  schwungvollen  Wiedergabe 
und  lebhaften  Beifalls,  die  Symphonie  in  allen  fiUif  Sätzen. 
Besonders  sympathisch  wurde  Biemenschneider^s  geniales 
Werk  aufgenonunen.  F.  F. 


Conoertumsohau. 

AugsbUPg.  2.  Schwab.  Musikfest  unt.  der  Hauptleit.  des 
Hm.  Dr.  Schletterer:  1.  Tag  (5.  Juni).  „Die  Jahreszeiten**  v. 
Haydn  (Solisten:  Frl.  Schauseil  a.  Düsseldorf  und  HH.  Dr. 
Walter  a.  Wien  u.  Moor  a.  Berlin).    2.  Tag  (6.  Juni).  8.  Sym- 

Shonie  v.  Beethoven  u.  Kaiser-Marsch  v.  Wagner  (unt.  Leit. 
es  Hm.  Dr.  H.  v.  Bülow),  Marsch  u.  Chor  a.  den  „Ruinen 
von  Athen**  v.  Beethoven,  Conc.  f.  Streichinstrumente  von 
S.  Bach,  „Hallelujah"  v.  Händel,  Concertante  f.  zwei  Violinen 
V.  Spohr  rHH- Prof.  Walter  u.  Sohn  a.  München),  Rec.  u.  Arie 
„Ombra  felice**  v.  Mozart  (Frl.  Blank  a.  München),  Concert- 
stück  f.  Clav.  V.  Weber  (Hr.  Sauer  a.  Dresden).  3.  Tag  (7.  Juni). 
Streichquart.  Op.  67  v.  Brahms  (HH.  Prof.  Walter,  Zieeler, 
VoUnhaJs  u.  Bennat  a.  München),  „Spanisches  Liederspier*  v. 
Schumann  (Frls.  Dussel  a.  Cöln  und  Blank  und  HH.  Dr. 
Walter  und  Moor),  Solovorträge  der  Frjs.  Dussel  („Domrös- 
chen** V.  WüUuer,  „Suleika**  v.  Mendelssohn  u.  „Er  ist  ge- 
kommen** V.  Franz)  u.  Blank  („In  der  Mainacht**.  „Sappni- 
sche Ode**  u.  Volkslied  v.  Brahms;  u.  der  HH.  Dr.  Walter 
(Lieder  v.  Schubert),  Moor  ( „An  Süssliebchen**  v.  B  r  a  h  ms,  „Jung 
Werner's  Lieder  v.  H.  Biedel  u.  „An  die  Leyer**  v.  Schubert) 
u.  Prof.  Walter  (Romanze  v.  H.  Ries  u.  „Ronde  des  lutins** 
y.  Bazzini). 

C6in.  69.  Niederrhein.  Musikfest  unt.  Leit.  des  Hm.  Prof. 
Dr.  WüUner  und  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Leisinger  a.  Berlin, 
Malten  a.  Dresden  n.  Huhn  v.  hier  u.  der  HH.  Birrenkoven 
V.  hier  u.  Perron  a.  Dresden  (Ges.),  sowie  des  Hm.  Sarasate 
(Viel.):  1.  Tag  (5.  Juni).  Symphonien  v.  Schumann  (No.  4)u. 
Beethoven  (No.  9),  „Euryanthe**-Ouvert.  v.  Weber,  Psalm  114 
V.  Mendelssohn,  Triumphlied  f.  Baritonsolo,  Chor  u.  Orch.  v. 
Brahms,  Schlussscene  a.  der  „Götterdämmerung**  v.  Wag- 
ner. 2.  Tag  (6.  Juni).  Symph.  „Romeo  und  Julie**  v.  Ber- 
lioz,  „Anakreon**-Ouvert.  v.  Cherubini,  Requiem  v.  Verdi. 
3.  Tag  (7.  Juni).  Symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung**  von 
R.  Strauss,  Ouvertüren  v.  F.  Hiller  rConc.-)  u.  Beethoven 
(No.  8  zu  „Leonore**),  „Schön  Ellen**  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v. 
Bruch,  Psalm  18  f.  Tenorsolo,  Chor  u.  Orch.  v.  Liszt,  Soli 
f.  Gesang  v.  Rubinstein  („Hagar  in  der  Wüste**),  Franz, 
Cornelius  u.  Schubert  u.  f.  VioL  v.  E.  Lalo  (Conc.  espagn.) 
u.  Raff  („Liebesfee**). 

Leipzig.  Aufführ.  V.  altniederländ.  geistl.  Musik  durch 
den  Amsterdamer  a  cap.-Chor  unt.  Leit.  des  Hm.  D.  de  Lange 
am  28.  Juni  in  der  Thomaskirche:  Werke  v.  J.  P.  Sweelinck, 
W.  Dufay,  J.  Ockeghem,  Lassus«  J.  Clemens  non  Papa,  Ob- 
recht  u.  Hollander.  —  6.  Conc.  des  Liszt- Ver.  unt.  Leit.  des 
Hm.  Klughardt  a.  Dessau:  CmoU-Symph.  v.  A.  Klughardt, 
„Les  Prölndes**  v.  Liszt,  „Orpheus'  K^lage  und  Liebessang 
in  der  Unterwelt**,  8.  Theil  der  Symph.  „Orpheus**  v.  C.  An- 


346 


■orffe  (unt.  Leit  des  Comp.),  Solovorträge  des  Frl.  Schämack 
a.  Coburg  (G^.,  „Frühling  im  Herzen^,  „Im  Bosengarten**  u. 
„Mit  Regen  und  SturmesKeDrause^  y.  A.  Fnchs,  „GateNacht^ 
V.  H.  Petri,  „Mainacht^  v.  A.  Klughardt  u.  „Frühling"  v. 
Ad.  Lorenz)  n.  des  flm.  Stavenhagen  a.  Weimar  („Todten- 
tanz"  u.  Adur-Conc.  y.  Llszt). 

Utrecht.  Musikfest  der  Nederlandsche  Toonkunstenaars- 
Yereen.:  24.  Mai  Gonc.  in  der  Domkirche.  Adagio  u.  AlLmod. 
a.  der  Orgelson.  zu  vier  Händen  Op.  30  v.  G.  Merkel  (HH. 
Wagenaar  u.  W.  Petri),  Solovorträge  der  HH.  W.  Petri  (Präl. 
a.  C^.  10  y.  Bheinberger),  Wajronaar  (And.  a.  Op.  95  von 
J.  A.  van  Eijken,  Pastorale  y.  £.  Hol  u.  Tocc.  u.  Fuge  in 
D  moll  v.  S.  Bach)  u.  H.  Petri  a.  Dresden  (YioL,  Chaconne  v. 
S.  Bach,  Arioso  v.  Bietz  u.  Adagio  v.  A.  Becker).  26.  Mai 
Auffiihr.  v.  W.  F.  G.  Nicolais  dramat.  Oantate  „Jahveh's 
Wraak"  unt.  Leit.  des  Comp.  u.  solist.  Mitwirkung  der  Frau 
Hollm  a.  Weimar,  sowie  des  Frl.  Hecker  a.  dem  Haag,  der 
HH.  Bogmans  a.  Amsterdam  u.  Spoel  u.  eines  ungen.  Bassisten 
a.  dem  Haag.  Matin^  am  26.  Mai.  Ouvert.  zu  Shakespeare^s 
^önig  Johann"  v.  J.  Wagenaar  (unter  Leit.  des  Comp.), 
fijrmne  f.  Soli,  gem.  Chor  u.  Orch.  v.  J.  N.  W.  C.  A.  (warum 
nicht  gleich  ein  ganzes  halbdutzend  Vornamen!)  Buijgrok 
(unt.  Leit.  des  Comp.),  Schlusschor  a.  „  Jahveh^s  Wraak''  von 
W.  F.  G.  Nicolai  (unter  Leit.  des  Comp.),  Solovorträge  der 
Frauen  Yeerman-Bekker  (Clav.,  Concertstiick  Op.  22  v.  Schu- 
mann etc.)  u.  Hollm  („Vrijheid"  v.  B.  Hol  u.  „Mailust"  v. 
S.  de  Lange),  des  Frl.  Hecker  („Hooger  Lente"  v.  B.  Hol  u. 
Slaepliedeken  v.  A.  Sjpoel)  und  der  HH.  Bogmans  („In  *t 
Woud"  V.  H.  Nolthenius  u.  „Diesirae"  v.  J.H.Verhulst), 
Spoel  („Willst  du  tFauri^  sein  und  klagen"  v.  A.J.Acker- 
mann u.  „Moeder  en  kmd"  v.  M.  A.  iBrandts  Buijs)  und 
H.  Petri  (Gdur-Conc.  v.  Joachim  u.  Bomanze  u.  Caprice  v. 
Bubinstein). 

fl^^  Veraltete  Programme,  sowie  Programtnt  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  fnüssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Nachdem  Frau  Sembrich  ihr  lorbeerge- 
echmüoktes  Gastspiel  in  der  KroU-Oper  beendet  hat,  ist  als 
Tenormagaet  Hr.  Botel  in  dieselbe  eingezogen.  Das  Belle- 
Alliance-Theater  wird  seine  neue  Saison  als  „Neue  deutsche 
Oper"  beginnen.  Als  Capellmeister  werden  die  HH.  Bai  da 
und  Junkermann  amtiren.  —  Chemnitz.  Der  Leipziger 
Männergesangyerein  „Concordia"  unter  Geidel's  Leitung 
hat  in  emem  hier  veranstalteten  Concert  ungemein  mit  seinen 
wahrhaft  exquigiten  Leistungen  gefallen.  — -  Frankfurt  a.  M« 
Frau  Angelika  Luger  hat  als  Mignon  Abschied  von  der  hie- 
sigen Oper,  der  sie  längere  Zeit  mit  Auszeichnung  als  Mit- 
füed  angehörte,  genommen  und  sich  als  Gräfin  Toto  ins 
Privatleben  zurückgezogen.  Die  Abschiedsvorstellung  war 
von  retchen  Ehren  für  die  Künstlerin  begleitet.  —  Prag.  In 
einer  Matinöe  für  den  patriotischen  „Verein  vom  rothen  Ereuz^ 
war  Anton  Bubinstein  der  gefeierte  Held  sowohl  als  Com- 
ponist,  wie  als  Pianist.  —  Seheyenlngen.  Das  Philharmo- 
nische  Orchester  aus  Berlin  mit  Hrn.  Herfurthan  der  Spitze 
hat  seine  sommerliche  Concertthätigkeit  hierselbst  unter  be- 

fnsterter  Aufnahme  begonnen.—  Wiesbaden.  Im  hiesigen  k. 
heatererö&ete  Hr.  v.  Be  i  ch  enb  e  rgaus  Wien  ein  Gkstspiel  als 
Mephisto  in  GiDunod^s  „Margarethe  .  Sein  Spiel  findet  mehr 
Anerkennung,  als  sein  Gesang. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  26.  Juni.  „Sterben,  ists  denn 
Sterben  noch*|,  Johannisfestlied  v.  0.  Wermann.  Psalm  96 
,,Singet  dem  Herrn  ein  neues  Lied"  v.  W.  Bargiel.  26.  Juni. 
«Sanctus"  a.  der  Missa  solemnis  v.  E.  F.  Bichter. 


OpernauffDhrungen. 

Mai. 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  li.  Der  Waffen- 
schmied: 

Carlsruhe.  GrossherzogL  Hoftheater:  1.  u.  8.  Der  Cid 
(P.  Cornelius).  3.  u.  31.  Der  Waffenschmied.  5.  Das  goldene 
Kreuz.  18.  Das  Glöckchen  des  Eremiten.  15.  Cavalleria  rusti- 
cana.    17.  Fidelio.    22.  Götterdämmerung.    26.  Der  Prophet. 


Juni. 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  1.  Das  Glöck- 
chen des  Eremiten. 

Garlsruhe.  Grossherzogl.  Hoftheater:  5.  Der  Trompeter 
von  S&kkingen.  7.  Die  Legende  von  der  heiligen  Elisaoeth. 
9.  Die  Meistersinger  von  Nürnberg.  12.  Cavalleria  rnsticana. 
16.  Bomeo  und  Julie  (Gi>unod). 

Aufgeführte  Novitäten. 

Becker  (A.),  Geistl.  Dialog  f.  Chor,  Altsolo  u.  Orgel.  (Eis- 
leben, Conc.  des  Hrn.  Bichter  am  12.  April.  Esslingen, 
Passionsconcert  des  Oratorienver.  am  12.  April.  Görlitz, 
Musikauff&hr.  des  Chorgesangver.  am  19.  April.) 

Berlioz  (H.),  „^^^i^ld^'Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc. 
im  Keuen  Concerthaus  am  28.  April.  Nürnberg,  3.  Conc. 
des  Philharm.  Ver.) 

Bödecker  (L.),  Variat.  f.  Ciavier  u.  Yioloncell.  (Hamburg, 
22.  PrivataufEhhr.  des  Geeangver.  v.  1880.) 

Brahms  (J.),  Cdur-Claviertrio.  (Osnabrück,  4. Kammermusik- 
abend  der  HH.  Oeser  u.  Gen.) 

Clav.-Violinson.  Op.  100.    (Breslau,  8.  Musikabend  des 

Tonkünstlerver.) 

SchicksiJslied  f.  Chor  und  Orch.  (Minden,  3.  Abonn.- 
Conc.  des  Musikver.) 

Bruch  (M.),  „Odysseus*'  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester.  (Coblenz, 
6.  Abonn.-Conc.  des  Musikinstituts.) 

Brückner  (A.),  „TeDeum''  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Hamburg, 
Conc.  im  Stadttheater  am  16.  April.) 

Goldpiark  (C),  .Sakuntala^-Ouvert.  (Boston,  22.  Gonc.  des 
Boston  Svmph.  Orch.) 

Henschel  (G.),  Suite  a.  der  Musik  zu  Shakespeare's  „Ham- 
let''.   (Do.,  28.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.) 

Hofmann  (H.),  Ungar.  Suite  f.  Orch.  (Düren,  Conc.  des  In- 
strumentalver.  am  3.  April.) 

„Johanna  von  Orleans"  fbr  Männerchor,  Soli  u.  Orch. 

(Gotha,  8.  Yereinsconc.  der  Liedertafel.) 

Humperdinck  (E.),  „Das  Glück  von  Edenhall**  f.  Chor  u. 
Orch.    (Dortmund,  4.  Conc.  des  Musikver.) 

Kretschmer(F.),  Orchestersuite  inDdur.  (Neustrelitz,  Conc. 
im  Hofbheater  am  8.  April.) 

Liszt  (F.),  „Lee  Pröludes**.  (Minden,  3.  Abonn.-Concert  des 
Musikver.) 

Esdur-Clavierconc.  (Hamburg,  6.  Volksconc.  der  Phil- 

härm   Gesellschaft ) 

„Tristia"  f.  Clav.,  Viol.  u.  Violonc.  (Nürnberg,  Kammer- 
musikabend der  HH.  Göllerich  u.  Gen.) 

Mac- Do  well  (E.  A.),  Orchestersuite  Op.  42.  (Chicago,  3.  Pop. 
Conc.  des  Chicago  Orch.) 

Moszkowski  (M.),  Vorspiel  zur  Oper  „Boabdil".  Amster- 
dam, Abonn.-Conc.  im  Neuen  Concerthaus  am  28.  April.) 

Nicodö  (J.  L.),  Gdur-Clav.-Violoncellson.  (Nürnberg,  Kam- 
mermusikabend der  HH.  GöUerich  u.  Gen.) 

Paine  (J.  KA  2.  Symphonie.  (Boston,  22.  Conc.  des  Boston 
Symph.  Orch.) 

Bubinstein  (A.),  Ddur-Clav.-Yioloncellsonate.  (Hamburg, 
22.  Priyataufführ.  des  Gesangver.  v.  1880.) 

Bühne r  (C),  Symphon.  Dicht.  „Friede,  Kampf  und  Sieg". 
(Baden-Baden,  Symph.-Conc.  des  städt.  Curorchest.  am 
22.  April.) 

Saint-Saöns  (C),  „Danse  macabre".  (Gk>tha,  8.  Vereinsconc. 
der  Liedertafel.) 

Sander  (F.),  Tongemälde  „Heroide"  f.  Orchester.  (München, 
3.  Abonn.-Conc.  der  Musikal.  Akad.) 

Schneider  (Th.),  D moil-Symph.  (Chemnitz,  Symph.-Conc. 
des  Hm.  Asoahr  am  2.  April.) 

Scholz  (B.),  FmoU-Cla Vierquartett.  (Frankfurt  a.  M.,  letztes 
Conc.  des  Frankfurter  Trios.) 

Strauss  (B.),  „Wanderers  Sturmlied"  f.  Chor  u.  Orch.  (Dort- 
mund, 4.  Conc.  des  Musikver.) 

T  Ott  mann  (A.),  „Edelweiss"  f.  Soli,  Frauenchor  und  Orch. 
(Weimar,  4.  Abonn.-Conc.  des  Chorgesangver.) 

Tsohaikovesky  (P.),  Suite  „Mozartiana"  f.  Orch.  (Chicago, 
8,  Pop.  Conc.  des  Chicago  Orch.) 

Vierlin^  (G.),  „Alarich"  f.  Soli,  Chor  u.  Orchester,  (Gotha, 
10.  &nc.  des  Musikver.) 

Volkmann  (B.),  2.  Serenade  f.  Streichorch.  (Baden-Baden, 
Kammermusiksoiröe  am  8.  April.  Hamburg,  6.  Volksconc. 
der  Philharm.  Gesellschaft.) 

BmoU-Claviertrio.    ^Osnabrück,  4.  Kammermusikabeiid 

der  HH.  Oeser  u.  Gton.) 


346 


Wagner  (R.),   Eine  Paust-Ouvert.    (Hannover,  8.  Oonc.  der 

jBofcap.  a.  Bückebure.) 
Woyrsch  (F.  v.),   Symph.  Prolog  zu  Dante's  „Divina  Oom- 

media*^.    (Altona,  3.  Synpb.-Conc.  des  Bürgenrer.) 

Musikalien-  und  BOohermarkt. 

Eingetroffen: 

Bartmuss,    Eich.,     Oratorium    -Der   Tag   der  Pfingsten**, 

Op.  14.    (Dessau,   Rieh.   Kable's  Verl^  [Herrn.  Oeeter- 

witz].) 
Bischptf-Ghilionna,   Amoll-Messe  f.  Soli,  Chor  u.  Orch. 

(Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel.) 
Brahms,  Johannes,  Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc^  Op.  114, 

u.  Quint.  f.  Clar.,  zwei  Violinen,  Bratsche  u.  ViolonceU, 

Op.  116.    (Berlin,  N.  Simrock.) 
Busoni,  F.  B.,   Concertstück  f.  Olavier  mit  Orch.,    Op.  31a. 

(Leipzig,  Breitkopf  &  Hfixtel.) 
Kempter,  Lothar,    „Mahomet's  G^eeang"  f.  M&nnerchor  und 

Orch.    (Zürich,  Phil.  Fries.) 
Klengel,  Julius,  Thema m.  Variat.  f  vier  Yioloncells,  Op.  28: 

(Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel.) 


[B.  Linnemann].) 


Rosenthal,  Moriz,  und  Schy  tte,  Ludwig,  Schule  des  höheren 

Clavier&npiels.    (Berlin,  Adolph  Fürstner.) 
Sin  ding,  Christian,  Suite  (Fdur)  f  VioL  u.  Pianof.  (Copen- 

nagen  und  Leipzig,  Wilhelm  Hansen.) 


*  « 


Arend,  Max,  Systematisches  Lem-Princip  für  die  Schlüssel- 
und  Transpositionslehre  in  der  Musik.  (COln,  Hlian  & 
UUrich.) 

Friedrich  von  Flottnv,     Von  seiner  Wittwe.   (Leipzig,  Breitkopf 
&  H&rtel.) 

Goldschmidt,  Dr.  Hugo,  Der  Vocalismus  des  neuhochdeut- 
schen Eunstgesanges  und  der  Bübnensprache.  (Ebenda- 
selbst.) «kl  •     ' 

Kunn,  Dr.  Carl  Gustav,  Die  Tontaubheit  und  der  Musik- 
unterricht.   (Wien,  Moritz  Perles.) 

Loewengard,  Max,  Lehrbuch  der  Harmonie  als  Leitf&den 
für  den  Unterricht,  sowie  zum  Selbststudium.  (Berlin, 
Raabe  &  Plothow.) 

Nagel,  Dr.  Wilibald,  Johannes  Brahms  als  Nachfolger  Beet- 
hoven's.    (Leipzig  u.  Zürich,  Gebrüder  Hug.) 

Oesterlein,  Nicoxaus,  lieber  Schicksale  und  Bestimmung  des 
Richard  Wagner-Museums  in  Wien.  (Wien,  Ricnard 
Wagner-Museum ) 

Proch&zka,  Rudolph  Freiherr,  Mozart  in  Prag.  Zum  hun- 
dertjährigen Gedächtniss  seines  Todes.  (Prag,  H.  Domi- 
nicus  [Tb.  Gruss].) 

Pudor,  Dr.  Heinrich,  Die  Welt  als  Musik.  (Dresden,  Alba- 
nus'sche  Verlagsbuchhandlung.; 

Spitta,  Philipp,  Zur  Musik.  Sechszehn  Aufsätze.  (Berlin, 
Gebrüder  Paetel.) 

Tschirch,  Wilhelm,   Aus  meinem  Leben.    (Gera,  A.  Nugel.) 

Weinzierl,  Max  v.,  „Wandersehnsucht^  f.  Männer- od.  gem. 
Chor  m.  Clav.  od.  Orch.,  Op.  100.  (Leipzig,  C.  F.  W.  Sie- 
gePs  Musikalienhandlung  [R.  Linnemann].) 


Vermischte  IMittlieilungen  und  Notizen. 

*  Bei  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig  wird  im  Herbst  eine 
Sammlung  von  Liszt'schen  Briefen  erscheinen,  heraus- 
^p^eben  von  La  Mara,  welche  hierzu  von  der  Fürstin  Witt- 
genstein, der  TJniversalerbin  des  heimgegangenen  Meisters, 
aiitorisirt  wurde. 

*  Der  Streichquartettverein  der  HH.  Ed.  Herr- 
niann,  Hauser,  Lilienthal  und Schenck  in  New-York, 
welcher  im  Winter  1890/91  erstmalig  für  dort  sämmtliche 
Streichquartette  von  Beethoven  in  seinen  Soir^n  zur 
Aufführung  brachte,   hat  diese  echt  künstlerische  That  mit 

frossemEnolg  in  der  letzten  Saison  wiederholt.  Aus  den 
eutschen  Concertsälen  erinnern  wir  uns  nur  des  Magdeburger 
TonktüisÜervereins.  welcher  in  den  letzten  Jahren  mit  Unter- 
stützung des  mittlerweile   nach  Leipzig  berufenen  Concert- 


meisters  Hm.  C.  Prill  und  dessen  dortigen  Quartettgenossen 
das  gleiche  unternehmen  ausführte. 

*  In  Toulouse  veranstaltete  die  Association  des  artistes 
musiciens  ein  Festival  Saint -Saöns,  bei  welchem  der  an- 
wesende als  Dirigent  und  Pianist  thätige  Componist  begei- 
sterte Aufnahme  fand. 

*  Ein  Hr.  J.  C.  Ames  führte  in  St.  James*  Hall  in  Lon- 
don die  Jank6-Claviatur  (Blüthner-Flügel)  vor  und  bewies 
nicht  nur  die  TJeberlegenheit  dieser  genialen  Erfindung,  son- 
dern erwarb  auch  für  seine  Fertigkeit  darauf  volle  Anerken- 
nung.   Sein  Hauptstück  war  Grieg's  A  moll-Concert. 

*  Der  „Nibelungen **-Cyklus  unter  Mahler*s  Leitung 
im  Coventgarden-Theater  zu  London  hat  am  29.  Juni  unter 
grossem  Erfolg  begonnen.  Die  Aufführung  des  „Rheingold^ 
wird  als  eine  recht  gute  geschildert. 

*  Die  Intendanz  der  k.  Hofoper  zu  Berlin  will  in  n. 
Saison  Berlioz*  „Trojaner"  unter  Leitung  des  Hm.  Wein- 
gartner  zur  Aufführung  bringen. 

*  Im  Leipziger  Stadttheater  ist  jetztwieder  Schenk ^s 
„Dorf  barbier''  im  Rejpertoire.  Die  HH.  Staegemann  &  (3old- 
berg  geben  die  Oper  m  deren  einer  kleinen  Hälfte,  indem  sie 
von  mn^hn  Nummern  sieben  ausführen  lassen,  ein  künst- 
lerischer Barbarismus,  wie  man  ihn  allenfalls  noch  auf  deü 
„Seh weinchen*'-Theatem  findet.  —  Die  letzte  „Nibelungen"- 
Aufführung  der  genannten  Herren,  auf  die  durch  deren 
Pressbureau  schon  lange  vorher  die  Aufmerksamkeit  des  Pub- 
licums  hingelenkt  worden  war,  verlief  ebenfalls  in  mehr  als 
um  ein  Viertel  gekürzter  Weise:  „Sie^ried"  fiel  einfach  ganz 
aus,  und  in  der  „Götterdämmerimg*'  hess  man  die  Nornenscene 
weg.  WahrscheinUoh  waren  einige  neue  Darsteller  mit  ihren 
Partien  nicht  rechtzeitig  fertig  geworden  und  Ersatz  von 
auswärts  hatte  mit  den  minimalen  Gkustspielhonoraren,  die 
Hr.  Staegemann  für  gewöhnlich  zahlt,  nicht  beschafit  werden 
können. 

*  In  Mantua  wurde  die  Oper  „La  Partita  a  scacchi*'  von 
Abba-Cornaglia  erstmalig  und,  wie  es  scheint,  mit  Beifall 
aufgeführt. 

'  *  In  Leipzig  erregten  in  vor.  Woche  die  Vorträge  deJH 
Amsterdamer  a  capella- Chors  Aufsehen.  (S.denBericht 
in  vorl.  No.) 

*  Hr.  Dr.  Otto  Günther  ist  infolge  der  Arbeitsüberbür- 
düng,  welche  sich  aus  dem  gleichzeitigen  Vorsitz  in  den 
Directorien  der  Leipziger  Gewandhausconcerte  und  des  k. 
Conservatoriimis  der  2^sik  ergeben  hat,  von  der  ersteren 
Stellung  zurüc^etreten.  Dies^be  wurde  auf  die  Directorial- 
mitgliederHH. Dr. Lampe- Vischer  und  Heinrich  Flinsch 
übertragen. 

*  Aus  der  grossen  Amerika-Reise  des  Hm.  Anton 
Rubinstein,  mit  der  s.  Z.  die  betr.  Unternehmer  und  Ver- 
mittler so  gewalti^n  Lärm  in  der  Presse  schlu^n,  wird 
schliesslich  gar  Nichts.  Der  grosse  Künstler  sei  von  dem 
Contract  nocn  in  letzter  Stunde  zurückgetreten,  da  er  sich  vor 
den  Strapazen  der  Reise  fürchte!  Diese  Toumöe  sollte  wieder 
einmal  die  allerletzte  Kunstreise  Rubinstein's  sein.  Wir  wer- 
den nächstens  ganz  sicher  zu  hören  bekommen,  dass  dieselbe 
nunmehr  in  Europa  ausgeführt  werden  wird,  was  an  sich  eine 
sehr  gute  Idee  wäre.  Wenn  die  verehrten  HH.  Concertagenten 
bei  Hm.  Ant.  Rubinstein  nur  endlich  das,  im  Grunde  nur  auf 
Füllung  der  eigenen  Geldtaschen  ausgehende  Zugmittel  der 
„letzten  Concertreise''  aufgeben  wollten!  Es  ist  dieses  grossen 
Künstlers  wirklich  nicht  würdig,  und  bei  lO«/o  oder  noch 
mehr  Provision  haben  Jene  ausserdem  schon  längst  so  viel 
durch  Rubinstein  verdient,  dass  sie  sich  schämen  müssten, 
seinen  Namen  bis  zum  letzten  Tropfen  für  ihre  Interessen 
auszuquetschen. 

*  Wie  man  aus  Wien  meldet,  ist  die  dortige  hochbedeu- 
tende Sängerin  Frau  Rosa  Papier  von  ihrem  längeren  ge- 
fahrdrohenden Halsleiden  wieder  ganz  genesen,  sodass  sie  mit 
ihrer  Kunst  wieder  in  die  Oeffentlichkeit  treten  wird,  jedoch, 
unter  Entsagung  der  Bühnenthätigkeit,  nur  noch  im  Concert- 
saal  und  als  Lenrerin  des  Gesanges. 

*  Der  durch  seine  langjährige  Berliner  Thätigkeit  ehren- 
vollst bekannt  gewordene  k.  Musikdirector  Hr.  B.  Bilse  be- 
geht am  3.  August  in  Liegnitz,  dem  Auag;angspunct  seiner 
DixigentenlaufMLhn  und  jetzigen  Domicil,  <&s  OT)jährige  Jubi- 
läum als  Capellmeister. 


347 


*  Zum  zweiten  Capellmeister  der  Gonservato- 
riumsconcerte  in  Paris  ist  an  Stelle  des  Hm.  Banbö  Hr. 
Thibault  erw&hlt  worden. 

Todtenliste.  Prof.  Gustay  Scharfe,  Hofonernsängera. D. 
in  Dresden,  ausgezeichneter  Ghesangspädagog,  als  solcher  lange 


Jahre  hindurch  eine  Zierde  des  dortigen  k.  Gonservatoriums 
für  Musik,  f,  67  Jahre  alt^  am  26.  Juni,  -r  Adolphe  Sin- 
soilliez,  Geiger,  Gomponist,  welcher  sich  um  das  Musikleben 
in  Lille,  an  dessen  Gonservatorium  er  als  Secretftr  thfttig  war, 
sehr  verdient  gemacht,   f,   77  Jahre  alt,   in  gen.  Stadt. 


Bi*iefl£a.steii« 


F,  G.  in  D,  Die  Dedicationen,  die  die  HH.  B.  Scholz  und 
M.  Bruch  mit  neuen  Gompositionen  dem  dortigen  Gesang- 
verein gemacht  haben,  erscheinen  uns  durchaus  nicht  des  Aiu- 
hebens  werth.  welches  in  einem  Tb  eil  der  Tagespresse  ihnen 
zu  Theil  wira. 

Z.  L.  in  R.  Unsere  bez.  Notiz  in  vor.  No.  hat  ihre  Bich- 
tigkeit:    Hr.  Dr.  M.  ist  bei  allem  bewährten  grossen  Talent 


nur  infolge  der  Erkrankung  des  Hrn.  Str.  nach  Bayreuth  be- 
rufen worden  und  dirigirt  allein  die  „Meistersinger^. 

R.  y,  in  L,    Auch  wir  empfingen  den  Eindruck,  als  habe 
der  Opemdichter  selbst  die  laJime  Vertheidigun^  seines  Sujets 

feschrieben,    zumal   wir   vorher   von  der  Gereiztheit  gehört 
atten,    in    die  ihn  Beurtheilungen   seiner  Erzeugnisse  ver- 
setzen, die  nicht  Alles  gutheissen. 


Anseiffeii. 

<^  xr^ji iA/iii...i_  u...«An    ?,>:„_:.  9      "^^ '       *  i  ^— 


Verlag  Ton  Wilhelm  Hansen,  Leipzig. 


IN^euI 


[710.] 


lierroiTageMer  Clavierf  erb  älterer  Heister 

bearbeitet  von 

Dr.  Hans  Harthan. 

Minuetto  aus  einer  Sonate  von  G.  C.  Wagenseil. 

—  Largo  aus  dem  Orgelconcert  vonW.  F.  Bach. 

—  Oigue  von  C.  H.  Oraun.  —  Gigue  von  Mozart. 

—  Bourr^e  aus  der  2.  Violinsonate  von  J.  8.  Bach.  — 
Rondo  von  Ph.  Em.  Bach. —  Fuge  aus  der  Emoll- 
Suite  von  Händel.  —  Toccata  von  Paradies.  — 
Burleske   von  J.  L.  Krebs.  —  Praeludium  von 

J.  C,  Bach.  —  Toccata  von  Clement!. 

2  Mark. 


Tägliche  Uebungen 


SEa 


von 


berbler   und   Bfenpert 

Systematisch  geordnet 


von 


einriob  Ehrlich. 

a)  uebungen  mit  stillstehender  Hand. 

b)  Uebunfi;en  aus  Scalen  und  L&ufern  gebildet. 

c)  Gebrochene  Accorde. 

d)  Uebungen  in  Doppelgriffen. 

e)  uebungen  fllr  das  Handgelenk. 


Vollständige  Insbildnng  für  Oper  n.  Coneert 

EnBemble-üebungen.     RoUenetadiam. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Sohoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [711— •] 

Leipiifl.    Bodo  Borchers. 

G-esangl  ehr  er . 


Breitkopff  *  HSi^el  in 
XjiedLer  -fikv  eine  StimiuLe. 

Heftauagabe  je  Jf  1,—.  ^12— .J 

Sopran  No.  l  —200.  Mezzosopran  No.  201—400,  Alt  No.  401—460, 
Tenor  No.  461—600,  Bariton  und  Bass  No.  601—700. 

Verzeichnisse  unentgeltlich  in  jeder  Buch-  u.  Musikhandlung. 

Im  StBdtisohen  Orchester  zu  Düsseldorf  ist  mit 

dem  1.  September  d.  Jahres  eine  pensionsberechtigte  Stelle 
an  der  2.  Flöte  (bez.  Piccoloflöte)  zu  besetzen.  Jahres- 
gehalt 1440  Mark.      Anmeldungen    sind    an    das  Ober- 

bQrgermelsteramt  hier  zu  richten.  [7idb.] 

Diejenigen  Bewerber,  welche  zu  einem  Probespiel 
eingeladen  werden  sollen,  erhalten  bis  zum  10.  Juli  Be- 
nachrichtigung. Reisegeld  wird  zu  demselben  nicht  ver- 
gütet. 

Düsseldorf,  im  Juni  1892. 

Für  den  Oberbürgermeister. 

Der  Beigeordnete 
Feistel. 


Vr.  Klfttner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  Z 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  S 

Musikalien,  musikalisehen  Sehriften  etc.  —  Kataloge  ^ 

und  Answahlsendnngen  stehen  zu  Diensten.  [714-«.]  |^ 


Eine  echte  StradivariUS   (aus  dessen 
Glanzperiode  1714)  zu  verkaufen.    (Qeige  von  Vienx- 

temps.)   Näheres  za  erfahren  durch  R.  Hoppen,  Coneert- 
meister,  Csssel,  Hoftheater.  [715b.] 


Wer  irgend  Bedarf  an  Saiten  hat,  der  mache  einen 
Versuch  mit  meinem  Fabrikat.  Mit  Mustern,  sowie  Preis- 
courant  stehe  gern  zu  Diensten.  Versandt  nur  an  Wieder- 
verk&ufer.  {716.] 

Markneukirohen  i.  S.      Mor.  Alb.  QOtterp 

Saitenftibrikant. 


348 


|717.] 


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Ciavier-  und  Lieder-Abende ,  Ouartett-  und  iCaminerinueik-Soir^eni 
inueikaliaclie  Veranstaltungen  ohne  Orchester,  Vorlesungen  etc. 


Die  FlOgel  stellt  die  Firma  C.  Bochstein  kostenlos. 


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Ansnoldungen   bebufs  Belegung^   des  Saales  sind  VOr Muffig   an  die  Concort- 

Direction  Hersnann  Woiffff,  Berlin  W.,  Carlsbad  19,  l,  zu  richten,  vom  i.  October 

d.  J.  ab  an  den  Castollan  des  Saales  Bechstein,   LinkstrasSO  Ho.  42. 


^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 


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orohesters.  i7i9— .] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 

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SU  Genf  (Bchweii).  [790—.] 

Coneert-yertretung:    Hermann  Wollf,  Berlin. 


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CoBMii-  lod  OratorieasaiigeriD  (Meuosopru). 

Leipzig,  Promenadenstr.  15  '".    ^  [781.] 


Alfred  Krasselt. 


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Piitk  liiQiillclie  Hieb-,  Kuii- 
iil  liitEalimBiillaiigB,  lowu 
tvii  iiit  Fflt9nier  ii 


Leipzig»  am  7.  Juli  1892. 


"^ÄJÖI^  ffll"  MllRllffir  liTiil   MiiaiVfpftiiTidn  ■▼5Ö 


m  In  niiiiiMi  loaiitun 

MOam  luuHuil  1114  u 
MM  fiMictnr  II  idmuia 


für  Musiker joMjttusikfreunde. 

Verantwortliclier  Redacteur  nnd  Verleger: 

E.  W.  Fritisch, 

Leipzig,  RÖnlgutrawe  6. 


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XXni.  Jahrg.]    g,«;.^K„ftjM„k 


Dae  Hueikaliache  Wochenblatt  entubsiQt  jährlich  in  53  Nummern.  Der  Abonnementabeteac 

fQr  dasQuar^l  von ^18  Nummern  ist  2  Mark;  eine  einielne Nummer  kostet  40  Pfennige.   B« 


'eitere   Linder   dea   Allgemeinen  Poatveniins. 

ZuerundelegunK  voretehender  BeiagsbedicKun^ti  berechnet. 
Die  Iiuertionegebaiireti  fär  den  Rttum  einer  gMpaltenen  Petitzeile  betragen  30  Ffenaige, 


tnbKit:  Bin  WärMhen  aber  Wledeibeleboug  nnd  Vortrag  alMr  VacalmoBik.  Von  Dr.  Hugo  BJemuin.  [Sehlnaa.)  —  BioM,phlwhe>:  Dm  PiUl-Qnartett. 
(Solilnu.)  —  Tageagescbiohte:  Uuikbriefe  ans  FrauUnrt  a.  M.  (Sublosg),  Hamiovei  (Schlass)  nnd  Wien  (Sdiliuä}.  —  Berislits.  —  Mnosn- 
ODUobao.  —  KiigBKeinents  nnd  Outspiela  In  Oper  nnd  Conoert.  —  RlrohenmDilk.  —  Anrsemhrte  NorltUeii.  —  TermlaohM  HtttheUnngni 
nnd  KotizuL  —  Eritiacher  Anllang:  ÖeBsligiuiterrldit  fUi  dealache  Volkaschnlen  von  0.  Pii^tnsr.  —  Briefkasten.  —  Anietgen. 


Ein  WOrtohen  über  Wiederbelebung  und  Vortrag 
alter  Vocalmusik. 

Von  Dr.  Hago  Rlemann. 

(Sohlufls.) 

Zweck  dieser  Zeilen  ist,  daranf  binzuweisea,  dass  es 
grundfalsch  ist,  Compositionen  ans  der  Epoche  der 
Niederländer  (15. — 16.  Jahrhundert)  ohne  Verkürzung 
der  Notenwertbe  in  modernen  Notenzeichen  herauszu- 
geben, gmndfalBch  wenigstens  insofern,  als  man  damit 
wirklich  einen  Uehertrag  gegeben  zu  haben  meint.  Aller- 
dings ist  ja  die  Hauptschwierigkeit  der  Aufgabe  derUeber- 
tragnng  überwunden,  wenn  man  die  Mensur  festgestellt, 
die  Ligatnren  richtig  aufgelöst  und  alle  Perfizirungen, 
Imperfizi rangen,  Alterationen  a.  s.  f.  richtig  erkannt  und 
in  heutiger  Weise  durch  V erlängerangspuncte ,  Sjmko- 
pirungen  n.  e.  w.  ausgedrückt  bat.  Aber  das  immer  noch 
bleibende  altertb  um  liehe  Bild  der  Notirung  —  die  zu  lan- 
gen Noten  —  ist  eben  auch  noch  ein  Theil  dessen,  was  be- 
seitigt werden  muss,  wenn  die  Niederschrift  in  vollem 
Sinne  für  uns  lebendig  werden  soll.  Einzelne  Heians- 
geber,  wie  Hermesdorff,  auch  Wüllner  haben  hie  und  da  in 
einzelnen  Stücken  die  Werthe  auf  die  H&lfte  verkürzt: 
dos  ist  schon  sehr  angenehm  für  den  Leeer  der  Noten; 
aber   es    reicht    nicht    ans.      Die  Notirungen    8U5   dem 

15.— 10.  Jahrhundert  müssen  auf  den  vierten  Theil 

verkürzt  werden,  wenn  das  richtige  Bild  entstehen  soll. 
Es  ist  das  nicht  eine  Idee,  ein  Einfall  von  mir  oder  irgend 
Jemandem,  sondern  einfach  das  stricte  Oebot  der  Logik. 
Denn   wenn   auch   diese   Zeit   den  Taktstrich    nicht  an- 


wandte, —  der  Begriff  des  Taktes  war  ihr  nat&-lich  ebenso 
geläufig  und  unentbehrlich,  wie  uns  heute.  Der  Name 
Takt  kam  im  15. — 16.  Jahrhundert  auf,  bedeutete  abfir 
ganz  etwas  Anderes,  als  heute,  n&mlich  nicht  die  höhere 
Elinheit  der  2i&hlzeiten,  sondern  vielmehr  die  einzelne 
Schlagzeit  (tactns  ^  Schlag,  Berührung);  die  höhere 
Einheit,  also  der  eigentliche  Takt  hiess  damals  Tempus 
und  entsprach  demWerth  der  Brevis.  Im  12. — 13.  Jahr- 
hundert war  die  Brevis  Scblagzeit  und  die  höhere  Einheit 
(der  Longa  entsprechend)  hiess  Perfectio.  Deshalb  muss, 
da  wir  heute  gewohnt  sind,  das  Viertel  als  Schlagzeit  an- 
zusehen, im  12. — 13.  Jahrhundert  die  Brevis,  im  16. — 16. 
die  Semibrevis  mit  dem  Viertel  übersetzt  werden.  Das 
nOchste  Ergehniss  ist  dabei  die  Gewinnung  von  Takten, 
in  denen  wirklich  Etwas  vorgebt,  während  bei  den  heute 
gebräuchlichen  Uebertragungen  die  einzelnen  Takte  selten 
mehr  als  zwei  Noten  in  der  Einzelstimme  bringen;  das 
Ange  des  Uenschen  von  heute  siebt  nun  sofort  das  reiche 
Leben  in  den  Stimmen  und  haftet  nicht  an  den  lästigen 
bohlen  Notenköpfen.  Der  Sänger  von  heute  findet  sich 
viel  leichter  mit  den  alten  Tonsätzen  ab,  wenn  sie  ihm 
in  solchem  wirklich  zeitgemässen  Gewände  geboten  wer- 
den, er  wittert  Nichts  mehr  in  ihnen  von  Moder  und  Grab, 
sondern  sie  Ingen  ihn  mit  vollen  lebendigen  Augen  ver- 
ständnisBvoll  an.  Anch  die  „alten"  Schlüssel  sind  ein 
Hinderungsg^rund  für  die  Befreundung  mit  solchen  alten 
Sachen.  Dass  dieselben  dem  Musiker,  vor  Allen  dem 
Musikhistoriker  geläufig  sein  müssen,  versteht  sich;  aber 
wenn  man  doch  die  als  Chiavette  gemeinten  ansnahmswei^en 
Stellungen  beseitigt,  warum  setzt  mau,  wenn  man  doch 
einmal  übertragen  will,  nicht  überhaupt  nur  die  Schlüssel, 
in  denen  die  Stimmen  heutiger  Werke  gedruckt  werdenP 


88 

Die  nächste  Nummer  des  „Musikalischen  Wochenblattes"  erscheint  erst  am  21.  Juli. 


350 


Eb  ist  mir  kürzlich  gelungen,  eines  der  ältesten 
Denkmäler  des  vollausgebildeten  C!ontrapuncts,  und  zwar 
Eines,  das  gar  keinen  hässlichen  Zopf  hat,  eine  Sammlung 
reizender  Liebeslieder  von  Dufay's  älterem  Zeitgenossen, 
Gilles  Binchois,  vollständig  zu  entziffern,  die  als  wohl- 
gehüteter Schatz  in  der  Münchener  Bibliothek  verwahrt 
wird  (Mus.  Ms.  No.  3192);  das  Ergebniss  habe  ich  so- 
eben der  Oeffentlichkeit  übergeben,  und  zwar  in  einer 
Gestalt,  die  den  alten  Herrn  (er  lebte  etwa  1400  — 
1460)  gleich  in  weitesten  Kreisen  beliebt  zu  machen 
geeignet  ist.  Ich  biete  die  sehr  vollständig  erhaltenen 
Chansons :  „  Vostre  tres  doulx  regart  plaisant^ ,  „  H^las,  que 
poray  jeplusfaire",  „Mon  euer  chante  joyeusement'',  „Vostre 
aUe  me  desplaist  tanf,  „MaDameque  j'aime**  und  „Deuil 
angoisseux^  —  in  moderner  Notirung  mit  Ersetzung  des 
altfranzösischen  Textes  durch  einen,  den  Sinn  jener  con- 
servirenden  deutschen,  und  beabsichtige  damit  nicht  nur, 
endlich  Binchois  ins  rechte  Licht  zu  rücken  (bis  jetzt  ist 
nur  eine  einzige  höchst  fehlerhaft  überlieferte  und  von 
Kiesewetter  mangelhaft  übertragene  Chanson  „Ce  mois  de 
May"  von  ihm  bekannt),  sondern  zugleich  für  meine  Art 
der  Uebertragung  (mit  verkürzten  Werthen)  Propaganda 
zu  machen.  Der  Anfang  des  Chanson  „Vostre  tres  doulx 
regart  plaisant"  mag  hier  als  Orient irungs-Probe  stehen 
(die  Notirung  ist  noch  die  kurz  nach  1400  ganz  ver- 
schwindende mit  schwarzen  und  rothen  Noten): 


Disoantos. 


•    (Andante*) 

i 


Tenor      < 
(8va  tiefer) 


Contratenor. 


Dein  hol    -    der       JBlick    so  sanft  und 


^ 


-^ 


<5> 


t 


9^ 


£ 


cfrtjr-Tir| 


P 


•t 


% 


TS^J 


1 


I 


mild,    du     an    -     ge    -    be  -  tet         £n    -    gels-bild! 


t 


ä 


^^ 


^^ 


ts^ 


Pl^^ 


£ 


^m 


Vergleicht   man  hiermit  die  gemeinübliche  Art  der 
Uebertragung: 


m 


<9- 


Ä- 


^ 


Vo8  -  tre 


t 


3=^ 


^ 


tres        doulx 


re- 


5? 


is: 


3E 


2z: 


P 


_    g^ 


-^- 


^^ 


so  wird  man  mir  gewiss  beistimmen  —  das  ist  überhaupt 
noch  gar  nicht  übertragen  I 


Dass  die  Art,  wie  man  heute  in  diese  alten  Werke 
die  Taktstriche  einfügt,  auch  gar  nicht  so  ganz  unanfecht- 
bar ist,  sei  nur  noch  leise  angedeutet.  Taktwechsel,  Deh- 
nungen und  Elisionen,  welche  den  gleichmässigen  Verlauf 
des  symmetrischen  Aufbaues  unterbrechen,  waren  jener 
Zeit  so  wenig  fremd,  wie  uns  heute,  und  fielen  um  so 
weniger  auf,  als  das  Fehlen  des  Taktstrichs  sie  ver- 
birgt. Die  fortgesetzte  Einfügung  des  Taktstrichs  nach 
je  zwei  oder  drei  Semibreven  ist  da  oft  genug  eine  rein 
mechanische  Manipulation,  die  den  wahren  Sachverhalt 
vielmehr  zu  verdecken,  als  aufzudecken  geeignet  ist.  Nur 
ein  Beispiel  statt  hundert  als  Beleg.  Im  5.  Band  yon 
Ambros'  Musikgeschichte  S.  16  findet  sich  eine  dreistim- 
mige Chanson  „Se  vostre  coeur"  von  Johann  Okeghem, 
über  welche  gewiss  schon  gar  mancher  Chorvereinsdiri- 
gent weggeblättert  hat,  ohne  zu  ahnen,  welch  eine  Perle 
er  übersah.  Ambros  hat  wohlweislich  nach  je  zwei  Semi- 
breven den  Taktstrich  gesetzt,  obgleich  das  Stück  un- 
zweifelhaft alla  breve  im  alten  Sinne  (nach  Breves  taktirt, 
Brevis  als  Zählzeit)  erfunden  ist  (vgl.  den  Discant);  hätte 
er  versucht,  alle  zwei  Breves  den  Taktstrich  zu  setzen, 
so  würde  er  auf  starke  Hindernisse  gestossen  sein,  da 
mehrmals  je  drei  Breves  zur  höheren  Einheit  zusammen- 
gehören (erst  die  dritte  statt  der  zweiten  '  schwer 
[schlussfähig]  ist;  ja  einmal  (vor  der  Fermate  in  der 
Mitte  des  Stücks)  bilden  drei  statt  zwei  Semibreven  Mo- 
tive, es  entsteht  also  vorübergehend  ein  dreitheiliger  Takt, 
der  aus  dem  Allabreve  heraustritt  ( J    J  für  J  J) ,    ohne 

dass  eine  Veränderung  der  Mensurvorschrift  darauf  hinweist. 
Meiner  oben  signalisirten  Publication  werde  ich  später 
auch  eine  Uebertragung  dieses  Stückes  folgen  lassen.  Hier 
nur  eine  Probe  des  wechselnden  Taktes  (die  ebener- 
wähnte Stelle): 


I     < 


U 


Discant. 


p^ 


T 


=itgd^ 


?t* 


M 


Dei-ne   Au-genhab'n  ent-zündt    ein    FeuV      in 
Tenor. 


f^rrn  '  crr:M;^M?J=j 


Contratenor. 


^ 


^ 


m^ 


£ 


^ 


g  u  NB. 

Her      -        -      zen         mein,  das  mich     ver- 


1 


y 


zen         mein,  das  mich     ver 


^äftZplIj! 


NB. 


/T^ 


NB. 


t 


Eirrnz 


/9- 


I 


u 


steht!  Neig'  dich  zu 


mnr 


•J  r  r^^^^ä^^ 


9iÖ 


1 


t=t 


-«- 


^ 


3! 


S 


361 


Ich  gebe  hier  die  Stelle,  wie  ich  sie  habe  singen  lassen; 
das  Original  steht  eine  Terz  tiefer,  weil  der  Discant  nicht 
für  Frauenstimme,  sondern  für  Falsettisten  berechnet  ist. 
Ambros'  Uebertragung  geht  über  diese  klar  zu  Tage 
liegenden  Taktwechsel  glatt  mit  ({^  hinweg! 


grossen  Jugend  doppelt  ehrenvollen  Position  er  ausser 
auf  Alwin  Schröder  auf  eine  ganze  Beihe  berühmter 
Meister  seines  Instrumentes  (Carl  Schröder,  Emil  Hegar, 
Davidoff,  F.  Grützmacher  etc.)  als  Vorgänger  zurück- 
blicken kann. 


Biographisches. 

Das  Prill-Quartett. 

(Schluss.) 

üeber  die  Quartettgenossen  PrilFs  können  wir  nach- 
stehende biographische  Mittheilungen  machen: 

Franz  Hjalmar  von  Dameck  (2.  Violine),  am 
24.  März  1864  in  Copenhagen  geboren,  erhielt  wie  Prill 
den  ersten  Violinunterricht  vom  eigenen  Vater,  der,  ob- 
gleich Biilitär  von  Beruf,  die  Musik  doch  eifrig  pflegte. 
W&hrend  eines  vorübergehenden  Aufenthaltes  in  Dresden 
—  der  Heimath  seiner  Mutter  —  im  Jahre  1875  setzte  er 
seine  Violinstudien  bei  dem  dortigen  trefflichen  Violinisten 
Sachse  fort  und  besuchte  später  (1879 — 1882)  zwecks 
weiterer  künstlerischer  Vervollkommenung  das  k.  Conser- 
vatorium  zu  Leipzig,  wo  ihn  Prof.  Hermann  und  Goncert- 
meister  Schradieck  im  Violinspiel  unterrichteten  und  Prof. 
Dr.  Rust  theoretisch  unterwies.  Mit  Auszeichnung  von 
dem  Institut  entlassen,  trat  er  1882  als  1.  Violinist  in 
das  Theater-  und  Gewandhausorchester  und  1888  als 
Secondogeiger  in  das  Quartett  Petri  ein,  das  durch  ihn 
eine  sehr  nöthige  Aufbesserung  an  diesem  Pulte  erhielt. 

Bernhard  Unkenstein,  der  Bratschist  dieses  Quar- 
tetts, gehört  demselben  seit  1884  an  und  ist  das  noch 
einzige  Mitglied  des  Quartetts  aus  dessen  damaligem  Be- 
stände. Er  ist  am  21.  März  1860  in  Dessau,  als  Sohn 
eines  armen  erblindeten  Musikers,  geboren  und  erhielt 
auf  dessen  Wunsch  schon  vom  7.  Lebensjahre  an  Violin- 
unterricht durch  den  Hofmusiker  Friedrich  Müller,  wel- 
chen Lehrer  er  vier  Jahre  später  mit  Hofconcertmeister 
Bartels  vertauschte,  der  ihn  vollends  zum  tüchtigen  Vio- 
linisten ausbildete.  Diesem  Unterricht  schloss  sich  ein 
zweijähriger  theoretischer  Gursus  bei  Diedicke  an,  sodass 
er,  musikalisch  wohlausgerüstet,  im  Jahre  1877  die  Vater- 
stadt verlassen  konnte,  um  zunächst  in  Russland  seine 
Kunst  praktisch  zu  verwerthen  und  später  als  1.  Geiger 
in  die  Hofcapelle  in  Darmstadt  einzutreten,  welche  Stellung 
er  1884  mit  der  des  2.  Bratschisten  des  Leipziger  städti- 
schen Orchesters  vertauschte. 

Georg  Wille,  der  Violoncellist  des  Quartetts  als  Nach- 
folger Alwin  Schröder's,  dessen  Vaterstadt  Greiz  und  dessen 
Geburtstag  der  20.  Sept.  1869  ist,  erhielt  vom  Vater,  der 
dort  Musikdirector  ist,  von  früh  an  praktischen  Unter- 
richt auf  verschiedenen  Instrumenten,  deren  von  ihm  be- 
vorzugtestes die  Violine  war.  Mit  16  Jahren  als  Schüler 
in  das  k.  Gonservatorium  zu  Leipzig  eintretend,  wurde  er 
jedoch  der  Violine  untreu  und  griff  zum  Violoncell,  auf 
welchem  er  sich  in  einem  vierjährigen,  von  Julius  Rlengel 
geleiteten  Studium  zum  perfecten  Künstler  entwickelte, 
sodass  er  1890  bei  Bewerbung  um  die  zweite  Violon- 
cellisten-Stelle im  Leipziger  Theater-  und  Gewandhaus- 
orchester als  Sieger  hervorging  und  1891  nach  Weg- 
gang Alwin  Sehr  öder 's  in  die  von  diesem  besetzt  ge- 
wesene Stellung  des  ersten  Solovioloncellisten  und  in  des 
Genannten  Quartettplatz  einrückte,  in  welcher  bei  seiner 


Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

FFankfupt  a.  M.,  im  Juni. 

(Schluss.) 

Schon  der  Beginn  des  die  Oper  einleitenden  Preludietto  ist 
für  das  Werk  charakteristisch!  Diese  neun  Takte  mit  ihren  har- 
monisch harten,  unerbittlich  consequenten  Sexten  frösteln  an  und 
passen  absolut  nicht  in  den  Rahmen  eines  Lustspiels,  sie  sind 
—  wenn  Mascagni  nicht  gerade  durch  wohlfeilen  Contrast 
wirken  wollte  —  um  so  unerklärlicher,  als  sie  zu  einem  im 
Walzer -Tempo  gehaltenen,  einfachen  und  ganz  graziösen, 
wenn  schon  unbedeutenden  Motiv  führen.  Trotzdem  möchten 
wir  diese  Einleitung,  welche  übrigens  zu  der  Oper  in  keiner 
thematischen  Beziehung  steht,  für  Eines  der  besten  Stücke  des 
Werkes  erklären.  Auch  die  erste  Scene  mit  ihrem  Gespräche 
zwischen  Fritz  und  David  zeichnet  sich  durch  anmuthige 
Lebendigkeit  aus,  wenn  schon  zahlreiche  harmonische  Härten 
(das  dem  Gdur  sich  unvermittelt  anschliessende  Fdur)  auch 
hier  der  Stimmung  nicht  gerade  entsprechen.  Eigenthümlich 
ist  der  oftmalige  Tempowechsel,  welcher  in  149  Takten  27  Mal 
eintritt  (Seite  7— 16  des  itaKenischen  Ciavierauszuges).  Das 
Antrittslied  SuzePs  mit  seiner  brutalen  Folge  Gdur,  Dmoll 
ei-scheint  für  deren  zarten  jungfräulichen,  daoei  aber  heiteren 
und  gesunden  Charakter  wenig  geeignet;  sie  Überreicht  Fritz 
einen  Veilchenstrauss  und  quält  sich  dabei  fortwährend  auf 
morosem  Dmoll  herum.  Die  Stelle:  „tutto  si  allieta:  il  cielo 
6  uno  splendore,  Paria  ö  dolce  sottile  e  il  prato  6  in  fiore", 
welche  von  einem  frischen,  auf  dem  Lande  gross  gewordenen 
ziebzehnjährigen  Mädchen  heiter  und  leicht  wiedergegeben 
werden  müsste,  lässt  Mascagni  „largamente  con  espressione" 
mit  einer  Empnase  singen,  wie  sie  einer  „Trovatore"-Leonore 
anstehen  würde.  Richtiger  ist  der  Zigeuner  Beppo  charakte- 
risirt,  welcher  sich  mit  einem  wohl  etwas  zu  langen  Yiolin- 
solo  einführt;  sein  zweistrophiges  Lied  mit  der  straffen 
ungarischen  Rhythmik  (Gmoll)  verräth  wenigstens  seine  Her- 
kunft. Wie  wenig  Mascagni  sich  in  deutsche  Stimmung 
finden  kann,  wie  crass  er  die  Farben  mischt,  beweist  die 
musikalische  Illustration  des  Strafisermons,  welchen  der  Rabbi 
während  des  lustigen  Mahles,  sicher  nicht  zu  ernst  gemeint, 
seinem  Freunde  Fritz  wegen  dessen  Garcjon-Neigungen  zu 
Theil  werden  lässt;  gespensterhaft  steigen  die  Terzen  in 
chromatischem  Tremolo  herunter,  man  könnte  an  das  Fürchten- 
Lehren  Mime's  oder  an  einen  schauerlichen  Fluch  denken! 
Li  diesen  Verhältnissen  wirkt  die  Stelle  fast  wie  eine  Parodie! 
Der  kurze  Act  schliesst  aber  doch  in  heiterer  Stimmung  mit 
einem  flotten  Marsch,  dessen  Thema  einem  elsässischen  Volks- 
liede:  „i  bin  lusti"  entnommen  ist.  Der  den  Wohlthäter  Fritz 
feiernde  Chor,  welcher  übrigens  in  der  Oper  von  einem  ganz 
neuen  Gesichtspuncte  aus  (darüber  unten  mehr)  nicht  in  den 
Vordergrund  und  auf  die  Scene  tritt,  singt  im  Anschluss  an 
den  Marsch  einen  kleinen  Satz.  Der  zweite  Act  führt  uns 
ohne  längeres  Präludium  auf  den  Hof  des  Kobus*schen  Land- 

gutes,  wo  Suzel  in  hellem  Frühlingsmorgen  Kirschen  pflückt, 
►as  einleitende  pastorale  Gdur  nebst  dem  graziösen  Walzer- 
motiv in  Ddur  ist  eine  der  glücklichsten  Eineebun^n  des 
Tondichters,  bei  welcher  sich  edle  Melodik  mit  durchsichtiger 
Harmonik  eint.  Aus  der  Feme  hören  wir  eine  Oboe  eme 
elsässische  Volksmelodie:  „Es  trug  das  Mädelein*|  anstimmen, 
und  der  Chor  singt  wieder  unsichtbar  ein  kleines  moroses 
Sätzchen  über  das  „Erhalten  seines  Schatzes".  Dass  Mascagni 
auch  für  die  zur  Arbeit  eilenden  Landleute  eine  Molltonart 
(Gmoll)  gewählt,  ist  geradezu  unbegreiflich  und  trübt  die 
sich  glücklich  entwickelnde  Scene.  Die  Situation  wird  noch 
peinlicher,   wenn  Suzel  anstatt  eines  ihrer  frischen  Jugend 

28» 


85i^ 


angemessenen  neckischen  Liedes  eine  Art  Ballade  vorführt 
(ein  Zwiegespräch  zwischen  einem  Bitter  und  einem  Mädchen, 
welches  Srsterem  eine  Rose  schenken  will)  und  von  einer 
Molltonart  in  die  andere  fUllt.  Einen  kleinen  Lichtblick  ge- 
währt das  pikante  und  der  Anmuth  nicht  entbehrende  kurze 
Ritomell  (Allegretto,  ^k).  Die  folgende  Scene  unter  dem 
Kirschenbaum  ist  der  Erckmann^schen  Novelle  fremd  (Suzel 
bringt  hier  Fritz  Kirschen  in  die  Stadt)  und  fiür  eine  Idylle 
sehr  glücklich  erdacht.  Das  sanft  wiegende  Andante  sostenuto 
(Adur.  %)  ist  reizend  und  um  so  anheimelnder,  als  es  endlich 
auch  die  vorgeschriebene  molta  semplicitä.  athmet  und  einen 
beglückenden  Frieden  ausstrahlt.  Aber  lange  vermag  der 
Tondichter  sich  nicht  in  Buhe  zu  wiegen.  Fritz,  welcher 
„den  süssen  Frieden  heilifi;er  Unschuld^  preisen  will,  geräth 
in  ein  so  pathetisches  und  leidenschafblicn  gehaltenes  AmoU, 
dass  man  den  im  Grunde  genommen  doch  recht  prosaischen 

Siten  Junfi;en  für  einen  verzweifelten  Manrico  halten  könnte, 
ie  Melodie  ist  nicht  gerade  ohne  Adel,  aber  für  Kobus  und 
die  Situation  unpassend.  Erst  wenn  wir  in  das  Adur  (^/i) 
zurückkehren,  strahlt  die  Sonne  wieder,  und  der  sanft  ver- 
hallende Schluss  dieses  Duetts  ist  trotz  des  merkwürdigen 
Tempowechsels  (in  vier  Takten  'V*»  ^A»  '/*»  ^M  "^^n  bezaubernder 
Wirkung.  Doch  schon  nahen  die  Freunde,  welche  Fritz  auf 
seinem  Landgute  besuchen  wollen;  die  Motive  sind  lebhaft, 
natürlich  aber  wieder  in  leidigem  Moll  mit  dreizehnmaligem 
Tempowechsel  in  27  Takten.  Erst  das  folgende  Bdur,  welches 
das    recht    alltägliche   Grespräch    über   Befinden ,   Spsizieren- 

fehen  etc.  begleitet,  s^lane^  auf  das  Niveau  anmuthiger 
'lauderei,  welches  Auber  bei  derartigen  Gelegenheiten  so 
trefflich  einzuhalten  verstand.  Die  folgende  Scene,  in  welcher 
David  die  mit  einem  Kruge  nach  dem^runnen  gehende  Suzel 
um  Wasser  bittet,  um  mit  ihr  die  biblische  Geschichte  von 
Bebekka  und  Eleazar  zu  recapituliren,  ist  Erckmann-Chatrian 
fremd  und  bietet  der  Composition  sehr  günstige  Momente. 
Das  Andante  religiöse  in  Gaur  beginnt  in  löblicher  Einfach- 
heit, steigert  sich  aber  unserem  Empfinden  der  Situation 
widersprechend  zu  pathetisch  bis  zu  einem  in  ///  gehaltenen 
tremolo  grandiose.  Nach  einem  kurzen  Zwiegespräch  zwischen 
dem  Babbiner  und  Fritz,  bei  welchem  Letzterer  erfahrt,  dass 
für  Suzel  ein  Mann  gefunden  sei,  folgt  in  knapper  Form  ein 
„lyrischer"  Erguss  des  Titelhelden.  Er  klagt,  dass  die  viel- 
verhöhnte Liebe  ihn  gefangen  halte,  und  beschliesst,  nach  der 
Stadt  zu  fliehen.  Das  Gmoll-sostenuto  mit  der  24  Mal  an- 
klingenden trüben  Terz  C.  Es  lässt  die  Beklommenheit  des 
Kobus  sehr  treffend  erkennen  und  erfährt  durch  das  kurze 
Esdur  eine  wirklich  Innigkeit  verrathende  Unterbrechung. 
Diese  Scene  ist  für  Mascagni  überaus  charakteristisch!  Wohl 
jeder  italienische  und  mancher  deutsche  Componist  hätte  die 
vorzügliche  Gelegenheit  zu  einem  langathmigen  Arioso  nicht 
unbenutzt  vorübergehen  lassen,  Mascagni  ist  aber  auch  hier 
vor  Allem  Dramatiker,  der  jede  Schönrednerei  verschmäht. 
Die  Schlussscene  des  zweiten  Actes,  in  welcher  Fritz  mit 
seinen  Freunden  nach  der  Stadt  abreist,  verläuft  zwar  lebendig 
(in  20  Takten  achtmalis^er  Tempowechsel),  bringt  aber,  sich 
thematisch  an  die  dritte  Scene  dieses  Actes  anlehnend,  keinerlei 
neue  Motive.  Das  den  dritten  Act  einleitende  Dmoll-Inter- 
mezzo  ist  eine  mit  ungarischen  Bhythmen  verquickte  Aus- 
führung des  elegischen  vioUnsolos  von  Beppo ;  bei  seiner  ein- 
dringlichen Tonsprache  dürfte  es  überall  dankbare  Zuhörer 
finden  und  gewohnheitsmässig  da  capo  gefordert  werden. 
Schwieriger  dürfte  die  Feststellung  sein,  weshalb  gerade 
dieses  Motiv  des  nur  episodisch  hervortretenden  Zigeuners 
so  bedeutungsvoll  in  den  Vordergrund  geschoben  wird.  Nach 
dem  Aufziehen  des  Vorhanges  hören  wir  Fritz  kWen,  dass 
die  Liebe  ihn  überall  verfolge.  Die  Scene  ist  nicht  bedeutend 
und  gewinnt  nur  durch  die  gegensätzlich  wirkenden ,  hinter 
der  £$ene  gesungenen  Sätze  aes  Chores.  Eigenthümlich  und 
neu  ist  die  Bolle,  welche  Mascagni  dem  Chore  in  der  Oper 
zuweist.  Die  kleinen  Sätze  desselben  sollen  offenbar  nur 
musikalisch  als  Contrast,  nicht  in  die  Handlung  eingreifend, 
dramatisch  wirken,  der  Chor  ist  nur  Instrument;  deshalb 
agirt  er  nicht  aui  der  Bühne  und  bleibt  stets  hinter  der 
Scene.  Es  dürfte  daher  auch  sehr  fraglich  sein,  ob  das  von 
der  hiesigen  Begie  angeordnete  opernhafte  Auftreten  der 
Kinderschaar  in  der  Schlussscene  des  ersten  Actes,  welches 
dem  Au^  freilich  Abwechselung  bietet,  den  Intentionen  des 
Compomsten  entsprechend  nicht  besser  zu  unterbleiben  hätte. 
Beppo  führt  sich  mit  einem  lebendigen  Motiv  aus  dem  ersten 
Acte  ein  und  singt  gleichfalls  von  unglücklicher  Liebe.  Das 
StrophenUed  (GmoU)  ist  insofern  bemerkenswerth ,  als  das 
Begleitungsmotiv  für  die  ersten  zwei  Verse  acht  Mal  in  ganz 


gleicher  Weise  wiederholt  wird,  und  zwar  mit  der  bei  Mas- 
cagni sehr  beliebten,  unvermittelt  harmonischen  Folge  Gmoll, 
Amoll,  Dmoll  und  Gmoll.  Die  die  dritte  Scene  ausfüllende 
Hymne  Fritzens  an  die  Liebe  (Gresdur)  ist  sehr  melodiös  und 
geschmackvoll,  hier  tritt  der  sinnliche  Beiz  in  sein  volles 
Becht  und  wirkt  auch  bestrickend.  Ob  dieses  aber  Töne  für 
Hrn.  Kobus  sind,  welcher  sein  Leben  bisher  nüchtern  fast 
ausschliesslich  materiellen  Genüssen  gewidmet  hat,  möchten 
wir  stark  bezweifeln.  Aus  dem  übrigen  Theile  des  Actes 
ragen  einigermaassen  nur  noch  das  harmonisch  sehr  com- 
plicirte  Klagelied  Suzels  (CmoU)  und  die  sechste  Scene  hervor, 
in  welcher  Fritz  und  Suzel  sich  ihre  Liebe  gestehen.  Freilich 
ist  auch  das  Duett  von  Schwülstigkeit  nicht  freizusprechen 
und  für  die  naiven  Charaktere  der  Liebenden  viel  zu  refiectirt. 
Das  also  ist  ein  „Lustspiel",  und  zwar  ein  „lyrisches"!  Viel- 
leicht könnte  uns  entgegengehalten  werden,  dass  eine  Kritik, 
welche  die  musikaliscne  Charakteristik  der  handelnden  Per- 
sonen nicht  nach  den  sich  in  den  Tönen  erkennbar  machenden 
Intentionen  des  Componisten  beurtheilt,  sondern  auf  den  Ur- 
sprung des  Librettos  zurückgeht,  zu  schiefen,  ungerechten 
Cfonsequenzen  erlangen  müsse.  Dieser  Einwand  ist  nur 
scheinbar  berechtigt.  Auch  der  Verfasser  des  Textes  ist  nicht 
so  wesentlich  von  der  Schilderung  der  Erckmann-Chatrian 
abgewichen,  dass  sich  die  Charaktere  der  drei  Hauptpersonen 
in  einer  der  Novelle  fremden  Beleuchtung  darstellten.  Es 
wäre  dieses,  sollte  deren  Beiz  gewahrt  werden,  offenbar  auch 
unmöglich  gewesen.  Was  uns  aber  der  Componist  hieraus 
geschaffen,  ist  ein  wahrheitswidriges,  verzerrtes  Bild,  welches 
sich  der  Parodie  nähert.  „Freund  Fritz"  kann  daher  nur  als 
ein  gänzlich  verfehltes  Werk  betrachtet  werden,  zu  dessen 
Aumlhrung  auch  in  Deutschland  Niemand  den  Muth  finden 
würde,  wenn  die  Speculation  mit  der  „Cavalleria  rusticana" 
sich  nicht  so  gewinnbringend  erwiesen  hätte.  TrotzaUedem 
möchten  wir  die  Oper  nicht  gerade  als  einen  Bückschritt 
gegen  das  Erstlingswerk  des  Componisten,  als  das  erbärm- 
licne  Machwerk  eines  an  „Schmieren"  thätig  gewesenen 
talentlosen  Boutiniers  bezeichnen.  Sie  ist  Nichts  weniger  als 
eine  sogen.  Capellmeister-Oper,  welche  mit  landläufigen  Phrasen 
um  sich  wirrt  und  hundert  Mal  besser  Geschriebenes  ver- 
wässert wiederholt.  Nirgends  finden  wir  Beminiscenzen,  selbst 
nicht  einmal  an  die  eigene  erste  Schöpfung,  und  Manches 
verräth  Genie  und  Originalität.  Es  scheint  uns  indessen,  als 
wenn  Mascagni  in  seinem  Bestreben,  uns  Neues  zu  bringen, 
auf  Irrwege  gerathen  sei,  und  namentlich  der  Harmonie  aui 
Kosten  der  Schönheit  imd  Wahrheit  grausamen  Zwang  an- 
thne.  Die  Musik  ist  manierirt,  bis  zum  üeberdruss  refiectirt 
und  leider  oft  roh.  Die  Instrumentation,  obschon  dem  Stoffe 
entgegen  viel  zu  massiv,  ist  mit  grösserer  Sorgfalt  und  theil- 
weise  auch  geschickter  als  in  der  „Cavalleria  rusticana"  durch- 
geführt. Immerhin  hat  die  Oper  keine  Zukunft,  in  Deutsch- 
land wird  sie  wegen  der  Musilc,  in  Italien  wegen  des  Stoffes 
auf  Widerstand  stossen.  —  Dass  die  Vorführung  eines  Werkes 
von  so  complicirter  Structur  für  den  Dirigenten  und  die  Mit- 
wirkenden mit  ganz  unverhältnissmässigen  Schwierigkeiten 
verbunden  ist,  erscheint  selbstverständlich;  nur  ein  sehr 
discretes  Abtönen  der  crassen  Farben  wird  deutsche  Ohren 
vor  einem  peinlichen,  oft  geradezu  beleidigenden  Eindruck 
bewahren.  Hr.  Capellmeister  Dessoff,  von  ästhetischem 
Feingefühl  geleitet,  der  trefflich  geschulte  Instrumentalkörper 
und  unsere  verständniss vollen  Opemmitglieder  haben,  soweit 
dieses  in  dem  gegebenen  Bahmen  möglich.  Alles  gethan,  um 
den  Contrast  der  brutalen  Musik  mit  dem  Stoffe  zu  mildem. 
Hr.  Pichler  als  Fritz  imd  Hr.  Heine  als  Babbiner  —  in 
dem  bekannten  Bühnenstücke  eine  Parade-Bolle  Possart^s  — 
boten  schauspielerisch  und  gesanglich  ganz  Vorzügliches. 
Auch  der  Zigeimer  des  Frl.  Weber,  weläie  nach  dem  Ab- 
gange der  Frau  Luger  von  der  Bühne  wohl  mit  Becht  noch 
mehr  in  den  Vordergrund  treten  wird,  verdient  vollstes  Lob. 
Frl.  Jäger  als  Suzel,  wie  immer  sympathisch,  tüchtig  und 
verständig,  konnte,  von  dem  Bleigewichte  dieser  Musik  er- 
drückt —  freilich  ohne  jedes  eigene  Verschulden  — ,  der  Suzel 
nicht  die  jugendliche  Frische  und  Gesundheit  geben,  welche 
sie  in  der  Novelle  auszeichnen.  Anstatt  des  blühenden  Land- 
mädchens, welches  selbst  noch  zu  dem  guten,  aber  spiess- 
bürgerlichen  Fritz  mit  einer  gewissen  Ehrftircht  aufblickt, 
eine  sentimental  angehauchte  „Tochter  höherer  Stände",  welche 
in  einem  Genfer  Pensionat  teine  Umgangsformen  gewonnen 
und  die  kleidsame  Tracht  einer  Elsässerin  angelegt  hat,  eine 
Art  Martha.  Die  anderen  Bollen  waren  gleichfafis  in  guten 
Händen.  Der  Begie  endlich  gebührt  für  die  stimmungsvoUe 
Einrichtung  uneingeschränkte  Anerkennung.  B. 


863 


Hannover,  im  Mai. 


(Schluss.) 


Von  auswärtigen  Künstiem  besuchte  uns  Frau  Etelka 
G  e  r  s  t  e  r ,  welche  durch  ihren  charaktervollen  ,  reizend- 
neckischen  Vortrag  die  Hörer  so  entzückte,  dass  der  Applaus 
kein  Ende  nehmen  wollte.  Ihr  Partner  war  der  Pianist  Hr. 
Sally  Liebling. 

Auch  der  treffliche  Violonist  Wilhelm j  gab  ein  Concert 
unter  Mitwirkung  des  Pianisten  Eud.  Nie  mann,  welches 
leider  schwach  besucht  war;  es  fiel  ungünstig  zwischen  die 
Aufführungen  der  „Elisabeth"  von  Liszt.  Die  frfliere  spanische 
Primadonna  Linda  Diaz  veranstaltete  ein  Concert,  doch  habe 
ich  noch  nie  so  unrein  und  tremolirend  singen  hören,  als  es 
bei  der  genannten  Sängerin  der  Fall  war. 

Die  niesigen  Künstler  befleissigten  sich,  das  Hannoversche 
Publicum  mit  ihren  Gaben  zu  erfreuen.  Hr.  Lutter  (Pianist) 
war  mit  seinem  4.  Musikabend  vertreten,  an  welchem  sich 
Frl.  Huhn  durch  ihre  schätzbaren  Vorträge  wieder  in  gute 
Erinnerung  brachte.  Hr.  Sahla  stand  zu  gleicher  Zeit  mit 
auf  dem  Programm.  Hr.  Lutter  zeigte  sich  in  seinen  Dar- 
bietungen von  Keuem  als  ein  Künstler,  dem  es  darum  zu 
thun  ist,  nur  Gutes  zu  leisten. 

Die  Concertsängerin  Frl.  Schotel  und  der  Baritonist 
Hr.  Brune  brachten  am  2.  und  3.  Duettabende  eine  Auswahl 
stimmungsvoller  Duette,  von  denen  ich  nenne:  „Die  beiden 
Dorf  linden"  von  Lassen,  „Wie  klang  aus  deinem  Munde" 
von  W.  Berger,  das  reizende  „Se  il  mio  ben"  von  C.  M.  v. 
Weber  und  „L'addio"  imd  „La  Gelosia"  von  Donizetti,  welche 
Compositionen  in  gutem  Zusammensang  und  dem  Inhalt  ent- 
sprechend wiedergegeben  wurden.  Auch  mit  ihren  Sololiedern 
boten  die  Concertgeber  recht  Lobenswerthes.  Als  Solisten 
fungirten  der  Violoncellist  Blume  und  Hr.  Evers. 

Hr.  Organist  und  Pianist  Klose  absolvirte  seinen  2.  und 
3.  (letzten)  Musikabend;  am  zweiten  derselben  brachte  er  fünf 
Sonaten  von  Beethoven  zum  Vortrag,  während  das  Programm 
des  letzten  Abends  Bach,  Beethoven,  Weber,  Schumann, 
Chopin,  Liszt  und  Henselt  enthielt.  Das  Spiel  des  Hrn.  Klose 
ist  correct,  jedoch  etwas  pedantisch  und  geziert.  Die  nßigo- 
Ietto"-I*araphrase  von  Liszt  verlangt  einen  geeigneteren  Spieler, 
als  Hrn.  Klose,  wenn  sie  überhaupt  geniessbar  sein  soll. 

Die  Kammermusikabende  der  Hfl.  Haenflein  und  Ge- 
nossen brachten  neben  Werken  von  Haydn,  Mozart,  Beethoven, 
Schubert,  Schumann,  Mendelssohn  und  Fritz  Kauffmann  (Piano- 
fortetrio Op.  20)  das  herrliche  Streichquintett  Op.  111  von 
Brahms  (zwei  Mal),  welches  besonders  in  den  ersten  drei  Sätzen 
schönen  Eindruck  hinterlässt.  Frau  Concor tmeister  Haenf- 
lein vertrat  mit  Geschick  die  jeweiligen  Ciavierpartien. 

Die  Kammermusikabende  der  HH.  Bill  er  und  Ge- 
nossen mit  Hm.  Pianist  Evers  blieben  am  Werthe  und  in 
der  guten  Ausfuhrung  nicht  hinter  denen  des  Hm.  Haenflein 
zurück.  Der  bemerkenswertheste  Vortrag  war  das  Hmoll- 
Quintett  für  Streichquartett  und  Clarinette  von  Brahms.  Das 
Werk  zeigt  in  seiner  Erfindung  Schumann*schen  Einfluss(?), 
trägt  auch  theil weise  ungarischen  Charakter:  die  gediegene 
musikalische  Arbeit  in  dem  Werke  lässt  den  Meister  erkennen, 
insbesondere  ist  das  Adagio  ein  geradezu  bewundemswerther 
Satz.  Die  Clarinettenpartie  brachte  Hr.  Kammermusiker  Bol- 
land  gut  zur  Geltung;  er  zeichnete  sich  besonders  durch  ein 
schönes  piano  aus. 

Die  ICammermusikabende  ftlr  Blasinstrumente  erfreuten 
sich  wieder  eines  zahlreichen  Besuches.  Mitwirkend  waren 
die  Kammermusiker:  Herbort-Flöte,  Oley-Oboe,  Sobeck- 
Clarinette,  Fedisch- Fagott,  Richtef-Horn  und  Hr.  Major- 
Clavier.  Es  gelangten  vVerke  von  Beethoven,  Rubinstein, 
Brahms  (Trio  Op.  114  für  Ciavier,  Clarinette  und  Violoncell), 
Onslow,  Meyer-Ölbersleben,  Pauer,  Gouvy,  Ries,  Scheck,  Klug- 
hardt  (die  stimmungsvollen  „Schilf lieder",  Viola:  Hr.  Kraft) 
und  Uhlig  zu  Gehör,  deren  Ausführung  eine  recht  gute  war. 

Am  zweiten  Vereinsabend  des  Rieh.  Wagner -Vereins 
sprach  Hr.  G.  Kastropp  über  Rieh.  Wagner^s  Kunstprin- 
cipien.  Der  Redner  wies  auf  Wagner's  Lieblingsidee  hin: 
die  nationalen  griechischen  Volksfeste  ähnlich  in  Deutschland 
wieder  aufblühen  zu  lassen,  welche  Idee  den  Bayreuther  Fest- 
spielen zu  Grande  liegt,  und  besprach  zugleich  den  Lebens- 
gan^  des  Diohter-Componisten,  von  dessen  Geburtsort,  dem 
musikalischen  Leipzig  ausgehend,  bis  zu  seinem  Tode  in  dem 
märchenhaften  Venedig.  Frl.  Schotel  sang  Lieder  von 
Schumann  („Lied  der  Braut"  und  „Mit  Myrthen  und  Rosen") 
und     von   Rieh.   Wagner   („Der   Engel"    und    Schlummer- 


lied), Hr.  Lutter  spielte  die  Sonate  Op.  90  von  Beethoven 
und  brachte  mit  Frl.  Friedhoff  (k.  Schauspielerin)  das 
schon  früher  gut  aufgenommene  Melodram  ,4jenore"  von 
Bürger-Liszt,  besonders  in  rhythmischer  Beziehung,  trefflich 
zum  Ausdruck. 

Noch  habe  ich  den  Bericht  über  das  Concert  des  Han- 
noverschen Männer gesang Vereins  nachzuholen,  welches 
zum  Besten  des  Baufonds  für  das  neugekaufte  Vereinshaus 
vor  überfülltem  Saale  stattfand.  Das  Programm  enthielt  die 
beliebtesten  und  wirkungsvollsten  Vorträge  des  Vereins,  welche 
ungetheilten  Beifall  fSemden  und  denselben  im  vollen  Maasse 
verdienten.  Zu  wünschen  bleibt  nur  noch,  dass  sich  der 
Gesangverein,  welcher  über  200  Sänger  zählt,  höhere  Auf- 
gaben stellt  als  bisher  und  vielleicht  alljährlich  mindestens 
ein  grösseres  Gesa^gswerk  zur  Aufführung  bringt.  Wenn 
ein  derartiger  Verein,  wie  der  genannte,  welcher  zu  den 
allerbesten  zählt,  nicht  Werke,  wie  „Das  Meer"  von  Nicod6 
und  ähnliche  zu  Gehör  bringt,  wer  soll  sie  dann  aufßüiren? 
Sie  verstauben  im  Lager  des  Verlegers,  und  da  ist  es  doch 
wirklich  Schade  darum.    Also,  frisch  ans  Werk! 

In  der  k.  Oper  hat  sich  manches  Bemerkenswerthe  zu- 
getragen. Das  schnelle,  traurige  Ableben  der  Frau  Brand t- 
Görtz  errefi^  allgemeines  Bedauern,  denn  die  Künstlerin  hatte 
sich  durch  inre  Leistungen  die  Sympathien  des  Hannoverschen 
Publicums  erworben.  Mit  der  Norma-Partie  erzielte  sie  noch 
in  der  letzten  Zeit  bedeutende  Wirkung,  indem  sie  trotz  des 
Coloraturgesanges  Gemüth  und  Seele  damit  auszudrücken  ver- 
stand. Für  den  Wagner -Verein  hatte  sie  die  Isolde  studirt, 
und  nur  ihr  Tod  vereitelte  die  Ausführung.  Ihre  letzte  Partie 
war  die  der  Königin  in  „Hans  Helling".  Ein  ehrendes  An- 
denken wird  der  Künstlerin  bewahrt  bleiben.  —  Unter  den 
Gastspielen  an  der  k.  Oper  war  das  des  Hm.  Reichmann 
besonders  hervorragend.  Der  geschätzte  Künstler  san^  Hans 
Helling,  den  Trompeter  (diesen  wohl  aus  Gefälligkeit)  und 
den  Holländer,  welch  Letzterer  eine  tiefdurchdachte  Leistung 
voll  Wärme  und  treffender  Charakteristik  war.  Hr.  Kammer- 
sänger Emü  Götze  absolvirte  ein  Gastspiel,  welches  die  drei 
Partien  Lohengrin,  P/)phet  und  Lyonel  („Martha")  umfasste. 
Ich  habe  der  Vorstellung  des  „Lohengrin"  beigewohnt.  Das 
Charakterisirungstalent  des  Hrn.  Goetze  ist  nicht  so  hervor- 
ragend, wie  seme  Stimmmittel;  denn  der  genannte  Sänger 
bot  in  dieser  Beziehung  nichts  Neues,  hingegen  singt  der- 
selbe so  recht  aus  Herzensgrund;  seine  Töne,  gleichviel  ob 
in  hoher  oder  tiefer  Lage,  £:ingen  mächtig  und  wohllautend 
aus  der  Brust  und  zu^eich  ergreifend:  während  des  herr- 
lichen Abschiedgesanges  im  „Lohengrin"  ist  manche  Thräne 
der  Rührung  genossen.  Zu  diesen  schönen  stimmlichen  Eigen- 
schaften gesellt  sich  noch  eine  stattliche  Erscheinung  mit 
gewinnendem  Blicke,  sodass  es  wahr  erscheint,  wenn  der 
hör  die  Worte  singt:  „Wie  ist  er  schön  und  hehr  zu 
schauen".  In  der  Partie  der  Elsa  war  Frau  von  Hübbenet 
aus  Cassel  noch  in  letzter  Stunde  für  das  erkrankte  Frl.  Jahn 
eingetreten;  ihre  Darstellung  war  in  manchen  Theilen  recht 
lobenswerth.  Der  Spielplan  brachte  ausser  „Hiame"  von 
I.  V.  Bronsart  (welche  Oper  drei  Mal  gegeben  wurde)  neu  ein- 
studirt  „Armida"  von  Gluck,  „Johann  von  Paris"  von  Boieldieu 
und  „Rigoletto".  Von  unseren  neuen  Kräften  wirken  Frau 
Beck-Radecke  und  Frl.  Jahn  als  wackere  Sängerinnen. 
Mit  Ende  der  Saison  verlassen  zwei  verdienstvolle  langjährige 
Mitglieder  unserer  Oper,  der  Heldentenor  Hr.  WiUiam Müller 
und  der  Bassist  Hr.  Bietzacher,  infolge  Pensionirung un- 
sere Bühne;  ihre  Namen  sind  in  der  G^^hichte  der  Letz- 
teren oft  in  Ehren  genannt  worden.  An  Stelle  des  Hrn. 
Müller  tritt  Hr.  Min n er  und  für  Hrn.  Bietzacher  ist,  wie 
ich  höre,  Hr.  von  Schmid  aus  Cöba,  welcher  als  Leporello 
gastirte,  engagirt  worden. 

Die  hiesigen  OpemaufHihrungen  und  die  im  Opemhause 
stattfindenden  Concerte  werden  in  neuerer  Zeit  auf  telepho- 
nischem Wege  nach  dem  nahegelegenen  Wiener  Caf6  tiber- 
fuhrt, wo  man  diesen  „Genuss"  für  60  Pfennige  haben  kann. 

Emil  Fritzsoh. 


(Schluss.) 


Wien. 


Wir  kommen  nun  zu  den  zwei  zugkräftigsten  Novitäten 
der  Saison:  „Werther"  von  Massenet  und  „Freund  Fritz" 
von  Mascagni.  In  dem  Werke  des  Franzosen  Überwiegende 
Reflexion,  feinstes  Raffinement,  das  Resultat  langjähriger  Er- 
fahrung, in  der  Oper  des  Italieners  mehr  musikalisches  Voll- 


364 


blut  bei  minder  vornehmer  Haltung,  ein  gewisses  der  augen- 
blickliclien  Stimmung  Nachgeben,  das  selbst  vor  Banalitäten 
(wie  z.  B.  dem  bereits  in  der  „Cavalleria  rusticana"  abge- 
nutzten stets  wiederkehrenden  sentimentalen  Vorhalt)  nicht 
zurückschreckt,  dabei  aber  instinctiv  stets,  wenn  nicht  das 
Richtige,  so  doch  relativ  Wirksames  trifft,  —  so  könnte  man 
vielleicht  die  beiden  Partituren  vergleichen,  die  in  dem  aus- 
gesprochenen Bühnensinn  ihrer  Ck>mponisten  zusammentreffen. 
Sieht  man  von  der  argen  Verballhornun^  ab,  die  sich  Goethe's 
mit  dem  Herzblut  des  Dichters  geschriebener  Roman  unter 
den  Händen  dreier  (!)  französischen  Librettisten  hat  gefallen 
lassen  müssen  —  die  edle,  keusche  Lotte  wird  im  letzten  Act 
der  Oper  einfach  zur  Ehebrecherin  — ,  so  übt  „Werther"  in  Mas- 
senet's  Vertonung  stellenweise  einen  eigenen  poetischen  Reiz. 
Mehr  als  je  zuvor  hat  sich  der  geistreiche  Franzose  diesmal 
der  Weise  des  grossen  deutschen  Dichter-Gomponisten  ge- 
nähert, entschiedener  als  in  irgend  Einer  seiner  früheren  Opern 
den  Schwerpunct  in  das  mit  glänzender  Virtuosität  behandelte 
Orchester  verlegt.  Auf  diesem  Wege  gewinnt  der  Oomponist 
bedeutende  Wirkungen:  eine  ebenso  zart  erfundene,  als  in- 
strumentirte  Orchestermelodie  begleitet  ungemein  stimmungs- 
voll den  Schluss  des  ersten  Actes,  der  uns  Werther  und  Lotte, 
von  dem  ländlichen  Ballfest  zurückkehrend.  Arm  in  Arm  der 
Letzteren  Wohnung  zuschreiten  zeigt:  eine  selten  dramati- 
sche Ausdruckskran  gewinnt  sodann  Massenet's  Orchester  im 
letzten  Act  während  des  Zwischenspieles,  das  Werther's  Ver- 
zweiflung und  den  aus  selber  folgenden  Entschluss,  den  Tod  zu 
suchen,  schildern  soll.  Auf  die  Kunst,  Stimmung  zu  machen, 
versteht  sich  überhaupt  Massenet  besonders  im  ersten  Act  der 
Oper,  wo  uns  aus  der  Musik,  den  kleinbürgerlichen  Verhält- 
nissen entsprechend,  mitunter  etwas  wie  „Meistersinger" -Luft 
behaglich  anweht.  Anderswo  wird  man  freilich  durch  das 
fehlende  ursprünglich-Melodische  frostig  berührt.  Im  Ganzen 
wird  die  Wirkung  der  Oper  von  der  individuellen  Empfindung 
des  einzelnen  Hörers  abhängen,  inwiefern  er  in  den  nandeln- 
den  Personen  noch  die  Gestalten  Goethe's  zu  erkennen,  an 
ihren  leidenschaftlichen  Seelenkämpfen  Antheil  zu  nehmen 
vermag.  Den  grossen  und  anscheinend  bleibenden  Wiener  Er- 
folg der  Novität  entschieden  die  glänzenden  Leistungen  der 
beiden  Hauptdarsteller  Frl.  Renard  und  Hr.  van  Dyck,  mit 
denen  als  Dritter  im  Bunde  das  treffliche  Orchester  genannt 
werden  kann.  Schon  seit  seinem  hinreissenden  Chevalier  de 
Grieux  in  „Manon**  als  der  berufenste  gesangliche  deutsche 
Interpret  Massenet's  gefeiert,  ist  Hr.  van  Dyck  in  neuester 
Zeit  dem  Pariser  Tondichter  noch  auf  einem  ganz  anderen 
Gebiete  näher  getreten :  er  hat  nämlich  (in  Gemeinschaft  mit 
dem  Franzosen  de  Roddaz)  für  ihn  den  textlichen  Vorwurf 
eines  einactigen  Ballets  „Das  Glockenspiel"  („Le  Carillon") 
verfasst.  Die  Idee:  dass  zwei  Bösew^ichter ,  welche  das  von 
einem  jungen  Rivalen  soeben  reparirte  Stadt-XJiirwerk,  von 
deosen  rechtzeitigem  Functioniren  des  gehassten  Jünglings 
Lebensglück  abhängt,  zei-stört  haben,  im  entscheidenden 
Augenblick  durch  einen  Zauber  des  heiligen  Martin  selbst  in 
die  zwei  mechanischen  Figuren  verwandelt  werden,  welche 
mit  ihren  Hämmern  die  •  vermeintlich  vernichtete  TJhr  zum 
Schlagen  bringen,  entbehrt  nicht  der  Originalität,  umso- 
mehr  aber  Alles,  was  diesem  unerwarteten  Schlusseffect  vor- 
ausgeht, des  Interesses.  Den  Componisten  hat  dieser  kleinen 
choreographisch-pantomimischen  Aufgabe  gegenüber  die  Phan- 
tasie g^zlich  im  Stiche  gelassen,  und  besonders  seine  sonst 
so  reiche  coloristische  Phantasie.  Wer  von  diesem  „Glocken- 
spiel" etwa  überraschende  Klangwirkungen,  wie  wir  sie  von 
Bizet's  „L'Arl6sienne"  („Le  Carillon")  oder  von  Delibes'  „Cop- 
pelia"  her  kennen,  erwartete,  musste  arg  enttäuscht  werden. 
Die  Musik  (unter  allerlei  Tonmalereien  auch  wie  in  den  „Jah- 
reszeiten" das  Krähen  der  Hähne  nachahmend)  arbeitet  viel- 
mehr mit  platten  Effecten,  selbst  mit  gesuchten  Missklängen, 
höchstens  wäre  einem  „Dialogue  sentimental"  eine  etwas 
wärmere  Stimmung  nachzurühmen.  Massenet's  „Glockenspiel" 
wurde  bei  der  Erstaufführung  nur  aus  echt  Wienerischer 
Höflichkeit  für  den  anwesenden  Componisten  zu  Liebe  „a]p- 
plaudirt",  gefallen  hat  die  Novität  nicht.  In  Verbindung  mit 
einem  beliebten  kürzeren  Zugstück,  z.  B.  der  zur  Zeit  noch 
immer  unverwüstlichen  „Cavalleria  rusticana",  erfüllt  aber  ein 
solcher  wenn  auch  künstlerisch  werthloser  Einacter  immer- 
hin seinen  Zweck.  Dies  mag  erklären,  dass  das  „Glockenspiel" 
seither  doch  noch  mehrere  Male  wiederholt  wurde. 

Und  der  Erfolg  von  Mascagni's  -Freund  Fritz"  ?  Nun,  er 
kann,  was  die  Au&iahme  seitens  des  Publicums  betrifft,  durch- 
aus nicht  Jenem  der  „Cavalleria"  zur  Seite  gestellt  werden, 
ein   grosser,  unbestrittener,  sich  bei  den  Reprisen  sogar  er- 


höhender war  er  doch,  bei  den  Kennern  hat  der  Eindruck 
geradezu  die  Meinung  von  Mascagni's  Talent  erhöht.  Denn 
nur  ein  echtes  Bühnentalent  konnte  für  diese  magere,  dürf- 
tige Handlimg  —  die  den  Lesern  wohl  schon  von  früheren 
Schilderungen  her  bekannt  —  Interesse  einflössen,  ihren  Trä- 
gern unsere  Sympathien  gewinnen.  Also  das  directe  Gegen- 
theil  von  der  „Cavalleria".  in  welcher  Oper  schon  der  dem  italie- 
nischen Volksleben  abgelauschte  Stoff  die  Fülle  der  in  einem 
einzi^n  Act  angebauten  südlichen  Leidenschaft,  besonders 
aber  der  wie  eine  Explosion  wirkende  tragische  Schluss,  einem 
landsmännischen  Componisten  den  halben  Erfolg  verbürgte. 
Was  eigentlich  den  heissblütigen  Mascagni  zur  Vertonui^  der 
harmlosen  Elsasser  Dorfgeschichte  veranGisste,  ob  ihm  ein  ^sser 
Zufall  das  Buch  der  HH.  Erckmann-Chatrian  in  die  Hände 
gespielt  oder  er  mit  Absicht  zeigen  wollte:  sein  Erfolg  hänge 
nicht  vom  Libretto  ab,  —  wunderlich,  grillenhaft  bleibt  die 
Wahl  gerade  dieses  Stoffes  für  den  Componisten  der  „Caval- 
leria" unter  allen  Umständen.  Zog  ihn  vielleicht  das  ihm  von 
Kindheit  an  vertraute  ländliche  Element  an,  so  hätte  er  anderer- 
seits nicht  vergessen  dürfen,  dass  Elsass  nicht  Sicilien  sei  und 
dass  ein  alternder,  behäbiger,  ehrsamer  Junggeselle,  wie  Freund 
Fritz,  musikalisch  anders  charakterisirt  werden  müsse,  als  der 
junge,  leicht  erregbare  Turiddu.  Mascagni  hat  aber  da  und 
dort  mit  fast  den  gleichen  grellen  Farben  gemalt,  im  letzten 
Act  seiner  neuen  Oper  macht  er  aus  dem  Titelhelden  den 
richtigen  italienischen  Liebestenor,  den  man  sofort  in  das  Ge- 
wand Turiddu's  stecken  könnte,  das  ihm  gewiss  vortrefflich 
anpasste.  In  der  hochdramatischen  Unterstreichung  jedes 
Accentes,  jeder  Phrase  fällt  dieser  letzte  Act  aus  der  idylli- 
schen Athmosphäre,  in  welcher  sich  die  früheren  Acte  be- 
wegen (oder  doch  dem  textlichen  Vorwurf  zufolge  bewegen 
sollen)  vollständig  heraus.  Man  empfindet  die  ungehörigen 
Kraftsteigerungen  noch  störender,  da  ja  über  den  glücklichen 
Ausgang  der  Geschichte  Niemand  im  Zweifel  und  daher 
Freund  Fritz*  musikalische  Verzweiflungsausbrüche— die  u.  A. 
hier  auch  in  dem  bei  Mascagni  bereits  obligatorisch  geworde- 
nen Intermezzo  Ausdruck  finden  —  ganz  überflüssig  ei^scheinen. 
Was  hier  doch  wirkt  tmd  namentlich  den  früheren  Acten 
einen  eigenen  Reiz  verleiht,  ist  der  überall  erkennbare  Pul&- 
schla^  warmer,  natürlicher  Empfindung,  welcher  sich  im  2.  Acte 
zugleich  in  meist  sehr  anziehender  Form  kundgibt:  der  stim- 
mungsvoll poetische  Anfang  und  —  auf  ihn  wehmüthig  zurück- 
greifend —  der  Schluss  des  Actes,  die  musikalisch  sehr  fein 
ausgearbeitete,  bereits  mit  Recht  gerühmte  Kirschenscene,  das 
kaum  minder  glücklich  componirte,  auf  einen  fortlaufenden 
Bläser-Choral  gestützte  Bibelduett  und  dazwischen  so  mancher 
packende  declamatorische  oder  orchestrale  Zug:  alles  Das  zu- 
sammen zeigt  Mascagni's  Talent  und  sein  Geschick,  sich  in 
eine  Situation  musikalisch  einzuleben,  von  der  günstigsten 
Seite.  In  der  organischen  Fügung  der  meisten  Musikstücke 
einen  kaum  zu  verkennenden  Fortschritt  j;egenüber  der  „Ca- 
valleria" aufweisend,  offenbart  „Freund  Fritz"  freilich  auch 
ein  gewisses  Fortschreiten  des  Componisten  auf  minder  künst- 
lerischer abschüsfflger  Bahn.  Hierner  gehört  ausser  dem  be- 
quemen häufigen  Wiederholen  gewisser  melodischen  und  noch 
mehr  modulatorischen  Lieblingswendungen  die  leidige  Manier, 
einer  an  sich  recht  gewöhnlichen  Phrase  durch  seltsame  Har- 
naonisirung  (oft  nur  durch  Alteration  eines  einzigen  Tones, 
die  gebrachte  kleine  statt  der  erwarteten  grossen  Terz  u.  dgl. 
bewirkt)  den  Schein  des  Neuen,  OrigineUen  und  hiermit  Be- 
deutenden auftäuschen  zu  wollen.  So  natürlich  sich  im  All- 
gemeinen Mascagni^s  Empfinden  und  besonders  seine  melodi- 
sche Declamation  gibt,  so  unnatürlich  gestaltet  sich  recht  oft 
deren  harmonischer  Untergrund.  Mitunter  bringt  er  ohne  die 
geringste  Nöthigung  von  irgend  welcher  Seite  abscheuliche 
Kakophonien:  was  sollen  z.  S.  die  gleichsam  roh  hingeklexten 
Sextaccorde,  die  zu  der  ersten  walzerartigen  (übrigens  auf- 
fallend an  Liszt's  „Tasso"  erinnernden)  Melodie  des  Vorspiels 
führen?  Wir  finden  ftir  diese  und  manche  andere  genial 
thuendeHässlichkeit  und  Leichtfertigkeit  keinen  anderen  £rklä- 
rungsgrund,  als  den  der  schlimmsten  Originalitätshascherei,  — 
der  spanische  Pfeffer  nicht  als  Würze,  sondern  als  Speise  aar- 

fereicht!  Hier  könnte  der  ehrgeizige  junge  Livomese  vom 
eutschen  Meister  Wagner  lernen,'  der,  wo  es  der  Verwirk- 
lichung einer  dichterischen  Idee  galt,  vor  keinem  harmoni- 
schen und  orchestralen  Wagnisse  zurückgeschreckt  (vnr  erin- 
nern nur  als  an  ein  besonders  bezeichnendes  Beispiel  an 
die  furchtbar  gewaltige  Steigerung  bei  Wotan*s  „Göttemoth" 
in  der  „Walküre"!),  der  aber  in  seinen  eigentlichen  Meister- 
werken nie  um  blos  äusseren  Reizes  willen  auch  nur  die 
geringste  modulatorische  Sonderbarkeit  hingeschrieben.  Frei- 


lieh,  wenn  man  gewissen  Leuten  glauben  wollte,  so  wäre  1 
Richard  Wagner  —  in  der  Meinung  des  Wiener  Publi( 


heute 
_  Publicums 

wenigstens  -—  bereits  von  Pietro  Mascagni  künstlerisch  ent- 
thront: triumphirend  wird  verkündigt,  dass  in  der  eben  ab- 
gelaufenen Saison  des  Letztgenannten  Name  75  Mal  auf  dem 
Theaterzettel  der  k.  k.  Hofoper  erschien  (und  zwar  mit  „Ca- 
valleria  rusticana**  62  Mal,  mit  „Freund  Fritz"  13  Mal),  der 
Wagner's  nur  82  Mal.  Aber  abgesehen,  dass  ein  so  über- 
schwÄnglicher  Cultus,  wie  er  bei  uns  mit  der  „Cavalleria** 
getrieben  wird,  schliesslich  zur  Abnutzung  führen  muss  (wir 
haben  ja  ganz  Aehnliches  schon  an  dem  kaum  minder  ge- 
feierten, freilich  schwächeren  „Trompeter  von  Säkkingen"  er- 
lebt), dass  es  ferner  etwas  leichter  ist,  einen  Einacter  (zu- 
sammen mit  anderen  Stücken)  oft  hintereinander  zu  geben, 
als  Riesenwerke,  wie  die  „Nibelungen" -Dramen  oder  die 
^eistersinfi'er",  kann  bezüglich  einer  Modeoper  ein  plötzlicher 
Umschlag  des  Geschmackes  über  Nacht  eintreten,  während 
Wagner*s  classische  Kunst  als  das  Höchste  der  dramatischen 
Musik  an  keine  G^chmacksrichtung  gebunden  ist.  Wollen 
wir  abwarten,  wie  man  bei  uns  in  2 — 3  Jahren  über  Mas- 
cagni denken  wird :  es  ist  eben  noch  nicht  alle  Tage  Abend. 

Dr.  Theodor  Helm. 


Berichte. 

Leipzig.  Mit  seinem  6.  Concert  schloss  der  Liszt- 
y  er  ein  am  27.  Juni,  allerdings  etwas  verspätet,  eine  glänzende 
Saison  glanzvollst  ao.  War  der  Hauptpfeiler  des  Programms 
auch  nicht,  wie  in  den  beiden  vorhergegangenen  Goncerten, 
ein  Werk  von  epochaler  Bedeutung,  so  zeigte  er,  nämlich  eine 
neue  CmoU-Symphonie  von  Aug.  Klughardt,  sich  doch  als  eine 
Oomposition.  der  man  unter  den  neueren  und  neuesten  Er- 
zeu^issen  gleicher  Qattung  einen  ehrenvollen  Platz  anweisen 
dart,  und  der  Componist,  dem  die  Orchesterleitung  des  Abends 
bis  auf  Eine  Ausnahme  oblag,  hatte  dafür  gesorgt,  dass  sie 
durch  die  vorzügliche  und  gut  verstärkte  Capelle  des  184.  In- 
fanterie-Regiments, welche  sich  auch  in  der  letzten  Saison 
wiederum  die  mannigfachsten  Verdienste  um  das  hiesige 
Concertwesen  erworben  hat,  in  allen  ihren  Theilen  äusserst 
wirkungsvoll  zur  Wiedergabe  gelangte.  Der  erste  Satz,  ein 
AUegro  non  troppo,  führt  die  Novität  in  prächtiger,  anspre- 
chender Weise  ein.  Rhythmisch-straife  und  plastische  The- 
men geben  ihm  den  Cnarakter  frischer  Lebensfreudigkeit, 
der  nur  in  einer  etwas  aus  der  Stimmung  fallenden  fugirten 
Periode  vorübergehend  sich  verleugnet.  Ein  Andante  cantabile 
folgt  ihm  und  bringt  volle  Beweise  dafür,  dass  das  lyrische 
Vermögen  des  Componisten,  das  so  reiche  Blüthen  getrieben, 
nicbt  versiegt  ist.  Ein  süsses  Gedenken  an  ein  vergangenes 
herzbewegendes  Erlebniss  scheint  den  Componisten  zu  diesem 
stimmungsvollen  Satz  inspirirt  zu  haben,  der  auch  nach  Seite 
der  Erfindung  Sachen  aufweist,  die  aus  originalem  Geist 
herausgeboren  sind.  Dass  nirgends  blosse  Empfindsamkeit  zu 
Tage  tritt,  sondern  überall  wirklich  Empfundenes  zur  Aus- 
sprache gelangt,  ist  ein  Vorzug  für  sich.  Weniger  Eindruck 
hat  uns  das  Scherzo  presto  gemacht,  das  weder  seiner  Be- 
zeichnung recht  entspricht,  noch  durch  frappante  Gedanken 
sich  auszeichnet.  Mit  einem  im  Charakter  dem  1.  Satze  ver- 
wandten Finale  —  Andante  maestoso  und  Moderato  e  molto 
maestoso  —  schliesst  das  Werk,  doch  hat  der  Schlusssatz  nicht 
ganz  die  Erfindungsfrische  des  ersten  und  ist  auch  nicht  frei 
von  Reminiscenzen,  von  welchen  die  an  Mendelssohn's  „Lob- 
gesang" am  aufdringlichsten  sich  bemerklich  macht.  Alles  in 
Allem  ist  jedoch  diese  neueste  Schöpfung  des  Dessauer  Meisters, 
wie  scbon  gesa^,  eine  werth  volle  Gabe,  die  derselbe  dem  musi- 
kalischen Pubhcum  macht  und  die  von  dem  Leipziger  Theil 
des  Letzteren  mit  grossem  Beifall  entgegen  genommen  wurde. 
Hr.  Klu^ardt  zeigte  sich  als  feinfühliger  Dirigent  aber  auch 
in  den  ,)pröludes"  von  Liszt,  sowie  im  Accompagnement  von 
dessen  „Todtentanz"  und  Adur-Concert  för  Ciavier  und  Or- 
chester, und  es  wäre  der  Orchesternovität  von  C.  Ansorge 
sicher  dienlicher  zu  ihrer  Wirkung  gewesen,  wenn  dieselbe 
statt  vom  Componisten  ebenfalls  von  Hm.  Klughardt  dirigirt 
worden  wäre,  welche  Vermuthung  wir  auf  Grund  der  von  uns 
besuchten  Hauptprobe,  in  welcher  Hr.  Klughardt  den  Takt- 
stock führte,  aussprechen  dürfen.  Dieses  Orchesterstück,  der 
zweite,  „Orpheuo*  Klage  und  Liebessang  in  der  Unterwelt" 
betitelte  Theil  einer  Symphonie  „Orpheus",  ist  ganz  im  Stile 
der  Liszt'schen  symphonischen  Dichtungen  geschrieben,  nur 
dass  unter  Ansorge's  Händen  die  Form  ganz  zerschlagen  er- 
scheint und   man  in  dem  aus  lauter  kurssen  und  kürzeren, 


355 


meist  ganz  unvermittelt  einander  folgenden  Gedankenspähnen 
den  poetischen  Faden,  den  der  Titel  erkennbar  machen  will, 
bald  ganz  verliert.  Mit  grosser  Gewissenhaftigkeit  ist  Ansorge 
darauf  bedacht  gewesen,  allem  Schablonenhaften  und  Trivialen 
auch  in  gedanklicher  Beziehung  aus  dem  Wege  zu  gehen ;  lei- 
der aber  sind  in  seiner  stark  von  Wagner  und  Liszt  beein- 
fiussten  Erfindung  nur  selten  individuelle  Spuren  zu  entdecken, 
sodass  die  Novität  hierin  ein  tieferes  Interesse  zu  bieten 
nicht  im  Stande  war.  Die  Neigung  des  Componisten  als 
Dirigent  seines  Werkes,  das  Pathetische  in  demselben  durch 
lane;same  Tempi  noch  zu  steigern,  während  Klughardt  die 
Sacne  energischer  anfasste,  sowie  eine  sichtbare  Schwerfällig- 
keit in  der  Kunst  des  Dirigirens  überhaupt  verkürzten  die 
an  sich  nicht  unmittelbare  Wirkung  der  Composition  noch 
wesentlich.  Einen  kolossalen  Erfolg  erspielte  sich  Hr.  Sta- 
venhagen,  der  eine  Solist  des  Abenas,  in  den  oben  erwähnten 
Ciavierwerken ;  nach  dem  Concert  wurde  der  Applaus  geradezu 
frenetisch  und  zwang  dem  ausgezeichnet  disnonirten  A^ünstler 
noch  eine  Etüde  von  Chopin  ab.  Einen  vollen  künstlerischen 
Erfolg  hatte  neben  Hm.  Stavenhagen,  mit  welchem  sie  sich  in 
die  solistische  Ausstattung  des  Programms  theil te,  Frl.  Schär- 
nack  mit  ihren  Liedervorträgen,  wenn  derselbe  auch  mehr 
aus  der  vollendeten  Art  ihres  Gesanges,  als  aus  der  Wahl 
der  Vortragsobjecte  selbst  resultirte,  denn  dieselbe  war,  so 
nobel  in  Stimmung  und  Ausdruck  die  Lieder  sich  auch  im 
Ganzen  gaben,  nicht  mannigfaltig  genug,  um  nicht  den  Ein- 
druck einer  gewissen  Monotonie  aufkommen  zu  lassen.  Die 
Lieder  hiessen  „Frühling  im  Herzen",  „Ln  Rosengarten"  und 
„Mit  Regen  und  Sturmgebrause"  von  Albert  Fuchs,  „Gute 
Nacht"  von  Petri,  „Mainacht"  von  Klughardt  und  „Frühling" 
von  Ad.  Lorenz  und  wurden  am  Ciavier  in  äusserst  feinfüh- 
liger Weise  von  Hm.  Anton  Förster  accompagnirt. 


Hamburg,  1.  Juni.  (Schluss.)  Am  Abend  des  91.  Mai 
machten  der  Hamburger  Tonkünstlerverein,  der  zur 
Feier  seines  fünfundzwanzigjährigen  Bestehens  ein 
Concert  veranstaltete,  und  die  Dresdener  Liedertafel, 
die  am  Vormittag  dem  Fürsten  Bismarck  in  Friedrichsrub 
eine  Serenade  gebracht  und  die  Gele^nheit  benutzt^  um 
dem  hiesigen  Publicum  einen  Beweis  ihrer  ausgezeich- 
neten Leistungsfähigkeit  zu  geben,  einander  Concurrenz. 
Der  Schreiber  dieser  Zeilen ,  der  für  das  Leben  und  Streben 
innerhalb  des  Tonkünstlervereins  aus  mancherlei  Gründen 
sich  schon  lange  keine  Theilnahme  mehr  abe^winnen  kann 
und  bereits  seit  mehreren  Jahren  deshalb  auf  die  Mitglied- 
schaft verzichtet  hat,  war  zu  den  Dresdenern  gegangen  und 
berichtet  über  das  Stiftungsfest,  zu  welchem  ihm  übrigens 
auch  keine  Eintrittskarte  geworden,  nach  Hörensagen.  Zur 
Ausstattung  des  Festprogramms  waren  Compositionen  gewählt, 
deren  Schöpfer  zu  Hamburg  in  irgendwelchem  Verhältniss 
gestanden  haben  oder  noch  stehen:  D dur-Ouverture  von  Job. 
Seb.  Bach,  das  „Hallelujah"  aus  Händel's  „Messias",  dieFdur- 
Symphonie  und  die  Fest-  und  Gedenksprüche  von  J.  Brahms, 
Mendelssohn's  „Meeresstille  und  glückliche  Fahrt"-Ouverture, 
das  „Osanna"  aus  der  Missa  solemnis  von  Mehrkens,  Sommer- 
nachtschor aus  „Sigurd"  von  Krug,  ein  Ensemblestück  aus 
„Der  Tod  Balder's"  von  Beständig,  „Am  Traunsee"  von  Thieriot 
und  Lieder  am  Ciavier  von  Riccius,Grädener  undGurlitt.  Selt- 
samer Weise  hatte  sich  unter  diese  Sachen  der  erste  Satz  aus 
Beethoven*s  Violinconcert  verirrt,  für  dessen  Anwesenheit  wir 
keine  Erklärung  finden  können.  Was  die  Ausführung  anbe- 
trifil,  so  stand  ein  Chor  von  reichlich  tausend  Personen,  ein 
hundert  Mann  starkes  Orchester,  ein  Contingent  von  sechs 
Dirigenten(dieHH.  V.Bern uth,  Spengel,  Thieriot,  Krug, 
Mehrkens  und  Beständig),  ein  aus  Frl.  Oberbeck.  Hrn. 
Schradieck  und  Hm.  Dannenberg  gebildetes  Soiisten- 
terzett  zur  Verfügung  und  das  Resultat  soll  überall  ein  völlig 
befriedigendes  gewesen  sein. — Zur  selbigen  Stunde,  wo  es  im 
Tonkünstler verein  also  hoch  genug  herging,  haben  wir  uns 
bei  den  Dresdener  Sängern  sehr  hübsch  imterhalten  und  er- 
freut an  den  prächtigen  Vorträgen.  Der  gut  erzogene  Chor 
disponirt  über  wohllautende,  klangvolle  Tenöre,  die  sich  nicht 
eine  unedle  Tongebung  gestatten,  über  tiefe,  klare,  ausgibige 
Bässe,  die  das  harmonische Grebäude  fest  und  sicher  tragen,  und 
über  ein  wahrheitsgetreues  Verständniss  und  Empfinden,  wo- 
durch die  wiederzugebenden  Chorstücke  textlich  und  musi- 
kalisch durchaus  ihr  Recht  bekommen.  Nachdem  der  Wahl- 
spruch der  Liedertafel  in  kräftigen  Tönen  erschallt  war,  gab 
es  zunächst  das  gemüthsinnige  „Salve  regina"  von  Franz 
Schubert,  dann  Dregert's  recht  nett  eflfectuirende  „Rheinsage", 


856 


JuliuB  Bietz'  zarteinnige  „Einsamkeit**,  R.  Schmnann^s  Lieder- 
perlen  „Die  Boee  stand  im  Thaa**  und  „Die  Minnesänger**, 
das  allerliebste  Volkslied  -Es  waren  zwei  Eöni&isldnder**,  ein 
freundliches  „Neuer  Frühling**  von  Petschke,  drei  geschickt 
gemachte  Fi^en  von  dem  verdienstvollen  Dirigenten  der 
liiedertafel,  Beinhold  Becker:  „Ave  Maria**,  „Abendglocken** 
und  Bismarok-Lied,  und  Waener's  „Gruss  seiner  Getreuen*". 
Wenn  diese  mit  Schwungs  Leben  und  Bewegung,  körperlicher 
und  geistiger  Frische  gesungenen  Chöre  mit  stürmischem  Bei- 
fall aufgenommen  wurden,  wenn  das  überaus  zahlreiche  Pub- 
licum im  Verlaufe  des  Aoends  nicht  mit  Zeichen  wärmster 
Zustimmung  zurück  gehalten  hatte,  so  gab  zum  Beschluss, 
als  das  „Sei  uns  ge^rüsst!  o  Held,  du  Deutschlands  fi;rösster 
Sohn"  ertönte,  eine  Alles  fortreissende  Begeisterung  sich  kund. 
Wagner^s  „Gruss**  schlug  mit  elementarer  Gewalt  durch,  und 
es  erhob  sich  ein  Jubel,  der  davon  zeugte,  wie  voll  und  ganz 
das  Auditorium  den  Worten  des  Poeten  und  den  Tönen  des 
Meisters  beistimmte.  —  Zwischen  den  Vorträgen  der  Lieder- 
tafel gab  Hr.  Schultz  aus  Dresden  einige  Kleinigkeiten  in 
applauswürdiger  Ausführung  am  Flügel  zum  Besten  und  Hess 
sicn  eine  Dame  mit  den  Afiuren  einer  Soubrette  hören,  von 
deren  „Gesan^eistungen**  wir  nicht  weiter  reden  wollen. 

Die  Follinischen  Theater  in  Hamburg  und  Altena 
haben  gestern  Abend  ihre  Pforten  geschlossen,  und  die  Be- 
trachtung von  Dem,  was  während  der  neunmonatUchen  Spiel- 
zeit an  musikalischen  Dingen  darin  geschehen,  mag  nicht 
ohne  Interesse  sein.  Das  oedeutsamste  Ereigniss  war  der 
zehn  Vorstellunfi;en  umfassende  Wagner-Cyklus.  der  nur 
dadurch,  dass  fVau  Klafsky  durch  ihres  Gatten  Tod  an  der 
Mitwirlning  verhindert  war,  unter  erschwerenden  Umständen 
zur  Ausßihrung  kam.  Die  Isolde,  die  Frau  Sidonie  Both  aus 
Darmstadt  in  Vertretung  unserer  heimischen  Künstlerin  bot, 
war  in  jeder  Hinsicht,  im  Gesang  und  in  der  Darstellung, 
eine  unzureichende  und  that  der  Aufführung  Schaden.  Weit 
eher  konnte  Frau  Josefine  von  Hübbenet  aus  (kssel  als 
Brünnhilde  in  der  „Gk^tterdämmerung**  s^enüfi^en,  wenn  auch 
das  starke  Vibriren  ihres  Organs  recht  erheblich  störte.  Aus- 
reichenden Ersatz  konnte  auch  Frl.  AJine  Friede  aus  Magde- 
burg nicht  liefern,  deren  Brüniüiüde  in  der  „Walküre**  im 
Gonventionellen  stecken  blieb.  Wir  haben  also  verspürt,  wel- 
chen Werth  Frau  Rla£sky  ftlr  unser  Opeminstitut  besitzt,  und 
woUen  wtknschen,  dass  sie  sich  während  der  Ferien  von  dem 
schweren  Schicksalsschlae  wem'gstens  soweit  erholt,  um  zum 
Herbst  ihre  künstleristme  Thätiekeit  wieder  beurinnen  zu 
können.  An  ferneren  Gtöjsten  bracnte  der  Wagner-Cyklus  Frl. 
Jettka  Finkenstein  aus  Cassel,  die  ftür  die  erkrankte  Frau 
Heinck  den  Adriane  vortrefflich  repräsentirte,  und  Hm.  Hans 
Thomaszeok  aus  Düsseldorf,  der  ftlr  den  plötzlich  verstor- 
benen Hrn.  Greve  den  Wanderer  und  den  Wotan  übernahm 
und  beide  Partien  recht  tüchtie  bewältigt«.  Die  Mitglieder 
des  Ensembles  sind  unter  Führung  der  HH.  GapeÜmeister 
Mahler  und  Hentschel  stets  mit  .allem  Eifer  und  durch- 
weg mit  gutem  Erfolg  um  ihre  gewichtigen  Aufgaben  bemüht 
gewesen:  Frl.  Bettaque,  Frl.  Gelber,  die  HH.  Alvary, 
Seidel,  Lissmann,  Wiegand  und  nicnt  am  wenigsten  die 
des  Orchesters.  Vergessen  sei  nicht  die  Bemerkung,  dass 
sämmtliche  Vorstellungen  des  Cyklus  vor  ganz  gendltem 
Hause  stattfanden.  Das  Hamburger  Publicum  zeigte  über- 
haupt den  Tondramen  Bichard  Wa^er's  gegenüber  eine  leb- 
hafte Antheilnahme,  wie  folgende  Ziffern  beweisen:  während 
der  eben  beendigten  Saison  wurden  an  65  Abenden  Wagneri- 
sche Werke  aufeeftlhrt,  wovon  „Tannhäuser**  22  Mal,  „Lohen- 
gin** 13  Mal,  Sie  „Meistersinger**  und  „Walküre**  je  7  Mal, 
„Tristan  und  Isolde**  und  „Si^;fried^**  je  6  Mal,  „Der  fliegende 
Holländer**  3  Mal,  „Bienzi**,  „Bheingold**  und  „Götterdämme- 
rung** je  1  Mal  gegeben  wurden.  Solche  Zahlenreihe  besagt 
manchmal  mehr,  ab  eine  Menge  von  Worten.  Um  gleich  bei 
der  Statistik,  die  sich  zwar  etwas  trocken  ausnimmt,  dafi'ir 
aber  als  treu  und  verlässlich  sich  gibt,  zu  bleiben,  so  stand 
Adam  11  Mal  auf  dem  Bepertoire,  Auber  24  Mal,  Beethoven 
6  Mal,  Bellini  2  Mal,  Bizet  16  Mal,  Gherubini ,  Goldmark, 
Halövy,  Möhul  und  Itubinstein  je  1  Mal,  Donizetti,  Gluck, 
Gkoetz,  Gbunodj  Herold,  Kreutzer  und  Weber  je  3  Mal,  Flotow 
17  Mal,  Lortzing  8  Mal,  Meyerbeer  8  Mal,  Mozart  17  Mal, 
Nessler  7  Mal,  Nicolai  6  Mal,  Bossini  2  Mal,  Thomas  12  Mal, 
Verdi  14  Mal  und  Mascagni  —  63  Mal. 

Von  den  Neuigkeiten,  die  die  letzte  Saison  brachte,  wird 
wohl  keine  im  nächsten  Winter  wieder  erscheinen,  und  es 
hat  deren  eine  ganze  Anzahl  gegeben:  „Eugen  Onögüi**  von 
Tschaikowsky,  „Philemon  und  Baucis**  von  Gk>uncä,  „Der 
Traum**  von  Bruneau,  „Isora  von  Provence**  von  Mancinelli, 


„Zwei  Könige**  von  Messager,  „Des  Köni£;8  Schwert**  von 
Hentschel  und  „Lorle**  von  Förster,  um  welche  die  aufgewen- 
dete Mühe  eine  vergebliche  und  unnütze  war.  Das  meiste 
Ge&Uen  hat  davon  noch  Messager^s  „Zwei  Könige**  gefunden, 
welches  Werk  10  Mal  erschien,  wogegen  Förster^s  „Lorle** 
6  Mal,  die  anderen  Novitäten  2,  höchstens  3  Mal  zur  Auf- 
führung gelangten.  —  Bei  diesem  Bückblick  auf  die  jüngste 
dramatiscSi-musikalische  Vergangenheit  am  hiesigen  Ort,  na- 
mentlich beim  Betrachten  der  letzten  Neuigkeitsliste,  sind  uns 
verschiedene  Gedanken  gekommen,  darunter  auch  der:  wie 
es  wohl  sein  würde,  wenn  unsere  Opemleitung  bei  der  Aus- 
wahl der  neu  herauszubringenden  Stücke  künftig  das  Augen- 
merk etwas  mehr  auf  die  Schöpfungen  deutscher  Künstler 
richtete.  Louis  Bödecker. 


Concertumschau. 


Aachen.  4.  u.  5.  Symph.-Conc.  des  städt.  Orchesters 
(Schwickerath):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  5)  u.  Schu- 
mann (No.  3),  Ouvertüren  v.  Goldmark  („Ln  Frühling**)  u.  A., 
And.  a.  dem  Streichquart.  Op.  11  v.  Tschaikowsky,  „Hoch- 
zeitsmusik** f.  Orch.  V.  Ad.  Jensen-B.  Becker,  Gtesangvor- 
träge  des  Frl.  Zimdars  („Mainacht**  v.  Brahms,  Pastorale  v. 
Bizet  etc.). 

Annaberg.  Jubiläumsconc.  des  Seminars  unt.  Leit.  des 
Hrn.  Thalemann  am  8.  Juni:  „TeDeum**  f.  Chor,  Blechblas- 
instrumente, Contrabass  u.  Pauken  v.  Beinecke,  Gantate  f. 
Soli,  Chor,  Orch.  u.  Org.  v.  A.  Biedel,  Hymnus  f.  Männer- 
chor u.  Orch.  V.  0.  W ermann,  „Vater  unser**  f.  gem.  Chor 
V.  Lux,  Solovorträge  der  Organisten  HH.  Weber  (Ddur-Tocc. 
V.  S.  Bach),  Bormann  (1.  Satz  der  Amoll-Son.  v.  Bhein ber- 
ger) u.  Türke  a.  Zwickau  (Adagio  v.  Merkel). 

Berlin.  5.  Vortragsabend  der  Freien  Vereinigung:  Barca- 
role u.  „Feenruf**  f.  Frauenchor  u.  Soli  v.  W.  Freudenberg, 
Solovorträge  der  Frauen  Freudenber|f  (Ges.,  „An  die  Unge- 
nannte**, „Die  Lerche"  u.  „  Bussische  Liebesfahrt**  v.W.  Fr  en- 
den her  g)  u.  Mankiewicz  (Clav.,  Noct.,  Menuett,  Musette  u. 
S6r6n.  castilienne  v.  W.  Kuntze),  der  Frls.  Paghelli  (Ges., 
„Am  Morgen**  v.  W.  Langhans  li.  „Dfo  Veilchen**  v.Svend- 
sen)  und  Grimminger  (Ges.,  Cavatine  a.  der  „Königin  von 
Saba**  V.  Gounod,  „Mit  deinen  blauen  Augen**  v.  Lassen  etc.) 
u.  der  HH.  van  Gorkom  (Ges.,  Cyklus  „Asteroiden**  v.  B.Buck), 
G.  Freudenberg  (Clav.,  Gnomenwalzer  und  JS-raziella**  von 
W.  Freudenberg)  u.  Both  (Violonc,  Mel.  v.  J.  Gauby,  Can- 
zonetta  v.  V.  Herbert  u.  Span.  Tanz  v.W.  Freudenberg). 

Bonn.  Geistl.  Conc.  des evang.  Kirchengesangver.  (Köhler) 
am  24.  Mai:  Chöre  v.  G.  Vierling  („Du  gabst  dem  ewigen 
Geist**  u.  „Du  bists  allein**)  u.  Bortniansky,  Solo  vortrage  des 
Frl.  Kamp  a.  Crefeld  (Ges.,  „Gebet**  v.  Hiller  etc.)  und  des 


Hm.  KöhterJOrg.,  Prael.  u.  Fuge  in  Ädur  v^^S.  Bach,  Gmoll- 

Son.    V.   J. 

Schumann). 


Son.    V.   J.  P.  E.  Hartmann  und  3.  u.  2.  BACH-Fuge  von 


Breslau,  1 .  W^ner- Abend  der  Bresl.  Concertcap.  (Biemen- 
schneider)  am  11.  Juni:  „Siegfried-Idyll"  Ouvertüren  zum 
„Fliegenden  Holländer**  u.  „Tannhäuser**,  Kaiser-Marsch,  Ein- 
leit.  zum  3.  Act.  a.  „Tannhäuser**  u.  A.  m.  v.  B.Wagner.  — 
4.,  5.  u.  6.  Symph.-Cionc.  derselben  Cap. :  Symphonien  v.  Beet- 
hoven (No.  3  u.  5)  u.  Baff  („Im  Walde**),  1.  Satz  der  Ocean- 
symph.  V.  Bubinstein,  „Norwegischer  Künstler-Cameval**  v. 
Svendsen,  Musik  zum  „Märchen  von  Turandot**  v.  G.  Kie- 
men Schneider,  Ouvertüren  v.  A.  Bitter  („Der  faule  Hans**), 
Weber,  Abert  (,jAstorga**)  und  Lassen  (Beethoven-),  Fest- 
praeludium  v.  G.  Kiemenschneider,  BaUetmusik  a.  „Boab- 
dil**  u.  Melodie  v.  Moszkowski,  1.  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt, 
Intermezzo  „Polnisch**  v.  A.  Ludwig,  Adur-Polon.  v.  Cho- 
pin-Biemenschneider,  Fackeltanz  V.  Meverbeer. 

Cinelnnati.  7.  Piano  Becital  des  Hrn.  G.  Schneider  mit 
Compositionen  v.  Mozart,  J.  W.  Bust  (Andantino  u.  Variat.), 
Beinhold  (zwei  Etüden  u.  Impromptu),  Beethoven  (Sonate 
Op.  90)  u.  Klein  (Hochzeitsgesang  a.  Op.  14  u.  drei  Nummern 
a.  der  Suite  Op.  25). 

Cöln.  4.  Volk&-Symph.-Conc.  (HoUaender) :  Eine  Prome- 
theus-Symph.  v.  0.  Dorn,  Ouvertüren  v.  Schumann  („(Jeno- 
vefa**)  u.  Wagner  („Tannhäuser**),  Esdur-Clavierconcert  von 
Beethoven  (Hr.  Dr.  Neitzel). 

Delitzsch.  Conc.  des  Musikver.  unt.  gesangsolist.  Mitwirk, 
der  Frls.  Martini  a.  Leipzig,  Flamme  und  Kayser  u.  des  Hm. 
Leideritz  a.  Leipzig  am  28.  Juni:  „Comala**  v.  Gade,  Kaiser- 
Marsch  m.  Schlusschor  v.  Wagner,  Sept.  v.  Beethoven,  „Die 


357 


Birkeu  und  die  Erlen"  v.  Bruoli,  Gesangsoli  v. Wafirner(l. 
Gtesang  Wolfiram's),  Bubinstein  („Nachhall**),  Pfitzner 
(„Sehnsucht**),  Lassen  („An  die  Nacht**),  Beinecke  (nBar- 
barazweige**)  u.  Ad.  Jensen  („Alt-HeidelDerg**). 

Dessau.  Am  19.  Juni  Aufftlhr.  des  Orator.  „Der  Tag"der 
Pfingsten**  y.  B.  Bartmuss  durch  den  Chor  der  St.  Johannis- 
kurone  unt.  Leit.  des  Hrn.  Theile  u.  soHst.  Mitwirk,  des  Frl. 
Schneider  u.  des  Hrn.  Leonhardt.)  (Das  „Anhalt.  Tagebl.** 
schreibt  u.  A.,  dass  die  „Erwartung  eines  hohen  Genusses 
nicht  getäuscht**  worden  sei,  denn  dAS  „herrliche  Oratorium** 
habe  „auf  alle  Anwesenden  ersichtlich  einen  bedeutenden  Ein- 
druck fi;eniacht  und  jene  gehobene  Stimmung  erzeugt,  die  nur 
ein  echtes  und  ernstes  Kunstwerk  hervorbringen  kann**.)] 

Düsseldorf.  Conc.  des  Bich.  Wagner-Yer.  unt.  Leit.  des 
Hm.  Mottl  a.  Garlsruhe  u.  Mitwirk,  der  Frau  Sucher  a.  Berlin, 
der  HH.  Plank  a.  Carlsruhe  (G^.)  u.  Dingeldey  y.  hier  (Clay.) 
u.  des  stftdt.  Orch.  am  26.  Mai:  Eine  Faust-Guyert.,  Yorspiel 
u.  Monologe  a.  dem  2.  u.  3.  Aufzue^der  „Meistersinger**,  „Der 
Venusberg**  (nachcomp.  Scene  zu  ,^annhäuser**),  Wotan's  Ab- 
schied yon  Brünnhilde  u.  „Feuerzauber**  a.  der  „Walküre**, 
die  Sohlussscenen  a.  „Tristan  und  Isolde**  u.  ,,Götterdämme- 
rung**  und  Lied  „Träume**  y.  Wagner,  „Mazeppa**,  Esdur- 
Clayierconc.  u.  Lied  ^Mignon**  y.  Liszt. 

FreibUPg  1.  B.  Kirdienconc.  des  Hrn.  Hoppe  (Grg.)  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Weizel  (Ges.)  und  der  HH.  Stickel  (Engl. 
Hom  u.  Ob.)  u.  Clement  (Hom)  am  22.  Mai:  Soli  f.  Ges.  yon 
Hiller  („(Stehet**),  f.  Grg.  y.  S.  Bach  (Fdur-Tocc.)  u.  Bhein- 
b erger  (Esmoll-Son.),  f.  Ob.  y.  Bheinberger  (Andante),  f. 
EngL  Hom  u.  f.  Wcddhom.  (Programm  und  Ausführung 
dieses  Concertes  erfreuten  sich  dersdben  Anerkennung,  wie 
s.  Z.  die  Kammermusiksoiröe,  welche,  als  einzige  der  ganzen 
Saison,  ebenfalls  yon  Hm.  Hoppe  gegeben  wurde.) 

Gaben.  Oonoertabend  des  Musikyer.  (Ochs)  am  27.  April: 
Andante  a.  der  Gdur-Symph.  y.  Haydn,  Ouyert.  zu  „Josef  in 
Egypten**  y.  Möhul,  Hochzeitsmarsch  y.  Mendelssohn,  Clayier- 
quart.  y.  Schumann,  Clayieryorträge  des  Hm.  Ochs.  (Hr.  Trau- 
gott Ochs,  der  neue  (3antor  und  Organist  an  der  Stadt-  und 
fi^uptkirclie,  erntete  als  Dirigent  und  Pianist  yollste  Aner- 
kennung. Von  seinem  Clayierspiel  wird  geschrieben,  dass  es 
sich  „durch  schönen  tonyollen  Anschlag,  eminente  Fingerfer- 
tigkeit und  eine  yon  feinem  musikaliscnen  Yerst&ndniss  und 
innerer  Wärme  zeugende  Ausdrucksweise**  auszeichne.) 

Hagen  1.  W.  3.  Abonn.-Conc  m.  G.  Yierling's  Orato- 
rium „Alarich**  unter  Leitung  des  Hm.  Eayser  und  Solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  MüUer-Hartunga.  Weimar  u.  Kloppenburg 
a.  Frankfurt  a.  M.  und  des  Hm.  Büttner  a.  Coburg.  (Chor: 
Stadt.  G^esang^ereine  yon  Hagen  u.  Iserlohn,  Hagener  Lehrer- 
u.  Männergesangyer. ;  Orch.:  Barmer  Orch.-Yer.  u.  Cap.  des 
Hm.  Küttner  y.  hier.) 

Halle  a.  S.  Aufföhr.  der  Singakad.  (Beubke)  unt.  Solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  Martini  a.  Leipzig,  Schiefer  y.  hier  und 
Gondar  a.  Leipzig  u.  der  HH.  Trautermann  u.  Wünschmann 
a.  Leipzig  (Ges.),  sowie  des  Hm.  Schmidt  a.  Riga  (Yiol.)  am 
25.  Juni:  „Der  Böse  Pilgerfethrt**  y.  Schumann,  „Mirjam*s 
Siegesgesang**  y.  Schubert,  Duette  f.  Sopr.  u.  Ten.  „Im  Mai** 
u.  „Der  Frünling  kommt**  y.  P.  Umlauft,  Soli  f.  C^sang  v. 
B.  Kahn  („Obdach  im  Sturm**),  C. Beinecke  („Klein  Anna 
Kathrin**),  W.  Taubert  (Wiegenlied),  Löwe,  Bubinstein 
(„Die  Thräne**)  u.  Ad.  Jensen  („Alt-Heidelberg**)  u.  f.  Yiol. 
y.  Bruch  (Yorspiel u.  Adagio [a. dem  1. Conc.?])  u.  H.Schmidt 
(Litermezzo). 

Hamm.  Conc.  des  Musikyer.  (Frank)  imt.  sollst.  Mitwirk, 
des  Frl.  Nathan  a.  Frankfurt  a.  M.  u.  der  HH.  Schmitz  a.  Ha- 

fen  i.  W.  u.  Brune  a.  Hannoyer  am  15.  Mai:  ^2.  Symph.  yon 
»eethoyen,  „Die  Schöpfung**  y.  Haydn.  (In  einem  uns  yor- 
liegenden  Bericht  wird  die  YorfÜhrung  der  Symphonie  als 
eine  „gewandte  und  graziöse**  bezeichnet  und  über  £e  Wieder- 
gabe der  „Schöpfung**  u.  A.  geschrieben:  „Der  Chor  löste 
seine  Aufgabe  mit  einer  wahren  Brayour.  Die  Sicherheit  des- 
selben im  Yortrage  und  im  Einsetzen  macht  ihm  selbst  und 
dem  Dirigenten  alle  Ehre.  Hr.  Musikdirector  Frank  hat  es 
yerstanden,  die  Mitglieder  für  die  edle  Musica  zu  begeistern 
und  ^  die  Haydn ^che  Tonschöpfung  insbesondere  zu  inter- 
essiren.  Man  merkte  es  dem  Yortrage  an,  dass  jedes  einzelne 
Mitglied  mit  yoller  Seele  und  ganzem  Herzen  dabei  betheiligt 
war.  Dass  bei  solcher  Leistung  dem  Dirigenten  ein  sehr 
grosses  Yerdienst  gebührt,  braucht  wohl  kaum  erwähnt  zu 
werden.  Die  Gesammtleistung  war  eine  durchaus  gelungene, 
und  kann  der  Musikyerein  sowohl,  wie  Hr.  Musikdirector  Frank, 
der  mit  wahrer  Meisterschaft  den  Taktstock  zu  fähren  yer- 
steht,  auf  die  heutige  Aufführung  mit  einer  gewissen  Befrie- 


digung zurückblicken.**  Becht  trübselig  scheint  es  dagegen 
um  den  musikalischen  Sinn  des  dortigen  Publicums  bestellt 
zu  sein,  denn  das  Concert  war  nur  schwach  besucht.) 

Heidelberg.  Wohlthätigkeitsconc.  am  24.  Juni:  Hmoll- 
Clayiertrio  y.  Ph.  "Vy  olf  rum  (der  Comp.  u.  HH.  Triebel  u. 
Schlemmer),  Soloyorträge  des  Frl.  Küttner  (Ges.,  ländlicher 
Beigen**  y.  J.  Y.  da  Motta,  WinterUed  y.  H.  y.  Koss,  „Sol- 
yejg^s  Lied**  y.  Grieg,  „Ständchen**  y.  B.  Strauss  etc.)  und 
des  Hm.  da  Motta  (CSay.,  „Bönödiction  de  Dieu  dans  la  Soli- 
tude**  y.  Liszt,  Esdur-Noct.  y.  Field  u.  „Bergers  etBerg&res** 
u.  Gayotte  y.  Godard).  (Die  Ausfährung  findet  in  der  Presse 
rückhaltslose  Anerkennung;  yon  den  Solonummem  musste 
da  Motta*s  „Beigen**  da  capo  gesungen  werden.) 

Iserlohn.  Am  19.  Juni  Aufführung  y.  G.  Yierling's 
„Alarich**  durch  dieselben  Kräfte  wie  oben  unter  Hamm. 

Kaiserslautern.  Concert  des  Musikyer.  (Damian)  unter 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Bau  a.  Darmstadt  (G^.)  u.  des  Hm. 
Hohlfeld  y.  ebendaher  (Viol.)  am  21.  Mai:  Männerchöre  yon 
Goldmark  („Frühlingsnetz**,  m.  yier  Hörnern  u.  Clay.),  Ko- 
schat („Aus  der  Bauernstube**,  m.  Orch.),  F.  Hegar  („Die 
beiden  Särge**),  F.  Hiller  („Wanderers  Nachtlied**  u.  „Früh- 
lingseinzug**, mit  Sopransolo),  0.  Hohlfeld  („B£argreth  am 
Thor**)  u.  C.  Attenhofer  („Mein  Schätzelein**),  Soli  f.  Ges. 
y.  C.  Mangold  (Bec.  u.  Gebet  Ingeborg's  aus  „Frithjof*), 
E.  Hildaoh  („Das  Kraut  Yergessenheit**),  Grieg  („Lauf  der 
Welt**)  u.  Meyer-Helmund(Zauberlied)u. f. Yiol. y. S.Bach, 
Schumann- Joachim  u.  Yieuxtemps. 

Kissingen.  2.  Noyitätenconc.  des  Hrn.  Kistler:  Clayier- 
Yiolinson.  y.  0.  y.  Chelius,  Soli  f.  Clay.  y.  H.  y.  Bronsart 
(Mel.),  Petersen [?]  (Etüde)  u.  H.Scholz [?]  (l.Satza.  einem 
Conc.)  u.  f.  Yiol.  y.  Ohliger  (Abendlied)  u.  Syendsen  (Bo- 
manze).  (Ausfuhrende:  Frl.  Friedrich  a.  Würzburg  [Clay.]  u. 
Hr.  Ohliger  y.  hier  [Yiol.].)  —  Symph.-Concerte  der  Curcap. 
(Schreck)  am  2.  u.  16.  Juni:  Symphonien y.  Beethoyen  (No.  6) 
u.  Schubert  (Hmoll),  Seines  hongroises  y.  Massenet,  Ouyer- 
turen  y.  Mendelssohn  u.  Gluck,  Soloyorträge  der  HH.  Ohliger 
(„Faust**-Phant.  y.  Sarasate)  u.  Yoigt  (FL,  Conc.  y.  Mozart), 

Kronstadt  1.  S.  Conc.derPhilharm.Gfesellschaft  (Brand- 
ner und  Sommer)  im  Mai:  „Lohengrin** -Yorspiel,  „Tannhäu- 
ser**-Ouyert.  u.  Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung**  y. 
Wagner,  „Mignon** -Ouyert.  y.  Thomas,  2.  Ungar.  Bhaps.  y. 
Liszt-Müller-B erghaus,   Asdur-Polon.  y.  (Jhopin-Müller- 

Berghaus. 

Leipzig.  Sommerfest  des  akad.  Gescmgyereins  „Arion** 
(Prof.  Müller)  unt.  Mitwirk,  der  Cap.  des  134.  Lif.-Beg.  (Jah- 
re w)  am  2.  Juli:  Ouyerturen  y.  Chembiniu.  Draeseke(Akad. 
Fest-),  sowie  andere  Orchestemummem,  „Landkennung**  für 
Männerchor,  Baritonsolo  u.  Orch.  y.  Griegj^„B[rieg8gesang 
im  Walde**  f.  Männerchor  und  Orch.  y.  G.  Weber,  ,/Wald- 
meisters  Brautfahrt**  f.  do.  y.  Brambach,  Männerchöre  a  cap. 
y.  G.  Schreck  („Gebet  auf  den  Wassern**).  Fr.  Mair  (König 
Bing**),  B.  Bief  (Wanderlied),  G.  Schmidt  („Wenn  ich  ein 
Walclyöglein  war**),  H.  Jüngst  („0,  dass  es  muss  im  Frühling 
sein**),  H.  Schulz-Beuthen  („Darf  ih  's  Dimdl  liabn?*0 
C.  H.  Döring  („Das  Mädchen  spricht**)  u.  B.  Schmidt  (Alt- 
assyrisches Lied),  sowie  „Das  Mädchen  yon  Gowric**,  arr.  y. 
Dürrner,  Fant,  appass.  f.  Yiol.  y.  Yieuxtemps  (Hr.  Hamann). 
—  Abendunterhaltungen  im  k.  Conseryat.  der  Musik:  17.  Juni. 
AmoU-Clayierconc,  1.  Satz,  y.  Hummel  =  Frl.  Knapp  a.  Chi- 
cago, Arie  „Schon  eilet  froh  der  Ackersmann**  y.  Haydn  = 
Hr.  Weayer  a.  Westfield,  Fdur-Clay.-Yiolinison.  y.  Grieg  = 
Frl.  Tom  a.  London  u.  Hr.  Korb  a.  Platten,  Yioloncellconc.  y. 
Piatti  =  Hr.  Listemann  a.  Boston,  Amoll-Yiolinconcert  yon 
H.  Sitt  =  Hr.  Zimmermann  aus  Groningen,  FmoU-Clayier- 
conc.  y.  Chopin  =  Frl.  Doane  a.  Brooklyn.  22.  Juni. 
Ouyerture  zur  Oper  „Der  Gouyemeur  von  Tours**,  Yorroiele 
zum  2.  Act  derselben  Oper  u.  zum  5.  Act  y.  „König  Manfred** 
u.  Cdur-Clayierconc.  (=  Hr.  Consolo  a.  Mailand)  y.  C.  Bei- 
necke, Terzett  a.  „Joseph  in  Egypten**  y.  M6hul  =  Frl. 
Kirchhof  a.  Leipzig  und  HH.  Müller  a.  Crimmitschau  und 
Weayer,  Clavierquint.  y.  Schumann  =  Frl.  Wesarg  a.  Braun- 
schweig u.  HH.  Wille  I.  u.  IL  a.  Greiz,  Thomas  u.  Hammig 
a.  Leipzig. 

Ludwigshafen  a.  Rh.  Conc.  des  Yer.  f.  dass.  Kirchen- 
musik (Bieling)  am  1.  Juni:  Gem.  Chöre  yon  Mendelssohn, 
Bungenhagen  u.  Alb.  Becker  („Erquicke  mich  mit  deinem 
Licht**  u.  „Herr  Gott,  nun  schleuss  den  Himmel  auf),  Yocal- 
terzett  „Abendreihn**  y.  0.  Wermann  (Frau  Steinhäusser,  Frl. 
Heim  u.  Frau  Niess),  Solovorträge  des  Frl.  Clossmann  y.  hier 
(Ges.,  „Gebet**  y.Hiller  etc.)  u.  des  Hm.  Werner a. Baden-Baden 
(Org.,  Prael.  u.  FugeinCmoll  y.  S.Bach,  „Gebet**  eig.  Comp., 


368 


Son.  y.  Gailmant  etc.).  (üeber  die  Chorleistungen  schreibt 
die  „Pf.  Pr."  q.  A.:  „Die  Einsätze  sind  so  sicher,  die  Beach- 
tung aller  auf  Rhythmik  und  Dynamik  sich  beziehenden  Vor- 
schriften so  genau,  die  Aussprache  so  klar,  die  Athmung  so 
einheitlich,  dass  man  nur  mit  wärmster  Aberkennung  von  den 
heutigen  Leistungen  des  Chors  sprechen  darf.^) 

Hühlhausen  1.  Th.  Am  17.  Juni  Auffuhr,  v.  HändePs 
.Bamson*'  durch  den  Allgem.  Musikver.  (Möller)  unter  solist. 
Mitwirk,  der  Frauen  Hertwig  u.  Opitz  u.  der  HH.  Marx  u. 
Knabe  y.  hier.  (Die  „M.  Z."  äussert  sich  über  den  chorischen 
Theil  der  Aufführung  u.  A.  wie  folgt:  „Ein  frischer  Zug  be- 
lebte die  Sänger  und  bekundete  das  hohe  Interesse  und  die 
warme  Hingebung,  mit  denen  man  sich  dem  Studium  des 
grossartigen  Werkes  unterzogen  hatte.     Die  Einsätze  waren 

Sräcis,  die  Durchführung  klar;  das  Letztere  darf  auch  yon 
em  Doppelchore  am  Eiäe  des  zweiten  Theiles  gelten.  Diese 
wohlyerdiente  Anerkennung  wirft  ihr  reflectirendes  Licht  auf 
den  Dirigenten  des  Vereins,  Hrn.  Musikdirector  Möller.  Der- 
selbe hat  nicht  nur  wieder  einmal  sein  Dirigentengeschick 
bewiesen,  mit  dem  er  Chor  und  Orchester  zu  leiten  weiss, 
sondern  yor  allen  Dingen  ein  2ieugni8S  yon  dem  tiefen  Ver- 
ständniss  abgelegt,  mit  dem  er  an  eine  solche  Aufgabe  heran- 
tritt, und  das  seine  Wirkung  auf  die  ausfuhrenden  Kräfte 
nicht  yerfehlen  kann.'') 

Münehen.  Conc.  des  Lehrer-Gesangyer.  (Sturm)  am  1 .  Mai : 
„Egmont**-Ouvert.  v.  Beethoyen,  „Toröador  et  Andalouse''  f. 
Orch.  y.  Bubinstein,  Noct.  a.  der  „Sommemachtstraum**- 
Musik  y.  Mendelssohn,  „Wittekind"  f.  Baritonsolo  (Hr.  Kirsch- 
ner), Frauenchor,  Männerchor  u.  Orch.  y.  Th.  Podbertsky, 
sechs  Niederländische  Volkslieder,  f.  Männerchor  u.  Soli  mit 
Orch.  u.  Org.  bearbeit.  y.  Kremser,  gem.  Chöre  y.  Brahms 
(„Li  stiller  Kacht")  u.  Bheinberger  („AllmeineGedanken**), 
Männerchöre  y.  F.  Hegar  („Rudolf  yon  Werdenberg")  und 
L.  Thuille  („Die  Wasserrose"  u.  „Frtlhlingsnahen"),  sowie 
Volkslieder  „Sei  still"  u.  „Lehnsmanns  Abschied",  gesetzt  y. 
E.  Humperdinck,  C^esangsoloyorträge  der  HH.  Schreiber 
(„Linddurtig"  y.  M.  Z enger  und  „0  lieb,  so  lang  du  lieben 
kannst"  y.  Liszt)  u.  Kirschner  („Wenn  dich  die  Seufzer  krän- 
ken", „Innen  und  aussen"  u.  Wanderlied  y.  M.  Z  eng  er). 

Neustadt  a.  d.  H.  4.  Kirchengesangfest  des  Eyang.  Kir- 
chengesangyer.  f.  die  P&lz  unt.  Leit.  des  Hm.  Prof.  Lützel 
a.  Zweibrücken  am  19.  Juni:  Chöre y.C.Beinthaler  (Psalm 
103),  J.  H.  Lützel  („Macht  hoch  die  Thür",  „Herr  mein 
Gott"  u.  „Danket  dem  Herrn"),  L.  Schröter,  Vulpius,  J.  Chr. 
Weeber  („Siehe,  das  ist  Gk)ttes  Lamm"),  Bortniansky,  S.  Bach 
und  Ed.  Grell  („Gott,  gib  Friede"),  Orgelyorträge  der  HH. 
Bernhard  y.  hier  (Fesl^rael.  v.  J.  G.  Herzog  u.  Gdur-Prael. 
y.  Mendelssohn)  u.  ELahn  a.  Kaiserslautern  (Choralyorspiel  üb. 
„Ein  Lamm  geht  hin"  u.  Phant.  u.  Fuge  in  Gdur  y.  S.  Bach 
u.  Adagio  a.  Op.  117  y.  G.  Merkel).  (Das  Fest  wird  als  eine 
in  allen  seinen  Theilen,  yom  ersten  bis  zum  letzten  Ton, 
„würdige,  wirklich  gottesdienstliche  Festaufföhrung,  ein  herr- 
liches, gelungenes  Fest"  bezeichnet.) 

New- York.  13.— 16.  Concert  des  Streichquart,  der  HH. 
Herrmann,  Hauser,  Lilienthal  u.  Schenck:  Clayierquintett  y. 
Chr.  Sin  ding  (Olay.:  Frau  Chadick),  Streichquint.  Op.  Uly. 
Brahms  (2.  Bratsche:  Hr.  Schill),  Streichquartette  y.  Schu- 
mann (Op.  41,  No.  1)  u.  Beethoyen  (Op.  130,  131  u.  185),  so- 
wie Variat.  a.  dem  DmoU-Streichquart.  y.  Schubert. 

Oldenburg.  Conc.  des  St.  Lambertikirchenchors  (Kuhl- 
mann) am  3.  Juni:  Chöre  y.  Decius,  Bortniansky,  Mozart  u. 
E.  F.  Richter  (Psalm  100,  m.Soli),  sowie  altdeutsche  Volks- 
lieder „Erstanden  ist  der  heiige  Christ"  und  „Der  Tod  als 
Schnitter",  bearbeit.  y.  M.  Plüddemann,  und  altböhm.  Weih- 
nachtslieder „Freu  dich,  Erd  und  Sternenzelt"  u.  „Die  Engel 
und  die  Hirten",  bearbeit.  y.  C.  Riedel.  Soloyorträge  des  Frl. 
Schmidt  a.  Berlin  (Ges.,  Arie  y.  C.  EcKcrt  etc.)  u.  des  Hrn. 
KuMmann  (Orgel,  Fdur-Tocc.  y.  S.  Bach,  And.  a.  Op.  16  y. 
Ph.  Rufer  u.  And.  a.  Op.  113  y.  Merkel). 

Paris.  Conc.  der  „Euterpe"  unt.  Leit.  des  Hm.  d^Ozanne 
am  7.  Mai:  Schicksalslied  u.  Liebeslieder-Walzery.  Brahms, 
1.  Theil  a.  „Das  Paradies  und  die  Peri"  u.  Fdur-Clayiertrio 
V.  Schumann.  (Solisten:  Damen  Ott,  Steinsilber,  Hellmann, 
Catala  u.  Ducamp  u.  HH.  Fürst,  Gerold  u.  Britt  [(}es.],  Che- 
villard  [Clay.J,  Geloso  u.  Schneklud  [Streicher].)  (Die  Auffüh- 
rung war  Eine  der  bemerkenswerthesten  der  Saison.) 

Bad  Reinerz.  l.--4.Symph.-Conc.  des  Curorch.  (Loewen- 
thal):    Symphonien  v.  Beethoyen  (No.  6  u.  3),  Haydn  (Gdur, 


ft.  „Cayalleria  rusticana"  v.  Mascagni,  „Frählings- Morgen- 
ständchen" y.  Lacombe,  Soloyortr^e  der  HH.  Knoch  (Viol.), 
Reimann  (Violonc),  Gemisch  (Clar.)  und  Tuckermann  (Hom) 
u.  A.  m.  —  1. — 3.  Kammermusikabend:  Esdur-Streichquint. 
y.  Mozart,  Streichquartette  y.  Beethoven  (Op.  18,  No.  2),  üaydn 
u.  Th.  Kirchner  (Op.  20),  sowie  einzelne  Streichquartett- 
sätze  u.  A.  m.  (Unter  dem  nicht  registrirten  Rest  befinden 
sich  u.  A.  als   höchst  erbauliche  Stücke  für  derartige  Pro- 

f  ramme  eine  Mandolinen-Serenade  y.  R.  Eilenberg  u.  H.  [im 
rogramm  steht  F.  y.]  PfeiPs  „Still  ruht  der  See"  als  Horn- 
quartett!  Wählerisch  ist  die  Hand,  welche  diese  Kammer- 
musik-Programme aufstellt,  jedenfalls  nicht!) 

Seheveningen.  1  .u.  2.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch. 
a.  Berlin  (Herfurth):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  7)  und 
Raff  („Lenore"),  symphon.  Dicht.  „Fruhlingswogen"  y.  Ph. 
Schar wenka,  „Cortöge"  y.  M.  Moszkowski,  Vorspiel  zu 
„Lohengrin",  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und 
Isolde"  u.  „Waldweben"  a.  „Siegfried"  y.Wagner,  2.  Rhaps. 
norv6g.  V.  Lalo,  1.  u.  2.  Satz  a.  dem  DmoU-Violinconc.  yon 
Vieuxtemps  (Hr.  Eidering)  u.  A.  m. 

Sondershausen.  2.— 4.  Lohconc.  (Prof.  Schröder) :  Sym- 
phonien V.  Beethoven  (No.  3  u.  5)  und  Schumann  (Esdur), 
„Tasso"  V.  Liszt,  „Todtentanz"  y.  G.  Riemenschneider, 
„Siegfried-Idyll"  v.  Wagner,  symph.  Variat.  f.  Orch.  v.  Ni- 
co dS,  Ouvertüren  y.  Tscha'ikowsky  („Romeo  und  Julie"), 
Rheinberger  („Christoforus")  u.  Brahms  (Trag.)»  Soloyor- 
träge der  HH.  Rückbeü  a.  Freiburg  i.  B.  (VioL,  DmoU-Oonc. 
y.  Wieniawski)  u.  A.  Martin  y.  hier  (Violonc,  Concert  y. 
Volkmann). 

Tilsit.  Proyinzial-Kirchengescmgfest:  l.Tagm.  HändePs 
„Samson",  ausgeführt  vom  Oratorienver.  (Wolff)  unter  solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  Paleit  u.  Friede  u.  der  HH.  Kirchner  u. 
Schulze. 

Würzburg.  Festconc.  der  Liedertafel  zur  Feier  ihres 
ÖOiähr.  Bestehens  unt.  Leit.  des  Hm.  Meyer -Olbersleben  und 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  MtlUer-Hartung  a.  Weimar  und  der 
HH.  MüUer-Hartung  v.  ebendaher  u.  Knapp  a.  Mannheim  am 
5.  Juni:  Festouverture  „Feierklänge"  v.  M.  Meyer-Olbers- 
leben,  Festchor  zu  diesem  Jubiläum  f.  Männerchor  u.  Orch. 
y.  C.  F.  Weinberger  (unt.  Leit.  des  Comp.),  „Oolumbus"  f. 
Männerchor,  Soli  u.  Orchester  v.  H.  Zöllner,  Chorlieder  v. 
A.  Böhme  („Das  stille  Thal"),  C.  Isenmann  („Heute  scheid 
ich")  u.  H.  Lange  („Mein  Herz,  thu  dich  auf*). 

Zweibrüeken.  Zweitägige  Musikaufführ.  des  Caecilien- 
Ver.  (Gtehlen)  unter  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  v.  Sicherer  aus 
Mtknchen  u.  Haas  a.  Mainz  u.  der  HH.  Diezel  a.  Berlin  und 
Sistermans  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.),  sowie  der  HH.  Neuheisel 
a.  Saarbrücken  (Viol.)  und  Kaul  a.  Berlin  (Viola):  19.  Juni. 
„Das  Paradies  und  die  Peri"  y.  Schumann.  20.  Juni.  Suite 
„Aus  Holberg's  Zeit"  f.  Streichorch.  y.  Grieg,  weitere  Stücke 
f.  do.  y.  Händel,  DvoHk  (Notturno),  Tscha'ikowsky  (Ele- 
gie) u.  Gouvy  (Schwed.  Tanz),  Soli  f.  Ges.,  f.  Viol.  u.  f.  Viola 
(„Albumblätter"  y.  H.  Sitt). 

f/tr*  Veraltete  Programme^  sowie  Progranmu  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Die  neue  Altistin  der  Hofoper  Frau  Ritter- 
Götze  wird  ihre  Stellung  am  1.  Sejpt.  antreten.  In  der  KroU- 
Oper  ist  immer  noch  Hr.  Botel  mit  seiner  beneidenswerthen 
Stimme  der  Hauptmagnet.  —  Dresden.  Wie  vortheilhaft  es 
für  die  Gasse  ist,  berimmte  Namensvettern  zu  haben,  bewies 
auch  hier  der  starke  Besuch,  welchen  die  Goncerte  des  Hm. 
Eduard  Strauss  und  seiner  Gapelle  aus  Wien  fanden,  denn 
an  sich  ist  Hr.  Eduard  Strauss  Nichts  weniger  als  ein  Diri- 
gent im  rechten  Sinne.  —  Kaiserslautern.  Hr.  Hofooncert- 
meister  Otto  Hohlfeld  aus  Darmstadt  hat  unlängst  in  einem 
Conoert  des  hiesigen  Musikver  eins  als  Violinyirtuos  einen 
durchschlagenden  Succ^  erzielt.  Als  Hauptgegenstand  seiner 
unvergleichlichen  Darstellungskunst  hatte  er  Praeludium, 
Menuette,  Gavotte  und  Eondo  aus  der  6.  Sonate  von  S.  Bach 
gewählt.  —  London.  Mit  einem  künstlerischen  und  pecuniä- 
ren  Erfolge,  wie  er  hier  noch  selten  einem  Pianisten  zu  Theil 
wurde,  gab  Hr.  Paderewski  kürzlich  ein  Clavierrecital  in 
St.  James^s  Hall,  die  trotz  der  hohen  Eintrittspreise  vollstän- 
dig ausverkauft  war.  Im  Goventgarden-Theater  gefüllt  un- 
femein  die  Goloratursängerin  Frl.  Emmy  Teleky  aus  Ham- 
urg.  Ihre  Susanne  in  „Figaro^s  Hochzeit"  war  eine  reizvolle 
Leistung. 


859 


Kirchenmusik. 

Leipzig.     Thomaskirclie:   2.  Juli.  „XJebers  Gebirg  Maria 

fsht",  Motette  v.  J.  Eccard.     „Magnificat"  v.  P.  G.  B.  Martini, 
icolaikircfae:   3.  Juli.     „Sanctus"  a.  der  Missa  solemnis  von 
E.  F.  Richter. 


AufgefOtirte  Novitäten. 

Ashton  (A.),  Suite  f.  zwei  Claviere.  (London,  Annual  Pianof. 
Hecit^  des  Hm.  Thoma  am  14.  Mai.) 

Averkamp  (A.),  Symph.  (Amsterdam,  Klassiek-Conc.  des 
PaleiS-Ork.) 

BargielfW.),  Esdur-Claviertrio.  (Rostock,  3.  Kammermusik- 
abend des  Hm.  Bühring.) 

Busoni  (F.  B.),  Variat.  f.  Clav.  u.  VioloncelL  (Helsingfors, 
Musikinstitut.) 

B rahm 8  (J.),  Orchestervariat.  über  ein  Haydn'sches  Thema. 
.  (Hildburghausen,  3.  Abonn.-Conc.  der  Hofcapelle  a.  Mei- 
ningen.) 

Conc.  f.  Viol.  u.  Violonc.     (Amsterdam,  Klassiek-Conc. 

des  Paleis-Ork.) 

Bdur-Streichsext.      (Laibach,  Ausserorden tl.  Conc.  der 

Philharm.  Gesellschaft.) 

—  —  Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente   u.    Trio  f.  Clav., 

Clar.  u.  Violonc.    (Mannheim,  6.  Kammermusik  der  HH. 

Schuster  u.  G«n.) 
Cmoll-Clavierquart.  u.  C  raoll-Claviertrio.   (Helsingfors, 

Musikinstitut.) 
Streichquart.  Op.  51,  No.  2.      (Mannheim,  Matinee  der 

HH.  Prof.  Heermann  u.  Gen.  a.  Frankfurt  a.  M.) 

—  --  C  moU-Streichquart.    (Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 
Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.  (Darmstadt,  3.  Kammer- 
musikabend der  HH.  de  Haan  u.  Gen.) 

Rhapsodie  f.  Altsolo,  Männerchor  u.  Orch.      (Herford, 

Musikfest  des  Musik ver.) 

Bruch  (M.),  „Das  Feuerkreuz«*  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Nürn- 
berg, Conc.  des  Männerjgesangver.  am  2.  Mai.) 

—  --  ^Jubilate,  Amen"  f.  Sopransolo.  gem.  Chor  und  Orch. 

(Chemnitz,  Musikaufführung  in  der  St.  Jacobikircbe  am 

I.  Mai.) 
n^*s  Lied  von  der  Glocke**  f.  Chor,  Soli  u.  Orchester. 

(Metz,  5.  Conc.  der  Musikcap.) 
„Odysseus**  f.  do.      (Bielefeld,   Aufführung  durch  den 

Musikver.  am  15.  Mai.    Naumburg  a.  S.,  4.  Conc.  des  Ge- 

sangyer.    Herford,  Musikfest  des  Musikver.) 
Fischer  (C.  A.),   Symph.  Tonstück  „Im  Dom"  f.  Orgel  und 

Orch.    (Chemnitz,  Musikaufführ.  in  der  St.  Jacobikircbe 

am  1.  Mai.) 
Gast  (F.  M.),  Oratorium  „Johannes  der  Täufer**.  (Plauen  i.V., 

(Auffahr.  unt.  Leit.  des  Hm.  A.  Riedel  am  15.  April.) 
Grade ner  (C.  G.  P.),   Trio  f.  Viol.,  Bratsche  u.  Violoncell. 

(Leipzig,  10.  Musikabend  des  Kammermusikver.) 
Grieg  (Edv.),  Gmoll-Streichquart.      (Leipzig,  Stiftungsconc. 

des  Grieg- Ver.    Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 
Gdur-Clav.- Violinsonate.     (München,  4.  Conc.  des  Or- 

chesterver*) 

Cmoll-Clav.-Violinson.    (Helsingfors,  Musikinstitut.) 

Grimm  (J.  0.),    „Hymne  an  die  Musik**  f.  Soli  u.  Chor  mit 

Clav.     (Oldenourg;,  Ausserordentl.  Conc.  des  Singver.) 
Grüel  (E.),  „Die  Seejungfrau**  f.  Frauenchor,  Soli,  Ciavier  u. 

Declam.     (Potsdam,  Wohlthätigkeitsconc.  am  9.  Mai.) 
Halvorsen  (J.),  Emoll-Streichquart.      (Helsingfors,    Musik- 
institut.) 
Hartlaub  (A.),    „Rübezahl**  f.  Solo,  Frauenchor  u.  Ciavier. 

rRegensburg,    Musikabend   des   Damengesangvereins  am 

Heidrich  (M.),  Trio  f.  Clav.,   Clar.  u.  Hörn.      (Leipzig,  10. 

Musikabend  des  Kammermusikver.) 
Herzogenberg  (H.  v.),    „Die  Weihe  der  Nacht**  f.  Altsolo, 

Chor  u.  Orch.     (Leipzig,  Hausconc.  des  Bach- Ver.) 
Kluffhardt  (A.),  3.  Symph.    (Chemnitz,  12.  Symph.-Concert 

der  Stadt.  Cap.) 
Krug  (Am.),  Cyklus  „Aus  verwehten  Blättern**  f.  gem.  Chor 

u.  Clav.    (Altena,  3.  Conc.  der  Singakad.) 
Liszt  (F.),    „Les    Pr61udes**.      (Halberstadt,    6.    Stöbe*sches 

Abonn.-Conc.) 

—  —  Hmoll-Cla Viersen.    (Helsingfors,  Musikinstitut.) 
Lux  (F.),  „Coriolan**  f.  Männerchor,  Soli  u.  Orch.  (Solingen, 

CJonc.  des  Lehrer-Gesangver.) 


Meyer-Olbersleben  (M.),  „Königin  Waldlieb**  f.  gem.  Chor 
u.  Orch.  (Hermannstadt  i.  S.,  Conc.  des  Musikver.) 

Milde  (L.),  Frühlingssymphonei  f.  gem.  Chor  u.  Orchester. 
(Ebendaselbst.) 

Raff  (J.),  Streichquart.  Op.  192.  (Baden-Baden,  5.  Kammer- 
musik der  HH.  Bletzer  u.  Gen.) 

Streichquart.  „Die  schöne  Müllerin**.    (Minden,  3.  Soir^ 

f.  Kammermusik  der  HH.  Zuschneid  u.  Gen.) 

Reubke  (J.),  Bmoll-Clavierson.    (Helsin^ors,  Mnsikinstitut.) 

Rheinberg  er  (J.),  „Das  Thal  des  Espmgo**  f.  Männerchor 
u.  Orch.  (Dortmund,  Conc.  der  Liedertafel  am  26.  April.) 

Rechlich  (Edm.),  Symph.  Dicht.  „Durch  Nacht  zum  Licht**. 
(Zwickau,  4.  Philharm.  Conc.) 

Saint-Saöns  (C),  Vorspiel  zu  „Le  D6luge**.  (München, 
5.  Conc.  des  Orch. -Ver.) 

Adur-Clavierquint.  (München,  4.  Conc.  des  Orchesterver.) 

Strauss(R.),  Symph.  Dicht.  „Macbeth**.  (Amsterdam,  Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Concerthaus.) 

Svendsen  (J.  S.),  Einleit.  zu  „Sigurd  Slembe**.  (Ebenda- 
selbst.) 

Streichoct.  (Chemnitz,  3.  Kammermusikaufführung  des 

Hrn.  Pöble.) 

Tschaikowsky  (F.),  Streichquart.Op.il.  (Magdeburg,  Ton- 
künstlerver.) 

A  moll-Claviertrio.     (Helsin^ors,  Musikinstitut.) 

Urspruch  (A.),  Dmoll-Clav.-Violmson.  (Mannheim,  6.  Kam- 
mermusik der  HH.  Schuster  u.  Gen.) 

Volkmann  (R.),  Festouvert.  (München,  5.  Conc.  des  Orch.- 
Vereins.) 

—  —  E moll-Streichquartett.  (Leipzig.  10.  Musikabend  des 
Kammermusi  k  ver.^ 

Cmoll-Claviertno.    (Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 

Wagner(R.),  „Meistersinger** -Vorspiel,  Kaiser-Marsch,  „Chai-- 
freitagszauber**  a.  „Parsifal**  etc.  (Halberstadt,  6.  Stöbe'- 
sches  Abonn.-Conc.) 

„Parsifal** -Vorspiel.    (Baden-Baden,  Pensionsfondsconc. 

des  Curorch.) 


Vermischte  IMittlieilungen  und  Notizen. 

*  In  Mailand  hat  sich  unter  dem  Titel  „Genossen- 
schaft der  Mailänder  Pianisten**  ein  Verein  zur  künst- 
lerischen, moralischen  und  ökonomischen  Hebung  des  Pianisten- 
standes gebildet,  verbunden  mit  einer  Abtheilung  zur  gegen- 
seitigen Unterstützung.  Der  Verein  will  Vervollkommenungs- 
schulen  gründen  und  fordert  Vereine  und  Gesellschaften  auf, 
im  Falle  dieselben  Concerte  geben  wollen,  sich  an  besagte 
Genossenschaft  zu  wenden. 

*  Das  Conservatorium  der  Russischen  Musikgesellschaft 
in  St.  Petersburg  wurde  im  verflossenen  ünterrichtsjahre 
von  647  Schülern  und  Schülerinnen  besucht,  von  denen  auf 
die  Clavierclassen  263,  auf  die  der  Orchesterinstrumente  150 
und  auf  die  Gesangsclassen  80  kamen. 

*  Hr.  Frank  van  der  Stucken  beabsichtigt,  im  October 
in  Naw-York  eine  Opernakademie  zu  gründen. 

*  Der  Soramerauffiihrung  von  HandeTs  „Judas  Macca- 
bäus*'  im  Crystal  Palace  zu  London  wohntsn  22,(i88  Zu- 
hörer bei. 

*  Die  rühmlichst  bekannte  Firma  Jos.  Aibl  in  Mün- 
chen hat,  um  sich  ausschliesslich  ihrem  täglich  an  künstleri- 
scher Bedeutung  zunehmenden  Musikalien verlag  widmen  zu 
können,  ihr  Musikaliensortiment  imd  Ciaviergeschäft  an  Hm. 
Wilhelm  Salzer  in  Aschaffenburg  verkauft,  der  diese  Geschäfts- 
zweige unter  der  Firma  Jos.  AibPs  Sortiment  (W.  Salzer) 
weiterführt. 

*  Durch  die  Presse  geht  das  Gerücht,  dass  die  HH. 
Staegemann  &  Goldberg  sich  entschlossen  hätten,  im  n.  Winter 
Liszt^s  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth**  scenisch  auf 
dem  Staattheater  zu  Leipzig  zur  Aufführung  zu  bringen. 

*  Hr.  Anton  Rubinstein  hat  sich  im  neuen  Deutschen 
Theater  zu  Prag  bei  verschlossenen  Thüren  und  unter  Ab- 
wesenheit jedes  weiteren  Zuhörers  am  27.  und  28.  Juni  seine 
neueste  geistliche  Oper  „Moses**  vorspielen  lassen.  Sie  wird 
doch  nicht  ebenfalls  wie  manches  andere  grössere  Werk  dieses 
emsig  schaffenden  Componisten  viel  Lärm  um  Nichts  bedeu- 
ten? Die  Prager  Premi6re  ohne  Publicum  ist  jedenfalls  eine 
originelle  Idee  gewesen  und  hat,  wie  dies  die  Verbreitung 


860 


durch  die  Presse  bezeugte,  der  ^Novität  und  dem  Opemper- 
sonal  des  Hrn.  Angelo  rfeumann  als  wirksame  Beclame  ge- 
dient. 

*  Das  Dresdener  Hoftheater  hat  die  Saison  mit 
.Tannhäuser*'  beschlossen.  Dasselbe  wird  den  20.  Oct.  als 
den  60.  Jahrestag  der  ersten  „Rienzi^'-Auffuhrung  mit  einer 
Musteraufführung  dieser  Oper  begehen,  der  sich  in  schneller 
Folge  die  übrigen  Bühnenwerke  des  Meisters,  natürlich  mit 
Ausnahme  der  „Feen"  und  des  „Parsifal",  anschliessen  sollen. 

*  In  der  Berliner  Hofoper  war  der  22.  Juni  der  letzte 
Spieltag  der  verflossenen  Saison,  und  zwar  bildete  eine  Gala- 
vorstellung zu  Ehren  der  Anwesenheit  des  italienischen 
Eönigspaares  diesen  Abschluss.  Die  erste  Novität  der  Ende 
August  beginnenden  neuen  Saison  wird  Sullivan's  „Ivan- 
hoe"  sein. 

*  Im  Herbst  sollen  im  Ck>v6nt  Gtarden-Theater  in  Lon- 
don Wagner's  Werke  info^  ihres  gegenwärtigen  grossen 
Erfolges  daselbst  in  englischer  Sprache  und  zu  billigen 
Preisen  aufgeführt  werden.  Man  hont,  Hm.  Alvary  für  den 
Tristan  zu  s^winnen,  die  anderen  Darsteller  sollen  englisch 
sprechende  Künstler  sein. 

*  B.  Wagner^s  „Lohengrin"*  wurde  im  Stadttheater  zu 
Agen,  der  Hauptstadt  des  Departements  Lot-et  Garonne,  mit 
Enolg  erstmalig  gegeben. 

*  Das  neue  Hammerstein'sche  Opernhaus  zuNew-York 
wird  im  Herbst  mit  M.  Moszkowski's  „Boabdil"  eröffiiet 
werden. 

*  Eine  in  Bezug  auf  Text  und  Musik  eingeborene  ame- 
rikanische Oper  erleote  kürzlich  im  Tremont-Tbeater  in  Bo- 
ston ihre  erste  Aufführung  und  wurde  gut  aufgenommen. 
Es  ist  dies  die  komische  Oper  „Puritania^  von  Edgar  Still- 
man  Kelley,  Text  von  McLellan.  Die  Musik  soll  das  Beste 
sein,  was  je  ein  amerikanischer  Componist  hervorgebracht. 

*  Im  Hoftheater  zu  Weimar  bereitet  man  ein  neues 
Musikdrama, ^„Horant",  Dichtung  und  Musik  von  Emil  He tt- 
stedt,  zur  Aufführung  vor.  Der  oereits  im  Druck  vorliegende 
Tlgft  erweckt  eine  günstige  Meinung  für  daa  Werk;  dessen 
musikalischer  TheU  ebenso  tüchtig  ausfallen  möge. 

*  Ln  Hoüheater  zu  Stuttgart  ging  jüngst  eine  neue 
einactige  Oper  „Die  Strassensängerin**  von  Prof.  Wöbe r  mit 
schwadaem  Effect  erstmalig  in  Scene. 

*  Der  üniversitätsgesangverein  zu  St.  Pauli  unter 
Leitung  des  Hm.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  in  Leipzig  begeht 


vom  17.  bis  19.  d.  Mts.  sein  70iähriges  Stiftungsfest,  dessen 
musikalischen  Theil  ein  geistliches  und  ein  welüiches  Goncert 
bilden  werden. 

*  Der  Amsterdamer  a  capella-Chor  unter  Leitung 
des  Hm.  D.  de  Lange  hat  wie  auf  seiner  Heise  nach  Wien 
in  einigen  deutschen  Städten  so  auch  in  der  österreichischen 
Hauptstadt  wahrhafte  Begeisterung  mit  seinen  exquisiten 
Leistungen  erregt. 

*  Hr.  Dr.  Bichard  Pohl  beging  am  2.  Juli  sein  40jähri- 
g^es  Jubiläum  als  Mitarbeiter  der  „Neuen  Zeitschrift  für  Mu- 
sik", in  welcher  er  s.  Z.  bekanntlich  namentlich  aufs  Uner- 
schrockenste und  Wirksamste  für  Wafi^er  und  Liszt  gekämpft 
hat.  Wir  gratuliren  dem  verdienten  Manne,  der  auch  unserem 
Blatte  so  manchen  werthen  Beitrag  geliefert  hat,  von  Herzen 
zu  dem  in  vollster  geistiger  und  körperlicher  Frische  erreich- 
ten 40.  Jahrestag  seiner  litterarischen  Thätigkeit. 

*  Hr.  Friedrich  Grützmacher  jun.,  Concertmeister  und 
1.  Violoncellist  der  k.  Oper  zu  Budapest,  ist  zum  Professor 
seines  Instrumentes  an  das  dortige  Conservatorium  berufen 
worden. 

*  Der  Ciavierfabrikant  William  Steinway  in  New- York 
erhielt  das  Prädicat  eines  preussischen  Ho££abrikanten  ver- 
liehen. 

*  Hrn.  Prof.  I.  Seiss  in  Oöln  wurde  der  preussische 
Kronenorden  verliehen. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Zumpe  in  Stuttgart  erhielt  das 
Hitterkreuz  2.  Classe  des  sächsischen  Albrechtsordens  ver- 
liehen. 

*  Herzogvon  Sachsen-Coburg-Gotha  hat  den  HH.  Concert- 
meister AI.  Eichhorn  in  Coburg  und  Hm.  Musikdirector 
Keiser  in  Darmstadt  die  Herzog  Ernst-Medaille,  sowie  Hrn. 
HoftheaterdirectorWünzer  in  Darmstadt  das  Bitterkreuz  erster 
Classe  des  Sachsen-Emestinischen  Hausordens  verliehen. 

Todtenliste.  Dionigi  Cortesi,  Musiklehrer  und  Yer- 
fjBJSser  mehrerer  Werke  über  Musik,  f  iu  Civitavecchia.  — 
Eos  Mor^ais,  angesehener  wallisischer  Tenor,  f  55  Jahre  alt. 
—  Teodoro  Quilez,  vortrefflicher  Geiger,  t  a™.  1.  April,  42 
Jahre  alt,  in  Lissabon.  —  Heinrich  Brückner,  der  berühmte 
Hoftheatermaler  in  Coburg,  fj  86  Jahre  alt,  am  24.  Juni. 

Berichtigungen.  In  No.  27,  S.  344,  Sp.  2,  muss  es  5.  Zeile 
V.  o.  kunstreiches  statt  künstlerisches  und  22.  Z.  weiter 
correcten  statt  concreten  heissen. 


Kritischer  Anhang. 


Gesangpädagogisohes. 

Besprochen  von  Moritz  VogeL 

Gesangunterricht  fükr  deutsche  Yolkssohulen.  Auch  zur  Ein- 
flihrung  in  Seminarien  geeignet.  Von  0.  Fiehtner,  Lehrer 
in  Leipzig.    Leipzig,  Enist  Wunderlich. 

Der  Verfasser  bricht  in  seinem  Werkchen  eine  Lanze  für 
das  „Trefi&dngen"  gegenüber  dem  blossen  nNach  dem  Gehör 
singen",  wie  es  in  den  meisten  Schulen  leider  gehandhabt 
wira.  Seine  Arbeit  handelt  in  sechs  Hauptabschnitten  über 
den  Werth  der  Musik  im  Allgemeinen,  gibt  einen  geschicht- 
lichen Bückblick  auf  die  Hauptentwiokelungsstufen  des  Ge- 
sangunterrichts, begründet  die  Methode  des  Trefi&ingens,  be- 
fasst  sich  in  eingehender  Weise  mit  der  Aussprache,  berührt 
kurz  das  Capitel  Y  ortrag  beim  Gesänge  und  endigt  mit  einem 
nach  Classen  geordneten  Lehrgange.    Das  Buch  ist  interessant 

S flehrieben.  Als  das  Wichtigste  an  und  in  demselben  ist  die 
ethode  des  Treffsingens  selbst  hervorzuheben.  Der  Verfasser 
vertritt  hier  die  Ansicht,  dass  man  mit  den  betreffenden 
Uebungen  früh,  d.  h.  sofort  beim  Beginne  des  Gesangunter- 
richts anfiemgen  müsse.  Und  darin  hat  er  nur  Becht,  denn 
sind  die  Kinder  durch  das  jahrelang  betriebene  G^hörsingen 
erst  denk&ul  geworden,  so  ist  alle  später  angewendete  MfUie, 
sie  zur  Anwendung  des  Verstandes  zu  bringen,  sehr  oft  ver- 
geblich. Nicht  einverstanden  aber  könnte  ich  mich  damit 
erkl&ren,   den  Eündem  als  Anschauungsmittel  sogleich  die 


Notenschrift  zu  geben,  und  zwar  aus  dem  Grunde,  weü  die 
Letztere,  resp.  das  Notensystem,  eine  klare  Anschauung  vom 
Tonsystem  nicht  gibt.  Es  widerspricht  demselben  streng  ge- 
nommen eigentlich  schon  der  Begriff  Zwischenraum,  denn 
ein  leerer  Baum  ist  in  den  Augen  der  Kinder  keine  Stufe. 
Ab^;esehen  davon  macht  das  Notensystem  auch  keinen  Unter- 
schied zwischen  ganzen  und  halben  Stufen,  denn  es  werden 
3 — 4  und  7—8  in  Cdur  gerade  so  notirt  wie  alle  anderen 
Stufen.  Wenn  man  also  mit  dem  Begriffe  „Anschauungs- 
mittel'' denjeni^n  des  .Klarmachens^  verbindet,  und  das  soUte 
doch  wohl  sein,  wird  man  gut  thim,  fürs  Erste  von  der 
Notenschrift  Abstand  zu  nehmen,  und  das  ist  um  so  eher 
möglich,  als  wir  in  der  bildlich  dargestellten  Tonleiter*),  wie 
solcne  schon  vor  Jahrzehenten  beim  Gesangunterricht  benutzt 
worden  ist,  einen  ausgezeichneten  Ersatz  haben.  Dieselbe 
reicht  für  die  Unterstufe,  auf  welcher  es  sich  um  ein  Treff- 
singen ohne  Unterstützung  des  Lehrers  doch  wohl  nicht  han- 
deln kann,  vollständig  aus.  Auf  der  Mittelstufe  cuigekommen, 
l&sst  sich  aus  der  Leiter  das  Notensystem  au&  Bequemste  ent- 
wickeln. Bis  dahin  aber  haben  die  Kinder  das  Tonsystem 
eigentlich  schon  in  seinen  Grundzügen  kennen  gelernt,  und 
zwar  sicherer  und  leichter,  als  nach  der  Notenschrift.  —  Im 
Uebrigen  bin  ich  mit  dem  Verfasser  ganz  einverstanden, 
unter  Beherzigung  des  alten  Sprüchwortes,   nach   welchem 

*)  Siehe:  Das  Tonsystem  und  die  Notenschrift  im  Zu- 
sammenhange mit  dem  Schul-G^sangunterrichte  dargestellt 
von  Moritz  Vogel.    Leipzig,  Max  Hessens  Verlag. 


^61 


viele  Wej^e  nach  läom  fahren.  Jedenfalls  gehört  Hr.  Fichtner 
zu  denjenigen  Gesanglehrem ,  die  es  mit  ihrer  Sache  ernst 
nehmen  und  denen  es  auch  an  Muth  und  Einsicht  nicht  fehlt, 
ihre  TJeberzeugune  ööentlich  zu  vertreten.  Ob  wir  es  auf 
diesem  Wege  endlich  einmal  zu  einer  mehr  verstandesge- 
mässen  Behandlung  des  Gesangunterrichts  bringen  werden, 
wage  ich  kaum  zu  entscheiden.  Als  Hr.  Fichtner  jüngst  in 
einer  Versammlung  Leipziger  Lehrer  über  unseren  (&^n- 
stand  sprach,  wurden,  laut  Zeitungsbericht,  am  Schlüsse  seines 


Vortrags  verschiedene  Stimmen  laut,  die  der  Ansicht  waren, 
dass  es  in  der  Schule  des  TreSsingens  gar  nicht  so  nothwen- 
dig  bedürfe.  So  man  das  aber  wahrnimmt  am  fi;rünen  Holze, 
was  soll  am  dürren  werden!  Ich  glaube,  hier  hmt  nur  durch- 
greifen von  oben,  d^nn  von  unten,  d.  i.  aus  den  Kreisen 
musikalisch  gebildeter  G^esaziglehrer,  ist  schon  genug  ge- 
schehen. Honen  wir  also,  &S8  auch  in  diesem  Falle  der 
Segen  einst  von  oben  kommen  werde. 

(Fortsetzung  folgt) 


Bx*iefl£a.steii* 


fV,  C,  in  C.  Wir  sind  nicht  im  Stande,  Ihnen  schon  jetzt 
die  Solisten  der  nftchstwinterlichen  Gewandhausconcerte  zu 
nennen.  Betreffs  der  Violinisten  Joachim  und  Sarasate  dürfen 
wir  aber  wohl  unbedenklich  annehmen,  dass  sie  auch  in  der 
nächsten  Saison  unserem  Publicum  nicnt  geschenkt,  sondern 
anderen,  namentlich  an  dieser  Stelle  noch  um>ekannten  Geigern 
unnöthigerweise  den  Platz  wegnehmen  werden. 


F.  y,  in  D.  Ihre  Aufstellungen  sind  mit  Ausnahme  des 
Orchesters  des  Deutschen  Theaters  zu  Pr.,  welches  nur  drca 
*6^  Mann  stark  sein  soll,  so  ziemlich  richtig,  jedoch  in  der  Zahl 
zu  beschränkt,  als  dass  sie  statistisches  Interesse  bieten' könnten. 

A,  K.  in  P,  Das  berühmte  Werk  von  Töpfer  in  der  neuen 
Bearbeitung  Allihn's  darf  wohl  an  vorderster  Stelle  genannt 
werden. 


AuselcpeiL 


Clavier-Quintette. 

Costa,  A.,  Op.  1.  Quintett  für  Pianoforte,  2  Violinen, 
Viola  und  Violoncell.     12  Jt 

Draeseke,  F.,  Op.  48.  Quintett  für  Pianoforte.  Violine, 
Viola,  Violoncell  und  Hom.     18  Jt 

Erlanger,  G.,  Op.  39.  Quintett  f.  Pfte.,  2  Violinen,  Viola 
und  Violoncell.     Ib  Jt 

GoetZy  H.,  Op.  16.  Quintett  für  Pianoforte,  Violine,  Viola, 
Violoncell  und  Contrabass.     \Q  Jt  bO  /^. 

Graedener,  H.,  Op.  6.  Quintett  No.  1,  HmoU,  f.  Piano- 
forte, 2'  Violinen;  Viola  und  Violoncell.  13  ^  50  4. 

—  Op.  19.  Quintett  No.  2,  CmoU,  fürPianoforte,  2  Vio- 
linen, Viola  und  Violoncell.     \b  Jt 

Jadassohn,  S.,  Op.  76.  Quintett  No.  2,  Fdor,  für  Piano- 
forte, 2  Violinen,  Viola  und  Violoncell.     12  Jt 

Nowakowski,  J.,  Op.  17.  Quintett  für  Pianoforte,  Vio- 
line, Viola,  Violoncell  und  Contrabass.    9  Jt 

Onslow,  G.,  Op.  70.  Quintett  in  HmoU  für  Pianoforte, 
Violine,  Viola,  Violoncell  und  Contrabass.      11  Jt 

—  Op.  76.  Quintett  in  Gdur  für  Pianoforte,  Violine, Viola, 
Violoncell  und  Contrabass.     10  Jt 

—  Op.  79  bis.  Quintett  in  Bdur  für  Pianoforte,  Violine, 
Viola,  Violoncell  und  Contrabass.     9  Jt  bQ  /^. 

Rheinberger,  J.,  Op.ll4.  Quintett  for  Pianoforte,  2  Vio- 
linen, Viola  und  Violoncell.     12  Jt 

Rückauf,  A.,  Op.  i3.  Quintett  für  Pianoforte,  2  Violinen, 
Viola  und  Violoncell.     12  Jt  [7241 

Leipzig. 


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unterrißht,  zur  Ausbildung  der  bfiheren  TeebnÜL. 

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Julius  Klengel,  Franz  Neruda, 

Leipzig.  Copenhagen. 

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meister,  Cassel,  Hoftheater.  [726a.] 


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mit  neuem,  deutschem  Text  und  Vortragshezeichnung  (nehst 
einer  Beschreibung  des  Münohener  Binchois-Godex  und  Ueber« 
tragung  der  5  unvollständig  erhaltenen  Chansons  desselben 
Codex  und  dem  Versuch  einer  Bestaurirung  des  Chanson 
,iCe  mois  de  May^)  herausgegeben  von 

Dr.  KuKO   Blemanii. 

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Dichtong  nach  Geibel's  Epo8 

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Arnold  Krug. 

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T«nor,  Baas  je  2  ^  50  4)     .     .  Ji  8,—. 

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Dichtung 

Theodor  Souch&y. 

Für  Soli,  Nänoerchor  und  Orchester 

componirt  von 

Arnold  Krug. 

Op.  43. 

Partitur .     .  Ji  45, — .  netto, 

Orcheaterstimmen Ji  45, — .  netto, 

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Ihrer  Haj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  KOnlgin  von  Prenasen, 
Ihrer  Haj.  der  KSnigin  von  England, 

3r.  Kaiser},  und  ESnlgl.  Hoheit  des  KronprinEen  von  Deutschland  and  von  Preasien, 
Sr.  ESnigl.  Hobelt  des  Prinsen  Friedrich  Carl  von  Frenssen, 

Sr.  KOnlgl.  Hoheit  des  Herxoffs  von  Edinburgh.  (730.) 

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Pluttl,  Carl,  Op.  3.    Drei  Interludien  für  Oi^.    Jt  %^, 


868 

ConserYatorfum  der  Musak  in  Cöln 

nnter  Leitimg  des  städtischen  Gapellmeisters  Herrn  Professor  Dr.  Franz  Wüllner. 

1784.] 

Das  Conseryatorinm  besteht  ans  einer  InstrumentÄl-,  einer  Oesang-  und  einer  Musiktheorie-Schnle,  einer 
OpemBchale,  sowie  einem  Seminar  für  Glavierlehrer.  Es  besitzt  Vorbereitnngsclassen  für  Ciavier,  Violine,  Violon- 
cellnnd  Sologesang  und  lässt  Hospitanten  zum  Chorgesang,  zu  den  Orchesterübnngen,  Vorlesungen  und  zum  Unterricht  in 
Harfe,  event.  auch  in  Violoncell,  Gontrabass  und  Blasinstrumenten  zu. 

Als  Lehrer  sind  thätig  die  Herren:  Professor  Dr.  F.  Wüllner,  M.  Abendroth,  Goncertmeister  E.  6ar6, 
W.  Bock,  K.  Ezner,  G.  Böttcher,  G.  F.  Gortella,  A.  Eibenschütz,  Director  Dr.  Erkelenz,  F.W.  Franke, 
R.  Friede,  L.  Hegyesi,  E.  Heuser,  Goncertmeister  G.  Hollaender,  N.  Hompesch,  Professor  G.  Jensen, 
A.  Iffert,  Fräulein  Felicia  Junge,  E.  Ketz,  Dr.  0.  Klauwell,  W.  Knudson,  C.  Körner,  A.  Krögel,  Ober- 
Eegisseur  E.  Lewinger,  königl.  Musikdirector  E.  Mertke,  Aug.  y.  Othegrayen,  M.  Pauer,  J.  Schwartz, 
Professor  I.  Seiss,  stellvertretender  Director,  0.  Singer,  Kammersänger  B.  Stolz enberg,  P.  Tomasini, 
F.  Wolschke,  E.  Wehsener. 

Das  Wintersemester  beginnt  am  16. September  d.  J.  Die  Auftiahme-Prüfung  findet  an  diesem  Tage,  morgens 
9  Uhr,  im  Schulgebäude  (Wolfsstrasse  No.  3/5)  statt.  Das  Schulgeld  beträgt  für  ein  Hauptfach  und  die  obligatorischen 
Nebenfächer  Jk  300  p.  a.  Ist  das  Hauptfach  Sologesang,  Jk  400,  und  wenn  Betheiligung  an  der  Opernschule  hin- 
zutritt, Jk  450  p.  a.;  ist  das  Hauptfach  Gontrabass  oder  ein  Blasinstrument  JL  200  p.  a.  Für  die  Betheiligung  am 
Seminar  zahlen  die  betr.  Schüler  ein  für  allemal  JL  50. 

Wegen  weiterer  Mittheilungen,  Schulgesetze  u.  s.  w.  wolle  man  sich  schriftlich  an  das  Secretariat  des  Gon- 
servatoriums  (Wolfsstrasse  3/5)  wenden,  welches  auch  schriftliche  und  mündliche  Anmeldungen  entgegennimmt. 

Cöln,  im  Juni  1892. 

!Der  Torstand. 


Hfl.  slclw.  Hof-KaaoforiofaDitt,    <J^^  _  .        ,,,j^np\. 


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Wehsten  Preisen. 


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ßonstantin  SOild's  Verlag,  £eipzig  und  Siaden^Saden. 


Soeben  ersehien: 


CesusiS'i-Setiute 


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Fpiedrieli  Rennep. 

Preis  Mark  3,—. 

Vorliegendes  Werk  enthält  sich  aller  nutzlosen  Weitläufigkeiten  und 
bezweckt,  dem  Schüler  klare  und  praktische  Aufschlüsse  zu  geben,  welche 
ihn  möglichst  schnell  zu  dem  Ziele  ffihren,  seine  Stimme  richtig  gebrauchen 
zu  lernen. 

Zu  beziehen  durch  alle  Bueh-  und  lusikalienhandluDgen. 


Mi 


Suliu^  jßfätAner,  ^ßeippf. 


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Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novombor  1853. 


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Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [738—.] 

Leipzil,  Kaistr-Wilhelm-Sfa-am  2L 


henogl.  säohs.  Hofpianist,  Frofesseiur  supdrienr  am  OonserTatorinm 

lü  (}enf  (Sohweix).  [739—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  WoifT,  Berlin. 

Alfred  K^rasselt. 


[740-.] 


Baden-Baden. 

Yertr.  H.  IVollT.    Berlin. 


Adolf  Xilümanii, 

Violin-Virtuos.  [74is.] 

Di*esden-A.    A.malieiistr.  lO,  II. 


U&isl.  Kamemiilinu  usd  U\m  der  Harfe  an  1er  Unlsl.  EocMile  flir  instt 

Beriln.  8. 1¥.    Horastr.  9.  [742g.] 


Anfragen  und  Engagements-Anträge  für  mich  bitte 
ich  an  die  [743.] 

Coneertdireetion  Hermann  Wolff. 

Berlin  W-,  Am  Carlsbad  19,  I.  Tel.-Adr.:   Musikwolff, 

zu   richten,    welcher  ich   die  Besorgung  meiner  Concert- 
angelegenheiten  übertragen  habe. 

Gustav  Borchers 

(Tenor). 


Clara  Hoppe, 

Conoert-  iiikd  OratovleiuiMnaeifln  (Sopran). 
[744h.]  Frankfurt  a.  Oder. 


Follständige  Ansbildnng  für  Oper  n.  Coneert 

Ensemble-Uebungen.    RoUenstadinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [746—.] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gesan^l  ehrer. 


Im  Stadtischen  Orchester  zu  Düsseldorf  ist  mit 

dem  1.  September  d.  Jahres  eine  pensicnsberechtigte  Stelle 
an  der  2.  Flöte  (bez.  Piccoloflöte)  zu  besetzen.  Jahres- 
gehalt  1440  Mark.      Anmeldungen    sind    an    das  Obw- 

bUrgermeisteramt  hier  zu  richten.  [746a.] 

Di^'enigen  Bewerber,  welche  zu  einem  Probespiel 
eingeladen  werden  sollen,  erhalten  bis  zum  10.  Juli  Be- 
nachrichtigung. Reisegeld  wird  zu  demselben  nicht  ver- 
gütet. 

Düsseldorf,  im  Juni  1892. 

Für  den  Oberbürgermeister. 

Der  Beigeordnete 
FelsteL 


Härter 


Orchester-,  Chor-  nnd  Text-Bibliotheken> 

Orchesterbibliothek,  in  10  Gruppen  mit  über  600  Num- 
mern die  wichtigsten  Werke  der  reinen  Orchestermusik, 
sowie  derer  für  Blasinstrumente  und  fllr  ein  Instrument 
mit  Begleitung  des  Orchesters  enthaltend.  Preis  jeder 
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tigsten Gesangwerke  (geistliche  und  weltliche)  und  eine 
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fältig revidirten  Chorstimmen  enthaltend.  Preis:  Serie  l— 
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Vennlwortliclier  Bedaclenr  und  Verleger: 

E.  W.  FritiBoh, 

Leipzig,  Königsütrasse  6. 


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[No.29|30. 


-  FanUletoa:  Die 


Tagraguoblobte ;  Uiulkbrief  am  Weimar.  ~  Berichte.  —  OoneartnnuahaD. 
mnilk.  —  AD^efllhrta  Navitätsn.  —  Tennliehte  Hittheilimgen  und  Ncitlxsn. 
häiuer,  A.  DlaabBTger  und  Wilh.  Stnrm.  —  Briefbasten.  —  AüEtiBen. 


Die  Stellung  der  Musik  In  der  griechischen  Tragödie. 

Von  C.  K-P. 

In  unserer  Zeit  scheint  man  nicht  mehr  sehr  viel 
vom  daasiscfaen  AUerthum  wissen  zn  vollen.  Woher 
tnag  es  woU  kommen,  dass  die  Verehrung  und  Be^iste- 
rung  fdr  die  Antike  so  sehr  im  Abnehmen  begriffen  ist? 
Kommt  es  nicht  daher,  veil  sie  uns  zu  einfach  and  kalt 
erscheinen  will.  Wir  leben  in  einer  Zeit  der  Subjectivi- 
tat,  in  einer  Zeit,  da  dae  Individuum,  der  Einzelne,  volle 
Berücksichtigung  verlangt.  Eine  solche  Zeit  war  wohl  aoch 
die,  in  der  Euripides  seine  kritischen  Dramen  achrieb,  nicht 
aber  jene  classische  Epoche,  da  Sophokles  und  Aescbylos 
ihre  gewaltigen,  erschütternden  Werke  schufen.  In  jeuer 
S^eit  war  die  Kunst  universal,  Eigenthum  der  ganzen  Na- 
tion; auf  das  subjective  Gefühl  des  Einzelnen  wurde  wenig 
Werth  gelegt.  Man  gab  viel  auf  äussere,  einfache  Form 
und  Schönheit.  Gewaltige  Leidenschaft  war  nicht  in  der 
Weise,  wie  bei  uns,  das  Gepräge  der  Kunst.  Und  wo 
diese  Leidenschaft  vorhanden  war,  wurde  sie  gleichsam 
durch  das  entgegengesetzte  Gefühl  aufgehoben,  um  das 
ästhetische  Gleichmaass  wieder  herzustellen. 

Nachdem  wir  uns  nun  eine  sichere  Grandlage  ge- 
schaffen, indem  wir  einiges  Allgemeine  aber  die  classische 
Kunst  der  Hellenen  sagten,  wird  es  uns  leicht  werden, 
unser  Thema  za  bearbeiten.  Schiller  sagt:  „Aber  die 
Seele  spricht  nur  Folyhymnia  aus."  Die  Musik  ist  die 
Sprache  der  Seele.  Die  süssesten,  zartesten  Weisen,  so- 
wie die  von  der  grössten  Leidenschaft  eingegebenen  Ac- 
corde  entströmen  dem  tie&ten  Inneren  des  Menschen,  der 
Seele.     Kann  also  die  Musik  bei  den  Griechen  dieselbe 


Stellung  einnehmen,  wie  bei  uns?  Der  Grieche  ist  viel 
zu  sehr  auf  das  Aenssere,  auf  die  Form,  bedacht,  als  dass 
die  Mosik,  die  Sprache  der  Seele,  sich  zu  einer  selbstfin- 
digen  freien  Kunst  hätte  entwickeln  können. 

Und  doch:  es  w&re  falsch,  zudenken,  dass  der  Grieche 
die  Musik,  die  heutzutage  zum  Abgott  Vieler  geworden, 
völlig  unbeachtet  gelassen  hat.  Nein,  im  GegentheU, 
er  brauchte  die  Musik,  um  seine  Kunstidee,  die  er  in 
der  Tragödie  zur  Darstellung  brachte,  zur  höchsten  Voll- 
endung bringen  zn  können,  fxijih/  ayav:  das  ist  der 
Qrundzog,  die  Grundidee  seiner  Werke.  Schönes  Maass 
und  absolute  Harmonie. 

Wozn  anders  wurde  sonst,  nachdem  die  Tragödie 
aufgeführt  war,  ein  Satyrspiel  hinzogefügt,  wozn  anders, 
als  um  die  von  der  Leidenschaft  ergriffenen  Gemüther  zu 
beruhigen,  als  um  die  frühere  Heiterkeit  wieder  hervor- 
zumfen  und  das  gestörte  Gleichmaass  der  Seele  wieder 
herzuBtelleD? 

Als  selbständige  Kunst  konnte  die  Murik  ans  den  ange- 
fahrten Gründen  nicht  bestehen,  in  Verbindung  aber  mit  dem 
Wort  des  Dichters  war  sie  wohl  im  Stande,  jene  vorhin  ange- 
gebene hohe  Aufgabe  zn  lösen.  Wenn  wir  die  Frage  unter- 
suchen wollten,  wiennd  auf  welche  Weise  die  Munk  diese 
Aufgabe  gelöst  hat,  würden  vir  uns  auf  ein  ebenso  unbe- 
kanntes, wie  schwieriges  Gebiet  wagen.  Hanptsäcl^ch 
kam  die  Musik  naturgemäss  bei  den  Chören  der  Tragödie 
in  Betracht.  Dass  diese  nicht  in  der  Weise  der  Mendels- 
sohn'schen  gesungen  wurden,  ist  klar.  Es  war,  wie  ich 
mir  vorstelle,  eine  Art  musikalischen  Sprechens,  viel- 
leicht unserem  Becitativ  ähnlich,  begleitet  von  Ki- 
tharen  und  Flöten,  die  zugleich  Takt  und  BhTthmus 
markirten. 

mfio 


366 


Aber  wenn  sie  naturgemäss  auch  noch  höchst  unvollkom- 
men war,  was  für  eine  ergreifende  Wirkung  mag  doch  diese 
Musik  ausgeübt  haben!  Denken  wir  zum  Beispiel  an  die 
erhabenste  der  sieben  Sophokleischen  Tragödien ,  „Anti- 
gone".  Kreon,  der  heissblütige,  junge  Herrscher,  hat  in 
dem  stolzen  Bewusstsein,  das  Bechte  zu  thun,  Antigone 
zu  qualvollem  Tode  verurtheilt.  Endlich  ändert  er,  von 
Teiresias  unheilvoller  Weissagung  bewogen,  seinen  Sinn. 
Da  ist  es  zu  spät.  Hämon,  sein  geliebter  Sohn,  bohrt 
sich  das  Schwert  in  die  Brust,  Euridice,  sein  Weib,  tödtet 
sich,  —  und  das  Alles,  Alles  ist  veranlasst  durch  ihn,  ihn 
allein,  und  ein  einziges  Wort  hätte  genügt,  ein  einziges 
Wort,  zu  richtiger  Zeit  gesprochen,  um  all  das  Entsetz- 
liche hindern  zu  können.  Er  bricht  zusammen,  äusserlich 
wohl  Sieger,  innerlich  moralisch  geknickt,  gebrochen.  Und 
das  Alles  sieht  der  Zuschauer,  bald  hofft  er,  bald  kann 
er  nicht  mehr  hoffen,  Alles  regt  ihn  auf,  reisst  ihn  bald 
in  die,  bald  in  jene  Leidenschaft.  Aber  immer  wieder 
erklingen  die  ruhig  abgemessenen,  sanften  Weisen  der 
Musik,  und  der  ganze  furchtbare  Strom  der  Leidenschaft 
löst  sich  auf  in  unendliche  Wehmuth,  und  bald  ist  wieder 
Ruhe,  absolute  Ruhe,  wie  die  Ruhe  nach  dem  tosenden 
Sturm  auf  dem  unendlichen,  weiten  Meere. 

Wir  können  unsere  Betrachtung  nicht  schli essen, 
ohne  an  einen  Mann  zu  erinnern,  dem  gerade  diese  Be- 
handlung der  Musik  als  Ideal  vorgeschwebt  hat:  Richard 
Wagner.  Wir  kennen  jenes  Wort  Wagner's:  „Heilige  An- 
tigone! Dich  rufe  ich  an;  lass  deine  Fahne  wehen,  dass 
wir  unter  ihr  vernichten  und  erlösen!"  Wenn  Wagner 
allerdings  thatsächlich  sein  „Kunstwerk  der  Zukunft"  so 
gestaltet  hätte,  wie  es  nach  seinen  Worten  scheint,  das 
heißst,  wenn  er  sich  in  seiner  Musik  lediglich  nach  dem 
griechischen  Vorbild  gerichtet  hätte,  würden  wir  moderne 
Menschen  ihm  vielleicht  weniger  Geschmack  abgewinnen 
l^önnen,    als   es    in  der  That  der  Fall  ist. 

Und  doch  auch  für  uns  hat  jene  Kunstidee  der  Alten, 
was  speciell  die  Behandlung  der  Musik  betrifft,  etwas 
überaus  Befriedigendes.  Damit  der  Mensch  nicht  auf  die 
Stufe  des  seinen  Leidenschaften  dahingegebenen  Thieres 
herabsinke,  damit  er  Mensch  im  vollsten  Sinne  des  Wortes 
bleibe,  damit  er  seine  Leidenschaften  zügeln  und  be- 
herrschen lerne,  dazu  ist  sie  da,  die  hohe,  hehre,  himm- 
lische Göttin,  die  Musik.  Eine  Auffassung,  von  der  auch 
wir  immer  noch  lernen  können.  Wagner  hat  nicht  Un- 
recht, wenn  er  sagt :  Auf  die  herrliche,  griechische  Kunst 
blicken  wir  hin,  um  aus  ihrem  innigen  Verständniss  zu 
entnehmen,  wie  das  Kunstwerk  der  Zukunft  beschaffen 
sein  müsse!  Damit  soll  allerdings  nimmermehr  gesagt 
sein,  dass  die  Musik  auch  bei  uns  nur  dieselbe  Stellung 
einnehmen  soll,  wie  bei  den  Griechen.  Dass  wir  aber 
jener  Idee  des  furjöev  ayav  viel  entnehmen  können,  gerade 
was  unsere  Musik  betrifft,  steht  fest. 


Kritik. 

Heinrich  Bulthaupt.     Dramaturgie  der  Oper.    2  Bände. 
Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel.     1887. 

Die  Anzeige  von  Bulthaupt*s  „Dramaturgie  der  Oper" 
kommt  durch  die  Schuld  des  Referenten  spät;  aber  hoffent- 
lich nicht  zu  spät.  Wie  man  ein  gutes  Buch  zwei  Mal 
und  öfter  liest,  so  darf  man  auch  von  ihm  sprechen,  ob- 
wohl es  schon  bekannt  genug  ist.   Und  Bulthaupt's  „ Dra- 


maturgie" ist  ein  gutes  Buch,  das  sich  bereits  in  den 
Händen  vieler  Musiker  und  Theaterbesucher  befindet  und 
auch  schon  in  den  Zeitungen,  in  der  Berichterstattung 
über  Opemaufführungen  seine  Wirkung  äussert. 

Was  sich  aus  der  Masse  herausheben  und  Beachtung 
finden  wül,  muss  Eigenthümlichkeit  haben.  Diese  liegt 
bei  dem  Buche  B.'s  in  dem  Gesichtspunct,  von  dem  aus 
er  die  Oper  betrachtet,  schildert  und  beurtheilt.  Bulthaupt 
sieht  in  der  Oper  zuerst  nach  der  Dichtung,  prüft  zuerst 
Handlung  und  Charaktere  auf  ihre  Wahrscheinlichkeit  und 
auf  ihren  menschlichen  Gehalt  Von  dieser  Grundlage  aus 
untersucht  er  dann  die  musikalische  Brauchbarkeit  des 
Stoffes  und  die  Behandlung,  die  er  durch  Textdichter  und 
Componisten  erfahren  hat. 

Den  Anspruch  absoluter  Neuheit  kann  diese  Methode 
der  Opernkritik  nicht  erheben.    Von  älteren  Schriftstellern 
war  es  namentlich  Stefano  Arteaga,    der  in    seinem  be- 
kannten Buche    „Le  rivoluzioni  del  teatro  musicale  Ita- 
liano"  (Venedig  1783,  3  Bde.)  den  Grundsatz  durchführte: 
die  Geschichte  des  Musikdramas  auf  der  Geschichte  der 
Opemdichtung  aufzubauen.     Aber  dadurch  wird  das  Ver- 
dienst Bulthaupt's  nicht  verringert.   Es  kommt  nicht  viel 
darauf  an,  wer  einen  guten  Gedanken  zuerst  gehabt  hat, 
aber  umsomehr  darauf,    dass  ihn  Einer  zur  allgemeinen 
täglichen  Münze  macht.   Einen  solchen  Erfolg  trauen  wir 
B.'s  „Dramaturgie  der  Oper^'  zu.     Sie  ist  ein  Lehrbuch, 
durch  das  auch  der  Laie  zu  einer  selbständigen  und  ver- 
nünftigen Kritik  der  Oper  geschult  wird.     Sie  hat  natür- 
lich  vielfache    Berührung^puncte   mit    den  Arbeiten  Ed. 
Hanslick's  und  anderer  Autoren,  die  in  neuerer  Zeit  die 
Oper  seit  Gluck,  die  sogenannte  „moderne  Oper"  behan- 
delt haben.     Sie   macht  ihnen  jedoch  keine  Concurreoz. 
Sie  hat  ihren  eigenen,  ihren  grossen  und  gemeinnützigen 
Werth  in  erster  Linie  darin,  dass  sie  eine  Methode,  Opern 
zu  beurtheilen,  durchführt,  die  jedem  gebildeten  Menschen 
zugänglich  ist.     Wie  Arteaga,    wahrscheinlich  ohne  sich 
dessen  bewusst  zu  sein,  unter  dem  Einfluss  der  Gluck'schen 
Reformen  stand,  so  ist  Bulthaupt's  „Dramaturgie  der  Oper*' 
dem  Boden  der  Kunst  Richard  Wagner's  entwachsen.    B. 
ist  der  erste  Systematiker  der  neuen  Schule,   der  Erste, 
welcher    die   unterste  Grundidee  der  Compositionen   und 
der  Schriften  Rieh.  Wagner's  zum  Ausgangspxmct  nimmt 
für  eine  Kritik,  für  eine  Theorie  der  Oper  im  Allgemeinen. 
Diese  Grundidee  heisst,   wie  allgemein  bekannt:     In  der 
Oper  ist  das  Drama  Zweck  und  Hauptsache:    die  Musik 
nur  Mittel!     Dieser  Satz  ist  an  sich  so  einfach  und  ein- 
leuchtend,   dass  er  gar  nicht  weiter  bewiesen  zu  werden 
braucht.    Ihn  zu  bestreiten  war   nur  in  einer  ästhetisch 
streitsüchtigen,  durch  Nebensachen  gereizten,    in  liebge- 
wordener Gewohnheit  gestörten  Zeit  möglich.  Ausserdem 
bestätigt  ihn  die  Geschichte  auf  Schritt  und  Tritt     Die 
Oper  hiess  zuerst  dramma  in  musica,   die  Erfinder  dieses 
Musikdramas  wollten  damit  die  antike  Tragödie  ersetzen 
und  in  Neuproducten  beleben.    Weiter:     Der  Verfall  der 
Oper    begann    allemal    mit   dem   Verfall   der   Dichtung. 
Wenn  heute  die  Musikdramen  der  Venetianischen  Compo- 
nisten,   wenn   auch    die  des  Scarlatti   und    der  anderen 
Meister  der  Neapolitanischen  Schule,  Händel  eingeschlossen, 
ganz  und  gar  vergessen  sind,   so   liegt  die  Schuld  nicht 
etwa  an  einem  vermeintlichen  Naturgesetz,  nach  dem  die 
Werke  der  Tonkunst  nur  eine  Lebensdauer  von  fünfzig 
oder  hundert  Jahren  beschieden  sein  soll.    Gegen  diese 
Hypothese   sprechen    die    neuen   Gesammtausgaben    von 
Schütz  und  Palestrina,    dagegen  sprechen  die  Madrigale 
des  L.  Marenzio,  die  ihre  dreihundert  Jahre  Niemandem 


w? 


verratfaen.  Die  Tonkunst  hat  eine  Geschichte,  die  sich 
vor  der  der  hildenden  Künste  nicht  zu  verstecken  braucht. 
Aber  die  Musiker  kennen  sie  nicht.  —  Wenn  wir  heute 
keine  Opern  von  Cavalli  und  Cesti  mehr  hören  und  hören 
möchten,  die  doch  vor  zweihundert  Jahren  die  Wunder 
der  Welt  bildeten,  so  liegt  die  Schuld  daran  in  erster 
Linie  an  den  Aureli,  Minato  und  den  anderen  Textdichtem 
des  17.  Jahrhundorts,  die  statt  des  Brotes  bunte  Steine 
gaben.  Und  doch  hatten  diese  Dichter  noch  das  gute  Vor- 
bild gekannt,  welches  Rinuccini  iur  die  Opemdichtung  in 
seiner  „Euridice"  und  in  seiner  „  Arianna"  aufgestellt  hatte. 
Aehnlich  kannten  auch  in  unserer  Zeit  Scribe  und  seine 
Nachtreter,  mit  Mosenthal  an  der  Spitze,  die  Dichtungen 
Calzibigi's,  die  Gluck  für  seine  Reformopem  benutzte. 
Und  doch  schrieben  sie  die  effectsüchtigen,  anekdotischen 
Textbücher,  deren  Verworrenheit  und  Ideenlosigkeit  selbst 
das  grosse  Talent  Meyerbeer's  zum  Opfer  gefallen  ist. 

Das  sind  gleich  einige  Thatsachen,  die  nicht  blos 
für  Wagner's  Ansichten  vom  Wesen  der  Oper  sprechen. 
Sie  führen  zugleich  darauf  hin,  dass  es  nothwendig  oder 
wünschenswerth  ist,  einmal  die  unveränderlichen,  die  dem 
Wechsel  von  Zeit  und  Geschmack  entzogenen  Lebensbe- 
dingungen der  Oper,  die  Naturgesetze  der  Oper  theore- 
retisch  festzulegen.  Denn  nur  Wenige  sind  im  Stande, 
sie  au«  der  Geschichte  selbst  herauszulesen. 

Aber,  wird  man  fragen,  haben  wir  denn  noch  keine 
solchen  Theorien  der  Oper?  Wir  haben  überhaupt  nur 
wenige  und  noch  weniger,  die  allgemein  zu  brauchen  wären. 
Die  Oper  trat  am  Anfang  des  17.  Jahrhunderts  als  ein 
Kind  des  Ekperiments  in  die  Kunstgeschichte  herein.  Die 
Florentiner  Hellenisten,  aus  deren  Kreisen  sie  hervorging, 
haben  sehr  Viel  über  die  Wirkung  der  antiken  Tra- 
gödie und  die  Wirkung  der  antiken  Musik  studirt  und 
gesehrieben.  Sie  sind  auf  dem  Wege  des  Nachdenkens 
zur  Erfindung  des  Hecitativs  gekommen.  Aber  merkwür- 
digerweise berühren  ihre  Schriften  ganz  wichtige  Grund- 
fragen gar  nicht;  z.  B.  die  nicht,  ob  alle  Handlungen  und, 
wenn  nicht,  welche  sich  far  das  Musikdrama  eigneten. 
Nur  in  den  gereimten  Prologen  der  Opern  wird  dieser 
Punct  einige  Male  gestreift.  Das  weitere  Anfangsmaterial 
zu  einer  Theorie  der  Oper  ist  dann  in  den  Vorreden  zer- 
streut, welche  die  Dichter  der  Venetianischen  Bühnen 
ihren  Textbüchern  voranstellten.  Erst,  als  in  der  zweiten 
Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  die  Schäden  der  italienischen 
und  französischen  Oper  weltkundig  wurden,  suchten  Männer 
wie  Arteaga  und  Rousseau  nach  ästhetischen  Grundlagen, 
die  für  die  Zukunft  eine  gesunde  Entwickelung  der  Gat- 
tung sichern  sollten.  Componisten  von  der  Bedeutung 
eines  Gluck,  später  Gr^try,  die  das  Wort  zur  eigenen 
Sache  nahmen,  kamen  dabei  zu  Hilfe.  Bald  war  wieder 
Alles  ruhig;  für  die  Oper  des  19.  Jahrhunderts  war  die 
theoretische  Bewegung  des  vorhergehenden  gar  nicht  da- 
gewesen. Wir  haben  aus  unserer  Zeit  Lehrbücher  für  die 
Composition  der  Oper;  von  Reicha  und  von  Lobe  z.  B. 
Sie  bescheiden  sich  mit  praktischen  und  technischen  An- 
weisungen, die  vorwiegend  auf  den  Werken  Mozart's, 
Spontini's  und  anderer  Zeitgenossen  fassen,  umgehen 
aber  die  principiellen  und  tieferen  Fragen.  Erst  Wagner's 
kühnes  Streitbuch  über  „Oper  und  Drama"  griff  sie  auf 
und  brachte  sie  zur  Lösung.  Es  ist  die  erste  erschöpfende 
Theorie  der  Oper,  aber  sicher  kein  zum  allgemeinen  Ge- 
brauch geeignetes  Werk.  Es  bestand  also  bis  heute  eine 
Lücke,  und  in  sie  tritt  Bulthaupt  ein. 

Dass  sich  der  Verfasser  der  Bedeutung  seines  Unter- 
nehmens bewusst  war,  geht  aus  dem  Titel  seines  Buches 


hervor:  „Dramaturgie  der  Oper".  Das  ist  ein  sehr  stolzer 
Titel.  Denn  er  knüpft  an  ein  Hauptwerk  eines  unserer 
grössten  Deutschen  an,  an  G.  E.  Lessing's  „Hamburgische 
Dramaturgie".  Dieses  Vorbild  vor  Augen  hat  Bulthaupt 
bereits  eine  „Dramaturgie  der  Classiker"  veröffentlicht. 
Eine  „Dramaturgie  der  Oper"  ist  allerdings  eine  bedeu- 
tend schwerere  Aufgabe.  Lessing  fand  unter  seinen  Vor- 
arbeitern einen  Aristoteles  und  dessen  gewaltige  Regeln. 
Solche  fertige,  unbestrittene  Vorlagen  kamen  Bulthaupt 
nicht  zu  Statten.  Die  Anschauungen  Gluck's  und  Wagner's 
sind  noch  nicht  in  den  Allgemeinbesitz  übergegangen. 
Diese  Sachlage  hat  den  Verfasser  veranlasst,  etwas  zurück- 
haltender aufzutreten,  als  der  Zweck  seiner  Arbeit  erlaubt. 
Er  selbst  sagt  hierüber  im  Vorwort:  „Ich  habe  mich 
wohl  gehütet,  allgemeine  Gesetze  über  das  Wesen  der 
Oper  aufzustellen,  ohne  dass  ich  versucht  hätte,  sie  am 
einzelnen  Beispiel  zu  entwickeln.  Ihr  Gebiet  ist  noch  so 
wenig  nach  allen  Richtungen  durchgearbeitet,  dass  die 
Gefahr  Behauptungen  aufzustellen,  denen  die  Fülle  der 
vielartigen  Erscheinungen  der  Oper  widerspricht,  allzu 
nahe  liegen  würde."  Es  gibt  aber  Gesetze  der  Oper,  für 
die  man  das  einzelne  Beispiel  nicht  abzuwarten  braucht, 
weil  sie  von  der  überwiegenden  Mehrzahl  der  vorhandenen 
Beispiele  bestätigt,  von  der  gesammten  Geschichte  der 
Oper  förmlich  gepredigt  werden.  Ein  solches  Gesetz  ist 
z.B.  das:  dass  die  tragische  oder,  sagen  wir  allgemeiner, 
die  ernste  Oper  eine  Handlung  erfordert,  die  sich  in  we- 
nigen, aber  bedeutenden  Scenen  abspielt.  Beweis:  Peri, 
Gluck,  Wagner.  Gegenbeweis :  Die  Venetianer,  Meyerbeer. 
Auch  die  komische  Oper  unterliegt  diesem  Gesetz.  Sie 
verträgt  ebenfalls  keine  verwickelten  Intriguen,  und  man 
sollte  nicht  Anstand  nehmen,  komische  Opern,  die  schwer 
zu  übersehen  sind,  schlecht  zu  nennen,  ohne  Rücksicht 
auf  eine' dazu  componirte  geniale  Musik.  Bulthaupt  würde 
seine  Arbeit  vereinfacht,  ihre  Wirkung  erleichtert  und 
verdoppelt  haben,  wenn  er  die  „allgemeinen  Gesetze  über 
das  Wesen  der  Oper"  bestimmter  ausgesprochen,  klar  in 
den  Vordergrund  gestellt  hätte. 

Sehr  oft  blickt  in  den  Betrachtungen,  die  Bulthaupt 
an  die  einzelnen  Beispiele  knüpft,  der  Satz  durch,  dass 
es  „für  die  Musik  zunächst  und  immer  auf  das  Gefühl 
und  die  Empfindung  ankommt".  Diese  Ansicht  betont 
der  Verfasser  so  stark,  dass  es  den  Anschein  gewinnt, 
als  lege  er  auf  die  PhantasiekraH;  der  Musik,  auf  ihr 
Vermögen,  äussere  Anschauung  zu  unterstützen,  weniger 
Gewicht.  Es  würde  falsch  sein,  zu  unterschätzen,  wie 
sehr  die  Musik  auch  von  dieser  Seite  dem  Drama  zu 
Hilfe  kommt.  Namentlich  die  ältere  französische  Oper 
bietet  hierfür  schlagende  Beweise.  Die  stärksten  bei  Rameau. 
Doch  glauben  wir,  mit  der  Annahme  nicht  zu  irren,  dass 
die  ältere  Oper  dem  Verfasser  wenig  bekannt  ist.  Wie 
könnte  er  sonst  von  „einem  gewissen  Campra"  sprechen, 
Piccini  einen  „singseligen,  kleinen  Italiener"  nennen,  das 
Verhältniss  Gluck*s  zu  Traetta  unerwähnt  lassen,  ange- 
sichts Händers,  Rameau's  u.  A.  von  einer  „halbentwickel- 
ten Instrumentalmusik"  reden!  Bulthaupt  beginnt  seine 
„Dramaturgie"  zwar  erst  mit  Gluck,  um  sie  bis  auf  Wagner 
fortzusetzen.  Aber  für  eine  Neuauflage  würden  wir  ein  auf 
Quellen  gegründetes  Studium  der  älteren  Oper  sehr  wün- 
schenswerth finden.  Die  geschichtliche  Begründung  seiner 
„Dramaturgie"  würde  dadurch  gewinnen  und  die  sonst 
so  gediegene  Arbeit  von  landläufigen  Irrthümeni  gereinigt 
werden,  die  auf  Rechnung  von  Bitter  und  ähnlichen 
Geistern  gesetzt  werden  müssen. 

H.  Kretzsclnnar. 

29/30* 


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Feuilleton. 


Die  ,,Cavalleria  ruaticana"  in  ihrer  Heimath.  — 
„Lohengrin"  in  Boiogna. 

Italienische   Theatererinnerungen. 
Von  Dr.  phil.  Rudolf  Schlösser. 

Es  kann  nicht  meine  Absicht  sein,  mit  den  folgenden 
Zeilen  eine  Charakteristik  des  italienischen  Theaters  zu  geben; 
dazu  war  mein  Aufenthalt  in  Italien  zu  kurz  und  ist  meine 
Eenntniss  der  Verhältnisse  zu  gering.  Ich  habe  nur  fünf 
YorsteUunj^n  an  vier  Theatern  gesehen;  hierunter  befand 
sich  kein  Schauspiel,  und  was  die  Ox>er  anbetrifft,  so  sah  ich 
drei  Mal  die  gleiche  Vorstellung  („Gayalleria  rusticana")  und 
ein  Mal  die  eines  deutschen  Werkes  („Lohenfirin").  Meine 
Erfahrungen  sind  also  sehr  lückenhaft,  und  idi  beschränke 
mich  daher  auf  die  Besprechung  der  italienischen  „Cavalleria 
rusticana**  und  des  „Lohengrin" ;  die  folgenden  Bemerkungen 
über  das  italienische  Theater  bitte  ich,  weder  für  vollständig, 
noch  ftlr  unbedingt  zuverlässig  zu  halten;  sie  enthalten  nur 
meine  Eindrücke  und  Erfahrungen,  soweit  sie  für  das  Ver- 
st&ndniss  der  Hauptsache  unerläisslich  sind. 

Schon  der  Anolick  des  italienischen  Theaters  belehrt  uns 
darüber,  dass  wir  es  mit  etwas  dem  Deutschen  wesentlich  Un- 
gleichem zu  thun  haben.  Man  kann  kurz  sagen,  dass  der  Zu- 
schauerraum nur  aus  Parquet  und  Loe;en  besteht.  Ersteres 
ist  nicht  annähernd  so  hofßüiig  wie  bei  uns,  wodurch  die 
Bedeutung  der  Lo^en  noch  stei^.  Diese  sind  meist  nur  mit 
der  allemothdürfbiesten  Bücksicht  auf  die  Bühne  gebaut: 
Zahlreiche  Plätze  erlauben  dem  Zuschauer  das  Betrachten  der 
Scene  nur  unter  verwegenen  Körperverrenkungen,  während 
sie  den  angenehmsten  und  freiesten  Ausblick  ins  Publicum 
gewähren.  Die  Lo^n  sind  eben  zum  grossen  Theil  Familien- 
und  Gonversationszimmer  der  Abonnenten,  und  bezeichnender 
Weise  führen  denn  auch  im  Pergola-Theater  zu  Florenz  die 
vornehmen  Familien  der  Stadt^  gMchsam  als  Namensschilder, 
ihre  Wappen  an  den  ThÜren  ihrer  Loe^n. 

Zu  einem  verdeckten  Orchester  fehlt  natürlich  auch  der 
geringste  Ansatz ;  ja,  sogar  der  Souffleurkasten  ist  theil  weise 
ein  unbekannter  Luxus:  An  manchen  Theatern  erhebt  sich 
mit  wahrhaft  classischer  Einfalt  kurz  vor  Beginn  der  Vor- 
stellung aus  einer  Lücke  des  Bühnenbodens*  ein  mähni^ 
Haupt,  dessen  Besitzer  den  ganzen  Abend  in  dieser  Situation 
verharrt  und  dem  Amt  des  Soufflirens  obliegt. 

Ein  Hauptschaden  der  italienischen  Darstellungen  ist  das 
Wandern  der  Truppen.  Soviel  ich  habe  feststellen  können, 
g^bt  es  stehende  L^embühnen  nach  unserer  Art  überhaupt 
nicht.  Eine  Truppe  studirt  sich  3 — 4  Stücke  ein,  nimmt 
gegebenenfalls  auch  das  nöthige  Balletcorps  mit  und  spielt  in 
verschiedenen  Städten  je  3—6  Wochen.  Gewiss  hat  dies  den 
Vorzug,  dass  die  Sänger  sich  mit  ihren  Partien  besser  ab- 
finden und  nicht  gezwungen  sind,  viele  Bollen  bunt  durch- 
einander zu  Studiren;  indessen  kann  man  sich  doch  denken, 
was  schliesslich  herauskommt,  wenn  eine  Truppe  in  vier 
Städten  je  10—15  Mal  die  „Lucia"  oder  den  „Trouba- 
dour" gibt. 

In  diesem  System  liegt,  wie  mir  scheint,  auch  der  Haupt- 
grund für  die  beispiellose  Entartung  des  Publicums.  Wenn 
man  bedenkt,  dass  sich  dieses  zum  grossen  Theil  aus  Abon- 
nenten zusammensetzt,  welche  von  den,  ich  will  sagen  je  zehn 
aufeinander  folgenden  Vorstellungen  von  3 — 4  Werken  wenig- 
stens die  Mehrzahl  hören,  so  kann  es  nicht  Wunder  nehmen, 
wenn  diesem  Theile  des  Publicums  alles  Andere  im  Theater 
interessanter  ist,  als  die  Vorstellung;  dabei  vergesse  man 
nicht,  dass  von  den  dargestellten  Werken  nur  der  allergeringste 
Theil  etwas  Neues  ist!  —  Natürlich  wirkt  das  Verhalten  der 
Haute-volöe  mit  auf  das  Betragen  des  übrigen  Publicums: 
Unaufmerksamkeit,  laute  Unterhaltung,  Anstandsvisiten  in 
den  Logen.  Mitsummen  oder  gar  han}lautes  Mitsingen  der 
Melodie  genört  Eines  wie  das  Andere  zum  guten  Ton. 

Hierzu  kommt  nun  noch  die  UnempfM.ns'lichkeit  des  Ita- 
lieners für  das  Dramatische  und  die  Vorliebe  für  das  Oon- 
ventionell-Melodische  und  Gesangliche,  um  jede  echt  theatra- 
lische Wirkung  zu  zerstören.  Die  Einzelleistung  und  das 
Einzelstück  in  der  Oper  sind  dasjenige,  was  beachtet  wird; 
daher  auch  die  oft  ins  Unglaubliche  gehenden  Wiederholun- 
gen einzelner  Gesangsstücke,  der  unter  Null  stehende  Werth 


des  Ghores  und  die  E£Pecthascherei  der  Darsteller.  Die  beiden 
folgenden  Beispiele  mögen  alles  Dies  erläutern. 


I. 

Die  „Gavalleria  rusticana''  sah  ich  Ende  vorigen  Jahres 
kurz  hintereinander  im  Teatro  dal  Verme  zu  Mailand,  im 
Teatro  Bossini  zu  Venedig  und  in  der  Florentiner  Pergola. 

Der  Deutsche,  welcher  die  Vorzüge  und  Nachtheile  seiner 
heimischen  Au^hrungen  der  „Bauemehre*'  hat  kennen  lernen, 
weiss  für  gewöhnlich,  dass  er  eine  gleich  gute  dramatische 
Darstellung  wie  zu  Hause  in  Italien  nicht  erwarten  kann, 
wird  sich  aber  gewiss  auf  die  guten  gesanglichen  Leistungen 
und  die  bessere  Verbindung  des  Wortes  mit  dem  Tone  freuen. 

In  letzterer  Hinsicht  wird  er  nicht  enttäuscht  werden, 
wohl  aber  in  Bezug  auf  den  gesanglichen  Theil  der  Dar- 
stellung. Wenn  man  sagt,  dass  man  auf  der  italienischen 
Bühne  besser  singe,  als  bei  uzis,  so  ist  das  sehr  cum  gprano 
salis  zu  nehmen;  icn  zweifle  nicht,  dass  auf  den  besten  Büh- 
nen Italiens  besser  gesungen  wird,  als  auf  den  entsprechen- 
den deutschen,  im  Uebrigen  kann  man  aber  sagen,  dass  Keiner 
dem  Anderen  Viel  vorzuwerfen  hat.  Nur  die  Leistungen  des 
Ghores  stehen  bedeutend  unter  dem  deutschen  Niveau,  und 
selten  habe  ich  so  roh  und  verständnisslos  singen  gehört,  wie 
von  den  italienischen  Ghoristen. 

Im  Folgenden  werde  ich  aus  den  drei  Vorstellungen,  die 
ich  hörte,  das  Wichtigste  und  Gharakteristischste  herausheben. 

An  den  beiden  unbedeutenderen  Bühnen  herrschte  schon 
vor  Beginn  der  Vorstellung  ein  munteres  Treiben.  In  Mai- 
land steckte  Santuzza  ihr  Haupt  vergnügt  aus  dem  pforten- 
artigen Mitteltheile  des  Vorhangs  ins  Publicum,  una  einige 
Ghoristen  säumten  nicht,  diesem  schönen  Beispiel  schleunigst 
nachzukommen.  Aehnliches  sah  ich  in  Venedig;  dort  kam 
aber  noch  dazu,  dass  der  Vorhang  nicht  ganz  bis  zum  Boden 
reichte.  Wem  nun  die  Bizet'sche  Suite,  welche  dem  Werk 
voranging,  zu  lang  war,  der  konnte  sich  damit  unterhalten, 
die  Füsse  des  Ghors  zu  betrachten  und  die  muntere  Grazie 
einiger  Choristen  zu  bewundem,  die  mit  ihren  Pantoffeln  den 
Takt  schlugen.  In  Florenz  habe  ich  in  dieser  Beziehung 
nicht  zu  klagen  gehabt. 

Das  Vorspiel  heginnt,  und  dies  ist  das  Zeichen  dazu,  dass 
man  nach  und  nach,  ohne  sich  sehr  zu  beeilen,  seinen  Platz 
einnimmt;  bis  zur  Siciliana  unterhält  man  sich  recht  unge- 
zwungen, sobald  aber  deren  Einleitungsaccorde  erklingen,  er- 
tönt ein  allgemeines  „Pst!".  Turiddu  singt  sie  mehr  oder 
minder  gut,  und  rasender  Beifall  belohnt  ihn,  sobald  er  geendet 
hat.  Er  tritt  alsdann,  entweder  mitten  im  Vorspiel  (Kler,  wo 
es  anständiger  hergeht,  am  Ende  desselben,  vor  den  Vorhang 
imd  verneigt  sich  demüthig;  hierauf  geht,  je  nachdem,  ent- 
weder nur  die  Siciliana  oder  aber  das  ganze  Vorspiel  noch 
einmal  los! 

DerVorhang  geht  endlich  auf  und  man  erblickt  mit  Entsetzen 
die  „echt  italienische"  Decoration,  ein  paar  alte  Häuser,  wo- 
möglich auch  ein  grosses  Kirchenportal  in  deutschgothischem 
Stil  und  im  Hintergrunde  einen  zerschlissenen  grauen  Himmel, 
während  vom,  wie  aus  der  Erde  gewachsen,  das  einsame 
Haupt  des  Souffleurs  in  die  Scene  ragt.  Hinter  den  Goulissen 
schreit  der  Ghor  —  jede  andere  Bezeichnung  wäre  unzutreffend. 
Das  vorhergehende  stumme  Spiel  wird  durch  planloses  Henmi- 
rennen  einzelner  Personen  ersetzt. 

Der  Ghor  tritt  auf,  von  rechts  die  Weiblein  ^  von  links 
die  Männlein,  nimmt  vom  seine  Aufstellung  und  beginnt  sein 
Lied  wieder.  Je  näher  man  dem  Schlüsse  kommt,  desto  mehr 
schreit  man,  und  je  mehr  man  schreit,  desto  mehr  nähert 
man  sich  der  Bampe. 

Die  zweite  Scene  beginnt  mit  der  bekannten  leidenschaft- 
lichen Passage  im  Orchester,  und  siehe!  herrlich  in  der  Ju- 
fend  Prangen,  in  gemässigtem  Tempo,  ein  süsses  Lächeln  auf 
en  Lippen,  tritt  Santuzza  ein,  von  stürmischem  Jubel  be- 
grüsst,  den  sie  mit  einer  zierlichen  Verbeugung  erwiedert. 
Mutter  Lucia,  die  je  nach  der  Auffassung  der  Darstellerin  als 
beleibte  Wirthsfrau  oder  june;es  Mädchen  erscheint,  beweist 
meist  von  Vornherein,  dem  Texte  zuwider,  der  Santuzza  alle 
mögliche  Sympathie. 

In  Deutschland  bemüht  man  sich  wenigstens  einiger- 
maassen,  das  unmotivirte  Auftreten  des  Ghores  vor  Alfio*s  Lied 
zu  vertuschen.    Davon  ist  in  Italien  keine  Bede.    E!aum  be- 


369 


ginnt  die  Soene,  so  erscheinen  von  rechts  die  Weiblein,  von 
unks  die  Männlein  und  stellen  sich  vorne  auf.  Früher  habe 
ich  mir  zuweilen  erlaubt,  über  das  Aussehen  deutscher  Theater- 
chöre Bemerkungen  zu  machen;  seitdem  ich  die  italienische 
Oper  kenne,  habe  ich  eingesehen,  wie  ungerechtfertigt  das 
ist ,  denn  jenseits  der  Alpen  scheinen  nur  militäruntaugliche 
Individuen  imd  Frauen,  die  schon  das  Schwabenalter  erreicht 
haben,  zum  Chorsin^en  zugelassen  zu  werden. 

Wenigstens  zwei  von  den  drei  Alfio's,  die  ich  sah,  wären 
in  Leipzig  eines  durchschlagenden  Heiterkeitserfolges  sicher. 
So  unglaubKch  es  klineen  mae:  Niemand  hat  so  wenig  Ge- 
schick, sich  auf  derBimne  zu  oewegen  und  richtig  zu  gesti- 
culiren,  wie  die  Mehrzahl  der  Italiener.  Kommt  dann  noch 
dazu,  dass  der  Betreffende  nicht  singen  kann,  so  kann  man 
sich  die  Wirkung  denken. 

Bemerkenswerth  in  darstellerischer  Hinsicht  ist  die 
Kirchenscene.  Santuzza  stellt  sich  an  den  Wirthshaustisch 
und  wartet  gemüthlich,  bis  sie  singen  muss;  hierzu  wird  sie 
von  Mutter  liucia  aufgefordert,  welche  sie  vom  an  die  Rampe 
führt.  Wer  nun  meinen  sollte,  dass  sie  dort  niederkniee,  ist 
sehr  im  Irrthum!  Sie  fordert  das  Publicum  nachdrücklich  auf, 
den  Herrn  zu  preisen,  und  der  Chor,  der  nicht  zurücl^tehen 
will,  erhebt  sich  und  folgt  ihrem  Beispiel. 

Die  Wirkung  der  folgenden  Hauptscene  war  je  nach  der 
Darstellung  sehr  verschieden.  Regelmässig  rief  die  Erzählung 
Santuzza*s  „Als  euer  Sohn  einst  fortzo^  lebhaften  Beifall 
hervor,  in  Mailand  musste  sie  sogar  wiederholt  werden. 
Ausserordentlich  lehrreich  war  die  Scene  zwischen  Santuzza 
und  Turiddu,  die  selbst  bei  der  schlechtesten  Aufführung  den 
Eindruck  hinterliess,  dass  hier  etwas  zur  Geltung  komme, 
was  bei  der  deutschen  Darstellung  nicht  zum  Ausdruck  ge- 
langt. Man  fasst  bei  uns  die  Scene  zu  theatralisch  und  pa- 
thetisch auf,  wodurch  der  Schein  erweckt  wird,  als  genüge 
die  musikalische  Illustration  nicht  für  die  Tragik  des  Auf- 


trittes; in  Italien,  wo  man,  insofern  überhaupt  gespielt  wird,« 
die  Sache  realistischer  fasst,  gleicht  sich  Alles  schöner  aus 
In  Spiel  wie  Declamation  gleich  hervorragend  fand  ich^hier 
den  Morentiner  Tnriddu,  Hm.  de  Lucia. 

Geradezu  anstössig  dagegen  wirkte  durch  ^oben  Realis- 
mus überall  das  Auf&eten  der  Lola.  Die  Wiedergabe  des 
Wortwechsels  zwischen  ihr  und  Santuzza  gehörte  auf  den 
Fischmarkt,  nicht  auf  das  Theater.  Alle  drei  Darstellerinnen 
der  Lola  waren  sich  hierin  ebenso  gleich,  wie  in  der  Ün- 
schönheit  des  Gesanges. 

Auch  im  weiteren  Verlaufe  des  Wortwechsels  zwischen 
Santuzza  und  Turiddu  trat  der  eben  bezeichnete  Gegensatz 
zwischen  deutschem  und  italieniBchem  Wesen  zu  Tage.  Ge- 
schmacklos war  übrigens  auch  in  diesen  Scenen  Manches. 
Wenn  Turiddu  forteilte  und  Santuzza  zurückblieb,  brach  sie 
jedesmal  in  lautes  Schluchzen  aus,  und  diese  rohe  Durchbre- 
chung des  musikalisches  Stils  fand  stets  jubelnden  Bei&IL 
Dass  das  Intermezzo  regelmässig  wiederholt  wurde  und  der 
Chor  „Nach  Hause"  an  Lächeruchkeit  das  Denkbarste  bot, 
bedarf  wohl  kaum  der  Erwähnung. -— Das  Trinklied  habe  ich 
in  Florenz  gar  drei  Mal  singen  gehört,  allerdings  mit  vollen- 
deter Grazie.  —  In  Mailand  hielt  man  es  übrifi;ens  sogar  für 
wohlanständig,  den  Abschied  Turiddu's  von  der  Mutter  wieder- 
holen zu  lassen,  eine  Scene.  die  ich  nur  in  Florenz  so  packend 
und  wirkungsvoll  dargestellt  sah,  wie  in  Deuts(^iland. 

Mein  ürtheil  fasse  ich  dahin  zusammen: 

Jeder,  der  die  „Cavalleria  rusticana"  gesehen  hat,  muss 
zugeben,  dass  sie  auf  eine  dramatische  Wirkung  abzielt,  — 
das  genügt,  um  sie  dem  italienischen  Publicum  unverständ- 
lich zu  machen.  Aber  auch  in  Deutschland  kann  sie  keinen 
richtigen  Boden  finden,  denn  die  Reste  der  Opemform  müssen 
uns  abstossen,  und  das  italienische  Wesen  der  Handlung  liegt 
unserem  Denken  und  Empfinden  gleich  fem. 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Weimar. 


Weimar  ist  eine  Stadt  von  ca.  25,000  Einwohnern.  Wenn 
alle  Städte  von  solcher  Einwohnerzahl  in  unserem  lieben 
Deutschland  so  viel  gute  Musik  machen  wollten,  könnte  es 
um  unser  deutsches  Musikleben  nicht  schlecht  bestellt  sein. 
7 — 8  grosse  Theater-(Orchester-) ,  einige  Kirchen-Concerte, 
eine  Reihe  von  Musikschul-Concerten ,  4  officielle  Kammer- 
musik-Soireen, mehrere  Privatauffüüirungen  und  Solisten- 
abende ziehen  neben  dem  Theaterreperteire.  das  in  der  Woche 
etwa  2 — 3  Opemvorstellungen  bringt,  wänrend  einer  Saison 
an  uns  vorüber;  dazu  hat  Weimar  vor  anderen  Städten  seines 
Gleichen,  und  selbst  grösseren  Haupt-  und  Residenzstädten, 
den  hohen  Vorzug  voraus:  eine  Anzahl  Componisten,  deren 
Namen  vom  besten  Klange  (Strauss,  Lassen,  Sommer  ete.), 
einen  Dirigenten  wie  Strauss,  zwei  Solisten  von  der  Qualität 
eines  Bemn.  Stavenhagen  und  Halir  und  Concertsänger  wie 
Giessen  oder  R.  v.  Milde  in  seinen  Mauern  zu  beherbergen. 
Es  lässt  sich  also  wohl  denken,  dass  wir  zu  Weimar  hinsicht- 
lich des  Wie  dieser  Aufführungen  nicht  etwa  an  letzter 
Stelle  marschiren,  wenn  wir  begreiflicher  Weise  auch  z.  B. 
bei  der  Orchester  besetzune  mit  etwas  beschränkteren  Mitteln 
vorlieb  nehmen  müssen.  Und  ganz  ebenso  als  das  Wie  darf 
sich  auch  das  Was  der  Darbietungen  in  seiner  Mannigfaltig- 
keit und  modernen  Reichhaltigkeit  anderen  Städten  gegenüber 
gar  wohl  sehen  lassen.  Ich  denke,  es  e^enügt  eine  kurze,  mehr 
statistische  Zusammenstellung  in  georängter  Form,  um  den 
Beweis  hierfür,  ganz  im  Allgemeinen  wenigstens,  hier  anzu- 
treten. So  war  z.  B.  Haydn  in  der  vergangenen  Saison  ver- 
treten mit  einer  Symphonie  und  dem  Largo  aus  dem  Ddur- 
Quartett;  Mozart  aus  Anlass  des  Jubiläumsjahres  mit  der 
Symphonie  in  Gmoll,  dem  Clavierconcert  in  Dmoll,  einem 
Doppelconcert  für  zwei  Cla viere  (ganz  vorzüglich  und  überaus 
stilvoll,  in  erfreulichster  Einhelli^eit  gespielt  von  den  HH. 
CapeUmeistem  Dr.  Lassen  und  Rieh.  Strauss),  mit  einer 
Concertarie,  dem  Streichquartett  in  Gmoll,  dem  Streichquin- 
tett in  Gmoll,  dem  Allegretto  aus  dem  Fdur-Quartett  und 
mehreren  Opemarien;  Beethoven  mit  den  Symphonien  in 
Ddur  und  Cmoll,  dem  Violinconcert  (Hr.  Halir),  dem  Cla- 
vierconcert in  Gdur   (Frau  Margarethe  Stern  aus  Dresden), 


der  Ouvertüre  „Zur  Weihe  des  Hauses*^  der  Romanze  für 
Violine  in  Fdur,  sowie  dem  Quartett  in  FmoU  Op.  95;  Schu- 
bert (ausser  mit  mehreren  seiner  besten  Lieder)  mit  der  un- 
vollendeten Hmoll-Symphonie  und  dem  Trio  Op.  99  in  Bdur; 
Mendelssohn  mit  dem  Violinconcert  (Joachim)  und  dem 
CmoU-Scherzo  für  Ciavier  (Stavenhagen);  Schumann  mit 
der  Bdur-Symphonie  (NB.  unter  Direction  von  R.  Strauss, 
der  damit  seine  Befähigung  auch  zur  Au^ührung  solcher 
Meister  ein  für  allemal  erwies),  dem  Ciavierquintett  in  Esdur 
Op.  44,  sowie  einigen  Liedern;  Chopin  mit  Clavierpiöcen 
(Stavenhagen,  Frau  Stern);  Brahms  mit  dem  Quartett 
Op.  51,  No.  1,  dem  Quintett  ()p.  111,  den  bekannten  Un^ari- 
scnen  Tänzen  und  Liedern;  Lassen  mit  seiner  Symphome  in 
Ddur,  der  „Faust"-Musik  (gegeben  alljährlich  gelegentlich  der 
Aufführung  beider  Theile  des  Dramas  zum  Osterfest),  sowie 
Liedern;  Berlioz  (ausser  mit  „Benvenute  Cellini**  in  der  Oper) 
mit  der  dramatischen  Symphonie  „Romeo  und  Julie"  und  aem 

Grandiosen  Re(]^uiem  (Letzteres  sogar  zwei  Mal  aufgeführt); 
liszt  neben  Liedern  und  einer  seiner  Rhapsodieti  (Frau 
Stern)  mit  dem  Esdur-dllavierconcert  (Stavenhagen),  den 
symphonischen  Dichtungen  „Les  Pröludes**  und  ,^azeppa", 
sowie  der  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth**  (albährhch  in 
scenischer  Vorführung  zu  Liszt*s  Geburtstag);  Wagner  mit 
der  Faust-Ouverture,  dem  Kaiser-Marsch,  Liedern  und  Arien  (in 
der  Oper:  „Rienzi",  „Der  fliegende  Holländer",  „Tannhäuser", 
„Lohengrin",  „Die  Meistersinger"  und  „Tristan  und  Isolde"); 
Cornelius  (dessen  „Barbier  von  Bagdad"  und  „Gunl5d"  sich 
auf  dem  hiesigen  Repertoire  dauernd  erhalten)  mit  Liedern 
und  Gesängen;  Ritter  (neben  seinen  beiden  kleinen  Opern  in 
der  Oper)  mit  einer  „Seraphischen  Phantasie"  (die  mir  übrigens 
ihrer  Erfindungsarmuth  wegen  weniger  behagte)  und  Liedern; 
endlich  Rieh.  Strauss  mit  dem  noch  jugendlichen,  aber  sehr 
frischen  und  pathetischen  Ciavierquartett  Op.  13,  den  Mäd- 
chenliedern und  der  nachgerade  berühmt  gewordenen  „Don 
Juan" -Tondichtung  (die  —  vielleicht  grossartiger  im  Wurf  wie 
in  der  genialen,  souveränen  Beherrschung  aller  harmonischen 
und  instrumentalen  Mittel — doch,  was  die  Abgeklärtheit  der 
Form  wie  des  Lihaltes  anlangt,  an  „Tod  und  Verklärung"  noch 
lange  nicht  hinanreichen  dürrte).  Dies  nur  der  äussere  Rah- 
men, dem  sich  dann  zeitweilig  noch  gar  manche  dii  minorum 
gentium  —  wenn  wir  so  sagen  dürfen  —  mit  einfügten:  so 
Gude  mit  den  „Ossian-Nachklängen",  (3k)ldmark  mit  der  „Sa- 


370 


kuutftla^-Ouverture,  Bruch  mit  seinem  neuesten  Violinconcert 
(das  durch  Hrn.  ConcertmeiBter  Halir's  süssen  Geigenton  nur 
gewinnen  konnte),  endlich  E.  Homperdinck  mit  einer  Ballade 
^Die  Wallfahrt  nach  Kevlaar"  (der  man  das  edle,  schöne 
Strehen  anerkennen  darf,  anch  wenn  mau  in  solcher  Wieder- 
belebung einer  bereits  von  Schumann  vergrilPenen  Form  durch 
die  mittlerweile  gewonnenen  modernen  Instrumentalmittel 
nicht  das  Heil  erblicken  kann).  Auch  das  interessante  ame- 
rikanische Componisten-Concert,  welches  zu  beurtheilen  später 
auch  Leipzig  noch  Gelegenheit  hatte,  hörten  wir  hier;  da- 
gegen bliebe  allerdings  wohl  zu  wünschen,  dass  wir  von  den 
Slaven,  den  Skandinaviern  (namentlich  Grieg,  Sinding),  am 
Ende  auch  von  den  Franzosen  und  Slaven  hier  mehr  zu  hören 
bekämen.  Italien  ist  ja  durch  Mascagni's  neueste  Opern  auch 
in  Weimar  bereits  gar  wohl  vertreten,  es  wäre  aber  doch  viel- 
leicht von  Sgambati  und  Martucci  gelegentlich  Notiz  zu  neh- 
men,  und  entschieden  vermisst  hab^i  wir  vollends  noch  von 
den  Deutschen  die  beiden  Wiener:  Anton  Brückner  und  Hugo 
Wolff.    Das  muss  im  nächsten  Jahre  nachgeholt  werden! 

Besonders  dankbar  sind  wir  den  Veranstaltern  der  regel- 
mässigen Kammermusikabende  — L  assen-Halir  und  Genossen 
—  sowohl  för  die  geschmackvollen  Programme,  als  auch  für  die 
innerhalb  derselben  geübte  Berücksichtigimg  der  einheimischen 
Lyriker.  Wenn  man  Capacitäten  auf  diesem  Gebiete,  wie 
Sommer,  Lassen,  Strause,  auch  Lindner,  zu  seinen  Mitbürgern 
zählt,  braucht  man  den  Vorwurf  des  „Localpatriotismus''  bei 
Aufnahme  ihrer  Namen  in  die  Goncertprogramme  gewiss  nicht 
zu  scheuen,  und  ^ratuUren  darf  man  sich  obendrein,  wenn 
man  hierzu  wie  in  Hm.  Gi essen  einen  Liedersäne^r  sich 
gewonnen  hat,  der  die  Rücksicht  auf  den  Stimmerfolg  nicht 
über  die  ernste  künstlerische  Verpflichtung  stellt,  solcher 
Namen,  auch  wenn  sie  weniger  dankbar  und  dem  Publicum 
schwerer  zugänglich  sein  soUten,  mit  überall  gleich  grosser 
Hingabe  und  Treue  sich  anzunehmen.  Es  thut  dem  Werthe 
dieses  XJrtheils  keinen  Abbruch,  im  Gegentheil,  erhöht  dies^ 
sogar,  wenn  man  dabei  constatiren  muss,  dass  ihm  am  aller- 
besten doch  immer  Lassen'sche  Weisen  liegen  und  er  mit 
seinem  Organ  und  seiner  Vortragsweise  immer  noch  bei 
diesen  Nummern  den  Vogel  abgeschossen  hat.  —  Ein  von  Hrn. 
Concertmeister  ßoesel  und  einigen  Herren  des  Hof  Orchesters 
ausnahmsweise  veranstalteter  besonderer  Musikabend  fand 
reichen  Bei£all  und  bot  ein  erhöhtes  Interesse  einerseits  durch 
die  pianistische  Mitwirkung  des  Hrn.  Capellmeister  Richard 
Strauss  bei  seinem  eigenen  Quartett,  andererseits  auch  durch 
die  Vorführung  ei^^ener,  zum  Theil  sehr  e^efälliger  Composi- 
tionen  der  concertirenden  HH.  Roesel  und  Gutheil.  TJm  den 
Vortrag  der  eingestreuten  Lieder  und  Gesänge  machte  sich 
Hr.  Hofopemsäneer  Bucha  mit  seinem  prächtigen  Or&;an  ver- 
dient, der  —  nach  seinem  bisherigen  raschen  W achmium  zu 
schliessen  —  noch  Grosses  zu  versprechen  scheint. 

(Schluss   folgt.) 


Berichte. 

Leipzig.  In  der  Alberthalle  ertönte  währand  der  I.Hälfte 
des  Juli  an  drei  Abenden  voller  Männer-Ohorgesang.  Am  2. 
hielt  der  akademische  Gesangverein  „Arion"  im  Krystallpalast 
sein  Sommerfest  ab,  dasselbe  that  am  9.  der  Leipziger  Lehrer- 
Gesangverein,  und  am  14.  berührte  der  New- Yorker  Männer- 
fi^esang verein  „Arion"  auf  seiner  Siegesreise  unser  Leipzig. 
Derselbe  hatte  ebenfalls  die  pompöse  Alberthalle  zum  Kampf- 
platz erwählt.  (JEin  4.  Concert  gleicher  Art  wird  am  18.  da- 
selbst folgen,  das  zweite  Jubiläumsconcert  des  Universitäts- 
gesangvereins zu  St.  Pauli.)  Das  Concert  unserer  Arionen 
unter  Hrn.  Prof.  Rieh.  Müller 's  frisch  belebter  und  sicherer 
Leitung  brachte  mit  Unterstützung  der  Oapelle  des  lß4.  Infan- 
terie-Be^ments  Grieg*s  „Landkennung^,  G.Weber's  „Kriegs- 

gesang  im  Walde^  und  „Waldmeisters  Brautfahrt''  von  C.  J. 
Erambach  und  a  capella-Chöre  von  G.  Schreck  („Gebet  auf 
den  Wassern").  F.  Mair  („König  Bing"),  B.  Rief  (Wander- 
lied), G.  Schmidt  („Wenn  ich  ein  Waldvöglein  war"),  H.  Jüngst 
(„0,  dass  es  muss  im  Frühling  sein"),  B.  Schulz-Beuthen 
(„Darf  ih  's  Dirndl  liabn"),  C.  H.  Döring  (,jDas  Mädchen 
spricht")  und  Rieh.  Schmidt  (Altassyrisches  Lied),  sowie  das 
von  Dürrner  arrangirte  schottische  Lied  „Das  Mädchen  von 
Gowrie"  zu  Gehör.  Von  diesen  zwölf  Programmnummem 
waren  acht  Novitäten  für  den  „Arion".  So  preisenswerth  die 
räch  auch  bei  dieser  Gelegenheit  wieder  zeigende  Beachtung 
neuerer  Werke  seitens  des  Vereins  ist,  so  dürite  es  doch  Nichts 
schaden,  wenn  in  der  Wahl  derselben  etwas  rigoroser  vorge- 


^ngen  würde.  Von  den  hier  in  Betracht  kommenden  acht 
Novitäten  konnten  strenger  genommen  nur  Gust.  Weber'a  mann«' 
lich-kräftieer,  begeisterte  Stimmung  athmender  und  ija  der 
musikalischen  Erfindung  aparter  ,^riegs^^e6ang  im  Walde^ 
imd  H.  Schulz-Beuthen's  lustiges  und  origmelles  „Gesana^l" 
für  gute  Griffe  in  die  neuere  Litteratur  angesehen  werden, 
während  die  Anderen  nur  selten  aus  dem  alltäglichen  Geleise 
sich  erheben,  dafür  aber  um  so  öfter  in  vulgären  Liedertafel- 
stil verfallen.  Als  die  besseren  von  ihnen  sind  die  Chöre 
von  Brambach,  Döring  und  Schreck  zu  bezeichnen.  Von  den 
vier  in  Wiederholung^  gebrachten  Chorwerken  nahm  Grieg's 
„Landkennung**  sowohl  räumlich,  wie  gedanklich  den  vordersten 
Platz  ein.  Eine  Novität  befand  sich  ausserdem  unter  den  Or- 
chestemummern,  welche  neben  der  von  Hm.  Hamann, 
einem  früheren  Schüler  Hans  Sitt's,  technisch  reif  und  mit 
künstlerischer  Verve  vorgetragenen  Fantasia  appassionata  für 
Violine  von  Vieuxtemps  Abwechselung  in  aas  Programm 
brachten  und  unter  Hm.  Jahrow's  straSer  Direction  zur  Auf- 
führung gelangten,  nämlich  eine  Akademische  Festouverture 
von  FeL  Draeseke,  die  uns  in  ihrem  potpourriartigen  Gewände 
und  schwerfälligem  und  öfters  billigem  Humor  aber  offen  ge- 
standen nur  den  Eindruck  einer  G^legenheitscomposition  ge- 
macht hat,  nicht  würdig  des  Namens  dieses  bedeutenden  Ton- 
setzers, der  übrigens  dem  Concert  persönlich  beiwohnte  und 
nach  der  Wieder^be  seines  Werkes  durch  Orchestertusch  und 
Lorbeerkranz  gefeiert  wurde.  Von  den  Gesangsleistungen 
der  HH.  Arionen  ist  zu  berichten^  dass  sie,  was  Intonation 
und  rhvth  mische  Präcision  anbetrifil,  ein  anständiges  Mittel- 
maass  kaum  überschritten,  und  infolgedessen  die  künstlerische 
Begeistemng,  mit  welcher  dieser  Verein  Alles  anfasst,  nicht  den 
rechten  vocaltechnischen  Nachdruck  erhielt.  Am  gelungensten 

Sestaltete  sich  der  Vortrag  des  Schulz-Beuthen'schen  Chors, 
er  nicht  nur  schlagfertig  im  Ausdruck  war,  sondern  auch 
sonst  so  vorzüglich  klappte,  dass  eine  Wiederholung  unum* 
gänglich  wurde. 

Der  Lehrer- Gesangverein  hatte  zur  Mitwirkung  die 
Hartmann^sche  Capelle  herangezogen,  welche  unter  Leitung 
ihres  tüchtigen  Capellmeisters  Hm.  Erdmann  Hartmann 
einige  Nummern  des  Programms  selbständig  und  nach  eigener 
Wahl  (u.  A.  höchst  sonderbarer  Weise  mit  einem  Orchester- 
arran^ment  von  Rieh.  Wagner's  „Liebesmahl  der  Apostel" 
und  einem  Potpourri  über  Zeller*s  „Vogelhändler" !)  ausfüllte 
und  dem  Verein  in  dem  Hymnus  „Lied  und  Leben"  von 
F.  Wüllner,  der  Walzeridylle  „Aus  der  Bauernstube"  von 
Th.  Koschat  und  —  in  ihren  bez.  Mitgliedern  —  in  dem  Wald- 
lied  mit  Hombegleitung  aus  R.  Schumann^s  „Der  Rose  Pilger- 
fahrt" secundirte,  welche  drei  Werke  unter  Hrn.  Hans  Sitt^s 
befeuernder  Führung  ganz  ausgezeichnet  zur  Wiedergabe  ge- 
langten. Der  WüUner'sche  Hymnus  ist  ein  ernst  intentionirtes 
una  nobel  empfundenes  Werk  mit  einzdnen  in  Stimmung  und 
Charakter  g^z  vortrefflich  gerathenen  Stellen,  dem  jedoch  für 
eine  volle  Wirkung  der  ^£uigel  an  eigener  Erfindung  und 
Knappheit  der  Form  im  Wege  steht.  Koschat's  neuestes  Chor- 
stück ist  in  der  Auf&ssung  des  Textes  ebenso  naiv,  wie 
frühere  ähnliche  Werke  dieses  Componisten,  mit  denen  es 
aber  auch  die  volle  Frische  anheimelnder  volksthümlicher 
Melodik  gemein  hat.  Der  Theil  der  Zuhörerschaft,  welcher 
für  dieses  Genre  der  Musik  inclinirt,  fand  ersichtlich  sein 
vollstes  Behs^n  an  diesem  Novum.  Von  den  Chören,  welche 
der  Verein  ohne  Instrumentalbegleitung  sang,  waren  neu  das 
einfach-gemüth volle  Volkslied  „Sandmännchen",  der  stim- 
mungsvolle und  auch  musikalisch  werthvoUe  Chor  „Nacht 
und  Traum"  von  C.  H.  Döring  und  ein  frisches  Frühlingslied 
von  Job.  Dürmer  (das  Programm  schreibt  irrthümlich  Julius 
Dürrner,  während  doch  nach  neueren  Forschungen  der  Vor- 
name Johann  festgestellt  ist),  dagegen  schon  früher  gebotene, 
aber  gern  wieder  gehörte  Gesänge  Volkmann-Sie^rt^  gehalt- 
volles „Ständchen"  und  C.  Reinecke's  tolles,  seine  da  capo- 
Wirkung  auch  diesmal  nicht  verleugnendes  „Hüdebrandlied". 
Der  Vortrag  aller  dieser  Chorsachen  liess  von  Neuem  die 
schon  so  oft  mit  den  höchsten  Ausdrücken  der  Anerkennung; 
von  uns  gepriesenen  Vorzüge  dieses  Männerchors  leuchtena 
hervortreten:  die  ausgezeichnete  Disciplin,  die  stets  muster- 
hafte Intonation  und  Aussprache,  sowie  Temperament  und 
Intelligenz  in  der  Auffassung  bei  prächtigem  stimmlichen 
Material,  Eigenschaften,  welche  der  Verein  in  hohem  Grade 
zwar  schon  lange  besitzt,  deren  jetzige  Perfection  aber  das  Ver- 
dienst des  Hrn.  Capellmeister  Sitt  ist. 

Gross  waren  die  Erwartungen  gewesen,  mit  welchen  man 
in  den  musikalischen,  besonders  sängerischen  Kreisen  unserer 
Stadt  dem  schon  seit  Wochen  versprochenen  Auftreten  des 


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renommirten  M&xmergesangvereiiis  j.Ariou*'  aus  New-Tork 
entgegen  gesehen  hatte.  Dass  sie  durch  die  tactischen  Lei- 
stungen des  Vereins  erftdlt,  ja  weit  ÜbertrofTen  worden  sind, 
darf  ohne  Bückhalt  constatirt  werden.  Der  seit  einigen  Jahren 
unter  Leitung  des  vlämischen  Componisten  Hrn.  Frank  van 
der  Stucken  stehende  Verein  zählt  zwar  nur  Ö5— 70  Mit- 

f:lieder,  entwickelt  aber  mit  dieser  nicht  imposanten  Anzahl 
änger  eine  Elan^kraft  und  Ftllle  wie  manch  doppelt  so  stark 
besetzter  Chor,  wie  er  andererseits  über  ein  wahrhaft  zauber- 
haftes piano  verfugt  Lässt  sich  hieraus  darauf  schliessen, 
dass  der  New- Yorker  „Arion"  durchweg  aus  stimmlich  gut 
beanlagten  und  gesanglich  tüchtig  geschulten  Kräften  besteht, 
so  hat  der  Verein  auch  nach  Seiten  der  Vortraeskunst  die 
glänzendsten  Beweise  des  Könnens  innerhalb  der  gestell- 
ten Aufgaben,  die  Kunstlieder  von  der  technischen  und 
psychischen  Bedeutung,  wie  z.  B.  Rob.  Schumann,  Cornelius, 
Volkmann  und  F.  Hegar  sie  geschrieben  haben,  nicht  in  sich 
schlössen,  geliefert:  das  war  Alles  derart  musikalisch  fein 
empfunden,  dvnamisch  ausgefeilt  und  sicher  in  der  Klang- 
wirkung berecnnet,  ohne  dabei  in  Künsteleien  und  Bafßne- 
ments  des  Ausdrucks  und  der  Ton^bung  zu  verfallen,  dass 
man  seine  ungetrübte  Freude  an  jeder  Nummer  haben  und 
rückhaltslos  mit  einstimmen  konnte  in  den  sich  seitens  des  die 
mächtige  Alberthalle  bis  aufis  letzte  Plätzchen  füllenden  Pub- 
licums  meistens  geradezu  frenetisch  äussernden  allgemeinen 
Beifall.  Li  der  IJngesuchtheit  und  Üng-eschminkheit  des  musi- 
kalischen Ausdruck  unterscheidet  er  sich  aufö  Günstigste  von 
den  Männer^;esangvereinen,  welche  von  Oöln,  Berlin,  Wien  und 
Strassburg  i.  E.  nach  Leipzig  kamen  und  sich  hören  Hessen. 
In  Bezug  auf  den  Eapport  zwischen  dem  Dirigenten  und  den 
Sängern  wird  man  selten  einen  Verein  finden,  bei  welchem  Jener 
so  innig  ist,  wie  bei  dem  New- Yorker  „Arion",  bei  welchem 
man  gern  den  Vergleich  anwenden  kann,  den  man  so  häufig 
bei  Orchesterdirigenten  gebraucht,  indem  man  sagt,  sie  spielten 
auf  dem  Orchester  wie  auf  einem  Ciavier.  Schade,  daßß  der 
Verein  als  Hauptnummer  ein  so  landläufiges  Product  wie 
G.  Baldamus'  „Weihe  des  Liedes*'  aufstellen  konnte!  Von  den 
a  capella  gesungenen  Chören,  welche  in  der  heut.  Concert- 
umschau  unseres  Bits,  verzeichnet  stehen,  hatte  die  originellste 
Physiognomie  F.  van  der  Stucken's  „Abendfeier**,  dessen  Ba- 
ritonsoK)  sehr  sympathisch  von  dem  Vereinsmitglied  Hrn. 
Saenger  ausgeführt  wurde,  wie  auch  die  von  dem  Genannten 
bearbeiteten  amerikanischen  Volkslieder  lebhaftes  Interesse 
durch  ihre  Eigenart  erre^n.  Den  meisten  Effect  aber  machte 
Kremser*s  Altniederländisches  Lied,  dessen  Vortrag  allerdings 
auch  eine  chorgesangliche  Delicatesse  feinster  Sorte  war.  Hr. 
van  der  Stucken,  der  den  Verein  für  seinen  deutschen  Triumph- 
zug vorbereitet  hat,  machte  als  Dirigent  den  Eindruck  einer 
Capacität.  Ohne  grosse  äussere  Beweglichkeit  zwingt  er  mit 
Blick  und  Hand  seine  Sängerschaar  vollständig  zu  seinem 
Willen,  und  dieser  merkt  man  es  an,  wie  gross  und  fest  ihr 
Vertrauen  zu  solch  sicherem,  geistvollem  und  warmblütigem 
Führer  ist.  Wir  begreifen,  nachdem  wir  diesen  amerikani- 
schen Verein  mit  eigenen  Ohren  gehört  haben,  ganz  gut  das 
fresse  Benomm6e,  in  welchem  er  in  seinem  Vaterlande  steht, 
[it  Mendelssohn's  „Huy  Blas** -Ouvertüre  eröffnet,  enthielt 
das  Pro^amm  auch  noch  ein  paar  andere  Instrumentalnum- 
mem.  Es  traten  die  amerikanische  Violinistin  Miss  Maud 
Powell  und  der  Berliner  Pianist  Hr.  Rummel  als  Solisten 
auf.  Erstere,  ehemals  Schülerin  des  k.  Conservatoriums  der 
Musik  zu  Leipzig,  speciell  des  Hm.  Henry  Schradieck,  spielte 
Bruch*s  GmoU-Concert  und  kürzere  Stücke  von  Nardini,  Sara- 
sate  und  Massenet  und  declarirte  sich  als  eine  Violinistin, 
welche    mit  voller   und   sympathischer   Tongebung    ausge- 

?^lichene  und  sichere  Technik  und  solide  künstlerische  Auf- 
lassung verbindet  und  mit  ihrem  prächtigen  Talent  Überall 
Genuss  bereiten  muss,  so  lange  sie  auf  Fadaisen,  wie  Sara- 
sate's  „Zapateado"  verzichtet.  Hr.  Rummel  erfreute  seine 
alten  Freunde  und  gewann  sich  neue  mit  der  tüchtigen 
Wiedergabe  des  Esdur-Concertes  von  Liszt,  wobei  ihn  wesent- 
lich ein  im  Klangcharakter  und  in  der  Gesangsfähigkeit  selten 
schöner,  wirklich  prachtvoller  Concertflügel  von  Steinway  & 
Sons  in  New- York  unterstützte. 

Genf,  Ende  Juni.  Nachdem  ich  in  meinem  vorigen  Be- 
richt die  hier  seit  Neujahr  stattgehabten  Abonnementcon- 
certe  und  Kammermusiksitzungen  besprochen  habe,  muss  ich 
heute  einige  Zeilen  den  Übrigen  Concerten  der  zweiten  Hälfte 
tmserer  Musiksaison  widmen. 

Die  Soci6t6  de  Chant  du  Conservatoire  (Direction 
Hr.  Ketten)  gab  im  Februar  eine  sehr  gelungene  Auffuh- 


rung der  „Enfance  du  Christ**  von  Berlioz,  welches  Werk  von 
der  zahlreichen  Hörerschaft  enthusiastisch  aufgenommen 
wurde.  Drei  Nummern  musste  man  wiederholen,  unter  An- 
derem den  reizenden  Chor  der  Engel.  —  Nicht  ganz  so  erfolg- 
reich war  das  Concert,  welches  die  obenerwähnte  Gesellschaft 
im  Verein  mit  der  Sociöt6  de  Chant  sacrö  veranstaltete, 
um  die  ,jLegende  von  der  heiligen  Elisabeth**  von  F.  Liszt 
unserem  i^ublicum  bekannt  zu  machen.  Die  Hauptschuld  da- 
von trug  die  Sopranistin  Frl.  Jansen,  eine  schwedische,  am 
Theater  zu  Lyon  wirkende  Sängerin,  welche  die  Partie  der 
Elisabeth  sozusagen  vom  Blatt  las.  Eine  solche  TJngenirtheit 
seitens  einer  seit  Wochen  engagirten  Solistin  kann  nicht  stark 
genug  gerügt  werden. 

Zwei  in  Paris  wohnhafte  Schweizer,  der  Musikverleger 
Hr.  Poulin  und  der  Tonkünstler  Hr.  Doret.  gaben  Anfang 
April  im  grossen  Reformations-Saale  unter  Mitwirkung  des 
Stadtorchesters  ein  Concert,  um  verschiedene  Compositionen 
der  jüngeren  französischen  Schule  vorzuführen.  Trcl::.l:m 
man  im  Voraus  dieses  Ereigniss  als  ein  höchst  wichtiges 
angezeigt  und  dasselbe  grün<Üich  ausposaunt  hatte,  waren  die 
Zuhörer  nicht  sehr  zahlrmch  erschienen,  applaudirten  aber 
desto  kräftiger,  sodass  mehrere  Nummern  da  capo  gespielt 
wurden.  Das  sehr  lange  Programm  enthielt  Orchesterstticke 
von  Lambert,  Faur6,  Marty,  Massenet,  Saint-Saöns,  d*Indy, 
Dubois,  die  svmphonischen  Variationen  für  Ciavier  und  Or- 
chester von  Cfesar  Franck  und  mehrere  Lieder  von  Lenepveu, 
Faur6,  Bruneau  und  Vidal.  Die  Meisten  dieser  Compositionen 
zeichneten  sich  mehr  durch  geschickte  Mache  und  virtuose 
Instrumentation,  als  durch  Ideenreichthum  aus.  Am  besten 
gerathen  schien  uns  die  Rhapsodie  bretonne  von  Saint-Saöns 
zu  sein,  ein  angenehmes  Stück,  zuerst  für  Orgel  geschrieben 
und  später  vom  Componisten  für  Orchester  gesetzt.  Frl. 
Brass,  Sängerin  aus  Paris,  und  der  hier  ansässige  excellente 
belgische  Pianist  Hr.  Theophil  Ysaye  wirkten  mit  und  ern- 
teten reichen  Beifall. 

Ausser  diesen  drei  grösseren  mit  Orchester  gegebenen 
Concerten  fanden  noch  viele  Soiröen  und  Matineen  statt,  die 
ich  aus  Mangel  an  Raum  bei  Seite  lassen  muss.  Eine  Aus- 
nahme möchte  ich  jedoch  zu  Gunsten  unseres  verdienten 
Domorganisten  Hrn.  Barbl an  und  des  begabten  Componisten 
Jaques-Dalcroze  machen.  Ersterer  veranstaltete,  wie  ge- 
wöhnlich am  Charfreitag,  ein  Concert  mit  passendem  gedie- 
genen Programm;  Letzterer  führte  einem  geladenen  Publicum 
seine  neuesten  Vocal-  imd  Instrumentalarbeiten  unter  Mit- 
wirkung einer  Anzahl  von  Künstlern  und  Dilettanten  vor. 
Ganz  besonders  gefiel  eine  phantasievolle  von  Hrn.  Adolf 
Rehherg  imd  dem  Componisten  vortrefflich  gespielte  Suite 
für  Violoncell  und  Ciavier. 

Hr.  Willy  Reh  borg,  dessen  künstlerische  Thaten  als 
Capellmeister  und  Claviervirtuos  ich  in  meinem  Märzbericht 
signalisirte ,  trug  auch  als  Professor  der  oberen  Classen  am 
Conservatorium  ansehnliche  Erfolge  davon.  Mehrere  seiner 
Schülerinnen  spielten  öffentlich  und  machten  den  besten  Ein- 
druck. Eine  sogar,  Frl.  GinevraDoria,  gab  ein  selbständiges 
Concert  mit  Orchester.  Das  Programm  enthielt  ausser  eini- 
gen Orchesternummern  das  F  moll-Concert  von  Chopin  und 
verschiedene  Solostücke  von  Moszkowski,  Liszt  und  W.  Reh- 
berg. Hr.  Adolf  Rehberg  wirkte  mit  und  spielte  unter 
Anderem  das  interessante  Concert  für  Violoncell  von  Svend- 
sen,  welches  ihm  reichen  Applaus  eintrug.  —  Die  neulich 
stattgehabten  Prüfungen  im  Con.servatorium  fielen  ebenfalls 
für  die  Schülerinnen  des  Hrn.  Willy  Rehberg  brillant  aus. 
Die  Vorträge  der  Gmoll-Claviersonate  von  Schumann,  des 
Allegro  appassionato  Op.  70  von  Saint-Saöns  und  der  Polo- 
naise-Fantaisie  Op.  61  von  Chopin  legten  Zeugniss  ab  sowohl 
für  die  vortreffliche  Unterrichtsmethode  des  Lehrers,  als  für 
das  Talent  und  das  eifrig  Bestreben  der  Elevinnen. 

Die  drei  von  Hm.  Tbeaterdirector  Dauphin  am  Anfang 
der  Saison  versprochenen  grösseren  Novitäten  von  Saint-Saäns 
(„Samson  und  Dalila**),  Lacorabe  („Winkelried")  und  Wagner 
(l.  Act  der  „Walküre**;  wurden  auch  wirklich  im  Laufe  des 
Winters  gegeben.  Das  Wagner 'sehe  Fragment,  gut  gesungen 
(namentlich  vom  Tenoristen  Hrn.  Imbart  de  la  Tour)  und 
vorzüglich  inscenirt,  erfreute  sich  eines  solchen  Beifalls,  dass 
wir  hoffen  dürfen,  im  nächsten  Winter  dieses  Werk  vollstän- 
dig zu  hören  zu  bekommen. 

Hr.  Sternberg,  der  Gründer  und  excellente  Primgeiger 
des  Streichquartetts,  welches  seinen  Namen  trägt,  verlässt 
unsere  Stadt  nach  siebzehnjährigem  Aufenthalt,  um  einem 
ehrenvollen  Ruf  nach  Amerika  zu  folgen.  Wir  bedauern  die- 
sen Verlust  aufrichtig  und  wünschen  Hrn.  Stemberg  in  seiner 


872 


neuen  Stellung  den  ganzen  Erfblgi  welchen  er  zu  haben  ver- 
dient. J( 

Sondershausen.  Das  4.  Lohconcert  brachte  von  Or- 
cheetersachen  Brahms'  Tragische  Ouvertüre,  Liszt's  „Tasso^ 
undBeethoven*s  CmoU-Symphonie  in  vorzüglicher,  vom  Pub- 
licum mit  lebhaftem  lueiiall  aufgenommener  Wiedergabe 
und  ausserdem  Wieniawski's  Dmoll-Ooncert  für  Violine,  vor- 
fi;etragen  vom  Goncertmeister  Hrn.  Bückbeil  aus  Freiburg 
m  Bfäen.  Hr.  Bückbeü,  ein  Sondershäuser  Stadtkind,  ver- 
fögt  über  eine  respectable  Technik.  Er  erntete  Applaus  und 
Hervorruf.  —  Zur  Feier  des  Geburtstages  Ihrer  Hoheit  der 
Fürstin  Marie  flEuid  am  28.  Juni  ein  Extraconcert  statt  mit 
folgenden  Bestandtheilen;  1)  Festmarsch  von  Raff,  2)  Festouver- 
ture  über  das  thüringische  Volkslied  von  Lassen,  3)  „Abend- 
reihn*'  von  Beinecke,  4)  Larfi;o  von  Händel,  6)  „Wach  auf^  es 
nahetgen  den  Tag"  und  „Ehrt  eure  deutschen  Meister*'  etc. 
aus  "Wag|ner'8  ^^Meistersingem",  6)  Vorspiel  zu  Wagner*s 
„Lohengrin*',  7)  ^alletmusik  aus  SchrÖder's  „ Aspasia",  8)  „Piz- 
zicato**  von  Merk  und  9)  Fackelpolonaise  von  Manns.  Sämmt- 
liche  Nummern  des  interessanten  Festprogramms  wurden  vom 
Publicum  mit  patriotischer  Begeisterung  aufgenommen.  Den 
vocalen  Theil  der  „  Meistersinger** -Scene  führten  die  Schüler 
bez.  Schülerinnen  des  hiesigen  ConservatoriumB  mit  Sicherheit 
in  ToEL  Bhythmik  und  Dynamik  durch.  Die  BaUetmusik  trug 
dem  Componisten  einen  ehrenvollen  Hervorruf  ein.  Das 
Pizzicatostück  von  Merk,  einem  Pseudonymus,  ist  ein  aller- 
liebstes, feines  Gabinetstück  und  gefiel  ungemein;  der  Ver- 
fasser darf  getrost  die  Maske  der  Pseudonymität  ablegen.  — 
Im  5.  Lohconcert  (3.  Juli)  hörten  wir  ausser  einem  Solo- 
stück (Violoncellconcert  von  G.  Saint-Saäns,  vorgetragen  von 
Hm.  Geist)  Svendsen's  Ouvertüre  zu  „Sigurd  Slembe**.  femer 
eine  Suite  ftlr  Orchester  (Einleitung,  Notturno,  Idylle  und 
Festzug),  „Liebesfrühling**  betitelt,  von  Bückbeü,  dem  Solisten 
des  4.Goncertes,  endlich  die  Phantastische  Symphonie  von  Ber- 
lioz.  letzteres  Biesenwerk  in  geradezu  vollendeter  Ausführung 
und  Ausfeilung.  Wir  haben  hier  das  Glück  gehabt,  dieses 
eminente,  geistsprühende  Werk,  eine  der  jg;enialsten  Schöpf- 
ungen des  geistreichen  Franzosen,  wiederholt  in  mustergil- 
tifi;en  Darstellungen  zu  gemessen;  Sclureiber  Dieses  hat  £ts- 
selbe  in  einem  früheren  Jahrgange  d.  Bits,  einmal  ausführ- 
licher besprochen.  Neuerdings  wurde  es  wieder  gebracht  bei 
der  Tonkünstler- Versammlung  1886  und  noch  einmal  im  ver- 
flossenen Winter.  Der  Wiederholuns;  am  3.  Juli  möchte  ich 
die  Palme  zuerkennen,  so  fein  war  Alles  ausgefeilt,  die  poe- 
tischen Intentionen  des  Schöpfers  in  durchsichtigster  Weise 
wiedergegeben.  Dank  unserem  verehrten  Professor  Schröder 
für  diese  neueste  Kunstthat!  Die  Suite  von  BückbeiL  ein 
nettes  Werk,  sehr  gefällig  und  melodiös,  wurde  vom  Publi- 
cum auf  das  Freunoiichste  auf&;enommen.  Sie  verdient  weitere 
Verbreitung.  —  Unser  erster  Violoncellist  Hx,  Alfred  Martin 
verlässt  uns,  um  einem  Bufe  nach  Helsingfors  zu  folgen.  Wir 
rufen  ihm  ein  herzliches  Lebewohl  nach  und  wünscnen  ihm 
recht  gute  Erfolg  auf  seiner  weiteren  Künstlerlai:^bahn.  Es 
sei  gestettet,  hier  noch  ergänzend  nachzutragen,  dass  Hr. 
Martin  bei  seinem  letzten  Auftreten  im  2.  Lohconcert  dem 
Volkmann'schen  Violoncellconcert  die  schwierige  Gadenz  von 
Klengel  eingefiigt  hatte  und  mit  schöner  Bravour  und  herr- 
lichem Gelingen  ausführte. 


Concertumschau. 

Breslau.  Goncerte  der  Bresl.  Goncertcap.  (Biemenschnei- 
der)  am  30.  Juni,  2.  u.  7.  Juli:  Symphonien  v.  Mendelssohn 
(No.  4).  Beethoven  (No.  9,  ohne  den  letzten  Satz)  u.  Schumann 
(No.  4),  symph.  Dicht.  „Der  Todtentanz"  von  G.  Biemen- 
schneider,  Ouvertüren  v.  Wagner  („Bienzi"),  Mozart,  Beet- 
hoven (No.  3  zu  „Leonore")  u.  Brahms  (Akad.  Fest-),  Vor- 
spiel zur  Oper  »Die  sieben  Baben"  v.  Bheinberger,  Marsch 
der  heil,  drei  Könige  a.  „Ghristus"  v.  Liszt,  Bioletmusik  zu 
Galderon's  „lieber  allen  Zauber  Liebe"  v.  E.  Lassen,  zwei 
Zigeunertänze  v.  Heidin^sfeld  ete. 

Cöln.  Musikal.  Gesellschaft  (Prof.  Seiss)  im  Mai  u.  Juni : 
Symphonien  v.  Haydn  (Gdur),  Schubert  (Hmoll)  u.  Wüerst 
(Fdur),  Ouvertüren  v.  Gluck,  Gherubini  u.  Weber,  „Album- 
blatt** f.  Orch.  V.  Wagner-Beichelt,  „Novelletten**  f.  Streich- 
orch.  V.  Gade,  Walzer  u.  Gapriccio  f.  do.  v.  0.  Beines,  zwei 
Stücke  f.  do.  V.  A.  Krögel,  Hymnus  f.  Viol.,Violonc.,  Harfe 
u.  Org.  V.  F.  Gottheli|  Goncerte  in  Dmoll  f.  zwei  und  in 
OmoU  f.  drei  Gla viere  v.  S.  Bach,  Suite  f.  zwei  Violoncells  v. 


Popper  (HH.  Thalau  u.  Keller),  Solovorträge  des  Frl.  Dole- 
schafa.  Luzern  (Glav.,  Gompositionen  v.  E.  Heuser)  u.  der 
HH.  Becker  a.  Würzburg  (G^.,  Lieder  v.  Beethoven,  Deprosse 
u.  H.  Zöllner),  Löser  a.  Hannover  (Glav.,  Son.  appass.  von 
Beethoven,  Sonett  v.  Liszt  u.  Walzer  v.  0.  Taus  ig),  Araniy 
(Viol.,  Prei^ed  a.  den  „Meistersingern**  v.  Wagner)  und 
Bensburg  (Violonc,  „Am  Meeresstrande**  eig.  Gomp.). 

Creuznaeh.  Balladenabend  des  Hm.  Gausche  (Ges.  u. 
Dir.)  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Gausche-Scharffenberg  (Clav.), 
des  Frl.  Müller  (Harfe),  der  HH.  Weinreis  (Org.j  u.  Nauen- 
dorf  (Hom),  sowie  eines  Ghors  am  17.  Juni:  „Frithjof  auf 
seines  Vaters  Grabhügel**  f.  Frauenchor  u.  Baritonsolo  (mit 
Clav.?)  V.  Bruch,  Frauenchöre  „Es  tönt  ein  voUer  Harfen- 
klang**,  Lied  von  Shakespeare,  „Der  Gärtner**  u.  „G«sang  aus 
Fingal**  m.  Harfe  u.  zwei  Hörnern  v.  Brahms,  Soli  f.  Ges. 
V.  B.  Becker  („Lord  Wüliam  und  Schön  Margareth**),  Löwe 
(„Der  Nöck**  u.  „Kaiser  Otto's  Weihnachtsfeier**  [m.  Schluss- 
chor]), B.  Wagner  („Die  Frist  ist  imi**  a.  dem  „Fliegenden 
Holländer**)  u.  Schumann  („Die  Oapelle**  Fm.  Org.]  u.  -Die 
Soldatenbraut**)  u.  f.  Clav.  v.  Wagner  („Meistersinger**- Vor- 
spiel) u.  Wagner-Liszt  (Spinnerlied  aus  dem  „Fuegenden 
HoUänder**).  (Die  Ausführung  des  Programms  ist  nach  einem 
dortigen  Bericht  „in  allen  Th eilen  wonlgelungen**  gewesen.) 

Dresden.  ^Oonc.  des  Dresd.  Männergesangver.  (Jüngst)  am 
5.  JuH:  „Bienzi**-Ouvert.  v.  Wagner  u.  a.  Orchestemum- 
mem,  Männerchöre  v.  C.  Attenhofer  („Dort  liegt  die  Hei- 
math mir  am  Bhein**),  Th.  Bradsky  („Waldesnacht**), 
H.  Jüngst  („0^  dass  es  muss  im  Frühling  sein**,  „Die  wilde 
Böse"  u.  pln  Lieb  und  Treu**),  A.  Kayl  („Schliesse  mir  die 
Augen  beide**).  Ed.  Kremser  („Der  Kosake  tränkt  sein  Boss**, 
„Komm,  0  komm**  u.  „HeU  ins  Fenster  scheint  die  Sonne**), 
0.  H.  Döring  („Der  schönste  Bursch  am  ganzen  Bhein**) 
u.  L.  Liebe  uDas  Heldengrab**),  Soloquart.  „Abschied**  von 
Beschnitt  (HH.  Nitschke,  Mende,  Stütz  u.  Schütze). 

Düren.  Gonc.  der  Liedertafel  u.  des  Dürener  Männer- 
gesan^^ver.  (Necke)  unt.  Mitwirk,  der  Frls.  Krätma  a.  Elber- 
feld  fGes.)  u.  Schwartz  a.  Cöhi  (Viol.)  u.  der  Militärcapelle  a. 
Aachen  u.  der  städt.  Gap.  v.  hier  am  10.  Juli:  8.  Ouvert.  zu 
„Leonore**  v.  Beethoven.  Vorspiel  u.  SiciUana  a.  „Gavalleria 
rusticana**  v.  Mascagni,  „FrühUngs  Erwachen**  f.  Männer- 
chor, Sopransolo  u.  Orch.  v.  Th.  Gouvv,  „Bheinleben**  ftir 
Männeronor  u.  Orch.  v.  Brambach,  Männerchöre  a  cap.  v. 
A.  Dregert  („Blau  Blümlein**,  „Jägers  falsch  Lieb**  u.  Jch 
hab  dich  so  lieb**)  u.  B.  Musiol  („Ijebers  Jahr**),  Soli  f.  Ges. 
V.  Mozart,  Em.  Hartmann  („Kennstduden  Weg**),  J.  Brahms 
(„Mädchenfluch**)  u.  W.  Berg  er  (Kinderüed)  u.  f.  Violine  v. 
Mendelssohn  (Gonc.)  u.  A. 

Haarlem .  Musikfest  der  Haarlemschen  Bach- Vereeniging 
zum  20.  Jubiläum  ihres  Bestehens:  Kirchenconc.  am  10.  Juni 
m.  Solovorträgen  des  Frl.  Bakker  a.  Amsterdam  (Ges.,  Arien 
V.  Händel,  S.  Bach  u.  Marcello)  u.  des  Hm.  Hoog  von  hier 
(Org.,  zwei  Toccaten  u.  zwei  Fueen  v.  S.  Bach,  And.  v.  Men- 
delssohn u.  „Monologe**  v.  Bhein berfer).  Gonc.  am  11.  Juni: 
8.  Symph.  v.  Beethoven,  „Sommemachtstraum** -Musik  v.  Men- 
delssohn, BaUetmusik  a.  „Bosamunde**  v.  Schubert,  Soli  f.  Ges. 
V.  Gluck,  Marcello,  Galdara  u.  Jomelli  u.  f. Viol.  v.  Brahms 
(Gonc.)  und  Spohr.  (Ausführende:  das  Orchester  des  Neuen 
Goncerthauses  in  Amsterdam  unt.  Leit.  des  Hrn.  Kes,  sowie 
die  Frls.  Barbi  a.  Bologna  [Ges.]  und  Wietrowetz  aus  Berlin 
Berlin  [Viol.].)  Gonc.  am  12.  Juni,  ausgeführt  von  den  Frls. 
Barbi u. Wietrowetz  u.  Hm.  Sauer  a.  Dresden  (Glav.):  I.Satz 
a.  der  Gdur-Glav.-Violinson.  v.  Bubinstein,  Soli  f.  (5es.  v. 
Astorga,  PasieUo,  Schubert,  Brahms  („Immer  leiser  wird  mein 
Schlummer**  u.  „Vergebliches  Ständchen**)  u.  Massenet  („Mar- 

äuise**  u.  „Nuit  d'Espagne**),  f.  Clav.  v.  Beethoven  (Op.  129), 
chumann,  Mendelssohn,  Baff  (Bigaudon),  Chopin,  Liszt-Men- 
delssohn  u.  Tausig-Schubert)  u.  f.  'Viol.  v.  Mendelssohn,  Vi eux- 
temps  u.  Sarasate).  (Wenn  dieser  Bach- Verein  sonst  nur 
selten  Werke  seines  grossen  Namengebers  aufführt,  so  hätte 
man  doch  wohl  bei  mesem  Anlass  eine  grössere  Berücksich- 
tigung desselben  erwarten  dürfen.  Ausserdem  erscheint  es 
auffkUig,  dass  Haarlem  selbst  so  schwach  an  der  Ausführung 
betheiligt  ist.) 

Hamm.  Gtesangfest  des  Männergesangver.  „Liedertefel** 
imt.  Leit.  der  HH.  Frank,  Diehl  u.  Haake  v.  hier,  Heine  a. 
Münster,  Kopfermann  a.  Unna  u.  Janssen  a.  Dortmund  und^ 
Mitwirk,  der  Männergesangvereine  Münster  u.  Dortmund,  der ' 
Quartettvereine  Hamm,  Unna  und  „Arion**  Hamm,  des  Frl. 
Nathan  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges.),  des  Hm.  Gausche  a.  Greuz- 
nach  (G^.)  u.  der  Gap.  des  13.  Inf.-Beg.  a.  Münster  am 
26.  Juni:    Blaiser-Marscn  v.  Wagner,  „Frithjof"  v.  Bruch, 


873 


„Bretagne*^  f.  Baritonsolo,  Männerchor  u.  Oroh.  v.  W.  Nolopp, 
Männerchöre  acap.v.  A.M.  Storch  (.Naohtzauber" ),  H.  Jüngst 
(„Zwiegesang**),  0.  A.  Kern  („Waldsegen"),  G.  A.  Heinze 
(„Sonntag  auf  dem  Meere*'),  B.  Badecke  („Aus  der  Jugend- 
zeit") u.  F.  He  gar  (Hymne  an  den  Gtesang),  G^esangsoli  von 
Löwe,  C.  Wendling  („Die  erste  Blume"),  E.  Grieg  („Ich 
liebe  dich")  u.  H-.v.Koss  (Winterlied).  (Das  Concert  hat, 
wie  uns  vorliegende  Zeitungen  berichten,  einen  Verlauf  j^e- 
nommen,  der  die  Ehrwartungen  „weit  übertroffen"  habe.  Das 
Hauptverdienst  an  dem  schönen  Gelingen  wird  dem  Haupt- 
dirigenten Hm.  Frank  zugeschrieben,  dem  am  Schluss  des 
Ooncertes  nicht  endenwoflender  Beifall  gespendet  und  als 
„schwacher  Ausdruck  der  Gefühle  der  Dankbarkeit"  ein  Lor- 
beerkranz überreicht  wurde.) 

Heidelberg.  G^istl.  Gonc.  des  Bach-  u.  Akad.  Ges.-Yer. 
(Prof.  Wolfirum)  m.  Oompositionen  v.  S.  Bach  unt.  Solist.  Mit- 
wirk, des  Frl.  Lemke  und  der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  und 
Keller  a.  Ludwigshafen  (Otea.)  am  2.  Juli:  Oantaten  „Es  ist 
dir  gesagt,  Mensch"  u.  „Gk>ttes  Zeit  ist  die  allerbeste  Zeit" 
Beide  bearbeit.  v.  B.  Franz,  Frauenchor  „Den  Tod  Niemand 
zwingen  kunnt"  m.  Org.,  Orgelchoral  „Wenn  wir  in  höchsten 
Nöthen  sein". 

Jena.  Gonc.  der  Singakad.  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls. 
Münch  a.  Leipzig  u.  Vermehren  a.  Lübeck  und  der  HH.  Dr. 
Paul  V.  hier  u.  Hungar  a.  Schwerin  am  29.  Juni:  „Gottes 
Zeit  ist  die  allerbeste  Zeit"  v.  Bach,  Bequiem  v.  -Mozart. 

Kaiserslautern.  4.  (3onc.  des  Caecitien-Yer.  (Pohl)  unt. 
Mitwirk,  der  Frau  Hieber  a.  München  (Ges.)  und  der  HH. 
Kwast  a.  Frankfurt  a.  M.  (Clav.)  u.  Kiengel  a.  Leipzig  (Yio- 
lonc):  Fdur-Clav.-Violoncellson.  v.  Brahms,  Soli  f.  Ges.  v. 
Böhm  („Still  wie  die  Nacht"),  A.  Förster  („Ich  liebe  dich") 
u.  A.,  f.  Clav.  V.  J.  Kwast  (Capriccio  u.  zwei  Etüden)  u.  A. 
u.  f.  Violonc.  V.  Popper  (Elfentanz)  u.  A. 

Laibaeh.  Auffuhr,  v.  Bein  ecke's  „Schneewittchen"  f. 
Soli,  Frauenchor  u.  Declam.  m.  Clav,  durch  die  Philharmon. 
Gtesellschafb  am  8.  Juli  (Soli:  Frls.  Erna  u.  Stephanie  Handl 
[Ges.];  Declam.:  Frl.  A.  Wiesthaler.) 

Leipzig.  Conc.  des  New- Yorker  Männergesanfi^ereins 
„Arion"  (van  der  Stucken)  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Powwl  (Viol.) 
u.  des  Hrn.  Bummel  (Clav.),  sowie  derCan.  des  134.  Lif.-Beg. 
am  14.  Juli:  „Die  Weihe  des  Liedes"  f.  M&nnerchor  u.  Orch. 
V.  Baldamus,  M&nnerchöre  a  cap.  v.  C.  Attenhofer  („Abend- 
feier"), F.  van  der  Stucken(„Frühlingsglaube",m.  Bariton- 
solo [Hr.  SaengerjL  Kremser  (Altniederländisches  Lied), 
C.  Girschner  („Hüte  dich"),  J.  Bheinberger  („Die  ver- 
fallene Mühle"),  M.  Spicker  („Im  Grase  thauts"),  H.  Jüngst 
(„Braun  Meidelein",  m.  Tenorsolo  [Hr.  Bieger])  u.  W.  Bunte 
(Minnelied),  sowie  vier  amerikanische  Volkslieder,  bearb.  v. 
F.  van  der  Stucken,  Soli  f.  Clav.  v.  Liszt  (Esdur-Conc.)  u. 
f.Yiol.  V.  Bruch (1.  Conc),  Nardini,  Sarasateu.  Massenet. 
—  Abendunterhaltungen  im  k.  Conservat.  der  Musik:  28.  Jimi. 
Adur-Streichquart.  v.  A.  Borodin  =  HH.  Listemann  I.  a. 
Boston,  Thomas  a.  Leipzig,  Krug  a.  Altenburg  u. Listemann  ü. 
a.  Boston,  Concertino  f.  Ular.  v.  Weber  =  fc.  HofFmeyera. 
Mehrstedt,  Fmoll-Clav.-Violasonate  v.  Bubinstein  =  HH. 
Goldfarb  a.  Starjmrd  u.  Sattler  a.  Bockwa  i.  S.,  Ciaviersoli  v. 
Bheinberger  (Etüde  u.  Fugato  in  Amoll),  Mendelssohn  u. 
Chopin  (As dur- Walzer)  =  Frl.  Schaube  a.  Leipzig,  Clavier- 
Vionnson.  Dp.  12,  No.  1,  v.  Beethoven  =  Frl.  Herchmer  a. 
Montreal  u.  Hr.  Wasshausen  a.  New- York.  1.  Juli.  Streich- 
quart. Dp.  18,  No.  2,  V.  Beethoven  ==  HH.  Lauboeck  a.  Wun- 
siedel,  Babe  a.  Bereen,  Barchewitz  a.  Schweidnitz  u.  Fähnd- 
rich a.  Leipzig,  Adur-Clav.-Violinson.  v.  Qade  =  Frl.  Pabst 
a.  Leipzig  u.  Hr.  WiUe  a.  Greiz,  Hmoll-Clavierconcert  von 
Hummel  =  Hr.  Beidler  a.  St.  Gallen,  Adur-Yiolinconc,  1.  Satz, 
V.  Yieuxtemps  =»  Hr.  Kleitz  a.  Leipzig,  CmoU-Clavierconc.  v. 
Beethoven  =  Hr.  Turner  a.  London.  8.  Juli.  Clar.-Quint.  v. 
Mozart  =  HH.  Hoffmeyer,  Schäfer  aus  Wiesbaden,  Lie  aus 
Christiansand,  Schochardta.  Merseburg  u.  Hammig  a.  Leipzig, 
Fdur-Clav.-Violoncellson.  v.  Beethoven  =  Frl.  Smith  a.  Harl- 
sey-Grange  u.  Hr.  Braun  a.  Lenzburg,  DmoU-Violoncellconc. 
V.  Goltermann  =  Hr.  Schlemüller  a.  Leipzig,  Ddur-Clav.- 
Violinson.  v.  Mozart  «-  HH.  Nestler  a.  Leipzig  u.  Wamecke 
a.  Wiesbaden,  Violinsoli  v.  Spohr  u.  Lauo  fPolon.)  =  Hr. 
Wasshausen,  „Camaval"  f.  Clav.  v.  Schumann  =  Hr.  Tramm 
a.  London.  6.  Juli.  Fuge  u.  Prael.  in  Dmoll  f.  Orgel  von 
S.  Bach  =  Frl.  Hansen  a.  Melbourne,  Clav.-Violinson.  Op.  23 
V.  Beethoven  =  Frl.  Wömer  a.  Leipzig  und  Hr.  Wamecke, 
Arie  v.  Lotti  =  Frl.  Schumacher  a.  Kostock,  zwei  Notturnos 
f.  Viola  u.  Clav.  v.  Kalliwoda  =  HH.  Henkel  a.  Leipzig  u. 
Hempel  a.  Altenburg,  „Novelletten"  f.  Clav.,  Viol.  u.  Violonc. 


V.  Gade  =  FrLWainlud  a.  Gitomir  (Bussland)  u.  HH.  Liste- 
mann I.  u.  Bramsen  a.  Copenha^n,  Edur-Violincon.,  1.  Satz, 
V.  Vieuxtemps  «  Hr.  Lie,  Cmoll-Clav.-Quint.  v.  S.  Jadas- 
sohn  a«  Frl.  Lo|ir  a.  Grossalmeroda  u.  HH.  Kleitz,  Thomas, 
Sitttler  u.  Bramsen. 

Neubrandenburg.  Am  80.  Juni  Auffuhr,  v.  HändePs 
„Samson"  durch  den  Ver.  f.  gem.  Chorees.  (Naubert)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Bonneburger,  des  Frl.  Nittschalk  u. 
der  HH.  Hauptstein  u.  Bolle  a.  Berlin.  (Viel  Sinn  scheinen 
nach  der  „Meckl.-Str.  Landesz."  die  guten  Bewohner  Neu- 
brandenburgs für  classische  Musik  nicht  zu  besitzen,  denn 
das  Concert  war  so  schwach  besucht,  dass  der  betr.  Bericht- 
erstatter auf  ein  bedeutendes  pecuniäres  Deficit  schliesst.  Die 
Aufßlhrung  wird  von  demseloen  als  durchweg  gelungen  be- 
zeichnet. „Die  Chöre  wurden  mit  Präcision  und  grossem 
Schwünge  ausdrucksvoll  und  mit  schönem  Klange  gesungen. 
Das  Orchester,  aus  den  Mitgliedern  der  dortigen  Stadtcapelle 
bestehend,  denen  sich  aus  Interesse  für  den  Dirigenten  und 
die  Sache  Musiker  aus  Friedland  und  Neustrelitz  beigesellt 
hatten,  erledigte  seine  Aufgabe  in  einer  Weise,  wie  man  sie 
von  einer  solchen  zum  erössten  Theile  sehr  june^en  Schaar 
nicht  erwartet  hätte!  Dadurch  wird  der  Fleiss  una  die  Mühe- 
waltung, die  der  Dirigent  des  Vereins  und  der  städtische 
Capellmeister  an  die  Sache  gewendet  haben  j  ins  helle  Licht 
gestellt.  Die  Soli  waren  durch  hervorragende  Künstler  be- 
setzt." [Folgt  die  Würdigung  von  deren  .Leistungen.]  „Hm. 
Musikdirector  Naubert  gebührt  für  die  sorgf^tige  und  mühe- 
volle Einstudirung  und  seine  energische  und  umsichtie^e  Lei- 
tung, die  dem  (huizen  zu  so  grosser  Wirkung  verhau,  der 
wärmste  Dank.") 

Oppenheim.  Concert  des  evanje.  Choralver.  TBabe)  am 
8.  Juli:  Chöre  v.  Händel,  Sucher,  J.  Chr.  Weeber,  Chr.  Binck, 
S.  Scheidt  u.  N.  Decius,  ges.  v.  evangel.  Choralver.,  Schüler- 
chöre V.  Nägeli  u.  Kreutzer,  ges.  v.  der  Chorschule,  Solovor- 
träge der  Frau  Bahn  a.  Worms  (Ges.,  „Ave  Maria"  v.  S.  Bach- 
Gounod  u.  Arie  „Erwach  zu  Liedern  der  Wonne"  v.  Händel) 
u.  des  Hm.  Geil  v.  hier  (Org.,  Tocc.  v.  S.  Bach,  Allegro  u. 
Adagio  eig.  Comp.  u.  Variat.  v.  Hesse). 

Penig.  9.  MusikauffÜhr.  des  Chorgesangver.  (Bühling): 
Compositionen  f.  zwei  Claviere  v.  Beethoven  (pEflrmont"-Ouv.), 
Himmel  (Cdur-Son.)  u.  Chopin  (Cdur-Bondo),  Lieaerspiel„Lenz 
imd  Liebe"  f.  gem.  Chor  u.  Soli  m.  Clav.  v.  H.  Hofmann, 
Serenade  f.  gem.  Chor  u.  Clav.  v.  L.  Milde,  Chorlieder  von 
C.  Kuntze  („Nun  schlafen  die  Vöglein  im  Neste"),  C.  Stein- 
hauer (,j Verstohlen  geht  der  Mond  auf"),  J.  Bheinberger 
(„All  meme  Gedanken")  u.  A.  Dregert  („Hüte  dich"). 

Bad  Reinerz.  5.-— 6.  Symph.-Conc.  des  Chirorch.  (Loewen- 
thal):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  7)  u.  Schubert  (Hmoll), 
Ouvertüren  v.  Bossini  u.  Beethoven  („Coriolan"),  „Lohengrin"- 
Vorspiel  v.  Wagner,  2.  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt,  gr.  Phant. 
(f.  ?)  V.  B.  Schumann,  Solovorträge  d!er  HH.  Knoch  (Violine, 
1.  Conc.  V.  Bruch)  u.  Beimann  (Violonc,  And.  u.  Capriccio  v. 
Goltermann).  —  4.  u.  5.  Kammermusikabend:  Streichquar- 
tette von  B.  Godard  (Gmoll),  Mozart  (Bdur  u.  Dmoll)  und 
Beethoven  (Op.  18,  No.  1)  etc. 

Scbeveningen.  3.u.  4.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch. 
a.  Berlin  (Herfurth);  Symphonien  v.  Mendelssohn  (Amoll)  u. 
Haydn  (D  dur),  Ouvertüren  v.  Schumann  („Manfred),  Beetho- 
ven (No.  8  zu  „Leonore"  u.  Op.  124),  Mendelssohn  („Sommer- 
nachtstraum") und  Cherubini,  „Legenden"  f.  kl.  Orchester  v. 
Dvof&k,  Variat.  a.  dem  Adur-Quart.  v.  Beethoven,  „Kling- 
sor's  Zaubergarten  und  die  Blumenmädchen"  a.  „Parsifal"  v. 
Wagner,  Solovorträge  der  HH.  01k  (VioL  1.  Satz  aus  dem 
Ungar.  Conc.  v.  Joachim)  u.  Müller  (Harfe*,  Asmoll-Phant. 
V.  F.  Hummel). 

Sondershausen.  Lohconc.  der  Hofcap.  (Prof.  Schröder) 
am  28.  Juni:  Festouvert.  v.  Lassen,  „Lohengrin"-Vorspiel  v. 
Wagner,  Festmarsch  v.  Baff,  ,^ach  auf,  es  nahet  ^en  den 
Tag"  u.  „Ehrt  eure  deutschen  Meister"  a.  den  „Meistersin- 
gern" V.  W a gn e r,  Balletmusik  a.  „ Aspasia"  v.C.  Schröder  etc. 

—  6.  u.  6.  Lohconc.  derselben  Cap.:  Symphonien  v.  Berlioz 
(fantast.),  A.  Klughardt  (CmoU)  und  Mozart  (Ddur),  Suite 
„Liebesfrühling"  v.  Bückbeil,  symphon.  Einleit.  zu  „Sigurd 
Slembe"  v.  Svendsen,  „Tannhäuser" -Ouvert.  v.  Wagner, 
Solovorträge  der  HH.  Corbach  (Viol.,  „Gesangsscene"  v.  Spohr) 
u.  Geist  (Violonc,  Conc.  v.  Saint-Saöns). 

Weimar.  Aufführ,  der  grossherz.  Musikschule  zur  Vor- 
feier des  (jteburtstags  des  Grossherzogs  am  23.  Juni  m.  Scenen 
a.  dem  -Freischütz"  v.  Weber  unt.  Leit.  des  Hrn.  Borich  u. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Ickel  u.  Schulz  u.  des  Hrn.  Brack. 

—  Conc.  der  Bach-Stiftung  m.  G.  Schumann's  „Amor  und 


974 


Pe^cbe*'  unter  Ldt.  des  Hm.  Prof.  MüUer-Hartang  u.  sollst. 
Mitwirk,  der  Frls.  Müller-£Lftrtang,  lokel  u.  Mardersteig  und 
der  HH.  W.  Mfiller-Hartong  n.  B.  y.  Milde. 

(^^  VeralteU  Programmet  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  ur^ 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  GXste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  In  der  Kroll-Oper  feiert  Hr.  Botel  nach  wie 
vor  IViompbe  mit  seiner  Stimme.  Frl.  Louise  Hey  mann 
begann  als  Lakmö  ein  Gastspiel  daselbst.  —  Cassel.  Als 
Goncertmeister  des  hiesi^n  k.  Tbeaterorcbesters  fand  Hr. 
Bud.  HoppeD,  ein  trefflicher  Geiger,  Anstellung.  —  Halle 
a.  S«  Das  letzte  Concert  der  Singakademie  erfreute  sich  der 
Mitwirkung  eines  Solistenmiartetts  aus  Leipzig,  wie  man  es 
nicht  immer  findet.  Die  Trls.  Martini  und  Gondar  und 
die  HH.  Trautermann  und  Wünschmann  bildeten  das- 
selbe imd  iq^ndeten  Gtenuss  sowohl  in  dem  Hauptwerke  des 
Programms,  „Der  Böse  Pilgerfahrt*'  von  Schumann,  wie  auch 
in  ihrer  übrigen  künstlerischen  Bethätie^ung  in  diesem  Oon- 
certe.  Ebenso  wurde  das  Concert  des  Akademischen  Gesang- 
vereins am  7.  Juli  von  Leipziger  Solisten  unterstützt.  Hier 
waren  es  Frl.  Polscher,  welche  durch  ihre  hinreissenden 
Gesan^ortrftge  entzückte,  und  der  jugendliche  Hr.  Hamm  ig, 
der  mit  seinem  ausgezeichneten  Violoncellspiel  allseitige  Be- 
wunderung erregte.  —  London.  Der  Pianist  Hr.  Beisenauer 
hat  hier  Aufsehen  mit  seinem  Spiel  gemacht,  nicht  infolge 
aufßLlliger  Technik,  sondern  auf  Grund  seiner  grossen  künst- 
lerischen Intelligenz.  —  München.  Die  Litendanz  des  k.  Hof- 
theaters hat  mit  Frl.  Emanuela  Frank,  welche  mit  entschie- 
denem Erfolg  unlängst  hier  gastirte,  einen  dreijährigen  festen 
Contract  vom  1.  August  an  abgeechlossen.  —  St.  Peters- 
burg. Fran  Mater  na,  zum  ersten  Male  hier  erschienen,  hat 
mit  ihren  ausserordentlichen  Leistunc^en  grossartige  Erfolge 

gehabt.    Seit  der  Schröder-Devrient  hat  man  hier  keine  so 
ervorragende  deutsche  Sängerin  gehört. 

Kirchenmusik. 

Leipzig«.  Thomaskirche:  9.  Juli.  Geistliches  Beiselied  v. 
R.  VoUÖnann.  Psalm  24  „Die  Erde  ist  des  Herrn**  v.  F.  Lach- 
ner. 10.  Juli.  „Du,  Herr,  zeigst  mir  den  besten  Weg"  von 
M.  Hauptmann.  16.  Juli.  „Glücklich,  wer  auf  Gott  vertraut" 
von  W.  Behberg.  Psalm  2  „Warum  toben  die  Heiden"  von 
Mendelssohn.  Nicolaikirche:  17.  Juli.  „Du,  Herr,  zeigst  mir 
den  besten  Weg"  v.  M.  Hauptmann. 

Chemnitz.  Schlosskirche:  26.  Mai.  „Christus  fuhr  gen 
Himmel"  v.  Y.  E.  Becker.  5.  Juni.  „Schmücket  das  Fest  mit 
Maien"  v.  Clauss.  6.  Juni.  „Komm,  du  Geist  des  Lebens"  v. 
Bemmann.  19.  Juni.  Psalm  121  v.  Wermann. —  St.  Marcus- 
kirche: 29.  Mai.  „Herr,  ich  schrei  zu  dir"  v.  Hauptmann.  — 
St.  Jacobikirche:  5.  Juni.  Sopranarie,  Quartett  u.  Chor  aus 
der  Pfingstcantate  v.  Schneider.  6.  Juni.  „Erfüllet  war  der 
Tag  der  JPfingsten"  v.  C.  Löwe.  12.  Juni.  „Ich  schau  empor 
nacn  jenen  Bergen"  v.  A.  Romberg.  19.  Juni.  „Sei  stille  dem 
Herrn"  a.  „Elias"  v.  Mendelssohn.  26.  Juni.  „Der  G^ist  hilft 
unsrer  Schwachheit  auf  v.  S.  Bach.  —    St.  Johanniskirche: 

5.  Juni.  „Schmücket  das  Fest"  v.  Clauss.  6.  Juni.  „Schaffe 
in  mir,  Gott"  v.  Engel.  12.  Juni.  „Sehet,  welch  eine  Liebe" 
V.  Wermann.  26.  Juni.  „Siehe,  ich  sende  meinen  Engel  vor 
dir"  V.  Schurig.  —  St.  Petrikirche:  5.  Juni.  „Gloria"  v.  Grell. 

6.  Juni.  „Sanctus"  v.  Pembaur.  12.  Juni.  „Auf,  auf  zu  Gottes 
Lob"  V.  Frank-Biedel.  19.  Juni.  „Lasset  uns  frohlocken" 
V.  Hermann  Franke.  26.  Juni.  „Ich  lasse  dich  nicht"  von 
S.Bach.  —  St.  Nicolaikirche:  5.  Juni.  „Komm, hei Iger Geist" 
V.  Bortniansky.  6.  Juni.  Schaffe  in  mir.  Gott"  von  Engel. 
12.  Juni.  „Der  Herr  ist  König"  v.  Engel.  26.  Juni.  „Der 
Herr  ist  mein  Hirt"  v.  B.  Klein. 

Guben.  Stadt-  u.  Hauptkirche:  17.  April  bis  19.  Juni. 
„Es  ist  gewisslich,  dass  er  lebt"  v.  Ed.  Köllner.  „Heilig"  v. 
Alb.  Becker.  „Lob  des  Herrn"  v.  Jer.  Clarke.  „Heilig  ist 
Gott"  V.  Bortniansky.  „Gott  sei  mir  gnädig"  v.  C.  Kocher. 
„Gott,  der  du  die  Liebe  bist"  v.  Gade.  „Bitten"  u.  „Die  Ehre 
Gottes  in  der  Natur"  v.  Beethoven.  „Auf  Christi  Himmel- 
fahrt" V.  M.  Frank.  Cantate  „0  ewiges  Feuer"  v.  S.  Bach- 
Franz.    „Hoffe  auf  den  Herrn"  v.  Homilius. 

AufgefOiirte  NovitSten. 

Arnes  (J.  C),  Violinconc.    (London,  Orchesterconc.  des  Hrn. 
Sinkins  am  9.  Juni.) 


Bennett  (St.),  „May  Queen"  f.  Soli,  Chor  u.  Och.  (Hal- 
stead,  Conc.  der  Halsrtead  Choral  Society  am  19.  Mai.) 

Bizet  (G.),  2.  Suite  a.  „L'Arlteienne^.  (New-York,  18.  Dam- 
rosch  Sunday  Conc.j 

Bö d ecke r  (L.),  Seren,  f.  Streichorch.  (Sondershausen,  Kam- 
mermusik im  Conservat.  der  Musik  am  16.  Mal) 

Brahms  (J.),  1.  Symph.  (Rostock,  4.  Orch.-Conc.  des  Yer. 
Bostocker  Musiker.) 

Bdur-Sext.    (Lüttich,  Conc.  der  Schüler  des  Conservat. 

am  22.  April.) 

Quint.  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente,   sowie  Trio  fhr 

Clav.,  Clar.  u.  Violoncell.  (Amsterdam,  Kammermusik- 
sitzung der  HH.  Cramer,  Bo$mans  u.  Gen.) 

Streichquart.  Dp.  51,  No.  2.  (Great  Yarmouth,  Kam- 
mermusik am  5.  Mai.) 

Gdur-Clav.-Violinson.    (London,  Becital  der  Damen  Da- 

vies  u.  Wietrowetz  am  18.  Mai.) 

Brambach  (C.  J.),  „Velleda"  f.  Männerchor,  Soli  u.  Orch. 
(Rotterdam,  Conc.  v.  Rottete  Mannenkoor  am  25.  April.) 

Cobb  (G.),  Quint.  Op.  22.  (Great  Yarmouth,  Kammermusik 
am  5.  Mai.) 

Cusins  (W.  G.),  Sept.  f.  Clav.  u.  Blasinstrumente.  (London, 
Conc.  des  Hrn.  Cusins  am  22.  Juni.) 

Dessert  (F.  G.),  Messe  solenneile.  (New-York,  Concert  des 
Comp,  am  18.  April.) 

Goldmark  (C),  „Sajcuntala"-Ouvert.  (Philadelphia,  Concert 
des  Boston  Symph.  Orch.  am  25.  April.) 

Gouvv  (Th.),  Sept.  f.  Fl.  u.  Streichinstrumente.  (Columbus 
[OnioJ,  3.  Kammermufiikconc.  des  Metropolitan  Seztet 
Club.) 

Grieg  (Edv.),  Orchestersuite  a.  ^Peer  Gynt".  (Lüttich,  Conc. 
der  Schüler  des  Conservatoriums  am  22.  April.  !NOnnea- 
polis,  Conc.  der  United  States  Marine  Band  am  26.  April.) 

Suite  „Aus  Holberg's  Zeit"  f.  Streichorch.  (Hampetead, 

Conc.  des  South  Hampstead  Orch.  am  2.  Juni) 

—  —  Streichorch.-Suite  Op.  40.    (Portsmouth,  Abendconcert 

der  Portsmouth  Orchestral  Society  am  27.  ApriL) 
Amoll-Clavierconc.     (London,  Orchesterconc.  des  Hrn. 

Sinkins  am  9.  Juni.) 
1.  Clav.-Violinson.    (Atlanta.  Conc.  des  Hm.  Rehm  am 

9.  Mai.    Paderborn,  4.  Conc.  des  Musikver.) 
2.  Clav.-Violinsonate.    (Ravenswood,  Hl.,  Scandinavian 

night  am  9.  April.) 
Cla Viersen.  Op.  7.    (London,  Conc.  des  Frl.  Bamett  am 

23.  Juni.) 
Hof  manu  (H.),  Schauspielouvert.      (Rostock,  3.  Orch.-Conc. 

des  Ver.  Rostocker  Musiker.) 
Conc.  f.  Flöte.  (Columbus  [Ohio],  3.  Kammermusikconc. 

des  Metropolitan  Sextet  Club.) 
„Editha"  f.  Soli.  Chor  u.  Orch.      (Speyer,  4.  Conc.  v. 

Caecilien-Ver.  u.  Liedertafel.) 

—  —  „Johanna  von  Orleans"  für  Männerchor,  Soli  u.  Orch. 

(Rotterdam,  Conc.  v.  Rotte's  Mannenkoor  am  28.  April.) 

Jadassohn  (S.),  Clavierquint.  Op.  70  u.  Ciavierquart.  Op.  109» 
(Toronto,  Kammermusik  des  Toronto  (DoUege  of  Music  am 
2.  Juni.) 

Clavierquint.  Op.  70.  (Edinburgh,  2.  Conc.  des  Edin- 
burgh Quart.) 

Kreuz  (E.),  Trio  f.  Clav.,  Viel.  u.  Viola.  (London,  Concert 
der  Musical  Guild  am  10.  Mai.) 

Lebrun  (P.),  EmoU-Symph.  (Gent,  letztes  Conservatoriums- 
conc.) 

Liszt  (F.),  Dante-Symph.    (Leipzig,  4.  Conc.  des  Liszt-Ver.) 

—  —  „Les  Pr61udes".    (Philadelphia,  Conc.  des  Boston  Symph. 

Orch.  am  25.  April.) 

Naumann,  Nonett  f.  Blasinstrumente.  (Brüssel,  3.  Conc.  der 
Association  des  Instruments  ä  vent  du  Conservatoire.) 

Raff  (J.),  Oufert.  üb.  „Ein  feste  Burg".  (Rostock,  4.  Orch.- 
Conc.  des  Yer.  Rostocker  Musiker.) 

—  —  Amoll-Quint.    (Clapham,  7.  Clapham  Philharm.  Conc.) 
Rheinberger  (J.),  Clavierquart.  Op.  38.  (London,  Conc.  der 

HH.  G.  u.  H.  Walenn  am  26.  Mai.) 

15.  Orgelson.    (New-York,  13.  Recital  des  Hm. Warren.) 

Saint-SaSns  (C),  Amoll-Violoncellconc.    (London,  Conc.  des 

Hm.  Leo  Stern.) 
Sin  ding  (ChrO,  Quintett.    (Paris,  Conc.  das  Hm.  F.  Blumer 

m.  den  HH.  Marsick  u.  G^n.  am  8.  April.) 
Variat.  f.  zwei  Claviere.    (Brüssel,  Wohlthatigkeitsconc. 

der  HH.  Storck  u.  Sevenants  am  7.  April.) 
Stadfeld,  Ouvert.  zu  „Hamlet".    (Gent,  letztes  Conservato- 

riamsoonc.) 


376 


Stanford  (V.),  Gdur-Streichquart.  (London.  Cono.  der  Musical 

Guüd  am  28.  Mai.) 
Strong  (T.),  Symph.  „Sintram".    (Brooklyn,  Conc.  der  Seidl 

Society  am  12.  April.) 
Svendsen  (J.  S.),   Norweg.  KünsÜercameval.      (New-York, 

letztes  Sountagsconc.  des  Hrn.  Bamrosch.) 

Streichoct.    (New-York,  2.  Conc.  des  Music  Club.) 

Violinromanze.     (London,   Frl.    Griffith^s  Conoert   am 

18.  Mai.) 
Thuille  (L.),  Sext.  f.  Clav.  u.  Blasinstrumente.   (London,  Hm. 

Clinton^s  Wind  Chamber  Conc.  am  3.  Mai.) 
Wagner  (R.),  „Meistersinger" -Vorspiel.  (Boston, l.Promenade- 

Conc.) 
Weingartner  (F.),  Verwandlungsmusik  a.„Malawika".  (Leip- 
zig, 4.  Conc.  des  Liszt-Ver.) 
Widor  (Ch.),  6.  Orgelsymph.  (New-York,  13.  B^cital  des  Hrn. 

Warren.) 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 


*  Die  zu  ganz  wesentlichen  Factoren  des  Leipziger  Musik- 
lebens entwickelten  Akademischen  Orchesterconcerte 
und  Liszt-Vereins-Concerte  werden  auch  in  nächster  Sai- 
son in  der  bisherigen  Anzahl  ihren  Fortgang  nehmen. 

*  Li  Güstrow  wurde  am  10.  Juli  das  17.  Mecklen- 
burgische Sänger  fest  unter  reger  Theilnahme  abgehalten. 
FesWirigent  war  Hr.  Schondorf. 

*  Anfang  der  vor.  Woche  &nd  in  Beutlingen  das  23. 
Liederfest  des  Schwäbischen  Sängerbundes  unter 
starker  Theilnahme  statt.  Die  Berichte  vergessen  nicht,  den 
ungewöhnlich  starken  Bierconsum  zu  erwähnen. 

*  Li  Carlsruhe  beging  die  „Liederhalle"  in  den  Tagen 
vom  16.— 19.  d.  Mts.  ihr  öOjähriges  Stiftungsfest,  ver- 
bunden mit  einem  Gesangs  Wettstreit. 

*  lii  Loodon  hat  Frau  Constance  Howard  eine  Reihe 
von  Vorträgen  über  Richard  Wagner ^s  Werke  begonnen. 
Geschickt  ausgewählte  ui^d  von  der  Vorleserin  ebenso  geschickt 
auf  dem  Ciavier  ausgeführte  Beispiele  dienen  dem  näheren 
Verständniss. 

*  Ln  Juli  und  Aij^ust  werden  in  Pesaro,  der  Vaterstadt 
Rossini*s,  Festlichkeit  en  stattfinden,  welche  die  Einweihung 
des  neuen  musikalischen  Lyceums  und  des  Rossini-Museums 
begleiten  und  in  Theatervorstellungen  unter  Leitung  Mas- 
cheroni*s  und  Concertaufführungen  unter  Leitung  Pearotti's 
bestehen  werden. 

*  Das  Bayreuth -Album,  welches  1889  erstmalig  er- 
schien und  s.  Z.  in  unserem  Blatte  eingehender  besprochen 
wurde,  ist  auch  heuer  wieder  auf  dem  Platz  (Eiber feld,  Ver- 
lag von  Sam.  Lucas)  und  wird  mit  seinem  belehrenden  und 
nützlichen  Text  und  den  dazu  gehörigen  Portraits  und  son- 
stigen Illustrationen,  die  in  der  Ausföhrang  einen  ganz  enor- 
men Fortschritt  gegen  1889  zeigen,  mancnem  Bayreuth-Be- 
sucher sehr  gelegen  kommen,  zumal  der  Preis  der  frühere 
niedrige  (1  Jf)  geblieben  ist.  Höchst  geschmack-  und  wahllos 
wird  auch  heuer  der  Text  durch  Geschäftsanzeigen  unter- 
brochen. 

*  Sämmtliche  Männerchöre  und  -Quartette,  welche 
der  berühmte  Chormeister  Eduard  Kremser  in  Wien  bei 
Gustav  Löwy  dort  hatte  erscheinen  lassen,  sind  soeben  mit 
allen  Rechten  an  die  Verlagshandlung  F.  E.  C.  Leuckart 
in  Leipzig  übergegangen. 

*  In  Antwerpen  ist  eine  Strasse  mit  dem  Namen 
Peter  Benoit's  versehen  worden.  —  In  Leipzig  hoffl  man, 
um  den  daselbst  geborenen  nicht  unbekannten  Richard 
Wagner  in  gleicher  Weise  ehren  zu  können,  bereits  zu 
dessen  100.  Geburtstag  die  hierzu  nöthige  Strasse  gefunden 
zu  haben. 

*  Der  Stadtrath  von  Cremona  hat  beschlossen,  auf  dem 
Corso  Victor -Emanuel  ein  Monument  zu  Ehren  des  Compo- 
nisten  Amilcar  Ponchielli  zu  errichten. 

*  Der  Prinzregent  von  Bayern  hat  die  k.  Musikschule 
zu  München  zu  einer  Akademie  der  Tonkunst  erhoben. 
Das  Institut  soll  fernerhin  aus  einer  Vorschule,  einer  Hoch- 


schule für  Herren  und  einer  Abtheilung  ^ir  höhere  Ausbil- 
dung der  Schülerinnen  bestehen. 

*  Die  Stadt  Paris  hat  von  Neuem  (alle  zwei  Jahre 
wiederkehrend)  einen  Preis  von  10,000  Frcs.  für  ein  Werk 

fressen  Stils  in  symphonischer  oder  dramatischer  Form  filr 
oli,  Chor  und  Orchester  ausgeschrieben,  welches  auf  Kosten 
der  Stadt  feierlich  aufführt  werden  soll.  Die  Arbeiten  sind 
vom  16.  Jan.  bis  15.  Febr.  1893  bei  der  Seine-Präfectur  ein- 
zuliefern. 

*  In  der  Bewerbung  um  den  diesjährigen  Compoeitions- 
preis  (Prix  de  Rome)  am  Pariser  Conservatorium  wurde  kein 
erster  Preis  zuerkannt.  Die  beiden  zweiten  Preise  erhielten 
die  HH.  Buss  er  und  Bloch,  Beide  Schüler  des  verstorbenen 
E.  Guiraud. 

*  Das  Museum  des  Louvre  in  Paris  ist  durch  ein  Ge- 
schenk der  Frau  Marquise  Visconti  um  ein  kostbares  Stück 
bereichert  worden.  Es  ist  dies  eine  Harpe  de  mönestrel 
von  feinster  Arbeit  und  ausserordentlicher  Schönheit. 

*  Die  Bibliothek  des  Pariser  Conservatoriums  ist  von 
Frau  Pauline  Viardot  mit  der  Autograph-Partitur  von 
Mozart's  „Don  Juan"  beschenkt  worden. 

*  Die  Stadt  Erfurt  wollte  sich  mit  einem  Aufwände  von 
500,000  Ji  ein  eigenes  Theater  bauen;  sie  ist  jedoch  hiervon 
zurückgekommen,  indem  sie  das  dem  Concert-  und  Theater- 
verein angehörende  Theatergebäude  ankaufen  und  neu  in 
Stand  setzen  lassen  wird,  wobei  sie  allerdings  400,000  «^^  spart, 
dagegen  aber  auch  nichts  Rechtes  erreicht. 

*  Am  1.  Januar  1893  wird  im  Renaissance-Theater  in 
Paris  das  so  lange  erhoffte  „Thöätre-Lyrique*'  unter 
Leitung  des  Hm.  L^once  Detroyat  eröflnet  werden.  Die 
Bühne  dieses  Hauses  ist  nur  klein,  und  darnach  dürfte  sich 
wohl  die  Wahl  der  aufzuführenden  Stücke  richten. 

*  Im  Stadttheater  zu  Nürnberg  sollen,  nachdem  die 
„Walküre^  daselbst  schon  aufgeführt  wurde,  in  der  nächsten 
Saison  auch  „Rheingold''  und  „Siegfried^  Au&ahme  in 
das  Repertoire  finden. 

'*'  Im  Rossini-Theater  zu  Venedig  ging  am  8.  d.  Mts. 
erstmalig  ohne  nachhaltigem  Erfolg  die  kieue  Oper  „Moha- 
med  n."^  von  Lorenzi-Fabris  über  die  Bretter. 

*  Im  Kroll-Theater  zu  Berlin  ist  unlängst  eine  einactige 
romantisch-komische  Oper  von  Bogumil  Zepler,  „Der  Braut- 
markt  zu  Hira"  betitelt,  als  Novitöt  in  Scene  gegangen. 

*  Im  Covent  Garden-Theater  zu  London  erschien  am 
6.  d.  Mts.  als  Opernovität  H.  Bemberg's  JGlaine**,  während 
am  8.  im  Drury  Lane-Theater  daselbst  Nessler^s  „Trom- 
peter von  Säkkingen"  die  erste  dortige  Aufführung  erlebte. 

*  In  Cossato  wurde  die  neue  Oper  „II  Conte  de  Mira- 
bello**  von  Camerana  mit  Erfolg  erstmalig  aufgeführt. 

*  Die  Direction  des  Stadttheaters  zu  Strassburg  i.  E.  ist 
in  die  Hände  des  renommirten  Sängers  Hm.  Dr.  Krückl  aus 
Frankfurt  a.  M.  übergegangen. 

*  Der  Allgemeine  Richard  Wagner-Verein  verein- 
barte bekanntlich  auf  seiner  vorjährigen  Generalversammlung 
zu  Bavreuth  mit  dem  Verwaltungsrath  der  Bühnenfestspiele, 
dass  ihm  dieser  die  von  ihm  für  die  lieurigen  AuffÜÜirungen 
zu  bestellenden  Eintrittskarten  bis  zu  einem  gewissen  Termin 
reservire.  Die  Folge  dieser  Vereinbarung  ist,  dass  demVer- 
waltungsrathe  kürzlich,  nach  Ablauf  der  oez.  Frist,  circa  3000 
jener  Billets  wieder  zur  Disposition  gestellt  wurden,  worauf 
wir  Interessenten  aufmerksam  machen,  da  in  der  letzten  Zeit 
Eintrittsl^arten  nur  noch  zu  wenigen  Aufführungen  zu  haben 
waren. 

*  Der  New-Yorker  Männergesangverein  „Arion" 
unter  Leitung  des  Hm.  van  der  Stucken  hat  in  Berun,  Leip- 
zig und  Wien,  in  welchen  Städten  er  sich  bis  jetzt  hören 
Hess,  mit  seinen  Leistungen  begeistertste  Aufnahme  gefunden. 

*  Eine  reiche  Musikfreundin  in  London,  Frau  Moberley, 
hat  ein  Damenorchester  von  65  Personen  gegründet,  in 
welchem  nur  vier  Contrabassisten  männlichen  Geschlechts 
thätig  sind.  Dieses  Orchester  unter  Leitung  des  Reverend 
Moberley,  des  Gatten  genannter  Dame,  hat  vor  einem  zahl- 
reichen Publicum  und  mit  grossem  Erfolg  ein  Concert  gegeben, 
dessen  Programm  aus  Werken  von  S.  Bach,  Beethoven,  Men- 
delssohn, Wagher  und  Tschaikowsky  bestand. 


B76. 


*  Frau  ThereseVogl,  welche  nach  97jftliriger  Tätigkeit 
an  dem  Münchener  Hoftheater  ihre  Entlassung  aus  dessen 
Mitgliederverband  genommen  hat,  wurde  in  Anerkennung 
ihrer  unvergessHchen  Verdienste  um  dieses  Institut  zu  dessen 
Ehrenmitglied  ernannt. 

*  Der  k.  Musikdirector  Hr.  Hennig  in  Posen  hat  den 
Titel  eines  k.  Professors  verliehen  erhalten. 

*  Hm.  Martin  Krause  in  Leipzig  wurde  fiir  seine  her- 
vorragenden Verdienste  als  01avierpä£igog  vom  Herzog  von 
Anhalt  der  Professortitel  verliehen. 

*  Der  Violinvirtuos  Hr.  P.  deSarasate  wurde  zum  Ritter 
der  französischen  Ehrenlegion  ernannt. 


*  Die  phüosophisohe  Faonltät  der  Marburge^  üniversitftt 
hat  den  Musikgelehrten  Hm.  Arrey  von  Dommer  in  Ham- 
burg zum  Ehrendoctor  ernannt. 

*  Hr.  Paladilhe  ist  an  Stelle  des  verstorbenen  E.  Gui- 
raud  zum  Mitglied  der  französischen  Akademie  der  Schönen 
Künste  erwählt  worden. 

Todtenllste.  Pierre  Tharaud-Mainvielle,  durch  36 
Jahre  erster  Geiger  an  der  Grossen  Oper  in  Paris,  f.  63  Jahre 
alt,  in  Paris.  —  Femand  Strauss,  wohlbekannter  Gomponist, 
t,  69  Jahre  alt,  in  Whitestone  (Amerika).  —  Organist  Her- 
mann Eiedel  in  Neustadt  a.  d.  0.,  ein  trefflicher  Künstler 
seines  Instmmentes.  f,  79  Jahre  alt,  kürzKch. 


Kritischer  Anhang. 


Gesangpädagogisches. 

Besprochen  von  Moritz  VogeL 

(Fortsetzung.) 

Lieder  für  Kinder  und  Erwachsene,  insbesondere  ftlr  Mittel- 
und  Oberolassen  der  Volks-  und  Bürgerschulen,  auch  für 
OlavierschÜler ,  welche  singen  und  sich  selbst  begleiten 
wollen,  von  E.  Steinhäuser,  Hauptlehrer  und  Organist  in 
Mühlhausen  i.  Th..    Mühlhausen  i.  Th.,  G.  Danner's  Verlag. 

Die  Sammlung  enthält  neben  vielem  Bekannten  auch 
manches  Unbekannte,  und  das  ist  kein  Fehler.  Im  G^^ntheil! 
Wenn  der  Schatz  des  deutschen  Volksliedes  nicht  einst  ver- 
kümmern soll,  wird  es  gut  sein,  demselben  von  berufener 
Seite  auch  immer  neue  Zufuhr  zu  leisten.  Es  ist  wenigstens 
nicht  einzusehen,  warum  das  Volkslied  allein  eine  Ausnahme 
machen  soll,  da  man  doch  auf  allen  anderen  Gebieten  von 
Kunst  und  Litteratur  rüstig  weiterschaffb.  Was  nicht  taugt, 
föllt  schon  von  selbst  ab.  Das  Volk  ist  in  Bezug  auf  seine 
Lieder  sehr  w&hlerisch,  was  die  mancherlei  Eintagsfliegen,  so 
lustig  sie  auch  ihr  kurzes  Dasein  treiben,  nur  bestätigen. 
Warum  hat  aber  der  Herausgeber  der  vorliegenden  Samm- 
lung in  keinem  einzigen  FaSe  den  Gomponisten  genannt? 
Freilich  ergeht  es  den  Dichtem  nicht  besser.  Hoffentlich  ist 
auf  diese  Weise  Niemand  lebendig  begraben  worden.  —  Der 
Schwerpunct  obiger  Sammlung  liegt  darin,  dass  der  musika- 
lische Theil  derselben  so  eingerichtet  i.st,  dass  sich  die  Schü- 
ler, sofern  sie  Ciavierspieler  sind,  selbst  begleiten  können. 
Jedes  Lied  enthält  nämlich  eine  Art  Cadenz  vorgezeichnet, 
deren  Accorde  durch  Zahlen  bezeichnet  sind,  die  sich  im 
Liede  selbst  als  Fingerzeig  för  die  harmonische  Behandlung 
wiederfinden.  Auch  für  eine  Handhabe  in  rhythmischer  Be- 
ziehung ist  durch  eine  Tabelle  gesorgt,  sodass  bei  einigem 
Geschicke  des  Spielers  die  Sache  wohl  gehen  mag.  Dass  die 
ganze  Sammlung  sehr  fleissig  gearbeitet  ist,  sei  schliess- 
lich noch  hervorgehoben.  Sie  sei  für  Schulen,  besonders  aber 
auch  zum  Privatgebrauche,  angelegentlichst  empfohlen. 


Theoretisch-praktische  Gesangschule  zum  Gebrauche  für  höhere 
Lehranstalten  von  A.  GlasbergeF,  Gesanglehrer  in  Magde- 
burg.   Hildburghausen,  F.  W.  Gadow  &  »ohn. 

Das  schon  umfänglichere  Buch  besteht  aus  einem  theo- 
retischen und  einem  praktischen  Theile.  Der  Erstere  befasst 
sich  mit  der  allgemeinen  Musiklehre  und  bringt  Nichts,  was 
zu  wissen  nicht  jedem  Sänger  von  Vortheil  wära  Was  die 
Bezeichnungen  „grosse  Dritte,  reine  Vierte"  etc.  statt  kürz 


Terz  und  Quarte  (^ae.  81)  sollen,  ist  uns  nicht  recht  ver- 
ständlich. Man  wird  doch  wohl  Schülern  höherer  Lehr- 
anstalten das  Verständniss  der  lateinischen  Ordnungszahlen 
zumuthen  dürfen.  Auch  anderweit  entbehrt  die  Darstellung 
des  VerfiEissers  zuweilen  der  nöthigen  Präcision.  So  beginnt 
z.  B.  der  zweite^  praktische  Theil  des  Buches  mit  folgendem 
Satze:  „Der  zweite  Abschnitt  der  vorliegenden  Gesangschule 
umfJASst  diejenigen  TJebune^n  etc.,  die  nicht  erst  sämmt- 
lich  absolvirt  zu  sein  brauchen,  bevor  der  Schüler  zu  seinem 
Liederbuche  greift",  —  was  zum  weiteren  Studium  des  Buches 
eben  nicht  sehr  ermuntert.  Abgesehen  davon  sind  diese 
praktischen  Uebune;en  im  alten  Schlendrian  gehalten,  inso- 
fern, als  die  IntervaUe  der  Reihe  nach  abgehandelt  werden, 
und  zwar  so,  dass  auf  den  Terzenschritt  in  Dur  unmittelbar 
derjenige  in  Moll,  auf  die  Dur-Sexte  die  Moll-Sexte  folgt  u.  s.  f.. 
also  ohne  jede  harmonische  Grundlage,  und  doch  ist  am 
harmonischem  Wege  allein  bei  Gesangscnülem  einige  Treff- 
sicherheit zu  erzielen.  Indess  hat  dieses  Auseinanderhalten 
von  Terz  und  Sexte  als  maassgebend  für  den  Klan^harakter 
von  Dur  und  Moll  wenigstens  doch  noch  einen  Sinn.  Was 
aber  sagt  man,  wenn  der  Verfasser  auch  alle  übrigen  Inter- 
valle getrennt,  also  doch  wohl  als  in  Dur  und  Moll  verschieden, 
behandelt,  sodass  also  z.  B.  auf  den  Octavenschritt  (?)  in  Dur 
der  Octavenschritt  in  Moll  folgt?  Heisst  das  nicht  die  Schüler 
absichtlich  irre  führen?  %o  der  in  dem  Buche  enthaltenen 
Uebunfi^en  sind  einstimmig  und  erweisen  sich  bei  näherer 
Betrachtung  als  derart,  dass  sie  der  einigermaassen  findige 
Lehrer  jeden  Augenblick  an  der  Wandtafel  zu  entwerfen  ver- 
mag. Insofern  bleibt  die  Mühe,  die  sich  der  Verfasser  des 
Buches  sicher  gegeben  hat,  zu  bedauern. 

G^esangstudien  für  Mittel-  und  Oberschulen  in  methodisch  ge- 
ordneter Reihenfolge  von  Wilhelm  Sturm,  Musikdirector 
in  Biel.  I.  Theoretischer  Theil  &li  Lehrer.  II.  Praktischer 
Theil  für  Lehrer  und  Schüler.    Berlin,  Friedrich  Luckhardt 

Vorstehendes  Werkchen  macht  sowohl  durch  seinen  In- 
halt, als  auch  durch  seine  äussere  Ausstattung  einen  sehr  vor- 
theiihaften  Eindruck.  Es  ist  erschöpfend,  ohne  breit  zu  sein, 
und  verräth  allenthalben  einen  sicheren  Blick  und  eine  sichere 
Hand.  Von  den  Uebungen  ist  der  bei  weitem  grösste  Theil 
zweistimmig,  und  zwar  in  gut-polvphonem  Satze  gehalten. 
Da  die  gebräuchlichsten  Ton-  und  ^uiktarten  hier  ihre  gründ- 
liche Erledigung  finden,  auch  die  Rücksicht  auf  die  Be- 
schaffenheit der  in  Frage  kommenden  Stimmen  nirgends  ver- 
leugnet wird,  so  steht  ausser  Zweifel,  dass  man  diese  Gesang- 
studien allenthalben  mit  Vortheil  benutzen  wird.  Sie  seien 
daher  allen  Gesanglehrern,  welche  über  die  nöthige  Zeit  zu 
besonderen  technischen  Uebungen  verfugen,  aufs  Wärmste 
empfohlen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


!B]:*iefl£a.steii. 


Ä\  M.  in  C,  Für  Ihre  gef .  Mittheilung  und  Uebersendung 
des  bez.  Programms  unseren  Dank! 

W.  J,  in  D.  Das  hiesige  Concert  des  „Arion"  aus  New- 
York  wurde  von  diesem  Verein  auf  eigenes  Risico  veran- 
staltet und  die  „Dr.  Z."  führt  die  Meinung  ihrer  Leser  mit 
der  Bemerkung,   dass  Hr.  „Goncertuntemehmer"  Eulenburg 


den  Reingewinn  des  Ooncertes  im  Betrage  von  1365  M  Hm. 
Bürgermeister  Dr.  Tröndlin  zu  wohlthätigen  Zwecken  aus- 
gehändigt habe,  irre. 

M.  L.  in  B,  Das  Buch  wird  nicht  todtgeschwiegen  wer- 
den, nur  dürfen  Sie  eine  Besprechung  nicht  heute  oder  mor- 
gen erwarten. 


877 


äLUxeigeUi 


[748-.] 


Ooncert-^ireetion  Spaniel  ffltayer, 

LONDOHp    180  New  Bond  Street. 

Telegramm- Adresse:  „IjlsKt-IiOndon*'. 


Alleinige  Tertretiuic  für  alle  Ijftnder 

der  Sopranistin  Fränlein  Macintypey 

Prima-Donna  assoluta  der  königlichen  Italienlsehen  Oper  Covent-Oarden,  London, 

sten  Ilerx*n  Plunket  Greeney 

Oratorien-  und  Kammersänger, 

des  Herrn  Emile  SauPet. 

des  Jungen  Violoncell-Vlrtuosen 

Jean  G^papdy  (iSjährig) 

'  und 

des  Herrn  |,  J,  PadePewski. 

eost     TTlelei?     axi.cLei?exi.    bei?-!!!!,  zxx  t  e  zx    SZ  u  zx  s  t  1  e  r. 


Alleinige  Vertretung  der  Londoner  Symphonie-Concerte. 

XJeberminmt  das  j^rrangernent  von 

^^®^   CoDcerten  in  LoDdon  ond  Tonrn^eB  in  England,  Amerika  und  Australien   @^^ 

unter  persönlicher  Leitung. 

Anfragen  und  Aufträge  werden  direct  an  die  Direction  erbeten. 

6oneert^9ireetion  Spaniel  SHtayer, 

LONDONi  180  New  Bond  Street. 

Telegramm-Adresse:  „Usst-IiOndon*^. 


Flttsrel-  und  Planino-Fabrikant. 

Hofliefeiraint 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutschland  und  Königs  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  yon  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinsen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [749.] 


I^ondon   W . 

445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    6—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  Fabrik:    21  Grünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reiehenberger-Strasse. 


[Berlin  IV, 

6—7  Johannis-Str. 


■ 

i 


KSiiigliches  Conservatorium  der  Musik  itu  Leipzig. 

Die  Aafnahme-PrttfDiig  findet  Mittwoch,  den  5.  OctoÖer,  Vormittags  9  Uhr  statt.  Der  Unterricht  erstreckt 
sich  aaf  Harmonie-  nnd  Compoeitionslebre,  Fianoforte  (auch  aaf  der  JaDk6-Claviatar},  Orgel,  Violine,  Viola,  Violoncell, 
Contrabass,  Flöte,  Oboe,  Clarinette,  Fagott,  Waldhorn,  Trompete,  Posaune,  —  auf  Solo-,  Ensemble-,  Quartett-,  Orchester- 
und  Fartltar-Spiel  —  Sologesang  (vollständige  Änabildung  znr  Oper),  Chor-Gesang  nnd  Lehrmethode,  verbanden  mit 
üebnngen  im  Sffentlichen  Vortrage;  Geschiebte  nnd  Aesthetik  der  Mnsik,  italienische  Sprache,  Declamations-  nnd 
dramatischen  Unterricht  ~  nnd  wird  ertheilt  von  den  Herren:  Professor  F.  Hermann,  Professor  Dr.  R.  PappflrJtz, 
Organist  znr  Kirche  St.  Nicolai,  Capellmeister  Professor  Dr.  C.  Reinecke,  Th.  Cocciu«,  Universitfits-Professor 
Dr.  0.  Paul,  Dr.  F.  Werder,  Mnsikdirector  Dr.  S.  Jadassohn,  L  Grill,  F.  Rebling,  J.  Weidenbach,  C.  Piutti, 
Organist  snr  Kirche  St.  Thomae,  B.  Zwintscher,  H.  Klesse,  A.  Reckendorf,  J.  Klengel,  R.  Rolland,  0.  Schwalle, 
W.  Bärge,  G.  Hinke,  F.  Gumpert,  F.  Weinechenk,  R.  Müller,  P.  Quasdorf,  Capeiimeister  H.  SItt,  Eofpianist 
C.  Wendling,  T.  Gentzsch,  P.  Homeyer,  Organist  für  die  Oewandhans-Concerte,  H.  Becker,  A.  Ruthardt,  G.  Schreck, 
C.  Beving,  F.  Freitag,  Unslkdlrector  G.  Ewald,  A.  Proft,  RegiBseur  am  Stadttheater,  Fräulein  A.  GÖtie,  Herrn 
Concertmeister  A.  Hilf. 

Prospecte  werden  an  entgeltlich  ausgegeben. 
'    Leipsig,  JaU  1892.  [760b. 

Das  Directorium  des  Königlichen  Conservatoriums  der  Musik. 

IDr.  Otto  O-CbittLer. 

Cowstairtin  Wild*«  Verlag,  Leipzig  und  Baden-Baden. 

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Sckfiler  klare  nnd  prakdsche  Anfschlfiase  zn  ceben ,   welche  Ihn   mffjrllchRt  schnell   es   dem 
Ziele  fflhren,  seine  Stimme  richtig  xebranchen  zn  lernen. 

Zu  beziehen  durch  alle  Buch-  und  Maslteallenhandlnngep. 

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Vollständige  Ausbildung  in  allen  Zweigen  der  Musik.     InstrUmentalschule  150  J(,  Gesangsohule  200  Jt 

jEhrlicb.     Pensionen    durcbschnittiich  600  ^  j&brlicb.    —    Beginn   des   Winteraemesters   am 

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den  fürstlichen  Director: 

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2  nnd  Änswahlsendnngen  stehen  zu  Diensten.  (754 — .]  9 

In  der  fUfstl.  Hofoapelle  zu  Sondershausen  ist 
mit  dem  1.  Oct.  d.  J.  die  Stelle  des  ersten  Violon- 
Cellisten  zu  besetzen.  Bewerber,  welche  vollkommen 
routinirt  sind  im  Opem-  und  Concertspiel,  wollen  sich 
an  Unterzeichneten  wenden.  [755b.l 

Hofcapellmeister  Ppoff.  Schpfidep. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  In  Leipzig.         [756.] 
Werner,  Aug.,  Op.  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gloitnng  des  Pfanoforte.     Jt  S,— . 


»79 


Concerte 


fiir 


Pianoforte  mit  Orchester. 


[767.] 
Bennelly  W«  Sl-y  Op.  9.     3.  Concerto.     Cmoll. 
Pianofortestimme  A  ^  bO  /^. 
Orchesterstimmen  no.  6  ^ 

Op.  19.    4.  Concerto.     FmoU. 

Pianofortestimme  4  ^  50  /i^. 
Orchesterstimmen  no.  8  ^ 

Blirgmilllery  N-y  Op.  1.     Concert.     Fismoll. 
Pianofortestimme  6  ^ 
Orchesterstimmen  no.  13  ^  50  /^, 
Pianoforte  H  6  ^  50  4. 

Cbopilly    Fr.y    Op.  11.      Concert.     EmoU.     (Mikuli.) 
Partitur  no.  4  ^ 

Pianofortestimme  2  ^  60  /^. 
Orchesterstimmen  no.  9  ^  25  /l^, 

Draesekey    F-y    Op.  36.      Concert.     Es  dar.     Parti- 
tur no.  18  JIl 

Pianofortestimme  10  ^ 
Orchesterstimmen  no.  18  ^ 
Pianoforte  II  4  ^ 

FuchSy  Roberly  Op.  27.     Concert.     Bmoll. 
Pianofortestimme  6  ^ 
Pianoforte  11  3  .>*  50  4- 

(Orchesterstimmen  in  Abschrift.) 

OoelZy  H.y  Op.  18.     Concert     Bdor. 
Partitur  no.  15  ^ 
Pianofortestimme  6  ^  ÖO  /^. 
Orchesterstimmen  no.  10  ^ 
Pianoforte  H  3  ^  50  4- 

Marlucoiy  6-y  Op.  66.     Concerto.     Bmoll. 
Partitur  no.  18  ^ 
Pianofortestimme  9  Ji 
Orchesterstimmen  no.  18  ^ 
Pianoforte  H  3  ^  50  4. 

Reineokey  Carly  Op.  120.  Concert.  (No.  2.)  Emoll. 
Pianofortestimme  7  ^ 
^        Orchesterstimmen  no.  9  ^  50  /^^ 
Pianoforte  U  7  Ji 

ReinhoMy  H.y  Op.  7.    Suite  fiir  Pianoforte  u.  Streich- 
orchester.    Esdnr. 

Pai-titur  no.  7  ^  50  4. 
Für  2  Pianoforte  7  Ji  ÖO  /^. 
Orchesterstimmen  no.  5  ^  25  /^. 


Leipzigi 


Fp.  Kistnep. 


Neuer   Verlag   von   Breitkopf  &  HSrtel  in  Leipzig. 


•  ^^^^      -W  ^-^w  -S 


>    .^    W  v    *■   V    * 


Julius  ElengeL 

Op.  28.    TheAna  mit  Variationen  f.  4  Violoncelle.  3  Ji 

Op.  29.     SeollS  StOolce  far  Violonceli  n.  Pianoforte.  4  Ji 

Diese  reizenden  kleinen  Werke  des  allgemein  bekannten 
und  beliebten  Tondichters  können  allen  Yerehrem  guter 
Yioloncell-Mnsik  bestens  empfohlen  werden.  [758.1 


bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Febrile 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  vericaufen. 

[769—.] 

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C.  Sohwalbaoh,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


Verleg  wen  E.  W.  Fritaecli  in  Leipzig. 

Durch  jede  £uch-,  Kunst*  und  Musikalienhandlung,  sowie 
direct  Tom  Verleger  zu  beziehen: 


Biehud  Wemor. 


Güsiiiiieltii  ScMtüii  iil  Diclitiiit 


Zweite  Auflage.    (Volkeausgahe.) 

Zehn  Bände,    ßroch.  Ji  18,—.    Qeb.  Ji  25,—. 
Qeb.  in  fOnf  Doppelbänden  J6  22,—.  Inhaltsverzeichniss  gratis. 

Daraus  separat: 

Beethoven.    2.  Auflage.    Ji  1,50. 

Ueber  die  Bestimmung  der  Oper.  Ein  akademischer  Vor- 
trag.   2.  Auflage.    ^  1, — . 

Ueber  die  Aufführung  des  BQhnenfestspieles  »»Der  Ring 
des  Nibelungen«*.   50  z^. 

Ueber  Schauspieler  und  Sänger.    J6  1,50. 

Das  Bühnenfestspielhaus  zu  Bayreuth.  Nebst  einem  Be- 
richt über  die  Grundsteinlegung  desselben.  Mit  sechs 
architektonischen  Plänen.    Ji  1,50. 

WAGNER^^ENCmOPÄDIE. 

Haupterscheinungen  der  Oulturgeschiohte  im  Lichte  der 

Anschauung  Biohard  Wagner's. 

In  wörtlichen  Anftihrungen  aus  seinen  Schriften  dargestellt  von 

Cm  Fr.  filasenapp. 

Zwei  Bände  (60  Bogen  gr.  8«).  Broch.  Ji  15,-«.  Geb.  Ji  18,—. 

Der  CMter  der  Senta  id  seine  ideale  DarstellDog. 

Ein  Beitrag  zum  Verständnisse  der  Oper:  „Der 
fliegende  Holl&nder'*  von  Richard  Wagner. 

Broch.  Ji  1,80. 

(Der  Erlös— abzüglich  der  Vertriebskosten— ist  für  den  Bayreather  Fonds 

bestimmt) 

fniax  SufenXag. 

Zur  Einführung  in  Richard  Wagner's 
Bühnenfestspiel  „Parsifal*<. 

Broch.  Jt  —,60. 

carTheckel. 

Die  Bfihnenfestspiele  in  ßayreoth. 

AtUhentieeher    Beitrag   zur   Oeeehichte    ihrer  JSn^- 

etehung  und  EMwidoelmng^ 

Broch.  Ji  1,50. 


'     .       4 


880 


•  •     <^.  > . 


1761.1 


Bedeutendste  Pianoforte-iFabrlk  Europas! 

FIttgel  und  Pianinos 

v^on  aneirkaiuit  iu:iiti.l>eirtro£renLeir  Haltbarkeit 

und  edlem»  sMiUgfreielieiii  n?ou. 


-yy^/l/l/lr     Vertreter  "be: 


^erlcaiafezaQ.a8azlxke  azi  allexi  bedevitexicLeri 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


-^/i/T/lx^ 


Kgl.  Conservatorium  für  Musik  (und  Theaterschule), 

Dresden. 

37.  Schuljahr.  48  LehrfBoher.  Im  letzten  Schuljahre  749  SohQler,  86  Lehrer,  dabei  für  theoretische 
Fächer  Prof.  Felix  Draeseke,  Prof.  Rischbieter,  Prof.  Dr.  Ad.  Stern  etc.;  far  Ciavier  Prof.  Döring,  Prof.  Krantz, 
Kammervirtuosin  Frau  Rappoldi-Kahrer ,  Schmole,  Sherwood,  Dr.  mus.  Tyson- Wolff  etc.;  för  Orgel  Org.  Höpner, 
Org.  Janssen;  für  die  Streich-  u.  Blasinstrumente  die  hervorragendsten  Mitglieder  der  k.  Hofcapelie,  an  ihrer  Spitze 
Prof.  Concertmeister  Rappoldi  und  Goncertmeister  Fr.  Qrützmacher:  für  Gesang  Kammersängerin  Frl.  Agl.  Orgeni, 
Hoftheater-Ehrenmitglied  Frau  Otto-Alvsleben  etc. ;  far  die  Bühnen- Ausbildung  Hofopems&nger  Eichberger,  Hofschau- 
spieler Senff-Georgi  etc.  —  Ausbildung  vom  Beginn  bis  zur  Reife.  Volle  Curse  und  Einzelfifcher.  Hauptein- 
tritte Anfang  April  und  Anfkng  September.  Eintritt  auch  zu  anderer  Zeit  gestattet.  —  Prospect  und  Lehrerver- 
zeichniss  durch  [762.] 

Professor  Eugen  Krantz,  Dlrector. 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 
orchesters. [763--.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 

herzogl.  säohs.  Ho^ianist,  Frofesseur  sup^rieur  am  OonBeryatoriam 

8U  Genf  (Bchweis).  [764—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolif,  Berlin. 

Alfred  Krasselte 

Baden-Baden« 

[765—.] '  Vertr.  H.  WoUT.    Berlin. 


iloti, 

^Pianist.  [766m.] 

so,  Avenue  Trudalne« 


Vollständige  Aosbildong  für  Oper  o.  Concert 

Ensemble-Üebangen.     Bollenstadium. 
Von  mir  ansgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Oarl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [767—.] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

Gr-esanglehrer. 
Verlag  von  Breitkopf  A  HSrtel  in  Leipzig. 


.  ^*      N.  ■*  ".'vyv. 


Paris. 


Alt-Niederländisehe  Meisterwerke. 

Ausgabe  der  Vereeniging  voor  Noord  Nederlands 

ItfuzielgeschiedeniB. 

In  der  Thomasicirehe  zu  Leipzig  am  23.  Juni 

1 892  aufgeführt  vom  a  capella-Chor  aus  Amsterdam  unter 

Leitung  des  Herrn  Dan.  de  Lange. 

Willem  Dufay,  „Kyrie**  a.  der  Messe  („L'homme  armö**). 
Johan  Ockeghem,  „Kyrie  e  Ohriste".  Orlandus  Lassus, 
-Manustuae  Öomine**.  Jac.  Clemens  non  Papa,  „0  Crux 
benedicta".  Jac.  Obrecht,  „Agnus  Dei"  aus  der  Messe 
(„Fortuna  Desperata**),  dreistimmig.  Christ.  Hollander,  Ge- 
bet (fllnfetimmig).  T.  P.  Sweelinck,  Psalm  No.  122.  Psalm 
No.  67  (sechsstimmig).  Psalm  No.  24.  Cantio  Sacra.  „Hodie 
Christus  natus  est**  (ftüifistimmig).  Psalm  No.  118  (sechs- 
stimmig).  [768.] 
„Diese  Ge6änfi;e  und  ihre  Meister  bedeuten  die  höchste 
Blüthezeit  der  menrstimmigen  Vocalcomposition.** 
(„Mos.  Wochenbl**.  80./VI.  1892.) 

Als  Harfenspieler  für  das  Theater  und  zugleich  Clavler- 
lehrer  am  Musikvereine  in  Linz  (Ober-Oester.)  wird  ein  tüch- 
ti^r  Künstler  mit  1.  October  d.  J.  aufgenommen.  Gehalt  für 
beide  Functionen  (am  Theater  bis  1.  Mai,  km  Musikvereine 
mit  9  Unterrichtsstunden  wöchentlich  bis  Mitte  Juli  1898 
dauernd)  650  Fl.  Ö.  W.  [769b.] 

Nebenverdienst  als  Clavierlehrer  möglich.  Antr&ge  an 
den  Musikverein  in  Linz  bis  10.  August  d.  J. 


Draok  von  G.  O.  Röder  in  Leipzig. 
Hierzu  eine  Beilage  von  C.  F.  W.  Siegel's  IMusilcalienhandlung  (R.  Linnemann)  in  Leipzig. 


Hm  lUiuleu  Bid-,  luii- 
id  iHUiliwkHtiuiii,  um 
iiak  am  FoiifitH  11  MUihiL 


•^ 


.^« 


Leipzig,  am  2S.  Juli  1892. 


mwniWKMiiiiMM 


Organ 

für  Musiker  jand  Musikfreuade, 

Yerantwortlicliär  Red&ctear  nud  Yerlegw: 

E.  W.  Fiitnoh, 

Leipzig,  KöoEgutraaM  6. 


% 


Xim.  Jahrg.] 


Das  Uusikalieche  WocfaeDblatt  enobeint  jährlich  in  63  Nammeni.  Der  Abonnamotitebotng 

für  du  Qaartal  von  13  Nummem  iat  3  Mark ;  eine  einzelne  Nnminer  kostet  40  Ffannige.  Bai 
directer  frankirtar  Kreaxbandaendnng  treten  nachstehende  Tiertelj&hrltche  Abonnementa- 

Svm  in  Kraft:  2  Mark  50  Ff.  ffir  dat  Deutsche  Reich  nnd  Oesterreich.  —  3  Mark  76  Pf. 
r  weitere  L&nder  dei  Ailgetneinan  PoctTeroim.  —  Jahreaabontiementi  werden  antsr 


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Bgebflhm  fnr  den  Raum  einer  Bea^teoen  Fetiteeile  betragen  30  Ffemüfeb 


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'   FenilletOD:    Die  ..GaTatlerla  nuttcana"  in  ihrer  Heimnth.  - 

„ —     .  .n  Dr.  pMI.  Rololf  SoUHaaar.    (Scblaw.)    ~    TagasKeachlchte :    Mnslkbrlsfe  w 

LBipsig.  —    OOBOertamMhan.    —    EngusmenU  and  OutipialB  in  Oper  and  CoDocrt   -      „ _„._  __ 

H... —       r-^u..i..f  Anhuig:  Bacher  and  Schrinen  von  C.  Fr.  aiuenapp,  U.  v.  Woiiogen  und  Ed.  Eulke,  uwie  geaaug^UagociaiAe  WM;« 
"  '    ~    V  Llngs,  Ft.  und  D.  F.  Zimmer,  Eob.  Sohwalm  and  Bob.  Linoarc  —  Briefkuten.  —  Anxelges. 


Schulgesangunterrioht. 


I. 


Unter  dieser  TJeberschrift  gab  Hr.  F.  A.  Sorge  in 
New- York  eine  Reibe  Bemerkungen  in  No.  6  and  7  dieser 
Huaikzeitniig.  Er  wollte  und  konnte  ja  den  Gegenstand 
nicbt  erschöpfend  behandeln,  aucb  nicbt  einmal  alle  Seiten 
beräbren.  Er  bat  aber  jedenfalls  manchen  Lehrer  ange- 
regt, BO  anch  mich,  der  ich  zwar  keinen  Oesangunt erriebt 
mehr  ertbeile,  aber  denselben  doch  in  der  Litteratnr  wie  in 
seiner  Ausfährung  auch  apäter  mit  grossem  Interesse  verfolgt 
habe.  Da  veranlassen  mich  nun  zun&cbat  ewei  Sätse  des 
verehrten  Herrn  in  der  Neuen  Welt  zu  einer  Enridemng 
oder  ErgKnzuog. 

Er  erkennt  an,  dass  in  den  besseren  neuen  Sammel- 
werken öfter  Compositionen  unserer  grossen  Heister  wie 
Händel,  Uozart,  Beethoven,  Weber,  Schubert,  Schumann 
nnd  so  fort  erscheinen  und  mahnt,  nie  zu  vergessen,  dass 
Kinderetimmen  weder  den  Umfang,  noch  das  Volumen  der 
Stimmen  von  Erwachsenen  haben,  drei-  oder  gax  vier- 
stimmiger Scbnlgesang  deshalb  grundsätzlich  auszuschlies- 
sen  sei.  Und  mit  Bedauern  betont  er,  dass  viele,  sogar 
berfihmte  Veifasser  von  Schulgesangb&chem  nnd  Lieder- 
sammlungen diesen  Fundamental unterscbied  vergässen, 
.viele  Lieder  dem  Stimmen  umfange  Erwachsener  gemäss 
'  setzten  nnd  dadurch  den  Lehrer  nöthigten,  solche  erst  zn 
transponiren,  einzurichten  oder  ganz  zu  übergehen. 

Als  ich  dies  las,  fragte  ich  mich,  ob  Hr.  Sorge  wohl 
die.  verschiedenen  Sammlungen  meines  verehrten  Freun- 
des, des  k.  Uusikdirectors  nnd  Organisten  an  der  beil. 
GeistkircbeEuUagdebuig,  Budolf  Palme,  nicht  kennen  oder 


vergessen  oder  angenommen  haben  mflcfate?  Wie- Dem 
auch  sei,  scheint  es  mir  eine  Pflicht  gegen  ihn  und  süne 
Verdienste,  wie  gegen  die  Gesanglehrer  an  Schulen, 
gerade  nach  jenen  zwei  Gesichtspnncten  hin  Palme's 
Sammelwerke  hervorzuheben.  Denn  sie  entsprechen  der 
ersten  Forderung  des  Hm.  Sorge  in  der  Auswahl,  brin- 
gen von  den  grossen  Ueistem  ausreichende  und  geschickte 
Auswahl,  möglichst  wenig  abweichend  vom  Original, 
bßchstens  vereinfacht  oder  nmgeaetst.  Und  im  Stimm- 
umfvig«  oder  Satze  erfüllen  sie  dessen  zweite  Forderung, 
ohne  aber  darum  anf  die  reizvolle  Zoi&gnng  einer  2. 
oder  3.  Stimme  zu  verzichten.  Und  dieser  wohlgelungene 
Versuch  scheint  mir  dankenswerther  und  beBser,  als  der 
Vorschlag  oder  der  Gmudsatz  des  Hrn.  Sorge,  dasa 
mehrstimmiger  Gesang  von  der  Schule  ausiuschlieMen  sei 
Ich  meine  folgende  Sammelwerke  Palme's: 

I.   FOr  gemischten  Chor,    l)  San^  nnd  Klang 

(Op.  47);  130  geistliche  und  weltliche  Gesänge  fBr  Pro- 
gymnasien, Prorealgjmnasien ,  Realschulen  und  böbeie 
BürgeTBcbnleu,  musterhaft  in  Auswahl  und  woUweiaiieh 
gesetzt  für  2  Soprane  von  c — f  und  c — ä,  1  Alt  von 
a — a,  1  Männerstimme  von  o — c,  weil  Tenorslimnea  in 
diesen  Schulen  meist  fehlen,  aber  vierstimmiger  Chorge- 
sang  am  wirksamsten  ist.  2)  Sangeslust,  207  Num< 
mern  für  gemischten  Chor  an  Gymnasien  und  Bealscbnlan, 
mit  besonderer  Berucksichtigong  des  Stiramnm&ngea 
und  des  anderen  Toncharakters  jugendlicher  Stimmen. 
3)  Auswahl  vorzüglicher  Chorstacke  (Op.  48)  fOr 
Gymnasial-  and  Realschulchöre,  meist  mit  Pianofort*- 
begleitung,  mit  besonderer  Beruckrichtigang  des  Stimm- 
umfanges, 2  Bde.,  schon  in  2.  Auflage  erschienen,  von 
Hm.  Prof.  Schabring,  Director  des  Katharineums  zu  LS- 
81 


882 


beck,  besonders  gerühmt  and  demselben  gewidmet.  Es 
wollte  diese  eine  Ergänzung  des  Vorigen  geben  durch 
grössere,  zur  Aufführung  geeignete  Gompositionen,  mög- 
Siehst  im  originalen  Satze,  aber  nöthigenfalls  transponirt 
oder  unwesentlich  verändert,  wie  es  Tonlage  und  Schwie- 
rigkeit oder  Undankbarkeit  der  Stimmführung  nöthig  oder 
rathsam  machten.  4)  Festglocken  (Op.  38),  eine 
Sammlung  leicht  ausfahrbarer  Festmotetten  und  religiöser 
Festgesänge  für  gemischten  Chor,  zu  allen  festlichen 
Zeiten  und  Tagen  oder  besonderen  kirchlichen  Anlässen 
galten  Singstoff  bietend. 

II.  FQr  Männerchor.  1)  Deutscher  Sänger- 
schatz. Neue  und  alte,  geistliche  und  weltliche  Männer- 
chöre für  Oberclassen  höherer  Schulen,  mit  sorgföltiger 
Berücksichtigung  des  Stimmumfanges  von  Gymnasiasten, 
Realschülern,  Seminaristen  und  Präparanden  bei  der  Aus- 
wahl oder  Bearbeitung  der  157  Nummern.  2)  Psalmen- 
und  Harfenklänge  (Op.  43).  Sammlung  leicht  ausführ- 
barer Festmotetten  und  religiöser  Festgesänge,  für  Männer- 
chor, nach  Ordnung  des  Kirchenjahres  wie  zu  besonderen 
Oelegenheiten,  71  Nummern  nebst  liturgischen  Gesängen. 

III.  Für  Frauenohor.  1)  Frauenchöre,  2  Bde. 
Neue  und  alte,  geistliche  und  weltliche,  mit  besonderer 
-Berücksichtigung  des  Stimmumfanges  der  Schülerinnen  von 
Lehrerinnenseminarien  oder  der  ersten  Gesangsclassen  in 
höheren  Töchterschulen,  drei-  und  vierstimmig;  auf  der 
Ausstellung  1882  durch  die  goldene  Medaille  aus- 
gezeichnet, auf  der  Berliner  Ausstellung  von  Gesangs- 
lehrmitteln 1890  als  bestes  Werk  der  Art  bezeichnet. 
2)  Feierklänge  (Op.  36).  36  Festmotetten  und  reli- 
giöse Festgesänge  für  dreistimmigen  Kinder-,  Frauen-  oder 
Männerchor  nach  Ordnung  des  christlichen  Kirchenjahres, 
mit  Originalbeiträgen  von  13  Tondichtern  der  Neuzeit, 
■leicht  sangbar,    trotz  kunstvoller  Harmonie  und  Melodie. 


Endlich  ist:  Der  kirchliche  Sängerchor(Op.  18)« 
Sammlung  von  88  dreistimmigen  Gesängen  und  Chorälen 
zu  allen  kirchlichen  Festen  und  besonderen  Gelegenheiten 
und  Liturgiegesängen,  schon  in  4.  Auflage  erschienen 
und  weithin  bekannt. 

Von  den  hier  aufgeführten  Sachen  wurden  bei  der 
Gesangslehrmittel- Ausstellung  in  Berlin  1890  von  der  Prü- 
fungscommission unter  Vorsitz  des  Hrn.  Prof.  Martin  Rabe, 
Directors  des  k.  Conservatoriums,  rühmend  hervorgehoben 
die  Nummern  1,  4,  6,  7,  8,  9,  auch  zum  Theil,  z.  B. 
No.  4  und  8,  dem  Hm.  Geh.  Dr.  Greiff  Exe  besonders 
vorgeführt;  die  Meisten  sind  in  grosser  Auflage,  zum 
Theil  in  2. — 4.,  verbreitet  und  dankbar  benutzt.  Und 
die  Heraushebung  der  Rücksicht  auf  Stimmumfang,  Klang- 
farbe und  Ausführbarkeit  etc.  ist  nicht  blos  im  Titel, 
sondern  auch  im  Ganzen  merklich. 

Es  sei  mir  gestattet,  nun  noch  einige  Bemerkungen 
über  obigen  Gegenstand  anzufügen,  die  zwar  für  Viele 
nichts  oder  wenig  Neues  enthalten,  aber  doch  vielleicht 
verdienen,  von  jungen  Gesanglehrem  oder  auch  einmal  von 
älteren  überdacht  zu  werden.  Ich  stamme  aus  Thüringen, 
wo  die  Pflege  der  Musik  zu  Hause  ist,  gebürtig  aus  einer 
an  Lehrern,  Sängern  und  Musiklehrem  reichen  Familie, 
habe  von  Jugend  auf  viel  Gesang  und  Musik  getrieben, 
ca.  25  Jahre  an  öffentlichen  Anstalten  unterrichtet,  da 
oder  als  Haus-  und  Instituts-  oder  Privatlehrer  manche 
Glavier-  oder  Singestunde  gegeben  und  an  mir  selbst  oder 
an  meinen  Zöglingen  Erfahrungen  gesammelt,  auch  an 
anderen  Lehrern  Beobachtungen  angestellt,  sodass  ich  wohl 
ausser  der  inneren  Lust  auch  die  äussere  Berechtigung 
und  Veranlassung  fühle,  über  eine  so  wichtige  Frage  un- 
maassgeblich  mitzureden. 

(Schliisfi    folgt.) 


Feuilleton. 


Die  „Cavalleria  rustloana"  in  Ihrer  Heimath.  — 

„Lohengrin''  in  Bologna. 

Italienische  .Theatererinnerangen. 
Von  Dr.  phil.  Rudolf  Schlösser. 

(Schluss.) 

n. 

Nach  dem  Voraufgegangenen  werden  sich  die  Leser  einen 
Begriff  davon  machen  können,  welche  Wiedergabe  der  „Lohen- 
grin"  fand,  den  ich  im  Teatro  Branetti  zu  Bologna  zu  hören 
Gelegenheit  hatte.  Mein  Vor  artheil  war  das  denkbar  schlech- 
teste, wurde  aber  etwas  besser  durch  die  Lecture  des  sorg- 
fältig und  gut  übersetzten  Textes,  von  dem  sich  leider  nach- 
her herausstellte,  dass  er  der  Musik  nicht  genügend  an^passt 
war.  Erheiternd  wirkte  übrigens  die  Einleitung  des  Ueber- 
j Setzers;  in  derselben  werden  wir  unterrichtet,  dass  der  grösste 
Theil  des  „Lohengrin"  einem  Epos  Wolfram's  von  gleichem 
Inhalt  entnommen  sei.  Wolfi*am  von  Eschenbach  sei  Einer  der 
berühmtesten  „Barden  oder  Minnesinger"  gewesen,  dessen 
historisch  eetreues  Bild  Wagner  im  „Tannhäuser**  gegeben. 
.I^r  gehöre  der  spiritualischen  Schule  seiner  Zeit  an  und  sei 
der  Haupt  Vorkämpfer  für  die  Reinheit  und  Keuschheit  der 
Liebe,  —  der  reinste  Hohn  auf  einen  Dichter,  in  dessen  Wer- 
ken gleich  der  erste  Vers  von  der  Dame  handelt,  die  heim- 
lich „an  ir  werden  friundes  arme  lac**! 

Das  Theater  fand  ich,  obwohl  „Lohengrin**  schon  den 
elften  Abend  gegeben  wurde,  gut  besucht :  die  Stimmung  war 
aplir   anirairt.    König  Heinrich  guckte    durch   den  Vorhang 


ins  Publicum,  auf  dem  dritten  Rang  erkannte  Jemand  hoch- 
erfreut seinen  auf  dem  Olvmp  befindlichen  Freund  und  gab 
dieser  Freude  entsprechend  lauten  Ausdruck;  ein  Orchester- 
mitglied  betheiligte  sich  an  ihrer  Unterhaltung.  Endlich  be- 
ginnts:  das  Orchester  war  wieder  ordentlich  und  gab,  so  weit 
sich  dies  bei  den  unglaublichen  Störungen  beurtheilen  Hess, 
das  Vorspiel  gut  wieder.  Aber  oh  weh,  als  der  Vorhang  sich 
erhob!  inne  graue  Nebellandschafb  mit  einem  Sumpf  immnter- 
grunde,  schreiend  ereile  Costume  und  König  Heinrich  mit 
einem  unglaublich  blonden,  anscheinend  aus  Flachs  verfertig- 
ten Bart;  die  schon  oben  geschilderten  Ghorgestalten  vervoll- 
ständigten das  Bild. 

Kaum  begann  die  Vorstellung,   so  fing  auch  schon  das 

Streichen  an: 

„Der  Noth  des  Reiches  seid  von  mir  gemahnt! 

Komm  ich  zu  euch  nun,  Männer  von  !brabant**, 
so  lauteten  zwei  aufeinanderfolgende  Verse!  Von  dem  üngar- 
krieg  erfuhr  man  gar  Nichts.  —  Telramund,  von  Aussehen 
gleich  ungeschlacht,  wie  der  König,  sparte  sich  die  Anrede 
„O  Herr,  traumselig  ist  die  eitle  Magd**,  sodass  mit  Hilfe  be- 
schleunigter Tempi  die  stark  geschminkte  und  wohlbeleibte 
Elsa  früh  genug  kam,  um  dem  Publicum  Gelegenheit  zu  ge- 
ben, Beifall  zu  klatschen.  Der  Chor  stand  theünahmlos  und 
unbeweglich  und  sang  nur  seine  Noten — und  selbst  die  noch 
falsch  — herunter;  Telramund  erachtete  es  filr  unnöthig,  den 
König  an  seine  Verdienste  im  Dänenkriege  zu  mahnen,  und 
der  Heerrufer  erntete  für  seinen  zwei  Mal  mit  mächtiger 
Stimraenttaltung  gesungenen  Aufruf  rauschenden  Beifall. 

Endlich  zeigt  sich  der  Schwan,  offenbar  irgendwo  im 
Publicum,  denn  Alles  stürzt  an  die  Rampe  und  schreit,  bis 
Lohengrin  kommt;  dann  macht  Alles  wie  auf  Commando 
Kehrt  und  geht  genau  an  seinen  früheren  Platz.  —  0  wie 
schön  ist  dieser  Lohengrin,  wie  wohlfrisirt  sind  seine  Locken 


388 


und  welch  rekende  Straossf edem  iräfft  er  am  Heltt,  —  das 
erfordert  Bei&ll,  dem  natürlich  die  mhliohe  Yerheugang  folgt. 
Nun  legt  er  mit  unheimlichen  Gaumentönen  loe: 

„Mercö,  mercö,  cigno  gentU^, 
in  welchem  Liede  u.  A.  folgende  Betonung  yorkommt: 
.Vanne,  ritoma  —  nöl  santo  asil 
In  cui  non  penetra  —  lö  seuardo  uman.^ 

Elsa  steht  noch  immer  gemüthuch  vorne.  Gekniet  hat 
sie  tlherhaupt  nicht,  und  ihre  Frauen  hahen,  sobald  sie  die 
letBte  Note  gesungen,  ihre  Plätze  wieder  ein^nommen.  Nun 
hegtfSuBBt  sie  vergnügt  ihren  Better,  und  nachdem  dieser  lange 
Zeit  zu  ihr  gerraet,  fiült  ihr  vor  den  Worten:  „Mein  Schirm, 
mein  Engel,  mein  Erlöser**  ein,  dass  sie  auch  knieen  könne. 
Lohengrin's  Liebesversicherung  wird  im  Publicum  lebhaft 
gebilligt;  vielseitiges  „Bravo**  und  H&ndeklatschen  beweist  es. 

Nachdem  das^febrige  glücklich  im  bekannten  Opemstile 
abgemacht  ist,  wobei  Ortrud's  seelenvolles  Spiel  Viel  zur  Wir- 
kung beitr&gt,  erhebt  sich  plötzlich  Gkimbnnus  —  ich  wollte 
sagen  König  Heinrich  —  von  seinem  Sitze  und  spazirt  zum 
allgemeinen  Entsetzen  gerade  auf  den  Dirigenten  zu.  Glück- 
licnerweise  bleibt  er  vor  dem  Souffleur  stehen,  und  nun  geht 
es  los:  „Mein  Herr  und  Gott**,  wobei  der  Hauptzweck  eines 
Jeden  ist,  den  Anderen  zu  überschreien.  — Vom  an  der  Rampe 
endet  auch,  nach  vollendetem  Kampfe,  der  erste  Act;  wie 
rührend  wirkt  es,  wenn  Elsa  dem  Publicum  ihre  Freude 
mittheüt!  — 

Anstatt  des  zweiten  Actes  wurden  Fragmente  aus  dem- 
selben gegeben.  In  der  ersten  Scene  fielen  fort  die  Stellen: 
„ Wars  nicht  dein  Zeugniss,  deine  Kunde**  bis  „Dies  Alles,  ja, 
ich  sagt  und  zeugt  es  dir**;  desgleichen:  „Du  wilde  Seherin** 
bis  „Wo  dir  mein  Seherauge  leuchten  soll**.  Dann  folgen  un- 
mittelbu:  aufeinander  die  Worte:  Jlfuss  sich  aLsbam  ohn- 
mächtig zeigen,  wie  es  ist**  und  „0  Weib,  das  in  der  Nacht 
ich  vor  mir  sehe**.  Auf  diese  Weise  sind  von  rund  70  Versen 
ca.  80  gestrichen !  Welchen  Eindruck  der  Best  bei  dem  opem- 
haften  Gesang  und  carrikirten  Spiel  der  Ortrud  machte,  kann 
man  sich  denken.  Höchst  bezeichnend  war  das  lebhafte 
„Bravo**  nach  Ortrud^s  Passage:  gSo  lehr  ich  dich  der  Bache 
süsse  Wonnen**.  Das  Duett:  Jdqt  Bache  Werk  sei  nun 
beschworen**  wurde  da  capo  gesungen!  — 

Es  würde  ermüdend  und  Unfruchtbar  sein,  die  folgende 
Scene  genauer  zu  betrachten.  Erwähnt  sei  nur,  dass  bei  den 
Worten  „Kehr  bei  mir  ein**  zwei  Trompeter  auf  dem  Thurme 
erschienen  und  die  Bühne  vergnügt  betrachteten.  Telramund's 
Bede:  „So  zieht  das  Unheil  in  dies  Haus**  fiel  als  über- 
fiüssig  fort. 

Wie  graziös  und  dramatisch  belebt  die  Scene  zwischen 
dem  Heerrufer  imd  den  Edlen  war,  überlasse  ich  dem  Leser, 
sich  auszudenken.  Ausser  den  Worten  der  vier  Edlen  fiel 
Folgendes  aus:  Hinter  „Fluch  ihm,  dem  Ungetreuen**  die  drei 
Übrigen  Verse  dieses  Chors,  sodann  die  Worte  „Doch  will  der 
Held  nicht  Herzog  sein  genannt**  u.  s.  w.  und  der  darauf  fol- 
gende Chor  bis  auf  einen  Vers. 

Das  Orchester  stimmt  einen  Militärmarsch  an,  in  dem 
man  mit  Mühe  Elsa's  Brautgang  wiedererkennt,  der  Chor 
nimmt  rechts  und  links  seine  Aufstellung,  und  nun  kann  der 
Zank  der  Frauen  besannen.  Von  Spiel  ist  dabei  natürlich 
keine  Bede:  Elsa  steht  steif  da,  Ortrud  fachtelt  mit  den  Ar- 
men; den  Gesang  „Ha,  diese  Beine  deines  Helden**  spart 
sie  sich. 

Liohengrin,  wohlfrisirt,  erscheint  mit  dem  Struwelpeter 
König  Heinrich;  die  Scene  nimmt  in  bekannter  Weise  mren 
Verlauf^  bis  Friedrich  auftritt.  Von  dessen  grosser  Anrede 
bleibt  Folgendes  übrig: 

gDen  dort  im  Glanz  ich  vor  mir  sehe. 
Den  klag  ich  des  Betruges  an. 
Nach  Namen,  Heimath,  Stand  und  Ehren 
Frag  ich  ihn  laut  vor  aller  Welt.** 
Auch  unterdrückt  er   die  Worte:     »Darf  ich  ihm  nicht  ftlr 
würdig  gelten**  u.  s.  w.,  womit  auch  Lohengrin's  Antwort  fort- 
fielt, abgesehen  von  dem  einen  Verse: 


^ur  Einer  muss  ich  Antwort  geben, 
Elsa!**  ' 

Das  folgende  Quintett  £fk]\t  völlig  aus .  desgleichen  die  Worte 
des  Königs  „Mein  Held,  entgegne  &ühn  dem  Ungetreuen** 
und  was  daran  anschliesst.  Telramimd  eilt  sofort  auf  Elsa 
zu  und  sagt: 

^ertraue  mir,  lass  dir  ein  Mittel  weisen, 
Das  dir  Gewissheit  schafft!** 
Alle  näheren  Erläuterungen  Telramund's  fallen  weg,    denn 
schon  ruft  Lohengrin:  „Elsa,  mit  wem  verkehrest  du?**  Der' 
Schluss,  mit  grossem  Orchesterspektakel  und  schönem  Spiel 
der  Ortrud,  nimmt  dann  seinen  richtigen  Verlau£  —  Von  den 
114  Versen  der  wichtigsten  Scene  des  Dramas  bleiben  so  66 
übrig!    Bechnet  man  von  dem  Auftreten  Friedrich*s,  so  blei- 
ben von  98  gerade  noch  39!  Ich  kann  dem  Leser  nur  rathen, 
sich  einmal  an  der  Hand  des  Textes  zu  überzeugen,  welche 
närrische  Gestalt  der  Auftritt  durch   die  Striche   bekommt! 
Dass  da  auch  musikalisch  nur  Unsinn  übrig  bleiben  kann, 
ist  klar!  — 

Verhältnissmässig  das  Beste,  was  der  Abend  bot,  war  der 
dritte  Act;  es  wäre  imgerecht,  leugnen  zu  wollen,  dass  iia^ 
mentlich  die  Liebesscene  auch  an  kleineren  deutschen  Bühnen, 
oft  nicht  besser  gegeben  wird.  Das  mangelnde  Spiel,  die  un- 
angenehme Stimme  des  Lohengrin  und  verschiedene  Miss- 
grifPe  in  der  Wahl  des  Tempos  thaten  zwar  das  Ihre,  um  die 
Wirkung  zu  zerstören;  indess  war  doch  das  Ganze  anhörbar 
und  guter  Wille  nicht  zu  verkennen.  Freilich  wirkt  es  ver- 
blüffend genug,  wenn  bei  „Athmest  da  nicht  mit  mir  die 
süssen  DtSte**  auf  einmal  die  Bühne  im  hellsten  Lichte  er- 
strahlt oder  Elsa  den  Gesang  „Ach  könnt  ich  deiner  werth 
erscheinen**  unterdrückt.  Auch  wird  es  Niemand  schön  finden, 
wenn  die  vier  Edlen  erst  erscheinen,  wenn  Telramund.tödt: 
ist,  —  doch  nach  den  Erfahrungen  im  zweiten  Act  wundert 
man  sich  über  dergleichen  nicht  mehr. 

Die  letzte  Scene  ist  natürlich  wieder  sehr  verkürzt,  leider 
muss  man  gestehen,  meist  nach  deutschem  Muster.  Durch 
den  Strich  des  Gesanges  „O  Elsa,  was  hast  du  mir  angethan** 
des  folgenden  Ensemblesatzes  und  der  Prophezeiung  Lohen- 
grin's tritt  ja  leider  eine  Lücke  ein,  die  auch  wir  Leipziger 
nur  zu  ^t  kennen.  Wenn  nun  auch  noch  Ortrud  fortfällt,  so 
bleibt  nicht  viel  Anderes  übrig,  als  Lohengrin's  Herkunft  imd 
„0  Elsa,  nur  ein  Jahr  an  deiner  Seite**,  welch  Erstere  wieder 
einmal  da  capo  verlangt  wurde;  glücklicherweise  kam  es 
nicht  dazu. 

Ich  weiss  nicht,  ob  man  sich  nach  Alledem  ein  annähern-, 
des  Bild  der  Aufführung  machen  kann.  Ich  denke,  was  etwa 
zu  crass  erscheinen  könnte,  gleicht  sich  aus  mit  dem,  was 
man  gar  nicht  crass  genug  schildern  kann;  von  dem,  wovon 
nicht  die  Bede  war,  kann  man  sich  nach  dem  Gesagten  ge- 
wiss ein  Bild  machen.  Soviel  ist  sicher,  wir  Deutschen  können 
solche  Aufführungen  im  Ausland  nur  bedauern. 

Dass  es  in  Italien  auch  bessere  Aufführungen  WamerV 
scher  Werke  gibt,  bezweifle  ich  nicht;  doch  kann  nach  der 
ganzen  Laee  der  Dinge  hier  nur  von  Grad-,  nicht  von  Wesens- 
unterschieaen  die  B^e  sein;  wir  haben  daher  gar  keine  Ver- 
anlassung, uns  darüber  zu  freuen,  wenn  neuerdin^  in  Mailand 
„Tannhäuser**  (Pariser  Bearbeitung)  und  in  Turm  die  „Wd.- 
küre**  mit  stürmischem  Beifall  aiifgenommen  worden  sind. 
Leider  scheint  es  im  übrigen  Auslande  nicht  viel  besser  zu 
stehen,   wenigstens  gab  nur  vor  zwei  Jahren  ein  durchaus 

f  laubwürdiger  Augenzeuge  eine  haarsträubende  Schilderung 
er  Brüsseler  „Walküre**.  Was  soll  man  selbst  vom  Parisiar 
„Lohengrin**  denken,  wenn  man,  ebenfalls  auf  dem  Umwege 
über  Brüssel,  von  kundiger  Seite  das  absprechendste  Urtheil 
über  Frl.  Caron,  die  Pariser  Elsa,  hört?  —  Ist  denn  wirklich 
an  der  Verbreitung  Wagner*s  im  Auslande  so  viel  gelegen? 
Ist  es  denn  erlaubt,  die  Intentionen  des  Meisters  so  dem  Er- 
folge zum  Opfer  zu  bringen?  Möchten  doch  wenigstens  die 
letzten  Werke  des  Meisters,  deren  Schicksale  doch  ..von  be- 
rufener Seite  bestinmit  werden  können,  in  Zukunft  vor  aus- 
ländischem Missbrauche  geschützt  werden! 


Tagesgeschichte. 

Mu8ikbriefe.  « 

Carlsruhe,  Juli  1892. 


Indem  ich  unserer  Hofoper,  welche  in  der  wechselvollen 
Beihe  unserer  öffentlichen  musikalischen  Darbietungen  wäh- 


rend des  letzten  Halbjahres  das  gewichtigste  und  gewisße^r- 
maassen  auch  das  letzte  Wort  gesprochen  hat,  den  letzten 
Platz  in  meinem  heutigen  MusuLbriefe  anzuweisen  gedenke, 
will  ich  zunächst  —  um  mit  Schönem  und  fast  durchweg 
Bühmenswerthestem  beginnen  zu  können  —  über  die  Aboune- 
mentconcerte  des  grossherzogl.  Hoforchesters,  deren  je  Eines 

31* 


884 


in  den  Monaten  Januar,  Febmaar  und  Mikra  etattgefonden  hat, 
berioliten. 

Das  Brste  dieeer  Gonoeirte,  bei  denen  nnser  musikaUaches 
FnblMfBD  stets  so  yoUsfthlig  erscheint,  dass  die  Räume  des 
aroesen  Mnseom  wies  las  sien  oft  als  nnzareichend  erwdsen, 
brachte  Beethoven's  Cdur-Symphonie,  zwei  von  Frau  Kammer- 
sftngerin  Benss  sebr  schOn  gesungene  Schubert-Lieder  („So 
hm  mich  scheinen,  bis  ich  werde"  und  „Meine  Buh  ist  hin'') 
tut  den  Tcm  Meister  Lisst  so  fkrbensohön  gesetzten  Orchester- 
begieitungen  und  als  gewaltige  Schlussnummer  die  „Episode 
de  la  via  d'un  artiste*'  von  Hector  Berlios,  welch  Letztere  ich 
ttbrigens  kaum  14  Tage  sp&ter  auch  in  Heidelberg  unter  Lei- 
tung des  Uniyersit&tsmusikdirectors  Ph.  Wolfrum  in  ganz 
veraü|^ch«t  und  der  hiesigen  Wiedergabe  ebenbürtiger  Aus- 
fÜÜuenng  su  hören  bekam.  — *  Im  zweiten  Abonnementconcert, 
weldhes  dureh  eine  sehr  effectvoll  concipirte,  mit  aller  moder- 
lün  Farbenpracht  instrumentirte  und  trotz  ihrer  bedauerlichen 
AiMDipfiBdung  an  berühmte  Muster  yom  Publicum  sehr  bei- 
Ikllig  aufgenommene  Festouverture  von  dem  hierorts  lebenden 
uad  sein  Werk  selbst  dirigirenden  Componisten  Cornelius 
Bttboer  eingeleitet  worden  war,  erfreuten  Hr.  Kammersänger 
Tk.  Bei  eh  mann  einen  grossen  Theil  des  Auditoriums  durch 
Seins  stimtnschöne,  aber  etwas  äusserliohe  Wiedergabe  der 
Hnling^Avie  und  mehrerer  Lieder  von  Schubert  und  Schu- 
mann und  Hr.  Bruno  Ahn  er,  Mitglied  unseres  Hoforchesters, 
alle  H5rer  durch  seinen  ausserordentlich  tonschönen  und  tech- 
niseh  yofsfiglichen  Vortrag  des  DmoU-Yiolinconcertes  von 
WIeaiawski.  Dan  Beschluss  dieses  Programms  bildeten  die 
vier  dnrehConcertvorträge  sehr  bekannt  gewordenen  Orchester- 
sitae  aus  Qrieg's  „Peer  Gvnt"- Suite,  welche  auch  hier  als 
pikante  hors  d'oeuvres  wonl  gewürdigt  imd  sehr  freundlich 

wurden.  Stammen  ja  doch  diese  interessanten 
ihea  Stimmungsbilder  noch  aus  jener  schöneren  Zeit, 
welcher  der  hochbegabte  norwegische  Oomponist  noch  nicht 
in  geradesn  sinnlosem  Haschen  nach  Originalität  allen  Ge- 
setaen  der  Schönheit  und  der  musikalischen  Logik  Hohn  ge- 
sprochen —  und  die  Ho&ungen  auf  immer  schönere  Gaben 
seiner  völligen  Beife  bei  vornehm  empfindenden  Musikseelen 
noeh  nicht  mit  seinen  „Glockenklängen''  Op.  54  zu  Grabe 
geläutet  hatte.  —  Im  dritten  Goncert  rahmten  B.  Wagner*s 
tfFaust^'-OuvBrture,  Händel's  Goncert  in  Gmoll  für  Streich- 
orchester und  die  in  vollem,  nie  verlöschendem  Glänze  immer 
wiedeor  su  neuem  Heldeusiege  anstürmende  „Eroica**  in  all- 
seitig beglückendster  Weise  recht  unzulängliche  Glaviervor- 
tvttge  des  FrL  Sonia  von  Schöhafzoff  ein,  und  mit  rau- 
sehendera  Befüe^  dankte  sum  Schlüsse  dieses  letzten  Abonne- 
mentconoartes  das  Publicum  Hm.  Hofopemdireotor  Mottl 
und  seinw  eifrigen  Sohaar  für  die  zumeist  sranz  vortrefflichen 
Grohesterdarbietun^n  dieses  Winteii^  aus  denen  sich  einzelne, 
so  Thema  mit  Variationen  fhr  StreichiDStrumente  und  Homer 
und  einzelne  Sätae  der  Jupiter-Symphonie  von  Mozart,  die 
1.  und  8.  und  theilweise  auch  die  7.  Symphonie  von  Beetho- 
van,  die  Symphonie  fantastique  von  H.  Berlioz,  Wa^er's 
„FaBSt**-Guverture  und  Liszt's  „Maseppa"  zur  stolzen  Höhe 
nahezu  völlifi"  vollkommener  Interpretationen  erhoben  hatten. 
AuaserordenUich  bedauerlich  erscneint  es  mir  —  und  einem 
grossen  Theile  des  hiesigen  Publicums  —,  dass  der  grösste  und 
ernsteste  absolute  Gomponist  der  nach-Beethoven'schen  Zeit, 
Johannes  Brahma,  von  den  Goncerten  des  Hoforchesters  völlig 
ausgesohlossen  bleibt  ^  was  seinen  Grund  wohl  nur  in  einer 
saltasmen  Idioeyncrasie  unseres  Hm.  Hofop^mdirectors  finden 
dürfte.  Andererseits  ist  es  sehr  erfreulich,  wahrnehmen  zu 
können,  dass  MottPs  redliche  Bemühungen  um  Einbürgerung 
vi^er  so  lange  unverstandenen  und  nichtverstandenen  neueren 
Tonwerke  mehr  und  mehr  von  Erfolg  gekrönt  werden,  und 
dasa,  wie  man  das  bei  der  Aufführung  der  „Episode  de  la  vie 
d'un  artiste"  wohl  beobachten  konnte,  ein  grosser  Theil  des 
hiesigen  Publicums  bereits  eine  wärmere  und  verständniss- 
v^ere  Fühlung  zu  Berlioz  und  seiner  trotz  manches  Anfocht- 
bai^n  so  übeiy^ossen  Eigenart  gewonnen  hat.  Das  Meiste 
hierfür  haben  die  Aufführungen  der  „Trojaner**  gethan.  Viel 
aber  auch  die  unermüdlichen  persönlichen  und  künstlerischen 
Hinweise  Mottl^s,  sowie  schliesslich  die  consequente  Unter- 
stützuns^,  die  ihm  neuerdings  von  einem  Theile  der  hiesigen 
Presse  bei  allen  seinen  Bemühungen  um  das  wachsende  Ver- 
ständniss  in  üngekannt-  und  üngeliebtsein  dahingestorbener 
Geistesgrössen,  so  namentlich  Berlioz,  Liszt,  Cornelius,  zu 
Theü  wird. 

Am  Palmsonntage  fand  an  Stelle  der  in  anderen  Jahren 
stattgehabten  Aufl^hrung  der  Matthäus-Piission  im  Hoftbeater 
selbst  ein  Goncert  zum  Besten  der  Pensionscasse  des  Hof- 


theaters statt,  und  brachte  das  Hoforchester  hierbei  mit  dem 
Hofiheaterchor  und  unter  Mitwirkung  mehrerer  Solo-Opem- 
kräfbe  und  des  Philharmonischen  Vereins  Beethoven's  Orato- 
rium „Christus  am  Oelberfi;e^  und  die  9.  Symphonie  zur  Auf- 
führung. Die  Wahl  des  Oratoriums  musste  ich  trotz  der  zu- 
meist vorzüglichen  Wiedergabe  des  Christus  durch  Hrn.  Hof- 
opemsänger  Lang  und  der  trefflichen  Ausführung  sämmt- 
licher  Chor-  und  Orchestersätze  als  eine  verfehlte  bezeichnen, 
da  dieses  Werk  einerseits  allzuwenige  Züge  des  grossen  Beet- 
hoven, dagegen  fast  durchweg  eine  unbegreifliche  Nachgibig- 
keit  gegen  die  Absurditäten  dieser  Passionsdichtung  aufweist, 
andererseits  aber,  der  9.  Symphonie  vorausc^heud ,  durch 
seine  Länge  wie  durch  seine  Bedeutun^losigkeit  gleicher- 
weise die  frische  und  volle  Aufhahmef^igkeit  für  das  ^an- 
tische  Schlusswerk  des  Abends  bei  vielen  Zuhörern  erlämen 
machen  musste.  Die  Symphonie  wurde  unter  Mottl's  Leitung 
mit  genauer  Berücksichtigung'  aller  Vorschriften  und  Vor- 
schläge B.  Wagner's  vorzüglicn  vorgetragen,  besonders  aber 
licnte   die  Wiedergabe  der   beiden   mittleren  Sätze    eine 


erreicJ 


hochgradige  Vollkommenheit.  Unzureichend  für  eine  volle 
Wirlnmg  erschien  mir  die  Besetzung  der  Chöre,  und  selbst 
hier,  wo  die  besten  Intentionen  beim  Studium  des  Werkes 
gewaltet  hatten,  und  wo  ein  mit  dem  aUervortrefiflichsten 
Wollen  gepaartes  hochbedeutendes  Können  für  die  Scblussode 
der  Neunten  in  die  Schranken  getreten  war,  vermochte  das  Lied 
an  die  Freude  doch  keine  rechte  Freude  zu  erwecken,  und  mit 
schmerzhaftem  Losreissen  von  dem  holden  Aberglauben  an 
die  Vollkommenheit  auch  dieses  letzten  Satzes  musste  ich  im 
tiefsten  Innern  dem  ernstesten  Kenner  und  Verehrer  von  Beet- 
hoven's  letzter  Symphonie  —  Bichard  Wagner — Becht  geben, 
der  im  Jahre  1865  aus  allem  seinem  Beethoven-Enthusiasmus 
hervor  an  Franz  Liszt  die  schwerwiegenden  Worte  schreiben 
konnte:  „Für  die  neunte  Symphonie  als  Kunstwerk  ist  der 
letzte  Satz  mit  den  Chören  entschieden  der  schwächste  Theil, 
er  ist  bloe  kunstgeechichtlich  wichtig,  weil  er  uns  auf  sehr 
naive  Weise  die  Verlegenheit  eines  wirklichen  Tondichters 
vorstellt,  der  nicht  weiss,  wie  er  endlich  nach  HöUe  und 
Fegefeuer  das  Paradies  darstellen  soll.** 

Die  Kammermusik- Vereinigung  der  HH.  Concertmeister 
Deecke  und  Kammermusiker  Hu  ol,  Hoitz  und  Schübel 
erfreute  den  leider  etwas  kleinen  Kreis  der  hiesigen  auch  für 
diese  allerintimste  und  ernsteste  Kunstart  wirklich  begeister- 
ten Musikfreunde  mit  weiteren  drei  Vorführungen,  bei  wel- 
chen die  StreichquartetteFmoll,  Op.  95,  von  Beethoven,  Gdur, 
Op.  161,  von  Schubert  und  Ddur,  Op.  50,  von  Haydn,  sowie 
femer  mit  Hinzutritt  des  Claviers  Quintett  Op.  5  von  Sgambati 
(Ciavier:  Hr.  Hofoperndirector  Mottl),  Trio  in  Dmoll  Op.  68 
von  Schumann  und  Quartett  Op.  41  von  Saint-SaÖns  (Ciavier 
bei  beiden  letzteren  Werken:  Hr.  Professor  Ordenstein)  in 
rühmenswerther  Art  wiedergegeben  wurden.  Am  Ersten  dieser 
Kammermusikabende  sang  die  Kammersängerin  Frl.  Fritsch 
mit  grossem  Erfolge  einiee  Lieder  von  Bob.  Franz  und  Peter 
Cornelius,  am  zweiten  Abend  trug  Frau  Kammersängerin 
Beuss  den  „Dolorosa*'-Cyklus  von  Jensen  mit  tiefergreifendem 
Ausdruck  vor,  imd  im  letzten  internretirte  Hr.  Concertsänger 
Adolf  Bömhildt  Beethoven's  Lieoerkreis  „An  die  ferne  Ge- 
liebte** in  recht  respectabler  Weise. 

Der  allem  Anscheine  nach  unter  Leitung  seines  neuen 
Dirigenten,  des  Hrn.  Cornelius  Bübner,  recht  ernsthaft  stu- 
direude  Philharmonische  Verein  gab  zu  Beginn  des 
Februars  ein  Goncert,  in  welchem  Mozart's  „Misericordias  Do- 
mini**.  Elegischer  Gesang  imd  „Die  Ehre  Gottes**  von  Beet- 
hoven, sowie  „Mirjam's  Siegesgesang**,  „An  die  Sonne**  und 
„Des  Tages  Weihe**  von  Schubert  recht  hübsch  vorgetragen 
wurden.  Die  Solistin  dieses  Abends,  unsere  Kammersängerin 
Frl.  Fritsch,  erfreute  gleicherweise  durch  ihre  stimmungs- 
volle Ausfiihrung  des  Soloparts  in  „Mirjam's  Siegesgesang**, 
sowie  durch  ihre  feinsinnige  Wiedergabe  mehrerer  Lieder  von 
Franz,  Cornelius,  Liszt  und  Schumann.  Femer  spielten  an 
diesem  Abend  der  als  tüchtiger  Claviervirtuos  bekannte  Diri- 

fent  des  Vereins  und  Hr.  Concertmeister  Deecke  dieFdur- 
onate  Op.  8  von  Edv.  Grieg  und  HändeFs  Adur-Sonate,  und 
es  la^  wahrlich  nicht  an  dem  bei  beiden  Stücken  gleich  vor- 
trefflichen Vortrage  der  beiden  Herren,  dass  der  später  ge- 
spielte Händel  dem  später  geborenen  Grieg  den  Bang  streitig 
machte.  Besonders  ist  es  immer  wieder  der  letzte  Satz  der 
Grieg^schen  Sonate,  der  mit  seinem  zerfahrenen,  unruhvoll 
modulirenden  und  stark  Schumannislrenden  Wesen  den  durch- 
aus erfreulichen  Eindruck  der  beiden  ersten  ^tze  trübt  imd 
verwischt.  In  der  Charwoche  führte  der  Verein  unter  Mit- 
wirkung der  Damen  Frau  Beuss  und  Frl.  Friedlein  und 


386 


der  HH.  Bosenberg  nnd  Böm  hildt,  sowie  des  Hoforchesters 
mit  schönem  Erfolge  Mendelssohn^s  „Paulus"  auf,  und  ein 
weiteres  Vereinsconcert  im  Mai,  bei  welchem  die  Damen  Frl. 
Friedlein  und  Frl.  Königstätter  als  Liedersängerinnen 
debutirten,  brachte  Chöre  von  Bach,  Cherubini,  Bargiel 
und  Gastoldi,  sowie .Grieg's  „Vor  der  Klosterpforte".  Ist  dem 
Vereine  auch  noch  manche  Schulung  von  Nöthen  und  er- 
seheint es  namentlich  wünschenswerth ,  dass  einige  allzu- 
scharfe Soprane  durch  weichere  ersetzt  und  dass  die  Männer- 
stimmen vollzähliger  besetzt  würden,  so  Hessen  die  drei  dies- 
jährigen Concerte  doch  die  üeberzeugungj  gewinnen,  dass  die 
Leitung  des  Vereins  nunmehr  in  tüchtige  und  geschickte 
Hände  gelegt  sei,  und  dass  man  somit  von  der  Fortentwicke- 
lung des  Philharmonischen  Vereins  Gutes  und  Bestes  zu  er- 
hof^n  berechtigt  ist.  Hrn.  Comeb'us  Bübner  ist  übrigens 
auch  die  durch  den  Tod  des  Hm.  Ernst  Fritsche  vacant  ge- 
wordene Stelle  eines  Directors  der  hiesigen  Musik^ildungs- 
anstalt  übertragen  worden. 

(Fortsetzung  folgt.) 


(Schluss.) 


Weimar. 


Die  Säneerin  Frau  Hessenland-Formaneck  gab  auch 
in  diesem  Jahre  wieder  ein  gut  besuchtes  eigenes Concert,  d^m 
gegenüber  es  die  locale  Kritik  an  erneuter  A.nerkennung  ihrer 
Leistungen  und  der  entsprechenden  Aufmunterung  nicht  fehlen 
Hess.  Leider  war  es  dem  Unterzeichneten  nicht  vergönnt,  der 
freundHchen  Einladung  zu  diesem  Abend  folgen  zu  können, 
und  ganz  ebenso  war  er  aus  privaten  Gründen  auch  verhin- 
dert, das  vom  Chorverein  firegeoene  Concert  in  der  Musikschule 
mit  Goepfart's  „Liebesquelle"  zu  besuchen.  Um  so  erfreuter 
aber  und  —  erstaunter  war  er  über  die  Wiedergabe  des  Ber- 
Hoz'schen  Bequiems  in  der  Stadtkirche  (unter  Leitung  Prof. 
Müller-Hartung*s  und  nach  der  Origpinalpartitur),  die  ihm 
keinen  geringen  Bespect  vor  der  Leistungsfähigkeit  der  dabei 
betheiHgten  ^instrumental-  und  Vocalkörper  emflösste.  Die 
beinahe  einwandfreie,  wenn  auch  das  erste  Mal  bezüglich  der 
Temponahme  und  in  den  grösseren  Zügen  vielleicnt  noch 
etwas  unfreie  Aufführung  Hess  mich  unwillkürlich  Prof.  Müller- 
Härtung  mit  den  mir  bekannten  Dirigenten  Dr.  WüUner  und 
Dr.  Kretzschmar  vergleichen,  die  aUe  Drei  das  Gemeinsame 
haben  dürften,  das  Gute  nicht  blos  zu  lieben,  wenn  es  von 
einer  bestimmten  Partei  kommt,  sondern  es  zu  nehmen,  wo 
immer  sie  es  finden,  und  es  freudig  anzuerkennen  aus  allen 
Zeiten  bis  in  die  jüngste  und  letzte  Vergangenheithinein.  Mag  es 
Prof.  Müller-Hartung  dabei  auch  zuweilen  an  der  dem  Genie 

gerade  eigenthümlichen ,  eigensinnigen  und  glühend  hassenden 
ünseitigkeit  gebrechen  und  der  geniale  Funke,  der  zündende 
Blick,  die  momentane,  göttliche  Inspiration,  welche  die  Cor- 
rectheit  mit  der  Freiheit  gerade  durcnbricht,  sogar  meist  ihm 
abgehen,  so  Hegt  doch  andererseits  wieder  in  dieser  seiner 
Objectivität  eine  Eigenart,  die  in  ihrer  Seltenheit  im  Kunst- 
leben die  höchste  Achtung  verdient,  und  der  beifälligen  Zu- 
stimmung aUer  wahren  Kunstfreunde  sich  versichert  halten 
darf.  Hr.  Gi essen  sajig  die  mannigfachen  Soli  des  Bequiems 
so  vorzügHch,  mit  so  freiem,  ungehindert  schönem  Ton ,  dass 
man  nur  aufrichtig  bedauern  konnte,  dem  geistig  wie  stimm- 
Hch  gleich  begabten  Künstler  statt  im  Theater  nicht  öfter  in 
einem  solchen  akustischen  Kirchenraum  begegnen  zu  dürfen. 
Von  den  diearjährigen  Solisten  der  Theaterconcerid  muss 
neben  dem  unablässig  an  seiner  VervoUkommnung  arbeitenden 
und  zur  Beife  sich  abklärenden  Stavenha^en  und  neben 
Joachim,  der  seinerseits  entschieden  bereits  im  absteijg;enden 
Ast  seiner  Buhmes-Flugbahn  sich  bewegt,  die  Pianistin  Frau 
Marsarethe  Stern  aus  Dresden  hervorgehoben  werden.  Frau 
Protessor  Stern  hat  seit  dem  Tonkünstlerfest  zu  Wies- 
baden im  Jahre  1889,  wo  ich  sie  zum  letzten  Mal  hörte  und 
wo  mir  schon  der  Ernst  ihres  Strebens  besonders  angenehm 
auffiel,  technisch  noch  ganz  bedeutende  Fortschritte  gemacht. 
Hire  Vorträge  haben  auch  nach  dieser  Seite  hin  jetzt  eine 
Ausbildung  erfediren,  die  nahe  an  absolute  VoUendung  grenzt 
und  entgegen  einem  bei  anderen  vielfach  beobachteten  Haschen 
nach  ledigHch  äusseren,  rein  sinnlichen  Klangreizen  und 
-Effecten  mit  einem  Takt  und  vielseitigem,  gedi^en  durch- 
gebildetem Geschmack  auf  den  geistigen  Inhalt  des  Ganzen  ein- 
feht,  den  inneren  Gehalt,  Stü,  Aufbau  und  die  Gesanmit- 
truotur  so  bedeutsam  hervorhebt,  dass  sie  dadurch  allein 
schon  eine  ganz  aparte  Sonderstellung  unter  ihren  zeit^nös- 
siBchen  BivaHnnen  einnimmt,   die   ihr  überdies  der  hiesige 


glänzende  Erfolg  und  die  ihr  entgegengebrachte  stürmische 
Aufnahme  nur  wieder  bestätigt  haben  mögen.  Wir  freuen 
ims  dessen  aufrichtigst,  denn  wir  haben  immer  das  Beste  von 
diesem  neu  aufgehenden  „Stern"  gehalten. 

Um  endlich  noch  ein  kurzes,  abschliessend  resvmiirendes 
Urtheil  über  die  Orchesterleistungen  in  den  Theaterconcerten 
zu  sagen,  so  mag  immerhin  gern  zugegeben  sein,  dass  man 
da  und  dort  hinsichtlich  der  Temponahme  oder  der  Ausarbei- 
tung einzelner  Theile,  namentlich  bei  classischen  Werken,  den 
Herren  Dirigenten  gegenüber  wohl  anderer  Meinung  sein  mochte, 
im  Grossen  und  Gmizen  aber  vor  ^nz  erstaunHchen  und  vor- 
züglichen Besultaten  stand,  angesichts  deren  man  einfach  nur 
den  Hut  abziehen  kann.  Liszt's  „Mazeppa"  z.  B.  wird  mir  in 
dieser  Vorführung  unvergessHch  sein.  Was  eine  gewisse  Be- 
vorzugung modemer  und  modernster  Orchesterwerke  in  den 
Programmen  —  namentHch  gegenüber  specifisch  classischen 
Schöpfungen  —  bei  diesen  Concerten  anlangt,  so  erscheint  mir 
dieselbe  hinlänglich  gerechtfertigt  durch  den  Umstand,  dass 
Erstere  mehr  Gelegenheit  zu  Blech-  und  Bläserwirkungen 
geben,  worauf  ein  Instrumentalkörper,  der  das  Streichquartett 
nicht  so  voll  und  ausgibig  besetzen  kann,  doch  gar  sehr  zu 
achten  hat.  Gewiss,  das  Streichquartett  ist  überall  —  auch 
in  den  modernen  Werken  —  Kern  und  Stütze  des  Ganzen; 
in  den  classischen  Werken  aber  ist  zu  ausschliesslich  der 
Schwerpunct  auf  diesen  Theil  des  Körpers  verlegt,  als  dass 
sich  hier  ein  Manco  nicht  zu  deutlich  am  Ganzen  räcnen  sollte. 
Ich  glaube  daher,  eine  Concertdirection  thut  nur  weise  daran, 
wenn  sie  ihr  Orchester  durch  eine  geschickte  Auswahl  nicht 
allzu  oft  der  Gefahr  eines  solchen  Defectus  aussetzt,  und  er- 
wähne dies  hier  gern,  da  es  so  mancherlei  Missdeutungen  und 
Miss  Verständnissen ,  die  über  Bich.  Strauss  möglicherweise 
umlai:uPen  könnten,  vorzubeugen  oder  doch  zu  begegnen 
vermag. 

Absichtlich  habe  ich  mich  in  obigem  Berichte  für  diesmal 
so  kurz  zusammengefasst:  einmal,  weil  es  durch  mein  eigen 
Verschulden  mit  dem  Abdruck  desselben  reichlich  apät  an  der 
Zeit  geworden  ist,  und  dann,  weil  ich  unlängst  für  die  Be- 
sprechung einer  neueren  Oper  so  viel  Baum  von  dieser  Zeit- 
schrift in  Anspruch  genommen  habe,  dass  ich  dem  Hrn. 
Bedacteur  gegenüber  jetzt  nicht  gern  unverschämt  erscheinen 
möchte.  Ueberdies  wollte  ich  auch  für  diesmal,  gelegentHch 
meines  ersten  Musikbriefee  über  Weimars  Concerirverhältnisae 
lediglich  überschauend  mich  vorerst  einmal  verhalten.  Im 
lUU^hsten  Winter  dann  vermuthlich  mehr  davon! 

Dr.  Arthur  Seidl. 


•  Bericht. 

Leipzig.  Die  beiden  von  uns  bereits  erwähnten  Con- 
certe, welche  der  Universitätssängerverein  zu  St.  Pauli  am 
17.  und  18.  Juli  gelegentlich  seines  70jährigen  Stiftungsfestes 
veranstaltete,  waren  dieser  Feier  durchaus  würdig.  Das 
Erstere  derselben  fand  in  der  Thoraaskirche,  das  Andere  in 
der  AlberthaUe  statt.  Hr.  Prof.  Dr.  Kretzschmar,  der  ex- 
quisite Dirigent  des  Vereins,  hatte  denselben  zu  einem  Theil 
Aufgaben  gestellt,  wie  sie  nicht  gerade  häufig  in  Männerchor- 
concerten  vorkommen.  In  der  Kirche  zählten  nierhin  „Gloria" 
und  „Benedictus"  aus  der  BmoU-Messe  von  B.  Volkmann,  der 
1.,  4.  und  6.  Satz  der  Motette  „Verzweifle  nicht"  von  Schu- 
mann, „Mitten  wir  im  Leben  sind"  von  P.  Cornelius  und  die 
weniger,  als  die  vorgenannten  Chöre  bekannte,  aber  denselben 
nach  Seiten  interessanter  Erfindung  und  Stimmführung  eben- 
bürtige Motette  „Der  Herr  behüte  deinen  Einsang  und  Aus- 
gang" von  H.  Kretzschmar,  während  im  weltlichen  Concert 
neben  dem  wirkungsvollen,  zu  den  besten  Schöpfungen  Bruch 's 
zählenden  „Frithjof*  der  a  capella-Chor  „Les  Emigrants  irlan- 
dais"  von  F.  A.  G^evaört  und  die  vom  Componisten  selbst  feurig 
und  mit  sicherer  Hand  zum  Siege  geführten  Chöre  mit  Or- 
chester „Lied  fahrender  Sänger"  und  „Indianischer  Liebes- 
gesang" von  H.  Zöllner  die  Prüfsteine  rar  die  hervorragende 
Ijeistungsfkhigkeit  des  Vereins  bildeten.  Freute  man  sich, 
in  den  Programmnummem  von  H.  Zöllner,  von  welchen  das 
in  übermüthigster  Stimmung  vorüberstürmende  „Lied  fahren- 
der Sänger"  durch  den  in  ihm  enthaltenen  ansteckenden  Hu- 
mor zündete  und  der  „Indianische  Liebesgesanp;"  besonders 
durch  seine  originelle  schwermüthige  Melodik  die  Herzen  der 
Zuhörer  eigenartig  berührte,  die  vortheilhafte Meinung,  welche 
man  schon  längst  über  das  hervorstechende  Compositionstalent 
dieses  Landsmannes  hegte,  von  Neuem  in  vollstem  Maasse  sich 
bestätigen  zu  sehen,  so  war  der  bislang  nur  als  ausgezeichneter 


386 


Hnsikgelehrter  hier  bekannt  gewesene  Gevaört  eine  dem  Fubli- 
cum  80  gut  wie  neue  Componistenerscheinung,  denn  wir  können 
uns  nur  einer  Ballade  erinnern,  die  vor  ULngerer  Zeit  von 
dem  mittlerweile  in  der  Vollkraft  seines  künstlerischen  Kön- 
nens verschiedenen  Blauwadrt  hier  gesungen  wurde,  ohne 
aber  recht  zu  erwärmen.  Als  ein  wahres  Gabinetstück  seines 
Genres  ist  dagegen  der  genannte  Chor  des  belgischen  Meisters 
zu  bezeichnen,  in  welchem  der  Componist  mit  packenden 
Farben  die  Wechsel  volle  Stimmung  der  Dichtung  malt,  aus- 
geprägte individuelle  Züge  in  der  musikalischen  Erfindung 
zeigt  und  sich  als  eminenter  Harmoniker  erweist.  Es  hat  uns 
schon  lange  kein  Männerchor  einen  so  nachhaltigen  Eindruck 
gemacht,  wie  dieser  Gevaört'sche,  auf  welchen  wir  aUe 
leistungsfähigen  und  emststrebenden  Männergesangvereine 
nachdrücklich  aufmerksam  machen.  Ausser  den  genannten 
Männerchorcompositionen  standen  noch  Chöre  von  Eccard, 
Gluck ,  Beethoven .  Mendelssohn  (in  der  Kirche) ,  sowie 
C.  V.  Ferfall  („Noch  ist  die  blühende,  goldene  Zeit"),  C.  P. 
Zelter  (das  ungemein  drastische  „Meister  und  Gesell"),  C.  Zöll- 
ner, H.  Langer  (das  humorvolle  „Wer  muss  denn  nur 
gestorben  sein?")  und  Joh.  Dürmer  auf  den  Programmen. 
uer  unter  Hrn.  Prof.  Dr.  Kretzschmar's  Leitung  stets  siegvollst 
die  ihm  gestellten  Aufgaben  lösende  Verein  der  Pauliner  war 
trotz  der  geseUigen  Theile  des  Festes  bei  frischer  stimmlicher 
Disposition,  sowie  in  Intonation  und  Aussprache  rühmenswerth 
und  in  der  Auffiassung  voller  Begeisterung  und  Schwung- 
hafü^keit.  Wenn  seine  Vortrag  in  der  Kirche  nicht  durch- 
gängig die  gleiche  Klarheit  wie  in  der  Alberthalle  zeigten, 
so  trug  daran  die  bei  massiger  Hörerzahl  nicht  günstige 
Akustik  der  Thomaskirche  die  Hauptschuld.  Zu  dem  Bruch'- 
schen  Chorwerk  waren  Frl.  Münch  und  Hr.  Demuth  als 
Solisten  herangezogen,  von  welchen  die  Erstere  ihre  Sopran- 
partie mit  reiner  Stimme  und  ungemein  ansprechendem  Vor- 
trag durchfilhrte,  während  der  Gesang  des  Hm.  Demuth  so- 
wohl hier,  wie  in  zwei  Löwe'schen  Balladen  und  einem  zu- 
gegebenen Liszt'schen  Liede,  deren  Clayierbegleitung  ganz  aus- 
zeichnet Hr.  A.Förster  durchführte,  durch  starkes  und  fast  per- 
manentes Detoniren  bedeutende  Ein busse  in  der  Wirkung  erlitt. 
Dass  die  beiden  Balladen  nach  Seite  spiritueller  Auffassung 
nur  wenig  genügten,  muss  ausserdem  bemerkt  werden.  Im 
Kirchenconcert  wirkten  solistisch  die  HH.  Trautermann 
(Becitativ  und  Arie  „So  ihr  mich"  aus  dem  „Elias"  von 
Mendelssohn),  Hans  Menzel  (Adagio  in  freiem  Stil  für  Orgel 
von  Merkel)  und  Wille  (Violoncellstücke  von  Händel  \md 
GK>ltermann)  verdienstlich  mit. 

Concertumsctvu. 

Albany.  Music  Festival  unt.  Leit.  des  Hm.  Mees :  1.  Conc. 
am  11.  Mai  Abends:  HmoU-Symph.  v.  Schubert,  Ouvertüren 
V.  Beethoven  („Egmont")  u.  Wagner  („Der  fliegende  Hollän- 
der"), Air  V.  Bach,  Cant.  „The  Bride  of  Dunkerron"  f.  Soli, 
Chor  u.  Orch.  v.  H.  Smart  (Solisten:  Frau  de  Vere-Sapio  u. 
HH.  Jameson  u.  Daf%),  Solo  vortrage  der  soeben  Genannten. 
2.  Conc.  am  12.  Mai  Nachm.  Vorspiel  zu  den  „Meistersin- 
gern" V.  Wagner,  Jubelouvert.  v.  Weber,  BaUetmusik  aus 
„Feramors"  v.  Eubinstein,  Hochzeitsmarsch  v.  Mendelssohn, 
Seren,  y.  Volkmann  (welche  ?),  Solovorträge  der  Frauen  Fursch- 
Madi  (Arie  a.  „Hörodiade"  v.  Massenet  etc.)  und  de  Roode 
(Clav.,  AmoU-Conc.  v.  Grieg)  etc.  8.  Conc.  am  12.  Mai  Abds. 
„EUas"  V.  Mendelssohn.  (Solisten:  Damen  Burch  u.  Foresman 
u.  HH.  Bieger  u.  Ludwig.) 

Cincinnati.  Musikfest  vom  24.  bis  28.  Mai  unter  ge- 
sangsolistischer  Mitwirkung  der  Damen  Mielke,  Moore-Law- 
son,  Smith,  Bitter-Goetze  und  de  Vere  und  der  HH.  Lloyd, 
Dippel,  Ludwig,  Maish  u.  Holmes:  1.  Conc.  „Paulus"  v.  Men- 
debsohn.  2.  Conc.  3.  Symph.  v.  Beethoven,  Cantate  Op.  50 
V.  A.  B e cke  r,  Scenen  a.  „ Alceste"  v.  Gluck.  3.  Conc.  3.  Svmph. 
V.  Brahms,  „Mazeppa"  v.  Liszt,  Ouvert.  u.  Arie  „Ocean, 
du  Ungeheuer"  a.  „Ooeron"  v.  Weber,  Trauermarsch  v.  Cho- 
pin-Thomas, Arien  v.  Händel,  Gluck,  Mozart,  Wagner,  Gou- 
nod  u.  Massenet.  4.  Conc.  1.  Symph.  v.  Schumann,  1.  u. 
2.  Theil  a.  dem  Weihnachtsoratorium  v.  S.  Bach,  „Te  Deum" 
V.  A.  Brückner.  5.  Conc.  1.  Act  a.  „Euryanthe"  v. Weber, 
Vorspiel,  „Charfreita^zauber"  u.  Verwandlunesscene  a.  „Par- 
sifal",  sowie  Scenen  a.  dem  3.  Act  a.  „Tannnäuser"  u.  dem 
8.  Act  der  „Götterdämmerung"  v.  Wagner.    6.  Conc.  6.  Sym- 

Shonie    v.    Tscha'ikowsky,    Bakoczy-Marsch   v.    Berlioz, 
luverturen  zu  „Fidelio"  u.  No.  8  zu  „Leonore",   Quart,  und 
Arien  a.  „Fidelio"  v.  Beethoven,  Arien  v.  Massenet,  Lieder 


V.  Wagner  („Im  Treibhaus"  u.  „Träume")  und  Schamann. 
7.  Conc.  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Requiem  v.  A.  Dvo^4k^ 
Quint.  u.  Choral  a.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner. 

Leipzig.  Zwei  Concerte  des  Universitäts-Sängerver.  zu 
St.  Pauli  (Prof.  Dr.  Kretzschmar)  zur  Feier  seines  7(^'ähr. 
Stiftungsfestes:  17.  Juli  in  der  Thomaskirche.  Männerchöre 
V.  Eccard,  Gluck,  Beethoven,  Mendelssohn,  Volkmann  („Glo- 
ria" und  „Benedictus"  a.  der  Bmoll-Messe),  Schumann  (drei 
Sätze  a.  der  Motette  „Verzweifle  nicht"),  P.  Cornelius 
(.Mitten  wir  im  Leben  sind")  und  H.  Kretzschmar  („Der 
Herr  behüte  deinen  Eingang"),  Solovorträge  der  HH.  Trauter- 
mann (G«s.),  Menzel  (Org.,  Adagio  v.  G.  Merkel)  und  Wüle 
(Violono.).  18.  Juli  in  der  Alberthalle  unt.  Mitwirk,  des  Frl. 
Münch  u.  des  Hm.  Demuth  (G«s.),  sowie  der  Gap.  des  134. 
Lif.-Reg.:  Jubelouvert.  v.  Weber,  „Frithjof"  f.  liunnerchor, 
Soli  u.  Orch.  y.  Bruch,  Männerchöre  m.  Orch.  v.H.  Zöllner 
(„Lied  fahrender  Schüler"  und  „Indianischer  Liebectt»sang", 
unt.  Leit.  des  Comp.)  u.  a  cap.  v.  C  v.  Per  fall  („Noch  tat 
die  blühende,  goldene  Zeit"),  Zelter  („Meister  und  G^U"), 
C.  Zöllner  („Auszug"),   H.  Langer  („Wer  muss  denn  nur 

gestorben  sein"),  Dürrner  („Die  Blumen  vom  Walde")  und 
'.  A.  Gevaört  („Les  Emigrants  irlandais"),  Baritonsoll  von 
Löwe  und  Liszt  („Es  muss  ein  Wunderbares  sein"). 

London.  Hans  Bichter-Concerte:  No.  1.  3.  Symph.  v. 
Beethoven,  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebeetod"  a.  „Tristan  und 
Isolde",  Vorspiel  zum  3.  Act  der  „Meistersinger",  „Walküren- 
ritt" u.  Kaiser-Marsch  v.  Wagner.  No.  2.  Vorspiel  zu  den 
^Meistersingern",  Ouvert.  zu  ,^ienzi"  u.  Eine  Faust-Ouvert., 
Wotan's  Abschied  u.  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre",  Vor- 
spiel u.  1.  Scene  a.  dem  3.  Act  der  „Götterdämmerung",  Ein- 
leit.  u.  1.  Scene  a.  „Rheingold",  Sachsens  Monolog  aus  den 
„Meistersingern"  (Hr.  Black)  v.  Wagner.  No.  8  unter  Mit- 
wirk, des  Sängers  Hm.  McGuckin:  1.  Symph.  v.  Brahms, 
Ouvertüren  v.  Mendelssohn  („Die  Hebriden")  und  Dvo^&k 
(„Husitska"),  Walther^s  Preislieder  a.  den  „Meistersingern"  v. 
Wagner,  Arie  a.  der  „Königin  von  Saba"  v.  C.  Goldmark. 
No.  4.  4.  Symph.  v.  Beethoven,  Suite  a.  „PeerGynt"  v.  Grieg, 
Lustspielouvert.  v.  Smetana,  „Siegfried-Idyll"  v.  Wagner, 
Gesangyorträge  des  Hm.  Black  (Scene  „Die  Frist  ist  um"  a. 
dem  „Fliegenden  Holländer"  u.  Pogner's  Anrede  a.  den  „Mei- 
stersingern" V.  Wagner). 

H^^  Veralteie  Programme,  sowie  Programtne  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Dattim  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  Güste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Das  Gastspiel  des  Hm.  Botel  in  der  Eroll^schen 
Oper  musste  auf  vielseitigen  Wunsch  der  Besucher  dieses 
Tneaters  um  einige  Abende  verlängert  werden.  Frl.  Hey- 
mann schloss  ihre  Gastdarstellungen  an  dieser  Stelle  mit  der 
Partie  der  Bosine.  Wir  haben  weder  ihrem  Gesang,  noch 
ihrem  Spiel  G^eschmack  abfinden  können  und  begreifen  nicht, 
wie  sich  einzelne  Leute  filr  diesen  Gast  zu  begeistern  ver- 
mochten. —  Eisenach.  Um  das  letzte  Concert  des  Musik- 
vereins machte  sich  neben  dem  einheimischen  Organisten  Hm. 
Hempel  Freifrau  von  Grote  aus  Vacha  verdient,  welche 
künstlerisch  gebildeten  Sologesang  zu  demselben  steuerte.  — 
Halle  a.  S.  Die  durch  den  Tod  des  Hm.  Halle  zur  Neube- 
setzung gekommene  Stadtmusikdirectorstelle  wird  am  1.  Au£. 
an  Hrn.  Fried e mann,  den  mehrjährigen  Concertmeister  und 
Yicedirigenten  der  Capelle  des  1B4.  Lifanterie-Begiments  in 
Leipzig,  übergehen.  —  Rom.  Frl.  Emma  Mettler,  Eine  der 
letzten  und  Überhaupt  besten  Schülerinnen  LiszVs,  veran- 
staltete hier  unlängst  ein  Concert,  das  ihr  die  reichsten  Ehren 
brachte.  Man  darf  sagen,  dass  der  gespendete  Beifall  ver- 
dient ist,  wenn  er  durch  so  vollendete  Leistungen  hervor- 
gerufen wird,  wie  sie  Frl.  Mettler  bei  diesem  Auftreten  hin- 
stellte. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  23.  Juli.  „Also  hat  Gott  die 
Welt  gäiebet"  Motette  von  Dr.  W.  Bust.  „Die  Allmacht", 
Hymne  v.  V.  Lachner. 


Vermischte  IVlittheilungen  und  Notizen. 

*  Die    Bühnenfestspiele    in    Bayreuth  haben  pro- 
prammgemäss  am  21.  Juh  mit  „Farsifnr  ihren  AnÜEUig  ge» 


887 


nommen.  Unser  geehrter  Mitarbeiter  Hr.  Professor  Martin 
EjratiBe  wird  in  der  n.  No.  unseres  filts.  eingehender  auf  die 
ersten  Aa£B!dirangen  zu  sprechen  kommen. 

*  Das  70jährige  Jubiläum  des  Universitäts-Sän- 
e^ervereins  zu  St.  Pauli  in  Leipzig  hat  einen  in  jeder 
Richtung  vorzüglichen  und  animirten  Erlauf  genommen. 

*  Der  gegenw&Hig  unter  Direction  des  Uniyersitätsmusik- 
directors  Hm.  Felchner stehende  Goncertverein  zuGiessen 
beging  am  20.  und  21.  Juli  die  Feier  seines  50jährigen 
Bestehens. 

*  In  Schweinfurt  wurde  am  17.  Juli  unter  starker  Be- 
theiliffung  der  betreffenden  Vereine  das  8.  Fränkische 
Bundes-Sängerfest  begangen. 

*  Der  New- Yorker  Männergesangyerein  „Arion"  erhielt 
gelegentlich  seiner  Anwesenheit  in  Wien  seitens  der  dorti- 
gen Männergesan^ereine  die  Schubert-Medaille  als  seltene 
Auszeichnung  verliehen.  Nicht  weniger  herzlich,  ids  in  Wien 
ist  dieser  ausgezeichnete  Verein  in  München  gefeiert  wor- 


den, wo  die  dortigen  Männergesangvereine  ihm  zu  Ehren  ein 
Sängerfest  veranstaltet  hatten ,  das  in  einer  Verherrlichung 
Bismarck*s  austönte. 

*  Der  langjährige  verdiente  Director  des  Conservatoriums 
zu  Genf  Hr.  Dr.  Girard  ist  aus  Altersrücksichten  von  diesem 
Amt  zurückgetreten.  Zu  seinem  fNachfol^r  wurde  Hr. 
Ferdinand  Held,  welcher  sich  durch  seine  lortschrittlich  ge- 
stimmten Musikbelichte  im  „Journal  de  Genöve*'  einen  guten 
Namen  in  den  dortigen  musikalischen  Kreisen  gemacht  hat, 
erwählt.  —  Das  Institut  zalilte  im  letzten  Schuljahr  über 
700  Schüler  und  Schülerinnen. 

*  In  der  Direction  der  Philharmonischen  G^esellsohaft  zu 
London  hat  sich  ein  Wechsel  vollzogen,  indem  an  Stelle  des 
Hrn.  Gowen  der  nicht  weniger,  als  dieser  bekannte  Oomponist 
Hr.  Macken zie  getreten  ist. 

Todtenllste.  Gustav  Bergmann,  Männerchordirigent 
und  G^esanglehrer  in  Thun,  f,  56  Jahre  alt,  daselbst  am 
22.  Juni. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  Büchersohau. 

Von  Dr.  Arthur  Seidl. 

Schon  seit  langer  Zeit  hat  diese  Bubrik  im  vorliegenden 
Blatte  geschwiegen  und  nur  ganz  gelegentlich  durch  kürzere 
Intermezzi  aus  anderer  Feder  einen  (£u3kenswerthen  Ersatz 
gefunden.  Wir  wollen  sie  heute  wieder  aufnehmen;  aber 
Leser  wie  Autoren  wollen  es  sich  dabei  freundlichst  geüeillen 
lassen,  wenn  wir  ob  der  Fülle  des  mittlerweile  (seit  einigen 
Jahren)  angehäuften  Stoffes  uns  im  einzelnen  IJrtheile  kurz 
zu  fSiissen  suchen,  Manches  überhaupt  nur  summarisch  behan- 
deln können.  Zur  besseren  üebersicht  wollen  wir  das  ganze 
Material  wenigstens  in  einige  wenige  Hauptabschnitte  ein- 
theilen  und  mit  dem  zweifellos  wichtigsten  derselben  hier 
gleich  beginnen.    Nämhch: 

I.    Wagneriana. 

Als  Eines  der  allerersten  Werke  auf  diesem  Gebiete  — 
nicht  etwa,  weil  es  im  Verlage  des  Herausgebers  dieser  Zeit- 
schrift erscnienen  ist,  sondern  weil  ihm  der  Vorzug  vor  allem 
Nachfolgenden  gebührt  —  wie  dem  Sonnenglanz  vor  dem  Gas- 
licht oder  auch  dem  Original  vor  einem  Portrait  —  verdient 
hier  die  G.  Fr.  Glasenapp'sche  Wagner-Encyklopädie 
(Leipzig  1891,  bei  E.W.  Fritzsch)  eine  Besprechung,  an  der  wir 
nur  das  Eine  zu  bedauern  hätten,  dass  sie  mit  ihrem  Bruder, 
dem  Wagner-Lexikon,  nicht  lieber  den  Namen  vertauscht  hat,  so- 
dass Dieses  richtiger  zur  „Encyklopädie"  umgetauft,  dagegen 
Jenes  nun  Wa^^ner-Lexikon  genannt  worden  wäre.  Sonst  lässt 
sich  von  Anlage,  Ausführung  und  Ausstattung  schlechter- 
dings nur  Gutes  sagen,  und  im  Uebrigen  bürgt  ja  schon  c'er 
klangvolle  Name  des  Herausgebers  —  der  freilich  diesmal  allein, 
ohne  seinen  früheren  (renossen  beim  „Lexikon^,  die  Arbeit 
auf  sich  nehmen  musste  —  für  den  inneren  Werth  des  Ganzen. 
Von  jeher,  seit  ich  das  Wagner-Lexikon  benutze,  hatte  ich  es 
als  ein  Missverhältniss  empfunden,  dass  den  eiozelnen  Begriffen 
und  Hauptartikeln  von  B.  Wa^er*s  Grundanschauung  nicht  zu- 
gleich auch  die  davon  gestreiften  Nebengebiete,  in  Sonderheit 
nicht  die  gelegentlich  zur  Sprache  gebrachten  historischen 
oder  zeitgenössischen  Persönlichkeiten,  deren  Werke  oder  vom 
Meister  kritisirte  Aeusserun^en  mit  eingefügt  waren.  Eine 
thatsächliche  Lücke  steUte  sich  nach  längerem  Gebrauch  hier 
bei  mir  ein,  der  ich  nur  dadurch  beizukommen  vermochte, 
dase  ich  mir  in  den  Gesammelten  Schriften,  dem  Brief- 
wechsel, sowie  in  den  Nachlass-Bänden  die  Namen,  Werke, 
Schlagwörter  an  den  Band  der  Bücher  ausschrieb  und  die 
Stellen  noch  besonders  anstrich.  Diesem  Uebelstande  hat  nun 
auch  für  weitere  Kreise  in  ungleich  erschöpfenderer  und  syste- 
matischerer Weise  vorliegende  „Encyklopädie"  dankenswerth 
abgeholfen.  Ob  sie,  zusammen  mit  dem  früheren  Lexikon,  nun- 
mehr auch  das  sehnlichst  erwartete  „Namen-  und  Sachregister** 
über  die  Gesammelten  Schriften  B.  Wagner*s  entbehrlich  ge- 
macht hat,  würde  ich  erst  nach  mehrjährigem  Zu-Batheziehen 
Beider  zu  entscheiden  wagen,  (sfanz  besonders  sollte  aber  das 
„Vorwort**  gewtkrdigt  werden,    das   durch   eine  Menge  tief- 


gehender Betrachtungen  und  neuer  Gesichtspuncte  eine  durch- 
aus selbständige  Bedeutung  in  der  Wagner-Litteratur  ein- 
nimmt und  dem  Leser  sogar  destomehr  sagen  wird,  je  ein- 
gehender  er  sich  selbst  mit  Wagner  bereits  beschäftigt  hat. 
ar  treffend  bemerkt  es,  „wie  gar  manche  Andeutung  des 
Meisters  in  Arbeiten  seiner  Jünger  bereits  ihre  eindringende 
und  tief  belehrende  Ausführung  erhalten  habe,  wie  einige 
dieser  Arbeiten  unstreitig  als  monumentale  Zeugnisse 
für  das  Vorhandensein  einer  Wagnerischen  Schule 
auf  dem  Gebiet  der  Philosophie  und  Aesthetik  dastehen  und 
wiederum  zur  Vergleichung  mit  vorhandenen  Encyklopädie- 
Artikeln  aufifordern",  ja,  es  spricht  schliesslich  die  Erwartung 
aus,  dass  „dereinst  eine  erweiterte  »Wagner-Encvklopädie« 
aus  den  werthvollsten  Schriften  seiner  Schüler  sich  ergeben 
werde**.  Man  mag  es  mir,  dem  Verfasser  des  ersten  Ver- 
suches einer  Darstellung  und  Gliederung  der  bereits  vorhan- 
denen geistigen  ^Wagner-Schiüe***),  als  etwas  Menschliches 
verzeihen,  wenn  ich  mich  dieser  nachträglich  gefundenen  Be« 
stätigtmg  meines  Versuches  besonders  gefreut  habe.  Möchte 
das  Werk  für  die  Einführung  und  Popularisirung  der  Wag- 
nerischen Originalschriften  dasselbe  leisten,  was  die  „Parerga 
und  Paralipomena**  für  Schopenhauer^s  WerKe  dereinst  gethan 
haben,  möchte  es  aber  Jene  nicht  entbehrlich  machen!  Dies 
der  herzlichste  Wunsch,  den  wir  ihm  auf  seinen  Weg  in  die 
litterarische  Oeffentlichkeit  mitgeben  können. 

Von  Hans  von  Wolzogen*s  „  Erinnerungen  an 
Bichard  Wagner**  ist  bei  Beclam  in  Leipzig  in  der  bekann- 
ten Universalbibliothek  eine  neue,  populäre  und  um  das  Dop- 
pelte vermehrte  Ausgabe,  von  C.  Fr.  Glasenapp  eine  klei- 
nere Studie  „Bichard  Wagner  als  Mensch**  (Biga  1890 
bei  Mellin  &  Cie)  erschienen ;  Letztere  ist  als  Vortrag  seinerzeit 
von  ihrem  Verfasser  im  Bigaer  Wagner- Verein  zum  Besten 
gegeben,  Erstere  wiederholt  und  mit  bestem  Erfolge  in  Wag- 
ner-Vereinen vorgelesen  worden.  JBeide  haben  das  Gemeinsame 
an  sich,  dass  sie  —  neben  dem  Vorzug,  aus  bewährter,  in 
Wa^er-Fragen  autoritativer  Feder  zu  stapmen  —  von  per- 
sönbchem  Erlebniss  ihren  Ausgangspunct  nehmen  und  auf 
den  vertrauten  Umgang  mit  dem  Meister  in  der  Erinnerung 
zurückgreifen.  Aber  Jene  sind  doch  anziehender,  liebenswür- 
diger und  reichhaltiger.  Dieses  ist  streneer,  systematischer,  von 
schwererem  Kaliber.  So  ergänzen  sich  Beide.  Für  Beide  aber 
darf  als  Motto  dienen  der  vortreffliche  Satz,  den  wir  in  der- 
Glasenapp'schen  Schrift  finden:  „Den  Künstler  Wagner  als 
Menschen  betrachten,  heisst:  die  in  den  einzelnen  (Gestalten 
seiner  Kunst  getrennten  Züge  seines  Wesens  wieder  zu  ihrer 
grossen  und  herrlichen  Einheit  verbinden.** 

Man  braucht  nur  von  diesen  zwei  Schriften  unmittelbar 
herzukommen,  um  sich  einzugestehen,  wie  wenig  Nietzsche 
mit  seinem  Aufisehen  erregenden  „FaU  Wagner^  seinerzeit 
den  richtigen  Wagner  getroffen  hat.  wie  wenig  er  eine 
eigene  Widerlegung  braucht.  Hier:  aer  Mensch  Wagner; 
dort:  Wagner  als  Schauspieler  dargestellt!  Umso  weniger  be- 
greift man  auch  die  Mühe,  die  sich  Eduard  Kulke  in  seinem 

♦)  „Hat  Wagner  eine  Schule  hinterlassen?**  (Deutsche 
Schriften,  Kiel  1892.) 


888 


Bache  ,,Itichard  Wagner  und  Friedrich  Nietzsche** 
(Leipzig  1890  bei  C.  Beissner)  mit  Widerie^une  des  Letzteren 
ffibt.  Doch  halt!  Er  versacht  uns  mittelst  eingehender  psycho- 
logischer Analyse  za  schildern:  wie  Nietzsche  zum  Genier  e^ 
worden,  —  der  Fall  Wagner  wird  zum  Fall  Nietzscne,  das 
Musikanten-Problem  erweitert  sich  zum  Philosophen-Problem: 
da  wird  es  doch  interessant.  Dieser  Theil  der  Schrift  ist 
denn  auch  entschieden  das  Werth vollste  an  ihr.  Kulke  sagt: 
Nietzsche  lernte  Voltaire  näher  kennen ;  diesem  verdankte  er 
die  erlangte  geistige  Freiheit,  und  der  „Parsified"  war  dann 
nur  ein  Grund  mehr  ftir  ihn  zum  Abfall.  Zugegeben.  Wie 
aber  kam  ein  Nietzsche  gerade  zu  Ybltaire?  Vielleicht  könnten 
wir  dem  Verfasser  Aufklärung  hierüber  verschaffen,  d.  h.  wir 
glauben  es  ihm  sogar  bestimmt  verrathen  zu  können;  allein 
wir  wollen  lieber  schweigen  darüber.  Und  warum  dies?  Ein- 
fach aus  —  Mitleid  ftlr  den  grossen,  kranken  Philosophen, 
von  dem  wir  stets  zu  hoch  gedacht  haben,  als  dass  wir  uns 
durch  den  „ZwischenfSEtll  Wagner"  hätten  irre  leiten  lassen. 
Was  das  £uch  von  Kulke  sonst  noch  zur  Sache  enthält,  ist 
eigentlich  nur  deshalb  interessant  und  lehrreich,  weil  es  zum 
„Fall  Kulke"  sich  erweitert.  Der  Verfasser  genört  nämlich 
zur  Speciee  jener  „gemässigten  Wagnerianer",  die  sich  b^ 
sonders  dadurch  auszeichnen,  dass  sie  bei  ihrem  Kampf  gegen 
die  vermeintlichen  Bösewichter  der  (echten)  Wagnerianer,  wie 
weiland  Don  Quixote^  gogen  Windmühlen  fechten.  Das  „Zwei 
Seelen  wohnen,  ach,  in  meiner  Brust"  bildet  auch  die  Signatur 
dieser  Brochure  seiner  Feder,  und  um  die  Verwirrung  voll  zu 
machen,  ist  das  Granze,  das  doch  so  manche  anerkennende 
Urtheile  über  Wagner  enthält,  „Hm.  Hofrath  Prof.  Dr.  Eduard 
Hanslick  hochachtimgsvoll  gewidmet".  Wenn  Etwas  den 
eigentlichen  Zweck  dieser  Apologie  Wagner's  contra  Nietzsche 
noch  verdunkeln  konnte,  so  war  es  diese  entbehrliche  Wid- 
mung; und  wenn  Etwas  dieser  Unklarheit  den  Trumpf  auf- 
setzen konnte,  so  war  es  die  ausdrücklich  bestätigte  Annahme 
dieser  Widmung  durch  den  Hm.  Hofrath. 

(Wird  fortgesetzt.) 


GesangpSdagogisohes. 

Besprocben  von  Moritz  Vogel. 

(Fortsetzung.) 

Die  noth wendigsten  technischen  Singübungen  für  Schul- 
anstalten mit  Altersclassen  vom  li. — 17.  Jahre.  Genau 
nach  dem  Tonumfange  imd  der  Stimmlage  eingerichtet  von 
S.  Widmann,  Seminar-Musiklehrer.  Stuttgart,  Gredner  & 
Pfeiffer. 

Der  Verfasser  unterscheidet  bei  Schülern  im  Alter  von 
14 — 17  Jahren  dreierlei  Stimmen,  ungebrochene,  halb-  und 
ganzgebrochene.  Er  hält  es  für  unbedenklich,  seine  Schüler 
auch  dann  noch  zu  unterrichten,  wenn  sie  ganz  oder  theil- 
weise  der  Mutation  unterliegen,  und  gibt  seine  Uebungen 
folgedessen  in  dreierlei  Fassung,  resp.  Schreibart.  Jeoen- 
fajXs  erfordert  ein  derartiger  Unterricht  die  grösste  Vorsicht 
seitens  des  Lehrers.  Sollten  andere  Lehrer  in  der  gleichen 
Lage  sein  —  in  der  Be^l  werden  ja  die  im  Stimmbuch 
stehenden  Schüler  ;vom  Singen  dispensirt,  —  so  seien  sie  auf 
das  fleissig  und  mit  SacUenntniss  gearbeitete  Werkchen 
S.  Widmann*s  hingewiesen. 

„Sang  und  Klang".  Auswalil  geistlicher  und  weltlicher  Q^ 
sänge  für  Progymnasien,  Bealschulen  etc.  unter  sorgflQ- 
tiger  Berücksichtigung  des  Stimmumfanges  vierstimmig 
bearbeitet  von  R.  Falme.    Leipzig,  Max  Hesse*s  Verlag. 

Vorliegende  Sammlung  könnte  den  angewandten  Uebungs- 
stofif  zur  eben  b^prochenen  Methode  von  Widmann  abgeben. 
B.  Palme  setzt  bei  Schülern  von  14 — 17  Jahren  vollständigen 
Mangel  an  Tenören  voraus,  worin  er  wohl  auch  nicht  irren 
wird.  Da  nun  aber  der  vierstimmige  Gesang  am  wirksam- 
sten und  darum  am  wünschenswerthesten  ist,  so  hat  er  es 
unternommen,  vorliegendes  Ghorgesangwerk  für  zwei  Soprane, 


Alt  und  Männerstimmen  (Bariton)  aaszuarbeiten,  und  wird 
damit  sicher  dem  Bedürfnisse  vieler  höheren  Lehranstalten 
entsprochen  haben.  Die  Sammlung  ist  reichhaltig  (130  Num- 
mern), die  musikalische  Bearbeitung  durchaus  geschickt, 
Ausstattung  und  Preis  billigen  Anforderungen  entsprechend. 


„Liedergarten".  Eine  Sammlung  ein-,  zwei-  und  dreistim- 
miger Lieder  für  Schulen,  nacn  dem  Stimmumfänge  der 
Kinder  in  vier  Stufen  geordnet.  Von  Albert  Linge«  Zwei 
Hefte.    Leipzig,  Ernst  Wunderlich. 

Die  Lieder  der  Sammlung  sind  derartig  nach  dem  Stimm- 
umfange geordnet,  dass  derselbe  von 


^ 


nach  und 


nach  bis 


>-^ 


erweitert  wird.    Das  gibt  an  sich  schon 


eine  progressive  Beihenfolge,  die  aber  dadurch  noch  an  Be- 
deutung gewinnt,  dass  der  Heraus^ber  auch  die  anderweite 
musikansche  BeschafTenheit  der  Lieder  gebührend  in  Bück- 
sicht gez(^n  hat.  So  vermeidet  er  es  z.  B.  die  ersten  20 
Lieder  hindurch,  zwei  oder  gar  mehrere  Töne  auf  Eine  Silbe 
zu  binden,  was  Anfllngern  meist  Schwierigkeiten  bereitet. 
Was  die  Texte  anlangt,  so  scheint  mir  „Alles  neu,  macht  der 
Mai*'  mit  seinen  abstracten  Redewendungen  an  den  An&ng 
weniger  passend.  Bei  No.  104  des  2.  Heftes  würde  mich  der 
Anfang  m  Bezug  auf  die  Satzweise  zu  einer  Aenderung  ver- 
anlassen. Ln  Uebrigen  kann  die  Sammlung  als  brauchbar 
empfohlen  werden. 

Geistliche  Volkslieder  aus  alter  und  neuer  Zeit  für  den  Schul- 
gebrauch gesammelt  von  Fr.  Zimmer,  Seminar-Musik- 
oirector  in  Osterbuix«  und  Lic.  D.  F.  Zimmer,  Professor 
der  Theologie  und  Piarrer  in  Königsberg.  Quedlinburg, 
Chr.  Fr.  Vieweg. 

Diese  Lieder  sind  älteren,  neueren  und  neuesten  Ursprungs 
und  werden  in  £jreisen,  die  dem  geistlichen  Gesänge  eine 
besondere  Pflege  angedeihen  lassen,  willkommen  sem.  Die 
Brauchbarkeit  der  Sammlung  wird  dadurch  erhöht,  dass  der 
dreistimmige  Satz,  in  welchem  die  Lieder  gegeben  sind,  so 
eingerichtet  ist,  dass  dieselben  zwei-  und  dreistimmig  gesun- 
gen werden  können.  Da  die  dritte  Stimme  überdies  auch  in 
zweierlei  Form  notirt  ist,  nämlich  als  Knaben-  und  als 
Männerstimme,  so  kann  man  sich  mehr  Zweckmässigkeit  der 
Einrichtung  wohl  nicht  gut  denken.  Es  seien  daher  die  Leiter 
von  Schulen  und  kirchliche  Kreise  auf  die  Sammlung  auf- 
merksam gemacht. 

Schulliederbuch.  183  ein-  und  zweistimmige  Lieder  nebst 
einer  kurzgefftssten  Chorgesangschule.  Herausgegeben  von 
Robert  Sehwalm,  k.  Musikdirector.  Breslau,  C.  Bech^'s 
Verlag. 

Diese  beispiellos  billige  Sammlung  (188  der  schönsten 
Volkslieder,  gut  gesetzt  und  in  solider  Ausstattung  für  30  /i^) 
sei  allen  Interessenten  aufs  Dringendste  empfohlen. 

„Soli  Deo  gloria" !  Eine  Auswahl  religiöser  Gesänge  für  ge- 
mischten Chor.  Zum  Gebrauche  für  höhere  Schulen  und 
Kirchenchöre  bearbeitet  von  Robert  Linnarz,  k.  Seminar- 
Musiklehrer.  Hannover-Linden,  Verlagsanstalt  von  Carl 
Manz. 

Eine  fleissig  zusammengestellte  Sammlung,  enthaltend  die 
vorzüglichsten  Kirchlichen  Tonsätze  älterer  und  neuerer  Zeit. 
Es  dürfte  wohl  kaum  möglich  sein,  dass  eine  allgemein  be- 
kannt gewordene  Composition  aus  der  Zeit  von  J .  S.  Bach 
herab  bis  auf  Mendelssohn  in  dem  Buche  vergeblich  gesucht 
würde.  Für  Earchenchöre  enthält  die  Samnuung  ein  voll- 
ständiges Bepertorium  auf  alle  Zeiten  des  Kirchenjahres,  und 
empfiehlt  sicn  daher  auch  für  solche  in  erster  Linie  die  An- 
schaffung des  in  jeder  Hinsicht  beachtenswerthen  Werkes. 

(Schluss  folgt.) 


B  i*  i  e  f*l£  a,  s  t  e  n. 


£,  y,  in  Z.    Die  von  dem  trefflichen  Leipziger  Bericht- 
erstatter der  „Schw.  M.**    angeführten  Gründe  zu  dem  ange- 


sichts  des   sonst   stockconservativen    Geschmacks  des   Hm. 
Bemsdorf  doppelt  auffiLlligen  Umstände,   dass  dieser  Kriti- 


389 


kastor  die  „h&rtotten  Biaflen**,  welche  ihm  die  Muse  Buhin- 
siein's  yentDreicht,  „mit  oetentativem ,  dankbarem  Grunzen** 
hinunterschlingt,  sind  durchaus  die  richtigen.  Wir  haben 
Tms  früher  wiederholt  in  gleichem  Sinne  geäussert. 

F.  B.  in  E,  Wir  müssen  auf  imserem  an  dieser  Stelle 
schon  gegebenen  abschlägigen  Bescheid  der  Conseguenzen 
halber  bestehen  bleiben.  Diejenigen  Leser  unseres  Blattes, 
welche  die  Heimgegangene  in  ihrem  Eunstkönnen  schätzten, 


werden  überdies  dureh  die  Kunde  von  ihrem  Hinscheiden 
sicher  an  die  von  uns  vor  acht  Jahren  gebrachte  Lebens- 
skizze derselben  erinnert  worden  sein. 

F,  C.  in  B.  Die  Nachricht,  dass  Hr.  Prof.  H.  E.  den 
Berichterstatterposten  beim  »B.  T."  aufgegeben  habe,  ist  nicht 
ganz  correct,  indem  die  Kündigung  des  bez.  Vertrags  nicht 
von  ihm,  sondern  von  dem  Blatt  ausgegangen  ist,  und  zwar 
schon  vor  Monaten. 


AnselflTOiL 


Conservatorium  der  Musik  in  Mainz, 

gegi-ündet  von  Paul  Sohumaoher, 

unter    üirection    des   BCerrn 

Hermann  Genss, 

Professor  und  Ehrenmitglied  der  königl.  Akademie  in  Bologna. 

[770b.] 
Unterricht    wird    ertheilt    in    allen   Zweigen   der  Tonkunst  vom  ersten  Anfang  bis  zur  vollen  Concertreife. 

Dramatischer  Unterricht.  —  Beginn  des  Winterhalbjahrs:  15.  September.  Aufhahmen  finden  zu  jeder  Zeit 
stdtt.  Prospecte  gratis  und  franco.  Ebenso  jede  gewünschte  Ausicunft  durch  das  Secretariat,  IMittl. 
Bleiche  40. 


*     !■  ■ 


linier  Ibew  ^vtiitfA»vtA  %\fttK  |i«  $i»lfeii 

Oonsenatorinm  für  Musik  zu 

Oarlsrnhe. 

Bep  lis  IlEtefriettiöalires:  15.  Septeglier  1892. 

Der  Unterricht  erstreckt  sich  über  alle  Zweige  der 
Tonkunst  und  wird  in  deutscher,  französischer,  englischer 
und  italienischer  Sprache  ertheilt. 

Auskünfte  und  ausführliche  Prospecte  gratis  und 
franco  durch  die  Direction: 

ProfiBBSor  Heinrieh  Ordenftteln. 


Im  Yerliig  von  E.W.  Fritzseh  in  Leipzig  erschien: 

Die  Bfihneflfestspiele  in  Bayreuth. 

Authentischer    Beitrag    zur  Geschichte    ihrer  Entstehung 

und  Entwickelung 

von  [772.] 

Carl  HeekeL 

Ji  1,60. 
Durch  jede  Buch-,  Kirnst'  und  Afusikalienhandlung  zu  bestehen. 


Briefr- 


marlceiifliaiiiiiiluii^eii»  so- 
wie einzelne  ältere  Briefmarken  am 
liebsten  mit  Umschlag  aus  den  J. 
vor  1870  suche  gegen  Oiusse  zu  kaufen. 
Für  Sachsen,  8  /^  roth,  zahle  M  50,—.        [773d.] 
Feodor  Relnboth,  Verlag,  Leipzig,  Täubchenweg  15. 


von 


Sticilard Wagner' 8  9ramen 

sind  unentbehrlich 

Hans  von  Wolzogea's  und  Ferdinand  Pfohrs 

r'iilirer   (Thematische   Leitfaden) 

durch  Musik  und  Sage  zu 
Parsifal,    6  Bog.,   broch.  Jt  2,—.,    eleg.  gbd.  Jk  2,50. 

Tristan  und  Isolde,  6. Aufl.,  br. ^— ,75., cart. ^1,— . 
Ring  des  Nibelunaen,  broch.  Ji  i, — .,  gbd.  Ji  1,50. 
Tannhäuser  und  der  Sängerkrieg  auf  der  Wartburg 

(Pariser  Bearbeitung),   2.  Aufl.,  broch.  Jt  1,—. 

Meistersinger,  4  Bog.,  broch.  Jt  i, — .,  gbd.  ^ä  1,25. 

Ferner :  [774b.] 

ErQile  tongli  tte  miisic  of  BIM  faper's 

Parsifal,  6  Bog.,  8®,  broch.  Jt  1,—. 

Tristan  and  Isoide,  4  Bog.,  8^  broch.  Jt  2,    . 
Ring  of  tiie  Nibeiung,  broch.  Ji  2,—.,  gbd.  Jt  2,50. 

B^  Man  achte  genau  auf  aie  Kanun  der  Verftueer  und  des  Verlegere, 
da  viele  minderwerthige  Jfaehahntungen  ereehienen!  Prospecte  meinea 
Rithard  Wagner^VerUiges  vereende  überallhin  gratte  u,  franco,     "^tf^ 

Durch  alle  Buch-  u.  Musikhandlungen,  sowie  direct  gegen 
Einsendung  des  Betrages  in  Briefmarken  vom  Verleger 
Feodor  Reinboth  in  Leipzig. 


odi 


(No.  i,  Fdur) 

für  Orchester 

von 

Andreas  Hallen. 

Op.  17. 

Partitur  no.  4  Ji, 
Orchesterstimmen  no.  6  Ji,  [775.  | 

Für  Pianoforte  zu  4  Händen  2  ^  50  4. 

Leipzig.  Fr«  KlstnePa 


liiiiiiiiiiiigiEgiiiiiRaiiiiiii^iaiiiiiBi 

Weplag  won  Wilhelm   Hanse Hj   Lgipzig- 


Sruss  an  die  Sänpr, 


Für  Pianoforte  .H  I 


Walzer  für  Männerchor 

mit  Pianoforte  oder  Orchester  von 

Ph.  Fahrbach  jr. 

Für  Oruhester  ^  2,—.     Oavier-Partitur  M  1,50.     Cborstimmen  je  50  -ij. 
2u  s^BteiXLatisoli.eo3.  Studieng'ebra.'uoli : 

Gzerny-,  Gramer-,  ßlementi-Studen 

Auswahl  und  kritischer  Behandlung  mit  Vorworten  unJ  BemeFkung«ti  fOrs  Studium  von 

Heinrich   Germer. 

Cserny'«  8tiidienwerke._4  Bknde  je  2  J(.    Su|iplement:  T&glictie  Studien  1  J(. 


Cramer'«  60  Etaden.    4  Bünde  je  1,23  Jl. 
Clementrs  Oradns  ad  Parnaasam.    sa  Etüden.    8  Bftnde  je  1,60  Jt. 
Deutscher  und  englischer  Text. 


1776.J 


1cyi!iltil|iiUiti!ü||DJliKl^||DUiKlSl[ayil5lf^ 


S  Pianinos 


bester    Qualität,    einfache    und     elegant« 
stattnng,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabrik 
zu  herabgesetzten  Preisen  zu  veHcsufen. 


1 


IlluBtrlrta  PTBis-Yeraelebnisse 

C.  Schwalbach,  Reichsstnuse 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsoh  In  Leipzig.        (779.J 
Werner,  Anc,  0$.  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    J(  9,—. 


[777-,]    ^ 

Bis-YerselebnissB  zu  beziehen  dureh     9 
lach,  Reichsstnuse  24,  Leipzig.  9 

WwwTOwWwwW 


i2, 

fQr  grosses  Orchester 


Carl  Kleemann, . 

Op.  14. 

Partitur  no.  21   Jt.  [780. 

OrcheBterstimnien  no.  30  Ji. 
Für  Pianoforte  zu  4  HAnden  8  Ji. 

Leipzig.         Fr.  Kistnar. 


[781.1 


'Walzer 


Fiaiioforte  zu.  vier  Händeu 

von 

Robert  Fuchs. 

Op.  25. 

aeft  I.    2  M.  SO  Ff. 

Heft  II.    3  M. 

Für  OrcheBter  bearbeitet  von  Richard  Heuberger. 

Heft    L     Parütur  ao.  6  Jt.  [778] 

Orchest«rstiinmen  no.  9  Ji. 
Heft  n.     Partitur  no.  6  J«. 

Orchesterstimmen  no.  10  .^  50  ^■ 
Letpsig-  Fr.  Kistner. 


Neuer  Verlag  von  Breitkopf  &  HOrtel  lo  Leipzig. 
Praeger,  Ferd., 

Wagner,  wie  ich  ilm  kannte. 

%  366  8.  8«  geh.  Jt  S,— ,,  fein  geb.  Jl  6,—. 

Ein  vertrauter  Freund  des  Meisters  gibt  aus  seinen  Erin- 
nerungen Neues  und  Interessantes  über  die  Lebensscbioksale 
Richard  Wagner's  und  über  die  EntstehungsgeBchichte  seiner 
Werke.  i782.1 

Das  Werk  erscbeint  gleichzeitig  auch  in  französischer  und 
englischer  Ausgabe. 


891 

Königliches  Conserratorinm  der  Wm\L  m  Leipzig. 

Die  Aufnahme-Prüfung  findet  Mittwoch,  den  5.  October,  Vormittags  9  ühr  statt.  Der  Unterricht  erstreckt 
sich  auf  Harmonie-  und  Compositionslehre,  Pianoforte  (auch  auf  der  Jankö-Claviatur),  Orgel,  Violine,  Viola,  Violoncell, 
Oontrabass,  Flöte,  Oboe,  Clarinette,  Fagott,  Waldhorn,  Trompete,  Posaune,  --  auf  Solo-,  Ensemble-,  Quartett-,  Orchester- 
und  Partitur-Spiel  —  Sologesang  (vollständige  Ausbildung  zur  Oper),  Chor-Gesang  und  Lehrmethode,  verbunden  mit 
Uebungen  im  öffentlichen  Vortrage;  Geschichte  und  Aesthetik  der  Musik,  italienische  Sprache,  Declamations-  und 
dramatischen  Unterricht  —  und  wird  ertheilt  von  den  Herren:  Professor  F.  Hermann,  Professor  Dr.  R.  Papperitz, 
Organist  zur  Kirche  St.  Nicolai,    Capellmeister  Professor  Dr.  C.  Reinecke,   Th.  Coccius,   Universitäts-Professor 

Dr.  0.  Paul,  Dr.  F.  Werder,  Musikdirector  Dr.  S.  Jadassohn,  L.  Grill,  F.  Rebling,  J.  Weidenbach,  C.  Piutti, 
Organist  zur  Kirche  St.  Thomae,  B.  Zwintscher,  H.  Klesse,  A.  Reckendorf,  J.  Klengei,  R.  Rolland,  0.  Schwabe, 
W.  Bärge,  G.  Hinke,  F.  Gumpert,  F.  Weinschenk,  R.  Muller,  P.  Quasdorf,  Capellmeister  H.  Sitt,  Hofpianist 
C.  Wendung,  T.  Gentzsch,  P.  Homeyer,  Organist  für  die  Gewandhaus-Ooncerte,  H.  Becker,  A.  Ruthardt,  G.  Schreck, 

C.  Beving,  F.  Freitag,  Musikdirector  G.  Ewald,  A.  Proft,  Regisseur  am  Stadttheater,  Fraulein  A.  Götze,  Herrn 
Concertmeister  A.  Hilf 

Prospecte  werden  unentgeltlich  ausgegeben. 


Leipzig,  Juli  1892. 


[788a.] 


Das  Directorium  des  Königlichen  Conservatoriums  der  Musil(. 


IDr.  Otto  Gh-fi-ntlier, 


I  Zur  Vorßereiiung  für  Sayreuiü.  f 


Soeben   erschien  in 


[786d.] 


Constantin  Wild's  Verlag,  Leipzig  und  Baden, 

und  ist  durch  alle  Buch-  und  Musikalienhandlungen  zu  beziehen! 

und  der  Sängerkrieg  auf  Wartburg,  besprochen  von 
Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.    2.  Auflage.    Preis  Ji  —,60. 


Tannhäuser 

et  le  Tournoi  des  Chanteurs  ä  la 

Wartburg,  comment^e  par  le  Dr.  F.  V. 

Dwelshauvers-Dery.    Traduction  auto- 

ris^  par  Tautenr.     Prix  Jt  — ,80. 


Die 


Meistersinger 

de  Nurembergi  comment^e  par  le 

Dr.  Hugo  Dinger.   Traduit  par  le  Dr. 
Georges  Dwelshauvers.  Prix  Ji  1,25. 


and    tbe    Minsirels    Tournamenl   al   Ihe    Wart- 
burg.    Commentary  by  Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.    Translated 

by  E.  C.  Carricic.    Prize  Ji  —,80. 


von  Nürnberg.     Zur  Einfübrung  in  das  Werk.    Eine  Studie  von 

Dr.  Hugo  Dinger.    Preis  Ji  l,— . 


The  Maslersingers  off  Nuremberg.    A  study  by  Dr. 
Hugo  Dinger.    Translated  by  A.  Bemnoff.    Prize  Ji  1,25. 


892 


[786.] 


f^ulius  jßßitAner,  ^eipjiff. 

tt  %  HoT-MoMfaliii 

Bedeutendste  Pl|iiioforte-!Fabrlk  Europas! 

Flllgel  und  Pianinos 

von  aneirkcLmit  i].nLti.l>ei*tro£renLe]r  I]Alt1>fi^irl(eit 

und  edlem»  s»iUgireielieiKi  n?oii. 


"^yxnyifb     "Vortrete»  bez. 


''erlcavLfsza9.agazlxie  axi  allexi  "bedevitexicLere: 

Die  Fabrik  bestellt  seit  7.  November  1853. 


Piatxezi.    ^yxro^ 

»  •  1  * 


Cowlantiii  Wildes  Verlag,  Leipgi     und  Badew^Badf^n. 

[787b.]  Soeben  erschien: 

0-esa.rxg*-  Sclnixle 


von 


Crä#4rä(0]k  ]6#tttt#r« 


Preis  Merk  3,—. 

Torlieipendes  ÜVerk  enthält  sich  aller  natslosen  l¥eltlfta4gheiten  nnd  besweckt,  dem 
Schüler  klare  nnd  praktische  Anfschlüsse  zn  it^eben,  welche  ihn  mtti^liohst  schnell  an  dem 
Ziele  führen,  seine  Stimme  richtlit^  it^ebranchen  sn  lernen* 

Zu  beziehen  dureh  alle  Bueh-  und  Musikallenhandlimgen. 


CatlPfüL     t^s^^^^^H^ 


f 

Conoertmeister    des   Gewandhaus-   und   Theater- 
orchesters. [788—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21 


nullit  He^t>ev0^ 

hensogi.  Bachs.  Ho^ianist,  Frofessenr  sup^rienr  am  Oonserratorinm 

au  Genf  (Sohweii).  [789—.] 

Concert-Yertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Alfred  Krasselt. 


Breilkopf  *  Härlel  in  I^eipzigr. 
X^ieder  f*tkr  eine  Stiiumaie. 

Heftansgabe  je  Ji  1,—.  [7Ö2— .] 

Sopran  No,  1  —200,  Mezzosopran  No.  201—400,  Alt  No.  401--460 
Tenor  Ko.  451—600,  Bariton  nnd  Bass  No.  601— 70Q. 

Yerzeiobnisse  unentgeltlicb  in  jeder  Buch-  u.  MnaLkhandlnng. 


Fr.  Klstner,  Musik-Sortiment,  Leipzig, 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  S 
Musikalien»  musikalisehen  Sehriften  etc.  —  fjitaloge  w 
nnd  Auswahlsendnngen  stellen  zu  Diensten.  [798 — .]  ^ 


[790—.] 


Baden-Baden. 

Yertr.  H«  WoUT.    Beplin« 


Vollständige  AosbildoDg  für  Oper  u.  Coneert 

Ensemble-Üebungen.     BoUenstndinm. 
Yon  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [791—.] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gresanglehrer. 


In  der  fQrstl.  Hofcapelle  zu  Sondershaiisen  ist 

mit  dem  1.  Oct.  d.  J.  die  Stelle  des  ersten  Violon- 
cellisten zu  besetzen.  Bewerber,  welche  vollkommen 
routinirt  sind  im  Opern-  und  Concertspiel,  wollen  sich 
an  Unterzeichneten  wenden.  [704a.] 

Hofcapellmeister  Prof«  Soliröder« 

Als  Harfenspieler  für  das  Theater  und  zugleich  davler- 
lehrer  am  Musikvereine  in  Linz  (Ober-Oester.)  wird  ein  tüch- 
tiger Künstler  mit  1.  October  d.  J.  aufgenommen.  Gehalt  ftlr 
beide  Functionen  (am  Theater  bis  1.  Mai,  am  Musikvereine 
mit  9  Unterrichtsstunden  wöchentlich  bis  Mitte  Juli  1893 
dauernd)  650  FL  Ö.  W.  [796».J 

Nebenverdienst  als  Ciavierlehrer  möglich.  Anträge  an 
den  Musikverein  in  Linz  bis  10.  August  d.  J. 


Drack  von  G.  G.  Röder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  4.  August  1892. 


Bmk  iluuicli  nck-,  luii-  .^  ...  g.,,. , 

?."!)"Jl:,'?V""*h.S,'"  «  Ww-r  am..»!.«. 

■^lÄ^S^  ffir  Iffiiailrflr  nnd  TffnsilffpßmiHp  -Co 


rti  du  lultsliictii  woctiiliUll 

MniDli  Zmeidmiieii  liid  u 

fiilacwi  iD  adrenlni. 


^ 


f&r  Musiker  jandjffusikfreuiide. 

Verantwortlicher  Bedacteor  und  Verleger: 

E.  W.  Fritssoh, 

Leipzig,  KönigBBtrasae  6. 


^^ 


XXin.  Jabrg.] 


Das  Haiikaliache  Wochenblatt  eratiliaiDt  jährlich  in  52  Nummern.  Der  AbonDemenUbetiui; 
fDr  da»  Quart«!  von  18  Nummern  ist  8  Mark;  eine  einielae Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
diiecter  frankirter  Krauibandsendnug  treten  nachitehende  vierteljahrliche  AbonnementB- 
pr«iie  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  dai  Deutsche  Reich  und  Oeeterreich.  —  2  Mnrk  75  Pf. 


r  weitere  Lknder  des  Allgi 


-   Jahreeabonnpinenta   i 


Zagmadeleguag  vontehender  Bezugsbedin  Bungen  berechnet. 
Die  InaartioDageDflhreD  ßr  den  Raum  einer  gespaltenen  Fetitzeile  b>?trageii  30  Pfennige. 


[No,  82, 


OhnlcuuigiuiteRrlDhL  (Sobhm.)  —  TagMgMohlabt«!  Hnalkbrlefs 
inuctao.  —  fEaeigeineiit*  and  OuUplel*  in  Oper  nnd  Cinioart.  —  ' 
anKSB  nnd  Kotlifln.  —  KritUaher  Anhang:  0 "* '"'■-  "'- 


::  OaiangpUagt^lsolie  Werke  f< 


and  CarlsTube  (Fortsetznngl.    —    Berichte.  —    Coneerl- 

-  Hnslkatien-  und  BücbennarkL   —  Vermischte  Hltthel- 

QrftsBuer,  sowie  A.  GräiBoer  nnd  B.  Kropf.  —  BriefkaMen.  — 


Sohulgeungunterrioht. 

(SchldSfi.) 

Znnaelut  erscheint  mir  der  OeMn^nnterricht  als  der 
wichtigste  Zweig  der  musikaliBchen  Atubildung,  der  nicht 
nur  gleich  dem  Zeichenunterricht  eine  gewisse  Fertigkeit 
nnd  den  Geschmack  auszubilden,  sondern  auch  gleich 
dem  Unterricht  in  Seligion  and  Litteratur  auf  das  Gemüth 
wirken  kann  und  soll.  Die  Pflege  der  Musik  aber  halte 
ich  mit  Th.  Waitz  (Allgemeine  Fftdagogik  pag.  265  nnd 
279)  für  einen  sehr  hedentsamen  Factor  der  nationalen 
und  sittlichen  Bildung,  ja  für  kaum  ubersch&tzbar,  da  sie 
ja  auf  den  Willen,  den  Sits  des  Charakters,  erheblichen 
£inflnBS  äbt.  Das  erkannten  ja  auch  schon  die  alten 
Griechen,  und  nicht  nur  ein  Piaton  oder  Aristoteles,  so 
klar,  dasa  ne  die  mosikalische  Bildung  als  die  Haapt- 
richtong  ihrer  Jugenderziehung  überhaupt  neben  der  Gym- 
nastik Bum  Selbstzweck  machten;  dass  Solon  die  musika- 
lische Erziehung  ans  einem  Vorrechte  des  Adels  zu  einer 
allgemeinen  Berechtigung  und  Verpflichtung  anch  der 
Bärger-  und  BaaemsÖhne  machte;  ja,  doss  sie  bei  den 
Spartiaten  sogar  ganz  allein  die  geistige  Seite  der  Jugend- 
erziehnng  vertrat  Man  vergleiche  darüber  die  interes- 
.  santen  Auseinandersetznngen  des  Seminarinspectors  Helm 
in  Schwabach  hei  Behandlung  des  Gesangsunterrichts  in 
^ehr's  Geschichte  der  Uethodik,  IV,  p.  205  ft 

Nun  scheint  es  zwar,  als  wenn  diese  Werthschltzung 
des  Unsikunterrichtes  und  der  Musikpflege  nicht  gewichen, 
sondern  eher  gewachsen  wäre,  wenn  man  die  Unzahl  von 


Flügeln,  Pianinos,  Ciavieren  oder  Saiteninstrumenten  be- 
denkt, die  gekauft  und  gebraucht  werden,  wenn  man  aus 
allen  Häusern  und  Stockwerken  Clavier  pauken  oder 
Saiten  kratzen  oder  gen  Himmel  schreien  hört.  Aber 
leider  ist  das  nur  noch  keine  Pflege  der  HusikI  Die 
Lehrenden  sind  oft  ganz  unberufene  Personen,  die  durch 
„  Maukstunden "  zu  2,  4  oder  6  Ggr.  oder  mehr  ihren 
Lebensunterhalt  oder  Nebeaverdienst  suchen  und  sieb  kein 
Gewissen  daraus  machen,  dass  sie  die  Zahl  der  Stümper 
noch  vermehren  und  die  „Dilettantalnsqualen"  füix  gute 
Uusiker  ins  UebermeuBchliche  vermehren,  ohne  dabei 
auch  nur  die  Elemente  der  Musik  zu  lehren  oder  diese 
selbst  zu  beherrschen.  Dabei  vergebt  auch  manchem  be- 
gabten Kinde  alle  Lust,  Geschmack  und  Verstandniss  für 
Musik  auf  immer  oder  auf  lange.  Solche  schwere  Ver- 
sündigung aber  wird  nicht  bestraft! 

Noch  schlimmer  steht  es  aber  mit  dem  Oesangunter- 
richte.  Auch  hier  und  hier  erst  recht  wird  von  manchem  ganz 
Unberufenen  so  gesündigt,  daiiB  es  ein  Jammer  und  nie 
wieder  gut  zu  machen  ist.  Ich  kann  ein  Liedchen  davon 
singen.  In  den  untersten  Classen  der  Realschule  hatten 
tvir  einen  ganz  hübschen  Anfang  im  Singen  gemacht. 
Alle  Kinder  mussten  vom  6.  Lebensjahre  an  wie  beten, 
so  auch  singen.  Ich  bin  noch  beute  überzeugt  (wie 
Rud.  Lange  (Winke  für  Gesanglehier,  Berlin  1885,  p.  42), 
dass  das  richtig  war,  schon  deswegen,  weil  ja  Kinder 
meist  schon  vor  Eintritt  in  die  Schule  daheim  oder  im 
Kindergarten,  dem  Nachahmungstriebe  folgend  oder  dazu 
besonders  angehalten  nnd  angeleitet,  gesungen  haben, 
und  weil  es  nicht  richtig  wAre,    ihnen  in  der  Schale  zu 


Die  nächste  Nummer  des  „Musikalischen  Wociienblattes"  erscheint  erst  am  18.  August. 


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versagen,  was  sie  ausserhalb  doch  tliun.  Und  wie  oft 
wirkt  etwas  Singen  dazwischen  erfrischend  und  neu  be- 
lebend! War  es  zuerst  nur  ein  Verschen,  ein  paar  Minu- 
ten lang,  allmählich  wurde  ein  Liedchen  oder  ein  textlich 
und  musikalisch  leichter  Choral  versucht;  wir  sangen  regel- 
mässig und  wirklich  nicht  schlecht  für  unser  Alter.  Schon 
damals  lernten  wir  richtige  Körperhaltung  und  Athmung, 
möglichst  reine  und  gute  Aussprache  und  Tonbildüng, 
und  vor  Allem  bekamen  und  behielten  wir  rege  Lust  zum 
Singen.  Als  ich  aber  mit  etwa  neun  Jahren  ins  Gymna- 
sium überging,  machten  wir  gleich  mit  beiden  Beinen 
einen  tüchtigen  Sprung  und  Plumps  ins  Blaue.  Ich  glaube 
nicht  zu  irren,  wir  sangen  auf  Anhieb  und  gleichsam  als 
wissenschaftlichen  Prolog  „Gesang  verschönt  das  Leben''. 
Der  Hr.  Gesangsprofessor  oder  ofiFiciell  „  Gantor  *',  zugleich 
Lehrer  des  Rechnens,  Schreibens  und  der  Geschichte, 
überall  gleich  schwach,  am  schwächsten  in  der  Disciplin, 
weil  ohne  jede  Autorität,  geigte,  vor  uns  sitzend,  nach- 
dem er  etwelche  Vorbereitungen  mit  der  Geige  gemacht 
und  einige  Minuten  lang  „phantasirt''  hatte,  eine  beliebige 
Melodie  vor,  die  wir  gedruckt  (in  Erk  und  Greef  oder 
dgl.  Sammlung)  vor  uns  hatten.  Wir  sangen  sitzend  mit 
und  nach.  Öfter  unterbrochen  und  so  genöthigt,  das  lebens- 
volle Ganze  zu  Kochstücken  zu  zerhacken,  um  es  schliess- 
lich entweder  roh  mit  aller  elementaren  Kraft  herauszu- 
gröhlen  oder  übertrieben  zart  und  undeutlich  zu  säußeln. 
Dabei  wurde  weder  darauf  geachtet,  ob  wir  auch  den 
Text  verstanden,  unsere  thüringische  Mundart  überwanden 
oder  die  Melodie  schon  fassen  konnten,  noch  auch  nur  auf 
Körperhaltung  oder  drgl.  doch  so  wichtige  Aeusserlichkeiten. 
Die  Tonart  wurde  genannt  und  der  Name  einfach  aus  der 
Vorzeichnung  abgeleitet  (1  Kreuz  =  Gdur,  2  =Ddur  etc.), 
und  so  und  ähnlich  ging  es  weiter  kreuz  und  quer,  ohne 
Sinn  und  Methode,  banal  oder  verfrüht  wissenschaftlich, 
bis  zu  Been  und  Kreuzen  und  zu  allerlei  Finessen  der 
Musik.  Dabei  wurden  auch  etliche  von  uns  gezwungen, 
vor  der  Zeit  und  wider  die  Natur  tief  zu  singen  und  so 
sicher  todtgesungen ;  Andere  wieder  dadurch  geschädigt, 
dass  sie  zu  hohe  Lagen  zu  erzwingen. hatten.  Mir  scheint 
ja  auch  der  zweistimmige  Gesang  als  die  natürlichste 
Mehrstimmigkeit  für  die  Volksschule  und  die  Mittelclassen 
höherer  Schulen,  voll  musikalischen  Reizes  und  auch  all- 
mählich erreichbar,  wenn  etwa  der  Lehrer  die  2.  Stimme 
fleissig'  mitgeigt  oder  singt.  Aber  man  darf  doch  damit 
weder  zu  früh  beginnen  wollen,  noch  vergessen,  dass  der 
natürliche  Stimmumfang  gering  ist,  bei  weiblichen  Stimmen 

etwa  von  c  bis  c,  bei  männlichen  ebenso  oder  d  bis  e, 
und  dass  jedes  Uebertreiben  oder  Verfrühen  der  tieferen 
oder  höheren  Lagen  unrettbar  verdirbt.  Meine  damals 
schon  früh  merkliche  und  rasch  sich  entwickelnde  Sicher- 
heit im  Hören  und  Treffen  bei  klarer  und  hoher  Stimme 
trug  mir  nun  bei  unserem  Cantor  besondere  Gunst  und 
die  Empfehlung  an  den  Hrn.  CoUegen,  Regenten  des 
Kirchenchores,  ein.  Als  er  meine  unentwegbare  Sicherheit 
und  Stimmstärke  würdigen  lernte,  stellte  er  mich  bald  an 
die  Spitze  seiner  Sopranisten  und  hielt  mich  dabei  bis 
zum  —  16.  Jahre  etwa  fest,  während  ich  im  Gymnasial- 
chore allmählich  zum  fast  einzigen  2.  Bassisten  und  zum 
Vorsänger  bei  den  Morgenandachten  vorgerückt  war.  Man 
kann  sich  denken,  welche  Folgen  das  hatte.  Wenn  man 
meine  Stimme  damals  geschont  und  regelrecht  gebildet 
hätte,  wäre  sie  wohl  ein  Bariton  k  la  Hildach  oder  so 
ähnlich  geworden;  so  aber  ist  sie  eine  vom  Contra-C  bis 
zum  kleinen  c  reichende  Bassstimme,  die  hier  und  da,  wo 
sie    von    klangvollen    Sängern    gedeckt   erscheint,    ganz 


brauchbar  sein  mag,  auch  von  Kirchen-  und  anderen 
Vereinen  gelegentlich  besonders  bei  kirchlichen  Aufgaben 
gern  genutzt  worden  ist,  aber  von  mir  vernachlässigt, 
weil  missachtet.  Und  nicht  einmal  Texte  habe  ich  je 
gelernt,  höchstens  einmal  einen  1.  Vers,  und  den  noch 
unsicher,  dank  der  verflixten  Manier,  uns  Alles  von  ge- 
druckten oder  geschriebenen  Noten  und  Nichts  frei  singen 
zu  lassen.  Liegt  es  nicht  heute  vielfach  so?  Wie  oft 
habe  ich  bei  Ausflügen  von  Schulen  Jungen  oder  Mädchen 
singen  hören;  und  wie  oft  plärren  Manche  mit,  ohne  ein 
Wort  Text  hervorzubringen.  Ja,  wie  oft  hörte  man  wohl 
Lieder,  die  frisch  und  flott  in  Wort  und  Melodie  dahin- 
flössen, weil  sie  nicht  in  der  Schule  gelernt  waren!  Wem 
gibt  das  nicht  zu  denken.  Und  wer  verargt  es  Unser- 
einem,  wenn  er  den  Uebelthätern  noch  lange  nachher  zürnt 
und  Wehe!  nachruft?  — 

Uebrigens  habe  ich  aber  solche  üble  Erfahrung  weder 
allein,  noch  nur  damals  als  Schüler  gemacht;  ich  kann 
noch  mit  Anderem  aufwarten.  Dort  war  ein  alter,  über- 
lebter, stumpf  gewordener  Mann  ohne  die  nöthigen  Kennt- 
nisse und  Fähigkeiten  für  das  Lehramt,  besonders  für  das 
Singen,  auch  ohne  persönliches  Ansehen,  daher  erfolglos 
und  gefährlich.  Aber  ich  kannte  ein  Gymnasium,  da  war 
der  Gesanglehrer  ein  wohlberufener  Sänger,  und  doch 
sangen  seine  Schüler  schaurig  schön.  An  einem  anderen 
wirkte  ein  als  Componist  rasch  bekannt  gewordener  Fach- 
mann mit  geringem  Lehrtalente  und  noch  geringerem  Ge- 
schicke in  der  Behandlung  heranwachsender  Menschen  aus 
guter  Familie;  hätte  sich  nicht  ein  Altphilologe,  der  ein 
feiner  Musiker  und  tüchtiger  Sänger  und  Singelehrer  war, 
erbarmt,  die  ganze  Generation  oder  mehrere  wären  ge- 
sanglich ruinirt  worden.  An  einer  Realschule  wirkte  als 
„technischer  Lehrer**  ein  tüchtiger  Zeichner  und  Maler; 
dem  wurden  natürlich  ausser  Zeichnen  und  Schreiben  auch 
Singen  und  Turnen  aufgepackt,  von  denen  er  wohl  kaum 
eine  Ahnung  hatte.  Er  selbst  hatte  grosse  Körperkraft 
und  musste  nun  wohl  oder  übel  mitturnen,  bis  ich  ihm 
als  alter  Vorturner  beisprang  und  etwas  angelernte  Me- 
thode hineinbringen  half.  Er  hatte  aber  auch  etwas 
geigen  gelernt  und  sang  einen  recht  dicken  Bierbass; 
nun  waren  aber  Haltung,  Aussprache  und  Tonbildung  der 
armen  Sangesschüler  so  auffftllig,  dass  ich  bald  nach- 
forschte und  mit  Vergnügen  die  Singestunden  abgetreten 
bekam.  Nun  hatte  ich  zwar  kein  Ciavier,  konnte  auch 
nicht  geigen,  aber  vorsingen.  Und  da  Manche  noch  keine 
Noten  kannten,  musste  ich  die  Intervalle  durch  Zahlen 
bezeichnen  und  die  Gehör-  und  Trefiubungen  eifrigst  be- 
treiben, bis  ich  auch  etwas  weniger  bescheiden  vorgehen 
und  mehr  verlangen  und  zumuthen  konnte.  Wohin  hätte 
solch  ein  aufgedrungener  Unterricht  sonst  wohl  schliess- 
lich geführt?  Und  dieser  Fall,  dass  der  Zufall  oder  die 
Gunst  bestimmend  auf  die  Vertheilung  der  Fächer  unter 
die  Lehrkräfte  einwirkt,  ist  ja  nicht  etwa  selten:  ich 
musste  ja  in  meiner  1.  Stelle  am  Gymnasium  als  classi- 
scher  Philologe  ebensogut  Religion  als  Naturbeschreibung 
lehren,  und  später  sollte  ich  gar  einmal  Schreibstunden 
bekommen,  weil  der  Hr.  Rector  mir  den  Hm.  Vorgesetzten 
zeigen  wollte,  trotzdem  er  wusste,  dass  ich  davon  Nichts 
verstand.  Zum  Glück  hatte  ich  die  Fächer  und  Classen, 
in  denen  ich  unterrichten  wollte  und  musste,  in  meinem 
Vertrage  bestimmt  bezeichnen  lassen,  sonst  hätte  ich  viel- 
leicht nach  meinem  herrlichen  ductus  (den  die  Setzer  zu 
würdigen  wissen!)  noch  viele  Scribrifaxe  gebildet.  Damals 
war  die  Sache  für  mich  sehr  schwierig  und  anstrengend, 
auch  im   Ausgang    bedenklich;    aber    natürliche    Anlage, 


395 


guter  Wille  auf  beiden  Seiten,  ernstes  Studium  halfen 
bald  zu  leidlichen  und  allmählich  zu  anerkannt  guten 
Resultaten  im  Singen  und  Niederschreiben  leichter  Ge- 
sänge. 

Freudig  überraschte  es  mich,  als  ich  nachmals  in  der 
„Gesimglehre  fär  Schulen"  von  Musikdirector  Dr.  Lorenz 
in  Stettin  einen  ähnlichen  Versuch,  wie  ich  ihn  instinctiv 
angestellt  hatte,  ausgearbeitet  und  schon  bewährt  fand, 
und  viel  später  die  „Praktische  Schreibsingeschule^  des 
um  Gesang-  und  Gesangunterricht  hoch  verdienten  k.  Musik- 
directors  H.  Wehe  kennen  lernte,  die  von  etwa  denselben 
Grundgedanken  ausging,  als  ich,  sie  aber  geistvoll  und  syste- 
matisch entwickelte  und  ausbildete.  Sie  war  schon  1856  bei 
Heinrichshofen  in  Magdeburg  erschienen,  aber  erst  in  der 
erheblich  veränderten  und  verbesserten  Ausgabe  von 
1884  ff.  allgemein  gewürdigt  und,  statt  nur  nachgeahmt 
oder  angewandt,  auch  anerkannt  worden.  In  dem  Vor- 
worte sagt  er  dort  ganz  treffend:  1)  Der  Unterricht  im 
Singen  beginne  mit  den  1.  Tönen  einer  Leiter,  wie  im 
Lesen  mit  Lauten;  2)  wie  aus  den  Lauten  Silben,  Wör- 
ter und  Sätze  zusammengesetzt  werden,  so  aus  Tönen 
musikalische  Phrasen^  Sätze  und  Liedchen;  3)  wie  Wörter 
durch  Buchstaben  dargestellt  werden,  so  die  Töne  durch 
Noten;  4)  Schreib-  und  Singübungen  als  Prüfstein,  der 
Tonerkenntniss  entsprechen  den  orthographischen  Uebun- 
gen;  5)  der  logischen  und  grammatischen  Zergliederung, 
Umformung  und  Nachbildung  von  Lesestücken  entsprechend 
die  von  Musterliedem. 

An  einer  anderen  Anstalt  hatte  ich  mit  Erlaubniss 
des  Directors  einen  Gesangverein  der  Schüler  eingerichtet, 
da  der  Lectionsplan  keine  Singestunden  aufwies.  Hier 
benutzte  ich  einen  Flügel,  bis  ihn  unverständiger  Gebrauch 
in  den  Pausen  seitens  der  Herren  Jungens  in  Übeln  Credit 
brachte  und  unmöglich  machte.  Mir  schien  die  temperirte 
Stimmung  der  Feinheit  des  Ohres  und  der  Intonation  zu 
schaden;  auch  entzog  mich  das  Spielen  sitzend  zwischen 
den  Schülern  zu  sehr  der  Beobachtung  der  Einzelnen  und 
des  Einzelnen;  daher  verzichtete  ich  leicht  darauf.  Ich 
will,  zwar  nicht  allgemein  dem  k.  Musikdirector  am  Semi- 
nar in  Posen,  Hrn.  G.  F.  Hennig,  Recht  geben  und  alle 
Lieder  mit  Clavierbegleitung  in  Schulen  als  Deckmantel 
und  Zeichen  von  Bequemlichkeit  oder  Untüchtigkeit  der 
Lehrer  oder  Schüler  bezeichnen;  aber  jedenfalls  zeugen 
sie  mindestens  von  ganz  übel  angebrachtem  Streben  nach 
Kunstgesang,  der  in  die  Schule  entschieden  nicht  gehört, 
nur  in  Seminarien  oder  meinetwegen  in  den  Primen  von 
Gymnasien  und  Realschulen  geübt  werden  mag,  wenn 
und  nachdem  man  dem  Volksliede  imd  dem  Chorale  und 
dem  einfachen  Schulgesange  voll  gerecht  geworden  ist. 
Bei  dem  blossen  Vorsingen  freilich  beobachtete  ich,  dass 
die  Verschiedenheit  der  Stimme  des  Lehrers  von  der  der 
meisten  Schüler  in  Register,  Tonlage  oder  Klangfarbe  die 
Schwierigkeiten  leicht  unnöthig  erhöht.  Und  allmählich 
kam  ich  doch  zu  der  Ueberzeugung,  dass  die  Geige  die 
beste  Hilfe  beim  Gesangunterrichte  in  der  Schule  bietet; 
denn  ihre  Tonlage  ist  der  kindlichen  gleich;  sie  ist  in 
aufrechter  Stellung  und  leicht,  stark  oder  schwach,  zu-  oder 
abnehmend,  um  eine  oder  einige  Schwingungen  höher  oder 
tiefer  zu  spielen  und  scharf  von  der  Singstimme  unter- 
scheidbar, wo  es  notthut.  Aber  auch  das  wurde  mir 
immer  sicherer,  dass  das  Singen  nach  dem  Gehöre  in  der 
Schule  vorherrschen  muss,  selbst  nachdem  (etwa  im  3. 
oder  4.  Jahre)  nach  Noten  gesungen  wird;  dass  dabei 
Gehör-  und  Treffübungen  in  jeder  Stunde  etwa  10  Minuten 
gemacht  werden  müssen,    dass    doch   keine  Methode   bei 


jedem  Schüler  selbständiges  Singen  nach  Noten  erzielen 
kann,  dass  endlich  guter  Gesang  a  capella  und  das  ge- 
schmack-  und  liebevolle  Singen  von  Volksliedern  imd 
Chorälen  den  Haupttheil  und  das  Ziel  des  Schulgesanges 
bilden  müssen. 

Wo  natürlich  noch  unter  dem  Namen  von  öffentlichen 
Examina  Schaustellungen  der  Lehrer  und  Schüler  vor  dem 
grossen  Publicum  existiren  und  dieses  oder  gar  die  Be- 
hörden nach  dem  Gebotenen  die  Schule  selbst  und  die 
Lehrkräfte  beurtheilen,  da  wird  unwillkürlich  auch  im 
Gesang  zu  Spiegelfechterei  in  grösserem  oder  geringerem 
Maasse  gezwungen.  Da  kann  man  es  natürlich  dem  Ge- 
sanglehrer auch  nicht  verdenken,  wenn  er  eigene  oder 
fremde  Kunstwerke  einpaukt,  die  über  den  Rahmen  des 
Schulischen  weit  hinausragen! 

Ich  will  übrigens  noch  auf  die  Frage  kurz  hier  ein- 
gehen, wer  in  der  Schule  singen  soll:  nach  meiner  Mei- 
nung Alle,    selbst  solche,    die    „kein    Gehör   und   keine 
Stimme''  zu  haben  behaupten.     Niemand    sollte  von   der 
Singestunde  dispensirt  werden,  es  sei  denn  wegen  Krank- 
heit und  nach  fachmännischem  Befinden  des  Gesanglehrers. 
Können  doch  auch  solche,    die   zeitweise  oder  überhaupt 
nicht  mitsingen,  aus  der  Gesangstunde  Vielerlei  profitiren, 
wenn  sie  richtig  ausgenutzt  wird,    in  der  Art,  wie  etwa 
Bücher  von  Hennig,  Sering  oder  Lange  anleiten.    Wohl  aber 
wird  der  fachmännische  Lehrer  erlauben ,  die  Stimmen  wäh- 
rend des  Mutirens  der  Knaben  oder  bald  nach  Eintritt  der 
Entwickelung  der  Mädchen  zu  schonen.    Noch  weniger  darf 
natürlich  ein  Kind  wegen  seines  Betragens  aus  der  Singe- 
stunde verwiesen  werden;  sind  auch  Gesanglehrer  schwach 
in   der  Disciplin,    so    werden    sie  dieselbe   doch   dadurch 
nicht  stärken.     Wie  aus  anderen  Gründen,  so  dieserhalb 
wäre  es  immer  erwünscht,  wenn  der  Gesanglehrer  auch  z.  B. 
die  Sprachstunden  gäbe;  ja,  ich  möchte  am  liebsten  mit 
Luther,  wenigstens  in  der  Volksschule  oder  in  Elementar- 
classen,  keinen  Lehrer  angestellt  wissen,  der  nicht  singen 
und  Gesang  lehren  könnte.     Wer  sich  heute   diesem  so 
hohen    und   schwierigen  Berufe   widmen   will,    hat    es  ja 
leichter,  als  wir  vor  20  oder  unsere  Lehrer  vor  40  Jahren ; 
ihm  stehen  die  trefflichen  theoretischen  und  methodischen 
Bücher  und  Liederbücher,    die    ich   oben   zum  Theil  an- 
führte,   zu    Gebote.     Aber    kein  Lehrer    übernehme    ihn 
doch,   ohne  zu  der  allgemeinen  Lehrbefähigung  ganz  be- 
sondere für  dieses  Fach  mitzubringen  und  heilige  Begei- 
sterung dafür  zu  empfinden.    Mir  scheint  es,  ausser  tech- 
nischer Tüchtigkeit  müsste   der  Gesanglehrer  auch  hohe 
intellectuelle    und    moralische    Gaben,     vor    Allem    auch 
grossen  Takt  und  feinen  Geschmack  haben,   um  des  er- 
wünschten segensreichen  Wirkens  sicher  zu  sein.     Wenn 
ich  also  in  Etwas  fehlgreife,  so  kann  es  höchstens  darin 
sein,    dass    ich    mein  Ideal    von    einem  Gesanglehrer  zu 
schön  ausdenke  und  von  ihm  zu  viel  fordere  und  erwarte. 
Das  hat  aber  nur  darin  seinen  Grund,  dass  ich  wünschte, 
Frau  Musica  würde  überall  so  geehrt,  wie  sie  es  verdient, 
und  unsere  Jugend    auch  über  das  Leben  in  der  Schule 
hinaus  mit  guten  Liedern  versehen  und  gleichsam  gefeit 
gegen   die   Schelmen-  und  Tingeltangellieder,    die  heute 
leider  vorwiegen  und  um  so  leichter  Geschmack  und  Sitte 
verderben,    wenn  sie  kein  Gegengewicht  finden.     Dieses 
aber    kann    nur    eine    gewisse    Auswahl    liebgewonnener 
Lieder,  nur  ein  gediegener  Schulgesangunterricht  bieten. 

Scholasticus. 


82* 


896 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Bayreuth. 


Unter  den  vier  die  diesjährigen  Festspiele  eröffiienden 
Aofftlhrongen,  „Parsifiai^,  „Tristan  und  Isolde",  „Tann- 
hänser"  und  „Die  Meistersinger  von  Nürnberg",  ragte  die 
zweite  in  schier  unerreichbarer  Höhe  empor.  Die  Darstellung 
des  „Parsifal"*litt  etwas  unter  einer  gewissen  nervösen  Hast, 
wie  sie  oft  im  Q-efolge  von  Eröffiiunes-Yorstellungen  auf- 
tritt. Aber  schon  im  Verlauf  der  Aufführung  selbä  verlor 
sich  dieser  Mangel,  und  im  zweiten  und  dritten  Aufzuge  kam 
es  zu  Wirkungen,  wie  sie  eben  nur  Bayreuth  und  der  „Par- 
sifal"  hervorzubringen  vermögen.  Ein  störender  Fehler  der 
Besetzung,  nämlich  die  Uebertragung  der  Partie  des  Amfortas 
an  einen  italienischen  Sänger,  der  sich  sowohl  stimmlich,  als 
auch  darstellerisch  nicht  zur  Lösung  der  schwierigen  Aufgabe 
eignete,  hätte  leicht  vermieden  werden  können,  wenn  man 
Beichmann  oder  Perron  engagirt  oder  Hm.  Scheidemantel 
eleich  von  Vornherein  die  Partie  übertragen  hätte.  Der 
letztere  Künstler  hat  den  Wolfram  so  ideal  schön  e^esungen, 
dass  sicher  auch  sein  Amfortas  ein  Glanzpunct  der  ersten 
„Par8ifiBd"-Auffilhrung  geworden  wäre.  Die  Uebergehung 
der    altbewährten    Kräite    und    Experimentiren     mit    jun- 

Sen  wenig  erfiEQirenen  Künstlern  ist  überhaupt  die  Signatur 
er  diesjäirigen  Festspiele.  Auf  der  allgemeinen  Liste  der 
Mitwirkenden  sind  Künstler  verzeichnet ,  die  gar  nicht  nach 
Bayreuth  kommen  werden  (Schrödter  und  Krausse  als  Darsteller 
des  David)  oder  dem  Feld  der  Festspiele  den  Bücken  kehrten 
^Müller  aus  Leipzig  als  Darsteller  des  Beckmesser),  Andere 
xehlen  im  Verzeichmss  und  kommen  nun  doch  (HofmüUer  aus 
Dresden  als  Darsteller  des  David).  Es  wird  im  weiteren  Ver- 
laufe der  Festspiele  noch  manche  interessante  Einzelheit  über 
diese  Vorgänge  zu  berichten  sein  und  auch  der  Umstand  auf- 

Seklärt  werden  müssen,  dass  trotz  des  angesagten  Ausverkaufs 
er  Billets  solche  in  Menge  zu  haben  waren.  Theilweise 
scheint  mir  doch  die  Zurücknahme  einer  grossen  Anzahl  von 
Vorausbestellungen  seitens  der  Wagner- Vereine  die  Schuld  zu 
tragen,  andererseits  hat  aber  sicher  eine  grosse  Menge  von 
Zwischenhändlern  hier  ihr  Wesen  getrieben,  die,  gestuft  auf 
den  vorigen  riesenhaften  Andrang,  auf  Gewinn  beim  Billet- 
verkauf  speculirten  und  Eintrittskarten  in  grosser  Anzahl 
aufkauften.  Thatsächlich  wurden  zu  „Tristan"  und  „Tann- 
hänser"  Billets  zur  Hälfte  des  Preises  angeboten,  während  die 
Festspiel  Verwaltung  kaum  eine  Karte  mehr  in  der  Hand  hatte. 
Der  verwaltungsrath  ist  selbstverständlich  an  cUesem  Unfug 
völlig  schul  dl  OS.  Gerade  in  diesem  Jahre  werden  von  allen 
Seiten,  im  Gegensatze  zu  anderen  Festspielzeiten,  die  grosse 
Ck>ulanz  und  das  gewinnende  Entgegenkommen  des  Hrn. 
Oommerzienrath  v.  Gross,  der  die  schwierigste  Position  der 
ganzen  Festsi>iele  zu  behaupten  hat,  gepriesen,  und  der  Schrei- 
ber dieser  Zeilen  kann  dies  Lob  nur  sjs  völlig  gerechtfertigt 
bestätigen. 

Von  den  in  der  ersten  Aufßlhrung  mitwirkenden  Künst- 
lern sind  in  erster  Linie  van  Dyck  als  Parsifal  und  Grengg 
als  Gumemanz  zu  nennen,  Beide  Musterleistungen  von  höch- 
stem künstlerischem  Werthe  bietend.  Wenn  auch  vanl^ck 
mehr  auf  die  Behauptung  jener  Vorzüge  an&^ewiesen  ist,  die 
von  Vornherein  seine  Leistung  als  unvergleichlich  stempelten, 
so  berührt  doch  die  Frische  seiner  AufGassung  immer  von 
Neuem  sympathisch  und  beseitigt  die  Gefahr  der  schablonen- 
haften Wirkimg,  der  ein  Künstler  leicht  zum  Opfer  fallen 
könnte,  der  hier  in  Bayreuth  ausschliesslich  Eine  Rolle  ausführt. 
Grengg*s  urwüchsige  Künstlernatur  strebt  in  unablässigem 
Bingen  nach  dem  Ideal  der  Gumemanz-DarsteUung.  Er  er- 
reicht jenen  seltenen  Erfolg,  der  den  Zuhörer  stets  zu  der 
Annahme  bestimmt,  er  habe  den  Künstler  nie  vorher  so  voll- 
endet gehört.  Dieses  Sichselbstübertreffen  bedingt  die  reichste 
Beübung,  und  in  der  That  hat  sich  Grengg  seit  seinem  ersten 
Auftreten  in  Bayreuth  den  Buf  Eines  der  talentvollsten  Bassisten 
unserer  Zeit  verdient.  Unbeschreiblich  schön  singt  er  im  letzten 
Anfüge,  jenem  Theil  des  „Parsifal ^  der  dem  Künstler  die 
schwersten  Gefahren  bringen  müsste,  aa  sein  Temperament  nur 
widerstrebend  der  erhabenen  Buhe  des  Stückes  sich  anbequemen 
konnte.  Aber  wer  denkt  bei  dieser  idealen  Verkörperung  der 
rührenden  Greisengestalt  an  Schwierigkeiten  oder  theatrali- 
sche Bücksichten;  sie  wird  zum  ergreifenden  Bilde,  würdig, 


in  die  Gallerie  der  Festspielleistungen  als  eine  der  vollendet- 
sten Schöpfungen  eingereiht  zu  werden.  Frl.  Mailhacsang 
und  spielte  in  vorzügucher  Disposition.  Ihre  Kundry  ist  eine 
scharigegliederte,  mit  reichen  Einzelvorzügen  ausgestattete 
immer  interessante  Leistung.  Sie  fesselt  in  jedem  Moment 
Auge  und  Ohr,  und  es  ist  wahrlich  kein  Nachtheil,  dass  Frl. 
Mailhac  im  zweiten  Aufzuge  bildschön  ist  und  im  letzten 
Aufzuge  wie  die  Verkörperung  des  berühmten  Bildes  von  der 
büssenden  Magdalene  erscheint.  Diese  äusseren  Vorzüge  för- 
dern die  Illusion  ganz  im  Sinne  des  Meisters,  dem  die  äussere 
Erscheinimg  seiner  Darsteller  immer  eine  Hauptsache  war. 
Ganz  wundervoll  erklang  aus  dem  geheimnissvollen  „Grabe" 
die  Stimme  TiturePs  (Hr.  Bucha),  ich  meine,  die  kleine,  aber 
so  schwierig  Partie  noch  nie  in  ähnlich  vollendeter  Weise 
gehört  zu  nahen.  Im  Blumenmädchen-Ensemble  zeichneten 
sich  die  Damen  Mitschinör  und  Mulder  aus,  das  Ensemble 
selbst  war  wieder  ein  Meisterstück  feinsten  Chorgesanges, 
für  das  man  Meister  Borges  aufrichtigen  Dank  zollen  mnss. 
Zu  Hm.  Kaschmann's  Amfortas-Leistung  nur  einige  Worte. 
Seine  Stimme  reicht  nicht  aus,  ausserdem  wird  sie  durch  ein 
unleidliches  Tremolo  völlig  verschleiert:  wenn  der  Künstler 
indisponirt  war,  hätte  er  nicht  singen  sollen,  an  jenem  Abende 
war  sein  Gesang  völlig  unzureichend.  Generaldirector  Levi 
bevorzugt,  wie  immer,  frische  Tempi  und  erreicht  doch  im 
2.  und  8.  Aufzuge  ganz  enorme  Wirkungen,  —  warum  sollte 
man  also  mit  dem  ausserordentlichen  Dirigenten  rechten? 
Scenisch  gelang  wieder  Alles  in  höchster  Vollendung. 

Mit  der  Aufführung  von  „Tristan  und  Isolde"  hat  die 
Wagner'sche  Kunst  wieder  einmal  einen  Triumph  errungen, 
wie  er  grösser  und  berechtigter  gar  nicht  gedacht  werden 
kann.  Willenlos  gab  man  sich  dem  Zauber  der  herrlichen 
Bühnenschöpfung  nin;  verschwunden  waren  jene  Bedenken, 
die  man  immer  im  Voraus  gegen  irgend  einen  Theil  der  Be- 
setzung hegt,  und  der  Dank  mr  die  wundervolle  Aufführung 
brach  sich,  entgegen  dem  hier  herrschenden  Brauche,  in  un- 
geheurem Beifidlsjubel  Bahn,  rücksichtslos  wie  ein  Gebire^- 
strom,  der  seine  Fesseln  sprengt.  Die  weibliche  Hauptrolle 
ist  der  imponirende  Mittelpunct  des  gewaltigsten  Kreislaufes 
der  Gefühle,  der  je  eine  Bübnenschöpfung  durchströmte.  Nur 
eine  Auserwählte  unter  den  Berufenen  wird  sich  als  Herrscherin 
behaupten.  Frau  Sucher  ist  eine  solche  in  so  seltenem  Maasse, 
dass  Alles  sich  ihr  wie  einer  Fürstin  huldigend  beugt.  Wer 
dieser  Isolde  gegenüber  mit  kalter  Verbindlichkeit  banale 
Phrasen  brauchen  wollte,  der  verdient  nicht,  diese  Hingabe 
an  das  Kunstwerk,  diese  Äusserungen  einer  genialen  I^tur 
mit  erlebt  zu  haben.  Dank  ihr,  der  grossen  Künstlerin,  die 
den  Glauben  an  echte,  die  Person  vergessen  machende  Kunst 
wach  hält.  Dank  ihr,  die  dem  Werke  des  Meisters  jene  Wir- 
kung verleiht,  welche  er  von  congenialen  Naturen  erwartete 
und  doch  so  selten  femd!  Neben  dieser  Isolde  würdig  des 
alten  Buhmes,  sich  in  voller  künstlerischer  Grösse  behauptet 
zu  haben,  ist  das  Lob,  welches  man  Hrn.  Vogel  spenden  darf. 
Mit  seltener  stimmlicher  Frische  und  staun enswerther  Aus-- 
dauer  schuf  Hr.  Vogl  ein  Bild  des  Helden  von  eigenartiger 
Grösse.  Im  ersten  Aufzuge  ganz  Tristan  der  Held,  ent- 
faltete Hr.  Vogl  im  2.  Au&uge  in  Überraschendster  Zartheit 
des  Vortrages  eine  Kunst  des  Gesanges,  die  das  oft  miss- 
handelte Duett  in  ganz  neuem  Lichte  erscheinen  Hess,  —  ein 
wahres  Meer  von  Wohlklang  wogte  uns  bei  der  unbeschreib- 
lich schönen  Ausführung  dieses  Musikstücks  entgegen.  Ver- 
stummt waren  alle  Vorwürfe,  dass  das  Duett  zu  lang  oder 
langweilig  sei.  Das  Ende  bedeutete  das  Erwachen  aus  einem 
berauschenden  Traum.  Der  letzte  Aufzug  war  von  jeher 
VogPs  Meisterstück,  —  die  Leistung  ist  hier  unantastbar. 
Wenn  naturgemäss  die  Gestalten  der  Brangäne  und  des  Kur- 
wenal  hinter  der  Isolde  und  des  Tristan  zurücktreten  müssen, 
so  bereiten  sie  den  begeisterungsfUhigen  Künstlern  doch  nicht 
minder  hohe  Aufgaben.  Frau  Stau ai gl  ist  gegenwärtig  die 
beste  Vertreterin  der  Brangäne-Partie  in  Deutschland.  Der 
Vollklan|;  ihrer  Stimme  ist  ebenso  bewundernswerth,  wie  die 
Feinsinnigkeit  des  Vortrags,  welcher  das  Anschmiegen  an  Isolde, 
die  Unterordnung  auch  in  künstlerischer  Beziehung,  zum  Ziele 
haben  muss.  Wie  Frau  Staudigl  dies  erreicht,  ist  ebenso 
meisterhaft,  wie  ihr  Zusammenspiel  mit  Isolde.  Hr.  Plan  k  ist 
ein  prächtiger  Kurwenal  immer  gewesen  und  ist  es  heute 
mehr  als  je.  Mit  welcher  Fülle  von  Gefühl  erfüllt  er  nicht 
den  Zwiegesang  mit  Tristan  im  3.  Aufzuge^  wie  rührend  er- 
klingt die  jSUa^ge  um  den  Todgeglaubten,  wie  jubelt  die  Stimme 
bei  dem  Zeichen  des  Wiedererwachens  des  geliebten  Herrn. 
Hr.  Gura  fietsst  den  Marke  viel  weniger  weich  auf,  als  man 
es  gewohnt  ist,   aber   doch   in    ergreifender  wirkungsvoller 


897 


Weise.  Im  Besitze  einer  ausser^ewöhnlioh  schönen  Stimme 
zeigte  sich  Hr.  Anthes,  nnd  auch  Hr.  Gerhänser  wusste 
der  kleinen  Melot-Partie  das  nöthige  energische  Gepräge  zu 
geben .  Das  Orchester  spielte  unter  lil  o  1 1 P  s  genialer  Leitung 
so  schön  wie  Deist  nie  zuvor,  —  die  ganze  Aufmhrung  war  ein 
einziger  schöner  Sunstgenuss. 

Die  Opposition  gegen  die  vorjährigen  „Tannhäuser"-Auf- 
fühmngen  zielte  namentlich  auf  scenische  Einzelnheiten  und 
die  Besetzung  der  Elisabeth-Partie  durch  Frl.  Wiborg.  Die 
Inscenirung  ist  in  diesem  Jahre  viel  vollendeter,  als  im  Vor- 
jahre, und  ebetiso  darf  man  der  Elisabeth-Darstellerin  zu  ihren 
auffälligen  Fortschritten  gratuliren.  Ob  sie  nun  wirklich  ein 
Elisabeth-Ideal  ist?  Man  sae^^  dass  Frau  Wagner  diese  Frage 
bejahe:  die  grosse  Menge  bleibt  aber  bei  ihrer  Ansicht,  dass 
Frl.  Wiborg  die  Ansprüche,  welche  man  an  eine  Bayreuther 
Darstellerin  dieser  so  wichtigen  Partie  stellen  darf,  nicht  er- 
füllt. Wer  hat  nun  Becht?  Ich  glaube,  dass  eine  Vermitte- 
lung  beider  Ansichten  das  Richtige  trint.  Frl.  Wiborg  ist 
keinesfalls  Das,  was  Wagner  sich  unter  seiner  Elisabeth  dachte; 
sie  ist  weder  fesselnd  in  ihrer  Erscheinung,  noch  übermässig 
sjTiipathisch  in  ihrem  Spiel,  erflillt  aber  doch  Das,  was  Frau 
Wa^er  vorschwebt,  nämüch  den  Gegensatz  zur  üppigen, 
sinnlich  berauschenden  Venus  zu  markiren,  in  fast  vollkom- 
mener Weise.  Der  Eindruck  der  Leistung  würde  ein  noch 
viel  Rüstigerer  sein,  hätte  man  nicht  bezü^ich  der  Betonung 
des  Kindlichen,  TJnschuldsvpllen  im  Elisabeth-Oharakter  die 
Grenzen  des  Erlaubten  überschritten,  erschien  nicht  Elisabeth 
gar  zu  puppen-  oder  nonnenhafb.  Niemand  wird  das  Publicum 
von  dem  Glauben  abbringen,  dass  Elisabeth  eine  jugendlich 
schöne,  anmuths-  und  hoheitsvolle  Erscheinung  sein  müsse. 
Der  kindliche  Zug  wird  das  Publicum  immer  erst  in  zweiter 
Linie  interessiren ,  weil  es  in  Elisabeth  ein  Weib  sieht,  das 
alles  Hohe  und  Bedeutende  an  sich  zieht,  das  in  gleich  star- 
kem Maasse  den  edlen  Wolfram  und  den  leidenschaftlichen 
Tannhäuser  fesselt.  Man  kann  das  Publicum  nicht  von  dem 
Vorwurfe  befreien,  gar  nicht  versucht  zu  haben,  sich  Frau 
Wagner's  Ansicht  zu  eieen  zu  machen,  —  daraus  entstand  ein 

fänzliches  TJebersehen  der  Fortschritte  des  Frl.  Wiborg,  da 
och  ihre  diesmalig  Leistung  zeigte,  dass  sie  mit  höchster 
Energie  und  Begeisterung^  den  als  richtig  erkannten  Zielen 
zustrebt.  Die  Stimme  der  Dame  hat  sich  sehr  gekräftigt,  und 
ebenso  ist  das  Spiel  fortgeschritten  zu  grösserer  Freiheit  und 
Sicherheit,  zu  einer  edlen  künstlerischen  Festigkeit.  In  Hm. 
Grüning  hat  man  das  richtige  Talent  für  die  schwierige 
Tannhäuser-Partie  getroffen.  Frappirt  schon  die  äussere  Er- 
scheinung dieses  Tannhäuser  —  das  blitzende  Auge,  das  edle 
Gesicht,  die  kühne  Haltung  der  schlanken  Gestalt  geben  ein 
treffliches  Tannhäuser-Bila  — ,  so  imponiren  nicht  weniger 
die  schönen  künstlerischen  Vorzüge,  das  feine,  stil^rechte 
Spiel,  der  treffliche,  allen  Steigerungen  der  M.usik  folgende 
Gesang.  Grüning  hat  mit  seinem  Tannhäuser  eine  seinem 
ausgezeichneten  Parsifal  würdige  Leistung  geboten  und  sich 
mit  ihr  in  die  erste  Reihe  der  begabten  Tenoristen  gestellt. 
Ein  gleiches  Lob  verdient  auch  der  Bassist  Hr.  Döring  als 
Landgraf,  ein  Sänger,  der  sich  vom  völligen  vorjährigen 
Naturalismus  zu  hoher  künstlerischer  Beife  emporgeschwungen 
hat.  Die  Stimme,  ein  schöner  sonorer  Bass,  zeigt  trotz  aller 
Weichheit  eine  seltene  Klangfülle,  die  Erscheinung  ist  sehr 
stattlich,  die  Haltung  edel  und  vornehm.  Dass  Hr.  Scheide- 
mantel die  Partie  des  Wolfram  unvergleich  schön  singt,  wurde 
schon  im  vorigen  Jahre  betont,  auch  bei  den  diesjährigen 
„Tannhäuser"-Auffübrungen  dürfte  die  schöne  Ausführung  der 
Wolfram-Partie  im  Mittelpuncte  des  Interesses  stehen.  Frl. 
Mailhacals  Venus  zeigte  sich  leider  recht  indisponirt,  nicht 
nur  gesanglich,  sondern  auch  im  Spiel  müde  und  lässig. 
Hoffentlich  gewinnt  sie  die  im  Vorjahre  so  bestechenden  Vor- 
züge bis  zur  zweiten  Aufführung  zurück.  Die  Inscenirung 
machte  den  alten  glänzenden  Eindruck,  im  Aufzuge  des  2.  Actes 
war  manches  Steife  beseitigt^  wenn  auch  das  Hauptgewicht 
sichtlich  mehr  auf  die  Gravität,  als  auf  die  Schönheit  der 
Bewegungen  gelegt  war.  Der  Chor  bereitete  erlesene  Genüsse, 
namentlich  mit  der  Ausführung  der  Finales  im  2.  und  3.  Auf- 
zuge. Das  Orchester  spielte  wundervoll,  und  an  einigen  Stellen 
(Vorspiel  zum  letzten  Acte)  hat  die  langsame  Temponahme 
des  genialen  Wagner-Dirigenten  Felix  Mottl  selbst  die  hart- 
näckigsten Gegner  besiegt. 

Die  „Meistersinger**  führte  derselbe  Dirigent,  aber  unter 
erschwerenden  Umstönden  zum  Siege.  Frl.  Mulder,  eine  sehr 
begabte  junge  Sängerin,  zeigte  sich  der  Evchen-Partie  noch 
nicht  gewachsen ;  es  fehlte  ihr  an  stimmlicher  Elrafb  und  Aus- 
dauer, an  der  Kunst  des  Athemholens  und  der  Schwesterkunst 


des  Phrasirens,  vor  Allem  ^  und  das  ist  ihren  langen  Bayreuther 
Studien  gegenüber  das  Merkwürdigste  —  an  Klarheit  der  Aus- 
sprache. Frl.  Mulder  wird  gxit  thun,  ihre  offenbar  sehr  schöne 
Begabung  unter  Leitung  eines  wirklichen  Gesangsmeisters 
ausreifen  zu  lassen.  Dann  wird  sie  im  Stande  sein,  den  Stei- 

ferungen  der  Partie  Stand  zu  halten,  dann  erst  wird  sie 
ei  der  Beherrschung  des  musikalischen  Stofibs  die  Freiheit 
des  Spieles  gewinnen,  die  man  in  Bayreuth  erwarten  darf. 
Auch  Hr.  Frauscher  aus  Bremen  genügte  noch  nicht  den 
^gesteigerten  Anforderungen  der  Festspiele.  Seine  ganze  Art 
ist  noch  zu  unsicher,  vor  Allem  der  Ansatz,  der  durch  den 
Hang  zum  Tremoliren  getrübt  wird ;  auch  die  Aussprache  be- 
darf energischer  Nachhilfe,  —  Sänger,  denen  man  kein  Wort 
versteht,  wie  Frl.  Mulder  und  Hr.  Frauscher,  gehören  eben 
nicht  nach  Bayreuth.  Besser  gerieth  dem  Sänger  des  Pogner 
die  schauspielerische  Seite  seiner  Aufgabe,  da  ihm  hier  seine 
schöne  stattliche  Erscheinung  bedeutende  Nachhilfe  leistete. 
Sehr  gut  gelang  der  Versuch,  den  Walther  Stolzing  einem 
jungen,  noch  wenig  routinirten,  aber  desto  begabteren  Sänger 
anzuvertrauen.  Hr.  Anthes  brin^  prächtiges  stimmliches  Ma- 
terial in  guter,  wenn  auch  lange  nicht  vollendeter  Schulung  und 
eine  jugendlich  frische  Erscheinung  mit  und  weiss  diese  Vor- 
züge fesselnd  zur  Geltung  zu  bringen.  In  den  lyrischen  Ab- 
schnitten leistet  Hr.  Anthes  nahezu  Meisterhaftes,  so  im  ersten 
Lied  „Am  stillen  Heerd**  tmd  im  Preisgesang:  manchmal 
reicht  die  Stimme  nicht  ganz  aus,  um  in  den  Ensembles  zu 
dominiren,  aber  Hr.  Anthes  forcirt  auch  seine  Stimme  nicht 
und  hütet  sich  überhaupt  mit  feinem  künstlerischen  Sinn  vor 
allem  Gewaltsamen.  Jedenfalls  darf  man  gerade  auf  seine 
Entwicklung  die  weitestgehenden  Hoffnungen  setzen,  deren 
Erfüllung  der  Welt  noch  manche  Ueberraschung  bereiten  wird. 
Auf  Nebe's  Beckmesser  war  man  am  meisten  gespannt,  weil 
die  Geschichte  von  Ernst  Müller's  Entfernung  sich  im  Publicum 
rasch  verbreitet  hatte.  Nebe  ist  ein  Nachahmer  des  genialen 
Friedrichs;  ohne  ins  Schablonenhs^Pte  zu  verfallen,  h&Lt  er  an 
den  von  seinem  Vorgänger  errungenen  Vorzügen  fest.  Man 
war  Friedrichs  diese  Anerkennung  schuldig,  und  Hm.  Nebe 
gereicht  es  von  Vornherein  zum  Lobe,  seine  eigenartige  Be- 
gabung nicht  eigenmächtig  und  entgegen  einmal  errungener 
Stileigenthümlichkeiten  zur  Geltung  gebracht  zu  haben.  Hr. 
Nebe  charakterisirt  sehr  scharf,  seine  Aussprache  ist  tadellos, 
die  eigenthümliche  Färbung  der  Stimme  erregte  gleich  beim 
ersten  Tone  Interesse.  In  den  Solostellen  sang  Nebe  nicht 
so  viel  wie  Friedrichs,  sondern  blieb  seiner  anfitnglichen  Auf- 
fassung treu.  Alles  in  Allem  bot  der  Künstler  ein  treues 
Charakterbild  des  in  seinem  niedrigen  Sinne  so  lächerlichen 
Merkers,  ein  Bild,  das  sich  würdig  den  besten  Bayreuther  Er- 
rungenschaften anreiht.  DieMagdalene  und  der  iDavid  (Frau 
Staudigl  und  Hr.  Hof  müller)  e^ehörten  auch  in  diesem  Jahre 
zu  den  leuchtenden  Vorzügen  der  hiesigen  „Meistersinger** - 
Aufführung.  Schwer  wird  mirs  auszusprechen,  dass  sich  das 
Or^n  des  ehemaligen  Meistersängers  Eugen  Gura  kaum 
mehr  den  Anforderungen  der  Sachs- Partie  fügt.  Der  schon 
früher  auffallend  nasale  Klang  des  Organs  ist  jetzt  zur  Manier 
geworden  und  wird  ein  imbesiegbares  Hindemiss  für  die 
&üher  so  glänzende  Charakterisirungskunst  des  Sängers.  Es 
gibt  kaum  eine  andere  Partie,  welche  so  reich  ist  an  Stimmun- 
gen, wie  die  Sachs-Partie,  —  ein  monotoner  EQang  der  Stimme 
muss  von  Vornherein  ^efllhrlich  werden.  Und  so  liegt  der  Fall 
Gura  leider  jetzt,  —  die  wunderbaren  Stimmungswechsel  wer- 
den kaum  bemerkt,  und  keine  noch  so  hoch  stehende  schau- 
spielerische Kunst  kann  über  diese  Klippe  hinweghelfen. 
Uerade  die  frühere  Grösse  Gura's  fordert  dieses  ehrliche  Urtheil 
heraus,  an  einem  so  hochgebildeten  Sänger  kann  man  sich 
nicht  mit  leeren  Höflichkeitsphrasen  vorüberwinden.  Berau- 
schend schön  war  die  Orchesterleistung  und  ihre  Gestaltung, 
eine  Meisterstreich  Mottl*s,  in  dessen  Händen  diesmal  das 
Geschick  dreier  grossen  Werke  ruht.  Wer  das  Bayreuther 
„Meistersinger** -Orchester  einmal  hörte,  vergisst  es  nie,  im  2. 
und  3.  Aufzuge  kamen  Schönheiten  zum  Vorschein,  die  selbst 
dem  Meister  nur  im  Traume  vorgeschwebt  haben  mögen,  — 
es  ist  einzig  unvergleichlich!  Auch  die  Inscenirung  verdient 
hohes  Lob,  und  wiederum  hat  es  sich  gezeigt,  welch  feste 
Stütze  Frau  Wagner  in  der  reichen  Emhrung  ihres  Ober- 
regisseurs Hm.  Fuchs  aus  München  findet. 

M.  Krause. 


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Carlsruhe,  Juli  1892. 

(Fortsetzung.) 

Der  unter  Leitung  des  Hrn.  Hof  kirchenmusikdirector  Max 
Brauer  stehende  Caecilien-Verein,   der  in  den  Gesangs- 
kräflen  des  unter  der  nämlichen  Direction  heündiichen  Kirchen- 
chores eine  sehr  zuverlässige  Stütze  hesitzt,  im  Uebrigen  aber 
fleich  dem  vorbesprochenen  Vereine  unter  einer  allzu  geringen 
letheiligung   stimmbegabter  Personen   aus   den  Dilettanten- 
kreisen der  Stadt  zu  leiden  hat,   gab  seine  beiden  noch  aus- 
stehenden  Concerte   am   23.  Februar   und   am  5.  April   und 
brachte   im   Ersteren   den  „Weihnachtsgesang"  von  F.  Kiel, 
drei  Deutsche  Volkslieder  von  Brahms,  Motette  für  Frauen- 
chor  von  Mendelssohn   und   das  „Magnificat"  von  Durante, 
im  zweiten  Concerte  aber  ausschliesslich  Compositionen  von 
Schumann  zu  Gehör.  Die  künstlerischen  Qualitätendes  Vereins- 
dirigenten bürgen  dafür,  dass  auch  im  (^ecilien- Verein  ernst 
und  gewissenhaft  gearbeitet  wird,  und  ist  es  daher  umsomehr 
zu  bedauern,   dass  oftmals  recht  auffällige  Mängel  der  Into- 
nation und  der  Aussprache,  sowie  die  Ausserachtiassung  einer 
feineren  dynamischen  Nuancirnng  die  Wirkung  der  Vereins- 
vorträge   nicht     unwesentlich    beeinträchtigen.       So    wurde 
im  ersterwähnten  Concerte  gegenüber  der  wirklich  sehr  schö- 
nen Wiedergabe  der  Brahms'schen  Chorgesänge  die  Ausfüh- 
rung des  Durante'schen  „Magnificat"   thatsächlich  zu  einem 
recht  „unzulänglichen  Ereigniss".  Einer  ganz  besonderen  Be- 
rücksichtigung von  Seiten  des  Caecilien- Vereins  hat  sich  Rob. 
Schumann  zu  erfreuen,  von  dessen  Compositionen  der  Verein 
binnen  Jahresfrist  „Das  Paradies  und  die  Peri",    „Zigeuner- 
leben", verschiedene  Lieder  und  das  Ciavierquartett  —  Werke, 
die  Jedermann  von  Zeit  zu  Zeit  gewiss  von  Herzen  gern  hört 
und  in  diesem  Falle  noch  lieber  gehört  haben  würde,  wenn 
denselben  eine  etwas  feinere  Ausführung  zu  Theil  geworden 
wäre  — ,  aber   auch   das  zumal  nach  der  in  einem  früheren 
Concerte  vorausgegangenen  Ausführung  von   „Das  Paradies 
und  die  Peri"    in   seiner   mehr  äusserlichen  und  decorativen 
Art  ziemlich  unerfreuliche  Märchen  „Der  Rose  Pilgerfahrt", 
sowie  die  Ciavier- Violin.sonate  in  Amoll  und  die  „Märchen- 
erzählungen" für  Ciavier,  Clarinette  und  Bratsche  —  Beides 
Compositionen,  welche  vorwiegend  den  Biographen  und  den 
Psychiater,  den  Musiker  aber  nur  äusserst  wenig  interessiren 
können  —  zu  Gehör  gebracht  hat.     Der  wahre  Naturfreund 
schaut  mit  tieiinnerster  Begeisterung  zur  leuchtenden  Sonne 
au^  ohne  sich  auf  ihre  Fleäen  zu  besinnen  oder  gar  Andere 
auf  dieselben  aufmerksam  zu  machen,  und  wie  alle  dem  Edlen 
und  Grossen  nacheifernden  Seelen  schon  heute  mit  schmerz- 
vollem Verschweigen  seiner  letzten  trüben  Lebenstage  in  König 
Ludwig  n.  von  Bayern  nur  noch  den  hochherzigen  Idealisten, 
den  ersten  Bannerschwinger  des  Deutschen  Reiches  und  den 
enthusiastischen  Förderer  deutscher  Kunst  und   im   Reichs- 
kanzler Fürsten  Bismarck,  unbeirrt  durch  alle  trüben  Nieder- 
schläge gegenwärtiger  Verstimmungen,  den  sieghaftesten  Rea« 
listen,  den  wägenden  und  wagenden  Erringer  der  nationalen 
Einheit  lieben  und  verehren,   so  sollten  auch  unsere  Kunst- 
Hüter  über  die  letzte  leidenverstörte  Epoche  aus  dem  Leben 
und  Schaffen  Schumann's  schonend  hinweggehen  und  sich  durch 
eine  wahrlich  übel  angebrachte  Pietät   —    häufig   vielleicht 
auch  durch  Opposition  gegen  ihnen  missliebiges  Neue  —  nicht 
verleiten  lassen,  Werke  vorzuführen,  die  das  Publicum  statt 
des  hellen  Mondenglanzes  der  früheren  Tonsprache  Schumann^s 
nur  eine  in  einzelnen  Fällen  partiale  („Der  Rose  Pilgerfahrt" 
und  die  D  moU-Sonate)  —  in  anderen  Fällen  („Märchenerzäh- 
lungen") totale  Mondnnsterniss  gewahren  lassen.      Man  soll 
den  sinnig-deutschen  und  tief-gemüthvollen  Schumann,  dessen 
gerechte  Würdigung   lange   Jahrzehente   hindurch    bei   dem 
Widerstreit  zwischen  einer  fanatischen  Ueberschätzung  und 
einer  empörenden  Geringschätzung  weiteren  Kreisen  fast  un- 
möglich gemacht  worden  war,  nunmehr,  da  die  Leidenschaft- 
lichkeit hüben  und  drüben  etwas  ausgetobt  hat,  dem  deutschen 
Publicum  in  seiner  ganzen  zärtlichen  Anmuth  zum  Verständ- 
niss  bringen,  —  nicht  aber  ihn  dem  Volke  entfremden,   wie 
das    durcn  Vorführung   seiner  letzten  Werke  nur  allzuleicht 
geschehen  kann.    Ich  glaube,  dass  alle  Diejenigen,  denen  es 
um  die  rechte  Hochsch^tzung  Schumann's  und  nicht  um  das 
eigensinnige  Hochhalten   eines   oppositionellen   Principes   zu 
thun   ist,   meinen   vorstehenden  Erwägungen  mit  Wort  und 
Tbat  bereits  zugestimmt  haben  und  auch  femer  zustimmen 
werden. 

Eine  in  unserer  Zeit  wahrhaft  selten  gewordene  Concert- 
nummer  bildete   im  Programme  des  Ersten   der  beiden  vor- 


erwähnten Concerte  der  sehr  hübsche  Vortrag  eines  Weber^- 
schen  Concertstückes  für  Clarinette  von  Seiten  des  Hrn.  Hof- 
musikers Klupp.  Ein  lebhafteres  Literesse  für  die  Erlernung 
der  Blase-Instrumente  und  zumal  der  Holzblase-Instrumente, 
sowie  ftir  die  Gewinnung  einer  vollen  Meisterschaft  in  der 
Behandlung  derselben  könnte  am  vorzüglichsten  wiederge* 
weckt  werden,  wenn  Flöte,  Clarinette,  Onoe  und  selbst  das 
Fagott,  für  das  sogar  ein  Mozart  Concerte  geschrieben  hat, 
sich  auch  wieder  hier  und  da  einmal  abseits  von  der  geräusch- 
vollen Heerstrasse  des  Orchesters  als  Solo-Instrumente  hören 
lassen  dürften.  Jedenfalls  würde  die  Wiederaufnahme  dieser 
alten,  guten  Sitte,  gegen  deren  frühere  Ausartungen  —  zumal 
das  einseitige  Verhätscheln  der  Flöte  —  ich  mich  wohl  kaum 
auszusprechen  brauche,  manche  hübsche  Abwechselung  in  die 
Vereinsconcerte  bringen  und  dabei  fordernd  auf  die  vortra- 
genden Instrurr.entalisten  selbst  wie  auf  das  allgemeine  Musik- 
verständniss  der  Hörenden  einwirken.  Zu  erwähnen  wäre 
noch,  dass  der  Dirigent  des  Caecilien- Vereins  bei  den  „Märchen- 
erzählungen" und  dem  Quartett  von  Schumann  selbst  die 
Bratschenstimme  gespielt  hat,  während  der  Ciavierpart  des 
letzteren  Werkes  in  recht  anerkennenswerther  Weise  von 
einer  sehr  begabten  Schülerin  des  hiesigen  Conservatoriums, 
welcher  bereits  in  dem  voraufgegangenen  Concerte  für  ihre 
hübschen  Solovorträge  kleinerer  Stücke  von  V.  Lachner,  Schu- 
mann und  Henselt  sehr  aufmunternder  Beifall  zu  Theil  ge- 
worden war,  wiedergegeben  wurde. 

Der  Verein  für  evangelische  Kirchenmusik  hat 
am  Palmsonntag  in  der  evangelischen  Stadtkirche  ein  Concert 
unter  Mitwirkung  einiger  hiesigen  künstlerisch  ausgebildeten 
Gesangsdilettanten,  einiger  Homiusiker,  sowie  des  ¥t\.  Frieda 
Zimmer  aus  Frankfurt  a.  M.  und  des  Orgelvirtuosen  Hm. 
C.  L.  Werner,  dessen  Vorträge  grossen  Beifall  fanden,  ge- 
geben. Die  Ausführung  sämmtlicher  Chöre  ist  eine  recht 
lobenswerthe  gewesen,  und  allgemeine  Bewunderung  haben 
die  vornehm  schönen  Gesangvorträge  des  Frl.  Anna  Hei  hing 
(Sopran),  einer  Schülerin  des  Hrn.  Kammersängers  Hauser, 
erregt. --Der  Katholische  Kirchenmusik-Verein  führte 
unter  Mitwirkung  vieler  hiesigen  Musikfreunde  und  der  Leib- 
Grenadiercapelle  am  Charfreitage  im  grossen  Saale  der  Fest- 
halle „Die  Fassion  unseres  Herrn  Jesu  Christi"  in  Verbindung 
mit  lebenden  Bildern  nach  den  Worten  der  heil.  Schrift  für 
Soli,  Chor  und  Orchester  von  Fideüs  Müller  auf,  und  soll  die 
würdevolle  Schlichtheit  der  Composition,  sowie  die  Schönheit 
der  von  Hm.  Bildhauer  J.  Baumeister  gestellten  lebenden 
Bilder  einen  tiefergreifenden  Eindruck  hervorgerufen  haben. 

Eigene  Concerte  haben  in  diesem  halben  Jahre  nur  Hr. 
Coicertsänger  Adolf  Römhil dt  von  hier  im  Verein  mit  Frau 
Julia  Uzieili  aus  Frankfurt  a.  M.  und  das  Ehepaar  Louis 
und  Susanne  R6e  gegeben.  In  ersterem  Concert  sangen  Hr. 
Römhildt  und  seine  Partnerin,  von  Hrn.  Hofopemdireotor 
Mottl  prächtig  begleitet,  Schubert's  ganze  „Winterreise", 
und  wenn  Hr.  Römhildt  diesmal  durch  eine  sehr  ausdrucks- 
volle und  zumeist  klangschöne  Wiedergabe  des  auf  ihn  ent- 
fallenden Liederantheils  einen  vollen  und  wohlverdienten  Er- 
folg zu  erringen  vermochte,  so  eroberte  Frau  Uzieili,  welcher 
eine  wirklich  schöne  und  dabei  ausserge wohnlich  gut  geschulte 
Stimme,  sowie  ein  wahrhaft  schönbeseelter  Vortrag  eigen  sind, 
die  Herzen  unseres  Publicums  im  Fluge  und  dürfte  bei  einer 
hoffentlich  in  Aussicht  stehenden  Wiederkehr  nach  Carlsruhe 
der  freudigsten  Au&ahme  gewiss  sein.  Hrn.  Römhildt  ist 
man  jedenfalls  dafür  Dank  schuldig,  dass  er,  über  billigere 
Erfolge  hinwegsehend,  seinen  Stolz  darin  sucht,  ernste  und 
hohe  Kunstschöpfungen  dem  hiesigen  Publicum  unzerstückelt 
vorzuführen,  und  oass  er  solcherweise  seinem  vorjährigen 
Vortrage  der  „Schönen  Mtkllerin"  in  diesem  Jahre  die  „Winter- 
reise" folgen  liess  —  Das  Ehepaar  R6e,  welches  bekanntlich 
das  Zusammenspiel  auf  zwei  Ciavieren  als  Specialität  cultivirt, 
fand  auch  hier  eine  recht  freundliche  Aufnahme  und  beson- 
ders reichen  Beifall  für  die  schöne  und  wirkungsvolle  Wie- 
dergabe der  Brahms'schen  Variationen  über  ein  Haydn'sches 
Thema  und  der  „Don  Juan" -Phantasie  von  Liszt.  An  den 
von  Hm.  Ree  selbst  besorgten  zweiclavierigen  und  etwas 
allzufreien  Uebertragungen  verschiedener  Compositionen  von 
Schubert,  Weber  und  Mendelssohn  fand  die  Kritik  mit 
vollem  Rechte  Mancherlei  auszusetzen. 

In  der  Zeit  vom  1 8.  Juni  bis  zum  6.  Juli  fanden  die  acht 
öffentlichen  Schlussprüfungen  des  hiesigen  Conserva- 
toriums vor  einem  sehr  zahlreichen  Zuhörerkreise  im  grossen 
Saale  des  Museums  statt,  und  haben  namentlich  die  beiden 
ersten  den  Oberclassen  zugewiesenen  Vorspiele,  bei  denen 
Clavierconcertsätze  von  Mozart,  Beethoven,  Weber,  Hummel 


399 


Meüdelssolin,  Hiller,  Mosoheles,  Henselt  und  Chopin  und 
Violin-  und  Yioloncellconcerte  von  Mozart,  Viotti,  B&iot  und 
de  Swert  in  zumeist  sehr  rUhmenswerther  Weise  vorgetragen 
wurden,  sowie  eine  dem  höheren  Ensemhlespiel  gewidmete 
Pröfune  und  der  Vortrag  Haydn'scher  Svmphoniesätze  durch 
die  Orcnesterclasse  des  Instituts  den  volfgiltiffsten  Beweis  für 
die  ernste  künstlerische  Tüchtigkeit,  mit  welcner  am  hiesigen 
Conservatorium  die  Tonkunst  gelehrt  und  gepflegt  wird,  er- 
bracht. Auch  die  G^sangsclassen  waren  mit  mancher  befrie- 
digenden Leistung  vertreten^  und  die  letzten  drei  Vorspiele 
der  Vorbereitungsclassen,  bei  denen  die  Kleinen  und  die  ff anz 
Kleinen  zum  Wort  kamen,  boten  ebensosehr  eine  ergötzliche 
Au^nweide,  als  einen  zum  Theil  sogar  durch  das  Durch- 
schimmern besonderer  Veranlagungen  recht  erfreulichen  Ohren- 
schmaus. Der  Director  des  Instituts,  Hr.  Professor  Heinrich 
Orden  stein,  sowie  das  Lehrercolle^Qm  der  im  verflossenen 
Schuljahre  von  nahe  an  400  Zöglingen  besuchten  Anstalt 
dürfen  mit  dem  frohen  Gefühl,  dass  das  Publicum  ihrer  treuen 
und  gewissenhaften  Pflichterfüllung  den  lebhaftesten  Beifall 
gespendet  hat,  nunmehr  die  ihnen  so  wohl  zu  gönnende  Ferien- 
zeit antreten. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Berichte. 

Dresden.    Am  2.  Juni  fand  hier  die  Premiere  von  Mas- 
cagni's  „Freund  Fritz**,  am  4.  die  erste  Wiederholung  des 
Werkes  statt.    Da  die  Leser   des   „Musikalischen  Woäen- 
blattes**  erst  in  den  jüngsten  Nummern  eingehende  Bespre- 
chungen dieses  „lyrischen  Lustspieles**  —  wie   es  von  den 
Autoren  benannt  worden  ist  —  gefmiden  haben,  deren  Inhalt 
ich  mich  in  voUem  Umfange  anschliesse,  so  kann  und  muss 
ich  mich  wohl  heute  kurz  fassen  und  will  nur  nochmals  das 
Kesumö  sehen,  dass  einerseits  die  Wahl  des  Stoffes  mit  Hin- 
sicht aui  Mascagni's  Eigenart  als  verfehlt  betrachtet  werden 
muss,  andererseits  aber  in  der  musikalischen  Diction  gegen 
die  „öavalleria**  ein  Fortschritt,  ein  Zug  ins  Feinere  consta- 
tirt  werden  kann.     Die  bedeutendsten  Nummern  sind  ent- 
schieden das  sogenannte  Bibelduett  (Andante  religiöse,  Q-dur, 
'^/«-Takt),  das  Kirschenduett  (Andante  sostenuto,  Aaur,%-Takt) 
und  das  Intermezzo  (Dmoll);  das  Erstere  muss  als  ein  geniales 
Stück  Musik  bezeichnet  werden,  der  Choral  (zuerst  von  den 
Blechbläsern  vorgetra^n),  auf  dem  das  Gkmze  aufgebaut  ist, 
ist  einfach  und  natürlich  erfunden  —  dies  Letztere  ist  gerade 
in  „Freund  Fritz**  ein  sonst  nicht  oft  zu  constatirender  Vor- 
zug — ;  einen  ganz  entzückenden  Eindruck  muss  das  Kirschen- 
duett bei  entsprechender  Ausführung  machen  (inwiefern  dieses 
in  Dresden  zu  wünschen  übrig  Hess,   soll   weiter  unten   be- 
leuchtet werden),  und  das  Intermezzo  gehört  entschieden  zu 
dem  Besten,   was  Mascagni   überhaupt  bis  jetzt  geschrieben 
hat.    Neben    diesen    nicht    zu    verkennenden  Vorzügen    hat 
„Freund  Fritz**  der  Nachtheile  recht  viele.    Gleich  das  Vor- 
spiel, zu  dessen  Anfang  SVs  Takte  lang  nur  Sextaccorde,  die 
durch  sich  fortwährend  wiederholende  Querstände  nicht  schö- 
ner werden,   in  ein  beinahe  kindlich  zu  nennendes  Walzer- 
thema überfuhren,  wirkt  recht  unerquicklich,  doch  würde  man 
sich   das  schliesslich  noch  gefallen  lassen,  wenn  sich  Mas- 
cagni im  Verlauf  des  Stückes  Das,  was  die  „Cavalleria**  gross 
gemacht  hat,  gewahrt  hätte:  den  fortreissenden  Zug  und  den 
ununterbrochenen  Fluss  in  der  Musik;   aber  Beides  fehlt,  es 
ist  im  Gegentheil  AUes  so  zerrissen  und  so  gesucht  und  un- 
natürlich, dass  man,  ausser  in  den  vorhin  erwähnten  Oasen, 
eigentlich  nie  recht  froh  wird.  —  Soviel  noch  über  das  Werk 
im  Allgemeinen.    Die  Aufführung   in  Dresden  war  von 
Hrn.  G^neralmusikdirector  Sc  buch  mit  gewohnter  Sorg£ilt 
und  Hingabe  vorbereitet  worden,  schade,  dass  sie  unter  der 
nicht  vollständig  genügenden  Besetzung  zweier  Hauptrollen 
—  der  Susel  und  des  Fritz  —  litt.     Die   Stimme  der   Frau 
Schuch  (Susel)  reicht  zu  dieser  und  ähnlichen  Partien  heute 
nicht  mehr  aus,  —  diese  Thatsache  zu  constatiren,  kann  sich 
eine  gerechte  Kritik  nicht  versagen.    Mit  der  grossen  Qe- 
sangskunst,  diese  können  Frau  Schuch  die  Jahre  natürlich 
nicht  rauben,  ist  es  eben  allein  nicht  gethan,  —  man  verlangt 
auch  Gesang!  Leider  hatte  nun  auch  Frau  Schuch  —  und  das 
wonderte  uns  sehr  —  die    Partie   schauspielerisch    ver- 

friffen,  denn  was  sie  darstellte,  war  kein  Schwarzwälder  Natur- 
ind,  sondern  eine  gewiegte  Kokette :  so  wie  sie  bei  Hanczo's 
Worten  „Ein  Taiisendschön**  lächelt  allenfalls  die  Bosine  ihrem 
Almaviva  oder  Frau  Fluth  dem  Falstaff  zu,  aber  nicht  die 
unschuldige  Susel,  das  unwissende  Kind  des  Landes.    Aehn- 


lioh,  wie  Frau  Schuch,  störte  theilweise  auch  Hr.  Anthes 
(Fritz)  die  Illusionen:  denn  wenn  er  zumeist  auch  sehr  schön 
sang,  so  traf  er  doch  im  Spiel  nur  selten  das  Richtige  und 
war  für  die  Partie  viel  zu  ungelenk  und  hölzern:  so  darf 
diese  persona  gratissima  bei  Jung  und  Alt,  dieser  Helfer  der 
Armen,  der  in  seinem  Dorfe  wie  ein  kleiner  König  gefeiert 
wird,  nicht  aussehen,  —  man  verlangt  eine  sympathische  Er- 
scheinung und  liebenswürdiges  Wesen.  Das  waren  dieSchatten- 
seiten  der  Dresdener  Aufführung.  Im  Uebrigen  kann  man  nur 
das  Beste  berichten.  Der  David  fand  m  Hrn.  Scheide- 
mantel einen  mustergiltigen  Vertreter  (seine  wunderbaren 
stimmlichen  Mittel  konnte  der  ausgezeichnete  Künstler  infolge 
der  fortwährenden  Becitative  nicht  entfalten),  die  Partie  des 
Joseph  kann  man  sich  kaum  besser  dargestellt  und  gesungen 
denken,  als  von  Frl.  von  Chavanne,  die  kleineren  RoUen 
waren  sämmtlich  in  den  besten  Händen.  Das  Orchester 
spielte  muster^tig  und  zeichnete  sich  am  meisten  durch  die 

geradezu  hinreissende  Wiedergabe  des  Intermezzos,  das  wieder- 
olt  werden  musste,  aus.  Erwähnt  sei  noch  die  viiiniose  Aus- 
führung des  Violinsolos  im  l.  Act  durch  Hm.  Concertmeister 
Petri.  Das  Publicum  nahm  das  Werk  dankbar  auf;  dass 
von  einem  Interesse  wie  an  der  „CavaUeria**  nicht  die  Rede 
sein  kann,  bewies  schon  der  Umstand,  dass  sich  bei  der 
zweiten  Aufführung  am  4.  Juni  bereits  einige  klaffende 
Lücken  im  Zuschauerraum  zeigten.  F.  B.  Pfau. 

Greifswald,  im  Juli.  Als  das  hervorragendste  und  inter- 
essanteste musikalische  Ereigniss  der  letzten  drei  Jahre,  wäh- 
rend welcher  das  „Musikali^he  Wochenblatt**  keine  Berichte 
aus  unserer  Stadt  brachte,  hat  zweifellos  das  auf  Anregung 
und  unter  Leitung  des  Musikdirectors  Hrn.  Drönewolfim 
Februar  1889  vom  Akademischen  Gesangverein  „Guilelmia** 
veranstaltete  Wagner-Concert  zu  gelten,  das  aber  zu  weit 
zurückliegt,  als  dass  wir  es  wagen  dünten,  die  w.  Leser  dieses 
Blattes  noch  mit  einem  Bericht  über  dasselbe  zu  behelligen, 
so  glänzend  derselbe  auch  für  die  Ausführenden  und  den 
Dirigenten  Hm.  Musikdirector  Drönewolf  ausfallen  müsste. 

Der  Greifswalder  Singverein  (gemischter  Chor),  des- 
sen üebungszeit,  wie  hier  beiläufig  bemerkt  sei,  infolge  der  einen 
grossen  Theil  des  Jahres  in  Anspruch  nehmenden  Studenten- 
ferien (während  deren  es  dann  am  Männerchor  fehlt)   leidei 
eine  sehr  beschränkte  ist,  brachte  in  den  letzten  Jahren  neben 
mehreren  kleineren  Aufführungen  am  Glavier  drei   grössere 
unter  Zuziehung  von  Orchester  (die  hiesige,  durch  tüchtige 
Dilettanten  verstärkte  StadtcapeUe)  und  auswärtigen  Solisten 
veranstaltete  Conoerte,  in  denen  „Samson**  von  ^Lndel,  „Die 
Jahreszeiten**  von  Haydn,  „Die  Flucht  der  heiligen  Familie** 
von  Bruch,  Grieg's  „Vor  der  Klosterpforte **  und  „Die  schöne 
Melusine**  von  H.  Hof  mann  zur  Aufführung  gelangten.  Trotz 
der  im  Verhältniss  zu  anderen  gleich  grossen  Städten  ziem- 
lich  geringen  Mit^liederzahl   des    Vereins    und   zahlreicher 
anderweitigen  Schwierigkeiten  erfuhren  die  Chöre  in  den  oben- 
genannten Werken  unter  Musikdirector  DrönewolPs  Leitung 
überall  eine  zug-  und  schwungvolle,  präcise  und  fein  nuan- 
cirte  Wiedergabe.    Von  den  SoBsten  zeichnete  sich  im  „Sam- 
son** vor  allen  Anderen  Ihre  vortreffliche  Landsmännin  Frau 
Metzler-Löwy   aus,    während   in    den    „Jahreszeiten**,   in 
Grieg's  herrlichem  „Vor  der  Klosterpforte**  und  in  der  „Schö- 
nen Melusine**    Frl.   Reimann    aus    Berlin    durch    ihre    in 
stimmlicher  und  gesan^chnischer  Hinsicht,  wie  nach  Seite 
der   geistigen  Durchdrm^ng   ihrer  Aufgaben  gleich  vollen- 
deten Leistungen  ihrem  im  Wagner-Concert  hier  errungenen 
grossen  Erfolge  neue  und  wohlverdiente  Lorbeeren  hinzufügte. 
Leider  wurde   der  Gesammteindruck   des  nicht  gerade  tief- 
gehenden,   aber   doch  sehr  liebenswürdi^n  Hotmann'schen 
Werkes  durch  die  völlig  unzulängliche  Wiedergabe  der  Partie 
des  Raimund   durch  einen  noch  ganz  unfertigen  Sänger  aus 
Berlin  stark   beeinträchtigt.    —    Als  besonders   bemerkens- 
werth,  was  die  Thätigkeit  des  Singvereins  anlangt,  wäre  dann 
noch   eines  im  vorigen  Sommer  stattgehabten  und  in  allen 
seinen  Theilen  ganz  besonders  gut  gelungenen  Kirchencon- 
certes  zu   erwähnen,   dessen   Hauptnummem   der   mächtige 
Choral  „Was  helfen  uns  die  schweren  Sorgen*^  mit  derFigu- 
ration  „Sei  nun  wieder  zufrieden**   aus  Baches   grossartiger 
Cantate  „Ich  hatte  vielBekümmemiss**,  drei  Preussische  Fest- 
lieder von  Eccard  und  A.  Becker's  wundervoller  „Geistlicher 
Dialog**  —  jedenfalls  Eine  der  kostbarsten  Perlen  der  neueren 
deutschen  Kirchenmusik— bildeten.  Besonders  letzteres  Stück, 
auf  dessen   Studium  Musikdirector  Drönewolf  die  allerpein- 
lichste  und  liebevollste  Sorgfalt  verwandt,  wurde  .in  nanezu 
vollendeter  Weise  zu  G^hör  gebracht  und  hinterÜess  bei  den 


400 


Zuhörern  einen   ebenso   tief  ergreifenden   wie  nachhaltigen 
Eindruck. 

Der  akademische  Gesangverein  „Guilelmia"  brachte  seit 
dem  grossen  Wagner-Goncert  in  seinen  theils  öffentlichen, 
theils  vor  einem  geladenen  Zuhörerkreise  stattgehabten  Auf- 
führungen, deren  in  der  Regel  alljährlich  zwei  stattfinden, 
an  grösseren  und  neueren  Compositionen  u.  A.:  ,,Das  Grab 
im  Busento"  von  F.  Gernsheim,  „Schottlands  Thrftnen"  und 
„Lied  der  Städte"  von  Bruch,  „Hildebrands  Lied"  von  Jensen, 
-Waldmorgen"  von  R.  Becker,  „Landkennung"  von  Grieg  etc. 
Ausserdem  wurden  noch  eine  Reihe  von  a  capella-Männer- 
chören  von  Mendelssohn,  Marschner,  Dürmer,  v.  Perfall,  Bö- 
nicke  etc.,  sowie,  um  die  nöthige  Abwechselung  in  die  Pro- 
gramme zu  bringen,  auch  mehrere  Instrumentalsoli  (ftirVio- 
une,  Violoncell  etc.)  zu  Gehör  gebracht.  Sämmtliche  Chor- 
leistungen liessen  an  Präcision,  Bchwung  und  gut  nuancirtem 
Vortrag  kaum  Etwas  zu  wünschen  übrig,  und  wenn  dieselben, 
was  Stimmklang  und  gesangliches  Können  anlangt,  auch  nicht 
alle  auf  gleicher  Stu^  standen  —  ein  ümoband,  der  bei  dem 
fast  in  jedem  Semester  stark  wechselnden  und  keineswegs 
zahlreichen  Mitgliederbestande  des  Vereins  kaum  zu  vermei- 
den sein  dürfte,  —  so  legten  sie  doch  jedenfalls  überall  Zeug- 
niss  ab  von  dem  regen  Eifer  und  der  opferwilligen  Hingabe 
des  Dirigenten  sowohl,  wie  der  jugendlich  frischen  Sänger- 
schaar  an  die  Sache. 

Mein  Rückblick  würde  eine  den  Kennern  hiesiger  Ver- 
hältnisse mit  Recht  auffallende  Lücke  zeigen,  wollte  ich  nicht 
mit  einigen  Worten  noch  der  Wirksamkeit  des  hiesigen 
Goncertvereins  erwähnen,  eines  Vereins,  der  allwinteruch 
vier  Concerte  veranstaltet  und  es  sich  vorwiegend  zur  Auf- 
gabe gemacht  hat,  nur  lediglich  auswärtige,  mehr  oder 
weniger  renommirte  (in  ihren  Leistungen  Ihnen  und  Ihren 
Lesern  daher  meist  wohl  auch  bekannte)  Solokräfte  dem 
hiesigen  Publicum  vorzuführen.  Ob  diese  nach  dem  IJrtheil 
einsichtiger  hiesiger  Kunstfreunde  etwas  einseitig  vertretene 
und  ver&lgte  Tendenz  gerade  der  „Kunst"  als  solcher  zu  gute 
kommt  und  förderlich  ist,  möchte  zu  bezweifeln  sein.  That- 
sache  ist,  dass  man  in  diese  Concerte  geht,  nicht  um  Musik, 
d.  h.  dieses  oder  jenes  Werk  von  Beethoven,  Brahms  etc., 
sondern  um  Hm.  X.  aus  L.  snielen  oder  Frl.  Z.  aus  B.  sin- 
gen zu  hören,  und  dass  die  Programme  nur. zu  oft  offenbar 
mehr  auf  die  Urheberschaft  der  „berühmten"  Berliner  Ge- 
schäftsfirma mit  der  Telegrammadresse  „Musikwolff  —  der 
vornehmsten  „Bezugsquelle"  des  Vereins  — .  als  auf  eine  nach 
wirklich  künstlerischen  Principien  feinfünlig  ordnende  und 
wählende  Hand  deuten.  Immerhin  bleibt  dankbar  anzuer- 
kennen, dass  besagter  Verein  Gelegenheit  bietet,  Künstlern 
und  Künstlerinnen,  wie  den  Damen  Carreno  und  Joachim 
und  den  HH.  Eugen  d'Albert  und  Gura  hier  am  einsam 
entlegenen  Ostseestrande  zu  begegnen. 

Die  letzte  Aufführung  des  Singvereins  (dessen  Männer- 
chor von  den  Mitgliedern  der  „Guüelmia"  gebUdet  wird)  fand 
am  18.  Juni  statt  und  bot  nur  zwei  Programmnummem:  das 
Septett  von  Beethoven  (selbstverständlicn  in  seiner  Original- 
gestalt) und  „Der  Rose  Pilgerfahrt"  von  Schumann.  Das  nie 
veraltende,  unverwüstlich  jugendfnsche  Beethoven'sche  Sep- 
tett, das  übrigens  dem  weitaus  grössten  Theil  des  hiesigen 
Publicums  völlig  fremd  war,  wurde  unter  Leitung  des  Hrn. 
Musikdirector  Drönewolf  von  kunstsinnigen  Dilettanten  im 
Verein  mit  Mitgliedern  der  hiesigen  Stadtcapelle  (von  welch 
Letzteren  besonders  der  Hornist  und  Clarinettist  durch  ganz 
vortreffliche  Leistungen  sich  hervorthaten)  zu  Gehör  gebracht, 
und  zwar  in  einer  Weise,   die  sowohl  von  fieissigstem  und. 

fewissenhaftestem  Studium,  wie  von  feinsinnigster,  dem  Beet- 
oven'schen  Genius  bis  in  die  unscheinbarsten,  aber  doch 
immer  so  wesentlichen  Details  hinein  gerechtwerdender  Auf- 
fassung seitens  des  Dirigenten  beredtes  Zeugniss  ablegte. 
In  dem  Schumann'schen  Werke  lernten  wir  als  Vertreterin 
der  Haupt-  und  Titelpartie  eine  junge  Leipziger  Sängerin, 
FrL  Susanne  Stade,  kennen,  eine  Schülerin  von  Frau  Imger- 
Haupt.  Frl.  Stade  verfügt  über  eine  weiche,  sympathische 
und  vortreff'lich  geschulte  Sopranstimme,  die  nach  der  Höhe 
zu  als  besonders  ausgibig  und  umfangreich  sich  erwies.  Ton- 
bildung, Intonation  und  Aussprache  genügen  auch  den  weitest- 
gehenoen  Ansprüchen.  Ein  nicht  zu  unterschätzender  Vor- 
zug der  jun^n  Künstlerin  ist  ferner  grosse  rhythmische 
Sicherheit,  wie  überhaupt  vollste  Herrachaft  über  ihre  Auf- 
gabe in  Bezag  auf  alles  rein  technisch  Musikalische.  Gelingt 
es  der  jungen  Dame,  woran  wohl  nicht  zu  zweifeln  ist,  im  wei- 
teren Verlaufe  ihrer  Entwickelung,  künftighin  nach  Seite  der 
seelischen  Vertiefung  und  poetisch -innerlichen  Erfassung  des 


gesanglich  zu  Gestaltenden  hier  und  da  noch  etwas  mehr  zu 
thun,  so  glauben  wir,  ihr  eine  schöne  Zukunft  und  reiche 
künstlerische  Erfolge  in  AussicJit  stellen  zu  können.  Das 
vorhandene  Material  ist,  wie  gesagt,  vortrefflich ,  nur  müssen 
noch  etwas  mehr  Herz  und  Seele  hinein!  —  Die  übrigen 
Solopartien,  sämmtlich  mit  Vereinsmitgliedem  besetzt,  lagen 
ebenfalls  in  recht  ^uten  Händen  (namentlich  wurden  die  Par- 
tie der  Elfenkönigin  und  das  schöne  Altsolo  „Im  Wald  ge- 
lehnt am  Stamme"  von  einer  jungen  Dilettantin  durch  zart 
poetischen  und  innig  beseelten  Vortrag  zu  überraschend  schö- 
ner, wirkungsvollster  Geltung  gebracht),  und  die  Chöre,  von 
Hm.  Musikdirector  Drönewoli(aer  imConcert  auch  die  Clavier- 
begleitung  ausführte)  mit  grösster  Sorgfalt  einstudirt,  gingen 
durchweg  vortrefflich,  sowohl  was  rhythmische  Präsision  und 
Phrasiruug,  wie  Nuancirung  des  Vortrags  anlangt. 

Das  Sommerfest  des  akademischen  Gesansyereins  „Gui- 
lelmia"  am  l.Jnli  nahm  trotz  der  durch  zufMlige  umstände 
verminderten  Zahl  der  Ausföhrenden  —  der  Verein  zählt 
überhaupt  nur  circa  26  Mitglieder  —  einen  befriedigenden 
Verlauf.  Der  männlich  kraftvolle  „Festgesang  an  die  Künstler" 
von  Mendelssohn,  das  innig  empnindene,  von  echter  Waldes- 
poesie erfüllte  Herbeck'sche  Stück  „Zum  Walde"  mit  Beglei- 
tung von  vier  Hömeen  und  a  capeUa-Chöre  von  Silcher,  B^er- 
mann,  Petschke  und  Dürmer  erfuhren  bis  auf  einige  hier  und 
da  sich  bemerkbar  machende  Intonationsschwankungen  eine 
ezacte,  sichere,  durch  entsprechende  dynamische  Schattirungen 
wohlthuend  belebte  Wiedergabe.  Die  Klänee  des  jugendlichen 
Männerchors  wurden  in  angenehmster  Weise  unterbrochen 
durch  Ghesang Vorträge  des  Frl.  Stade,  die  wir  auch  in  diesem 
Concert  wieder  zu  b^rüssen  die  Freude  hatten.  Sie  sang  die 
Cavatine  aus  dem  „Freischütz"  und  Lieder  von  Schumann, 
Franz  und  Hofinann.  Die  gebotenen  Leistungen  konnten  das 
oben  über  die  junge  Sängerin  Gesi^p^  nur  betätigen.  In  der 
Weber*schen  Oavatine  trat  die  Neiffung,  auf  Kosten  der  Ge- 
schlossenheit der  musikalischen  Phrase  „schönen  Ton**  zu 
bilden  und  zu  entwickeln,  hier  und  da  vielleicht  etwas  zu 
merkbar  hervor,  und  Schumann*s  „Widmung",  wie  auch 
Franz'  „Er  ist  gekommen"  hätten  nach  unserem  Gefühl  um 
eine  Nuance  feuri^r  und  leidenschaftlicher  gesungen  werden 
können.  Vortrefflich  in  jeder  Beziehung  gelangen  Schumann's 
„Lotosblume"  und  „loh  wandere  nicht",  sowie  aas  entzückende 
Franz'sche  Lied  ^ Durch  säuselnde  Bäume".  Mit  lebhaftestem 
und  reichstem  BeifSsdl  vom  Publicum  belohnt,  wurde  Frl.  Stade 
zu  einer  Zugabe  genöthigt^  als  welche  sie  das  Franz^sche 
„Musst  nicht  allein  im  freien"  spendete. 

Alles  in  Allem  genommen:  die  beiden  Vereine,  der  Greifs- 
walder  Singverein  und  der  akademische  Gesangverein  „Gui- 
lelmia",  können  mit  vollster  G^nug^uung  und  BeMedignng 
auf  die  in  diesen  beiden  letzten  (%ncerten  errungenen  schö- 
nen Erfolge  zurückblicken.  M.  B. 


Conoertumsohau. 

Apolda.  Conc.  des  Erfurter  G^esangver.  (Sieffarth)  am 
3.  Juli:  Männerchöre  v.  J.  Schondorf  („Grass  dem  Kaiser"), 
G.  Schreck  (-Wo  ist  Gott"),  EngelsbergLAnnabellLee"), 
F.  Hegar  („Todtenvolk"),  0.  Goepfart  («Des  Stemwirths 
Töohterlein"),  F.M.  Böhme  („Herzdrücken"), H.Bosenmey er 
(Volkslied),  Silcher,  I.  Machan ek  (JLacrimae  Christi")  und 
W.  Köhler  („Orakel"),  Soloquint.  „Beim  Fensterin"  v.  Ko- 
schat, Soloquartette  v.  F.  Hesse  ("„Mein  Morgenstern")  und 
Ed.  Hermes  („Traum  der  Liebe"),  sowie  Altniederländ.  und 
Oberösterreich.  Volkslied,  bearbeit.  ▼.  Kremser. 

Breslau.  9.  u.  10.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap. 
(Riemenschneider):  Symphonien  v.  Schubert  (Cdur)  u.  Beet- 
hoven (No.  4),  Ouvertüren  v.  Gade  („Hamlet"),  Beethoven, 
Litolff  („Bobespierre")  u.  Lassen  (üb.  ein  thüring.  Volkslied), 
vier  Nummern  a.  der  Suite  „Aus  aller  Herren  Länder"  von 
Moszkowski,  Concert  f.  vier  Waldhörner  v.  Hübler  (HH. 
Vogel,  Schubert,  Boss  u.  Barrasch),  Clar.-Conc.  v.  Weber  (Hr. 
Wiedemann)  etc.  —  9.  Wagner- Abend  derselben  Gap.:  Eine 
Faust-Ouvert.,  Vorspiele  zu  den  „Meistersingern"  u.  „Lohen- 
grin",  „Waldweben"  a.  „Siegfried"  u.  A.  m.  v.  Wagner. 

Com.  Volkssymphonieconcerte  des  städt.  Orch.:  No.  1 
(Hollaender).  2.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Chera- 
bini  u.  Gluck,  Violinvorträge  des  Hm.  Bar6a.Wien(l.  Conc. 
V.  Bruch  etc.).  No.  2  (HoUaender).  Cdur-Symph.  v.  Haydn, 
svmph.  Phant.  -Ein  Frtthlingsfest"  v.  F.  Gotthelf,  Ouvert. 
Od.  124  V.  Beethoven,  BmoU-Clavierconc.  v.  Scharwenka 
(Mr.  Pauer).    No.  8  (Hollaender).    Hmoll-Symph.  v.  Schubert, 


401 


nZaaberflöten^'-OaTert.  ▼.  Mozart,  Vorspiel  u.  Balletmusik  a. 
JBoabdil**  y.  Moszkowski,  Solovortrftffe  der  Frau  Craemer- 
Scbleger  a.  Düsseldorf  (Qes.,  Arie  a.  .«fosua^  v.  Händel,  ,,yon 
ewi^r  Liebe^  v.  Brahms,  „Ber  Spielmann"  v.  Heuberger 
u.  ^Im  Volkston"  v.  H.  Schmidt)   u.  des  Hm.  Ketz  (Hörn, 
Concert  v.  Weber).     No.  4  (Hollaender).     Eine  Proraetheus- 
Symph.  V.  0.  Dorn,  Ouvertüren  v.  Schumann  („Genovefa")  u. 
Wagner  („Tannhäuser"),   Esdur-Olavierconc.   v.   Beethoven 
(Hr.  Dr.  Neiteel).    No.  5  (Prof.  Dr.  Wültoer).    Odur-Symph. 
V.  Mozart,  Ouvert.,  Scherzo  u.  Finale  v.  Schumann,  Solovor- 
trftfire  der  Frau  Wolff-Dwillat  (G^.,  Seren,  v.  B.  Strauss  etc.) 
u.  des  Frl.  Meyer  (Clav.,   Gdur-Oonc.  v.  Beethoven).    No.  6 
(Hollaender).    8.  Symph.  ▼.  Beethoven,   Ouvert.  zu  ,^igaro'8 
Hochzeit"  v.  Mozart,  symph.  Variat.  f.  Orch.  v.  F.  Kessel, 
Solovorträge  der  Frls.  Skinner-Gordon   (Ges.,   „Dichf  theure 
Halle"  a.  -Tannhäuser"  v.  Wagner  efcc.)  u.  Scnwartz  (VioL, 
Gonc.  V.  Mendelssohn).     No.  7  (Hollaender).     AmoU-Symph. 
▼.  Mendelssohn,  Ouvcurt.  zum  „Fliegenden  Holländer"  v.  Wag- 
ner, Solovorträfi^  der  Frls.  Zimdars  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges., 
^eldeinsamkeit"  v.  Brahms,   -Pastorale"  v.  Bizet  etc.)  u. 
Feist  (Clav.,  GmoU-Gonc  v.  Ed.  Schutt).    No.  8  (Hollaender). 
2.  Symph.  v.  Brahms,  „Fidelio" -Ouvert.  v.  Beethoven,  zwei 
Sätze  a.  einer  Nord.  Suite  v.  E.  Heuser,  Violinvorträge  des 
Frl.  Spiller  (zwei  Sätze  a.  dem  4.  Gonc.  v.  Vieuxtemps,  Ada- 
gio V.  Marsick  u.  Valse-Caprice  v.  Wieniawski). 

fiisenaeh.  Concert  des  Musikver.  (Prof.  Thureau)  unter 
Solist.  Mitwirk,  der  Freifrau  Grote  a.  Vacha  (Ghas.)  u.  des  Hm. 
Hempel  v.  hier  (Org.)  am  6.  Juli:  Hymne  f.  Chor  u.  Orch.  v, 
H.  Thureau,  Psalm  49  f.  Sopransolo,  Chor,  Orch.  u.  Org.  v. 
Mendelssohn,  Soli  f.  Gea.  v.  Mendelssohn  u.  f.  On^el  v.  Lux 
(Phant.,  m.  Posaunen),  S.Bach  (Omoll-Tocc.)  u.  £h  ein  ber- 
ger (Conc). 

Erlangen.  Concert  des  Akad.  Gesangver.  (Oechsler)  am 
13.  Juli:  Qem.  Chöre  v.  S.  Bach,  Lotti,  M.  Hauptmann  und 
J.  Brahms  („Wie  lieblic]i  sind  deine  Wohnungen"  aus  dem 
Deutschen  Bequiem),  Motette  f.  Frauenchor,  l%li  und  Orgel 
Op.  39  V.  Mendelssohn,  Solovorträ|;e  der  Frau  Zucker  (Ges., 
^Wenn  der  Herr  ein  Kreuze  schickt"  v.  B.  Bad  ecke  u.  .In 
den  blauenden  Morgen  hinein"  v.  A.  Becker)  und  der  UH. 
Oechsler  (Org.,  Esmoll-Sonate  v.  Bheinberger  u.  Phant.  u. 
FugeinEmou  v.  J.G,.Herzog)  n.  Hofrath  Dr.  Hilger  (Viol., 
Elegie  v.  Bheinberger). 

GflStrow.  17.  Mecklenburg.  Sängerfest  ont.  Leit.  des  Hm. 
Schondorf  u.  Solist.  Mitwirk,  des  Hm.  Severin  a.  Berlin  (Ges.): 
„Bienzi"-Ouvert.  ▼.  Wagner,  Krönungsmarsch  a.  den  „Fol' 
kungem"  v.  Kretschmer,  Männerchöre  m.  Orch.  v.  Beetho- 
ven („Die  Himmel  rühmen"),  Ejreutzer  („Siegesbotschaft"), 
Gernsheim  („Salamis",  m.  Baritonsolo)  und  Bruch  („Dem 
Kaiser")  u.  a  cap.  v.  F.  Otto  („Der  Männergesang"),  Mendels- 
sohn, J.  Schondorf  („Loigny"  u.  Trompeterlied),  Sucher, 
A.  Jürgens  („Drauss  ist  Alles  so  prächtig"),  Dregert 
(„Soldatenbraut"),  A.  Naubert  („Aus&nrt")  u.  H.  Hof  mann 
(„Maienzeit"),  Baritonsoli  m.  Orch.  v.  H.  Hofmann  (Lieder 
des  Troubadours  u.  „Maienzeit")  u.  B.  Becker  („Der  Trom- 
peter an  der  Katzbach"). 

Im  Haag.  Orgelconc.  des  Hm.  S.  de  Lange  am  26.  Juli 
m.  Compositionen  v.  Händel-S.  de  Lange  (Concert  u.  Marsch), 
S.  de  Lange  (6. Son.),  S.  Bach  (Prael.  u.  Fuge  in  Gdur  und 
Bicercata)  u.  M.  Brauer  (Prael.  u.  Fuge). 

Halle  a.  S.  Conc.  des  Akad.  Gesangver.  (Beubke)  am  6.  Juli : 
Männerchöre  v.  A.  Becker  („Schnitter  Tod"  u.  »^^en  und 
Sonne",  m.  Clav.),  F.  Schubert  („Nachtgesang  im  Walde"  und 
„Der  Gondel&hrer",  m.  Clav.),  B.  Franz-Beubke  („Ave 
Maria")  und  Bheinberger  (-Jung-Wemer"  u.  „Alt-Heidel- 
berg"), Solovorträ^  des  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  ((ies.;  „März- 
schnee" V.  Erbprinz  Friedrich  von  Anhalt,  Wiegenlied  v. 
H.  Sommer.  „Am  Meer"  v.  A.  F.  Hill,  „Ach  wer  das  doch 
könnte"  v.  W.  Berger  etc.)  und  des  Hrai.  Hammig  v.  eben- 
daher (Violonc^  9.  u.  3.  Satz  a.  dem  Hmoll-Conc.  v.  Davi- 
doff, Noct.  V.  Chopin-Klengel  u.  Tarantelle  v.  Popper). 

Kissingen.  symph.-Conc.  der  Curcapelle  (Schreck)  am 
9.  Juli:  8.  Symph.  v.  Beethoven,  „Parsifal"- Vorspiel  v.  V7ag- 
ner,  „Souvenir  d'Amörique"  f.  Viol.,  comp.  u.  gesp.  v.  Hrn. 
Ohliger. 

Laibaeh.  Sommerliedertafel  der  Philharm.  G^esellschaft 
am  18.  Juli  m.  Männerchören  v.  Abt  („Vineta"),  Marschner, 
Dürrner  („Lebensre^l"),  Mendelssohn,  Kreutzer,  B.  Wein- 
wurm (zwei  Volkslieder)  und  F.  W.  Bern  er  („Studenten- 
gruss"). 

Bad  Reinerz.  7.  u.  8.  Symph.-Conc.  des  Curorchesters 
(Loewenthal):    Symphonien  v.  Mozart  (GmoU)  u.  Beethoven 


(No.  9),  „Danse  macabre"  v.  Saint-Saöns,  „Sommemachts- 
traum" -Ouvert.  V.  Mendelssohn^  „Lohengrin "- Vorspiel  v. Wag- 
ner, „Aufforderung  zum  Tanz**  v.  Weber-Berlioz,  dolo vortrage 
der  HH.  Knop  (Viol.,  Conc.  v.  Beethoven)  u.  Beimann  (Vio- 
lonc,  Bomanze  v.  Hamerik  etc.).  —  6. — 8.  Kammermusik- 
abend: Quint.  Op.  5f5  v.  J.  Vogt,  Streichquartette  v.  Haydn, 
Dessoff  (Fdur),  Beethoven  (Op.  18,  No.  3)  und  Godard 
(Ginoll)  etc. 

Rom.  Conc.  der  Pianistin  Frl.  Mettler  unt.  Mitwirk,  des 
Hm.  Prof.  Sgambati:  Variat.  f.  zwei  Claviere  v.  Schumann, 
Ciaviersoli  v.  Mendelssohn,  Schubert,  Chopin,  Sgambati 
(Studio  da  concerto)  und  Liszt  („Consolation"  u.  12.  Ungar. 
Bhaps.). 

Seheveningen«  5.  u.  6.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch. 
(Herfurth)  a.  Berlin:  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  3)  und 
Gade  (No.  4),  „Les  Pr61udes"  v.  Liszt,  Ouvertüren  v.  Brahms 
(Akad.  Fest-),  Goldmark  („Sakuntala"),  Wagner  („Tann- 
häuser") u.  A.,  „Danse  des  Sylphes"  v.  Berlioz,  „Une  Nuit 
ä  Lisbonne"  v.  Saint-Saöns,  Variat.  a.  dem  DmoU-Streich- 
quart.  v.  Schubert,  Violinvorträge  der  HH.  Bleuer  (Conc.  v. 
Mendelssohn)  u.  Eidering  („Gesangsscene"  v.  Spohr).—  Conc. 
desselben  Orch.  am  86.  Juli:  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittel- 
asien" V.  Borodin,  symph.  Einleit.  zu  „Sigurd  Slembe"  von 
Svendsen,  „Pester  (5arneval"  v.  Liszt  etc. 

Sondershausen.  7.  u.  8.  Lohconcert  (Prof.  Schröder): 
Symphonien  v.  Haydn  (Ddur),  Beethoven  (No.  8)  u.  Mozart 
(Cdur),  Ddur-Suite  v.  S.  Bach,  „Julinacht"  v.  G.  Biemen- 
schneider,  Ouvertüren  v.  Gluck,  Mozart  u.  Beethoven,  Suite 
„Sommerffthrt"  f.  Streichorch.  v.  H.  Zöllner. 

Sonneberg.  Am  10.  Juli  Aufftihrung  v.  Mendelssohn's 
„Elias"  durch  den  Singver.  (Hetzel)  unt.  sollst.  Mitwirk,  des 
Frl.  Kühn  a.  Eisenach,  der  Frau  Funk-Schreiber  a.  Meiningen 
u.  der  HH.  Trautermann  a.  Leipzig  u.  Büttner  a.  OobuM;. 

Utreeht«  Orgelconc.  des  Hrn.  S.  de  Lange  a.  dem  Haag 
am  19.  Juli  m.  Compositionen  v.  Händel-S.  de  Lange  (Conc), 
Brahms  (Asmoll-Fuge),  Pachelbel  (Ciaconne),  S.  de  Lange 
(Andante  a.  Op.  30,  No.  1),  Mendelssohn  (3.  Son.)  u.  S.  Bach 
(Tocc.  u.  Fuge  in  DmoU). 

Villingen.  Am  17.  JuUAufföhr.  v.  Mendelssohn's  „Pau- 
lus" unt.  Leit.  des  Hm.  Häberle  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe  u.  derHH.  Amtsrichter  Obkircher 
n.  Beha  v.  hier. 

VeraheU  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ori  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.    Frl.  Marie  Deppe,   deren  1890er  Gastspiel  an 
der  KroU-Oper  noch  in  angenehmer  Erinnerung  ist,    wurde 
vom  1.  Oct.  d.  J.  ab  auf  drei  Jahre  an  die  k.  Oper  engagirt. 
Li  der  Kroll-Oper  wird  am  6.  d.  Mts.  Hr.  Emil  Götze  ein 
längeres  Gastspiel  beginnen.  —  Frankfurt  a.  M.   In  unserer 
Oper  gastirt  gegenwärtig  mit  Erfolg  Frau  Ende- Andriessen 
aus  Cöln.  —New- York.    Für  die  am  21.  Nov.  im  Metropolitan 
Opera  House  beginnende  Italienische  und  Französische  Sai- 
son sind  von  den  HH.  Abbey  und  Grau  die  folgenden  Künstler 
gewonnen  worden:  die  Damen  Eames,  Nordica,  Fierens, 
Leid,    Bauermeister,    Kisley,    Calv6,    Scalchi    und 
Guerda  und  die  HH.  J.  de  Beszkö,  Fariol,  Rinaldini, 
Corel,  Vignas,    Lassalle,   Edmondi,   Carbone,   Mar- 
tapor.  E.  deBeszkö,  Abramoff,  Viviani,  de  Vaschetti 
und    Tanzini.      Die  HH.   Anton    Seidl    und    Bevignani 
werden   sich  in  die  Direction  theilen.    Das  Repertoire  wird 
von    neueren   Werken    enthalten:     „Le  Cid",    „Manon"  und 
-Werther"  von  Massenet,    „Tannhäuser",    „Lohengrin",  „Die 
Meistersinger"  und  den  „Fliegenden  Holländer"  von  Wagner, 
„Otello"    von   Verdi,    „Carmen"    von   Bizet,    „Ascanio"    von 
Saint-Saöns,    „Amico  Fritz"    und    „Cavalleria  rusticana"  von 
Mascagni  und  „Mefistofele"  von  Boito.    —    Paris.    In  der 
Grossen  Oper  steht  ein  Gastspiel  der  Frau  Sembrich  bevor, 
dem  man  bei  dem  grossen  Ruf  der  Sängerin  mit  allgemeinem 
Interesse  entgegensieht.    Frau  Sembrich  wird  sich  oei  dieser 
Gelegenheit  auch  als  Mozart-Sängerin  zeigen.  —  Wien.  Das 
Capellmeisteramt  am  Hofburgtheater,   welchem   zuletzt  Hr. 
Jul.  Sulzer  vorstand,  ist  neu  durch  Hm.  Kessel,   den  seit- 
herigen Orchesterdirigenten  des  Burgtheaters,  besetzt  worden. 
Zu  den  gelungensten  und  besuchtesten  Ausstellnngs-Concerten 
zählte  der  Liederabend  des  Klagenfurter  Männergesang- 
vereins unter  C.  Weidt's  vorzüglicher  Leitung,  an  welchem 


*og 


die  Zuhörer  aus  der  begeisterten  Stimmung  gar  nicht  heraus 
kamen  i 

kirohenmusiic. 

Leipzig.   Thomaskirche:  30.  Juli.  „Palmsonntagmorgen" 
V.  C.  Reinecke.    Danklied  v.  J.  Eietz. 

Musikalien-  und  BQohermarlct. 

Eingetroffen: 

Dinger,  Hugo,  Die  geistige  Ent Wickelung  Richard  Wagner *s. 
Versuch  einer  Darstellung  der  Weltanschauung  Richard 
Wagner^s  mit  Rücksichtnahme  auf  deren  Verhältniss  zu 
den  philosophischen  Richtungen  der  Junghegelianer  und 
Arthur  Schopenhauer*s.  Band  I.  Die  Weltanschauung 
Richard  Wagner's  in  den  Grundzügen  ihrer  Entwickelung. 
(Leipzig,  E.  W.  Fritzsch.) 

Das  Drama  Richard  Wagner's.  Eine  Anregung.  (Leipziir. 
Breitkopf  &  HärteL)  -^     e>     v 

Meiück,  Dr.  Ernst,  Üie  sagenwissenschaftlichen  Grundlagen 
der  Nibelungen-Dichtung  Richard  Wagner's.  (Benin, 
Emil  Felber.j 

Mey,  Gurt,  Der  Meistergesang  in  Geschichte  und  Kunst. 
Tabulatur-Erläuterungen  zu  R.Wagner's  „Meistersingern 
von  Nürnberg".  (Carlsruhe,  Commissionsverlag  von  Th. 
Ulrici.) 

Pfohl,  Ferd.,  Führer  durch  Richard  Wagner's  deutsche 
Nationaloper  „Die  Meistersinger  von  Nürnberg".  (Leip- 
zig,  Feodor  Reinboth.) 

Praeger,  Ferdinand,  Wagner,  wie  ich  ihn  kannte.  (Leipzig, 
Breitkopf  &  flftrtel.)  v      *-   e» 


Vemnisolrte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Während  der  Monate  September  und  October  wird  im 
Royal  Aquarium  in  London  eine  der  kirchlichen  Musik  ge- 
widmete Ausstellung  stattfinden.  Alles  was  auf  die  Ge- 
schichte der  Liturgie  der  verschiedenen  Religionsbekenntnisse 
Bezug  hat,  wird  dort  seinen  Platz  finden,  ausserdem  werden 
Orgelconcerte  und  Conferenzen  über  Chorgesang  und  ähnliche 
Stofie  abgehalten  werden. 

•  Der  Orpheus-Club  in  Philadelphia  schreibt  folgende 
Preise  aus:  200  Dollars  für  die  Composition  eines  legenden- 
haften, romantischen  oder  heroischen  Textes  mit  Ciavier- 
begleitung in  der  Dauer  von  15  Minuten:  100  Doli,  für  eine 
dergl.  in  der  Daner  von  10  Minuten  und  50  Doli,  für  das 
beste  Liebes-,  Trink-,  Tanz-  oder  Volkslied  ohne  Begleitung 
in  der  Dauer  von  drei  bis  fünf  Minuten. 


*  Die  Sociöt^  des  grandes  auditions  musicales  in  Frank- 
reich eröffnet  eine  Preisbewerbung^  deren  Gegenstände 
^in  dramatisches  Werk  ernsten  oder  tragischen  und  ein  Werk 
leictitöil  oder  nhäHtastischen  Stiles  sind.  Jedes  in  einem  oder 
zwei  Acten,  nicht  über  iVt  Stünden  dauernd.  Librettist  wie 
Componist  müssen  Franzosen  sdiu.  Def  Componist  hat  in 
der  Wahl  des  Stoffes  freie  Hand,  gewünscht  wird  die  neue 
Form,  d.  h.  dem  Componisten  Stent  die  Eintheilung  iti  Sceüen 
frei.  Im  Jahre  1893  sollen  die  preisgekrönten  Werke  Antch. 
die  Gesellschaft  aufgeführt  werd!en. 

*  Das  k.  Musikinstitut  in  Florenz  hatte  einen  Preis  für 
die  Composition  des  Schlussgesanges  aus  „La  Mort  di  Abele*' 
von  Metastasio  ausgeschrieben.  Den  ersten  Preis  erhielt  Hr. 
V.  Giuseppe  Sestini  aus  Piacenza,  während  dieHH.  Guglielmo 
Zuelli  aus  Reggio  d'Emilie  und  Terenziano  Marusi  aus 
Parma  „ehrenvolle  Erwähnungen**  sich  erwarben. 

*  Die  gymnastische  Gesellschaft  „Cristoforo  Colombo**  in 
Genua  hatte  einen  Preis  für  eine  zur  Columbus-Feier  aufzu- 
führende Composition  ausgeschrieben.  Von  36  eingesandten 
Manuscripten  wurde  das  des  Hrn.  Giuseppe  Rota  aus  Triest 
einstimmig  mit  dem  ersten  Preise,  zwei  andere  wurden  mit 
Medaillen  ausgezeichnet. 

*  Die  französische  Kammer  hat  nun  endlich  den  Wieder« 
aufbau  der  Komischen  Oper  nach  dem  von  der  Regierung 
vorgelegten  Plane  beschlossen. 

*  Richard  W agner *s  „Meistersinger**  sollen  bestimmt 
im  Frühjahr  n.  J.  in  der  Grossen  Oper  zu  Paris  in  Scene 
gehen.  Für  die  Partie  des  Walther  Stolzing  ist  Hr.  van  Dyck 
gewonnen  worden. 

*  Des  jungen  dänischen  Componisten  Enna  Oper  „Die 
Hexe**,  welche  die  Feuerprobe  der  Oeffentlichkeit  bereits  in 
Copenhagen  und  Prag  gut  bestanden  hat,  erscheint  demnächst 
bei  Friedrich  Hofmeister  in  Leipzig  im  Druck. 

*  Der  durch  seine  kirchlichen  Compositionen  auch  in 
weiteren  Kreisen  bekuint  gewordene  k.  k.  Hofcapellmeister 
B.  Ran dhar tinger  in  Wien  beging  am  27.  Juli  seinen 
90.  Geburtstag. 

*  Zu  Rittern  der  französischen  Ehrenlegion  wurden 
ernannt  der  Componist  Hr.  Paul  Yöronge  dela  Nux,  die 
Militärmusikmeister  HH.  Jacques  Meyer  in  Laval,  Sövö- 
n6ry  in  Saint-Cloud  und  Adolphe  Schwartz  in  Orleans, 
Eugöne  Bertrand,  Director  der  Pariser  Grossen  Oper,  und 
Charles  Widor,  Orgelprofeesor  am  Pariser  Conservatorium. 

Todtenllste.  Cölestin  T  i  n  g  r  y ,  ehem.  Director  der  Musik- 
schule in  Cambray  und  Componist  grösserer  Werke,  f.  73  Jahre 
alt,  in  Algar.  —  George  Washburne  Morgan,  Componist 
und  Organist,  f,  69  Jahre  alt,  in  Tacoma  ( Wash.). 


Kritischer  Anhang. 


Gesangpädagogisches. 

Besprochen  von  Moritz  Vogel. 

(Schluss.) 

Der  Yolksschulgesane;.  Eine  Anleitung  für  Seminaristen  und 
Lehrer  zur  ErtheiTung  eines  rationellen  Gesangunterrichts 
in  der  Volksschule  von  A.  Grässner,  k.  Musikdirector  und 
Seminarlehrer  in  Weissenfeis.  Quedlinburg,  Verlag  von 
Chr.  Friedr.  Vieweg. 

Das  Buch  hält,  was  der  Titel  verspricht.  Es  bietet  an- 
gehenden Lehrern  eine  Anleitung  zur  Betreibung  des  Volks- 
schul-Gesangunterrichts,  die  ebenso  verständig  fJs  praktisch, 
ebenso  gründlich  als  sachgemäss  ist  und  darum  nur  mit 
Freuden  begrüsst  werden  kann.  Der  Verfa&ser  empfiehlt  für 
die  Unterstufe  das  ZiflFernsingen,  und  zwar  unter  gleichzeiti- 
ger Benutzung  der  bildlich  dargestellten  Tonleiter,  und  in 
aiesem  Sinne  kann  sich  Jedermann  mit  ihm  einverstanden 
erklären,  während  das  Zahlensingen  allein,  als  der  Veranschau- 
lichung entbehrend,  wohl  Gegner  finden  würde.  Denn  um 
das  „Anschaulichmachen"  der  Sache  kann  sichs  für  die  Unter- 
stufe doch  nur  handeln,  nicht  darum,  alle  Tonverhältnisse, 


womöglich  auch  die  rhythmischen,  erschöpfend  darstellen  zu 
wollen.  Die  Methode  Galin-Chev6-jParis,  auf  welche  das  Buch 
zum  Vergleiche  verschiedentlich  Bezug  nimmt,  geht  in  diesem 
Puncte  entschieden  zu  weit.  Sie  treibt  den  Teufel  aus  durch 
Beelzebub,  indem  sie  an  Stelle  der  Notenschrift  eine  Schreib- 
art setzt,  die  weder  kürzer  noch  verständlicher  ist,  filr  Kinder 
wenigstens,  und  der  Lehrer  bedarf  ihrer  nicht.  Die  Noten- 
schrift verdrängen  wollen,  davon  kann  nach  Lage  dör  Sache 
keine  Bede  sein,  oder  der  Lehrer  müsste  es  verantworten 
wollen,  trotz  jahrelanger  Bemühung  seine  Schüler  mit  all 
ihrem  Musiktreiben  doch  isolirt  zu  haben.  Hat  die  Chev6*- 
sche  Methode  aber  keinen  anderen  Zweck,  als  den,  die  Noten- 
schrift vorzubereiten ,  dann  ist  der  Aufwand  an  Zeit  und  ver- 
standesmässiger  Arbeit,  den  ihre  Betreibung  erfordert,  zu 
gross.  „Innerhalb  gewisser  Grenzen  ist  das  Ziffemsingen  — 
immer  in  Verbindung  mit  der  bildlich  dargestellten  Tonleiter 
gedacht  —  veranscläulichend  und  anregend  und  gewährt  bei 
geschickter  und  fieissiger  Behandlung  unbedingt  guten  Erfolg. 
Geht  man  aber  darüber  hinaus,  so  scn windet  die  überzeugende 
Einfachheit  und  die  Verständlichkeit  des  Verfahrens  mehr 
und  mehr,  und  man  erkennt  das  Unzureichende  desselben**, 
diesem  Urtheile  G.*s  kann  man  nur  beistimmen,  trotz  aller 
Hochachtung  vor  der  Logik  und  Verstandesschärfe,  welche 
die  Herren  Franzosen  im  Verfolge  ihrer  Ziffernmethode  ent- 


403 


wickeln.  Die  Notenschrift,  resp.  unser  ganzes  Tonsystera, 
bedarf  eines  Oommentars,  das  ist  richtig,  üna  dieseh  zu  geben 
—  snigleich  mit  der  ptaktiscli^n  Aheignung  der  musikalischen 
£lömente— ,  das  ist  die  Aufgabe  der  Unterstufe.  Dazu  reicht 
auf  der  einen  Seite  die  mehrfach  erwähnte  Leiter,  auf  der 
anderen  eine  Taktfigur  wie  folgende,  die  den  Anfang  des 
Liedes  „Alle  Vögel  sind  schon  da**  rhythmisch  dargestellt 
enthält. 


vollständig  aus.  Bei  vorausgegangener  gründlicher  Verstän- 
digung über  das  Wesen  des  Taktes  wird  die  Anwendung  der 
Taktfigur  nur  ftir  schwierie;ere  Fälle  erforderlich  sein.  In 
der  Begel  werden  Worte  der  Belehrung  genügen,  und  das 
ist  gut,  denn  die  Volksschule  ist  nicht  m  der  Lage,  sich 
überflüssigen  Luxus  zu  gestatten,  am  allerwenigsten  nach 
Seite  des  Gtesangonterrichtes  hin. 

Doch  nun  zurück  zur  Methode  Grässner.  In  der  Absicht, 
den  Kindern  die  Kotenkenntniss  in  „kleinen  Fensen^  beizu- 
bringen, behandelt  der  Verfasser  die  Notenschrift  zunächst  in 
rhythmischer  Beziehung,  daran  reiht  sich  ein  Erschliessen  des 
melodischen  Theiles,  insofern,  als  das  Liniensystem  Erklärung 
und  Anwendung  findet,  doch  so,  dass  die  gewonnenen  Ton- 
stufen immer  noch  durch  Zahlen  bezeichnet  werden.  Es  ist 
dies  der  Kreis  der  sogenannten  „Zahlennote".  In  einem 
2.  Kreise  tritt  der  Begriff  Tonart  hinzu,   und  zwar    durch 


Vernjittelung  des  ,musik|illschei;i  Alphabets  utld  der  Scalen 
Von  C-,  G-  und  Fdur.  Soweit  die  Mittelstufe.  Die  Oberstufe 
setzt  den  Quintenzirkel  weiter  fort,  natürlich  unter  entspi'e- 
chender  Erweiterung  der  TJebungen,  bringt  die  MoUtonleiter 
u.  s.  f.  Das  Buch  schliesst  mit  verschiedenen  Artikeln  päda- 
gogischen und  allgemein  musikalischen  Inhaltes,  die  ausnahms  • 
los  von  Interesse  sind,  wenn  auch  hier  und  da  Ausstellungen 
möglich  wären.  Sehr  beherzigenswerth  zumal  erscheint  das, 
was  im  Anhange  über  die  textliche  Beschi^enheit  unserer 
Liederbücher  gesagt  wird.  Der  Verfasser  zieht  besonders 
gegen  gewisse  Läppischheiten  der  Unterstufe  zu  Felde  und 
verfährt  dabei  ziemlich  puritanisch.  Im  Grossen  und  Ganzen 
aber  hat  er  Recht.  Die  Volksschule  ist  eben  keine  Spiel^ 
schule. 

Dass  der  Verfasser  seine  an  sich  überzeugenden  Gedanken 
allenthalben  auch  klar  auszudrücken  weiss,  versteht  sich  Von 
einem  königl.  preuss.  Seminarlehrer  von  jahrelanger  Praxis 
wohl  von  selbst,  und  so  kann  sein  Buch  Allen ^  die  mit  der 
Sache  des  Volksschulgesanges  irgend  Etwas  gemein  haben, 
insbesondere  aber  angehenden  Lekrern,  zur  Lecture,  tesp» 
zum  Studium  nur  angelegentlichst  empfohlen  werden. 

In  gleichem  Verlage  und  den  Grundsätzen  der  Methode 
Grässner's  entsprechend  ist  ein  Volksliederbuch  erschienen, 
herausgegeben  von  A.  Grässner  und  dessen  Oollegen  R.  Kropf 
vom  k.  ScbuUehrerseminar  zu  Delitzsch.  Nach  dem,  was  oben 
über  die  Methode  Grässner's  gesagt  worden  ist,  bedarf  die  in 
vier  massig  starken  Heftchen  erschienene  Sammlung  wohl 
kaum  noch  einer  besonderen  Empfehlung.  Druck  und  äussere 
Ausstattung  sind  billigen  Anforderungen  entsprechend. 


Brie  f  l£  et  fsi  t  ert. 


fV.  in  7\  Der  von  Ihnen  geleiteten  „Samson** -Auffüh- 
rung wurde  bereits  in  No.  38  Erwähnung  gethan,  was  Sie 
übersehen  zu  haben  scheinen. 

B.  G.  in  5.  Es  ist  uns  in  Frankreich  kein  Künstler- 
Versandtgeschäft  ä  la  Hermann  Wolff  bekannt. 

/\  y.  in  K,  Die  von  Hm.  William  Wolfi'  in  Berlin  s.  Z. 
dem  dortigen  Musiklehrer- Verein  empfohlene  gleichzeitige  Er- 
lernung der  Violin-  und  Bassnoten  beim  Elementar-Unterricht 


war,  was  wir  Ihrer  Abhandlung  über  denselben  Gegenstand 
ent^genhalten ,  keineswegs  dessen  eigene  Idee,  sondern  es 
findet  sich  dieses  Princip  methodisch  verwerthet  bereits  in 
dem  1876  erschienenen  „Vademecum  für  den  ersten  Cflavier- 
unterricht"  von  Hugo  Riemann  und  in  umständlichster  Weise 
motivirt  in  dessen  1883  veröfientlichter  „Vergleichender  01a vier- 
schule". 

L,  C.  in  R,    Schon  längst  erledigt! 


Anxelffen. 


[796a.] 


Heue  Cte^elf 


von 


Conseratoriom  für  Musik  zo  4lfr^4l  Br^ 


Carlsndie. 

Begjm  des  DBterricIit^aln:  15.  Septenkr  R 

Der  Unterricht  erstreckt  sich  über  alle  Zweige  der 
Tonkunst  und  wird  in  deutscher,  französischer,  englischer 
und  italienischer  Sprache  ertheilt. 

Auskünfte  und  ausführliche  Prospeete  gratis  und 
franco  durch  die  Direction: 

Professor  Heinrich  Ordenstein« 

Cl^lf  uberth's  Musikalisches 
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In  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Auf- 
lage.   Eleg.  geb.  6  J6.  [797s.] 
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mit  Pianoforte.  * 

No.  1.    Wiegenlied  von  Eayser-Langerhanns    .    80  /ij. 
No.  2.    Blau  Blümlein  von  P.  P.  Faust    ...      \  Ji. 

Op.  137.    O  icommi  du  iiolde  Kleine  I  von 

Paul  Pasig  für  eine  Singstimme  mit  Pianoforte  — 
hoch  und  tief k  \   J6, 

(Eepertoirestück  der  berühmten  Concertsängerin  Pia  Kretna.) 

Wiegenlied  und  „Blau  Blümlein"  haben  als  Männerchöre 
eine  seltene  Beliebtheit  erlangt  und  wurden  bei  den  ver- 
schiedensten Wettsingen  mit  ersten  Preisen  gekrönt,  u.  A. 
während  der  letzten  Wochen  in  Mühlheim  und  Carlsruhe. 


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404 


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Wartburg,  comment^e  par  le  Dr.  F.  V. 

Dwelshauvers-Dery.    Traduction  auto- 

ris^e  par  Tautear.     Prix  J$  —,80. 


and    the    Minstrels    Tournament   at  the    Wart- 
burg.    Gommentary  by  Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.    Translated 

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Riebard  Wagner's  geistige  Mwicicelung, 

Versuch  einer  Darstellung  der  Weltanschauung 
Richard  Wagner's 

mit  Rtlcksichtnahme  &af  deren 
VerbAltniBS   zu    den    philosophischen  Biehtnugen 
der   Junghegelianer   und   Arthur  Schopenhauer's 

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Band  I.    Die  Weltanschauung  Ricitard  Wagner's  in 
den  GrundzUgen  ihrer  Entwiokelung. 

Vorwort  [804.1 

Richard  Wagner'B  Persönlicheit. 
Grundriaa  der  Eatwickelunj  Richard  Wagner's. 
Erstes  Capital.     Die   Periodisintog   des  Entwickelungs- 

ganges  Hidiard  Wfl«ner's. 
Zweites  Capitel.    Die  erste 'Kanptperiode  (1813—1849). 
I.  Allgemeines. 

g  1.    Die  metaphysisch 'religiösen  Anschauungen  Wag- 
ner's während  der  ersten  Hauptperiode. 
g  3.    Die  ethischen  Anschauimgen  Wagner'B. 
n.    Charakteristik  der  Eiuzelperioden. 

%  3.    KePeriode  der  rein  conventionellenNachahmung. 
§  4.     Emancipation  zni  Selbständigkeit,  Wagner's  „Pa- 
riser Aub&tze",  qDer  fliegende  Hollftnder", 
g  6.    Teranch  einer  Reformation  dar  deutschen  Oper 
und  des  Theaters. 

a)  Pro^smm  seiner  Thfttigkeit  am  Hoftheater 
zu  Dresden. 

b)  -Tannhinser"  und  „Lobengrin". 

S  6,     Uebaigang  in  die  Jungbegersche  Periode. 

a)  Vexiftngen  einer  potitiBi^-sociaten  Gesellach  afts- 
refonn  als  Grundlage  lur  Reformation  des 
Kunstwesens. 

b)  Conflicte. 

c)  Eintritt  in  die  demokratische  Bewegung  der 
Jahre  1848  bis  1849.  —  Die  Vaterlands- Vereins- 
Rede. 

d)  „Siegfried'sTod".    Uebergang  znr  Revolution. 
Drittes  Oapitel.    Richard  Wagner  und  der  Mai-Äuötand 

zu  Dresden. 

Viertes  Capitel.  Zwei  bisher  unbekannt  gebliebene  Auf- 
sätze Wagner's  tVtr  die  demokratiscb-socialisti sehen  „Volks- 
blfttter". 

Fünftes  Capitel.    Die  zweite  Hauptperiode  (1849—1883). 

I.  Wagner    unter    dem   Einflasse   der   Philosophie    der 
Junghegelianer, 

%  I.    Allgameine  Charakteristik  dieser  Periode. 

g  2.    Die  metaphysischen  und  religiösen  Anschanangen 

Wagner's  während  der  Junghegel'schen  Periode, 
g  8.     Die  ethischen  Anschauangen  Wagner's  während 

der  Jonghegerschen  Periode, 
g  4.    Wagner^  politische  Anschauungen  während  der 

Junghegel'scben  Periode. 
§  6.    Kunstläire  Wagner's    in    der   Junghegel'schen 

Periode. 

II.  Wagner  unt«r  dem  Einflüsse  der  Philosophie  Schopen- 
hauer's. 

g  Ö.    Uebergang  zu  Schopenhauer.     Allgemeine  Cha- 

rakteristii  dieser  Periode. 
g  7.    Die  metaphysisch-religiösen  Ansohanungen  Wag- 
ner's in  der  letzten  Hauptperiode  seines  Lebens. 
3  8.    Ethik. 

g  9.    Politische  Anschauungen. 
g  10.  Kunsttheorie. 
Tabellarische  IJebersicbt   über   die  Entwickelnng  der  Welt- 
anschauung Richard  Wagner's. 
Verzeiohniss   der  Varianten   zwischen  den  Originalausgaben 
derWagner'schen  theoretischen  Schriften  unddem  Abdruck 
der   eweiten   Anflage    der  Gesammelten   Schriften   und 
Dichtungen. 
Lltteratnr-Verzeiobniss.  • 

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des  Rassisten  Uerrn  Plunket  Gpeene^ 

Oratorien-  und  Kammersänger, 

des  Herrn  Emile  Saupety 

des  Jungen  Vloloneell-Vlrtuosen 

Jean  G^pardy  (I3jä,hrig) 

und 

des  Herrn  |,  J,  Padepewski, 

zieBat     -vlelea?     axxderezx    beriilL  xxx  t  e  n.    TSSi  ü  n.  a  1 1  e  a?. 


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unter  persönlieher  Leitung. 

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¥lUse>U  uDd  Planlno-Fabrlkant. 

HoÜiefeiraiit 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deatsehland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preassen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  Bngland, 

Sr.  Kaiserl.  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  and  von  Preassen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preassen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  -  [810.] 

X^ondon   W. 

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I.  Fabrik:    5—7  Johannis-StF.  und  27  Ziegel-Strasse. 
II.  Fabrik:    21  Granauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reiehenbergep-StFasse. 


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Josef  Guarnerius-Violoncelli 

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lA.«. 


■  * 


407 


i 

^ 


Wilhelm  Hansen^s  llnisikwerlaBi  Leipaig. 

Zu  systematiBchem  Studiengebraucli : 

ßMerny-,  ßramer-,  ßlemenii' 

Studen 

in  Auswahl  und  kritischer  Behandlung  mit  Vorworten 
und  Bemerkungen  fQrs  Studium  von 

einrich   Germer. 


CBcmy's  Stadienwerke.    4  Bände  ä.  2  M(. 

Supplement:  Tägliche  Studien  1  Ji, 
Cramer's  66  Etaden.    4  Bände  ä  1  ^  26  4. 
Clementl's  3^  CStaden  (Gradus  ad  Parnassum).  2  Bde. 

ä  1  ^  60  /i&.  [813.] 

Deutseher  und  englischer  Text. 


Tägüche  üebnngen 

von 

Haberbier  und  Neupert 

Systematisch  geordnet 
von 

Heinrich  Ehrlich. 

3  J6 

a)  Uebungen  mit  stillstehender  Hand. 

b)  Uebune^en  aus  Scalen  und  Läafem  gebildet. 

c)  Ghebrochene  Accorde. 

d)  Uebungen  in  Doppelgriffen. 

e)  Uebungen  ftU:  das  Handgdenk. 


Fingerübungen 


auf    den    schivarzen    Tasten 

und 

drei  rhythmisehe  ehromatisehe  Studien  ffir 

Pianoforte 

von 
2  M.  60  Pf. 


Neue  Lieder 


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«J.  O    BoeH«»e]i.eol<ei*,  Regensburg: 

1\*^ ^t    1 1^  J^^^^  ©*ii©  Singstimme  und 
IIFAI     iJAflAF         Pianoforte  von 

1/1  VI    IJivUt/I  Dr.  Hugo  Riemann. 

Op.  61.  [814.] 

No.  1.    Und  hast  du  mir  kein  Wort   .    .    Ji  1,20. 

No.  2.    Morgenlied Ji  1, — . 

No.  3.    Wiegenlied  (finnisch) J6  1,— . 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig. 

Richard  Wagner, 

Ein  Albumblatt  für  das  Ciavier. 

Preis  1  M. 


Für  Orchester  von  C.  Reichelt.  Partitur  J$  1,60.  Stim- 
men cplt.  J6  3, — . 

Für  Violine  mit  Orchesterbegleitung  von  Aug.  Wilhelm j. 
Partitur  J6  1J50.    Stimmen  cplt.  Ji  3, — . 

Für  Violine  mit  Pianofortebegleitung  von  Aug.  Wil heim j. 
J6  1,60. 

Für  Violoncell  mit  Orchesterbegleitung  von  Dav.  Popper, 
Partitur  Ji  1,60.    Stimmen  cplt.  Ji  8, — . 

Für  Violoncell  mit  Pianofortebe^eitung  von  Dav.  Popper. 
Ji  1,60. 

Für  Harmonium  mit  Pianofortebegleitung  von  Joh.  May« 
Ji  2,~. 

Für  Violoncell,  (oder  Violine),  Harmonium  und  Pianoforte 
von  Au^.  Reinhard.    Ji  2,40. 

Für  Hom  mit  Orchesterbegleitung  von  F.  Gumbert.  Par- 
titur J6  1,60.    Stimmen  cplt.  M(  8, — . 

Für  Horn  mit  Pianofortebegleitung  von  F.  Gumbert.  ^  1,60. 

Für  Viola  alta  mit  Pianofortebegleitung  von  Hermann 
Ritter.    JH  1.60. 

Für  Cornet  ä  pisions  mit  Pianofortebegleitung  von  Rieh. 
Hof  mann.    Ji  1,60. 

Für  Harmonium  oder  Pedalflflgel  oder  Orgel  von  A.  W. 
Gottschalg.    Jk  1,60.  [816.] 


Louis  van  Beethoven. 

Symph-onien 

für 

S  iPianofojrte  zu.  4  Händen 

bearbeitet  von 


No.  1. 
No.  2. 
No.  3. 
No.  4. 
No.  5. 
No.  6. 
No.  7. 
No.  8. 
No.  9. 


Op.  21. 
Op.  36. 
Op.  55. 
Op.  60. 
Op.  67. 
Op.  68. 
Op.  92. 
Op.  93. 


Cdur.     5  .^  50  4. 
Ddur.     8  Jt. 
(Eroica.)     Esdur.     W   Ji. 
Bdur.     8  .^  25  4. 
Cmoll.     7  .^  75  4. 
(Pastorale.)     Fdur.     10  Ji. 
Adur.     10  .^  50  4. 
Fdur.     7  U«  50  4 . 


[816.] 


Op.  125.  Dmoll.     Ib  Ji, 


Leipzig. 


Fr.  Kistnep. 


Für  das  Soloquartett  der  Tempel  „Keneseth  Israel" 
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dortigen  Husic  Academy  neu  zu  besetzen.  Anmeldungen 
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Tempel  und  Lehrer  an  der  Music  Academy.  Zur  Zeit  in 
Amsterdam  (Holland).  1^17.] 


408 


Hedeutendste  Planoforte-Fabrik  SliuropasX 

[818]  Flügel  und  Pianinos 

von  anerkaiiiiit;  uiiti.l>ei*trofieiier  HaltlMtirkeit 

und.  odlom^  sang^iroiolieiii  HToii. 

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Leipzig,  am  18.  August  1892. 


Duck  duuiAi  Bich-,  I^IUI- 
ul  lusitilieitaiJlDUEi,  iowie 
jonb  aiii  m\lmt  n 


Tii  «u  iniiiiiiicki  wockullaii 
Mitiiiitt  ZuHdniiiH  ijid  u 
Umi  UKmi  n  tiimm- 


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'^«JJ»'^        für  Musiker  jandJTusikft'euiide.  ^J^ 

\.  Verantwortlicher  Kedactenr  und  Verleger:  ^ß 


für  Musiker  jujidjffusikfreuiide. 

Verantwortlicher  Kedactenr  nnd  Verleger: 

E.  W.  FritxBch, 

Leipzig,   EönlgsstraBse  6. 


nni.  Jabrg.] 


Das  Mustltalinchp  Wochenblatt  ersuhsiDt  jäfarlich  in  52  Nummern.  Der  ÄbonnementsbetraK 

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Die  InBertioDBf^ebllhrea  mr  den  Raum  einer  gespaltenen  Petitieile  betragen  30  Pfennige. 


ilt:  Kritik;  Johaones  Brahms,  Fünf  GeeüogB  rUr  gemigebt«!!  Chor  a  capellft,  Op.  IM.  —  TkjjMgeachiohte;    Hnaikbrlefe  au  Bayreatb  nnd  CuIb- 
nbe  (Fortaetznng).  —  Beridlite.  —  Oonoerlomaohaa.  —  BngtgenieDts  nnd  OuUplele  la  Opsr  nnd  Conoert.  '-  Kirohenmulh,  —  Tsnniicht« 
MltUMÜinfsn  ud  NotlisB.    —   KriHwIiar  Anhang:  Dr.  Hugo  Dinger,  „Die  HeisUrsInger  von  Nilrabarg",  eine  Stndle  zar  Efnfaiiinng  ii 
Werk.  —  Brtaftatlei 


Kritik. 

Johannes  Brahms.      Y^i  Gesänge  für  gemiachten  Chor 
a  capella,  Op.  104.      Berlin,  N.   9imrock. 

Besprochen  von  Dr.  .Heinrich  SoheDker. 

Nachtwache  I. 

Der  Chor  iBt-sechsstimmig:     Sopran,    Alt  1   und  2, 
Tenor,    Bass  1  und  2.      Der    Bau    der   Melodie    beweist, 
dau   ihre  Erfindung  von  Vornherein  auf  einen  Wechsel- 
gesang Bezug  genomnien  hat; 
Langsam. 


Brust,  ge- weckt     vom    0  -  dem  der 

Das    principielle   Festhalten    am    Wechflelgesang   —  denn 
nur  Eur  AeuBserung  der  Pointe  „Trag  ein  Nachtwind  euch 


(seufzend)  in  meines  zurück "  und  vier  Takte  vor  Schluss 
tritt  der  gesammte  Chor  zur  Einheit  zusammen  —  lAset 
den  Chor  gleichsam  zwei  Individuen  repräsentiren,  die  im 
Sopran  und  im  Tenor  verkörpert  erscheinen.  Die  übrigen 
Stimmen  zeigen  wenig  Individualität  im  melodischen  Sinne 
and  gehen,  blos  harmonisch  fungirend,  im  Ausdruck  der 
Melodie  unter.  Die  so  innerhalb  des  Wechselgesanges 
entstandene  Homophonie  (diese  ist  wobl  als  die  ftusserste 
Concession  an  das  individuelle  Moment  des  Inhaltes  zu 
betrachten,  die  die  Form  des  Chores  überhaupt  möglich 
macht)  entspricht  vortrefflich  der  Idee  des  Distichons. 
Denn,  wenn  man  mir  auch  das  Recht  nähme,  zu  behaupten, 
dass  die  dünne  Schiebt  von  Reflexion,  die  über  dem 
Inhalt  ausgebreitet  ist: 

„Leise  Töne  der  Brust,  geweckt  vom  Odem  der  Liebe, 
Hauchet  zitternd  hinaus,  ob  sich  euch  öffne  ein  Ohr, 
Oefüie  ein  liebendes  Herz,  und  wennsichkeines  euch  öffnet. 
Trag  ein  Nachtwind  euch  senfzend  in  meines  zaräck." 

auf  ein  einziges  Individuum  von  besonderem  geistigen 
Merkmal  hinweist  und  die  Form  des  Chores  eher  aus- 
schliessen  will,  so  würde  ich  doch  wenigstens  sagen  dürfen, 
dass  die  Homophonie  im  Chore  nun  geradezu  geboten 
erscheint.  Nicht  jeder  Liebende  versteht  es  doch,  seine 
, leise  Töne  der  Brust"  zu  objectiviren;  wenn  also  eine 
solche  Ohjectivität  zur  Nuance  des  Individuums  wird,  so 
könnte  es  eben  unmöglich  geschehen,  dass  mehrere  Indi- 
viduen dieselben  Nuancen  zur  Geltung  bringen  wollten, 
weil  dann  die  Nuance  ihren  Charakter  als  solche  einbüssen 
roüsste.  Somit  scheint  mir  die  dichterische  Form  der  Ob- 
jectivimng  aum  mindesten  die  musikalische  Form  der 
38/M 


410 


Polyphonie  im  Chor  auszuschliessen.  Thatsächlich  hielt 
Bich  Brahma  in  seiner  Gomposition  an  die  Homophonie, 
und  ehen  deshalb  möchte  ich  ihm  einen  Vorwurf  daraus 
machen,  dass  er  hie  und  da  —  der  Idee  zum  Trotz  — 
die  Polyphonie  gesucht  hat.  So  bei  den  Worten  „Hauchet 
zitternd  hinaus",  „öffne  ein  liebendes  Herz"  u.  s.  w.  Das 
mit  Zugrundelegung  der  Homophonie  erfundene  System 
der  zwei  Individuen,  von  denen  ich  oben  Näheres  sagte, 
scheint  mir  weiter  eine  eigene  selbständige,  über  die  Idee  des 
Dichters  hinausgehende  Pointe  des  Gomponisten  zu  offen- 
baren. Es  ist,  als  wären  es  zwei  Liebende,  die  sich  ihre 
gegenseitige  Liebe  zwar  noch  nicht  gestanden,  aber,  fem 
von  einander,  ihre  „vom  Odem  der  Liebe  geweckten  Töne 
der  Brust"  einander  widmen,  und  als  kreuzten  sich  die 
Töne  und  Seufzer  in  der  Luft,  die  sie  trennt.  Diesen 
meinen  Eindruck  wolle  man  blos  als  Hypothese  betrachten, 
in  der  ich  für  meinen  Theil  die  Erklärung  der  beiden 
Individuen  finde.  Sonst  bliebe  mir  die  Spaltung  des 
Chores  umso  unerklärlicher,  als  ja  der  Inhalt  des  Gedichtes 
sich  von  Haus  aus  gegen  sie  aufzulehnen  scheint 

Da  Brahms  den  Charakter  des  Inhaltes  als  den  eines 
eben  vor  sich  gehenden  Ereignisses  empfand  und  die  trei- 
bende Kraft  des  Gefühles  erkannte,  die  den  Gedanken  im 
Nacheinander  der  Zeit  sozusagen  allmählig  in  Scene  ge- 
setzt hatte,  musste  er  auch  die  von  der  Actualität  stammenden 
Anregungen  in  Form  von  Tonmalereien,  die  dann  gleich- 
sam direct  motivirt  erscheinen,  verwerthen.  So  lautet «z.  B. 
die  musikalische  Auffassung  der  Worte:  „Hauchet  zitternd 
hinaus" : 


dolce 


Sopran.  

hau  -  chet     zit  -  ternd  hin  -  aus 

und  die  der  Worte:   „trag  ein  Nachtwind  euch  seufzend" : 
Sopran 


iFf^m^a^p^Fp^B^ 


trag     ein     Naoht-wind   euch    seaf-zend,    seuf-zend 

Bei  den  Worten  „ob  sich  öffn  ein  Ohr"  versinnlicht  das 
bis  zum  forte  gedeihende  crescendo  die  hier  eintretende 
Steigerung  des  Gefühls.  Nur  nimmt  es  mich  Wunder, 
dass  das  psychologische  Taktgefühl  Brahms  nicht  zu  zwingen 
vermochte,  die  Form  des  Gedichtes  bei  den  Worten  „öffn 
ein  liebendes  Herz"  zu  überwinden.  Trotz  dem  Pentameter 
und  trotz  dem  Hexameter  gehören  die  soeben  citirten 
Worte  mitsammt  den  vorausgegangenen  ganz  gewiss  unter 
den  Begriff  derselben  Steigeioing  des  Gefühls,  und  doch 
konnte  eine  gewaltsamere  Trennung,  als  die  wir  hören, 
gar  nicht  vollzogen  werden.    Warum  das? 

Indessen  muss  ich  den  Chor  wegen  seiner  absoluten 
musikalischen  Schönheiten,  die  ich  etwa  einseitig  in  Be- 
tracht ziehen  könnte,  hauptsächlich  aber  wegen  der 
Wahrheit  seiner  Grundstimmung  als  seines  Schöpfers  im 
besten  Sinne  würdig  bezeichnen.  Bemerkenswerth  ist 
schliesslich,  dass  Brahms  dasselbe  Distichon  einem  vier- 
stimmigen Kanon  für  Frauenstimmen  (Op.  113,  No.  10) 
zu  Grunde  gelegt  hat. 


Nachtwache  IL 

Ein  sechsstimmiger  Chor  (Sopran,  Alt  I  und  II,  Te- 
nor, Bass  I  und  II),    Ein  Meisterwerk  bis  in  die  kleinste 


Zelle  hinein I  Wenn  nicht  die  Melodik  und  die  Harmonik 
Brahms  sofort  verrathen  würden,  so  könnte  man  in  der 
freien,  sinnvollen  Polyphonie,  der  kraftvollen  Feierlidb- 
keit  und  in  dem  breiten  Rauschen  der  Harmonien  —  J.  S. 
Bach  ahnen. 

In  genialer  Weise  mischt  Brahms  im  ersten  Theil 
des  Chores  ein  episches  und  lyrisches  Moment,  indem  er 
dem  vereinigten  Chor  des  Soprans,  der  Alte  und  des  Te- 
nors, der  uns  seinen  zur  Stimmung  bereits  herausgewach- 
senen Eindruck  kundgibt:  „Ruhn  sie?  rufet  das  Hörn  des 
Wächters  drüben  aus  Westen",  das  Motiv  des  Wächters, 
wie  unter  dem  Verwände  einer  Actualität,  in  den  beiden 
Bassstimmen  unterschiebt: 


Baas  I. 


Sä 


Bass  II. 


5 


i^ 


£ 


» 


Kuhn     sie? 
/ 


Kuhn     sie?         u.  s.  w. 


m 


=:=?ä: 


* 


-» 


^^ 


Bruhn  sie?  Ruhn   sie? 

So  scheint  über  einer  Welt  der  Wirklichkeit  die  Welt 
der  Stimmung  sich  zu  bewegen.  Bewundemswerth  ist 
dabei  insbesondere  der  Zug  des  Componisten,  dass  er  die 
Action  der  Stimmung  vor  der  der  Tonmalerei  in  den 
Horizont  treten  lässt.  Noch  bewundemswerther  vielleicht, 
wie  Brahms  mit  Mitteln  der  Rhythmik  die  Form  der  Frage 
bei  den  Worten:   „ruhn  sie?  rufet  das  Hom"  gelöst  hat: 

Sopran. 


m 


/7^ 


-& 


^^^ 


-^^ 


U.   8,  W. 

Ruhn   sie?  ruhn     sie?      ru  -  fet  das 

Und  wie  nun  des  Hernes  „aus  Osten"  gedacht  wird,  das 
entgegenruft:  „Sie  ruhn",  wendet  sich  wie  instinctiv  die 
Tonfolge  der  Melodie  in  der  Gegenrichtung: 


^fe 


£=£ 


;a: 


und    aus    Os  -  ten    das   Hom 

und  wieder  hört  man  im  Bass  II  und  Tenor  und  endlich 
Alt  II  das  Motiv  des  Hernes  in  der  bejahenden  Form  des 
umgekehrten  Quartsprunges: 


^^^ 


^^F=f=^ 


Sie    ruhn! 

* 
wie   ein  Element   der  Wirklichkeit  aus  dem  Gewebe  der 

Stimmung  heraus !  Der  erste  Theil  gelangt  zum  Abschluss, 
ohne  dass  sich  der  Boden  der  Tonart  (Esdur)  geändert 
hätte.  'Es  sollen  dadurch,  wie  ich  glaube,  Wesen  und  Cha- 
rakter der  Umkehrungen,  die  hier  eine  so  bedeutungs- 
volle Mission  erfüllen,  im  besten  Sinne  des  Wortes  auf- 
fallender und  der  Empfindung  näher  gebracht  werden. 
Noch  höher  aber  müsste  man  die  Tragweite  dieses  Mo- 
mentes schätzen,  wollte  man  mit  mir  darin  Eines  der 
Mittel  erblicken,  wodurch  Brahms  dem  Verhältniss  der 
beiden  Distichen  des  Gedichtes  zu  einander,  dem  Verhält- 
niss des  Bedingenden  zu  dem  Bedingten  gerecht  werden 
wollte.  Um  dem  in  Stimmung  und  Gedanken  bedingten 
Distichon,  dem  zweiten  nämlich  —  das  Gedicht  lautet: 

„Ruhn  sie?  rufet  das  Hom  des  Wächters  drüben  aus 

Westen, 
Und  aus  Osten  das  Hom  rufet  entgegen:,  si&  ruhn.! 


4n 


Hörst  dn,    zagendes  Herz,    die    flüsternden  Stimmen 

der  Engel? 
Lösche  die  Lampe  getrost,  hülle  in  Frieden  dich  ein"  — 

das  h6dingende  erste  Distichon  so  wirksam  als  möglich 
voranzustellen,  schien  es  Brahms  geboten,  mit  allen  Mit- 
teln eine  plastische  Geschlossenheit  und  Energie  des  Letz- 
teren zu  erstreben,  und  daher  die  Gonsequenz  der  Es« 
dur-Tonart. 

Um  so  freier,  freilich  psychologisch  motivirt,  hört 
man  dann  im  zweiten  Theile  die  Asdur-,  Cesdur,  AsmoU- 
Tonarten  einander  ablösen,  bis  wieder  die  Es  dur-Tonart 
ihr  sozusagen  angestammtes  Herrscherrecht  geltend  macht. 

Und  nun  bewundere  und  geniesse  man,  was  Wunder 
eines  Genies  sind!  Es  galt  an  der  Grenze  beider  Theile 
den  Organismus  der  Stimmungen  und  Gedanken  mit  musi- 
kalischen Mitteln  zu  fllrben  und  zu  stärken,  in  einem 
gewissen.  Sinne  sogar  ihn  ins  Leben  neu  zu  rufen:  da 
lässt  Brahms  den  Chor  bei  den  Worten  „sie  ruhn"  am 
Ausgange  des  ersten  Theiles  vom  forte  bis  zum  piano 
herabsinken ,  lässt  diesem  piano  den  neuen  Gedan- 
ken entsteigen  und  schickt  den  Ton,  der  die  alte  Stim- 
mung besohloss,  hinaus,  die  neue  zu  bringen!  Ist  es  da 
nicht,  als  hätten  sich  die  Stimmungen  und  Gedanken 
mitten  in  der  Stille  des  piano  begegnet,  und  scheint 
nicht  in  diesem  Ton  noch  fast  der  Sinn  der  früheren 
Harmonie  zu  leben? 

Die  Stimmen  treten  dann  einzeln  nacheinander  ein, 
als  wollte  durchaus  Jede  fragen :  „  Hörst  du,  zagendes  Herz  ^ , 
und  vereinigen  sich  bei  den  Worten  „die  flüsternden 
Stimmen  der  Engel**  zum  Ausdruck  der  Frage.  Die  Me- 
lodie dieses  kurzen  dreitaktigen  Satzes  ist  mit  der  des 
vorausgegangenen  Theiles  stark  verwandt,  wie  ich  später 
unten  zeigen  werde. 

Die  Entrückung  des  Satzes  in  die  As  dur-Tonart  — 
sanft  möcht  ich  die  Entrückung  nennen  wegen  des  Hin- 
weggleitens über  den  Cmoll-Dreiklang  und  wegen  des  an 
erster  Stelle  des  2.  Taktes  verwendeten  weichen  F-Drei- 
klangs — ,der  Rhythmus  und  die  Ordnung  der  Harmonien, 
insbesondere  die  Stellung  des  Haupt-  und  des  Dominant- 
dreiklanges innerhalb  derselben,  der  Tonfall  der  Melodie 
bei  dem  Worte  „Stimmen**  und  endlich  die  dynamische 
Hebung  der  Melodie  zu  einer  sanften  Höhe  gegen  dieses 
Wort  hin,  wie  willig  verbinden  sich  all  diese  Elemente,  um 
der  dichterischen  Idee  zu  dienen,  die  ja  einen  entlegeneren 
Gedanken  mit  der  sanften  Kraft  der  Stimmung  gleichsam 
herabholen  und  fesseln  will,  und  um  der  Form  des  Dich- 
ters zu  genügen,  der  fein  und  leise  fragt,  als  würde  seine 
eigene  Phantasie  ihn  selbst  erst  befragen! 

Der  Zauber  dieser  Stimmung  ist  sehr  bald  verschwun- 
den —  ein  neuer,  wirklicherer  Gedanke  hält  Einzug.  Aber 
Brahms,  mit  ureigenem  Wollen  geradezu,  als  bediente  er 
sich  dabei  nur  des  Dichters,  hebt  ihn  in  eine  verklärende 
Höhe.  In  Gruppen  und  einzeln  rufen  die  Stimmen,  Eine 
über  die  Andere  hinweg:  „lösche  die  Lampe  getrost**,  es 
wächst  die  Wärme  und  Innigkeit  einer  beglückenden  Zu- 
versicht, und  mit  satter,  aber  weicher  Kraft  singen  jede 
und  alle  Stimmen  „hülle  in  Frieden  dich  ein**. 

Schon  der  geniale  Einsatz  des  ges  in  der  ersten 
Stimmgruppe,  der  uns  zu  allererst  in  die  freie  Welt  der 
Polyphonie  einführt  und  zunächst  die  so  sonderbar  schöne 
Ces dur-Tonart  öffnet!  Das  Motiv,  das  bei  den  Worten  „und 
aus  Osten  das  Hom**  erscheint,  ist  zwar  nicht  mehr  neu,  aber 
welche  Freiheit  inder  Aenderung  des  Quaitsprunges,  in  der 
theilweisen  Vergrösserung  im  Sopran!    Neue  Motive  und 


Melodien  bringen  uns  erst  die  Worte  „hülle  in  Frieden 
dich  ein**,  in  freien  und  strengen  Nachahmungen,  die  in 
den  lebensvollen  Stimmen  einander  jagen,  aber  man  hört 
auch  hier  deutlich  und  oft  das  alte,  bekannte  Motiv  des 
Hernes  in  der  Fassung  der  Antwort  zwiffchcfndiuroh  ep- 
klingen  (besonders  im  Bass  II),  als  wollte  es  uns  wieder 
auf  den  Boden  stellen,  auf  dem  wir  früher  gestanden. 

Ich  komme  nun  zu  der  Betrachtung  der  Melodie  des 
Chores.  Sie  ist  es  ja,  die  durch  ihre  Eigenart  zunächst 
den  Eindruck  romantischen  Zaubers  gibt,  und  in -ihrem 
eigenen  Schoosse  ruhen  ja  die  Keime  all  der  harmoniflchen 
Interpretationen,  die  ihr  die  bestimmte  Physiognomie  ver- 
leihen. Nun  sehe  man  die  folgenden  Gebilde: 


ff: 


■f9 


t 


ru  -  fet  das  Hom  des  Wächters    drü-ben  aus   Wes  -  ten 


und 


m 


t 


-i9- 


:st 


fefe^  I  f  r  ^^~^ 


Hörst    du?    za- gen- des   Herz,  die    flüs-stem-den 


^ 


-&- 


X 


?^ 


Stirn  -  man     der      En  -  gel? 

Eigenthümlich  ist  Beiden  der  originelle  Secundenschritt, 
der  sich  in  die  reine  harmonische  Tonreihe  hineindrängt, 
ohne  dabei  auf  einen  eigenen  harmonischen  Sinn  zu  ver- 
zichten. 

Das  melodische  Gebilde  des  Soprans  am  Schluss  lautet: 


hül    -      le,      hül 


3 


le    im     Frie-den,   im 


3 


-€k 


-^- 


^ 


-«■2- 


Frie-den,    im     Prie  -  den      dich     ein. 

Wie  charakteristisch  sein  Neigen  zur  Tiefe   und  die  ele- 
mentare Dreiklangszerlegung  im  Takt  3  und  4J 

Wüsste  ich  es  endlich  zu  sagen,  welchen  Antheil  an 
der  Wirkung  der  Oomposition  der  Rhythmus  und  die  Ordnung 
der  Harmonien  nimmt!  Doch  wer  kann  ihn  messen?  Man 
gestatte  mir  deshalb,  in  descriptiver  Weise  wenigstens  auf 
Einiges,  das  hierher  gehört,  aufmerksam  zu  machen.  In 
den  ersten  vier  Takten  occupirt  der  Tonica-Dreiklang  den 
ersten,  der  Dominant-Dreiklang  regelmässig  den  dritten 
Takttheil ,  den  in  den  nächsten  zwei  Takten  der 
Subdominant-Drei klang  ergreift,  um  den  Schluss  des 
ersten  Theiles  an  rechter  Stelle  vorzubereiten.  Im  achten 
Takte  vor  Schluss  trägt  der  erste  Takttheil  den  Ces- 
dur-, der  zweite  den  Asmoll-,  der  dritte  den  Esdur-Drei- 
klang.  Im  7.  Takte  vor  Schluss  aber,  also  dem  nächstfol- 
genden Takte,  werden  der  1.  und  2.  Takttheil  von  dem 
Bdur-Dreiklang  als  der  Dominant  des  den  3.  Takttheil 
ergreifenden  Esdur-Dreiklanges  beherrscht,  —  und  gerade 
dieser  Letztere  ist  es,  der  sich  und  seiner  eigenen  Tonart 
die  Zukunft  bringen  soll!  Eine  Krisis  der  Melodie,  der 
Dynamik,  der  Gedanken,  der  Tonart  an  einem  dritten 
Takttheile  —  doch  eine  geniale  That!  Wie  unter  einer 
Nachwirkung  der  Krisis  lässt  sich  auch  weiter  noch  der 
Esdur-(Tonica-)Dreiklang  den  dritten  Platz  gefallen,  wäh- 

83/34  ♦ 


412 


i'ond    der   Subdominant-Dreiklang   den  ersten  sich  wählt; 

erst   später    drängt    Jener   vor,     bis    er    erreicht,     was 

seiner  Bedeutung  einzig  und  allein  entspricht. 

Das  Wunderwerk,   von  dem  ich  eben  erzählte,    hat 

nur  21  Takte!!! 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Bayreuth. 


Drei  weitere  Aufführungen  des  „Parsifal",  zwei  des 
„Tristan**  und  eine  der  „Meistersinger"  vollendeten  die  erste 
Hälfte  der  diesjährigen  Festspiele.  Ein  ziemlich  starker 
Wechsel  in  der  Besetzung  macht  einen  Bückblick  auf  die 
Aufführungen  nothwendig.  Die  erste  erfreuliche  Verände- 
rung war  die  Uebertragung  der  Amfortas-Partie  an  Hrn. 
Scheidemantelj  durch  d essen  Mitwirkung  die  2.  Aufführung 
des  „Parsifal**  zu  einer  ganz  musterhaften  sich  fi;estaltete.  Hr. 
Scheidemantel  ist  ein  Meister  des  Wagnerischen  declamato- 
rischen  Stiles.  Ein  abgesa^er  Feind  alier  üebertreibun^n, 
vermeidet  der  Künstler  mit  ebensoviel  Glück  jenes  Forciren 
der  Stimme,  mit  welchem  so  mancher  College  die  Anforde- 
rungen des  Wi^er-Gesanges  zu  decken  versucht,  und  ist 
ebenso  weit  entiemt  von  Sentimentalität,  wie  vom  Ausdrucke 
unmännlicher  Klage.  Und  doch  ist  die  Darstellung  kraftvoll 
und  doch  ist  sie  erfüllt  von  tiefem  Gefühl,  gestützt  von 
einer  Charakteristik  des  todesmüden  Könie;s,  die  Herz  und 
Sinn  unwiderstehlich  in  den  Bann  tiefer  Tneilnahme  schlägt. 
Wie  wohl  that  solche  Leistung  nach  der  kraft-  und  saftlosen 
des  Vore;äneer8  in  der  Partie!  In  der  folgenden  Aufführung 
trat  Frl.  Malten,  die  grosse  Dresdener  Wagner-Sängerin, 
zum  ersten  Male  in  die  ihr  mit  der  Kundry-Partie  übertragenen 
Rechte.  Die  Künstlerin  ist  nach  wie  vor  eine  der  interes- 
santesten Erscheinungen  auf  der  Bühne  des  Musikdramas. 
Begünstigt  sie  in  ihrer  Auffassung  eine  kräftige  Realistik, 
durch  Betonung  des  eignen  fesselnden  Naturell,  so  bleibt 
sie  doch  immer  eine  Dienerin  der  Kunst,  wenn  es  gilt,  sich 
den  vom  Meister  unverrückbar  vorgeschriebenen  Grundzügen 
des  Werkes  zu  fügten,  ihnen  die  eigene  Empfindung  unterzu- 
ordnen. Der  zweite  Theil  der  Kundry-Partie  kommt  am 
meisten  Frl.  Malten's  Begabung  entgegen,  hier  wirkt  ihre 
Darstellung  am  ursprünglichsten  und  so  unmittelbar,  dass  der 
Zuhörer  ganz  dem  Banne  der  Zauberin  verfällt  und  sich 
nimmer,  wie  Parsifal,  von  ihm  zu  befreien  vermag.  So  Herz 
und  Sinn  berückend  muss  die  Kundry  dargestellt  werden,  soll 
der  Zuschauer  die  furchtbare  Gefahr  verstehen,  welcher  Par- 
sifaFs  Sendung  durch  Kundry^s  Verführungskunst  droht.  Im 
ersten  Aufzuge  markirt  Frl.  Malten  scharf  die  Wildheit  der 
Gralsbotin,  eingedenk  jener  Mahnung,  welche  für  die  denkende 
Künstlerin  in  Gamemanz^  späteren  Worten  liegt  „wie  anders 
schreitet  sie  als  sonst**.  Die  fi^eiUhrlichen  Klippen  für  die  Into- 
nation existiren  für  Frl.  Malten  nicht;  sie  singt  die  herben, 
ein  unendlich  feines  musikalisches  Tasttgefühl  verlangenden 
Schritte  so  rein,  als  habe  sie  ihr  ganzes  Leben  nichts  öderes 
gesungen,  —  die  Schwierigkeit  verschwindet  vor  der  Summe 
gewaltiger  natürlicher  Begabung.  Wie  schön  Frl.  Malten  das 
Bild  des  8.  Aufzuges,  denn  ein  solches  ist  die  Partie  hier,  wo 
die  Sän£;erin  nur  vier  Töne  auf  das  „Dienen,  dienen!^  zu 
singen  hat,  auffasst,  wurde  schon  oft  anerkannt.  Das  vollen- 
dete Mienenspiel,  die  feinen  Bewegungen  ersetzen  Das  völlig, 
was  Wagner  der  Darstellerin  vorenthielt,  indem  er  ihr  ausser 
jenen  wenigen  Worten  und  Tönen  eine  stumme  Aufgabe  zu- 
ertheilte. 

Hr.  Liepe  war  der  Ellingsor  dieser  Auftührung.  Das 
Unfertige  der  vorjährigen  Leistungen  ist  einer  wohlthuenden 
Sicherheit,  einer  Festigkeit  und  Bestimmtheit  der  Charakte- 
ristik, gewichen,  die  von  unablässigem  erfol^eichen  Vorwärts- 
atreben   zeugt.    Hrn.  Liepe*s  stimmliche  Mittel  sind  ausser- 

fewöhnliche,  weniger  bezüglich  des  schönen  Klanges,  als  nach 
eiten  der  Kraft  und  Ausdrucksfllhigkeit.  Mit  der  Charakte- 
ristik der  wechselnden  Stimmungen  in  der  EHing^r-Partie 
hat  der  Künstler  einen  Meisterzug  getban.    Wie  die  Stimme 


in  furchtbarem  Hohne  aufblitzt,  wie  sie  in  Tönen  grässlicher 
Verzweiflung  erbebt,  wie  sie  in  den  Stellen  forcirter  Heiter- 
keit den  ganzen  Grimm  des  furchtbar  gereizten  Dämons  nach- 
zittem  Hess,  das  war  vollendet  in  seiner  Art  und  würdig  einer 
Kunststätte,  welche  nur  auserlesene  Kunstleistungen  bieten 
soll.  Viel  glücklicher  als  der  die  Aufführung  wiederum  be- 
einträchtigende Hr.  Kaschmann  hat  Hr.  Liepe  die  Berechti- 
gung seiner  Berufung  nach  Bayreuth  bewiesen.  Warum  man 
HJm.  Kaschmann  nicht  ruhig  zurief  „Wanderer,  zieh  deines 
Weges"  ist  ebenso  unerklärlich,  als  dass  man  Frl.  Mulder 
neben  der  Evchen-Partie  noch  die  des  1.  Knappen  und 
L  Blumenmädchens  singen  lässt.  Man  hört  so  viel  Gutes  von 
Frl.  Mitschin6's  Stimme,  von  Frl.  Welschke's  Begabung,  dass 
man  seinen  Stolz  darein  setzen  müsste.  der  Welt  TJeberra- 
schungen  mit  den  Leistungen  neuer  Talente  zu  bieten.  Frl. 
Mulder  soll  durch  die  Ueberanstrengungen  um  einen  guten 
Theil  ihrer  Leistungsfähigkeit  gekommen  sein,  wie  schade 
für  sie,  wie  bedauerlich  für  die  Aufführungen,  die  gerade  hier 
grosse  Frische  und  Schlagfertigkeit  verlangen.  —  In  der 
zweiten  „Meistersinger^'-Aurführung  wurde  man  gegenüber 
dem  Evcnen  der  genannten  Künstlerin  diese  Betrachtung 
nicht  los,  konnte  sich  aber  von  Herzen  erfreuen  an  der 
Meisterleistunc  des  Hrn.  Plank  in  der  Sachs-Partie.  Wie 
bald  waren  alle  Bedenken  gegen  die  äussere  Erscheinung  des 
neuen  Sachs  verschwunden ;  wie  behaglich  war  es  ihm  zuzu- 
hören, seiner  köstlichen  Aofertigung  der  Meister  im  ersten 
Aufzuge  zu  lauschen,  den  Aeusserungen  seines  unvergleich- 
lichen Humors  Eva  gegenüber  zu  fo%en,  die  aus  der  Fra- 
genden, ohne  dass  sie  es  ahnt,  die  Gefragte  und  Beichtende 
wird.  Wie  unwiderstehlich  wirkte  in  so  herrlicher  Auffas- 
sung die  Bestrafung  Beckmesser's  (2.  Aufzug),  der  von  Sachs 
mit  feinen  Wendungen  all  jene  Grobheiten  zurückerhält,  die 
er  in  der  Singschule  spendet.  Und  nun  gar  der  dritte  Auf- 
zug! Wer  hat  je  solche  Feinheit  und  Charakteristik,  so  tiefes 
Gefühl  bei  so  gesundem  Humor  erlebt?  Mae  Plank  in  den 
ersten  Aufzügen  in  gewandteren  Collegen  gefänrliche  Rivalen 
haben,  in  der  unnachahmlichen  Herzigkeit  des  Ausdrucks  hat 
er  nicht  seines  Gleichen ;  man  muss  die  Darstellung  miterlebt 
haben,  um  alles  Das  verstehen  zu  lernen,  was  Wagner  hier 
an  Tiefem  und  Hohem,  an  herrlichem  Gefühle  und  köstlichem 
Humor  in  die  Partie  hineinlegt!  Kein  Zuhörer  wird  dem 
Künstler  je  diesen  einzigen  Genuss  vergessen.  Die  AuffÜhnmg 
rechtfertigte  im  Debrigen  alle  Bedenken  und  jene  Lobsprüche, 
welche  die  I.Darstellung  herausforderte.  Hier  wie  dort  zeich- 
nete sich  Hr.  Bachmann  als  Kothner  vortheühaft  aus.  Er- 
scheinung und  Ton  stimmten  trefflich  zu  dem  Bilde  des 
biederen  Philisters,  das  Warner  mit  so  gutem  Humor  ent- 
worfen. Namentlich  ist  aucn  die  Declamation  zu  loben,  die 
nicht  nur  auf  treffliche  Athemeintheilun^,  sondern  auch  auf 
wohlthuende  Klarheit  der  Aussprache  sich  stützte.  Noch 
schöner  als  das  erste  Mal  sang  Hr.  Anthes  den  Walther 
Stolzing,  der,  diesmal  völlig  Herr  seiner  Aufj^be,  tonlich  wie 
darstellerisch  ganz  Vorzügliches  bot.  —  Die  beiden  ersten 
„Tristan*' -Aufrahrungen  boten  Übereinstimmende  Besetzungen, 
der  Buhm  der  Ersten  war  auch  der  der  Zweiten.  In  der 
Dritten  trat  als  neuer  Marke  Hr.  Döring  hervor,  ein 
Künstler,  der  wie  in  der  Landgraf-Partie  die  auffälligsten, 
erfreulichsten  Fortschritte  documentirte.  Die  Stimme  hat  sich 
zu  schöner  Breite  und  bestechendem  Glänze  entwickelt,  die 
Declamation  ist  so  ausdrucks-  und  eindrucksvoll,  vne  man  sie 
in  einer  der  gefühlvollsten  Partien  des  Meisters  verlangen 
darf.  Die  Darstellung  ist,  gestützt  von  einer  männlich-edlen 
Erscheinung,  vornehm  und  lässt  keinen  Wunsch  offen.  Wahr- 
lich, wenn  man  diese  Fortschritte  auf  Bechnung  der  Bay- 
reather  Studien  setzen  darf,  dann  muss  man  die  hiesige  Bühne 
als  ein  Bildungsinstitut  allerersten  Banges  anerkennen. 

All  die  glänzenden  Aufführungen  des  ersten  Abschnittes 
sind  das  Resultat  energischer  Arbeit,  eines  Vorbereitungs- 
fleisses,  wie  man  ihn  an  keinem  Theater  der  Welt  trifft.  Die 
neu  engagirten  Künstler  trafen  schon  im  Mai  hier  ein  und 
mussten  sich  tagtäglich  den  eingehendsten,  allerdings  auch 
anstrengendsten  Proben  unterwerfen.  Selbst  der  Chor,  der 
doch  meist  aus  routinirten  Choristen  imd  Solisten  besteht, 
muss  wochenlang  vorher  Studien  machen,  und  zwar  beziehen 
sich  dieselben  nicht  auf  das  Einüben  der  Aufgabe  allein,  son- 
dern umfassen  Tonübungen,  Sprechübungen  und  Phrasirungs- 
studien.  die  DirectorKniese  so  energisch  leitet,  dass  sich  um 
seine  Erscheinung  ein  ganzer  Sagenkreis  gewoben  hat,  den 
ein  lustiger  Chorist  sogar  in  hübschen  Beimlein  &tirte. 
Zum  höchsten  Lobe  gereicht  der  Begie  des  Hm.  Fuchs  und 
der  Frau  Wagner  das  Verbannen  cilles  Opern-  und  Theater- 


413 


massigen  im  schlechten  Sinne.  Nie  ist  hier  Zuwenden  zum 
Publicum,  ein  nach  dem  Tode  des  Meisters  sich  breit  machen- 
der Fehler,  nie  hier  theatralischer  Effect  wahrzunehmen.  Die 
Darsteller  leben  ganz  in  der  Scene,  ganz  im  scenischen  Bilde,  — 
Publicum  und  (^pellmeister  existiren  für  sie  nicht.  Diese 
Vorzüge  müssen  unter  allen  Umständen  anerkannt  werden;  sie 
werden  auch  immer  das  grosse  Publicum  mit  geheimnissvoUer 
Macht  hierherziehen,  denn  in  ihnen  offenbart  sidi  ein  Stück  echte 
Kunst,  das  uns  berührt  wie  eine  Himmelsgabe.  Menschen- 
werk bleibt  Alles,  was  vom  Menschen  herrührt,  und  auch  das 
eött liehe  Genie  des  Meisters  musste  oft  die  Unzulänglichkeit 
irdischer  Hilüsmittel  erfahren.  Aber  wenn  ein  Stück  idealer 
Kunst  mit  dem  Aufgebot  höchsten  Fleisses,  höchster  Energie 
vor  uns  hingezaubert  wird,  dann  wollen  wir  es  dankend  in 
EmpfEUig  nehmen,  seinen  Sinn  ergründen  und  uns  nicht 
stossen  an  das,  was  uns  doch  noch  an  seine  Healität  erinnert. 
Die  letztere  Seite  zu  schildern  ist  leider  auch  Aufgabe  der 
Kritik,  —  aber  versöhnend  wird  die  Begeisterung  wirken, 
welche  die  ausserordentlichen  hiesigen  Kunstleistungen  in 
ihrem  Gesammteindruck  auch  in  dem  Kritiker  erwecken 
müssen.  M.  Krause. 

Anmerkung  der  Redaction:  Der  nachfolgende  zweite 
Bericht  über  einen  Theil  der  schon  von  unserem  geschätzten 
langjährigen  Mitarbeiter  Hm.  Prof.  Martin  Krause  bespro- 
chenen Bühnenfestspiele  möge  in  seiner  grossen  Ueberein- 
stimmung  mit  dessen  Ausführungen  als  weiterer  Beleg  fiir  die 
Einzigkeit  der  Bayreuther  Auffuhrungen  dienen. 

Die  4.  diesjährige  Aufführung  des  „Parsifal**  zeigte  in 
sämmtlichen  Hauptpartien  die  altbekannte  und  -bewährte  Be- 
setzung, sodass  es  eigentlich  genügte,  einfach  diese  Thatsache 
zu  constatiren,  um  damit  auszusprechen,  dass  Alles  in  bester 
Ver£Etssung  war.  Hr.  yan  D  y  c  k  repräsentirte  die  Titelrolle  mit 
der  hier  oft  gerühmten  Meisterschart,  seine  Leistung  in  dieser 
Partie  ist  zum  Typus  geworden,  und  gerade  so,  wie  man  yon 
der  BrÜnnhilde  einer  Reicher-Kindermann,  dem  Wotan  eines 
Betz,  dem  Tristan  eines  Schnorr,  der  Isolde  einer  Sucher  etc. 
spricht,  wird  man  seinen  Parsifal  nie  vergessen  können.  Für 
aJle  die  unter  sich  so  verschiedenen  Phasen  der  Partie  trifft 
er  den  richtigen  Ton;  das  Kindlich-Naive  im  ersten  und  zu 
Anfang  des  zweiten  Aufzuges,  die  tiefe  Reue  über  seine  Thor- 
heit  und  der  gewaltige  Seelenschmerz  sodann  im  grossen  Duett 
mit  Kundry,  das  halb  Visionäre  und  Verklärt«  endlich  im 
letzten  Aufzug,  —  Alles  glückt  ihm  mit  gleicher  Vollendung. 
Auch  gesanglich  bot  Hr.  van  Dyck  wieder  sehr  Schönes,  ob- 
gleich nicht  verschwie^n  werden  darf,  dass  man  in  dieser 
fieziehung  die  Partie  hier  noch  glücklicher  ausföhren  hörte, 
und  dass  auch  die  prononcirte  Aussprache  des  Deutschen  den 
Ausländer  fast  überall  deutlich  verrieth.  Eine  prachtvolle 
Kundry  war  wiederum  Frl.  Malten.  Ein  näheres  Eingehen 
auf  ihre  —  speciell  im  zweiten  Act  —  beinahe  unübertreff- 
liche Leistung  können  wir  uns  füglich  ersparen,  da  dieselbe 
im  vorigen  Jahre  an  dieser  Stelle  erschöpfend  detaillirt  wor- 
den ist.  Es  sei  nur  bemerkt,  dass  jener  Zug  des  Nimmer- 
rastens  und  -ruhens,  sowie  stetigen  Fortarbeitens  an  sich, 
durch  den  uns  die  Dresdener  Künstlerin  von  je  so  sympathisch 
war,  sich  auch  hier  wieder  in  unverkennbarster  Weise 
verdeutlichte:  denn  ohne  Zweifel  hat  sie  sich  bezüglich 
ihrer  Kundry -Darstellung  im  dritten  Aufzug  gegen  früher 
vervollkommnet;  gerade  hier  lag  seiner  Zeit —  was  auch  von 
uns  betont  worden  ist  —  der  wunde  Punct  ihrer  sonst  so  be- 
wunderungswürdigen Leistung,  heute  hat  sie  auch  hier  den 
Gipfel  der  Vollendung  erklommen  und  ist  Frau  Matema, 
deren  Spiel  in  der  Fusswaschungsscene  ja  gewis^rmaassen 
als  unübertrefflich  galt,  gleich  geworden.  Ein  ganz  ausge- 
zeichneter Gumemanz  war  Hr.  Grengg,  —  man  behauptet 
wirklich  nicht  zu  viel  und  beleidigt  den  verstorbenen  Künstler 
nicht,  wenn  man  sagt,  dass  Scaria  in  ihm  neu  auferstanden 
sei,  so  vollendet  war  sein  —  gegen  voriges  Jahr  noch  bedeu- 
tend verfeinerter  —  G^esang,  so  sympathisch  und  ergreifend 
sein  wundervolles  Spiel.  Hrn.  Scheidemantel's  Amfortas 
ist  eine  als  ganz  vorzüglich  bekannte  Leistung,  Hr.  Plank 
(Klingsor)  bewährte  sich  als  der  berühmte  Muster-  und  Meister- 
sänger, seine  Dedamation  war  wieder  einmal  das  Vollendetste 
vom  Vollendeten!  Die  kleineren  Rollen  waren  genügend  be- 
setzt. Die  Ensembles  gingen  vorzüglich,  das  Orchester 
unter  Levi  spielte  hinreissend  schön,  die  Regie  (Fuchs) 
war  wiederum  musterhaft. 

Der  vorerwähnten  „Parsifal"- Aufführung  konnte  in  Betreff 
der  Besetzung  die  am   5.  August  erfolgte  Wiedergabe  von 


„Tristan  und  Isolde''  an  die  Seite  gesetzt  werden.  Der 
Isolde  der  Frau  Sucher  noch  ein  Loblied  singen,  hiesse  Eulen 
nach  Athen  tragen,  jeder  Kunstfreund  weiss  heute,  dass  sie 
Eine  der  eroesartigsten  Leistungen  ist,  welche  die  Bühne 
überhaupt  Kennt,  und  so  bleibt  uns  denn  weiter  Nichts  übrig, 
als  der  grossen  Künstlerin  Dank,  herzlichen,  aufrichtigen 
Dank  für  ihre  neueste  unvergleichliche  Internretation  aer 
wunderbaren  Partie  zuzurufen!  Nach  ihr  gebünrt  das  erste 
Wort  dem  Kurwenal  des  Hm.  Plank,  eine  —  wie  seit  vielen 
Jahren  bekannt  —  in  ihrer  Art  ebenso  einzige  Leistung,  wie 
die  Isolde  der  Frau  Sucher.  Hr.  Vo^l  (Tristan)  konnte  leider, 
anscheinend  infolge  einer  Indisposition,  seine  stimmlichen 
Mittel  nicht  voll  zur  Entfaltung  Dringen,  entzückte  aber  wie 
immer  durch  sein  tief  durchdachtes  und  fein  pointirtes  Spiel. 
Noch  sei  es  nicht  vergessen,  der  Brangäne  der  Frau  Stauaigl 
zu  gedenken,  die  auch  dieses  Mal  die  schöne  Partie  wieder 
zu  voller  Wirkung  brachte.  Neu  war  für  mich  der  Marke 
des  Hrn.  Döring.  Nach  seinem  Landgraf  („Tannhäuser")  im 
vorigen  Jahre  —  einer  recht  mässi^n  Durchschnittsleistung  — 
musste  man  diesem  Experiment  mit  einer  gewissen  Besorgniss 
entgegensehen;  doch  mit  der  Aufgabe  schienen  auch  die 
Ej-äfte  des  Künstlers  gewachsen  zu  sein,  denn  wenn  er  auch 
einen  Gura  und  Perron  nicht  erreichte,  so  gab  er  doch  eine  so 
hervorragende  Probe  seines  Talentes  und  Könnens,  dass  man 
fiür  die  Zukunft  von  ihm  nur  das  Beste  erwarten  darf.  Vom 
ersten  Wort  an  fand  er  den  richtigen  Ton  für  die  so  schwie- 
rige und  klippenreiche  Rolle  und  rührte  sie,  ohne  in  kläg- 
liche Rührseligkeit  zu  verfallen,  mit  männlich-sympathischer 
Haltung  durch.  Die  Stimme  klang  in  der  Höhe  zumeist  recht 
schön  und  hatte  nur  in  der  Tiefe  stellenweise  einen  etwas 
gurgelnden  Beiklang.  Die  kleineren  Rollen  hatten  geeippiete 
Vertreter  gefunden,  die  Männerchöre  im  ersten  Act  gingen 
vortrefflich,  das  Orchester  spielte  unter  Mottl  ein&ch  oe- 
zaubernd,  die  äussere  Ausstattung  war  ebenso  glänzend  als 
stilgemäss.  So  hatten  sich  denn  alle  Factoren  vereinigt  um 
dem  unvergleichlichen  Werk  des  Meisters  zu  einer  würdigen 
Wiedergabe  zu  verhelfen,   der  Eindruck  war  denn  auch  ein 

f  rosser  und  tiefer,  und  man  wird  es  ohne  Scheu  aussprechen 
ürfen,  dass,   wie  im  vorigen  Jahre,  so  auch  in  diesem  der 
„Tristan**  den  Glanzpunct  der  Festspiele  bildet.  . 

Bei  der  2.  diesjährigen  „Tannhäuser^'-Aufführui^  am 
7.  August  wurde  der  Schwerpunct  des  künstlerischen  (Genusses 
wiederum  wie  im  vorigen  Jahre  bei  der  Wi<idergabe  desselben 
Werkes  durch  die  Meisterleistungen  des  Orchesters  (unter 
Mottl's  genialer  Leitung)  und  der  Chöre  gewonnen,  in 
zweiter  Linie  gesellte  sich  hierzu  die  Pracht  und  Stileinheit, 
respective  Naturtreue  der  Decorationen,  deren  Wirkung 
durch  die  unübertreffliche  Regiekunst  Meister  Fuchs'  aus 
München  noch  gehoben  wurde:  die  Zusammen  Wirkung  dieser 
Factoren  gestaltet  sich  schon  allein  zu  einem  künstlerischen 
Ereigniss,  um  dessen  willen  es  sich  verlohnt,  nach  Bayreuth 
zu  fahren,  denn  nirgends  anders  wird  man  in  dieser  Beziehung 
so  Vollendetes  finden.  Dafür  muss  man  aber  Verschiedenes  in 
der  Besetzung  und  Ausführung  einiger  Hauptpartien  mit  in 
den  Kauf  nehmen,  was  nicht  ge&llen  kann.  Zunächst  muss 
da  —  wieder  wie  im  vorigen  «fahre  —  die  Elisabeth  de«  Frl. 
Wiborg  genannt  werden,  denn  konnte  man  auch  an  dieser 
Leistung  den  entschiedenen  Fortschritt  bemerken,  den  die 
junge  Dame  in  rein  gesanglicher  Beziehung  gemacht  hat,  so 
war  es  dagegen  unmöglich,  sich  mit  derselben  nach  schau- 
spielerischer Seite  zu  befreunden,  weil  sie  hierin  offenbar  den 
Intentionen  des  Meisters  nicht  entsprach.  Die  Wiedergabe 
der  zweiten  grossen  Frauenrolle  lag  in  den  Händen  des  allen 
Bayreuth-Besuchern  wohlbekannten  Frl.  Mai Ihac,  die  jedoch, 
anscheinend  infolge  einer  Indisposition,  die  Erwartungen  nicht 
ganz  erfüllte,  zu  welchen  ihre  voiyährigen  Leistungen  ange- 
regt hatten,  insofern,  als  keine  Steigerung  gegen  voriges  Janr 
zu  erkennen  war.  Den  Tannhäuser  sang  Hr.  Grüning,  und 
hat  er  sich  mit  ihm  —  das  kann  man  freudig  zugestenen  — 
einen  schönen  Erfolg  errungen.  Durch  seine  äussere  Erschei- 
nung für  die  Rolle  ungemein  prädestinirt,  hat  sich  der  fieissige 
Künstler  offenbar  den  eifrigsten  Studien  hingegeben  und  es 
zu  einem  Resultat  gebracht,  mit  dem  er  sich  überall  in  Ehren 
sehen  lassen  kann.  Der  Glanzpunct  seiner  Leistung  lag  im 
zweiten  Act,  sowie  in  der  packenden  Wieder^be  der  Piieer- 
fahrtserzählun^.  Dass  Hr.  Liepe  geg^n  von^s  Jahr  beaeu- 
tende  Fortschritte  gemacht  hat,  bewies  er  m  der  kleinen 
Partie  des  Biterolf.  Hr.  Döring  machte  als  Landgraf  eine 
geringere  Wirkung,  als  mit  seinem  Marke:  sein  Gesang  klang 
etwas  müde,  sein  Spiel  war  nicht  theilnehmend  genug.  Das 
kurze,  aber  so  entzückende  Duett  zwischen  Elisabeth  und  dem 


434 


Landgrafen  im  zweiten  Act  J^ia^  auf  diese  Weise  fast  ein- 
drncksTos  vorüber.  Meisterhan  w^e  s^ts  sang  Hr.  Scheide- 
inan  tel  den  Wol&aip,  ---d^  war  wirklich  eine  bis  ins  kleinste 
Detail  vollendete  X^eistungL  £)ie  klemerea  J^ollen  waren  bestens 
besetzt,  nur  fiür  den  jungen  Hirten  hätte  inan  wohl  eine  bessere 
Vertreterin  finden  können  als  Frl.  Sigler. 

Die  „P  a  r  s  i  f  a  P- Au^hrung  am  o.  August  zeig^te  bis  auf 
den.  Amfortas  des  Hm.  Kaschmann  und  den  Klmgsor  des 
Hrn.  Liepe  dieselbe  Physiognomie,  wie  die  oben  besprochene 
vom  4.  d.  Mts.  Hr.  LiepiB  brachte  seine  schwierige  Partie  zu 
SQ  angemessener  Wirkung,  dass  man  sich  im  Interesse  des 
strebsamen  Künstlers  wirklich  freuen  konnte.  Hr.  Kaschmann 
ist  mmst  sehr  schroff  abgeurtheilt  worden.  Ich  möchte  alle 
die  vernichtenden  Bannbullen  nicht  direct  unterschreiben. 
Dass  freilich  seine  Stimme. für  die  weiten  Räume  des  Fest- 
spielhauses nicht  ausreicht,  dass  er  das  uns  Kindern  des  Nor- 
dens so  lästige  Tremolo  bis  zur  Erschlaffung  anwendet,  das 
sind  Thätsacnen,  über  die  sich  nicht  streiten  lässt.  Sein  Ge- 
sang schien  mir  aber  so  tief  und  wahr  empfunden,  sein  Spiel 
zeigte  von  so  ungewöhnlicher  Intelligenz  und  Hingabe  an  die 
Sa^e,  dass  man  es  in  ihm  mit  einem  Künstler  von  nicht  ge- 
ringem Bange  zu  thun  zu  haben  scheint.  Das  Orchester  unter 
Levi  spielte  wiederum  meisterhaft  und  mit  dem  berühmten, 
unerreichbaren  Klangzauber,  speciell  die  herrlichen  Vorspiele 
zu  den  einzelnen  Auizügen  kamen  zu  prächti^ter  Wirkung. 
Sollte  ich  Etwas  moniren,  so  muss  ich  sa^en,  dass  mir  zu  Be- 
ginn der  Yerwandlungsmusik  im  ersten  Aufzug  ein  noch  ge- 
mässigteres  Tempo  -;-  „langsam  und  feierlich"  schreibt  meines 
WissenüB  Wagner  hier  vor  —  noch  sympathischer  sein  würde. 
Die  wundervollen  Männer chöre  wurden  mit  jener  Weihe 
gesungen,  die  man  nur  hier  kennt,  und  auch  das  Blumen- 
-mädcnenensemble  gelang   bis   auf   eine   vorübergehende 


Schwankung  vortrefflich. 


F.  B.  Pfau. 


CarlsFUhe,  Juli  1892. 


(Fortsetzung.) 

In  den  Tagen  vom  16.  bis  19.  Juli  feierte  der  Männer- 
gesangverein „liiederfaalle  Carlsruhe"  sein  fünfzigjähriges 
Stiftungsfest,'  und  war  dem  .  trefflichen  Vereine  schon  vor 
dieser  Feier  die  ausserordentliche  Ehre  zu  Theil  geworden, 
dass  Se.  königl.  Hoheit  der  Grossherzog  das  Protectorat  über 
die  „LiederhcQle"  übernommen  hatte,  so  bot  das  schöne  und 
nach  jeder  Richtung  hin  gelungene  Jubelfest  den  Liederhallem, 
ihrem  unermüdlichen  "Vorstände  und  ihrem  trefflichen  lang- 
jährigen Leiter,  Hm.  Musikdirector  Eugen  Gageur,  die 
schönste  Gelegenheit,  sich  der  allerhöchsten  Huld  des  Landes- 
herrn, sowie  aller  warmen  Sympathien  der  Garlsruher  Be- 
völkerung würdig  zu  erweisen.  Das  geschah  denn  auch  that- 
sächlich  am  Samstag  Abend  in  dem  Concerte  im  grossen  Saale 
der  Festhalle,  mit  welchem  die  „Liederhalle"  vor  dem  Gross- 
herzog, der  Elite  des  hiesigen  Publicums  und  den  Mitgliedern 
vieler  auswärtigen  Gesangvereine  die  bunte  Folge  festlicher 
Veranstaltungen  eröfiiiete.  In  diesem  Concerte,  dessen  Chor- 
programme durch  die  einen  geradezu  sensationellen  Jubel  er- 
weckenden ausserordentlich  stimmschönen  Liedervorträge  der 
k.  Hofopernsängerin  Frau  Herzog  aus  Berlin  und  durch  die 
ansprecnenden  Gesänge  des  Hm.  Concertsän^r  Carl  Die zel 
eine  hübsche  Abwechselung  zu  Theil  wurde,  brachte  der  fest- 
gebende Verein  in  durchweg  schöner  und  vielfach  geradezu 
vollendeter  Weise  das  Bundeslied  von  Hegar,  „Buhe,  schön- 
stes Glück  der  Erde"  von  Schubert,  Marienlied  aus  dem  16. 
Jahrhundert  von  Fuchs,  „Des  Sängers  Gruft"  von  Abt,  den 
mit  Orchesterbegleitung  componirten  „Sommerabend"  von 
Kanmierlander,  Juie  Böse  stand  im  Thau"  und  „Bist  du  im 
Wald  gevTandelt"  von  Schumann,  drei  Volkslieder  („Sehnsucht 
.  nach  dem  Rhein"  von  Bun^rt,  „Blau  Blümlein"  von  Dregert 
und  „Wenn  die  Lerchen  wieder  kommen"  von  Speidel)  und 
schliesslich  mit  Harmoniemusik-Begleitung  Mendelssohn's 
allerdings  bereits  stark  verblassenden  „Festgesang  an  die 
Künstler"  zu  Gehör.  Endloser  Beifall  folgte  sämmtlichen 
vortrefflich  einstudirten  und  bei  dem  schönen  Stimmenmaterial 
der  „Liederhalle",  sehr  deutlicher  Textaussprache  und  feinster 
dvnamischer  Abschattirung  ausserordentlich  schön  vnrkenden 
Vorträgen,  und  bei  dem  am  nächsten  Morgen  fol^nden  Fest- 
acte  im  Saale  der  „Eintracht"  zeigten  die  herzlichen  Glück- 
wünsche und  die  wundervollen  Gaben,  welche  dem  Jubel- 
Vereine  von  sämmtlichen  hiesigen,  sowie  von  zahlreichen  aus- 
wärtigen Vereinen  und  Corporationen   dargebracht  wurden, 


wie  sehr  die  im  vorigen  Jahre  zu  Wiesbaden  preisgekrönte 
^, Liederhalle"  sich  Achtung  und  Freundschaft  in  Nähe  und 
Ferne  äu  erwerben  gewusst  hat.  Dem  leider  verregneten 
Festzuge  durch  die  reich  geschmückten  Strassen  der  Stadt 
folgten  am  Sonntage  um  3  Uhr  und  um  halb  8  Uhr  die  beiden 
Gesang- Wettkämp^ ,  zu  denen  äusserst  kostbare  Preise  aus- 
gesetzt waren,  und  an  denen  sich  14  Vereine  mit  1316  Sängern 
betheiligten.  Für  den  ersten  Wettstreit  war  ein  hübscher 
und  wirkungsvoller  Chor  „Die  Krone  am  Rhein"  von  E.  Ga- 
geur, dem  Dirigenten  der  „Liederhalle",  für  den  zweiten  eine 
recht  unwirksame  und  besonders  rhythmisch  verfehlte  Com- 
position  „Des  Sängers  Fluch"  von  J.  B.  Zerlett  als  Preischor 
aufgegeben  worden,  und  es  war  eine  Freude,  zu  hören,  mit 
welcher  Feinheit  und  Schönheit  des  Vortrages  und  des  Stimm- 
klanges sich  fast  sämmtliche  Vereine  der  Preisaufgabe  sowohl, 
als  je  eines  selbstgewählten  Chores  entledigten.  Das  aus  den 
HH.  Musikdirectoren  Arnold  (Luzern),  Brambach  (Bonn), 
Diebold  (Freiburg),  Gageur  (Carlsruhe),  Jüngst  (Dresden), 
Schmid  (München)  und  Steinbach  (Mainz)  bestehende  Preis- 
richter-Collegium ,  dem  es  oftmals  schwer  genu|^  geworden 
sein  mag,  unter  mehreren  fast  gleich  wer  thigen  Leistungen  die 
des  Preises  aller  würdigste  zu  ermitteln,  erkannte  auf  folgende 
Preise:  Der  „Mannheimer  Liedertafel",  dem  „Sängerverein 
Harmonie  Zürich",  der  „Augsburger  Liedertafel"  und  dem 
„Schuler'schen  Männerchor  Frankfurt  a.  M."  —  vier  erste  Preise. 
Dem  „Männergesangverein  Pforzheim"  und  dem  „Sängerbund 
Hohenbaden -Baden-Baden"  wurden  zweite,  —  dem  Lehrer- 
Gesangverein  Mannheim-Ludwigshafen"  und  der  „LiederhaUe 
Mannheim"  dritte  —  und  dem  „Sängerchor  des  Wiesbadener 
Lehrervereins"  und  dem  „Singverein  Mannheim"  vierte  Preise 
zugesprochen.  Am  Montag  um  elf  Uhr  begann  alsdann  der  en- 
gere Wettstreit  zwischen  den  sechs  mit  eraten  und  zweitenPrei- 
sen  gekrönten  Vereinen  und  der  diesen  in  der  Punctzahl  am 
nächsten  gekommenen  „Liederhalle  Mannheim".  Hierbei 
hatten  die  concurrirenden  Vereine  einen  für  diesen  Zweck  von 
Ludwig  Liebe  componirten  sehr  hübschen  volksliedartigen 
Chor  „Kosenzeit",  an  welchem  sie  eine  Stunde  lang  hatten 
üben  dürfen,  sowie  einen  selbstgewählten  Chor  zu  singen, 
und  als  Sieger  gingen  die  „Augsburger  Liedertafel"  mit  dem 
ersten  Preise,  der  goldenen  Kaiser-Medaille,  —  der  „Säi^por- 
verein  Harmonie  Zürich"  mit  dem  zweiten — und  die  „Lieder- 
tafel Mannheim"  und  der  „Schuler'sche  Chor  Frankfurt  a.  M." 
mit  dritten  Preisen  hervor.  Zu  Beginn  eines  Jeden  der  drei 
Wettstreitsconcerte,  zu  denen  ein  zahlloses,  bald  andächtig 
lauschendes,  bald  enthusiastisch  applaudirendes  Auditorium 
herbeigeströmt  war,  wurden  die  concurrirenden  Vereine  von 
je  Einem  der  übrigen  hiesigen  Männergesan^ereine  mit  Ge- 
sang begrüsst,  und  die  „Badenia",  „Concordia"  und,  last  not 
least,  der  „Liederkranz"  konnten  den  kampfgerüsteten  Sanges- 
brüdem  ihren  Sängergruss  mit  allen  Elunsn  darbringen. 

Jedenfalls  erbrachte  die  zumeist  vorzügliche  Art,  mit 
welcher  die  Preischöre,  der  Stundenchor  und  die  selbstge- 
wählten Chöre  —  unter  welch  Letzteren  wir  besonders  häufig 
den  sehr  schwierigen,  aber  ebenso  schönen  und  ausserordent- 
lich erfindungsreichen  Chorballaden  („Todtenvolk",  „Rudolf 
von  Werdenberg",  „Schl^fwandel")  des  auch  zum  Feste  herbei- 
gekommenen und  hier  mohrfach  jubelnd  gefeierten  Züricher 
Componisten  Friedrich  Hegar  begegneten  —  vorgetragen  wur- 
den, den  vollgiltigen  Beweis,  dass  der  Männerchorgesang 
gegenwärtig  thatsächlich  eine  hohe  Stufe  künstlerischen 
Könnens  erreicht  hat,  und  dazu  mögen  die  neuerdings  häufiger 
ergehenden  Herausforderungen  zu  Gesangswettkämpfen  we- 
sentlich beigetragen  haben.  Diese  gedeihliche  und  immer 
höheren  Zielen  zustrebende  Fortentwickelung  der  in  musika- 
lischer, gesellschaftlicher  und  vaterländischer  Hinsicht  so 
verdienstvollen  Männergesangvereine  müsste  mit  uneinge- 
schränktester Freude  begrüsst  werden,  wenn  die  lichtvolle 
Erscheinung  der  liedesfreudig  und  vaterlandsbegeistert  einher- 
schreitenden  Sängerschaaren  nicht  einen  trüben  Schatten  auf 
unser  musikalisches  Leben  gleiten  Hesse:  die  bei  unseren 
Männern  immer  mehr  überhand  nehmende  Theilnahmlosigkeit 
gegenüber  den  immerhin  ernsteren  und  gewichtigeren  künst- 
lerischen Zwecken  dienenden  gemischten  Chorvereinen. 

(Fortsetzung  folgt.) 

Berichte. 

Leipzig.  Am  17.  Juli  ist  denn  nun  auch  unsere  Opern- 
Saison,  und  zwar  mit  einer,  wenn  auch  durch  die  schon 
allgemein  sich  Geltung  verschaffende  Ferienstimmung  etwas 


415 


beeinträchtigten,  aber  sonst  nicht  üblen  „Frei seh  ätz"- Auf- 
führung beendigt  worden,  es  restirt,  den  Lesern  des  „Musi- 
kalischen Wochenblattes"  noch  einen  kurzen  Ueberblick  über 
die  Hauptvorkommnisse  von  Anfang  Juni  an  zu  geben. 

Zunächst  verdient  da  Erwähnung  die  am  ersten  Pfingst- 
feiertage  (5.  Juni)  stattgefundene  Erstaufführung  der  drei- 
actigen  komischen  Oper  „Der  Gouverneur  von  Tours", 
Dichtung  von  Edwin  Bor  mann,  Musik  von  Carl  Reinecke. 
Wie  jedes  Ding,  so  hat  auch  der  Bormann'sche  Text  seine 
Licht-  und  Schattenseiten,  d.  h.  einerseits  bietet  er  dem  Oom- 
ponisten  verschiedene  von  einem  natürlichen  und  ungekün- 
stelten Humor  durchwürzte  Scenen,  andererseits  hat  Manches 
einen  zu  possenhaften  Anstrich,  und  einige  Scenen  stehen  mit 
der  eventuellen  Wahrscheinlichkeit  auf  etwas  sehr  gespanntem 
Fasse.  Mich  Über  die  Musik  Reinecke's  eingehend  zu  ver- 
breiten, sei  mir  freundlichst  erlassen.  Sie  gleicht  der  seiner 
übrigen  zahlreichen  Werke  wie  ein  Ei  dem  anderen:  Alles 
tadellos  in  Form  und  Satz,  Alles  hoch  anständig,  —  nian 
möchte  beinahe  sagen  zu  anständig,  man  würde  sich  freuen, 
wenn  es  einmal  brauste  und  gährte;  so  erhebt  sich  aber  fast 
Nichts  über  das  Niveau  des  conventionell  Empfundenen,  es 
ist  Alles  kalt  und  lässt  kalt.  Die  Aufnahme,  die  das  Werk 
seitens  des  Publicums  erfuhr,  war,  wie  vorauszusehen,  eine 
glänzende;  dafür,  dass  theils  ein  gutes  Stück  Localpatriotis- 
mus,  theils  conventionelle  Gourtoisie  für  den  anwesenden 
Componisten  mit  ins  Spiel  kam,  dürfte  der  glänzendste  Be- 
weis der  sein,  dass  der  „Gouverneur  von  Tours"  nach  drei  Auf- 
fuhrungen bereits  wieder  von  unserem  Spielplan  verschwun- 
den ist.*)  Ein  guter  Theil  des  reichlich  gespendeten  Ap- 
plauses galt  wohl  auch  der  ganz  vorzüglichen  Aufführung 
der  Novität:  besonders  rühmend  hervorzuneben  seien  die  Da- 
men Mark  (Marie)  und  Porst  (Louise),  sowie  die  HH. 
Merkel  (Carl),  Schelper  (Alfred),  Knüpfer  (Dr.  Mai-teau) 
und  Wittekopf  (in  der  höchst  undankbaren  Titelrolle). 
Chor  und  Cr  ehester  unter  der  sicheren  Direction  des  Hm. 
Capellmeister  Porst  leisteten  höchst  Anerkennungswerthes. 

Weiterhin  waren  von  besonderem  Interesse  eine  Serie  von 
Wagner- Aufführungen,  die  im  Monat  Juni  stattfanden  (der 
sonst  am  Schluss  der  Saison  bei  uns  übliche  Cyklus  der 
sämmtlichen  Werke  des  Meisters  war  dieses  Jahr  aus  »ver- 
schiedenen  Gründen"  nicht  möglich).  In  dem  gewohnten  Ge- 
leise und  ohne  von  allgemeinerem  Interesse  zu  sein  verliefen 
der  „Rienzi"(12.),  „Tannhäuser"  (26.)  und  „Lohengrin" 
(30.),  im  „Fliegenden  Holländer  (9.)  sang  Hr.  Demuth 
nach  längerer  Zeit  zum  ersten  Male  wieder  die  Titelrolle; 
leider  machte  sich  seine  früher  schon  constatirte  Unsicherheit 
abermals  in  recht  wenig  erbaulicher  Weise  geltend ;  gleich  in 
der  Auftrittsarie  passirten  ihm  einige  sehr  böse  faux-pas,  so- 
dass man  dem  von  uns  sonst  hochgeschätzten  Künstler  ein 
eifriges  Nachstudium  dieser  Partie  £:ingend  ans  Herz  legen 
möchte.  Frl.  Doxat  als  Senta  erfreute  wiederum  durch  die 
schauspielerisch  ungemein  sympathische  Lösung  ihrer  Auf- 
gabe, ohne  leider  gesanglicn  immer  befriedigen  zu  können, 
bedeutend  besser  als  sonst  exhibirte  sich  Hr.  Hüb n er  als 
Erik.  Eine  für  unsere  Verhältnisse  recht  gute  Aufführung 
war  die  des  „Rheingold"  (14.),  und  auch  die  „Walküre" 
am  darauffolgenden  Tage  machte  keinen  schlechten  Eindruck. 
Die  Rollenbesetzung  war  in  der  Hauptsache  die  alte  geblie- 
ben, nur  für  den  erkrankten  Hm.  de  Grach  war  in  letzter 
Stunde  Hr.  William  Müller  aus  Hannover  als  Siegmund  ein- 
gesprungen und  entledigte  sich  seiner  Aufgabe  mit  Rücksicht 
auf^die  obwaltenden  Verhältnisse  in  höchst  befriedigender 
Weise.  Unter  einem  recht  ungünstigen  Stern  stand  die  Auf- 
führung der  „Götterdämmerung"  am  23.  Brünnhilde 
(Frl.  Doxat)  war  total  heiser  und  ihr  Gesang  war  stellen- 
weise gar  kein  Gesang  mehr,  Siegfried  (Hr.  de  Grach)  litt 
auch  noch  stark  unter  den  Folgen  seiner  letzten  Indisposition, 
die  Rolle  der  Waltraute  geht  weit  über  das  Können  des  Frl. 
Eibenschütz  hinaus,  me  Nornenscene  blieb  einfach 
weg,  —  kurz,  es  war  reizend!  Es  dürfte  die  Leser  des  „Musi- 
kalischen Wochenblattes"  vielleicht  interessiren.  zu  ertahren, 
dass  sich  bereits  Eines  unserer  berühmtesten  Witzblätter  der 
Leipziger  Theaterverhältnisse,  als  einer  sehr  dankbaren  Do- 
mäne, angenommen  hat.  In  dem  2.  Beiblatt  des  „Kladde- 
radatsch" vom  3.  Juli  a.  c.  steht  da  wörtlich  zu  lesen: 
nXieipzig.  Aus  dem  Theater  berichtet  das  >L.  T.c:  »Frl. 
Pewny  hat  von  der  Direction  einen  längeren  Urlaub  auf 
Grund  eines  ärztlichen  Attestes  erhalten.  Infolgedessen  muss 

*)  Nur  bis  zum  Herbst,  wie  das  Pressbureau  des  Hm. 
Staegemann  s.  Z.  kundthat!  D.  Red. 


in  der  heutigen  »Grötterdämmerung«-Aufführung  die  Nornen- 
scene wegbleiben.  Kann  man  sich  eine  praktischere 
Theaterdirection  denken?"  Ein  Commentar  hierzu  ist 
wohl  nicht  nöthig.    Sapienti  sat. 

Aus  dem  Monat  Juni  sei  noch  kurz  erwähnt,  dass  am  24. 
Schenk*s  „Dorfbarbier"  in  zwar  höchst  gekürzter  Form, 
aber  recht  guter  Aufführung  wieder  einmal  über  unsere  Bühne 
ging;  namentlich  Hr.  Knüpf  er  zeichnete  sich  durch  die 
ganz  meisterhafte  Gestaltung  der  Titelpartie  aus. 

Das  Repertoire  im  Juli  bot  sehr  wenig  Anregung;  ausser 
der  schon  zu  Anfang  dieses  Berichtes  erwähnten  „Freischütz" - 
Auffährung  sei  die  Neueinstudirung  von  Donizetti's  „Ma- 
rie, die  Tochter  des  Regiments"  am  IL  mit  Frl.  Mark 
als  mustergiltiger  Repräsentantin  der  Titelrolle  genannt,  am 
3.  sang  Frl.  Dönges  zum  ersten  Male  die  Marie  im  „Trom- 
peter von  Säkkingen"  —  leider  noch  nicht  mit  vollem  Ge- 
lingen — ,  und  zum  Schluss  will  ich  noch  einer  sehr  glück- 
lich verlaufenen  Reprise  von  L  o  r  t  z  i  n  g^s  „  W  a  f  f  e  nschmied" 
(Stadinger  =  K  n  ü  p  f  e  r ,  Liebenau  =  D  e  m  u  t  h,  Georg  =  M  a- 
rion  und  Marie  :=  Frl.  Mark)  Erwähnung  thun: 

F.  R.  Pfau. 

Plauen  i.  V.  Die  kürzlich  im  Druck  erschienene  Cantate 
für  Solostimme  (Tenor),  Chor  (gemischt  oder  männerstimmig), 
Orchester  und  Or^el  von  Au^.  Riedel  (Op.  20)  vertrat  am 
8.  Juli  d.  J.  kirchbch-musikalische  Kunst  würdig  bei  der  Ein- 
weisung unseres  neuen  Superintendenten.  Von  den  fünf 
Sätzen  preist  der  erste  die  Allmacht  und  Gerechtigkeit  Gottes. 
Im  zweiten  fleht  der  Mensch  den  Allmächtigen  an ,  sein  Ge- 
bet zu  hören  und  segnend  die  Hand  über  seinem  Tempel  zu 
halten.  Der  dritte  lässt  dieses  Eiuzelgebet  —  wenigstens  dem 
Sinne  nach  —  von  der  Gemeinde  wiederholen.  Ln  vierten 
will  plötzlicher  Schreck  den  Sterblichen  fassen  ob  seiner  Ohn- 
macht vor  Gott.  Im  ftlnffcen  jedoch  hat  der  Glaube  die  Ver- 
zweiflung besiegt  und  bricht  in  jubelnden  Dank  gegen  den 
Höchsten  aus.  Kühn  geht  der  erste  Satz  an  seine  hohe  Auf- 
gabe. Ein  Bild  sei  erlaubt:  Zum  ersten  Mal  betritt  ein 
Wanderer  die  Alpen  weit;  mit  Ahnung  des  Gte  waltigen  ist  er 
eenaht  (Einleitungstakte),  und  doch  blendet,  überwältiget  ihn 
fast  der  Anblick  der  ersten  Bergesriesen  („Gross  und  wunder- 
sam", Hauptmotiv).  Mannigfache  Wunder  schaut  er^  aber 
das  Gigantische  prägt  ihnen  den  Stempel  auf:  so  werden  auch 
die  musikalisch  mannigfachen  Bilder  dieses  Satzes  durch  jenes 
mehrmals  wiederkehrende  Motiv,  von  und  zu  dem  alle  anderen 
sind(?),  einheitlich  zusammengehalten.  Einzelne  mehr  herkömm- 
liche Wendungen  (Takt  4  und  das  Thema  des  Fugato:  „Und 
alle  Heiden")  thun  der  bedeutenden  Gesammtwirkung  kaum 
Abbinich.  Noblesse  der  Factur  und  ein  gerade  hier  sehr  be- 
rechtigtes Streben  nach  grösster  Schlichtheit  im  Ausdruck 
übersäe  ich  nicht,  wenn  mir  auch  der  Anfang  des  zweiten 
Satzes,  das  Tenorsolo,  herkömmlich,  nicht  originell  genug 
scheint;  freier  und  eigenthümlicher  wird  es  von  der  Modu- 
lation nach  Gesdur  an.  Aeusserst  reizvoll  dagegen,  durchweg 
frisch  und  originell  muthet  die  folgende  Nummer,  das  Solo- 
quartett, an.  Ich  wage,  hier  ein  rascheres  Tempo  (J=  108 — 112) 
vorzuschlagen ,  als  der  Componist  selbst  es  bei  der  hiesigen 
Aufftlhrung  nahm;  dann,  meine  ich,  müsste  der  zauberische 
Harfenklang  init  seiner  leicht  „spielenden"  Art  noch  besser 
zur  Geltung  kommen.  Wirksam  heben  sich  von  diesen  beiden 
zarteren  Sätzen  die  scharfkantigen  Rhythmen  des  Chor- 
Recitativs  ab.  In  der  Instrumentolbegleitung  beginnend  mit 
dem  Eingangsmotiv  des  ersten  Satzes  findet  es  seinen  Höhe- 
punct  in  dem  trotzig  hinausgeschleuderten  Ruf:  „So  er  sie 
umkehrete  oder  verbärge  oder  in  einen  Haufen  würfe"  und 
der  verzweifelten  Frage:  „Wer  wills  ihm  wehren?"  Die  das 
Motiv  dieser  Frage  zunächst  weiterspinnenden  Instrumental- 
t«kte  —  es  sind  nur  neun  an  Zahl  —  führen  geschickt  aus 
der  augenblicklichen  Verzweiflung  zu  dem  frohen  Danke  des 
letzten  Satzes  hinüber.  Das  ist  nun  in  der  That  ein  Satz  so 
voll  jubelnden  Dankes,  so  frisch  und  kernhaft  fröhlich,  so 
voll  heller  Festesfreude  und  Siegeszuversicht,  dass  er  seine 
Wirkung,  gut  aufgeführt,  nie  verfehlen  kann  und  meines  Er- 
achtens  auch  bei  derniesigen  Aufführung  den  Glanzpunct  bildete. 
Bei  den  Worten  JLiobet  den  Herrn,  der  zu  Zion  wohnet"  be- 
ginnt als  zweiter  Maupttheil,  originell  mit  Tönen  der  Domi- 
nantseptharmonie eingeleitet,  eine  Fuge  für  die  drei  Unter- 
stimmen,  zu  welcher  der  Sopran  den  Choral  „Lob,  Ehr  und 
Preis  sei  Gk>tt"  erschallen  lässt;  der  fein  motivirte  Eintritt 
und  der  hinreissende  Fluss  berechtigen  wohl  zu  dem  Ausruf: 
ein  Meisterstück!  Originell  ist  endlich  das  knappe,  nur  fünf 
rasche  TsMe  hindurch  wiederholte  „Amen"  ;  höchst  wirkungs- 


416 


voll  das  „Hallelujah*',  das  auf  jene  riesigen  Hauptaccorde  des 

1.  Satzes  noch  ein  letztes  Mal  zurückgreift.  —  Das  Werk, 
durcliaus  sangbar  geschrieben  und  feinsinnig,  zum  Theil  mit 
grosser  Pracht,  immer  aber  kirchlich-deqent  instrumentirt, 
stellt  tüchtige  Anforderungen  an  alle  Mitwirkenden,  die  So- 
listen, den  Chor  und  die  Instrumente.  Die  Or^lpartie  ist 
zwar  technisch  wenie  schwierig,  greift  aber  bei  den  Kraft- 
und  Glanzstellen  senr  wirkungsvoll  ein.  Als  Theil  einer 
gottesdiensilichen  Handlung  steht  die  hiesige  Aufführung 
ausser  öffentlicher  Kritik,  soviel  aber  darf  gesagt  werden, 
dass  sie  durch  Mitwirkung  unserer  Frau  Hofmann-Stirl, 
herzogl.  Goburf.  Kammersängerin,  einen  besonderen  Vorzug 
genoss,  dass  neben  derGenanntenFrauH.Gritzn er  (Sopran) 
und  die  HH.  Büreerschullehrer  Wünsche  und  Hertel  im 
Soloquartett  Treffhches  leisteten  und  dass  Chor  und  Orchester, 
wie  auch  Hr.  Organist  Bitterlich  mit  Eifer  ihren  Theil  zum 
Gelingen  des  Ganzen  beitrugen.  Sg. 

Conoertumsohau. 

Badenweiler.  Conc.  der  Sängerin  Frau  Hoeck-Lechner 
u.  des  Violinisten  Hm.  Bühlmann  a.  Garlsruhe  am  6.  Aug.  m. 
Soli  f.  Gres.  V.  V.  Lachner  („Vineta",  „Trautes  Fensterlein**, 
„Betrogene  Liebe**,  „Das  Mädchen  an  den  Mond**,  „Heraus**, 
„Liebessehnen**  u.  „Bothhaarig  ist  mein  Schätzelein**)  u.  für 
Viol.  V.  V.  Lachner  (Bomanze)  u. Vieuxtemps  (Balladen. 
Polon.). 

Bonn.  G^istl.  Conc.  des  Evangel.  Kirchen-Gesangvereins 
(Köhler)  am  19.  Juli:  Chöre  v.  J.  de  Burgk  („Was  kränkst 
du  dich**),  A.  Hammerschmidt  („Zion  spricht**)  und  G.  Vier- 
ling  („Verschneit  liegt  rings**),  Solovortr&ee  der  HH.  Lom- 
merzheim  (Ges.,  Lieder  v.  J.  W.  Franck  u.  Kec.  u.  Arie  „Selig 
sind**  a.  dem  „Fall  Jerusalems**  v.  M.  Blumner)  u.  Köhler 
(Orgel,  Phant.  u.  Fuge  in  CmoU  v.  S.  Bach,  4.  Son.  v.  Men- 
del^hn  u.  3.  Son.  v.  A.  Guilmant).  —  Wohlthätifi;keitsconc. 
in  der  Schlosskirche  am  27.  Juli:  Chöre  v.  Bortniansky,  Haydn 
u.  G.  Vierling  („Du  gabst  dem  ewgen  Gteist**),  SoH  f.  Ges. 
Y.  Händel  u.  &,ydn^  f.  Org.  v.  S.  Bach  (Tripelfuge  in  Esdur), 
Mendelssohn  u.  Gade  (Moderato  a.  Op.  22)  u.  f.  Violine  von 
Tartini,  S.  Bach  u.  Händel.  (Ausführende:  der  Evangelische 
Kirckengesangver.  [Köhler],  Frl.  Miller  [Ges.]  u.  HH.  Köhler 
[OrgJ  u.  Heinemann  [Viol.].) 

Breslau.  11.  u.  12.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Symph.-Cap. 
(Biemenschneider) :  Symphonien  v.H.  Ulrich  (triomphale)  u. 
Baff  („Lenore**),  Ouvertüren  v.  Mendelssohn,  Abert(„Astor- 
ga**)  u.  Beethoven  ^„Coriolan**),  Adagio  cant.  a.  dem  Sept.  v. 
Beethoven,  Beitermarsch  v.  Schubert-Liszt,  Militärmarsch  v. 
Schubert-Biemenschneider,  „Aufforderung  zum  Tanz**  v.We- 
ber-Berlioz,  Litermezzo  a.  „Freund  Fritz*^  von  Mascagni, 
Marionetten-Trauermarsch  v.  Gounod  etc. 

Brühl  b.  Cöln.  Geistl.  Conc.  des 'Bonner  Evangel.  Kir- 
ch en-Gresangver.  (Köhler)  am  81.  Juli:  Chöre  v.  J.  de  Burgk, 
Haydn,  Bortniansky  u.  G.  Vierling  („Du  gabst  dem  ewgen 
Geist**),  Solovorträge  des  Frl.  Miller  (Ges.)  u.  des  Hrn.  Köhler 
(Org.,  HmoU-Fuge  v.  S.  Bach  u.  Pastoralsonate  von  Bhein- 
berger). 

Carlsbad.     14.  Symph.-Conc.  der  Curcapelle  (Labitzky): 

2.  Symph.  v.  J.  v.  Beliczay,  DmoU-Orgelson.  v.  Mendelssohn, 
orch.  V.  J.  V.  Beliczay,  Orchestervariat.  Op.  60  v.  Wüerst, 
Larghetto  a.  dem  Qumt.  Op.  108  v.  Mozart.  (Die  neue  Sym- 
phonie von  J.  V.  Beliczay  erfahrt  in  uns  vorliegenden  Be- 
richten eine  recht  günstige  Beurtheilung.) 

Heidelberg.  4.  Musikabend  des  Akadem.  Gesangvereins 
(Prof.  Wolfrum):  Gdur-Streichquart.  v.  Haydn  (HH.  Dr.  Ernst, 
V.  Hippel,  Dr.  Bindfleisch  und  v.  Dusch),  Männerchöre  von 
G.  Weber  („Kriegsgesang  im  Walde**,  m.  Ciavier),  F.  Otto 
(„Deutscher  Männergesang**)  u.  A.,  Solovorträge  der  HH.  Prof. 
Bassermann  (Ges.,  „Die  Vätergruft**  v.  Liszt,  „Der  Einsame** 
m.  Orch.  v.  Grieg  etc.)  u.  da  Motta  (Clav.,  Cmoll-Polon.  u. 
Petrarca-Sonett  v.  Liszt  etc.). 

Bad  Reinerz.  9.  u.  10.  Kammermusikabend:  Streich- 
quartette V.  Haydn  (Ddur),  Baff  („Die  schöne  Müllerin**), 
Mozart  (Gdur)  u.  Kiel  (Amoll),  Bomanze  f.  Streichinstru- 
mente u.  Violoncellsolo  v.  G.  Loewenthal  etc.  —  Wohlthä- 
tigkeitsconc.  am  6.  Aug.:  l.  Satz  a.  dem  Streichouart.  Op.  18, 
No.  4,  V.  Beethoven,  Soli  f.  Q^s.  v.  Franz  („Willkommen, 
mein  Wald**),  H.  Hirschfeld  („Das  Zigeunerkind**),  E.Hil- 
dach  („Mein  Liebster  ist  ein  Weber**),  Bruch  (Seren.)  und 
Brahms  („Wie  froh  und  frisch  mein  Sinn**),  f.  Violine  von 
Bruch  (Adagio  appass.)  u.  f.  Violonc.  v.  Chopin  u.J.  Kl  en- 
ge 1  (Mazurka). 


Scheveningen.  7.  Symph.-Conc.  des  Philharmon.  Orch. 
(Herfiirth)  a.  Berlin;  Harold-Symphonie  v.  Berlioz,  DmoU- 
Seren.  f.  Streichorch.  v.  Volkmann  (oblig.  Violoncell:  Hr. 
Bouman),  „König  Stephan **-Ouvert.  v.  Beethoven,  „ParsifEd**- 
Vorspielv.  Wagner,  drei  Sätze  a.  der  D  dur-Suite  v.  S.  Bach, 
Scherzo  a.  dem  „Sommemachtstraum**  v.  Mendelssohn,  2.  Ung. 
Bhaps.  V.  Liszt. 

Schlothelm.  Concert  am  4.  Aug.,  ausgef.  von  den  HH. 
C.  Listemann  a.  Cassel  (Ges.),  P.  Listemann  a.  Boston,  C.  Hoff- 
meyer a.  Leipzig,  Mehmel  v.  hier  u.  F.  Listemann  a.  Boston 
(Streicher):  Streichquartette  v.  Haydn  (Op.  76,  No.  5)  und 
Beethoven  (Op.  18,  No.  5),  Elegie  f.  Streich(}uart.  (?)  v.  Ernst, 
Duo  f.  Viol.  u.  Violonc.  v.  Vieuxtemps-Servais,  SoU  f.  Ges.  v. 
Löwe  („Die  Uhr**),  H.  Biedel  („im  Lager  von  Akkon**), 
L.  Lenz  („Des  frommen  Landsknechts  Morgenlied**)  u.  A.,  f. 
Viol.  V.  Spohr  u.  Bazzini  (Le  Bonde  des  Lntins)  u.  f.  Vio- 
lonc. V.  Schumann,  D.  Popper  (Span.  Tanz)  u.  J.  Kien  gel 
(Scherzo). 

Sondershausen.  9.  u.  10.  Lohconcert  (Prof.  Schröder]: 
Symphonien  v.  Schubert  (Hmoll),  Beethoven  (No.  5)  u.  Baff 
(„Im  Walde**),  „Liebesnovelle**  f.  Streichorch.  v.  Am.  Krug, 
Ouvertüren  v.  Weber,  H.  Ulrich  (Fest-)  und  M6hul,  Hulm- 
gungsmarsch  v.  Wagner,  Variat.  a.  dem  Kaiserquartett  v. 
Haydn,  Gratulationßmenuett  v.  Beethoven. 

Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  GKste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Hr.  Emil  Götze  hat  bis  jetzt  ^osse  Erfolge  in 
der  Kroll-Oper  gefeiert.  Neben  ihm  gastiren  die  Damen 
Prevosti  und  Prosky.  Namentlich  ist  uns  die  Letztge- 
nannte in  ihrer  ganzen  künstlerischen  Erscheinung  eine  senr 
geschätzte  Sängerin,  deren  Organ  seit  vorigem  Sommer,  wo 
wir  die  Dame  hörten,  an  Fülle  und  Veräelung  noch  ge- 
wonnen hat.  Die  neue  Oper  im  Belle- AUiance-Theater  soll 
am  1.  Sept.  unter  Leitung  der  Oapellmeister  HH.  Bai  da  and 
Junkermann  eröffnet  werden.  —  Bremen.  Zum  Gonoert- 
meister  des  Philharmonischen  Orchesters,  an  Stelle  des  »ver- 
storbenen Bobert  Heckmann,  ist  Hr.  Prof.  Kruse  aus  Berlin 
f  wählt  worden.  —  Copenhagen.  Die  junge  Sängerin  Frl. 
rötma  aus  Elberfeld  hat  einige  Male  im  hiesigen  Tivoli 
gesunken  und  vielen  Beifall  mit  ihren  Vorträgen  erregt,  die 
sich  ebenso  nach  Seite  stimmlicher  Bcanlagung,  wie  nach 
Seite  guter  Schule  auszeichneten.  —  Ems.  In  einem  Mühl- 
dorfer-Ck)ncert ,  das  kürzlich  hier  stattfand,  Hessen  sich  mit 
grossem  Erfolg  der  Sänger  Hr.  Birrenkoven  und  die  Vio- 
unistin  Frl.  Schwärt z.  Beide  aus  Cöln,  hören. —Wien.  Frl. 
Mark  aus  Leipzig  hat  als  Gast  der  Hofoper  den  hellsten  En- 
thusiasmus mit  ihren  süperben  Darstellungen  erregt,  sodass 
ihr  Gastspiel  auf  allgemeinen  Wunsch  verlängert  wurde.  JAbxl 
hat  selten  ein  junges,  noch  ganz  im  Anfange  der  Laufbahn 
stehendes  Mädchen  in  gleicher  Weise  gefeiert,  wie  diese 
Künstlerin  und  ist  froh,  dass  die  Intendantur  dieses  herr- 
liche Talent  für  ein  festes  Engagement,  das  leider  aber  erst 
im  Herbst  n.  J.  beginnt,  gewonnen  hat.  Neben  Frl.  Mark 
gastirte  mit  ehrendem  Erfolg  die  Altistin  Frl.  Hieser  aus 
Stuttgart,  eine  mehr  anständige,  als  temperamentvolle  Sän- 
gerin. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  6.  Aug.  „Alta  Trinit4  beata"", 
Chor  a.  dem  15.  Jahrh.  Zwei  geistliche  Lieder  v.  E.F.Bichter. 
18.  Aug.  „Kommt,  lasst  uns  anbeten**  von  M.  Hauptmann. 
„Es  soüen  wohl  Berge  weichen"  v.  W.  Bust. 


Vermiscilte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Das  seit  dem  letzten  Besitzwechsel  der  „Neuen  Zeit- 
schrift für  Musik",  des  seitherigen  Organs  des  Allgemeinen 
deutschen  Musikvereins,  in  seiner  statutarisch  vorge- 
schriebenen Fün£sahl  nicht  vollzählig  gewesene  Directorium 
des  gen.  Vereins  wurde  kürzlich  durch  Berufung  des  Hm. 
Dr.  Oskar  von  Hase  (in  Firma  Breitkopf  &  Härtel  in  Leip- 
zig) als  Schatzmeister  completirt,  und  ist  cue  seit  dem  eingangs 
bemerkten  Zeitpimcte  von  Hm.  Dr.  Paul  Simon  in  Leipzig 
provisorisch  geführte  Gassen-  und  Expeditionsverwaltung  be- 


417 


reits  auf  das  neue  Vorstandsmitglied,  zu  dessen  Wahl  dem 
Verein  aufrichtig  gratulirt  werden  darf,  übertragen  worden. 
Einen  wichtifi;en  Beschlnss  fasste  das  Directoriom  in  Bezug 
auf  seine  Publicationen  insofern,  als  dasselbe  die  Benutzung 
der  „Neuen  Zeitschrift  für  Musik^  als  Vereinsorgan  aufge- 
geben hat  und  seine  Bekanntmachungen,  die  bei  der  bisherigen 
Praxis  „erfiethrungsmässi^  doch  oft  nicht  die  nöthige  Ver- 
breitung unter  den  dabei  besonders  interessirten  Vereinsmit- 
gliedern*'  gefunden  haben,  von  nun  ab  direct  den  Vereins- 
mii^liedem  zugehen  lassen  wird.  Die  1.  Nummer  dieser  „Mit- 
theuungen*'  ist  bereits  erschienen  und  versandt  worden,  und 
entnehmen  wir  ihr  Nachfolgendes  über  die  die  diesjährige  in 
Wien  stattfindende  Tonkünstler-Versammlung  des  Ver- 
eins: Soweit  bis  jetzt  eine  Feststellung  des  Festprogramms 
ermöglicht  werden  konnte,  sollen  am  16.  September  imchmit- 
tagsSUhr  ein  grosses  Concert  fiir  Orchester- und  Solo- 
Vortrftge,  Abends  im  Hoftheater  scenische  Aufführung  von 
Liszt's  „Heiliger  Elisabeth"  (freier  Eintritt  für  die  Ver- 
einsmitglieder); am  17.  September  Abends  ein  Concert  für 
Kammermusik;  am  18.  September  Nachmittags  8  XJhr  ein 

frosses  Concert  fi!lr  Orchester  und  Chöre  veranstaltet  wer- 
en.  Für  diese  drei  Concerte  sind  u.  A.  zur  Aufführung  be- 
stimmt: „Prometheus**  (symphonische  Dichtung  und  Chöre) 
von  Liszt,  Kaiser-Marsch  von  Wagner,  „Don  Juan"  (sym- 

Shonische  Dichtung)  von  Strauss,  Frühlmgsouverture  von 
roldmark,  Akademische  Festouverture  von  Brahms,  Gte- 
sang*  des  Odin  aus  „Gunlöd"  von  Cornelius  etc.  etc.  Am 
17.  September  Nachmittags  wird  der  k.  k.  Hauptmann  Hr. 
Steiner  einen  Vortrag  üoer  zwei&che  (melodische  und  har- 
monische) Intonation  mit  Demonstrationen  auf  einem  eigens 
dazu  erbauten  Harmonium  halten.  Sonntag  den  18.  September 
wird  Hr.  Hofcapellmeister  Hellmesberger  den  Verein  zur 
Aufföhrung  von  Liszt's  Krönungsmesse  in  der  Hofcapelle  ein- 
laden. Für  die  Tag^  vom  14.  bis  mit  29.  September  haben 
die  Mitglieder  (gegen  Vorzeigung  ihrer  Mitgliedskarte) 
freien  Zutritt  zur  Botunde  der  Musik-  und  Theateraus- 
stellung, desgleichen  zu  den  noch  näher  zu  bezeichnenden 
städtischen  Museen  und  Kunstsammlungen.  Den  Besuchern 
der  Tonkünstler- Versammlung  (Mitgliedern  des  Vereins)  ist 
seitens  sämmtlicher  österreichischen  Eisenbahn  Verwaltun- 
gen ein  Nachlass  von  fünfzig  Procent  der  gewölmlichen 
Fahrpreise  zugesichert,  wenn  bei  Entnahme  der  Fahrkarten 
im  der  Österreichischen  Station  die  Mitgliedskarte  zur  Legiti- 
mation vorgewiesen  wird.  Das  Wiener  Localcomit^  stellt 
femer  eine  Anzahl  von  Freiquartieren  zur  Verfügung.  Um 
sich  den  Anspruch  auf  genannte  Verfestigungen  zu  sichern, 
ist  es  unbedingt  nöthig,  dass  die  Mitglieder  ihre  Anmel- 
dungen zur  Theilnahme  an  der  Tonkünstler- Versammlung  in 
Wien  bis  spätestens  20.  August,  und  zwar  ausschliesslich 
unter  der  Adresse  Breitkopt  &  Härtel  in  Leipzig  (und 
mit  der  Couvertbezeichnung  „Angelegenheit  des  Allgemeinen 
deutschen  Musikvereins**)  bewirken.  Später  erfolgende  An- 
meldungen können  für  die  betr.  Concerte  nur  noch  Berücksich- 
tigung finden,  soweit  es  der  Baum  gestattet,  und  haben  unter 
allen  Umständen  den  Verlust  des  grössten  Theils.  wenn  nicht 
aller  vom  Localcomitö  vermittäten  Vergünstigungen  zur 
Folge. 

*  Das  Musikbureau  der  Weltausstellung  in  Chicago  hat, 
wie  die  „D.  M.-Z.**  mittlieilt,  ein  Bundschreiben  versandt,  in 
welchem  es  darlegt,  in  welcher  Weise  es  seiner  Aufgabe  ^recht 
werden  will,  den  musikalischen  Fortschritt  der  Vereinigten 
Staaten  und  der  übrigen  Völker  auf  der  Ausstellung  zur  An- 
schauung zu  bringen.  Die  Capellmeister  Theodor  Thomas 
und  Wm.  L.  Tomnns  leiten  das  Musikbureau.  Auf  dem  Aus- 
stellungsplatz werden  die  nöthigen  Gebäulichkeiten  errichtet 
werden.  Eine  Halle,  in  welcher  500  Personen  Platz  haben, 
die  sogenannte  Becital  Hall,  wird  für  Kammermusik  dienen, 
in  einer  anderen,  der  Music  Hall,  werden  Concerte  stattfinden, 
bei  denen  die  Zahl  der  Mitwirkenden  bis  120  Musiker  und 
3000  Sänger  zählt,  während  Platz  für  eine  Zuhörerschaft  von 
2000  Personen  da  ist.  Die  Festhalle,  Festival  Hall,  bietet 
Baum  für  ein  Orchester  von  800  Musikern  und  einen  Chor 
von  2000  Sängern.  Sie  fasst  7000  Zuhörer.  Li  dieser  Halle 
werden  die  grössten  Concerte  stattfinden.  Eine  Anzahl  be- 
deutender Componisten  hat  schon  zugesagt,  nach  Chicago  zu 
kommen.  Auch  viele  G^esangvereine  haben  ihre  Mitwirkung 
versprochen.  Das  Concertprogramm  ist  in  allgemeinen  Um- 
rissen entworfen:  zwei  Mal  die  Woche  Orchestermusik  in  der 
Music  Hall,  zwei  Mal  im  Monat  Choraufföhrungen  in  der 
gleichen  Halte,  sechs  Reihen  internationaler  Concerte  mit 
Chor  und  Orchester  in  der  Festival  imd  in  der  Music  Hall, 


drei  Cyklen  Oratörienäufführun^n  von  den  vereinigten 
amerikanischen  Gesangvereinen  in  der  Festival  Hall,  6on- 
certe  in  der  Letzteren  von  den  deutschen  G^esangvereinen, 
von  den  schwedischen  Gesangvereinen,  sechs  Cyklen  populäre 
Festconcerte,  zwölf  Kinderconcerte,  Kammermusik  und  Orgel- 
vorträge. In  der  Festival  Hall  werden  während  der  sedis- 
monatuchen  Dauer  der  Ausstellung  täglich  mehrere  Orchester 
spielen.  Bei  der  Wahl  der  Solisten  u.  s.  w.,  wie  nicht  minder 
bei  der  des  Programms  sollen  ausscUiesslich  künstlerische 
Erwägungen  maassgebend  sein. 

*  Da  für  Geld  Vieles,  Manche  sagen  Alles,  zu  haben  ist, 
so  glaubte  man,  unter  anderen  Sehens-  und  Hörenswiirdig- 
keiten  auch  Richard  Wagner's  „Parsifal"  für  die  Welt- 
ausstellung zu  Chicago  eewinnen  zu  können.  Das  Project 
soll  aber,  wie  man  schreibt  und  wie  nicht  anders  erwartet 
werden  konnte,  in  Bayreuth  auf  entschiedensten  Widerstand 
gestossen  sein. 

*  Das  kürzlich  in  Basel  begemg^ne  Fest  zur  Erinnerung 
an  die  vor  500  Jahren  erfolgte  Vereinigung  der  beiden  Stadt- 
theile  Klein-  und  Gross-Basei  erhielt  seine  musikalische  Ver- 
herrlichung durch  die  dreimalige  Aufführung  eines  histori- 
schen Festspiels  von  Rud.  Wackernagel  mit  Musik  von 
Hans  Hub  er,  welches  in  einem  eigens  hierzu  ^bauten, 
16,000  Personen  fassenden  offenen  Theater  unter  Leitung  des 
Componisten  und  Mitwirkung  eines  stark  besetzten  Chores  und 
Orchesters,  sowie  der  Sopranistin  Frau  Huber-Petzold  und 
des  Tenoristen  Hm.  Kaufmann  zur  Darstellung  gelangte.  Die 
Musik  von  Hans  Huber  fand  die  allffemeinste  und  lebhafteste 
Anerkennung  und  erhob  sich  himmeihocli  über  Das,  was  man 
sonst  in  derartigen  Gelegenheitscompositionen  zu  hören  be- 
kommt. 

*  Von  den  Componisten-Concerten,  welche  die  Wiener 
Musik-  und  Theaterausstellung  veranstaltete,  hatte  den  durch- 
schlagendsten Erfolg  das  Svendsen-Concert  am  4.  August. 
Der  seit  mehreren  Jahren  als  Hofcapellmeister  in  Copenhagen 
in  Stellung  befindliche  norwegische  Meister  dirigirte  die  Ddur- 
Symphonie,  den  „Cameval  in  Paris**,  die  Legende  „Zorahayda** 
etc.  und  fand  mit  diesen  Werken  eine  wahrhaft  begeisterte 
Aufiiahme,  die  umsomehr  zu  bedeuten  hat,  als  die  dortigen 
Concertinstitute  seine  Orchestercompositionen  bisher  vollstän- 
dig ignorirt  hatten  und  er  infolge  dessen  dem  Publicum  eine 
so  gut  wie  neue  Componistenerscheinung  war. 

*  Der  Allgemeine  deutsche  Musikverein  theilt  seinen  Mit- 

fliedei-n  wie  allen  Freunden  des  verewigten  Meisters  mit, 
ass  mit  der  Obeauf sieht  über  das  in  Dr.  Franz  Liszt's 
ehemaliger  Wohnung  in  der  Hofgärtnerei  zu  Weimar  begrün- 
dete Liszt-Museum  durch  Seine  königl.  Hoheit  den  GroBs- 
herzog  von  Sachsen  Hr.  Geheimer  Hoi-  und  Justizrath  Dr. 
jur.  et  phil.  E.  GiUe  betraut  worden  ist. 

*  Hr.  Paul  de  Wit,  dessen  Sammeleifer  und  Sachkenntniss 
bekanntlich  die  königl.  Sammlung  alter  Musikinstrumente  zu 
Berlin  den  weitaus  grössten  Theil  ihres  Bestandes  verdankt, 
erreicht  mit  seiner  neuesten  CoUection  derartiger  Listrumente 
auf  der  Wiener  Musik-  und  Theaterausstellung  fast  dasselbe 
Aufisehen,  wie  die  eingangs  erwähnte,  ebenfalls  dort  zur  Schau 
gestellte  Berliner  Sammlung.  Es  erscheint  den  Besuchern 
beider  CoUectionen  ganz  unfassbar,  wie  es  einem  einzigen 
Mann  hat  gelingen  Können,  in  dem  Zeitraum  einiger  Jahre 
die  hier  massenhaft  aufgespeicherten  interessanten  und  seltenen 
Zeugen  der  praktischen  Musikpfiege  früherer,  zum  Theil  weit 
zurückliegender  Zeitepochen  zusammen  zu  bringen.  Jeden- 
falls gehören  diese  Sammlungen  mit  zu  den  ersten  Sehens- 
würdigkeiten des  ganzen  Unternehmens. 

*  Unter  den  Musikinstrumenten,  welche  auf  der  Wiener 
Musik-  und  Theaterausstellung  zu  sehen  sind  und  daselbst  in 
der  grossen  Rotunde  ihren  Platz  haben,  ragte  durch  seine 
abnorme  Grösse  ein  Flügel  von  Bösendorfer  hervor.  Derselbe 
sollte  aber  nicht  nur  gesehen,  sondern  auch  gehört  werden 
imd  zu  letzterem  Zweck  von  einem  renommirten  Pianisten 
dem  Publicum  zu  gewissen  Zeiten  vorgeführt  werden.  Das 
Ausstellungscomitö  hat  dies  aber  nicht  zugelassen,  in  der  Be- 
fürchtung, dass  die  Rasenbeete  zertreten  werden  könnten, 
welche  Motivirung  Hr.  Bösendorfer  richtig  und  witzig  mit 
der  Gegenbemerkung  glossirt,  dass  das  Unternehmen  doch 
keine  Grasausstellung,  sondern  eine  Musik-  und  Theateraus- 
stellung sei. 

*  Das  jährlich  wiederkehrende  Preisausschreiben  des 
italienischen  Ministeriums  betreffs  einer  Todtenmesse  zum 


418 


ABdenkMianxLen  König  Oarl  Albert  hatte  dieses  Jahr  keinen 
Erfolg. .  Es  wird  also  zum  dritten  Male  die  Messe  von  Antonio 
Qnartero  am  Todestage  des  Königs  aui'geföhrt  werden. 

*  Anf  dem  Friedhof  zu  Weimar  wurde  vor  einiger  Zeit 
der.  daselbst  dem  im  v.  October  verstorbenen  Organisten  der 
Waimarischen  Stadtkirche  Bernhard  Sülze  von  Freunden  und 
Sehülem  gesetzte  Denkstein  feierlich  eingeweiht. 

♦  Das  auf  dem  Friedhofe  zu  Salzungen  dem  verdienten 
Kirchenmusikdirector  Bernhard  Müller  errichtete  Denkmal 
wurde  am  2.  Aug.  durch  Ghorgesang  und  Rede  eingeweiht. 
Dem  Weiheact  wohnten  die  dortigen  Behörden  und  zahlreiches 
Publicum  bei. 

*  Nachdem  Her  Majesty^s  Theater  und  das  Royal  English 
Opera  House  in  London  zu  bestehen  aufgehört  haben,  wird 
nun  auch  das  dortige  Shaftesbury-Theater  seiner  Bestim- 
mung entfremdet  und  in  ein  Gafö-Concert  ersten  Ranges  ver- 
w.andelt  werden.  Auch  soll  das  Savoy-Theater  seine  Be- 
stimmung ändern,  und  dem  Drury  Lane-Theater  da- 
selbst droht  der  Untergang,  damit  man  für  eine  neue  Strasse 
Raum  gewinne. 

♦  In  Wiesbaden  ist  der  Theater-Neubau  nunmehr  be- 
schlossene Sache.  Derselbe  ist  der  Wiener  Firma  Fellner  & 
Helmer  übertragen  worden  und  soll  bis  September  1894  voll- 
endet sein.  Die  Bausumme  beträgt  etwas  über  V  %  Millionen 
Mark. 

♦  Eine  Neuerung  hat,  wie  die  „A.  M.-Z."  schreibt,  die 
Flora-Oper  in  Berlin  eingeführt,  indem  dieselbe  nicht  den 
Besuch  der  Au^hrungen  durch  Berichterstatter  verlange, 
sondern  die  Zeitun&en  mit  inter  muros  geschriebenen  Kriti- 
ken versehe,  sodass  die  Redactionen  blos  abzudrucken  brauchen 
und  bei  dem  mit  vollen  Händen  gestreuten  Weihrauch  sicher 
sein  können,  bei  der  Direction  und  den  betr.  Künstlern  kein 
böses  Blat  zu  machen.  Wir  möchten  dieses  Verfahren  dem 
Laipziger  Theaterdirector  Hm.  Staegemann  zur  Nachahmung 
empfehlen,  damit  er  in  der  Abwirthschaftung  der  Leipziger 
Bühnen  ein  noch  etwas  schnelleres  Tempo  als  bisher  an- 
schlagen könnte  und  dadurch  den  hiesigen  Behörden  schneller, 
als  sonst  zu  hoiFen,  die  Augen  über  die  künstlerischen  Tenden- 
zen dieses  'iheaterstrategen  geöffiiet  würden. 

•  Im  Opernhaus  zu  Frankfurt  a.  M.  ist  gegenwärtig 
eine  Aufführung  des  „Nibelungen-Ringes"  im  (Smge,  die 
bis  jetzt  einen  annehmbaren  Verlauf  nahm. 

•  Nach  den  „Meistersingern"  von  R.  Wagner  soll  auch 
,iTannhäus6r"  in  der  Pariser  Grossen  Oper  in  Scene 
gehen. 

♦  Ein  Berliner  Blatt  macht  die  etwas  fragwürdige  Mit- 
theilung, dajBS  zu  den  nächsten  Opemnovitäten  des  Dresdener 
Hoftheaters  Wagner 's  „Feen"  zu  zählen  seien. 

♦  Die  nächste  Saison  des  Scala-Theaters  in  Mailand  soll 
mit  „Christoforo  Colombo"  von  Franchetti  eröffnet  werden, 
darauf  sollen  die  „Meistersinger"  von  Wagner  und  hoffent- 
lich „Falstaff"  von  Verdi  folgen. 

*  Hans  Sommer's  Oper  „Lorelei"  wurde  auch  vom  Hof- 
theater zu  Darmstadt  zur  Aufführung  für  n.  Saison  ange- 
nommen. 

*  Auch  in  Barcelona  soll  das  Andenken  des  Christoph 
Columbus  durch  Aufführung  einer  Oper  „Christophe  Colombe" 
von  Vedaly-Careto  gefeiert  werden. 

♦  Im  Quirino  in  Rom  hatte  „La  Zingara  di  Granata" 
von  Bartolucci  einen  populären  Erfolg,  während  die  Kritik 
den  Mangel  an  Individualität  und  Lebenskraft  daran  beklagt. 

*  In  Brüssel  soll  in  der  bevorstehenden  Saison  eine  neue 
vieractige,  „Maitre  Martin"  betitelte  Oper  von  Jan  Blockx 
erstmalig  in  Scene  gehen. 


*  Der  „Sängerkranz"  zu  Ohrdruf  i.  Th.  beging  am 
31.  Juli  sein  25jähriges  Stiftungsfest  mit  einem  Sängerfest, 
an  welchem  sich  circa  20  auswärtige  Vereine  betheiligten. 

*  In  Delft  wurde  am  4.  August  der  80.  Geburtstag 
des  Nestors  der  niederländischen  Componisten,  Jean  G^raid 
Boers,  mit  einem  Concert  gefeiert,  dessen  Programm  aus 
Werken  des  Meisters,  von  diesem  persönlich  geleitet,  bestand. 

*  Der  New- Yorker  Männergesangverein  «Arion"  machte 
die  letzte  Hauptstation  auf  seiner  deutschen  Triumphreise  in 
Co  In  und  bestand  vor  dem  durch  den  Cölner  Männer- 
Gesangverein  so  verwöhnten  Pablicum  ebenso  glänzend,  wie 
vorher  in  Wien,  dem  Domicil  des  nicht  minder  berühmten 
Wiener  Männer-Gresangvereins. 

*  Der  kürzlich  in  Berlin  verstorbene  Musikschriftsteller 
Dr.  Wilhelm  Langhans,  ein  ehemaliger  Schüler  des  k.  Con- 
servatoriums  zu  Leipzig,  hat  diesem  Institut  testamentarisch 
die  Summe  von  100,000  Ji  zu  Stipendienzwecken  vermacht. 

*  Der  Prooess,  den  Berga,  der  Textdichter  der  Mas- 
cagni'schen  „Cavalleria  rusticana",  gegen  Mascagni  und  Son- 
zogno,  den  Verleger  der  Oper,  wegen  Gewinnantheil  an  den 
Aufführungen  dieses  Werkes  führte,  ist  vom  Cassationshof 
zu  Turin  endgiltig  dahin  entschielen  worden,  dass  die  beiden 
Beklagten  S5o/o  der  bereits  erzielten  und  nocn  zu  erzielenden 
Reineinnahme,  die  sie  in  ih  rem  geschäftlichen  Edelmn the 
ganz  für  sich  beanspruchten,  an  den  Textdichter  abzugeben 
haben.  Wie  wir  schon  mittheilten,  sollen  beide  Herren  damit 
umgeben ,  sich  einen  anderen  Text  zu  der  Oper  schreiben  zu 
lassen,  in  der  Hoffnung,  einen  Scribenten  zu  finden,  der  die- 
sen Handlangerdienst  umsonst  thut,  und  sie  dann  unverkürzt 
die  Einnahme  einheimsen  können. 

*  Der  bekannte  englische  Tenorist  Hr.  Sims- Reev es  ist 
als  Gesanglehrer  für  die  Guildhall  school  of  music  in  Lon- 
don gewonnen  worden. 

*  Zum  Gesanglehrer  am  k.  Conservatorium  in  Madrid  an 
Stelle  des  berühmten  Ronconi  ist  der  Marquis d*Alta-Vi Ha 
ernannt  worden. 

'^  Heinrich  Zöllner  hat  bei  der  internationalen  Concur- 
renz  in  Cleveland  für  das  1893  daselbst  abzuhaltende  Sänger- 
fest des  Nordamerikanischen  Sängerbundes  mit  einer  Cantate 
für  Männerchor,  Soli  und  Orchester  den  ersten  Preis  er- 
rungen. 

*  Dem  Componisten  Hm.  Hans  Hub  er  in  Basel  wurde 
von  der  philosophischen  Facultät  der  dortigen  Universität  die 
Doctorwürde  verliehen. 

*  Hm.  Ad.  Felchner,  dem  Dirigenten  des  Giessener 
Concertvereins ,  wurde  vom  Grossherzog  von  Hessen-Darm- 
stadt das  Ritterkreuz  2.  Classe  des  Verdienstordens  Philipp's 
des  Grossmüthigen  verliehen. 

Todtenliste.  Rudolf  Ibach,  intelligenter  Pianoforte- 
fabrikant, Chef  der  renommirten  Clavierüftbrik  Rud.  Ibach 
Sohn  in  Barmen,  Schwelm  und  Cöln,  f,  49  Jahre  alt,  in 
Herrenalb.  —  Heinrich  Kahl,  k.  Capellmeister  in  Berlin,  ein 
in  seinem  Beruf  tüchtiger  und  gewissenhafter  Künstler,  f, 
53  Jahre  alt,  am  6.  Aug.  —  Osvaldo  Bottero,  Bassist,  f, 
43  Jahre  alt,  in  Florenz  durch  Selbstmord.  —  Franz  Vetta, 
wohlbekannter  Opernsänger,  f,  30  Jahre  alt,  in  Riverside 
(California).  —  Cnarles  Edward  Stephens,  Organist,  Oompo- 
nist,  t»  71  Jahre  alt,  in  London.  —  Picka er t,  vortrefflicher 
Musiker,  Organist,  ti  75  Jahre  alt,  in  Asniöres.  —  Giuseppe 
L  obere,  berühmter  Posaunen  virtuos,  Gründer  eines  nach  ihm 
benannten  Opernhauses  in  Santa-Barbara  (Nordamerika),  f, 
80  Jahre  alt,  durch  Selbstmord. 

Ergänzung:  In  derRubrik  Musikalien- und  Bücher- 
markt in  vor.  No.  ist  bei  der  Schrift  »Das  Drama  Richard 
Wagner's  der  Automame  Houston  S.  Chamberlain  irr- 
thümlich  weggelassen  worden. 


Kritischer  Anhang. 


Dr.  Hugo  Dinger.  „Die  Meistersinger  von  Nürnberg«,  eine 
Studie  zur  Einführung  in  das  Werk.  Leipzig  und  Baden- 
Baden,  Constantin  Wfld's  Verlag.   1892. 

Dass  in  diesem,  durch  Studium  und  Sachkenntniss  sich 
f^qaeeicbn^dei^  Büchlein  der  Rahmen  einer  blossen  Einftkhrung 


erheblich  überschritten  wird,  ist  kein  Fehler,   sondern  ein 
Vorzug  der  Arbeit.    Der  Verfasser  möge  es  uns  deshalb  zu- 

Site  halten,  wenn  wir  an  sein  Werkchen  auch  einen  höheren 
aassstab  legen,  als  an  Andere  der  Art. 

Dinger  fasst  in  erster  Linie  die  Dichtung  ins  Auge;  schade 
dass  die  Musik  dabei  so  gar  stiefmütterlich  behandelt  worden 


'419 


isk  Sctbkeaalicli- ^8»id  deeh^  die  „Mei^teneinger^  kern  LiUeratur- 
prodnctj  and  die  Yorspiel»  und  daa  so  beredt*  die  Handlung 
eriftuiemde  Orchester  sind  aach  wesentliche  Bestandttheile 
der  Dich  tusg. — Im  Zusammenhang  mit  Dinger 's  Stellung  zur 
Musik  steht  es  auch,  -däsB- er  »war  den  Bau  des  Stückes,  nicht 
Ikber  die  so.  sehr  wichtige  poeUsohe  Form  in  den  Bereich  sei- 
ner Untersuchung  gezogen  hat,  worüber  man  sich  allerdings 
in  Hinblick  auf  die  gründliche  Erledigung  dieser  Arbeit  m 
Gurt  Mey's  Schnft:  ^^i'  Meistergesang  m  Geschichte  und 
Kunst"*)  trösten  kann. 

Schmerzlich  vermisst  man  auch  ein  Eingehen  auf  die 
Quellen  "der  Dichtung,  weniger  auf  die  historischen  im  Meister- 
gesang und  seinen  Bräuchen,  die  ebenfalls  Mey  erschöpft  hat, 
als  auf  die  auch  von  diesem  völlig  unterschätzten  Werke  von 
Üeinhardstein  und  Lortzing.  Dinger  hat  sich  durch  deren 
Ignorirung  seine  Arbeit  unnöthig  schwer  gemacht  und  sich 
selbst  den  sichersten  Boden  zur  Beurtheilung  Wagner^s  und 
seiner  Absichten  entzogen. 

Doch  wie  Dem  auch  sei,  —  in  dem  Umkreise,  den  D.  sich 
für  seine  Arbeit  abgegrenzt  hat,  hat  er  Vortrefiliches  geleistet. 
Namentlich  der  erste  Theil  seines  Werkchens,  „das  Problem 
der  Dichtung**,  muss  Jedem  eefaUen;  sowohl  in  dem  allge- 
meinen, wie  in  dem  geschichtlichen  Theile  dieses  Abschnittes 
verräth  der  Verfasser  eine  gründliche  Kenntniss  von  Wagner^s 
Entwickelun^sganer. 

Der  zweite  una  umfangreichste  Theil  des  Werkes  erörtert 
die  Handlung  und  ihre  Charaktere;  nach  einer  trefflichen, 
nicht  nur  berichtenden,  sondern  auch  erläuternden  Inhalts- 
angabe werden  Walther,  Eva,  die  Meistersinger  und  Hans  Sachs 
einzeln  besprochen;  da  wir  auf  diese  Weise  fünf  Mal  durch 
die  ganze  Dichtung  gefuhrt  werden,  geht  es  leider  ohne  er- 
müdende Wiederholungen  nicht  ab. 

Am  besten  haben  uns  von  den  Charakterschilderungen  die 
Walther^s  und  der  Meister  gefallen ;  die  ritterliche  Gestalt  des 
stolzen  Jünglings  ist  bisher  kaum  so  gründlich  imd  klar  ins 
Licht  gestellt  worden,  und  das  Gleiche  gilt  von  der  behäbigen 
Zunft,  bei  der  auch  der  kleinste  Meister  seine  Berücksichti- 
gung findet. 

Bei  der  Charakterschilderung  der  Eva  fkllt  vor  Allem  die 
Paralelle  zwischen  ihr  und  der  Elisabeth  vortheilhaft  auf,  die 
D.  zieht.  Aus  solchen  Stellen  könnten  auch  Darsteller  Etwas 
lernen,  —  wir  würden  dann  keine  soubrettenhaflen  Evchen 
und  keine  heroinenhafien  Elisabeths  mehr  sehen. 


*)   Carlsruhe  1892.    Man  kann  diese  Schrifl  nicht  warm 
genug  empfehlen! 


.  Sachs  erscheint  erst  an  letzter  Stelle,  gemeinsam  mit  dem 
Volke.  Da  im  Vorigen  schon  Viel  von  ihm  gesagt  ist,  kommt 
er  bei  dieser  eigentlichen  Charakteristik  etwas  zu  kurz.  Aber 
auch  abgesehen  davon  können  wir  Dinger  von  dem  Vorwturfe 
nicht  freisprechen,  einen  wesentlichen  Zug  in  Sachsens  Cha- 
rakter übersehen  zu  haben.  Sachs  ist  nicht  nur  die  Maschine, 
die ,  über  der  Handlung  stehend  y.  Alles  zum  schönsten  Ziele 
führt,  er  nimmt  nicht  nur  an  der  künstlerischen  Frage  des 
Stückes  Antheil,  sondern  auch  in  der  Liebesangelegenheit 
spielt  er  eine  ganz  hervorragende  Bolle, — das  ist  Dinger  ent- 
gangen. Auch  Sachs,  der  Wittwer,  hat  seine  Augen  nicht 
ungestraft  auf  das  schöne  Nachbarkind  geworfen,  was  dieses 
sehr  wohl  weiss;  und  wäre  nicht  Walther  rechtzeitig  gekom- 
men, so  war  er  „am  End  doch  hineingerannt**,  und  sie,  die 
ihm  zwar  nicht  gerade  „liebte**,  aber  ihm  herzlich  gut  war, 
hätte  auch  vor  der  Zeit  ihrer  elementar  ausbrechenden  Nei- 
gung zu  Walther  gewiss  nicht  „nein**  gesagt.  Als  Sachs  diese 
aber  bemerkt,  weicht  er  gern  dem  „ewig  Jungen**,  er  „war 
klug  und  wollte  Nichts  von  Herrn  Marke^s  Glück** ;  seine  Nei- 
gung scheint  ihm  nun  ein  „schöner  Abend  träum**,  „seines 
Herzens  süss  Beschwer  galt  es  zu  bezwingen**, —  da  liegt  auch 
der  Schlüssel  zu  Sachsens  Scene  mit  Evchen  im  2.  und  mit 
David  im  3.  Act,  die  bei  Din^r  doch  gar  zu  gemüthlos  er- 
scheinen. Es  thut  uns  leid,  dies  an  einem  sonst  so  tüchtigen 
Buche  aussetzen  zu  müssen. 

David  und  Lene  sind,  man  weiss  nicht  recht  waruiP}  keiner 
besonderen  Berücksichtigung  gewürdigt  worden;  man  bedauert 
das  umsomehr,  als  die  übrigen  Charakteristiken  gründlich  und 
liebevoll  behandelt  sind. 

Der  dritte  und  letzte  Theil  der  Arbeit  behandelt  die  Oeko- 
nomie  des  Stückes;  man  findet  hier  u.  A.  eine  treffliche  Ueber- 
sichtstafel  über  den  Aufbau  des  Dramas;  ein  Eingehen  auf 
Wagner's  Quellen  hätte  übrigens  namentlich  diesen  Theil 
vortneilhaft  bereichem  können. 

Doch  —  vielleich  ists  des  Tadels  schon  zu  viel  gewesen  und 
ich  könnte  in  den  Verdacht  des  Beckmesserns  kommen,  und 
das  wäre  bedauerlich  bei  einem  Werkchen,  das  so  Viel  des 
Vortrefflichen  enthält.  Seinen  Zweck,  den  mit  Wag^er's  Dich- 
tung noch  minder  Vertrauten  in  deren  Schönheiten  einzu- 
führen, erfüllt  es  jedenfalls  vollkommen,  und  wenn  des  Ver- 
fassers grosses  Werk  Über  Wagner's  philosophischen  Ent- 
wickelungsgang  den  Kennern  Wagner^  relativ  Aehnliches 
bietet,  so  können  wir  ihm  nur  Glück  wünschen!  — 

Dr.  Rudolf  Schlösser. 


I3Y*iefl£a.Hteii. 


L,  G,  in  /?.  Wir  haben  infolge  Ihrer  Vermuthung  direct 
angefragt,  jedoch  nur  einen  feigen,  ausweichenden  Bescheid 
erhalten. 

'B..G,  in  S.  Wir  sind  nachträglich  in  der  Lage,  Ihnen 
folgende,  uns  als  prompt  und  zuverlässig  gerühmte  Firma 
nennen  zu  können:  Agence  artistique.  J.  AUiod.  134.  Fau- 
bourg  Poisonniöre,  Paris. 

M.  K,  Prof.  Dr.  Sarrazin,  der  neueste  Kämpe  des  Hrn. 
Goepfart,  der  dessen  „Camilla**  und  „Sarastro**  als  „Treffer, 
ganz  entschiedene  Zugführer**  bezeichnet,  denen  „trotz  der 
(auch  von  Hm.  Prof.  Dr.  Beinecke  wiederholt  vorgeschlagenen) 
Empfehlung  von  Autoritäten**  (!)  und  trotz  anderen  Umständen 


nur  eine  die  Initiative  ergreifende  Bühne  fehle,  ist  auch  uns 
eine  vollständig  unbekannte  Persönlichkeit,  über  welche  Ihnen 
vielleicht  nur  Hr.  Goepfart  selbst  nähere  Auskunft  geben 
kann,  mit  dessen  eigenen  Publicationen  das  ganze  stilistische 
Gemachte  dieser  neuesten  Reclame  übrigens  eine  grosse 
Aehnlichkeit  hat. 

L,  G,  in  K.  Die  durch  die  Presse  gegangenen  Gerüchte 
von  Sistirung  der  Bayreuther  Bühnenfestspiele  waren  auf  bös- 
willige Erfindung  zurückzuführen.  Für  die  Gegner  Bayreuths 
ist  keine  Lüge  zu  gemein,  um  nicht  von  ihnen  ersonnen  und 
verbreitet  zu  werden. 

M,  P,  in  G,  Auch  wir  haben  hier  einen  Kammersänger, 
den  man  eher  als  einen  Jammersänger  bezeichnen  könnte. 


AnxeliTOi^ 


Für  das  Städtische  Orchester  in  Bremen  wird 

ein  in  Oper  und  Goncert  routinirter  HBI*f0liist  (oder 
Harfenistin)  gesucht.  Jahres-Engagement.  Meldungen 
sind  zu  richten  an:  [880.] 

Verein  Bremischer  JMusilc-Freunde. 

Fr.  Welnllg,  Vorsitzer.- 


4» 


Vt.  Klstner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  S 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  J{ 

Musikallen,  musikallsehen  SehPiften  etc.  —  Kataloge  <ß> 

^  und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [831—.]   J^ 


420 

Im  Verlage  Ton  E.  W.  FritBsch  in  Leipzig  erschien  soeben :      )|£S!^^ 

Ricbard  Wagner's  geistige  Entwicl^elung. 

Versuch  einer  Darstellung  der  Weltanschauung 

Richard  Wagner's 

mit  Bücksichtnahme  aaf  deren 
Verhältniss  zu    den    philosophischen  Richtungen 
der   Junghegelianer   und   Arthur  Schopenhauer's 


^^  von 

Hugo  Dinger. 

Band  I.    Die  Weltanschauung  Richard  Wagner's  in 
den  Grundzügen  ihrer  Entwicl(elung. 

Vorwort.  [832.] 

Richard  Wagner's  Persönlicheit. 

Erstes  Capitel.    Die  Periodisirung  des  Entwickelungsgan- 

ges  Richard  Wagner's. 
Zweites    Capitel.     Die    erste   Hauptperiode   (1813—1849). 

I.  Allgemeines. 

§  1.  Die  metaphysisch-religiösen  Anschauungen  Wag- 
ner's während  der  ersten  Hauptperiode. 

§  2.    Die  ethischen  Anschauungen  Wagner's. 

§  3.  Die  politischen  Anschauungen  Wagner's  während 
der  ersten  Hauptperiode. 

II.  Charakteristik  der  Einzelperioden. 

§  4.    Die  Periode  der  rein  Conventionellen  Nachahmung. 

1.  Von  den  ersten  künstlerischen  Versuchen  his 
zur  Vollendung  der  Oper  „Die  Feen". 

2.  Wagner  im  Gefolge  des  Jimgen  Europa**. 
8.   „Rienzi". 

§  6.    Künstlerische  Emancipation. 
§  6.    Reformationsbestrehungen. 

1.  Versuch   einer   Reformation    der    „deutschen 
Oper". 

2.  Wajper  im  Conflict  mit  seiner  Thätigkeit  am 
Hoitheater  zu  Dresden. 

T*  3.  Wagner's  Eintritt  in  die  politisch-socialeh  Be-* 

wegungen  der  vierziger  Jahre. 
A.  Eintritt  in  den  Ideenkreis  der  Junghege- 
lianer und  der  -Demoloraten".  Vereinigung 
von  künstlerischen  und  politischen  Postu- 
laten.    Aufsatz  über  Devrient's  Geschichte 
der  Schauspielkunst. 
£.  Wagner  im  Anschlüsse  an  die  politischen 
Parteibestrebungen    der  „demoKratischen 
Partei".     „Die   Vaterlandsvereins-Rede". 
Drittes  Capitel.    Richard  Wagner  und  der  Mai-Au£stand 

zu  Dresaen. 
Viertes  Capitel.    Zwei  bisher  unbekannt  gebliebene  Auf- 
sätze Wagner's  für  die  „Volksblätter«. 
Fünftes  Capitel.    Die  zweite  Hauptperiode  (1849—1888). 

I.  Wagner   unter    dem   Einflüsse   der   Philosophie    der 
Junghegelianer. 
§  1.    Allgemeine  Charakteristik  dieser  Periode. 

Die  metaphysischen  und  religiösen  Anschauungen 

Wagner's  während  der  Junghegel'schen  Periode. 

Die  ethischen  Anschauungen  Wagner's  während 

der  Junghegel'schen  Periode. 

Wagner's  politische  Anschauungen  während  der 

Junghe^l'schen  Periode. 

Kunstlehre   Wagner's    in    der   Junghegel'schen 

Periode. 

II.  Wagner  unter  dem  Einflüsse  der  Philosophie  Schopen- 
hauer's. 
§  6. 


§2. 
§  3. 
§4. 
§  6. 


§  7. 


Üebergang  zu  Schopenhauer.     Allgemeine  Cha- 
rakteristik dieser  Periode. 


Die  metanhysisch-religiösen  Anschauungen  Wag- 
ner's in  der  letzten  Hauptperiode  seines  Lebens. 
§  8.    Ethik. 

§  9.    Politische  Anschauungen. 
§  10.  Kunsttheorie. 
Tabellarische  TJebersicht  über   die  Entwickelung  der  Welt- 
anschauung Richard  Wa^er's. 
Verzeichniss  der  Varianten  zwischen  den  Originalausgaben  der 
Waf^er'schen  theoretischen  Schriften  unddem  Abdruck  der 
zweiten  Auflage  der  Gesammelten  Schriften  u.  Dichtungen. 
Litteratur- Verzeichniss. 


'(^c^anin^^Tic^tYCS^^^ 


i 


Wilhelm  Hansen's  Verlag.    Leipzig. 
Zu  ConoeptauffOhpungenl 

[838.] 

Zwei  neue  Chorwerke: 

Agnete  und  die  Meermädctien. 

(Apete  ind  the  Mermaids.) 

Gedicht  von   H.  C.  Andersen. 

FUr  eine  Solostimme,  Frauenohoru.  Orchester 


von 


Niels  W.  Gade. 

Partitur  J^  2,50.  no.    Orchesterstimmen  J^  4, — .  no. 

(Violine  1,  2,  Viola,  Violoncelle,  Bass  je  30  ^  netto.) 

Chorstimmen  (Sopran  I,  2,  Alt  je  40  /^.)    Solostimme 

(Sopran)  50  /^.      Ciavierauszug  Ji  1,80. 

(A  summer-day.) 

Idylle    von  H.  Hertz. 

Für  Soli,  Frauenchor  und  Orchester 


von 


J.  P,  E.  Hartmann. 

Partitur  J$  3,—.  no.  Orchesterstimmen  Ji  5, — .  no. 
(Violine  1, 2,  Viola, Violoncelle  je  60  4,  Bass  30  ^  no.) 
Chorstimmen  (Sopran  1,  2  u.  Alt)  je  40  /^,  Solo- 
stimmen (Sopran  u.  Tenor  [Bariton]  je  60  /^.)  Cia- 
vierauszug Ji  3,—. 

(English  Version  by  Urs.  John  P.  Morgan.) 

2  Lustspiel-Ouvertüren 

(fQr  grosses  oder  Ideineres  Orchester 

ausführbar). 

IMflPIAÜ  Ü      Pariitur  3  .^  n.    Stimmen  5 .4^  n. 
•     iTlallVUifl«    Ciavierauszug  zu  vier  Hftn- 
den  2  M. 

II.  Nordisehe  Sennfahrt  Ife^ljü»: 

ClaTlerauszugr  zu  vier  Händen  2  H. 


1^! 


Seh 


uberth's  HEusikallsches 
Fremdwörterbuch* 


19.  Auflage.    Gehunden  1  Jf.  [83S] 

Verlag  von  J.  S^chnberth  A  Co.,  Leipzig. 


Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig.        [835.] 

Werner,  Anic.,  Op,  42.    Gavotte  feir  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Jf  2, — . 


431 

Städtisches  Gonservatorium  für  Musik  zu 

Strassburg  i.  Eis. 

Das  Unterrichtsjahr  1892/93  beginnt  am  21.  September  d.  J.  Anmeldungen  zur  Aufhabme  werden  von 
dem  unterzeichneten  Director  am  17.,  19.  und  20.  September  Vormittags  von  8 — 12  übr  und  Nachmittags  von 
3 — 5  Ühr  im  Anstaltsgebäude  (Eleberplatz)  entgegengenommen. 

Auch  werden  daselbst  ausfuhrliche  Prospecte  ausgegeben. 

Die  Unterrichtsfächer  sind: 
Sologesang  (Director  Stockhausen,  Frau  Rucquoy-Weber);  Opemgesang  (Bruch);  Chorgesang  (Director  Stock- 
hausen); Clavier  (als  Hauptfach  Blumer,  Somborn,  Frau  Ducas-Mayerhofer,  Frl.  Mühleisen;  als  Nebenfach 
Hünch  und  Scharschmidt);  Violine  (Schuster,  Nast  und  Klingler);  Viola  (Klingler);  Violoncell  (Roth); 
Contrabass  (Oeissel);  Flöte  (Rucquoy);  Oboe  (Hofhansel);  Clarinette  (Eberhardt);  Fagott  (Wittmann);  Hom 
(Henry);  Trompete  (Riff);  Posaune  (Scharscmidt);  Orgel  und  Liturgik  (Münch  und  G essner);  Harmonielehre, 
Contrapunct  und  Musikgeschichte  (Somborn);  Ensemble- und  Orchesterspiel  (Schuster);  Solf^e  (Bahre  und  Hardt). 

Strassburg  i.  Eis.,  im  August  1892.  [886b.] 

Der  Director  des  städt  Oonservatoriums 

Professor  Franz  Stookhausen. 


6.  ^ecüsiein, 

FIflirel-  nnd  Planlno-Fabrikant. 

Hofüefeiraint 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutschland  nnd  Königs  yon  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Dentschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser!,  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentschland  and  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 

X^ondon   W. 

445  Ozford-StP. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannls-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  Fabrik:    21  Grünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


[887.] 

JBerUn  I^. 

5— -7  Johannls-Str« 


Königliche  Musikschule  Würzburg. 

(Kgl*  bayerische  Staatsanstalt.) 

Beginn  des  Unterrichtes:  20.  September. 

Die  Anstalt  bezweckt  eine  Yollständige  Ansbildang  in  allen  praktischen  und  theoretischen  Zweigen  der  Ton- 
kunst. Der  Unterricht  nmfasst  folgende  Fächer:  Chorgesang  (Lehrer:  Director  Dr.  Eliebert,  Schnlz-Dornbnrgy 
Gagel),  Sologesang  (Schulz-Dornbnrg),  Rhetorik,  Declamation  nnd  italienische  Sprache  (Professor  Dr. 
Zipperer),  Clavier  (yan  Zeyl,  Prof.  Meyer-Olbersleben,  Prof.  Oloetzner,  Professor  Ritter,  Gagel),  Orgel  (Professor 
Gloetzner),  Harfe  (Häjek),  Violine  (Concertmeister  Professor  Schwendemann,  Pfisterer,  VoUrath),  Viola  alta 
(Professor  Hermann  Ritter),  Violoncell  (Professor  Boerngen),  Contrabass  (Pek&rek),  Flöte  and  Piccolo 
(Bokovsky),  Oboe  und  Englisch  Hom  (Häjek),  Clarinette,  Bassethorn  und  Bassclarinette  (Bob.  Stark), 
Fagott  and  Contrafagott  (Roth),  Hörn,  Trompete,  Zugposaune,  Basstuba  nnd  Pauke  (Lindner), 
Kammermusik-,  Streicher-  und  Bläser-Ensemble  (Concertmeister  Prof.  Schwendemann,  Pfisterer,  Stark,  Häjek), 
Orchesterensemble  (Director  Dr.  Eliebert),  Harmonielehre  nnd  Contrapnnot  (Dr.  Kliebert  und  Prof. 
Meyer-Olbersleben),  Partiturspiel  nnd  Direction  (Dr.  Eliebert),  Geschichte  nnd  Aesthetik  der  Musik 
(Professor  Ritter),  Litteraturgeschichte,   Geographie  und  Weltgeschichte  (Professor  Dr.  Zipperer). 

Das  Honorar  richtet  sich  nach  dem  gewählten  Hauptfache  (sämmtliche  Nebenfächer  sind  honorar- 
frei) und  beträgt  fUr  Clavier,  Theorie  oder  Harfe  ganzjährig  100  Mk.,  für  Sologesang,  Orgel,  Violine,  Viola 
alta  oder  Violoncell  80  Mk.  nnd  für  Contrabass  oder  ein  Blasinstrument  48  Mk. 

Prospecte  nnd  Jahresberichte  sind  kostenfrei  von  der  unterfertigten  Direction,  sowie  durch  Jede  Musikalien- 
handlung zn  beziehen.  [888.] 

]>le  kttnlgl.  Dlreetton: 

Dr.  Kliebert 


439 

Darob  jede  ßuch-,  Kunst-  und  MosikalienhAndlung,  sowie 
direct  vom  Verleger  su  beziehen: 


Biohard  Wa^w. 


Zweite  Auflage*    (Volkaatisgäbe.) 

Zehn  Bände.     Brocb.  Ji  18,—.    Geb.  ^  95,—. 
Geb.  in  fünf  Doppelbänden  Ji  22,—.  Inbaltsverzeicbniss  gratis. 

Daraus  separat: 

Beetboven.    2.  Auflage.    Ji  1,50. 

Ueber  die  Bestimmung  der  Oper.  Ein  akademischer  Vor- 
trag.   2.  Auflage.    ^  1, — . 

Ueber  die  Aufführung  des  BQbnenfestspieles  „Der  Bing 
des  Nibelungen*«.    50  4. 

Ueber  Schauspieler  und  Sänger.    M  1,50. 

Das  Bühnenfestspielbaus  zu  Bayreuth.  Nebst  einem  Be- 
richt über  die  Grundsteinlegung  desselben.  Mit  sechs 
architektonischen  Plänen.    Ji  1,50. 

WAGNERWYKLOPÄOIE. 

Haupterscheinimgen  der  OulturgeBohichte  im  Lichte  der 

AnsohauTUig  Biohard  Wagner*8. 

In- wörtlichen  Anführungen  aus  seinen  Schriften  dargestellt  von 

C.  Fp.  Glasenapp. 

Zwei  Bände  (60  Bogen  gr.  8»).  Broch.  ^  15,—.  Geb.  J$  18,—. 


Mv 


Der.  CMter  der  Senta  unl  seüe  Meale  Darstellnog. 

Ein  Beitrag  zum  Verständnisse  der  Oper:  „Der 
fliegende  Holländer'*  von  Riehard  Wagner. 

Broch.  J6  1,80. 

(Der  Erl5s  — abzüglioh  der  Vertriebekosten— ist  für  den  Bayrenther  Fonds 

bestimmt) 

SVtax  SutenAag. 

Zur  Einführung  in  Richard  Wagner's 
Bühnenfestspiel  „Parsifal". 

Brooh.  Jl  — ,60. 

carTheökel. 

Die  BfihBeBfestspiele  io  Bayreuth. 

Authentieeher   Beitrag    zur   Geaehiehte   ihrer  Ent^ 

etehttng  und  Entwickelung» 

Broch.  J$  1,50. 

[839.] 

Verlag  von  E.  W«  Fritzsoh  in  Leipzig. 

Das  im  Verlage  von  Breitkopf  &;  Härtel  in  Leipzig 
erschienene  Werk:  9,g(chnle  der  €lelftiill||^keit  fftr 
Violine,  Torstadien  zu  den  Ylollnconcerten 
ftlterer  und  neuerer  Meister  von  Hans  H.  Bnlil^* 

umfasst  drei  Hefte.  Heft  I:  „12  Stadien  zu  den  Concerten 
älterer  Meister",  Heft  II:  „12  Studien  nach  Beethoven,  Men- 
delssohn, Spohr  u.  A.",  Heft  III:  „12  Studien  nach  Bruch, 
David,  Joachim.  Raif  u.  A."  Angefahrte  Concerte  sind  in 
Etudenform  wieaerg:e^hen  und  sollen  den  Schiller  befähigen, 
jene  Meister  im  Original  technisch  vollkommen  beherrschen 
zu  können.  Das  Werk  bietet  dem  Lehrer  einen  Leitfaden  in 
der  stufenweisen  Folge  unserer  classischen  Violinconcerte  und 

S'bt  auch  jedem  strebsamen,  über  der  Mittelstufe  stehenden 
eiger  Gelegenheit,  sich  in  einer  den  höchsten  Anforderungen 
eines  virtnosen  Solospiels  entsprechenden  Technik  selbst  fort- 
zubilden. Vorzüglich  empfohlen  wurde  die  Schule  durch  die 
Lehrer  des  Leipziger  Couservatoriums,  die  Herren  Professor 
Fr.  Hermann  und  Capellmeister  Hans  Sitt,  sowie  durch 
andere  namhafte  Künstler.  [840.] 


mit  B 


•»^       für 

.J^ioloneell 

eg'leituxig'  des  Fia 


ziof  orte 


von 


Line  MattiolL 

Op.  18.  Habanera.  Morceau  de  Salon  ponr  Violoncelle 
avec  Aecompagnement  de  Piano.     1  ^  50  y^. 

Op.  19.  Consolation.  Inipromptu  pour  Violoncelle  aVec' 
Aecompagnement  de  Piano.    2  ^, 

Op.  23.  2  Morceaux  de  Salon  pour  Violoncelle  avec 
Aecompagnement  de  Piano.     No.  1.  Danse  montag- 

narde.     No.  2.  Etüde  de  Goncert.     2  ^50  /^ . 

[841.] 

Leipaeig. ¥vm  Kistnep. 

Neues  Werk  fflr  Gesang  und  ClavierspieL 
*  »>■    Wichtig  für  JLehrer  und  Lernende.    .<.  ^ 

Victorie  Q-ervinus, 

Natorgemässe  AasMldong  in  Gesang  und  ClaYierspiel 

mit  besonderer  Bücksicht  auf  gemeinschaftlichen 
Unterricht,    nebst   einer    Harmonielehre    und   einer   ausge- 
wählten Sammlung  von  Liedern  und  Cla vierstücken.   Gr.'8<>. 
130  S.  Text,  232  S.  Notenstich.    Gebunden  6  Jt, 

AusfOhrllehe  Proapecte  kostenfrei.  [842.] 

Leipzig.  Breitkopf  Ik  HftFteL 


Verlag  von  Carl  Grüninger  in  Stuttgart. 

ßlavierseflule  ^^'.'sl'^nr, 

Direetor    des   Berliner  Conservatoriums    und 
Clavlerlehrer-Seminars. 

Bd.  I.    (5.  Auflage)  J6  4,50.,  Bd.  II.    ^  4,50., 
Bd.  m.  (Schluss)  Ji  3,50. 

Die  Urtheile  der  höchsten  musikalischen  Auto- 
ritäten: d* Albert,  Prof.  Seharwenka,  Klindwortb, 
Moszkowski,  Prof.  Qernsheim,  Prof.  0.  Paul, 
Frau  Amalie  Joaehim  u.  A.  stimmen  darin  über- 
ein, dass  Breslaur's  Werk  in  seiner  Eigenart,  die 
Schüler  teehniseh  und  namentlich  muslkaliseh  zu 
erziehen,  unerreicht  dasteht.  [84db.] 


Soeben  erschien: 


[844,] 


Site  Aar d  Wagner. 

Die  Meistersinger  von  Sflmberg. 

Einführung  in  Musik  und  Dichtung  von 

Heinrich  Wilsing. 

2k£lt  elaa.er  Xrotexildellage  \a.xa.d.  einer  XwCotiTrtei£el. 

Zweite  Auflage.    Preis  M.  1,50. 

Main».       B,  SchoWs  Söhne. 

Für  ein  Orchester  in  Irland  wird  ein  [845b.] 

Solo-Violonoellist 

gesucht.  Gehalt  ca.  £  130—150.  Englische  Sprach- 
kenntnisse erforderlich.  Reflectanten  wollen  -  Bewer- 
bungsschreiben zur  Weiterbeförderung  an  E.  Hatzfeld, 
Musikverlag,  Leipzig,  Thalstrasse  21.  einsenden. 


i^l|3ra7isi|aiwi5iisiwj5][aiip:MEi^^ 
ii?feia||gi>iv[glEi:^igjigi:^jai5i^!?;i^ilEii^igi!g^wllim?K 

Wilhelm   HaMew'»  HBusikwerlag,    Leipzig. 

Neul 

Zu  System atisehem  Stiidieng-ebrauch: 

Gzerny-,  Gramer-,  ßlementi- 
Ktaden 

1  Auanabl  und  krltlsohep  Behandlung  mit  Vorworten  und  Bemerkungen  fOrs  Studium 

Heinrich    Germep. 

Csemr'c  Sto^lenwerke.     4  Rnnde  je  2  .A.    Supplement.:   Tägliche  Studien  I  Jt. 
Cramer's  66  Gtaden.    4  Bünde  je  l',26  Jt. 

Clein«ntl's  Clradns  ad  Parnnssnin.    33  Etüden.    2  Bände  je  1,70  ,/i. 
Deutacher  und  eoglischer  Text. 


li0SIPiEisipiB5ipäiisiPi!iia|ffiSsii^P7!i^ 


Soeben   erschien   in 

Gonstantin  Wild*s  Verlag,  Leipzig  und  Baden, 

and  ist  durch  alle  Buch-  und  Musikalienhandlungren  zu  beziehen: 


Tannhäuser 


und  der  Sfingerkrieg  auf  Wartburg,  besprochen 

Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.    2.  Auflage.    PreU  Ji  —,60. 


Meistersinger 


Zur  Einfähmng  in  daa  Werk.    E^ne  Studie  von 
Dr.  Hugo  Dinger.    Preis  ^  1, — . 

[847b.] 


JuliusFeurich,  ^^^i^,  M^^' 


Prfimiirt 

mit 

höciisten  Preisen, 

Kitaloi«  fr»««. 

[6«lt.] 


Pianinos 


beeter    Qualität ,    einfache    und     elegante 
I  stattuag,  sind  we^n 

Liquidation  einer  Fabriii 

I  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[849— 

lllusirirte  Preis-VerzelehnissB  zu  beziehen  durch 

'  C.  Schwalbaoh,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


1 

Aus-  9 

l 

19—1  e 

reb     e 

;J 


424 


[851.1 


Julius  jß/ätAner,  dßnpjiff. 

Me  lll  Hof-HoMliit. 

JBedeutendste  Planoforte-iFabrlk  Europas  I 

FlOgel  und  Pianinos 

\rK>r^  anerkannt  unübertroffener  Haltbarkeit 

und  edlem,  sangr-eiol&em  n7on. 


-*>a/t/?/Z^     Vertreter  "be: 


'VerIc&vi.fsnQ.&g&xirke  axi  allert  'bede^xtezx^ere: 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novomber  1853. 


Platze: 


^l/m^r^ 


Conservatorium  für  Musik 

zu  Wiesbaden. 

[86ab.] 
Unterricht  in  allen  Gebieten  der  Tonkunst       36  Lehrkräfte,  u.  A.  die  Herren  Professor  F.  Mannstaedt, 

Dr.  Hugo  Riemann,  Kammervirtuos  O.  Brückner,  k.  Concertmeister  Müller,  Edm.  Uhl. 

Frequenz  im  vergangenen  Schuljahre:    365  Besucher. 

Honorar  100  bis  300  Ji  per  Jahr   incl.  aller  Nebenfücher.    —    Beginn   des  Wintersemesters: 

10.  September.    —    Prospecte  kostenfrei;  jede  weitere  Auskunft  durch  den  Director 

.A.ll>ert  Fuel&s. 


ftolFtiU, 

Concertmeister    des    Gewandhaus-    und   Theater- 

orohesters.  [868—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 

bsnogl.  säohs.  Hofj[>ianiBt,  Professeur  snp^rienr  am  Oonserratorinm 

zu  Genf  (Schwell).  [854—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 


VoUstäiulige  iosbildoiig  für  Oper  n.  UwxU 

Ensemble-Uebnngen.     Rollenstndinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.  [867—.] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gresani^l  ehrer. 


iloti, 

Pianist.  [sssk.] 

Parts.    SO,  ATenne  Triidalne. 


Alfred  KLrasselt 


[868-.] 


Baden-Haden. 

Vertr.  H.  WolfT.    Berlin. 


Bekanntmachung. 

[868.] 
Im  hiesigen  städtischen  Orchester  ist  die  Stelle  eines 

Ersten  Concertmeisters  und  Dirigenten  der  Curmusik 

zum  1.  October  er.  neu  zu  besetzen.  Das  pensionsberech- 
tigte Gehalt  beträgt  2000  Mark  jährlich,  steigend  nach 
je  4  Jahren  um  200  Mark  bis  zum  Höchstgehalte  von 
2400  Mark.  Sodann  wird  ein  Benefizconcert  bewilligt, 
zu  welchem  der  Gurhaussaal  (einschliesslich  Beleuchtung) 
und  das  städtische  Orchester  unentgeltlich  zur  Verfügung 
gestellt  werden. 

Befähigte  Bewerber  wollen  sich  unter  Beifügung 
eines  Lebenslaufes  und  ihrer  Zeugnisse  baldigst  bei  dem 
städtischen  Musikdirecton  Herrn  Schwickerath  melden. 
Reisekosten  werden  nicht  vergütet. 

Aachen,  den  3.  August  1892. 

Der  Oberbürgermeister. 

I.  V. 

E  b  b  i  n  g. 


Drück  Ton  G.  u.  Röder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  25.  August  1892. 


Butt   lllltlltkl  BlCl-,  [Uli-  Mt  «..  u  .  ^  , 

iil  luitallnliiduuii.  »•!>  _  _^  2^,1!,, 

'^Ä^ö^  f5r  MusikflT  ^m(\  'flim^Vfvm^^^(\a  ^M 


fit  du  HntitalitcU  Trocttiblift' 

Zütimimn  lUi  u 

BHlacini  u  idnuitii- 


#^ 


fOr  Musiker  jmdJTusikfreunde, 

Verantwortlicher  Sedactsnr  und  Verleger: 

S.  W.  Fritnch, 

Leipzig,  KönigsBtraMe  d. 


\ 


nni,  Jabrg.] 


Dm  Huaik&liiche  Wochenblatt  ersuhaint  jährlich  in  52  Nummetn.  "Der  Abonnementihetrait 
fflt  du  Quartal  von  13  Nummern  ist  2  Mark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bai 
directer  frankirter  Kreuibandsendung  treten  nachBtehende  vierteljährliche  Abonnemento- 
preiae  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  das  Deutsche  Reich  und  OeBtorreich.  —  2  Mark  75  Pf, 
iBr  weitere   L&nder   des   Allgemeinen  Postverein«.   —   JahreBabonnementa   werden  anter 

ZuKrundeteoiine  vontehender  Besagsbedinsuncen  berechnet. 
Die  IiuertioiugebOlireD  für  den  Raum  einer  gecpalteneu TetitEeile  betragen  30  Pfeuaige. 


[No,  3&, 


InbKlt:  Kritik:  Jahuins«  Brahma,  FOnt  Geaänee  für  gemiaohteu  Chor  i 

renth,  Carlsnüia  (Fortiatznne)  nnd  Kiel.  " ' "■  — 

'■  ■    -(ovltftten.  -  Vei 


der  Sängerkrieg  auf  Warihurg",  e 


Yermlioht«  Mltthellinigeii  und  Noticen. 


oapella,  Op.  104.  (Fortaetzong.)  ~  Tagaagwehlclita :  Hnaikbrlefe  uu  Boy- 
KngagBinaiitB  nnd  Qaatapisls  In  Opei  nnd  Oonoart.  ~  Rlrahenmualk.  — 
-   I&itlr-'—  — ■■ ^    -   ■"  "^ -      ■■■ 


1,  C.  Eelnecka  nnd  Ferd.  W 


Kritik. 


Johannes  Brahms.     Il^f  Gesänge  fär  gemiecliten  Chor 
a  capella,  Op.  104.      Berlin,  N.  Simrock. 

Beeprochen  von  Df.  HelUFleb  SehenkeF. 

(Fortsetzung.) 

HL  LetEtes  Glück. 

Am  bemerkenswerthesten  ist  in  diesem  secksBtimini- 
gen  Chor  die  Freiheit,  mit  welcher  die  dichterische  Idee 
sich  eine  eigene,  eben  nur  ihr  entsprechende  musikalische 
Form  erachaf.  Wie  in  dem  Gedichte  den  ernsten  Schatten 
des  Herbstes  das  Helle,  Sanfte  der  „Frühlings träume" 
entgegenwirkt  and  die  zarte,  anmathige  Energie  der  Farbe, 
wie  sie  „der  bei  den  spAten  Hagerosen  verweilende 
Sonneublick"  bedeutet,  durch  die  süss-traorige  Melancholie 
„eines  letzten,  hoffnungslosen  Glückes"  abgetönt  wird,  so 
versinnlicht  auch  die  Musik  diese  Contraste  nach  der  ihr 
allein  e igen thümli eben  Richtung  hin.  Die  vollständige 
Congmenz  zeigt  sich  in  der  Ordnung  der  vier  Tonarten, 
die  das  Stück  beherrschen  —  Fmoll-Asdar,  Fdnr-FmoU. 
Die  Melodie  theilt  sich  ebenfalls  in  vier  Gruppen  und  stei- 
gert so  die  Plastik  der  gedanklichen  Motive.  Zu  den  in 
der  Melodie  auftretenden  motivischen  Nachbildungen  nnd 
Wiederholungen  erlaube  man  mir  Folgendes  zu  bemer- 
ken. Wie  in  dem  durch  die  Sinne  vermittelten  oder  nur 
mittelbar  durch  die  Phantasie  angeregten  Erleben  der 
Stimmung  die  Gegensätze  zwar  dnander  zu  bekämpfen 
scheinen,  in  Wahrheit  aber  der  Eine  in  dem  Anderen 
nachwirkt  und  so  endlich  Alle  zusammenwirken,   um  die 


Complicirthett  einer  Stimmung  bu  begründen,  die  man  f%r 
eine  „Einheitlichkeit"  auszugeben  beliebt,  so  können  mo- 
tivische Nachbildungen  und  Wiederholungen,  wenn  sie  im 
Dienste  der  Gedanken  auftreten,  ebenso  sehr  Bindemitteln 
für  verwandte  gedankliche  Erscheinungen  werden,  als  sie  das 
gewisse  Nachwirken  des  einen  Gegensatzes  in  dem  anderen 
wiedergeben  können.  Es  ist  möglich  —  in  letzter  lustaus 
entscheidet  jedes  einzelne  Individuum  — ,  dass  die  theil- 
weise  Wiederholung  der  ersten  melodischen  Gruppe  un- 
seres Chores  in  der  vierten  den  Gedanken  „des  letzten 
Glückes"  satter  darstellt,  weil  sie  die  Verbindung  mit 
dem  Bilde  „leblos  gleitet  Blatt  um  Blatt  still  und  traurig 
von  den  Bäumen"  wieder  anregt.  Ebenso  ist  ea  mög- 
lich, doss  Aehnlichkeiten  der  Melodiebildung  in  den  beiden 
mittleren  Xjcbtpartien  diese  sozosagen  mit  symbolischer 
Kraft  einander  näher  rücken.  Alles  Das  ist  in  der  Empfin- 
dung des  einzelnen  Individuums  möglieh,  auch  wenn  es 
über  die  Absicht  des  Componisten  hinausginge,  welcher 
von  den  Aehnlichkeiten  nnd  Wiederholungen  seiner  Me- 
lodiebildung vielleicht  blos  formale  Dienste  beanspruchte, 
nicht  anders,  als  man  es  in  der  Regel  in  der  reinen 
Instrumentalmusik  thut  Tonmalerei  ist  es,  wenn  „leblos 
gleitet  Blatt": 

Ziemlich  langsam. 


Leb  -  los      glei 
musikalisch  wiedei^egeben  wird. 


426 


IV.     Verlorene  Jagend. 

Der  Chor  iBt  filnfstimmig:  Sopran,  Alt,  Tenor,  Bass 
I  nnd  n.  Die  Fünfstimmigkeit  schreibt  sicli  aber  nur  von 
dem  Bedürfniss  des  Kanons  her,  der  einmal  swiscben 
Sopran  nnd  Alt,  ein  zweites  Mal  zwischen  Bass  I  und 
Sopran  geführt  wird.  Die  übrigen  Stimmen  begnügen  sich 
damit,  den  Kanon  harmonisch  bestimmter  nnd  nnzweideu- 
tiger  zn  interpretiren.  Die  Idee  des  Kanons  ist  indessen 
nicht  Bedürfniss  des  Gedichtes  selbst,  vielmehr  spontaner 
musikalischer   Laxns. 

Es  sind  darin  Motive  enthalten,  welche  Züge  des 
Brahms'schen  Typns  sind: 


Sopran. 


mei  -  ne     jun  -  gen      Ta  -  ge    wo    —   sind  sie   so 


[^  n  ji.;'  f^ 


ä 


80 


-5^5 

—    bald? 


bald,    wo      —    sind    sie 

Die  weitere  Apostrophe  des  Dichters  an  die  Jagend  — 
eine  warme  Apostrophe  —  erhebt  den  Gomponisten  von 
der  DmoU-Tonart  des  Kanons  zar  Ddar-Tonart,  reisst  ihn 
über  das  Normale  der  Symmetrie  mit  fort,  und  so  ent- 
steht die  far  die  Erkenntniss  der  Brahms'schen  Melodik 
charakteristische  Wendang: 


Espress,  e  cresc.  molto. 


Sopran. 


^ 


3 


^ 


3 


i^^ 


Ju  -  gend,  theu  -  re        Ja  •  gend,    flo  -  best 

n.  8.  w. 


f0  i  ^iU'f>  r/^4^-^^ 


mir    da  -  hin ;      o     du    hol  -de       Ja  -  gend 

Den  Scbloss  des  Ddar^Theiles: 

^^     p  dolce 
Sopran. 


acht    -    los       war    mein    Sinn! 


halte  ich  für  Schnbert'scb.  Beide  Theile  wiederholen 
sich  dann  anverändert. 

Die  Uebersichtlichkeit  der  Melodie,  ihre  plastische 
Gliedernng  wird  darch  die  Dynamik  wesentlich  gefordert, 
die  dem  Gomponisten  darch  ihre  Mittel  der  Steigerangen 
and  Senkangen  za  Hilfe  kommt. 

Brahms  hat  „lebhafte,  doch  nicht  za  schnelle"  Be- 
wegung im  ersten  and  „ein  wenig  gehaltene"  im  zweiten 
Theile  vorgeschrieben,  welch  Letzterer  sich  übrigens  mehr 
als  Steigerang,  denn  als  Gegensatz  kundgibt  In  dieser 
Vorschrift  offenbart  sich  mir  das  charakteristischeste  Mo- 
ment der  Gomposition.  Denn  mir  scheint,  dass  der  Gom- 
ponist  im  Gedicht  nicht  den  Ausdruck  schwerer  Resigna- 
tion gesehen  hat;  mir  scheint,  dass  ihm  aus  dem  Gedichte 
Bild  und  Stimmung  einer  reifen  Persönlichkeit  entgegen- 
sah, welche  ihren  thätigen  Ernst  vorübergehend  nur  durch 
Selbstvorwürfe  wegen  der  „achtlos  verlorenen  Jugend" 
unterbricht.  Der  Ausdruck  des  Ghors  hat  für  meine  Em- 
pfindung mehr  von  der  Beweglichkeit  eines  Gedankens, 
als  von  der  Beharrlichkeit  einer  tieferen  Stimmung. 


Die  Musik  für  sich  allein  betrachtet  ist  aber  voll 
Brahms;  man  stelle  sie  in  ein  Programm  und  sie  wird 
unter  hundert  anderen  Gompositionen  erzählen,  wer 
„mein  Meister  gewesen". 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

Bayreuther  Künstler  —  Bayreuther  Schule. 

Wie  verschieden  lauten  auch  in  diesem  Jahre  wieder  die 
Urtheile  über  die  in  Bavreath  wirkenden  Künstler !  Meistens 
klingen  beim  kritisirenden  Pablicum  die  Ansprüche  hindurch, 
die  im  heimischen  Opemtheater  gestellt  za  werden  pflegen, 
wo  aas  einer  Reihe  einzelner,  mehr  oder  minder  virtuoser 
Leistungen  die  Aufführung  sich  zusammensetzt,  wo  auch  durch 
diese  der  Erfolg  bedingt  ist.  SoU  nun  auch  Bayreuth  bei  der 
Auswahl  seiner  Sänger  vorzugsweise  darauf  halten ,  dass  sie 
dem  Publicum  „gefiälen^?  Dazu  hat  man  sich  hier  von  An- 
fang an  in  einen  bewussten  Gegensatz  gestellt.  Hier  ist  man 
glücklicherweise  frei  von  der  Köthigung,  den  Neigungen  und 
und  Gewohnheiten  des  Publicums  entgegen  zu  kommen  oder 
gar  ihnen  zu  schmeicheln.  Der  Notn  gehorchend  hat  der 
verewigte  Meister  allerdings  die  Pforten  seines  Kunsttempels 
dem  grösseren  Publicum  geöflnet,  die  Ziele  sind  aber  die 
früheren  geblieben :  hier  n.lt  es  die  grösste  Reinheit  des  Stiles, 
cUe  möglichst  vollendete  Darstellung  des  Kunstwerkes,  womit 
eine  Tradition  geschaffen,  den  anderen  Bühnen  ein  Spiegel 
vor&;ehalten  werden  soll.  Das  Drama  ist  der  Zweck;  die  hel- 
fenoen  Künste,  auch  deren  wichtigste,  die  Musik,  haben  nur 
soweit  Berechtigung,  als  sie  jenem  Zwecke  dienen. 

Wie  häufig  wird  dieser  Standpunct  aber  noch  verkannt  I 
Am  auffallendsten  wohl  von  jener  feingebildeten  Dame,  die 
zum  ersten  Male  den  „ParsifiEtl**  hörte  und,  nach  dem  Ein- 
drucke befragt,  nichts  Anderes  sagte  als:  „Ich  weiss  nicht,  der 
Tenor  hat  mich  doch  nicht  so  recht  befriedigt.**  Sie  urtheilte 
also  über  das  Kunstwerk  nach  der  Schablone  der  „Tenor**, 
der  „Bariton**,  die  „dramatische  Sängerin**  etc.  Ganz  anders 
der  „Bayreuther**  reinsten  Wassers,  der  gelassen  sagt:  ^Die 
Theaterzettel  (was  dafür  verkauft  wird  sind  allerdings  jäm- 
merliche Machwerke  der  Speculation)  sehe  ich  mir  gar  nicht 
an;  es  ist  mir  gleichgiltig,  wer  singt.** 

Bis  zn  einem  gewissen  Grade  ist  Letzteres  berechtigt, 
denn  Träger  berühmter  Namen  sind  hier  schon  gescheitert, 
und  andererseits  haben  Kräfte,  die  anderwärts  kaum  beachtet 
wurden,  hier  Hervorragendes  geleistet.  Wie  kommt  das?  Wer 
Stimme,  Gesangsbildung  und  Persönlichkeit  mitbringt,  wird 
hier  als  verwendbares  Material  betrachtet,  das  künstlerisch 
verarbeitet  werden  muss  und  das  hier  eine  bessere  Schulung 
als  an  irgend  einer  anderen  Bühne  erfährt.  Ueble  Angewohn- 
heiten, opemhafte  Manieren  werden  bekämpft,  zum  aus- 
drucksvollen Vortrage,  zur  stilvollen  Haltung  im  Rahmen  des 
Gesammtkunstwerkes  werden  die  jungen  Kräfl«  angeleitet; 
geläutert  und  gehoben  kehren  sie  nach  vollbrachten  Fest- 
spielen zum  Tagesgetriebe  ihrer  Hot-  und  Stadttheater  zurück. 
In  dieser  Weise  wird  nicht  nur  für  Nachwuchs  gesorgt,  es 
verwirklicht  sich  damit  auch  ein  gut  Theil  derjenigen  Bay- 
reuther Schule,   die  der  Meister  zu  begründen  gedachte. 

Der  Gedanke,  so  zu  verfahren,  ist  also  echt  Wagnerisch 
und  schön,  er  hat  auch  bereits  weit  über  den  Festspielhüfirel 
hinaus  sich  als  heilsam  erwiesen  und  Früchte  getragen,  die 
es  verschmerzen  lassen,  dass  das  Publicum  hier  und  da  wenig 
erbaut  vom  „Tenor"  oder  der  „Primadonna**  gewesen  ist.  Ge- 
fährlich aber  ist  es  trotzdem,  in  jener  Absicht  zu  weit  zu  fi;ehen, 
der  Unterweisung  der  Darsteller  ein  zu  grosses  Gewicht  bei- 
zule^n  und  im  Vertrauen  auf  deren  Wirksamkeit  minder- 
werthige  Kräfte  zu  Aufgaben  heranzuziehen,  denen  sie  nicht 
gewachsen  sind.  Die  Unterweisung  verbürgt  höchstens  die 
Correctheit  der  Darstellung.  Damit  ist  Viel,  aber  längst  nicht 
Alles  erreicht.  In  den  grossen  Partien  wenigstens,  die  beson- 
dere Feinheit  des  Ausdrucks  oder  mächtiges  Auilodem  der 
Leidenschaft  erfordern,  ist  'die  selbstschöpferische  Kraft  des 
darstellenden  Künstlers,  der  lebendige  Atnem,  der  AUes  be- 


427 


Seelen  und  darchgeistigen  mufis,  von  mindestens  ebenso  grosser 
Wichtiekeit.  wie  cÜe  Oorrectheit.  Der  verewigte  Meister  hat 
das  wonl  erkannt:  Bei  den  ersten  Festspielen  liat  er  fast  alle 
Hauptrollen  bewährten  Ktknstlem  zugetheüt.  Verfuhr  er  an- 
ders, wars  nicht  immer  zum  Heil,  wer  die  „Nibelungen"- 
Festspiele  mit  erlebt  hat.  wird  sich  merkwürdiger  Gegensätze 
erinnern:  z.  B.  des  sorgmltig  in  Bayreuth  vorgebildeten  Georg 
XJnger  (Siegi^ied)  und  des  genialen  Albert  Niemann  (Sieg- 
mund). Beispiele  dafür,  dass  die  richtige  Anleitung,  wie  wich- 
tig sie  ist,  doch  längst  nicht  Alles  zu  leisten  vermag,  liessen 
sich  weiter  anföhren,  auch  aus  der  Zeit  der  ersten  „Parsifal'*- 
Aufführungen  liegen  sie  vor. 

Blicken  wir  nun  von  solchen  Gresichtspuncten  aus  auf  den 
grossen  Kreis  von  Künstlern,  der  dieses  Jahr*  nach  Bayreuth 
berufen  war,  so  gliedern  sich  diese  etwa  in  vier  Haupt- 
gruppen. 

Der  Ersten  gehören  solche  an,  die  überhaupt  nicht  zum 
Auftreten  gekommen  sind.  Schweigen  wir  von  den  mancherlei 
verfehlten  versuchen,  insbesondere  von  dem  unglaublichen 
Vorhaben,  einen  Komiker,  der  nie  in  der  Oper  gewirkt  hatte, 
als  Beckmesser  nach  Bayreuth  verpflanzen  zu  wollen. 

Die  nächste  Gruppe  bilden  die  Ausländer.  Wäre  es  doch 
dem  Meister  selbst  noch  vergönnt  ^wesen,  invanDyck  das 
Ideal  eines  Parsifal  zu  hören!  Bei  diesem  Künstler  berührt  der 
leichte  Anflug  von  fremdländischem  Wesen  sogar  angenehm, 
da  Parsifal  aSi  Fremder  in  die  Welt  des  Grals  gelang.  Was 
hier  so  überaus  gelungen,  reizte  wahrscheinlich  zu  ärmlichen 
Versuchen.  Eine  begabte  junge  Holländerin,  Frl.  Mulder, 
die  als  erstes  Blumenmädchen  Aufsehen  erregt  hat,  sang 
das  Evchen,  leider  ohne  rechtes  Gelingen,  da  die  erforderliche 
B.eife,  besonders  die  Deutlichkeit  der  Aussprache,  noch  fehlte. 
Wie  dieselbe  Bolle  einer  Russin,  Frl.  Mitschin6r,  geglückt 
ist,  weiss  ich  nicht.  Bei  Hrn.  Kasch mann,  einem  seit  län- 
geren Jahren  in  Italien  hochangesehenen  Baritonisten ,  ist 
aber  das  Experiment,  ihn  als  Amfortas  auf  den  ihm  wild- 
fremden Boaen  des  Musikdramas  zu  verpflanzen,  gänzlich 
missglückt,  was  übrigens  nicht  übermässig  zu  bedauern,  da  in 
Deutschland  an  trefflichen  Vertretern  dieser  Rolle  kein 
Mangel  ist. 

Erfreulicher  ist  die  weitere  Gruppe,  den  einheimischen 
Nachwuchs  umfassend.  Wir  begegnen  hier  neben  einzelnem 
wenig  Genügenden  (z.B.  dem  Kothner  des  Hm.  Bachmann) 
einer  Reihe  von  vielversprechenden,  jungen  Talenten,  dem 
Bassisten  Frau  sc  her  (Pogner),  dem  gewandten  Nebe  (Beck- 
messer), dem  künftigen  Heldentenor  Ger häus er  (Melot),  dem 
mit  ungewöhnlich  irischer  und  ausdauernder  (?)  Stimme  be- 

Sabten  Anthes  (Walther  und  junger  Seemann)  u.  A.  m.  Für 
ie  Trefflichkeit  der  Bayreuther  Schulung  zeugt  aber  vornehm- 
lich der  gewaltige  Fortschritt,  der  bei  der  vorjährigen  Schaar 
von  Künstlern  zu  bemerken  war.  Ich  nenne  hier  nur  die 
Namen  Mailhac,  Wiborg,  Grengg^  Döring,  Bucha, 
Liepe,  Zeller  etc.  und  verweise  auf  die  treffende  von  Prof. 
Krause  in  No.  32  d.  Bits,  gelieferte  Charakteristik  ihrer  Dar- 
stellungen. Auch  Grüning  und  Hofmüller  sind  hier 
wieder  rühmlich  zu  nennen. 

Das  Höchste  leistete  abei;,  nach  meiner  Ansicht,  die  vierte 
Gruppe:  der  alte  Stamm  von  Künstlern,  die  ich  nicht  als 
Schüler,  sondern  als  Meister  der  Bayreuther  Schule  bezeich- 
nen möchte,  weil  sie  seit  Jahren  auch  frei  und  selbständig 
zu  schaffen  gewohnt  sind,  weil  der  Bayreuther  Stil  lebendig 
in  ihnen  geworden  ist.  Hier  treffen  wir  auf  Frau  Staudigl, 
die  musterhafte  Brangäne  und  Magdalene,  Frl.  Malten,  die 
grossartige  Kundry,  auf  Scheidemantel,  den  überaus  poe- 
tischen Wolfram,  !rlank,  den  gewaltigen  Klingsor  und  herzer- 
greif enden  Kurwenal,  dessen  Hans  Sachs  zu  hören  mir  leider  nicht 
vergönnt  war,  wir  treffen  femer  auf  Vogl,  der  zu  Aller  Ueber- 
rasäung  mit  durchaus  verjüngter  Stimme  als  Tristan  auf  der 
Wahlstatt  erschien,  sich  neuen  Ruhm  erkämpfend.  Was  end- 
lich Frau  Sucher  als  Isolde  und  Gura  als  Hans  Sachs  aucli 
jetzt  wieder  geleistet,  gehört  für  mich  zu  dem  Vollkommen- 
sten, was  ich  je  auf  der  Bühne  erlebt  habe.  Beide  waren  so 
sehr  in  ihren  Rollen  aufgegangen,  dass  der  Begriff  des  Singens 
ode^  Spielens,  als  untergeordnet,  nicht  mehr  zum  Bewusstsein 
gelangte,  dass  in  ihnen  die  höcnste  Kunst  wieder  zur  Natur 
geworden  war.  Dr.  Hans  Sommer. 


Bayreuth. 

Die  am  11.  Aug.  stattgefundene  „Parsifal^-Aufführung 
wies  keinerlei  Neubesetzungen  auf  und  zeigte  dasselbe  äussere 


Bild,  wie  die  vom  4.  d.  Mts.:  Parsifal  =  van  Dyck.  Kundry 
=  Frl.  Malten,  Gornemanz  =  Grengg,  Amiortas  = 
Scheidemantel  und  Klingsor  =:  Plank.  Es  ist  übrigens 
—  das  darf  nicht  verschwiegen  werden  —  sehr  zu  verwun- 
dem, dass  verschiedene  Künstler  in  all  den  Rollen,  für  die 
sie  auf  dem  officiellen  Zettel  genannt  sind,  bis  jetzt  noch  gar 
nicht  aufgetreten  sind,  ja,  dass  Manche  der  Angeführten  dieses 
Jahr  überhaupt  noch  nicht  gesungen  haben:  so  hat  von  Frau 
Mohor,  die  für  die  Partie  der  Kundry  genannt  ist,  noch  kein 
Mensch  hier  Etwas  gehört,  und  sehr  oedauerlich  ist  es,  dass 
Hr.  Grüning  den  Parsifal  noch  nicht  gesungen  hat,  da  er 
ja  voriges  Jahr  mit  ihm  einen  so  schönen  Er&lg  errang  und 
die  besten  Hof&iungen  erweckte.  —  Hr.  van  Dyck  zeigte  in 
dieser  Partie  an  dem  betr.  Abend  wieder  alle  die  Lichtseiten  — 
was  geistige  Auffassung  und  äusserliche  Repräsentation  an- 
belangt —  und  alle  die  ebenso  wenig  zu  verschweigenden 
Schattenseiten  —  was  den  Gesang  betrifft  — ,  die  seiner  dies- 
bezüglichen Leistung  von  je  den  charakteristischeu  Stempel 
verliehen  haben;  leider  machten  sich  diesmal  die  Letzteren 
einmal  mehr  bemerklich  denn  sonst,  indem  die  schon  früher 

ferügten  Manierirtheiten  recht  auffällig  zu  Tage  traten  und 
er   geschätzte  Künstler   einige  Male  stark   detonirte.    Frl. 
Malten *s  Kundry  gewinnt  an  Bedeutung  der  greistigen  Inter- 

Sretation  und  Individualität  der  Auffassimg  fast  mit  jedem 
[ale,  immer  weiss  die  Künstlerin  hier  und  da  neue  interes- 
sante Z^ge  anzubringen,  documentirt  sie  durch  dieses  rastlose 
Weiterstreben  ihre  auserlesene  Künstlerschaft  und  vermeidet  sie 
es,  ins  Schablonenhafte  zu  verfallen.  Gesanglich  muss  die  auch  an 
den  minutiösesten  Stellen  der  schwierigen  Partie  seltene  Noten- 
treue imponiren;  dass  die  Stimme  an  Klangschönheit  gegen 
früher  verloren,  ist  nichts  Neues  und  schon  oft  ausgesprochen 
worden.  DerC^umemanz  des  Hrn.  Grengg  und  der  Klingsor 
des  Hm.  Plank  sind  zwei  Leistungen,  an  denen  man  sich 
gar  nicht  satt  hören  kann,  ebenso  wie  der  ganz  wundervolle 
Amfortas  des  Hm.  Scheidemantel.  Die  kleineren  Rollen  sind 
zumeist  in  den  geeigneten  Händen  —  erwähnt  sei  der  vorzüg- 
liche Titurel  des  Hm.  Bucha  — ,  nur  den  dritten  und  vierten 
Knappen  könnte  ich  mir  wohl  noch  besser  besetzt  denken. 
Die  öhöre  und  Ensembles  gingen  wie  gewohnt  ausge- 
zeichnet, der  Leistung  des  Orchesters  konnten  einige  kleine 
Versehen  nicht  das  Prädicat  der  Meisterschaft  rauben;  sehr 
störend  wirkte  es  aber,  dass  die  Glocken  fast  nie  stimmten. 
Abhilfe  thut  da  dringend  noth,  —  sollte  die  denn  nicht  zu 
finden  sein?  — 

Nur  durch  die  Veränderung  in  der  Besetzung  der  Wol- 
fram-Partie unterschied  sich  die  „Tannhäuser^'-Anffuhrung 
am  12.  Aug.  von  ihrer  jüngsten  Vorgängerin:  Hr.  K asch- 
mann hatte  den  ausgezeichneten  Hm.  Scheidemantel  abge- 
löst, —  und  zwar  wohl  zu  Aller  Bedauern ;  denn  wenn  wir  sei- 
nem Amfortas  noch  Gnade  vor  Recht  geschehen  liessen,  so 
müssen  wir  seinen  Wolfram  entschieden  zurückweisen.  In 
den  breiten  Cantilenen  dieser  Rolle  wurde  das  unablässige 
Tremolo  schier  unerträglich,  und  überdies  sang  Hr.  Kasch- 
mann  ofb  sehr  unrein,  ja  einige  Male  sogar  direct  falsch; 
auch  schauspielerisch  war  Vieles  total  vergriffen:  über  der 
Person  des  Wolfram  muss  gewissermaassen  eine  classische 
Ruhe  ausgebreitet  sein,  —  Hr.  Kaschmann  war  oft  viel  zu 
nervös  und  hastig,  wenn  man  ihm  auch  nachsagen  kann, 
dass  mancher  feine  Zug  seiner  Darstellung  einen  hervorragen- 
den Grad  von  Intelligenz  und  Auifassungskraft  verrieth. 
IJeberhaupt  möchte  ich  dem  Sänger  selbst  wegen  all  dieser 
Vorkommnisse  nur  den  allergeringsten  Vorwurf  machen,  die 
Schuld  tri£^  einzig  und  allein  Denjenigen,   welcher  ihn  en- 

gigirt  hat;  denn  Das,  was  wir  zum  grossen  Theil  an  dem 
esang  des  Künstlers  tadeln  und  als  Fehler  betrachten,  das 
gilt  in  seiner  Heimath  nicht  nur  als  schön,  sondern  wird  dort 
bekanntlich  sogar  gefordert,  —  ich  denke  speciell  an  das  Tre- 
moliren! „Ländliä,  sittlich"  ist  eben  ein  altes  Sprichwort, 
dessen  Wahrheit  sich  nun  und  nimmermehr  einreissen  lässt. 
Würde  man  denn  aber  in  Italien,  wenn  man  Musterauffüh- 
rungen von  Verdi'schen  oder  Rossini'schen  Ooem  veran- 
stalten wollte,  deutsche  Sänger  heranziehen?  Jeaenfalls  nie! 
Und  gerade  so  war  es  der  denkbar  grösste  Fehlgriff,  den  Ita- 
liener Hm.  Kaschmann  für  Bayreutn  zu  engagiren!  —  Alle 
übrigen  Sololeistungen  in  der  hiesigen  „Tannhäuser'^-Auffüh- 
rung  sind  bekannt,  Hr.  Grüning  gestaltete  die  Titelpartie 
wiederum  äusserst  interessant  und  verspricht  einst  der  Ersten 
Einer  zu  werden,  die  Elisabeth  des  Frl.  Wiborg  war  immer 
noch  so  indifferent  wie  sonst  (warum  das  für  diese  Rolle  auf 
dem  Zettel  ebenfalls  genannte  Frl.  Welschke  noch  nicht 
aufgetreten   ist,    bleibt   ebenso  unerfindlich,   wie  dass  Frau 

86« 


428 


Mohor  die  Kundry  noch  nicht  gesungen  hat),  und  auch  Frl. 
Mailhac  (Venus)  konnte  mir  dieses  Mal  nicht  besser  geÜBllen, 
als  am  vergangenen  Sonntag.  Soweit  ich  es  noch  recht  in 
der  Erinnerung  habe,  leistete  die  geschätzte  Garlsruher  Künst> 
lerin  voriges  Jahr  in  dieser  Partie  Bedeutenderes.  Sehr  be- 
dauerlich ist  es,  dass  Frau  Sucher,  deren  unübertreffliche 
Interpretation  der  schwierigen  Rolle  unvergesslich  bleibt, 
nicht  wieder  fUr  die  Venus  gewonnen  worden  ist.  Gross- 
artig spielte  wie  stets  das  Orchester  unter  Mottl;  die 
Ouvertüre,  die  Venusberg-Musik,  der  Marsch  und  das  Vorspiel 
zum  3.  Act  kamen  zu  wahrhaft  überwältigender  Wirkung. 
Man  muss  das  hier  gehört  haben,  um  sich  einen  Begriff  da- 
von machen  zu  können.  Chöre  und  Ensembles  verdienen 
wieder  volles  Lob,  obgleich  es  gestern  nicht  ohne  einige 
Schwankungen  und  ohne  ein  recht  auffälliges  Detoniren  bei 
dem  kleinen  a  capella-Satze  in  dem  Hdur-Ensemble  des  2.  Actes 
abging.  Die  Decorationen  sind  und  bleiben  ideal  schön, 
die  Begie  leistet  das  Höchste,  was  wohl  überhaupt  geleistet 
werden  kann,  besonders  erfreulich*^  ist  es,  dass  die  Tanz- 
scenen  im  Venusberg  bei  den  dieetjährigen  Aufführungen 
einen  viel  natürlicheren  und  ungezwungeneren  Eindruck 
machen,  als  im  vorigen  Jahre. 

Der  Gesammteindruck,  den  die  am  Sonntag  den 
14.  August  stattgehabte  dritte  diesjährige  „Meistersinger^- 
Auffährung  hinterliess,  war  ein  gewaltiger  und  tief  ergrei- 
fender: Niemand  in  dem  bis  zum  tetzten  Platz  gefüllten  Fest- 
spielhause konnte  sich  ihm  entziehen,  und  so  war  es  denn 
kein  Wunder,  dass  zum  Schluss  ein  geradezu  frenetischer, 
nicht  endenwollender  Beifallssturm  losbrach.  Es  ist  merk- 
würdig, dass  man  bei  einer  so  ungemein  sorgfliltig  vorberei- 
teten Vorstellung ,  wie  diese  ohne  jeden  Zweifel  war,  über 
verschiedene  mangelhafte  Einzelnheiten  fast  unwillkürlich 
hinwegsieht  und  sich  willig  dem  allgemeinen  Enthusiasmus 
und  dem  Genüsse  an  dem  im  wahrsten  und  schönsten  Sinne 
des  Wortes  erhabenen  Werke  hingibt.  Chöre  und  Orchester 
leisteten  wiederum  ein£Eush  Vollendetes,  und  es  kam  zu  Wir- 
kungen, die  Jedem,  der  sie  miterlebt,  unvergesslieh  bleiben 
werden  oder  mindestens  sollten!  Bis  ins  kleinste  Detail  war 
Alles  aufs  Feinste  herausgearbeitet,  deutlich  war  es  heraus- 
zufühlen, dass  bei  der  Einstudirung  noch  mehr  als  der  ein- 
fache Zwang  der  PflichterfiÜluug  mitgeholfen  hatte,  dass  die 
'  Liebe  und  Begeisterung  selbst  rar  das  „ewige  Werk"  solche 
Kunstthaten  ersten  Ranges  gezeitigt.  Sollte  ich  Etwas  er- 
wähnen, was  nicht  ganz  nach  meinem  Geschmack  war,  so 
wären  dies  einige  meinem  Empfinden  nach  etwas  zu  rasche 
Tempi  im  ersten  Aufzug  gewesen:  doch  handelt  es  sich  dabei 

1'a  um  subjective  Anschauung,  über  die  nicht  zu  streiten  ist. 
)ass  die  Einzelleistungen  stellenweise  mane;elhaft  waren 
und  nicht  recht  in  den  Kahmen  des  Gesammtbildes  hinein- 
passen wollten,  habe  ich  schon  erwähnt.  Besonders  auffällig 
war  es  mir,  dass  es  sich  zum  Theil  um  die  Besetzung  von 
Bollen  handelte,  ftü:  die  man  imbedingt  bessere  Kräfte  hätte 
mühelos  finden  können.  Ich  denke  da  in  erster  Linie  an  den 
Pogner.  Hr.  Frauscher  ist  kein  Sänger,  der  zum  Vertreter 
der  schönen  Partie  nach  Bayreuth  passt,  er  hat  —  offen  ge- 
sagt —  Nichts  an  sich,  was  seine  Wahl  rechtfertigen  könnte, 
höchstens  die  nicht  üble  Erscheinung,  aber  die  Kann  doch 
über  die  stimmlichen  Mängel  nicht  vollständig  hinwegtäuschen. 
Ebensowenig  wie  Hr.  Frauscher  genügte  Frl.  Mulder  als 
Evchen.  Ich  spreche  höchst  ungern  so  unverblümt  abweisende 
Urtheile  über  Künstler  und  Künstlerinnen  aus,  aber  hier  kann 
man  doch  beim  besten  Willen  nicht  anders!  Ich  möchte 
jede  Wette  eingehen,  dass  man  in  Deutschland  mindestens  ein 
Dutzend  bessere  Vertreterinnen  der  entzückenden  Evohen- 
Partie  finden  könnte,  als  Frl.  Miüder,  die  zu  derselben  auch 
nicht  im  mindesten  prädestinirt  erscheint  und  weder  gesang- 
lich, noch  schauspielerisch  befriedigen  konnte.*)  Mit  der 
Wahl  des  Hm.  Anthes  als  Walther  Stolzing  hatte  man  wohl 
einen  Anachronismus  begangen;  der  geschätzte  Dresdener 
Künstler  sieht  sich  zwar  im  Besitz  einer  wirklich  schönen 
Tenorstimme  mit  auffallend  weichem  Klangtimbre,  dieselbe 
ist  aber  noch  nicht  genug  erstarkt,  um  den  Anstrengungen 
der  Stolzing-Partie  siegreich  Stand  halten  zu  können:  das 
zeigte  sich  im  Preislied  in  der  unverkennbarsten  Weise.  Auch 
schauspielerisch  ging  er  zu  wenig  aus  sich  heraus  und  war 

*)  Bayreuth  würde  ein  Evchen  ganz  im  Sinne  des  heim- 
gegangenen  Meisters  haben,  wenn  die  s.  Z.  mit  Frau  Stein- 
bach-Jahns in  Leipzig  gepflogenen  Verhandlungen  nicht 
durch  gewisse  Machinationen  des  Hm.  Director  Staegemann 
zerstört  worden  wären.  D,  Bed. 


im  Allgemeinen  zu  theilnahmslos,  seine  Leistung  machte  mit 
Einem  W^orte  noch  zu  sehr  den  Eindruck  des  An&ngerhaften,, 
als  dass  man  sich  ihrer  bedingungslos  hätte  £reuen  können» 
Als  ein  recht  tüchtiger  und  ansprechender  Vertreter  des  Beck- 
messer erwies  sich  Hr.  Nebe,  schade,  dass  er  im  ersten  Act 
etwas  zu  sehr  outrirte  und  das  stumme  Spiel  im  dritten  Auf- 
zug in  Sachsens  Werkstatt  nicht  zu  richtiger  Wirkung  brin- 
gen konnte,  im  üebrigen  durfte  man  sich  durchaus  einver- 
standen erklären.  Das  den  Jahren  nach  so  ungleiche  Liebes- 
faar  David  und  Magdalene  wurde  von  Hm.  Hofmüller  und 
'rau  Staudigl  in  der  bekannten  mustergiltigen  Weise  gespielt 
und  gesungen,  die  kleineren  Bollen  waren  passend  oesetzt. 
Und  nun  zuletzt  zum  Sachs,  den  Meister  Plan k  interpretirte. 
Ich  weiss  nicht',  ist  es  rein  individuell,  ist  es  eine  specielle 
Liebhaberei  von  mir,  —  für  mich  ist  es  aber  ein  ganz  beson- 
derer, unvergleichlicher  G^nuss,  diesen  auserlesenen  Künstler 
singen  zu  hören,  und  so  hat  mich  denn  auch  sein  Sachs- 
wiäerum  geradezu  entzückt.  Mit  jedem  Acte  übertraf  er  Das^ 
was  er  im  Vorhergegangenen  geboten  hatte,  und  ich  meinej. 
die  Partie  in  der  ersten  Hälfte  des  dritten  Aufzuges  noch  nie 
so  wundervoll  gesungen  und  gespielt  gehört  resp.  gesehen  zu 
haben,  wie  dieses  Mal  von  Plai^.  Für  jedes  Wort  traf  er 
den  richtigen  Ton,  die  kleinste  Nuance,  die  er  erbrachte,  war 
vollendet  künstlerisch;  über  seinen  Gesane,  der,  was  Phrasi- 
rung  etc.  anlangt,  au^nblicklich  vielleicnt  überhaupt  uner- 
reicht dasteht,  brauche  ich  wohl  kein  Wort  mehr  zu  verheren!  — 
Nicht  zum  mindesten  der  so  ausgezeichneten  Besetzung  der 
Hauptpartie  war  es  zu  danken,  dass  der  Gesammteindruck 
der  jüngsten  hiesigen  „Meistersinger^ -Aufführung  ein  so  ge- 
waltiger war,  jedenfi9ills  ist  der  gfilnzendste  Beweis  daför,  als 
wie  unvergleichlich  gut  ^ch  verschiedene  Hauptfactoren  er- 
wiesen, der,  dass  man  über  sie  das  Minderwerthige  beinahe 
vergessen  konnte;  Allen,  die  sich  um  das  Gelingen  der  schö- 
nen Vorstellung  verdient  gemacht,  sei  daher  Lob  und  Dank 
gesagt!  F.  B.  Pfau. 


Carlspuhe,  Juli  1892. 
(Fortsetzung.) 

Im  Personale  unserer  Hofoper,  welches  durch  das  En- 
gagement des  Hm.  Capellmeister  Carl  Frank  in  hoflhung- 
erweckender  Weise  er^Lnzt  worden  ist,  fehlen  leider  immer 
noch  wirklich  tüchtige  und  unserem  sonstigen  Opemensemble 
mit  seinen  zum  Theü  ganz  hervorragenden  Kräften  (die  Da- 
men Meilhac,  Beuss  und  Fritsch,  sowie  die  HH.  Plank 
und  Oberländer)  ebenbürtige  Vertreterinnen  für  das  Soubret- 
tenfach, sowie  für  die  Wiedergabe  aller  jugendlich  lyrisch- 
dramatischen Partien  im  G^nre  der  Pamina,  der  Adalgisa 
u.  A.  m.,  und  in  diesem  Umstände,  sowie  in  einer  mär- 
wöchentUchen  Krankheit  des  beim  Jubiläumsfeäte  des  Gross- 
herzogs zur  Kammersängerin  ernannten  Frl.  Fritsch,  unserer 
vortrefflichen  Coloratursängerin,  wird  die  Erklärung  für  eine 
gewisse  Dürftigkeit  oder  doch  Einseitigkeit  des  Opemreper- 
toires  während  des  letzten  Halbjahres  zu  suchen  sein.  Anderer- 
seits ist  die  rühmenswerthe  Tendenz  der  hiesigen  Hofopem- 
leitung:  allem  Bühnenschlen^üian  aus  dem  Wege  zu  gehen 
und  dem  Publicum  nur  wohlvorbereitete  und  wirklich  künst- 
lerische Opemdarstellungen  vorzuführen,  auch  während  der 
vorerwähnten  Zeit,  soweit  dies  bei  der  oben  betonten  unge- 
nügenden Besetzung  zweier  Fächer  möglich  gewesen  ist,  in 
beniedigendstem  ]£iasse  zur  Geltung  gekommen,  und  wir 
haben  viele  Vorstellungen  und  besonders  solche  von  Werken 
Beethoven's  („Fidelio"),  Weber's  („Euryanthe"),  Liszt's  („Le- 
gende von  der  heil.  Elisabeth"),  Wagner's  („Bienzi**,  „Der  flie- 
gende Holländer'',  „Lohengrin",  „Die  Meissersinger**  und 
„Götterdämmerung"),  Bossini's  („Barbier  von  Sevilla"  und 
„Wilhelm  Teil")  und  Gounod's  („Bomeo  und  Julie")  als  wirk- 
lich schöne  und  zum  Theil  ganz  hervorra&^end  gelungene  zu 
preisen.  In  neuer  Einstudirung  präsentirte  sich  Weber's 
„Euryanthe"  und  als  Novitäten,  auf  die  ich  weiter  unten 
noch  zu  sprechen  kommen  werde,  erschienen  Bitter's  einactige 
Oper  „Der  faule  Hans"  und  „Der  Cid"  von  Peter  Gomelius, 
letzteres  Werk  als  Festvorstellung  zum  vierzigjährigen  Begie- 
rungsjubiläum des  Grossherzogs  Friedrich. 

Die  Gesellschaft  der  HH.  Leopold  Müller  und  Bichard 
Schultz  aus  Wien  gastirte  an  unserer  Hof  bühne  mit  Garr6's 
Pantomime  „Der  verlorene  Sohn",  welche  zu  Folge  der  be- 
deutenden pantomimischen  Kunstfertigkeit  sämmtlicher  Dar- 
steller —  besonders  aber  des  Frl.  Zampa  und  des  Hrn.  Möd- 


429 


linger  —  und  dank  der  fi;anz  anmuthigen  begleitenden  Musik 
von  A.  Wormaer  einen  £eundlichen  Erfolg  erzielte,  anderer- 
seits jedoch  die  Pantomime  als  eine  verkümmerte  Eunstform 
und  die  Wiedereinführung  derselben  in  unsere  Theater  als 
ein  lebensunfähiges  Experiment  erkennen  liess.  Hr.  Kammer- 
sänger Theodor  Beichmann  gastirte  als  Teil  und  als  Hans 
Sachs  und  fand  namentlich  für  letztere  theilweise  sehr  schöne 
Leistung,  in  welcher  er  allerdings  an  gemüthvoUer  Unmittel- 
barkeit des  Ausdrucks  um  ein  Wesentliches  hinter  dem  hie- 
sigen allervortrefiPlichsten  Sachs-Sänger  Hm.  Plank  zurück- 
bleibt, sehr  lebhaften  Beifall.  Völlig  ausverkaufte  Häuser, 
jauchzender  Jubel  des  Auditoriums  und  einen  geradezu  heiss- 
olütigen  Enthusiasmus,  den  ich  sonst  am  hiesigen  Publicum 
noch  nie  wahrgenommen  hatte,  erweckte  das  dreimalige  Gast- 
spiel Francesco  d'Andrade's,  und  dieses  echten  Künstlers 
gesanglich  ausserordentlich  schöne  und  darstellerisch  hoch- 
interessante Verkörperungen  des  Barbiers  von  Sevilla,  des 
Don  Juan  und  des  Nelusko  wurden  von  Publicum  und  Presse 
ihrem  vollen  seltenen  Werthe  nach  gewürdigt  und  gepriesen. 
Besonders  interessant  wurde  die  Vorstellung  des  „Barbier  von 
Sevilla"  dadurch,  dass  auch  unsere  einheimischen  Kräfte  Frl. 
F ritsch  (Rosine)  und  Hr.  Ro senb er g  (Almaviva)  ihre  Par- 
tien in  tadellosem  Italienisch  sangen  und  wir  solcherweise 
das  ewig  frische  Ton-Lustspiel  fast  durchweg  im  leichtbeweg- 
lichen „Urtexte"  zu  hören  bekamen.  Es  konnte  uns  daher  kaum 
verwundern,  dass  viele  hiesige  Kunstfreunde  dem  wirklich 
begnadeten  Künstler  auch  nach  Baden-Baden  nachzogen,  um 
ihn  dort  nochmals  inmitten  unseres  Hofopernensembles  als 
Figaro  bejubeln  zu  können. 

In  einer  recht  gelungenen  Aufführung  von  Maillart^s 
„Glöckchen  des  Eremiten"  begrüsste  das  Pubucum  die  wieder- 
genesene Kammersängerin  Frl.  Fritsch  als  Rose  Friquet, 
und  zahllose  Blume^^gaoen  (unter  ihnen  ein  von  den  Vertretern 
der  Garlsruhe  Presse  gespendeter  Lorbeerkranz),  welche  unter 
rauschendem  Beifall  der  Künstlerin  überreicht  wurden,  be- 
kundeten deutlich  ein  äusserst  sympathisches  Verhältniss, 
welches  sich  während  Frl.  Fritsch's  langjährigem  hiesigen 
Wirken  zwischen  ihr  und  dem  Carlsruher  Publicum  heran- 
gebildet hat. 

Den  Todestag  des  Bayreuther  Meisters  hatte  man  in  die- 
sem Jahre  unbeachtet  gelassen,  feierte  aber  dafür  den  Geburts- 
tag desselben  mit  einer  recht  guten  Wiedergabe  der  „Götter- 
dämmerung". Die  ersten  Wochen  des  Juni  brachten  anläss- 
lich der  Anwesenheit  des  Königs  und  der  Kronprinzessin  von 
Schweden  noch  eine  vortrefFlicne  Reprise  der  „Legende  von 
der  heiligen  Elisabeth"  —  und  anlässlich  des  Besuches  vom 
Könige  und  der  Königin  von  Württemberg  eine  Aufführung 
der  „Meistersinger  von  Nürnberg",  die  in  ihrer  ausserordent- 
h'chen  Vollkommenheit  den  besten  Bayreuther  Aufführungen 

gleichkam.  Thatkräftig  verabschiedete  sich  am  letzten  Abende 
er  Saison  die  Oper  mit  einer  sehr  lobenswerthen  Aufführung 
von  Ghounod's  durch  Hm.  Capellmeister  Frank  vortrefflich 
neu  einstudirter  Oper  „Romeo  und  Julie",  und  unser  neuer 
Capellmeister,  der  sein  hiesiges  Amt  mit  einer  Direction  der 
„Afrikanerin"  anlässlich  des  Gastspieles  d^Andrade^s  vertrauen- 
erweckend angetreten  und  inzwischen  bereits  mehrere  andere 
Opern  geleitet  hatte,  hat  mit  der  Neuaufführung  von  „Romeo 
und  Julie"  deutlich  erwiesen,  dass  er  alle  die  erforderlichen 
Fähigkeiten  besitzt,  um  mit  Erfolg  für  aUe  die  vielen  von 
Hm.  Hofoperndirector  Mottl  stietmütterlicher  behandelten 
Opern  eintreten  zu  können.  MottPs  hochgeniale  Interpreta- 
tionsart wird  sich  nun  ganz  ausschliesslich  mit  den  Werken 
der  Classiker  und  mit  denen  der  Neuesten  zu  befassen  haben 
und  auf  diesem  Gebiete  hoffentlich  noch  viele  wunderherr- 
liche Thaten  vollbringen,  während  Frankes  gewissenhafte 
Tüchtigkeit  der  deutschen  Spieloper,  sowie  den  Werken  der 
Italiener  und  Franzosen  zu  würdiger  Verlebendigung  ver- 
helfen soll,  und  so  dürfen  wir  der  weiteren  und  vielseitigen 
Entwickelun^  unserer  Hofoper  mit  vollem  Vertrauen  und  mit 
grossen  Hofmungen  entgegensehen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Klei. 

Bei  einem  Rückblick  auf  die  beiden  letzten  Decennien 
wird  man  ohne  Weiteres  zugestehen  müssen,  dass  die  Ent- 
Wickelung  des  musikalischen  Lebens  in  unserer  Stadt  mit 
dem  grossen  Aufschwung,  den  Kiel  auf  allen  übrigen  Gebieten 
genommen,  im  Ganzen  gleichen  Schritt  gehalten  hat.  Freilich 
gilt  dies  nicht  von  der  Oper.    Der  Anlauf,  den  die  Direction 


des  Stadttheaters  wiederholt  gewagt  hatte,  eine  ständige  Oper 
zu  unterhalten,  endete  fast  regelmässig  mit  einem  materiellen, 
meist  auch  künstlerischen  Misserfolg;  daher  konnte  man  es 
dem  Theaterdirector  von  seinem  Standpunct  aus  kaum  ver- 
denken, wenn  er  im  letzten  Winter  dieser  kostspieligen  und 
wenig  einträglichen  Muse  die  Thür  seines  Tempels  verschlossen 
hielt  und  sich  mit  Aufführungen  von  zugkräftigen  Schau- 
spielen modernsten  Geschmacks  und  Gesangpossen  leichten 
und  leichtesten  Genres  begnügte.  Eine  andere  Frage  ist  frei- 
lich, ob  nicht  der  Staat  oder  die  Commune  es  als  ihre  Auf- 
gabe ansehen  müsste,  fiir  eine  entsprechende  Umgestaltung 
unserer  Bühnenverhältnisse  Sorge  zu  tragen.  Indessen  die 
Zeiten,  in  denen  man  die  Schaubühne  als  moralische  Bildungs- 
anstalt  betrachtete,  sind  längst  vorüber,  und  statt  Apoll 
scheint  Hermes  jetzt  der  Musaget  zu  sein!  —  Auch  die  Kir- 
chenmusik könnte  und  müsste  bei  den  vorhandenen  Mitteln 
zu  einer  weit  glänzenderen  Entfaltung  gebracht  werden.  Eliel 
verfügt  über  einen  tüchtig  geschulten  Kirchenchor,  um  den 
uns  manche  Stadt  beneiden  würde:  und  doch  ist  dieser  in  den 
Organismus  der  Kirche  in  keiner  Weise  eingefügt,  und  frühere 
Anerbietungen  einer  regelmässigen  Mitwirkung  im  sonntäg- 
lichen Gottesdienst  wurden  mit  dem  Bemerken  abgelehnt,, 
eine  solche  Mitwirkung  würde  den  Gx>tt«sdien8t  katholisireii, 
die  Kirchenbesucher  würden  dann  nur  um  "des  Gesanges  willen 
hingehen,  nicht  um  der  Predigt  willen,  die  doch  die  Haupt- 
sache sei  .und  dgl.  So  ist  die  Thätigkeit  des  Chores  denn  im 
Wesentlichen  auf  die  Vorträge  geistlicher  Gesänge  beschränkt, 
die  von  Zeit  zu  Zeit  unentgeltlich  der  grossen  Masse  des 
Volks  geboten  werden  und  dadurch  ja  aucn  sehr  segensreich 
wirken.  Aber  wie  viel  mehr  Hesse  sich  mit  den  vorhandenen 
Kräften  erzielen! 

In  dauernder  Blüthe  indessen  steht,  wie  oben  angedeutet 
ist,  die  Concertmusik,  dank  den  einheimischen  Gesang- 
vereinen und  einer  Reihe  hervorragender  Künstler,  die  au- 
i 'ährlich  unsere  Stadt  mit  ihrem  Besuch  erfreuen  und  einer 
lerzlichen  Aufnahme  seitens  des  Auditoriums  fast  immer  ge- 
wiss sind.  Das  erfuhr  gleich  anfangs  Frl.  Hermine  Spies, 
die  am  19.  October  mit  einem  Liederabend  die  Saison  ver- 
heissungsvoll   eröffnete   und   sich   eines  in  jeder  Beziehung 

fressen  Erfolges  rühmen  durfte.  Die  in  den  voraufgehenden 
ahren  wiederholt  bei  ihr  beobachtete  Neigung,  mehr  dem 
äusseren  Effect  zu  huldigen,  als  auf  eine  keusche,  unverfälschte 
Wiedergabe  der  Tonstücke  Bedacht  zu  nehmen,  schien  dies- 
mal völlig  verschwunden;  sie  zeigte  sich  wieder,  wie  früher, 
als  ernste,  geweihte  Priesterin  der  Muse  des  Gesanges  und 
bot  z.  B.  im  Vortrag  der  Schumann'schen  Lieder  so  herrliche 
Proben  ihrer  Kunst,  wie  wir  sie  in  ihrer  besten  Zeit  nicht 
vollendeter  von  ihr  gehört  zu  haben  vermeinen.  Ihre  Part- 
nerin, Frl.  Elisabeth  Jeppe,  grossherzogl.  mecklenburgische 
Hofpiauistin,  wusste  sich  neben  ihr  mit  Ehren  zu  behaupten, 
zumal  als  Begleiterin;  in  den  Solostücken  erwies  sie  sich 
namentlich  für  den  Vortrag  kleinerer  Stücke,  wie  der  Berceuse 
von  Chopin,  eines  Rigaudon  von  Raff  und  der  von  ihr  auf 
Verlangen  zugegebenen  Gavotte  von  Gluck  als  geschmackvolle 
und  gut  geschulte  Pianistin,  während  bei  den  grösseren  Auf- 
gaben, die  sie  sich  gestellt  hatte,  —  Praeludium  und  Fuge 
(Emoll)  von  Mendelssohn  und  l.  Satz  einer  Scarlatti'schen 
Sonate  —  weder  ihre  Kraf^  ausreichte,  noch  auch  die  Technik 
makellos  erschien.  —  Eines  noch  grösseren  Zuspruchs  hatte 
sich  das  Concert  der  Frau  Lillian  Sanderson  (21.  Nov.)  zu 
erfreuen,  bei  dem  Annette  Essipoff,  Charles  Gregorowitsch 
und  ein  Hr.  Henry  Fontaine  mitwirkten.  Den  Glanzpunct 
desselben  bildeten  ohne  Frage  die  grandiosen  Leistungen  der 
Frau  Essipoff,  über  deren  lebenswarmes  und  durchgeistigtes 
Spiel  nur  Eine  Stimme  in  dem  an  diesem  Abend  besonders 
beifallslustigen  Auditorium  herrschte.  Uebrigens  trat  die  lei- 
dige Gewohnheit,  willkürlich  das  auf  dem  Programm  Ange- 
kündigte mit  anderen  Stücken  zu  vertauschen,  auch  diesmal 
wieder  zu  Tage;  statt  Beethoven*s  Sonate  Op.  31,  No.  2  (DmoU), 
wählte  sie  Op.  31,  No.  8,  und  das  als  8*  Gespielte  war  alles 
Andere,  nur  nicht,  wie  das  Programm  besagte,  ein  Impromptu 
von  Schubert.  Ihre  Schlussnummer,  Valse  von  Chopin,  brachte 
ihr  einen  dreimaligen  Hervorruf  ein,  dieser  aber  dem  Publi- 
cum nicht  die  gehoffle  Zugabe.  Frau  Sanderson's  Wahl  der 
Lieder  bekundete  eine  gesunde  Geschmacksrichtung,  ihr 
Vortrag  derselben  eine  nicht  zu  verkennende  Noblesse,  wie 
sie  namentlich  in  den  vier  Volks-  und  Handwerkerliedem  von 
Aug.  Bungert,  eigenartigen,  auf  jeden  Fall  geistreichen  Com- 

?ositionen,  klar  zu  Tage  trat.    Ihr  Organ  hingegen  und  ihre 
'echnik  entsprachen  nicht  unseren,  nach  der  voraufgegangenen 
Reclame  allerdings  hochgespannten  Erwartungen;  die  Stimme 


r 


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schieii  uns  nicht  überall  eleichm&ssig  aosgebitdet,   

Tiefe,  a,bat  in  der  MittelWe  und  den  höheren  Tönen  weniger 
uisprechend.  Glanzvolle  Leistungen  waren  die  ViolineoU  von 
Gregorowitsch,  ein  Andante  ii  la  Zingara  bmh  dem  2.  Concert 
von  WieniawBki,  eine Barcarole  von  Ondriiekunddie  Zigeuner- 
weisen von  Sarasate,  denen  anf  stürmisches  Verlangen  der  Zn- 
hörer  als  Zugabe,  irren  wir  nicht,  eine  Mazurka  von  Zarzycki 
folgte:  Alles  mit  eretaunlicher  Terve  und  in  tadelloser  Eeinneit 
vorgetragen.  Freilich  hätten  wir  persönlich  anch  gern  etwas 
CiHSsiscbes  ans  der  reichhaltigen  deutschen  Viohalitteratar 
gewünscht,  um  einen  sicheren  Moaasetab  ffu:  die  Beurtheilung 
seiner  künstlerischen  Bedeutung  zu  gewinnen.  Der  Gesang 
des  mit  ungewöhnlich  starken  Stinmimitteln  ausgerüsteten 
Bassisten  Fontaine  vermochte  kein  tieferes  Intereeeo  zu  er- 
wecken; als  Curiosum  mag  erwfthnt  werden,  dass  der  Sänger 
eine  beute  doch  längst  verschollene  Arie  aus  dem  „Nordstern" 
aufs  Programm  gesetzt  hatte. 

T'^iri  Concert  der  Frau  Etelka  Gerster  und  des  Pianisten 
Sallj  Liebling  hatte,  wohl  infolge  des  Zosanunentreffena 
verschiedener  uneünstigen  Umstände,  nur  einen  schwachen 
Besuch  zu  verzeichnen ;  allerdings  war  auch,  was  auf  dem  Pro- 


mittel und  die  glänzende  Technik  der  Sängerin  feierten  in 
dem  Vortri«  der  grossen  Arie  der  Gilda  aus  „Rigoletto"  and  des 
„Fior  di  Margherita"  von  Arditi  ausserordentliche  Triumphe, 
—  aber  wer  mag  dergleichen  heutzutage  noch  hören?  'Und 
ihre  Lieder  vortrage  sprachen  nicht  eonaerlich  an,  was  theils 
an  der  Wahl  der  Stöcke  liegen,  theils  wohl  in  der  Indivi- 
dualität der  Künstlerin  seinen  Grund  haben  mochte.  Auch 
die  Arie  der  Santnzza  aus  Mascagni's  vielgepriesener  .Caval- 
leria  rusticana"  war  nicht  geeignet,  einen  besonders  tiefgehen' 
den  Eindruck  hervorzQmfen.  Ihr  Begleiter,  Hr.  Saliy  Lieb- 
ling, entwickelte  in  der  Äniangenummer,  Andante  spinato  et 
grande  Polonaise  von  Chopin  und  weiterhin  im  Vortrag  der 
Liszt'scheu  Episode  „Tanz  in  der  Dorfschenke"  nach  Lenau's 
„Paust"  eine  geschmeidige,  oft  stannener regende  Technik; 
doch  störten  une  eine  gewisse  Manierirtheit  des  Spiels  und  das 
sichtlich  hervortretende  Bestreben,  durch  übermässig  starke 
Contraste  zu  wirken.  Yon  den  kleineren  Stücken  gefiel  vor 
Allem  ein  Praelndium  von  Mendelssohn,  weniger  ein  unbe- 
deutendes Notturno  von  Brassin  und  eine  „soeben  erschienene" 
Tanz-Arabeske  von  Liebling,  deren  Existenzberechtigung  von 
Vielen  anE:ezweifelt  wurde.  Bei  der  für  die  linke  Hand  allein 
arrangirten  (nnd  mit  gröaater  Bravour  vorgetragenen)  Gavotte 
von  Bach  hatte  ich  dieselbe  Empfindung,  der  Schttmann  ge- 
legentlich mit  den  Worten  Ausdruck  verleiht:  „Es  hat  etwas 
[Kagi  komisch  es,  fast  Unnatürliches,  eine  einzige  Hand  sieh 
abmühen  zu  sehen,  wo  ein  Niederdruck  der  Anderen  im  Augen- 
blick erleichtern  würde.  Wozu  sich  unnöthig  zum  Invaliden 
machen?" 

Einen  vollkommenen  künstlerischen  Erfolg  errang  sich  mit 
einem  Liederabend  (am  ai,  März),  der  des  Schönen  dieFUlle 
bot,  Frau  Prof  Schmidt-Köhne  ans  Berlin,  der  ohne  Frage 
in  den  Vorderreiheu  der  Liedersängerinnen  der  Gegenwart 
ein  ganz  hervorragender  Ranff  gebührt.  Brahms  kann  sich 
für  sein  „Vergebliches  Ständchen",  B.  Franz  für  die  „Früh- 
lingsliebe", Max  Stange  für  „Die  Bekehrte"  keine  neckischere 
und  reizvollere  Interpretation  wünschen.  Stürmischer  Beifall 
lohnte  fast  alle  die  reichen  Gaben,  welche  die  Sängerin  in 
nicht  erlahmender  Kraft  und  Frische,  übrigens  von  ihrem 
Begleiter,  Hrn.  A.  Keller,  aufs  ■Wirksamste  unterstützt,  dem 
Auditorium  bot. 

Einem   in  Kiel    veranstalteten  Concert  von  G.  Jenner, 
Schüler  von  J.  Brahms,    habe    ich  nicht  beiwohnen  können. 
In  den  Localberichten  wurde  es  günstig  besprochen, 
(Scbluss  folgt.) 


Concertumsch&u. 

Apolda.  Conc.  der  HH. Henniga. Weimar  (Ges.),  Asperger 
a.  Moskau  (Violono.)  o.  Winkler  a.  Weimar  (Fl.)  am  10.  Äug.  m. 
Soli  f.  Ges.  V.  Baumgarten  („Noch  ist  die  blühende  gol- 
dene Zeit"),  Meyer-Helmnnd  („Es  sprach  zu  Hänschen") 
u.  Ad.  Schulz  (Lied),  1.  Violonc.  v.  Molique,  Tschaikows- 
ky  (And.  cant),  Popper  (Mazurka  u.  Taranteile)  u.  Goepfart 
(And.)  u.  f.  PI.  V.  Böhm  (Schott.  Conc),  Goepfart  (Unga- 
risch) u.  Godard  (Valse). 

Breslau.  13.  Symph.-Conc.  der  Breel.  Concertcapelle 
(Riemenschneider):     7.  Symphonie  v.  Beethoven,  Ouvertüren 


V.  Chembini  u.  Gade,  Vorspiel  zu  „Lohengrin"  t.  Wagner, 
Balletmusik  a.  „Feramora"  v.  Bubinstein. 

COIn.  Volkssymphonieconcerte  des  atädt.  Orch.:  No.  9 
(Prof.  Dr.  Wallner  u.  Hollaender).  Oxford-Sjmph.  v.  Haydn, 
Ouvertüren  v.  J.  Bheinberger  („Der  Widerspänstigen Zäh- 
mung") u.  J.  Brahma  (Akad.  Fest-),  Claviervortrftge  des  Frl. 
Kirchdorifer  a.  Oöbi  (Conc.  v.  Heneelt  u.  13.  Ungar.  Bhaps. 
V.  Liszt).  No.  10— !2  (HoUaender).  Symphonien  v.  Schu- 
mann <No.  4),  Beethoven  (No.  4)  und  Mozart  (Jopiter-),  arei 
Sätze  a.  einer  Fdur-Symph.  v.  J.  Ludwig,  Ouvertüren  von 
Em.  Hartmann  („Eine  nordische  Heer&hrt"),  Weber,  Gade 
(Nordische  Sennfahrt")  nnd  Beethoven  (No.  3  zu  „Leoiiore"), 
Vorspiel  zur  Oper  „Die  Hexe"  v.  A.  Enna,  Solovortrtee  der 
Frls.  Wood  a.  London  (Ges.,  Arie  a.  „Samson  und  DaliU"  v. 
Saint-Saöns,  „Solvejg's  Lied"  v.  Grieg  etc.)  und  Ha»Ba. 
Mainz  fGes.,  „Des  Liebsten  Schwur"  v.  Brahms)  n.  der  HH. 
Mengelnerg  (Clav.,  Esdnr-Conc.  v.  Liszt),  Ar&nyi  ( VioL, 
„Gesangscene"  v.  Spohr),  Wehsener  (Fl.,  2.  a.  S.Satz  a.  dem 
Conc.  T.  F.  Langer)  und  Friede  (Clar.,  2.  u.  8.  Satz  a.  dem 
Militärconc.  v.  C.  Baermann). 

Halle  a.  S.  Conc.  des  Student.  Gesangver.  „Fridericiana" 
(Zebler)  Bnt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Geller  a.  Magdeburg 
(Ges.),  des  Frl.  Robinson  a.  Leipzig  (Viel. J  u.  dee  Hm,  Schulz 
(Clav.)  am  25.  Juli:  Cborlieder  v,  F.  HBgar(,8chlafwand6l''), 
H.  Sitt  („O,  wiHkomöien"),  Sohumawi,  Gade,  Storch  („Nacht- 
zauber"), Dregert  (Schwäbisches  Liebeslied)  und  Schubert- 
Herbeck  („Morgen gesang  im  Walde",  m.  Clav.),  2.  u.  3.  Satz 
der  Clav.-Violinson.  Op.  47  t.  Beethoven,  Rondo  briil.  f.  die- 
selben Instrumente  v.  Schubert,  Soli  f.  Ges.  v.  H.  v.  EosB 
(Winterlied),  Ad.  Jensen  („Murmelndes  Lüftchen"),  Bubin- 
stein („Neue  Liebe"),  f.  Clav.  v.  Liszt  (13.  Ungar.  Bhaps.) 
u.  f  Fiol.  V  Vieuxtemps  (RSverie)  u.  J.  Hubay  („Hejre 
Kati"). 

Kissingen.  2.  Beneflzconc.  f.  Hm.  Schreck  am  13.  Aug., 
auae;efilhrt  von  der  Curcap.:  Symph.  „Ländliche  Hochzeit"  v. 
GoTdmark,  3,  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beethoven,  Adagio 
„Deutsches  Dankgebet"  f.  Streichq^uint.  U.  Org.  v.  C.  Kistlet, 
Largo  f.  Soloviohne  (Hr.  Kaufmann  a.  Wfirzbucg),  Violinen, 
Harfe  u.  Org.  v.  Händel. 

Bad  Reinerz.  lO.  Svmph.-Conc.  des  städt.  Curorch. 
(Loewonthall :  Bdur-Symph.  v.  Haydn,  „König  Man&ed"- 
Ouvert.  V.  Schumann,  Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  And.  &  von 
Op.  36  V.  Beethoven,  7.Violinconc.  v.  de  Bfiriot  (Hr.  Knoch), 
—  [I.  Kammermusik  abend:  Quint.  Op.  29  v.  Beethoven,  Va- 
riat.  a.  dem  Kaiserquart,  v.  Haydn,  Seren,  f.  vier  ViolonoeUe 
V.  F.  Lachner  etc. 

Sohevenlngen.  8.  Symph.-Conc.  des  Philbarmon.  Orch. 
(Herfurth)  a.  Berlin:  1.  Symphonie  v.  Sohnmann,  „Siegftied- 
Idyll"  V.  Wagner,  Ouvertüren  v.  J.  Wagenaar  (zu  Sbake- 
speare's  „König  Johann")  o.  Raff  („Ein  feste  Burg"),  Largo 
V.  Händel,  DmoU-VioÜnconc.  v.  Wieniawski  (Hr.  Müller). 
9.  Symph.-Conc  desselben  Orch.:  2.  Symph.  von  Beethoven, 
jjUn  Bai"  a.  der  SsTnph.  fentast.  v.  Berlioz,  „Meistersingcr"- 
Vovspiel  V.  Wagner,  Prael.,  Choral  u.  Fuge  f.  Orch.  v.  Bach- 
Abert,  Ungar.  Tanz  in  Gmoll  v.  Brahms,  Ciaviervorträge 
des  Hrn.  Blitz  a.  Paris  (Gmoll-Conc.  v.  Saint-Saöns,  Spin- 
nerlied V.  Wagner-Liszt  etc.). 

Sondershausen.  11.  Lohconc.  (Prof.  Schröder):  Cdur- 
Symph.  V.  Schubert,  Ouvertüre  zur  „Braut  von  Messina"  T. 
C:  Schulz-Schwerin,  zwei  Isländische  Melodien,  f.Streich- 
orch.  bearb.  v.  Svendsen,  Violonoeliconc.  v.  Beinecke  (Hr. 
Geist). 


Engagements  und  Güste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  In  der  Kroll-Oper  übten  Frau  Prevosti,  Frl. 
Prosky  und  Hr.  Emil  Götze  auch  in  der  leUten  Woche 
ihre  Anziehungskraft  auf  das  Publicum  ans.  Ein  jnnger  it«- 
lienischer  Bariton  Namens  Edmondi,  welcher  als  Eenato  in, 
Verdi's  „Maskenball"  debutirte  und  seine  Partie  in  italieni- 
scher Sprache  sang,  erwies  sich  nicht  als  der  autgebende  Ge- 
sangsstem,  als  welchen  ihn  die  vorausgegangene  Reolame  aus- 
posaunt hatte.  Der  zweite  Capellmeister  der  Oper  im  Belle- 
Alliance-Theater  heisst  nicht  Junkermann,  sondern  Keller- 
mann. Dagegen  nennt  sich  der  geschäftliche  Leiter  des 
Unternehmens  Junkermann.  —  Frankfurt  a.  H.  In  der 
Gesammtauflllhrung  des  „Ringes  des  Nibelungen",  welche  so- 
eben   zu    Ende   ging,    feierte    namentlich    Frau   Ende-An- 


431 


dri essen  aus  Cöln  als  Brünnhilde  berechtigte  Triumphe.  — 
Leipzig.  In  dem  Neuen  Stadttheater  gastirt  gegenwärtig 
mit  fireundlichem  Erfolge  Frau  Carsten-RöthgenausCOln, 
ohne  jedoch  höhere  Ansprüche  zu  erflQlen.  —  Bad  Nau- 
heim. Auf  Einladung  der  Curdirection  veranstaltetejüngst 
der  Cölner  Liederkranz  unter  Leitung  des  Hm.  Hirsch 
hier  zwei  Concerte,  die  sich  einer  ungewöhnlichen  Aufnahme 
zu  erfireuen  hatten ,  indem  ein  grosser  Theü  der  Programm- 
nummem  wiederholt  werden  musste. 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  20.  Aug.  Geistliches  Lied  von 
J.  Brahms.  „Miserere"  v.  F.  Wüllner.  21.  Aug.  Psalm  187 
^An  den  Wassern  zu  Babel  sassen  wir"  v.  E.  F.  Richter. 

ToFgau.  Stadtkirche:  21.  Aug.  „Jerusalem!  Jerusalem! 
Wie  liegt  die  Stadt  so  wüste"  v.  fi.  Succo. 


Aufgeführte  Novitäten. 

Ansorge  (C),  „Orpheus^  Klage  und  Liebessang",  2.  Theil  der 
Symph.  „Orpheus".    (Leipzig,  6.  Gonc.  des  Liszt-Yer.) 

Berlioz  (H.),  Symph.  „Romeo  und  Julie".  (Cöln,  69.  Nieder- 
rhein. Musikfest.) 

Blumner  (M.),  Orator.  „Der  Fall  Jerusalems".  (Göslin,  Auf- 
fuhr, am  21.  Mai  durch  den  Gesangver.) 

Brahms  (J.),  Fdur-Symph.  u.  „Fest-  und  G^enksprüche"  f. 
Chor.    (Hamburg,  25jfthr.  Jubiläum  des  Tonkünstlerrer.) 

HmoU-Quint.  t.  Clar.  u.  Streichinstrumente.  (Meinin- 
gen, 4.  Eammermusikabend  des  Singver.) 

Streichquart.  Op.  67.    (Au^burg,  2.  Schwab.  Musikfest.) 

Ein  deutsches  Kequiem.    (Lüttich,  3.  C!onservat.-Oonc.) 

Triumphlied    f.  Baritonsolo,  Chor  u.  Orch.    (Cöln,  69. 

Niederrhein.  Musikfest.) 

Bruch  (M.),  „Schön  Ellen"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Ebenda- 
selbst.) 

„Odysseus".    (Güstrow,  3.  Conc.  des  Concertver.) 

Gold  mark  (C),  Ouvertüre  „Im  Frühling".  (Sondershausen, 
1.  Lohconc.) 

Grieg  (Edv.),  Suite  „Aus  Holberg's  Zeit"  f.  Streichorchester. 
(Cöln,  Musikal.  Gesellschaft.) 

n^^^'^  ^^^  Klosterptorte"  f.  Soli,  Frauenchor  und  Clav. 

(Carlsruhe,  3.  Conc.  des  Philharm.  Ver.) 

Herzogenberg  (H.  v.),  Königspsalm  f.  Chor  m.  Org.,  Harfe 
u.  Messinginstramenten.  (Im  Haag,  Conc.  des  G^esangver. 
„Excelsior"  am  31.  Mai.) 

Hiller  (F.),   Festouvert.    (Cöln,  69.  Niederrhein.  Musikfest.) 

Humperdinck  (E.),  „Humoreske"  f.  Orch.  (Cöln,  Musikal. 
Gesellschaft.) 

Joachim  (J.),  Gdur-Violinconc.    (Utrecht,  Musikfest.) 

Kessel  (F.),  Ciavierquart.    (Cöln,  Musikal.  Gesellschaft.) 

Klughardt  (A.),  Cmoll-Symph.  (Sondershausen,  1.  Lohconc. 
Leipzig,  6.  Conc.  des  LijBzt-Ver.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pröludes"  und  Adur-Clavierconc.    (Leipzig, 

5.  Conc.  des  Liszt- Ver.) 

Psalm  13  f.  Tenorsolo,  Chor  u.  Orch.  (Cöln,  69.  Nieder- 
rhein. Musikfest.) 

Mehrkens  (Ad.),  „Osanna"  f.  Chor  m.  Orch.  u.  Org.  (Ham- 
burg, 25jähr.  Jubiläum  des  Tonkünstlerver.) 

Nicolai  (W.  F.  G.),  Dramat.  Cant.  „Jahveh's  Wraak"  f.  Soli, 
Chor  u.  Orch.    (Utrecht,  Musikfest.) 

Raff  (J.),  Sinfonietta  f.  Blasinstrumente.  (Breslau,  1.  Symph.- 
Conc.  der  Bresl.  Symph.-Cap.) 

Rein  thaler  (C),  Orator.  „Jephta".      (Bremen,  Auffiihr.  am 

6.  Mai  unt.  Leit  des  Hrn.  Nössler.) 
Rheinberger(J.),  „Wallenstein's Lager".  (Breslau,  1. Symph. - 

Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 
Rubinstein  (A.),  Oceansymph.  (Cöln,  Musikal.  Gesellschaft.) 
Schumacher  (P.),  Orchestersuite  „Bilder  vom  Rhein".   (Bad 

Kissingen,  Symph.-Conc.  der  Curcap.  am  26.  Mai.) 
Seyffardt  (E.  H.),  „Schicksalsgesang"  f.  Altsolo,  Chor  und 

Orch.    (Stuttgart,  2.  Abonn.-Conc.  des  Neuen  Singver.) 
Strauss  (R.),  Symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung".    (Cöln, 

69.  Niederrhein.  Musikfest.) 
Thieriot  (F.),  „Am  Traunsee"  f.  Baritonsolo,  Frauenchor  u. 

Orch.    (Hamburg,  26jähr.  Jubiläum  des  Tonkünstlerver.) 
Verdi  (G.),  Requiem.    (Cöln,  69.  Niederrhein.  Musikfest.) 
Volk  mann  (R.),  2.  Seren,  f.  Streiehorch.   (Bonn,  1.  Auffahr. 

des  Beethoven- Ver.) 


Wagenaar  (J.),   Ouvert.  zu  Shakespeare's  „König  Johann". 

(Utrecht,  Musikfest.) 
Wagner  (R.),    „Parsifel" -Vorspiel.    (Sondershausen,   1.  Loh- 

concert.) 
Kaiser-Marsch.    (Augsburg,  2.  Schwab.  Musikfest.  Cöln, 

Musikal.  Gesellschaft.) 
1.  u.  3.  Aufzug  a.  „Tristan  und  Isolde".    (Amsterdam, 

2.  Aufführ,  d^  Rieh.  Wagner- Ver.) 
Schlussscene    a.    der    „Götterdämmerung".     (Cöln,   69. 

Niederrhein.  Musikfest.) 


Vermiscilte  IMittheilungen  und  Notizen. 

*  Wie  die  diesjährigen  Bühnenfestspiele  zu  Bay- 
reuth mit  „Parsifal"  begannen,  so  sind  sie  mit  diesem  hehren 
Werke  am  21.  Aug.  auch  zu  Ende  gegangen.  Ln  nächsten 
Sommer  wird,  wie  neuestens  aus  Bayreuth  verlautet,  daselbst 
nur  „Pars ix al"  zur  Aufführung  gelangen.  Daneben  wird 
mit  dem  Studium  des  „Nibelungen-Ringes",  der  im  Jahre  1894 
zur  Darstellung  kommt,  begonnen  werden. 

*  In  Budapest  fand  jüngst  unter  starker  Theilnahme 
seitens  der  betr.  Vereine  und  des  Publicums  das  viertägige 
Ungarische  Landes-Sängerfest  statt.  Ghmz  besonderes 
Interesse  erregte  die  Mitwirkung  des  82jährigen  imgarischen 
Tonsetzers  Franz  Erkel,  der  in  dem  Festconcert  zwei  eigene 
Werke  mit  voller  geistiger  Frische  dirigirte. 

^  Die  Concerte,  welche  der  Männergesangverein  „Arion" 
aus  New- York  gelegentlich  seiner  ruhmvollen  Kunstreise  in 
Deutschland  und  Oesterreich  veranstaltete,  hatten  eine  Rein- 
einnahme von  circa  20,000  ^S,  welche  der  Verein  in  hoch- 
herziger Weise  zu  Wohlthätigkeitszwecken  verwendet  hat. 
Es  kommt  dieses  Verdienst  dem  Verein  ganz  und  voll  zu, 
indem  er  f%br  jedes  seiner  Concerte  das  geschäftliche  Risico 
selbst  trug. 

*  Der  Böhner-Verein  zu  Gotha,  welcher  die  Sanmi- 
lung  und  Vorführung,  sowie  Drucklegung  der  Böhner*schen 
Compositionen  bezweckt,  hat  es  sich  ausserdem  zur  Aufgabe 

Semacht,  das  Andenken  anderer  Thüringer  Tondichter  und 
[usikkünstler  in  ehrender  Erinnerung  an  ihre  Schöpfungen 
und  Leistungen  zu  feiern.  So  ist  es  beinahe  vergessen  und 
wenig  bekannt,  dass  eine  der  nach  Zahl  und  Leistungen 
grössten  deutschen  Musikerüämilien  aus  dem  engeren  gothai- 
schen Laude,  und  zwar  aus  dem  am  Fusse  der  drei  Gleichen 
gelegenen  Dorfe  Wechmar  hervorgegangen  ist.  In  sechs  oder 
sieben  Generationen  hat  die  Familie  des  Bäckers  und  Musik- 
freundes Veit  Bach  (i.  J.  1600)  in  Wechmar  durch  zwei  Jaiir- 
hunderte  eine  grosse  Anzahl  talentvolle  und  ausgezeichnete 
Musiker,  Tondichter  und  Musikgelehrte  gegeben,  unter  wel- 
chen sich  der  in  J^senach  geborene  und  in  Leipzig  gestorbene 
Johann  Sebastian  Bach  befindet.  In  Leipzig  und  Eisenach 
sind  ihm  Denkmäler  gesetzt,  aber  der  Stammsitz  der  Familie 
Bach  in  Wechmar  trägt  noch  kein  Zeichen  der  Erinnerung, 
dass  Sebastian  und  seine  braven  zahlreichen  Vorfahren  von 
hier  ausgegangen  sind.  Der  Vorstand  des  Böhner- Vereins 
hat  nun  im  Sinne  seiner  Bestrebungen  im  Einvernehmen  mit 
den  Ortsbehörden  von  Wechmar  beschlossen,  an  dem  ursprtlng- 
lich  der  Bach'schen  Familie  gehörigen  Hause  daselbst  dem- 
nächst eine  entsprechende  Gkden^^tafel  anbringen  zu  lassen. 

*  Das  in  letzter  Zeit  von  dem  jüngst  verstorbenen  Dr. 
Wilhelm  Langhans  provisorisch  geleitete  X.  Scharwenka'- 
sche  Conservatorium  für  Musik  zu  Berlin  ist  in  die 
Hände  der  HH.  Ph.  Scharwenka  und  Dr.  Hugo  Goldschmidt 
übergegangen. 

*  Die  Sociötö  des  compositeurs  de  musique  in  Paris  schreibt 
für  1892  folgende  Preise  aus:    1)  für  eine  viersätzige  Sym- 

ghonie  1000  Frcs.;   2)  für  ein  Clavierconcert  in  freier  Form 
00  Frcs. ;  8)  für  eine  kleine  Suite  für  Flöte,  Oboe,  Clarinette, 
Hom,  Fagott  und  Ciavier  300  Frcs. 

*  In  Mainz,  der  Vaterstadt  von  P.  Cornelius,  soll 
dessen  Oper  „Cid**  in  nächster  Saison  aufgeführt  werden. 

*  In  Münster  ist  am  12.  August  erstmalig  eine  neue 
Oper  „Scapina"  von  Ad.  Stierlin  mit  Erfolg  aufgeführt 
worden. 

^  Nach  Berichten  aus  Venedig  ist  am  9.  Aug.  im  dor- 
tigen Malibran-Theater  mit  ungewöhnlichem  Succ^  eine  neue 
Oper  von  Cilna,  „Tilda"  betitelt,  zur  Premiöre  gelangt. 


462 


*  Mugnone's  neue  Oper  „Birichino",  unter  Leitung  des 
Oomponisten  im  Malibran-Theater  in  Venedig  zum  ersten 
Male  aufgeführt,  hatte  bei  einer  untadeligen  Wiedergabe 
ausserordentlichen  Erfolg.  Zwei  Nummern  mussten  wieder- 
holt werden,  der  Componist  wurde  am  Ende  der  Vorstellung 
elf  Mal  gerufen. 

*  Das  Carlo  Felice-Theater  in  Genua,  vollständig 
neu  hergerichtet  und  verschönert,  sollte  am  22.  August  mit 
Verdi *s  „Otello**  eröffnet  werden.  Franchetti^s  neue  Oper 
„Cristoforo  Golombo"  soll  später  folgen. 

*  Hr.  Joseph  Barnby,  Dirigent  der  Eoyal  Choral  Society, 
Director  der  GruildhaJl  School  oi  Music  in  London,  Compo- 
nist geistlicher  Musik,  ist  von  der  Königin  von  England  in 
den  Kitterstand  erhoben  worden. 


Todtenliste.  Rudolf  Westphal,  der  durch  seine  Ar- 
beiten auf  den  Gebieten  der  antiken  Metrik  und  Rhythmik, 
sowie  der  Harmonik  der  Griechen  zu  Ruf  gelangte  Philolog, 
t,  66  Jahre  alt,  in  Stadthagen,  seinem  letzten  Domicil.  — 
Zelia  Trebelli-Bettini,  einst  gefeierte  Altistin,  t,  54  Jahre 
alt,  in  Etret&t.  —  Evan  Sheppard,  afrikanischer  Neger, 
welcher  in  Enepland  als  Greiger  zu  einigem  Rufe  kam,  f,  49 
Jahre  alt,  in  Hetton.  —  John  Allen,  ehemals  bekannter 
Theatercapellmeister  in  San  Francisco,  f»  72  Jahre  alt,  in 
Bro<Älyn.  —  Willard  Oscar  Carp enter,  musikalischer  Kri- 
tiker, ti  etwa  60  Jahre  alt,  in  Troy  (Amerika).  -—  Frau  Sarah 
Metzger,  bekannte  Gtesangssolistin  in  Kirche  und  Concert, 
t  in  Baltimore. 


Kritischer  Anhang. 


Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.  „Tannhäuser  und  der  Sänger- 
krieg auf  Wartburg".  Leipzig  und  Baden-Baden,  Constant in 
Wild's  Verlag.     1899. 

Man  möchte  fast  bezweifeln,  ob  das  Bedürfniss  nach  Leit- 
faden zum  Verständniss  der  Werke  Wagner*s  noch  vorhanden 
sei,  wenn  nicht  das  stets  erneute  Erscheinen  von  solchen 
darauf  schliessen  liesse,  dass  ein  grosser  Theil  des  Publicums 
sie  kauft  und  liest.  Das  ist  an  und  für  sich  ein  ganz  erfreu- 
liches Zeichen  von  Interesse,  und  es  lässt  sich  so  lange  Nichts 
dawider  sagen,  als  Diejenigen,  welche  das  Publicum  belehren 
wollen,  au(3i  selbst  von  der  Sache  genügend  unterrichtet  sind. 

Leider  kann  man  dies  vom  Verfasser  des  oben  erwähnten 
Schriftchens  nicht  sagen.  Hr.  Dr.  Dwelshauvers-Dery  hat  sich 
durch  sein  mannhaftes  Auftreten  gegenüber  der  „Cavalleria 
rusticana"  einen  guten  Namen  gemacht,  —  schade,  dass  uns 
sein  neues  Werkchen  zu  entschiedenem  Auftreten  gegen  ihn 
zwingt.  Seine  Schrift,  deren  Vorwort  verspricht,  einen  Bei- 
trag zum  Verständniss  des  „Tannhäuser"  im  Sinne  Wagner's 
zu  liefern,  wird  durch  einen  geschichtlichen  Theil  eröfinet; 
gleich  auf  dessen  zweiter  Seite  wird  der  Ausspruch  Wagner's 
angeführt,  laut  welchem  er  als  Quelle  zum  „Tannhäuser**  u.  A. 
das  „Volksbuch  vom  Tannhäuser**  benutzt  haben  will,  ohne 
dass  Hr.  D.-D.  Etwas  dagegen  einwendet;  wie  oft  ist  nun  schon 
festgestellt  worden,  dass  ein  solches  Volksbuch  gar  nicht 
existirt !  —  Schon  auf  der  nächsten  Seite  begegnen  wir  einem 
noch  schlimmeren  Schnitzer:  Hr.  D.-D.  erzählt  uns,  dass  Wag- 
ner vor  dem  „Tannhäuser**  einen  „Manfred** -Stoff  habe  bear- 
beiten wollen. —und  diesen  „Manfred**  hält  er  fiir  identisch  mit 
dem  Byron's!  Als  ob  nicht  schon  in  der  „MittheiluDg  an 
meine  Freunde**  stünde,  dass  dieser  Held  «in  Hohenstaufen- 
sohn  sei !  Als  ob  nicht  schon  seit  drei  Jahren  der  volle  Ent- 
wurf zu  diesem  Drama  („Die  Sarazenin**)  in  den  „Bayreuther 
Blättern**  vorläge! 

Nach  einer  Aufzählung  der  wichtigsten  „Tannhäuser**- 
Aufführungen,  unter  welchen  wir  die  Weimarer  unter  Liszt 's 
Leitung  und  die  Wiener  von  1883,  bei  welcher  doch  Wagner 
persönlich  die  „Pariser  Bearbeitung**  in  Deutschland  einführte, 
vergebens  suchen,  bespricht  Hr.  D.-D.  auf  knapp  sechs  Seiten 
die  Charaktere  des  Stückes.  Das  von  Wagner  selbst  in  den 
Schriften  „Eine  Mittheilung  an  meine  Freunde**  und  „Ueber 
die  Aufführung  des  »Tann Däuser«**  hierzu  gegebene  reiche 
Material  bleibt  dabei  so  gut  wie  unbenutzt.  So  erfahren  wir 
denn  über  die  berechtigte  Seite  im  Wesen  der  Venus  gar 
Nichts;  auch  werden  wir  keineswegs  darüber  aufgeklärt,  was 
Wagnaer  meint,  wenn  er  sagt,  als  Tannhäuser  im  Sängerkriege 
das  Ltob  der  Venus  singe,  meine  er  die  Elisabeth.  Auch  dar- 
über, warum  Tannhäuser  vom  Papste  nicht  erlöst  wird,  nicht 
erlöst  werden  kann,  schweigt  sich  der  Verfasser  aus;  das 
Problem  der  Dichtung  wird  kaum  einmal  gestreift. 

Der  dritte,  grösste  Theil  des  Heftes  bespricht  „Handlung 
und  Musik**,  und  zwar  in  der  Weise,  dass  dabei  die  ganze 
Handlung  des  Stückes  erzählt  und  das  hier  und  da  erfolgende 
Erklingen  der  Motive  erwähnt  wird.  Franz  Liszt  konnte  das 
vor  40  Jahren  in  seiner  Schrift  über  „Tannhäuser**  mit  voller 
Berechtigung  thun,  —  die  Frage,  ob  so  Etwas  auch  heute 
beim  „Tannhäuser**  noch  noth wendig  ist,  können  wir  glück- 
licherweise verneinen !  —  TJebrigens  beweist  Hr.  D.-D.  bei  Be- 
sprechung der  Ouvertüre,  dass  er  Wagner's  Programm  dazu 
nicht  kennt. 


Ob  ein  Bedürfniss  nach  Hrn.  D.-D.'s  Schrift  vorhanden  war, 
bezweifeln  wir;  die  „Tannhäuser** -Aufsätze  des  „Bayreuther 
Taschenbuchs**  1891,  unter  denen  ich  die  knappe  Besprechung 
des  musikalischen  Theils  von  Smolian  hervorheben  möchte, 
boten  mehr,  Besseres  und  Richtigeres. 

Dr.  Rudolf  Schlösser, 


Neue  Märchen-Musik. 


Eugen  Grüel.     „Die  Nesselkönigin**,  Op.  28.      Quedlinburg, 

Chr.  Friedr.  Vieweg. 
Arthur  Menzel.     „Das  Märchen  vom  Nusszweiglein**,  Op.  3. 

Frankfurt  a.  M.,  Steyl  &  Thomas. 
Carl  Beineeke.     „Schneeweisschen  und  Rosenroth**,  Op.  208. 

Leipzig,  Gebrüder  Reinecke. 
Ferd.  Witzmann.     „Aschenbrödel**.  Düsseldorf,  L.  Schwaim. 

So  Viele  auch  kommen,  um  sich  das  Scepter  auf  dem 
Gebiete  der  tönenden  Märchen  anzueignen,  er,  der  Entdecker 
derselben,  Carl  Reinecke,  bleibt  doch  noch  der  Herrscher  und 
Gebieter,  und  wenigstens  so  lange,  bis  Einer  auf  nicht  ge- 
kannten, neuen  Wegen  ins  Land  zu  gelangen  weiss.  Vor- 
läufig sitzt  Carl  Reinecke  noch  fest  auf  dem  Throne  und  von 
den  genannten  vier  neuen  Werken  ist  das  Seine  wieder  das 
hübscheste.  Die  von  Heinrich  Carsten  sehr  reizend  behandelte 
Geschichte  von  dem  in  einen  Zottelbär  verzauberten  Prinzen,  den 
Schneeweisschen  und  Rosenroth  von  dem  bösen  Spuk  befreien 
und  dem  Erstere  nachher  die  Hand  zum  Ehebunde  reicht, 
ist  mit  zehn  durch  declamatorische  Sätze  verbundenen  Musik- 
stücken ausgestattet.  Zuerst  spricht  der  Dichter  in  einem 
einstimmigen  Prolog-Chorsatz  über  die  Dinge,  die  er  vorzu- 
tragen beabsichtigt,  worauf  ein  graziöses  Duett  mit  Chor, 
welche  Nummer  von  allerliebstem  Effect  ist,  ein  ausserordent- 
lich zartes  und  feines  „Ave  Maria*'  für  drei  Solostimmen,  ein 
in  seinem  Verlaufe  immer  lebhafter  und  lustiger  werdendes 
Duett,  zwei  charakteristische  Kobold-Chöre,  ein  abermaliges 
Duett,  ein  freundlicher  Chor  der  Rosenelfen,  ein  Liedchen 
des  Schneeweisschen  und  ein  Schlussensemble  folgen.  Zur 
Darstellung  des  Carsten-Reinecke'schen  Stückes  sind  eine 
Dame  oder  ein  Herr  für  die  Declamation,  drei  Solistinnen 
(zwei  Soprane  und  Alt),  weiblicher  Chor  und  ein  guter  Ciavier- 
spieler erforderlich. 

Nach  diesem  Werke  hat  Arthur  Menzel's  „Märchen  vom 
Nusszweiglein**  das  grössere  Interesse.  In  ihm  wird  textlich 
ebenfalls,  und  zwar  nach  einer  Dichtung  von  Ludwig  Bech- 
stein,  eine  Bären-Geschichte  erörtert,  worin  Meister  Petz  sich 
nach  langem  Hin  und  Her  an  der  Hand  der  liebreizenden 
Hilda  in  einen  Prinzen  verwandelt.  Musikalisch  ist  manches 
Frische  und  Angenehme  darin,  das  man  mit  Vergnügen  hören 
wird  und  das  von  des  Componisten  Talent  Kunde  gibt.  Menzel 
bedient  sich  aber  noch  zu  billiger  Mittel,  um  die  Textesworte 
unterzubringen  und  modulatorisch  weiter  zu  kommen;  er 
transponirt  mit  besonderer  Vorliebe  kurze  melodische  Phrasen 
in  mehrmaliger  Wiederholung  und  bringt  solche  rosalien- 
artige  Sätze,  die  mit  Recht  sehr  verrufen  sind.  Dieses  üebel 
wir  müssen  es  so  nennen,  ist  über  das  ganze  Werk  verbreitet, 


433 


aber  am  schlimmsten  sind  doch  das  Gmoll  Seite  14,  wo  die- 
selben zwei  Takte  sich  gleich  vier  Mal  hintereinander  auf 
verschiedenen  Tonstufen  wiederholen,  das  darauf  folgende 
.'Zwischenspiel,  in  welchem  das  eintaktige  Motiv  ohne  Unter- 
brechung zwölf  Mal  erscheint,  das  Baritonsolo  Seite  46,  das 
eine  ähmiche  Schusterarbeit  aufweist,  das  Instrumentalstück 
Seite  50,  das  spätere  Edur-Neunachtel  der  Hilda  und  der  Chor- 
Beigen  am  Anfanjg^des  dritten  Theils  davon  gekommen.  Es 
ist  wahr:  dieses  Aind  von  Arthur  Menzel's  Muse  hätte  vor 
seinem  Erscheinen  in  der  Welt  noch  einen  Cursus  in  einer 
Besserungsanstalt  durchmachen  sollen,  und  seine  mancherlei 
Tuenden  wurden  mehr  zur  Geltung  gekommen  sein,  als  wie 
es  letzt  der  Fall  ist,  wo  ^bei  den  Kosen  gleich  die  Dornen 
stehn".  Das  Stück  ist  übrigens  ziemlich  anspruchsvoll  und 
verlangt  neben  Frauenchor  und  Gla  vi  er  begleit  ung  die  Be- 
setzung von  fünf  Solopartien. 


Die  beiden  Märchen  von  Qrüel  und  Witzmann  sind  für 
jugendliche  Sängerinnen  vorhanden  und  technisch  VTie  musi- 
kalisch einem  noch  wenig  entwickelten  Leistungsvermögen 
angepasst.  Beide  Componisten  wussten  mit  den  zur  Verfügung 
gestellten  bescheidenen  Mitteln  recht  Brauchbares  zu  beschaffen 
und  bei  aller  Einschränkung  die  Sachen  von  angenehmer  Wir- 
kungsfähigkeit zu  machen.  Grüel's  „Nesselkönigin"  (Dichtung 
nach  Andersen  von  Helene  Binder)  fordert  Declamation,  So- 
pran- und  Altsoli,  dreistimmigen  Chor  und  Clavierbegleitung, 
während  Witzmann's  „Aschenbrödel"  (Dichtung  von  Emil 
Looss)  zwei  Sprechrollen,  vier  Solopartien,  zweistimmige  Chor- 
sätze und  Accompagnement  am  Pianoforte  enthält.  Letzteres 
Märchen  ist  zur  scenischen  Darstellung  bestimmt  und  kann 
jungen  Mädchen  dienen,  die  sich  einmal  in  einer  Kleinigkeit 
als  Gomödianten  versuchen  und  amusiren  wollen. 

Louis  Bödecker. 


B  I*  i  e  f^k  a.  8  t  e  n« 


F.  F.  in  B.  Hr.  Houston  S.  Chamberlain,  der  Verfetöser 
der  kürzlich  von  uns  angezeigten  geistvollen  Brochure,  wohnt 
nicht  in  Paris,  sondern  in  Wien. 

F.  y,  in  S,  Ihre  Mittheilung,  dass  Hr.  Prof.  Dr.  J.  und 
Einige  seiner  auf  seine  Autorität  schwörenden  Schüler  im  n. 
Winter  trotz  der  abfälligen  Beurtheilung,  welche  das  8.  Violin- 
concert  von  Bruch  bei  allen  ernsteren  Musikern  und  Kritikern 
gefunden  hat,  fortfahren  würden,  Propaganda  für  dieses  Opus 


zu  machen,   ist   zwar   seltsam,    aber  aus  gewissen  Gründen 
nicht  unglaubhaft. 

L,  E.  A,  in  F,  Für  Ihre  uns  brieflich  geäusserte  An- 
sicht über  H.  wollen  wir  in  Ihrem  eigenen  Interesse  die 
jetzige  Hundstagshitze  verantwortlich  machen,  denn  unmög- 
lich kann  ein  vernünftiger  Mensch  solchen  Blödsinn,  wie  Sie 
ihn  zu  Papier  gebracht  nahen,  vertreten. 


Anseisroi^ 


G.  ^ecüsiein, 

FlOsrel-  und  Planlno-Fabrlkant. 


Sr.  Maj.  des  EalserB  von  Dentschland  nnd  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Dentschland  nnd  Königin  von  Prengsen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser],  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentschland  und  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 

I^ondon   W . 


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I.  Fabrik:    5— -7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
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Tenor  Ko.  461—600,  Bariton  und  Bass  No.  601—700. 

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(God  Mve  the  Qiieen).     1  ^  —   Choral  von  ScUfit«  mit  Praelndinm  and  VariatloDen.     1  ^    —    Concert-Alle- 

gro.  1  ^  —  Sechs  leichte  Praeludien.  70  ^.  —  Leichte  Praeludien.  l  .^  —  Sechs  Postludien.  70  4. 
—  Praeludien  und  Postludien.  l  .A  —  46  Praeludien  in  vencliledeDen  Tonarten  za  den  meist  bekannten 
Chorftlen.  4  ^  60  4. 
nP&dagogiacher  Jahregbericbl",  heraUBgegeben  ron  Prof.  Dr.  Dittea,  Bcfareibt  u.  A. :  Die  2.  Phantasie  ist  ein  dukbam 
Coaeertstaek  mit  elgenthtlmllehem  OeprBfe.  Der  4.  ist  der  Choral  „Lobet  den  Henen"  tu  GrunJe  gelegt.  Die  darau  eat- 
wiekene  sebSne  Phanta«ie  einet  slob  sebr  »obl  bei  feBtUchen  Oel^«nbelten.  —  ,Oott  erhalte  Franz,  den  itaiaer"  wird 
•ehr  aailebend  und  «IrkaanTall  variirt  —  Das  Concert-Allegro  ist  in  der  Sonafenform  gehalten  und  immalrt  4imk  aeiaea 
HTeetrelehen  Setalnsa.  —  Die  8  Orgeltrnphoalen,  in  denen  da^  kflastleriaebe  Sehaffea  des  uardlsehen  lltaeUten  riffelt, 
NDd  natarltcb  im  Sonaten stile  —  mehr  freier  Inatromentalstil  —  concipirt  Obwohl  sich  an  die  insfru mentalen  Alt-  und  Grora- 
meiBtet  anlehnend,  gebt  dennoeb  nnser  treffUeber  Melater  getrost  seine  eigenen  Weg«  u.  b.  w.  [864.1 


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Verisg  von  Breitkopf  &  Hürtel  in  Leipzig. 

Nene  Clavierwerlte. 

Dreszep,  Anast.  W.,  Op.  28.    Scherzo.    Jt  3,—. 
Jadassobn,  S..   Op.  115!    Seohs  Einderstücke  zu  4  Händen. 

Jt  4,—.  [866b.] 

Op.  116.    FandauM  und  Menuett  (aKanons).    J(  2,50. 

Haas,  Louis,   Op.  13.      Erinnerung   an    Norwegen.      No.  Ö. 

Volkstanz.    Jt  1,60. 
■oore,  Graham  P.,   Ooncertstiick   nach  dem  Gedicht  „Sea- 

weed"  („Meermis'')  von  Longfellow.    Jt  4,—, 
Daraus:  Scherzo.  Jt  1,25.     Arioso.  Jf  1,25. 

Liebesflehen  (Pleading).  .Ä  1,50.    Valfle-Caprice.  JH,60. 

Fünf  Ciavierstücke,  Op.  22.    j*  6,—. 

1.  Valae  po^tiqne.  Jl  1,36.  9.  Bomance.  Jt  1,26.  8.  Ta- 
ranteUe.  Jt  1,75.  4.  Sonnet.  J(  1,26.  5.  Ballade. 
Jf  2,—. 

Chromatische  Etüden   Op.  24.    Heft  I,  IT  je  .><  3,—. 

Hochzeit  im  Dorfe.    6  Charakterstücke,  Op.  12.  Heft  I, 

n  je  Jt  3,-. 
Vogel,  Moritz,  Op.  68.    3  leichte  Sonaten  je  Jt  3,—. 
Wurm,  Mary,  Op.  28.    Tanzweisen  zu  4  Händen.     Jt  4,—. 

^  Beapbeitungen.   ss 

Elehborn,  Hermann,  Op.  II.  Bondo  brillant  für  Waldhorn 
und  Ciavier.    Au^fabe  zu  4  Hunden.    J(  8,60. 

Dasselbe  zu  2  Händen  von  Aug.  Hörn.    Jt  2,—. 

Grtegr,  Edvard,  Op.  13.  Sonate  (G)  fitr  Violine  □.  Pianoforte 
zn  vier  Händen  bearbeitet  von  Gustav  Sandra.  Jt  6,60. 

Uszt,  Franz,  Le  Triomphe  fun^bre  du  Tasee;  zn  vier  Hän- 
den bearbeitet  von  Arthur  Hahn.    Ji  8,—, 


Verlag  von  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 

Joh.  Seb.  Bach's 

Wohltemperirtes  Ciavier,  hemuegegebenvon 
CapI  Rainaciie. 

Analytische  Ausgabe.  2  Theile  je  3  JI.  [867.] 
Da  die  Erkenntniss  von  dem  kunstvollen  Aufbaa  einer 
Fuge  nicht  von  jedem  Jünger  der  Tonknnst  erwartet  werden 
kann,  während  der  richtige  und  ersch<>pfende  Vortrag  doch 
von  einer  solchen  abhängt,  so  hat  der  Herausgeber  dieser 
neuen  Ausgabe  des  ^Wonltemperirten  Olaviera"  versnobt, 
durch  einen  kurzen  Hinweis  auf  das  jedeemalige  Eintreten 
des  Fugentbemas,  auf  dessen  ümkehnmg,  VergrOesernng  oder 
Verklemerung,  auf  die  Verwendung  des  Oontrapunots  u,  s.  w. 
eine  Analyse  jeder  Fuge  zu  geben. 


Bepün  W.     Potsdamepstpasse  Mo.  XOi 

Klindworth'sche  MusikscMe. 

Der  Dnterrlobt  nach  den  Sommerferien  beginnt  am 
2.  September,  die  theoretischen  Lebrg;ange  am  3.  October 
1892.  —  Aufnahme  neuer  Scbitler  stets  Dienstags  and  Freitags 
4 — 6  Uhr  in  der  Wohnung  des  Directors.  Jäbdiohes  Honorar 
120—400  Hafk.  Pläne  der  Schule  sind  aus  der  Schule  und 
durch  die  ersten  Musikalienhandlungen  in  Berlin  kostenfrei 
zu  beziehen.  [869.] 

Director  Carl  Eündwortta. 

leo.    PotsdMaerstr.    B  e  r  1  i  n  W. 


486 


Städtisches  Conservatorium  für  Musik  zu 

Strassburg  i.  Eis. 

Das  Unterrichtsjahr  1892/93  beginnt  am  21.  September  d.  J.  Anmeldungen  zur  Auftiabme  werden  von 
dem  unterzeichneten  Director  am  17.,  19.  und  20.  September  Vormittags  von  8 — 12  Uhr  und  Nachmittags  von 
3 — 5  übr  im  Anstaltsgebftude  (Kleberplatz)  entgegengenommen. 

Aucb  werden  daselbst  ausfübrliche  Prospecte  ausgegeben. 

Die  UnterricbtsHu^ber  sind: 
Sologesang  (Director  Stockbausen,  Frau  Bucquoy-Weber);  Operngesang  (Brucb);  Chorgesang  (Director  Stock- 
hausen); Ciavier  (als  Hauptfach  Blumer,  Somborn,  Frau  Ducas-Mayerhofer,  Frl.  Mübleisen;  als  Nebenfach 
Münch  und  Scharschmidt);  Violine  (Schuster,  Nast  und  Elingler);  Viola  (Klingler);  Violoncell  (Roth); 
Contrabass  (Geissei);  Flöte  (Rucquoy);  Oboe  (Hofhansel);  Clarinette  (Eberhardt);  Fagott  (Wittmann);  Hom 
(Henry);  Trompete  (Riff);  Posaune  (Scbarscmidt);  Orgel  und  Liturgik  (Münch  und  Gessner);  Harmonielehre, 
Contrapunct  und  Musikgeschichte  (Somborn);  Ensemble^  und  Orchesterspiel  (Schuster);  Solf^ge  (Bahre  und  Hardt). 

Strassburg  i.  Eis.,  im  August  1892.  [870a.] 

Der  Director  des  städt  Gonservatoriums 

Professor  Franz  Stockhausen. 

Conservatorium  für  Musik 

zu  Wiesbaden. 

raria.] 

Unterricht  in  allen  Gehieten  der  Tonkunst       36  Lehrkräfte,  u.  A.  die  Herren  Professor  F.  Mannstaedt, 

Dr.  Hugo  Riemann,  Kammervirtuos  O.  Brückner,  k.  Goncertmeister  Müller,  Edm.  Uhl. 

Frequenz  im  vergangenen  Schuljahre:    365  Besucher. 

Honorar  100  bis  300  Ji  per  Jahr   incl.  aller  Nebenfücher.    —    Beginn   des   Wintersemesters: 

10.  September.    —    Prospecte  kostenfrei;  jede  weitere  Auskunft  durch  den  Director 


Conservatorium  der  Musik  in  Mainz, 

gegründet  von  Paul  Schumacheri 

unter    Direction    des   BLerrn 

Hermann  Genss, 

Professor  und  Ehrenmitglied  der  königl.  Akademie  in  Bologna. 

[772a.] 
Unterricht   wird    ertheilt   in    allen  Zweigen  der  Tonkunst  vom  ersten  Anfang  his  zur  vollen  Concertreife. 

Dramatischer  Unterricht  —  Beginn  dos  Wintorlialbjahrs:  15.  September.  Auftiahmen  finden  zu  Jeder  Zeit 
statt.  Prospecte  gratis  und  fhinco.  Ebenso  jede  gewünschte  Ausicunft  durch  das  Secretariat,  IMittl. 
Bleiche  40. 


Soeben   erschien  in 

Gonstantin  Wild's  Verlag,  Leipzig  und  Baden, 

und  ist  duroh  alle  Buoh-  und  Musikalienhandlungen  zu  beziehen: 


Tannhäuser 


Die 


Meistersinger 


und  der  SAngerkrieg  auf  Wartburg  y  besprochen  von 
Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery.    2.  Auflage.    Freie  Ji  —,60. 


iron  NOrnberg«     Zur  Einfübrung  in  das  Werk.    Eine  Studie  von 

Dr.  Hugo  Dinger.    Preis  M  1,—. 

[878a.] 


486 


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JBedeutendflte  Pianoforte-!Fabrlk  Europas! 

FlOgel  und  Pianinos 

\r€>ix  anerkannt  unfiLl>eirtro£rener  Haltbarkeit 

und  edlem,  siangT-eiol&em  n7on. 


-'^^n/l/l/lr     Vertreter  Tae: 


VerlKa'ufsna.ag&xlxxe  azx  allezx  'bed.eta.texi.cLer( 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


^1/IAAj^ 


Adolf  Klsmanii, 

Violin-Virtuos.  [876q.] 

Dresden-Aa    A.malienstr.  lO,  II. 

Alfred  KLrasselte 


[876—.] 


Haden-Baden. 

Vertr.  H.  Wolir*    Berlin. 


Conoertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 

orohesters.  [877—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wiliielm-Strasse  21. 

henogl«  säohs.  Hof^ianisti  Professeur  snp^rienr  am  Oonservatoriam 

zn  öenf  (Sohweii).  [878—.] 

Goneert-Vertretang:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Clara  Hoppe, 

Conoert-  und  OpatoFiensSngepln  (Sopran). 
[879f.]  FrankAirt  a.  Oder. 

geleite  perl^ 

Concertr  nnd  OratorieasäDgerin  (Sopran). 

Sondershansen,   Friedrichst.  21.        [880aa.] 

VoilstäDdige  Aosbiidong  fQr  Oper  n.  Coneerl 

EnBemble-Uebnngen.     Rollenstndinm. 

Von  mir  ausgebildete  Scbüler:  Magdalena  Jabns,  Selma 
Scboder,  Carl  Scbeidemantel  u.  A.  m.  [881—.] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gresanglehrer. 


Sonatenstudien 

für  Pianoforte  nnd  Violine. 

Ausgewählte  Sätze  aus  den   Werken   classiscber  und  neuer 
Meister  fiir  Unterricht   und   praktischen  Q^braucb, 

herausgegeben  von  Friedrlcli  Hermann. 

9  Hefte  Je  8  M. 

Heft  I.  n  (leicht).     Heft  HI.  IV.  V  (minder  leicht;. 
Heft  VI.  Vn.  Vin.  IX  (massig  schwer). 

Die  deutschen  Meister  der  Tonkunst  haben  uns  einen 
Schatz  gegeben,  den  keine  andere  Nation  in  gleichem  Werthe 
aufzuweisen  hat:  die  Hausmusik.  Von  ihren  Kunstformen 
ist  es  besonders  diejenige  der  Pianoforte-Violin-Sonate,  welche 
die  grossen  Meister  mit  unvergänglich  schönen  Werken  be- 
reichert haben.  Der  Herausgeber  hat  es  für  nützlich  gehalten, 
eine  Auswahl  einzelner  Stücke  aus  den  Pianoforte-Violin- 
Sonaten  vorzunehmen ,  welche,  von  Leichtem  zu  SchwasaBft, 
von  EinfEtchem  zu  breiter  und  kunstvoller  Ausgeführtem  auf- 
steigend, den  Spielern  das  Verständniss  für  den  musikaJischen 
Inhalt  eines  Werkes  immer  näher  rücken  soll.  [882.] 

Verlag  von  Breiticopf  &  Härtel  in  Leipzig. 

Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig.        [883.1 

Werner,  An«;.,  Op.  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Ji  2,—. 


Verlag  von  Carl  Orüninger  in  Stuttgart. 

ßliWierSCtiule  ErBresIt^nr, 

Director    des   Berliner   Conservatoriums    und 
Clavierlehrer-Seminars. 

Bd.  I.    (6.  Auflage)  J^  4,60.,  Bd.  H.    Ji  4,60., 
Bd.  nf.  (Schluss)  J6  3,60. 

Die  Urtheile  der  höchsten  musikalischen  Auto- 
ritäten: d* Albert,  Prof.  Seharwenka,  Klindworth, 
Moszkowski,  Prof.  Gernsheim,  Prof.  0.  Paul, 
Frau  Amalie  Joachim  u.  A.  stimmen  darin  über- 
ein, dass  Breslaur^s  Werk  in  seiner  Eigenart,  die 
Schüler  technisch  und  namentlich  musikalisch  zu 
erziehen,  nnerrelclit  dasjteht.  [884a.] 


Füi"  ein  Orchester  in  Irland  wird  ein  f885a.] 

Solo-Violoncellist 

gesucht.    Gehalt  ca.  £  130—150.     Englisclie  Spraoh- 

kenntnisse  erforderlich.  Beflectanten  wollen  Bewer- 
bungsschreiben zur  Weiterbeförderung  an  E.  Hatzfeld,. 
Musikverlag,  Leipzig,  Thalstrasse  21,  einsenden. 


Dmck  von  0.  0. 
Hierzu  eine  Beilage  von 


Röder  in  Leipzig. 
C.  F.   Peters  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  1.  September  1892. 


Hnk  iliiiitckc  BKk-,  [Uli 
ul  luitiiiiikiiiiiipi,  uwit 
Unk  Uli  pmilBier  ii  Mdiiii. 


^^ 


>'"'"»  -m  '■v-r  MtUimU  ZiiiE 

-  ffir  Ifnaitflr   ^^^•r\r\    TifnailrfpomidQ  ^lö 


f  IT  du  iiiltalluti  f  KkiUUtt 

MtUimU  ZiiiEilniEii  tili  II 
HMicienr  ii  mrMlni. 


fOr  Musiker  _uiidjffusikfreun(ie. 

Verantwortliclier  Rcdactenr  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,   Königsstraaoe  6. 


w 


XIM.  Jahrg.] 


Das  Muiikalische  Wochenblatt  erauLsint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  Ahonneaieutsbetrae 
für  das  Quartal  TOD  18  Nummern  ist  a  Mark;  eine  flinEelne Nummer  kostet  40 Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuzband  send  unf;  treten  nBohstehende  vierteljahrlieha  Abonnement«- 

ß'eiie  in  Kraft:  2  Mark  50  PF.  für  da»  Deutsche  Reich  und  ÜCBterreich.  -  2  Mark  76  Pf, 
r  weitere   Lfinder   de»   Allgemeinen  PostTercinB,   —   .rahreaabonnPinente  werden  unter 
ZiisnindeleKunK  rontehender  BezugebedingimKeD  berechnet. 
Die  InBertionB|;ebflbrm  f^r  den  Raum  einer  gexpalteneD  Petitzeile  betrugen  30  Pfennige, 


[No.  36. 


Cftilarobe  (Fortaetinng), 

qiutk.  —  Aafgsnihrt«  NovlUlei 
MltionilshTaln  der  Musik,  ao\ 


pMlUoiI 


QesiDRe  tat  gemiselilen  Ohor  a  upeUa,  Op.  1(M.    (Schluüii.)  —  TogeaKUchlB) 

_..,i,...  ,«...■ « L V..  >> imanta  und  Outapisl«  in 

-Itlachar  Anhang:   Hu  f 
d  Tran  spoaltionsl  ehre  In 


-  Coneertmnjokan. 

—  VennJMhte  Hicthiillaii^n  und  Notiien.    —   1 
B  Sjisteinfttisobu  LemprlnDlp  fUr  die  SchlBSBel-  i 


te;    Hiuikbriefe    aoa  Bavrentl 
Oper  ani)  Conoert.  —  Ktrohs] 


Kritik. 

Johannes  Brahms.     Fünf  Oesftnge  für  gemiecbten  Chor 
a  capella,  Op.  104.     Berlin,  N.  Simrock. 

Besprochen  von  Dr.  HelBFloh  SohenkeF. 
(Sohluas.) 

V.    Im  Herbst. 

Wenn  der  Gedanke  der  Vergänglichkeit  und  der  an 
ihn  grenzende  Gedanke  der  Ewigkeit  unseren  Meister  an- 
regen, so  steigern  sie  seine  Kraft  in  ungewölinlichem 
Uaawe;  es  ist — ob  ich  auch  nicht  gerne  Visionen  habe — , 
als  wollten  sie  seine  eigene  Unsterblichkeit  ihm  eröfliaen. 
So  lange  in  dem  Chor  das  Gedicht  von  dem  machtvollsten 
Stoffe  zehrt,  von  dem,  was  ans  Alle  bedrückt,  von  der 
Vergänglichkeit,  da  wirft  Brahma  thrtnenlos  ein  Bahrtuch 
Ton  Tönen  über  das  Gedicht.  Aber  freilich,  ist  die  letete 
Strophe  gekommen,  mit  ihrem  engeren  und  kleinlicheren, 
mit  ihrem  weichlichen  Inhalt,  da  verliert  sich,  sclieini  mir, 
seine  Begeisterung.  Brahms  —  er  ist  ein  ernster  Leser  — 
theilt  das  Gedicht  in  sechs  vierzeilige  Strophen ;  die  ersten 
Sätze  dieser  Strophen  enthalten  immer  das  allgemeinste 
Bild,  die  weiteren  Sätze  der  Strophen  geben  näheren  In- 
halt: Herknnft,  Ursache  der  Stimmung,  des  Bildes.  Man 
sehe  nun,  wie  Brahms  das  Verhältniss  der  ersten  Sätze  zu 
den  weiteren  löst.     So  heisst  es: 


oder  an  einer  anderen  Stelle: 


488 


dolce 


Sanft  wird 
dolce 


der    Mensch. 


Er      sieht 


^ — fj^-^f^^  \J  • 


dolce 


^^Trnz3 


dolce 


ra 


m 


m 


£ 


^ 


zs: 


^s 


Wie  genau  weist  der  Dominantenton  der  Melodie  auf 
das  Nächstfolgende  hin,  und  wie  schliesst  sich  dennoch 
der  Satz  bestimmt  ab!  Im  weiteren  Verlaufe  begegnen 
wir  einem  rhythmisch  charakteristischen  Motiv: 


Sopran. 


■  W- 


Jl 


fc±W     Jrf-^ 


rtsz 


■^ 


sinkt    auch 


das    Herz 


U.   B.   W. 


iaa  zugleich  in  seiner  Umkehrung  psychologischer  Wahr- 
heit vortrefflich  dient: 


Sopran. 


er   ahnt,      er  ahnt       des  Le  -  bens      wie  des  Jah- 


Der  Sopran  beh&lt  die  ganze  Zeit  hindurch  die  Führung; 
zuweilen  gehen  aber  auch  die  übrigen  Stimmen  über  blos 
harmonische  Erläuterungen  insofern  hinaus,  als  sie  in 
Anlehnung  an  ein  bestimmtes  Motiv  des  Bildes  be- 
stimmten, charakteristischen  Sinn  annehmen.  (Siehe  die 
Mittelstimmen  Takt  3  und  4,  8  und  9,  11  —  16  u.  s.  w.) 
Ebenso  enthält  der  Sopran  stellenweise  malerische  Momente: 
80  bei  den  Worten  „nach  dem  Süden  wallen",  „blinken 
entströmt".  Das  Licht  milder,  ausgesöhnter  Weltweisheit 
scheint  in  Brahms'  Empfindung  hineingeleuchtet  zu  haben, 
als  er  des  Menschen  gedachte,  „der  die  Sonne  sinken 
sieht,  des  Lebens,  wie  des  Jahres  Schluss  ahnt".  Welch 
ruhige  Hoheit  strömt  da  die  eintretende  Cdur-Tonart 
(GmoU  ging  ihr  voraus)  entgegen!  Dagegen  scheint  mir 
die  Musik  der  Pointe  „des  Herzens  seligster  Erguss"  von 
der  Höhe  herabzugleiten,  —  hat  mir  doch  Brahms  selbst 
zuvor  das  Maass  seiner  grossen  Auffassung  und  seiner 
grossen  Musik  eingegeben,  wonach  sich  meine  Empfindung 
richten  kann  und  muss.  Uebrigens  hat  Brahms  —  Recht, 
wenn  man  will,  denn  unmöglich  kann  ein  gross  denkender 
und  gross  empfindender  Mann  eine  inhaltlich  so  bedeu- 
tende Stimmung  —  in  einer  Thräne  austragen  und  auf- 
lösen ! 


Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

Bayreuth. 

Die    vorletzte    diesjährige    „Parsifal"-Auffiihrunfir  am 
15.  August  zeigte  keinerlei  Neubesetzungen  und  bietet  daher 


zu  einer  besonderen  Besprechung  keinen  Anlass.  Soviel  möchte 
ich  nur  noch  bemerken,  dass  Hr.  Easchmann  als  Amfortas 
dieses  Mal  nicht  den  verhältnissmässig  günstigen  Eindruck 
auf  mich  machen  konnte,  wie  acht  Tage  früher  in  der  gleichen 
Rolle:  Gesang  und  Spiel  litten  unter  einer  gewissen  Schlapp- 
heit und  Abspannung ,  die  man  wohl  aui  das  Conto  einer 
Indisposition  oder  der  sich  schon  recht  unangenehm  bemerk- 
lich machenden  Hitze  setzen  musste,  da  der  Künstler  sonst 
iseinem  lebhaften,  italienischen  Naturell  zufolge  zumeist  eine 
sehr  rege  Antheilnahrae  an  den  Actionen  auf  der  Bühne  be- 
kundete. 

So  wären  denn  nun  auch  die  diesjährigen  Festspiele  bei 
ihrem  Ende  angelangt,  und  es  erübrigt,  zum  Schluss  noch 
einen  kurzen  Rückblick  auf  ihren  Qesanunt verlauf  zu  thun. 
Bei  allen  Mängeln  in  Einzelnheiten.  die  sich  herausgestellt 
haben,  wird  doch  jeder  gerechte  Beurtheiler  denselben  als 
einen  glänzenden  und  das  künstlerische  Ergebniss 
als  ein  durchaus  vollkommenes  und  hohes  bezeichnen 
müssen.  Was  Orchester,  Chor,  Regie  und  die  grössere  Hälfte 
der  Solisten  geleistet,  war  Bayreuths  und  der  Werke  des 
heimgeganfi^enen  grossen  Meisters  würdig;  wird  man  erst  noch 
einmal  auch  in  den  dortigen  leitenden  Kreisen  zu  der  XJeber- 
zeugung  gekommen  sein,  dass  Musteraufführungen  nicht 
dazu  da  sind,  um  jüngeren  noch  nicht  erprobten  Künstlern 
zum  Experimentiren  zu  dienen,  wird  man  sich  erst  noch  von 
diesem  übrig  gebliebenen  Fehler  emancipirt  haben,  so  wird 
keinen  Augenblick  mehr  daran  zu  zweifeln  sein,  dass  wir  — 
was  die  künstlerischen  Darbietungen  anlangt  —  ein  ideales 
Bayreuth  haben  werden.  Denn  dafür  garantirt  der  fi;rosse 
künstlerische  Ernst ^  mit  dem  dort  Alles  angefasst  wira.  da- 
ftür  garantirt  die  Liebe  und  Begeisterung  tür'die  Wagnersche 
Kunst,  die  allen  Mitwirkenden  zu  eigen  ist.  Kein  Mensch 
wird  daran  zweifeln,  dass  Jeder,  der  berufen  ist,  an  den  Fest- 
spielen activ  theilzunehmen,  auch  bestrebt  ist,  sein  Bestes  zu 
feben ,  wenn  er  auch  bei  seinen  Bemühungen  auf  eine  falsche 
'ährte  gerathen  war.  Und  so  lange  diese  Gesinnungen  in 
Bayreuth  vorherrschend  sind,  so  lange  dürfte  auch  der  Be- 
stand der  Festspiele,  wenigstens  von  diesem  Gresichtspuncte 
aus,  gesichert  sein,  und  so  bleibt  uns  denn  Nichts  weiter 
mehr  übr.g,  als  der  Bayreuther  Sache  im  Interesse  des  ver- 
ewigten Meisters  und  seiner  herrlichen  Kunst  sm  all^i^  neuen 
Unternehmungen  von  ganzem  Herzen  Glück  zu  wünschen! 

F.  R.  Pfau. 


Carlsruhe,  Juli  1892. 
(Fortsetzung.) 

„Der  faule  Hans**  von  Alexander  Ritter,  die  erste  Opem- 
novität  dieses  Halbjahres,  erlebte  hier  am  4.  März  einen  ganz 
entschiedenen  Misserfolg,  der  mir  in  Anbetracht  der  hübschen 
und  patriotischen  Idee  und  der  zum  grössten  Theil  sehrge- 
schickten  und  wirkungsvollen  musikalischen  Factur  des  Wer- 
kes bedauerlich  erscheinen  muss,  den  ich  jedoch  andererseits 
wohl  erklärlich  finde  imd  vollständig  billigen  muss,  da  Bitteres 
Composition  sich  als  eine  zwar  mit  vielem  Geschmack  und 
reicher  Sachkenntniss  gearbeitete,  aber  jeglicher  Selbständig- 
keit bare  Gompilation  erwies.  Die  sehr  sorgfältig  vorbereitete 
Aufführung,  bei  welcher  Hr.  Lang  den  feiulen  Hans,  Hr. 
Heller  den  Grafen  Hartune^,  Frau  Keuss  die  Königin  sang 
und  die  Partien  der  sechs  Mägde  fast  durchweg  mit  Damen 
des  Solopersonales  besetzt  waren,  konnte  sicherlich  für  die 
sehr  kühle  Aufnahme  des  Werkes  nicht  verantwortlich  ee- 
macht  werden,  und  so  muss  die  Ursache  des  Fiascos  lediglich 
in  einer  gewissen  Lahmheit  und  stellenweisen  Albernheit  des 
Librettos,  sowie  in  dem  Umstände,  dass  Ritter's  Musik  fast 
ausschliesslich  bereits  sehr  ähnlich  Dagewesenes  recapitulirt, 
zu  finden  sein. 

Dass  ein  erst  durch  die  musik-dramatischen  Thaten  Wa£- 
ner's  zum  SelbstschafiPen  angeregter  Musiker,  der  also  nicht 
Anti- Wagnerianer  ist  oder  an  irgend  einem  sonstigen  künst- 
lerischen Bruchleiden  laborirt,  sich  dem  übermächtigen  Ein- 
flüsse Wagner's  nicht  entziehen  kann,  finde  ich  sehr  begreif- 
lich ,  muss  jedoch  andererseits  an  dem  Postulate  festhalten, 
dass  ein  Werk,  dem  wir  beifällige  Beachtung  schenken  sollen, 
doch  wenigstens  neben  den  fortlaufenden  Beminiscenzen  auch 
etwas  Eigenes  von  einiger  Bedeutung  enthalten  muss,  —  und 
das  eben  ist  bei  Bitter's  Oper  nicht  der  Fall. 

Ein  junger  paradoxer  und  des  innersten  Wesens  der  Musik 
jedenfalls   unkundiger   Weltverbesserer    meinte    einst   allen 


439 


£mstes,  daps  man  dereinst  bestimmte  mnsikaliBclie  Ausdrucks- 
wendungen ftür  alle  erdenklichen  Empfindungen  and  Stim- 
mungen lexikalisch  ordnen  —  sie  als  einzie^  giltige  themati- 
sche Typen  aufstellen,  —  und  dass  sodann  die  ganze  Thätig- 
kejt  des  Oomponisten  in  der  geschickten  Neuyerbindung  und 
Neuverarbeitung  dieser  Themen-Typen  bestehen  werde.  So 
absurd  diese  Idee  jedem  Bewunderer  einer  wirklich  schöpfe- 
rischen Kunstbethätigung  erscheinen  musste,  so  hat  jener 
Shantasielose  Phantast  mit  derselben  doch  nur  eine  Vorahnung 
essen  ausgesprochen!  was  wir  in  Bitteres  Musik  zum  „Faulen 
Hans*^  zu  youster  Wirklichkeit  werden  sehen.  Wenn  das 
trauliche  Träumen  unter  einer  Linde  durchaus  mit  Klängen 
des  „Waldwebens*'  besaitet  sein  muss,  wenn  ein  liebender 
Sohn  in  wehmüthiger  Erinnerung  seine  Mutter  nur  so  an- 
rufen kann,  wie  es  Parsifal  thut,  wenn  das  stürmische  Auf- 
treten einer  oder  mehrerer  Personen  nur  in  einer  dem  zweiten 
Vorspiele  des  „Tristan"  mehr  oder  minder  geschickt  nachge- 
ahmten Weise  musikalisch  wiedergegeben  werden  kann,  und 
wenn  schliesslich  alles  sinnende  Sichyersenken  nur  in  dem 
wundersamen  harmonischen  Dämmerscheine  der  „Meister- 
singer^-Art  zum  Ausdruck  gelangen  kann,  —  dann  ist  die 
Musik  wahrlich  keine  Kunst  me£r,  sondern  nur  noch  ein 
mehr  oder  minder  geschmackvolles  Zusammensetzen  gegebener 
Themenblüthen,  aus  denen  der  Ooraponist  dann —  dem  Gärtner 
ähnlich  und  gleich  diesem  oftmals  mit  Berücksichtigung  der 
holden  Geheimnisse  der  Blumensprache  —  einen  Strauss 
bindet. 

Das  mit  seinen  Sequenzen  schliesslich  auch  nicht  ganz 
originale,  sondern  im  schlechten  Sinne  Schumann'sche  Allegro 
der  Ouvertüre,  die  hagebüchene  musikalische  Charakterisirung 
des  Schmiedes,  der  allerdings  sehr  wohlgeluneene  und  hübsche 
Chor  der  Ml^zde  und  das  recht  uner bauliche  Ensemblesätzchen 
pIn  deines  Blickes  Wundermacht*'  —  das  ist  Alles,  was  Ritter 
im  „Faulen  Hans*'  an  wirklich  Eigenem  zu  geben  vermocht 
hat,  und  in  allem  Uebrigen  copirt,  imitirt  und  paraphrasirt 
er  sein  grosses  Vorbild,  welches  dereinst  wohl  in  Vorahnung 
seiner  Nachfolger  die  auch  fär  Kitter  verhängnissvoll  gewor- 
denen Worte  schrieb:  „Wer  ihn  hört  und  wahnbethört  sänge 
dem  Vogel  nach,  dem  brächt  es  Spott  und  Schmach.** 

Nun  —  Spott  und  Schmach  hat  die  Aufführung  des 
p^aulen  Haus*'  dem  Oomponisten  allerdings  nicht  eingetragen, 
—  Spott  höchstens  von  Seiten  der  Localpresse,  und  dieser 
richtete  seine  Spitze  weniger  gegen  den  Autor  des  Werkes, 
aXä  gegen  eine  Olique,  welche  Kitter  um  seiner  indirecten 
Beziehungen  zu  Bayreuth  und  seiner  directen  Angriffe  gegen 
Andersgläubige  willen  zum  Siege  hat  verhelfen  wollen,  — 
aber  mit  spärlichem  und  nur  den  Darstellern  geltendem  Bei- 
fall schied  das  Publicum  vom  „Faulen  Hans^,  der  seither 
auch  darauf  verzichtet  hat,  sich  nochmalig  um  die  Gunst  des 
Publicums  zu  bewerben.  Dass  Hr.  Hofoperndirector  Mottl 
sich  bei  einer  späteren  Gelegenheit  bemüssigt  fand,  dem  hie- 
sigen Publicum  und  der  hiesigen  Presse  einige  „liebenswür- 
dige Sottisen**  über  ihre  fast  einstimmige  Ablehnung  des 
„I^ulen  Hans**  zu  sagen,  durfte  uns  bei  der  etwas  selbst- 
herrlichen und  jeder  iu>weichenden  Meinung  gegenüber  sehr 
reizbaren  Charakterveranlagung  dieses  künsuerisch  mit  Recht 
so  hoch  dastehenden  Mannes  nicht  sonderlich  verwundern, 
dass  aber  Hr.  Mottl  bei  dieser  Gelegenheit  auf  das  Jahr  1884 
anspielte  und  die  damalige  Ablehnung  des  späterhin  so  all- 

gemein  anerkannten  „Barbier  von  Bagdad**  von  Seiten  des 
iesi^en  Publicums  als  ein  Exempel  anführte,  von  dem  das 
Publicum  nicht  genügend  gelernt  nätte—  somit  also  die  geist- 
volle und  durch  und  durch  originelle  Schöpfung  des  zu  früh 
verstorbenen  Cornelius  mit  der  musikalischen  Wagner-Nach- 
lese des  zu  spät  geborenen  Ritter  gewissermaassen  in  Einem 
Athem  nannte  — ,  das  konnte  uns  bei  ihm,  dem  zweiten 
Taufpathen  des  „Barbier  von  Bagdad**  und  dem  gründlichen 
Kenner  und  Verfechter  der  hochbedeutenden  Oornelius'schen 
Eigenart,  uns  wie  ein  lapsus  latrantis  linguae  anmuthen. 
Dieser  lapsus  passirte  bei  einem  Vortrage  ül^r  Peter  Corne- 
lius, welcner  lus  Einleitung  einem  von  Hm.  Mottl  veranstal- 
teten und  der  Premiere  des  „Cid**  vorausgeschickten  Cornelius- 
Abend  diente.  Das  weitere  Programm  dieses  Abends  bildeten 
Lieder  von  Cornelius^  gesungen  von  den  Damen  Reuss  und 
Königstätter,  Gedichte  von  Cornelius,  gesprochen  von  Hrn. 
Ho&chauspieler  Wassermann,  und  die  grosse  Schlussscene 
des  zweiten  .Oid**-Actes  von  Frl.  Mailhac  und  Hm.  Plan k 
unter  Mottl  s  geradezu  orchestral  wirkender  Clavierbeglei- 
tung  vorgetragen.  Endlich  dann  am  29.  April,  zum  Jubiläums- 
feste des  Grossherzogs,  folgte  die  Erstautführung  des  ganzen 
„Cid*^,  über  welche  ich  Ihnen  seinerzeit  bereits  in  Kürze  be- 


richtet habe,  und  wenngleich  dieses  Werk  —  gleich  den  übri- 
gen in  ihrer  tiefinnerlichen  Lyrik  so  eigenartigen  Oomposi- 
tionen  des  Dichtermusikers  Cornelius  —  auch  keinen  enthu- 
siastischen oder  lärmenden  Erfolg  erringen  konnte,  wie  sol- 
cher dramatisch  und  musikalisch  kraftvolleren  Schöpfungen 
(Wagner)  oder  weichlicheren  und  gewöhnlicheren  Hervor- 
bringungen (Nessler)  zu  Theil  wird,  so  haben  seine  weiteren 
drei  Wiederholungen  seine  schöne  Lebensfähigkeit  in  vollstem 
Maasse  erwiesen,  und  es  erscheint  mir  daher  wohl  angebracht, 
nunmehr  am  Schlüsse  meines  Musikbriefes  eine  nähere  Be- 
sprechung des  feinsinnigen  und  ergreifenden  lyrischen  Dramafl 
folgen  zu  lassen. 

(Schluss  folgt.) 


Dresden. 


Hochgeehrter  Hr.  Fritzsch! 


Bevor  die  regelmässige  Berichterstattung  über  die  Dres- 
dener Oper  beginnen  soll,  glaubt  Ihr  ergebener  Referent,  zu 
einigen  Vorbemerkungen  veranlasst  zu  sein.  Ob  und  in  wie 
weit  eine  Jede  der  Dresdener  Opernaufführungen  das  gewöhn- 
liche Maass  künstlerischer  Anforderungen  erfüllt  hat  oder 
nicht,  wie  die  Leistungen  jedes  einzelnen  auf  dem  Theater- 
zettel Genannten  zu  beurtheilen  sind,  das  ist  Sache  der  Local- 
kritik,  denn  es  kann  nur  für  den  Umfang  Interesse  haben, 
auf  den  sich  das  Wirkungsfeld  einer  einzigen  Bühne  erstreckt. 
Zudem  ists  mit  der  Theaterkritik  überhaupt,  da  sie  doch 
immer  nur  post  festum  kommt,  eine  eigenthümliche  Sache. 
Dramatische  Darstellungen  sind  Momenterscheinungen,  aller- 
hand zufällige  Ereignisse  treiben  ihr  Spiel  dabei.  Der  Kopf- 
schmerz eines  Capellmeisters  kann  der  best  vorbereiteten 
Aufführung  ihren  Glanz  nehmen,  und  die  gut^  Disposition 
eines  Sängers  vermag  über  eine  mangelhane  Einstudirung 
hinweg  zu  täuschen.  Was  hilft  es  viel,  wenn  zwei  Taee  nach 
Fallen  des  Vorhanges  die  Kritik  ihre  Bedenken  erbe  Dt?  Ich 
meine,  die  Kritik  würde  mehr  Positives  leisten,  wenn  sie  sich 
nicht  allein  an  die  Aufführungen  hielte,  sondern  auch  bei  den 
Proben  ihre  Thätigkeit  ent&lten  wollte.  Doch  das  nur  so 
nebenbei. 

Der  Leserkreis  des  „Musikalischen  Wochenblattes**,  der 
sich  aus  dem  musik-  und  theaterliebenden  Publicum  des  weiten 
Deutschlands  zusammensetzt,  dürfte  wenig  Interesse  davon 
haben,  zu  erfahren,  wie  diese  und  jene  Repertoire- Aufführung 
an  der  Dresdener  Oper  ausgefallen  ist.  Mit  Theaterreferaten 
soll  er  also  verschont  bleiben.  Wohl  aber  dürfte  es  sich 
lohnen,  immer  weiteren  Kreisen  davon  Kunde  zu  geben,  was 
von  den  Darbietungen  der  hiesigen  Oper  für  die  ausserhalb 
Dresdens  lebenden  Kunstfreunde  von  Interesse  sein  kann. 
Die  Dresdener  Oper  ist,  dank  tüchtiger  Leiter  und  vortreff- 
licher Künstler,  sowie  dank  der  reichen  Mittel,  über  die  sie 
durch  die  Munificenz  des  Königs  verfügt,  ihres  traditionellen 
Rufes,  ein  maassgebendes,  hervorragendes  Institut  zu  sein,  treu 

feblieben.  Und  darum  verdient  so  manches  Wesentliche,  was 
ier  unter  dem  Lichte  der  Lampen  geboren  wird,  über  die 
Grenzen  der  sächsischen  Hauptstadt  hinaus  bekannt  gegeben 
zu  werden.  Zudem  ist  der  wirkliche  Kunstfreund  immer  zu 
Vergleichen  zwischen  den  einzelnen  Bühnen  gern  aufgelegt, 
jedes  Theater  hat  sein  besonderes  Gepräge,  seine  besondere 
specielle  Art  der  künstlerischen  Wiedergabe.  Das  künstleri- 
sche Nachempfinden  ist  nie  ein  gleiches.  Ein  und  dasselbe 
Werk  enthält  auf  verschiedenen  Bühnen  auch  seine  ver- 
schiedenartige Erscheinung.  Gewiss  wird  es  nun  für  die  Leser 
des  „Musikal.  Wochenblattes*^  Interesse  haben,  zu  erfahren, 
was  im  Opernhaus  hier  an  der  Elbe  Wesentliches  und  Bedeut- 
sames für  die  deutsche  Oper  überhaupt  geleistet  und  ge- 
schaffen wurde,  es  kann  zu  nutzbringenden  Vergleichen  An- 
lass  geben,  und  die  Kenntniss  von  den  mannigfachen  Varia- 
tionen der  Bühnen  kunst  dürfte  für  das  kunstsinnige  Publicum 
überhaupt  willkommen  sein. 

Die  Bedeutung  der  Dresdener  Hofoper  liegt  in  dreierlei 
Dingen:  Orchester,  Chöre  und  scenische  Ausstattung.  Es  gibt 
im  Bereiche  der  deutschen  Oper  wohl  kein  Orchester,  das  in 
der  Klangfarbe  dem  Dresdener  gleichkommt.  Man  sagt,  Wien 
sei  in  den  Streichern,  Dresden  in  den  Holzbläsern  und  Berlin 
im  —  Blech  am  besten.  Nun  gut.  Wir  wollen  den  hiesigen 
Holzbläsern  nicht  an  den  alten  Ruhm  greifen,  obgleich  unser 
bester  Clarinettist,  der  auf  seiner  Schiumei  zu  singen  wusste, 
wie  Sar^sate  auf  der  Fidel,  seit  Jahren  todt  ist.  Ungleich 
wichtiger    als    jener    partielle    Klang    ist    der    Zusammeu- 

86» 


440 


klang  des  ganzen  Oroliesters.  Schnell 's  nnendlicli  feines 
Tongefiihl  hat  diesen  Zauber  ^eschafiPen  und  erhält  ihn.  Ein 
trefßicher  Künstler.  Recht  viel  trägt  die  gute  Akustik  des 
Hauses  dazu  bei,  aber  in  der  Hauptsache  ists  an  Schuch  ge- 
legen. Ohne  hinzuschauen,  merkt  man  durch  blosses  Hören 
§ar  leicht,  ob  Schuch  die  Schlacht  leitet  oder  nicht.  TJeber 
chuch's  Auffassung  Hesse  sich  gar  oft  debattiren,  der  Wag- 
nerianer, besonders  der  ßayreuther  traditionserfiillte,  schüttet 
mitunter  den  Kopf  dazu,  z.  B.  wird  es  ihm  seltsam  zu  Muthe 
bei  dem  Tempo,  das  Schuch  für  das  ^.Meistersinger" -Vorspiel 
nimmt:  —  klingt  ihm  auch  Manches  fremd  ins  Ohr,  so  kann 
er  doch  in  der  Yerwundenmg  auch  zur  Bewunderung  des 
„Fremden**  gelangen,  denn  Alles,  was  da  aus  der  Tiefe  kommt, 
quillt  in  einem  entzückenden  Flusse  reinster,  zartabgetönter 
!EJänge^  deren  lichtglänzender  Zauber  etwaige  kritische  Re- 
flexion zu  überstrahlen  vermag.  Schuch  ist  vor  Allem  Musiker, 
der  Dramatiker  dürfte  erst  in  zweiter  Linie  kommen.  Das  mag 
der  Grund  dafülr  sein,  dass  Schuch  noch  nicht  auf  den  Festspiel- 
hügel berufen  wurde.  Schuch  ist  vollkommen  selbständig  em- 
pfindend, er  gibt  das  Kunstwerk  in  eigener  persönlicher  Auffas- 
sung, in  eigener  geistiger  Prl^unf  wieder.  Schuch  dirigirt 
selbst,  er  wtlrde  sich  nie  dirigiren  lassen,  selbst  nicht  von  der 
allerheiligsten  Tradition,  erliesse  sich  nie  modeln,  nie  mottin! 
Die  Yenusberg-Musik  &  la  marcia  fimebre,  wie  in  Bayreuth 
jüngst  zu  hören,  wäre  in  Dresden  nicht  möglich. 

Dem  Orchester  zunächst  stehen  die  Chöre.  Weder  Berlin, 
München,  noch  Wien  erreicht  eine  so  vortreffliche  Durch- 
schnittsleistung mit  diesem  Factor,  wie  gerade  Dresden.  Die 
Klangwirkung  der  Chöre  ist  stets  rein,  minutiös  sicher  in  Ein- 
satz und  Rhythmus.  Die  schwieri^ten  Leistungen,  wie  z.  B. 
im  2.  Act  der  „Meistersinger**  und  m  Draeseke's  „Herrat**,  ge- 
rathen  hier  mit  einer  verblüfFenden  Accuratesse,  und  die  Regie 
weiss  auch  die  Massen  dramatisch  zu  beleben ;  theilnahmloses 
Herumlungern  des  Chorpersonals,  wie  es  anderenorts  die  dra- 
matische Wirkung  oft  so  tief  beeinträchtigt,  ist  in  Dresden 
kaum  einmal  zu  spüren.  Und  wenn  die  Regie  noch  mehr  thun 
wollte,  nämlich  den  allzuverwitterten  Bühnengesichtem  durch 
sorgfältigere  Schminkung  und  Maskirung  ein  individuelleres 
Aussehen  zu  verleihen,  so  würde  sie  alle  Anforderungen  erfhUt 
haben. 

Was  nun  die  decorative  Ausstattung  betrifft,  so  muss 
gern  zugestanden  werden,  dass  die  Bühnen  zu  Berlin  und 
Wien  an  Reich thum  Dresden  übertreffen.  Es  wird  dort  mehr 
Glanz  und  Prunk  entfaltet.  Was  aber  die  malerische  Stim- 
mung der  Scene  angeht,  so  darf  sich  unsere  Oper  getrost  mit 
den  Schwesteranstalten  messen.  Wir  haben  hier  nie  jene  auf- 
dringliche, äussere  Pracht,  die  wohl  zu  blenden,  nicht  aber 
zu  stimmen  vermag.  Die  poetische  Wirkung  der  Dresdener 
Scenerie  beruht  hauptsächlich  in  der  vorzüglichen  Art  der 
Beleuchtung.  Der  eigenthümlich  röthliche  Faroenton  und  der 
dadurch  hervorgerufene  ideale  Schein  des  Bühnenbildes  ist 
geradezu  ein  specielles  Charakteristicum  Dresdens. 

Sie  werden  verwundert  sein,  warum  ich  nicht  an  zweiter 
Stelle  das  Solo-Personal  genannt  habe.  Es  darf  wohl  als 
selbstverständlich  angenommen  werden,  dass  eine  erste  Bühne, 
wie  die  Dresdener,  auch  entsprechende  Kräfte  besitzt.  Aber  die 
obengenannten  drei  bedeutendsten  Factoren  sind,  mit  einigen 
besonderen  Aiisnahmen,  in  den  künstlerischen  Leistungen 
der  Dresdener  Oper  überwiegend.  Kommt  man  mit  Münchener 
oder  selbst  Leipziger  Eindrücken  nach  Dresden,  so  wird  man 
an  den  rein  dramatischen  Leistungen  hier  jenen  ausgeprägt 
schauspielerischen  Eindruck  vermissen,  zu  den  durch  Wagner's 
Bestrebung  die  deutsche  Oper  allmählig  gekommen  ist.  Die 
dramatischen  Leistungen  der  Solisten  beobachten  eine  gewisse 
vornehme  Zurückhaltung,  man  vermeidet  es  ebenso,  direct 
„opemhaft**  zu  sein,  wie  einen  realistisch  gefärbten  schau- 
spielerischen Ausdruck  anzuwenden.  Die  Leidenschaften  des 
Spiels  werden  zwar  richtig,  aber  nur  zart  angedeutet.  Es  ist 
für  mich  immer  interessant  gewesen,  kunsl^eübte  Fremde 
nach  den  unmittelbar  neuen  Eindrücken  in  Dresden  zu  be- 
fragen. Alle  waren  sie  entzückt  von  dem  Klang  und  der 
Feinheit  des  Orchesters,  von  der  Reinheit  der  Chöre,  der 
Schönheit  der  Scene,  nur  in  der  Darstellung  zogen  sie  die 
Leistungen  auswärtiger  Künstler  in  die  Debatte:  „Das  und 
das  drückt  unser  Vogl  doch  besser  aus**,  „Darin  ist  Schelper 
besser**,  „Das  bringt  die  Moran  effectvoUer**,  „Das  kann  nur 
die  Mark**  u.  s.  w.  Frug  ich  aber  nach  dem  Gesammtein- 
druck,  so  hiess  es  stets:  „Wundervoll**. 

Wohl  aber  soll  damit  nicht  gesagt  sein,  dass  die  Dres- 
dener Oper  nicht  auch  ganz  hervorragende  Sololeistungen  zu 
bieten  vermöge.   Aber  sie  sind  fremden  Gepräges.    Scheide- 


mantel und  Therese  Malten  haben  Bayreuther  Schulung. 
Besonders  Ersterer,  die  Sonne  unter  den  Dresdener  Sternen, 
hat  neben  dem  Himmels^eschenk  seiner  Stimme  eine  treff- 
liche Darstellungskunst  sich  zu  eisen  gemacht,  die,  weil  ent- 
fernt von  traditioneller  Schablone,  der  künstlerischen  Wirkung 
die  tiefsten  Stimmungen  menscnlichen  Seelenlebens  zu  er- 
schliessen  weiss.  Man  hatte  hier  den  „Tannhäuser**  in  der 
neuen  Pariser  Bearbeitung  gebracht.  Die  Aufführung  war 
mit  Aufbietung  allen  GlaüQzes  ausgestattet,  ein  neuer  Venus- 
berg, eine  neue  Sängerhalle,  ein  funkelnagelneu  gekleidetes 
Jagdgefolge  u.  s.  w.  und  doch  lag  die  bedeutendste  Wirkung 
des  Stückes  in  dem  einen  Moment,  wo  Wolfram  -  Scheide- 
mantel im  stummen  Spiele  Elisabeth  nachblickte.  Wie  Schelde- 
mantel  Das  gab,  lässt  sich  nicht  beschreiben.  Aber  mir  schienen 
in  diesem  Augenblicke  die  Tausende,  die  die  neue  Inscenirung 
gekostet,  überflüssig.  Solche  Darstellung  tru^  das  Kennzeichen 
Bayreuths.  —  Auen  Dresden  steht  m  einer  Tenor-Krise. 
Anthes  ist  ein  vorzüglicher  lyrischer  Tenor,  dem  man  ab  und 
zu  auch  Heldenrollen  anvertraut.  Aber  das  eigentliche  Tenor- 
Heldenfach  ist  nicht  entsprechend  besetzt.  Hr.  Gritzinger 
ist  zu  uns  gekommen,   nachdem  er  bereits  bei  Pollini  war! 


Als  Ersatz  mr  Gudehus  fungirte  eine  Zeit  lang  Hr.  Stritt, 
der  im  Rahmen  der  Dresdener  Bühne  Das  vorstellte,  was 
Schott  in  Leipzig.  Hr.  Gritzinger  ist  zwar  noch  besser  als 
Stritt,  allein  die  mannigfachen  ausgesungenen  Töne  seines 
Stimmregisters  können  uns  nicht  darüber  hinwegtäuschen, 
dass  der  Künstler  den  Höhepunct  seiner  Entwickelung  über- 
schritten hat. 

Von  den  Auftührungen,  die  ich  bis  zum  Beginn  der  Ferien 
hörte,  erschienen  mir  besonders  die  von  „Tannhäuser**  und  der 
„Cavalleria  rusticana**  bemerkenswerth. 

Die  Sängerhalle  ist  in  möglichst  treuer  Copie  des  Originals 
auf  der  Wartburg  hergestellt.  Das  wäre  an  und  für  sich  ganz 
hübsch,  wenn  es  nicht  scenische  Bedenken  dabei  gäbe.  ISäm- 
lich:  Die  beiden  Säle  der  geschichtlichen  Wartburg  bilden 
ein  längliches  Viereck,  dessen  untere  Seite  mit  der  Aussen- 
mauer  endet.  Die  Tribüne,  sowie  der  eine  Zugang  zum  Saale 
befinden  sich  an  der  oberen  Schmalseite.  Es  ist  nun  historisch 

fanz  getreu ,  wenn  der  Landgraf  und  Elisabeth  auf  der  Tri- 
üne  im  Hintergrunde  Platz  finden.  Die  streitenden  l%iieer 
aber  sind  dadurcn  in  die  schwierige  Lage  versetzt,  entweder 
dem  Publicum  oder  dem  Fürstenthrone  den  Rücken  zuwenden 
zu  müssen.  Besonders  aulKällig  geschah  das  Erstere  durch 
Hm.  Perron  (Wolfram),  der  im  Uebermaasse  des  Affects  aus 
der  ungünstig  placirten  Versammlung  einfieu^h  ausschied  und 
vor  die  Kampen  &Tis.  Wie  störend  dieses  Arrangement  wirkte, 
kann  man  sich  Teicnt  vorstellen.  Es  wäre  zu  wünschen,  dass 
die  so^nannte  „historische  Treue**  nicht  auf  Kosten  der  dra- 
matischen Wirkung  zur  Pedanterie  ausarte,  der  dichterischen 
Absicht  gebührt  der  Vorrang.  Im  eigensten  Interesse  der 
Sänger  dürfte  sich  die  Verlegung  der  Landgrafentribtüie  nach 
rechts,  was  durchaus  nicht  Wagner's  scenischen  Angaben 
widerspräche,  empfehlen.  —  Was  nun  die  „Cavalleria**,  die 
überall  so  oft  zu  hörende,  betriflt,  so  ist  in  Dresden  wohl  zu 
unterscheiden  zwischen  Bühne  und  Orchester.  Die  Leistungen 
des  Letzteren  sind  überraschend  grossartig.  Schuch  leitet  fast 
jede  Aufführung  der  „Cavalleria**  selbst.  Er  bringt  die  Reize 
der  Mascagni'schen  Musik  in  sonst  nirgends  zu  hörender  Weise 
zur  Geltung.  Das  ist  Etwas  für  unseren  Schuch!  Wollte  man 
mit  dem  Metronom  die  vorgeschriebenen  Zeiten  nachmessen, 
da  gäbe  es  viele  Unterschiede!  Aber  Schuch  spielt  sein  Or- 
chester mit  virtuoser  Bravour!  Bei  ihm  versäiwinden  die 
mannigfachen  Trivialitäten  der  Partitur  im  raschen,  schillern- 
den Flusse  der  Melodien  und  Harmonien,  bald  l&sst  er  den 
Strom  entfesselt  dahin  schiessen,  um  ihn  mit  einem  Rucke 
stillstehen  zu  lassen  imd  zu  bändigen !  Die  immer  wechselnden 
Contraste,  die  immer  sich  ablösenden  Effecte  der  Musik  bringt 
Schuch  bezaubernd  hervor.  Das  Intermezzo  kommt  hier  erst 
zur  vollen  Geltung  seiner  Klangreize. 

Etwas  anders  sieht  es  oben  auf  der  Bühne  aus.  Wir 
haben  einen  guten  Turiddu  (Anthes),  einen  prächtigen  Alfio 
(Scheidemantel),  aber  keine  Santuzza.  Frl.  Malten  ist 
Heroine,  es  ist  ihr  unmöglich,  diese  Rolle  darzustellen.  Man 

glaubt  es  der  vornehmen,  edlen  Sicilianerin  in  ihrem  adretten 
ostume  nicht,  dass  sie  —  eine  Santa  sei!  Die  Santuzza  muss, 
durch  ihren  Fall  bedingt,  als  Ausgestossene  von  Kirche  und 
Gesellschaft  und  durch  ihr  Elend  begreiflich  machen,  dass  sie 
nun  dem  eitlen  Turiddu  überdrüssig,  ja  zuwider  geworden, 
nur  ihr  Unglück,  ihr  seelisches  Leiden  nöthigt  uns  zum  Mit- 
leid, ihre  Treue,  ihre  heisse  gotterfüllte,  fromme  Liebe  allein 
macht  sie  uns  sympathisch.    Bei  der  Darstellung  durch  Frl. 


441 


Malten  erscheint  es  nicht  recht  iÜEisslich,  wie  Turiddu  sie  ver- 
schmähen konnte  um  einer  Lola  willen,  die  ohnedem  in  der 
JDichtang  so  schattenhaft  und  flüchtig  gezeichnet  ist.  Ohne 
-die  Heryorkehrun|^  dieses  wesentlichen  Punctes  bleiht  dies 
Stück  in  seiner  tiefen,  seelischen  Wahrheit  und  Bedeutung 
unverständlich.  Wer  die  Leipziger  Darstellung  dieser  BoUe  — 
voran  Frl.  Mark,  aber  aucn  FrL  Pewny  ist  zu  nennen  — 
'kennt,  ^vird  mir  darin  beistimmen.  Neben  Frl.  Malten  gibt 
Auch  Frau  Wittich  die  Santa,  —  aber  in  so  seltsamer 
TJehereinstimmung,  Zug  auf  Zug  mit  Frl.  Malten,  dass  man 
von  Original  und  getreuer  Copie  unbedenklich  reden  darf.  — 
Die  Gewinnung  einer  jugendlichen  Liebhaberin  würde  an 
unserer  Oper  eine  schon  öfters  bemerkte  Lücke  ausfüllen. 

Nun  aber  genug  fär  heute.  Das  nächste  Mal  werde  ich 
von  dem  ,j Tristan"  erzählen,  der  zur  Freude  der  Wagnerianer 
nach  zweijähriger  Abwesenheit  hier  wieder  auf  dem  Iteper- 
toire  erschienen.  Dr.  Hugo  Dinger. 


Kiel. 


(Schluss.) 


Unsere  heimischen  Musik  vereine  sind  in  dem  gewohnten 
Oeleise  geblieben  und  haben  darin  mancherlei  Scnönes  und 
Ansprechendes  zu  Tage  gefördert.  Der  Gesangverein  (Diri- 

fent  Prof.  H.  Stange),  dem  man  etwas  mehr  Neigung  zum 
brtschreiten  in  neueBahuen  wünschen  möchte,  hat  seine  sechs 
Abonnementconcerte  programmgemäss  absolvirt.  Das  Erste 
brachte  (31.  Oct.)  ausser  der  „Abenceragen"-Ouverture  von 
Oherubini  und  der  bekannten  Ddur-Symphonie  von  Haydn, 
durch  deren  Ausführung  sich  das  Orchester  keineswegs  Lor- 
beeren erwarb  —  bedenkliche.  Taktschwankungen,  um  es  ger 
linde  auszudrücken,  beeinträchtigten  besonders  im  ersten  und 
dritten  Satz  den  Genuss  in  empnndlicher  Weise  —  eine  un- 
interessante Arie  von  Yaccai  („Ah,  se  tu  dormi")  und  Lieder- 
vorträge des  Frl.  Helene  Jordan  aus  Berlin,  deren  Stimm- 
mittel  sich  iiir  den  grossen  Saal  als  nicht  ausreichend  er- 
wiesen, und  deren  etwas  gezierter  Vortrag  Wärme  und  tief- 
g:ehende  Empfindung  vielfach  vermissen  Hess.  Dagegen  konnte 
.fidch  eines  durchschlagenden  EEfolges  Frl.  Glotilde  Kleeberg 
rühmen,  die .  vor  Allem  in  der  Ausführung  des  Beethoven^schen 
Gdur-Clavierconcerts  einen  hohen  Grad  der  Meisterschaft  be- 
kundete. Weniger  gefiel  uns  ihr  Vortrag  der  „ßicordanza" 
von  Liszt  —  das  ist  offenbar  nicht  ihr  Genre  — ,  vortrefflich 
-dagegen  gelang  ihr  Schumann's  Bomanze  in  Dmoll  (aus  Op. 
32)  und  Mendelssohn's  Capriccio  (Op.  16),  dessen  Tempo  sie 
freilich  etwas  überstürzte,  nebst  der  auf  stürmisches  verlan- 
gen bewilligten  Zugabe,  Mendelssohn's  Spinnerlied,  das  sie 
jnit  vollendeter  Grazie  zu  interpretiren  wusste.  —  Im  2.  Con- 
cert  waren  als  Hauptnummem  „Nänie"  von  Joh.  Brahms  und 
Jifendelssohn*s  duftige  Musik  zum  „Sommernachtstraum"  zu 
verzeichnen:  in  Beiden  wetteiferten  Chor  und  Orchester  um 
die  Palme  und  machten  sich  um  den  schönen  Erfolg,  der  er- 
zielt wurde,  in  gleichem  Maasse  verdient.  Als  Solistin  war 
Frl.  Tia  Kretma  aus  Elberfeld  erschienen,  eine  anmuthige, 
jugendfrische  Sängerin,  von  den  Frauen  Peschka-Leutner  und 
Amalie  Joachim,  aJso  den  besten  Meisterinnen  der  neuesten  Zeit, 
sorgsam  ausgebildet  und  tüchtig  geschult.  Ihre  Stimme  hat 
einen  etwas  spröden  Klang  und  entbehrt  zumal  in  der  Höhe 
des  weichen  Schmelzes;  ihr  Vortrag  litt  anfangs  in  der  Mo- 
zart'schen  Bravour-Arie  aus  „II  re  pastore",  wie  es  schien, 
unter  einer,  gewissen  Befangenheit,  kam  aber  im  Schumann '- 
sehen  Adventlied  mehr  und  mehr  zur  Geltung  und  dran^  in 
der  Partie  des  ersten  Elfen  im  „Sommernacntstraum"  sieg- 
reich, durch,  sodass  der  lie]}enswürdigen  Künstlerin  verdienter 
reicher  Beifall  gespendet  warde.  —  An  dem  Besuch  des  3.  und 
4.  Abonnementconcerts  wurde  Ihr  Berichterstatter  durch  die 
leidige  Influenza  und  deren  Folgen  gehindert;  das  Dritte,  der 
Erinnerung  an  Mozart's  Todestag  vor  hundert  Jahren  geweiht, 
brachte  nur  Compositionen  des  grossen  Meisters:  Phantasie 
für  Orgel  in  Fmoll,  vorgetragen  von  den  HH.  A.  Keller  und 
H.  Stange,  das  „Ave  verum"  und  das  Requiem. —  Das6.Concert 
(26.  Febr.)  bot  in  dem  für  diesen  Zweck  ganz  ungeeigneten 
Saal  der  Beichshallen  HändePs  „Samson".  VermuthUcn  trug 
wohl  besonders  die  mangelhafte  Localität  dazu  bei,  dass  durch 
das  herrliche  Oratorium  nicht  die  Wirkung  erzielt  wurde,  die 
wir  und  viele  Andere  uns  davon  versprochen  hatten;  viel- 
leicht standen  auch  Chor  und  Orchester  nicht  ganz  auf  der 
Söhe  früherer  Leistungen.  Unter  den  Solisten  T>gte  besonders 
JIr.  G.  Wulf  f  als  Samson  hervor.    Manoah  undHarapha  fan- 


den in  Hm.  Sistermans  einen  geeigneten  Vertreter,  Frl. 
Pia  von  Sicherer  löste  mit  gewohnter  Sicherheit  ihre  Auf- 
gabe als  DeKla  und  Frau  Bächi-Fährmann  konnte  als 
Micha  genügen.  Begeisterung,  wie  gesagt,  wurde  bei  den  Zu- 
hörern diesmal  nicht  geweckt.  —  Das  6.  Concert  (Solistin  FrL 
Joh.  Burmest er  aus  Hamburg)  haben  wir  nicht  gehört  und 
begnügen  uns  mit  der  Angabe  des  Programms:  Palestrina, 
zwei  Motetten  für  fün£3tinimigen  Chor  aus  „Hohes  Lied", 
H.  Stange,  drei  deutsche  Volkslieder,  für  gemischten  Chor  ge- 
setzt, J.  Brahms,  drei  Lieder  für  Chor  aus  Op.  9da,  Mendels- 
sohn, „Ruhethal",  „Auf  dem  See"  und  „Die  Nachtigall".  Da- 
zwischen von  Frl.  Burmester  vorgetragen:  Beethoven,  Sonate 
Op.  81a,  Schumann,  „Des  Abends"  und  „Aufschwung",  Cho- 
pin, Notturno  in  Desdur  und  Walzer  in  Asdur,  endlich  Liszt, 
2J)on  Juan" -Phantasie.  Besonders  die  letzte  Nummer  soll  die 
Künstlerin  mit  hinreissender  Bravour  gespielt  haben. 

Der  St.  Nicolaichor  (Dirigent  Hr.  D.  Forst)  trat,  ab- 

fesehen  von  der  oben  angedeuteten  Wirksamkeit  in  der 
t.  Nicolaikirche,  von  der  er  seinen  Namen  trägt,  mit  zwei 
fTösseren  Concerten  an  die  Oeffentlichkeit.  Das  Erste  (am 
3.  Oct.)  hatte  sich  der  Mitwirkung  zweier  hierorts  aufs  Beste 
accreditirten  Künstler  zu  erfreuen:  des  Kammermusikers 
R.  Lorleber^  aus  Hannover  und  des  Musikdirectors  C.  Bor- 
chers aus  Kiel,  des  Begründers  und  langjährigen  Leiters  des 
Chors.  Das  Auditorium  nahm  die  ihm  vom  Chor  und  den 
Solisten  in  Fülle  gebotenen  Gaben  mit  lebhaftem  BeifaU  auf; 
thatsächlich  hatten  auch  die  Chorsänger  einen  sehr  guten  Tag 
und  führten  die  ihnen  obliegenden,  zum  Theil  mit  grossen 
Schwierigkeiten  verknüpften  Aufgaben,  wie  zwei  Motetten 
von  Suriano  und  Palestrina,  den  Psalm  47  von  A.  Neithardt, 
ein  interessantes  Madrigal  für  Männerchor  von  Walreut, 
präcis,  sicher  und  mit  reiner  Tongebung  aus.  Hr.  Lorleberg 
hatte  sich  die  1.  Sonate  für  Violoncell  von  Beethoven  zum 
Vortrag  gewählt  und  executirte  sie  im  Verein  mit  Hm.  Bor- 
chers technisch  tadellos  und  in  geschmackvoller  Auffassung; 
schade  nur,  dass  an  einzelnen  Stellen  sein  schönes,  aber  nicht 
sehr  stark  klingendes  Listrument  vom  Flügel  übertönt  wurde. 
Die  kleineren  Nummern  gaben  ihm  erwünschte  Gelegenheit, 
theils  eine  brillante  Technik  (wie  in  Moszkowski's  „Guitarre" 
und  in  Popper's  „Vito"),  theils,  wie  in  den  Andantes  von 
Gluck  und  Molique,  in  Schumann^s  Abendlied  und  H.  Sitt*s 
Serenade,  ein  stimmungsvolles  Spiel  und  einen  sehr  weichen 
und  zarten  Strich  zu  bekunden.  Auf  lebhaft  bezeugtes  Ver- 
langen gab  er  Schumann's  „Träumerei"  im  sanftesten  Pianis- 
simo  zu;  ohne  Sordino  würde  es  übrigens  unseres Erachtens 
wirksamer  gewesen  sein.  —  Ln  2.  Concert  (4.  März)  lernten 
wir  eine  junge  Concertsängerin  aus  Hamburg  kennen,  Frl. 
Minna  Ristow,  die  sich  weniger  günstig  mit  der  Arie  „O, 
hätt  ich  Jubal's  Harf"  aus  HändePs  „Josua",  als  mit  einer 
Anzahl  von  frisch  und  anmuthig  gesungenen  Liedern  von 
Beethoven,  Schumann,  Brahms  u.  A.  bei  uns  einführte.  Hire 
Stimme,  ein  gesunder  Sopran  von  heUer  Klangfarbe,  erwies 
sich  als  wohlgeschult;  das  besonders  im  Anfang  störend  her- 
vortretende T^briren  des  Tons  verlor  sich  im  weiteren  Ver- 
laufe des  Concerts  je  mehr  und  mehr,  mag  also  wohl  seinen 
Grund  in  einer  gewissen  Befangenheit  und  Aufregung  der 
Sängerin  gehabt  haben.  Besonders  die  zuletzt  vorgetragenen 
Lieder  fanden  stürmischen  Beifall  und  machten  eine  Zugabe 
erforderlich,  sodass  also  ihr  erstes  Auftreten  in  Kiel,  im  Ganzen 
betrachtet,  von  einem  erfreulichen  Erfolg  begleitet  war.  Der 
Chor  erwies  sich  auch  an  diesem  Abend  unter  der  sicheren 
Leitung  des  Hrn.  Forst  als  tüchtig  geschult  und  den  ihm  zu- 

fewiesenen  Aufgaben  gewachsen:  Besonders  die  geistlichen 
lieder,  eine  Ostermotette  von  GrelL  „Charfreitag"  von  Eccard 
(fünfstimmig)  und  „Ostern"  von  B.  Klein  wurden  mit  sauberer 
Litonation  und  nahezu  tadellos  zu  Gehör  gebracht.  —  Das 
Mozart'sche  Quintett  für  Pianoforte,  Oboe,  Clarinette,  Hom 
und  Fagott  in  Esdur  wäre,  weil  zeitweilig  die  elektrische 
Beleuchtung  im  Saal  versagte,  fast  verunglückt,  wenn  nicht 
Hr.  A.  Äeller  am  Flügel  mit  gewohnter  Ruhe  und  Geistes- 

fegenwart  die  Bläser  zusammengehalten  hätte:  so  ging  der 
Fnfall  spurlos  vorüber,  wennschon  die  Gesammtwirkung  der 
Composition  durch  die  unliebsame  Störung  unzweifelhaft  be- 
einträchtigt wurde. 

Der  Richard  Wagner-Verein  setzte  seine  Thätigkeit 
in  gewohnter  Weise  fort  und  hat  in  diesem  Jahr  manchen 
hübschen  Erfolg  zu  verzeichnen  gehabt.  Als  besonders  inter- 
essant durfte  der  Vereinsabend  des  17.  Jan.  angesehen  wer- 
den, an  welchem  ein  verdienstvolles  MitgUed  des  Kieler 
Zweigvereins  zusammen  mit  Hm.  Albert  Keller  uns  die  Be- 
kanntschaft mit  dem  Dichtercomponisten  Grafen  Philipp  zu 


^wnt£ 


Eulenbnre  dorch  vorzügliche  Interpretation  einer  grossen 
Zahl  von  überaus  interessanten  Stücken  aus  seinen  „SKalden- 
gesängen**  vermittelte;  am  S.März  trag  derselbe  Herr,  wieder 
von  A.  Keller  stimmungsvoll  begleitet,  verschiedene  „Nord- 
landslieder" desselben  Uomponisten  mit  ^ich  grossem  Er- 
folg vor.  Der  Verein  ist  erfreulicher  Weise  in  stetigem 
Steigen  begriffen.  —q. 


Conoertumsohau. 

Erfurt.  WohlthAtigkeitsconc.  des  Seminarchors  (Thilo) 
am  19.  Aug.:  Messe  f.  dreistimm.  Männerchor,  Soli  u.  Org.  v. 
A.  T ottmann,  Orgelsoli  v.  Mendelssohn  und  S.  Bach  (Toc- 
cata u.  Fuge  [welche?]). 

Bad  Reinerz.  11.  Symph.-Conc.  des  städt.  Curorchesters 
(Loewenthal):  1.  Symph.  v.  Beethoven,  „Sie^fried-ldyU"  von 
Wagner,  „Danse  macabre"  v..Saint-Sa6ns,  „Robespierre"- 
Ouvert.  V.  Litolff,  Violoncell vertrag  des  Hm.  Beimann.  — 
19.  Kammermusikabend:  Streichquartette  von  Bubinstein 
(Op.  17,  No.  l)  u.  Haydn,  Wiegenlied  (f.?)  von  Marie  Prin- 
zessin V.  Meiningen  etc. 

Sondershaosen.  13.  Lohconc.  (Prof.  Schröder):  Esdur- 
Symph.  V.  F.  Manns,  Noct.  u.  Scherzo  v.  Dannine;,  Bitter- 
liche Ouvert.  V.  C.  Stör,  Hochzeitszug  von  Neuhoff,  „Beim 
Sonnenuntergang**  u.  Gnomentanz  v.  Henriques. 

Zerbst.  Gonc.  des  Kirchenchors  (Preitz)  zur  Erinnerung 
an  den  400jähr.  Geburtstag  des  Fürsten  Wolfgang  v.  Anhalt 
am  18.  Aug.:  Chöre  v.  Eccard  (.Ich  lag  in  tiefer  Todesnacht**), 
Mendelssohn  (Psahn  48),  J.  H.  Lützel  („Herr,  mein  Gott**), 
F.  Preitz  (Psalm  98)  u.  O.  Taubert  («Mit  Fried  und  Freud*«), 
zwei  Choräle  V.  Luther,  Solovorträge  des  Frl.  Hoffmann  (Ges., 
^eine  Seele  ist  stille  zu  Gk>tt*'  v.  A.  Becker  etc.)  und  der 
HH.  Heerhaber  (Org^,Prael.  u.  Fuge  üb.  „Ein  feste  Burg**  v. 
Hesse  u.  Trio  üb.  „Was  mein  Gott  will«  v.  F.  Preitz)  und 
SeitR  a.  Dessau  (Viel.,  Arie  v.  Tartini  u.  Abendlied  v.  Schu- 
mann). 

Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datmn  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Im  Kroll*schen  Theater  be^nt  am  n.  Sonn« 
abend  der  Baritonist  Hr.  d'Andrade  em  Ghistspiel.  Seine 
erste  Darstellung  wird  der  Don  Juan-Partie  gelten.  -* 
BrttsseL  An  Stelle  des  Hm.  Barwolff  soll  als  Capellmeister 
desMonnaie-TheatersHr.Edmond  Boger,  bisher  Capellmeister 
des  Oasino  in  Trouville,  treten.  —  Frankfurt  a.  M.  Als 
Better  in  der  Noth  sprang  der  letzten  „Don  Juan**-Au£füh- 
rung  in  der  Titelpartie  Hr.  Hofopemsänger  Müller  aus 
Wiesbaden  bei,  ohne  in  Gesang  und  Spiel  sein  unvorberei- 
tetes Erscheinen  zu  verrathen.  -^  Pans.  Frl.  Chrötien 
wird  nach  Ablauf  des  Contractes,  welcher  sie  an  das  Mon- 
naie-Theater  in  Brüssel  bindet,  in  die  hiesige  Grosse  Oper 
eintreten. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  27.  Aug.  Psalm  51  „Schaffe  in 
mir,  Gott«  v.  F.  Wüllner.  Psalm  Ol  „Wer  unter  dem  Schirm 
des  Höchsten  sitzet**  v.  E.F.  Bichter.  Nicolaikirohe:  28.  Aue. 
Psalm  187  „An  den  Wassern  zu  Babel  sassen  wir**  v.  E.  F. 
Bichter. 

AufgefDIirte  NovitSten. 

Abert  (J.  J.),  Ouvert.  zu  „Astorga**.  (Breslau,  6.  Symph.- 
Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 

Adam  (AI.),  Festcantate  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Freiburg i.  B., 
8.  Conc.  des  Musikver.) 

Bartmuss  (B.),  Orat.  „Der  Tag  der  Pfingsten«  f.  Chor,  Soli, 
Orch.  u.  Org.  (Dessau,  Aufmhr.  unt.  Leit.  des  Hm.  Theile 
am  19.  Juni.) 

Brahms(J.),  Trag.  Ouvert.    (Sondershausen,  4.  Lohconc.) 

Streichquint.  Op.  111.  (New-York,  15.C?onc.  des  Streich- 
quart. Herrmann.) 

Brambach  (J.  C),  „Waldmeisters  Brautfahrt**  f.  Männer- 
chor u.  Orch.  (Leipzig,  Sommerfest  des  akad.  Gesangver. 
„Arion**.) 


Chelius  (O.  v.),   Clav.-Yiolinson.     (Eissingen,  9.  Novit&ten- 

conc.  des  Hrn.  Kistler.) 
Dorn  (O.),  Eine  Prometheus-Symph.    (Cöln,  4.Volks-Symph.- 

Conc.) 
Draeseke  (F.),  Akad.  Festouvert.   (Leipzig,  Sommerfest  des 

akad.  Gesangver.  „Arion**.) 
Gade  (N.  W.),    „ComaJa**  f.  SoU,  Chor  u.  Orch.     (Delitzsch, 

Conc.  des  Musikver.  am  28.  Juni.) 
Goldmark  (C),  Ouvert.  „Ln  Frühling**.  (Aachen,  4.  Symph.- 
Conc.  des  stftdt.  Orch.) 
Grieg  (Edv.),  Suite  „Aus  Holberg*s  Zeit**  f.  Streichorchester. 

(Zweibrücken,  Cono.  des  Oaecilien-Ver.  am  20.  Juni.) 
„Landkennung**  f.  M&nnerchor,  Baritonsolo  und  Orch« 

(Leipzig,  Sommerfest  des  akad.  Gesangver.  „Arion**.) 
Kirchner  (Th.),  Streichquart.  Op.  90.  (Bad  Beinerz,  8.  Kam- 

mermusikabend.) 
Lassen  (E.),   Beethoven-Ouvert.     (Breslau,  8.  Symph.-Conc. 

der  Bresl.  Concertcap.) 
Liszt  (F.),  „Mazeppa**  u.  Esdur-Clavierconcert.    (Düsseldorf 

Conc.  des  Bicn.  Waffner- Yer.) 

„Tasso**.    (Sondersnausen,  4.  Lohconc.) 

Meyer-Olbersleben    (M.),    Festouverture    „Feierklfinge**. 

(Würzbur^,  Jubil&umsconc.  der  Liedertafel.) 
Moszkowski  (M.),  „Phantastischer  Zug**  f.  Orch.   (Scheve- 

ningen,  2.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 
Nicodö  (J.  L.),  Symphon.'  Yariat.  f.  Orch.     (Sondershausen, 

8.  Lohconc.) 
Podbertsky  (Th.),  „Wittekind**  f.  Baritonsolo,  Frauenchor, 

M&nnerchor  u.  Orchester.    (München,  Conc.  des  Lehrer- 

Gesangver.) 
Baff  (J.),  „Lenoren**-Svmph.  (Scheveningen,  2.  Symph.-Conc. 

des  Philharm.  Orcn.  a.  Berlin.) 
Waldsymph.    (Breslau,  6.  Symph.-Conc.  der  BreaL  Con- 
certcap.) 
Beinecke  (C),    „Te  Deum**   f.  Chor,  Blechblasinatrumenie^ 

Contrabass  u.  Pauken.    (Annaberg,  Jubiläumsconcert  des 

Seminars.) 
Bheinberffer(J.),  Ouvert.  zu  „Christoforus**.    (Sondershan- 
sen, 8.  Lohconc.) 
Esmoll-Orselson.  (Freiburg  i.  B.,  Kirohenconc  des  Hrn. 

Hoppe  am  22.  Mai.) 
Biedef  TA.),  Cantate  f.  Soli,  Chor,  Orch.  u.  Org.   (Annaberg, 

Jubil&umsconc.  des  Seminars.) 
Biemenschn eider   (G.),    Symphon.   Dicht.    „Todtentanz**. 

(Sondershausen,  8.  Lohconc.) 
Festpraeludium  f.  Orch.    (Breslau,  6.  Symph.Conc  der 

BresL  t}oncertcap.) 
Musik  zum  „Märchen  von  der  Prinzessin  Turandot". 

(Breslau,  4.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 
Bitter  (A.),  Ouvertüre  zur  Oper  „Der  faule  Hajis**.    Ebenda» 

selbst.) 
Scharwenka  (Ph.),    Symphon.    Dicht.    „Frühlingswosen*** 

(Scheveningen,    1.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orä.  a. 

Berlin.) 
Sinding(Chr.),  Clavierquint.  (New-Tork,  14.Conc.desStreioh- 

quart.  Herrmann.) 
Svendsen  (J.  S.),  J^orwegischer  Eünstler-Carneval**.  (Bres- 
lau, 4.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 
S  w  e  r  t  ( J.  de),  C  moU-Yioloncellconc.  (Scheveningen,  2.  Symph.«^ 

Conc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 
Tschaikowsky  (P.),  Ouvert.  zu  „Bomeo  und  Julie**.    (Son- 

dershausen,  2.  Lohconc.) 
Yierling  fG.),  Orator.  „Alarich**  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Ha* 

fen  i.  W.,  8.  Abonn.-Conc.    Iserlohn,  Auffuhr,  am  19.  Juni 
urch  dieselben  Kräfte.) 

Yolkmann  (B.),  Yioloncellconoert.  (Sondershausen,  2.  Loh- 
conc.) 

Wagner  (B.),  Eine  Faust-Ouvert.,  Yorspiel  u.  Fragmente  a.. 
den  „Meistersingern**,  Schlussscenen  a.  „Tristan  und 
Isolde**  u.  der  „(Götterdämmerung**  etc.  (Düsseldorf,  Conc. 
des  Bich.  Wwaer-Ver.) 

„Parsifal**-Vor8piel.  (Bad  Beinerz,  4.  Symph.-Conc.  dea 

städt.  Curorch.) 

Kaiser-Marsch  m.  Schlusschor.  (Delitzsch,  Concert  des- 
Musik ver.  am  28.  Juni.) 

„Siegfried-Idyll**,  Kaiser-Marsch  etc.  (Breslau,  I.Wag- 
ner-Abend  der  Bresl.  Concertcap.  Sondershausen,  2.  Loh- 
conc.) 

Weber  (G.),  „Kriegs^;esang  im  Walde**  f.  Männerchor  und 
Orchester«  (Leipzig,  Sommerfest  des  akad.  Gesangver» 
„Arion**) 


443 


Weinberger  (G  F.)|  Festebor  f.  Mftnnercbor  u.  Orcb.  zum 
60j&br.  Jubil&am  der  Würzbiirger  Liedertafel.  (Würz- 
barg, Jubilftomsconc.  der  Liedertafel.) 

Wermann  (O.),  Hynmas  f.  Männerchor  u.  Orob.  (Axmaberg, 
Jubil&umsconc.  des  Seminars.) 

Wolfrum  (Ph.),  Hmoll-OlaTiertrio.  (Heidelberg,  Wohltb&tig- 
keitsconc.  am  24.  Juni.) 

Zöllner  (H.)«  „Columbus"  f.  Mftnnerobor,  Soli  u.  Orchester. 
(Würzburg,  Jubiläumsconc.  der  Liedertafel.) 


Vermisohte  MHtheilungen  und  Notizen. 

■ 

*  Die  ErCfinung  des  neuen  fiecbstein-Saales  in  Ber- 
lin wird  in  illustrer  Weise  vor  sieb  ^ben,  indem  am  4.  Oct. 
Hr.  Dr.  H.  v.  Bülow  als  Solist  mit  einem  interessanten  Pro- 
flranmi  (u.  A.  mit  neuen  ungedruckten  Compositionen  von 
Srabms)  sich  hören  lassen  wird,  welchen  Darbietungen  am 
6.  Oct.  eine  Eammermusiksoiröe  des  Joach  im-Quartettes 
Tonter  Mitwirkung  des  Hm.  Dr.  Brabms  mit  Comnositionen 
des  Letzteren  und  am  6.  Oct.  ein  Kubinstein-Abend  fol- 
gen sollen.  Anziehungsreicher  könnte  der  neue,  bekanntlich 
nur  für  Kammermusik  und  Solistenconcerte  bestimmte  Saal 
kaum  inaugurirt  werden.  Dass  Meister  Bechstein  besorgt 
sein  wird,  den  in  den  Eröffnun^;sconcerten  th&tigen  Pianisten 
die    besten   Flügel  seiner  Fabrikation   unter  die  B^de   zu 

Ssben,  wird  der  Einweihung^eier  auch  nach  dieser  Seite  hin 
laiiz  ^ben.  Um  das  nöthige  Publicum  für  diese  Concerte 
zu  gewinnen,  bedarf  Hr.  H.  WolfT,  der  selbstverständliche 
Arrangeur  des  Ganzen,  angesichts  der  strahlenden  Namen  der 
Mitwirkenden  nicht  einmal  der  ihm  sonst  so  geläufigen 
Bedamemittel. 

*  Die  Philharmonischen  Concerte  zu  Berlin  wer- 
den in  n.  Saison  dirigirt:  No.  1  und  8  von  Hm.  Dr.  Hans 
Richter  aus  Wien.  No.  2,  4  und  6  von  Hm.  Maszkowski  aus 
Breslau  und  No.  o — 10  von  Hm.  Dr.  Hans  von  Bülow. 

*  Die  Direction  des  Pariser  Journals  „Le  Monde  Artiste** 
wird  von  nun  an  alle  halben  Jahre  für  französische  Compo- 
nisten  eine  Bewerbung  ausschreiben,  und  zwar  zuerst  die 
Aufrabe  eines  Listrumental-  und  eines  C^esanssoloe,  im 
2.  Halbjahr  eines  Kammermusikstücks  und  eines  Gegleiteten 
oder  unbegleiteten  Chors,  im  8.  Halbjahr  einer  Symphonie 
oder  einer  symphonischen  Dl^chtung  und  im  4.  Halbjahr  einer 
Oper  mit  oder  ohne  gesprochenen  Dialog  stellen.  Bei  dieser 
Gelegenheit  wird  sicher  manches  Manuscript,  das  schon  lange 
hofinungslos  im  Pulte  des  Componisten  ruhte,  von  Neuem 
aas  Tageslicht  gezogen  werden. 


*  Am  16.  Aug.  wurde  das  Social-Theater  in  Biella 
(Italien)  durch  Feuer  vollständig  zerstört.  Ebenso  ist  das 
k.  Theater  in  Sidney  (Australien)  theilweise  durch  Feuer 
zerstört  worden.  Hierzu  kommt  noch  aus  New-York  die 
telegraphische  Nachricht,  dass  das  Metropolitan  Opera 
House  daselbst  ein  Kaub  der  Flammen  geworden  sei. 

*  Cyrill  Kistler*s  Oper  „Kunihild*'  geht  in  der  bevor- 
stehenden Saison  im  Stadttheater  zu  Würzburg  in  Scene. 
Die  Aufführung  wird  dank  eines  von  Freunden  und  Yerehrem 
des  talentvollen  Componisten  gestifteten  „Kuuihild" -Fonds 
mit  besonders  verstärktem  Chor  und  Orchester  stattfinden, 
wie  auch  für  eine  vorzügliche  scenische  Ausstattung  gesorgt 
werden  soll. 

*  Heinrich  Zöllner  hat  soeben  eine  dreiactige  komische 
Oper  „Die  Braut^  vollendet,  die  demnächst  im  Druck  er- 
scneinen  wird. 

*  Im  Pezzana-Theater  in  Mailand  hatte  des  reichen 
Musiküebhabers  des  Prinzen  von  Teora  Oper  „Quareeima 
d'amore*'  guten  Erfolg. 

Todtenliste.  Armand  Gouzien,  Componist  von  Chan- 
sons, Journalist  und  Musikkritiker  in  Paris,  Inspector  der 
subventionirten  und  Municipaltheater  in  Frankreich,  f  in 
Guemsey.  —  A,  Limnander  de  Nieuwenhove,  Componist 
von  geistlicher  und  Opemmusik,  f»  78  Jahre  alt,  in  Paris.  — 
Charles  Buzian,  Capellmeister  am  Theater  in  Nantes,  f  da- 
selbst. —  Carl  Kammerlander,  DomcapeUmeister  in  Augs- 
burg, als  Vocalcomponist  nicht  unbekannt,  f»  ^  Jahre  alt» 
am  23.  Aug.  —  Carl  Will,  Holconcertmeister  a.  D.  in  Carls- 
ruhe,  ty  ^  Jahre  alt,  unlängst.  —  F.  Z.  Skuhersky,  Capell- 
meister und  Componist,  ft  ^^  Jahre  alt,  kürzlich  in  JBudweis. 

BeriohtifiTung.  In  v.  No.,  S.  482,  Sp.  1,  24.  Z.  v.  u.  ist 
1878  statt  1883  zu  lesen. 


Zur  geffAlligen  Beachtung  I 

An  alle  Concertsolisten,  welche  uns  Concertprogramme 
für  unsere  „Concertumschau*'  einsenden,  richten  wir  in  deren 
eigenem  Literesse  die  Bitte,  in  die  Concertzettelf  welche  ihr 
ständiges  Domicil  nicht  angeben,  dasselbe  handschrift- 
lich einzutragen,  damit  wir  zukünftig  mehr,  als  bisher  im 
Stande  sind,  an  uns  gerichtete  bez.  Arnngen  zu  beantworten. 
Die  immer  mehr  einreissende  Gepflogenheit,  auf  den  Conoert- 
zetteln  den  Wohnsitz  der  Solisten  zu  verschweigen,  mafi^für 
die  modernen  Concertagenturen  ihre  geschäftlichen  Vortneüe 
haben,  sicherlich  aber  nicht  für  deren  Clienten,  wie  wir  dies 
oft  genug  zu  beobachten  die  Gelegenheit  hatten. 

Die  Bedaction. 


Kritischer  Anhang. 


Max  Arend.  Die  Schlüssel-  und  Transpositionslehre  in  der 
Musik.  Druck  und  Verlag  der  Schweizerischen  Yerlags- 
druckerei  in  Basel.    Preis  1  Jf. 

Systematisches  Lemprincip  für  die  Schlüssel-  und  Trans- 
positionslehre in  der  Musik.  Verlag  von  Blian  &  Ullrich  in 
CöhL    Preis  1,80  Jf.^ 

Die  Erste  der  beiden  Schriften  erschien,  wie  uns  Hr.  Arend 
in  der  Vorrede  zu  seiner  Zweiten  erzählt^  am  98.  Nov.  1891, 
die  Zweite,  wie  er  vielleicht  in  einer  Dritten  erzählen  wird, 
was  ich  aber  zuftUig  schon  jetzt  weiss,  am  19.  April  1899. 
Ich  halte  es  für  gut,  diese  Bemerkungen  vorauszuschicken, 
um  von  Vornherein  zu  zeigen,  wie  prätentiös  der  VerfSeisser 
vorträgt,  was  er  sagt.  Die  beiden  Schriften  sind  in  dieser 
Beziehung  sehr  merkwürdig,  die  Zweite  ist  in  dieser  BcKziehung 


*)  Der  Hr.  Verfasser  nachstehenden  Beitrags  sandte  uns 
s.  Z.  eine  Entgegnung  auf  den  in  No.  14  unseres  Bits,  ent- 
haltenen Artikel  „Bemerkungen  zur  Pädagoj^  der  Schlüssel- 
lelire in  der  Musik*'  von  Max  Arend  zu.  Auf  unseren  Wunsch 
hat  er  dieselbe,  da  mittlerweile  die  zweite  Brochure  von 
Max  Arend  erschienen  war,  zu  einer  ausführlicheren  Beleuch- 
tung der  beiden  Schriften  des  soeben  Genannten  erweitert. 

D.  Bed. 


Eines  der  merkwürdigsten  Bücher,   die  mir  zu  Q^cht  ge- 
kommen sind. 

Der  Inhalt  der  Ersten  der  beiden  Schriften  ist  eigentlich 
nur  eine  Aufzählung  aller  auf  Linien  möglichen  Scnlüssel, 

fleichviel  ob  sie  gebräuchlich  sind  oder  nicht,  und  zwar  eine 
Lufsählung,  die  zugleich  eine  geistreichelnd-complicirte  Syste- 
matisirung  ist.  Der  Anhang  der  Schrift  führt  die  Transposi- 
tionslehre vom  Standpunct  der  Kenntnias  sämmüicher  Schlüssel 
aus  vor,  eine  Methode,  deren  rein  mechanisches  Wesen  un- 
fruchtbar ist  und  die  durch  einzelne  Hiemann'sche  Bemer- 
kungen (Katechismus  des  Gteneralbassspiels)  schon  überholt  ist. 
Immerhin  mag  zubegeben  werden,  dass  die  ganze  Schrift 
durchdacht  und  infolgedessen  in  gewisser  Hinsicht  interes- 
sant ist. 

Die  zweite  Schrift  führt  das  ganze  System  weiter  aus, 
und  ich  will  zugestehen,  nach  der  Richtung  des  praktisch 
Brauchbaren  hin  aus;  ausserdem  enthält  sie  eme  sehr  grob  ge- 
haltene Polemik  ^;6een  Alles,  was  diesem  System  entgegen 
steht,  und  gegcoi  die  Kritik,  die  über  die  „Schlüssel-  und  &ans- 
positionslenre  in  der  Musik^  erschienen  war.  Die  Tonart  dieser 
Folemik  dürfte  ziemlich  einzig  dastehen,  ich  kanns  mir  nicht 
versagen,  einzelnes  besonders  Charakteristische  hier  zu  citiren. 
Im  Vorwort  schon  erklärt  Arend  mit  einer  Deutlichkeit,  die 
Nichts  zu  wünschen  übrig  lässt,  dass  er  deshalb  von  der  wissen- 
schaftUch  ruhigen  Objectivität  zu  einer  „möglichst  starken 
Subjectivität**  übergehe,   weil  diese  Objectivität  nicht  allge- 


444 


jmein  verstanden  werden  könne.  Es  ist  eine  amusante  Schmei- 
chelei für  die  Leser  der  Schrift.  Der  eigentliche  Inhalt  be- 
ginnt mit  einer,  wie  soll  ich  sagen,  merkwürdigen  Polemik 
gegen  die  Damm'sche  Clavierschnle.  Arend  will  nämlich,  wie 
er  sich  ausdrückt,  die  Noth wendigkeit  seines  Princips  dadurch 
beweisen,  dass  er  zeigt,  was  man  ohne  dasselbe  „leisten" 
kann.  Nachdem  er  einige,  allerdings  etwas  oberflächliche  Er- 
klärungen aus  der  Damm'schen  Clavierschule  citirt  hat,  fährt 
er  fort:  „Kann  man  über  diesen  denkbar  rohesten  Empiris- 
mus überhaupt  Etwas  sagen?  Ja,  man  muss  sogar  Etwas,  und 
recht  Viel  dagegen  sagen,  denn  es  handelt  sich  nicht  um 
das  fehlerhafte  Verfahren  eines  Einzelnen,  sondern  um  Das 
von  vielen  tausend  —  Autoritäten.  Indessen  das  ist  noch 
zu  abstract  ausgedrückt,  das  versteht  noch  nicht  Jeder,  ich 
will  scheinbar  überflüssiger,  in  Wirklichkeit  hochnothwendiger 
Weise  den  rohen  Empirismus,  um  nicht  zu  sagen,  den  stu- 
penden  Blödsinn  der  vorhin  zum  Worte  gelassenen  Methode 
in  ein  möglichst  grelles  Licht  setzen.  Uebri^ens  liegt  mir 
Nichts  ferner,  als  gegen  die  Damm^sche  Clavierschule  oder 
ihren  Verfasser  zu  i'elde  zu  ziehen.  Was  die  Schule  selbst 
anlangt,  so  habe  ich  dies  seichte  Dilettanten-Buch  herausge- 
grüFen,  weil  es  eine  ungeheure  Verbreitung  hat  —  wie  vieles 
Aehnliche,  —  weil  also  Das,  was  hier  steht,  einen  ziemlich  ge- 
treuen Spiegel  des  Durchschnittsbewusstseins  geben  dür&; 
von  Hrn.  Theodor  Steingräber,  dem  Verfasser  der  Schule, 
setzte  ich  voraus,  dass  er  auch  auf  eine  Art,  welche  berech- 
tigte, höhere  Ansprüche  befriedigt,  definiren  kann,  was  ein 
Schlüssel  ist;  um  so  kläglicher,  dass  er  der  populären  Dar- 
stellung diese  Roheit  schuldig  zu  sein  glaubte.  Zwar  lässt 
sich  der  Dumme  sehr  gern  vom  Dummen  unterrichten,  aber 
damit  ist  doch  noch  lange  nicht  gesagt,  dass  ihm  der  Dumme 
.wirklich  besseren  Unterricht  geben  kann,  als  der  Intelligente. 
Ich  biiT  sogar  so  frei,  das  Gegen theil  zu  behaupten  und  vom 
Intelligenten  zu  verlangen,  dass  er  seinen  eigenen  Standpunct 
stets  scharf  betont.  Es  mag  mehr  Dummheit  als  Intelligenz 
auf  der  Welt  sein,  aber  die  Intelligenz  führt  doch  wohl  und 
nicht  die  Dummheit."  —  Und  nach  einer  Beihe  von  ähnlichen 
Liebenswürdi^eitenheisstes:  „Ich  ^riff  hier,  wie  schon 
gesagt,  die  Damm'sche  Schule  als  Spiegel  des  Durch- 
schnittsbewusstseins heraus;  es  ist  klar,  so  wie 
hier,  darf  es  nicht  sein.  Verstanden,  meine  Herren? 
So  wie  hier  darf  es  nicht  sein!  Es  muss  also  anders, 
vernünftiger  sein!  Anders!  Wenn  ich  nun  eine 
andere  Methode  bringe,  die  vernünftiger  ist,  die 
viel  schneller  zum  Ziele  führt  und  viel  mehr  zum 
Denken  anregt  und  viel  wissenschaftlicher  ist,  so 
müsst  ihr  die  doch  wohl  annehmen,  nicht  wahr? 
Denn  ich  bringe  nicht  eine  rationelle  Methode  auf 
diesem  Gebiet,  sondern  ich  bringe  die  rationellste, 
•die  überhaupt  denkbar  ist.  Ich  bringe  euch  Das, 
was  euch  bisher  gefehlt  hat.  Wenn  es  nun  freilich 
.etwas  Mühe  kosten  wird,  sich  dahinein  zu  leben,  so 
bedenkt  doch,  meine  Verehrtesten,  dass  Derjenige, 
der  sich  zuerst  diese  Methode  angeeignet  hat,  wirk- 
lich seine  Schüler  in  Bezug  auf  ein  kleines  An- 
fangsgebiet schneller  vorwärts  bringen  kann,  folg- 
lich der  bessere  Lehrer  ist  und,  T^enn  er  genügend 
Beclame  macht,  diese  Methode  auch  in  klingende 
Münze  übersetzen  kann.  Nicht  wahr,  das  ist  so? 
Also  beschäftigt  euch  einmal  ganz  ausnahmsweise 
ein  paar  Stunden  mit  den  Gedanken  eines  Anderen. 
Man  kann  sie  nachher  »gebrauchen«"! 

Man  sieht,  in  Bezug  auf  Prätention  oder,  um  weniger 
verhüllt  zu  sprechen,  in  Bezug  auf  Grobheit,  fehlt  der  Sprache 
Arendts  Nichts.  Da  ist  man  denn  aber  doch  auch  wohl  be- 
rechtigt, zu  verlangen,  dass  das,  was  mit  solchem  Pomp  an- 
gekündigt wird,  etwas  wahrhaft  Bedeutendes  und  Grosses  ist. 
Für  mein  Empfinden  jedoch  entspricht  der  Inhalt  nicht  dem 
Lärm  der  Ankündigung.  Eine  Masse  von  Wunderlichkeiten 
vermag  ich  gar  nicht  zu  verstehen.  Ich  bitte  Hm.  Arend, 
mir  gütigst  auseinandersetzen  zu  wollen,  welchen  Sinn  es  hat, 
dass  er  z.  B.  für  die  Altstimmen  —  natürlich  nicht  nur  für 
die  Solo- Altstimme,  sondern  selbstverständlich  auch  für  die 
Chor- Altstimmen  —  den  C-Schlüssel  auf  der  2.  Linie  (horribile 
dictu!,  nicht  etwa  zu  verwechseln  mit  dem  gebräuchlichen 
Altschlüssel,  pardon,  „mittleren  C-Schlüssel")  einführen  will, 
oder  dass  er  mr  die  Baritonstimme,  die  schon  jetzt  darunter 
zu  leiden  hat,  dass  sie  mit  zwei  Schlüsseln  —  dem  Violin- 
und  dem  Bassschlüssel  —  belästigt  wird,  nunmehr  als  Dritten 
im  Bunde  den  gänzlich  ungebräuchlichen  F-Schlüssel  auf  der 
3.  Linie   („mir   schauerts  durch  das  Mark")   zur   Qual   aller 


jungen  Mädchen  auf  den  Conservatorien  herbeischleppen  will, 
oder  dass  er  für  den  Tenor  neben  dem  gebräuchlichen  Tenor- 
Schlüssel,  also  dem  C-Schlüssel  auf  der  4.  Linie,  einen  neuen 
Tenorschlüssel  empfiehlt,  der  nicht  nur  für  gewönnliche  Sterb- 
liche etwas  überraschend  Neues  ist,  sondern  sogar,  sicher  ein 
excellenter  Beweis  für  die  Originalität,  gänzlich  aus  dem 
Böhmen  des  Systems  unseres  Systematikers  par  excelience 
.herausspringt,  nämlich  —  man  staune!  einen  C-Schlüssel,  der 
auf  dem  Zwi.schenraum  zwischen  der  dritten  und  vierten  Linie 
steht.  Die  „moderne  Pädagogik"  scheint  dem  Verfasser  hier 
durchgebrannt  zu  sein.  Oder  sollte  derselbe  etwa  mit  seinem 
logischen  Scharfblick  wirklich  nicht  bemerkt  haben,  dass  ein 
derartiger  Schlüssel  nicht  nur  mit  einem,  sondern  mit  zwei 
anderen  Schlüsseln  —  dem  Tenor-  und  dem  Alt-Schlüssel  — 
verwechselt  werden  kann  und  auch  stets  verwechselt  werden 
würde,  wenn  nämlich  die  musikalische  Welt  sich  der  Führung 
des  Hm.  Arend  anvertraute,  da  die  Schlüssel  bekanntlich  selur 
undeutlich  geschrieben  und  auch  gedruckt  werden,  und  das 
mit  Becht,  denn  vdr  Musiker  haben  Besseres  zu  thim,  als  uns 
mit  schlüsselhaflen  Spitzfindigkeiten  zu  beschäftigen.  Man 
lernt  eben  nach  der  guten  alten  Methode,  d.  h.  durch  vieles 
Schreiben  und  Lesen,  die  gebräuchlichen  Schlüssel  und  über- 
lässt  es  der  „modernen  Pädago^ik^,  sich  mit  den  ungebräuch- 
lichen zu  beschäftigen.  Uebngens  will  ich  nicht  behauptet 
haben,  dass  es  geradezu  ein  besonderer  Vorzug  sein  soll,  beim 
Hinmalen  eines  Schlüssels  möglichst  zu  schmieren,  ich  mache 
diese  überflüssige  Bemerkung,  damit  Hr.  Arena  nicht  die 
willkommene  Gelegenheit  hat,  mir  „Unsauberkeit",  „Incor- 
rectheit**,  „unklares  Denken**  und  was  sonst  noch  Schlag- 
wörter der  „modernen  PädjB^gik"  sein  mögen^  zum  Vorwurf 
zu  machen.  Geradezu  komisch  berüüirt  mich  die  Behauptung, 
dass  man  vor  dem  Arend*schen  System  das  Wesen  der  Schlüssel 
nicht  verstanden  habe.  Einem  Schüler,  der  aufmerksam  und 
fleissig  ist,  wird  in  ziemlich  kurzer  Zeit  ein  Licht  darüber 
auffi^gangen  sein,  was  die  Schlüssel  bedeuten ;  es  ist  eine  auf 
Nichts  gegründete  Blasphemie,  deren  Widerlegune^  man  sich 
bei  jedem  Clavierspieler  holen  kann,  dass  ohne  aas  Arend'- 
sehe  System  alle  Schlüssel  mit  d^  Violinschlüssel  verglichen 
würden,  sodass  man  also  eigentlich  nur  den  Violinschlüssel 
beherrschte.  Psychologisch  zu  erklären  dürfte  diese  Behaup- 
tung, deren  Unrichtigkeit  wohl  auch  Dem,  der  sie  ausgegeben 
hat,  sofort  aufgefallen  ist,  dadurch  sein,  dass  zur  Propaganda 
für  ein  Schlüsselsystem,  dessen  pädagogischer  Werth  zweifel- 
haft ist,  wenn  es  auch  immerhin  mit  einem  gewissen  Greschick 
ausgedacht  ist,  eben  nichts  Vernünftiges,  auf  die  thatsächliche 
Wirklichkeit  Begründetes,  mit  Einem  Wort  Richtiges,  ausfindig 
gemacht  werden  konnte. 

Am  Schluss  seiner  zweiten  Schrift  bringt  Arend  Betrach- 
tungen über  die  „moderne  Zeitungskritik,  veranlasst  durch 
einen  Einzelfall**.  Da  sagt  er  denn  am  Ende:  „Ich  verlange 
für  mich  eine  Kritik,  die  mich  beurtheilen  kann,  und  die  sich 
auch  die  dazu  nöthige  Mühe  nimmt.  Ich  glaube,  dass  ich  im 
Namen  der  deutschen  Schriftsteller  spreche.  Ich  will  die 
Kritik  nicht  gebrauchen  als  Köder  für  aas  dumme  Publicum, 
das  jeden  Unsinn  aus  Kritikerfedem  für  eine  Offenbarung 
nimmt  —  an  das  Publicum  schreibe  ich  nicht  — ,  sondern 
ich  will  die  freie  Meinungsäusserung  eines  philosophisch- 
fachmännisch genügend  vorgebildeten  Mannes  hören,  der  sich 
zuvor  die  Mühe  gegeben  hat,  mich  zu  erfeissen.  Ich  will 
nicht  die  kritische  Fabrik- Arbeit,  die  grossgezogen  wird  da- 
durch, dass  z.  B.  an  einer  Gross-Zeitung  ein  Mskun  alle  Er- 
scheinun^n  auf  einem  ungeheuren  Gebiet  zu  behandeln  hat, 
sondern  ich  will  das  Ergebniss  eines  geistiges  Durchdringens, 
das  nur  langsam  vorgeht.  Mit  Einem  Wort,  ich  will  eine 
wirkliche  Kritik.** 

Da  muss  man  denn  doch  Protest  erheben  —  nicht  gegen 
^ie  richtigen  Forderungen  von  Arend,  sondern  gegen  mre 
arrogante  Anwendung.  Ich  bin  nicht  ein  vorsätzucner  Geg- 
ner des  Modernen,  aber  etwas  Neues  muss  zugleich  gut  sein, 
wenn  man  es  anerkennen  soll.  Ein  gewisser  Lessing  meinte 
einmal :  „Dieses  Buch  enthält  viel  Gutes  und  viel  Neues,  nur 
schade,  dass  das  Gute  nicht  neu  und  das  Neue  nicht  gut  ist.** 

Bichard  Timmerscheidt. 


446 


Brie  Tic  asten. 


F,  fV,  in  L,  Die  Erfahrungen,  die  Sie  mit  Hrn.  Giessel 
betr.  des  Dinger'schen  Buches  gemacht  haben,  wären  werth, 
veröffentlicht  zu  werden.  Der  gute  Mann  kann  es  uns  wahr- 
scheinlich nicht  vergessen,  dass  wir  s.  Z.  an  dieser  Stelle  des 
in  seinem  Geschäftslocal  unverfroren  ausgeführten  Verkaufs 
von  ihm  zur  Gratis vertheilung  zugestellten  Probenummem 
unseres  Bits.  Erwähnung  thaten. 


M.  G.  in  St,  Seien  Sie  betr.  eines  Engagements  bei  Hrn. 
Carl  Meyder  ja  vorsichtig,  denn  dieser  „Künstler"  ist  als 
Brotherr  ziemlich  verrufen ;  wie  seine  Contracte  bei  minimalen 
Gagen  durch  wahrhaft  menschenunwürdige  Paragraphen  sich 
auszeichnen ,  so  soll  die  brutale  Art,  in  welcher  er  mit  seinen 
„Arbeitern**  persönlich  verkehrt,  erst  recht  bezeichnend  für 
seinen  Charalkter  sein. 


Anzeiflren. 


Julius  Feuricb 

kil.  licts.  Hof-FiasoronefalidK 

Leipzig 


^g'iatiO' 


Prämiirt 

mit 

höchsten  Preisen. 


Katologe  franeo. 

[8861.] 


Kiel. 


MusikaUenhandlung, 

übernimmt 

Arrangements  von  Concerlen  und  wissenschaftlichen  VortrAgen. 


[887.] 


6.  S^eeßstein, 

Fingel-  and  Planino-Fabrlkant* 

Hofliefeiraiit; 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deatschland  und  Königs  von  PreuBsen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser],  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  and  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  PreuBsen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [888.] 


446  Oxford-Str. 


I.  F  a  b  r  i  k :    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  h  r  i  k :    21  Grttnaaer-Strasse  und  Wiener-Stpasse. 
m.  F  a  b  r  i  k :    124  Reiehenberger-Strasse. 


IBerlin  TV. 

5—7  Johannis-Str. 


446 


Novität  für  Violoncelli 


In  meinem  Verlage  erscheint  Ende  September: 


f9r  Violoneell 

mit    Orohesterbegleitung 


von 


August  Klughardi 

Op.  59. 
Leipzig. 


[889.] 

E.  W.  Frilzsch. 


Breitkopf  A;  HärteFs 

Orchester-,  Chor-  nnd  Text-Bibliotheken> 

Orchesterbibliothek.  in  lO  Gruppen  mit  über  600  Num- 
mern die  wichtigsten  Werke  der  reinen  Orchestermusik, 
sowie  derer  für  Blasinstrumente  und  filr  ein  Instrument 
mit  Begleitung  des  Orchesters  enthaltend.  Preis  jeder 
Nummer  und  Orch.-Stimme  30  Pf.  [890—.] 

Chorbibliothek,  in  19  Serien  mit  475  Nummern  die  wich- 
tigsten Gesangwerke  (geistliche  und  weltliche)  und  eine 
gute  Auswahl  von  Liedern,  in  nach  den  Partituren  sorg- 
fältig revidirten  Ohorstimmen  enthaltend.  Preis:  Serie  I— 
VI,  XI,  Xni— XVI  jede  Nummer  und  Stimme  30  Pf.  — 
Serie  XVII -XIX  jede  Nummer  und  Stimme  16  Pf.  — 
Serie  VII— X,  XII  jede  Nummer  und  Stimme  16  Pf.  — 
Partitur  je  45  Pf. 

Textbibliothek.  Billige,  correcte  und  gut  ausgestattete  Aus- 
gaben von  Texten  zu  Opern,  Oratorien  und  Gesangwerken. 

Ausführliehe  Verzeiehnisse  in  Jeder  Buch-  und 
Musikalienhandlung  anentgeltlieh. 


Aus  dem  Vcrlaire  von  E.  1¥.  Frltzsch   in  Leipzig 

durch   jede   Buch-,   Kunst-  und  Musikalienhandlung  zu  be- 
ziehen: [891.] 


^iämmhm 


«$ 


für  Soli,  Männerohor,  gemisohten  Chor  und 

grosses  Orchester 

von 

Heinrich  von  Herzogenberg. 

Op.  11. 

Partitur  netto  27  .S, 
Chorstimmen  cplt.  6  J6  76  /i^. 
Solostimmen  2  Ji  60  /^, 
Orchesterstimmen  cplt.  36  Jf. 
Clavieranszug  mit  Text  vom  Componisten.  16  Ji, 
Textbuch  netto  15  /ij. 
Chor  1,  9  u.  20  auch  in  der  Bearbeitung  für  Männerstimmen: 
Ciavierauszug  mit  Text  3  Ji. 
Chorstimmen  cplt.  2  J6. 

Ein  tüclitiger  I.Violinist  sucht  für  sogleich  oder  später 
Stellung.  Am  liebsten  an  der  Oper  oder  grösserer  Con- 
certcnpclle.  Offert,  unter  A.  K.  an  die  Exped.  d.  Bits, 
erbeten.  [892.] 


Conslanlin  Wild's  Verlagi 

Leipzig  und  Baden-Baden. 

Soeben  erschien  und  ist  durch  alle  Buchhandlungen  zu 
beziehen:  [893e.] 

Die  Cavalleria  rusticana 

und  ihre 

Bedeutung  für  Deutschland. 

Fünfte  Auf lacre. 

Von 

Dr.  F.  V.  DwelsbauversDery. 

Preis  J6  —,50. 

Horn  und  Fagott 

Im  Cölner  städtischen  Orchester  ist  eine  Aspiranten- 
steile  für  „Hom"  (Primarine)  und  eine  för  „Pagott  und 
Contrafngott"  mit  einem  Jahresanfangsgehalt  von  1500 
bez.  1560  Mark  neu  zu  besetzen.  Bewerber  müssen  einige 
Opemgewandtheit  besitzen  und  befähigt  sein,  die  erste 
Stimme  vollkommen  genügend  auszufüllen. 

Meldungen  unter  Beifügung  von  Zeugnissen  sind  bis 
zum  15.  September  er.  an  das  Oberbürgermeister- Amt 
Cöln  zu  richten.  Die  Stellen  sind  spätestens  bis 
1.  October  er.  anzutreten. 

Die  Bewerber  haben  sich  ohne  besondere  Einladung 
zum  Probespiel  am  19.  September  er.  Nachmittags  3  Ulir 
im  hiesigen  Conservatorium,  Wolfstrasse  3/5,  einzufinden. 

Cöllli  18.  August  1892.  [894. 

Der  Oberbürgermeister. 

I.  V.  Der  Beigeordnete 
Tltewalt. 

Durch  jede  Buch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlung   zu 
beziehen :  [895  ] 

Com  Positionen  von 

Alois  Reckendorf: 

Op.  1.    Zwei  Nocturnes  für  Pianoforte.    M.  1,60. 

Op.  2.    Walzer  fiir  das  Pianoforte  zu  vier  Händen.   M.  2,50. 

Op.  8.    Elleine  Bilder  für  Pianoforte.    M.  2,-—. 

Op.  4.  Sieben  Lieder  für  eine  Baritonstimme  mit  Pianoforte. 
Heft  I.  1.  Ich  geh  nicht  in  den  fi;rünen  Hain.  (W.  Oster- 
wald.)  2.  Heimweh.  „0,  dass  ich  draussenläg".  (C.  Stieler.) 
3.  Sommersegen.  „So  warm  und  herrlich  liegt  die  Welt". 
(Wolfgang  Müller  v.  Königswinter.)    M.  2.—. 

—  Idem.  Heft  H.  4.  Unergründlich.  „Ich  küsste  sie  auf  die 
Stime  kaum".  (J.G.Fischer.)  5.  Zwiegesang.  „Im  Flieder- 
busch ein  Vöglein  sass".  (R.  Reinick.)  6.  So  wandr  ich  in 
die  weite  "V^^lt.  (W.  Osterwald.)  7.  Falsch,  aber  süss. 
„Komm,  falsche  Dirne".    (G.  F.  Daumer.)  M.  2,—. 

Op.  5.    Fünf  Ciavierstücke.    Heft  I.,  II.  k  M.  2,—. 

Op.  6.  Sechs  Lieder  und  Gesänge  für  gemischten  Chor. 
Heft  I.  Die  Rose  treibt  ein  rotnes  Blatt.  (W.  Osterwald.) 
2.  Trennung.  „Er  ritt  so  einsam  durch  den  Wald**.  (Alex. 
Kaufmann.)  3.  Heimkehr.  „Und  wieder  ritt  er  durch  den 
Wald".  (Alexander  Kaufmann.)  Part.  u.  Stimmen  M.  2,40. 
(Part.  M.  1,20.    Stimmen  &  M.  —,30.) 

—  Idem.  Heft  II.  4.  Mit  sanften  Flügeln  senkt  die  Nacht. 
(W.  Ost^erwald.)  5.  Durch  säuselnde  Bäume  im  Mondensohein . 
(W.  Osterwald.)  6.  Kommt  auf  den  Anger,  muntre  Buben. 
(W.  Osterwald.)  Part,  und  Stimmen  M.  2,40.  (Part.  M.  1,20. 
Stimmen  ä  M.  — ,30.) 

Op.  7.  Tänze  für  Pianoforte  zu  vier  Händen.  Heft  I.  M.  4, — . 
Heft  II.    M.  3  — . 

Op.  10.  24  Etüden  in  allen  Dur-  und  MoUtenarton  für  Piano- 
forte.   Heft  I.    M.  3,—.    Heft  II.,  HI.,  IV.  ä  M.  2,50. 

Verlag  "von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


Pianinos 

beeter    QualitAt ,    einfache    osd    elegante 
I  BtKttnDg,  sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabriit 

'  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 


Illustrlrta  Prels-Varaelehnlsse  zu  bBzlehen  durch 
'  C.  Sohwalbaoh,  ReicbBstrasBe  24,  Leipzig. 


Verlag  von  Breitkopf  &  HSrtel  In  Leipzig. 

Sene  Ciavierwerke. 

Dreszer,  Anast.  W.,  üp.  33.    Scherzo,    J(  S,— . 
JadaSBOhn.  S.,   Op.  116.    Sechs  EinderatUcke  zu  4  Hftndan. 

Jl  4,—.  [897a.] 

Op.  1  La.    Fandango  und  Menuett  (3  Kanons).    Jl  3,50. 

Haas,  Louis,    Op.  13.      Erinnerung    an    Norwegen.      Ho.  6. 

Volkstanz.    Jl  I,ISO. 
Moore,  Graham  P.,    OoncertstOck  nach  dem  Gedicht  „Sea- 

weed"  („Meorgraa")  von  Longfellow.    J(  4,^. 
Daraus:  Scherzo.  JH  1,:£0.    Arioso.  ^  1,26. 

Liebeefiehen  (Pleading).  Jl  1,50.     Vake-Oaprioe.  Jl  1,50. 

Fünf  Clavieratüoke,  Op.  23.     Jf  6,~. 

1.  Yalae  poitiqae.  Jl  1,25.  3.  Bomance.  Jl  1,26.  3.  Ta- 
rantelle.  Jt  1,75.  4.  Sonnet.  Jl  1,36.  5.  Ballade. 
Jt  3,—. 

Ohromatische  Etüden    Dp.  3i.    Heft  I,  II  je  .*  3,—. 

Hochzeit  im  Dorfs,    o  Charakterstücke,  Op.  12.  HeftI, 

U  je  jf  8,—. 
Vogel,  MOFltz,  Op.  58.    8  leichte  Sonatenje  Jl  3,—. 
Wurm,  Mary,  Op.  28.    Tanzweiseu  zu  4  Händen.    Jt  4,—. 

^  Bearbeitungen.  r= 

Elehborn,  Hermann,  Op.  II.  Bondo  brillant  for  Waldhorn 
and  Olavier.    Ansgabe  zu  4  Händen.    Jl  2,60. 

Dasselbe  m  3  HKnden  von  Aug.  Hörn.    Jf  2,—. 

Qrleg,  Edvard,  Op.  18.  Sonate  (O)  fUr  Violine  n.  Pianoforte 
zu  vier  H&nden  bearbeitet  von  Gustav  Sandra.  .^6,60. 

Ltszt,  Franz,  Le  Triotnphe  Am6bre  du  Tasse;  zu  vierHfin- 
den  bearbeitet  von  Arthur  Hahn.    JH  3,—. 


Wilhelm   Hansen's  Verlag.    Leipzig. 
Zu  ConcertauffQhpungenl 

[88L., 

Ägnete  und  die  Heermädchen. 

(Agnate  and  the  Mermaids.) 

Gedicht  von    H.  C.  Andersen. 

FUr  eine  Solostimme,  Frauenchor  u.  Orchester  \ 

Niels  W.  Gade. 

.    Partitur  Jl  3,60.  ao.    Orchesterstimmen  Jt  4, — 

•  (Violine  I,  2,  Viola,  Violoncelle,  Biiss  je  30  ^  netto.)  J 

I   Chorstimmen  (Sopran  1,  2,  Alt  je  40  'ig.)    Solostimme  | 

(Sopran)  50  ^.     ClavieraoSEUg  Jl  1,80. 

„Der  Chorgesang"  V.15./1893;  Eine  der  reizend- 
sten   Blttthen    aus    dem    Füllhorn    des    verklArten   < 
-  -     nordischen    Meisters.     Nach    knrzer    Instrumental- 
4^  einleitung  {kleines  Orchester)    beginnt   ein   anmu- 
'       thiges  Wiegenlied.    Daran  reiht  sich  ein  dreistim- 
miges  Lied   der    Meermädchen.     Das    Wiegenlied   ' 
beginnt  von  Neuem,  fortgeführt  von  dreistimmigem  { 
Gesänge,   und   so^eht  das  liebenswürdige  duftige  J 
Stück  zu  Ende,      wir  machen  auf  dieses  BlUmchei 
„Wunderbold"  ganz  besonders  aafinerksam. 


i  2  Lustspiel-Ouvertüren: 

(für  grosses  oder  kleineres  Orchester 
ausführbar). 


noua  neu. 

Octett 

für 

FISt«,  0^06,  2  Clarinetten,  2  Hörner  nnd 
2  Fagotte 


Op.  216. 

Partitur Pr.  .^     6,—.  netto. 

Stimmen Ft.  Jt   12,—.  netto. 

[898.] 

Fis  Kisinep. 


^uliu^  "ßlütAner,  ^eippj. 

Uilicl  Säclsiscte  %  lor-MoWalit. 

Bedeutendste  Planoforte-Fabrlk  KuropaMl 

FlOgel  und  Pianinos 

von  anerlcannt  ixiiü.l>ei-tro£reiier   fXa,ltl>a>i*l£eit 
und  edlem,  sanijpreiclieui  rron. 


-^^■\^lA/lf    "Vftrtrftt»: 


EKe  Fabrik  besteht  aeit  7.  November  1853. 


"WiHielm   F*oiseie, 

tliil.  Kaumi^u  ul  lekiBT  in  Harn  u  In  tSiiU'  Hocutkiig  illr  lull. 
BcrtiM.  ».  yr.    Howistr.  9. [90gd.] 

Siloti, 

Pianist.  [«osi.] 

Pari«.    86,  Avenoe  Triidalne. 

Alfred  xiLrasselt. 

BadeD -Baden. 

•0»—  1  Yertr.  H.  WolJT.    mm»Usu  . 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 
orohetters.  [906— ,] 

Leipzig,  Raiser-Wilhelm-Strasse  21 

benogl.  läoha.  Hof^iuiBt,  Profeneor  oapärieni  am  OoiuerTatoniiiD 
in  Genf  (Sohweii).  [906—.] 

ConcerirVertretmig;    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Clara  Hoppe, 


Concert-  und  Oratoriens^Dgerin  (Sopran). 

SODdershauBeB,    Friedrichst.  21.  [dOBz.] 

Fritz  Higgen, 

Oonoert-  und  OratoriensBnger  (hoher  Bariton). 
Bpemephafen,  Deich  16.  [909— .] 

Concert-  und  OratorlensttiiKerln  (Sopran). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26''  IL  [910aa.] 


Vollständige  Ansbildnng  fBr  Oper  d.  Coneeit 

EnBemble-üebaDgen.     Rollenstndlnm. 
Von  mir  anegebildete  Schttler:   Uagdaleiui  Jahns,  Sehna 
Scboder,  Ckrt  Soheidenuuitel  n.  A.  m.  [911—.] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

Gi-esanel  ehrer. 
Gonstantin  Wild's  Verlag, 

Leipzig  und  Baden-Baden. 
Vor  Kurzem  ersobien: 

Symphonie 

(Cmoll,  Op.  57) 

Orchesterpartitnr  ^  15, — . 
OrcfaesterstimineD  ^  20, — - 
GlaTierauBzng  zu  vier  Händen  Ji  8, — . 

Diese  Symphonie  wurde  bereits  von  den  Hofcapellen 
zu  Bertin,  Dresden,  Dessau,  sovie  vom  Philharmonischen 
Orchester- Verein  za  Boston  und  znletzt  in  Leipzig  vom 
Liszt- Verein  mit  durchschlagendem  Erfolg  zur  Auffähnmg 
gebracht.  Der  zweite  Satz  eignet  sich  auch  vorzüglich  eam 
Einzel  Vortrag.  Wir  empfehleo  den  verehrten  Concert- 
directionen  und  Mnsikdirectoren  das  Werk  aufs  Angelegent- 
lichste. [fllSd.] 
Zu  beziehen  durch  alle  Buch-  und  Musikalienhandlungen, 
sowie  direct  vom  Verleger. 


\  Fr.  Kistner,  Musik-Sortiment, 


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^  empfiehlt  sich  zur  sohnelleii  prompten  Beeorgung  von  S 

8  Musikalien,  masikalisehen  SobFlften  Vba.  —  Kataloge  » 
^  und  Aoswahlsendnngen  stehen  zn  Diensten.  [918 — .]  £ 

QJ^i,.1.uberth*ii  nCnsikallsoltes 
OQ^Il    FremdwtfrterbDoh. 


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19.  Aufläge.'  Öebundenl'^.  ' 
ran  J.  Sebuberth  A  Co^ 


Dnok  Ton  0.  O.  B4d«r  In  LelpilR. 


Hiena  eine  Beilage  von  C.  F.  W.  Slegel's  Musikalienhandlung  (B.  LinaemaDo]  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  8.  September  1892. 


liicb  iSiBiilicke  Bici-,  um- 
M  iKiiiMinüimt,  sowie 
iQicti  alle  Fotlinii»  ii  beiiclitiL 


'^ÄJl^^  ffir  ¥naiVftr  nnil   IffnaiVfronndo  '▼Ä 


rit  du  lüEiHaiisttii  WccUibiaii 
MiUamii  ziiEeiiiiiiomit  ilid  u 


für  Musiker  jndjffusikfreimde. 

Verantwortlicher  Eedacteiir  und  Verleger; 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,  Königutrssae  Q. 


^^ 


im.  Jahrg.] 


Daa  MuBikalische  Wochenblatt  erauhaint  jährlicli  in  59  Nummern.  Der  Abonnementabetra« 
für  das  Quartal  von  13  Nummern  ist  9  Hark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  P fei) n ige.  Bei 
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für  weitere   Lilnder   des  Allgemeiaeu  Po«tvar«inB. . —   JahretabonnenientB   werden  unter 

ZiicnrndeWung  vorstehender  Becngabediti Kunden  berechnet. 
Die  InaertionBgebflfaren  mr  den  Raum  einer  gecpaltenen  Petitzeile  betrageo  SO  Pfennige, 


[No.  37. 


t:  BrangEns.    Eine  neoa  Probe  dra  „»ndeQlendBn  VaifahwnB'' 
O™  und  Wieu.    —    Bai '  " '  «    -     ■  _      .     . 

Vermiicbla  HltthiiUimg. 


De  noDn  HUB  „knoeaieai 

Bailcbt  BUS  Leipzig.    - 

lungeii  und  Notizen.  — 


Von  Moritz  Wiith. 
-.in.    —   &ng>gsment*  nnd  Q 
Anislgen. 


TusigHchichte :    Hoslkbriete  soa  Carlsrnhe  (Schlm»), 
id  UutaplHlB  in  Oper  nnd  Oonoert.  —  Kiiohenmosik.  — 


Brangfine. 

Eine  neue  Probe  des  „aDdenteaden  Verfahrens". 
Von  Mopltz  Wirth. 

Man  kann  den  „Tristan"  so  oft  als  möglich  und  mit 
all  dem  VerBtändniss  gesehfiD  haben,  das  heute  ^nem 
gewissenhaften  Wagnerianer  davon  zukommt,  und  kann 
doch  dnrch  eine  Frage  überrascht  werden  — ;  warum 
vertauscht  Braug&ne  den  ihr  anbefohlenen  Todes- 
trank mit  dem  Liebestrank?  Da»  die  vertraute  Die- 
nerin sich  sträubt,  mit  eigener  Hand  die  geliebte  Herria 
in  den  Tod  bu  schicken,  ist  begreiflieb;  nicht  hierauf 
richtet  sich  also  unsere  Frage.  Sondern  ihr  Bion  ist, 
warum  Brangäne,  wenn  sie  schon  vor  dem  Todestranke 
zuTÜckschreckt ,  nun  gerade  den  Llebostrank  an 
seine  Stelle  setzt? 

Die  erste  Antwort,  die  den  Meisten  auf  diese  Frage 
wie  von  selbst  auf  die  Lippen  springt,  ist  die,  dass  Brao- 
gäue  die  beiden  vor  ihr  stehenden,  beide  von  ihr  geliebten 
und  verehrten  und  wie  für  einander  geschaffenen  Personen 
eben  zu  einem  Liebespaare  habe  vereinigen  wollen,  nicht 
anders,  wie  auch  sonst  in  Ähnlichen  Fällen  fast  Jeder  eine 
derartige  Lust  sich  anfliegen  fühlt,  and  wie  nicht  Wenige 
von  ihr  eich  zu  allerhand  mehr  oder  minder  nuechuldigen 
Ränken  nnd  Schwänken  hinreissen  lassen.  Aber  fast  ebenso 
oft  habe  ich  diese  Antwort  noch  anf  derselben  Lippe,  die 
sie  eben  ausgesprochen  hatte,  ersterben  sehen.  In  der 
That  genügt  auch  ein  Blick,  um  die  Ungeheuerlichkeit 
zu  bemerken,  die  entstehen  würde,  wenn  ein  Drama  von 


der  Art  des  „Tristan"  aus  mem Beweggründe  entspringe, 
der  in  seiner  läppischen  Alltäglichkeit  wie  in  einer  anderen 
Welt  zu  liegen  scheint. 

Was  aber  war  es  denn,  was  Braugäne's  Hand  führte? 
Das  rathlose  Schweigen,  das  auf  die  erste  übereilte  Ant- 
wort zu  folgen  pflegt,  lässt  uns  gleichwohl  nur  um  so 
dringender  fühlen,  dass  hier  noch  Etwas  verborgen  sein 
müsse,  was  nicht  allein  für  den  Charakter  BrangOne's, 
sondern  auch  für  das  aus  ihren  Händen  hervorgehende 
Haupter eigni SS  des  Dramas,  den  Liebestrank,  von  höchster 
Wichtigkeit  sein  werde.  Es  kann  die  Verlegenheit,  in 
welcher  wir  uns  wegen  einer  Antwort  befinden,  nur  ver- 
mehren, wenn  wir  entdecken,  dass  selbst  die  beiden  Noth- 
helfer  in  allen  „Tristan "-Beschwerden,  Müller  („Tristan 
ttnd  Isolde"  nach  Sage  nnd  Dichtung.  München,  1865)  und 
v.  Wolzogen  (Richard  Wagner's  „Tristan  nnd  lBolde\ 
Ein  Leitfaden  u.  s.  w.,  L«pzig,  1880),  nns  hier  im  Stiche 
lassen. 

Zuerst  aufgestoBsen  ist  mir  die  Frage  in  dem  Boche 
von  Reinhold  Bechstein,  Tristan  und  Isoltin  deutschen 
Dichtungen  der  Neuzeit  (Lieipzig,  Teubner,  1876).  Der 
Verfasser  ist  offenbar  kein  Wagnerianer,  um  so  schätzens- 
werther  ist  seine,  den  dramatischen  Verdiensten  des  Tristan- 
Textes  gezollte  hohe  Anerkennung,  von  der  fast  nur  Bran- 
gäne ausgenommen  ist.  Deren  Charakter  hat  er  gänzlich 
mi  BS  verstanden,  ihn  dafür  aber  auch,  in  dem  Suchen  nach 
einer  befriedigenden  Erklärung,  so  um  nnd  umgewandt, 
dass  er  dessen  Lebensfrage,  die  Frage  nach  dem  Grundo 
der  Wahl  des  Liebesirankes,  zu  entdecken  vermocht  hat 
Somit  erscheint  es  nicht  mehr  als  billig,  die  Beantwortung 
derselben  an  Bechsteln's  Erörterungen  anzuknüpfen. 


450 


I. 


Grundlos  ist  gleich  Bechstein's  erste  Annahme, 
dass  nur  Brangäne  den  Liebestrank  von  Isolde's  Mntter 
anvertraut  bekommen  habe,  nm  ihn  für  Marke  nnd  Isolde 
zu  mischen;  dass  sie  aber,  Isolde's  Liebe  zu  Tristan  be- 
merkend, dieser  das  Geheimniss  verrathe  und  den  Trank 
für  Tristan  anbiete  (Bechstein  8.  134,  138,  147). 

Allerdings  war  das  Liebesmittel  für  das  königliche 
Paar  bestimmt;  die  allzugrosse  Ungleichheit  des  Alters 
machte  diese  Nachhilfe  wünschenswerth.  '*')  Auch  begründet 
dieser  Umstand  zugleich  aufs  Trefflichste  die  Thatsache, 
dass  überhaupt  ein  Liebestrank  zur  Hand  ist.  Aber  Isolde 
weiss  natürlich  davon.  Auf  Brang&ne's  erste  Andeutung 
hin  lässt  sie  sich  sofort  den  Schrein  bringen  und  zeigt 
sich  nicht  im  Geringsten  überrascht,  als  Brangäne 
ihm  das  goldne  Fläschchen  entnimmt 

Und  ebensowenig  ist  die  Stelle,  in  welcher  nach 
Bechstein  Brangäne  zuerst  einen  Wunsch  Isolde's,  von 
Tristan  geliebt  zu  werden,  zu  errathen  glaubt  (Bechstein 
S.  134),  wirklich  in  dieser  Weise  zu  verstehen.  Bran- 
gäne preist  ganz  überschwänglich  das  Glück  der  künftigen 
Gattin  Marke's:  „Von  edler  Art  und  mildem  Muth,  wer 
gliche  dem  Mann  an  Macht  und  Glanz?  Dem  ein  hehrster 
Held  so  treulich  dient,  wer  möchte  sein  Glück  nicht 
theilen,  als  Gattin  bei  ihm  weilen  ?**  Hierauf  erwidert 
Isolde  etwas  unbestimmt:  „Ungeminnt  den  hehrsten  Mann 
stets  mir  nah  zu  sehen,  —  wie  könnt  ich  die  Qual  be- 
stehen !**  Sie  hat  guten  Grund,  sich  undeutlich  auszu- 
drücken, denn  sie  meint  freilich  Tristan.  Bechstein  glaubt 
nun,  Brangäne  verstehe  jetzt  plötzlich  Isolde  richtig  und 
biete  ihr  mit  den  Worten:  „Was  wähnst  du.  Arge?  Un- 
geminnt?" den  ihr  anvertrauten  Liebestrank  für  Tristan 
an.  Lassen  denn  aber  diese  Worte  in  Verbindung  mit 
Brangäne*8  Persönlichkeit  eine  solche  Auslegung  wirklich 
zu?  Ich  glaube,  wer  Brangäne  nur  ein  wenig  näher  ins 
Auge  fasst,  wird  diese  Frage  verneinen  müssen.  Wie 
rückhaltlos  unbefangen  drückte  sie  z.  B.  ihr  Erstaunen 
ajBLB  bei  der  Mittheilung  Isolde's,  jener  traurige  Mann,  den 
sie  einst  in  Irland  mit  pflegen  geholfen,  sei  Tristan  ge- 
wesen: „0  Wunder!  Wo  hatt  ich  die  Augen?"  Und  wie 
ganz  anders  erstaunt  müsste  sie  sich  erst  hier  zeigen, 
wenn  sie  hier  zuerst  eine  solche,  sie  aus  allen  ihren  Marke- 
Himmeln  reissende  und,  wie  auf  den  ersten  Blick  zu  sehen, 
für  Isolde  folgenschwere  Leidenschaft  gewahr  werden  sollte, 
wie  Bechstein  es  will.  Aber  behaglich  plaudert  sie  nur 
vom  Liebestrank,  nennt  nicht  einmal  Tristan's  Namen. 

Brangäne's  Missverständniss  bleibt  dadurch  erhalten, 
dass  Isolde  in  ihrer  mit  „ungeminnt"  beginnenden  Ant- 
wort den  wirklich  von  ihr  Gemeinten  mit  Brangäne's 
vorhergegangenem  Hauptwort  für  Marke:  ,^Mann",  und 
nur  mit  Brangäne's  Beiwort  für  Tristan:  „hehrst"  be- 
zeichnet. So  bleibt  Brangäne  in  dem  Wahne,  der  „hehrste 


*)  Ich  beziehe  mich  hier  auf  meine  Auffassung  Marke^s 
als  eines  rüstigen  Greises  von  etwa  70  Jahren  (vergl.  meine 
Schrift:  König  Marke,  Leipzig,  Gebrüder  Senf,  1882,  ÖV'« 
Bogen,  Preis  1,80  J6]  sowie  meinen  Aufsatz:  Die  König 
Marke -Frage,  im  1.  Bd.  des  Wagner- Jahrbuchs;  separat 
erschienen  bei  Feodor  Beinboth,  Leipzig.  1886,  8  Bogen, 
Preis  1  Ji),  Ihr  entgegen  stehen  die  Aunassung  der  „Bay- 
reuther Blätter"  (Jahrgang  1885,  Aufsatz  von  Wolfgang  Golther: 
König  Marke),  nach  welcher  Marke  zwischen  40  und  60  Jahre 
alt  sein  soll,  und  die  Darstellung  der  Bayreuther  Festspiele, 
wo  er  als  jüngerer  Mann  zwischen  30  und  85  erscheint.  Nur 
bei  meiner  Annahme  macht  sich  der  Liebestrank  nattkrlich; 
ich  erblicke  in  diesem  Umstände  einen  weiteren  Beweis  für 
die  Richtigkeit  meines  Marke. 


Mann",  dessen  Minne  zu  erlangen  Isolde  verzweifeln  wolle, 
sei  Marke,  und  zum  Gebrauche  für  Marke  erinnert  sie 
nun  an  die  Künste  der  Mutter.*) 

Aus  Brangäne's  vermeintlicher  erster  Schuld,  „dass 
sie  das  Geheimniss  der  ihr  anvertrauten  Künste  ausplau- 
dert", lässt  nun  Bechstein  ihre  Hauptschuld  in  natür- 
lichster Weise  sich  entwickeln.  Nachdem  sie  mit  ihrem 
Anerbieten  des  Liebestrankes  den  schrecklichen  Erfolg 
gehabt  habe,  dass  Isolde  den  Todestrank  wählte,  er- 
scheine ihr  der  Liebestrank  nur  um  so  dringender  geboten, 
als  er  zugleich  ein  Mittel  der  Lebensrettung  zu  werden 
verspreche.  Aus  Liebe  zu  Isolde,  die  sie  unmöglich  ster- 
ben lassen  könne,  verwechsele  sie  die  Tränke,  mit  vollem 
Bewusstsein  dessen,  was  sie  durch  diesen  Betrug  anstifte 
(Bechstein  S.  138).  Mit  anderen  Worten:  sie  führe,  durch 
die  Umstände  gedrängt,  ohne  viel  Bedenken  jetzt  nur  aus, 
wozu  sie  sich  vorher  schon  sehr  willig  gezeigt  habe. 

Damit  ist  aber  auch  der  Punct  gekommen,  von  wel- 
chem ab  Bechstein  an  Wagner's  Behandlung  der  Brangäne, 
wie  er  sie  eben  ansieht,  Anstoss  nehmen  musste.  „Wenn 
sie  mit  Absicht  den  Minnetrank  wählt,  dann  sinkt  sie 
herab  zur  Giftmischerin  und  Kupplerin,  ....  dann  darf 
Brangäne  nicht  ohne  Reue  und  Zerknirschung  das  Ge- 
heimniss dem  betrogenen  Marke  offenbaren,  dann  darf  sie 
nicht  am  Leben  bleiben,  wo  sie  so  schwer  gefehlt  hat, 
viel  schwerer,  als  Kurvenal,  der  ein  Opfer  seiner  Treue 
wird"  (Bechstein  S.  147).  Ja  sogar,  dass  der  König  auf 
„die  Bestrafung  der  Verbrecherin"  denken  müsse,  ver- 
langt Bechstein  (S.  141).  Wer  in  seiner  Weise  Brangäne's 
Schuld  schon  mit  dem  Verrath  des  Trankgeheimnisses 
beginnen  lässt,  wird  diese  Forderung  nicht  ganz  unbe- 
gründet finden  können. 

Dass  jedoch  Bechstein  einem  Künstler,  dessen  hohe 
dramatische  Gestaltungskraft  er  zu  erkennen  vermocht 
hat,  diese  Vorwürfe  nicht  leichtfertig  macht,  geht  weiter 
daraus  hervor,  dass  er  noch  eine  andere  Auslegung 
von  Brangäne's  That,  die  ihm  zu  den  übrigen  An- 
deutungen des  Gedichtes  besser  zu  stimmen  scheint,  in 
Vorschlag  bringt.  Sie  besteht  darin,  dass  Brangäne,  um 
dem  Befehl,   den  Todestrank  zu  mischen,   auszuweichen. 


*)  Ich  muss  hier  noch  einen  Irrthum  Bechstein's  berich- 
tigen, welcher  die  Auslegung  des  Wortes  „ungeminnt"  in  den 
Beden  der  beiden  Frauen  angeht. 

Bechstein  schreibt  S.  184:  .Isolt  meint:  ungeminnt  von 
mir:  es  sei  eine  Qual  filr  sie,  diesen  herrlichen  Mann,  den 
sie  hasse,  stets  sehen  zu  müssen.  Aber  Bran^^e,  ahnungs- 
voll missverstehend,  glaubt:  ungeminnt  von  mm,  bezieht  es 
auf  den  Mangel  der  Liebe  seitens  Tristan's,  und  weist  Isolt 
auf  die  Zauberkünste  der  Mutter."  Hierzu  noch  eine  Anmer- 
kung Bechstein^s  S.  228:  „Auch  jenes,  auf  ein  doppelsinniges 
Particip  gegründetes  Missverständniss  Brangänens  »Ungeminnt 
den  henraten  Mann«  u.  s.  w.  hat  Müller  nicnt  verstanden.  Er 
sagt  nur:  »Ungeminnt  ist  Isolde' Brangänen  nicht  denkbare, 
aber  dass  es  Isolt  ganz  anders  meint,  dass  sie  das  Particip 
ungeminnt  als  Accusativ,  nicht  als  Nominativ  fasst  oder  fassen 
will,  ist  dem  Schwärmer  entgangen." 

Hierauf  ist  zu  erwidern,  dass  Isolde  in  jedem  Falle  an  Tri- 
stan denkt,  einerlei,  ob  wir  sie  sagen  lassen:  ihn  ungeminnt 
von  mir,  oder:  ich  ungeminnt  von  ihm.  Jedes  ist  für  sie  eine 
Qual,  da  wahre  Liebe iBeides  verlangt:  Liebesbeweise  sowohl 

feben  zu  dürfen,  als  auch  zu  empfangen.  In  diesem  Sinne  ist 
ier  das  Wort  „minnen"  zu  verstehen.  Brangäne  aber  kann 
bei  der  accusativischen  wie  bei  der  nominativischen  AufiTas- 
sung  entweder,  wie  Bechstein  wül,  errathen,  dass  Tristan  ge- 
meint sei,  oder,  wie  es  einzig  zulässig  ist,  Marke  miss verstehen. 
Der  Liebestrank  hilft  fUr  Alles. 

Welches  aber  ist  der  wahre,  von  Wagner  gewollte  Sinn 
des  Particips?  Accusativ  oder  Nominativ?  Oder  Beides,  wie 
in  einer  Art  höherer  Einheit  verschmolzene  ohne  Liebes- 
tausch? 


451 


aus  den  verschiedenen  Medicamenten,  welche  der  Schrein 
enthalte,  einen  heliehigen  unschädlichen  auswählen  wolle, 
dass  sie  aher,  ohne  es  zu  wissen,  aus  Versehen  den 
Liebestrank  ergriffen  habe.  Ihr  Ausruf  am  Schlüsse  des 
Stückes;  „ihre  blinde  Schuld  hat  sie  gesühnt",  scheine 
darauf  hinzudeuten.  Doch  werde  freilich  auch  diese  Mög- 
lichkeit wieder  dadurch  zweifelhaft,  dass  die  Bezeichnung 
„blind*'  auf  Brangäne's  „blinde  Liebe  zu  Isolt"  gehen 
könne«  (Bechstein  S.  140,   141). 

„So  finden  wir«,  bemerkt  Bechstein  abschliessend,  „all- 
überall Zweifel  und  Widersprüche:  ein  Beweis,  dass  Wag- 
ner von  Vornherein  unrichtig  componirte.  Seine  Absicht 
hat  er  unvollkommen  zum  Ausdruck  gebracht  und  dadurch 
nicht  allein  die  dramatische  Situation,  sondern  auch  einen 
dramatischen  Charakter  geschädigt,  der  eine  feinere  Aus- 
führung verdient  hätte«    (Bechstein  S.  141). 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 

Musikbriefe. 

Carlsruhe,  Juli  1892. 

(Schluss.) 

„Der   Cid«. 

Lyrisches  Drama  in  drei  Aufzügen.     Dichtung  und  Musik 

von 

Peter  Cornelius.*) 

,J>er  Dichter,  der  aas  eignem  Fleisse 
zu  Wort  und  Reimeii,  die  er  erfand, 
ans  Tönen  aach  fügt  eine  neue  Weise, 
der  wird  als  Meistersinger  erkannt." 

In  Wort  und  Ton  ein  rechter  Meistersinger  —  eine 
schlichte  und  dabei  wahrhaft  kunstbegeisterte  Dichterseele, 
die,  unbekümmert  um  den  Erfolg  des  Tsisea,  schaffensfreudig 
den  vom  eigenen  Herzen  gestellten  Reeeln  folgte  — ,  das  ist 
Peter  Cornelius  wahrlich  gewesen,  und  wenngleich  er  ver- 
möge seiner  sinnig  eigenartigen  und  wenig  volksthümlichen 
Sangesart  kein  Hajis  Sachs  werden  konnte,  so  haben  seine 
vornehmen  Lieder  und  Gesänge,  in  welchen  er  nach  echtester 
Meisterart  entweder  „heilige  Stoffe"  behandelt  oder  das  ihm 
gleichfalls  heilige  „Panier  der  Liebe''  geschwungen  hat,  ihm 
von  frtih  her  manche  dankesfreudigen  and  treu  begeisterten 
Herzen  zugeführt.  Dem  grossen  Publicum  aber  war  der  sin- 
nige Dichter-Musiker  fremd  fi^eblieben,  bis  im  Jahre  1884 
MottPs  energischer  Wiederbelebangsversach  des  26  Jahre 
früher  in  Weimar  abgelehnten  „Barbier  von  Bagdad"  — 
welche  Ablehnung  bekanntlich  Liszt^s  Bücktritt  vom  dor- 
tigen Hofcapellmeisteramte  zur  Folge  hatte  —  die  deutschen 
Theaterleitungen  auf  den  Bühnencomponisten  Cornelius  auf- 
merksam machte  und  sie  veranlasste,  nun  auch  ihrerseits  einen 
Versuch  mit  dem  liebenswürdig  komischen  Werke  zu  wagen. 
Und  da  dieser  Versuch  überall  da,  wo  ein  brauchbarer  Re- 
präsentant fülr  die  gesanglich  und  darsteUerisch  gleich  schwie- 
rige Partie  des  Abu  Hassan  Ali  Ebe  Bekar  vorhanden  war, 
sich  als  sehr  erfolgreich  erwies,  und  die  Comelius^sche  Oper 
im  Laufe  weniger  Jahre  auf  allen  grösseren  deutschen  Bühnen 
heimisch  wurde  und  selbst  nach  Amerika  siegreich  hinüber- 
dran^,  so  konnten  die  Freunde  ihres  Schöpfers  nunmehr  mit 
fröhhchem  Muthe  auch  an  die  Neubelebung  seiner  weiteren 
musikalisch-dramatischen  Werke  denken,  und  wie  sieben  Jahre 
nach  der  dazumal  ohne  Nachfolge  gebliebenen  ersten  Auffuh- 
rung des  „Barbier  von  Bagdad"  m  Weimar  auf  speciellen 
Wunsch  der  Grossherzo^n  Sophie  dortselbst  Cornelius*  zweite 
Bühnenarbeit  „Der  Cid"  zur  Aufführung  gelangt  war,  so 
folgte  auch  nunmehr  sieben  Jahre  nach  der  Wiedererweckung 

*)  Die  Partitur  und  der  von  Professor  Ludwig  Thuille 
vortrefflich  arrangirte  Ciavierauszug  des  Werkes  sind  in  der 
Hofmusikalienhandlnng  von  Jos.  Aibl  in  München  erschienen. 


des  „Barbier"  in  Carlsruhe  eine  Neu-Aufführung  des  »Cid" 
an  der  Münchener  Hof  btihne,  welcher  die  Carlsruher  Hofoper 
in  unerschütterlicher  Hochschätzung  des  Dichter-Musikers 
binnen  Jahresfrist  Folge  leistete. 

Nun  aber,  nachdem  der  „Cid"  zu  vollem  Bühnenleben  er- 
standen ist,  muss  es  angesichts  der  diesem  Werke  eigenen 
vornehmen  Schöne  und  Hoheit  fast  unbegreiflich  erscheinen, 
dass  eine  solche  Schöpfung  trotz  des  Aufführungsversuches 
in  Weimar  fast  drei  Jahrzehente  hat  unbeachtet  bleiben 
können,  und  nur  ein  Kückblick  auf  die  Opernzustände  jener 
Tage  und  Jahre  kann  uns  eine  Erklärung  für  die  bedauerliche 
Nichtbeachtung  des  inmitten  mannigfacher  Daseinserbärm* 
lichkeiten  unermüdlich  seinem  Ideale  nachstrebenden  Corne- 
lius geben.  Erstens  einmal  lag  Weimar  schon  damals  —  wo 
es  auch  heute  noch  liegt—an  der  Um,  welche  leider  nicht  in 
den  Hauptstrom  unseres  Opemlebens  einmündet  und  solcher- 
weise die  freundliche  Bewegung,  welche  der  „Cid"  in  Weimar 
hervorgerufen  hatte,  den  deutscnen  Opernhäfen  nicht  gleich 
einer  Fluth welle  mittheilen  konnte,  soaann  aber  war  in  jenen 
Tagen  am  Eunsthimmel  ein  ganz  aussergewöhnliches  Phä- 
nomen wahrnehmbar  geworden,  —  ein  Phänomen,  dessen  Be- 
obachtung und  Erläuterung  alle  Literessen  der  deutschen 
Theater- Astronomen  vollauf  in  Anspruch  nahm :  der  energische 
Zusammenstoss  des  gerade  in  der  Bingbildung  begrmenen 
Saturn  Wagner  mit  dem  hellbesch weiften  JB^ometen  Meyerbeer. 

Fällt  doch  die  Weimaraner  Erstaufföhrung  des  „Cid"  in 
den  Mai  desselben  Jahres  1865,  in  welchem  einen  Monat 
früher  Meyerbeer's  „Afrikanerin"  in  der  Grossen  Oper  zu 
Paris  debutirt  hatte,  und  in  welchem  zu  Anfemg  des  Juni- 
Monats  in  München  Tristan  und  Isolde  zum  ersten  Male 
ihren  erschütternden  Liebeetod  starben.  Ruft  man  sich  diese 
Daten  ins  Gk^dächtniss  zurück  und  erwägt  man  weiterhin, 
wie  die  Erwerbung  einer  neuen  Meyerbeer-Oper  mit  ihren 
bei  allen  gewaltigen  Ausstattungskosten  doch  so  verblenden- 
den Einnanme-Chancen  den  deutschen  Theaterdirectoren  vor- 
nehmlich am  Herzen  gelegen  —  und  wie  dem  Publicum  jener 
Tage  in  seiner  Mehrheit  viel  mehr  Verständniss  imd  Sym- 
pathie für  die  von  Paris  kommenden,  äusserlichen  und  rohen 
und  doch  so  glänzenden  und  ohrenkitzelnden  Schaustücke 
Meyerbeer's,  als  für  ein  in  seinem  Aeusseren  viel  schlichteres, 
aber  tief  und  wahr  empfundenes  Seelendrama  innegewohnt 
haben  mag,  gedenkt  man  femer  des  um  jene  Zeit  bereits 
heftig  entbrennenden  Kampfes  für  und  wider  Wagner  und 
seine  Schöpfungen,  sowie  jener  leidenschaftlichen  Erregtheit, 
welche  die  zwei  Jahre  später  mit  selbstbewusster  Sieges- 
zuversicht und  einem  alle  zünftige  Engherzigkeit  geisselnden 
souveränen  Humor  ihren  mannhaften  Werbe-  und  Wettge«* 
sang  anstimmenden  „Meistersinger  von  Nürnberg"  hervor- 
riefen, so  wird  man  es  begreiflich  finden  müssen,  dass  auf 
dem  Kampfplatze,  auf  welchem  gerade  dazumal  der  wüthende 
Entscheidungskampf  zwischen  den  vom  grossen  Lügenmeister 
des  Effectes  ausgesandten  Scheinhelden  und  den  vom  Schöpfer 
des  deutschen  Musikdramas  gezeugten  helläugigen  Teutssöhnen 
anhub,  kein  Baum  für  den  zwar  auch  echt  deutschen,  aber 
viel  weicher  gearteten  und  zudem  weniger  sieghaft  bewehrten 
Cornelius  zu  nnden  gewesen  ist. 

Weniger  si^han  bewehrt  muss  der  Schöpfer  des  „Bar- 
bier von  Bagdad"  und  des  „Cid"  genannt  werden,  einerseits 
weil  ihm  das  absolute  Bamnement  abging,  mit  welchem  der 
Pariser  Meister  seine  AUerwelts-Encyklopädien  so  schmack- 
haft zu  machen  wusste,  andererseits  weil  ihm,  dem  weich- 
müthigeren  Lyriker,  jene  Kraft  des  Erschauens  und  jene 
Fähigkeit  des  Individualisirens  fehlten,  welche  den  kühnen 
Dramatiker  Wagner  nicht  nur  völlig  lebenskräftige  Gestalten 
ersinnen,  sondern  auch  ihn  für  jede  Gestalt  und  jede  Situation 
den  Ausdruck  der  überzeugendsten  Wahrhaftigkeit  finden 
liessen. 

Ein  „lyrisches  Drama"  hat  Cornelius  selbst  in  richtiger 
Erkenntniss  der  sein  bedeutendes  Talent  einengenden  Schran- 
ken seinen  n^^^"  genannt,  und  in  Dichtung  und  Musik  ist 
der  „Cid"  trotz  mancher  unmittelbar  wirkenden  dramatischen 
Momente  eine  ihrem  innersten  Wesen  nach  lyrische  Schöpf- 
ung geworden,  welcher  nur  eine  uzigemein  temperamentvolle 
und  für  die  Darstellungskunst,  wie  mr  den  ausorucksvoUsten 
Gesangsvortrag  gleich  hervorragend  befähigte  Literpretin  der 
Chimene  den  leoendigen  Odem  des  Dramas  einzuhauchen 
vermag. 

Chimene,  das  unselig-selige  Weib,  in  dessen  Herzen  wü- 
thender  Bacheschmerz  und  enthusiastische  Liebeshingabe  mit 
einander  um  die  Herrschaft  ringen,  steht  vollständig  im 
Vordergrunde  der  ganzen  Handlung  oder,  besser  gesagt,  des 

37» 


462 


ganzen  Seelendramas,  und  s&mmtliche  übrigen  Gestalten  der 
in  ihrer  yomehm  schönen  Sprache  und  der  stimmungsreichen 
Schilderung  der  mannig^ltigsten  QemüthsaiFecte  so  bedeu- 
tenden Comelius'schen  Dichtung  erscheinen  neben  der  vom 
Dichter-Ck)mponisten  in  Wort  und  Ton  am  hervorragendsten 
ausgeführten  Chimene  Gk)mez  nur  wie  Nebenfiguren,  —  ja 
selbst  der  Titelheld  erlangt  mit  Ausnahme  ganz  weniger  und 
mehr  nebensächlicher  Momente  seine  dramatische  Bedeutung 
ifast  lediglich  durch  die  Haltung,  welche  Ghlmene  in  ELass, 
Bewunderung  und  Liebe  ihm  gegenüber  einninmit 

Mit  diesem  Zugeständnisse  haben  wir  den  wesentlichsten 
und  gefahrvollsten  Fehler  des  in  Bede  stehenden  Werkes  be- 
rührt. Der  Man^l  einer  jederzeit  der  Situation  völlig  klar- 
stellenden Motivirung,  sowie  einer  über  alle  sinnenden  Mo- 
mente Ivrischen  Verweilens  sieghaft  verdrängenden  ener^e- 
voUen  Dramatik  macht  es  dem  Publicum  vielfach  geradezu 
unmöglich,  tief  und  lebenswarm  die  Gefähle  und  Stimmungen 
der  handelnden  Personen  mitzuempfinden,  und  über  diesen 
Mangel  des  Werkes  wird  nur  diejenige  Vertreterin  der  Chi- 
mene hinweghelfen  können,  welche  — wie  das  hier  von  unserer 
vortrefflichen  Frl.  Mailhacin  bewunderungswürdigster  Weise 
geschah  —  durch  ein  in  vollendeter  Darstellungskunst  sich 
äusserndes  und  lediglich  durch  die  Schranken  der  Schönheit 
eingeengtes  wahrhait  gewaltiges  künstlerisches  Temperament 
vom  ersten  Auftreten  ab  das  allerintensivste  Interesse  für  die 
liebende  Bächerin  zu  erwecken  vermag.  Mit  einer  solchen 
Chimene  aber  wird  der  ^Cid**  überall  da,  wo  er  einem  seelisch 
und  musikalisch  feingebildeten  Publicum  und  nicht  nur  einer 
Menge  von  Zerstreuungssüchtigen  geeeuüber  treten  kann,  eine 
ganz  ausserordentliche,  tief  ergreifenle  und  künstlerisch  hoch- 
befriedigende Wirkung  erzielen  mikssen. 

Ich  kann  nicht  umhin,  hier  offen  auszusprechen,  dass  mir 
aus  dem  langen  Zeitraum  der  letzten  drei  Jahrzehente  — 
selbstverständlich  ausser  den  Werken  Wagner's —  keine  musi- 
kalische Bühnenschöpfunf  bekannt  geworden  ist,  die  bei 
höchster  Idealität  der  Anlage  und  zwingendem  Adel  der  Aus- 
führung eine  mit  Ausnahme  der  etwas  verune^lückten  Ouver- 
türe und  kleinerer  durch  die  HH.  Levi  und  Motu  allerdings 
zum  grössten  Theil  beseitigten  Unzulänglichkeiten  der  Instru- 
mentation so  durchweg  schöne  und  bei  reicher  und  wirklich 
eigenartiger  Melodik  und  Harmonik  jederzeit  im  Ausdruck  völb'g 
wahrhaftiee  Musik  aufzuweisen  hat,  wie  der  „Cid".  Von  Wagner 
und  speciell  von  dessen  .Lohengrin**  erscheint  Cornelius  in  der 
Anlage  seines  „Cid"  oftmals  stark  beeinflusst,  hat  sich  aber 
vermöge  seiner  reichen  eigenen  Gestaltungskraft  mit  Aus- 
nahme einzelner  dem  Wafirner^schen  Orchester  entnommenen 
Farbentöne  und  zweier  flüchtigen  Beminiscenzen  an  den 
„Fliegenden  Holländer"  (die  den  Eintritt  der  Dominante  vor- 
bereitenden Vorhalte  der  grossen  und  kleinen  Sexte  am  Schlüsse 
der  Ouvertüre  und  des  ganzen  Werkes)  und  an  Lohengrin's  Er- 
zählung (Anfang  von  Chimene's  Traumerzählung  am  Schlüsse 
des  dritten  Actes)  von  aller  in  unserer  Zeit  der  Anleihen  so 
üblich  gewordenen  Wagner-Nachäfferei  frei  zu  erhalten  ge- 
wusst.  In  bescheidenem  Maasse  hat  Cornelius  auch  die  Leit- 
motivtechnik ,  soweit  Wagner  dieselbe  damals  in  seinem 
„Lohengrin"  bereits  entwicKelt  hatte,  für  den  musikalischen 
Aufbau  seines  Werkes  benutzt,  und  wir  finden  neben  einem 
das  Hauptthema  der  Ouvertüre  bildenden  und  im  weiteren 
Verlauf  des  Werkes  verschiedener  Umgestaltungen  theilhaftig 
werdenden  Heldenmotive,  das  —  von  Cornelius  brieflich  selbst 
so  benannt  —  dem  Cid  beigegeben  worden  ist,  ein  enthu- 
siastisch hingebungsvolles  Lieoesmotiv  der  Chimene,  welches 
schon  zu  Beginn  der  Ouvertüre  als  Antwort  auf  das  jäh  ab- 
brechende Heldenmotiv  ane^edeutet  erscheint,  auf  Seite  6  des 
Ciavierauszuges  in  seiner  klarsten  Ausprägung  erscheint  und 
mit  bedeutender  Steigerung;  durchgeführt  wird,  um  schliess- 
lich in  der  zweiten  Scene  aes  zweiten  Actes  und  am  Schlüsse 
von  Chimene's  Traumerzählung  zu  seiner  vollen  Bedeutung 
zu  gelangen.  Auch  die  wunderbar  klagende  Melodie  der 
Chimene's  Auftritt  begleitenden  und  durch  das  während  des 
ganzen  Satzes  ununterbrochen  fortklingenden  fis — ges  so  weh- 
müthig  charakteristisch  gefärbten  Trauermusik  erlangt  leit- 
motivische Bedeutung,  ebenso  auch,  allerdings  ganz  vorüber- 
gehend, die  ersten  zwei  Takte  von  Chimene's  lOage  und  der 
m  seinem  über  dem  Sextaccorde  herabsteigenden  Quinten- 
intervall so  prägnante  Ruf  „Tizona".  Ein  rührend  inniges, 
wie  Himmelstrost  herabsteigendes  synkopirtes  Motiv,  welches 
zum  ersten  Male  bei  Chimene^s  Niederknieen  zu  inbrünstigem 
Oebete  des  „Vater  unser"  (S.  82)  erklingt,  begleitet  im  letzten 
Acte  (S.  162)  Chimene's  extatischen  Ausruf:  „Allmacht  der 
Lieb  erlöste  mich!    Ich  liebt  ihn  —  lieb  ihn  ewiglich"   und 


^ 


bezeichnet  so  gewissermaassen  erst  Chimene's  Verlangen  nach 
Erlösung  aus  dem  schmerzvollen  Zwiespalt  ihrer  Gefühle,  dann 
aber  das  alle  Erdenschranken  überfliegende  Hochgefühl  der 
im  offenen  Geständniss  ihrer  Liebe  ihr  zu  Theil  werdenden 
Erlösung  vom  finsteren  Banne  des  Bachewahnes.  Doch  alle 
diese  letzteren  Motive  tauchen  in  dem  schönen  und  tiefen 
Strome  der  Comelius'schen  Musik  nur  ganz  episodisch,  ge- 
wissermaassen  als  flüchtige  Erinnerungen  auf,  und  nur  die 
beiden  erstgenannten,  Cia  und  Chimene  schon  in  der  Ouver- 
türe einander  gegenüberstellenden  Motive,  besonders  aber  des 
Ersteren  Heldenmotiv,  gelangen  zu  wirklich  leitmotivischer 
Bedeutung. 

Weit  mehr  noch  als  Wagner  war  Cornelius  als  Musiker 
vollständig  vom  Dichter  in  ihm  abhängig,  und  im  Hinblick 
darauf,  dass  er  ausser  der  augenscheinlicn  durch  den  „Car- 
navalromain"  vonBerlioz,  also  durch  ein  ausser  ihm  liegen- 
des Medium  angeregten  vortrefflichen  Ouvertüre  zum  „Barbier 
von  Bagdad"  der  wortlosen  Musik  gänzlich  aus  dem  Wege 
gegangen  ist,  müssen  wir  annehmen,  dass  wirklich  nur  die 
zeugende  Kraft  des  Wortes  seine  musikalische  Phantasie  ge- 
bärungsfllhig  gemacht  habe.  Die  Ouvertüre  zum  „Cid"  mit 
ihren  vielen  bedeutenden  Ansätzen,  die  sich  jedoch  zu  keiner 
festeren  musikalischen  Gestaltung  verdichten,  kommt  aus 
einem  i)otpourriarti^n  Charakter  nicht  heraus  und  lässt  so- 
mit gleicherweise  die  ebenmässige  Entwickelung  der  älteren 
Ouverturenform,  wie  die  dramatische  Prägnanz  der  Wagner'- 
schen  Vorspiele  vermissen.  Nach  einem  ungemein  glanzvollen 
Jubelchore,  mit  welchem  das  Volk  den  König  Fernando  preist 
und  begrüsst,  verkünden  die  Alkalden  in  einem  prächtig  har- 
monisirten  vierstimmigen  Satze  den  Beginn  des  Gerichtes, 
und  unter  den  Klängen  des  vorerwähnten  ergreifenden  Trauer- 
marsches (wohl  die  schönste  Nummer  der  Partitur)  erscheint 
unter  Vorauftritt  eines  langen  Zuges  von  schwarz  gekleideten 
Edelknaben  und  Frauen  Chimene,  welche  in  rührenden  Wehe- 
lauten den  König  an  frühere  glückliche  Tage  gemahnt  und 
ihn  um  Sühne  für  ihres  Vaters  Tod  anfleht.  Mit  den  Klän- 
n  des  Heldenmotivs  wird  der  mit  seinen  Mannen  auftretende 
id  begrüsst,  und  es  entwickelt  sich  nun  ein  Quartettsatz, 
der  bei  voller  Originalität  in  seiner  musikalischen  Schönheit, 
in  der  vorzüglichen  Individualisirung  der  einzelnen  Stimmen 
und  mit  seinem  rauschenden  Chorschluss  an  die  Gebetsscene 
im  ersten  Act  des  „Lohengrin"  erinnert.  Chimene's  Heraus- 
forderung an  Cid,  dessen  Aufforderung  zum  Zweikampf,  die 
von  Alvar  Fanez  mit  ritterlichem  Ungestüm  anfi;enommen 
wird,  das  in  seiner  hoheitsvollen  Würde  musikaliscn  prächtig 
wiedergegebene  Auftreten  des  Bischofs,  und  schliesslich 
dessen  siegreicher  Seelenkampf  mit  dem  Cid,  —  das  Alles  ist 
in  der  Composition  mit  überzeugungsvollster  Kraft  geschildert 
und  erfahrt  doch  noch  eine  weitere  Steigerung  in  Chimene's 
Rachefluch  und  dem  darauf  folgenden  ungestümen  Auftreten 
der  drei  Unglücksboten,  welche  m  derselben  melodischen  und 
von  ähnlichen  Schreckensrufen  des  Chores  beantworteten  Weise 
—aber  von  Bmoll  durch  CismoU  zu  EsmoU  au&teisend— Über 
den  Ein&U  der  Mauren  berichten.  Unter  den  J&ängen  der 
Trauermusik  legt  Chimene  das  ihr  vom  Bischof  übergebene 
Schwert  des  Cid  am  Throne  des  Königs  nieder,  dieser  wa&et 
seinen  Helden  wieder  damit,  und  mit  einem  energievollen 
Treueschwur  auf  das  Banner  imd  mutherfüllten  Kampf- 
gesängen schliesst  der  erste  an  schönen  Einzelnheiten  so 
reiche  und  in  seiner  Gesammtwirkung  wirklich  begeisternde 
erste  Act. 

Der  meinem  Empfinden  nach  bedeutendste  Act  des  Wer- 
kes ist  der  nunmehr  folgende  zweite,  in  welchem  der  fein- 
sinnige Herzenskündiger  Cornelius  so  recht  seine  eigenste 
Spracne  reden  konnte.  Ein  kurzes  sehr  stimmungsvolles  Or- 
cnestervor^iel  und  ein  in  seiner  Stimmführung  bewunde- 
runfi;swürdiger  Frauenchor,  welche  Beide  aus  denselben  melo- 
dischen Keimen  und  demselben  harmonisch  reichen  Erdreich 
hervorgeblüht  sind,  leiten  Chimene's  grosse  Scene  ein,  in 
welcher  die  Heldin  des  Dramas  aus  dem  Kampfe  zwischen 
dem  Vergeltungsdran^  der  ihres  Vaters  beraubten  Tochter 
und  der  den  vermeintlichen  Mörder  in  visionärem  Entrücktsein 
als  den  den  bösen  Feind  besiegenden  heiligen  Michael  er- 
blickenden Liebenden  ihre  Zuflucht  im  „Vater  unser"  sucht, 
dessen  Bitte:  „Vergib  die  Schuld,  wie  ich  dem  Feind  vergebe", 
jedoch  den  alten  Kachewahn  wieder  aufflammen  lässt.  Die 
Musik  b^leitet  alle  diese  Stimmungen  in  wunderbar  aus- 
drucksvollen Klängen,  bald  düster  eroUend  und  aufschreiend, 
dann  sich  in  traumhaft  duftiges  Scnwirren  verlierend  und  im 
Gebete  die  heiligen  Schauer  inbrünstiger  Andacht  aushau- 
chend,  aber  immer  eigenartig  und  immer  schön  und  wahr- 


453 


liafb  zugleich.  Daß  folgende  Zwiegespräch  mit  Alvar  Fanez, 
das  von  einer  ritterlich  ktlhn  aufstrebenden  melodischen 
Phrase  beherrscht  wird,  und  die  in  ihrer  Einfachheit  tief 
religiös  wirkenden  Seligpreisungen  des  Bischofs  leiten  zur 
SchTussscene  des  Actes,  welche  mir  zugleich  als  die  bedeu- 
tendste des  ganzen  Werkes  gilt,  tlber,  zum  Auftritt  des  von 
düsterem  Schmerz  erföllten  Cid,  seinem  Begegnen  mitChimene, 
seinem  Flehen  und  ihrem  Vergeben  und  Ghimene's  die  ver- 
hallenden Klänge  des  Kampfgesanges  überfluthendem  Gebete 
um  Sieg  für  ihn,  der  von  inren  Segenswünschen  begleitet  in 
den  Kampf  hinausziehen  durfte.  In  diesem  ganzen  Acte  und 
zumal  in  dessen  letzter  grossen  Scene  ist  die  Musik  so  durch- 
aus ideal  schön  und  hinreissend,  dass  man  sich  der  dramati- 
schen Mängel  der  Dichtung  kaum  bewusst  wird,  sondern 
durch  das  Medium  der  Töne  zu  einem  vollkommenen  Mit- 
empfinden mit  dem  hochherzigen  Heldenpaare  gelangt.  Der 
Schlussact  bringt  dann  die  etwas  äusserliche  Vollziehung  des 
Herzensbündnisses,  welches  vor  unseren  Augen  geschlossen 
worden  ist,  überfluthet  uns  aber  in  seinen  Siegeschören  und 
sainem  Einzugsmarsche  mit  einer  Fülle  ausserordentlich  glanz- 
voller Musik  und.  entzückender  Bilder  und  lässt  uns  auch  an 
feinsten  Zügen  der  Comelius'schen  Muse  nicht  darben.  So 
gehören  der  Gesang  der  gefangenen  Maurenköniga,  Chimene's 
Liebesbekenntniss,  der  kanonische  Zwiegesang  der  beiden 
Liebenden  und  Chimene's  Traumerzählung  unstreitig  mit  zu 
den  schönsten  Seiten  der  Partitur. 

Alles  in  Allem  betrachtend,  kann  ich  somit  den  „Cid"  als 
«ine  Schöpfung  von  ausserordentlicher  Schönheit  und  Idealität 
bezeichnen,  und  wenngleich  ich  zugestehen  muss,  dass  der 
„Barbier  von  Bagdad"  mit  seinem  v/ohlgelaunten  Sujet  mir 
liebenswürdiger  und  seiner  musikalischen  Ausgestaltung  nach 
reicher  an  neuen  und  weiterausgeführten  melodischen  Ge- 
danken und  geistvollen  Einzelnheiten  der  Harmonik  und 
der  Rhythmik  erscheint,  als  der  „Cid",  so  gewährt  dieses 
letztere  Werk  mit  seinem  tiefergreifenden  Sujet,  in  seinem 
vornehmen  Ernste  und  in  der  tiefen  Wahrheit  und  Empfunden- 
heit  seiner  Musik  eine  nachhaltigere  und  grössere  Befriedigung, 
als  der  in  textlicher  wie  in  musikalischer  Hinsicht  im  besten 
Sinne  des  Wortes  witzige  „Barbier  von  Bagdad",  und  Cor- 
nelius ^atte  selbst  gewiss  die  richtige  Empfindung  für  die  so 
völlig  andersartige  Bedeutung  dieser  seiner  beiden  Werke, 
als  er  zu  Ende  des  Jahres  1860  an  seine  Schwester  Susanne 
schrieb:  „Mit  dem  »Cid«  wirds  eigen;  er  wird  an  Frische  und 
und  Originalität  hinter  dem  i Barbier«  zurückbleiben,  aber 
dagegen  viel  eindrucksfähiger,  breiter,  massiger  sein  und  mein 
Pathos  die  Leute  vielleicht  eher  bewegen  können,  als  meine 
Laune,  die  eben  zu  individuell  ist,  kein  Kladderadatsch- 
Humor." 

Von  diesem  Gesichtspuncte  aus  möchte  ich  denjenigen 
Bühnen,  welche  den  Oomponisten  Cornelius  erst  in  ihr  Re- 
pertoire einzuführen  haben,  anempfehlen,  erst  den  „Cid"  und 
dann  den  „Barbier  von  Bagdad"  zu  Dringen,  denjenigen 
Operninstituten  aber,  an  welchen  letzteres  Werk  bereits  hei- 
misch geworden  ist,  es  geradezu  als  eine  Ehrenpflicht  be- 
zeichnen, nun  auch  —  d.  h.  sofern  wirklich  geeignete  künst- 
lerische Kräfte  für  die  Partien  der  Chimene  und  des  Cid 
vorhanden  sind  —  dem  lyrischen  Drama  des  in  tiefem  Kummer 
um  sein  Nichtverstandenwerden  verstorbenen  deutschen 
Meistersingers  zu  vollem  und  schönem  Auferleben  zu  ver- 
helfen. 

Reiche  Anregungen  dürfte  aus  dem  weiteren  Bekannt- 
werden der  ComeUus^chen  Compositionen  auch  besonders  die 
neuzeitliche  Kirchenmusik  gewinnen;  denn  ich  glaube  mich 
nicht  zu  täuschen,  wenn  ich  in  Cornelius^  kirchlich  gehaltenen 
Tonsätzen,  so  in  seinem  „Vater  unser"^  in  seinen  Weihnachts- 
liedem  und  nicht  zum  mindesten  in  den  beiden  grösseren 
Gesängen  des  Bischofs  und  in  dem  Gebete  der  Chimene  aus 
dem  vorbesprochenen  „Cid"  eine  von  Mendelssohn  wie  von 
Liszt  gleich  weit  abweichende  Art  völlig  eigenartiger  und 
der  Weiteren twickelung  in  höchstem  Maasse  würdiger,  von 
weichherziger  Süsse  wie  von  dogmatischer  Kälte  gleich  weit 
entfernter  religiöser  Musik  zu  erblicken  glaube. 

Arthur  Smolian. 


Graz,  im  August  1892. 

Etwas  gar  spät  komme  ich  heuer  mit  meinem  Grazer 
Musikbrief  über  öie  Spielzeit  1891/92  heran  gerückt,  doch  bin 
ich  dafür  in  die  angenehme  Lage  versetzt,    auch  die  aller- 


letzten, weit  in  den  Hochsommer  reichenden  Aufführungeii 
in  den  Rahmen  meiner  Besprechungen  einbeziehen  zu  können. 

Es  sei  mir  auch  heuer  gestattet,  nach  alter  Gewohnheit 
erst  der  Oper  und  dann  des  Concertsaales  zu  gedenken. 

Erstgenannte  Kunstrichtung,  die  dramatische,  &nd  unter 
Director  Aman  sorgfältige  Pflege.  Er  war  sichtlich  bemüht, 
sein  Möglichstes  zu  thun,  und  es  ist  wohl  schon  lange  her, 
seit  an  leitender  Stelle  ein  so  rein  künstlerisches  Streben  be- 
merkbar war;  insbesonders  auch  auf  würdevolle  und  sinn- 
gemässe Ausstattungen  hatte  Director  Aman  sein  Augenmerk 
gerichtet,  und  so  kamen  u.  A.  Mozart's  „Zauberflöte",  Weber*s 
„Euryahthe"  und  Liszt's  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth" 
in  ausserordentlich  präcntiger  Weise  zu  stimmungsvoller  Auf- 
fährung. Besonders  bei  letzterem  heüden  Werke  natte  Capell- 
meister  Pohlig  gute  Gelegenheit,  sein  eifriges  Streben  mit 
Glück  zu  ofl^enbaren,  und  mit  Schluss  der  Saison  hatte  sich 
derselbe  in  seine  Stellung  als  Dirigent  der  grossen  modernen 
Oper  recht  gut  hineingeßnden,  obschon  es  lur  ihn  ein  kühnes 
Wagniss  war,  zu  Beginn  einer  Operncapellmeisterlaufbahn 
gleich  mit  dem  schwersten  Kaliber  anzufangen,  und  er  vom 
zweiten  Operndirigenten  Hrn.  Capellmeister  Schalk,  der  über 
eine  ausserordentliche  Routine  verfügt,  leicht  geschlagen 
worden  wäre.  An  der  Spitze  der  gesanglichen  Kräfte  stand 
die  treffliche  dramatische  Sängerin  Trau  Kr ämer-Wi dl  und 
deren  Gatte  Hr.  Krämer,  welcher  eine  künstlerisch  vollendet 
geschulte  Kehle  besitzt,  und  den  sich,  was  Können  und 
ernstes  Erfassen  seines  Berufes  anbelangt,  der  Heldentenoy 
Hr.  M.  Schiaffenberg,  dem  eine  ungemein,  starke  klang- 
reiche Stimme  eigen  ist,  zum  Muster  nehmen  sollte.  Von 
dem  übrigen  Ensemble  seien  die  bewährte  Sopranistin  Frl. 
Paula  Cardis,  die  Coloratursängerin  Frl.  Elsa  v.  Haag,  eine 
Schülerin  RoMtanski's,  der  Bassist  Schwegler  und  der  fein- 
sinnige Baritonist  Gottinger  genannt.  Als  bedeutende 
Künstlerin  zeigte  sich  Frau  Director  Aman  in  der  Rolle  der 
Senta  im  „Fliegenden  Holländer".  Auch  für  hervorragende 
Gäste  war  gesorgt  worden,  und  es  sangen  des  Oefteren  die 
vorzüglichen  Wiener  Hofopemmitglieder  Frls.  v.  Artner  und 
Schläger,  sowie  Hr.  Theodor  Reichmann. 

Der  Steiermärkisohe  Musikverein  brachte  unter 
Leitung  seines  artistischen  Directors  Hm.  Erich  Degner,  der 
das  in  meinem  vorjährigen  Berichte  ausgesprochene  vortheilhafte 
TJrtheil  glänzend  rechtfertigte,  eine  stattliche  Reihe  sorgfältig 
gewählter  Werke  zu  durchwegs  befriedigender  Wiedergabe. 
V  on  den  Altmeistern  gelangten  eine  Orchestersuite  (D  dur)  von 
S.  Bach,  Haydn's  D dur-l^mphonie  und  anlässlich  der  Feier 
der  Wiederkehr  des  100.  Todestages  des  grossen  W.  A.  Mozart 
dessen  Jupiter- Symphonie  und  im  Vereine  mit  dem  Sing- 
verein der  Schwanengesang  des  grossen  Meisters,  dessen  herr- 
liches Requiem,  zur  Aufführung.  Von  Beethoven  kam  diesmal 
die  4.  Symphonie  an  die  Reihe,  während  Schubert  mit  seiner 
Balletmusik  aus  „Rosamunde"  und  Weber  mit  der  Ouvertüre 
„Rübezahl,  der  Beherrscher  der  Geister"  im  Programm  ver- 
treten waren.  Weiter  kamen  von  Johannes  Brahms  dessen 
Akademische  Festouverture  und  CmoU-Symphonie  und  von 
Richard  Strauss  ein  Festmarsch  zu  G^hÖr.  Erstgenanntes 
Werk  des  berühmten  Symphonikers,  die  Akademische  Fest- 
ouverture, welche  die  bekannten  Studentenlieder  „Wir  haben 
gebauet  ein  stattliches  Haus"  und  „Was  kommt  dort  von  der 
Höh"  in  genialer  Weise  polyphon  verarbeitet  wiedergibt  und 
unter  Au%ebot  aller  orchestralen  Mittel  mit  dem  „Gaudeamus 
igitur"  grandios  abschliesst,  fand  infolge  der  bekannten  The- 
men mehr  Verständniss  und  daher  grössere  Anerkennung,  als 
die  bedeutend  grössere  Anforderungen  an  die  Hörer  steUende 
Symphonie,  welche  reich  an  interessanten  Details  ist  und 
das  tiefsinnige  und  geistvolle  künstlerische  Schaffen  ihres 
Autors  ganz  besonders  offenbart.  Der  vorerwähnte  Festmarsch 
erinnerte  trotz  seiner  glänzenden  Instrumentation  an  ein  Werk 
Shakespeare's,  an  „Viel  Lärm  um  Nichts!"  Bemerkenswerthe 
Neuheiten  waren  femer  eine  Ländliche  Symphonie  von  Guido 
Peters  und  Elegische  Melodien  für  Streichinstrumente  von 
Edvard  Grieg.  Dem  jungen  Tondichter  Peters,  einem  Grazer, 
der  seine  Studien  in  Leipzig  gemacht  hat,  schien  bei  Con- 
ception  seines  Werkes  woM  Beethoven's  „Pastorale"  vorge- 
schwebt zu  sein.  Der  1.  Satz  ist  überschrieben  nait  „Tages- 
anbruch auf  dem  Lande"  und  „Aufnahme  der  Arbeit  seitens 
der  Landleute",  der  zweite  Satz  bringt  als  Scherzo  mit  zwei 
Trios  ein  „Erntefest",  bei  welchem  das  erste  Trio  dem  „Kirch- 
gange"  und  das  zweite  dem  „Tanze"  gewidmet  ist,  und 
„Abend  auf  dem  Lande"  ist  das  Motto  des  stimmungsvollen 
3.  Satzes.  Dem  Finale,  einem  lustigen,  frischbewegten  Rondo, 
welches  „Gemüthliches  Zusammensein  am  Abend"  ausdrücken 


464 


8oU,  igt  ein  weibeTolles  ^Gtobet"  eingeflocbten,  das  als  Gegen- 
satz zu  dem  übriscen  fröhlichen  Getriebe  des  letzten  Satzes 
prächtig  passt  Das  Werk  zeigt  volle  Beherrschung  der  Form 
und  künstlerische  Gewandtheit  seines  Schöpfers,  der  sein  solid 
instrumentirtes  Opus  unter  warmer  Anersennung  des  Publi- 
cnms  persönlich  dixigirte.  Einen  sehr  ohrgef&lligen  Eindruck 
machten  die  Elegischen  Melodien  Grieg's,  denen  die  reizvolle 
Harmonik  des  beriUimten  nordischen  Tondichters  eigen  ist. — 
Solistisch  ftlhrte  der  Musikverein  den  früher  genannten  Com- 
ponisten  Guido  Peters  als  Pianisten  vor,  welcher  sich  durch 
edelempfundene  und  stilvoll  ausgearbeitete  Wiedergabe  des 
DmoU-CJoncertes  von  Mozart  als  tüchtiger  Mozart-Spieler  be- 
wahrte; femer  gewicnn  der  Verein  als  Gftste  den  bestbekannten 
Kammervirtuosen  Marcello  Eossi  und  die  neu  aufgetauchte 
Geigerin  Frieda  Scotta.  Unser  Landsmann  Marcello  Bossi 
spielte  B.  Godard's  Concert  romantique,  in  dem  wohl  nur  der 
dritte  Satz,  die  pikante  Canzonetta,  als  eine  glückliche  Idee 
bezeichnet  werden  kann,  mit  äusserst  einschmeichelndem  Tone 
und  glatter  brillanter  Technik  und  erwies  sich  mit  diesem 
Werke,  sowie  mit  kleineren  Stücken  von  Bach  und  Schumann 
als  künstlerisch  gereifter  Geiger.  Musikalisch  geistesverwandt 
zeigte  sich  ihm  die  nordische  Tua  Frl.  Scotta,  welche  Bruch 's 
bekanntes  GmoU-Goncert  und  andere  kleinere  Yirtuosenstücke 
mit  gesangreichem  und  reinem  Tone  und  hochentwickeltem 
technischen  Können  dem  Ohre  vermittelte.  Nicht  vergessen  sei 
endlich  die  solistische  Mitwirkung  des  sehr  tüchtigen  heimi- 
schen Geigers  Hrn.  Budolf  Perdacher  in  der  Ddur-Suite 
von  Bach. 

Auch  auf  dem  Gebiete  des  musikalischen  Unterrichtes 
leistete  der  Musikverein  unter  der  äusserst  strammen  Leitung 
Director  DegnerV  recht  Anerkennenswerthes,  wie  dies  die 
öfters  abgehaltenen  Schülerconcerte  bekundeten.  Sehr  erfreu- 
lich ist  auch  das  Bestreben,  im  Verein  s&mmtliche  Musik- 
instrumente zu  lehren,  gleichsam  eine  imiverselle  Musikschule 
zu  begründen,  doch  wird  wohl  erst  die  Zukunft  lehren,  ob 
sich  die  dermalen  getroffenen  Einrichtungen  bewähren. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Wien. 

Von  der  Internationalen  Musik-  und  Theater- 
Ausstellung. 

Während  wir  armen  Wiener  Musikreferenten  sonst  immer 
nach  glücklich  beendigter  „Saison"  in  die  Berge  eilen  konnten, 
in  irgend  ein  stilles  Thal,  an  einen  klaren  See,  um  uns  dort  von 
den  ausgestandenen  Genüssen  zu  erholen,  winkte  uns  heuer 
keine  solch  erfrischende  und  kaum  zu  entbehrende  Unter- 
brechung der  kritischen  Berufsarbeit.  Hielt  uns  doch  —  und 
hält  uns  noch  —  wie  mit  riesigen  unsichtbaren  Armen  das 
kolossale  sich  im  Prater  abspielende  Unternehmen  der  Musik- 
und  Theater-Ausstellung  fest.  Und  zwar  nicht  nur  durch 
den  daselbst  aufgespeicherten  unermesslichen  Schatz  musika- 
lischer Beliquien  und  sonstiger  Sehenswürdic^eiten,  sondern 
noch  mehr  durch  den  mit  der  Ausstellung  verbundenen,  schier 
endlosen  Cyklns  von  Concerten  und  anderen,  theils  der  Be- 
lehrung, theils  blos  der  Ergötzung  des  Publicums  dienenden 
Aufführungen.  Ueber  Das,  was  Alles  in  der  Rotunde  zu 
sehen,  dürfen  Sie  von  mir  keinen  Bericht  erwarten.  Wo 
wäre  da  ein  Anfang  und  ein  Ende  zu  finden?  Umfasst  ja 
doch  allein  die  gemeinsame  musikhistoriscbe  Abtheüung  des 
Deutschen  Beiches  und  Oesterreich-Un^iams  laut  dem  eben 
erst  erschienenen  Fachkatalofi^  7149  Objecte!  Und  mit  diesen 
erscheint  kaum  der  zehnte  Theil  des  riesigen  Baumes  bele^. 
Gewiss,  wer  die  nöthige  Zeit,  Ausdauer  und  Aufnahms&hig- 
keit  besitzt,  wird  der  Botunde  Wochen,  Monate  widmen 
können  und  sie  stets  mit  neuem  Literesse  durchwandern,  um 
schliesslich  eine  unerschöpfliche  Fülle  von  Belehrung  und 
Anregung  mit  nach  Hause  zu  nehmen. 

Besondere  Anziehungskraft  haben  bisher  auf  das  Publi- 
cum (ausser  der  hübschen,  im  Grande  nicht  zur  Sache  gehö- 
lifi^en,  architektonischen  Spielerei  des  „Hohen  Marktes"  von 
„  Alt- Wien  ^)  die  den  grossen  Meistern  eingeräumten  Literieurs 
ausgeübt,  das  Beethoven-,  Mozart-,  Haydn-  und  Schubert- 
Zimmer,  die  iu  ähnlicher  Weise  auf  Einem  Puncte  vereinigten 
Erinnerun£;en  an  Bach,  Händel,  Gluck,  Weber,  Schumann, 
Mendelssohn,  Chopin,  Liszt  und  —  last  not  least  —  die  eigens 
zur  Vertretung  der  Wagnerischen  Kunst  von  dem  Bayreuther 
„Nibelungen "-Maler  PrtS".  Hoffmann  erbaute  Gibichungenhalle. 
Ihr  Lmeres  hält  freilich  nicht  ganz,  was  das  malerische 
Aeussere  betrifft,  nämlich  in  biographisch-litterarischer  Hin- 


sicht. Es  ist  zwar  auch  die  decorative  Einrichtung  des 
Innenraumes  ziemlich  stUvoU  eingerichtet  und  möglichst  den 
mythologischen  Angaben  der  Ed£  entsprechend,  sodass  man 
sich  in  ein  urgermanisches  Fürstenhaus  verseta^  fühlt,  und 
auch  an  hochinteressanten  Bildern  und  Mannscripten  Wag* 
ner's  fehlt  es  nicht;  aber  wie  arm  erscheint  das  Ganze,, 
wenn  man  es  mit  der  staunenswerthen  Fülle  sorgföltigst 
katalogisirter,  geschmackvollst  geordneter  Objecto  vergleicht^ 
welche  Oesterlein's  Wagner-Museum  besitzt!  MitBecht 
wurde  schon  einmal  an  dieser  Stelle  der  arge  Missgriff  ge- 
rügt: dass  man  es  versäumte,  Hrn.  Oesterlein  und  seine  Schätze 
für  die  Musikausstellung  zu  gewinnen!  Welch  zugkräftigen 
Magnet  hätte  die  Letztere  in  einem  von  dem  genannten  un- 
ermüdHchen  Sanunler  und  Bibliographen  eingerichteten 
Wagner-Pavillon  erhalten  müssen!  Und  gar  £Lnn,  wenn 
die  Bäume  dieses  PaviHons  ausreichend  gewesen  wären,  für 
die  Besucher  ein  eigenes  Lesezimmer  bezüglich  der  von  Hrn. 
Oesterlein  in  seltener  Vollständigkeit  besessenen,  fast  unab- 
sehbaren Wagner-Litteratur  zu  eröffiien :  welche  Studien  hätten 
sich  hier  machen  lassen!  In  dieser  Hinsicht  sein  Wagner- 
Museum  den  weitesten  Kreisen  zu£:änglich  zu  machen,  war 
ja  längst  ein  —  in  dem  bisherigen  Loc^e  leider  unerfüllbarer 
—  Herzenswunsch  des  Besitzers. 

Um  übrifirens  diejenigen  unserer  freundlichen  Leser,  die 
vielleicht  noch  jetzt  die  Ausstellung  besuchen  wollen  und  auf 
deren  Besichtigung  nur  ganz  kurze  Zelt  verwenden  können^ 
eine  unangenehme  Enttäuschung  zu  ersparen,  erlauben  wir  uns^ 
sie  daran  zu  erinnern,  dass  die  kostbarsten  Wagner-Beliqulen 
nicht  in  der  Gibichungenhalle,  sondern  in  der  Botunde  (Ab- 
thellung  München,  Ausstellung  des  Privatbesitzes  König 
Ludwig  n.)  zu  finden  sind.  Dort  kann  man  u.  A.  in  die 
aufgesdilagenen  Originalpartituren  der  „Meistersinger"  und 
der  „Nibelungen** -Dramen  Einblick  nehmen  und  die  nur  mit 

1'ener  Mozart's  vergleichbare  unübertreffliche  Klarheit,  Fein- 
leit  und  nicht  durcn  die  geringste  Correetur  entstellte  Sauber- 
keit  der  Handschrift  des  unsterblichen  Tondichters  bewundem. 
Freilich  ^ht  es  Einem  mit  so  einer  aufgeschlagenen  Partitur- 
Seite,  wie  auch  mit  unzähligen  anderen  handschriftlichen 
Ausstellungsobjecten  etwa  so,  wie  einem  passionirten  Fein- 
schmecker zu  Muthe  sein  würde,  wenn  er  Delicatesseoi ,  bei 
deren  Anblick  schon  ihm  das  Wasser  im  Munde  zusanimen- 
läuft,  eben  nur  von  aussen,  hinter  einem  Schaufenster  zu 
betrachten  bekäme  —  oder  höchstens  nur  ein  einziges  Stück- 
chen davon  kosten  dürfte.  Mit  anderen  Worten:  wir  möch- 
ten bei  einer  hinter  Glas  und  Bahmen  wohl  verwahrten  Par- 
titur gar  zu  gern  wissen,  was  die  nächste,  nicht  mehr  auf- 
^^eschGigene  Seite  enthält;  m'cht  anders  ergeht  es  uns  mit 
irgend  einem  hochi*ileressanten  Briefe  Wagner*s,  einem 
rimrenden  Tagebuchblatt  Schubert's, ,  einer  biographisch  hoch- 
wichtigen Aufzeichnung  Beethoven*s.  An  den  spannendsten 
Stellen  müssen  wir  mit  der  Lecture  iimehalten,  denn  man  darf 
ja  Nichts  berühren,  geschweige  gar  herausheben.  Nur  ein 
hoher  Herr,  regierender  Fürst  oder  sonst  bevorzugter  Ausstel- 
lungsgast geniesst  das  Privilegium,  sich  jeden  beuebigen  Aus- 
legekSsten  öffnen  und  die  darin  befindlichen  Objecto  ausheben 
zu  lassen.  Wie  denn  wirklich  der  kunstsinnige  Grossherzog 
von  Weimar  auf  diese  Weise  z.  B.  sämmtliche  Beethoven- 
Beliquien  der  Ausstellung  in  Augenschein  nahm,  das  ihn  tief 
ergreifende  Testament  des  Meisters  (datirt  6.  October  1802, 
ausgestellt  von  der  Stadtbibliothek  Hamburg)  sich  sogar  neuer- 
dings Wort  ftlr  Wort  abschreiben  liess,  obwohl  er  es  ja  in 
jeder  bedeutenden  Beethoven-Biographie  hätte  gedruckt  nach- 
lesen können. 

Wenden  wir  uns  jetzt  endlich  zu  jener  Seite  des  Aus- 
stellungs-Untemehmens ,  bei  welcher  der  Bangunterschied 
der  Besucher  aufhört  und  Jeder  gleiche  Berücksichtigung 
fand:  den  lebendigen  Musikaufführun^en.  Nachdem  die 
Ausstellung  am  7.  Mai,  einem  musikgeschichtlich  bedeutungs- 
vollen Datum  (dem  Geburtstage  Johannes  Brahms*  und  dem 
Kalendertage  der  ersten  Aufführung  cTer  9.  Symphonie  Beet- 
hoven's),  eröffnet  worden  war,  folgte  schon  Tags  darauf  das 
erste  Festconcert,  in  welchem  sich  unter  Hans  Bichter 's 
Leitung  das  vollzählige  Philharmonische  Orchester,  dann  der 
durch  Mitglieder  der  Singakademie  und  andere  Chorsänger 
verstärkte  Singverein  der  Gesellschaft  der  Musikfreunde,  so- 
mit ein  imposanter  Dai-stellungskörper,  betheiligten.  Das  Pro- 
eramm  bot  nur  Mozart  und  Beethoven,  von  Ersterem  die 
Ouvertüre  zur  „Zauberflöte",  von  Letzterem  die  9.  Symphonie, 
also  zwei  illustre  Werke,  von  welchen  namentlich  die  ZweiV 
genannte  in  Wien  das  ausserordentlichste  Ansehen  geniesst 
und  stets  höchste  Begeisterung  erweckt.   Auch  diesmal  hatte 


455 


sich  ein  massenhaftes  Aaditoriam  zu  dem  hehren  Qenusse 
emgefunden,  die  neu  erhaute  Musikhalle  war  his  aufs  letzte 
Pl&tzohen  ausverkauft,  aher  die  rechte  Feststimmung  herrschte 
da  driimen  nicht.  Ihr  hinderlich  war  vor  Allem  die  höchst 
uneemÜthUche  ,^rühling8^-Temperatur,  welche  sich  nahe  am 
Nimpunct  hielt  und  die  Hörer  zwang,  in  den  Winterröcken 
und  mit  hedecktem  Haupt  der  Musik  zu  lauschen.  Die  hoch- 
gradi|;e  Feuchtigkeit  im  Saale  drückte  dessen  ohnehin  un* 
^iUkstige  Akustik  noch  mehr  herah  und  lähmte  auch  ein  wenig 
den  Eifer  der  Spieler,—  genug,  wir  erkannten  unser  herühmtes 
Orchester  kaum  wieder,  so  spröde  und  matt  war  die  Klang- 
wirkung, so  hetrühsam  hliehen  auch  die  glänzendsten  Steige- 
rungen gleichsam  in  der  Ahsicht  stecken.  Yerhältnissmässig 
gut  ging  der  Chor,  und  war  das  himmlische  Stemen-Adagio 
„Ahnest  du  den  Schöpfer  der  Welt**  nach  dem  „Seid  um- 
schlungen, Millionen**,  entschieden  der  Glanzpunct  der  Auf- 
ftlhrung.  Dafür  verunglückte  diesmal  fast  vollständig  das  Solo- 
quartett, daher  wir  die  Namen  der  im  seihen  mitwirkenden, 
sonst  senr  tüchtigen  Wiener  Hofopemsänger  am  passendsten 
verschweigen. 

Das  zweite  Festconcert  wurde  acht  Tage  später  von 
der  Gesellschaft  der  Musikfreunde- veranstaltet  und  he- 
stand  in  einer  von  Hm.  Gericke  entsprechend  geleiteten 
Auffiihrung  von  Haydn's  „Jahreszeiten**,  die  wir  ührigens  in 
der  Saison  schon  (auch  mit  denselben  Solisten:  HH.  Walter 
und  Staudigl  und  Frl.  Standthartner)  in  einem  G^ell- 
schaftsconcert  gehört  hatten,  sodass  nicht  viel  Neues  zu  pro- 
biren  war.  Das  so  überaus  populäre  Werk  bewlüiirte  auch 
diesmal  seine  imverwüstliche  !^ugkraft,  der  G^esammteindruck 
des  Festconcertes  war  aber  kein  wesentlich  anderer,  als  der 
des  vorhergegangenen:  allgemeine  Klagen  über  mangelhafte 
Akustik,  üoer  fenlende  paäende  Accente,  somit  —  Enttäu- 
schung. 

Sie  können  sich  denken,  mit  welcher  Besorgniss  man  unter 
so  bewandten  Umständen  dem  Ersten  der  filr  die  Ausstellung 
bestimmten  Populären  Symphonieconcerte  entgegensah, 
da  in  diesen  ein  ganz  neues,  bunt  zusammengewürfeltes, 
quanti-  und  qualitativ  gewiss  nicht  den  „Philharmonikern** 
ebenbürtiges  Orchester  spielen  sollte.  Hatte  nun  schon  das 
imübertrenliche  Hofopemorchester  in  der  Musikhalle  kaum 
reussirt,  so  war  dies  von  dem  schwächeren  Aiisstellungs- 
Orchester  noch  weniger  zu  erwarten.  Diesmal  hatte  man  sich 
aber  Gott  sei  Dank  im  entgegengesetzten  Sinne  geirrt  und 
war  die  Enttäuschung  eine  senr  angenehme.  Sei  es,  dass  das 
inzwischen  wesentlich  gebesserte,  mehr  der  Jahreszeit  ent- 
sprechende Wetter  oder  gewisse  technische  Vorrichtungen 
auf  die  Akustik  ^;ünstig  eingewirkt  hatten  oder  auch,  dass 
man  an  dieselbe  sich  schon  mehr  gewöhnt,  vielleicht  gar  zu 
wenig  erwartet  hatte  und  sich  nun  des  gebotenen  Guten 
umsomehr  erfreute:  genug,  das  Ausstellungsorchester  erwies 
sich  unter  der  unermüdlich  hingebungsvollen  und  feuereiMgen 
Leitung  seines  ^wählten  Dirigenten,  Professor  Hermann  Gra- 
den er,  zwar  nicht  eben  als  eme  Mustercapelle  (der  Saitenchor 
klang  gegen  das  dröhnende  Blech  und  die  eeradezu  fanatische 
Pauke  entschieden  zu  schwach),  aber  doch  als  ein  sehr 
schätzenswerthes  Ensemble,  das  schon  im  ersten  „Populären 
Goncert**  meist  Befriedigendes  leistete,  sich  aber  dann  von 
Concert  zu  Concert  mit  immer  mehr  Lust  und  Liebe  und 
überraschend  wachsendem  Können  in  seine  Aufgaben  hinein- 
spielte, sodass  es  heute,  Ende  August^  etwa  vier  Monate  seit 
seiner  Zusammenstellung,  auf  einer  Höhe  technischer  Fertig- 
keit und  geistiger  Beife  steht,  welche  ihm  selbst  die  Wieder- 
gabe Bruckner^scher  Symphonien  oder  Liszt*scher  Symphoni- 
schen Dichtun&;en,  ja  sogar  des  in  seiner  kühnen  Polyphonie 
so  ungemein  neikuchen  „Meistersinger** -Vorspiels  Wagner's 
nicht  mehr  unerreichbar  scheinen  lässt.  Begreiflich  können 
wir  von  den  (20)  bisher  von  Hm.  Qrädener  dirigirten  Popu- 
lären Symphonieconcerten  nur  die  wichtigsten  betrachten. 
Ausserdem  wollen  wir  ein  wenig  bei  den  anderen,  sogenannten 
„Gastdirigent** -Concerten  verweilen,  welche  zumeist  eigene 
Compositionen  der  betreffenden  Capellmeister  vorftlhrten. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Bericht. 

Leipzig.  Zu  Ehren  der  zahlreichen  Theilnehmer  an  der  10. 
Wanderversammlung  des  Verbandes  deutscher  Architekten-  und 
Ingenieur- Vereine,  welche  hier  tagte,  fand  am  80.  August  von 
1  bis  VsS  Uhr  im  Neuen  Gewandhaus  ein  Festconcert 
durch   das   (anscheinend  in  den  Streicherpulten  nicht  ganz 


vollzählige)  Q^wandhausorchester  unter  Leitung  des  Hrn. 
Prof.  Dr.  Bei  necke  und  solistischer  Mitwirkung  der  Altistin 
Frl.  Jeimy  Nickelly  aus  Königsberg  i.  Pr.  statt.  Als  Haupt« 
nummern  des  Profi;ramms  figurirten  in  Beethoven*s  Ouver- 
türe ^Zur  Weihe  des  Hauses**  und  Schumann^  Cdur-Sym-» 
phome  zwei  allbekannte  Werke,  zwischen  welchen  als  quasi« 
Novität  die  Nummer  „Schöne  Maiennacht,  wo  die  Liebe 
wacht**  aus  0.  Eeinecke's  cyklischem  Tonwerk  „Von  der 
Wiege  bis  zum  Grabe**  Platz  gefunden  hatte.  Wie  die  beiden 
ersteren  Compositionen,  deren  Ausführung  steUenweise  unter 
der  lähmend  auf  Körper  und  Geist  der  Künstler  einwirken- 
den fast  afnkanischen  Hitze  jeues  Tages  zu  leiden  hatte,  so 
fand  auch  das  Reinrcke'sche  Stück,  dessen  melodische  (bedan- 
ken sich  mehr  durch  Grazie  und  Anmuth,  als  durch  Eigen- 
art der  Erfindung  und  tiefer  packende  Empfindung  aus- 
zeichnen, eine  sehr  freundliche  Aufnahme  bei  dem  ziemlich 
zahlreich  erschienenen  Auditorium,  das  sich  allerdings  durch 
seinen  den  Gesangsdarbietun^n  des  Frl.  Nickelly  bezeugten 
regen  Beifall  aJs  ein  im  musik^ischen  Urtheil  recht  anenpruchs- 
loses  erkennbar  machte,  indem  die  junge  Dame  zwar  Stimme 
und  Gehör  besitzt,  aber  weder  in  der  Ausbildunfi^  der  Ersteren, 
noch  nach  Seitan  der  AufGassung  und  des  Ausorucks  einiger- 
maassen  strengeren  Anforderungen  zu  genügen  vermochte. 


Concertumschau. 

Genf.  13  Conoerte  in  der  Kathedrale  v.  St.  Pierre,  ver- 
anstaltet während  des  Monats  Juli  von  Hm.  Barblan:  Orai- 
son  Dominieale  f.  Chor  u.  Solo  (Frl.  Mercier)  v.  J.M.,Vocal- 
duett  V,  Mendelssohn,  Solo  vortrage  des  Hm.  Barblan  (Org., 
Prael.  u.  Fuge  in  EmoU,  Gmoll-Phant.,  Dmoll-Toccata  etc. 
V.  S.  Bach,  OmoP-Prael.  u.  „Recueillement**  eig.  Comp.,  „Adieu 
des  Bergers**  a.  „L'Enfance  du  Christ**  v.  Berlioz,  Prael.  üb. 
den  Chorsi  „O  ^fraurigkeit,  o  Herzeleid**  v.  Brahms,  Gdur- 
Toccata  v.  Dubois,  Adagio  a.  Op.  16  v.  0.  Franck,  Variat. 
u.  Pastorale  a.  Op.  24,  Pastorale  a.  Op.  42,  Priöre  u.  Ada- 
fljietto  V.  Guilmant,  Schlusssatz  a.  dem  Dmoll-Gonc.  etc.  v. 
Händel,  Variat.  üb.  „God  save  the  King**  v.  Hesse,  Introd.  u. 
Andantino  a.  Op.  177  v.  F.  Lachner,  OflFert.  a.  der  Graner 
Festmesse  v.  Liszt,  3.  Sonate,  einzelne  Sätze  a.  der  1.,  2.  u. 
5.  Sonate  etc.  v.  Mendelssohn,  einzelne  Sätze  a.  Op.  80  u.  88 
V.  G.  Merkel  u.  a.  Op.  88  v.  J.  Kheinberger,  Finale  aus 
„Noöl**  V.  0.  Saint-Saöns,  Adagio  relig.  v.  H.  de  Senger, 
Andantino  v.  Salomö,  Fragment  a.  „Parsifal**  von  Wagner- 
Barblan  u.  Gant,  suisse  v.  Zwvssig,  dai  unter  verschiedene 
Nummern  in  wiederholter  Ausführung),  der  Frls.  Mercier 
(„Priöre**  v.  Godardetc.)  u.  Urasco  (Ges.,  „Priöre  de  „Joanne 
d'Arc**  V.  Gounod  etc.),  der  HH.  Nagy  (Ges.),  Sommer (VioL, 
Elegiev.  Massen  et,  Pröl.  a.  „Le  Döluge**  v.  Saint-Saöns), 
Briquet  (Violonc,  Andante  v.  Fitzenha^en  etc.)  u.  Junod 
(„Contemplation**  v.  Gozlan  etc.),  sowie  einiger  Ungenannten. 

Leipzig.  Am  30.  Aug.  Festconc.  im  Neuen  Gewandhaus 
unter  Leitung  des  Hm.  rrof,  Dr.  Eeinecke  gelegentlich  der 
10.  Wanderversammlung  des  Verbandes  deutscher  Architekten- 
und  Ingenieur- Vereine :  2.  Symph.  v.  Schumann,  Ouvertüre 
Op.  124  von  Beethoven,  „Schöne  Maiennacht,  wo  die  Liebe 
wacht**  f.  Orchester  a.  „Von  der  Wiege  bis  zum  Grabe**  von 
C.  Hei  necke,  Gesanj^vorträge  des  FrL  Nickelly  aus  Königs- 
berg i.  Pr.  (Eec.  u.  Gebet  a.  „Odysseus**  v.  M.  Bruch,  „Die 
Mainacht**  v.  Brahms  etc.). 

Veraltete  Programme,  s<ntne  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  tmheacktet  bleiben  i 


Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Cöln.  Die  Opemsaison  wurde  mit  „Lohengrin**  eröffnet. 
Den  Titelhelden  sang  Hr.  Hofopemsänger  S.  Krauss  aus 
Berlin,  Elsa  wurde  von  dem  neuengagirten  Mitglied  Frl. 
Jelinek  wiedenregeben.  .  Beiden  Darstellungen  blühte  ver- 
dienter BeiüaJl.  Die  Hauptehren  des  Abends  tri^  jedoch  Frl. 
Huhn  als  Ortrud  davon.  —  Mailand.  Li  den  „Tannhäuser** - 
Aufführungen,  welche  Anfisuig  n.  J.  im  Scala-Theater  statt- 
finden, wird  Hr.  v.  Bandrowski  aus  Frankfurt  a.  M.  an 
zehn  Abenden  die  Titelpartie  darstellen.  —  Paris«  Hr.  De- 
troyat  hat  ftlr  sein  Thöatre-Lyrique  die  Damen  Blaue,  Pet- 
rini,  Foedor,  Legault,  Astruc  und  Guy,  sowie  Hrn. 
Delaquerriöre  gewonnen.  Als  erster  Capellmeister  wird 
Hr.  Samuel  Rousseau  und  nicht  Hr.  Jehin  fhngiren.    Im 


456 


Januar  soll  die  ErÖffiiung  des  gen.  Theaters  erfolgen.  — 
Wien.  In  der  Hofoper  debutirte  jüngst  mit  Glück  als  Eva 
in  den  „Meistersingern"  ein  Frl.  Standthartner,  ein  junges 
Talent ,  das  bislang  dem  Chor  als  Mitglied  angehörte.  Frl. 
Lola  Beeth  hat  die  Absicht,  sich  in  Paris  anzusiedeln.  Man 
\nrd  sie  ohne  Wehmuth  von  dannen  ziehen  sehen! 


Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  3.  Sept.  „Jesu,  meine  Freude" 
V.  S.  Bach.  4.  Sept.  „Gross  und  wunderbarlich  sind  deine 
Werke",  Schlusschor  a.  dem  Oratorium  „Die  letzten  Dinge" 
V.  L.  Spohr. 

Vermiscilte  IMittlieilungen  und  Notizen. 

*  Das  Directorium  des  Allgemeinen  deutschen  Musikver- 
eins theilt  den  Yereinsmitgliedern  mit,  dass  auf  Bath  des 
Wiener  Localcomit6s ,   in  reiflicher  Erwägung  der  Cholera- 

fefahr,  die  für  den  16.  bis  18.  Sept.  geplante  Tonkünstler- 
ersammlungin  Wien  bis  aui  Weiteres  aufgeschoben 
worden  ist.  Sobald  es  die  Verhältnisse  gestatten,  soll  eine 
andere  Zeit  für  das  Fest  „bestimmt  in  Aussicht"  genommen 
werden. 

*  Die  Abonnementconcerte  im  Neuen  Gewandhaus  zu 
ti einzig  beginnen  in  diesem  Jahre  am  6.  October.  Für  das 
!ßrÖmiungsconcert  steht  die  Mitwirkung  des  Amsterdamer 
a  capella-Chors  unter  Leitung  des  Hm.  D.  de  Lange  in 
Aussicht,  welcher  hier  im  Juni  und  darauf  in  Wien  so  be- 
rechtigtes Aufsehen  mit  seinen  vollendeten  Leistungen  erregte, 
lieber  die  sonstigen  Vorkommnisse  dieser  Concerte  hat  bis 
jetzt  noch  Nichts  verlautet.  Das  berühmte  Goncertinstitut 
hat  wie  gewöhnlich  um  diese  Zeit  die  Abonnementeinladung 
Erlassen,  aber  auch  heuer  wieder  versäumt,  seinen  Abon- 
nenten irgendwelche  Andeutungen  über  die  denselben  bevor- 
stehenden musikalischen  Genüsse  zu  machen,  was  in  neuester 
Zeit  doch  jedes  andere  Goncertinstitut  von  irgendwelcher  Be- 
deutung thut.  Wir,  und  mit  uns  wohl  auch  viele  Andere, 
hatten  diesmal  einen  Wandel  hierin  um  so  sicherer  erwartet, 
da  an  die  Spitze  des  Directoriums  vor  Kurzem  zwei  jüngere 
Mitglieder  desselben  gewählt  worden  sind  und  infolgedessen 
^in%ruch  mit  der  in  den  letzten  Jahren  von  dem  verstorbenen 
Consul  Limburger  ängstlich  bewachten  bez.  Tradition  ohne 
jedes  Aufsehen  hätte  geschehen  können. 

♦  Aus  Bayreuth  wird  berichtet,  dass  die  diesjährigen 
Bühnenfestspiele  daselbst  von  28,000  Personen  besucht  worden 
seien,  unter  welchen  sich  7000  Engländer  und  Amerikaner 
und  4000  Franzosen  befunden  hätten. 

♦  Die  Festspielleitung  zu  Bayreuth  eröffnet  zu  Gunsten 
kommender  Bühnenfestspiele  daselbst  am  10.  Nov.  eine  Vor- 
bereitungsschule, deren  Unterricht  ausschliesslich  Gesang-, 
Sprach-  und  Bühnenstudien  umfassen  wird.  Alles  Nähere 
über  die  Anmelde-  und  Aufnahmebedingungen  ist  aus  dem 
Inserat  zu  ersehen,  das  unsere  heutige  Nummer  über  diese 
Sache  enthält  und  welchem  wir  eine  recht  allseitige  Beach- 
tung wünschen. 

*  Vom  6.  bis  9.  Sept.  findet  in  Rhyl  das  Royal  natio- 
nal Eisteddfod  of  Wales  statt,  bei  welchem  u.  A.  Dr. 
Joseph  Parry's  neues  dramatisches  Oratorium  „Saul  of  Tarsus" 
zur  Aufführung  gelangt. 

*  Das  Musikinstitut  in  Florenz  eröiFnet  für  italienische 
oder  für  solche  ausländische  Componisten,  welche  in  Italien 
ihre  Studien  gemacht  haben,  eine  Preisbewerbung,  deren 
Gegenstand  ein  Ciaviertrio  ist.  Der  erste  Prefs  beträgt  300 
Lire,  das  preisgekrönte  Werk  wird  durch  das  Institut  öffent- 
lich aufgerührt  werden. 

♦  Aus  dem  neuesten  Concurs  für  einactige  Opern,  den 
der  Verleger  Sonzogno  ausschrieb,  sind  als  Sieger  unter  circa 
60  Bewerbern  die  Componisten  Coronaro  („Das  Matrosen- 
fest") und  Boözi  („Don  Paöz")  hervorgegangen.  Der  Ver- 
leger wird  die  weitere  Reclame  für  diese  preisgekrönten 
Werke  selbst  besorgen. 

♦  Hrn.  Capellmeister  Anton  Sei  dl  in  New- York  sind, 
wie  man  aus  Amerika  berichtet,  von  dortigen  Kunstfreunden 
250,000^  zur  Gründung  eines  grossen  Concertorchesters 
zur  Verfugung  gestellt  worden. 


*  Ueber  die  Grösse  und  die  Geschichte  des  kürzlich  ab- 
gebrannten Metropolitan  Opera  House  in  New-York 
wird  geschrieben  :  „Im  Jahre  1881  wurde  es  erbaut,  und  zwar 
von  vierzehn  der  reichsten  Einwohner  New- Yorks,  darunter 
Vanderbilt,  Gould  und  Warrens.  Das  Haus  war  mit  dem  üppig- 
sten Luxus  ausgestattet.  Der  Zuschauerraum  fasste  3700  Per- 
sonen, die  Bühne,  siebzig  Fuss  breit  und  hundertacht  Puss 
tief,  ist  vielleicht  die  grösste  und  jedenfalls  viel  grösser,  als 
die  Riesenbühne  des  ehemaligen  Victoria-Theaters.  Director 
Abbey  eröflnete  das  Haus  im  Jahre  1881  mit  einer  Italieni- 
schen Oper.  Ein  Jahr  später  begründete  hier  der  heimge- 
gangene  Leopold  Damrosch  die  Deutsche  Oper,  der  Niemann, 
Vogl,  Sylva,  Alvary,  Reichmann,  Robinson,  Frau  Matema, 
Marianne  Brandt  u.  s.  w.  angehörten.  Im  ersten  Jahre  war 
Wilhelm  Hock,  im  zweiten  van  Hell  Regisseur,  nach  Dam- 
rosch's  Tode  übernahmen  Anton  Seidl  und  die  Söhne  von  Dam- 
rosch die  musikalische  Leitung,  Intendant  war  Mr.  Stanton. 
Das  Personal  war  ein  ungeheuer  grosses.  In  Opern,  wie 
»Lohengrin«,  »Königin  von  Saba«,  »Aida«,  standen  mitunter 
etwa  fünfhundert  bis  sechshundert  Personen  auf  der  Bühne. 
Die  Ausstattung  zur  »Königin  von  Saba«  hatte  160,000  Mark 
gekostet.  Sämmtliche  Wagnerischen  Musikdramen  wurden 
im  Metropolitan  Opera  House  aufgeführt,  auch  »Parsifal«  als 
Oratorium.  Im  letzten  Jahre  hatte  wieder  Abbey  die  Deutsche 
Oper  durch  eine  Italienische  Stagione  verdrängt,  die  indess 
Fiasco  machte." 

*  Richard  Wagner 's  „Tristan  und  Isolde"  ging  im 
Dresdener  Hof  theater  am  3.  September  nach  zweijähriger 
Pause  neu  in  Scene  und  erweckte  den  längstgewohnten  Enthu- 
siasmus. Auf  die  ausgezeichrffet  verlaufene  Aufführung  kom- 
men wir  in  n,  No.  eingehend  zurück. 

*  Im  Opernhaus  zu  Frankfurt  a.  M.  begann  am 2.  Sept. 
eine  zweite  Aufführung  des  „Ring  des  Nibelungen".  In 
gleicher  Zeit  geht  das  Werk  auch  im  Hof theater  zu  München 
vollständig  in  Scene. 

*  Die  Neue  deutsche  Oper  im  Belle  Alliance-Theater 
zu  Berlin  verspricht  für  die  am  1,  Sept.  begonnene  Saison 
eine  ganze  Anzahl  von  Novitäten,  und  zwar  „Die  schöne 
Melusme"  von  Th.  Hentschel,  JEeinrich  der  Löwe"  von 
Ed.  Kretschmer,  „Loreley"  von  Pacius,  „Thürmers Töch- 
terlein" von  J.  Rheinberge  r,  „Rod^nstein"  von  Em  .Kaiser, 
„Weiberkrieg"  v.  Woyrsch,  „Gutenberg"  von  Fuchs  u.  A. 
Hentschel's  Oper  ist  am  1.  Sept.  bereits  aufgeführt  worden, 
doch  musikalisch  in  einer  Weise,  die  dem  Werke  durchaus 
nicht  förderlich  war. 

*  Im  Stadttheater  zu  Leipzig  ging  am  4.  Sept.  mit  Er- 
folg I.  Brüll 's  neue  einactige  Oper  „Gringoire"  erstmalig 
in  Scene. 

*  M.  Moszkowski's  Oper  „Boabdil"  soll  für  n.  Saison 
auch  von  der  Wiener  Hofoper  zur  Aufführung  angenommen 
worden  sein. 

*  Hr.  Hofoperndirector  Jah  n  in  Wien  begeht  am  15.  Sept. 
das  40jährige  Jubiläum  seiner  künstlerischen  Thätigkeit,  die 
er  als  Chorsänger  in  Temesv&r  begann. 

*  Der  k.  Musikdirector  Hr.  B.  Bilse  in  Liegnitz  hat  sein 
50jähriges  Musikdirector- Jubiläum  am  8.  August  nicht  be- 
gangen; dasselbe  steht  erst  zum  1.  Oct.  d.  J.  bevor. 

*  Hr.  Gottlieb  Krüger,  der  Harfenist  der  Hofcapelle  zu 
Stuttgart,  ist  nach  50jähriger  Thätigkeit  auf  diesem  Posten 
am  1.  Sept.  in  Ruhestand  getreten.  Ins  Privatleben  zurück 
zogen  sicn  ebenfalls  am  1.  Sept.  zwei  sehr  verdiente  Bremer 
Künstler:  die  HH.  H.  Weingardt,  seit  1842  als  1.  Violon- 
cellist des  städtischen  Orchesters  thätig  gewesen,  und  Chri- 
stian Klier,  der  als  1.  Flötist  derselben  Capelle  sogar  seit 
1840  als  Mitglied  angehörte,  sowie  ELr.  Blaha,  1.  Trompeter 
des  Hofopernorchesters  zu  Wien,  nach  40jähriger  Thäti^eit. 

*  Den  Lehrern  der  k.  Hochschule  zu  Berlin  HH.  Jacob- 
son, Kruse  und  Wieprecht  wurde  das  Prädicat  Professor 
beigelegt. 

Todtenliste.  Jules  Ruelle,  Musikschriftsteller,  Libret- 
tist,  ehem.  Theaterdirector ,  zuletzt  Redacteur  des  Journals 
„L'Art  musical",  f»  58  Jahre  alt,  in  Paris.  —  FrL  Marie 
Tay  au,  begabte  Geigerin  und  Lehrerin,  f  in  Paris,  —  Reed 
Larwill,  uhormeister  an  den  katholischen  Kirchen  in  London 
und  Liverpool,  f  an^  13-  Aug.  in  Southport. 


Brie  fU  asten. 

F,  N.  in  Jf.    Da  der  Ällgem.  deutsche  MoBiker-SaleDder      diesen  jungen  Mensclien   und   dessen  joamaliattsche  Expec' 
fitT  1893  bereits  int  Sommer  1691  erschien  and  bei  Professor      toratioaen  gebildet  haben. 


Hanpt's  Tode  bereits  gesetzt,  gewesen  sein  wird,  so  erklärt. 
sich  die  irrthümliche  Aufführung  des  gen.  Künstlers  an  der 
bezeichneten  Stelle  sehr  leicht. 

Luilw.  A'.  in  S.  Sehen  Sie  sich  die  Compoaitionen  Op.  5 — 7 
des  ehemaligen  Berliner  Musikhochschülers  N.  an  und  Sie  wer- 
den finden,  dass  sie  zu  dem  Bilde  passen,  das  Sie  sich  über 


y.  &-*."in  G.  Der  Einsendung  interessanter  Concertpro- 
gramme  sehen  wir  ancb  aus  Oesterreich  gern  entgegen. 

E.  X.  in  C.  Der  junge  Hr,  Giessel  zählte,  so  viel  wir 
wissen,  nicht  zu  den  Hilfsdirigenten  der  diesjährigen  Bühnen- 
festspiele. Wie  sollte  auch  ein  Mosikdilettant  za  dieser  Ehre 
gekommen  sein? 


Anzeigen. 


Verlag  yon  Wilhelm  Hansen,  Leipzig. 

„  (916.1 

Sa.miiil-u.n.g 

teforragenäer  Clami  erte  ierer  Meister, 

bearbeitet  von 

Dr.  Hans  Harthan. 

Minuetto  ans  einer  Sonate  von  G.  0.  Wagenseil. 

—  Largo  ans  dem  Orgelconcert  vonW,  F.  Bach. 

—  Gigne  von  C.  H.  Graun.  —  Gigue  von  Mozart. 

—  Bourröe  aa8der2.ViolinBonatevonJ.S.Bach. — 
Rondo  von  Ph,  Em.  Bach.  —  Fuge  ans  der  Eraoli- 
Suite  von  Händel.  -■  Toccata  von  Faradiea.  — 
Burleske    von  J,  L.  Krehs.  —   Praeludium  von 

J,  C.  Bach.  —  Toccata  von  CJementi. 
2  Mark. 


FtiklilieLiiti. 

Vortragsstüekcheu 

für    Pianoforte    zu    vier    Händen 

Otto  Fuchs. 

Op.  41.    Hefl,  l,»k  9Ik.  1,50. 

Diese  12  Stückchen  eignen  sich  besonders  für 
zwd  Schüler,  die  gleiche  Fortschritte  machen.  Durch 
ihre  anregende  Melodiosität  werden  sie  bald  jedes 
jugendlichen  Ciavierspielers  Liebling. 

ist  die  beste  aller  bis 
Heinr.  Germer's  j^t^t  erschienenen. 

^~~1.^  J-— -__  —  .  (.Mus.Wochenbl."] 

■    JKC/I^n  V  -  £'"°  Aufgabe,   die  mit 

^-^"^T-^"-.*"«"      glänzendstem  Celin- 
Ausgabe  gen  gelOst  ist. 

( n  Cl  avi  erleb  rer".} 
Zu  systematlsehem  Studiengebrauch  geordnet  in 
4  Bänden  jo  2  Jf. 


Jolins  Schäffer's  Schrilten  über  Rob.  Franz 

und  die  Bearbeitungsfrage. 

Robert  Franz   In  seinen  Bearbeitungen  älterer  Tofial- 

werke.      Zweiter  verbesserter  Abdruck  in  4«.      Geheftet 

netto  Jf  1,—. 

Entgegnung  auf  Philipp  Spltta's  Artikel;  „ITeber  das  Ac- 

compagnemont    in    den    Compositionen    Sebastian    Bach 's. 

In  V>.    Geheftet netto  Jt  —,60. 

Joh.  Seb.  fiach's  Cantate:  „Sie  werden  aus  Saba  Alle  kom- 
men" in  der  Bearbeitung  von  Eohert  Franz  und  in  der 
Ausgabe  des  „Leipziger  Bach- Vereins"  kritisch  beleuchtet. 

In  &.    Geheftet netto  J(  1,50. 

Frledrloh  Chrysander  In  seinen  ClavlerauszUgen  zur 
deutsehen  Händel-Ausgabe  beleuchtet.  Mit  vielen  Noten- 
beispielen.    8".    Geheftet netto  Ji  1,60. 

Heue  Bearbeitungen  Handel'scher  Vocal-Composltlonen 
von  Eohert  Franz,  besprochen  und  mit  nachtraglichen 
Bemerkungen  über  die  Ausführung  des  Basso  continuo 

versehen.     In  8".     Geheftet netto  .4  1,—. 

Die  Puhlicationen  der  Frau  Victorie  Gervinus  und  deren 
neuerliche  Befürwortung  durch  die  Weltfirma  Breitkopf  & 
Ilärt«!  verleiben  obigen  kritischen  Schriften  des  BresTaner 
Professors  Dr.  Julius  Schäffer  von  Neuem  actnelles  Interesse. 
Insbesondere  sei  hiermit  auf  die  letztgenannte:  „Neue  Be- 
arbeitungen Handel'scher  Vocal-Com Positionen",  die  sich  ein- 
gehend mit  der  Gervinus'schen  „Sammlung  von  Gesängen 
aus  Händel's  Opern  und  Oratorien"  beschäftigt,  hingewiesen, 

IV  Scidnngen  zur  Ansieht  stehen  in  Dieasten.  *W 

[917.] 

Leipzig.  F,  "E.  C  X^euclsai-t. 


[816,]        Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  In  Leipzig. 
Piuttl,  Carl,  Op.  3.    Drei  Interludien  für  Orgel. ,  ./<f  ^,'2 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig. 
AlrrA-r.nnn  „Llcht  Und  Schatten",  Zwölf  kleine  Phan- 
*  *i^I^  t«siebUder  für  Pianoforte,  Op.  4.    3  Hefte 

AshtOXif     ^2  Jt.  1919.] 


458 


In  meinem  Verlage  erscliien  soeben: 


SyiniliiiDiscIier  Prolog 

zu 


77 


Dante's 

DiYina^  Commedia 


££ 


fOr 


grosses  Orchester 


von 


Felix  von  Woyrsch. 

Op.  40. 

Orchester-Partitur   netto    16   Mark. 
Orchesterstimmen        „      18        „ 
Clavieranszag  zu  4  Händen  6        „ 

Das  Werk  wurde  in  Hamburfir  mit  beispiellosem  Er- 
folfir  auffirefOhrt.  [920.] 

Leipzig.  Martin  Oberddrff er- 

Constantin  Wiid's  Verlag, 

Leipzig  und  Baden-Baden. 

Vor  Kurzem  erschien: 

Symphonie 

(Cmoll,  Op.  57) 


von 


Willst  lliihibfdi 


Orchesterpartitur  Ji  15,—. 
Orchesterstimmen  Ji  20, — . 
Clavierauszug  zu  vier  Händen  Ji  8, — . 

Diese  Symphonie  wurde  bereits  von  den  Hofcapellen 
zu  Berlin,  Dresden,  Dessau,  sowie  vom  Philharmonischen 
Orchester- Verein  zu  Boston  und  zuletzt  in  Leipzig  vom 
Liszt- Verein  mit  durchschlagendem  Erfolg  zur  Aufführung 
gebracht.  Der  zweite  Satz  eignet  sich  auch  vorzüglich  zum 
Einzelvortrag.  Wir  empfehlen  den  verehrten  Concert- 
directionen  und  Musikdirectoren  das  Werk  aufs  Angelegent- 
lichste. [921c.] 
Zu  beziehen  durch  alle  Bach-  und  Musikalienhandlungen, 
sowie  direct  vom  Verleger. 


Wü  Auenbach  Nachf ., 

Musikalien-Versandgeschäft  und  Leihanstalt. 

Leipzig, ,  Neumarkt  82. 

Billigste  Bezugsquelle,  sehnellste  Lieferung. 

Ansichtssendungen  bereitwilligst,  Kataloge 
und  Prospecte  gratis  und  fk*anco. 

[922.] 


Neu. 


Duo 


Neu. 


für 


nach 


zwei  Pianoforte 

dem    Ootett    für    Blasinstrumente 

componirt 


von 


Carl  il>^ia#^k#^ 

Op.  216«.    Pr.  M.  9, 

Leipzig. 


[»33.] 

Fp«  Kistnep« 


Con  st  antin  Wild's  Verlagi 

Leipzig  und  Baden-Baden. 

Soeben  erschien  und  ist  dnrcb  alle  Buchhandlangen  zu 
beziehen:  [984d.] 

Die  Gavalleria  rusticana 

und  ihre 

Bedeutung  für  Deutschland. 

Fünfte  Auf laa^e. 

Von 

Dr.  F.  V.  Dwelshauvers  Dery. 

Preis  Jd  — ,60. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Lelpzlfir-        [92^0 

Werner,  AuiCm  Op.  42.    Gavotte  flLr  ViolonceÜ  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Ji  2, — . 


Zur  Vorbereitung  der  kommenden  Festspiele  beabsichtigt  die  Festspielleitung,  am  10.  NoveiTiber  d.  J. 
eine  Schule  zu  eröffnen,  in  der  junge  Künstlerinnen  und  Künstler  zur  Mitwirkung  herangebildet  werden.  Zur 
Meldung  als  Mitglied  der  Schule  wird  hierdurch  aufgefordert.  Der  Unterricht  umfasst  ausschliesslich  Gesang-, 
Sprach-  und  BUhnenstudien.  Der  Meldung  beizufügen  sind  ausreichende  Angaben  über  Talent,  Stimme,  den 
bisherigen  Bildungsgang,  sowie  eine  Photographie.  Der  Unterricht  ist  frei,  und  unbemittelten  Talenten  können 
Aufenthaltsgelder  gewährt  werden.     Ausbedungen  ist  eine  Probezeit  von  vier  Wochen.     Anmeldungen  sind  bis  zum 

15.  October  an  den  Verwaltungsrath  der  Bühnenfestspiele   in   Bayreuth  zu  richten.    Der  Schule  können 

später  beitreten  Bühnenmitglieder  för  die  Zeit  der  engagementsfreien  (mindestens  drei)  Sommermonate.  [926b.] 


ßoncert-Sfireetion  Daniel  SfZauer, 

LOHDOH,    180  New   Bond  Street. 

I  {9S7&.]  Telegramm' Adresse:  „Uast-Ijondos". 

0^  Alleiniite  Vertretung  für  alle  ijKnder  "VQ 

der  Sopranistin  F'x'äulein  MaciiltyPCj 

Prlma-Donna  assoluta  der  königlichen  Italienischen   Oper  Covent-Garden 

des  Bassisten  Herrn  Plunkcl  GneenCg 

Oratorien-  und  Kamtnersäng'er, 

des  Herrn  Emile  Saupeti 

des  Jangen  Vlolon cell- Virtuosen 

Jean  G6randy' (13 jahrig) 
des  Herrn  |.  J.  Padepewski, 

nebat     -vtelsv     ancLereu.     'bex-iili  ra.  t  e  n.     HL  ü  xi  b 

Alleinige  Veptpetung  der  Londonep  Symphonie-Concepte. 

TTebernimmt  das  Arrangement  von 

'^^s^   CoDcerten  in  London  and  Tonrni^eD  in  England,  Amerika  nnd  Australien 

unter  persönlloher  Leitung. 
1^*  Anfragen  und  Auftpttge  werden  direot  an  die  Direction 

ßoncert-Sfirection  Spaniel  Sttayerj 

LOHDOH,  ISO  Hew  Bond  Street. 

Telegramm-Adresae ;  „Iilsst-IjODdoii". 


Scharwenka-  Conservatorium, 

Direction:   Pbilipp  Scharwenka  und  Dr.  Hngo  Goldschmidt 

IBeginn  des  "^Vintersemesters:    6.  Octol>er, 

Anmeldungen  tfigliah  im  Conservatorium  Vorm.  10—11,  Nachm. 
4—5  Uhp.  Proapecle  aind  postfrei  durch  das  Conservatorium,  wie 
durch  alle  Musikalienhandlungen  zu  beziehen. 


Verlag  von  E.  W.  FritzSCh  In  Leipzig. 

Eduard  de  '  9?'  ^^'     ^^^^^'^^■^^^-     (La  Danse  des  Sabota.) 
ij  ^  Charakteratizze  filr  Violoncell  mit  Fianoforte, 

nanog,     ^  2,60.  [sm.] 


Schi 


uberth's  Musikalisohes 
■Conversations-Lejtikon. 

In  ober  100,000  Exemplaren  Terbreitet.  11.  Auf- 
lage.   Eleg.  geb.  5  Jf.  [930.i.] 
Verlag  von  J.  Sehnbarth  &  Co.,  '  ' 


r 


f^utiu^  jß/iit/iner,  dßeipjiff» 


Bedeutendste  Plaiioforte-Fabrlk  Europas  I 

[9311  Flügel  und  Pianinos 

von  aiterkanut  unnt>erti'ofi*eiier   I£a.ltl>a.rl£eit 
lind  edlem,  saugri^^idiein  rC^on. 

-—V^A      VertretBT  -bni.  '^7'erkaut■cnftgaElEl•  »D  allen  bedo\it«nd*reii  PlKtzsix.      ^l/l/>y^-^ 

Die  Fabrik  bestoht  seit  7.  November  1853. 

Anna  Münch,  _A—  Siloti, 

Coiicert-  nnd  Oratorlensftnseriii  (Sopran).  T^iania-f-  Z.    .  , 

Leipzig,  Beethoven-Strasse  ft"!.  [SSSaa-l  ■*-  J-** A-lü» l-.  [ftilh.] 

Vertretung:    Hermann  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W.  Parls.      SO      AvenUe   Tmdaine* 

Clara  Hoppe,  Mi-mi  Nahot» 

Conoert-  und  OratorfenaXnaeriii  (Sopran).  XTXXllJJ.    ±i  Cli  UCX  • 

t»33d.| Frankftirt  ».  «der. Concert-  und  Oratoriensängerin  (hoher  Sopran). 

Cöln-Diiren.  [942aa.] 


Helene  ^erl^ 


Ooncertr  ond  OraMensangerio  (Soprao).  Vollständige  Ausbildung  für  Oper  n.  Conc«rt 

Sonderahaagen,   Friedrichat.  2t.         [a84y.]  EnBemblcUebnngen.     Rollenstüdiam. 

Frit?    TflO'O'AII  ^'"i  'Uir  ausgebildete  ächOler:   Magdalena  Jabns,  Selma 

1.  1  itz.     iiiggcil,  Schoder,  Carl  Scheidemantel  n.  A.  m.                             [943— .1 

Concert-  und  Oratoriensönger  (hoher  Bariton).  "D     J         T>            "!_ 
Bremerhafen,  Deich  16.         [935-]  LeipHo-         iJOCLO    IJOrCIlOrS. 

Gesantrl  ehrer. 


Jlmta  ^^{»{0, 


Alfred  K^rasselt. 


Concert-  and  OratorlenaHnKerln  (Sopran).  ^'"   alt»<äe'ni8ch   gebildeter  Musiker,   30  Jahre  alt, 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26''  II. [936z.]      ^^™  Abgang   vom  königl.  ConserYatorium  der  Musik  zu 

—  Leipzig   mit    einer  Prämie   auegozeichiiet,    Coucertpiauiat, 

geübter  Orchester-  und  Chordirigent,   bisher  Leiter  eines 

Oratorien- Vereins   in    einer  Stadt  Westfalens,    sucht  zum 

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[946k.l 

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lieraogl.  säohs.  HoipiaulBt,  ProfesseuT  sitpärieur  am  Oonserratorinm  ^^r-"^^^  aiasirifBiti  ^tMen 

»  Gmf  (Sohwi.).  [939-.]  i3^,.'SrÄ£ö-.- 

Cdneert-Yeriretuiig:    Hermann  Wolfff.  Berlin.  3».™,.i..i.«,,i,.,»,i,.i.,MÄ'iJ'Ät' 

Adolf  Klsmann, 


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Vfolin-Virtuos.  [«Op.)  "^oraüflUt^cg  fti>utiagmaterlnl!     Dtt ti»iicei|rn. 

Dreadea-A.    Amolienstr.  lO,  II.  ^^      Steingräber  Verlag,  Leipzig. 

Druck  von  C.  Q.  Hader  in  Lslpzig, 
Hü»,  (.in«  Beilage  von  C.   F.  W.  Siegel'«  Mutilcallenhandluna   (R.  Linnemannl  in  Leinzis". 


Leipzig,  am  15.  September  1892, 


ma  linnicu  bm-,  uw-  „  ^  „j,„ 

lU  ■uuiunliuiiiin,  am  _  .^_  iiiiii.aiiin 

'HÄ^Ok^  ffir  lifiiRilrflr  titiiI  "iffnaiVfrönndfl  '▼MP 


Fli  iu  luiuiitcki  rockiikun 
Mnutt  luniiißi  tiiii  u 

Eedicuiu  11  adiBuJni. 


^^ 


föT  Musiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Redacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,  Königisstraue  6. 


^^ 


nm.  Jabrg.] 


Dtu  ManValiiche  Wochenblatt  ersithatnt  j&hrUcli  in  63  Knmmera.  Der  AbonnementsbatraK 
fflr  dkl  Quartal  toq  13  Nummern  ist  2  Hark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  4ß  PfeQnige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuibandiendiinf;  treten  naclisteheDde  vi ertelj ehrliche  Abonnemente- 
preise  in  Kraft;  3  Mark  50  Pf.  für  dm  Dentache  Reich  und  Oesterreioh.  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   Lander  des  Allgemeinen  PoatvereinB.  —   JahreBabouneraeut«  werden  unter 

ZiiemndelegunK  lorstehender  BeiugibedinKnngen  berechnet. 
Die  buertioDigebflhren  fSr  den  Raum  einer  geipalte&eD  Fetitwile  betragen  80  Pfenoigfl, 


[No.  38, 


Inhalt:  Brurtne.  Eine  neae  Probe  de«  „tndentenden  Vsrfslireai".  Von  Horiti  Wirth,  (TortaetEnag.)  —  Kritik:  Otto  Klaawell,  Husikklliohe  Be- 
kenatiilna,  —  Tuasgeuh lebte:  HnBlkbrlsT  mu  Oiuc.  (Porsetziuig.)  —  Berichts.  —  OonaertDBUohaa.  —  BBSustnenti  Dnd  QutiplBle  II 
Opar  nnd  Gonoeri.  —  Kircbnimoilk,  —  AofKafUirt«  NevitUen.  —  Ternilohte  MlttbelliuiKas  and  NotUen.  —  KrtäsehaT  AnbuiK:  Oomposi- 
tlonen  von  G,  W,  Brandt,  W.  Beriter,  V.  Bsndii  and  Ltonle  ßrönler-Halta.  —   Briafkuten.  —  Anzeigen. 


Die  g^eehrten  Leser 


tüs  „Mmikaliscken  WochendlaiteS^',  dtren  Abofmemtm  msi  dem  laufenden  Quarta/,  resp.  mit  Na.  •?9  su  Ende 
geht,  werden  ßir  den  Fail,  dass  sie  dieses  Organ  Hier  den  gen.  Termin  hinaus  su  erhallen  wünschen,  gebeten, 
ihre  Bestellungen  rechleeitig  anbringen  su  wollen,  damit  in  der  Zusendung  keine  Unterl>recftung  stattfindet.  — 
Den  werthen   Jahresabonnenten  gegenüöer  bedarf  es  naturlich  dieser  Erirmerung  mchi. 

R  W.  FRITZSCH. 


Branglne. 

Eine  neue  Probe  des  „«ndeatenden  Verfahrens", 

Von  MOFltz  WlFth. 

(Fortsetznng.) 

II. 

AIb  Bechatein  sein  ablehneodea  Endartheil  über  Wag- 
ner's  Gestaltung  der  BrangKne  f&llte,  war  er  nahe  daran, 
eine  zweite  wichtige  Entdeckung  in  Wagner'»  „Triatan" 
zu  machen:  zn  der  ron  ihm  aufgefundenen  Frage  nach 
dem  Orunde  der  Wahl  des  Liebestrankes  auch  noch  diesen 
Glrund  hinzn.  Was  ihn  zu  seinem  ersten  Fehler  in  der 
Auffassung  Brang&ne's,  der  Annahme  eines  Verplaudoms 
des  vermeintlichen  Trankgeheimnisses,  verleitete,  ist  frei- 
lich nicht  recht  ersichtlich.  Zaletst  aber  hfttte  er  bei  den 
Hedicamenten  des  Schreines  nur  noch  zu  der  bestimmten 
Frage  nach  ihrerZahl  und  Artfortzugehen gebraucht, 
um  EU  der  fOr  Brangftne'a  Charakter  entscheidenden  Frage 
auch  die  entscheidende  Antwort  zu  erhalten. 


In  der  That  hat  Wagner  alles  für  sie  Erforderliche 
zurecht  gelegt,  wenn  er  es  freilich  auch  uns  überlassen 
hat,  es  BU  sehen.  Nicht  blos  ein  Hai  gelegentlich,  son- 
dern zwei  Ual  mit  allem  Nachdruck  wird  uns  der  In- 
halt des  Schreines  genannt,  den  Isolde  von  ihrer  Mutter 
mitbekommen  hat:  nFür  Weh  nnd  Wunden  Balsam  hier; 
für  böse  Gifte  Gegen-Gift:  — "  Dazu  noch  der  Liebes- 
nnd  der  Todestrank.  Was  konnte  nun  von  alle  Diesem 
BrangAne  statt  des  Todestrankes  gebrauchen?  Jedenfalls 
nicht  das  Gegengift,  das,  um  nicht  scbtldlich  zu  wirken, 
schon  eine  Vergiftung  voraussetzt.  Aber  auch  nicht  die 
verschiedenen  Sorten  von  Balsam,  die  sich,  wie  das  eine 
sehr  bestimmte  Bedeutung  dieses  Wortes  verlangt,  min- 
destens in  tbeilweise  festem  Zustande  befunden  haben 
werden.  Will  man  aber  das  Wort  Balsam  auch  von  flüssi- 
gen Mitteln  verstehen,  wie  denn  Isolde  selbst  kurz  vorher 
emmal  das  Wort  „Balsamsaft"  gebraucht,  so  dürfte  ihre 
Wahl  doch  wegen  ihres  für  gewöhnlich  den  Salben,  Pul- 
vern und  Trftnkletn  eigen thämlichen  Geruches  und  Ge- 
schmackes unmöglich  gewesen  sein.  Man  denke  sich  Bran- 
gSne  den  Liebenden  einen  nach  der  Apotheke  schmeckenden 
Trank  reichend,  um  sofort  die  Tragödie  in  die  tollste  Posse 
umschlagen  zu  sehen. 


r 


462 


Wagner  hat  uns  aluo  bereits  durch  die  Worte  seiner 
Dichtung  nicht  im  Zweifel  darüber  gelassen,  dass  der 
Schrein  keinen  unverfänglich  scheinenden  und  zugleich 
unschädlichen  Trank  enthielt,  den  Brangäne  unterzuschieben 
die  Absicht  hätte  haben  können.  Diese  eine,  von  Bech- 
stein,  und,  soviel  ich  sehen  kann,  auch  allen  übrigen 
„Tristan*' -Erklärem  bisher  nicht  bemerkte  Thatsache  ver- 
ändert aber  die  umstände,  unter  denen  Brangäne  handeln 
musste,  so  wesentlich,  dass  von  einem  Vergreifen  nicht 
mehr  die  Bede  sein  kann.  Und  ebenso  ist  der  Verdacht 
der  Kuppelei,  welcher,  wieBechstein  sehr  richtig  bemerkt, 
SEU  der  übrigen  Zeichnung  und  Fortfährung  der  Oestalt 
so  schlecht  stimmt,  nicht  mehr  erforderlich.  Brangäne  war 
eben  ohne  jede  Möglichkeit  eines  Ausweges  vor 
die  Wahl  gestellt,  entweder  Isolde's  Befehl  zu  vollziehen 
oder,  um  wenigstens  das  Aeusserste  zu  vermeiden,  trotz 
Allem,  was  auch  sonst  daraus  folgen  mochte,  zum  Liebes- 
tranke zu  greifen.  Ob  sie  dies  mit  mehr  oder  weniger 
Ueberwindung  that,  darüber  werden  wir  vom  Dichter  noch 
einige  Aufklärung  erwarten  dürfen,  die  er  uns  in  der 
That,  zugleich  mit  einer  weiteren  Schilderung  von  Bran- 
gäne's  Zwangslage,  nicht  vorenthalten  hat. 

Vor  Allem  musS'Uns  der  Anblick  der  Bühne 
darüber  belehren,  dass  Brangäne  auch  nicht  ein  Glas  Was- 
ser, einen  Krug  Wein  oder  sonst  ein  Getränk  zur  Hand 
hatte,  um  Isolde  zu  täuschen. 

Sodann  gibt  uns  die  Musik  weitere  Auskunft 
über  Brangäne's  Oemüthszustand  und  über  den  Inhalt  des 
Kästchens. 

Man  bemerke  die  Ruhe,  welche  in  den  Worten  liegt: 
„für  Weh  und  Wunden  Balsam  hier*'.  Der  Cdur-Accord 
(Glav.-Ausz.  S.  45*)  malt  Brangäne's  aufmerksamen,  prü- 
fendea  Blick,  mit  dem  sie  sich  überzeugt,  ob  die  Bläschen 
und  Büchsen  nach  den  Unruhen  der  Reise  noch  sämmtlich 
in  Ordnung  sind.  Einen  solchen  Blick  kann  nur  Jemand 
werfen,  der  mit  dem  betreffenden  Gegenstände  völlig  ver- 
traut ist  Ebenso  sachkennerisch  klingen  die  Worte:  „für 
böse  Gifte  Gegengift".  Die  tückische  Natur  des  Giftes 
gleisst  uns  aus  dem  Desdur-Accord  formlich  entgegen**); 
gleich  gut  ist  die  beruhigende  Wirkung  des  Gegengiftes 
getroffen.  Brangäne  zeigt  sich  hier  als  in  die  geheimsten 
Künste  ihrer  Herrinnen  eingeweiht.  Sie  hat  ja  auch  den 
wunden  Tristan  pflegen  geholfen,  sowie  wahrscheinlich 
auch  der  Mutter  Isolde's  bei  der  Zurichtung  des  Schreines. 
Sie  muss  also  Bescheid  wissen,  kann  sich  gar  nicht  irren. 

So  konnte  sie  jedoch,  was  nicht  im  Gemache  und  im 
Kästchen  vorhanden  war,  von  aussen  herbeiholen? 
Ein  unschuldiger  Vorwand  —  z.  B.,  dass  der  Todestrank 
für  sich  allein  zu  einem  feierlichen  Trünke  für  Tristan 
nicht  ausreichend  erscheine,  daher  noch  eine  Nachfüllung 
von  Wein  erfordere,  welch  Letzteren  dann  Brangäne  nur 
allein  zu  verwenden  gebraucht  hätte  — ,  und  das  Paar 
war  gerettet,  ohne  dass  deswegen  ein  neues  Verbrechen 
geschehen  musste. 

Aber  auch  hier  hat  der  Dichter  uns  und  Brangänen 
jeden  Ausweg  versperrt.  Man  beachte  Isolde's  Worte: 
„In  die  goldne  Schale  giess  ihn  aus;  gefüllt  fasst  sie  ihn 

*)  Ich  ftübre  nach  der  Ausgabe  in  8^  an. 
**)  Ein  ähnlicher,  die  Wollost  der  Grausamkeit  schildern- 
der Gebrauch  des  Desdur-Dreiklanges  01av.«Ausz.  zu  „Tristan*^ 
S.  10  in  der  Figur  des  gierig  auf  seine  Beute  stürzenden 
Meeres;  S.  17,  20  .befehlen  Hess  dem  Eigenholde  Furcht  der 
Herrin  ich,  Isolde";  S.  53  „den  Trank  rar  wen?  Wer  mich 
betrog**;  S.  60  „doch  was  er  schwur,  das  schwur  ich  nicht** ; 
S.  72  „und  ihrer  Künste  Wunder  kraft**;  S.  247  die  Lust, 
mit  der  Kurwenal  Melot  ersticht. 


ganz.**  Dieser  letzte  Zusatz  überrascht  in  dem  so  knappen, 
immer  nur  gerade  die  Spitzen  des  Nothwendigen  pflückenden 
Gedichte.  Um  so  aufmerksamer  werden  wir  auf  diese 
Zeile.  Isolde  spricht  sie  mit  einer  gewissen  Feierlichkeit. 
Die  goldne  Schale  ist  so  ganz  das  einzig  würdige  Gefitos 
für  diesen  letzten  hohen  Trunk,  dass  sie  ihn  sogar  räum- 
lich ganz  fasst  Für  uns  besagt  dieser  Umstand  noch  das 
Weitere,  dass  der  Trank  nicht  mit  einer  anderen  Flüssig- 
keit gemischt  zu  werden  braucht.  Brangänen  ist  jeder 
Anlass,  eine  solche  herbeizuholen  und  eine  unschädlichere 
Unterschiebuiig  vorzunehmen,  abgeschnitten. 

Wenn  sonach  klar  sein  dürfte,  dass  Brangäne  nur 
die  Wahl  zwischen  Todes-  oder  Liebestrank  hatte,  wie 
stellte  sie  sich  nun  zu  Letzterem? 

Bedenklich  machen  könnte  in  Bezug  auf  eine 
etwaige  küpplerische  Absicht  freilich  folgende  Stelle.  Bran- 
gäne war  zuerst  vor  dem  von  Isolde  hervorgezogenen 
Todestranke  mit  einem  sehr  bezeichnenden  Motive  ent- 
setzt zurückgewichen  (Clav.-Ausz.  S.  46).  Als  dann  Isolde, 
nach  Kurwenal's  Meldung,  den  Befehl  mit  den  Worten 
wiederholte  (Glav.-Ausz.  S.  52):  »Den  Sühnetrank  richte 
schnei],  du  weisst,  den  ich  dir  wies?**,  erklang  im  Orchester 
das  Liebesmotiv,  und  zwar  als  Begleitung  zu  Brangäne*8 
Gegenfrage:  „Und  welchen  Trank?**  Begte  sich  hier  in 
Brangäne's  Seele  —  der  Verdacht  ist  nun  einmal  ausge- 
sprochen —  doch  vielleicht  etwas  von  jenem  Gelüste,  das 
noch  vom  Besuche  der  Schlange  her  in  allen  Evastöch- 
tern zurückgeblieben  sein  soll? 

Wir  brauchen  uns  jedoch  die  Musik  nur  etwas  ge- 
nauer anzusehen,  um  Brangäne  auch  von  diesem  Verdachts- 
gründe  vollständig  freizusprechen.  Wäre  auch  nur  die 
Spur  eines  solchen  Wunsches  in  Bezug  auf  Tristan  und 
Isolde  in  ihr,  so  würde  das  allwissende  Orchester  uns  .dies 
verrathen.  Denn  Brangäne  hat  uns  die  Lust,  anderer 
Leute  Ehe  zu  schliessen,  in  der  That  schon  einmal  ge- 
zeigt, und  wir  haben  gehört,  was  das  Orchester  dazu 
sagte  (G]av.-Ausz.  S.  43,  45).  Es  waren  die  dem  König 
geltenden  Stellen:  „zog  ihn  von  dir  ein  Zauber  ab:  den 
bösen  wüsst  ich  bald  zu  binden**,  und:  „den  hehrsten 
Trank,   —  ich  halt  ihn  hier**. 

Der  Dichter  unterscheidet  also  sehr  genau  zwischen 
dem  geradewegs  auf  den  geliebten  Gegenstand  loseilen- 
den, verzehrenden  Sehnsuchtsfeuer  der  Liebe,  dem  soge- 
nannten Liebesmotive,  und  der  ihren  Gegenstand  mit 
allen  Angelhaken  der  Schmeichelei  zu  sich  heranziehenden 
süssen  Bethörungskunst.  Nicht  das  der  Letzteren  ange- 
hörige  Binde-  oder  Kuppelmotiv,  wie  man  es  nennen 
könnte*),  sondern  nur  das  Erstere  erscheint  aber  bei 
Brangäne's  Frage:  „Und  welchen  Trank?**  Schon,  dass 
Brangäne  fragt,  zeigt  ihre  Verwirrung.  Sie  ist  ganz  von 
Isolde's  Befehl  in  Schrecken  gesetzt,  den  sie  noch  so  we- 
nig zu  fassen  vermag,  dass  ihr  der  in  ihm  bezeichnete  Trank 
unwillkürlich  vor  jenem  Anderen  —  wenn  es  denn  doch 
einmal  ein  Trank  sein  soll  —  verschwimmt,  den  sie  selbst 
dem  Schreine  entnommen  hatte.  Das  Liebesmotiv  bezeich- 
net somit  hier  gleichsam  nur  die  Aufschrift  des  Fläsch- 
chens,  das  auf  ihm  eingeschnittene  „starke  Zeichen**, 
ohne  jede  Beziehung  auf  eine  bestimmte  Person  und  ohne  jeden 
Gedanken  irgend  welcher  ihr  zu  bereitenden  Nachstellungen. 


*)  Das  Motiv  erscheint  auch  als  Verlockungsmotiv  der 
Rheintöchter  und  der  Blumenmädchen  im  „Parsi&J**:  als 
Ausdruck  des  Liebreizes,  in  welchen  die  wiederkehrende  Freia 
die  ganze  Natur  kleidet;  endlich  in  den  Motiven,  welche  in 
der  „Götterdämmerung**  Siegfried*s  Liebesbindung  durch  Gui- 
rune bezeichnen. 


463 


BrangAne's  weiteres  Verhalten  ist  von  jetzt  ab  nicht 
mehr  zw  ei  f  el  h  af  t.  Sie  empfangt  voll  Grausen  von  Isolde 
das  schwarze  FlAschchen,  stürzt  sich  zu  den  Füssen  der 
Unerbittlichen  (Clav.-Ausz.  S.  53),  wird  uns  vem  Orchester 
{Glav.-Ausz.  8.  55,  Z.  3)  in  der  gänzlich  gebrochenen, 
fast  schluchzenden  Form  des  Mitleidsmotives  gezeigt,  und 
wendet  sich  endlich  bei  Tristan^s  Nahen,  kaum  ihrer 
mächtig,  in  den  Hintergrund  (Clav.-Ausz.  8.  56).  Von 
dort  kommt  sie  auf  Isolde's  Wink,  zusammenschaudernd 
und  in  ihren  Bewegungen  zögernd,  unter  dem  Klange  des 
gänzlich  gebrochenen  Mitleidsmotives  wieder  hervor  (Clav.- 
Ausz.  8.  66).  Isolde  muss  sie  erst  aufs  Neue  im  Bache- 
motiv antreiben,  bevor  sie  sich  zur  Bereitung  des  Trankes 
anlässt.  Auch  hier  zeigt  sie  keine  8pur  von  Kuppel- 
gelüsten und  Bindemotiven.  Lediglich  die  Aufschrift 
„Liebestrank*'  ertont,  als  Brangäne  das  goldene  Fläsch- 
eben  ergreift  und  in  die  Trinkschale  ausleert.  Sie  reicht 
sie  Isolden  mit  denselben,  ihr  innerliches  Entsetzen  aus- 
drückenden Figuren  (Clav.-Ausz.  8.  69),  mit  welchen  sie 
zuerst  vor  dem  Todestrank  zurückgewichen  war. 

Was  schon  die  Musik  so  deutlich  zeichnet,  vollen- 
deten in  Bayreuth  die  Oebärden  der  Darstellerin: 
das  Bild  einer  Persönlichkeit,  die  vor  dem  ihr  gewor- 
denen tödtlichen  Befehl  selbst  wie  vernichtet  zusammen- 
brach, die  aber  auch  vor  dem  einzigen  ihr  gelassenen 
Ausweg  zurückschauderte,  und,  als  sie  ihn  dennoch  be- 
treten hatte,  voll  Entsetzen  auch  über  diese  That  in  die 
hinterste  Ecke  des  Zeltes  zurückwich. 

So  ist  denn  auch  diejenige  Oestalt,  aus  deren  Hän- 
den das  Drama  unmittelbar  hervorgeht,  aus  den  Niederun- 
gen ammenhafter  Brautkranzdiplomatie  und  schulmädchen- 
haften Sichvergreifens  auf  die  Höhe  des  Dramas 
hinaufgehoben,  Brangäne's  Schicksal  und  Ver- 
schuldung sind  selbst  in  so  erhabener  Umgebung 
unserer  Theilnahme  werth.  Ea  genügt  noch  ein 
Blick,  um  uns  zu  zeigen,  dass  der  Dichter  die  Gestalt 
auch  auf  dieser  Höhe  zu  erhalten  und  zu  Ende  zu  führen 
vermocht  hat. 

(Schloss  folgt) 


Kritik. 

Otto  Klauwell.     Musikalische  Bekenntnisse. 
Leipzig,  Wolfgang  Gerhard. 


2.  Auflage. 


Der  Verfasser  dieser  Schrift,  die  sich  aus  der  lioihe 
der  in  den  letzten  Jahren  zu  Dutzenden  erschienenen 
Brochuren  über  Musik  hoch  heraushebt,  ist  Lehrer  am 
Cölner  Conservatorium.  War  man  nach  seiner  ganzen  Er- 
ziehung (Eüauwell  besuchte  das  Leipziger  Conservatorium 
der  Musik  und  machte  gleichzeitig  akademische  Studien  da- 
selbst) berechtigt,  etwas  Gutes  von  ihm  zu  erwarten,  so 
hat  diese  Schrift  jene  Erwartungen  in  höchstem  Maasse 
erfüllt.  Klauwell  ist  keiner  von  den  Scribenten,  die 
nicht  wissen,  was  sie  machen  sollen,  und  daher  über 
Musik  schreiben,  sondern  ein  ganzer  Künstler.  Von  seiner 
Kunst  hat  er  die  höchste  Meinung,  und  seine  Aussprüche 
sind  Resultate  einer  langen,  gründlichen  und  allseitigen 
Kunsterfahrung.  Ausserordentliche  Weite  und  ünbe^n- 
genheit  des  Blickes,  ein  auf  das  Höchste  gerichteter 
künstlerischer  Sinn,  dazu  klare  und  überzeugende  Dar- 
stellung —  das  sind  die  Vorzüge  des  Werkchens,  von 
dem  wir  nur  wünschen,  dass  es  Vielen  solche  Freude 
mache,  wie  dem  Referenten.  P.  Gar  wen. 


Tagesgeschichte. 

Mwikbrief. 

Graz»  im  August  1899. 
(Fortsetzung.) 

Der  Grazer  Singverein,  der  gewohnt  ist,  stets  die 
Bahnen  edelster  KunstrichtimK  zu  gehen,  war  ein  ebenbür- 
tiger Partner  des  Musikvereins  bei  vorerwfthnter  Mozart- 
Feier,  welche  eine  den  Manen  des  grossen  Todten  würdiee 
Gedenkfeier  war.  Ausserdem  brachte  dieser  strebsame  Verein 
S.  Bach's  liebliches  Weihnachtsoratorium,  aUe  sechs  Theile 
fast  vollständig,  unter  Mitwirkune  des  Wiener  Hofopem- 
Sängers  Gustav  Walter  zur  Aufftlnrung,  bei  welcher  der 
schon  bejahrte  Tenorist  aufs  Neue  durch  seine  herrliche 
Sanfi'eskunst  Alles  entzückte.  Prächtige  Leistungen  entü^tete 
bei  diesen  Concerten  der  im  Rhythmus  wie  in  der  Intonation 
sichere  Chor,  den  Ohormeister  fieopold  Wegschaider  in  be- 
währter Weise  leitete.  Wegschaider's  Können  zeigte  sich 
auch  in  den  sehr  glücklich  verlaufenen  Concerten  des  Graz  er 
M  ä  n  n  e  r -G  e  s  a  n  g  V  e  r  e  i  n  8,  welcher^  getreu  seinen  Intentionen, 
deutschen  Chorgesang  zu  pflegen,  Werke  von  Schubert,  Liszt, 
Herbeck,  Jüngst,  Engelsberg,  v.  Weinzierl,  Schumann  u.  A., 
tadellos  studirt,  meisterhaft  sang.  Eine  schätzenswerthe  Kraft 
besitzt  dieser  verdienstvolle  Verein  in  dem  Baritonisten  Hm. 
Fritz  Riesch  (welcher  die  Solopartie  in  Weinwurm's  Toska- 
nisohen  Liedern  sehr  anerkennenswerth  zu  Gehör  brachte), 
sowie  in  dem  Viergesang  der  stimmbegabten  HH.  Zi  mm  er- 
nenn, Blümel,  Thönv  und  Jäger. 

Der  Deutsch-akademische  Gesangverein  stellt  sich 
zumeist  ein  sehr  hohes  Ziel,  das  er  aber  stets  mit  Glück  er- 
reicht. Er  führte  Max  Bruches  „Frithjof",  bei  welchem  Frl. 
Irma  v.  Hüttinger  und  Hr.  Heinrich  Gottinger  die  Soli 
sangen,  unter  vielem  Beifedl  auf.  Ausserdem  kamen  in  diesem 
Concerte  Chöre  von  Otto  imd  Engelsberg,  sowie  der  herrliche 
Chor  „Das  Meer"  von  Nioodö  (aus  dessen  symphonischer  Ode), 
in  hinreissend  schöner  Ausführung  zur  Wieder|^be.  Eine 
jedoch  weit  bedeutungsvollere  Leistung  boten  die  jugendlichen 
Saugesfreunde  mit  Suck's  erhabener  „Iphigenie  in  Aulis''  in 
Ricnard  Wagner's  congenialer  Bearbeitung,  welche  zum  ersten 
Male  in  Graz  erklang.  Mit  Ruhe  und  vollem,  tiefem  Verständ- 
nisse dirigirte  Hr.  Victor  Zack  und  bewährte  sich  als  vor- 
züglicher Chormeister.  Die  Solopartien  hatten  die  Mitglieder 
der  Wiener  Hofoper  Frl.  Louise  von  Ehrenstein  und  Hr. 
Hermann  Winkel  mann,  sowie  die  heimischen  Kräfte  Frau 
Krämer-Widl  und  die  HH.  Gustav  Schwegler  und  Dr. 
Grub  er  inne  und  fiührten  sie  mit  Fleiss  und  Geschick  durch. 

Der  (Gesangverein  ^Typographia"  trat  heuer  anlässlich 
der  Feier  seines  25jähngen  Bestandes  auch  in  die  Reihen  der 
concertirenden  Vereine  und  legte  mit  sorfi;samst  studirten  und 
schwungvoll  gesun^nen  Chören  von  Gk>l£nark,  Schubert  u.  A. 
ein  schönes  ^ugniss  erfreulichen  Könnens  unter  der  Leitung 
des  Chormeisters  Hm.  V.  Ortner  ab. 

Bezüglich  der  fremden  Künstler  zeifi^  sich  heuer  eine 
ei^nthümliche  Erscheinung,  indem  Einzäne,  wie  Franz  On- 
dndek,  Ab'ce  Barbi,  Etelka  Glerster  und  die  Wiener  Hofopern- 
sänger Frl.  Ehrenstein  und  Hr.  Sommer,  aus  verschieaenen 
Gründen  gar  nicht  zur  Abhaltung  ihrer  bereits  angekündigten 
Concerte  kamen,  während  es  Andere,  wie  Emil  Sauer  und 
der  kleine  Raoul  Koczalski,  zu  drei  und  der  Tondichter 
Hans  V.  Zois  zu  zwei  Concerten  brachten.  Ausser  diesen 
hörten  wir  noch  Eugen  d* Albert,  das  Ehepaar  Louis  und 
Susanne  R6e.  den  Orgelspieler  Josef  Labor,  den  Gteigen- 
virtuosen  Pablo  de  Sarasate,  die  Qeigerinnen  Bianca  Panteo 
und  Giuseppina  Sgaramelli  und  endlich  die  Sanges^nrössen 
Frau  Amalie  Friedrich-Materna  und  Hm.  Paul^ulss. 
Einen  ausseree wohnlichen  Erfolg  errang  Emil  Sauer  mit 
seiner  verblünenden  Technik  und  eigenartigen  Auf&ssung, 
und  unwillkürlich  wurde  man  zu  Vergleichen  zwischen  diesem 
vollendeten  Meister  des  nuancenreichen  Spieles  und  dem  un- 
mittelbar darauf  erschienenen  d' Albert  angeregt.  Recht  be- 
Suem  hatte  es  sich  in  dieser  Hinsicht  ein  sonst  geistvoller 
Iritikus  gemacht,  der  einfach  constatirte,  dass  das  Spiel 
dieser  beiden  Liszt-Schüler  unvergleichlich  sei.  Trotzdem 
möchte  ich  eine  nähere  Charakteristik  dieser  leuchtenden 
Pianistengestime  wagen:  Saueres  Spiel  ist  excentrisoher  und 
wenn  möglich  noch  nuancenreicher,  als  das  seines  Rivalen 
und  weist  viele  reizende  kleine,  oft  stark  ins  Virtuosenthum 

88» 


464 

aciliinmemde  Einzelnbeiten  auf,  wfthrend  d'Albert  stell  mit 
seinem  entacjüedenen,  markvoUen  Spiele  streng  in  den  Bahnen 
des  reinsten  Künstlerthums  bewegt.  Sftuer's  Spiel  ftlhit  nns 
pliantastisch  in  das  Zanbermoh  eines  orientaliscnen  Märchens, 
d'Albert'e  Spiel  lässt  ans  hingegen  echt  classische  Schönheit 
unverhiillt  schauen.  —  Als  ein  wahres  Wunderkind  kann  der 
kleine  Baoul  Koczalshi  bezeichnet  werden,  welcher  sich 
\öihn  an  die  schwierigen  Werke  eines  Chopin  und  Liszt  wogte 
und  dieselben,  natUrhch  nicht  in  eereifter,  aber  doch  in  ilber- 
raschecd  geschickter  Weise  und  selbst&ndtt^r  AnfEassung 
wiedergab.  Davon,  dass  der  kleine  Baoul  ntcht  mit  ein^ 
dnllten  Leistungen  seine  Concerte  absolvirt,  überzeugte  ich 
ntich,  indem  ich  ihn  ziemlich  nnbeqneme  Werke  vom  Blatte 
spielen  liess,  welche  er  staunenswerth  bewältigte.  Aach  ein 
gmz  hüWshes  Compositionstalent  steckt  in  diesem  sieben- 
jährigen Knirps,  ftu  den  völliges  Aussetzen  vom  Concertiren 
und  ernstes  Studium  im  Interesse  der  Kunst  dringend  ^- 
baten  erscheinen.  —  Eine  abgerundete  Leietune  war  dos  Spiel 
aof  zwei  Ciavieren  des  Ehepaares  B.6e,  welches  mit  ^osser 
Fräcision  und  glänzender  Technik  Werke  von  Brahma,  Weber, 
Schubert  und  Liiszt  unter  grossem  Beifalle  zum  Besten  gab. 
—  Ein  lieber,  alter  Bekannter  war  Hr.  Josef  Labor,  welcher 
abermals  seine  Meisterschaft  auf  der  Orgel  und  dem  Piano 
bewies.  —  Mit  berückend  süssem  Tone  und  fabelhafter,  an 
i&6  Grenzen  des  Möglichen  reichender  Technik  fascinirte 
der  temperamentvolle  Virtuose  Saraaate  seine  sahireiche 
SluhÖrerscbaffc  und   riss  sie  zu   stürmischsten   Beifallsknnd- 

Sbnngen  hin,  an  denen  auch  seine  würdigt  Partnerin  Frau 
rthe  Marx  vollen  Antheil  hatte.  Abgesehen  von  den  ein- 
zalnen  Leistungen  derselben,  welche  l&ngst  bekannt  sind,  ist 
dasZosammenspielbewundemngswertk,  das  in  seinem  geradeza 
unbewuBSt  scheinenden  „sich  verstehen"  und  „sich  gegenseitig 
flhlen"  wohl  nur  eine  Frucht  langjährigen  ernstesten  gemefn- 
sunen  Studiums  sein  kann.  Von  den  beiden  Qeigerinnen 
Pionca  Fanteo  und  Oiuseppina  Sgaramelli  zeichnete  sich 
Gretere  durch  seelenvollen  Ton  und  gediegene  Technik  aus, 
während  Letztere  sich  als  noch  nicht  genilgend  reif  filr  eine 
bBrofsmässige  Gonoertlaufbahn  erwies, 

Ee  genügt  wohl,  wenn  ich  berichte,  dass  Pran  Amalie 
Friedrich-Haterna  Scenen  aus  „Tannhftuser",  „Tristan 
uQd  Isolde"  and  aus  der  „GAtterdämmernng"  sang,  da  ja  ihre 

E-ossartigen  LeistanKon  als  Wagner-Sängerin  berühmt  sind. 
eider  kam  hierbei  die  bei  diesen  Werken  so  ungemein  wich- 
tige Begleitung  nur  aof  dem  Claviere  zum  Ausdrucke,  was 
der  vollen  Wirkung  abtrlgKoh  war.  Die  gefeierte  Sängerin 
suig  ferner  Lieder  von  Sch&ffer,  Lassen  und  Edmund  v.  Straoss. 
ilrem  gewandten  Begleiter,  welche  aber  nicht  durchweg  voll 
BOßprachen.  Paul  Bulss,  welcher  noch  von  seinem  letzten 
Concerte  her  in  bester  Erinnerung  stand,  bot  mit  einem  vor- 
nehmlich dem  Balladengesange  gewidmeten  Liederabende 
einen  prächtigen  Kunstgennss.  Dieser  stimmgewaltige  Bari- 
tonist  brachte  anter  der  sich  dem  0«sang  sorgfältig  anschmie- 
genden Begleitong  des  Hm.  Fritz  Masbach  mit  plastischem, 
dramatischem  Ausdruck,  der  Hauptbedingung  des  Balladen- 
f^esanges,  Werke  von  Löwe  nnd  Pläddemann  za  Gehör  und 
\7irkte  mit  Liedern  von  Schumann  und  firahms  nicht  minder 
mächtig  aof  seine  dankbare  Zuhfirerschaft  ein. 
(Schluss  folgt) 


BericMe. 

Leipzig.  Unsere  Opembühne  hat  sich  endlich  zn  neuen 
Thaten  aufgerafil;  vor  feuraem  erschien  als  Novität  auf  ihr 
I  Brüll's  einactige  Oper  „Gringoire".  Ihr  sollen  Werke 
von  Ponchielli,  B,  Fuchs  und  einige  fhnkelnagelneue  von 
Uozart  nachfolgen.  Kein  Wunder,  oass  unter  solchen  um- 
ständen die  Opernfreunde  vor  Wonne  ausser  sich  sind  und 
wenn  sie  von  unserem  Theater  sprechen,  dies  nnr  mit  dem 
flute  in  der  Hand  thun,  wie  sichs  gebührt.  „Gringoire" 
hätte  einen  guten  Erfolg;  das  Publicum  applaudirte  sehr  ge- 
schickt ein  paar  Mal  mitten  in  die  Scene  hinein  und  bereitete 
nni  Schlüsse  den  DarsteUem  und  wohl  auch  der  Oper  glän- 
zende Ovationen,  Warum  sich  die  Leute  eigentlich  so  sehr 
gefreut  haben,  ist  kühleren  Köpfen  allerdings  rfttbselbaft  ge- 
blieben: allerdings,  Hr.  Demuth,  der  Inhaber  der  Titelpartie, 
,B»ng  ausnahmsweise  tadellos  rein,  und  das  wäre  schon  genug 
.Anmes,  höchste  Zufriedenheit  zu  empfinden,  nnd  Frl.Taum 
Doenges  sah  als  Lojse  ganz  reizend  aus,  wie  eine  Maiblume, 
einen  süssen  berauschenden  Dnft  ausstr&mend.  .  .  .  Aber  das 
wären  ja  nur  äussere  Gründe!    Bei  Lichte  betrachtet  ist  die 


Oper  ein  Oompromiss  zwischen  Neseler  und  Brall.  Mit  dem 
Stil  Neesler's  theilt  sie  ^wisse  volksthümlich  sUssliche  Wen- 
dunecB  und  den  verdächtigen  Liederreich thum.  Dass  BrUll  ein 
bei  Weitem  feinerer  Mnsiker  ist,  kommt  seiner  Oper  natür- 
lich sehr  zu  Statten  und  lässt  ihn  Nessler  überlwen  scheinen. 
Brüll  schreibt  wenigstens  nicht  dilettantisch',  er  Krmt  stellen- 
weise selbst  vornehm  und  beherrscht  auch  das  Orchester 
mit  Sicherheit.  Wenn  „Gringoire"  im  Schaffen  BrüU's  —  das 
mit  dem  „Goldenen  Krenz"  einen  so  glückverheissenden  An- 
lauf nahm—  eine  Weiterentwickelung  nicht  bedeutet,  so  liegt 
die  ScJiuld  daran  jedenfalls  an  dem  Textbaohe,  dessen  Be- 
Bchaffenbeit  eine  halbwegs  ehrliche  und  befrnchtnags&hige 
Phantasie  unmöglich  begeistern  kann.  Man  denke  sich  den 
Helden  zur  HtÜAe  ans  Troubadour  und  zur  anderen  Hälfte 
aus  Magen  zusammen  gesetztl  Wie  FalstafT  den  sittlichen 
Inhalt  seines  Daseins  im  Weinkrug  svmbolisirt  findet,  so  be- 
kennt sich  Gringoire  aus  tie&ter  Herzensttberzeugung  zar 
Sekte  der  Omnivoren,  Das  Essen  und  der  Appetit  spielen 
denn  anob  in  der  Handlung  eine  grosse  BioUe.  Wie  sich  aber 
ein  Componist  entschliessen  kann,  einen  derartigen  Menschen 
in  Musik  zu  setzen,  ist  und  bleibt  ein  Bäthsel.  Man  Hesse 
dchs  gefallen,  wenn  die  Oper  nach  der  Seite  des  Komischen 
nnd  Grotesken  hin  ausgebaut  worden  wäre.  Aber  diese 
Uischnng  von  Heisshunger  und  Melodik  bleibt  als  Inhalt 
eines  dem  ernsten  Genre  angehörenden  Kunstwerkes  doch 
höchst  bedenklich.  Neben  diesem  Gringoire  spielen  olle 
anderen  Personen  keineswegs  beneidenswerthe  Bollen:  mit 
alleinigra  Ausnahme  des  Königs  Ludwig  XI,,  dessen  Cha- 
rakterzeichnnng  indessen  mit  dem  historischen  Vorbilde  so 
gut  wie  keine  gemeinsamen  Pnncte  aufweist,  der  aber  doch 
von  einigermaassen  beetinunten  Linien  umrissen  ist,  zeräiesaen 
alle  anderen  Gestalten  in  quallenartiger  Formlosigkeit:  der 
alte  Kanänann  Foumiez  bringt  es  zu  keinem  Rückgrat,  LoTse 
ist  ein  alberner^  von  Marlitt-Romantik  durchtränkter  Back- 
fisch, der  Barbier  Olivier-le-Daim  ein  Spitzbube  von  der  un- 
interessanten, ordinären  Sorte;  kurz,  auf  allen  Ecken  und 
Enden  merkt  man,  dass  das  Talent  des  Textautors  Victor  L6on 
aus  den  Kinderschuhen  noch  nicht  heraus  ist,  auf  allen  Ecken 
und  Enden  merkt  man  noch  etwas  Anderes,  viel  Schlinuneree 
als  die  barbierischen  Bänke.  Dieses  Etwas  ist  die  Langweile, 
ein  schläfriger  Drache  mit  sechs  angenlosen  gähnenden 
Köpfen.  .  .  .  Die  beste  Nummer  der  Brüll'schen  Partitnr  ist 
das  Lied  „Die  Sonne  versank",  ein  wirklich  schönes,  tief- 
empfundenes Stück,  etwa  im  Stile  Gounod'scher  Ljrik.  Die 
schwächste  ist  die  Ouvertüre,  eine  geradezu  armselige  Flickarei 
ohne  jeden  Inhalt.  Die  Aufführung  war,  wie  schon  ange- 
deutet, eine  recht  gute:  Hr.  Demnth  sang  den  Gringoire 
in  der  Hauptsache  vortrefflich.  In  den  kleinen  Männerpartien 
wirkten dieHH.  Wittekopf  (König),  Marion  (Barbier)  und 
Knüpfer  (Poumiez)  sehr  TerdiensUioh.  Die  Loyse  reprileen- 
tirte  Frl.  Doenges  anmuthig,  als  Nicole  war  Frau  Duncan- 
Chambers  am  Platz.  f. 

Dresden.  Nach  fast  zweijähriger  Abwesenheit  erschien 
am  8.  September  „Tristan  und  Isolde"  bei  erhöhten  Preisen 
wieder  auf  der  königlichen  Hofbühne.  Es  ist  sicherlich  weder 
Vorurtheii,  noch  eine  Phrase,  wenn  man  sagt,  nach  den  ji^gst 
erlebten  Bayreuther  Eindrücken  müsse  man  sich  erst  gewisser* 
maassen  auf  der  Opernbühne  —  selbst  wenn  es  die  Dresdener  ist 
—  wieder  eingewöhnen.  Der  erleuchtete  Zuschauerraum,  das 
Lorgnettiren  der  Umgebung  nach  den  Logen  u.  s.  w.  wird  da 
besonders  als  störend  empfunden.    —    Der  „Tristan"  ist  eine 


seines  eigenartigen  Charakters  willen,  es  steht  zu  ihm  in  dem 
Verhältnisse  inniger,  liebevoller  Vertrautheit,  womit  der  Dar- 
steller zu  rechnen  hat.  Die  erste  Bedingung  einer  wirkungs- 
vollen BTristan" -Vorstellung  ist  ein  Heldenpaar,  das  die  bei- 
den Hauptcharaktere  der  Dichtung  wirklich  darzustellen  ver- 
mag. Ein  solches  Paar  zeigte  aber  die  gestrige  Aufrähning 
nicht.  Neben  der  wundervollen  Isolde  des  Frl.  Malten  stand 
ein  Tristan,  über  den  wir,  da  Hr.  Gritzinger  diese  Bolle 
überhaupt  zum  ersten  Male  versuchte,  den  Mantel  des  Schwei- 
gens decken  wollen.  Da  genannter  Herr  schon  mit  der  rein  ge- 
sanglichen Wiedergabe  der  Noten  eich  sichtlich  abzumühen 
hatte,  kann  von  Auffassung  des  inneren  Gehaltes  der  Bolle, 
von  künstlerischer  Wiedergabe,  von  Declamation  nnd  Spiel 
gar  nicht  gesprochen  werden.  Nur  durch  Unsicherheit  und 
Befangenheit  läset  sich  die  würdelose  H^tnng  erklären,  mit 
der  Hr.  Gritzinger  gleich  bei  seinem  Auftreten  im  ersten  Acte 
alle  „Tristan "-Illusionen  zerstörte.    „Herr  Tristan  trete  nah!" 


465 


Aber  wie  trat  dieser  Tristan  nah!  —  Neben  dieser  darchaus 
un£;enügenden  Tristan-Figur  waren  aber  die  trefflicben  Ge- 
stauten des  Königs  (Hr.  Perron),  Eurwenal  {Etr.  Scheide- 
mantel) und  die  Isolde  des  Frl.  Malten  umsomehr  hervor- 
ragend. Das  waren  echte,  stilgerechte  künstlerische  Leistun- 
gen. Frl.  Malten  gehört  mit  ihrer  Isolde  zu  dem  engen  Kreis 
Deneniffen,  die  in  dieser  Bolle  mustergiltige  Typen  geworden 
sina.  Es  wäre  thöricht,  wollte  man  unter  den  Darstellungen 
der  Damen  Sucher,  Malten,  Matema,  Moran-Olden  £ine  über 
die  Andere  stellen.  Jede  dieser  KünsÜerinnen  gibt,  ihrer 
individuellen  Anlage  zufolge,  eine  eigenartige  Ausführung. 
Frau  Moran-Olden  z.  B.  rückt  in  ihrer  Isolde  das  beleidigte, 
hehre  Weib  in  den  Vordergrund,  ihre  Darstellung  streift  ans 
Dämonische,  wenn  sie  Tristan  dem  Tode  weihen  vnll,  der  der 
Seele  des  Bieldenweibes  die  angebliche  Schmach  angethan. 
Daher  gelingt  ihr  der  erste  Act  am  besten.  In  Frl.  Malten's 
Darstelhmg  tritt  uns  Isolde  die  Königin  entgegen.  KinWeib, 
das  so  hehr  und  doch  so  leidenschsStlich  empfindlich  fühlt, 
¥rie  diese  Wagnerische  Heldin,  muss  eine  Fürstin  sein,  und 
diese  Fürstin,  die  aufs  Tiefste  beleidigte  Königstochter,  stellt 
uns  Frl.  Malten  vor.  Sie  lässt  den  beleidigten  Trotz  nicht 
zum  vollen  Ausbruch  gelangen,  sondern  als  „Herrin  des 
Schweigens"  lässt  sie  inn  nur  unter  der  Decke  filrstlicher 
Selbstbeherrschung  hindurchglühen.  Darimi  wirkt  es  in  ihrer 
Darstellung  so  besonders  ergreifend,  wenn,  im  Anblicke  des 
vermeintlichen  Todes,  die  l^irstin  alle  Convention  fallen  lässt 
und  sich  dem  Geliebten  im  furchtbaren  tragischen  Bekenntnisse 
der  Wahrheit  an  die  Brust  wirft,  —  dabei  aber  den  jähen  Con- 
trast  gegen  ihr  vorheriges  Verhalten  nicht  durch  maasslose 
Leidenschaft  ins  Verletzende  steigert,  sondern  auch  in  diesem 
Augenblicke  die  edle  hohe  Frau,  die  Fürstin,  bleibt!  —  Be- 
sonders bemerkenswerth  ist  auch  ihre  Darstellung  des  Liebes- 
todes. In  furchtbarem  Schmerze  ist  Isolde  neben  Tristan's 
Leiche  gebeugt;  der  König  spricht  zu  ihr,  Brangäne  redet 
sie  an,  —  sie  antwortet  nicht.  Da  schimmern  in  der  Musik  be- 
reits die  Klänge  der  Verklärung.  Die  Schatten  der  „Nacht 
der  Liebe"  wehen  mit  ihren  süss-geheimnissvollen  Fittichen 
um  ihre  Seele.  Isolde  wird  dieser  Welt  „des  Tages"  ent- 
rückt, der  todte  Tristan  wird  zur  visionären  Erscheinung,  sie 
schaut  hinüber  ins  „unbekannte  Land"  der  ewigen,  versöh- 
nenden Liebe,  der  Vereinigung  aller  Welt,  des. Todes.  Dieses 
ekstatische  Entrücktsein  ists,  was  Frl.  Malten  in  einziger  Weise 
darzustellen  sucht.  Fast  hypnotisch  richtet  sich  ihre  Gestalt 
bei  den  Worten  des  Sterbe^esanges  auf,  starr,  mit  vorgestreckten 
Armen  wächst  sie,  wie  weissagend,  über  ihre  Umgebung  empor, 
Brangäne*s  Stütze  ist  mehr  äusserlich,  —  noch  steht  sie  fest, 
noch  sind  Seele  und  Körper  Eines,  aber  die  Seele  strebt  bereits 
aus  dieser  Hülle  heraus,  wie  im  Krampf  hält  sie  noch  fest,  — 
da — die  Harfen  klingen  an,  Isolde's  Unsterbliches  ward  frei, 
ein  Ruck  —  und  ihr  Heldenleib  stürzt  in  sich  zusammen. 
Solche  Auffassung  und  Darstellung  sind  lediglich  Frl.  Malten's 
Eigenart.  Seit  Jahren  brachte  sie  die  Isolde  in  dieser  origi- 
nalen Weise.  Bei  der  gestrigen  Aufführung  machte  sich  eine 
Veränderung  bemerklich,  die  nicht  durch  Zufall  bedingt 
scheint.  Frl.  Malten  nähert  sich  in  der  letzten  Scene  ganz 
der  von  Bayreuth  her  bekannten  Auffassung  der  Frau  Sucher, 
welche  im  Sterben  noch  das  liebende  weih  betont  und, 
knieend,  sich  über  die  Leiche  Tristan's  zärtlich  ausbreitet. 
Warum  aber  nicht  an  der  eigenen,  so  wunderbaren  Schöpfung 
festhalten?  In  solch  difiicilen  Puncten  gibt  es  keine  Norm, 
und  jede  selbständig  hohe  Auffassung  verdient,  bewahrt 
zu  werden.  —  Was  nun  das  Orchester  betrifft,  so  gelangen 
diesem  die  zarteren,  feineren  Stellen  der  Musik  besser,  als 
die,  welche  energische  dramatische  Kraft  verlangen.  Aus 
dem  Grunde  gerieth  auch  der  zweite  und  dritte  Act  besser, 
als  der  erste,  dessen  dramatische  Ausgestaltung  unten  wie 
oben  noch  Mancherlei  zu  bessern  übrig  lässt.  Vielleicht 
dürfte  es  sich  empfehlen,  für  die  Brangäne  einmal  einen 
Personenwechsel  zu  versuchen,  da  die  Leistung  des  Frl. 
Beut  her  in  dieser  Rolle  nicht  zu  befriedigen  im  Stande  ist. 

H.  D. 

Concertumschau. 

EPfaPt.  CJonc.  der  HH.  P.  u.  F.  Listemann  aus  Boston 
(VioL  u.  Violonc),  Grabows^  a.  Sondershausen  (VioL)  u.  Meh- 
mel  a.  Schlotheim  (Viola)  am  26.  Aug.:  Streich(mart.  v.  Havdn, 
Streichquartettsätze  v.  Beethoven  u,  Mozart,  Duo  f.  Viol.  u. 
Violonc.  V.  Vieuxtemps-Servais,  Soli  f.  Viol.  v.  Spohr  u.  Baz- 
zini  („Le  Ronde  des  Lutines")  u.  f.  Violonc.  v.  Molique  u. 
J.  Klengel  (Scherzo). 


Guben.  Kammermusikconc.,  veranstaltet  v.  Frl.  Michel 
V.  hier  (G^.)  u.  den  HH.  Ochs  v.  hier  (Clav.),  E.  Alt  a.  Linz 
(Viol.)  u.  P.  Alt  a.  Dundee  (Violonc.)  am  19.  Juli:  Glavier- 
trios  V.  Brahms  (Op.  101)  u.  Beethoven  (Op.  1,  No.  9),  Soli 
f.  Ges.,  f.  Viol.  V.  Vieuxtemps  (Edur-Conc.)  u.  Spohr  und  f. 
Violonc.  V.  H.  Marie.  (Die  Leistungen  der  AusfÜnrenden  fin- 
den in  der  „G.  Z."  die  wärmste  Anerkennung.  Als  „Meister 
seines  Instrumentes"  wird  namentlich  Hr.  Ochs  gepriesen,  zu 
dessen  Besitz  sich  das  dortige  Musikwesen  jedenfalls  gratu- 
liren  darf.) 

Leipzig,  Abendunterhalt,  im  k.  Conservat.  der  Musik 
am  9.  Sept.:  Odur-Streichquart.  v.  Havdn  =  HH.  Wille  I.  a. 
Greiz,  Meinecke  a.  Braunschweig,  Wille  11.  a.  Greiz  u.  Fähnd- 
rich a.  Leipzig,  Declam.  -Lucile  Desmoulins"  v.  B.  v.  Gott- 
schall u.  „Die  drei  alten  Schwestern"  v.  0.  Hagenberg  =  Frl. 
Behr  a.  Leipzig,  Flötensoli  v.  Godard  („Idylle")  u.Hugu es 
(„I  Folletti")  =  Hr.  Bammelt  a.  Leipzig,  Omoll-Clavierconc. 
V.  Beethoven  *=  Frl.  Hansen  a.  Melbourne,  Vocalduette  „Erst 
kommt  die  braune  ürsrOa",  „Mariechen  sitzt  sinnend",  „Mein 
Schwesterchen"  u.  „Der  Mutter  Segen"  v.  E.  Frank  =  Frls. 
Rieprich  a.  Leipzig  u.  Gottlöber  a.  Sangerhausen,  Gdur- 
Olavierconc.  v.  tfeetnoven  =  Hr.  Eckert  a.  Leipzig. 

OhPdruf  i.  Th.  Conc.  der  EDB[.  Afferni  a.  Leipzig  (Clav.) 
u.  H.  Kirchner  a.  Berlin  (Ges.)  am  27.  Aug.  m.  Soli  i.  Ges.  v. 
R.Wagner  („Am  stillen  Herd"  a.  den  „Meistersingern"  und 
Lohengrin*s  Abschied  a.  „Lohengrin"),  Liszt  („Es  muss  ein 
Wimderbares  sein"),  J.  Brahms  („Meine  Liebe  ist  grün"), 
M.  Stange  („Zu  Vallendar  am  Rheine"),  Franz  („Nun  die 
Schatten  dunkeln"),  Ad.  Jensen  („An  der  Linden"),  U.  Af- 
ferni („Das  Glück  "ist  mein")  und  H.  Kirchner  („In  der 
Nacht",  „Die  Nachti^dl"  u.  Spielmanns  Lied)  u.  f.  Clav.  v. 
Raff  (Marsch  a.  der  ßmoll-Suite),  Chopin,  Tausig-Strauss 
(„Nachtfalter")  u.  Lisst  (12.  Ungar.  Khaps.). 

Bad  Reinepz.  12.  u.  18.  Symph.-Conc.  des  Curorchesters 
(Loewenthal):  Symphonien  v.  Raff  („Im  Walde")  u.  Havdn 
(Gdur),  Ouvertüren  No.  3  zu  „Leonore"  u.  zu  „Coriolan"  v. 
Beethoven,  Zigeunertänze  v.  Heidin gsfeld,  Concertstück  f . 
Viol.  V.  Oesterreich  (Hr.  Knoch)  etc.  —  13.  u.  14.  Kammer- 
musikabend: Drei  Sätze  a.  dem  Sept.  v.  Beethoven,  Gmoll- 
Streichquint.  v.  Mozart,  Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  18, 
No.  6)  u.  Mozart,  Solovorträge  der  HH.  Knoch  (Violine)  und 
Henniger  (Xylopnon)  etc. 

Scheveningen,  Svmphonieconcerte  des  Philharm.  Orch. 
(Herfurth)  a.  Berlin  ISfo.  10.  4.  Symph.  v.  Brahms,  Ouver- 
türen V.  Schumann  u.  Mendelssohn,  Kaiser-Marsch  v.  Wag- 
ner, Adagio  u.  Andantino  a.  dem  Ballet  »Die  (3«schöpfe  des 
Prometheus"  v.  Beethoven,  l.VioUnconc  v.  Bruch  (Hr.  Bleuer). 
No.  II.  Jupiter-Symph.  v.  Mozart,  „L'Arl6sienne"  v.  Bizet, 
Orch.-Variat.  über  ein  Haydn*sches  Thema  von  Brahms, 
Ouvertüren  von  Volkmann  („Richard  HI.")  und  Dvofäk 
(„Husitska"),  Amoll-Violinconc.  v.  Vieuxtemps  (Hr.  Eidering). 
No.  12.  Amoll-Symph.  v.  Saint-SaÖns,  Ouvertüren  v.  Men- 
delssohn u.  Tscfiaikowsky  („1812"),  Trauermarsch  a.  der 
„Götterdämmerung"  v.  Wagner,  Ciaviervorträge  des  Hm. 
van  Groningen  (Taranteile  a.  „Venezia  e  Napoli"  v.  Liszt  etc.). 

SondePShausen.  Lohconcerte  (Prof.  Schröder):  No.  13. 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebestod"  aus 
„Tristan  und  Isolde"  V.Wagner,  „Phaöton"  v.  Saint-Saöns, 
1.  Violinconc.  v.  Bruch  (Hr.  Corbach).  No.  14.  1.  Symph.  v. 
Brahms,  „Friedensfeier" -Festouvert.  v.  Beinecke,  Trauer- 
marsch a.  der  „Götterdämmerung"  v.  Wagner,  Wettspiele  zu 
Ehren  des  Patroklus  a.  „AchiUeus"  v.  Bruch. 

||^*  Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  In  der  KroU-Oper  feiert  gegenwärtig  der  Bari- 
tonist Hr.  d'Andrade  wieder  Triumphe.  Den  Hans  Helling 
sang  er  ausnahmsweise  in  deutscher  Sprache,  und  zwar  ganz 
musterhaft.  —  Brüssel.  Die  Direction  des  Monnaie-Theaters 
hat  bereits  die  Liste  der  engagirten  Opemkräfte  veröffent- 
licht. Die  HH.  P.  Flon  und  E.  Roger  als  Capellmeister 
werden  die  folgenden  Kräfte  unter  ihrem  Scepter  vereinigt 
finden:  die  Damen  Chr6tien,  Armand,  Saville,  Nardi, 
Lejeune,  Margerie,  Darcelle,  Archainbaud,  Wolf, 
Scaila,  Frandas,  van  Hoof  und  Walter,  sowie  die  HH. 
Muratet,  Massart,  Chatillon,  Leprestre,  Isouard, 
Saint-Maurice,    Martel,    Fleury,    Barbary,    Seguin, 


4'i6 

Hiigiiet,  Ghasne,  Dinard,  Leqaieo,  Gilibert,  Danlöa 
urd  DeBchamps.  —  Frankfurt  a.  H.  Um  die  Nachfolge- 
gctiaft  dar  Frau  Lujjor  bewirbt  sich  u.  A.  Frl.  Jettka  Fm- 
kenstein  Sie  gastirte  als  Carmen,  ohne  jedocb  nach  irgend 
einer  Seit«  voll  zu  geniigen.  —  Neapel.  Für  die  Camevala- 
saisou  des  Saji  Carlo-Theatere  Bind  die  folgenden  Opernkr&fte 
gewoDnen  worden:  die  Damen  Darcl^e,  Othon,  Giudica 
uud  Zanon  und  die  HH.  de  Lucia,  Äramburo,  Avedano, 
Stotti,  Bati,  de  Grazie r  und  Sabellico.  Ale  CapeD- 
meister  werden  die  HH.  Lombardi  und  Bonicioli  wirken. 

Kirohenmusik. 

Leipzig:.  Thomaflkirche:  10.  Sept.  „Nnn  iat  der  Herr 
dein  Licht  allein"  v.  E.  Müller.  „Kyrie"  nnd  „Gloria"  von 
F.  Schneider.  Nioolaikirohe:  11.  Sept.  „Gross  und  wunder- 
barhcK  sind  deine  Werke",  Schlusschor  a.  dem  Oratorium 
„Die  letzten  Dinge"  v.  L.  Spohr. 

Chemnitz.  St.  Jacobiku-cbe:  3.  Juli.  -Der  Geist  hilft 
unsrer  Schwachheit  auf"  v.  S.  BaCb.  10.  Juli.  „Kommt,  las- 
set uns  anbeten"  t.  Hauptmann.  17.  Juli.  „Ehre  sei  Gott" 
vcn  H&ttdel.  fil.  Aug.  „Dem  hohen  guten  Vater  Preis  nnd 
Rihm"  T.  Schneider.  38.  Aug.  „Gesegnet  iat  der  Mann". 
Cijitate  V.  Bellermann.  2.  Sept.  Chöre  a.  dem  „Lobgesang" 
V.  Mendelssohn.    4.  Sept.    „Gott,  mein  Heil"  v.  Hauptmann. 

—  St.  Fetrikirche:  3.  Jnli.  „Gott,  dem  es  eigen  ist"  v.  Alb. 
Becker.  10.  Juli.  ,^esn  meine  Freude"  v.  S.Bach.  14.  Aug. 
„Ifer  Herr  iat  mein  Hirte"  v.  B.  Klein.  21.  Aug.  „Jernsalem"- 
Arie  a.  „Paulas"  v.  Mendelssohn.  36.  Aug.  „Ich  danke  dem 
Herrn"  v.  M.  Hauptmann.  4.  Sept.  „Sehet,  welch  eine  Liebe" 
v.A.  Becker.  ^  Schlosskirche:  8.  Jnli.  „Wie  gross  dein  Leid 
auch  Bei"  V.  E.  F.  Richter.  .  17.  Juli.  „Meine  Seele  ist  stille 
XII  Gott"  V.  Hauptmann.  31.  Juli.  Engelterzett  a.  „Elias"  v. 
KUndelsGohn.  4.  Sept.  „Kommt,  laaat  uns  beten"  v.  Haupt- 
niuin.  —  St.  Johannifildrcbe:  10.  Juli.  „O  wunderbares  tiefes 
Schweigen"  v.  Mendelssohn.  14.  Aug.  „Glaube,  Liebe,  Hoff- 
nung" V.  Zwjssig.  21.  Aug.  „Der  Herr  iat  mein  Hirte"  von 
Engel.     4.  Sept.  ^ommt,  lasat  uns  anbeten"  v.  Mendelssohn. 

—  St.  Nicolaikirche:  10.  Juli.  „GottmeinHeil"  y. Hauptmann. 
17.  Juli.  „Lobe  den  Herrn"  v.  Oläser.  14.  Aug.  „Lasset  uns 
iba  lieben"  v.  Franke.  2B.  Aug.  „Glaube,  Liobe,  HofEnung" 
V.  Zwyssig.    4.  Sept.    Psalm  So  f.  Baritonsolo  v.  Wermann. 

Topgaa.  Stadtkirche:  4.  Sept.  „Sei  nur  still"  v.  J.  W. 
Franck.    „Qn&dig  und  barmherzig"  v.  E.  Bohde. 

Auf^gefDhrte  Novitfiten. 

Bildamus  (G.),  ^Die  Weihe  des  Liedes"  f.  Männerchor  und 
Orch.    (Leipzig,  Conc.  des  New- Yorker  Männergesangver. 

Barlioz  (H.),  Sinf.  fantastigne.  (Sondorshausen,  5.  Lob  conc.) 
Brahms  (J.),  2.  Symph,    (Cöln,  8.  Volkssymphonieconc.) 
Akad.  Festouvert.    (Breslau,  Conc.  der  Brest.  Concert- 

cark  am  7.  Juli.) 

violinoonc.    (Haarlem,  Mosikfeat  der  Bach- Vereeniging.) 

' Fdnr-Clav.-Violinsonat«.    (Kaiserslau t«m,  4.  Conc.  &a 

Caecilien-Ver.) 
Brambach  (C.  J.),    „Rbeinleben"  f.  Männerchor  nnd  Orch. 

(Düren,  Conc.  der  Liedertafel  and  des  Dtkrener  Männer- 

gesancrer.  am  10.  Juli.) 
Bruch  (M.),  1.  Yiolinconc      (Leipzig,  Conc.  des  New-¥orker 

Männergesangver.    „Arion".     ^A  Reinerz,    6.   Sjmph.- 

Conc.  des  Curorch.) 
„Frithjof"  f.  Männerchor,  Soli  u,  Orch.  (Hamm,  Gesang- 
fest  der  „Liedertafel".    Leipzig.  3.  Jubiläumsconcert  des 

TJniverBitats-Sftngerver.  zu  St.  Paulis 
„Dem  Kaiser"  f.  Männerchor  u.  Orch.     (Güstrow,  17. 

Mecklenburg.  Musikfest.) 
Darn  (0.),  Eine  Prometheu&^yrophonie.  (Cöln,  4.  Yolksaym- 

phonieconc.) 
GarnsheiiD  (F.),   „Salamis"  f.  M&nnercbor,  Baritonsolo  und 

Orch.    (Güstrow,  17.  Mecklenburg.  Musikfest.) 
Gidard  (B.),  GmoU- Streichquart.    (Bad  Seinerz,  4.  Kammer- 
musikabend.) 
Gjtthelf  (F.),   Symph.  Phant.  „Ein  Frühliagsfest"  f.  Orch. 

(Cöln,  2.  Volfesymphonieconc.) 
Gduvy  (Th.),  „Prilhlings  Erwachen"  f.  Männercbor,  Sopran- 

aolo  u.  Orch.    (Düren,  Conc.  der  Liedertafel  u.  des  Dürener 

Männergesangver.  am  10.  Jnli.) 


Herzog  (J.  G.),  Pbantu.  Fuge  in  Emoll  f.  Org.  (Erlangen 

Conc.  des  Akad.  Gesangver.  am  13.  Juli.) 
Hofmann  (H.),  „Lenz  und  Liebe"  f.  gem.  Chor  u.  Soli  mit' 

Clav.    (Penig,  9.  MusikaufßlhT.  des  Chorgesangver.) 
Hübter  (C),  Conc.  f.  vier  Waldhörner  m.  Orch.      {Breslau, 

10.  Symph, -Conc.  der  Bresl.  Concertcap.) 
Hummel  (F.),   Phant.  f.  Harfe.     (Scheveningen,  4.  Symph.- 

des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 
Kossei  (F.),  Sympbon.  Variat.  f.  Orch.    (Cöln,  6.  Volkssym- 
phonieconc) 
Klughardt  (A),  Cmoll-Symph.  (Sondershansen,  6.  Lohconc.) 
Lange  (S.  de),  6.  Orgelson.    (Im  Haag,  Conc.  dea  Comp,  am 

26.  Juli.) 
Lassen  (E.),  Ouvert.  über  ein  thüring.  Volkslied.    (Breslau, 

10.  Sympb.-Conc.  der  Bresl.  Conoeri^ap.) 
Liszt  (F.),  Eadur-Clavierconceri,.     (Leipzig,  Conc.  des  New- 

Yorker  Männergesangver.  „Arion".) 
Litolff  (H),  „Robespierre" -Ouvert.  (Breslau,  10. Sympb.-Conc. 

der  Bresl.  Conc«uixiap.) 
Milde  (L.),  Serenade  f.  gem.  Chor  n.  Clav.  (Penig,  9.  Musik- 

aut'ftibr.  des  Chorgesangver.) 
Nolojpp,    „Bretagne"  f.  Baritonaolo,  Männerchor  und  Orch. 

(Hamm,  Gesangfeet  der  „Liedertafel".) 
Reinecke  (C),  „Schneewittchen"  f.  Soli,  Frauenohor  u.  De- 

clam.  m.  Clav.    (Laibacb,    Conc.    der  Fhilhann.  Gesell- 
schaft am  8.  Juli.) 
Rbeinberger  (J.),    Vorspiel  zur  Oper  „Die  sieben  Raben". 

(Breslau,  Conc.  der  Bresl.  Concertcap,  am  7.  Juli.) 

—  —  Orgelconc.    ^Eisenach,  Conc.  des  Musikver.  am  6.  Juli.) 
Esmoll-Orgelaon.    (Erlangen,  Conc.  des  Akad.  Gesang- 
ver. am  13.  Juli.) 

Biemenschneider  (G.),  Symph.  Dicht.  „Der  Todtentanz". 
(Breslau,  Conc.  der  ßresl,  Conceriwap.  am  7.  Jnli.) 

Bubinstein  (Ä.),  Gdur-Clav.-Yiolinson.  (Haarlem, Musikfest 
der  Bach- Vereeniging.) 

Bückbeil,  Orchestersuite  „Liebes&ühUng".  (Sondershausen, 
6.  Lohconc.) 

Saint-Sagns  (C),  ViolonceUconc.    (Ebendaselbst.) 

Sandberger  (Ad,),  Festouvert.    (Wien,  Äusstellnngsconc) 

Soharwenka  (X),  Bmoll-Clavierconcert  (Cöln,  2.  Volks- 
symphonieconc ,) 

Schnmanu  (Q.),  „Aiuoi  und  Favche"  f.  Soli,  Cbor  n,  Orch. 
(Weimar,  Conc,  der  Bach-Stiftung  am  I.  Juli.) 

Svendsen  (J.  S.),  OrchestereinleiL  zu  „Sigurd  Slembe".  {Son- 
dershausen, 5,  Lohconc.) 

Thureau  (H,),  Hymne  f.  Chor  u.  Orch.  (Eisenach,  Conc  des 
Musikver.  am  8.  Jidi,) 

Wagner  (R.),  Eine  Fauat-Ouvert.,  „Meist«rsinger"-VorE^iel, 
„Siegfried-Idyll"  etc.  (Breslan,  3.  Wagner-Abend  der 
Bresl.  Concertcap,) 

„Parsifal" -Vorspiel,    (Kissingen,  Symph.-Cono.  der  Cur- 

cap.  am  9,  Juli,) 

—  —  Kaiser-Marsch.    (Hamm,  Geeangfeat  der  „Liedertafel".) 
Waener-Reichelt,  „Albumblatt"  f.  Orch.    (Cöln,  Musikal. 

Zöllner  (H,),  Männerchöre  „Lied  fahrender  Sänger"  u.  „India- 
nischer Liebeegesang"  m.  Orch.  {Leipzig,  2.  Jubuäums- 
cono.  des  Universitäts-Sängerver.  zu  St.  Pauli.) 

Vennischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

•  Das  k.  Conaervatorium  der  Musik  zu  Leipzig  unter 
der  bochf&rderlichen  Xioitung  von  Dr.  Günther  natte  sich 
auch  während  seines  letzten  Scbuljahrea  eines  ungewöhnlich 
starken  Besuches  seitens  der  Musikstudirenden  aUer  Länder 
zu  erfreuen,  indem  nicht  weniger  als  882  Eleven  (445  männ- 
lichen, 887  weiblichen  Geschbchts)  dasselbe  frequentirten. 
Von  denselben  stammten  aus  dem  Königreich  Sachsen  208 
(120  Schüler  und  88  Schülerinnen),  aus  den  übrigen  deutschen 
Ländern  235  (161  Schüler  und  74  Schülerinnen),  aus  anderen 
europäischen  Staaten  234  (91  Schüler  und  143  Schülerinnen), 
worunter  19  (15  Schüler  und  4  Schülerinnen)  aus  Oesterreich- 
ITngam,  aus  äussere nropäischen  Ländern  155  (73  Schüler  und 
82  SchUlerinneu),  nämlich  6  Schüler  und  5  Schülerinnen  aus 
Australien,  65  Schüler  und  75  Schülerinnen  aus  Amerika, 
1  Schüler  und  2  Schülerinnen  aus  Ostindien  und  2  Schüler  aus 
Westindien.  Kein  anderes  deutsches  Mnsikconservatorium 
geniesst  im  Auslande  ein  gleich  grosses  Vertrauen,  wie 
das  Leipzig,  das  im  nächsten  Jahre  das  Jubiläum  seines 
bereits  tQntzigj  ährigen  Bestehens  begehen  wird.    Von  Jabres- 


467 


berichten  anderer  höheren  Mosik-Lehrinstitute  sind  uns  in 
letzter  Zeit  diejenigen  vom  Conservatorium  in  Cöln,  vom 
k.  Conservatorium  für  Musik  und  Theater  zu  Dresden, 
vom  Raff-Gonservatorium  zu  Frankfurt  a.  M.,  von  der 
Musikschule  des  SteiermärkLschen  Musik  Vereins  zu  Graz, 
von  der  Musikschule  des  Musikvereins  zu  Innsbruck, 
vom  Conservatorium  für  Musik  zu  Mainz,  vom  städtischen 
Conservatorium  für  Musik  zu  Strassburgi.  E.,  von  der 
grossherzo^ichen  Musikschule  zu  Weimar  und  der  k.  Musik- 
schule zu  Würzburg  zngeg;angen.  Das  berühmte  rheinische 
Conservatorium  unter  Prof.  Dr.  Wüllner's  hocherspriesslicher 
Direction  zeigt  fast  dieselbe  Schülerfrequenz  wie  im  Vorjahr 
(B49  gegen  348),  das  Lehrerverzeichniss  ist  nur  vier  Namen 
kleiner  als  vorher.  Die  Resultate  des  seitens  der  Schüler  und 
Lehrer  aufgewendeten  Fleisses  sind  zum  Theil  aus  den  dem 
Berichte  eingedruckten  Programmen  von  19  internen  und  10 
öffentlichen  Musikabenden,  einer  Mozart-Feier,  einer  Soiröe  für 
Chorgesang  a  capella  und  9  Prüfungsaufführungen  erkennbar. 
Das  neue  Schuljahr  dieses  Instituts  beginnt  am  16.  Sept.  — . 
Das  seit  zwei  Jahren  von  Prof.  E.  Krantz  mit  bedeutender 
pädagogischer  Umsicht  geleitete  Musikconservatorium  in  der 
sächsiscnen  Residenz  wurde  im  letzten  Schuljahr  von  749  Schü- 
lern und  Schülerinnen  besucht  (gegen  766  im  Vorjahr),  deren 
Studien  circa  90  Lehrer  und  Lehrerinnen  leiteten.  35  con- 
certmässige  und  20  Bühnenaufföhrungen  (darunter  eine  sehr 
gelungene  vollständige  von  „Figaro's  Hochzeit*')  statteten 
weiteren  Kreisen  Einsicht  in  die  künstlerischen  Errungen- 
schaften der  reiferen  Eleven.  —  Wie  die  Dresdener  Schwester- 
stadt zeigt  auch  der  Bericht  des  Raff-Conservatoriums  zu 
Frankfurt  a.  M.  einen  kleinen  Rückgang  in  der  Schülerzahl 
(151  gegen  165)  ge^u  das  vorhergegangene  Jahr,  was  auch 
eine  entsprechende  Verringerung  der  Zahl  der  Uebungsabende 
und  Prümngen  zur  Folge  hatte.  Director  dieses  vorzüglich 
organisirten  Instituts  ist  nach  wie  vor  der  ausgezeichnete 
Pianist  Max  Schwarz.  —  Die  Qrazer  Musikschule  ist  nach 
dem  vorliegenden  Bericht  durch  den  neuen  artistischen  Di- 
rector Degner  derart  in  den  verschiedenen  Lehrfächern  er- 
weitert worden,  dass  es  nur  noch  der  Gewinnung  eines  tüch- 
tigen Contrabasslehrers  und  der  Aufstellung  der  bestellten 
Orgel  bedarf,  um  den  Lehrplan  vollständig  zu  machen.  Be- 
sucht wurde  das  Institut  von  261  Eleven  beiderlei  Geschlechts. 
Schüleraiiffilhraxiffön  fanden  8  öffeniliohe  und  4  nichtöffent- 
liche statt. — Die  oben  zu  zweit  genannte  Österreichische  Musik- 
schule, die  zu  Innsbruck,  ist  betr.  der  Lehrgegenstände  schon 
Slän£;8t  complet  und  besitzt  in  ihrem  artistischen  Leiter,  dem 
^Ktisch  wie  theoretisch  gleich  ausgezeichneten  akademischen 
usikdirector  Josef  Pembaur,  sowie  12  weiteren  Künstlern 
und  2  Damen  bewährte  Lehrkräfte.  Die  Schülerfrequenz  be- 
zifferte sich  mit  846.  —  Das  früher  Schumacher'sche,  seit 
Juli  V.  J.  unter  Leitung  von  Hermann  Genss  stehende  Con- 
servatorium zu  Mainz  zählte  im  letzten  Schuljahr  ein  Lehrer- 
personal von  24  Köpfen  und  142  Schüler  und  veranstaltete 
19  Schülerproductionen,  von  welchen  4  vor  einem  eingeladenen 
Publicum  stattfanden.  Der  Lehrplan  umfasst  neben  Gesang 
sämmtliche  concertfkhigen  Instrumente.  —  Einer  Steigerung 
der  Schülerzahl  hatte  sich  das  Strassburger,  von  Franz  Stock- 
hausen mit  voller  künstlerischer  Einsicht  geleitete  Conserva- 
torium mit  885  Schülern  (gegen  372  im  Voijahre)  zu  erfreuen, 
während  das  Lehrerpersonal  den  Zuwachs  von  einer  Person 
ausweist.  Auch  hier  sind  alle  Lehrgegenstände  vertreten,  und 
legten  11  Vortragsabende  und  5  Schülerconcerte  das  gtLnstigste 
Zeugniss  für  das  erspriessliche  Zusammenwirken  von  Lehrern 
und  Schülern  ab.  —  Aehnliches  ist  von  der  von  Prof.  Müller- 
Härtung  gegründeten  und  bis  jetzt  unentwegt  und  fbrdersam 
geleiteten  grossherzoglichen  Weimarischen  Musikschule  zu  be- 
richten, deren  Lehrerpersonal  und  Schülerbesuch  sich  seit 
dem  letzten  Jahr  in  iftwas  ver^rössert  haben.  Unter  den  19 
Schüleraufführungen  machte  sicn  vor  Allem  eine  scenische 
Wiedergabe  der  „Zauberflöte"  bemerklich.  —  Einen  ungleich 
wesentlicheren  Zuwachs  an  Schülern  als  vorgenannte  An- 
stalten bezeugt  der  17.  Jahresbericht  der  unter  der  trefflichen 
Leitung  von  Dr.  Carl  Elh'ebert  befindHchen  k.  Musikschule 
zu  Würzburs;,  wo  deren  Zahl  binnen  Jahresfrist  bei  unver- 
ändertem Lehrerbestande  von  658  auf  714  angewachsen  war. 

*  Herzog  Ernst  von  Sachsen-Coburg-Gotha  beabsichtigt, 
im  Laufe  des  Sommers  1898  auf  der  Bofbühne  zu  Gotha 
eine  Beihe  von  Onernaufführungen  zu  veranstalten,  für 
welche  sowohl  durcn  die  Auswahl  der  Werke,  als  auch  durch  die 
heranzuziehenden  hervorragenden  künstlerischen  Kräfte  ein 
lebhaftes  Interesse  weiterer  musikalischen  Kreise  vorausgesetzt 


werden  darf.  Um  bei  dieser  Gelegenheit  auch  die  zeitgenös- 
sischen deutschen  Componisten  vertreten  zu  sehen,  setzt  der- 
selbe einen  Preis  für  ein  einactiges  Opernwerk  aus, 
welches  im  Laufe  jener  Vorstellungen  zum  ersten  Male  zur 
Aufführung  gelangen  -soll.  Der  Preis  ist  auf  6000  Mark  fest- 
gesetzt, und  zwar  4000  Mark  für  die  Composition  und 
1000  Mark  für  das  derselben  zu  Grunde  liegende  Libretto, 
wobei  die  Wahl  des  Textbuches  und  die  Art  seiner  Bearbei- 
tung dem  Ermessen  des  Componisten  überlassen  bleiben. 
Durch  die  Auszahlung  des  Preises  von  5000  Mark  wird  nur  das 
Aufführungsrecht  für  die  Zeit  der  obenbezeichneten  Yorstellun- 
fen  erworben.  Zur  Betheiligung  an  diesem  Concurse  sind  nur 
Angehörige  deutscher  und  deutson-österreichischer  Nationalität 
berechtigt,  doch  müssen  die  einzusendenden  Werke  Original- 
arbeiten und  dürfen  sie  noch  nicht  aufgeführt  sein.  Ebenso 
darf  das  Textbuch  einer  bereits  aufgeführten  Oper  nicht  zu 
Grunde  liegen.  Die  Preisbewerbungen  sind  bis  spätestens 
1.  März  1898  an  Hm.  Präsidenten  und  Cabinetschef  Dr. 
Eduard  Tempeltev,  Coburg,  einzusenden.  Die  Verkündigung 
des  Ergebnisses  des  Preisausschreibens  erfolgt  etwa  3  Monate 
nach  dem  für  die  Einsendung  bestimmten  Schlusstermine. 
Der  Prüfungscommission,  deren  Ehren- Vorsitz  der  Herzog  von 
Sachsen-Coburg-Gotha  übernommen  hat,  gehören  an:  Hof- 
capellmeister  Faltis  (Coburg),  Carl  Goldmark  (Wien),  Director 
W;  Jahn  (Wien),  Generalmusikdirector  Levi  (München),  Prof. 
Dr.  Beinecke  (Leipzig),  Generalmusikdirector  Hofrath  Schuch 
(Dresden)  und  Hofcapellm^ister  Sucher  (Berlin). 

*  Die  Crystal  Palace-Concerte  in  London  werden 
am  15.  October  ihren  Anfieüig  nehmen. 

*  Das  bevorstehende  Musikfest  in  Cardiff  wird  als 
Hauptwerke  „La  Damnation  de  Faust**  von  Berlioz,  „Elias** 
von  Mendelssohn,  „Die  goldene  Legende**  von  A.  SuUivan, 
„Stabat  mater**  von  Dvofät  und  „^ul  in  Tarsus**  von  Jos. 
Parry  im  Programm  haben.  Das  Festorchester  wird  unter 
Leitung  des  Hm.  Bumett  stehen,  doch  werden  die  Hü. 
SuUivan  und  Parry  ihre  eigenen  Werke  persönlich  leiten. 
Als  Gesangsolisten  werden  die  Damen  Nordica,  Williams, 
Davies,  Wuson  und  Rees  und  die  HH.  Lloyd,  Davies,  Mills 
und  Ludwig  genannt. 

*  Aus  Born  wird  geschrieben,  dass  daselbst  ein  Comit^, 
an  dessen  Spitze  der  Cardinal  Bianchi  steht,  einen  Aufruf  zu 
einer  Subscription  für  ein  Palestrina-Denkmal  erlassen 
hat,  welches  im  Februar  1894  unter  entsprechenden  Feierlich- 
keiten enthüllt  werden  soll. 

*  Dieser  Tage  wurde  in  Eom  das  dem  Andenken  des 
Componisten  Eugenio  Terzian  gewidmete  Denkmal,  ein 
Werk  des  Bildhauers  Luzzi,  feieruch  enthüllt. 

*  Li  Stettin  hat  die  grosse  Sommerhitze  eine  sonderbare 
Idee  ausgebrütet:  Durch  Gründung  einer  Musikzeitschrift 
„Der  deutsche  Musikstudent**  soll  „dem  GMankenaustausch, 
der  coUegialischen  Freundschaft  und  dem  gemeinsamen  Stre- 
ben** der  Musikstudirenden  eine  „Centralstelle**,  ein  „ei^;enes 
Heim**  erö&et  werden,  was  aber  nur  dadurch  zu  erreichen 
sei.  dass  die  Musikstudirenden  ^ch  an  der  Mitarbeiterschaft 
in  Funct  1—6  des  ^r  das  neue  Blatt  aufgestellten  Programms 
betheiligen**,  wozu  die  Bedaction  besonders  auffordert.  Punct  6 
des  Programms  enthält  u.  A.  eine  Bubrik  „Aerztlicher  Bath- 
geber**,  denn  das  neue  Organ  will  „Freud  und  Leid  nicht 
nur  soweit  es  das  Studium  DetrifPt,  sondern  auch  in  persön- 
lichen Angelegenheiten**  mit  seinen  Abonnenten  theilen,  die 
deshalb  sich  nicht  nur  „einmüthig  zusammen**  um  die  Zeitung 
schaaren,  sondern  auch  jonverzüglich**  das  Abonnement  (soll 
wohl  im  Gegentheü  die  Bestellung  auf  dasselbe  heissen?)  auf- 
geben sollen.  Auf  die  weitere  Entwickelung  des  Unterneh- 
mens darf  man  gespannt  sein. 

*  Die  sogen,  „zweite**  Oper  in  Berlin  spukt  schon 
wieder  einmal  in  der  Berliner  rresse.  Jetzt  wird  neben  Hm. 
Angelo  Neumann  als  zukünftigem  Director  des  Unternehmens 
auch  noch  Hr.  Hermann  W^olff,  der  bekannte  „Concert- 
director**,  genannt. 

*  Der  neue  Director  des  Th^tre  des  Arts  in  Bouen  ver- 
spricht für  den  Winter  eine  reiche  Anzahl  neuer  Werke, 
darunter  den  „Fliegenden  Holländer**  und  „Lohengrin**  von 
Wagner,  „H6rodiade**  und  „Manon**  von  Massenet,  „Sigurd" 
von  Key  er,  „Brocöüande**  von  L.  Lambert,  „Sardanapale" 
von  A.  Duvernoy,  „Samson  et  Dalila**  von  Saint-Saöns, 
„Le  Böve**  von  Bruneau,  „Ibicus**  von  Le  Bey  etc. 


468 


*  Zum  SchlosBe  der  Spielzeit  in  Buenos- Avres  wurde 
„Lohengrin**  von  Wagner  gegeben,  seit  der  Anntlhrung  des 
,,Fliegenden  Holländer*'  daselbst  im  Jahre  1886  die  zweite 
Wagnerische  Oper. 

*  Bei  Gelegenheit  der  in  Pesaro  stattgehabten  Rossini- 
Feier  wurde  daselbst  eine  kleine  Oper  ,,La  Bella  d^Alghero*' 
von  einem  Schüler  des  Lyc^  Rossini,  Namens  Giovanni 
Fara-Musio,  mit  vollständigem  Erfolg  aufgeführt.  Die  Auf- 
fuhrung unter  Leitung  eines  anderen  Schülers  des  gen.  Insti- 
tuts war  vortrefflich  und  trug  dem  Gomponisten  19  Her- 
vor- und  drei  Wiederholungsnue  ein. 

*  Im  Hofopemhaus  zu  Wien  ist  für  die  2.  Hälfte  des 
November  die  Erstaufführung  einer  neuen  dreiactigen  Oper 
,,Signor  Formica**  von  Eduard  Schutt  angesetzt. 

*  Nach  den  ,,Pot8damer  Nachrichten*'  steht  von  Paul 
Geisler  eine  Opemnovität  „von  geradezu  sensationeller  Be- 
deutung** zu  erwarten,  deren  Libretto  in  den  Kreisen,  in 
welchen  es  als  Manuscript  bekannt  wurde,  „enormes  Auf- 
sehen** erregt  habe.  Von  wem  mag  wohl  diese  lächerliche 
Reclamenotiz  ausgegangen  sein? 

*  Der  Amsterdamer  a  capella-Ghor  wird  im  n.  Monat 
ausser  in  Leipzig  (1.  Gewandhausconcert)  auch  noch  in  anderen 
deutschen  Städten  sich  hören  lassen,  und  zwar  im  Gkmzen  in 
zehn  Concerten  auftreten. 

*  Zum  Capellmeister  am  Dom  in  Mailand  ist  an  Stelle 
des  zum  Director  des  Conservatoriums  in  Parma  ernannten  Hrn. 


Gallignani  Hr.  Salvatore  Gallott i,  angesehener Kirchencompo- 
nist  und  bisher  Vicecapellmeister  an  demselben  Dom,  ernannt 
worden. 

*  Hr.  Nor  dq  vi  st,  der  Director  der  k.  Oper  zu  Stockholm, 
über  dessen  traurige  Qualificationen  zu  diesem  Posten  schon 
längst  nur  Eine  Stimme  herrschte,  hat  denselben,  dank  dem 
energischen  Vorgehen  der  Mitglieder  der  k.  Oper,  verlassen 
müssen.  Von  diesen  Künstlern  war  nämlich,  nachdem  der 
Finanzminister  die  vorzeitige  Lösung  des  Contractes  des  Hm. 
Nordqvist  als  unmöglich  bezeichnet  hatte,  öffentlich  erklärt 
worden,  während  dieser  Contractdauer,  d.  h.  bis  zum  Juli  1896, 
nicht  mehr  aufzutreten. 

*  Ausser  Hm.  J.  Bamby  sind  noch  die  HH.  G^rge 
Cusins  und  der  Organist  und  Orgelprofessor  der  Universität 
Oxford  Walter  Parrat  zu  Rittern  ernannt  worden,  während 
Hr.  Arthur  SuUivan  den  Titel  eines  Baronet  verliehen 
erhielt. 

Todtenliste.  Dr.  Paul  Mirsch,  Redacteur  des  Feuille- 
tons der  „Hamburger  Nachrichten",  dessen  vortreffliche  Eigen- 
schaften als  MusikSritiker  auch  die  Leser  unseres  Bits,  schätzen 
gelernt  haben,  f,  noch  nicht  86  Jahre  alt,  am  80.  Aug. 
—  Theodor  Gaugier,  Musiklehrer  am  Lehrerseminar  zu 
Kreuzlingen,  auch  als  Componist  bekannt  geworden  ^  f,  52 
Jahre  alt,  am  2.  Sept.  —  Victor  Wilder,  Musikkritiker  des 
Pariser  „Gil  Blas**,  üebersetzer  einiger  Musikdramen  Rieh. 
Wagner^s  ins  Französische,  f»  57  Jahre  alt,  kürzlich. 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Lieder  für  eine  Singstimme  mit  Ciavier- 
begleitung. 

6.  W.  Brandt.    Drei  Lieder,  Op.  5.    Magdeburg,  Heinrichs- 
hofen's  Verlag. 

Der  Componist  hat  sich  drei  Gedichte  von  Goethe 
(„Wanderers  I>achtlied",  „Gefunden"  und  „M&rz")  auaerw&hlt 
und  die  Verarbeitung  derselben  in  einem  glücklichen  Moment 
begonnen:  die  Stimmung  ist  überall  eine  wahre  und  warme, 
dem  Inbalt  der  Poesie  getreu  folgende,  und  in  der  speciell 
musikalischen  Behandlung  der  Worte  haben  wir  nur  Gutes 
und  Zustimmung  Verdienendes  in  den  Brandt^schen  Goethe- 
Liedern  gesehen. 


Wilhelm  Bepgep.    Fünf  Lieder,  Op.  41.    Magdeburg,  Hein- 
richshofen's  Verlag. 

Drei  von  diesen  neuen  Liedern  Wilhelm  Berger's  sind 
wohl  gerathen  und  zu  leiden:  das  charakteristische  «Pol- 
nisch" nach  Andreas  Ascharin,  das  düster-leidenschaftlich 
gehaltene  „Haidenacht"  nach  Herrn.  Allmers  und  das  fröh- 
liche „Jagdlied"  nach  P.  J.  Willatzen,  wogegen  wir  die  beiden 
anderen  Nummern  der  Sammlung  :  „Die  Fei**  und  „Unruhige 
Kacht"  nach  Versen  von  0.  Ferd.  Meyer,  für  verfehlt  halten. 
In  „Die  Fei"  fährt  ein  Ritter  übers  Meer  und  um  den  Nachen 
treibt  ein  Gespenst  sein  lüsternes  Spiel,  sodass  das  SchifPsvolk, 
um  sich  vor  Untergang  zu  bewahren,  den  Ritter  mahnt^. 
„Rasch,  Herr!  von  Sünde  reinigt  euch".  Der  Ritter  beichtet, 
dass  er  wohl  strömendes  Blut  vergossen,  aber  Treu  und  Glau- 
ben gut  gehalten  habe  ;  nach  der  deichte  schreit  die  Fee  grell 
auf  und  langt  nach  dem  Steuer.  Der  Ritter  beichtet  aber- 
mals: „Herr  Christ!  ich  beichte  Missethat^  ich  brach  den 
Glauben  und  die  Treu,  ich  übt  an  einem  Lieb  Verrath  —  es 
starb",  worauf  das  Gespenst  die  Arme  löst  und  versinkt.  — 
Sehr   geschmacklos  hat  Berger  die  Sache  insofern  gemacht. 


als  er  das  zweimalige  G^st&ndniss  des  Ritters,  das  doch  den 
Mittelpunct  der  uuheimlichen  Spukgeschichte  bildet,  in  eine 
ganz  triviale,  scbarf  rhythmisirte  Marschmusik  gefasst  hat. 
Man  denke  sich  die  bangen  Augenblicke  und  dazwischen  ein 

Saar  lustig  imd  munter  mingende  Märsche,  zu  deren  Tönen 
er  sündige  Ritter  von  Untreue  und  Missethat  redet.  — 
Ebenso  nnoegreif  liehe  Dinge  hat  Berger  hinsichtlich  der  Auf- 
fassung des  Gedichtes  „Unruhige  Naät"  gemacht;  es.ist  von 
Einem  darin  die  Rede,  der  in  der  Nacht  keine  Ruhe  finden 
konnte,  weil  es  in  seinem  Herzen  hämmert  und  pocht,  und 
diese  Unruhe  hat  darin  geherrscht,  weil  Liebchens  Bild  im 
Herzensschrein  mit  Hämmern  und  Pochen  aufgehangen  wurde. 
Diesen  hübschen,  sinnvollen  und  nett  eingekleideten  Vorwurf, 
der  sich  doch  nur  zart  und  fein  darstellen  lässt,  hat  Berger 
als  robustes,  derb  darein  schlagendes  Schmiedelied  behandelt, 
—  wie  kann  ein  Künstler  sich  so  völlig  vergreifen! 


VictOP  Bendix.    Lieder,   Op.  3.     Copenhagen  und  Leipzig, 
Wilhelm  Hansen. 

Bendix'  Op.  3  enthält  vier  in  Wort  und  Ton  sehr  hüb- 
sche Lieder,  zuerst  ein  gemüthvolles  Liebeslied  (Chr.  Winther), 
dann  eine  allerliebste,  zierlich-bewegliche  Serenade  (Oallaman), 
darauf  ein  mildes  „Abendglocken"  (Thomas  Moore)  und  zum 
Schluss  ein  schwungvolles  „Im  Frühling  (Ludwig  Bödtcher). 


Löonie  Gpösslep-Heim.    Kaiser  Friedrich,  Op.  1. 

Allerseelen,  Op.  2. 

Vergissmeinnicht,  Op.  3. 

Ludwigsburg,  Eduard  Ebner. 

Es  gibt  heute  der  Damen  genug,  die  mit  tüchtigem  Ge- 
schick in  der  Composition  die  Feder  zu  fuhren  wissen,  — 
Frau  Grössler-Heim  zählt  nicht  dazu, 

Louis  Bödecker. 


Brie  f  l£  A  s  t  e  n* 


F,  G,  in  R.  Vorläufig  wird  kaum  eine  neue  Disnosition 
über  die  Tonkünstler- Versammlung  getroffen  werden  Können. 

R.  y,  in  L,  Auf  der  Strasse  im  Cylinder  imd  mit  dem 
Spazierstöckchen  den  Gentleman  sj>ielen,  während  daheim  die 
lumilie  darbt,  entspricht  nur  seinem  früheren  arroganten 
Auftreten. 


C,  S.  in  F,  Wir  haben  noch  Nichts  über  die  Neube- 
setzung des  Thomascantorats  vernommen.  Thun  Sie,  was  Sie 
für  passend  halten,  einen  Rath  können  wir  nicht  ertheüen. 

M.  O.  in  Z>.  Die  kritischen  Salbadereien  Ihres  Ferd. 
Gleich  wirken  auch  auf  uns  stets  erheiternd.  Leider  nur 
kommen  sie  un^  selten  zu  Gesicht. 


469 


JLnzeigeUi 


ConstantEn  Wild's  Verlag, 

Leipzig  und  Baden-Baden. 


■  -^x^v*.   vx  v^-x^v    ^V^ 


Vor  Kurzem  erschien: 


Symphonie 


(CmoU,  Op.  57) 


von 


Auiist  llifhafdi 


Orchesterpartitur  ^  15,—. 
Orchesteratimmen  ^  20, — . 
Clavierauszug  zu  vier  Händen  J6  8, — . 

Diese  Symphonie  wurde  bereits  von  den  Hofcapellen 
zu  Berlin,  Dresden,  Dessau,  sowie  vom  Philharmonischen 
Orchester- Verein  zu  Boston  und  zuletzt  in  Leipzig  vom 
Liszt- Verein  mit  durchschlagendem  Erfolg  zur  Aufführung 
gebracht.  Der  zweite  Satz  eignet  sich  auch  vorzüglich  zum 
Einzelvortrag.  Wir  empfehlen  den  verehrten  Concert- 
directionen  und  Musikdirectoren  das  Werk  aufs  Angelegent- 
lichste. [947b.] 
Zu  beziehen  durch  alle  Buch-  und  Musikalienhandlungen, 
sowie  direct  vom  Verleger. 


[948i.] 


icm  an  cxncv 


0tftnbtid)en 
uiib  habd 
anifflfitbcn 
^iibuiiß  im 


m 

^^^«^^/^  Ätoöterfpld  flelcßcn    ift,   bcm  empfcölcn  wir  hai 
„7^    ^^      ^«mm'f(^e  «Jerl»)  auf  bo«  brliiQenbfte:  lüir  ftnb 
überjeußt,  bo^  e8  eine  ßrüpc  3«funft  fjat. 
.^  _  ^  Ülallknl.  Wodirnblatl,  t'fip?iii. 

•)».5«mtn^ftlQütcrf(fiulc  u.  aKcCobiccnidwb.  Uk  ^Ibfo^j  ül«cr300,oooc?r. 

—  UbuiifiSbut^,  OS  ricliic  (Stuben  bon  (5,scrni),  Scfimitt,  «äff  u.  o. 

SUiit  m.  Srtnoalmö  Xäfllicljcn  Übunacn.    4  .S. 

—  ©CO  iur  ftunftfcrtiflfeit.  132  niöBcrc  i&tiiUn  öon  eicmenti,  eramcr, 
(fiern^,  iSIjopin,  JÄnff,  «ctjumonn.   4.41 

Or^flglic^es  Hbun^SmaiCtial  l      Der  «lanler-Ce^rer. 

St9ingräber  Verlag,  Leipzig. 


V 


Neuer    Verlag    von    Broitkopf  &  Härte!   in  Leipzig. 


v"\^  -  -^ » 


Houston  Stewart  Chamberlain. 

Da^  Drama  Richard  Wa^ner's. 


Eine  Anregung. 


Vm,  144  S.  er.  8o.    Ji  3,—.,  fein  geb.  Jf  4,—. 
Ein  Buch ,  das  den  ernsten  Wagner-Freunden  empfohlen 
werden   darf.    Die  Schrift  ist  keine  Biographie,   noch  eine 


andere  Verherrlichung  Bavreuths.  Ernst  und  sachlich  gibt 
der  Verfasser  das  Material  zur  ästhetisch  kritischen  Würdi- 
gung  Wagner*s. [949.] 


Vr.  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  Z 


^  empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 
4fr  Musikalien,  musikalischen  Schriften  etc.  —  Kataloge 
^  und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [950 — .] 


Sch 


uberth's  Muslkallselies 
Fremdwörterbuch. 


In  über  80,000  ISaeemplaren  verbreitet»  "^Q 

19.  AufWe.    Gebunden  1  Jf.  [951q7] 

Verlag  von  J.  Schuberth  Sl  Co.,  Leipzig. 


Von 


Ballade  von  Emanuel  Geibel, 

(mit  deutschem  und   englischem  Text) 

für 
Soli    (Sopran   und  Bariton),    gemischten    CilOP 

und  Opchestep 

coraponirt  von  [962.] 


^■Ä  Hot& 


Op.  24, 
erschien  soeben  eine 


^ 


^U8ga€e 

fiir  Soli)  Männercbor  und  Orchester, 

^^  arrangirt  von 

Wilh.  Schauseil. 

Ciavier- Auszug  Ji  3,50.    Chorstimmen  (jede  einzelne  50  /^) 

J^  2, — .    (Partitur  n.  Jt  8, — .    Orchesterstimmen  Jt  10, — . 

sind  von  der  Original-Ausgabe  zu  verwenden.) 

Leipzig.  C.  F.  W.  Siegers  Musikalienhandlang 

(B.  Linnem.ann). 


Pianinos 


bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus- 
stattung, sind  wegen 

Liquidation  einer  Fabriic 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[953—.] 

Illustrlrte  Prels-Verzelehnlsse  zu  beziehen  dureh 

C.  Schwalbach,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


Constantin  Wild's  Verlag, 

Leipzig  und  Baden-Baden. 

Soeben  erschien  und  ist  durch  alle  Buchhandlungen  zu 
beziehen:  [954c.] 

Die  Cavalleria  rusticana 

und  ihre 

Bedeutung  für  Deutschland. 

Fünfte  Auf  laa:e. 

Von 

Dr.  F.  V.  Dwelshauvers-Dery. 

Preis  Ji  —,50. 

Verlag  von  E.  ^VT.  Fi'itasseli  in  Leipzig. 

DliAinKAViVAw     I      Op.  8.  -Waldmärchen".  Oonoertskizz€ 
M6in06rg6r,  J.,  ^  das  Pianolbrte.    J6  2,-.        [955.] 


470 


Neuigkeiten  für  Franenchor. 

Bei  F*  £!•  O*  Z^eiie]£a.T*t  in  Leipzig  erschienen 

soeben : 

[956.] 
Jan  Qally     Op.  17.     Zwei  Lieder    für  drei  Frauen- 
stimmen mit  Piauoforte. 

(Drittes  Heft  der  dreistimmigen  Lieder,) 
No.  1.    Ich  liebe  dich  von  Hermann  Rollet. 
No.  2.    Wiegenlied.    Mit  obligater  Violine. 
Clavier-Partitur  M  1,80.    Singstimmen  (ä  15  4)  60  /^, 
Violinstimme  zu  No.  2.    20  /ij. 

Robert  Kahn.  Op.  17.    FOnf  GesSnge  für  drei 

Frauenstimmen  (Chor  oder  Solo)  mit  Pianoforte. 
No.  l.    Zwiegesang  von  Bob.  Beinick. 
Clavier-Partitur  M  1,20.    Singstimmen  (&  15  4)  45  4. 
No.  2.    „Im  Wasser  wogt  die  Lille"  von  Aug.  Graf 

von  Platen. 
Clavier-Partitur  80  /^.    Singstimmen  (&  15  4)  45  /^. 
No.  3.    Brautlied  von  Paul  Heyse. 
Clavier-Partitur  Ji  1, — .    Singstimmen  (ä  15  /tj)  45  /»J. 
No.  4.    „Sag  an,  0  lieber  Vogel  mein"  von  F.  Hebbel. 
Clavier-Partitur  Jk  1,—.    Singstimmen  (ä  15  /ij)  45  /ij. 
No.  5.    Der  Weiher  von  Annette  Droste-Hülshof. 
Clavier-Partitur  Jh  1, — .    Singstimmen  (ä  15  /ij)  45  /ij. 

Jos.  RheinbePgePi  „Ave  Regina''  für  drei  Frauen- 
stimmen (No.  6  der  Marian.  Hymnen). 

A.  mit  Orgel.    B.  mit  Pianoforte  b  Ji  1, — . 
Singstimmen  (&  15  /^  45  /^, 

Jos-  RheinbopgePi  „Salve  Regina"  fürdreiFrauen- 

stimmen  (No.  3  der  Marian.  Hymnen). 

A.  mit  Orgel.    B.  mit  Pianoforte  M  1, — . 
Singstimmen  (&  15  /^  45  /^. 
Carl  TOpk|    „Der    Neck''.     Schwedisches   Volkslied 
für  Frauenchor  mit  Pianoforte  bearbeitet. 
Äftyier-Partitur  Ji  1,—.    öingstimmen  (fc  16  /ij)  46  /ij- 

Vor  Kurzem  erschienen: 

Wilhelm  BergePi  Op.  48.    Vier  Lieder  für  vier- 

stimmigen  Frauenchor  a  capella  mit  hinzugefügter  Cla- 
vierbegleitung. 
Clavier-Partitur  Jk  3,—.    Stimmen  (ö,  60  a'^)  M  2,40. 

Robert  Kahni  Op.  10.    Zwei  Gesänge  für  Solo- 
stimmen, vierstimmigen  Frauenchor  und  Orchester  oder 

Pianoforte. 
No.  1.    Weihgesehenk  von  Conrad  Ferd.  Meyer. 

Vollständige  Partitur  Ji  IfiXi  netto.  Clavier- 
Partitur  J$  2,—.  Singstimmen  (&  80  4)  ^  1,20. 
No.  2.  Aus  der  Ferne  von  Ed.  Möricke.  Vollständige 
Partitur  J$  7,50  netto.  .  Clavier-Partitur  M  2,—. 
Singstimmen  (ä  30  /tj)  M  1,50. 
(Orchesterstimmen  in  Abschrift.) 

SeBdiinj[6B  zur  Ansieht  stehen  zn  Diensten. 


Neu. 


Neu. 


fit® 

(ümoU) 

für 

Pianoforte,  Violine  und  Violoncell 


von 


Theodor  Mflller-R«nt«r. 

Op.  19.     Pr.  Jt  12,—. 


Leipzigi 


[957.] 

Fp«  Kistnep. 


Wilhelm  Hansen,  Mnsikverlag,  Leipzig. 

ans  M©i@s 


Christian  Sindingy 

Dichtungen  aus  „Buch  der  Lieder^  von  H 019er  Drachmann  filr 

eine  Singstimme  und  Piano. 

Weg-Psalmen : 

No.  1.    Allmutter,  gut  und  gross! J6  1, — 

No.  2.  Staubwolken  steigen  bei  jedem  Schritt  .  J$  1 
No.  3.    Als  hoch  der  Vollmond Ji   \ 

Lieder  aus  der  Levante: 

No.  1.    Glaube ^— 

No.  2.  Bosporus!  Du  bebst  vor  Wonne  ,  .  ,  Jk  l 
No.  3.  Furchtbar  ist  es,  wenn  wir  denken  .  .  J$  1 
No.  4.    Oft  sangst  du  Lieder  für  Andre     .    .    .  ^  — 

Nirvirana Ji  \ 

£s  ivaltet  oben  auf  den  bellen  FJellen  Jf>— 


£s  gibt  Gestirne Ji  i 


60 


60 


60 


Hans  Harthaiiy 

Op.  33.    Vier  Lieder: 

No.  1.    Curiose  Geschichte Ji — ,75 

No.  2.    Geheimniss Ji — ,75 

No.  3.    Mit  deinen  blauen  Augen S — ,60 

No.  4.    Leise  zieht  durch  mein  Gemüth     .    .    .  Jk — ,60 

Op.  22,  No.  1.  Warnung  vor  dem  Wasser  (allen 
flotten  Dörpt^schen  Burschen  gewidmet)  für  eine  Sing- 
stimme mit  Piano Ji  1, — 

Alfred  Totftp 

Op.6.  Srotisobe Blätter.  Vier  Lieder:  No.l.  Sommer- 
mittag.  .^  1, — .  N0.2.  Elisabeth.  ^  1, — .  No.3.  Sommer- 
nacht. M  1, — .    No.  4.   Der  Sommer.  Ji  1, — .  [958.] 

Wilhelm  Hansen^  Musikverlag,  Leipzig. 


FOp  Hochschulen! 

Im  Verlage  von  J.  Schuberth  &  Co.  in  Leipzig  erschienen: 

Iaiiio  KAhlAi*   Classisehe  Hoehschule   für  Pianisten. 

LUUld  RUlllCl,  160  Meisterstudien.  Gebunden  Jk  15,—. 

Dieselben  in  8  Sectionen:  [959b.] 

1.  Section,  J.  B.  Gramer,  30  ausgewählte  Etüden.     Ji  2,70. 

2.  „        H.  Clement!,  Gradus  ad  pamassum  .    .      „   8,60. 
8.        n        A.  Searlattl,  12  Fugen  und  Sonaten     .      „   2,40. 

4.  „        0.  F.  Händel,  15  Praeludien,  Variationen, 

Phantasie-  und  Tanzstücke    .    .      „   2,40. 

5.  „  do.        12  ausgewählte  Fugen     .    .    .      „   2,40. 

6.  „        J.  S.  Baeh,  24  Praeludien,  Inventionen 

und  Tanzstücke „   2,40. 

7.  „  do.      16  Symphonien,  Phantasien  und 

Concertstücke „   2,40. 

8.  „  do.      24  Fugen  (Wohltemper.  Ciavier)      „   3,30. 
B^  Jede  Saotlon  in  Littliiw-and  gabmiMn  SO  Pf.  meliP.'ViB 

In  verschiedenen  Conservatorien  eingeführt 

1?i*    1 107^    Technische  Studien  für  Pianoforte.  12  Hefte 
ri.  hVmh^        h  J6  3.—.    (Heft  X,  Doppelheft  Jk  6,—.) 
Die  Liszt'schen  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  Gonseryatorien  des  In- 
Neu:  und  Auslandes  eingeführt. 


HßiATtifinil    Sohule  des  Vortrags.    Melodische  Etüden 
•  lilulUcllllI^  und  Uebungsstücke  vom  ersten  Anfang  bis 
zur  Mittelstufe  für  Pianoforte.    3  Hefte  ä  Jk  2,—. 
Vorstehende  Studienwerke  können  von  jeder  besseren  Musikalienhandlung 
zur  Ansicht  bezogen  werden. 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig.        [960.] 

IVerner,  Aus:.,  Qp.  42.    Gavotte  für  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Jk  2,—. 


471 


6.  S^ecßstein, 

Flllgrel-  and  Pianlno-Fabrlkant. 

Hoflieferant 

Sr.  Maj.  des  Kaiserg  von  Deutschland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  nnd  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  [961.] 


445  OxfOFd-StP. 


I.  Fabrik:    6—7  Johannis-Str.  und  27  Zlegel-Strasse. 
IL  Fabrik:    21  GrÜnauer-Strasse  und  Wlener-Strasse. 
in.  Fabrik:    124  Relehenbepger-Strasse. 


iBei^lin  IV. 

5—7  Johannis-Str. 


30^nenf  «si^l^UU  ^att^etii^* 

Zlir  Vorbereitung  der  kommenden  Festspiele  beabsichtigt  die  Festspielleitung,  am  10.  Novenfiber  d.  J. 
eine  Schule  zu  eröffnen,  in  der  junge  Künstlerinnen  und  Künstler  zur  Mitwirkung  herangebildet  werden.  Zur 
Meldung  als  Mitglied  der  Schule  wird  hierdurch  aufgefordert.  Der  Unterricht  umfasst  ausschliesslich  Gesang-, 
Sprach-  und  BUhnenstudien.  Der  Meldung  beizufügen  sind  ausreichende  Angaben  über  Talent,  Stimme,  den 
bisherigen  Bildungsgang,  sowie  eine  Photographie.  Der  Unterricht  ist  frei,  und  unbemittelten  Talenten  können 
Aufenthaltsgelder  gewährt  werden.     Ausbedungen  ist  eine  Probezeit  von  vier  Wochen.     Anmeldungen  sind  bis  zum 

15.  Ootober  an  den  Verwaltungsrath  der  BUhnenfestspiele   in  Bayreuth  zu  richten.    Der  Schule  können 

später  beitreten  Bübnenmitglieder  für  die  Zeit  der  engagementsfreien  (mindestens  drei)  Sommermonate.  [962a.] 


Julius  Feurich 

km.  sieks.  lof-FlanofonefaiirlK 


Prämiirt 

mit 

hUchsten  Preisen. 


L*ii«ifl.    oTg^ritRf  ^    ^ 


Kataloge  franeo. 

[963h.] 


Im  Verlage  von  FpiedPich  HofmeisteP  in  Leipzig  erschien  mit  Eigenthumsrecht: 


Oper  in  3  ^cten  von  ^ngnst  Enna. 

OlaTrler-j^-UBz-ugf  xxilt  ITezt. 

Neue,  nach  der  Prager  Aufführung  bearbeitete  Ausgabe« 


Preis  Mic.  129—.  netto. 


[964.] 


■wv^v 


tr^fmm^ 


472 


f0uüus  "ßiüt/mer,  ißeipziff. 


[965.] 


Sedeutendste  Planoforte-Fabrlk  !EaropasI 

Flügel  und  Pianinos 

^on  anerkamit  uiiii.l>ei*ti*offeiiei*  Ha;ltl>ai*l£eit 

und  edleotii,  sangireiolieiii  n7oii. 


"^■^"x/Xfl/l/     "Vertreter  "bez.  Verkavifflzxxagazlzxe  aas.  alleza.  'bedeuteziderexi  Plfttzexi-     ^Ifl/XO^^ 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novomber  1853. 


Anna  Münch, 

Concert-  und  Oratoriekisänig^erin  (8opran). 

Leipzigr,  Beethoven-Strasse  snr.  [966z.l 

Vertretung:    Hermann  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W. 

Clara  Hoppe, 

Coneert-  und  Oratoriensängerin  (Sopran). 
1967c.]  Frankfurt  a.  Oder. 

geleite  perl/ 

Coneeri-  und  OratoriensäBgeriD  (Sopran). 

Sonderstasasen,  Friedlichst.  21.         [968x.] 

Fritz  ffiggen, 

Concert-  und  Oratoriensänger  (hoher  Bariton). 
Bpemerhafen,  Deich  16.         [969 


— ] 


Concert-  und  Oratoriensttn|g:erin  (8opran). 

Leipzigi  Hohe  Strasse  26  ^  II.  f970y .] 

Alfred  KLrasselt. 


[971-.] 


Baden-Baden. 

Yertr.  H.  IVolff.    Berlin. 


€arlPilll, 


Concertmeister    des    Gewandhaus-    und    Theater- 
orchesters. [972—.] 

Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21. 


herzogl.  säohs.  Hoi^ianist,  FrofeBsenr  supdrieur  am  OonseryatoriniD 

ro  Genf  (Sobweia).  [973—.] 

Concert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

TVillielm  JPosse, 

KüniEl.  Kauenausicus  inll  LeHier  der  Harfe  an  der  Ko&igl.  Hocliscliiile  lur  lusiK. 

Berlin.  8.  W.    Hornstr.  9.  f974c.] 


Clara  Polscher 

(Mezzosopran  und  Sopran). 

Leipzigi  Höbe  Strasse  49.  [976n.] 

Vertretung:     Hermann    Wolff,    Berlin,    Carlsbad    19. 

Fritz  von  Böse, 

3P  f  H  4(  f  #  ^.#  [976b.] 

X^eipzig-,  A.I1  der   Pleisse  11. 


Ensemble-Uebungen.     Rollenstudium. 

Von  mir  ausgebildete  Scbüler:   Magdalena  Jabns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [977—.] 


Leipzig. 


Bodo  Borchers. 

Gesanglehrer. 


Im  Verlag   von  Uniil   Sontmermeyer,   Baden- 
Baden,  erschien  soeben:  [978.J 

CT  Warn  Ar  Beethoven'»  Larghetto 
•  Lt  TT  Cl  HCl  9  aus  dessen  Violinconcert  Op.  61 
für  Violine  und  Orgel  bearbeitet.    Preis  M.  1,50. 


Domcapellmeister  Stehle  schreibt:   Eine  Concert- 

nummer  ersten  und  höchsten  Banges  auch  in  dieser  sehr  ge- 
schickten Bearbeitung,  fürKirchenconcerte  eine  wahre  „Perfe". 
Ueber  den  Werth  der  Composition  kein  Wort.  Der  Name  des 
rühmlichst  bekannten  Orgel  virtuosen  (Schüler  A.  Guilmant's  in 
Paris)  bürgt  fär  die  Tüchtigkeit  der  Bearbeitung,  die  sehr  orgel- 
gemäss  und  höchst  wirkungsvoll  übertragen  ist. 

Im   Verlage    von    E.  W.  FritZSCh    in    Leipzig    er- 
scheint demnächst:  [979.] 

Klomische  Oper  in  drei  A.cten 

von  J.  K., 

Musik 

von 

Heinrich  Zöllner. 

Partitur.    Ciavierauszug  mit  Text. 


Dmok  Ton  0.  ü.  Rdder  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  22.  September  18S2. 


um  1111111111  BW-,  iiui  ^  ,„  „„  I 

111  lllltalltllutiiuil,  lowjt                                      ^                              ,^.^  lutliinitl  711U1 

l.jelillinil.li,.iMi<»i                            „■»Ad        WtJ  touiw..™ 

^lAXl^  ffiv  ¥naitflr  und  IffnaiVfpönTiHfl  ^Jö 


Fli  lai  HniitaliKli  f  ockHlilan 

kaUmiiti  Zitisilnsiieii  tili  » 

Bidicieiir  II  aiieutiiL 


^ 


ftr  Musiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Eedactenr  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,  Königistrasss  6. 


<^ 


im.  Jahrg.] 


Das  Huiifcalische  WochenbUtt  enuhaiut  Jährlich  io  53  Nammern.  Der  AbDnnemetitabetng 
far  du  Quartal  von  13  Nummern  ist  S  Mark;  eine  einielDeNumner  kostet  40 Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  Kreuibandsendung  treten  Dachitebende  vierteljährliche  Abounemeuta- 

8 reise  in  Kraft:  3  Mark  60  Pf.  für  das  Dentecbe  Reich  tind  Oeeterreich.  —  S  Hark  76  Ff. 
[r  weitere  Länder  des  Allgemeinen  Poetvereins.  —  Jahresabonn enenta  werden  anter 
ZnerandeleKonK  voratehender  Beiug^bedi neunten  berechnet. 
Die  ImertionegebOlirMi  fflr  den  Rwnn  einer  gespaltenenTetitceile  betragen 


[No.  39. 


betragen  30  Pfennige. 


Inhalt:  Brangäae. 


F.  Scaber,  E.  > 


«  Probe  des  „indentendan  TerfihTsiu". 
°~'-'-t  aoi  Sondenhaiuan.  -     "■ 


n  Moritz  Wlrth.   (Sdüna 


>.  Kleffel.  —  BrlafkMtan.  —  ADüelgen. 


Die  geehrten  Leser 


tüs  „Musiialischen  WocAffi^iaiUs",  euren  Abotmermmi  mit  dem  laufenden  ^4artal,  resp.  mit  vorliegender  No.  zu  Eiide 
geht,  werden  für  den  Fall,  dass  sie  dieses  Organ  über  den  gen.  Termin  hinaus  eu  erfüllten  wünschen,  gebeten, 
ihre  Bestellungen  rechtzeitig  anbringen  su  wollen,  damit  in  der  Zusendung  keine  Unterbrechtotg  stattfindet.  — 
Dett  wertken   Jahresabomtenten  gegenüber  bedarf  es  natürliek  dieser  Erinnerung  nüht. 

E   W.  FRITZSCH. 


BrangSne. 

Eine  neue  Probe  des   „  andeatenden  VerfahreDa". 
Von  Moritz  WiPth. 

(SohlnsB.) 

III. 

Ans  dem  Zwange  der  schrecklichsten  Hinnten  viel- 
leicht ihres  ganzen  bisherigen  Lebeni  erlöst  and  sich  selbst 
zarnckgegeben,  wird  Brangäne  sofort  eine  Beute  der 
heftigsten  Rene. 

„Unabwendbar  ewge  Noth  fär  karten  TodI  Tbörger 
Trene  tragrolles  Werk  blüht  nun  jammernd  empor!" 
(Clav.-Äosz.  S,  76).  Wie  echt  menschlich  ist  die  Ver- 
ändemng  der  Ansichten  in  grösserer  Entfernung  von  der 
Thal.  Ewig  scheint  ihr  jetzt  die  Noth,  in  die  sie  sich  doch 
als  einzige  Rettung  stürzte,  am  vor  dem  Tode  zu  fliehen, 
der  ihr  jetzt  nur  noch  ein  kurzes  Uebel  dünkt.  Das 
schneideudit«:  „Was  hab  ich  gelhan,  o  h&tt  ich  es  doch 


nicht  gethan",  ein  wahrer  innerer  Zusammenbruch,  liegt 
aber  in  den  abstärzenden  Figuren  des  Orchesters.*) 

Uit  der  Heftigkeit  dieser  Selbstanklage  wird  sich 
einem  Charakter  wie  BrangAne  gegenüber  auch  ein  stren- 
ger Sittenrichter  für  den  Angenblick  zufrieden  geben 
müssen. 


*)  Es  ist  dasselbe  Gebilde,  mit  welchem  Brangäne  nach 
Kurwenal's  Trotzlied  Isolden  zu  Ffiaaen  stOrzte  (Clav.-Ausz. 
S.  33),  nur  daas  es  dort  nicht  einen  moralischen,  sondern 
jenen  ganz  anderen  Zusammenbruch  des  Selbstbewusstaeius 
anzeigt«,  welchen  wir  durch  eine  grosse  Aber  uns  herein- 
brechende Demüthigung  erfahren.— Anft  Nene  verwandt  bat 
Wagner  das  Motiv  im  „Parsi&l",  wo  es  zu  einem  der  musika- 
lischen Grundpfeiler  des  Stückes  herausgearbeitet  und  unt«r  dem 
Namen  des  „Kundry-Motives"  bekannt  ist.  Seine  Bedeutune 
als  die  das  Schuldbewosstseins  oder  Sündenjaromers,  in  wel- 
cher es  auch  bei  Parsifkl,  Ämfortas  und  Klinesor  erscheint, 
und  seine  Verkennung  durch  Heintz  und  v.  Wolzogan  habe 
ich  ansfQhrlicb  dargelegt  in  diesem  Blatte,  1884,  S.  406  ff.  — 
Auch  Cyrill  Kistler  in  Kissingen  in  seinem  Drama  „Kuni- 
hild"  (Text  laut  Kflrschner's  Litteraturkalender  18B4,  S.  266 
von  Ferdinand  Grafen  Sporck)  hat  das  Motiv  ^r  einen  nahe 
verwandten  Geftihlsinbah  benutet,  vergl.  Clav.-Ausx.  S.  14, 
18,  88  ff.  (Verlag  von  E.  W.  Fritzsch,  Leipzig). 


474 


Wichtiger  fär  die  Beurtheilnng  der  Persönlichkeit 
wird  es  ihm  vielleicht  erscheinen,  statt  über  den  Grad, 
über  die  Dauer  dieser  Gemüthsbewegnng  Etwas  zu 
erfahren.  Aber  auch  in  dieser  Prüfting  wird  Brangäne 
aufs  Beste  bestehen.  Als  Isolde  in  höchster  Gluth  für 
Tristan  entbrennt,  was  läge  wohl  näher,  als  dass  auch 
Brangäne  von  dieser  Leidenschaft  ergriffen  würde,  dass 
sie  sie  billigte,  förderte?  Hat  sie  doch  so  lange  mit,  in 
und  durch  ihre  Herrin  gelebt,  gefühlt;  haben  wir  doch 
gehört,  wie  sie  Tristan  als  hehrsten  Helden  pries.  Gleich- 
wohl beharrt  sie  auf  ihrem  ersten  Gefühl  über  ihre  That: 
„Gehorcht  ich  taub  und  blind,  dein  Werk  war  dann  der 
Tod:  doch  deine  Schmach,  deine  schmählichste  Noth, 
mein  Werk  muss  ich  Schuldge  sie  wissen!''  Diese  Be- 
ständigkeit mag  Brangänen  darum  so  hoch  angerechnet 
werden,  weil  die  Prüfung,  welche  sie  auf  diese  Weise 
besteht,  ihrem  Charakter  weit  angemessener  ist,  als  wenn 
Jemand  verlangen  wollte,  dass  sie,  statt  zwischen  den 
beiden  Tränken  zu  wählen,  etwa  Isolden  den  Gehorsam 
aufkündigen,  vielleicht  Tristan  auf  die  ihm  drohende  Ge- 
fahl:  hätte  aufoerksam  machen  sollen,  und  dergl.  mehr. 
Das  hätte  nur  einen  Auftritt  gegeben,  wie  ihn  Leute  sich 
ausmalen,  die  zwar  alle  Regeln  der  Moral  im  Kopfe,  aber 
die  Menschen  nicht  vor  Augen  haben,  auf  welche  die- 
selben passen. 

und  doch,  wer  sieht  nicht,  dass  selbst  Brangäne  der 
starren  Hoheit  des  kategorischen  Imperativs  noch  ihre 
bescheidene,  weibliche  Huldigung  dadurch  darbringt,  dass 
sie  sich  für  ihre,  in  bitterster  Seelenangst  vollbrachte 
That  no^h  fortgesetzt  als  „Schuldige'' fühlt?  Denn  anderer- 
seits wäre  es  for  einen  Verfechter  der  modernen  Noth- 
wendigkeitslehre  sehr  leicht,  Brangänen  zu  vertheidigen. 
Er  brauchte  nur  an  das  gemachte  Zugeständniss,  dass  das 
Sittengebot  in  seiner  vollen,  nackten  Strenge  hier  nicht 
anwendbar  war,  noch  die  YrAge  zu  knüpfen,  welche  An- 
näherung an  dasselbe  wohl  gestattet  gewesen  wäre,  um 
sofort  seinen  Schützling  von  jeder  Verbindlichkeit  zu  be- 
freien. Es  gab  eben  keine  solchen  Annäherungen.  Bran- 
gäne konnte  Isolden  in  keiner  Weise  einen  Widerstand 
leisten,  als  nur  in  der  Einen:  sie  musste  den  Liebestrank 
wählen. 

Zwischen  diesen  beiden  Anwälten  geht  das  Herz, 
das  sich  weder  von  dem  ersten  schlechthin  verdammen, 
noch  von  dem  zweiten  schlechthin  freisprechen  lassen 
will,  sicheren  Schrittes  hindurch.  Es  vermag  die  Elchtheit 
seines  Gefühles  damit  zu  beweisen,  dass  es  sich  endlich 
zu  der  That  aufschwingt,  durch  welche  es  nach  seinem 
eigenen  Gesetze  Versöhnung  mit  sich  selbst  er- 
langt. Nach  Isolde's  Flucht  aus  Komwall  eilt  Brangäne 
zum  König  und  gesteht  ihm  ihre  Verschuldung:  die  Ver- 
tauschung der  Tränke. 

Dass  hierbei  das  aus  dem  Schlüsse  des  ersten  Auf- 
zuges uns  bekannte  Motiv  erklungen  sein  werde,  oder, 
wie  Beckstein  sich  ausdrückt  (S.  147),  dass  „Brangäne 
nicht  ohne  Reue  und  Zerknirschung  das  Geheimniss  dem 
betrogenen  Märke"  offenbart  habe,  hat  Wagner  nur  durch 
ein  Wort  angedeutet:  n^hre  blinde  Schuld  hat  sie  »ge- 
sühnt«". Aber  dieses  Wort  genügt.  Nennt  doch  kein  Be- 
richterstatter, kein  Zeuge  vor  Gericht  seine  Mittheilung 
eine  „Sühne".  Dieses  Wort  passt  nur,  wenn  Brangäne 
sich  in  ihrem  Gewissen  gedrungen  fühlte,  den  Vorgang 
mit  dem  Liebestranke  zu  enthüllen. 

Durch  Nichts  konnte  sie  die  Königin  und  Tristan 
sicherer  in  der  öffentlichen  Meinung  wiederherstellen,  als 
wenn  sie  diesen  Umstand  bekannte,    durch  Nichts    auch 


eine  Verfolgung  und  Bestrafung,  welche  dieselbe  öffent- 
liche Meinung  gegen  die  Flüchtige  —  sie  war  jetzt  ver- 
muthlich  die  feindliche  Irin  —  von  Marke  gefordert  und 
erwartet  haben  wird,  mit  grösserer  Sicherheit  abwenden. 
Aber  ft^eilich,  dieses  Bekenntniss  konnte  leicht  für  Bran- 
gäne selbst  schlimme  Folgen  haben;  sie  hatte  nicht  blos 
als  Bezeugerin  des  Liebestrankes,  sondern  auch  als  Thäterin 
und  Selbstanklägerin  aufzutreten.  Indem  sie  diese  Folgen 
nicht  scheute,  sondern  sich  trotzdem  zu  ihrem  Geständ- 
nisse überwand,  vollendete  sie  ihre  Sühne. 

Ein  Vertheidiger  der  unbedingten  Sittengebote  könnte 
noch  eine  Schwierigkeit  darin  finden,  dass  Brangäne 
mit  dieser  Sühne  bis  nach  Isolde's  Flucht  wartete,  anstatt 
sich  sofort  nach  dem  Auftritt  im  Garten  dazu  zu  ent- 
schliessen.  Dieser  Vorwurf  wäre  gerechtfertigt,  wenn  es 
Brangänen  dabei  hauptsächlich  um  den  König  zu  thun 
gewesen  wäre.  In  der  That  scheint  dies  Bechstein  zu 
meinen,  da  er  ausdrücklich  von  dem  „betrogenen  Marke" 
spricht  (S.  147),  dem  Brangäne  das  Geheimniss  nicht 
ohne  Reue  und  Zerknirschung  offenbaren  solle. 

Aber  wir  müssen  Brangäne's  That  aus  Brangäne's 
eigener  weiblichen,  gänzlich  nur  in  ihrer  Herrin  lebenden 
Seele  heraus  betrachten.  Ihr  Herz  konnte  sich  von  sich 
aus  nur  Isolde's  und  Tristan 's  wegen  verklagen;  man 
erinnere  sich:  „Dass  ich  untreu  einmal  nur  der  Herrin 
Willen  trog!";  so  dürfte  sie  aufs  Neue,  nur  noch  heftiger, 
ausgebrochen  sein  und  verlangt  haben,  das  theure  Paar 
durch  das  Geständniss  vom  Liebestranke  zu  rechtfertigen. 
Dies  dürfte  ihr  Isolde  jedoch  ungefähr  aus  demselben 
Grunde  verboten  haben,  aus  welchem  bereits  Tristan  dem 
König  die  Antwort  weigerte.  Isolde's  Verbot  war  ein  un- 
übersteigliches  Hinderniss  für  Brangäne's  Sühnethat,  das 
erst  mit  Isolde's  Flucht  wegfiel.  Sofort  sprang  auch  der 
alte  Antrieb  wieder  in  ihr  auf,  als  dessen  Triebfeder 
aber  immer  wieder  nur  Isolde  gelten  kann.  Doch  soll  da- 
durch nicht  ausgeschlossen  sein,  dass,  als  sie  sich  Marke 
näherte,  ihr  Verstand  ihr  auch  ihr  Unrecht  gegen  Diesen 
vorhielt  und  dass  ihr  Herz  von  hier  aus  einige  Bewegung 
für  ihn  empfand.  Hauptsächlich  aber  wird  sie  ihm  mit 
Furcht  entgegengetreten  sein.  Dass  sie  trotzdem  „schnell 
den  König  fand",  zu  einer  Zeit  also,  wo  die  allgemeine 
Aufregung  über  Isolde^s  neue  Unerhörtheit  am  grössten 
war  und  wo  Marke's  vermutheter  Zorn  die  plötzlich  ihm 
sich  darbietende  Urheberin  all  seiner  Schmach  am  härte- 
sten hätte  treffen  müssen,  wird  ihrer  Sühne  sehr  hoch 
anzurechnen  sein. 

Die  Bestätigung  für  Das,  was  uns  Wagner  der- 
gestalt aus  Brangäne's  Charakter  heraus  zu  rechnen  über- 
liess,  hat  er  uns  in  der  Thatsache  vor  Augen  gestellt, 
dass  das  Erste,  was  Brangäne  ihrer  wieder  zum  Bewusst- 
sein  kommenden  Herrin  entgegenruft,  die  glückliche  Kunde 
der  vollbrachten  Sühne  ist.  Brangäne  würde  zur  über- 
flüssigen, bis  zur  Lächerlichkeit  lästigen  Schwätzerin  herab- 
sinken, wenn  diese  allerwichtigste  Neuigkeit  Brangäne's 
eigener  Versöhnung  mit  Marke  gelten  sollte.  Aber  es 
muss  Jeden  zu  herzlicher  Rührung  bewegen,  dass  sie 
ihren  gewiss  schweren  Entschluss  durch  Marke's  unver- 
mutheten  Edelmuth  so  herrlich  belohnt  fand,  dass  ihre 
gegen  Isolde  begangene  Verschuldung  plötzlich  zur  Quelle 
des  höchsten  Glückes  far  Diese  werden  sollte.  Marke's 
Entschluss,  Isolden  zu  entsagen  und  sie  Tristan  zu  ver- 
mählen, dies  und  nichts  Anderes  ist  die  glückliche  Kunde, 
die  es  Brangäne  für  sich  und  für  Isolde  drängt,  Dieser 
zu  melden.  Das  Eine  muss  dabei  allerdings  noch  ange- 
nommen werden,  dass  Brangäne  Tristan's  Tod  noch  nicht 


476 


erfasst  hat;    ihre  „glückliche"  Kunde  wäre  sonst  för  sie 
unmöglich. 

Dass  Marke  Brangänen  verzieh,  wird  nach  der  Art, 
wie  wir  die  Bedingungen  ihrer  Verschuldung  kennen  ge- 
lernt hahen,  hofiFentlich  seihst Bechstein  billigen.  Marke's 
Verzeihung  ist  die  Ehrenerklärung  für  einen 
Charakter,  dessen  Verschuldung  eine  Gewaltthat 
des  Schicksals  war,  der  aber  durch  sein  ganzes 
ferneres  Verhalten  bewies,  wie  ernstlich  er 
wollte,  dass  ihn  diese  Schuld  nicht  betroffen 
hätte. 


IV. 


Wir  könnten  mit  dem  Bisherigen  unsere  Aufgabe  als 
erfüllt  betrachten,  wenn  wir  nicht  noch  eine  kleine,  nicht 
reizlose  Nachlese  zu  halten  hätten.  Es  findet  im  3.  Auf- 
zuge in  Brangäne*s  vorletzter  Kode  der  Fall  statt,  dass 
der  Wortlaut  des  Gedichtes  bei  der  musikalischen  Aus- 
führung noch  eine  Umgestaltung  erfahren  hat.  Dergleichen 
ist  nun  bei  Wagner  immer  beachtenswerth;  und  auch  hier 
ist  die  Vergleichung  beider  Fassungen  sehr  belehrend. 
Sie  wird  uns  nicht  nur  einen  wichtigen  Blick  inWagner's 
Werkstatt  eröffnen,  sondern  auch  noch  einige  feinere 
Züge  in  dem  Bilde  Brangäne's  enthüllen,  auf  die  zu  achten 
wir  bisher  noch  keine  Gelegenheit  hatten. 

Ich  stelle  zunächst  beide  Fassungen  der  Rede  Bran- 
gäne's  neben  einander: 


Ges.  Sehr.  VII,  109. 

Sie  wacht!  sie  lebt! 

Isolde,  hör! 
Hör  mich,  süsseste  Fraa! 

Glückliche  Kunde 

lass  mich  dir  melden: 
vertrautest  du  nicht  Brangänen? 

Ihre  blinde  Schuld 

hat  sie  gesühnt; 

als  du  verschwunden, 
schnell  fand  sie  den  Köni^: 

des  Trankes  Geheinmiss 

erfuhr  der  kaum, 

als  mit  sorgender  Eil 

in  See  er  stach, 

dich  zu  erreichen, 

dir  zu  entsagen, 
dich  zuzuführen  dem  Freund. 


Clav.-Ausz.  S.  251. 

Sie  wacht,  sie  lebt! 
Isolde!  hör  mich. 


vernimm  meine  Sühne! 

des  Trankes  Geheimniss 
entdeckt  ich  dem  König: 

mit  sorgender  Eil 
stach  er  in  See, 
dich  zu  erreichen, 
dir  zu  entsagen, 
dir  zuzuführen  den  Freund. 


Der  gemeinsame  Grund  aller  dieser  Aenderungen 
liegt  darin,  dass  Wagner  in  der  ersten  Fassung  des 
Textes  eine  ganze  Anzahl  Zeilen  .streichen  konnte,  weil 
er  uns  ihren  Inhalt  schon  anderweitig  zu  geben  ver- 
mochte. 

Glückliche  Kunde  lass  mich  dir  melden.  Die 
Anmeldung  der  Meldung  verschwindet  besser  in  der  Mel- 
dung selbst.  Dass  diese  eine  glückliche  sei,  sagt  uns  ein- 
dringlicher als  Worte  die  Melodie:  „Dir  zu  entsagen,  dir 
zuzuführen  den  Freund^.  Sie  ist  im  Anklang  an  das 
Motiv  des  Liebesrufes  (nach  v.  Wolzogen)  gehalten  und 
verkündet  jubelnd  die  Botschaft  des  endlich  gewonnenen 
Liebesglückes. 

Vertrautest  du  nicht  Brangänen?  Diese  Worte 
sollen  an  den  Anfang  des  ganzen  vor  uns  vorübergezo- 
genen Stückes  Menschenschicksal  erinnern.  Die  nunmehr 
gesicherte  Vereinigung  des  liebenden  Paares  könnte  nicht 
stattfinden,  wenn  nicht  Isolde  damals  die  beiden  Tränke 
vertrauensvoll  in  Brangäne's  Hand  gelegt  hätte,  Sie  will 
sagen:  du  thatest  recht,  dich  mir  anzuvertrauen,  denn 
schliesslich  habe  ich  doch  Alles  recht  gemacht. 


Im  fertigen  Stück  wird  diese  Erinnerung  und  die 
Verknüpfung  von  Anfang  und  Ende  des  Dramas  weit 
eindringlicher  dadurch  besorgt,  dass  Brangäne's  Worte: 
„Des  Trankes  Geheimniss  entdeckt  ich  dem  König"  in 
Melodie  und  Orchester  Liebesmotive  zeigen.  Der  Text 
erinnert  an  die  Ursache,  die  Musik  an  die  Wirkung. 
Beides,  also  die  ganze  Liebesgeschichte,  entdeckte  Bran- 
gäne  dem  König,  dessen  glückbringende  Entscheidung 
nebst  Brangäne's  Jubel  darüber  wir  nun  ja  sofort  ver^ 
nehmen. 

Ihre  blinde  Schuld  — .  Bechstein's  eine  Meinung, 
dass  „blind^  auf  ein  Danebengreifen  unter  den  verschie- 
denen Tränken  des  Kästchens  gehe,  ist  schon  widerlegt; 
die  Andere:  Brangäne  habe  den  Todestrank  vermieden, 
weil  ihre  Liebe  zu  Isolde  „blind*'  gewesen  sei,  ist  nicht 
recht  treffend.  Diese  Liebe  war  innig,  gross  xl  s.  w.  und 
hatte  darum  jene  Wirkung.  Auch  haben  wir  gesehen, 
dass  Brangäne  sich  über  die  Folgen  des  Liebestrankes 
durchaus  klar  war. 

Statt  „blind"  auf  den  Ursprung  der  Schuld  zu  be- 
ziehen, verstehen  wir  es  angemessener  von  der  fertigen 
Schuld,  welche  gegenüber  der  einzig  richtigen  Art  der 
Sühne  blind  war.  Als  solche  hat  sich  jetzt  herausgestellt. 
Alles  dem  König  zu  gestehen  und  von  dessen  Güte  und 
Verzeihung  die  Lösung  des  Knotens  zu  erwarten. 

Im  fertigen  Stück  liegt  dieser  Gedanke  schon  in  dem 
grossen  Eifer,  mit  welchem  Brangäne  ihre  Mittheilung 
macht:  „vernimm  meine  Sühne!  Des  Trankes  Geheimniss 
entdeckt  ich  dem  König."  Eö  föllt  uns  wie  Schuppen 
von  den  Augen,  dass  zu  diesem  Mittel,  AUes  wieder  in 
das  richtige  Geleise  zu  bringen,  schon  längst  hätte  ge- 
griffen werden  sollen.  „O  Wunder!  wo  hatt  ich  die 
Augen?"  dürfte  Brangäne  jetzt  zum  zweiten  Male  aus- 
gerufen haben. 

Als  du  verschwunden,  schnell  — ;  erfuhr  der 
kaum  — .  Marke's  sofortige  Versöhnung,  nachdem  er 
das  Geheimniss  des  Trankes  erfahren  hatte,  folgt  schon 
aus  den  Worten;  „mit  sorgender  Eil"  u.  s.  w.  Hätte  also 
Brangäne  sich  ihm  noch  vor  Isolde's  Flucht  anvertraut, 
so  hätte  er  Isolde  schon  vorher  freigegeben  und  wäre 
vermuthlich  in  ihrer  Begleitung  in  Kareol  eingetroffen; 
andererseits  muss  Brangäne  nach  Isolde's  Verschwinden 
ihren  Entschluss  schnell  gefasst  haben,  denn  wir  sehen 
ja,  wie  rasch  sie  mit  Marke  hinterdreinkommt. 

Ich  habe  diesen  Aufsatz  als  eine  neue  Probe  des 
„andeutenden  Verfahrens"  bezeichnet,  im  Anschlüsse  an 
jene  anderen  Proben,  welche  ich  in  diesem  Blatte  in  den 
Aufsätzen:  „Siegfried's Vergessenheitstrank",  1885,  No.  17 
—23,  und  „Titurel",  1891,  No.  8—13,  gegeben  habe. 
In  No.  8,  1891,  mag  man  nachlesen,  was  es  mit  diesem 
Verfahren  genauer  fär  eineBewandtniss  hat.  Dass  eine  solche 
erneute  Hinweisung  überflüssig  sei,  wird  man  nicht  be- 
haupten können.  Ist  doch  selbst  heute  Wagner  in  seinen 
Dichtungen  besten  Falles  nur  erst  soweit  wirklich  ver- 
standen, als  er  von  diesem  Mittel  keinen  Gebrauch  ge- 
macht hat:  im  „Fliegenden  Holländer",  „Tannhäuser", 
„Lohengrin",  den  „Meistersingern".  Wo  er  es  dagegen 
angewandt  hat,  in  den  „Nibelungen" ,  „ Tristan  und  Isolde" , 
„Parsifal",  die  ganz  und  gar  auf  diesem  Verfahren  be- 
ruhen, ohne  dasselbe  technisch  und  psychologisch  gar 
nicht  möglich  gewesen  wären,  da  sind  wir  auch  mit  dem 
Verständniss  beinahe  in  allen  Hauptsachen  noch  zurück. 
Dass  diese  Behauptung  nicht  blos  von  der  grossen  Masse 
der  Theaterbesucher,  sondern  auch  von  dem  engeren  und 

8d» 


476 


engsten  Ereke  der  Kenner  und  persönlichen  Verehrer  gilt, 
dafnr  mögen  diese  Aufsätze  üher  den  Vergessenheitstrank, 
Titnrel  nnd  Brangäne  ehenfiills  noch  als  Frohe  und  Be- 
weis dienen.  Besser  freilich  noch  als  Sporn  zur  Nach- 
ahmung, zur  Erweckung  des  Verständnisses,  dass  wir  in 
Wagner  noch  so  viel  nicht  verstehen.  Letzterer  Sporn 
kann  aher  unserem  Wagnerianerthum  gar  nicht  scharf 
und  tief  genug  eingesetzt  werden.  Man  will  mittelst 
Wagner  ein  neues  Weltalter  in  Gesinnung  und  Gesittung 
herauffahren;  man  sieht  sich  genöthig^,  die  öffentliche 
Opferwilligkeit  for  Zwecke  anzugehen,  die  endlich  feurig 
auf  die  Nägel  hrennen,  und  man  hefindet  sieh  noch  immer 
gegenüber  den  einfachsten  Fragen:  wie  ist  Dies  zu  er- 
klären, Jenes  zu  rechtfertigen?,  in  der  peinlichsten  Bath- 
losigkeit.  Glaubt  man,  dadurch  die  Achtung  vor  Wagner, 
das  Vertrauen  zu  seiner  Sache  zu  heben?  Es  kann  so 
nicht  weiter  gehen.  Aber  kann  man  überhaupt  von  der 
Wagner-Sache  in  jenem  bevorzugten  Sinne,  in  welchem 
der  Mensch  dieses  Wort  für  sich  in  Anspruch  nimmt, 
sagen:  sie  sei  gegangen? 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Graz,  im  August  1892. 

(Schluss.) 

Von  den  ein h  ei  misch  en  Künstlern  ist  ee  diesmal  dem  vom 
Schicksale  nicht  besonders  begünstigten  Tondichter  Hans  von 
Zois  gegönnt  gewesen,  in  zwei  Concerten  seine  nenesten 
SchöpAingen  den  Freunden  seiner  Muse  vorzuführen,  welche 
seine  geradezu  ^niale  Begabung  rückhaltslos  anerkannten. 
Es  kam  hierbei  ein  kleines  aus  Dilettanten  gebildetes  Orchester 
in  Anwendung,  das  in  seiner  nach  französischem  Muster  ge- 
bildeten Zusammensetzung  (Streichquintett,  Flöte,  Oboe,  (3a- 
vier,  Harmonium  und  Schlagwerk)  sehr  hübsche  Klangeffecte 
erzielte,  welche  den  einzelnen  Orchester  werken  aus  der  soeben 
vollendeten  Oper  „Der  Venetianer" ,  sowie  einer  reizenden 
Serenade  „Estudiantiina"  vorzüglich  zu  Statten  kamen;  ausser- 
dem unt^tützten  hervorra^nde  Solisten  den  hochbegabten 
Concertgeber,  dessen .  beste  Iieistungen  auf  dem  Gebiete  der 
lyrischen  Oesangscomposition  zu  finden  sind.  —  Der  derzeit 
in  der  steierischen  Hauptstadt  lebende  Balladencomponist  Hr. 
Martin  Plüd  dem  an  n  gewann  für  seinen  Compositionsabend 
den  tüchtigen  Sänger  um.  Stöckl  und  noch  einige  ziemlich 
unfertige  Sangeskräfte,  sowie  als  Begleiter  den  guten  Pia- 
nisten Dr.  Posen  er,  welche  eine  grössere  Anzahl  von  Com- 
Sositionen  des  Concerte^bers  zur  Wiedergabe  brachten.  Trotz- 
em,  dass  Manches  recht  mangelhaft  zu  Gehör  gebracht  wurde, 
wirkten  diese  Werke  doch  als  edel  empfundene  und  von  echt 
musikalischem  Geist  erfüllte  Schöpfungen  m&chtifi;  auf  den  Zu- 
hörer ein,  und  insbesondere  war  es  eine  ganz  im  Geiste  Löwe^s 
gehaltene  Vertonung  von  IJhland's  „Des  Stogers  Fluch", 
welche  zu  dem  Besten,  was  überhaupt  auf  dem  Gebiete  der 
Balladencomposition  geschaffen  wurde,  gehören  düi*fte.  Von 
den  heimischen  Künstlern  seien  noch  die  Frls.  Irma  v.  Hüt- 
tinger  und  Hertha  Wiedermann,  sowie  der  Geiger  Hr. 
Hudolf  Per  dach  er,  der  über  einen  vollen  kräftigen  Ton  nnd 
hoch  entwickeltes  technisches  Können  verfügt,  erwähnt, 
welche  des  Oefteren  anlässlich  der  soeben  besprochenen  Gon- 
certe  Gelegenheit  hatten,  mit  künstlerisch  werthvollen  Lei- 
stungen vor  das  Publicum  zu  treten. 

und  nun  die  Kammermusik!  So  sehr  ich  da  über  wahr- 
haft künstlerisches  Streben  und  über  manchen  edlen  Genuss 
zu  berichten  h^be,  so  ist  dies  doch  eine  wunde  Stelle  in  un- 
serem Musikleben,  dß>  das  Publicum  leider  ein  recht  mangel- 
haftes Interesse  fü^  diese  herrliche  Kunstgattung  hegt  und 
so  sich  selbst  ein  bedauerliches  Armuths^umiss  ausstellt. 
Pas  heryprragenclst^  E!reigniBa  auf  diesem  Gebiete  war  ein 


Musikabend  der  Solospieler  derWiener  Hofoper,  der  HH.  Bos6, 
Siebert,  Bachrich,  Hummer  und  Jelinek,  welche  das 
Gdur-Quartett  von  Beethoven,  ein  Quartett  in  Ddur  von  Tschaü- 
kowsky  und  das  für  hier  neue  Gdur-Streichquintett  von  Brahms 
meisterhaft  zu  Gehör  brachten.  Das  Werk  des  bekannten 
russischen  Gomponisten  enthielt  ein  reizendes  Andante  und 
ein  frisch  belebtes  Scherzo,  während  der  erste  und  letzte  Satz 
minder  erwärmten.  Brahms*  Quintett  verdiente  das  erhöhte 
Interesse,  das  man  ihm  entgegengebracht,  da  es  gewiss  zu 
den  klarsten  und  gediegensten  Werken  des  grossen  Oom- 
ponisten  ^hört.  Auch  die  einheimischen  Musiker  Malina, 
Geyer,  Koehler  und  von  Czerwenka  veranstalteten 
unter  Mitwirkung  der  Pianistin  Frl.  Sophie  v.  Schmid 
Kammermusikabende,  doch  blieb  leider  der  materielle  Erfolg 
weit  hinter  dem  künstlerischen  zui-ück.  In  die  Beihe  dieser 
Veranstaltune;en  kann  auch  das  Goncert  des  Hm.  Guido 
Peters  gezählt  werden,  welcher  u.  A.  auch  ein  selbstcompo- 
nirtes  Quartett  in  Gmoll  aufführte,  das  jedoch  an  manchen 
Stellen  an  seine  eingangs  besprochene  „Ländliche  Symnhonie*' 
mahnte,  aber  durchwegs  Sinn  für  Formenschönheit  una  Wohl- 
klang aufwies. 

Betrefiisi  der  Kirchenmusik  ist  ein  Goncert  in  der  hiesi- 
gen protestantiBchen  Kirche  anzuführen,  bei  welchem  hervor- 
ragende San^eskräfte  aus  der  Gesellschart,  an  deren  Spitze  die 
tüchtige  Altistin  Frau  v.  Lud ovici,  eine  Blüthenlese  ernster 
Kirchengesänge  zum  Besten  gaben.  Erwähnung  verdient 
auch  der  geglückte  Versuch  des  strebsamen  Ge^glehrers 
Hm.  F.  Staudinger,  mit  einem  aus  der  Sohu^'ugend  gebil- 
deten gemischten  Chore  eine  heikle  Messe  im  Gaecilianischen 
Stile  aufzuführen. 

Das  rege  Streben,  welches  in  den  verganfi;enen  Jahren 
im  hiesi^n  Wagner -Vereine  herrschte,  erlahmte  auch  in 
der  diesjährigen  Spielzeit  nicht,  indem  es  zu  begeisterten 
Darstellungen  einzelner  Scenen  aus  der  Tetralogie,  aus 
„Lohengrin*^  und  den  „Meistersingern^  kam,  um  weiche  sich 
die  Frauen  Aman,  Krämer-Widl,  Brussi-Bakalowitsch 
und  Baronin  Soll  und  die  HH.  Stöckl  und  Pohl  ig  verdient 
machten,  femer  ist  ein  wohleelungener  Wolf- Abend  zu  ver- 
zeichnen, an  welchem  das  Ehepaar  Krämer-Widl  unter 
■  Mitwirkung  des  Pianisten  Dr.  Potpeschni^  höchst  foeselnde 
Lieder  des  junjg;en  hervorragend  begabten  Landsmannes  vor- 
trugen, endlich  hielt  Hr.  Friedrich  Hof  mann  zur  Gedenk- 
feier des  Todestages  Richard  Wagner*s  einen  ^istvoUen, 
klargehaltenen  Vortrag  Über  „»Lohengrinc  als  national  deut- 
sches Kunstwerk^. 

Zum  Schlüsse  sei  eines  bemerkenswerthen  IJmstandes  ge- 
dacht, welcher  der  heurigen  Saison  den  Stempel  des  beson- 
ders Weihevollen  aufdrückte,  es  war  dies  die  allerorts  mit 
Weihe  begangene  Gedenkfeier  der  100.  Wiederkehr  des  Todes- 
tages Mozart's.  Nicht  nur  die  grossen  musikalischen  Vereine 
begin^n  diesen  Tag  festlich,  sondern  auch  aUe  übrigen  musi- 
kauscnen  Institute,  wie  die  verdienstvoll  wirkenden  Anstalten 
Stolz,  Doppler  und  Buwa^  zollten  den  Manen  des  erossen 
Todten  den  schuldigen  Tnbut.  Am  hehrsten  feierte  ihn  aber 
der  Steiermärkische  Tonkünstlerverdin  durch  eine  Festver- 
sammlung, bei  welcher  der  eeschätzte  Orgelspieler  Hr.  Dr. 
Johann  Zechner  Mozart's  herrliche  Orffelfuee  in  Gmoll 
spielte  und  der  geistig  regsame  heimische  Musikschriftsteller 
Hr.  Anton  Seydler  eine  schwungvolle  Festrede  hielt,  die 
von  dem  frohen  Wunsche  beseelt  war,  dass  die  Ideale  Mo- 
zart's,  erhabene  Formschönheit  und  lauterster  Wohlklang, 
immerdar  gehegt  und  gepflegt  werden! 

Julius  Schuch. 


Von  der  Internationalen  Musik- 
Ausstellung. 

(Fortsetzung.) 


Wien. 

und  Theater- 


Ais  erster  fremder  Gastdirigent  erschien  auf  der  Aus- 
stellung flr.  Fr6d6ric  H.  Co  wen,  der  bisherige  Leiter  der 
Philharmonischen  Goncerte  in  London.  Hr.  Cowen  hatte,  von 
Hans  Richter  eingeführt,  Wien  schon  vor  zehn  Jahren  besucht 
und  damals  mit  seiner  in  einem  Philharmonischen  Goncerte 
hier  vorgetragenen  Skandinavischen  Symphonie  (Gmoll)  einen 
0X)Ssen  Erfolg  errungen.  In  der  Musiknalle  der  Ausstellung 
führte  nun  der  Gast  von  eigenen  Compositionen  wieder  die 
Skandinavische  Symphonie  (in  der  Beihe  seiner  fünf  S3rm- 
phonien  die  dritte),  sodann  sein  letztes  derartiges  Werk:  die 


477 


Symphonie  No.  5,  Fdur  (Hans  Richter  gewidmet),  endlich 
eine  Ballet-Suite  „Die  Blumensprache''  vor.  Auch  diesmal 
wieder  wurde  hesonders  freundlich  die  so  trefflich  gemachte 
nnd  zum  Theil  auch  poetisch  empfundene  Skandinavische 
Symphonie  aufgenommen,  neben  ihr  zündet  am  meisten  die 
Ballet-Suite.  Letztere  zeigte  den  geistreichen  Künstler  als 
Schöpfer  einer  Reihe  durchwegs  sehr  anziehender,  choreo- 
graphischer Tonbildohen,  deren  Jedes  den  Namen  einer  Blume 
träfft  und  durch  diese  eine  poetische  Stimmung  ausdrückt, 
wohl  in  seinem  wahren  Element.  Eine  ebenso  melodisch  an- 
muthige,  als  einschmeichelnd  instrumentirte  Gavotte  in  Amoll, 
welche  zur  tönenden  Illustration  des  Jasmin  (in  der  Blumen- 
sprache „Reiz  und  Anmuth**)  bestimmt  wurde  und  diese  Auf- 
gabe auch  löst,  musste  wiederholt  werden.  In  der  Hans  Richter 
gewidmeten  Fdur-Symphonie  hat  es  Hr.  Cowen  —  wohl  um 
sich  der  Gunst  seines  berühmten  Wiener  Freundes  noch  wür- 
diger zu  erweisen  —  offenbar  auf  etwas  Ernsteres,  Tieferes 
angelegt,  aber  man  merkt  mitunter  ein  gewisses  Miss  verhält- 
nis8  zwischen  Wollen  und  Können.  Dies  wenigstens  der  Ein- 
druck erstmaligen  Hörens,  welcher  den  ersten  Satz  als  den 
bedeutendsten,  namentlich  modulatorisch  interessantesten,  den 
zweiten  (ein  sehr  hübsches  Wechselspiel  der  Holzbläser)  aber 
als  den  geflQligsten  erscheinen  lässt.  Hrn.  Oowen's  Taktfuh- 
rung  als  Dirigent  hat  etwas  weltmännisch-Glattes,  was  wohl 
Überhaupt  seinem  Künstlercharakter  entspricht. 

Das  nächste  Gtistdirigenten-Concert  interessirte  besonders 
die  Wiener  localen  Kreise:  es  war  nämlich  von  einem  hoch- 
geschätzten jüngeren  Wiener  Oavierprofessor  und  Goncert- 
pianisten  geleitet,  der  aber  noch  nie  den  Taktirstab  ergriffen 
hatte.  Mit  Rücksicht  auf  ein  erstes  Debüt  leistete  nun  Hr. 
Ferdinand  Löwe  —  er  ist  es,  von  dem  wir  sprechen  —  Er- 
staunliches an  imponirender  Sicherheit  im  Ganzen  und  vielen 
geistreichen  Nuancen  im  Einzelnen.  Einer  unserer  berufensten 
und  begeistertsten  Bruckner-Interpreten  am  Ciavier  bewährte 
er  sich  nun  als  solcher  auch  glänzend  an  der  Spitze  des 
Orchesters.  Er  hatte  in  der  Mitte  des  Programms  die  dritte 
R.  Wagner  gewidmete  Symphonie  seines  Lieblingsmeisters 
(Dmoll)  gestellt,  die  vor  anderthalb  Jahren  bei  den  Philhar- 
monikern hier  so  eingeschlagen,  und  verschaffte  derselben  nun 
auch  diesmal  wieder  trotz  der  begreiflich  weniger  glänzenden 
Klangwirkung  stürmischen  Beifall.  Elaum  minder  bewunde- 
fimgswürdig  als  die  feinfühlig,  in  den  innersten  Organüsmus 
der  (Domposition  dringende  Direction  fanden  wir  das  Beneh- 
men des  Ausstellungspublicums,  das  sich  ein  so  langes  und 
complicirtes,  vom  Hörer  die  angespannteste  Aufmerksamkeit 
und  Geduld  beanspruchendes  WerK,  wie  Bruckner's  Dmoll- 
Symphonie,  nach  der  übh'chen  Tischaufstellung  „bei  Bier  und 
Braten**  bieten  Hess,  während  der  Au^hrung  aber  auch  seine 
materiellen  Genüsse  vollständig  vergiss  und  förmlich  den 
Athem  zurückhielt,  um  nur  ja  keinen  Ton  zu  verlieren.  Wenn 
je,  so  hat  diesmal  die  Idee  der  „Populären  Symphonieconcerte** 
in  Wien  einen  Triumph  gefeiert.  Das  Concert  war  mit  Beet- 
hoven's  „Coriolan"-Ouverture  eröfihet  worden  (über  deren 
Auffieissung  man  mit  dem  Dirigenten  rechten  konnte)  und  bot 
weiterhin  noch  zwei  reizende  Orchesterstücke  („Tanz  der  Irr- 
lichter** und  „Tanz  der  Sylphen**)  aus  Berlioz*  „Damnation 
de  Faust**,  endlich  das  „Meistersinger** -Vorspiel,  dessen  Schluss- 
steigerung Hr.  Löwe  grossartig  herausbrachte,  während  in 
den  feinen  polyphonen  Details  das  Orchester  noch  nicht 
überall  den  Intentionen  des  Dirigenten  nachkam.  Erst  bei 
späteren  Reprisen  sollten  sich  die  grösstentheils  jungen  Mu- 
siker ganz  in  die  herrliche  Tondichtung  hineinspielen.  Ber- 
lioz'  „Sylphentanz**  musste  wiederholt  werden. 

Es  versteht  sich,  dass  Meister  Brückner  nach  seiner 
DmoU-Symphonie  stürmisch  acclamirt  wurde,  noch  grössere 
Ehrungen  waren  ihm  aber  einige  Wochen  zuvor  für  den  be- 
geisternden Eindruck  seiner  Es  dur-Symphonie  (der  sogenannten 
„romantischen",  No.  4)  bereitet  worden.  Diese  dingirte,  da 
sie  die  Hauptnummer  einer  Musikauf fährung  des  Akade- 
mischen Wagner-Vereins  auf  der  Ausstellung  bildete, 
dessen  artistischer  Leiter,  Prof.  J.  Schalk.  Wie  man  den 
HH.  Löwe  und  Schalk  die  besten,  vrirksamsten  vierhändigen 
Ciavierauszüge  Bruckner'scher  Symphonien  verdankt  (die  sie 
theils  im  Verein,  theils  Jeder  mr  sich  allein  ausgearbeitet), 
so  überbieten  sie  sich  auch  gegenseitig  an  Liebe,  Verehrung 
und  unermüdlicher  Agitation  lur  Bruäner:  es  wäre  schwer, 
zu  entscheiden,  welcher  von  Beiden  dessen  Werke,  sei  es  am 
Ciavier,  sei  es  im  Orchester,  schwungvoller,  klarer,  überzeu- 
gender zu  interpretiren  wisse.  Dass  uns  die  Esdur-Sym- 
Shonie,  von  J.  Scnalk  dirigirt,  einen  noch  bedeutenderen  Ein- 
ruck machte  und  auch  ihre  Wirkung  auf  das  Publicum  eine 


unstreitig  noch  zündendere  war,  mag  erstUch  an  der  grösseren 

Sraktischen  Erfahrung  Schalk's  liegen  (er  hatte  schon  voriges 
ahr  dem  Grazer  Musikvereinsorchester  dasi^be  Werk  ein- 
studirt),  dann  aber  auch  an  der  denn  doch  die  Kunstandacht 
erhöhenden  Art  der  Darbietung  —  ohne  Tischaufstellung  und 
ohne  Serviren  von  Speise  und  Trank  in  den  Zwischenpausen. 
Dass  ein  Concert,  in  welches  man  nur,  um  zu  hören,  kommt, 
immer  höher  stehen,  einen  vornehmeren  künstlerischen  Anstrich 
gewinnen  muss,  als  ein  solches,  bei  dem  man  von  Vornherein 
auch  an  Befriedigung  leiblicher  Bedürfnisse  denkt,  liegt  auf 
der  Hand.  Nach  der  Stimmung,  welche  bei  der  massenhaft 
besuchten  Musikauffilhrung  des  Wagner- Vereins  herrschte, 
verdiente  dieselbe  eigentlich  ein  Festconcert  genannt  zu  wer- 
den. Der  Enthusiasmus,  welchen  Bruckner's  romantische  Sym- 
phonie erweckte,  spottet  aller  Beschreibung.  Es  gab  eine  all- 
gemeine Ovation  für  den  greisen  Oomponisten,  die  durch  ihre 
Spontanelität  —  wie  selbst  Brückner  fem  oder  gar  ablehnend 
gegenüber  stehende  Berichterstatter  zugaben  —  etwas  Rüh- 
rendes, Ergreifendes  hatte.  Das  Ausstellungsorchester,  das 
sich  mit  wachsender  Begeisterung  gerade  in  die  genannte 
Symphonie  hineingespielt  hatte,  schien  an  diesem  Abend 
seine  Kräfte  verdoppelt  zu  haben,  es  bot  unter  Hm.  Schalk's 
Leitung,  der  ganz  im  Sinne  Wagner's  aus  dem  blühenden 
Werke  überall  den  eigentlichen  lißlos  herauszuholen  vnisste, 
unseres  Erachtens  in  £esem  Brückner- Vortrag  das  Trefflichste 
und  Vollkommenste,  was  wir  von  ihm  überhaupt  in  diesem 
Sommer  in  der  Musikhalle  gehört. 

Die,  wie  erwähnt^  meist  noch  jugendlichen  und  daher  an 
und  für  sich  sehr  spiellustigen  Musiker  brachten  Brückner 
gleichsam  in  einer  Art  Freudenrausch  über  ihre  eigene  un- 
geahnte Leistungsfähigkeit  einen  Tusch  aus:  er  kam  ganz 
plötzMch,  aus  freien  Stücken,  man  wusste  selbst  nicht,  wer 
ihn  anbefohlen  habe.  Ausser  der  Bruckner'schen  Symphonie, 
die  kaum  jemals  früher  so  ganz  im  Geiste  und  nach  den 
Intentionen  ihres  Schöpfers  aufgeführt  worden  sein  dürfte, 
hörte  man  noch  Wagner's  Huldigungsmarsch  und  die  auch  im 
Concertsaal  erhebende  Schlussscene  der  „Meistersinger**  (bei 
welcher  sich  auch  sehr  wacker  der  Wagner- Vereinschor  be- 
theili&;te),  dann  als  Zwischennummem  Liszt's  Humoreske  über 
„Gaudeamus**  und  Bruchstücke  aus  Hugo  Wolfs  Musik  zu 
Ibsen's  DramA  „Das  Fest  von  Solhaag**,  —  Beides  für  Chor 
und  Orchester.  Liszt^s  geistreiche  und  interessante,  sogar  mit 
einer  grossen  Fuge  ausgestattete  Humoreske  machte  über- 
raschende Wirkung.  Wolfs  fsirbenreiche  Ibsen-Musik  liess 
sich,  herausgerissen  aus  dem  Drama,  nicht  endgilti^  beur- 
theilen,  da  sie  ja  unmittelbar  für  die.  Bühne  gedacht  ist.  Sie 
enthält  sehr  wohlklingende,  volksthümlich  frische  Chöre  und 
etwas  heikle  declamatorische  Soli,  die  nicht  in  den  Händen 
der  rechten  Sänger  waren.  Das  Orchester  erschien  überall 
mit  grossem  Geschick  in  der  Weise  Wagner*s  behandelt,  ein 
paar  hochcharakteristische  Zwischenspiele  darin  fesselten  be- 
sonders. Dass  der  so  verschieden  beurtheilte  junge  Compo- 
nist  dramatisch  veranlagt  sei,  war  selbst  aus  dieser  lücken- 
haften Probe  seines  seltenen  tonsetzerischen  Vermögens  nicht 
zu  verkennen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Bericht. 

Sondershausen,  im  September.  Die  verehrlichen  Leser 
werden  aus  meinen  firüheren  Berichten  und  aus  der  Concert- 
umschau  dieser  Blätter  ersehen  haben,  welche  Fülle  des  Herr- 
lichsten aus  der  Ton  weit,  welche  glänzende  Beihe  der  erha- 
bensten Producte  des  tondichteriscnen  Schaffens  uns  die  dies- 
jährige Saison  der  Lohconcertein  reichem,  schönem  Wechsel 
gebracht  hat.  Ich  gebe  hier  noch  eine  kurze  Nachlese  des  Wich- 
tigsten aus  dem  6.  bis  16.  Concerte.  Vor  Allem  sei  des  Lei- 
ters, der  Seele  des  Ganzen,  Hofcapellmeisters  Prof .  Schröder, 
in  rühmendster  Anerkennung  gedacht.  Schröder  darf  den 
Dirigenten  ersten  Banges  beigezählt  werden.  Die  Ruhe  und 
Sicherheit  seiner  Leitung,  die  feinen  Schattirungen  und  Nuan- 
cirungen  in  Vortrag,  Rhythmik  und  Dynamik  verdienen  das 
höchste  Lob  ohne  alle  Einschränkung.  Die  Präcision,  der 
Schwimg  der  von  ihm  geleiteten  orchestralen  Auffuhrungen 
sichern  ihm  stets  den  einhelligen  Beifall  der  Zuhörerschaft. 
Das  ist  keine  automatenmässige  Taktschlägerei,  das  ist  wohl- 
durchdachtes, geist-  und  verständnissvolles  Spielen  auf  dem 
mächtigen  Gesammtinstrumente  —  Orchester  genannt.  Die 
Capelle  versteht  jeden,  auch  den  leisesten  Wink  ihres  Meisters 
und  geht  auf  seine  künstlerischen  Ideen  und  Intentionen  mit 


478 


stets  bereiter  Hixigabe  ein.  Als  besonders  glanzvolle  Repro- 
dactionen  ans  dem  6.  bis  15.  Ooncerte  nenne  ich  die  Wieder- 
gabe von  Rienienscbneider*B  „Jnlinacbt**,  eines  feinsinnigen, 
genialen  TonpoSms,  welches  im  8.  Goncert  das  Publicum 
ausserordentlich  entzündete  und  sehr  sympathisch  aufgenom- 
men wurde,  der  Symphonien  von  Klu^hardt  in  Omoil,  von 
Beethoven  (No.  6  in  Cmoll,  No.  8  in  Fdur  und  No.  6.  Fasto- 
rale), von  Mo^rt  (Jupiter),  von  Schubert  (HmoU  und  Cdur), 
von  Baff  („Im  Walde^)^  von  Manns  (Preissymphonie  in  Es) 
und  von  Brahms  (No.  1  in  OmoU);  femer  der  Ouvertüren  zu 
„Tannhäuser**,  „Egmont**.  „Euryanthe^  und  „Friedensfeier** 
von  Beinecke,  weiter  des  Trauermarsches  aus  Wagner's 
„Götterdämmerung'*,  des  yorn>iels  und  „Isoldens  Liebestod*' 
aus  Wagner's  „Tristan  und  Isolde**,  endlich  des  „Phaöton**  von 
Saint-Saöns,  letztere  beiden  Werke  im  13.  Goncert.  Grosse 
Hochgenüsse  bot  das  15.  Goncert  am  11.  Sept.  Schumann's 
9.  Symphonie  in  Gdur,  schwunfi^voU  au%eftülrt,  erzielte  in  allen 
Sätzen  stürmischen  BeifjEJl.  Ebenso  elektrisirten  die  übrigen 
orchestralen  Gktben  des  Gonoertes:  Vorspiel  zuSchröder^s  Oper 
„Aspana**  und  Eine  Faust-Ouverture  des  unsterblichen  Bav- 
reutner  Meisters  in  ihrer  brillanten,  feuersprühenden  Ausfhn- 
mng  das  Publicum.  Ausserdem  kam  noch  zu  Gehör  M.  Bruch's 
2.  Violinconoert  in  DmoU,  dessen  pathetischer  erster  und  ge^ 
sangreicher  zweiter  Satz  anzuerkennen  sind,  w&hrend  der 
dem  zweiten  anfeschloesene  Schinassatz  von  Trivialitäten  nicht 
freizusprechen  ist.  Das  Goncert  wurde  ganz  wundervoU  von 
unserem  (3oncertmeister  Gorbaoh  gespielt,  üeber  diesen 
ezceUenten  Gheiger  noch  einige  Worte.  Wir  freuen  uns,  die- 
sen hervorragenden  Künstler  den  Unseren  nennen  zu  können. 
Eine  kostbare  Beihe  der  besten  Violinconcerte  hat  er  uns  in 
der  diefijfthrigen  und  vorjährigen  Saison  mit  gleicher  Meister- 
schaft gespendet:  Bruch's  GmoU  (zwei  Mal)  und  Dmoll,  Beet- 
hoven, Wieniawski  (DmoU),  Spohr's  „Gesangscene**  etc.  Schon 
aus  dieser  Zusammenstellung  erhellt  seine  IJniversalität. 
Höchste  Eleganz  und  Schönheit  in  Ton  und  BogenftÜirung, 
absolute  Beinheit  der  Intonation,  Gorrectheit  una  Sauberkeit 
der  Passagen,  vollkommene  Technik  stehen  ihm  zu  Gebote. 
Die  Spohrsche  „G^esangscene**  z.  B.,  an  welche  sich  heutzu- 
tage nicht  eerade  viele  Virtuosen  wagen,  wurde  von  ihm  in 
jeder  Beziehung  meisterlich  wiedergegeben.  Das  seelenvolle 
Spiel  im  langsamen  Mittelsatze,  die  schwierigen  DoppelgrijBf- 
eänge  in  Terzen,  Sexten,  Octaven,  Dedmen,  nicht  minder 
die  so  heiklen  DopneltriUer,  bei  äusserster  Gorrectheit  und 
Beinheit  in  spielender  Leichtigkeit  dargeboten,  erregten  vor- 
behaltlose Bewunderung:  kurzum,  es  war  eine  Meisterleistung. 
Nicht  unerwähnt  will  ich  lassen,  dass  der  von  hier  abgehende 
Violoncellist  Hr.  Alfred  Martin  im  8.  Goncert  das  Amoll- 
Goncert  von  Davidoff  mit  ausgezeichneter  Bravour  und  bestem 
Gelingen  unter  grossem  Beuall  vortrug;  würde  er  dasselbe  zu 
seinem  Debüt  in  Helsingfors  wählen,  so  dürfte  dies  eine 
höchst  vortheilhafbe  Introduction  sein.*)  F.  F. 


Concertumschau. 

Genf.  14  (3oncerte  in  der  Elathedrale  v.  St  Pierre,  ver- 
anstaltet während  des  Monats  August  von  Hm.  Barblan: 
Solovorträge  des  Hm.  Barblan  (Org.,  Fugen  in  GmoU,  AmoU 
u.  Emoll,  Gmoll-Phant.,  Sarabande  etc.  v.  S.Bach,  Variat.  a. 
Op.  1  u.  Pröludes  in  Gmoll  u.  AmoU  v.  0.  Barblan,  „L* Adieu 
des  Bergers**  a.  „L'Enfance  du  Ghrist**  v.  Berlioz,  Praelu- 
dium  üb.  „0  Traurigkeit,  o  Herzeleid**  v.  Brahms,  Toccata 
etc.  V.  Dubois,  Adagio  a.  Op.  16  v.  G.  Franck,  AUe^etto 
V.  Gade,  „Priöre**,  Variat.  a.  Op.  42  etc.  v.  Guilmant,  Finale 
a.  dem  DmoU-Gonc.  etc.  v.  Händel,  „Legende**  v.  Th.  Kirch- 
ner, Introd.  u.  Andantino  a.  Op.  177  v.  F.  Lachner,  Andante 
v.  Lemmens,  Offert,  a.  der  Graner  Festmesse  v.  Liszt,  Sätze 
a.  der  1.  u.  2.  Son.  etc.  v.  Mendelssohn,  Sätze  a.  Op.  89,  49, 
88  u.  118  V.  G.  Merkel,  Son.  Op.  88  v.  J.  Bheinberger, 
Finale  a.  „Noöl**  v.  C.  Saint-Saöns,  Andantino  v.  Salom6, 
Adagio  relig.  v.  H.  v.  Senger,  Fragment  a.  „Parsifal**  von 
Wagner  u.  AUegretto  a.  der  6.  Symph.  v.  Widor,  darunter 
verschiedene  Nummern  in  wiederholter  Aufführung),  der  Sän- 
gerinnen Frau  Kraffl  u.  Frls.  Mercier  u.  Trouchet  (Arie  v. 
Gaul  etc.),  der  Sänger  HH.  G.  H.,  Nagy  u.  Saxod,  der  Vio- 
linistin Frl.  Bumitz,  des  Violinisten  Hm.  Sommer  (Elegie  v. 

*)  Der  Weggang  dieses  jungen  ungemein  talentirten 
Künstlers,  welcher  seine  Studien  am  k.  Gonservatorium  zu 
Leipzig  unter  Julius  Kiengel  gemacht  hat,  ist  jedenfalls  ein 
Verlust  für  die  Sondershäuser  HofcapeUe.  D.  Bed. 


Massenet,  Pröl.  a.  „Le  Döluge  y.  Saint-Saöns  etc.)  u.  der 
Violoncellisten  HH.  J  imod  u.  Lang.  (Die  Programme  dieser 
Goncerte  unterscheiden  sich  in  mren  Orgelnummem  nur 
wenig  von  denen  der  Goncerte,  welche  derselbe  Künstler  im 
Monat  JuU  veranstaltet  hat.  Der  treffUche  Organist  wird 
dafür  sicher  im  nächsten  Sommer  mit  ganz  neuen  Program- 
men seine  Zuhörer  überraschen.) 

Leipzig.  Abendunterhalt,  im  k.  Gonservat.  der  Musik 
am  16.  Sept.:  Glavierson.  Op.  24  v.  Weber  =  Hr.  Turner  a. 
London,  (JlayiersoU  v.  Ghopm,  Paderewski  (Mel.)  u.  Schu- 
mann rlNoveUette**  Op.  21 ,  No.  3)  «»  Frau  Riese  aus  New- 
York,  Gesangsoli  y.  Schumann  u.  Gade  =  Hr.  Pinks  a.  Pausa, 
Violinconc.  v.  Mendelssohn  =  Hr.  Lauboeck  aus  Wunsiedel, 
EmoU-Glaviertrio  v.  Haydn  =  Frl.  Schinkel  a.  Gleveland  (Ohio) 
u.  HH.  Lauboeck  u.  SchlemüUer  a.  Leipzig,  GmoU-GLavierconc 
V.  Mendelssohn  =  Frl.  Burbage  a.  Washington. 

Sondershaosen.  Lohconcerte  (Prof.  Schröder):  No.  16. 
2.  Symph.  v.  Schumann,  Eine  Faust-Ouverture  v.  Wagner, 
Vorspiel  zur  Oper  „Aspasia^  v.  G.  Schröder,  2.  Violinconc. 
▼.  Bruch  (Hr.  Gorbach).  No.  16.  Reformationssymphoiiie  v. 
Mendelssohn,  Seren.  £  Streichorch.  v.  H.  Hof  mann,  „Ana- 
kreon**-Ouverture  v.  Gherubini,  ViolonceUvorträge  des  Hm. 
A.  Martin  (2.  Gonc.  v.  G.  Schröder  und  Russ.  Phant.  von 
Davidoff). 

Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  tmä 
Datum  müssen  vollständig  unbeachiet  bleiben! 


Engagements  und  Gltte  in  Oper  und  Concert. 

Frankfart  a.  M.  Als  Manrioo  gastirte  hier  Hr.  Lnnde 
aus  Danzig,  ein  junger  Sänger  mit  hübschen  stimmlichen 
Mitteln,  aber  noch  ganz  ungenügender  Scbulung,  sodass  man 
sein  hiesiffes  Auftreten  als  venrüht  bezeichnen  muss.  — 
Halle  a.  S.  In  unserem  schmucken  Stadttheater  wird  in  der 
bereits  eröffiieten  Saison  als  OpemcapeUmeister  ein  Hr.  Beig 
fungiren.  Als  Heldentenor  tritt  Hr.  Galiga,  als  Bariton  Hr. 
Eilers  neu  in  das  Opemensemble  ein.  —  HambUFg.  Dem 
Director  unseres  Musentempels  muss  man  nachsagen,  dass  er 
für  aufgehende  Kunststeme  eine  feine  Nase  hat.  So  wurde 
neuestens  der  Tenorist  Hr.  Grüning  fär  unser  Opemensemble 
von  ihm  gewonnen,  ein  Künstler,  der  sicher  eine  bedeutende 
Zukunft  vor  sich  hat,  falls  er  seine  Kräfte  in  dem  geschäfts- 
mässigen  Kunstgetriebe  des  Hm.  Hofrath  PoUini  nicht  vor- 
zeitig aufbraucht.  —  Worms.  Im  Festspielhaus  wird  in  der 
bevorstehenden  Saison  eine  Beihe  Opemaufführungen  seitens 
des  Mainzer  Opempersonals  stattfinden. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  17.  Sept.  „0,  Heiland,  reiss 
die  Himmel  auf"  v.  J.  Brahms.  „Gredo"  v.  M.  Hauptmann. 
18.  Sept.  „Nicht  unserm  Namen,  Herr,  sei  Ehre  gegeben*'  v. 
Mendelssohn. 

Torgau.  Stadtkirche:  18.  Sept.  „Gross  sind  die  Wogen** 
V.  E.  F.  Richter. 

Zwickau.  St.  Marienkirche:  21.  Aug.  bis  Ende  Sept. 
„Der  Herr  ist  mein  Hirte"  v.  H.  Kretzschmar.  „Sanctus"  v. 
Bortniansky.  „Wir  anbeten  dich"  u.  „Ecce  quomodo  moritur" 
V.  GaUus.  „Gloria"  a.  der  Esdur-Messe  v.  Schubert.  „Herr, 
zu  dir  will  ich  mich  retten"  v.  Mendelssohn.  Psalm  67  v 
»A.  Hase. 

Vermiscilte  Mittlieilungen  und  Notizen. 

*  Die  Golonne-Goncerte  in  Paris  werden  am  16.  Oct., 
die  Lamoureux-Goncerte  ebendaselbst  am  23.  Oct,  be- 
ginnen. 

*  Die  berühmte  Leipziger  Gla  viörfabrik  JuliusBlüthner 
wird  in  Berlin  vomOctober  ab  einen  Concertsaal,  mit  ihrer 
dortigen  Filiale  verbunden,  für  Concortgeber  unter  günstigen 
Bedingungen  disponibel  haben.  Neben  dem  Saal  Bechstein 
wird  also  auch  ein  Saal  Blüthner  in  der  Reichshauptstadt 
existiren. 

*  Das  k.  Gonservatorium  zu  Dresden  hat.  einem  viel- 
gehegten Wunsch  von  Interessenten  entsprechend,  am  15.  Sept. 
eine  Zweiganstalt  in  Dresden-Neustadt  mit  einer  an- 
sehnlichen Anzahl  von  Schülern  eröfinet. 


479 


*  Dieser  Tage  wurde  im  Vestibüle  des  Fenioe-Theaters 
in  Venedig^  eine  sprechend  ähnliche  Marmorbüste  Yerdi's, 
ein  Werk  des  Bildnauers  Ang:asto  Benvennti,  feierlich  ent- 
hüllt. 

*  Ein  Bichtersprach  des  Senats  in  St.  Petersbnrg  hat  die 
Heränggabe  einer  Serie  von  nachgelassenen  Werken 
G h OD i n ' s  gestattet,  deren  Eigenthumsrecht  den  HH. Gtebetner 
&  Wolff  durch  die  Erben  einer  Schwester  Chopin*8  bestritten 
worden  war. 

*  Das  Project  einer  sogen,  „zweiten''  Oper  in  Berlin 
scheint  plötzlich  wieder  ins  Wasser  gefallen  zu  sein,  anschei- 
nend aus  Mangel  an  dem  zur  Gründung  nöthigen  kleinen  G^lde. 

*  Bich.  Wagner*s  „Lohengrin**  ist  während  des 
1.  Jahres  seiner  Pariser  Aufführungen  64  Mal  in  der  franzö- 
sischen Hauptstadt  in  Scene  gegangen. 

*  Die  Komische  Oper  in  Paris  hat  dieser  Tm^  mit 
Massenet's  zum  151.  Male  gegebener  „Manon**  ihre  Pforten 
wieder  eröfi&iet. 

*  Das  Monnaie-Theater  in  Brüssel  hat  mit  Yerdi*s 
. A'lda'*  die  Saison  erö£fnet.  Die  alten  bewährten  Kräfte  wur- 
den herzlich  bewillkommnet,  die  Debütanten  durch  ermuntern- 
den BeifiEdl  belohnt. 

*  Im  Hoftheater  zu  Sondershausen  wird  in  n.  Saison 
erstmalig  die  neue  einactige  Oper  „Der  Askef  des  dortigen 
HofBapeUmeisters  Prof.  0.  Schröder  in  Scene  gehen. 

*  In  der  Presse  spukt  in  letzter  2ieit  ganz  mächtig  eine 
neue  Oper  des  Geigenvirtuosen  Hrn.  Hubay  recte  Huber. 
Zur  Erhöhnnjg;  des  äteresses  an  dem  bevorstehenden  Ereig- 
nisse einer  öf^ntUchen  Auäührung  derselben  wird  neuerdings 
sogar  mitgetheilt,  dass  der  Gomponist  das  in  der  Novität  vor- 
gesehene Violinsolo  hinter  den  Ooulissen  eigenhändig  spielen 
werdö,  und  zwar  auf  einer  echten  Stradivarius!  Es  fehlt 
nur  noch  die  Angabe  des  zu  benutzenden  Bogens  und  Golo- 
phoniums,  um  den  Knalleffect  vollständig  zu  machen. 

*  Impresario  Iiafi;o  wird  imOlympia-Theater  in  London 
im  October  eine  Italienische  Opernsaison  eröfinen.  Von 
Keuigkeiten  des  Bepertoiree  sind  „Eugene  Oneguine**  von 
Tsohaikowskj  und  eine  dem  Titel  nach  noch  unbekannte 
Oper  von  Puccini  in  Aussicht  genommen. 

*  Maöstro  Mascagni,  der  Gomponist  der  „Gavalleria 
rusticana**,  ist  gegenwärtig  in  Wien  der  Gegenstand  der  Yer- 

fötterung  seitens  des  Pubncums.  Er  hat  in  der  Ausstellunfir 
ereits  zwei  Mal  seinen  „Amico  Fritz^  persönlich  dirigirt  und 
wird  später  das  Gleiche  in  der  Hofoper  mit  demselben  Werke 
und  der  „Gavalleria  rusticana**  thun. 

*  An  Stelle  des  kürzlich  heimgegangenen  Hofcapell- 
meisters  Kahle  ist  Hr.  Dr.  Muck,  zuletzt  als  Ganellmeister 
am  Deutschen  Landestheater  zu  ^rag,  an  die  Hofoper  zu 
Berlin  berufen  worden.  Es  hiess  vor  einiger  Zeit,  dass  Hr. 
Ho&ath  Pollini  denselben  an  seine  Hamburger  Bünne  enga- 
girt  habe,  welcher  Mittheilung  die  Berliner  Anstellung  wider- 
spricht. Wie  Sein  dortifi;er  Gollege  Hr.  Weingartner  war  Hr. 
Dr.  Muck  ebenfalls  Schüler  des  k.  Gonservatonums  zu  Leipzig 
und  erregte  schon  damals  durch  sein  hervorragendes  Talent 
Aufsehen. 

*  Hr.  Gustav  Hinke,  nicht  nur  Einer  der  allerersten 
Meister  seines  Instrumentes,  sondern  auch  ein  durch  echte 
künstlerische  Gesinnung^  und  wahre  Herzensbildung  sich  aus- 
zeichnender Mensch,  ocging  in  vor.  Woche  das  25jährige 
Jubiläum  seiner  Thätigkeit  tSs  1.  Oboer  des  Leipziger  Theater- 
und  Gewandhausorchesters. 

*  Hr.  Anton  Rubinstein  soll  die  Absicht  haben,  den 
sehr  zweifelhaften  Ruhm,  den  er  auf  litterarischem  Gebiete 
sich  erworben  hat,  durcn  Niederschrift  seiner  Memoiren  zu 
vermehren. 

*  Der  Bariton  Hr.  Max  Heinrich  ist  zum  Director  des 
Gonservatoriums  in  Milwaukee  erwählt  worden. 

*  Hr.  W.  F.  Nicolai  im  Haag-  erhielt  den  Niederländi- 
schen Löwen-Orden  verliehen,  während  der  Gomponist  Hr. 
J.  0.  Boers  in  Delft  zum  Ritter  des  Ordens  von  Oranien- 
Nassau  ernannt  wurde. 

Todtenllste.  Albert  G.  Ryder,  in  Boston  sehr  angesehener 
Sänger,  f,  55  Jahre  alt.  —  Garl  Faust,  bekannter  Tanzcom- 
ponist,  f,  67  Jahre  sdt,  am  12.  Sept.  in  Kadowa. 


Offener  Sprechsaal. 

Zu  meiner  Methode  der  Schlüssel-Lehre. 

In  No.  14  des  1.  Jahrg.  d.  Bits,  habe  ich  einen  Artikel  ver- 
öffentlicht, der  die  Bedeutung  meiner  Methode  erklären  soll, 
die  ich  in  einer  vorher  erschienenen  Schrift  „Die  Schlüssel- 
und  Transpositions-Lehre  in  der  Musik*'  ausfiihrlich  nieder- 

£  siegt  habe.  Am  Schlüsse  dieses  Artikels  habe  ich  meine 
eser  gebeten,  sich  darüber  ein  ürtheil  zu  bilden,  ob  1)  das 
Princip,  das  ich  bringe,  absolut  betrachtet,  verfeendbar  ist  in 
dem  l^nne,  dass  es  zugleich  Klarheit  una  Schnelligkeit  des 
Lernens  bedinfi^  und  ob  es  2),  relativ  betrachtet,  verwendbar 
ist  in  dem  Sinne,  dass  es  einen  Fortschritt  gegen  andere 
bedeutet. 

Es.  sind  drei  Entgegnungen  erschienen:  Eine  in  No.  19 
von  E.  Grüel,  Eine  in  No.  20  von  Dr.  Johannes  Merkel  und 
Eine  in  No.  86  von  Richard  Timmerscheidt.  Ich  werde  hier 
auf  alle  Drei  gleichzeitig  antworten. 

Zunächst  muss  ich  oedauern,  dass  sich  Keiner  meiner 
G^ner  an  meine  beiden  Fra^n  gehalten  hat;  die  erste  Frage 
ist  nur  berührt,  und  die  Zweite  ist  gänzlich  übersehen  worden. 
So  hat  denn  leider  diese  Disputation  nicht  den  Zweck  eines 
allseitigen  Durchdenkens  erreicht.  Jeder  meiner  Gegner  hat 
sich  nur  an  ein  paar  Einzelheiten  gehalten  und  diese  von  einem 
nach  meinem  Urtheil  recht  einseitigen  und  subjectiven  Stand- 
punct  aus  beleuchtet 

Was  den  Vorschlag  von  E.  Grüel  angeht,  so  hat  E.  Grüel 
gerade  die  Ergebnisse  meiner  Schrift  ganz  unber1!Lck8ichtigt 

(lassen.    Unser  Schlüsselsystem  ist  historisch  aus  foljgendem 
ystem  entstanden: 


Sv 


Das  heisst  also:  man  zeichnete  die  Noten  auf  Linien  und  nahm 
so  viele  Linien,  als  man  gerade  nOthig  hatte.  Zur  Erleichte- 
rung der  Uebersicht  benannte  man  nicht  eine  einzige  Linie, 
sondern  eine  ganze  Anzahl,  im  Abstand  von  je  Zweien.  Genau 
das  ist  es  nun,  was  ich  wieder  verwerthe.  Zunächst  benenne 
ich  nicht  das  tieüste  G,  sondern  das  nächste  höhere  H,  und 
zwar  mit  dem  Gamma-Zeichen  (F),  sodass  also  mein  System 
so  aussieht: 


m 


:ö2: 


Dann  stelle  ich  den  ersten  Grundsatz  zum  Verständniss  der 
Schlüssel  auf,  dass  nicht  die  Linien  das  Feststehende  und  die 
Schlüssel  das  Bewegliche  sind,  sondern  umgekehrt  die  Schlüssel 
das  Feststehende  und  die  (5)  Linien  das  Bewegliche.  Und 
darauf  entlehne  ich  der  obigen  Figur  die  Systematik  der 
Mehrpuncte,  indem  ich  bei  jäem  Schlüssel  die  Beiden  oder 
den  Nachbarschlüssel  hinzufüge.  Diese  Systematik  der  Mehr- 
puncte ist  das  vorzüglichst«  Mittel,  die  Schlüssel  schnell  zu 
erlernen.  Durch  diese  Systematik  zerfallen  alle  Schlüssel  in 
zwei  Gruppen:  in  die,  zu  denen  man  beide  Nachbarschlüssel 
hinzustellen  kann,  weil  sie  auf  der  mittleren  Linie  stehen, 
und  in  die,  zu  denen  man  nur  einen  Nachbarschlüssel  hin- 
zufügen ksmn,  weil  sie  auf  der  2.  oder  4.  Linie  stehen.  Die 
Schlüssel  auf  der  obersten  und  untersten  Linie  werden  in 
meinem  System  nie  als  selbständige,  sondern  stets  als  Nach- 
barschlüssel aufgefSeisst. 

E.  Grüel  ignorirt  diese  Ergebnisse  meines  Systems  voll- 
kommen und  macht  dann  eine  Anzahl  von  praktischen  Vor- 
schlägen, die  übrigens  zum  Theil  schon  bekannt  sind  (siehe 
die  Clavierschule  von  Riemann).  Dass  E.  Grüel  an  Stelle 
meiner  Quinten-Reihe  eine  Terzen-Reihe  setzen  will,  ist  erstens 
ganz  willkürhch  und  zweitens  sehr  unpraktisch,  weil  es  sich 
um  vier  Quinten  (c — f,  c — g,  g— d,  f — h)  handelt,  dagegen 
um  eine  unübersichtliche  Anzanl  von  Terzen. 

Dr.  Johannes  Merkel  bringt  ausser  seinem  Urtheil  über 
mein  System  noch  den  Elflinien- Vorschlag,  den  Riemann  in 


480 


seiner  Glavierschule  faktisch  verwandt  hat,  ohne  dass  er  das 
zu  wissen  scheint.  Was  seine  Beptierkmxgen  zu  meinem  Sy- 
stem angeht,  so  muss  ich  diese  als  unzulänglich  bezeichnen. 
Dr.  Johannes  Merkel  sagt:  „Ob  ich  das  c  durch  den  C- 
Schlüssel  auf  der  mittleren  Linie  oder  durch  den  G-Schlüssel 
auf  der  obersten  oder  endlich  durch  den  F-Schlüssel  auf  der 
untersten  Linie  bezeichne,  ist  gleichgiltig.  Ebenso  würde  der 
C-Schlüssel  auf  der  untersten  Linie  dem  G-Schlüssel  auf  der 
mittleren  Linie,  der  G-Schlüssel  auf  der  4.  dem  F-Schlüssel 
auf  der  2.  Linie  entsprechen.  Li  diesen  drei  Fällen  steht 
immer  nur  ein  Schlüssel  da,  wo  er  auch  in  der  Praxis  vor- 
kommt: der— C-Schlüsselj  dagegen  sind  die  zur  Vergleichung 
herangezo^nen  G-  und  F-Schlüssel  auf  Linien  gesetzt,  auf 
denen  sie  in  der  Praxis  keine  Berechtigung  haben."  [Das  soll 
wohl  nur  heissen:  „auf  denen  sie  in  der  Praxis  nicht  vor- 
kommen"?!! „Hieraus  geht  hervor,  dass  dieser  Vergleich  die 
Kenntniss  der  Noten  im  F-  und  G-Schlüssel  voraussetzt  und 
nur  dazu  dienen  soll,  die  Erlernung  der  in  den  C-Schlüsseln 
geschriebenen  .zu  erleichtern."  Verzeihen  Sie,  Hr.  Doctor, 
diese  Logik  kann  ich  nicht  fassen.  Also  in  diesen  drei  Fällen 
kommt  der  Ot-  und  F-Schlüssel  auf  Linien  vor,  in  denen  er  in 
der  Praxis  nicht  vorkommt,  und  ich  setzte  folglich  (!!)  die 
Kenntniss  dieser  ungebräuchlichen  G-  und  F-Schlüssel  voraus, 
um  die  C-Schlüssel  zu  lehren?  Das  ist  ja  aber  —  ein  Nonsens! 
Wenn  ich  die  Kenntniss  der  ungebräuchlichen  F-  und  G- 
Schlüssel  voraussetzte,  dann  brauchte  ich  doch  wohl  überhaupt 
nicht  die  (gebräuchlichen)  C-Schlüssel  zu  lehren,  weil  sie  mit 
ihnen  identisch  sind.  Wenn  hier  der  F-  und  G-Schlüssel  auf 
ungebräuchlichen  Linien  vorkommt,  dann  setze  ich  doch  nicht 
deswegen  (!!)  seine  Kenntniss  voraus!  Sollte  Hmen  vielleicht, 
als  Sie  „F-  und  G-Schlüssel"  hinschrieben,  in  Gedanken  der 
biedere  Violin-  und  Bassschlüssel  vorgeschwebt  haben,  das 
heisst  der  G-Schlüssel,  der  auf  der  2.  Linie  steht,  und  der 
F-Schlüssel,  der  auf  der  4.  steht? 

Wie  eine  Anmerkune;  der  Redaction  in  No.  36  erklärt, 
hat  Richard  Timmerscheidt  seine  Entgegnung  auf  den  Wunsch 
der  Redaction  in  eine  „Beleuchtung"  meiner  beiden  Schriften 
umgewandelt.    Was  den  ganzen  Tß)n  dieser  Beleuchtung  an- 

feht,  so  fiLllt  dieser  auf  seinen  Urheber  zurück;  ich  kenne 
ie^  Tpnart  nicht  ausreichend,  um  in  ihr  Richard  Timmer- 
scheidt antworten  zu  können.  Ich  bescHrähke  mich'dahet'a^lf 
«ine  Erwägung  des  sachlichen  Gehaltes  dieser  Beleuchtung. 
Inwiefern  es  -prätentiös"  ist,  dass  ich  im  Vorwort  meiner 
zweiten  Schriift  erwähne,  meine  Erste  sei  am  28.  November 
1891  herausgekommen,  vermag  ich  nicht  zu  verstehen,  das 
ist  nach  meiner  Absicht  nur  eine  Zeitangabe.  Wenn  Richard 
Timmerscheidt  durch  den  Hinweis  auf  diesen  geringfilgigen 
Umstand  „zeigen"  will,  dass  ich  Alles,  was, ich  sagte,  präten- 
tiös vortrüge,  so  ist  das  ein  reizendes  Progn'ostikon  mr  seine 
Sachlichkeit.  Richard  Timmerscheidt  meint,  dass  der  Inhalt 
meiner  ersten  Schrift  „eigentlich"  nur  ein  Aufzählen  aller 
möglichen  Schlüssel  sei.  Nun  ja.  „eigentlich"  ist  Schopen- 
hauer's  „Welt  als  Wille  und  Vorstellung"  nur  eine  —  Zusam- 
menstellung von  Buchstaben.  Meine  Transpositions-Lehre 
sei  mechanisch  und  unfruchtbar,  wirft  mir  R.  T.  vor.  Zu- 
nächst führe  ich  überhaupt  nur  die  Transpositions-Lehre  vor, 
soweit  sie  angewandte  Scülüssel-Lehre  ist  (siehe  mein  Buch), 
und  zweitens  ist  sie  so  nicht  unfruchtbar.  Die  von  Riemann 
geforderte  „vielfältige  Variabilität  der  Auffassung  der  Ton- 
höhebedeutung des  Liniensystems"  (Generalbassspiel  Seite  28) 
setzt  doch  die  Kenntniss  der  sieben  Schlüssel  voraus!  Natür- 
lich behandelt  Riemann  die  Transpositions-Lehre  erschöpfen- 
der als  ich,  weil  sie  mir  nicht  Selbstzweck  ist,  sondern  An- 
hang. Wenn  R.  T.  meint,  es  sei  eine  „amüsante  Schmeichelei 
für  die  Leser  der  Schrift",  dass  ich  erkläre,  eine  stark  ge- 
färbte Subjectivität  sei  verständlicher  und  kraftvoller,  als  eine 
abgeklärte  Objectivität,  so  irrt  er;  um  eine  Schmeichelei  han- 


delt es  sich  mir  nicht,  sondern  um  das  Hervorheben  einer 
bekannten  Thatsache.  Sollte  sie  R.  T.  nicht  bekannt  sein? 
Dann  führt  R.  T.  ein  paar  Stellen  meiner  zweiten  Schrift  an. 
die  ihre  Spitze  gegen  die  Oberflächlichkeit  des  üblichen  Unter- 
richts ricnten,  wie  sie  sich  besonders  in  der  Damm'schen 
Cla vierschule  zeigt,  und  findet  darin  nichts  Anderes,  als 
„Grobheit".  Das  .nennt  man  Kritik!  Also  ich  decke  mit  der 
deutlichsten  Klarheit  die  vorhandene  Oberflächlichkeit  auf, 
ich  bekämpfe  sie  auch  praktisch,  indem  ich  die  Frucht  meines 
langen  und  ernsten  Nachdenkens  der  musikalischen  Welt  über- 
reicne,  und  nun  wird  mir  nichts  Anderes  gesagt,  als  dass  ich 
„grob"  sei!!  Soll  man  denn  die  Dummheit  becomplimentiren 
und  das  Gute  zum  Fenster  hinauswerfen?  Ist  das  „Höflich- 
keit"? Was  die  „Masse  von  Wunderlichkeiten"  angeht,  die 
Richard  Timmerscheidt  in  meinen  Schriften  findet,  so  muss 
ich  ihn  bitten,  mir  zu  zeigen,  wo  ich  diesen  Unsinn  ge- 
schrieben hätte.  Wo  verlange  ich  filr  die  Praxis  die  Ein- 
führung des  C-Schlüssels  auf  der  2.  Linie  für  den  Alt?  Wo? 
Sage  icn  nicht  vielmehr  ausdrücklich,  dass  der  Aenderung 
der  Praxis  wohl  unüberwindliche  Schwierigkeiten  entgegen- 
stehen dürften?  Wo  verlange  ich  die  Einführung  des  Bariton- 
Schlüssels?  Wo?  Was  ist  denn  das  für  ein  Manöver,  Unsinn 
zu  erdenken,  der  genau  Dem  widerspricht,  was  ich  gesagt 
habe,  und  nun  zu  oehaupten.  ich  hätte  diesen  Unsinn  ausge- 
sprochen, und  sich  über  mich  lustig  zu  machen?  Dass  die  Ein- 
führung eines  C-Schlüssels  zwischen  der  mittleren  und  4.  Linie 
für  die  Tenorstimme  nützlich  wäre,  zeigen  die  praktischen 
Versuche,  die  man  damit  schon  gemacht  hat,  und  die  viel- 
fachen Bemerkungen.  Bei  der  Anwendung  des  Violinschlüs- 
sels liegt,  abgesehen  von  der  rohen  Fehlerhaftigkeit,  der 
Uebelstand  vor,  dass  man  häufig  nicht  weiss,  ob  Tenor  oder 
Sopran  gemeint  ist.  Dieser  Schlüssel  kann  nicht,  wie  R.  T. 
behauptet,  mit  zwei  anderen  C-Schlüsseln  verwechselt  werden, 
weil  sich  diese  Verwechselung  beim  ersten  Ton  schon  durch 
die  Secunden-DifPerenz  verrathen  würde.  Dass  er  aus  meinem 
System  herausspringe,  ist  unerweisbar.  Richard  Timmerscheidt 
mag  sich  dies  System  einmal  ansehen,  ehe  er  so  summarische 
Behauptungen  aufstellt.  In  meiner  zweiten  Schrift  wird  er 
am  Anfang  ausreichende  Belehrung  finden.  Dass  man  nach 
der  „guten  alten  Methode"  lernen  solle,  finde  ich  etwas  —  be- 
qvea.  Das  Trägheitsgesetz  regiert  ja  die  W«lt,  aber,  nieh^ 
soweit,  dass  es  nie  überwunden  werden  könnte.  Die  Behaup- 
tung, dass  man  vor  meinen  Büchern  über  das  Wesen  der 
Schlüssel  Nichts  gewusst  habe,  stellt  Richard  T.  auf,  nicht  ich. 
Wenn  er  sich  darüber  lustig  macht,  —  ich  thue  es  auch.  Zum. 
Schluss  citirt  R.  T.  noch  meine  Bemerkungen  über  die  Ober- 
flächlichkeit eines  grossen  Theiles  der  modernen  Kritik,  er 
weiss  wieder  nichts  Anderes  daraus  zu  nehmen,  als  „Arro- 
ganz", trotzdem  er  gleichzeitig  die  Forderungen,  die  icn  auf- 
stelle, als  „richtig"^  anerkennt.  Ist  das  nicht  widersinnig? 
„Da  muss  man  denn  doch  Protest  erheben,  nicht  gegen  me 
richtigen  Forderungen  von  Arend,   sondern  gegen  flire  arro- 

fante  Anwendung!"  Also  meine  Forderungen  sind  richtig, 
ass  ich  sie  aber  ausspreche,  das  ist  arrogant?  Mein  lieber 
R.  T.,  die  Arroganz  liegt  auf  Ihrer  Seite,  nämlich  darin,  dass 
Sie  mit  der  Prätention  auftreten,  eine  „Kritik"  •)  meiner  Bücher 
zu  geben  und  dass  Sie  Nichts  als  Ihren  Subjectivismus  geben, 
den  Subjectivismus  eines  recht  mediokren  Subjectes.  Ich  bin 
es,  der  den  Lessing  für  sich  hat,  nicht  Sie;  lesen  Sie  einmal 
gelegentlich  nach,  was  der  von  der  Kritik  verlangt.  Nicht 
Gheistreichelei  und  Witze  und  einseitige  Schlagworte,  die  ihre 
Wirkung  auf  die  grosse  Masse  nie  verfehlen,  sondern  mann- 
haften Ernst,  unbestechliche  Wahrheitsliebe,  wirkliches  Wollen. 
Das  verlange  auch  ich  von  Ihnen,  mein  Verehrtester!! 

Max  Arend. 

*)  Warum  nicht  mehr  „Beleuchtung"  ?  D.  Red. 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Lieder  für  eine  Singstimme  mit  Clavier- 

begleitung. 

Henri  PetPl.    Sechs  Lieder,  Op.  4.    Leipzig,  Fr.  Kistner. 

Zu  den  neuen  Liedern,  die  kennen  zu  lernen  uns  Freude 
gemacht  hat,  zählen  namentlich  auch  diese  von  Petri :  sie  sind 
wirklich  sehr  schön  und  innig  in  der  Stimmung  und  in  jeder 


Hinsicht  von  grosser  Noblesse.  Es  sind  zwei  herzige  Stücke 
im  Volkston  nach  Chamisso  und  Albert  Träger,  ein  „Li- 
thauisch",  das  etwa  wie  Chopin's  „Das  Ringlem"  anmuthet, 
ein  edel-einfaches  „Glücklich,  wer  auf  Gk)tt  vertraut"  zu  den 
herrlichen  Worten  von  Hoffmann  von  Fallersleben  und  zwei 
reizende  Pi^cen  nach  Mirza-Schafl&r  („Neier,  schöne  Knospe") 
und  Reinick  („Die  Ablösung"). 


481 


Cftsar  Cui.    Drei  Lieder,  Op.  87.    Hamburg,  D.  Bahter. 

Treffliche,  mit  grosser  Sor^alt  ausgeführte  Lieder,  von 
denen  sich  das  Dritte,  nach  Treitschke's  ^.Liebst  du  um  Schön- 
heit?^, durch  tieferen  Stimmungsgehalt  auszeichnet.  Im 
ersten  Liede  (Takt  14)  ist  noch  ein  Dedamationsfehler  stehen 
geblieben;  es  h&tte  das  mit  dem  zweiten  Achtel  beginnende 
fiüAUptwort  doch  auf  den  schweren  Takttheil  ÜEtUen  und  die 
vorher  gehende  leichte  Silbe  schon  auf  den  Auftakt  kommen 
müssen.  

Alexander  Dorn.    Zwei  Lieder,  Op.  187.    Berlin,  0.  A.  Ghal- 
lier  &  Co. 

Es  lohnt  sich  nicht,  von  so  gewöhnlicher  Musik,  wie  sie 
sich  in  diesen  Dom'schen  Liedern  findet,  Weiter  zu  reden. 


Franz  Graber.    Wanderlieder.    München,  Alfred  Schmid. 

Anspruchslose  und  äusserst  bescheidene  Liederchen  nach 
Gtedichten  von  Uhland. 


Emsl  Heuser.    Vier  Lieder,  Op.  18.    Göln,  Alt  A  übrig. 

Die  Gedichte  von  Hermann  Margraff,  Eugen  Leyen^  Oari 
Sehneider  und  Hermann  JSl^tke,  die  Heuser  mr  8C&  vorlie- 
gendes Opus  zur  miisikalifichen  Dlustra«ion  ausgewählt  hal, 
ei&rnen  sich  gut  fiir  ihn;  es  geht  in  den  Versen  reckt  freund- 
lich und  anmuthig  zu,  und  gerade  auf  das  Zierliche  und  Ge- 
fällige ist  der  junge  Gomponist  mit  seiner  Begabimg  hinge- 
wiesen, wie  diese  Xiieder  wieder  bestätigen. 


Arno  Kleffel.    Sechs  G^esänge,   Op.  86.     Magdeburg,  Hein- 
richshofen's  Verlag. 

Arno  £leffel*s  Lieder  thun  sich  durch  ausseroidentlichen 
Inhalt  nicht  hervor,  aber  wir  haben  sie  doch  gern,  weil  die 
heiteren  darunter  nirgend  die  Grazie  und  Feinheit  vermissen 
lassen  und  die  von  ernsterem  Charakter  manchmal  auf  tie- 
feren Ursprung  hinweisen. 

Louis  Bödecker. 


Brie  f  l£  a.  s  t  e  n. 


P,  y.  R,  in  S,  Wir  können  Ihnen  eine  nähere  Auskunft 
über  die  in  Bayreuth  zu  eröffnende  Schule  nicht  geben,  wen- 
den Sie  sich  deshalb  mit  Ihrer  Frage  direct  an  den  Verwal- 
tungsrath  der  Bühnenfestspiele  dasdbst. 

E.  F,  in  C,  Die  Oper  heisst  nicht  „Kriemhild**,  sondern 
.Kunihild*';  auch  ist  der  Gomponist  keineswegs  Theater^ 
director. 


A,  B.  in  M,  Der  Brahms- Artikel  von  Ph.  Spitta  ist  eigens 
für  die  Sammlung  y^xxt  Musik*'  geschrieben,  hat  also  in  keiner 
Zeitschrift  gestanden,  was  ja  auch  im  Vorwort  bemerkt  ist. 

W,  R.  in  K.  Es  schadete  Nichts,  wenn  die  von  hier  aus- 
gehende Bewegung  gegen  Beclameschwindel  auch  auf  die 
Inserate  gewisser  liiusäverleger  mit  ihren  da  Gapo- Albums 
und  Aehmichem  ausgedehnt  würde. 


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cm  cm  cmct  .«n"rV„"r„ 

eilbung  im 


ft(at)ierbte(  flel(flen   ift,   bem  em^fe^len  loit  bot 
^«miti'lc^e  xBen*)  auf  bad  bringcnbfte;  koir  flnb 

Ühtihtuqt,  baft  es  eine  gcole  ^utunft  Jat. 

Üivlllui.  ÜMDtmblatt,  f  riijlg. 

*)4I.  9amttt^  ftlabterfc^ule  u.  SRetobieenf^a^.  4Jk  9(bfa$  flbec  SOO,000(E£. 


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—  übungSbuci^.  93  fleine  (Stäben  bon  S^erni),  ä<^itt,  Raff  u.  a. 
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„Nicht  die  Thräne  kann  e«  Bugen"    von   Peter   Cor- 
nelins  (föi  H&nDerckoT).     Op.  71    .     .     .     Ji  1,55. 
Partitur  75  4-      Jede  Stimme  20  ^■ 
No.  2.     Dentacbea  Reiterlied,  von  A.  A.  Naaf  (f.M&nner- 
chor,  2  Trompeten  nnd  Panken).  Op.  79  .     Ji  1,65. 
Partitur  60   ^.      Jede  Stimme  15   4. 
No.  3.     Dar    welke    Krana,    von   Wilhelm   Herta    (för 
gem.  Chor,    Sopran,    Alt,  Tenor  nnd  Bass).     Op.  80. 
^  1,55. 
Partititr  75   ^.      Jede  Stimme  20  4- 
No.  4.     Auf  der  Wacht,  von  Carl  Stieler  (för  Männer- 

chor).     Op.  81a .^1,20. 

Partitur  60   4.      Jede  Stimme  15   4. 
No.  5.     Die    Soldatenhraat,     von    Martin    Qreif    (für 

Männerchor).     Op.  81b .A  1,10. 

Partitur  50   ^.      Jede  Stimme  15   4- 
No.  6.     Begrüasnng,   von  Priedr.  Bhoda  (fär  MAnoer- 

chor).     Op.  82a Ji  1,55. 

Partitnr  75  4.     Jede  Stimme  20  ^. 
No.  7.     Frühling,    von  V.    Bläthgen    (für   Mannercbor). 

Op.  82b Ji  1,96. 

Partitur  75  4.     Jede  Stimme  30  4. 
No.  8.     Am   Ammersee,    von    Ernst  Ziel   (fiir  M&uner- 

chor).     Op.  83 M  2,20. 

Partitur  1  ^.     Jede  Stimme  30  4- 

No.  9.     Drei  Volkslieder:     „Deanderl,  wo  hast  denn  dei 

Kammerl?**  —  „A'  Oöscherl  mnasst  habn"  —  „Ei,  da 

liehs  Engelein!"  (för  Mfinnerchor  bearbeitet).  Ji  1,85. 

Partitur  65   4.      Jede  Stimme  30  4. 


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A.  W,  AmbroB. 
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et&ndniss  der  neueren  Musikeeecbichte  wichtigsten  tonktlnatr. 
terischen  Ereignisse  der  früheren  nachcbristlicben  Jabrhun- 
derte,  um  so£uin  das  ErvnKjhen  des  durch  die  Banaiaeance 
erzeugten  neuen  Qeiat«8  der  Tonkunst  eu  echildem  und  ein 
vollständiges  Bild  ihrer  weiteren  Entwickelung  in  den  ver- 
schiedenen YerzweiKungen  der  Vocal-  und  Instrumentalmusik 
von  den  An&ngen  der  Oper,  von  Sebastian  Bach  und  Händel 
bis  auf  die  Gegenwart  in  m&glichster  Objectivit&t,  dabei  in 
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Orchesterstimmen  Ji  20, — . 
Glavierauszug  zu  vier  Händen  Jt  8, — . 

Diese  Symphonie  wurde  bereits  von  den  Hofcapellen 
zu  Berlin,  Dresden,  Dessau,  sowie  vom  Philharmonischen 
Orchester-Verein  zu  Boston  und  zuletzt  in  Leipzig  vom 
LisBt-Verein  mit  durchschlagendem  Bürfolg  zur  Aufführung 
gebracht.  Der  zweite  Satz  eignet  sich  auch  vorzüglich  zum 
Einzelvortrag.  Wir  empfehlen  den  verehrten  Concert- 
directionen  und  Musikdirectoren  das  Werk  aufs  Angelegent- 
lichste. [991a.] 
Zu  beziehen  durch  alle  Buch-  und  Musikalienhandlungen, 
sowie  direct  vom  Verleger. 

Nene  ClaYiermn&ik 

im  Verlage  von  Jj  1*.    X^IS  ull©l*    iu  Leipzig. 

[992.] 

a)  Zu  4  HUnden. 

Gouvy,  Theodore,  Op.  83.     Ghiribizzi.     12  Morceaux. 

Cahier    I  (No.  1—6) Ji  6,—. 

Cahier  II  (No.  7—12) „    6,—. 

Langer,  Ferdinand,  Vorspiel  zur  Oper  „Murillo ''.   „   1,50. 

Reimiold,  Hugo,  Op.  22.  Symphonie  Cdur  (Arr.)    „    7,50. 

b)  Zu  2  Mnd^n. 

Lamberg,  Joseph,  Op.  14.     2  Morceaux. 

No.  1.     Valse  expressive Jt  1,20. 

No.  2.     BarcaroUe „    1,20. 

—  —  Op.  15.     2  Morceaux. 

No.  1.     Berceuse  (An  der  Wiege)  .     .     .      „  — ,80. 
No.  2.     Fileuse  (In  der  Spinnstube)  .     .      „1,50. 

Langer,  Ferdinand,  Vorspiel  zur  Oper  „Murillo".   „   1, — . 

—  —  Potpourri  aus  der  Oper  „Murillo**     .     .  „    3, — . 

Liszt,  Franz,  Notturno  No.  2  aus  „  Liebes- 
träume **  (100  Stücke  aus  Ciavierwerken  der 

Zeitgenossen,  No.  65) »    1, — • 

Reinecke,  Carl,  Transscriptionen-Album.  Band 
I,  n  je  v4  1,50  netto. 

WIeniawski,   Joseph,    Op.  19.     Impromptu. 

Nouvelle  Edition „    1,50« 

—  —  Op.  33.     Etüde  de  Concert.    Nouvelle 

Edition „    1,50. 

a^l^  uherth's  Musikalisches 
0wA&ConYsrsations-Lsxii(oii. 

In  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Auf- 
lage.   Eleg.  geb.  6  M.  [998p.] 
Verlag  von  J.  Sehuberth  &  Co.,  Leipzig. 


Verlag  von  F.  K  C.  Leuckart  In  Leipzigs 


Messen 


[994J 


f\ir  srezTLlsclxtexi  Olxor 


von 


Josef  Rheinbepgep. 

Op.  151.    Messe  für  ffemiscbten  Chor  (leicbt  ausftdirbar). 

Partitur  M  2,40.    I^gstimmen  (ä  50  /^  JK  2,—. 
Op.  159.    Messe  f%Lr  vierstimmigen  gemischten  Chor  mit 
Orgel. 

Partitur  (zugleich  Orgelstimme)  Jt  6,—.     Singstimmen 

(&  60  4)  Ji  2,40. 

Die  hier  gebotene  Musik  ist  so  edel,  weihevoll,  anmuthig 
und  originell,  dass  sie  nicht  nur  den  gottesdienstlichen,  son- 
dern auch  allgemein  künstlerischen  Zwecken  entspricht  und 
auch  ausserhalb  der  Kirche  gern  zu  G^ör  gebracnt  werden 
wird. 

In  Vorbereitung: 
Josef  Bheinbera»^!^)  Op.  169.  Messe  in  C  ftlr  gemischten 
Chor  mit  Orchester  oder  mit  Streichinstrumenten  und  Oiigel. 
Partitur.    Sing-  und  Orchesterstimmen.    Orgelstimme. 


Bone  Pastor 

för  gemischten  Chor  mit  Orgel 

von 

Philipp    RQfep. 

Op.  37.    Partitur  und  Stimmen  zusammen  Ji  2, — .    Stimmen 

allein  (&  15  ^)  60  /i&. 


Der  Ragt  der  SaliieriHien, 

Text  von  Arthur  Fitger, 

ffOp  ChoPp  Solostimnteii  und  Orohestop 

componirt  von 

Georg  Vierling. 

Op.  50. 

Partitur  gebunden  75  J6,    Orchesterstimmen  100  Ji,   Ckvier- 
Auszug  8^  10  Ji.    Chorstimmen  {j^2  J()  %  Ji.    Textbuch  25  z^. 

Von  allen  Chorwerken  Yierling's  ist  der  „Baub  der 
Sabinerinnen"  das  „firisoheste,  erfindungsreichste  und  inter- 
essanteste**.  In  mehr  als  30  Stftdten  wurde  es,  meist  wieder- 
holt, erfolgreieh  au%eAihrt. 

8«idn]igen  mr  Airiekt  stokei  n  Dieistei. 


Im  Verlage   von   E.  W.  Frttxsch   in    Leipzig   er- 
scheint demnächst:  [995.] 

Komische  Oper  in  drei  Acten 

von  J.  K., 

Musik 

von 

Heinrich  Zöllner. 

Partitur.    Ciavierauszug  mit  Text, 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leiiiztg.       [996.] 

Werner,  A«ir.,  Op.  42.    Gavotte  &a  Violoncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Ji  2,—. 


'k 


484 


Julius  "ßlätAner,  Weippff. 

liilM  HüliiClIS  il  Hof-PilllOtllTtlifilM. 

Bed«iit«nd»t«  Pianoforte-Fabrlk  SnropasI 

[997.,  Flügel  und  Pianinos 

von  »nerlMtmit  nntttoertroffener  HaltlMtirkeit 

und  edlem,  sangfreioliein  n?on. 


Die  Fabrik  besteht  Mit  7.  November  1853. 


Clara  Polsoher 

(Mezzosopran  und  Sopran). 

Leipzig,  Hohe  Straase  49.  [M8m.]    Conoertineistep    des^^wMiidhaue-   und   Theater- 

Vertretnng:     Hermann    Wollf,    Berlin,    Carlsbad    19.  ...        „    ,         „.„    .*     «,  i* 


CailPiilL 


^•■■^^-^»-i ^p— p 


Mimi  Naber. 


Leipzig,  Kaiser-Wilhelm-Strasse  21 


Conoert-  und  OratoriensSngerln  (hoher  Sopran).  rritZ  lliggen^ 

Oöln-Düren.  r999z]        Concert-  und  OratoriensSnger  (hoher  Bariton). 

^  BPOmerlMlffeili  Deich  16.  [1008—.] 


Anna  Mttnch,  H)Ult  Ui^Wl^ö^ 

Leipzig,  Beefcho ven-Straase  6ni  ll^^l      hersogl.  s&ohs.  HofpianiBt,  ProfeBseur  enpÄrieur  am  OoMenratorimn 

Vertretung:   »mailll  WollT,  Am  Oaxlsbad  19,  Berlin  W.  «^  ™  Qenf  rSohwlv  rioofl- 1 


in  Gbnf  (SohwelB).  [1009—.] 


GlCirCl  SOPP69  Concert  Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 

Coneevt«  und  OratorleiudbigeFln  (Sopran).  r!;^  ,^" 

'^''   eS:;;:^^!. Fntz  von  Böse, 

«•noeit-  114  (lnli«ri«i»ängorm  (Sopru).  ^  ''!*'^**t^,  .      .^f  ^ 

filondenhansen,  Friedrichst.  21.      [i002w.]         X^eipzig;',  .A^n  der  Pleisse  XX. 


Jinnit  %f^x^^^ 

Coneert-  und  Oratoriensftniterin  (Sopran). 


■  1        4i  ■ 

Leipzig,  Hohe  Stra«ße~26*>  IL       "    flOOöx.]  f^tm^mm^      w^m^  X  X  V^  3^ 

Pianist.  [long.] 


Ifred     xSk.raSSelt«  Parl».    »«,  Avenue  Triidatne. 


Baden-Baden. 

[1004—.]  Vertr.  H.  IRTolir.    Berlin. 

Eduard  Ebert-Buchheim, 


YoUstaadige  liigb9(iuig  flr  Op«r  d.  CoDMrt. 

Ensemble-Üebnngen.     Rollenstudinm. 

Von  mir  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [1012—^] 


Pianist  [loose]     Leipzig.    Bodo  Borchers. 

iltraMbarg  t.  E.»  Jndengasse  1.  Ghesanglehrer. 


^^^^^^p|[j[     JnJjlSMUlSKMMHia  ^^  einactiger  dramatischer  event.  realistisclier  (rein 

\t\  II    %#i-A  lyrisch   ausgeschlossen)   Operntett  unter    ausgezeichneten 

Violin-Virtuos.                         [IOO60.]  Bedingungen  sofort  gesucht.    Offerten  durch  Carl  Klinner, 

Dl^Sden-A«     A.inalienstr.  lO,  II.  Musikverlag,  Leipzig.                                              [1018b.] 

Dmdk  von  0.  0.  Böder  in  Leipsdg. 

Hierzu  eine  Beilage  von  Otto  Junne  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  29.  September  1892. 


Inccl  itimmcbe  Bick-,  Uui- 
M  iniUalüilmidlauBi,  uwli 
iirck  Uli  tmimai  ti  MiltbaL 


^ 


Tis  iai  luibUielii  Voctiiblitl 
Mtimii  iiiiadmiE  liid  u 
iniai  SManeu  n  idmtira 


Organ 

fOr  lusiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortliclier  Eeducteur  und  Verleg«: 

E.  W.  Fritiaoh, 

LsipEig,  KOnlgMtraase  6. 


% 


XXni.  Jahrg.] 


Dm  MuBiValiaohe  Wochenblatt  ersoheint  jährlich  in  53  Nummern,  Der  Abonnementabetrftg 
für  d&a  Quartal  von  18  Nummern  ist  2  Mark ;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
(lirecter  fraiilrirtBr  KreuibandsendunR  treten  nachstehende  -rierteljihrliche  Abonnamonts- 
preiae  in  Kraftr  2  Mark  50  Pf.  für  das  Deutsche  Reich  und  Ofliterreich,  ~  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   LÄnder   des  AUgemeinen  Postvereins.   —   Jahresabonnementa   werden  unter 

ZiiffrandeleKunff  vorstehender  Betugsbedinsun^n  berechnet. 
Die  Inaertionsgebtlhr«)  für  den  Raum  einer  getpaltenen  Tetitieile  betragen  30  Pfenoige. 


[Ho.  40. 


Inhalt:    FünfEig  Theeen  und  Aphorlamen  mr  Verstondigunp  libor  Dr.  HnBO  Riamami'ii  PhrMiraneHrBforni    Von  Dr.  Carl  Fncbe.  —  Kritik : 

ChortteaBiigicliala.  —  Bio^tr&phiBches :    EUlsaliaüi  Lalslti^br.    (HiC  Portrait)  —  Tueageachioht« ;  Uiulkbriete  Koa  Cätn  nnd  Wien  iFurtsstenni 

—  Conoartomsoli«!!.  —  Kügsgemenl«  und  Öoatepiela  In  Opsr  uod  Conoert.  —  Kir-' "-  .^•—-.•.~^-  .< — ^..-  —    ■■    ■■ 

BBcherniarkt  —  VermiuhCe  HitthelliuiKan  und  NotiESn.  —  Brlefkuteo. 


C,  Fömt, 
Äii?g8Äürt«NöviW,tMU  -  Hnilkallon-  und 


Fünfzig  Thesen  und  Aphorismen  zur  Verständigung 
Über  Dr.  Hugo  Riemann's  Phrasirungsreform. 

Von  Dr.-  Carl  Fuchs. 

Im  Folgenden  gebe  ich  die  Grundzüge  der  An- 
Bchanungen,  die  ich  in  meinen  Büchern  „Die  Zukunft  des 
musikalischen  Vortrages  und  sein  Ursprang",  Theil  I  und 
II,  und  „Die  Freiheit  des  musikalischen  Vortrages  im 
Einklänge  mit  H.  Riemaun's  PhrasimngBlehre.  Nebst 
einer  Kritik  der  Grundlagen  poetischer  Metrik  und  von 
Lussy's  Buch  1e  Rythme"  (Beide  erschienen  hei  A.  W. 
E&femann  in  Danzig),  vor  nenn  Jahren  beginnend,  ver- 
fochten und  erörtert  habe;  beziehungsweise  wird  es  in 
dem  zur  Zeit  noch  unvollendeten  3.  Theile  des  ersteren 
Buches  geschehen.  Daneben  habe  ich  in  dieser  Zeit,  in 
erster  Linie  als  Ciavierspieler,  in  zweiter  als  Orgelspieler, 
gelegentlich  auch  als  Dirigent  jene  Anschauungen  pro 
viribus  et  virtute  verwirklicht,  meist  mit  ausdrücklicher 
Angabe  dieses  Bestrebens  auf  meinen  Programmen.  Ich 
werde  auch  femer,  ob  ausdrücklich  oder  nicht,  dieses 
Bestreben  festhalten.  Und  ob  ich  nun  wollte  oder  etwa 
nicht,  ich  kftnn  nicht  anders,  ob  Gott  mir  helfe  oder 
nicht;  denn  ich  könnte  mir  ebenso  gut  das  Gehirn  aas 
dem  Eopfe  nehmen,  als  die  Aufschlüsse  ignoriren  wollen, 
die  mir  überdies  eine  unerschöpfliche  Quelle  musikalischen 
oft  ungeahnten  Entzückens  waren  und  sind,  wie  ich  es 
jedem  Musiker  versprechen  kann,  der  sich  redlich  bemühen 
will,  Riemann's  Lehre  und  Zeichen  zur  Th&t  zu  machen. 
Mit  den  Augen  und  den  Ohren  ist  diese  Runenschrift 
leicht  zu  enträthseln ,   ja  ihnen  gibt  sie  überhaupt  nicht 


Räthsel,  sondern  nur  Lösungen  von  R&thseln:  mit  den 
Fingern  ist  es  nicht  so  leicht.  In  der  Ausführung  ist  es 
eben  nicht  mehr lUemann,  sondern  derComponistmit  seinen 
Räthseln  jenseits  der  Phrasirung,  mit  dem  wir  zu  thun, 
den  wir  in  Tonen  reden  zu  machen  haben.  Und  nur  der 
Künstler  ist  jenseits  noch  zu  Hause.  Ebenso  ist  es  fast 
unmöglich,  ohne  eigene  Erfahrung :  also  wieder,  wenn 
man  nicht  selbst  als  Künstler  sich  redlich  praktisch  mit 
der  Phrasirung  beschäftigt  hat,  über  sie  zu  urtheilen, 
sacbgemäss  und  zutreffend  über  sie  zu  reden.  Dies  ist 
Einer  der  Gründe,  warum  so  wenig,  viel  zu  wenig  in 
dieser  Sache  gesprochen  und  gethan  wird.  Die  femereu 
Gründe  sind  diese:  Riemann's  Phrasirung  fordert  vom 
Künstler  den  Muth,  umzulernen,  vom  Kritiker  den  Mutb, 
Farbe  zu  bekennen,  und  wenn  er  Etwas  gegen  sie  vor- 
bringen will,  mit  stichhaltigen,  sachlichen,  technischen 
Griinden  auf  dem  Plan  zu  erscheinen,  —  man  fühlt,  daw 
Riemann's  Rüstung  zu  fest  gefügt  ist,  als  dass  ein  An- 
griff auf  sie  viel  Anderes  als  Scharten  verspr&che;  — 
weil  man  der  Sache  aber  sich  nicht  gewachsen  fühlt, 
will  man  sich  auch  nicht  für  sie  erklären.  Ergo;  man 
schweigt  sie  todt.'*)  Brechen  wir  denn  dieses  gar  nicht 
rtltbselhafte  Schweigen!  Entstanden  sind  diese  Zeilen  in 
der  Redaction  auf  die  Kritik  eines  Concertes,  das  ich  in 


*)  DasB  sie  nichtsdestoweniger  aus  eigener  Kraft  lebt, 
beweisen  u.  A.  die  soeben  erschienenen  vier  Concerte  fUrCla- 
vier  von  J.  S.  Bach  in  Dmoll,  Pdux,  Fmoll,  AmoU,  die  Kie- 
mann bei  Steingräber  herausge^ben  hat,  mit  zweitem  Ciavier 
Btatt  der  Quartettb^leitnng.  In  dieser  Bestalt  wieder  eine 
pompej  ionische  Auferstehung  —  fUr  geübte  (oder  fleissige) 
Hände  und  Köpfel  Nicht  für  Jedermann  —  natürlich! 
40 


486 


Gememscbafl  mit  einer  berühmten  italienischen  Sängerin 
gegeben  hatte.  Mein  Verhältniss  zu  Riemann's  Lehre 
war  auf  dem  Programm  nicht  erwähnt,  nichtsdestoweniger 
griff  der  Ejritiker  darauf  zurück,  bewies  aber  nur,  dass 
er  von  meinem  Buche,  das  ich  ein  Jahr  früher  zu  seiner 
gefUligen  (meines  Erachtens  pflichtmässigen)  Information 
ihm  zugesandt.  Nichts  als  den  Titel  gesehen  hatte.  Ort, 
Zeit  und  Personen  dieser  Veranlassung  sind  hier  gleich- 
giltig.  üeber  die  Sache  selbst  soll  das  hier  Vorzu- 
bringende eine  kurze  Verständigung  zwischen  Publicum, 
Künstler  und  Kritik  versuchen  und  das  Nachdenken  über 
sie  von  Neuem  anregen.  Manches  wird  für  Manchen  der 
Leser  dieses  Blattes  freilich  nur  erinnerungsweise  vor- 
gebracht sein. 

1.  Eine  in  letzter  Instanz  wissenschaftlich  begründete 
Methode  des  Vortrages  ist  dem  vortragenden  Künstler 
ebenso  nothwendig,  wie  dem  Componisten  eine  ebensolche 
Compositionslehre. 

2.  Die  erste  Frage  für  den  vortragenden  Künstler 
ist  natürlich  die:  welche  Noten  gehören  zusammen?  sei 
es  zu  kleineren,  sei  es  zu  grösseren  Theilen,  zu  Motiven, 
Phrasen,  Perioden,  und  dies  eben  ist  die  Frage  der 
„Phrasirung.** 

3.  Metrik,  Harmonik,  Thematik,  diese  drei  ent- 
scheiden über  die  Frage,  welche  Noten  zusammengehören; 
aus  den  Rhythmen  selbst  ist  sie  nicht  zu  entscheiden,  eben 
sie  bilden  das  zu  formende  Element. 

4.  Das  Urbild  des  Taktes,  also  die  Grundlage  der 
Metrik,  ist  der  menschliche  Gang,  in  welchem  je  zwei 
Tritte  einen  Schritt  bilden,  so  zwar,  dass  in  der  Bewegung 
der  schwebende,  leichte,  antretende  Tritt  stets  dem  stützen- 
den, schweren,  auftretenden  voraufgeht. 

5.  Das  Urbild  der  Phrase  ist  der  Athem,  sie  befolgt 
wie  alles  Lebendige  das  Grundgesetz  von  Entwickelung, 
Höhepunct,  Abnahme  und  Erlöschen  in  bestimmten,  natur- 
nothwendigen  Grenzen.  Man  versuche,  ob  man  nicht  dieses 
Zeichen  ausföhrt,  wenn  man  einmal  auf-  und  ausathmet: 


Ebenso    ist    der   Blutumlauf   das    physiologische  Gorrelat 
des  Tempos. 

6.  Crescendo  und  Decrescendo  sollen  nicht  blos  zu- 
fllllige  Gefahlsaufwallungen  des  Spielers  sein,  sondern 
bewusst  geregelte  Mittel  zu  verständlichem  Vortrage,  so 
wie  «chon  die  einfachsten  metrischen  Formen, 

JJJIJ    B   JJIJJ 


z.  B.:  A 


C 


JIJJJ 


D 


gar  nicht  ohne  diese  Mittel  vorstellbar  und  ausführbar  sind. 

7.  Wie  im  Takt  leichte  Takttheile  mit  schweren 
folgenden,  so  wechseln  auch  in  der  Periode  leichte  mit 
schweren  folgenden  Takten,  leichtere  mit  schwereren 
Taktgruppen  (Paaren)  und  eine  leichtere  Periodenhälfte 
(Vordersatz)  mit  nachfolgender  schwererer  (Nachsatz)  von 
je  vier  Takten. 

8.  Die  heute  herrschende  Taktlehre,  die  den  Takt 
ein  für  alle  Mal  als  das  Ding  zwischen  je  zwei  Takt- 
strichen ansieht,  ist  das  Gegentheil  der  natürlichen,  imd 
überhaupt  keine  Metrik.  Und  doch  ist  sie  mit  diesem 
falschen  Begriff  von  Takt  allermeist  die  wesentlich  maass- 
gebliche  Grundlage  der  vor-Kiemann'schen  Phrasirungs- 
versuche  in  Classiker- Ausgaben.    (Bis  zum  Excess  bei  Lebert 

und  Stark!) 

(Fortsetzung  folgt.) 


Kritik. 

D.  C.  Forst.  Ghorgesangschule.  Ein  methodisch-prakti- 
sches Uebungs-  und  Liederbuch  für  den  Gesangunter- 
richt in  Bürger-  und  Volksschulen,  sowie  zum  Gebrauche 
in  Präparandenanstalten,  höheren  Töchterschulen  und 
in  den  Vorclassen  der  Earchenchöre.  3  Hefte  (Unter- 
stufe, Mittelstufe,  Oberstufe).  Kiel  und  Leipzig,  Lip- 
sius  &  Tischer.     1892. 

Der  verdienstvolle  Dirigent  des  St.  Nicolaichores  in 
Kiel,  Hr.D.  C.  Forst,  hat  seine  in  mehr  als  zwölfjähriger 
Praxis  gesammelten  Erfahrungen  bei  der  Ausarbeitung 
seiner  „Chorgesangschule"  zu  Grunde  gelegt  und  in  ihr 
den  Lehrgang  entwickelt,  den  er,  auf  der  Bahn  seines 
Vorgängers  C.  Borchers,  dem  das  Werk  gewidmet  ist, 
fortschreitend,  mit  bestem  Erfolg  in  seinem  Unterricht  ein- 
geschlagen hat.  An  Gesangschulen  ist  zwar  kein  Mangel; 
aber  es  ist  ein  ganz  richtiger  Gedanke,  von  dem  der 
Verfasser  in  seinem  Vorwort  ausgeht:  so  durchgreifende 
Reformen  aaf  den  verschiedensten  Gebieten  des  Unterrichts 
die  letzten  Decennien  der  deutschen  Schule  gebracht  ha- 
ben, so  wenig  ist  seitens  der  Behörden  für  eine  bessere 
Methode  und  Handhabung  des  Gesangunterrichts  bisher 
geschehen.  Noch  immer  wird  in  den  meisten  Unterrichts- 
anstalten, besonders  in  Volks-  und  Bürgerschulen,  der 
Unterricht  im  Gesänge  nach  der  alten  Schablone,  in  rein 
mechanischer  Weise  ertheilt;  er  besteht  vorzüglich  im 
Gehörsingen  und  kennt  als  höchstes  Ziel  meist  nur  die 
Einprägung  einer  mehr  oder  weniger  grossen  Zahl  von 
Choralmelodien  und  Liedern,  während  der  Ausbildung  der 
Stimme  und  der  Entwickelung  der  Treffsicherheit  so  gut 
wie  gar  keine  Beachtung  geschenkt  wird.  Und  doch  ist 
nur  dann,  wenn  Stimm-  und  Treffübungen  mit  den  einzu- 
prägenden Liedern  und  Choralmelodien  zu  einem  organi- 
schen Ganzen  verbunden  werden,  wenn  also  neben  der 
Gedächtnissübung  auch  die  Verstandesthätigkeit  in  An- 
spruch genommen  wird,  der  Gesangunterricht  ein  wirklich 
fruchtbringender,  ja,  nur  danii  kann  eigentlich  erst  von 
einem  Unterrichte  die  Rede  sein. 

Von  diesem  Gedanken  geleitet,  liefert  der  Verfasser 
in  seiner  „Chorgesangschule"  einen  kurzen  Abriss  der 
musikalischen  Theorie,  soweit  sie  in  der  Schule  zur  An- 
wendung kommen  soll,  eine  Anzahl  von  angemessenen 
Stimm-  und  Treffübungen,  sowie  eine  Auswahl  von  Cho- 
rälen und  Liedern,  wie  sie  dem  Bedürfniss  der  Schulen, 
für  die  das  Büchlein  bestimmt  ist,  entspricht. 

Eß  ist  nicht  zu  verkennen,  dass  nach  diesen  drei 
Seiten  hin  die  Aufgabe  aufs  Beste  gelöst  ist.  Die  Wei- 
sungen für  die  Ausbildung  und  Schulung  der  kindlichen 
Stimme  und  des  musikalischen  Gehörs  sind  ebenso  zu- 
treffend, wie  kurz  und  klar  gefasst;  der  Unterrichtsgang 
ist  richtig  angeordnet  und  von  Anfang  bis  zu  Ende  me- 
thodisch behandelt,  die  Auswahl  der  Lieder  imd  Choräle 
zeugt  sowohl  von  pädagogischer  Einsicht,  wie  von  gesun- 
dem musikalischen  Geschmack.  —  Die  „Chorgesangschule" 
liegt  uns  in  drei  Heften  vor  und  umfasst  eine  Unter-, 
eine  Mittel-  und  eine  Oberstufe.  Die  Erstere,  auf  die 
drei  ersten  Schuljahre  berechnet,  fordert  für  die  beiden 
Ersten  reines  Gehörsingen,  Stimm-  und  Treffübungen 
nebst  fester  Einprägung  einiger  passend  ausgewählten 
Lieder  und  Choräle,  für  das  dritte  Schuljahr  das  Ziffern- 
singen,  wodurch  das  Singen  nach  Noten  vorbereitet 
wird.  Als  praktisches  Veranschaulichungsmittel  dient  die 
pag.  25  abgebildete  und  näher  beschriebene  „Tonleiter- 
tafel".    Auf  der  Mittelstufe  (Heft  2),    die  sich  auf   das 


487 


vierte  und  fünfte  Schuljahr  erstreckt,  werden  die  Uebun- 
gen  des  kindlichen  Stimmorgans  erweitert  und  vermehrt, 
die  Trefbicherheit  der  Schüler  durch  entsprechende  üebun- 
gen  erhöht,  der  Melodienschatz  durch  Einübung  neuer 
Lieder  und  Choräle  vergrössert.  Nunmehr  werden  auch  die 
Kinder  zum  Singen  nach  Noten  angeleitet;  rhythmische 
und  melodische  Uebungen  wechseln  mit  einander  ab,  die 
Letzteren  nach  Stufen-  und  Sprungmelodien.  Zugleich 
werden  die  verschiedenen  dynamischen  Grade  praktisch 
geübt;  während  für  die  Unterstufe  nur  p  und  mf  ver- 
langt wird,  tritt  jetzt  als  neuer  Stärkegrad  das  pp  und 
erst  im  letzten  Jahre  das  f  hinzu.  Das  ist  gewiss  eine 
sehr  richtige  Anordnung,  gegen  die  gemeiniglich  gefehlt 
wird,  wenn  das  Kind  von  Vornherein  zu  kräftigem  Heraus- 
singen, d.  h.  also  zum  Schreien,  angehalten  wird.  Der 
Verfasser  legt  mit  fiecht  grosses  Gewicht  auf  die  allmäh- 
liche Gewöhnung  der  kleinen  Sänger  an  den  Gebrauch 
der  Kopfstimme,  deren  Anwendung  nach  seiner  Methode 
bereits  auf  der  Unterstufe  anzubahnen  ist  und  thatsäch- 
lich  durch  consequentes  p-  oder  /;a[/'-Singen  angebahnt 
wird.  In  welcher  Weise  der  Lehrer  bezüglich  dieser  be- 
sonders schwierigen  Frage  der  Gesangspädagogik  zu  ver- 
fahren hat,  ist  pag.  14  gut  entwickelt  Bereits  auf  der 
Mittelstufe  wird  die  Scheidung  von  Sopranisten  und  Altisten 
vorgenommen  und  damit  der  zweistimmige  Gesang  zur 
Förderung  reiner  Intonation  und  zur  Ausbildung  des  musi- 
kalischen Geschmacks  eingeführt.  Etwa  50  Lieder  und 
einige  Choräle  sind  für  diese  Stufe  passend  zusammen- 
gestellt. 

Der  dritte,  bei  Weitem  umfangreichste  Theil  ist  für 
die  Oberstufe  berechnet.  Die  ersten  etwa  60  Seiten  um- 
fassen die  durch  Beispiele  überall  erläuterten  theoretischen 
Lehren  (Stimm-  und  Treffiübungen,  Intervalle,  Tonarten), 
die  zweite  grössere  Hälfte  enthält  eine  Reihe  von  Cho- 
rälen und  Liedern,  bei  deren  Auswahl  clen  Verfasser  der 
Gedanke  geleitet  hat,  dass  ausser  den  bekannten  geistlichen 
und  weltlichen  Volksliedern  auch  eine  Reihe  von  Compo- 
sitionen  zusammenzustellen  ist,  die  nicht  nur  den  ELindcm 
Freude  machen,  sondern  auch  von  den  Erwachsenen  noch 
gern  gehört  und  gesungen  werden.  Sehr  verständig  sind 
dabei  die  zahlreichen,  theils  süsslichen,  theils  trockenen 
Lieder  und  Motetten  von  Componisten  zweiten  und  dritten 
Ranges,  besonders  aus  der  2.  Hälfte  des  vorigen  Jahr- 
hunderts, wie  auch  die  zum  Theil  werthlosen  Producte 
der  modernen  musikalischen  Litteratur —  die  „Liedertafel ei'' 
—  ganz  ausser  Betracht  gelassen  und  dafür  solche  Elr- 
zeugnisse  gewählt,  die  auf  die  musikalische  Fortentwicke- 
lung der  Zöglinge  auch  nach  ihrem  Abgang  von  der  Schule 
heilsam  zu  wirken  und  somit  den  Geschmack  des  Volks 
veredelnd  zu  beeinflussen  im  Stande  sind.  Unter  den 
geistlichen  Liedern  befindet  sich  eine  grosse  Zahl  von 
solchen,  die  von  dem  Organisten  Th.  Gänge  in  Kiel, 
der  dem  Verfasser  auch  sonst  fördernd  zur  Seite  gestan- 
den hat,  in  höchst  geschmackvoller  Weise  dreistimmig  be- 
arbeitet sind. 

Wir  zweifeln  nicht,  dass  die  „Chorgesangschule''  von 
D.  C.  Forst  in  der  Hand  eines  verständigen  Gesanglehrers 
sich  vortrefflich  bewähren  wird,  und  wünschen  ihr  die 
weiteste  Verbreitung  in  deutschen  Schulen.  Die  Ausstat- 
tung ist  tadellos,  der  Druck  (bis  auf  einige  Kleinigkeiten) 
correct,  der  Preis  angesichts  der  Fülle  des  Inhalts  ein 
sehr  bescheidener.  Pro£  Dr.  C.  Müller. 


Biographisches. 

Elisabeth  Leisinger. 

(Mit  Portrait.) 

Unter  den  gegenwärtigen  königlich  preuasischen  Hof- 
opernsängerinnen ist  Keine,  die  sich  in  Berlin  sowohl,  wie 
ausserhalb  grösserer  und  allgemeinerer  Beliebtheit  erfreute, 
als  Elisabeth  Leisinger,  hochgeschätzt  als  echte  Künstlerin 
von  vielseitigstem  Gestaltungsvermögen,  werthgeschätzt 
als  liebenswürdige,  warmherzige,  mit  ihrer  Kunst  stets 
hil&bereite  Dame.  Das  vornehme  Kunstinstitut,  welchem 
sie  angehört,  besitzt  in  ihr  eine  nach  jeder  Richtung  hin 
in  gleich  bedeutsamer  Weise  verwendbare  Kraft,  aber 
auch  im  Concertsaale  gehört  sie  als  Oratorien-  und  Lieder- 
sängerin zu  den  hervorragendsten  Künstlerinnen  der 
Gegenwart. 

Elisabeth  Leisinger  wurde  am  17.  Mai  1864  in  Stutt- 
gart geboren,  wo  ihr  Vater  als  Oberstabsarzt  eine  hoch- 
geachtete Stellung  einnahm,  ihre  Mutter  als  k.  Kammer- 
sängerin und  Primadonna  der  k.  Oper  eine  reiche  künst- 
lerische Thätigkeit  entfaltete.  Wer  mit  der  Welt  des 
Scheines,  die  da  Bühne  heisst,  nur  einigermaassen  in 
nähere  Beziehung  getreten  ist,  den  wird  es  nicht  wundem, 
dass  das  einzige  Töchterchen  einer  solchen  Mutter  neben 
der  sorgfllltigsten  Erziehung,  die  ihm  zu  Theil  wurde, 
zwar  auch,  da  das  musikalische  Talent  sich  unverkennbar 
äusserte,  der  Ciavierübung  fleissig  obliegen  durfte,  dass 
aber  die  unbezwingliche  Lust  am  Singen  in  jeder  Weise 
gedämpft  und  niedergehalten  wurde.  Nichts  Beängstigen- 
deres konnte  es  für  eine  Mutter  geben,  welche  diese 
Scheinwelt  so  durch  und  durch  kannte,  als  der  Gedanke, 
ihr  Kind  könnte  einmal  der  Mutter  auf  ihrem  eigenen 
Kunstgebiete  nacheifern  und  Sängerin,  wohl  gar  Bühnen- 
sängerin werden  wollen.  Doch  —  ererbtes  Blut  verleugnet 
sich  nimmer.  Grossvater  Wurst,  Musikdirector  in  Königs- 
berg i.  Pr.,  hatte  fast  alle  seine  Kinder  zur  Bühne  gehen,  seine 
Tochter  Bertha  sogar  in  kurzer  Zeit  eine  hochbedeutende 
dramatische  Sängerin  werden  sehen,  die  man  in  Stuttgart 
ein-  für  allemal  und  derart  zu  fesseln  wusste,  dass  sie 
gar  kein  Verlangen  trug,  so  angenehme  Verhältnisse  mit 
anderen  zu  vertauschen,  und  auch  als  Frau  Dr.  Leisinger 
ihrer  Bühne  noch  jahrelang  als  das  hervorragendste  Mitglied 
angehörte.  Ihre  Bedeutung  als  dramatische  Sängerin  kannte 
man  überall  in  Deutschland,  aber  für  nirgends  sonst  Hess 
sie  sich  gewinnen,  auch  nicht,  als  man  sie  in  den  fünfziger 
Jahren  nach  Hamburg  berufen  hatte,  dort  bei  den  Muster- 
vorstellungen die  Valentine  in  den  „Hugenotten**  zu  sin- 
gen, da  man  eine  vollendetere  Vertreterin  dieser  Partie 
nicht  kannte. 

Dieses  Blut  verleugnete  sich  auch  in  der  Tochter  nicht, 
und  der  stille  Herzenswunsch  fand  endlich  Gewährung, 
wenn  auch  durch  trübe  Veranlassung.  Schwer  und  un- 
heilbar erkrankte  der  Vater,  und  um  dem  einzigen  Kinde 
Erholung  und  Zerstreuung  nach  langen,  bangen  Stunden 
häuslichen  Kümmemisses  zu  schaffen,  erkannte  der  tiefe 
Blick  des  erfahrenen  Arztes  das  geeignetste  Mittel:  dem 
unausgesprochenen  Wunsche  der  Tochter  Eirfüllung  zu 
gewähren  und  Singstunden  eintreten  zu  lassen.  An  die 
Bühne  dachte  dabei  Niemand;  als  aber  der  Vater  nach 
einem  Jahre  gestorben  war,  die  Erfolge  des  Unterrichts 
in  ganz  überraschender  Weise  hervortraten  und  auf  die 
kllnftige  Laufbahn  von  selbst  unaufhaltsam  hindrängten, 
da  gab  unter  den  veränderten  Verhältnissen  endlich  auch 

40* 


488 


die  Mutter  nach.  Schweren  HerzenB  nur  willigte  sie  ein; 
einmal  entschieden,  sollte  nun  aber  auch  die  Stufenleiter 
der  Kunst  mit  grösster  Sorgfalt,  heiligstem  Ernste  und 
emsigstem  Fleisse  erstiegen  werden.  Ein  vortrefflicher 
Grund  war  gelegt,  die  tiefste  Kunsterfahrung  stand  dem 
jungen  Mädchen  hei  seinen  Studien  in  der  eigenen  Mutter 
zur  Seite,  und  Pauline  Yiardot-Garcia  vollendete  das 
Uehrige. 

Von  ihrem  Studienaufenthalte  in  Paris  nach  Stutt- 
gart zurückgehehrt,  legte  Elisabeth  Leisinger  in  einigen 
grossen  Goncerten  ganz  erstaunliche  Proben  ihrer  er- 
langten Kunstfertigkeit  ab,  und  Hr.  von  Hülsen,  der  da- 
malige General-Intendant  der  königl.  Schauspiele  in  Berlin, 
welcher  fleissig  auf  junge  Talente  fahndete,  lud  sie  zu 
einem  theatralischen  Versuche  nach  Berlin  ein.  Am 
28.  März  1884  debutirte  die  junge  Kunstnovize  als 
Kosine  im  „Barbier  von  Sevilla*'  und  hatte  damit,  sowie 
mit  noch  einigen  anderen  Partien  einen  so  entschiedenen 
Erfolg,  dass  sie  sofort  auf  drei  Jahre  für  die  k.  Oper  in 
Berlin  engagirt  wurde.  Die  in  jeder  Art  von  Goloratur 
ausserordentlich  geläufige  Technik,  die  seltene  musikalische 
Sicherheit,  der  herrliche  Klang,  die  Glockenreinheit  und 
nicht  zuletzt  die  seelische  Belebung  des  Tones  Hessen  sie 
in  kurzer  Zeit  zu  Einer  der  musikalischen  Hauptstützen 
der  Oper  heranreifen,  und  da  sich  auch  die  Spielgewandt- 
heit in  rascher  Folge  in  der  erfreulichsten  Weise  ent- 
wickelte, so  zählte  sie  bald  zu  den  hervorragendsten 
Mitgliedern  der  Berliner  k.  Opembühne  und  zu  den  aus- 
gesprochensten Lieblingen  des  Publicums. 

Alles  Andere  ist  bekannt,  der  glücklicherweise  ver- 
eitelte Versuch,  sie  für  die  Grosse  Oper  in  Paris  zu  ge- 
winnen sowohl,  wie  ihr  allmählicher  Uebertritt  in  das 
eigentliche  dramatische  Rollenfach,  der  erst  ihr  herrliches 
Talent  voll  und  ganz  zur  Entfaltung  brachte,  sodass 
Elisabeth  Leisinger  gegenwärtig  zu  den  besten  Vertrete- 
rinnen der  Pamina  nicht  nur,  sondern  auch  der  Elisabeth 
im  „Tannhäuser''  und  der  Eva-  in  den  „Meistersingern" 
zählt.  Auch  die  Goncertsäle  in  Berlin,  Frankfurt  a.  M., 
Dresden,  Breslau,  Wiesbaden,  Baden-Baden,  Hamburg, 
Leipzig,  Göln,  Mainz,  Bonn,  Königsberg  i.  Pr.  u.  s.  w.  sind 
wiederholt  Zeugen  grosser  Triumphe  der  ausgezeichneten 
Sängerin  gewesen;  auf  den  grossen  Musikfesten  Deutsch- 
lands erscheint  sie  stets  als  gefeierte  Solistin.  Und  so 
schliessen  wir  denn  mit  dem  Wunsche,  dass  Elisabeth 
Leisinger  der  Kunst  noch  recht  lange  in  unverminderter 
Kraft  und  Frische  erhalten  bleiben  möge.  W.  L. 


Tagesg'e  schichte. 

Musikbriefe. 

Cöln,  Mitte  September. 

Wenn  ich  hier  einen  Ueberblick  gebe  über  das  Progno- 
stiken, das  die  ersten  Septembertage  der  kommenden  Saison 
stellen,  so  muss  ich  vorher  einige  Bemerkungen  über  meinen 
Standpunet  machen. 

Natürlich  will  ich  nicht  Eeferate  über  die  einzelnen  Vor- 
ftlhrungen  brine^n,  denn  die  würden  ausserhalb  Cölns  wenig 
Interesse  und  keinen  Werth  haben.  Nur  das  kann  Werth 
haben  für  das  grosse  Publicum,  was  die  charakteristische 
Signatar  der  Cölner  Verhältnisse  ausmacht,  weil  man  die 
eigenen  Verhältnisse  damit  vergleichen  und  aus  diesen  Ver- 
^  gleichen  manches  nützliche  Resultat  ziehen  kann. 

Was  mich  selbst  aneeht,  so  kenne  ich  keine  andere  Rück- 
sicht, als  die  Wahrheit  hervorzuholen .  Jeder  ist  mir  Bundes- 
genosse, der  mir  hier  hilft,  sei  es  auch  durch  ein  Corrigiren 


oder  Tadeln  dessen,  was  ich  gesagt  habe.  Allerdines  würde 
ich  einem  solchen  freundlichen  Feind  gegenüber  denselben 
Standpunet  einnehmen,  das  heisst,  ich  würde  auch  hier  keine 
persönliche  Rücksicht,  überhaupt  keine  andere  Rtlcksicht,  als 
die  Wahrheit,  kennen.    Femer  bin  ich  aus  vollster  Ueberzeu- 

fung  Anhänger  der  modernsten  Musikrichtungen,  nicht  nur 
esdramatiscnen  Kunstwerkes,  das,  wie  das  Wa^er^sche,  alle 
Kunstmittel  benutzt  und  besonders  die  Musik,  die  Darstellerin 
der  inneren  Welt  jedes  einzelnen  Menschen,  sondern  auch  der 
modern-musikaliscnen  Strömungen,  die  nach  meinem  persön- 
lichen Empfinden  durch  Richard  Strauss  beherrscht  werden 
Diese  Bemerkungen  werden  hinreichen,  um  dem  Folgen- 
den volles  Verständniss  zu  verschaifen.  Dieses  volle  Verständ- 
niss  ist  es,  was  ich  wünsche,  nicht  ein  flüchtiges  Durchlesen. 
Ich  will  lehren,  nicht  unterhalten. 

Nach  dem  grossen  Musikfest  Anfang  Juni  schlief  hier 
das  Musikleben  ziemlich.  Die  Volks-Symphonieconcerte  im 
Gürzenichsaale  und  die  Philharmonischen  Goncerte  in  dem 
neu  angelegten  Volksgarten  bildeten  neben  den  nur  specielle 
Kreise  interessirenden  Prüfunfi^saufführungen  des  hiesigen 
Conservatoriums  die  einzigen  Musikaufführungen  von  Werth. 
Cöln  hat  kein  Jahres-Theater,  das  einzige  Theater,  das  es 
überhaupt  besitzt  —  selbstredend  übergehe  ich  hier,  wie  über- 
haupt, Unternehmungen,  die  mit  der  Kunst. Nichts  als  den 
Namen  gemein  haben — ,  ist  während  des  Sommers  geschlossen. 
Der  Bau  eines  zweiten  Theaters  ist  zwar  ein  viel  besprochener 
und  mit  Recht  vielbesprochener  Plan,  aber  leider  vorläufig 
nicht  auszuführen. 

Was  die  vorhin  erwähnten  Goncerte  angeht,  so  vertreten 
sie  natürlich  zwei  verschiedene  Richtungen.  In  Beiden  werden 
die  Orchestermusik  und  Solostücke  —  im  Volksgarten  natür- 
lich weder  Glavier  noch  Gesang  —  gepfleet,  Ghorwerke  sind 
im  Ganzen  ausgeschlossen.  Im  Gürzenicn  wird  gleichsam 
die  edle  Musiktradition  gepflegt,  classische  Werke,  allerdings 
auch  moderne,  werden  m  guter  Ausführung  dem  Publicum 
vorgeführt,  das  die  pomphatten  Gürzenichconcerte  im  Winter 
wegen  der  hohen  Eintrittspreise  nicht  besuchen  kann.  Für 
mich,  schwebt  über  diesen  Goncerten  stets  das  eiffenthümliche 
MiUeu  verfangener  Zeiten,  des  vorigen  Jahrhimderts;  Mozart 
heisst  der  Mittelpunct  dieser  Goncerte,  die  ganze  Süssigkeit 
der  Gluck'schen  Musik  klingt  hier  wieder  an,  jenes  intensiv 
musikalische  Wesen,  das  heute  einer  grösseren  Schärfe  und 
grelleren  Klarheit  Platz  gemacht  hat. 

In  den  Volksgarten-Goncerten  werden  kleinere  Werke, 
besonders  auch  ausländischer  Gomponisten,  gegeben,  wie  Mas- 
senet, Saint-Saöns,  Moszkowski,  Grieg,  Dvorak  etc.  Auch 
Gölnischen  Gomponisten  ist  es  leicht  möglich,  ihre  Werke 
hier  zur  Aufführung  zu  bringen.  Ich  erwähne  das,  obwohl 
noch  kein  bedeutendes  Werk  auf  diese  Art  ans  Tageslicht 

fezogen  worden  ist,  wenn  das  recht  ^ut  auch  einmal  fi^eschehen 
önnte.  Bei  diesen  Goncerten  ist  der  Effect  des  &eien  mo- 
dernen Gartens,  des  Sommerabends,  des  elektrischen  Lichtes  in 
einer  grossartigen  Weise  ausgenutzt.  Statt  dass  der  Garten 
die  Musik  ins  Rohe  zieht,  zieht  er  sie  vielmehr  ins  Aetherische; 
nie  habe  ich  die  Mozart'sche  „Zauberflöten" -Ouvertüre  so 
himmlisch- verklärt  ausfähren  gehört.  Das  mag  man  beachten, 
wenn  man  so  summarisch,  wie  es  gewöhnlich  geschieht,  dem 
Gartenconcert  den  specifisch  künstlerischen  oinn  abspricht. 
Ich  wüsste  Nichts  auf  der  Welt,  das  diesen  modernen  und 
auf  die  Musik  hinweisenden  Eflect  des  Sommerabends,  des 
elektrischen  Lichts  und  des  modern-elegant  angelegten  Gartens 
ersetzen  könnte. 

Die  Solisten,  die  in  diesen  Goncerten  aufgetreten  sind, 
kann  ich  nicht  Alle  loben,  überhaupt  würde  eine  Aufzählung 
zu  sehr  ins  DetaiUirte  gehen.  Manchen  guten  Künstler  und 
viele  mittelmässigen  musikalischen  Maschinen  habe  ich  gehört. 

Das  städtische  Orchester,  das  alle  diese  Goncerte  spielt, 
hat  von  seinem  Schöpfer  und  Lenker  Prof.  Dr.  Franz 
Wüllner  die  materialistisch-empirische  Technik  erhalten, 
die  ein  modernes  Orchester  nöthig  hat.  Das  Einzige,  was  ich 
eigentlich  hier  zu  tadeln  hätte,  ist  das  ungleichmässige  Pizzi- 
cato der  Streicher.  Dass  die  Klangfarbe  sich  selten  zu  jener 
idealen  Schönheit,  zu  dem  Goethe'schen  .undenkbar  Schönen" 
erhebt,  das  liegt  wohl  an  der  mehr  auf  das  Erhabene,  ids  auf 
das  unendlich  Schöne  gehenden  musikalischen  Auffassungs- 
weise Wüllner's. 

Zu  tadeln  habe  ich  an  diesen  Goncerten,  dass  sie  von 
dem  Concertmeister  des  Orchesters,  Hrn. (Gustav)  Hollaender, 
dirigirt  werdan,  abgesehen  von  einieen  Nummern  in  den  Volks- 
Symphonieconcerten,  die  Wüllner  dirigirte.  Ich  denke,  über 
die  Zeit  sind  wir  doch  hinaus,  wo  der  Goncertmeister  auch 


<ler  Dirigent  ist,  wie  heut«  noch  in  Bade-Capellen.  Spielen 
und  Dirigiren  Bind  sehr  verschiedene  Dinge,  tind  Oingiren 
und  TaktechUgen  ist  auch  nicht  dasselbe.  Hr.  Hollaender  ist 
ein  vorzikglicher  Concertmeister,  weshalb  beweist  er  immer 
wieder  aufs  Neue,  dass  er  keine  Directionsbegahung  besitzt? 
Und  weshalb  dulden  die  Cölner  die  stete  Wiederholung  dieses 
Beweisea?  Wenn  Dr.  Wüllner  nicht  selbst  in  den  Volka- 
Gartenconcerten  dirigiren  will,  so  wird  doch  in  Oöln  noch 
ein  Dirigent  zu  finden  sein,  der  mit  mehr  Begabung,  als  Hr. 
Concertmeister  Hollaender,  dessen  Rolle  ausfllllen  kann. 


itionaleu  Musik- 
Ausstellung. 

(Fortsetzung.) 


Wien. 
und  Theater- 


Ein  interesSfLutes  Concert,  das  aber  einen  etwas  gemischten 
Eindruck  hinterliess,  war  das  von  Capellmeister  F,  X.  Arens 

geleitete,    in   welchem  er  mit  durchwegs  amerikanischen 
omponisten   der   Gegenwart   bekannt   machte.    Da  unseres 


Elisabeth  Lelslnger. 


Bis  in  die  Aueast-Tage  hinein  dauerten  diese  Concerte, 
von  nun  an  bis  An^g  September  herrschte  vollständige  Kühe. 
Diese  Buhe  hat  eingemein  hohe  Bedeutung  für  das  musika- 
lische Oeniessen,  Durch  das  beständige  Anhören  von  Musik 
wird  man  gegen  ihre  Beize  niclit  gerade  blasirt,  aber  man 
empfindet  sie  nicht  mehr  so  intensiv  und  frisch;  das  Sinn- 
liche der  Musik  tritt  unverhältnissmässig  gegen  das  Geistige 
zurück.  Wiederholt  schon  habe  ich  darüber  gestaunt,  dass 
mich  nach  einer  Pause  von  einigen  Wochen  jeder  einzelne 
Ton,  Jede  Klangfarbe,  mit  unendlicher,  vorher  nicht  gekannter, 
Sttssigkeit  ansprach.  Besonderes  Gewicht  lege  ich  auf  diese 
Bemerkung,  weil  ich  sie  noch  nicht  bei  anderen  Personen 
gemacht  und  auch  noch  nicht  gehört  habe ,  also  ganz 
auf  meine  Selbstbeobachtung  angewiesen  bin.  Diese  eigen- 
thUmlicbe  Süssigkeit,  die  man  nicht  nur  nach  einer  auf- 
frischenden Pause  empfindet,  sondern  auch  bei  Meistern  wie 
Gluck  und  Mozart,  also  zu  einer  Zeit,  in  der  wohl  bedeutend 
weniger  Musik  und  eine  bedeutend  weniger  com^licirte  und 
entwickelte  Musik  auf  das  Empfinden  einwirkte,  ist  ein  sehr 
wesentlicher  Zug  der  Musik  überhaupt,  ein  Zug,  den  man 
nach  meinem  Empfinden  viel  zu  wenig  bisher  hervorgehoben 
hat.  Wohl  hat  man  viel  von  dem  sinnlichen  Reiz  der  Musik 
gesprochen,  aber  ins  Einzelne  hinein  beschrieben  oder  vielmehr 
ausdeutet  habe  ich  ihn  noch  nicht  gefunden.  Da?  nebenbei, 
in  der  Pause. 

(Schluss  folgt.) 


Wissens  Hr.  Arens  dasselbe  TJntAmehmen  auch  in  Leipzig 
durchführte,  können  wir  uns  über  das  Goncert  kurü  fassen. 
Als  gemeinsamer  Charakt«rzng  der  Meisten  in  der  Musik  halle 
vorgeführten  amerikanischen  Tonsetaer  fiel  uns  auf,  dass  die 
Letzteren  ihr  grosses  technischen  Können  fast  durchaus  als 
Schilderung  oder  Blnstration  in  den  Dienst  einer  poetischen 
Idee  Stelleu,  während  das  absolut  musikalische  Scbafien  b^i 
ihnen,  wie  es  scheint,  immer  mehr  in  den  Hintergrund  tritt. 
Unter  sämmtlicben  am  6.  Juli  hier  gespielten  Musikstücken 
hatte  nur  ein  Einziges  und  gerade  das  Unbedeutendste:  eine 
hübsche,  aber  ziemlich  conventionelle  Gavotte  von  Foote 
keine  auf  den  geistigen  Inhalt  hindeutende  üeberschrift.  Sonst 
gehörte  mehr  oder  minder  Alles  in  das  Gebiet  der  Prograntm- 
musik,  selbst  da,  wo  sich  die  Verfasser  -^  wie  z.  B.  Hr. 
J.  K.  Paine,  Professor  der  Musik  zu  Cambridge  in  Massa- 
chusetts —  zur  älteren  Richtung  Beethoven-Schumann-Men- 
delssohn bekennen.  Von  Hm.  Paine  wurden  zwei  Sätze  einer 
ganz  tüchtig  gearbeiteten  Symphonie,  genannt  „Im  Frühling", 
gespielt,  die  vielleicht  besser  „Dem  Andenken  Robert  Schu- 
mann's"  Überschrieben  wäre.  Dann  worden  sich  die  zahlreichen 
Reminiscenzen  eher  rechtfertigen.  Ein  Stück  von  grosser 
orchestraler  Ausdruckskraft,  das  wahrhaft  poetische  schön-  . 
heiten  in  sich  birgt,  nur  leider  den  Gesammteindruck  durch 
eine  all  zu  weit  ausgesponnene  Coda  schädigt,  bot  uns  Capell- 
meister  Arens  selbst  in  seiner  syrnphonischen  Phantasie  „Aus 
meines  Lebens  Fröhlingszeit".    Geistig  vollständig  ins  Gebiet 


490 


der  Liszt^schen  Symphonischen  Dichtungen  fallend,  stellte  sich 
die  Gomposition  formell  mehr  wie  eine  kühn  erweiterte  clas- 
sische  Concertouvertnre  dar.  Die  melodische  Erfindung  hil- 
dete  leider  dieses  sonst  überwiegend  fesselnden  Tongedichtes 
schwache  Seite.  Ein  Gleiches  ist  von  fast  sämmtlichen  übri- 
gen hier  vorgeführten  amerikanischen  Orchestercompositionen 
zu  sa^n:  so  einem  sehr  stimmungsvollen  und  klangsüssen 
Vorspiel  zu  dem  2.  Act  des  Dramas  „Ylasda*'  von  F.  van  der 
Stucken  (den  wir  später  als  Dirigenten  des  Vereins  „Arion^' 
in  New- York  kennen  lernten),  einer  hochdramatisch  effect- 
vollen  Ouvertüre  „Melpomene"  von  G.W.  Chadwick  (Orchester- 
dirigenten und  Organisten  in  Boston),  einer  prickelnden,  aber 
von  barocken  Einiallen  und  Trivialitäten  nicht  freien  »Car- 
nevalsssene**  (Op.  5)  von  A.  Bird.  Malen  die  Herren  van  der 
Stucken  und  Chadwick,  theilweise  auch  Hr.  Arens  haupt- 
sächlich mit  V^agner'scnen  Farben,  so  schliesst  sich  Hr.  Bird 
mehr  an  französische  Vorbilder  (Massenet,  Bizet).  In  Bezug 
auf  geistreich  glänzende  Orchesterschilderung  verdiente  unter 
sämmtlichen  in  Wien  vorgeführten  amerikanischen  Compo- 
nisten  E.  A.  Mac-Dowell  den  Preis.  Die  hier  gespielten  Stücke 
seiner  Suite  Op.  42.  besonders  deren  erster  Satz  „In  einem 
verwunschenen  Wald*'  mit  seinem  höchst  überraschend  aus- 
gemalten Zauberspuk  können  sich  an  zündender  Kraft  des 
Ausdrucks  kühn  neben  die  berühmtesten  vorbildlich  gewesenen 
musikalischen  Feerien  von  Berlioz  stellen.  .  Beim  Publicum  be- 
sonderes Glück  machte  ein  süsses,  melodisches  Adagio  („Liebes- 
scene'')  aus  einer  Serenade  Op.  2  für  Streichorchester  von 
V.  Herbert.  Am  meisten  specifisch  amerikanisch  gab  sich  aber 
eine  Marcia  fantastica  aus  der  Suite  charact^ristique  von 
H.  Schoenefeld.  Eine  stark  naturalistische  Schilderung  süd- 
lichen Negerlebens,  welche  für  diesen  Zweck  ausser  Streich- 
orchester noch  Tamtam  und  Triangel  benutzt  und  durch  die 
Einfiechtung  eines  Trauermarsches  einen  seltsam-barocken 
Gegensatz  zu  der  harmlosen  Lustigkeit  der  Sclaventänze  ge- 
winnt. Wir  konnten  uns  für  dieses  angeblich  auf  ursprüng- 
liche Neger-Melodien  gesetzte  Stück  nicht  begeistern.  OapeU- 
meister  Arens  dirigirte  übrigens  mit  hinreissendem  Schwung, 
und  das  Orchester  hatte  sich  unter  seiner  Leitung  erstaunlich 
rasch  in  die  schwierigen,  ungewohnten  Aufgaben  hineinge- 
funden. Man  dankte  Beiden  nach  Gebühr  am  Schlüsse  aes 
Concertes  durch  verdoppelten  Beifall. 

Die  beiden  nächsten  Gastdirigenten-Concerte  waren  von 
Hrn.  L.  Mancinelli,  dem  artistischen  Director  der  Philhar- 
monischen Gesellschaft  in  Madrid,  geleitet.  An  dem  Besuche 
derselben  verhindert,  hörten  wir  von  fachmännischer  Seite  den 
rhythmischen  Zug  und  die  interessante,  oft  sehr  eFectvolle 
Instrumentirung  aer  Compositionen  des  genannten  spanisch- 
italienischen Capellmeisters  rühmen,  wenn  man  aus  ihnen 
auch  nicht  auf  eine  wahrhaft  schöpferische  Ader  schliessen 
konnte.  Seiner  Richtung  nach  soll  Hr.  Mancinelli  (der  auch 
in  Deutschland  durch  seine  in  Hamburg  gegebene  Oper  „Isora 
di  Provenza"  bekannt  geworden)  einen  mittleren  Stand punct 
zwischen  Meyerbeer  und  Wagner  einnehmen,  sich  mehr  dem 
Letzteren  zuneigend  und  nebenbei  auch  italienischen  Ein- 
flüssen Baum  gebend.  Vorstehende  Mittheilungen  kamen  mir 
aus  dem  Munde  eines  stets  verlässlich  befundenen,  fortschritt- 
lich gesinnten  Musikers  zu  und  . .  .  relata  refero. 

Von  grossem  Interesse  war  es  mir  wenige  Tage  später,  als 
Gastdirigenten  einen  von  mir  stets  hochgehaltenen,  in  Wien 
noch  viel  zu  wenig  bekannten  nordischen  Tondichter:  Hrn. 
Johan  S.  Svendsen  (gegenwärtig  k.  Operncapellmeister  und 
Leiter  der  Philharmonischen  Concerte  in  Copenhagen)  kennen 
zu  lernen.  Von  Svendsen  wurden  bei  uns  öffentlich  bisher 
nur  das  Octett  Op.  3  in  Adur  (in  den  Kammermusikabenden 
der  HH.  Ros6  und  Hellmesber^er,  einmal  auch  in  verstärkter 
Besetzung  von  den  Philharmonikern),  dann  die  Violinromanze 
mit  Orchester  zu  Gehör  gebracht.  Diese  zwei  Stücke  aller- 
dings stets  mit  entschiedenem  Erfolg.  Um  so  verwunder- 
licher muss  man  es  finden,  dass  noch  niemals  eine  Svendsen'- 
sche  Symphonie  auf  den  Programmen  unserer  grossen  Orchester- 
concerte  erschien.  Bei  seinem  jetzigen  Besuche  auf  der  Aus- 
stellung gab  uns  Svendsen  gerade  sein  erstes  derartiges  Werk 
zu  hören,  die  schon  vor  20  Jahren  componirte  Ddur-Symphonie 
Op.  4,  eine  jugendfrische,  liebenswürdige,  stellenweise  wahr- 
haft poetisch  angehauchte  Gomposition,  ans  welcher  besonders 
der  edle,  breit  ausgesponnene  Gesang  des  Adagios  und  das 
gemüthliche,  in  seinem  Hauptthema  an  eine  Haydn'sche 
Gdur-Symphonie  erinnernde,  vorzüglich  im  Mittelsatze  durch 
die  originelle  Verwendung  verschiedener  Stricharten  der 
Geigen  wirksame  AUegretto  scherzando  lebhaft  ansprachen. 
Der  letztgenannte,  zum  Theil  einem  neckischen  Geplauder  zu 


vergleichende  Satz  musste  wiederholt  werden.  Als  poetischer 
Stimmungsmaler  zeigte  sich  der  Componist  in  der  zweiten 
Conoertnummer,  einer  Legende  f^r  Orchester  „Zorahayda** 
(angeregt  durch  Washington  Irvine's  „Legend  oi  the  rose  of 
Alhambra"),  Einigen  vielleicht  noch  sympathischer  als  abso- 
luter Musiker  durcn  ungemein  wohlklingende  Variationen  über 
ein  norwegisches  Volkslied.  Grossen 'Beifall  erwarb  sich  auch 
die  junfi;e  Geigerin  Frl.  Amalie  Mollner  mit  dem  seelen- 
vollen Vortrag  der  für  den  Spieler  so  überaus  dankbaren 
melodiösen  Romanze,  die  gleicnfalls  zur  Wiederholung  ver- 
langt wurde.  Den  Schluss  machte  unter  dem  Titel  „Cameval 
in  Paris"  ein  merkwürdiges  Stück  Programmmusik,  in  wel- 
chem der  Componist  weniger  das  äussere  Leben  und  Treiben 
eines  Carnevals  schildern  wollte,  als  die  Eindrücke  und  Em- 
pfindungen eines  träumerischen,  weltfremden  Jüngling  wäh- 
rend desselben.  Es  war  gut,  dass  diese  Erklärung  in  dem 
„Programmbuche"  mitgetheilt  war,  da  andemfalls  so  mancher 
Hörer  den  Inhalt  des  mit  Berlioz'schen  Färben  gemalten  Ton- 
gemäldes kaum  seiner  üeberschrift  entsprechend  gefunden 
haben  dürfte.  Als  Dirigent  zeichnete  sich  Svendsen  —  im 
Gegensatze  zu  der  feurigen  Lebendigkeit  mancher  anderen 
Ca^llmeister,  z.  B.  des  Hrn.  Arens  oder  des  Ausstellungs- 
dirifi^enten  Grädener  —  durch  unerschütterliche  Ruhe  und  un- 
fehlbare Sicherheit  aus.  Mit  dieser  stimmte  auch  seine  mar- 
tialische, aber  etwas  behäbige  Erscheinung.  „Nach  Dem,  was 
ich  von  Svendsen'scher  Musik  kenne"  —  sagte  ein  Fräulein 
neben  mir,  das  speciell  für  die  Violinromanze  schwärmte  — 
„hätte  ich  mir  den  Meister  anders  vorgestellt."  Diese  naive 
Bemerkung  gehört  eigentlich  nicht  in  unser  Referat,  sie 
charakterisirt  nur  so  recht  unsere  lieben  Wienerinnen.  An 
der  maasslosen  Vergötterung,  welche  jetzt  namentlich  das 
schöne  Geschlecht  mit  Pietro  Mascagni  hier  treibt,  hat  das 
jugendlich  schmucke  Aeussere  dieses  '  musikalischen  Glücks- 
Kindes  einen  wesentlichen  Antheil.  Ob  man  „im  kälteren 
Deutschland",  in  Leipzig  oder  Berlin,  beim  Anblick  des  Com- 
ponisten  der  „Cavalleria  rusticana"  auch  so  völlig  ausser 
Rand  und  Band  geriethe?    Vielleicht  denn  doch  nicht! 

(Fortsetzung  folgt.) 

Nachschrift:  Hr.  Dr.  Guido  Adler,  der  Vorstand  der 
musikhistorischen  Abtheilung  der  Wiener  Ausstellung,  er- 
sucht uns,  eine  in  imserem  Briefe  über  die  Letztere  gemachte 
Bemerkung:  als  wären  die  Schaustücke  der  Ausstellung,  Par- 
tituren, Musikerbriefe  etc.,  zur  eingehenden  Besichtigung  nur 
Potentaten  und  anderen  ausnahmsweise  begünstigten  Personen 
zugänglich,  dahin  zu  berichtigen:  dass  jedem  Interessenten 
auf  motivirtes  Ansuchen  in  der  Fachksüizlei  eine  derartige 
Begünstigung  (der  Aushebung  eines  Manuscripts  u.  dgl.)  ge- 
währt werde.  In  der  Gibichungenhalle  wurde  uns  persönlich 
allerdings  ein  auf  nähere  Besicntigung  mehrerer  an  Fürstin 
Pauline  Metternich  gerichteten  unter  Glas  und  Rahmen  ver- 
wah  r  ten  Briefe  Wagn  er 's  gestelltes  Begehren  rundweg  abge- 
schlagen. Es  hiess:  man  müsse  erst  die  Erlaubniss  der  ab- 
wesenden Eigenthümerin  der  Briefe  —  eben  der  Fürstin  — 
einholen,  und  das  sei  mit  zu  grossen  Umständen  verknüpft  u.  s.w. 
Hoffentlich  macht  man  in  den  anderen  Räumen  der  Ausstellung 
weniger  Schwierigkeiten:  nach  Dr.  Adler's  ausdrücklicher  Ver- 
sicherung muss  dies  sogar  bestimmt  angenommen  werden. 
Schreiber  Dieses  hatte  nach  den  unangenehmen  ErÜEihrungen 
in  der  Gibichungenhalle  davon  Abstand  genommen,  die  Gre- 
fälligkeit  der  musikhistorischen  Ausstellun^commission  sonst 
noch  irgend  auf  die  Probe  zu  stellen.  Dr.  Th.  Helm. 

Conoertumschau. 

Amsterdam.  Symphonieconcerte  im  Neuen  Concerthaus 
(Kes)  am  8.  u.  15.  Sept.:  Svmphonien  v.  Beethoven  (No.  5) 
u.  R.  S  trau  SS  (Fmoll),  „L'Arlösienne"  v.  Bizet,  Vorspidl  u. 
„Isoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und  Isolde"  v.  Wagner, 
Ouvertüren  V.  Mendelssohn,  Gold  mar  k(„Sakuntala"),  Brahms 
(Trag.)  u.  Weber,  Vorspiel  zur  Oper  „Die  Hexe"  v.  A.  Enna, 
„Märchen"  f.  Streichorch.  u.  je  zwei  Oboen  u.  Homer  von 
Nicod6  etc. 

Blankenhain.  Conc.  des  Weimarer  Sängerbundes  am 
18.  Sept:  Männerchöre  v.  Kalliwoda  („Das  deutsche  Lied"), 
Liszt  (Weimars  Volkslied),  Beethoven,  Seh  äff  er  („Das  Fräu- 
lein an  der  Himmelsthür"),  Goepfart  („Am  Chiemsee",  unt. 
Leit.  des  Comp.),  Hartmann  („Abends"),  Engelsberg  („So 
viel  Stern  am  Himmel  stehen")  u.  Weber,  VjoHn vortrage  des 
Hm.  Franke  a.  Weimar  („Zigeunerweisen"  v.  Sarasate  u. 
Romanze  v,  Svendsen). 


'j 


491 


Leipzig.  Geistl.  Musikauffrlhr.  des  Organisten  Hrn.  Pfann- 
stiehl  unt  Mitwirk,  der  HH.  £.  Schneider  (Ges.)  u.  Müller  (Hörn) 
am  25.  Sept.:  Soli  f.  Ges.  v.  Mendelssohn,  B.  Vogel  („Trost'') 
u.  F.  Draeseke  („Treue"),  f.  Org.  v.  W.  F.  Bach  (Cfoncert), 
J.  Baptista,  Pachefbel,  S.  Bach  n.  F.  A.  Fischer  („Ostermor- 
gen",  m.  Trompeten,  Posaunen,  Tuba  u.  Pauken)  u.  f.  Hörn 
V.  Händel  u.  B.  £.  Müller  (And.  religioso). 

Nürnberg.  1.  u.  2.  Eliteconc.  des  Winderstein^schen  Orch. 
(Winderstein):  Ouvertüren  v.  Weber  u.  Beethoven,  Fragmente 
a.  „Bheingold"  u.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner,  l.TJng. 
Bhaps.  V.  liiszt  etc. 

Bad  Reinerz.  14.  Symph.-Oonc.  des  städt.  Gurorchesters 
(Loewenthal):  Esdur-Symph.  v.  Mozart,  „Athalia"-Ouvert.  v. 
Mendelssohn,  Adagio  a.  der  Son.  path.  v.  Beethoven  etc.  — 
Gonc.  desselben  Orch.  am  17.  Sept.:  Ouvertüren  v.  Thomas 
(„Raymond")  u.  Eossini  („Teil"),  „Waldidylle"  v.  A.  Ochs, 
Ganzone  „An  Sie"  v.  Raff  etc.  —  16.  Kammermusikabend: 
GmoU-Streichquint.  v.  Mozart,  Streich quart.  Op.  76,  No.  2,  v. 
Haydn  etc. 

Scheveningen.  13.  u.  14.  Symph.Gonc.  des  Philharm. 
Orch.  a.  Berlin  (Herfurth):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  4) 
u.  Schumann  (No.  4),  „Peer  Gynt"-Suite  v.  Grieg,  „Danse 
macabre"  v.  Saint-Sa3ns,  Ouvertüren  v.  Mozart,  Wagner 
(„Faust"),  Beethoven  (No.  l  zu  „Leonore")  u.  Weber,  Auffor- 
derung zum  Tanz"  v.  Weber-Berlioz,  Rigodon  (f.  ?)  v.  E.  de 
Hartog,  Ballscene  f.  Violinchor  v.  Mayseder-Hellmesberger, 
Larghetto  a.  dem  Clar.-Quint.  v.  Mozart  (Clar.:  Hr.  Rhode), 
Pr61ude  a.  „Le  Döluge"  v.  C.  Saint-Saöns  (Violinsolo:  Hr. 
Bleuer),  Solovorträge  der  HH.  01k  (VioL,  Chaconne  v.  S.  Bach) 
u.  Bouman  (Violonc,  zwei  Sätze  a.  dem  Dmoll-Concert  eig. 
Comp.).  —  1.  Wagner-Soir^  desselben  Orch.:  „Siegfried- 
Idyll",  Ouvertüren  zum  „Fliegenden  Holländer"  u.  zu  „Tann- 
häuser", „Lohengrin"-Vorspieru-  Fragmente  a.  den  „Meister- 
singern", „Rheingold"  u.  „Parsifed"  v.R. Wagner,  „Album- 
blatt" f.  Viol.  V.  Wagner-Wilhelmj  (Hr.  Bleuer). 

Wien.  9.  Symph.-Conc.  der  Componisten  u.  Gastdirigen- 
ten in  der  Internat.  Musik-  und  Theaterausstellung  unt.  Leit. 
des  Hm.  G.  Henschel  a.  London:  2.  Symphonie  v.  Brahms, 
Suite  a.  der  Musik  zu  Shakespeare's  „Hamlet"  von  G.  Hen- 
schel, JEgmont"-Ouvert.  v.  Beethoven,  „Meistersinger "-Vor- 
spiel V.  Wagner. 

Veraltete  Programme,  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  GSste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Im  KroU-Theater  gab  es  am  letzten  Freitag  eine 
aussergewöhnliche  „Don  Juan"-Aufführung,  indem  Hr.  d'An- 
drade  die  Titelpartie  darstellte  und  Frau  Moran-Olden  die 
Donna  Anna  sang.  Das  Publicum  war  in  enthusiastischer 
Stimmung.  —  Brüssel,  Im  Monnaie-Theater  wurde  das 
Wiederauftreten  des  Frl.  Nardi  der  Anlass  zu  begeisterten 
Ovationen  für  die  Künstlerin.  Das  Gleiche  ist  von  Frl.  Ohr6- 
tien  zu  melden.  —  Hamburg.  Hr.  Pollini  hat  sich  in  dem 
jungen  Baritonisten  Hm.  W.  Merkel  in  Royal,  einem  Bruder 
des  Leipziger  Tenoristen  dieses  Namens,  eine  vereprechende 
Kraft  vom  Herbst  n.  J.  ab  gesichert.  —  Leipzig.  Der  Opem- 
abend  am  22.  Sept.  wurde  durch  das  Einspringen  der  Frau 
Stavenhagen-Denis  aus  Weimar  gerettet,  indem  dieselbe 
in  dem  an  Stelle  des  unaufführbar  gewordenen  „Hans  Heiling" 
eingeschobenen  „Fliegenden  Holländer"  die  Senta  sang,  mit 
deren  Darstellung  sie  alle  Sängerinnen  übertraf,  die  sich  hier 
seit  Frau  Steinbach-Jahns  an  diese  schwere  Aufgabe  gewagt 
haben.  —  Paris.  Frau  Deschamps-Jehin  gab  bei  ihrem 
Wiederauftreten  der  Aufführung  des  „Propheten"  in  der  Grossen 
Oper  besonderen  Glanz,  nicht  minderes  Interesse  erregte  Hr. 
Colonne  am  Dirigentenpult.  —  Pawlowsk  (bei  St.  Peters- 
burg). Der  belgische  Violoncellist  Hr.  Eduard  Jacobs  hat 
hier  kolossalen  Seifall  gefunden.  Schon  der  erste  Bogenstrich 
Hess  den  Meister  erkennen.  —  Stuttgart.  In  den  Engage- 
ments der  jagendlichen  Sängerin  Frl.  Mulder  und  des  Bari- 
tonisten Hm.  Dr.  Pröll  hat  unsere  Hofoper  sehr  beifalls- 
würdige  Acquisitionen  gemacht.  —  Zürich.  Während  in  den 
Damen  Prosky  und  Göttlich  und  den  HH.  Lederer  und 
F essler  die  besten  Opemkräfte  der  v.  Saison  unserem  Theater 
erhalten  geblieben  sind,  wurden  von  Hm.  Director  Schrötter 
eine  ganze  Anzahl  Neuerwerbungen  für  das  Opernensemble 
gemacht,  und  zwar  u.  A.  in  den  Sopranistinnen  Frls.  Betty 
Frank  aus  Breslau  und  Pauline  Bach  mann  ans  Rotterdam, 


der  Altistin  Frl.  Jisarek  aus  Breslau,  den  Tenoristen  HH. 
Berthold  aus  Basel  und  Funke  aus  Berlin,  dem  Baritonisten 
Hm.  Petzold  aus  Danzig  und  dem  Bassisten  Hm.  Düring 
von  ebendaher. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  24.  Sept.  „0  du,  der  du  die 
Liebe  bist«  v.  N.  W.  Gade.  „Ftlrchte  dich  nicht"  v.  S.  Bach. 
Nicolaikirche:  25.  Sept.  „Nicht  unserm  Namen,  Herr,  sei 
Ehre  gegeben"  v.  Mendelssohn. 


Aufgeführte  Novitäten. 

Abert  (J.  J.),  „Astorga*^-Ouvert.  (Breslau,  11.  Symph.-Conc. 
der  Bresl.  Concertcap.) 

Beliczay  (J.  v.),  2.  Symph.  {Carlsbad,  14.  Symph.-Conc.  der 
Curcap.) 

Berlioz  (H.),  Harold-Symph.  (Scheveningen,  7.  Symph.-Conc. 
des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

Bizet  (E.),  „L'Arl6sienne".    (Scheveningen,  11.  do.)     ^ 

Borodin  (A.),  „Eine  Steppenskizze  aus  Mittelasien"  f.  Orch. 
(Scheveningen,  Conc.  desselben  Orch.  am  26.  Juli.) 

Brahms  (J.),  4.  Symph.  (Scheveningen,  10.  Symph.-Conc. 
desselben.) 

Orchestervariat.  üb.  ein  Haydn'sches  Thema.  (Scheve- 
ningen, 11.  do.) 

Akad.  Festouverture.  (Cöln,  9.  Volkssymphonieconcert. 

Scheveningen,  5.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch.  aus 
Berlin.) 

Ciaviertrio  Op.  101.  (Guben,  Kammer musikconc.  v.  Frl. 

Michel  u.  Gen.  am  1^.  Juli.) 

David  off  (C),  Violoncellconc.    (Sondershausen,  8.  Lohconc.) 

Dessoff  (0.),  Fdur-Streichquart.  (Bad  Reinerz,  7.  Kammer- 
musikabend.) 

Dvorak  (A.),  Ouvert.  „Husitska".  (Scheveningen,  11. Symph.- 
Conc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

Enna  (A.),  Vorspiel  zur  Oj)er  „Die  Hexe".  (Cöln,  10.  Volks- 
symphonieconc.) 

Godard  (B,),  Gmoll-Streich quart.  (Bad  Reinerz,  8.  Kammer- 
musikabend.) 

Gold  mark  (C),  Symph.  „Ländliche  Hochzeit".  (Kissingen, 
2.  Benefizconc.  f.  Hrn.  Schreck.) 

„Sakuntala" -Ouvert.  (Scheveningen,  6.  Symph.-Conc.  d^s 

Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

Hartmann  (Em.),  Ouvertüre  „Eine  nordische  Heerfahrt". 
(Cöln,  10.  Volkssymphonieconc.) 

Kiel  (F.),  AmoU-Streichquart.  (Bad  Reinerz,  10.  Kammer- 
musikabend.) 

K ist  1er  (C),  Vorspiel  zum  8.  Act  v.  „Kunihild".  (Kissingen, 
Conc.  der  Curcap.  am  15.  Sept.) 

Krug  (Am.),  „Liebesnovelle"  f.  ötreichorch.  (Sondershausen, 

10.  Lohconc.) 

Lachner  (F.),   Serenade  f.  vier  Violoncells.      (Bad  Reinerz, 

11.  Kammermusikabend.) 

Langer  (F.),  2.  u.  3.  Satz  a.  dem  FlÖtenconc.  (Cöln,  12.  Volks- 
symphonieconc.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pr6ludes".  (Scheveningen,  6.  Symph.-Conc. 
des  Phimarm.  Orch.  a.  Berlin.) 

Esdur-Clavierconc.  (Cöln,  10,  Volkssymphonieconc.) 

Litolff  (H.),  „Robespierre"-Ouvert.  (Bad  Reinerz,  11.  Symph.- 
Conc.  des  städt.  Curorch.) 

Ludwig  (J.),  Drei  Sätze  a.derFdur-Symph.  (Cöln,  12.  Volks- 
symphonieconc.) 

Manns  (F.),  Esdur-Symph.    (Sondershausen,  12.  Lohconc.) 

Raff  (J.),  „Lenore" -Symph.  (Breslau,  12.  Symph.-Conc.  der 
Bresl.  Concertcap.) 

Waldsymph.  (Sondershausen,  10.  Lohconc.  Bad  Rein- 
erz, 12.  Symph.-Conc.  des  städt.  Curorch.) 

Streichquartett  „Die  schöne  Müllerin".     (Bad  Reinerz, 

9.  Kammermusikabend.) 

Reinecke  (C),  „Schöne  Maiennacht,  wo  die  Liebe  wacht" 
f.  Orch.  a.  „Von  der  Wiege  bis  zum  Grabe".  (Leipzig, 
Festconc.  im  Neaen  Gewandhaus  am  30.  Aug.) 

Rheinberger  (J.),  Ouvert.  zur  „Zähmung  der  Widerspän- 
stigen".    (Cöln,  9.  Volkssymphonieconc.) 

Riemenschneider  (G.),  Symph.  Dicht.  „Julinacht".  (Son- 
dershausen, 8.  Lohconc.) 

Rubinstein  (A.),  Streichquart.  Op.  17,  No.  1.  (Bad  Reinerz. 

12.  Kammermusikabend.) 


493 

Saint'Saäns(C.),  „Dause macabre".  (BadReiaer2,U.Symph.- 

Conc.  äea  städt.  Curorch.> 
Schulz-Schwerin  (C),    Ouvert.  zur  „Brant  von  UeSGina". 

(SooderehaoeeD,  11.  Lolicoiic.) 
Star  (C),  Bittei-liche  Ouvert,    (Sondershausen,  12.  do.) 
Svendeen  (J.  S.),    Orchestereinleitung  zu   „Sig^nrd  Slerabe". 

(Scheveningen,   Conc.  des  Philharm.  Orch.  a,  Berlin  am 

26.  Juli,) 
f  ottmann  (Ä.),  Messe  f.  dreistimm.  M&nnerchor,  Soli  u,  Org. 

(Erfurt,    Wohlth&tigkeitsco&cert    des    Seminarchors    am 

19,  Aug.) 
Ulrich  (HT),  Sjmph.  trioinph.  (Breslau,  11.  Symph.-Cono.  der 

Bresl.  Concertcap.) 

—  —  Festouvert,    (Sondershausen,  10.  Lohconc.) 
Vogt  (J.),  Streichqiünt.  Dp.  56.     (Bad  Beinerz,  6.  Kammer- 

musikabend.) 
Volbmann  [R^,  DmoU-Seren,  f.  Streichorch.  (Scheveningen, 

7.  Symph.-Cono,  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin,) 
Wagenaar  (J.),   Ouvert  zu  Shakeapoare's  „König  Johann", 

(Scheveningen,  8.  do ) 
Wagner(R,],  „Meiatereinger" -Vorspiel  ,{ScheveniEgen,  8.do.) 

—  —  „Pareifal"- Vorspiel.    (Scheveningen,  7.  do.) 
„Siegfried- Idyll",    (Scheveningen,  8.  do.    Bad  Beinerz, 

11.  Symph.-Conc.  des  stidt.  Curorch.) 
Huldigungemarach.     (Sonderehausen,  10.  Loheono.) 

—  —  Kaiser-Marsch.     (Bad  Beinerz,    10.  Symph.-Conc.    des 

atädt.  Curorch.  Scheveningen,  10.  Sympn.-Conc.  des  Phil- 
harm. Orch.  a.  Berlin.) 

Weber  (G.),  „Kriegsgesane  im  Walde"  f.  Männerchor  mit 
Clav,     [Heidelberg,  4.  Musikabend  des  Äkad.  Oesangver.) 

Zöllner  (H.),  Suite  „Sommer&hrt"  f.  Streichorch.  (Sondera- 
hansen,  8,  Lohconc.) 


Musikalien-  und  BUoherm&rIct. 

Eingetroffen: 

^leichmann,  Jnl.,  Clavierquint.  in  Ddnr,  Dp,  16.  (Leipzig, 
Breitbopf  &  Härtel.) 

Sonvin,  L.,  ^hristoacbtetraum"  f,  Streichorchester,  Op.  10. 
(Leipzig,  E,  W.  Fritzsch.) 

3nna,  August,  „Bie  Hexe",  Oper  in  drei  Acten.  (Leipzig, 
Friedrich  Hofmeister.) 

öervinus,  Viotorie,  Naturgemasse  Ausbildung  in  Gesang 
nnd  Clavierspiel  mit  besonderer  Rücksicht  auf  gemein- 
schaftlichen Unterricht,  nebst  einer  Hannonielehre  und 
einer  ausgewählten  Sammlung  von  Liedern  und  Clavier- 
Stüeken.     (Leipzig,  Breitko^f  &  Härtel.) 

Gilson,  Paul,  „LaMer".  Esqutgees  aymphoniqueap.gr,  Orch. 
{Leipzig,  Breilkopf  &  Härtel,) 

Klughardt,  August,  Conoert  f.  Violonc.  m.  Orch.  od.  Clav., 
Op.  59.      (Leipzig,  E.  W.  Fritzsch.) 

Lorenz,  C.  Ad.,  „Harald  und  Theano"  Oper  in  vier  Auf- 
zügen, Op.  BD.    (Leipzig,  Breitkopf  &.  Härtel.) 

liaier,  Anton,  „Weihnacht  im  Walde".  Ein  Festepiel  für  die 
musikalische  Jugend  f,  Soli  u.  Kinderchor  m,  Clav.,  Op.  66, 
(Quedlinburg,  Chr.  Priedr,  Vieweg'a  Buchhandlung.) 

Mttller-BerghauB,  Carl,  „Die  Kaiewainen  in  Pocbjola", 
Oper  in  vier  Bildern.     (Stuttgart,  G.  A.  Zumsteeg,) 

Pache,  Johannes,  -Tobias  Schwalbe",  kora,  Oper  in  einem 
Act.     (Leipzig,  J.  H.  Robolsky.) 

aeinecke,  Carl,  Octett  f,  FL,  Ob.  n.  je  zwei  Clarinetten, 
Hörner  u.  Fagotte,  Op,  316,  sowie  Duo  f.  zwei  Claviere 
nach  demselben,  Op.  3I6a.    (Leipzig,  Fr.  Kistner.) 

Reinhold,  Hugo,  Symphonie  in  Cdur,  Op.  32.  (Leipzig, 
Fr.  Kistner.) 

Renner,  Friedrich,  Gesangschule.  (Leipzig  und  Baden-Baden, 
Constautin  Wüd's  Verlag.) 

Sandberger,  Adolf,  Schauspiel-Ouvert,  f.  gr.  Orch.,  Op.  8, 
u.  Sonate  f.Viol.  u.  Pianof,,  Dp,  10,  (Leipzig, E.W, Fritzsch,) 

Seyffardt,  Ernst  H.,  Trauerfeier  für  eine  Prühentechlafene 
f.  Altflolo,  gem.  Chor,  Frauenchor  u.  Orch  Op.  21.  (Stutt- 
gart, Ebner'sche  Hof-Musikalienhandlung.) 

Utepruch,  Anton,  Clav.-Tiolinaon.in  Dmoll,  Op.28.  (Frank- 
furt a,  M.,  Steyl  *  Thomas.) 

^Voyrsch  Fehi  von,  Symphon,  Prolog  zu  Dante's  „Divina 
Comedia",  Op.  40.    (Leipzig,  Martin  Oberdörffer,) 

Jadassohn,  Dr.  S.,  Allgec 
köpf  &  Härtel) 


Ludwig,  Aug.,  „Gelobet  seist  du  jederzeit:  Prau  Unsica!" 
Oder:  Aufgezwungene  Betrachtungen  durch  die  Interna- 
tionale Musik-  und  Theater- Ausstellung  zu  Wien.  (Ber- 
lin, Aug,  Ludwig.) 

Seid!,  Arthur,  Hat  Richard  Wagner  eine  Schule  hinterlassen? 
(Kiel  und  Leipzig,  Lipsius  &  Tiacher.) 

Tannhäuser-Nacbldänge.  Briefe,  Berichte  und  Betrachtungen 
über  die  Aufftlhrungen  dea  „Tannhäuser"  in  Bayreuth 
(1891)  von  William  AshtonElHs  U.A.  (BerÜn,  P.Thelen.) 

Wilsing,  Heinrich,  Richard  WB*;ner,  „Die  Meistereinger  von 
Nürnberg".  Einführung  in  Musik  und  Dichtung.  (Mainz, 
B.  Schott'a  Söhne.) 

Vermisolite  IMittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  bevorstehende  Concertaaiaon  in  Leipzig  wird 
nach  den  Mittheilnngenj  die  bis  jetzt  in  die  OesenUichkeit 
gelangt  sind,  nicht  weniger  genussreich  und  reiobbaltig  wer- 
den, als  ihre  Vorgängerinnen,  indem  neben  den  älteren  Concert- 
institntionen  auch  die  Akademischen  Orchester-Con- 
certe  und  die  Liszt-Vereinaconcerte  wieder  auf  dem 
Platze  sein  werden.  Die  sechs  Ersteren  beginnen  am  I.  Nov. 
nnd  zeigen  folgende  Programm anordnung:  No.  1.  Muffat, 
Lully,  HAndel,  Bach,  No.  3.  Gluck,  Haydn,  Viotti,  Mozart. 
No.  3.  Beethoven.  No.  4.  Schubert,  MendelsBohn,  Schumann. 
No,  5.  Svendsen,  Grieg,  Brahms.  No.  6.  Beethoven.  Der 
Liszt- Verein  hat  vorläufig  nur  seine  Dirigenten  A.  Klughardt, 
B.  Strauss,  Weingartner,  Mottl  und  Tschalkowsky  und  Solisten 
Frau  Beuss-Belce,  Frl.  Polscher,  Anthes  (Gesang),  Frau 
Menter,  SapellnikofF,  Lutter,  Förster  (Ciavier),  Frl.  Brammer 
(Violine),  Jul. Kiengel,  P.Grützmacher  jun.  (Violoncell)  nam- 
haft gemacht  und  mltgetheilt,  dass  neben  der  Capelle  des 
134.  Infanterie-Regiments  auch  die  Dessauer  Hofcapelle  au 
einem  Abend  mitwirken  werde,  doch  ist  im  Voraus  anzu- 
nehmen, dass  die  Wahl  der  Compoaitionen  nicht  minder  inter- 
essant, als  die  Factoren  der  Ausiilhrung,  sein  wird.  Von  den 
grossen  Oewandhausconcerten  verlautet,  dass  je  ein 
Schubert-,  Schumann-  und  Brahms-Abend  stattfinden  werde, 
BruchatQcke  aus  Rubinstein's  „Moses"  zu  hören  sein  werden 
und  als  Solisten  neben  dem  Amsterdamer  a  capella-Chor  und 
dem  Vocalquartett  der  Damen  Uzielli  und  Haha  und  HH. 
Naval  nnd  Sistermans  vorläufig  die  Frauen  Heink  und  Huber, 
die  Frls.  Leisinger  und  Minor,  die  HH.  Anthes,  Goetze,  Mes- 
echaert,  Scbeideraantel  und  Schroeter  (Gesang),  Frau  Menter 
and  die  HH,  Freund,  Sapellnikoff  und  Stavenhagen  (Ciavier). 
Frl.  Wietrowetz  und  die  HH.  Joachim,  Sarasate  und  Wilhelmj 
(Violine)  gewonnen  seien.  Der  Biedel- Verein  bringt  in 
seinem  l.Winterconcert  die  neue  Messe  von  Draeseke,  die  Sing- 
akademie hat  eben&Us  grosse  Aufführungen  geplant  u.  s.  w. 

*  Das  Musikfest  in  Cardiff  ist  dieser  Tage  mit  der 
vortrefflichsten  Aufführung  von  Mendelssohn'a  „Elias",  die 
man  je  ausserhalb  LondonTiörte,  eröfinet  worden. 

*  Die  HH.  Harrison  werden  diesen  Winter  nach  dem 
Muster  ihrer  Concerte  in  Birmingham  auch  solche  in  Edin- 
burgh und  Glasgow  veranstalten. 

"  Die  mosikaliache  Ausstellung  im  Royal  Aquarium 
in  London  ist  dieser  Tage  eröffnet  worden. 

*  Am  füratlicben  Oonservatorium  der  Musik  zu 
Sondershausen  nnter  der  energischen  Leitung  des  Hof- 
capellmeisters  Prof  Carl  Schröder  unterrichteten  im  Schuljahr 
1891/93  ausser  dem  genannten  Director  30  Lehrer  (Concert- 
meister  Corbach,  Kammersänger  Qttnzburger,  Pianist  und 
Componist  Curt  Herold,  Kammervirtuosen  Kämmerer  und 
Schomburg,  Kammermusicua  Martin  etc.)  in  aämmtlichea 
Fächern  der  theoretischen  und  praktischen  Musik  einschliess- 
lich Declamation  und  Miraik.  Der  Schillerbestand  bezifferte 
sich  mit  101  (45  Schülerinnen  und  S6 Schüler);  28  davon  ent- 
stammten dem  Auslände,  ein  Umstand,  der  am  besten  den 
weitverbreiteten  Ruf  der  Anstalt  kennzeichnet.  An  Musik- 
auffUhrungen  fanden  während  des  letzten  Schuljahres  statt 
26  Schüler-Vortragsabende,  8  PrOfnngsconcerte ,  6  Kammer- 
musiken (Lehrer vortrage)  und  3  Symphonieconoerte.  Bemer- 
kens- und  nach  ahm  ungswerth  erscheint  hierbei,  dass  sämmt- 
liche  Productionen  des  Schülerorchesters  (selbständige  und  Be- 
gleitungen) und  Choraufführungen  von  Schülern  dirigirt 
wurden. 

*  Am  3.  Oct.  d.  J.  soll  in  Givet,  der  Geburtsstadt  M6- 
B  Musiktehre.    (Leipzig,  Breit-      hul's,  dessen  von  Croisy  entworfenes  Standbild  auf  einem 

neugeschaffenen  Platze  der  Stadt  feierlich  enthüllt  werden. 


493 


*  Die  Greneralintendanz  der  k.  Bühnen  bat  ftlr  deren 
Mitglieder  einen  Gleldtarif  aufgestellt,  nach  welchem  vom  19.  y. 
Mt6.  ab  die  Abgaben  bemessen  werden,  welche  dieselben  bei 
Gastvorstellungen  auf  anderen  Bühnen  oder  bei  Unterstützung 
fremder  Musik  Veranstaltungen  zu  den  Unterstützungsfonds 
der  Berliner  k.  Theater  zu  zahlen  haben.  Ob  hiervon  die 
bereits  vor  Bekanntgabe  dieser  Bestimmungen  eingegangenen 
Engagements  ebenfalls  betroffen  werden,  ist  aus  dem  Tarif 
nicht  zu  ersehen.  Die  Ab^ben  sind  mit  80  Ji  und  abwärts, 
je  nach  der  Gage  der  Mitglieder  der  k.  Theater  und  nach  dem 
Charakter  der  unterstützten  Aufführungen,  normirt. 

*  Das  Stadttheater  zu  Basel  ist  in  städtische  Ver- 
waltung übergegangen  und  hat  seine  Vorstellungen  am  26.  Sept. 
eröffnet.  Unter  Oberaufisicht  der  Behörden  und  unter  Leitung 
tüchtiger  Regisseure  und  Capellmeister  wird  dasselbe  endlich 
die  Bedeutung  für  die  angesehene  schweizerische  Stadt  er- 
halten, die  dieser  durch  die  eigennützige  Direction  seitens 
zunächst  auf  die  eigene  Tasche  bedacht  gewesener  Pächter 
bisher  vorenthalten  wurde.  —  Möchten  doch  die  städtischen 
Behörden  Leipzigs  die  Verwaltung  der  hiesigen  Bühnen  end- 
lich auch  in  die  eigene  Hand  nehmen  und  vor  Allem  den  Be- 
werbungen des  &n.  Staegemann  um  eine  Verlängerung  des 
Pachtcontracts  kein  Gehör  geben.  Erst  wenn  dieser  Herr  mit 
seinen  Oberregisseuren  Gold-  und  Grünberg  die  Leipziger 
Kunsttempel  geräumt  haben  und  mit  dem  System  der  Ver- 
pachtung der  Letzteren  gebrochen  sein  wird ,  ist  eine  Besse- 
rung der  Leipziger  immer  unhaltbarer  werdenden  Theater- 
zustände zu  er  Witten  und  wird  das  Leipziger  Theater  wieder 
den  hohen  Bang  sich  erobern,  den  es  früher  unter  den  deut- 
schen Bühnen  einnahm. 

*  In  Essen  a.  d.  B.  wurde  am  16.  Sept.  das  neuepräch- 
tige,  dem  opferfreudigen  Kunstsinn  des  verstorbenen  Eissener 
Grossindustriellen  Friedrich  Grillo  und  dessen  noch  lebender 

f  leichgesinnten  Wittwe  zu  verdankende,  von  dem  Berliner 
iaumeister  Seeling  künstlerisch  entworfene  und  meisterhaft 
ausgeführte  Stadttheater  mit  den  Klängen  von  Beethoven's 
Ouvertüre  „Zur  Weihe  des  Hauses"  und  Lessing^s  „Minna 
von  Bamhelm"  würdig  eröflnet.  Zum  Betrieb  des  unter 
Direction  des  Hrn.  Berthold  stehenden  Theaters  wird  Hr.  Geh. 
Gommerzienrath  £[rupp  Jährlich  10,000  Jf  einschiessen. 

*  Im  Gegensatz  zu  den  Nachrichten  über  den  schlechten 
Geschäft^ang  der  Opemtheater  in  Italien  und  deren  theil- 
weise  Schliessung  steht  die  Nachricht,  dass  in  Florenz 
gleichzeitig  auf  sechs    Opernbühnen    gespielt  wird. 

*  Das  Stadttheater  zu  Strassburgi.  E.,  gegenwärtig 
unter  Leitung  des  Hm.  Dr.  Krückl  stehend,  erömiete  die  Sai- 
son mit  einer  sehr  lobenswerthen  „Fidelio^^-AuffÜhrung. 

*  Die  im  Dresdener  Hoftheater  aus  Anlass  des  auf 
den  20.  Oct.  fallenden  60jährigen  Gedenktages  der  1.  dortigen 
„Bienzi^-Aufführung  angesetzte  chronologische  Aufführung 
der  Wagnerischen  Bühnenwerke  excl.  „Die  Feen"  und  „Par- 
sifal"  hat  am  24.  Sept.  begonnen  und  wird  am  21.  oder  22.  Oct. 
ihr  Ende  nehmen. 

*  Im  Badeort  Aix-les-Bains  wurden  neulich  Wag- 
ner's  „Lohengrin".  sowie  Saint-Saöns'  „Samson  et  Dalila" 
mit  tüchtigen  Kräften  aufgeführt  und  fanden  vielen  Beifall. 

*  Auf  dem  Repertoire  der  Wintersaison  der  Oper  in 
Turin  werden  die  „Meistersinger",  „Aida",  „Manon  Lescaut" 
von  Puccini,  „La  Basoche"  von  Messager  u.  a.  W^rke  stehen. 

*  Im  Hoftheater  zu  Coburg  brachte  man  kürzlich  erst- 
malig das  Singspiel  „Bastien  und  Bastienne",  welches  Mozart 
in  noch  kindlichem  Alter  geschrieben,  zur  Aufführung. 

*  I.  BrülTs  neue  Oper  „Gringoire"  hatte  auch  in  Stutt- 
gart, wo  sie  V.  Woche  als  Novität  herausgebracht  wurde, 
einen  freundlichen  Erfolg. 

*  Im  k.  Theater  zu  Wiesbaden  wird  in  der  bevorstehen- 
den Saison  P.  Cornelius*  Oper  „Der  Cid"  in  Scene  gehen. 

*  Der  grosse  Erfolg  der  Mascagni'schen  „Cavalleria 
rusticana"  hat  mit  Einem  Mal  die  einactige  Oper  zum  Ziel- 

Sunct  der  Hoffnungen  unserer  Componisten  gemacht.  Ausser 
en  von  uns  schon  genannten  Novitäten  dieser  Art  meldet 
man  neuerdings  einen  ^Hans  Jürge"  von  Chemin-Petit, 
der  in  Augsburg  zur  Aufführung  angenommen  sei,  von  einem 
in  Dessau  seiner  Premiere  entgegensehenden  „Schelm  von 
Bergen"  von  G.  Niehr  und  von  einer  „Vardh&mana"  von 


B.  Oelsner,  die  in  Cassel  und  Darmstadt  erstmalig  in  Scene 
gehen  soll.  Wie  viele  Componisten  werden  sich  ausserdem 
an  dem  Coburger  Preisausscnreiben  betheiligen? 

*  Im  Deutschen  Landestheater  zu  Prag  ging  als  erste 
Opernnovität  der  Saison  Gounod^s  „Tribut  von  Zamora" 
über  die  Bretter. 

*  Hr.  Ludwig  Hartmann  in  Dresden  benutzt  äip  dortige 
letzte  „Götterdämmerung"-Aufführung  wieder  einmal  zu 
Einem  seiner  berüchtigten  Ausfälle  gegen  Bayreuth,  indem 
er  in  der  „Dr.  Z."  schreibt,  dass  wohl  sein  Besucher  der  be- 
regten Aufführung  ungerührt  an  den  todten  Meister  gedacht 
hat,  der  so  himmelanstrebend  das  Edelste  gewollt  habe  und 
„dessen  Lebenswerk  jetzt  in  Bayreuth  in  unerhörter  Weise 
carrikirt  werde,  dessen  Schaffensstätte  man  zu  einem  unwür- 
digen Geschäftsjahrmarkt  degradirt  habe".  „Sieht  man  das 
ekle  Treiben  in  Bayreuth  an,  so  wirkt  eine  Vorstellung  wie 
die  «gestrige  als  eine  Erlösung"  etc.  Wird  es  Niemandem 
einfallen,  auf  diese  neuesten  schamlosen  Beschimpfungen,  mit 
welchen  Hr.  Hartmann  die  Leitung  der  Bayreuther  Bühnen- 
festspiele und  die  an  denselben  betheiligt  gewesenen  Künstler 
bewirft,  auch  nur  Ein  Wort  zu  erwidern,  weil  denselben  da- 
durch nur  noch  eine  Ehre  angethan  würde,  so  sollen  doch 
seine  Insulten  wenigstens  einmal  hier  festgenagelt  werden. 

*  Der  Männergesangverein  „Liedertafel"  inBischofs- 
werda  darf  Anfang  n.  Mts.  auf  seinen  fünfzigjährigen  Be- 
stand zurückblicken  und  wird  dieses  Jubilum  am  2.  und  3.  Oct. 
festlich  begehen. 

*  Der  als  Componist  wie  Dirigent  gleich  hochangesehene 
Dessauer  Hofcapellmeister  Hr.  August  Klughardt  begeht 
am  1.  Oct.  c.  sein  25jähriges  Jubiläum  als  Dirigent,  indem  er 
seine  Thätigkeit  als  solcher  1867  am  Posener  Stadttheater 
begann. 

*  Trotzdem  Hr.  Hofopemdirector  Jahn  in  Wien  inständig 
^wünscht  hatte,  dass  man  von  jeder  Beachtung  seines  vierzig- 
jährigen Künstleijubiläums  absehen  möchte,  ist  der  Gedenx- 
tag  doch  reich  an  Liebes-  und  Verehrungsbeweisen  für  den 
vortrefflichen  Künstler  gewesen. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Faltis  in  Coburg  beging  am 
21.  Sept.  unter  grosser  Theilnahme  der  dortigen  Kunstkreise 
sein  25jähriges  Capellmeister- Jubiläum. 

*  Hr.  Anton  Dvor&k  befindet  sich  gegenwärtig  auf  der 
Reise  nach  New-Tork,  um  dort  die  Direction  des  National- 
conservatoriums  anzutreten. 

*  Hr.  ConcertsängerMann,  welcher  bereits  mehrere  Jahre 
hindurch  Gesangunterricht  am  k.  Conservatorium  für  Musik 
zu  Dresden  ertheilte,  und  zwar  zuerst  als  Vorbereitungslehrer 
für  Prof.  Scharfe  und  während  dessen  Krankheit  als  sein  Ver- 
treter, ist  am  1.  Sept.  als  alleiniger  Lehrer  nach  der  Methode 
des  genannten,  mittlerweile  verstorbenen  berühmten  Gesangs- 
pädagogen angestellt  worden. 

*  Hr.  Hofpianist  Carl  Wendling  in  Leipzig  erhielt  in 
Anerkennung  seiner  Verdienste  um  die  Jankö-Claviatur  vom 
Herzog  von  Altenburg  die  goldene  Medaille  für  Kunst  und 
Wissenschaft  verliehen. 

Todtenliste.  Charles  Louis  Adolphe  Vogel,  nunmehr 
vergessener,  aber  seiner  Zeit  in  Ruf  gestanden  habender 
belgischer  Componist,  f,  84  Jahre  alt.  —  ^^S-  ^gon  Habla- 
wetz,  k.  k.  Hofopemsänger  zu  Wien  seit  187o,  f  am  18.  Sept. 
daselbst. 


Zur  geffMIigen  Beachtung  I 

An  alle  Concertsolisten,  welche  uns  Concertprogramme 
für  unsere  -Concertumschau^  einsenden,  richten  wir  in  deren 
eigenem  Interesse  die  Bitte,  in  die  Conoertzettel,  welche 
ihr  ständiges  Domicil  nicht  angeben,  dasselbe  hand- 
schriftlich einzutragen,  damit  wir  zukünftig  mehr,  als  bis- 
her im  Stande  sind,  an  uns  gerichtete  bez.  Anfragen  zu  be- 
antworten. Die  immer  mehr  einreissende  Gepflogenheit,  auf  den 
Concertzetteln  den  Wohnsitz  der  Solisten  zu  verschweigen, 
mag  für  die  modernen  Concerta^enturen  ihre  geschäftlichen 
Vortheile  haben,  sicherlich  aber  nicht  für  deren  dienten,  wie 
wir  dies  oft  genug  zu  beobachten  die  Gelegenheit  hatten. 

Die  Redaction. 


494 


^ 


Brie  f  k  a*  s  t  e  n* 


fV.  A'  in  C.  Gregeu  die  so  unpassende  Zasammenstellung 
der  „Neunten*^  mit  Mendelasohn^s  „Walpurgisnacht^-Musik  in 
Einem  Concert  hat  nnser  Blatt  schon  wiederholt  protestirt, 
sehen  Sie  u.A.  die  Glosse  ^Ein  wunderliches  Reiseahentener^  von 
Serau  in  No.  14  von  1886  nach.  Aber  was  hilfts,  so  lange 
der  Capelhneister  selbst  das  Unpassende  nicht  erkennt? 

J/,  Af.  in  G.  An  dieser  Stelle  lässt  sich  Ihre  Anfrage 
nicht  gut  beantworten.  Theilen  Sie  uns  deshalb  gef.  Ihre 
Wohnungsadresse  zwecks  brieflichen  Bescheides  mit. 

£.  L.  in  B.  Mit  der  Schlussbemerkuns;,  dass  dem  R.'schen 
Werke  im  Ganzen  eine  „recht  grosse  Wirkung"  zu  wünschen 
sei,  und  dem  läppischen  Ausfall  auf  die  „sogenannte  Zukunfts- 
musik" (das  Pradicat  „so^nannt"  ist  überhaupt  eine  Lieb- 
haberei  dieses  sogen,  „wirklich  wissenden"  Musikkenners!) 


setzt  Hr.  S.  Bagge  seiner  curiosen  Besprechung  ienes  litte- 
rarischen Productes  allerdin^  die  Krone  der  Läonerlichkeit 
auf.  Hoffentlich  kommen  die  Elaborate  des  Hm.  B.  nicht 
den  Eleven  der  dortifi;en  Musikschule,  deren  Director  er  ist, 
zu  Glicht,  da  dieselb^i  in  ihrer  traurigen  Kuresichtigkeii 
und  Einseitigkeit  nur  schädlich  auf  junfe,  noch  unselbständig 
urtheilende  Mnsikbeflissene  einwirken  Können. 

B,  y,  in  B,  Der  mitgetheilte  Fall  steht  bei  aller  Frag- 
würdigkeit der  Handlungsweise  nicht  vereinzelt  da.  Hier 
passirte  Aehnliches,  indem  Jemand  den  Schmuck,  den  er  einer 
Solistin  in  Anerkennung  ihrer  Leistung  erst  zum  Geschenk 
gemacht  hatte,  später  mit  zwei  Drittel  Aufschlag,  d.  h.  mit 
einem  hübschen  Profitchen  filr  sich,  an  anderer  Stelle  in 
Gegenrechnung  brachte 


Ansetzen. 


gjellebte 

für 

Soli,  FraDenehor,  KaDoforte  ond  Deelamation. 

[1014.] 
Qolin  AOuriH  aIi  ATI  I^ramatisirtes  Märchen  von  Friedrich  Rö- 
OvUUÜtJnibbvUeili  ber.  Musik  von  Carl  Reinecke.  Op.  133. 
DamiPAOaIiIITI  Mäi'chen-Dichtung  von  Heinrich  Carsten. 
JiUl  111  UovllCll«  Musik  von  Carl  Reinecke.  Op.  139. 
IcohATlhliAHal  Märchen-Dichtung  von  Heinrich  Carsten. 
AOVUCUUI  UUCli  Musik  von  Carl  Reinecke.    Op.  150. 

HlA   WiIHati   QnlllFäflA    Dichtung  nach  H.  C.  Andersen's 
1/lü    nllUOll  0Vllnall6«  Märchen  von  Carl  Kuhn.   Musik 
von  Carl  Reinecke.  Op.  164. 

Weihnachts-Cantate.  Sf  ^"^  ^"^  Remeeke.  op. 

PlimnalofilvpllATI    Märchen-Dichtung  von  Clara  Fechner- 
AlUUpölObllLlllClli  Leyde.    Musik  von  Ferdinand  Hum- 
mel.   Op.  26. 

ffanoal   linH   ßpA^Al    Märchen-Dichtung  von  Clara  Fech- 
naUOCl  UllU  UlOlCli  ner-Leyde.    Musä  von  Ferdinand 
Hummel.    Op.  29. 

HlA  HAApVÄnilfiTI    Märchen-Dichtung  von  Robert  Müsiol. 
VW  111661  JlUlll^llli  Musik  von  Ferdinand  Hummel.  Op.  45. 

HilQ  VpilhlinifctinH    ^^^  Märchen  von  den  vier  Janres- 
l/OÖ  r  1  UUUUgOlüllU.  Zeiten  von   Marie  Meissner.   Musik 
von  Louis  Grosse.    Op.  72. 

Grossmutters  Geschichte.  ^iJiiÄÄg  ^a 

lebenden  Bildern  (ad  libit.).     Musik  von  Hermann 

Stuckert.    Op.  10. 
VAAnWül^ATI    ^Archendichtung  mit  scenischer  Darstellung 
rü61lnail611i  und  lebenden  Büdem  (ad  Hb.).      Musik  von 

Hermann  Stöckert.    Op.  11. 


Der  Königin  Pilgerfahrt.  ^"^ -^  ''^^'°'  Englischen 


Carl  Oberthür. 


des  Alex.  Eioberts.  Musik  von 


Alle  diese  überall  mit  grösstem  Erfolg  vielfach 

zur  Aufführung  gekommenen  Werke  eignen  sich  besonders 
zur  Verwendung  in  höheren  Töchterschulen,  Mädchen- 
Pensionaten  und  Damengesangs-Kränzchen. 

Ciavierauszüge  und  verbindende  Texte  stehen  durch  jede 
Buch-  und  Musikalienhandlung  gern  zur  Ansicht  zu  Diensten. 

Verzeichniss  mit  Angabe  der  Preise  (von  Glavierauszügen, 
Solostimmen,  Chorstimmen,  verbindendem  Texte  und  Text- 
büchern) auf  Wunsch  gratis  und  franco. 


Leipzig. 


C.  F.  W.  Siegers  Masikalienhandlung 
(B.  Linnemann). 


Ein  einactiger  dramatischer  event.  realistischer  (rein 
lyrisch  ausgeschlossen)  Opemtext  unter  ausgezeichneten 
Bedingungen  sofort  gesucht.  Offerten  durch  Carl  KÜnner, 
Musikverlag,  Leipzig.  [1015a.] 


Dirigentengesach. 

[1016c.] 

Die  Dirigentenstelle  des  Männergesang^ereins  „ Lieder- 
tafel Aurelia"  Baden-Baden  ist  in  Erledigung  gekommen. 
Tüchtige  Musiker,  welche  auf  dem  Gebiete  des  Männer- 
gesanges erfahren  sind,  wollen  ihre  Gesuche  alsbald  bei 
unterzeichnetem  Vorstände  einreichen,  bei  welchem  die 
näheren  Bedingungen  zu  erfahren  sind. 

Baden  Baden.  ^^g^  BatSChapi, 

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Hofmann.     Ji  3, — . 

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Op.  11.  Für  Harmonium  und  Pianoforte  bearbeitet 
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0dinMf(!^en 


Ott  etnci*  "•■*  *"*'* 


^^^^^^^  «lQülerf»>let  aeleaen   ifl,   bem  em^fe^ten  toir  "ba8 
.^^   ^^     ^«imn'f{fie  «Bett*)  auf  '   "      " 
Hberieußt,  boft  c8  eine  ßrole  3«funft  l^at. 


anregenben 
»ilbung  tm 


!•)  auf  baS  brlngenbfte;  toir  jlnb 
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Ovatorien-  ll.   OoilOer^säng-ei-,  niesen    über    die    genossene    Ausbildung     und     bisherige 

Lehrer  am  k.  Conservatorium,  Thätjgkeit,  sind  an  die  unterfertigte  Djrection  zu  richten, 

empfiehlt  sich  für  hohe  Tenorpairien  und  als  Vertreter  der  jje  ^„^1,  ^1]^  weiteren  Auskünfte  ertheilt. 

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Dreaden,  Ortra-Alle  23.  DiTeCfc  06?  MUlgL  MflSWlOe  WWlUTf. 

Vertreter:  Herma»  WolfT,  Berlin  W.,  Am  Carlsbad  10.  Dr.  KÜebert. 

Drnek  Von  a  O.  R3dar  In  Latpiie. 
Hieran  eine  Beilage  von  E.  W.   FritzscH  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  6.  October  1892. 


link  Umtilcke  Bub-,  tiiii- 

iit  liiitalliiliaiAlBiiiD,  uwit 
tini  all!  Fnlinttr 


Fli  dai  lulbliKto  f  Mntiun 
hninmu  mnihun  itH  u 

Bidacim  n  UriulriL 


"^«^8>*^        fOr  lusikerjaMJffusikfreunde.  ^/^ 

V  Verantwortlicher  Redactour  und  Verleger:  .^5^ 


fOr  Musiker  jand  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Redacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,  KÖDlgistraMO  6. 


XXni.  Jabrg.] 


Das  MuMk&lisehe  Wachenblatt  eraukaiat  jährlich  in  St  NummerD.  Der  Abonnementebefaag 

fQr  das  (JuMtal  von  13  Numajem  iet  SMark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
directer  frankirter  K reu ibandnen düng  treten  nachstehendB  vierteljährliche  \bonnementB- 
praige  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  dae  Deuteche  Reich  und  OaBterreich.  —  3  Mark  75  Pf. 
nr  weitere   Länder   des  Allgemeinen  P(Mtver«iai.   —   JabresabonuRmentB   werden  unter 

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Die  iDBertionsgebflhm  fär  den  Raum  einer  geep alteneu  FetitMÜe  betragen  30  Pfennige, 


[No.  tt 


ä  Phrutnanretanii.    Von  Dr.  Oajl  F^oha.    (Fortsetenng.)   — 

— „-_ „ jf  MU  Cttln  (aohlnw).  —  Bariohle,  —  OonoaitmaMiaa.  —  Bngays- 

-  KlTchenmiulk.  —  Opcrn&ntflUiTiiiiKen.  —  AatesrahrU  NOTitttan.  —  MnailiBlieii-  nnd  BBeher- 
■   KriUwlier  Anhu«;   BIloher  nnd  Sclirinen  Ton  F.  Poske,  BadoU  MtsUslii,  Hr.  Enut 


FUnftig  Thesen  und  Aphorismen  zur  Verstilndigung 
Über  Dr.  Hugo  Rlemann's  Phrasirungsreform. 

Von  Dr.  Carl  Fuchs. 


(Pol 


9.  Hit  dem  achten  Takt,  der  schwerer  ist,  als  der 
6.  und  der  4.,  80  wie  dieBer  schwerer  als  der  2.  ist, 
vollendet  sich  daa  Kormalbild  der  Periode.  Keine  Periode 
enth&It  mehr  als  diese  vier  apecifisch  nnterschiedlich 
schweren  Takte  (2,  4;  6  :  8).  Ist  sie  über  den  acht- 
taktigen  Umfang  (z.  B.  durch  Parallelie  der  Glieder  in 
Wiederholungen  einzelner  Taktgruppen  erweitert,  was 
bis  zu  48  Takten  und  weiter  geschehen  kann,  so  ist  die 
Sohwere  aller  schweren  Takte  doch  aus  der  jener  vier 
abf^leitet.  Metrisch,  de  iure  also,  ist  die  Periode  alic- 
m(j  achttaktig,  auch  wenn  sie  arithmetisch,  also  de  facto, 
mehr  Takte  enthält;  desgleichen  sogar,  wenn  sie  (durch 
Elisionen,  Verschränkungen  etc.)  weniger  als  arithmetisch 
acht  Takte  enth&It.  Indem  Biemann  dieses  Gcrundgesetz 
aufdeckte,  wurde,  wie  Newton  in  der  Physik,  bo  er  in 
der  Hunk  der  Entdecker  des  Gesetzes  der  Schwere,  das 
in  der  anscheinend  freiesten  Bewegung  noch  regelnd  wirk- 
sam ist:  diese  scheinbar  nflchtemen  nRangzahlen  der 
Periode"  (1—2,  3—4;  ö— 6  :  7—8)  enthalten  gleichwohl 
das  letzte  Creheimniss  des  Vortrages,  eoweiter  ohjectiv 
geregelt  werden  kann.  Wer  diese  gleichsam  pythagoräi- 
Bchen  Zahlen  wie  arithmetische,  wie  blosse  Rechenzahlen 


liest,    der  wird  freilich  nicht  dahinterkommeu.     Hir  sind 
sie  lebendige  Vortragszeichen. "') 

10.  Wie  das  freie  Schaffen  und  Walten  der  Natur 
zuletzt  erkennbaren  Gesetzen  unterliegt,  so  stehen  anch 
in  der  Kunst,  folglich  auch  im  Vortrage,  bewusste  Gesetz- 
lichkeit und  nnbewusBte  Freiheit  miteinander  in  keinem 
Widerstreit.  Dass  die  ihrer  unbewusste  Natur  nach 
Gesetzen  schafft,  ganz  so,  als  wenn  diese  ihr  bewusst 
wären,  möchte  ja  als  ein  viel  grosseres  Wunder,  als  ein 
viel  stärkerer  Widerspruch  in  sich  selbst  gelten:  wir 
glauben  daran  nur,  weil  wir  es  sehen.  Was  im  Vortrage  das 
als  gesetzlich  Erkannte  mit  dem  Unbewussten  verbindet, 
ist  gleichfalls  die  Natur,  nSmlicb  das  von  ihr  dem  vor- 
tragenden Künstler  verliehene  Talent.  Aber  die  Gesetz- 
lichkeit ist  in  der  Kunst  darum  nicht  entbehrlicher,  als 
die  Freiheit,  die  Alles  ordnende  Besinnung  nicht  unfrucht- 
barer, als  die  Alles  beseelende  Begeisterung.  Das  Wesen 
jeder  Kunst  sogar  liegt  in  der  Vereinigung  dieser  beiden 
Thätigkeiten  in  Einer  Person.  Kein  Ärgerer  Irrthum,  als 
dass  die  Besinnung  oder  die  Besonnenheit  nicht  auch 
schöpferisch  wirke. 

11.  So  wie  Biemann  die  musikalische  Metrik  ge- 
schaffen hat,  indem  er  sie  zur  Dynamik  (dem  Wechsel 
der  Tonstärke)  und  der  ihr  in  Steigerung  und  Minderung 
entsprechenden  Agogik  (d^  Behandlung  des  Tempos  im 

*)  Franoeschina  Prevoeti  verstand  es  nach  den  ersten 
5  Minuten  am  Ciavier,  als  ich  den  Werth  der  Bangzahlen,  ihr 
(scherzando)  mit  den  Worten  ausdruckte:  le  demier  mystAre 
de  IHnterprötation  est  que  qnatre  fois  deuz  ne  fönt  point  huit. 


498 

Eieineii)  in  orgAniecben  ZiiBammeuhang  aetete,  80  bat  er 
auch  die  Wissenschaft  der  Harmonielehre  and  der  Modu- 
lation vollendet  und  dÜe  dee  Contrapnnctea  anf  eine  neue 
Grundlage  (nämlich  die  der  Harmonielehre)  gestellt  und 
sich  damit  den  unerkannten  Rang  des  ersten  deutschen 
MoBik gelehrten  unserer  Zeit  erworben,  deaaen  Bedentang 
Huch  bereits  beginnt,  eine  intematioDale  xa  werden.  Die 
Phrasirnnga-Melhnde  aber  ist  eben  dos  praktische  Er- 
gehoiss  AUS  der  ( i-e^ammtheit  jener  theoretischen  Grund- 
lagen. Wenn  es  zu  verwundem  sein  sollte,  dass  dies 
Alles  zur  Phrasirung  gehört,  so  mässte  es  nicht  Alles  zur 
Musik  gKhörtin. 

Vi,  Die  Grundhgen  des  Riemann'schen  Fbrasirnngs- 
verfahrens  (Thesen  1 — 10)  sind  kinderleicht  als  richtig 
7,u  erkennen  und  jedem  Laien  binnen  einer  Stande  prak- 
tisch klar  zu  macbeti.  Was  ihre  Anerkennung  in  Dentacb- 
land  bindert,  ist  nur  die  deutsche  Sucht,  zu  streiten,  Alles 
besser  zu  wissen ,  das  eigene  schlecht  erzogene  Gefühl 
un  die  Stelle  des  allgemein  verpflichtenden  und  leicht 
erkennbaren  Recliten  ea  setzen,  und  gar  das,  waa  leicht 
einzaseben  ist,  darum  fnr  minderwertbig  zu  halten. 
Etwas  Anderes  freilich  iat  die  scbriniicbe  Darchführung 
jener  Grundsätr.e  und  Nachweisung  der  phraseologischen 
Typen  in  eineni  vorliegenden  Text,  und  wieder  etwas 
Anderes  die  klingende  AnsFahrung  eines  phrasirten  Testes. 
AuBZufübrcn  kann  Etwas  gerade  so  schwer  sein,  wie  es 
leicht   einzusehen    ist.      Das   ist   aber    nicht    blos    in    der 

13.  Die  Rit'mann'sche  Phrasirung  ist  Bchlecbterdings 
TOUNikaliäcb  keine  Neuerung;  sondern  nur  eine  Erneuerung 
der  Eiusiclit  in  den  authentischen,  auf  Metrik,  Harmonik, 
Thematik  beruhenden  Zusammenhang  der  Töne,  also  ein 
eminent  conservatives,  die  ursprüngliche  Vorstellung  des 
Autors  ergründendes  Verfahren.  Es  beruht  auf  gänz- 
lichem Mangel  sn  ehrlichem  oder  sachkundigem  Eingehen 
auf  den  Siuu  der  Phrasirung,  wenn  man  sie  für  ein 
Dokument  subjectiv-Riemann'acber    „AnfFassung"  ausgibt. 

14.  „Ein  ordentlicher  Musiker  muss  von  selbst  wissen, 
wie  er  zu  {ibrosiren  hat;  das  mnss  ihm  sein  natärliches 
Gefühl  sogen.''  Üi«B  wendet  man  gegen  uns  ein.  Die 
Veranstalter  von  Tett-Aosgaben  der  Claasiker  sind  aammt 
und  Konders  ordentliche  Musiker^  sogar  ganz  ausaerordent- 
licbe  sind  darunter;  vergleicht  man  nun  sechs  ihrer  Aus- 
gaben selbst  bei  ganz  leichten  Aufgaben  der  Phraairung 
(z.  B.  Beelhoven,  Op.  13,  Adagio,  erste  Periode),  so  trifft 
man  regelmässig  auf  ebensoviel  verschiedene  Phrasirangen, 
also  anf  grosse  Unsicherheit  selbst  in  einfacheo  Dingen. 
Die  Falle,  in  denen  solche  Anagaben  auf  Grand  unoatür- 
licber  VorstelluiigeD  vom  Takt  leicht  nachweislich  wider 
den  naiiirlic'ben  Zusimmeohang  „phrasiren",  zählen  längst 
uacli  Tausenden.''')  Wenn  nun  das  „natürliche"  Musik- 
gefülil  heut  so  stark  uod  reia  wäre,  wie  konnte  es  jene 
Musiker,  selbst  einer.  Liszt  nicht  ausgenommen**),  so  ganz 
verlassen,  soiiald  sie  nur  vom  Ciavier  sich  an  den 
ächreibtisch  begabea,  um  mit  Zeichen  im  Text  oder 
Worten  unter  dem  Text  ausdrücklich  zu  lehren,  wie  am 
Ciavier  jibrasirt  werden  solle?  Jedes  natürliche  Gefühl 
wird  untergraben,  wenn  es  Jahrhunderte  laug,  wie  es  bei 

•)  Vrgl,  die  Kritik  der  Cotta'schen  Auflgaben  (Stuttgart) 
in  meinem  Buch  „Die  Zukunft  des  mosikaliscben  Vortraea" 
Thüil  n,  p.  105  bis  J18. 

••)  Vrgl.  Cotta'sche  AusMbe  der  Ciavier- Werke  von  Beet- 
hoven Bd.  IV,  p.  aS,  Anmerkung,  mit  Biemann,  PhrasirungS' 
Ausgaben  der  Boethciven-Sonaten  Bd.  III,  p.  31  au  Opus  57, 
SatK  I,  T,  304-^»ll. 


uns  der  Fall  tat,  unter  dem  Eiuflnss  falscher  Tradition, 
naturwidriger  Gesetze,  Lehren  and  Gebräuche  steht;  z.B. 
das  Grandgefühl  für  das  Recht,  Jenes  für  die  Gesundheit. 
Wie  sollte  es  in  der  Kuntt  nicht  der  Fall  sein,  wo  man 
doch  ohnebin  und  überhaupt  nur  indirect  und  bedingt 
von  einem  „natürlichen"  Gefühl  reden  kann?  Kunst  ist 
doch  stets  nur  „zweite  Natur",   bestenfalls  sogar. 

15.  Die  „Unsicherheit  in  den  einfachsten  Dingen" 
als  herrschenden  Zustand  haben  mit  eben  diesen  Worten 
die  grössten  Künstler  wie  Rabinstein,  Berlioz,  Lisst 
beklagt;  auch  espress  das  Fehlen  einer  musikalischen 
Metrik.  Der  Riemann'schen  Wissenschaft  von  diesen 
Dingen  haben  die  grössten  Componisten  der  Gegenwart: 
unter  den  Deutschen  Meister  Brahms,  unter  den  Nieder- 
ländern der  gefeierte  Peter  Benoit,  unter  den  Rassen  der 
reichbegabte  Tschalkowsky  freudige  Billigung  6ffentUch 
öfter  als  privatim  ausgesprochen  und  deren  Anwendung 
auf  ihre  eigenen  Werke  gewünsdit  und  gelobt  Solche 
Anwendungen  liegen  in  den  27  Clavierstücken  von 
TschaYkowsky  vor,  die  Riemann  metrisch  und  rhythmisch 
weit  von  der  Original -Bezeichnung  abweichend  heraus- 
gegeben hat  (Leipzig,  bei  Steingraeber),  und  nach  Rie- 
mann phrasirte  Vorträge  einer  Reihe  von  Clavierstücken 
Peter  Benoit's  wurden  von  diesem  selber  ausdrücklich 
als  das,  was  ihm  vorgeschwebt  habe,  als  vorbildlich,  ja 
als  eine  Offenbarung  bezeichuet.  Auch  Hans  v.  Bülow 
hat  in  Riemann's  Metrik  an  öffentlicher  Stelle  ausdrück- 
lich die  Erfüllung  des  Wunsches  anerkannt,  den  sein 
Freund  Berlios  gehegt  habe,  und  hinzugefügt:  „Diese 
Theorie  ist  nicht  grau,  sie  enthalt  das  Gold  der  Praxis."*) 

16.  Kinen  musikalischen  Text  in  Bezug  auf  Pbra- 
simng  für  mehrdeutig  zu  erklären,  wohl  gar  so,  dass 
von  sechs  Herausgebern  oder  Vortragenden  Jeder  auf  seine 
Art  Recht  haben  könne,  heisst:  ein  Gebilde  der  Kaust 
zu  einer  Mollnske  herabsetzen ,  zu  einem  Rohstoff,  zu 
dessen  künstlerischer  Formung  erst  der  Virtuos  dem 
Componisten  verhelfen  müsste.  Was  wohl  Beethoven, 
der  Mann  der  strengsten  Form  gerade  im  Kleinen,  dazu 
gesagt  haben  würde? 

17.  Freiheit  der  Phrasirung  heisst  praktisch  weiter 
Nichts,  als  Verschiebharkeit  der  Phrasen-  und  Motiv- 
grenzen  um  eine  oder  mehrere  Noten  vor-  oder  rück- 
wärts, und  dies  ist  für  jeden  Musiker,  wenn  man  ihn  vor 
irgend  ein  Notenbeispiel  stellt,  Unsinn.  Schon  der  Fälle, 
dass  zwei  Begrenzungen  möglich  wären,  sind  nur  etwa 
Einer  auf  10,000,  mehr  aber  als  zwei  Phrasirungen  Einer 
Stelle  sind  nie  möglich,  weit  nicht  mehr  als  zwei  Phra- 
siruugs-Principien  in  einem  Falle  collidiren  können  (z.B. 
Thematik,  Harmonik). 

18.  Was  von  den  objectiven  Bestimmungen  der 
Metrik,  Harmonik  und  Thematik  im  Vortrage  oder  in 
Aasgaben  abweicht,  ist  nicht  subjectiv  berechtigte  Auf- 
fassung, sondern  Fehler  in  der  Fassung.  Jene  grossen 
Künstler,  H.v.  Bülow  obenan,  haben  mit  dem  Princip  der 
gleichberechtigten  Auffassungen  längst  gebrochen.  „Ich 
glaube  bei  Beethoven  an  eine,  allein  seligmachende  Auf- 
fassung" waren  Bülow's  Worte  schon  vor  einem  Viertel- 
jahrbund ort.  Diese  wird  denn  doch  wohl  die  Beet- 
boven'scbe  „  AutTassung",  d.  h.  der  Sinn  des  Autors  sein 
müssen.  Andere  Autoren  haben  aber  keine  geringeren 
Rechte.  Es  galt  nur  bisher  als  blosses  „Ideal",  den 
Sinn  des  Autors  in  Bezug   auf  Phrasirung  und    Periodik 

•)  S.  Jahresbericht  der  Horak'scheu  Musikschulen,  Wie» 
1888/87,  p.  15. 


499 


autlientiscli  ermitteln  zu  können.  Das  analytische  Genie 
Kiemann's  hat  diesem  Uebelstande  endlich  Rundlich  ab- 
geholfen. Das  Ideal  als  erstrebenswerthes,  aber  unerreich- 
bares Ziel,  als  eine  bedauerliche  Unmöglichkeit  in  praxi, 
ist  Eine  der  traurigsten  deutschen  Philister-Ideen,  die  es 
je  gegeben  hat,  und  in  der  Kunst  noch  unfruchtbarer,  als 
im  Leben.  Was  nicht  erreichbar  ist,  ist  auch  kein  Ziel, 
ein  vernünftiger  Mensch  strebt  darnach  nicht. 

19.  Die  Frage,  warum  denn  die  Componisten  nicht 
selbst  richtige  Zeichen  für  die  Phrasirung  in  ihre  Werke 
gesetzt  hätten,  würden  wir  gar  nicht  zu  beantworten 
haben.  Es  müsste  vielmehr  genügen,  darauf  hinzuweisen, 
dass  die  Zeichen,  die  so  aussehen,  als  sollten  oder  könnten 
sie  die  Phrasirung  angeben,  zu  ^/^^  falsch  oder  mindestens 
zweideutig  sind  (nicht  blos  zur  Hälfte  etwa,  wie 
L.  Köhler  meinte),  denn  dies  ist  seit  Jahrzehenten  all- 
gemein bekannt  und  beklaert  und  ist  selbst  die  Ursache 
der  Versuche,  mit  der  Phr^irnng  ins  Reine  zu  kommen, 
wohin  sie  Riemann  denn  gebracht  hat.  Hier  aber  noch 
einmal  die  Antwort: 

20.  Das  Zeichen,  welches  scheinen  konnte,  phrasireu 
zu  sollen,  ist  der  Legato-Bogen,  welcher  angibt,  wie 
viel  Töne  in  lückenloser  Folge  vorgetragen  werden  sollen. 
Nun  können  Phrasen  einander  aber  innerhalb  solcher 
lückenlosen  Tonfolge  sehr  wohl  ablösen,  kenntlich  gemacht 
durch  Nuancenwechsel;  desgleichen:  Klanglücken  zwischen 
den  Tönen,  durch  Pausen  oder  Staccato  veranlasst,  verhindern 
keineswegs  die  hörbare  Zusammenfassung  zu  Motiven  und 
Phrasen  wiederum  durch  Nuancenwechsel  und  eine  diesem 
entsprechende  Tempobehandlung:  hier  versagte  aber  der 
Legato-Bogen  als  Phrasenzeichen,  denn  über  Pausen  und 
Staccati  konnte  er  nicht  hinweg;  er  wurde  nur  da  richtig, 
wo  nach  einem  Legato  eine  Klanglücke  ein  Phrasen- 
Ende  wirklich  ausmachte:  die  Endnote  stand  eben  nur  dann 
unter  dem  Bogen-Ende.  We^en  der  relativen  Seltenheit 
dieses  Falles  und  der  Häufigkeit  von  nicht  Ende  bedeu- 
tenden Pausen  und  von  Staccati  war  der  alte  Legato- 
Bogen  zum  Phrasiren  schlechterdings  unzulänglich. 

(Fortsetzung  folgt.) 

Berichtigung:  Im  vorigen  Artikel  lese  man  in  der 
untersten  Textzeile  der  ersten  Seite  „Reaction^  statt  „Redac- 
tion". 


Zu  „König  Marke". 

In  No.  37  des  „Musikalischen  Wochenblattes*'  hat 
Hr.  Moritz  Wirth  gelegentlich  seiner  Arbeit  über  Bran- 
gäne  seine  Auffassung  des  Königs  Marke  als  eines  70jäh- 
rigen  Greises  von  Neuem  vor  die  OefPentlichkeit  gebracht. 
Ohne  den  verhängnissvollen  Streit  um  des  Königs  Bart 
erneuern  zu  wollen,  möchte  ich  die  „Frage''  einmal  im 
Lichte  einer  einfachen  Rechnung  zeigen. 

Tristan  ist  Marke's  Neffe,  also  das  Kind  von  Marke's 
Schwester  oder  Marke's  Bruder.  Offenbar  das  Erstere, 
denn  nicht  die  Königsburg  in  Kornwall,  sondern  Kareol 
ist  die  „Burg  seiner  Väter".  Sein  Vater  zeugte  ihn 
sterbend,  seine  Mutter  gebar  ihn  sterbend,  —  wollen  wir 
also  nicht  die  abgeschmackte  Annahme  machen,  dass  er 
altere,  zur  Zeit  des  Stückes  verstorbene  Geschwister  ge- 
habt habe,  so  ist  er  seiner  Eltern  einziges  Kind.  Nun 
ist  er  aber  auch  Erbe  und,  da  kein  anderer  Bewerber 
auftritt,  auch  nächstberechtig^er  Erbe  von  Kornwall;  wenn 
wir  also  nicht  die  wiederum  ganz  thörichte  Vermuthung 
aufstellen   wollen,    dass    zwischen    Marke   und    Tristan's 


Mutter  noch  andere  Geschwister  gewesen,  die  sämmtlich 
gestorben,  sämmtlich  kinderlos  gestorben  seien,  so  sind 
Marke  und  Tristan's  Mutter  die  einzigen  oder  wenigstens 
die  der  Geburt  nach  unmittelbar  auf  einander  folgenden 
Kinder  des  vorigen  Königs  von  Komwall. 

Wir  werden  kaum  fehlgehen,  wenn  wir  für  Tristan's 
Mutter,  als  sie  ihn  sterbend  gebar,  ein  Alter  von  20,  für 
Tristan  zur  Zeit,  als  das  Stück  spielt,  ein  Alter  von 
25  Jahren  annehmen;  jedenfalls  kann  man  beide  Zahlen 
eher  verringern  als  vergrössem. 

Lebte  nun  Marke's  Schwester  noch  zur  Zeit,  wo  das 
Stück  spielt,  so  wäre  sie  alsdann  etwa  45  Jahre  alt, 
wenn  nicht  noch  weniger,  —  ihr  einziger  Bruder  aber  wäre 
nach  Hrn.  Wirth's  Meinung  ein  TOjähriger  Greis.  Also 
ein  Altersunterschied  von  mindestens  25  Jahren! 

Oft  genug  ist  auf  die  Sorgfalt  Wag^er's  auch  in  den 
kleinsten  Angaben  hingewiesen  worden.  Ob  wir  da  eine 
solche  Ungeheuerlichkeit  wirklich  glauben  sollen?  Oder 
ist  nicht  vielleicht  doch  der  40 — 50jährige  Marke,  den 
Wagner  nach  Hrn.  Wirth's  Meinung  erst  später  in  seine 
Dichtung  hineingefalscht  hat,  der  ursprüngliche  und  rich- 
tige? Umsomehr,  als  wir  ihn  schon  in  Gottfried's  Epos 
im  gleichen  Alter  finden,  mit  dessen  Zeitangaben  über- 
haupt die  Wagner's  auf  das  Verblüffendste  stimmen.*) 

Ein  Schopenhauerischer  Heiliger  —  damit  mag  sich 
Hr.  Wirth  beruhigen  —  braucht  Wagner's  Marke  deshalb 
ja  noch  lange  nicht  zu  sein. 

Dr.  Rudolf  Schlösser. 


Tagesgeschichte. 

Musikbrief. 

Cöln»  Mitte  September. 
rSchluss.) 

Am  81.  August  fand  die  Eröffnune;svorstellung  des  Stadt- 
theaters statt.  Kein  bedeutendes  Schauspiel,  kein  grosses 
Musikdrama,  keine  Stilreinheit,  sondern  eine  Spieloper,  deren 
Sinni^keit  durch  die  rohe  Opemschablone  vernichtet  wird: 
Lortzing^s  „Zar  und  Zimmermann^  erö&ete  die  Saison.  Das 
ist  mehr  charakteristisch,  als  lobenswerth.  Ausserdem  wurden 
bisher  gelben:  „Tannhäuser**,  „Lohengiin",  „Troubadour", 
„Cavallena  rusticana",  „Fidelio**,  „Die  Hugenotten",  „Der 
Freischütz"  etc.,  fast  lauter  sehr  bekannte  Werke.  Man  hatte 
dadurch  eine  vorzügliche  Gelegenheit,  die  neuerworbenen 
Kräfte  zu  beobachten.    Sogleich  mehr  darüber. 

Was  das  Schauspiel  angeht,  so  ist  das  bisher  vertreten 
gewesen  durch  ein  paar  ziemlich  werthlose  Lustspiele. 
Trotzdem  sie  sehr  bekemnt  waren,  konnte  man  sich  über  die 
Darstellung  kein  Drtheil  bilden,  wegen  der  TJnbedeutendheit 
der  Stücke.  Nicht  nur  verhält  sich  quantitativ  das  Schauspiel 
zur  Oper  wie  1  zu  8,  qualitativ  ist  die  Sache  noch  schlimmer. 
Da  Göln  nur  ein  einziges  Theater  besitzt,  was  ich  oben 
schon  rügend  bemerkt  habe,  so  muss  man  eine  derartige 
Zurücksetzung  des  Schauspiels  geradezu  als  eine  Schmach 
empfinden.  Wie  ich  eingangs  erwähnt  habe,  gehöre  ich  durch- 
aus zu  den  Anhängern  des  Musikdramas,  ich  erblicke  in 
Wagner's  Bühnenwerken  die  höchsten  Leistungen  der  Kunst 
überhaupt.  Aber  diese  Werke  müssten,  um  dementsprechend 
zu  wirken,  mit  vollendeter  Stilreinheit  gegeben  werden,  so 
wie  man  sie  in  dem  einzigen  Asyl  der  ernsten  dramatischen 

*)  Näheres  darüber  wird  eine  ausführlichere  Arbeit  über 
König  Marke  bringen,  die  nächstens  in  den  „Bayr.  Blättern" 
erscheinen  wirdj  in  welcher  ich  auch  die  Frage;  Asket  oder 
nicht?  selbst  zu  Hm.  Wirth's  Zufriedenheit  gelöst  zu  haben 
hoffe. 

41* 


600 


Kunst,  in  Bayreuth,  zu  geben  sucht.  Hier  aber  schneidet  man 
Wagner's  Werke  ganz  lustig  auf  das  brutale  und  dumme  Opern- 
Schema  zu.  So  heifist  denn  eine  derartige  Bevorzugung  der 
Oper  nichts  Anderes,  als  den  ^mein-genusssüchtigen  Instincten 
der  grossen  Masse  entgegenkommen.  Ob  das  an  dem  einzigen 
Theater  der  rheinischen  Hauptstadt  der  richtige  Standpunct 
ist,  dürfte  stark  angezweifelt  werden  können.  Das  mo- 
derne Schauspiel,  also  die  Leistungen  eines  Ibsen.  Björnson, 
Sudermann,  Hauptmann  etc.,  ist  unendlichmal  wertnvoller,  aus 
eine  recht  lustig  von  den  Regisseuren  „verarbeitete**  Oper. 
Das  Publicum,  das  Interesse  hat  füü:  die  Leistungen  dieser 
ernsten  dramatischen  Kunst,  für  diese  Probleme  der  Gegen- 
wart, dieses  Publicum  ist  erst  fkhig,  Wi^er's  IcLeal-Lösungen 
dieser  Probleme,  seine  unendlich  ein£*ucks volle  Kunst  zu 
verstehen.  Freilich  beschränkt  sich  bei  vielen  „  Waenerianem'^, 
besonders  „Wagnerianerinnen*',  das  Verstehen  des  Meisters  auf 
das  Sohw&rmen  ftür  den  —  Helm  Lohengrin*s,  auf  das  ver- 
kehrte Auffassen  des  dramatischen  Pathos  Wa^er's  u.  s.  w. 
Wer  hat  den  Muth,  diesen  Augias-Stall  zu  reinigen? 

Was  nun  die  Oper  angeht,  so  haben  wir  ausser  dem  un- 
bedeutenden Chordirigenten  zwei  Oapellmeister.  Der  Eine, 
W.  Mühldorfer,  der  schon  viele  Jahre  seinen  Posten  inne- 
hat, ist  ein  älterer  Herr,  der  mit  unfehlbar  sicherer  Routine, 
aber  ohne  jedes  individuelle  und  durchlebte  Auffassen  wirkt. 
Der  Andere,  Josef  Grossmann,  ist  ein  junger  —  Bursche, 
h&tte  ich  beinahe  gesagt,  von  25  Jahren,  der  überall  seinen 
eigenen,  höchst  eigenartigen  und  persönlich  belebten  Stand- 
punct herauskehrt.  Wenn  er  aucn  Alles  anders  macht,  als 
ich  es  mir  denke  und  als  es  sich  andere  TJrtheilsfähige 
denken,  wenn  er  auch  stets  übertreibt  und  überall  die  Spuren 
des  absichtlich  Brutalen,  Empirischen,  hinterlässt,  so  ist  mir 
eine  so  energisch  wirkende  Persönlichkeit  doch  unendlichmal 
angenehmer,  als  die  todte  Routine  und  Autorität  des  Anderen. 
Leben  heisst  das  Eine,  und  Nichts  heisst  das  Andere. 

Unser  Regisseur  steht  leider  ganz  auf  dem  vor- Wagneri- 
schen Opem-otandpunct;  so  wirkt  zum  Beispiel  das  Graben 
in  der  Kerkerscene  („Fidelio**,  2.  Act)  stets  geradezu  lächerlich. 

lieber  das  städtische  Orchester,  das  auch  in  der  Oper 
Spielt,  habe  ich  bereits  oben,  bei  Erwähnung  der  Sommer- 
concerte,  zur  Genüge  gesprochen. 

Der  Chor  ist  nicht  übermässig  schlecht,  aber  erst  recht 
nicht  gut;  bei  grosser  Sorgfalt  im  Einstudiren,  also  besonders 
bei  neuen  Werken,  kommen  oft  ganz  leidliche  Wirkungen 
heraus.  Allerdings  stört  stets  das  undramatische  Herumstehen, 
das  ja  sehr  schwer  ganz  zu  beseitigen  ist,  gegen  das  die  Regie 
aber  doch  etwas  mehr  einschreiten  könnte. 

Nun  EU  den  Solisten!  Unsere  Primadonna  Frau  Pelagie 
Ende-Andriessen  gehört  der  Bühne  schon  einige  Zeit  an. 
Sie  arbeitet  mit  kolossalen  stimmlichen  und  darstellerischen 
Mitteln,  undjede  einzelne  Rolle,  die  sie  gibt,  ist  persönlich 
durchlebt,  unsere  jugendlich-dramatische  Sängerin,  Frl.  Je- 
linek,  ist  neu  erworben.  Sie  verfügt  über  eine  reizende, 
frische  und  doch  nicht  beüeuagene  Mädchenhaftigkeit  und 
über  eine  sehr  angenehme,  klare  Stimme.  Die  neue  Coloratur- 
sängerin  Frl.  Gira  erscheint  mir  unbedeutend.  Einen  Schatz 
unserer  Bühne  dagegen  bildet  die  Altistin  Frl.  Charlotte  Huhn. 
In  dieser  Saison  nat  sie  noch  nicht  Gelegenheit  gehabt,  sich 
voll  zu  entfalten,  der  Orpheus  in  Gluck's  gleichnamiger  Oper, 
den  sie  in  der  vorigen  wiederholt  gab,  gehört  zu  den  emi- 
nentesten dramatiscnen  Leistimgen,  die  ich  kenne.  Adel,  er- 
habene Auffassung,  trefflicher  Gesang,  das  ist  die  Signatur 
der  LeistuD^n  Frl.  Huhnes.  Von  den  übrigen  Sängerinnen 
erscheint  mir  Keine  des  Hervorhebens  werth. 

Sehr  glücklich  scheint  diesmal  die  Teuorfrage  gelöst  zu 
sein.  Nicht  nur  besitzen  wir  von  früherher  den  herrlichen 
Willy  Birrenkoven,  dessen  männlich  gefärbtes  Organ  mir 
noch  angenehmer  erscheint,  als  das  hellere  von  Emil  Götze, 
wir  haben  jetzt  noch  zwei  neue  dazu  erworben:  Bruno 
Heydrich  und  Sigmund  Krauss.  Der  Erstere  durchgeistigt 
Alles,  was  er  vornimmt,  aber  er  geistreichelt  sehr  viel  und 
macht  viele  Effecte,  die  kurzweg  als  Unsinn  zu  verwerfen  sind. 
Z.  B.  in  der  herrlichen  Florestan-Arie  (Anfang  des  2.  „Fide- 
lio"-Actes)  brüllte  er  —  sit  venia  verbo  —  bei  den  Worten 
„doch  gerecht  ist  Gk)ttes  Wille"  so  unmässig,  dass  man  un- 
willkürlich zusammenschrack.  Das  ist  Geschrei,  kein  Gesang, 
am  wenigsten  die  Ausführung  der  Beethoven'schen  Musik. 
Und  nachher  bei  den  Worten:  „Und  fühl  ich  nicht  linde, 
sanft  säuselnde  Luft**  ?  etc.  schreibt  Beethoven  vor:  „mit  einer 
an  Wahnsinn  grenzenden,  doch  ruhigen  Begeisterung**,  Bruno 
Heydrich  aber  verstand  das  natürlich  besser,  als  Seethoven 
una  raste  wie  ein  vollkommen  Verrückter.  Dass  die  innige  Inten- 


sivität  und  die  Decenz  des  Florestan'schen  Charakters  dadurch, 
verloren  geht,  dass  Florestan  dadurch  voh  einer  Beethoyen'- 
schen  Figur  zu  einem  modernen,  prononcirt-nervösen ,  inde- 
centen  Jüngling  wird,  das  bemerkt  der  Sänger  nicht.  Ich 
habe  vorhin  bei  der  Erwähnung  der  Eigenart  des  Capellmeisters 
Josef  Grossmann  gesagt,  dass  mir  eine  persönliche  Verkehrt- 
heit lieber  ist,  als  ein  todtes  Schema,  das  ja,  eben  weil  es  todt 
ist  und  Sdiema,  auch  verkehrt  ist,  aber  gjegen  Kunstleistungen, 
wie  Bruno  Heydrich  sie  bietet,  muss  ich  doch  Verwahrung 
einlegen.  Das  sind  Versuche,  die  durch  ihre  grobe  Fehler- 
haftigkeit in  die  Schule,  nicht  in  die  Praxis  gewiesen  werden. 
Zweifellos  ist  Bruno  Heydrich.  abgesehen  von  seiner  starken 
und  ziemlich  wohllautenden,  allerdmgs  durch  die  Dialektfarbe 
etwas  beeinträchtigten  Stimme,  begabt  und  fähi^,  Gutes  zu 
leisten,  aber  ebenso  zweifellos  ist  das,  was  er  bereits  geleistet 
hat,  unzulänglich.  Sigmund  Krauss  ist  ein  abgesungener 
Helden tenor,  dessen  Spiel  mir  als  sehr  mittelmässig  erscheint. 
Alle  seine  Töne  geben  sich  unnatürlich  und  glanzlos,  die 
höchsten,  die  glänzen  sollen,  klingen  gepresst.  Von  den  Übri- 

gm  Herren  möchte  ich  noch  Baptist  Hoifmann  hervorheben, 
erselbe  hat  einen  Bariton  von  einer  ungeheuren  Kraft  und 
von  einem  entzückenden  Wohllaut.  Sein  Spiel  ist  vornehm 
und  sehr  scharf  charakterisirend,  besonders  schwebt  mir  hier 
sein  Pizarro  vor.  Allerdings  nuancirt  er  nicht  so  ins  Einzelne 
hinein,  wie  es  richtig  Frau  Ende  und  falsch  Bruno  Heydrich 
thuen,  und  so  erscheint  noch  Vieles  bei  ihm  opernhaft.  Aber 
jeder  einzelne  Ton  macht  ihn  der  wärmsten  Sympathie  des 
Publicums  gewiss.  Die  Übrigen  männlichen  Krärte  erscheinen 
mir  unwerth  der  besonderen  Hervorhebung. 

Wir  haben  also  hier  theil weise  vortreffliches,  im  Ganzen 
brauchbares  Material.  Folgendes  sind  die  Dinge,  die  uns  noch 
fehlen,  damit  wir  eine  gute  Oper  haben:  Abgeklärtheit  des 
Ensembles,  Stilreinheit.  Und  dann  bedürfen  wir  des  Schau- 
spiels. Vielleicht  bringt  uns  der  kommende  Winter  manche 
gelungene  Vorstellung.    Ich  werde  später  darüber  reden. 

Ausserhalb  des  Theaters  schläft  die  Musik  noch  vollständig 
oder  sie  ist  mit  den  ersten  Regungen  des  Erwachens  aus  dem 
Sommerschlaf  beschäftigt.  So  muss  ich  mich  dezm  für  dies- 
mal verabschieden,  um  später  zuzusehen,  was  aus  dem  Theater 
geworden  ist  imd  wie  es  sonst  hier  mit  der  musikalischen 
Lunst  steht.  Max  Arend. 


Berichte. 

Leipzig.  Hr.  Carl  Meyder,  der  Dirigent  und  autokra- 
tische, auch  gelegentlich,  wie  man  sich  erzählt,  der  Knuten- 
moral seinen  Musikern  gegenüber  huldigende  Selbstherrscher 
des  Berliner  Concerthausorchesters ,  beglückte  uns  vor  ein 
paar  Tagen  mit  zwei  Goncerten:  und  zwar  mit  einem  „popu- 
lären" und  einem  Wagner- Abende.  Von  dem  populären  Oon- 
certe  weiss  ich  Ihnen  nur  das  eine  Gute  zu  erzählen,  dass  es 
leer  war.  Um  so  besser  war  das  zweite  Concert  besucnt,  dank 
der  plumpen,  aber  aufdringlichen  und  verlockenden  Reclame, 
mit  der  uns  „Parsifal" -Fragmente  u.  s.  w.  als  Lockbissen  hin- 
gehalten wurden.  Hr.  Meyder  hatte  in  der  That  ein  pom- 
Söses  Programm  entworfen:  Stücke  aus  den  „Nibelungen*', 
as  „Siegfried-Idyll" ,  das  „Parsifal"- Vorspiel,  die  Verwand- 
lungsmusik und  die  Zauber^rtenscene  u.  s.  w.,  dann  noch  die 
-Festklänge"  und  die  F  dur-Khapsodie  von  Liszt.  Aber  wie 
rührte  er  dieses  Programm  aus!  Es  war  ein  Skandal;  ich 
habe  nie  in  meinem  Leben  eine  derartige  Verunglimpfung 
und  Verhunzung  (das  Wort  ist  eigentlicn  noch  zu  imlde!) 
eines  Kunstwerkes  miterleben  müssen.  Denken  Sie  sich  einen 
Dirigenten,  dessen  Taktstock  sich  wie  der  Pendel  einer  kleinen 
nervösen  Schwarz wälder  Uhr  hin-  und  herbewegt:   mit  em- 

Eörender  Gleichgiltigkeit  und  mörderischer  Monotonie;  denken 
ie  sich  weiter,  dass  Hr.  Meyder  die  Tempi  aller  der  zum 
Vortrag  kommenden  Stücke  in  solchem  Maasse  vergriff,  dass 
man  darauf  schwören  möchte,  er  habe  niemals  Eines  von  ihnen 
gehört,  er  habe  nie  die  „Walküre"  gesehen  (oder  höchstens 
unter  der  Leitung  eines  Dirigenten,  der  Hrn.  Meyder  an  Un- 
musikalischsein Nichts  nachgibt,  eine  Möglichkeit,  die  wohl 
ausgeschlossen  erscheint);  denken  Sie  sich  weiter,  dass  Hr. 
Meyder  den  „Feuerzauber"  in  eine  Gavallerieattake  umwan- 
delte und  dass  er  aus  der  Verwandlungsmusik  z.  B.  eine  Art 
Parademarsch  und  aus  dem  „Komm,  holder  Knabe"  eine  Neu- 
bearbeitung des  Schunkelwalzers  machte;  fügen  Sie  diesem 
Vorstellungscomplex  noch  die  weitere  Thatsaäe  hinzu,  dass 
Hr.  Meyder  dort,  wo  er  durch  eigene  Auf&ssung  glänzen 
wollte,   ganz   nach  WiUkür  ritardandi  und  aoceleranoi  mit 


601 


reicher  Freigebigkeit  anbrachte  (wie  in  der  1.  Hälfte  des 
„Parsifal^-Yorspiels,  im  Satz  der  Holzbläser),  fassen  Sie  das 
Alles  in  ein  Gesammtbild  zusammen  und  „Sie  haben  eine 
Kunst!"  Die  Capelle  ist  gut  und  leistungsfähig ;  mit  ihr  liessen 
sich  zweifelsohne  vorzügliche  Leistun^n  bieten.  So  lange 
aber  Hr.  Meyder  ihr  Leiter  ist,  wird  freilich  eine  Stümperei 
der  elendesten  Art  nicht  zu  „vermeidem''  sein.  f- 

Basel.  Schon  eilen  wir  dem  Winter  und  dem  Wieder- 
beginn unserer  Baseler  Concertsaison  entgegen,  und  doch 
möchte  ich  nicht  versäumen,  meinem  Versprechen  gemäss 
einen  kurzen  Nachtrag  zu  meinem  letzten  Berichte  über  den 
Winter  1891  auf  1892  zu  liefern.  Es  betriff  das  zuerst  die 
beiden  Gesancvereinsconcerte  vom  Februar  und  Juni.  Im 
Ersten  derselben  kam  Dvoiäk*s  „Stabat  mater*'  zur  Auffüh- 
rung. Ein  einsehendes  Studium  unter  Dr.  Volkland's  treff- 
licher Leitung  bereitete  eine  würdige  Aufführung  vor,  Solisten 
und  Orchester  trugen  ebenfalls  das  Ihrige  bei,  um  dem  hoch- 
interessanten Werke  Bahn  zu  brechen.  Es  ist  eine  bedeutende 
Gomposition,  nicht  gerade  kirchlich  im  vulgären  Sinne,  aber 
doch  von  einem  feierlichen,  fast  mystischen  Klang,  oft  wird 
der  alte  Bitualton  gestreift,  oft  helfen  unsere  modernen 
Klangmittel  mit,  dem  einfachen  lateinischen  Texte  eine  tief- 
sinnige Interpretation  zu  geben.  Mancher  Zuhörer  mag  sich 
kaum  recht  bewusst  werden,  ob  ihm  das  Werk  einen  feier- 
lich kirchlichen  oder  einen  total  weltlichen  Eindruck  macht. 
Wenigstens  hörte  man  nachher  in  diesem  Sinne  ganz  diver- 

f'rende  XJrtheile.  Immerhin  wurde  der  Gomposition  volle 
nerkennung  gezollt.  Neben  all  dem  Guten  muss  man  aber 
doch  die  Länge  einzelner  Theile  beklagen,  denn  sie  wirkt 
leicht  ermüdend.  Der  Text  ist  ja  schon  ziemlich  eintönig  im 
Bhythmus  und  Gedankengang.  Dvorak  zerlegt  nun  aber 
diesen  langen  lateinischen  Hymnus  in  eine  Anzahl  Ghor-, 
Solo-  und  Ensemblenummem , '  sodass  Jede  derselben  ein  ab- 
geschlossenes Ganzes  bildet.  Infolgedessen  leidet  das  Werk 
an  allzuviel  textlichen  und  daraus  hervorgehenden  musika- 
lischen Wiederholungen.  Bei  uns  in  Basel  wirkte  noch  nach- 
theilig, dass  im  gleiten  Concerte  Mendelssohn*s  „Lobgesang" 
aufgeführt  wurde.  Das  war  etwas  zu  viel  des  Guten.  Dvorak 
fordert  vom  Hörer  eine  gewisse  geistige  Arbeit  und  dient 
auch  dem  empfänglichsten  G^müth  nicht  zur  Vorbereitung 
ftkr  Mendelssonn'scne  Musik,  deren  Kraft  und  Wirkung  so 
total  andere  Ausgangspuncte  haben. 

Die  Frühjahrsaufführung  des  Gesangvereins,  wie  üblich 
in  unserem  herrlichen  Münster,  brachte  S.  Bach*s  Johannis- 
Passion  und  bildete  damit  selbstverständlich  den  Glanzpunct 
der  Ghorconcerte.  Wie  jedes  Jahr  strömten  auch  an  diesem 
Tage  Gäste  von  nah  und  fem  herbei,  um  dieser  echt  kirch- 
lichen Feier  beizuwohnen.  In  dieser  Hinsicht  ist  es  ein 
Glück,  dass  unser  Musiksaal  die  ursprünglich  geplante  Orgel 
noch  nicht  erhalten  hat,  denn  dass  die  kirchlichen  Oratorien 
ihre  eigentliche  Stätte  in  der  Eürche  finden,  beweisen  diese 
unsere  jährlichen  Concerte  zur  vollen  Genüge.  Diesem  Ziele 
streben  auch  Aufführungen  zu,  die,  wie  im  verflossenen  und 
in  diesem  Jahre,  die  Passionen  von  Schütz,  nach  Matthäus  und 
Lucas,  mit  Hilfe  eines  kleineren  Chores  in  Form  eines  Pas- 
sioni^gottesdienstes  zu  Gehör  brachten. 

Unter  den  verschiedenen  Concerten  ausserhalb  des  engeren 
Rahmens  möchte  ich  nun  noch  der  Duo-Abende  der  HH. 
Huber  und  Bargheer  Erwähnung  thun.  Voriges  Jahr 
führten  uns  dieselben  sämmtliche  Sonaten  von  Beethoven  für 
Olavier  und  Violine  vor;  diesmal  war  das  Programm  ge- 
mischter, indem  Bach,  Mozart  und  Schubert  in  jeder  Soiröe 
abwechselten.  Bewährte  Kräfte  übernahmen  daoei  die  ge- 
sangliche Abwechselung.  Es  war  ein  seltener  Genuss,  der 
feindurchdachten  Interpretation  der  Sonaten  zuzuhören,  und 
die  jedesmal  zahlreiche  Zuhörerschaft  bewies,  wie  gern  solche 
exquisite  Kammermusik  entgegengenommen  wird. 

Doch  nun  darf  ich  meinen  Bericht  nicht  schliessen,  ohne 
des  auch  in  musikalischer  Beziehung  bedeutenden  Ereignisses 
Erwähnung  zu  thun,  das  lange  Zeit  die  Kräfte  unserer  Stadt 
in  allen  möglichen  Kreisen  in  Anspruch  nahm:  des  Fest- 
spieles zur  Baseler  Vereinigungsfeier. 

Es  beging  nämlich  Basel  den  500jährigen  Erinnerungstag 
der  Vereinigung  der  beiden  durch  den  Rhein  getrennten 
Stadttheile.  Den  Mittelpunct  des  Festes  bildete  das  Festspiel, 
das  auf  einer  grossen,  im  Freien  errichteten  Bühne  aufgeführt 
wurde,  während  am  Abhänge  eines  Hügels  innerhalb  der 
Schranken  6000  Menschen  auf  nummerirten  und  ausserhalb 
derselben  mehr  als  die  gleiche  Zahl  auf  freien  Plätzen  dem 
Spiele  zusahen.    Das  Fest  mit  seinen  drei  Aufführungen  war 


vom  herrlichsten  Wetter  begünstigt   und  der  Eindruck  bei 
Allen  ein  grossartiger. 

Die  Dichtung,  von  Staatsarchivar  Dr.  B.  Wackemagel 
verfasst,  stellte  m  vier  Bildern  verschiedene  geschichtlicne 
Momente  aus  den  gegenseitigen  Beziehungen  der  neiden  Stadt- 
theile dar,  meistens  in  belebton  Volksscenen.  Die  Musik, 
Chöre  des  Volkes,  der  Bitter,  Märsche.  Tanzreigen  und  Soli 
stammton  aus  der  Feder  Hans  Hub  er 's.  TJeber  die  grosse 
Prachtontfaltung  in  Aufzügen  zu  Fuss  und  zu  Pferd,  über- 
haupt über  den  ganzen  Inhalt  zu  sprechen,  würde  mich  zu 
weit  führen,  nur  das  möchto  ich  als  etwas  Besonderes  er- 
wähnen, dass  alle  Sänger  activ  an  der  Handlung  bethätigt 
waren,  dass  also  in  Jedem  der  vier  Bilder  wieder  neue  costu- 
mirto  Cbormassen  auftraten,  was  zusammen  eine  Zahl  von 
über  1500  Mitwirkenden  ausmachte.  Es  waren  aber  auch  fast 
alle  Chöre  unserer  Stadt,  kirchliche  imd  weltliche,  dabei  be- 
theiligt. Auch  die  Solokräfte  waren  Alle  Baseler,  darunter 
Frau  Hub  er,  Robert  Kaufmann  und  viele  Andere. 

Mit  der  Gomposition  hat  Hans  Huber  einen  sehr  glück- 
lichen Wurf  gethan  und  einen  Erfolg  errungen,  zu  dem  man 
ihm  von  Herzen  gratuliren  kann.  Die  Musuc  ist  äusserst  po- 
pulär, um  diesen  vulgären  Ausdruck  zu  gebrauchen,  daneben 
aber  von  einer  gründlich  durchdachten  und  durcharbeiteten 
Feinheit.  Die  Solonummem  sind  wahre  Cabinetstücke,  denen 
man  gewiss  gerne  im  Concertsaal  begegnen  wird.  Die  Märsche 
der  verschiedenen  Aufzüge,  die  Tänze  eto.,  sowie  die  Volks- 
chöre sind  im  Stil  sehr  einfach  und  haben,  deshalb  gerade  die 
richtige  in  die  Ohren  fallende  Art.  Am  meisten  Beifall  fand 
wohl  ein  Knabenchor,  dem  der  Zauber  der  Jugendfrische  be- 
sonders auf  der  Stirn  geschrieben  steht.  Meine  nüchternen 
Worte  vermögen  die  Festesfreude  nicht  zu  schildern,  die  in 
jenen  Taigen  m  unserer  Stadt  herrschte;  noch  jetzt  hört  man 
Tag  für  Tag  auf  den  Strassen  Melodien  des  Festspiels  pfeifen 
imd  singen,  unsere  ünterhaltungsconcerte  bringen  fast  täg- 
lich Arrangements  der  Huber'schen  Musik,  und  in  Bälde  wer- 
den wir  dieselbe  als  Concerteufführung  zu  hören  bekommen; 
gewiss  ist  dies  Alles  ein  Zeichen,  wie  glücklich  der  Com]^- 
nist  hier  gewesen  ist.  Die  Vorführung  der  Gomposition  im 
Concert  ist  ein  guter  Gedanke,  wenn  sie  auch  ohne  verbin- 
denden Text  und  ohne  Handlung  nur  Fragment  bleiben  vTird, 
denn  der  freie  Raum  hat  im  Orchester,  besonders  bei  den 
Streichern  und  im  Gesang  manche  Feinheiten  verschlungen, 
und  musikalisch  betrachtet  vTird  die  Aufführung  im  ge- 
schlossenen Räume  jedenfalls  noch  dankbarer  werden,  als  £e- 
jenige  im  Freien.  Hans  Huber  aber  hat  ^eses  sein  neuestes 
Werk  nicht  nur  den  Dank  und  die  Anerkennung  unserer  Be- 
völkerung, sondern  auch  den  wohlverdienten  Doctertitel  ge- 
bracht. 

Erwartun^voU  stehen  wir  nun  auch  für  die  kommende 
Saison  einer  Neuerung  im  Theater wesen  gegenüber.  Unser 
Theater,  das  einer  ActiengeseUschaft  gehört,  soll  nun  nicht 
mehr  einem  geldgierigen  Director  verpachtet  werden,  sondern 
in  eigener  Regie  mit  Hilfe  einiger  kunstverständigen  Vor- 
standsmitglieder geführt  werden.  Wir  haben  diese  Aenderung 
sehr  nöthig,  denn  Oper  und  Schauspiel  sind  in  den  letzten 
Jahren  gleichermaassen  gering  verwaltet  worden.  Hoffentlich 
stellt  sich  auch  das  Publicum  wieder  ein,  denn  in  den  letzten 
Zeiten  spielte  man  meistens  vor  leeren  Bänken. 

Dr.  R.  L. 

Sondershausen,  28.  Sept.  Die  orchestralen  Gaben  des 
16.  Lohconcertes  waren  Cherubini's  „Anakreon^-Ouverture, 
Hofmann's  freundliche  Serenade  für  Streichorchester  (AUegro, 
Gavotte,  Schlummerlied  und  Humoreske)  und  Mendelssohn^s 
Reformationssymphonie.  Hr.  Alfred  Martin  verabschiedete 
sich  in  diesem  Concerte  mit  Schröder's  2.  Violoncellconcert 
in  AmoU  und  DavidofTs  Russischer  Phantasie.  Er  erntete 
mit  beiden  Sachen  grossen  Beifall,  mit  Davidoff*s  Werk  so- 

far  einen  Hervorruf.  —  Einen  äusserst  glänzenden  Absohluss 
er  Saison  bildete  das  gestrige  17.  und  letzte  Lohconcert. 
Es  begann  mit  Felix  v.  Wovrsch^s  svmphonischem  Prolog  zu 
Dante^  „Divina  Commedia^.  Das  Werk  ist,  wie  Liszt's  gran- 
diose Symphonie,  in  zwei  Abschnitte  getheilt,  die  dem  .In- 
ferno" und  „Purgaterio**  entsprechen.  Die  ausserordentlich 
zahlreiche  Hörerschaft  nahm  das  hochinteressante  Werk  mit 
augenscheinlicher  Theilnahme  auf  und  spendete  lebhaften 
Beifall,  welchem  sich  Referent  gern  anschüesst.  Weiterkam 
zu  Gehör  Berlioz'  Ouvertüre  zu  „Benvenuto  Cellini**  in  ganz 
ausgezeichneter  Ausführung.  Concertmeister  Corbach  gab 
uns  einen  neuen  Beweis  seiner  ersteunlichen  Vielseitigkeit.  Er 
spielte  das  Ddur-Violinconcert  von  Paganini.    Hatte  er  in 


502 

IVvihsren  Darbietvmgen  (den  Conoert«ii  von  Beethoven,  Bruch 
Nil.  InndS,  Spohr'B  „Geeangseene"  u.a.  w.)  die  Schönheit  eei- 

tK^ifloneegUnzenlttsseii,  so  mussten  wir  beim  Paf^onini 'sehen 
OiiDoJrte  ausserdem  seine  Stapende  virtuose  Technik  nicht 
iiiiiiiler,  wie  die  Eleganz  der  schwierigsten  KmiBtetücke 
(Flaj;eol6t^;5nge  etc.)  bewundern  Der  Künstler  riss  das  von 
ilirii  rörmbch  elektrisirto  zahlreich  verBamraelte  Pubhcum  zu 
üiH'Tisiven  Beifallssalven  und  Hervorrufen  hin.  Er  hatte  einen 
iiu'  unsere  Verhältnisse  sensationellen  Erfolg.  Möge  er  uns 
l.iiige  erhalten  bleiben!  Die  an  künstlerischen  Hochgenüssen 
i'!'>>:liB  Saison  schloas  mit  einer  vortrefilichen  Ausführung  von 
Heethoven's  Adur-Symphonie,  F.  F. 


Conoertumsohau. 

Amsterdam.  Abonn.-Oonc.  im  Neuen  Concerthaua  (Kes) 
um  'ja.  Sept.;  Qdur-Symph.  v.  Haydn,  Orchester variat.  über 
ein  Hajdn'achee  Thema  v.  Brahms,  Lustepielouvertuie  von 
Siiietana,  Vorspiel  zur  Oper  „Die  Hexe"  v.  A.  Enna,  6.  Ung. 
Rljäiis.  V.  Liszb-Ernst,  Requiem  f.  drei  Violoncells  v.  Pop- 
per ;HH.  Moasel,  Yeerloo  u.  de  Maarö). 

Baden-Baden.  Musikal.  Anfiühr.  in  der  Evangel  Stsdt- 
kiiclie  am  27.  Sept.:  Chöre  v.  Ph.  Wolfrum  (Komm,  hei- 
lidsr  Geist"),  S.  Bach,  Schletterer  („Wenn  der  Herr  die 
Gofaiigenen*')  u.  Bheiuherger  (Hymne),  ges.  vom  Evangel. 
Klri.liengesanKver.,  Sotovortrftge  des  Frl.  HÜbing  a.  Carlsruhe 
(G.M-,  ,&i  BtiU"  V.  Baff,  Geistliches  Lied  v.  H.  W  olf  etc.)  u. 
der  HH.  Werner  (Org.,  Prael.  u.  Fuge  in  AmoU  v.  S.  Bach, 
Adagio  V.  C.  A.  Fischer,  „Invocation"  v.  Th.  Dubois  und 
Iut.r.duction  n.  Allegro  aasai  a.  Op.  43  v.  A.  Guilmant)  u. 
A.  Krasselt  (.Viel.,  Chaconne  v.  S.  Bach  u.  Larghetto  a.  dem 
Violinconc.  v.  Beethoven,  bearbeit.  v.  C.  L.  Werner). 

Berlin.  Wohlthätigkeitsconcert  der  Berliner  Liedertafel 
fZiuider)  am  38.  Sept.:  Prolog  v,J.  Eodenberg (Frau  Gessner), 
Miiniierchöre  von  E.  Grell  (Motette),  Schubert,  P.  Hega.r 
(„■L'uiltenvolk"),Donati-'Widmannf.VillaneUaalUNapolitana''), 
Kremser  (Ältniederland.Volkshed)  u.  Schumann  („Die  Minne- 
aäiigu'''),  sowie  Volkshed  „Sandmann oben",  arr.  von  Zander, 
Solovorträge  der  Frau  Herzog  (Ges.,  „Der Engel"  v.  R.Wag- 
ner, „Der  Vogel  im  Walde"  v.  W.  Tauhert  etc.)  u.  der  HB. 
riiLlns  (Ges.,  „Seligkeit"  v.  0.  v.  Chelius,  „Frühlingszeit"  v. 
K.  Becker  etc.)  u.  Masbach  (Clav.,  C moll-Sinfonia  v.  8.  Bach 
ii.  12,  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt). 

Coburg.  S^ph.-Conc.  der  Hofcap,  (Faltis)  am  27.  Sept.: 
„Mnzeppa"  v.  Liszt  (vorausgehend  dai  gleichniun.  Gedicht V. 
V.  Hugo,  gespr.  v.  Hrn.  Benoa),  „Sommemschtstraum"-Ouv. 
V.  Mendelssohn,  Duett  a.  „Beatrice  und  Benedict"  v.  Berlioz 
fl''i]s.  Altona  u.  Schämack),  Solovorträge  der  Frls.  Schämack 
uikI  Remmert  (Clav.,  Bomanze  v.  Bubinstein,  Menuett  v. 
PiuUrewBki,  Ungar.  Phant.  v.  Liszt  etc.)  u.  des  Hrn.  Bütt- 
ner (Qea.,  „Gross  ist  die  Welt"  v.  Faltis,  Lied  des  Hunold 
Siiignf  V.  H.  Sommer  et«.). 

Guben.  Conc.  des  Hm.  Ochs  (Clav.)  out.  Mitwirk,  des 
Frl.  Nittschalk  a.  BerUn  (Ges.)  am  16.  Sept.:  Soli  f.  Qes.  v. 
ÜHycn,  B.  Wagner  („Schlaf  ein,  holdes  Kind"),  Äd.  Jensen 
(„1.iass  dich  halten,  goldne  Stunde"  u.  „Am  TJkt  des  Flusses 
Mansanares"),  0.  v.  Chelius  („Seligkeit"),  A,  Naubert 
(„■"^trunpelchen"),  Ä,  Bubinstein  („Neue Liebe"),  Ad.Behm 
(„Weiast  du  noch?"),  Mascagni  („Blumenorakel")  und  Eei- 
lu'oke  (Mailied)  n.  f.  Ciavier  v.  Beethoven  (Son.  oaractör.), 
Ifi^yiln,  Mozart,  Chopin,  Schumann,  Bach-Joseffy  (Edur-Ghi- 
vutte  f.  die  1.  Hand  gesetzt)  und  Gounod-Liszt  („Faust"- 
Wiilrar).  (Von  dem  Clavierepiel  des  Hm.  Concertgebers  beisst 
OS  iu  einem  uns  vorliegenden  Bericht  u.  A.;  „Seine  Technik 
ist  dne  makellose  und  elegante,  sein  Anschlag  voll  und 
ju'.lulationsreich,  seinVortrag  ist  von  musikalischer  Klarheit, 
1(111  gebildet,  von  echt  künSMerischem  Geschmack.  Das  Hr. 
'i'i .  Ochs  in  jedem  CompoBitionastil  »zu  Hause»  ist  und  dem- 
■■ilüea  gerecht  zu  werden  versteht,  bewies  der  Vortrag  der 
iii.inngfachen  Tonwerke  der  verschiedenen  Componisten.") 

Leipzig.  Abendunterhalt,  im  k.  Conservat.  der  Musik 
.111.  -'3.  Sept.:  Variat.  f.  Org.  v.  B.  Haynes  =  Hr.  HiUer  a. 
Hü^slau,  Fdnr-Claviertrio  v.  R.  Volkmann  =  Frl.  Henze  a. 
Bi~clofGwerda  n.  HH.  Oppenheim  a.  Brflnn  und  Bramsen  a. 
i  ■■ 'peahagen,  Arie  a.  „Euryanthe"  v.  Weber  =  Hr.  MüUer  a. 
I "iimnitschan,  Clavierquarfc.  v.  Schumann  ;=  Frl.  Grain  a. 
L<:ip:^ig  u.  HH.  Oppenheim,  Thomas  a.  Leipzig  u.  Bramsen, 
Arie  a.  „Samson  et  Dalih»"  v.  Saint-Saöus  =Frl.  Wainlud 
:i,  Gibomir  (Ruseland),  Gdur-Clavierconc,  v.  Beethoven  =  Frl. 
V^~l'r[ler  a.  Eutritzech-Leipzig. 


Sondersbausen.  n.  Lohconc.  (Prof.  Schröder):  7.  Sym- 
phonie V.  Beethoven,  symph.  Prolog  zu  Danta's  „Divina  Com- 
media*  v.  F.  v.  Woyrsch,  Ouvert.  zu  „Benvanuto  Cellini" 
V.  Berlioz,  Violinconc.  v,  Paganini  (Hr.  Corbach). 

II  okniAngaie  von  Ort  mi4 


vfflllfändig  unieacliiel  iMitnf 


Engagements  und  GSste  In  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Frau  Moran-Olden  hat  im  Kroll-Tbeatet  jüngst 
mit  ihrer  Leonore  im  höchsten  Grade  das  Publicum  begeistert. 
Zu  bedauern  blieb  nur,  dass  das  Uebrige  nur  bedingt  mit 
dieser  grandiosen  Leistung  harmonirte.  —  Elberfeld.  Frau 
Sigrid  Arnoldson  hat  hier  mit  ihrer  Rosine  geradem  ent- 
zückt durch  die  Feinheit  und  Eleganz  ihrer  Coloratur  and 
die  seltene  Grazie  des  Spiels.  —  Quoen.  Zu  einem  Concert, 
welches  kürzlich  nnser  neuer  Organist  Hr.  Ochs  hier  veran- 
staltete, hatte  derselbe  die  Berliner  Concerteängerin  Frl. 
Nittschalk  herzugezogen,  welche  sich  als  eine  Künstlerin 
mit  vorzüglichster  Stimmbildung  und  Textbehandlung,  sowie 
warmfühliger  Auffassung  erwifti  ond  mit  ihren  Vortragen 
einen  grossen  Erfolg  sich  errang.  —  Lyon.  Das  Grosse  Theater 
wird  am  4,  oder  6.  Oct.  mit  folgenden  Opemkräften  die  Sai- 
son eröfihen:  den  Damen  Lureau-Escalals,  Laville- 
Ferminet,  Villette-Peraud,  de  Vita,  Verheyden, 
Panseron,  Bouz,  Sonnet,  Montbars,  Michy,  Berttn 
und  PälisBon  und  den  HH.  Escala'is,  Änaaldi,  Dupuy, 
Emery,  Leduc,  Chastan,  Juteau,  Solas,  Mondaud, 
Villette,  Dechesne,  Pölisson,  Boudouresque,  Vinche, 
Bamieux,  Ogier  und  Donval.  DieHH.  Luigini.Couard 
und  Georges  werden  abwechselnd  den  Taktstock  führen. 
Von  neuen  Werken  werden  „Werther"  von  Massenet  und 
„Gwendoline"  von  Chabrier  anfge^hrt  werden,  von  neuein- 
studirten  „Samson  et  Dalila",  „Esclarmoude",  „Hörodiade", 
„Patrie"  und  „Lakmä".  —  Paris.  An  der  Grossen  Oper  debu- 
tirte  das  soeben  vom  Conservatorium  abgegangene  Frl. 
Berthet  als  Ophelia  in  „Hamlet"  und  hatte  sich,  dank  ihrer 
Erscheinung,  schönen  Stimme  und  guten  Art  des  Bingens, 
der  besten  Au&tkhme  zu  erfreuen. 


Leipzig.  Thomaskirche:  1.  Oct.  „Bleibe,  Herr,  o  sieh 
uns  flehen",  Lied  von  E.  F.  Richter.  Psalm  126  „Wenn  der 
Herr  die  Gefangenen  Zions"  v.  W.  Rust.  2.  Oct.  „Nicht  so 
ganz  wirst  meiner  du  vergessen"  v.  M.  Hauptmann. 


OpernauffUhrungen. 

August. 
Wien.    K.  k.  Opemtheater:    38.  Die  Walküre.    30.  Der 
Freischütz.    31.  Das  Glöckchen  des  Eremiten. 

September. 

Coburg.  Hoftheater:  16.  Basti en  und  Bastienne  (Mozart). 
18.  Lohengrin.    22.  Fideho.    39.  Pigaro's  Hochzeit. 

Wien.  K  k.  Opemtheater:  1.  u.  28.  Fidelio.  2.  u,  18. 
A'ida.  8.  Der  fliegende  Holländer.  4.  Don  Juan.  6.  n,  9.  Ca- 
valleria  rusticana.  8.  u.  31.  Manon.  7.  Die  A&ikanerin,  8.  u. 
25.  Tannhäuser.  10.  Carmen.  11.  Die  Königin  von  Saba. 
12.  Die  Hugenotten.  18.  Das  goldene  Kreuz.  14.  Lohengrin. 
15.  Mignon.  17.  Der  Barbiet  von  Sevilla.  19.  Der  Freischütz. 
20.  Bastion  und  Bastienne.  Die  lustigen  Weiber  von  Windsor. 
22.  Die  Götterdämmerung.  24.  u.  29.  Werther.  36.  Die  Zauber- 
flöte.   27.    Der  Troubadour.    30.    Der  Postillon  von  Lonju- 


Aufgeführte  Novitäten. 

irlioz  fH.),  Ouvertüre  zu  „Benvennto  Cellini".  (Sonders- 
hausen,  17.  Lohconc.) 

zet  (G,),  „L'Arlteienne".  (Amsterdam,  Abonn.-Conc,  im 
Neuen  Concerthaus  am  8.  Sept.) 

luman  (A.),  Zwei  Sätze  a.  dem  Dmoll-Violoncellconcert. 
(Scheveningen,  13.  Sympb.-Cono.  des  Philharm.  Orch.  a. 
Berlin.) 


ßOS 


B rahm 8  (J.),  1.  Symph..    (SoBdershaosen,  14.  Lohconc.) 

3.  Symph.    (Wien,  9.  Symph.-Oonc.  der  Coxnponisten  ii. 

Gastdirigenten  in  der  Internat.  Musik-  u.  Theaterans- 
stellung.) 

Trag.  Onvert.     (Amsterdam,   Abonn.-Ck)no.  im  Neuen 

Concerthaus  am  8.  Sept) 

Orchestervariat.  üb.  ein  Haydn'sches  Thema.  (Amster- 
dam, do.  am  29.  Sept.) 

Bruch  (M.),  2.  Yiolinconc.    (Sondershausen,  15.  Lohconc.) 

Enna  (A.),  Vorspiel  zur  Oper  „Die  Hexe".  (Amsterdam, 
Abonn.-Concerte  im  Neuen  Concerthaus  am  8.  u.  22.  Sept.) 

Goldmark  (C),  „Sakuntala^-Ouvert.  (Amsterdam,  do.  am 
16.  Sent.) 

Grieg  (Eav.),  „Peer  Gynt" -Suite.  (Sehe veningen,  14.  Symph.- 
Oonc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

Henschel  (G.),  Orchestersuite  a.  der  Musik  zu  Shakespeare's 
„Hamlet".  (Wien,  9.  Symph.-Conc.  der  Componisten  und 
Gastdirigenten  in  der  Internat.  Musik-  u.  Theateraus- 
stellung.) 

Hof  mann  (H.),  Seren,  f.  Streichorchester.  (Sondershausen, 
16.  Lohconc.) 

Liszt  (F.\  „Mazeppa"  f.  Orchester  u.  Ungar.  Phant.  f. 
Clav.  u.  Orch.  (Coburg,  Symph.-Conc.  der  Hofcap.  am 
27.  Sept.) 

Nicodö  (J.  L.),  „Märchen"  f.  Streichorch.  u.  je  zwei  Oboen 
u.  Homer.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Concert- 
haus am  15.  Sept.) 

Bein  ecke  (C),  „Friedensfeier"-Festouvert.    (Sondershausen, 

14.  Lohconc.) 

Saint-Saöns  (C),  Amoll-Symph.  (Scheveningen,  12.  Symph.- 
Conc.  des  Phiiharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

„Phaöton".    (Sondershausen,  13.  Lohconc.) 

Schröder  (C),  Ouvert.  zu  „Aspasia".  (Sondershausen,  15.  do.) 

2.  Violoncellconc.    (Sondershausen,  16.  do.) 

Smetana  (F.),  Lustspielouvert.      (Amsterdam,  Abonn.-Conc. 

im  Neuen  Concerthaus  am  22.  Sept.) 
S  trau  SS  (B.),  Fmoll-Symph.    (Amsterdam,  do.  am  15.  Sept.) 
Tschaükowsky  (P.),  Ouvertüre  „1812".    (Scheveningen,  19. 

Symph .-CJonc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 
Yolkmann  (B.),  F  dur-Claviertrio.  (Leipzig,  Abend  unterhalt. 

im  k.  Conservat.  der  Musik  am  23.  Sept.) 
Wagner  (B.),  Eine  Faust-Ouvert.  (Scheveningen,  18.  Symph.- 
Conc.  des  Philharmon.  Orch.  a.  Berlin.     Sondershausen, 

15.  Lohconc.) 

„Meistersinger"- Vorspiel.     (Wien,  9.  Symph.-Conc.  der 

Componisten  u.  Gastdirigenten  in  der  Internat.  Musik-  u. 
Theaterausstellung.) 

—  —  Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde".  (Amsterdam,  Abonn.- 
Conc.  im  Neuen  Concerthaus  am  15.  Sept.  Sondershausen, 
13.  Lohconc.) 

Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung".    (Schevenin- 

12.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch.  aus  Berlin. 


:en 


Sondershausen,  14.  Lohconc.) 

—  —  „Siegfried-Idyll",  „Elinesor^s  Zaubergarten  und  die 
Blumenm&dchen"  a.  „Parsiial"  etc.  (Scheveningen,  I.Wag- 
ner-Abend des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

"Wagner-Wilhelmj,  „Albumblatt"  f.  Viol.  u.  Orch.  (Sche- 
veningen, do.) 

Woyrsch  (F.  v.),  Sjrmph,  Prolog  zu  Dante's  „Divina  Com- 
media".    (Sondershausen,  17.  Lohconc.) 


Musikalien-  und  Büciiermarlct. 

Eingetroffen: 

Baldamus,  Gustav,  „Frühlingsdithyrambe"  für  gem.  Chor, 
Männerchor  und  Baritonsolo  m,  Orch.,  Op.  26.  (Coburg, 
Conrad  Glaser.) 

Brauer,  Max,  Suite  in  Emoll  f.  Streichorch.,  Op.  14.  (Leip- 
zig, Bob.  Forberg.) 

Herzogenberg,  Heinrich  von,  Ciavierquart,  in  E moll,  Op.  75, 
Streichquint.  in  CmoU,  Op.  77,  u.  3.  Clav.-Violinsonate, 
Op.  78.    (Leipzig,  J.  Rieter-Biedermann.) 

Müller-Beuther,  Theodor,  DmoU-Claviertno,  Op.  19.  (Leip- 
zig, Fr.  Eistner.) 

Parisn-Alvars,  Gr.  Concerto  in  G minor  f.  the  Harp  with 
Orch.  or  Pianoforte,  Op.  81.    (Leipzig,  Fr.  Kistner.) 

Bheinberger,  Josef.  „Der  Stern  von  Bethlehem",  Weih- 
nachtscantate  f.  Cnor,  Soli  u.  Orch.,  Op.  164.  (Leipzig, 
Bob.  Forberg.) 


Schwalm,  Robert,  „Abendstille  am  Meer"  f.  M&nnerchor  u. 

Orch.,  Op.  81.    (Leipzig,  C.  F.  W.  Siegel's  MusikaUenhand- 

lung  [R.  Linnemann].) 
Zöllner,  Heinrich,  Indianischer  Liebesgesang  f.  M&nn^chor 

u.  Orch.,  Op.  55.    (Ebendaselbst.) 

Vernfiischte  IMittheilungen  und  Notizen. 

*  Um  eine  culturgeschichtb'che  Sammlung  allergrössten 
Werthes,  das  Richard  Wagner-Museum  in  Wien,  dem 
Vaterlande  und  der  Nachwelt  zu  erhalten,  hat  sich  ein  (5omit6 
gebildet,  das  hierfür  das  Interesse  aller  kunstfreundlichen  Kreise 
zu  erwecken  anstrebt.  Diese  Sammlung,  bisher  durch  die 
hochherzigen  unermüdlichen  Bemühungen  ihres  B^pründers 
des  Hm.  Nicolaus  Oesterlein  geleitet,  sei  jetzt  zu  einem 
solchen  JJmi&ne  angewachsen,  dass  ihre  Fortführung  und 
Sicherstellung  für  die  Zukunft  die  persönlichen  Mittel  ihres 
Besitzers  übersteige,  und  es  sich  darum  handele,  den  von  dem 
Besitzer  geforderten  Kaufpreis  von  90,000  Jü  durch  private 
Zeichnungen  aufzubringen  und  durch  üeber Weisung  des 
erworbenen  Museums  an  eine  städtische  oder  staat- 
liche Gemeinschaft  dessen  Fortführung  und  Sicherstellung 
für  alle  Zeiten  zu  bewerkstelligen.  Und  zwar  ist  in  Aussicht 
genommen,  diesen  Kaufpreis  durch  90  „Spenden*'  zu  1000  Ji 
zu  erreichen.  Die  Aufbringung  einer  Spende  kann  ebenso- 
wohl durch  einen  Einzelnen,  als  auch  durch  Zusammenwirken 
Mehrerer  geschehen.  Vereinzelte  e^eringere  Beiträge  werden 
von  dem  Comit^  zu  je  einer  Spenoe  zusammengeordnet.  An 
welchen  Ort  das  angekaufte  Museum  zu  bringen  ist,  hängt 
von  der  Entscheidung  der  Spender  ab,  indem  auf  jede  Einzelne 
der  90  Spenden  je  eine  Stimme  entfällt.  Die  Stimmen  der 
vom  Comit6  zusammengeordneten  Spenden  fallen  demselben 
zu.     unter  Hinweis  auf  die  Schriften  des  Hm.  Oesterlein: 

1)  Entwurf  zu  einem  Richard  Wagner-Museum,  Wien  1884; 

2)  Das  Rieh.  Wagner-Museum  und  sein  Bestimmungort,  Wien 
1884;  8)  Ueber  l^hicksale  und  Bestimmung  des  Rieh.  Wagner- 
Museums  in  Wien.  Zugleich  als  Einlaoung  zum  Besuche 
während  der  Internationalen  Ausstellung  für  Musik-  und 
Theaterwesen,  Wien  1892, —  und  besonders  4)  auf  den  „Ka- 
talog einer  Richard  Wagner-Bibliothek",  Leipzig  bei 
Breitkopf  &  Härtel,  8  Bände,  1882,  1886,  1891  —  bemerkt  das 
Comitö ,  dass  die  Bedeutung  des  Museums  nicht  in  den  jetzt 
besonders  hervortretenden  Schaustücken,  sondern  in  dieser 
Bibliothek  von  etwa  15,000  Nummern  bestehe,  durch  die 
eine  geschichtliche  Erforschung  der  gesammten  Kunst-  und 
Culturbewegung  des  19.  Jahrhunderts,  soweit  sie  mit  Richard 
Wagner  zusammenhängt,  allein  erst  ermöglicht  werde,  und 
die,  wenn  sie  jetzt  zerstreut  würde,  nie  wieder  zu  ersetzen  sein 
würde.  Um  den  unschätzbaren  Werth  der  schon  so  stattlichen 
Wagner-Sammlung  sich  zu  verdeutlichen,  brauche  nur  erwo- 
gen zu  werden,  welche  Vortheile  es  für  die  Kenntniss  von 
Goethe  und  seiner  Zeit  und  für  die  jetzt  sich  darum  bemühende 
Qoethe-Gesellschaft  gehabt  haben  würde,  wenn  eine  ge- 
treue Gesinnung  bereits  oei  Lebzeiten  des  Dichters  für 
die  Erhaltung  alles  Materiales  gesorgt  hätte,  von  dem  Vieles 
gewiss  nur  mit  grosser  Mühe  und  grossen  Kosten  zu  retten 
gewesen,  Vieles  aber  im  Strome  cter  Zeit  unwiderbringlich 
verloren  gegangen  ist.  —  Zeichnungen  sind  bei  dem  Bank- 
hause Hörn  &  Dinger,  Dresden- A.,  zu  bewirken. 

*  In  Cöln  fand  am  25.  und  26.  Sept.  das  16.  Sänger- 
fest des  Cölner  „Liederkranz''  in  befriedigender  Weise  statt. 

*  Das  Musikfest  in  Cardiff,  dessen  Beeihns  wir  Er- 
wähnung thaten,  hat  auch  in  seinen  Übrigen  Bestand theüen 
einen  sehr  guten  Verlauf  gehabt.  Besonders  gerühmt  werden 
die  Aufführungen  von  Berlioz'  „Faust's  Vemammung"  und 
HändePs  „Messias". 

*  Die  in  Berlin  seit  An£Bing  1890  bestehende  Freie 
musikalische  Vereinigung  hat  ihre  Thätigkeit  neuer- 
dings u.  A.  auch  auf  die  VeröSentlichung  von  Compositionen 
durch  den  Druck  ausgedehnt,  ein  Umstand,  der  weitere  Kreise 
interessiren  dürfte. 

*  Das  San  Carlos-Theater  in  Lissabon,  welches  im 
nächsten  Jahre  das  Fest  seines  hundertjährigen  Bestehens 
hätte  feiern  können,  wird  diesen  Winter  geschlossen 
bleiben,  da  die  Regierung  in  Folge  der  schlechten  Finanzlage 
des  Landes  die  dem  Theater  gewährte  Subvention   znrüok- 

fBzogen  hat  und  der  Stadtrath  selbst  und  die  besser  gestellte 
ürgerschafb  Nichts  thun,  um  demselben  aufieuhelfen. 


604 


*  Wie  man  hört,  soll  der  Wiederaufbau  des  theüweise 
durch  Feuer  zerstörten  Metropolitan  Opera  House  in 
New-York  nicht  so  leicht  zu  ermöglichen  sein,  wie  vorher 
angenommen  worden  war.  Die  Besitzer  h&tten  sich  demzu- 
folge entschlossen,  die  Trümmer  niederzureissen  und  die 
Materialien  an  den  Meistbietenden  zu  verkaufen.  Dagegen 
wächst  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  die  Music  Hall  bis  zum 
1.  Januar  in  eine  Opembühne  verwandelt  wird. 

*  In  der  Berliner  Hofoper  gingen  am  l.October  ohne 
ei^ntlichen  Erfolg  die  Opern  „Wem  die  Krone"  von  AI. 
Ritter  und   „Djamileh**  von  Bizet  als  Novitäten  in  Scene. 

*  Die  Directoren  des Monnaie-Theaters  in  Brüssel  gehen 
mit  der  Absicht  um,  „Tristan  und  Isolde*'  aufzufuhren, 
doch  sollen  dem  Schwierigkeiten  daraus  erwachsen,  dass  die 
erste  französische  Aufführung  des  Werkes  von  den  färbendes 
Meisters  vertragsmfissig  der  Stadt  Paris  vorbehalten  sei. 

*  F.  Ourti's  bereits  mehrfach  aufjgeführte  Oper  „Hertha" 
ist  in  den  Hoftheatem  zu  Cassel  und  Darmstadt  in  Yor- 
bereitung. 

*  In  Nürnberg  wird  eine  weitere  neue  einactige  Oper 
auftauchen,  nämlich  ein  „Albrecht  Dürer"  von  Fritz  Baselt. 

*  Sir  A.  Sullivan  hat  die  Welt  mit  einer  neuen  komi- 
schen Oper  beschenkt,  die  „Haddon  Hall"  benamset  ist  und  am 
24.  Sept.  im  Savoy  Theater  zu  London  erstmalig  mit  lär- 
mendem Erfolg  in  Scene  ging,  denn  nicht  weniger  als  zehn 
Nummern  sollen  —  wenn  damit  nicht  aufgeschnitten  ist!  — 
wiederholt  worden  sein. 

*  Im  Manzoni-Theater  in  Mailand  wurde  die  neue  vier- 
actige  Oper  „Qinevra  di  Monreale"  von  Bona  via  ungünstig 
aufgenommen. 

*  In  Dublin  wurde  .dieser  Tage  Bizet 's  kleine  ein- 
actige Oper  „Djamileh",  zum  ersten  Male  in  England,  aufge- 
führt und  bereitete  eine  Enttäuschung. 

*  Zu  dem  in  v.  No.  gesteenagelten  Bayreuth- Ausfall  des 
Hm.  Ludwig  Hartmann  sendet  uns  ein  Freund  unseres  Bits, 
ein  Pendant,  das  sich  in  einer  auswärtigen  Zeitung  befindet, 
deren  Bedacteur,  wie  man  behauptet,  die  Begeüerung  der 
Werke  von  Bich.  Wagner  und  Branms,  sowie  der  praktischen 
Thätigkeit  einiger  anderen  grossen  Künstler,  namentlich 
H.  V.  Bülow's,  als  Profession  treibt.  Dieser  professionelle 
Schreier  trakturt  die  Ijeser  seines  Blattes  mit  folgendem  blöd- 
sinnigen Gewäsch  über  Bayreuth :  „Die  Bühnen-Weihfest- 
spiele  in  Bayreuth  werden  immer  mehr  als  dasjenige  er- 
kannt, was  sie  seit  Wagner's  Tode  ausschliesslich  sind:  eine 
er^bige  Erwerbsquelle,  die  rein  kaufmännisch  ausgenutzt 
vnrdi  und  der  heute  jeder  Nimbus  mangelt.  Wie  stark  aber 
der  dort  verzapfte  »Ton- Alkohol  «wirkt,  beweist  die  Mitthei- 
lung aus  Bayreuth,  dass  nach  den  Actschlüssen  des  »Tristan« 


die  Macht  der  Wagnerischen  Muse  derart  auf  die  Hörer  wirkte, 
dass  Einzelne  in  eine  förmliche  Verzückung  geriethen  und 
Männer  und  Frauen,  die  sich  nie  vorher  im  Leben  sahen,  vor 
dem  Theater  sich  umarmten  und  küsstenl!  Sollte  es  selbst 
dem  Blindesten  nicht  zu  tagen  beginnen,  dass  von  der  Wir- 
kung der  musikalisch en^unst  in  den  Musikdramen  nicht 
die  Kode  sein  kann?  Nervenreizung  durch  Klang,  der  von 
uns  »Ton-Alkohol«  genannt  wird,  ist  der  Stoff,  &t  von  der 
Masse  heut  zu  Tage  genossen  wird,  mit  derselben  Unvernunft, 
wie  die  ersten  Spritzen  Morphium.  Die  Wirkungen  des  Einen 
wie  des  Anderen  sind  dem  Geniessenden  vollkommen  unklar 
und  werden  erst  erkannt,  wenn  die  Gehimlähmungen  be- 
ginnen." 

*  Unser  geschätzter  Mitarbeiter  Hr.  Ferd.  P fohl  in  Leip- 
zig tritt  am  I.  Nov.  an  Stelle  des  kürzlich  verstorbenen  Dr. 
P.  Mirsch  als  Musikkritiker  in  die  Redaction  der  „Hunburger 
Nachrichten"  ein.  Hamburg  darf  sich  zu  dieser  ausgezeich- 
neten musikalischen  wie  litterarischen  Kraft  gratuliren. 

*  Hr.  H.  V.  Dameck,  Eines  der  talentvollsten  Mitglieder 
des  Leipziger  Theater-  und  Gewandhausorchesters,  ist  lüs 
Goncertmeister  der  Abonnementsconcerte  und  Violinlehrer  an 
dem  Schmidt^schen  Musikinstitut  nach  Barmen  berufen  worden. 
Seine  Stelle  im  Prill*schen  Streichquartett  zu  Leipzig  ist  durch 
seinen  jungen  Orchestercollegen  nm.  Bother  besetzt  worden. 

*  Hr.  Geheimer  Intendanturrath  Bär  in  Dresden,  der 
oberste  Leiter  der  dortigen  Hofbühne,  wurde  gelegentlich 
seines  80.  Geburtstags  zum  Wirklichen  Geheimen  Bath  mit 
dem  Titel  Excellenz  ernannt. 

*  Hr.  Hofconcertmeister  Halir  in  Weimar  erhielt  vom 
Grossherzog  den  Professortitel  verKehen. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Weingartner  in  Berlin  erhielt 
von  der  Königin  der  Niederlande  das  Ritterkreuz  des  Ordens 
von  Oranje-Nassau  verliehen. 

Todtenllste.  Carl  Lucca,  k.  k.  Hofopemsänger  a.  D.  in 
Wien,  ti  78  Jahre  alt,  am  81.  Aug.  —  Dr.  phiL  Anton  Wog- 
ritsch,  früher  an  verschiedenen  deutschen  Theatern  als  Gapefi- 
meister,  die  letztere  Zeit  als  Gesanglehrer  in  JLiondon  tnäUg 
gewesen,  ij  67  Jahre  alt,  am  7.  Sept.  in  Wenduyne  in  Belgien. 
—  Louis  Jung  mann,  tüchtiger  Pianist  und  Clavierpädag(^ 
in  Weimar,  f»  ^^  Jahre  alt,  am  20  Sept  daselbst.  —  Henry 
0.  Timm,  Pianist,  Com^onist,  Dirigent,  Einer  der  Grün- 
der der  Philharmonie  Society  in  New- York,  t,  81  Jahre  alt, 
in  Hoboken.  —  Frederick  J.  Hager,  weitbekannter  Musik- 
lehrer, t,  55  Jahre  alt,  in  Elmira  (Ver.  St.  v.  N.-A.).  —  Emil 
Behnke,  G^sanglehrer  und  Physiologe,  Verfasser  verschie- 
dener Werke  über  die  menschliche  Stimme  und  deren  Ans- 
bildune,  in  London  durch  seine  populären  Vorträge  bekannt, 
t  am  17.  Sept.  in  Ostende. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  Büchersohau. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

F.  Poske:  „Bichard  Wagner  und  die  deutsche  Oul- 
tur**.  (Berlin,  bei  Walther  und  Apolandt.) 
Entgegnungsschriften  lieben  wir  nicht  besonders;  es  kommt 
in  der  Begel  nicht  allzu  viel  dabei  heraus.  Vorliegende 
Brochure  hat  freilich  ihre  eigen thümli che  Geschichte;  sie  ist 
der  Separatabdruck  dreier  besonderen  Artikel,  welche  —  zum 
Theil  eine  Polemik  auf  H.  Ehrliches  Offenen  Brief  an  Hof- 
prediger Dr.  Emil  Frommel  über  „Wagnerische  Kunst  und 
wahres  Christenthum**  —  in  dem  damals  eben  neugegründeten 
„Deutschen  Wochenblatt"  veröffentlicht  worden  sind,  und  in- 
sofern von  besonderem  Literesse,  als  sie  auch  die  Stellung- 
bez.  Antheilnahme  solcher  2ieit6chriften  gegenüber  der  Wag- 
ner-Bewegung einmal  offen  bekundet,  fiesonders  erfreulicn 
berührt  in  ihr  der  unentwegte  Glaube  an  eine  durch  Wagner 
angebahnte  neue  Gultur  und  die  tiefe,  treue  Verehrung  für 
seinen  grossen  Schüler  Heinrich  von  Stein.  Was  sonst  Hr. 
Ehrlich  vom  Wagnerischen  Ghristenthum  hält  und  ob  er  es 
beim  Berliner  Hofe,  wie  in  streng  conservativen  Kreisen  an- 


zuschwärzen sucht,  —  darüber  kann  und  wird  die  Gulturge- 
schichte  zur  Tagesordnung  übergehen.  Selbstverstftndhch 
musste  der  Verfasser,  wenn  er  angegriffen  war,  in  derselben 
Zeitschrift  darauf  erwidern.  Wir  vermögen  nur  die  Noih- 
wendigkeit  eines  solchen  Separatabzuges  nicht  ganz  einzusehen. 
Im  Heinrich  von  Stein*schen  Sinne  war  er  wohl  kaum,  der 
allen  Werth  vielmehr  auf  die  ausbauenden  Arbeitt  zu 
legen  pflegte.  In  diesem  Sinne  glaube  ich  —  wenn  es  nicht 
unbescheiden  erscheint,  dies  hier  zu  erwähnen  —  H.  Ehrliches 
Gitat  z.  B.  ^gen  Wagner  aus  der  Romantik  durch  meine 
jüngst  an  dieser  Stelle  veröffentlichte  „Tristan'-Studie  oder 
aber  Bulthaupt's  Irrthum  über  „Tristan^  durch  meine  in  den 
„Bayr.  Bl."  (1890)  gebrachte  Analyse  des  2.  Actes  besser,  weü 
^sitiver  widerlegt  zu  haben.  Nur  Thaten  können  uns 
frommen!  — 

Als  eine  solche  That,  so  unscheinbar  und  unbekannt  bis- 
her auch  das  Schriftchen  ist,  müssen  wir  unbedingt  aufßASsen: 
„Zur  Schulreform^.  Eine  Erweiterung  des  deutschen  Lehr- 
stoffes für  die  oberen  Classen  von  Kudolf  Merklein, 
Oberlehrer  am  herzogl.  Carls-Gymnasium  zu  Bemburg. 

Es  ist  ein  wackerer,  ebenso  muth voller  wie  kräftiger  Auf- 
ruf und  praktischer  Vorschlag  zur  Einführung  Wagner's  end- 
lich auch  in  die  Pflegestätten  des  deutschen  Idealismus,  die 
deutschen  Gymnasien,  mit  dem  ich  nur  ganz  zufällig,  durch 


505 


freundliche  üebennittelaiig  seitens  des  Hm.  Bedacteurs  die- 
ser Zeitsclirift,  bekannt  wurde,  sodass  ich  es  lebhaft  bedauere, 
diese  Abhandlung  nicht  mehr  vor  Ab&ssung  meiner  „Wa^er- 
Schule'^  zu  Gesicht  bekommen  zu  haben,  da  deren  ver- 
&sser  unbedingt  derselben  mit  einzureihen  gewesen  wäre. 
„Unser  Jahrhundert  hat  einen  grossen  Küni^ler  hervorge- 
bracht, einen  Genius,  um  den  uns  die  ganze  Welt  beneidet  — 
warum  schweigt  das  Gymnasium  von  mm?  Warum  erfahren 
unsere  Schüler  nicht,  was  der  Mann  Grosses  geschaffen?  . . . 
Dem  muss  ein  Ende  gemacht  werden!  Wir  wollen  uns  seiner 
Gri^sse  freuen  und  das  heranwachsende  Geschlecht,  das  deut- 
sche Volk  soll  wissen,  was  es  an  ihm  besitzt!  Verbreiten  Sie 
das  rechte  V erständniss  ftür  ihn :  er  muss  uns  eine  gute  Wehr 
und  Waffe  sein  im  Kampfe  gegen  alles  XJndeutsdie!^  Mit 
diesen  und  ähnlichen  S&tzen  t)ekennt  sich  der  vortreffliche 
Schulmann  zu  den  Anschauungen,  wie  sie  in  Betreff  derEr- 
ziehungsfrage  —  übergreifend  aui  die  Schulreform  im  Sinne 
der  mit  B.Wagner  angebahnten  neuen,  deutschen  Oultur  — 
als  diejenigen  des  specifisoh  Bayreuther  Kreises  (auf  S.  55 
meiner  obengenannten  Brochure)  von  mir  ^kennzeichnet 
wurden.  Gebe  doch  Gk)tt,  dass  solche  „Gymnasialprogramme'' 
mehr  xmd  mehr  wirklich  zum  Programme  der  Gymnasien  und 
höheren  Schulen  werden  möfi;en,  —  uns  Allen  und  unserer  Zeit 
wäre  von  Grund  auf  geholten! 

Ein  anderer,  nicht  minder  tapferer  Schulmann  ist  mit 
der    That  in  diesem  Sinne  bereits  am  Werke,   Dr.  Ernst 
Meinck  am  Gvmnasium  zu  Liegnitz,   der  unlängst  ein  viel 
beachtetes,  reichhaltiges  und  überaus  interessantes,  grösseres 
Werk  über  „Die  sagenwissenschaftlichen  Grundlagen 
der  »Nibeluneenc-Dichtung  Bichard  Wagner*s"  bei 
Emil  Felber  in  Berlin  hat  erscheinen  lassen.  So  mehren  sich 
auch  hier  glücklicher  Weise  die  Anzeichen,  dass  die  germa- 
nische Phi£>logie  gegenüber  der  Antike  nunmehr  ins  Yorder- 
treffen  kommt  —  vor  Allem  war  ja  Frz.  Muncker's  mit  so  viel 
Beifekll  angenommener  Vortrag  über  Wagner's  „Lohengrin*' 
auf  der  vorjährigen  Philologenversammlung  zu  München  ein 
beredtes  Zeiupiss  hierftlr.    Der  Verfetsser  aes   vorlie^nden, 
819   Seiten    umfang  erreichenden   vmd  überaus  gediegenen 
Werkes  ist   den  Wagnerianern   schon   lange   kein   Fremder 
mehr.   Wiederholt  hat  das  „Musikal.  Wochenblatt"  dankens- 
werthe  und  lehrreiche  Beiträge  aus  seiner  Feder,  noch  zuletzt 
das  Bim^tther  Organ  einen  ungemein  werthvollen  Au&atz 
Über  „fioki**  von  ihm  gebracht,  und  wer  die  Geschichte  der 
Akademischen  Wagner- Vereine  zu  Leipzig  kennt,   der  weiss 
überdies,  dass  er  schon  in  seiner  Studentenzeit  nicht  unthätig 
gewesen  ist   und   ihm  die  akademische   Wagner-Forschung 
bereits  seit  Anfang  der  80er  Jahre  ernste  Förderung  verdankt. 
Um  so  willkommener  denn  sein  neues,  ausgereiftes  BucIl  das 
eine  Fülle  von  Belehrung  und  Vertiefung^  in  den  Ston  mit 
sich  fhhrt  und  ganz  bedeutend  in  die  Mauer  der  zünftigen 
germanischen  Philologie,  wie  der  ofiiciellen  Sagenforschunff 
Bresche  reisst.     Hosiannah  —  wieder  einmal  ein  Berufener! 
Ich  bin  ia  nicht  in  der  Lage,  den  sprachlichen  Forschungen 
des  Vermssers  im  Einzelnen  so  genau  nachzufi^hen,   um  sie 
hier  fachmännisch  kritisiren  zu  können,  es  düme  dies  auch  in 
einer  Musikzeitung  schier  zu  weitftüiren;  aber  darauf  möchte 
ich  doch  aufmerksam  machen,   wie   sehr  sich  durch   solche 
fleissige  und   eindringende  Arbeiten  das  Studium  der  Wag- 
ner'scnen  Kunst  zu  vertiefen,  die  Bedeutim^  der  Wagnerischen 
Dichtungen  zu  offenbaren  beginnt.  Deutlich  erweist  sich  hier- 
nach wieder  einmal,  welch  inxiigen  Ck)ntact  —  entgegen  den 
Zweifeln  daran  seitens  seiner  Herren  Kritikaster  —  Wagner 
eerade  mit  dem  geheimniss vollen  Weben  der  Volksseele  ge- 
habt, wie  in  ihm  selbst  der  frisch  sprudelnde  Quell  der  Volks- 
sagen und  Märchen  sich  gereg^  hat.  Für  ganz  besonders  ge- 
lungen  halte   ich  die  A^hnitte  über  „Das  Bheingold  und 
der  Nibelungenring",    „Wotan",    „Die  Biesen",    „Siegmund" 
und  „Hagen",  wogegen  ich  für  „Brünnhilde"  wohl  ein  eigenes 
Capitel  gewünscht  hätte.    Aufspefallen  ist  mir  auch  eine  ge- 
wisse Vorliebe  des  Verfassers  Sir  Moritz  Wirth^sche  Beweis- 
führungen,  welche  sich  zweifelsohne  aus  dem  früheren  Zu- 
sammenwirken im  Akademischen  Wagner- Verein  zu  Leipzig 
älteren  Datums  herschreibt;   und  darf  ich  ihn  endlich  noch 
auf  eine  Unterlassung  aufmerksam  machen,   so  wäre  es  die 
einer  Nichterwähnung  nachfolgender  Werke  im  Quellennach- 
weis, bez.  eine  Niohtoeachtun^  derselben  schon  bei  Bearbei- 
tung seines  Themas:    Carl  Gjellerup's  „Der  Bing  des  Nibe- 
lungen", I^.  Wolfg.  Golther's  neuere  Forschungen,  Maz  Guten- 
haag's  Brochure  über  den  „Niebelungenring",  Glasenapp's  Er- 
läuterungen zur  „Walküre",  Hanslick's  „Moderne  Oper",  Dr. 
Max  Kooh's   „Was  kann  das  deutsche  Volk  von  B.  Wagner 


lernen?",  Liszt's  Analyse  des  „Bheingold",  die  „Nibelungen"- 
Brochuren  von  Heinrich  Borges  und  Dr.  Gust.  Portig  (Letztere 
in  den  „Fragen  des  christüchen  Volkslebens"),  Nietzsche*s 
„Geburt  der  Tragödie  aus  dem  Geiste  der  Musik" ,  H.  v.Wol- 
zoffen's  „W^^nenana",  Th.  Schmidts  „Das  Kunstwerk  der 
Ziikunft",  Dr.  Max  Schasler's  „üeber  dramatische  Musik", 
Fr.  Th.  Vischer's  „Kritische  Gänge",  Luise  Otto's  „Nibelun- 
gen"-Text,  G.Siegert's  „KrimhildS  Wilbrandt's  „Brünnhüd"- 
Drama,  Hans  Sachsen 's  „Hürnen  Seufried|*,  Creutzburg-Krause*s 
„Schwert" -Gontro Versen  im  „MusikaL  Wochenblatt";  endlich 
„Zeitschrift  f.  vergl.  Litteraturgescbichte",  herausgegeben  von 
Prof.  Dr.  M.  Kocn  und  Prof.  Geyer.  Dies  aber  nur  ganz 
nebenbei  zu  erwähnen.  Jedenfalls  bleibt  es  ein  hocherfreu- 
licher Eindruck,  auch  einmal  einen  anderen  tüchtigen  Kämpen 
neben  Hans  v.  Wolzogen  imd  Wolfgang  Golther  des  sprach- 
und  sagenwissenschafilichen  Gebietes  sich  bemächtigen  zu 
sehen. 

Ich  ei*wähnte  oben  Frz.  Muncker's  „Lohenmn" -Vortrag 
auf  der  vorjährigen  Philologenversammlung.  Vor  mir  liegt 
nun  auch  ein  Buch  von  ihm: 
Franz  Muncker:  „Bichard  Wagner".  (Bayerische  Bib- 
liothek, 26.  Band;  Bamberg  bei  Gebr.  Buchner.) 
Der  Verfasser,  von  dem  wir  —  nach  seinen  eigenen,  mir 
gegenüber  gemachten  Mittheilungen  —  für  später  noch  die 
umfangreichere  Bearbeitung  des  Artikels  „Bichard  Wagner"  fttr 
die  „Mlg.  deutsche  Biographie"  zu  erwarten  haben,  hat  uns 
hier  ein  an  Inhalt  vmd  Form  gleich  gediegenes,  dabei  von 
den  Verlegern  wirklich  künstlerisch,  splendid  ausgestattetes 
Werkchen  seiner  berufenen  Feder  vorgelegt,  an  dem  tnan 
seine  helle  Freude  haben  kann.  Er  ist  Litterarhistoriker  von 
Beruf  und  so  ist  es  auch  das  „Litterarhistorische"  vor  Allem, 
was  daran  so  sehr  anzieht  und  innerhalb  der,  sagen  wir  po- 
pulären, Wagner-Litteratur  so  völlig  neu  berührt.  Muncker, 
der  Sohn  des  Bajrreuther  Bürgermeisters  und  mit  B.  Wagier 
mehrere  Jahre  hindurch  in  zeitweiligem  persönlichen  Ver- 
kehr, hat  schon  vor  einigen  Jahren  c£  Privatdocent  zu  Mün- 
chen ein  eigenes  Colleg  über  Wagner  gelesen,  und  die  Wagner- 
Sache  darf  sich  gratuliren  dazu,  wenn  ein  Mann,  wie  er, 
der  doch  mitten  im  üniversitätsleben  steht  und  gewiss  noch 
manche  Bücksichten  zu  nehmen  hat,  frisch  und  frank  es  aus- 
zusprechen wa^:  ffi&B  neue,  nach  Form  und  Inhalt  voll- 
ständig und  eigenartig  deutsche  Drama  gaben  uns  Goethe, 
Lessing,  Schiller,  Hemrich  von  Kleist  etc. .  . .  noch  nicht. 
Jenes  neue,  vollkommen  deutsche  Drama  hat  uns  erst  Bichard 
Wagner  gebracht."    (Man  lese  die  nähere  Begründung  S.  2 

fefäligst  nach.)  Angesichts  eines  solchen  Ausspruches  und 
es  viden  Guten,  Bicntigen,  Treffenden  und  —  Neuen  sei  dem 
Verfasser  der  kleine  Ausfall  (S.  116)  auf  Leitung  und  Wirkung 
der  „Bayr.  Blätter",  deren  Mitarbeiter  er  doch  selber  ist  (oder 
nur  war?),  von  uns  gerne  verziehen.  Sein  Werk  aber  glauben 
wir  zu  ehren,  indem  wir  ihn  hiermit  noch  auf  einige  uner- 
hebliche Elleinigkeiten  aufmerksam  machen,  die  wir  selbst  in 
dem  so  beschiinkten  Bahmen  einer  „Studie"  noch  vermisst 
haben:  So  hat  uns  bei  -Tristan"  die  Nichterwähnung  Immer- 
mann^s  frappirt;  dass  Wagner  fär  seinen  „Tannhäuser"  aus 
Tieck  Nichts  geschöpft  haben  sollte,  möchte  ich  bestreiten; 
beim  „Flie^nden  Holländer"  wären  vielleicht  Marschner's 
„Hans  Heihng"  und  „Vampyr",  beim  „Tannhäuser"  dessen 
„Schloss  am  Aetna"  mit  beizuziehen,  bei  „Tannhäuser"  eine 
gleiche  Absicht  Weber's  und  Schumann's.  bei  „Lohengrin" 
eine  solche  Mendelssohn's,  bei  den  „Nibelungen"  wiederum 
eine  solche  Schumann's,  endlich  vielleicht  auch  Louise  Otto*s 
„Nibelungen"-Dichtung  (nach  Vischer's  Verschliß),  sowie  die 
„Nibelungen"-Opern  von  Gade  und  Dom,  die  „Tannhäuser"- 
Oper  von  Mangold  der  Vollständigkeit  halber  zu  erwähnen 
gewesen.  Zum  Schlüsse  noch  eine  Frage  an  die  Decorations- 
maler und  Herren  Begisseure:  Warum  sieht  man  wohl  in 
deutschen  Landen  gar  nie  die  Decoration  am  Schluss  der 
„Götterdämmerung"  nach  dem  hier  mitgetheilten  Musterbilde? 
Jenes  „neue,  vollkommene  deutsche  Drama",  welches  uns 
—  nach  Muncker  —  erst  Wagner  gebracht  hat,  behandelt  in 
Sonderheit  nun  aber 
Houston  Stewart  Chamberlain:  Das  Drama  Bich. 
Wagner's.  (Leipzig,  bei  Breitkopf  &  Härtel  1892.) 
eine  vorzügliche  Arbeit,  die  sich  schier  allzu  bescheiden  „Eine 
Anregimg"  nennt.  Hatten  wir  schon  an  dem  vorhergehenden 
Werke  das  „Litterarhistorische"  besonders  hervorheben  dürfen, 
so  beruht  der  Werth  dieser  Schrift  vornehmlich  darin,  den 
dramatischen  Kern  in  Wagner  bioszulegen,  nachzuweisen 
nicht  nur,  dass  sein  Genie  eine  neue  dramatische  Form,  einen 
neuen  dramatischen  Begriff  uns  gewonnen  hat,  sondern  auch, 


506 


cUfis  et  nie  etwas  Anderes,  zu  keiner  Zeit  mehr  war,  als  ge- 
irade  dramatischer  Dichter.  Dass  man  sich  von  einer 
Feder  wie  deneni^n  Chamberlain's  und  zudem  vom  Verlage 
Breitkopf  &  ^üi^di,  wenn  Beide  sich  zur  Herausgabe  einer 
Brodiure  Über  Wagner  entschlossen,  einer  höchst  gediegenen 
und  inhaltreichen  litterarischen  Gfibe  versehen  durfte,  das 
.war  vorauBttusehen.  Meine  Srwartu&gen  sind  aber  bei  n&herer 
t)utch8ioht  thatsftciilich  noch  weit  Übertroffen  worden,  und  ich 
muss  gestehen,  dass  ich  seit  Langem  nicht  mehr  etwas  so 
sehr  Interessantes  und  namentlich  Eigenartiges  über  Wagner 
und  seine  Kunst  gelesen  habe,  einem  so  selbständigen  Er- 
fassen des  Problems  in  seinem  Kern  begegnet  bin.  Welch 
reifiste  Frucht  votü  Saume  Wa^erianischer  Erkenntniss  und 
Bayreuther  Wissenschaft  man  hier  vor  sich  hat,  wird  Niemand 
mehr  zweifelhaft  erscheinen,  der  bei  wirklicher  Kenntniss 
Wagner's  nach  vollendeter  Lecture  des  Buches  sich  ver[^ 
wärtigt,  dass  sein  prächtiger  Inhalt  eigentlich  nur  ein  Ablall- 
Bchnitzel  voin  reicnbesetzten  Tische  Chamberlain^scher  For- 
schung ist)  wie  der  Verfasser  selbst  ankündigt:  lediglich  eine 
Ergänzung  zu  einem  fltr  demnächst  zu  erwartenden,  umfassen- 
deren Weäe  mit  der  Gesammtdarstellung  von  Wagner^s  Leben 
und  Wirken  bildet,  sodass  man  nach  dieser  Probe  nicht  wenig 
gespannt  sein  dart  auf  das  Kommende.  Schon  die  Darstellung 
aer  Mitwirkung  der  Musik  als  eines  integprirenden  Bestand- 
theUes  und  constitutiven  Grundelementes  zu  jenem  ganz  neuen 
Begriffe  des  Dramatischen  gleich  zu  Anfang  des  Buches 
gewinnt  den  Leser  för  den  individuellen  Gedankengang  und 
ideenkreis  des  Verfassers;  namentlich  aber  verblüfft  die  licht- 
volle Wahrheit  und  sprechende  Klarheit  der  Darlegung  an 
der  Stelle,  wo  nachgewiesen  wird,  dass  Wagner  erst  von  da 
ab  über  seine  Mission  klar  werden  konnte,  als  er  erkannte, 
dass  das  Problem  antUn^lich  überhaupt  falsch  von  ihm  ge- 
stellt war,  insofern  es  nicht  auf  das  Wie,  sondern  auf  das 
Was,  den  Inhalt,  ankomme,  um  Ton  und  Wort  zu  einem 
höchsten,  erschöprenden,  einheitlichen  Ausdruck  zusammenzu- 
bringen. So  kann  man  getrost  behaupten,  dass  in  diesem 
düxmen  Büchelchen,  „Anregung**  genannt,  thatsächlich  mehr 
fruchtbare  Anleitungen  und  positive  Ansätze  zur  Erkenntniss 
des  wahren  Wesens  des  Dramatischen  und  in  Sonderheit  zur 
gesuchten,  neuen  Aesthetik  des  Musikdramas  ruhen,  als  in  der 
so  anspruchsvoll  auftretenden  und  seinerzeit  so  viel  bewun- 
derten „Dramaturgie  der  Oper'*  eines  H.  Bulthaupt.  Ich  ver- 
weise nur  auf  die  famose  Untersuchung  über  „Tristan*'.  Auch 
die  Gapitel  „Meistersinger**  und  „Parsiffu**.  sowie  der  Abschnitt 
über  die  „Striche**  in  den  „Nibelungen"  sind  wahre  Perlen 
dieser  Specialergebnisse.  Aber  einen  Fehler  habe  ich  bei 
Oh.  doch  vorgemnden,  gerade  bei  „Tristan**.  S.  64  erwähnt 
der  Verfasser,  wie  geradezu  unbegreiflich  es  sei,  dass  der 
„Tod estrank**  fiftst  durchweg  gänzlich  unbeachtet  bleibt.  Ich 
kann  dem  nicht  ganz  beipflichten  und  muss  vielmehr — nach 
meiner  Kenntniss  neuerer  Schriften  und  Artikel  —  finden, 
dass  in  den  letzten  Jahren  die  Anerkennung  dieses  frappanten 
Zuges  bei  Wagner  doch  bedeutende  Fortschritte  gemacht  hat. 
Omsomehr  aber  muss  man  sich  verwundern,  wie  die  Auffas- 
sungen über  die  Schlusserklärung  des  Motivs  nach  den 
Worten  Brangftne^s  und  Marke's  noch  immer  so  wenig  ins 


Beine  kommen  mögen  und  wie  diese  Erklärung  selbst  bei 
einem  so  gescheuten,  klaren  und  kenntnissreichen  Kopf  wie  Oh. 
noch  auf  ein  so  schlimmes  Missverständniss  stossen  kann,  wie 
wir  in  seinem  Werke  S.  66  zu  unserem  Bedauern  zn  notificiren 
haben.  Marke  ist  viel  zu  sehr  Philosoph,  Durchschauer  des 
Weltgeheinmisses,  um  das  tr^ische  Verhängniss  nicht  zu  be^ 
greifen;  ja  er  ist  gerade  der  Einzige,  der  durch  seine  pessi- 
mistische Grösse  berufen  erscheint,  das  Geschick  des  Freundes 
wie  der  schönen  Frau,  ohne  allen  Eigennutz,  in  seiner  ^nzen 
Tragweite  verständnissinnig  zu  erfassen.  Das  eben  ist  das 
Tragische  an  dem  ganzen  Vorgang,  dass  hier  der  Freund  den 
Freund  voll  und  ganz  verstanden  hätte.  Ei*  braucht  die  Er- 
klärung des  Liebestrankes  nicht  etwa,  weil  er  zur  „Welt** 
gehörte,  die  eine  Liebe  wie  die  Tristan*s  und  Isolden*s  nie 
verstehen  kann  und  daher  durch  eine  nichtssagende  Erklärung 
befriedigter  ist,  als  durch  gar  keine.  Ihm  sagt  nur  Brangäne 
(die  ihrerseits  im  Wahne  der  Zeit  darin  be&ngen  ist),  der 
„Liebestrank**  habe  es  veranlasst;  dass  er  daran  glaubt,  ist 
nire;ends  gesagt.  Wohl  aber  erscheint  bei  einem  solchen  Philo- 
sophen und  ernsten  Weltkenner,  bei  seinem  tiefen,  klaren 
Bnck  f&r  die  Zusammenhänge  des  Weltdaseins  glaublich,  dass 
er  —  da  Brangäne  ihm  begreiflicher  Weise  däei  nicht  ver- 
schweigt, dass  ihre  Herrin  ihr  ursprünglich  die  Ueberreichung 
von  Gift  geboten  habe  —  sofort  tiefer  auf  den  Grund  blickt 
und  den  wahren  Thatbestand  erräth.  Mit  dem  Bewusstsein, 
den  Gifttrank  geschlürft  zu  haben,  den  Tod  auf  den  Lippen, 
haben  sich  Beide  nur  ihre  Liebe  offenbaren  können:  das  ist 
ein  ander  Ding;  der  unerforschlich-tiefgeheimnissvolle  Grund, 
jetzt  ist  er  dem  König  kund  geworden,  und  von  dem  Moment 
an,  da  er  diese  Psychologie  des  Todestrankes  für  die  Beiden 
durchschaut,  sind  sie  ihm  auch  „frei  von  Schuld**.  Diese  Auf- 
lösung, welche  bereits  in  den  „Bayr.  Blättern**  1890,  St.  IV/V, 
klar  und  deutlich  verzeichnet  steht,  ist  so  einfach,  dass  man  sich 
nur  immer  fragt,  wie  sie  aufmerksamen  Betrachtern  der  Wag- 
nar'schen  Muse,  und  mm  gar  einem  Ohamberlain  bisher  immer 
noch  entgehen  konnte.  König  Markeist  für  das  „Tristan** -Drama 
ja  ganz  dasselbe,  was  der  Verfasser  an  Hans  Sachs  bei  den  „Meister- 
singern** und  an  Wotan  beim  „Nibelungenring**  nachgewiesen 
hat  (und  auch  vielleicht  an  Amfortas  für  „Parsifed**  hätte 
nachweisen  können):  die  Hauptperson  des  Ganzen,  in  deren 
grosser  Seele  sich  das  Drama  abspielt.  —  Ausserordentlich  ge- 
fallen hat  mir  übrigens,  um  das  hier  noch  anzuflihren,  die 
unvergleichlich  vornehme  Art,  mit  welcher  der  Verfasser  bei 
der  Analyse  des  „Tristan** -Dramas  ohne  jede  Namennennung 
eine  Polemik  Dr.  H.  Beimann's  gegen  seine  Auffassung  ab- 
gelehnt, bez.  durch  entsprechend  neue,  positive  und  produc- 
tive  Ausführungen  widerlegt  und  als  ein  Missverständniss 
seines  Hrn.  Gegners  aufgelq^rt  hat.  Wers  nicht  weiss,  der 
merkt  es  nicht;  der  Andere  aber  freut  sich  dieser  Parade  und 
zugleich  darüber,  dass  der  „Abgefülhrte**  nicht  genannt,  somit 
also  auch  nicht  weiter  verletzt  ist.  —  Alles  inAUem:  Schrei- 
ber Dieses  verdankt  dem  Studium  der  Ohamberlain'schen 
Schrift  einen  hohen  Genuss,  ebenso  viel  Anregung,  wie  tiefe 
Belehrung! 

(Fortsetzung  folgt.) 


B  ]?  i  e  f*k  asten» 


L.  y.  in  F.  Wir  empfehlen  Ihnen  das  Werkchen  von 
Ohamberlain,  das  jüngst  oei  Breitkopf  &  Härtel,  hier,  er- 
schienen ist.  —  Die  bezeichnete  Oomposition  gehört  dem 
renommirten  Verlag  von  Fr.  Kistner,  hier,  an. 

M.  G.  in  L.  Nach  dem  possirlichen  „Eingesandt**  des 
Master  Harr^  Brett  zu  urtheilen,  glauben  auch  wir  nicht, 
dass  dieser  sich  als  Kunstkenner  ausspielende  Herr  befähigt 
sei,  zum  Ruhme  Leipzigs  als  „autoritativer  Kritikstadt**  Et- 


was beizutragen.  Schlinmi  genug  aber,  dass  auswärtige  Zei- 
tungen in  Kunstfragen  von  soeben  Leuten  sich  bedienen 
lassen! 

y.  0.  S.  in  F,  Wenn  wir  das  Opus  des  „infulminanten** 
Kritikers  nicht  mit  eigenen  Augen  gesehen  hätten,  würden 
wir  eine  solche  schöpferische  Impotenz  kaum  für  möglich 
halten.  Das  übersteigt  ja  fast  noch  die  öde  Muse  des  Hrn. 
Ed.  Bernsdorf! 


Anxelffen. 

Verlag  von  E.  TV.  Fritzscli  in  Lieipzig. 


Op.  14.    Deutsches    Liederspiei.    Text  nach   älteren   und 
neueren  Volksliedern  zasammengestellt  und  für  Solostimmen 
und  gemischten  Chor  mit  Pianoforte  zn  vier  Händen  componfrt. 
Partitur  Jk  8,—.     Chorstimmen  {k  Jk  —,75.  und  1,—.)  Jk  3,—.  [1042.] 


Herzogenberg,  Heinrich  von, 


507 


geuridif  i^^^'' 


JuliusFeuricb,  a^^fidit  ^^*'' 

U£L  Acta.  Hof-PiuoforlelWrtt,   4^  *'  ^        ^. 

Leipzig 


r  Je-ri  rf,  *-<2S 


•  •«••»•«  ■•••■••••: 


^••^^••••^^.^^•••••••kSi9»^»\\i*'mU»nmm»m»»^»ii^*mm^^ 


Wilhelm  Hangen,  Mnalk- Verlag  In  Ijeipgtg. 

Orgelwerke  von  Professor  H-  Matthison-Hansen- 

Sechs  Symphonien.    No.  1—6  &  2  ^  —   Seche  Phantaeien.  No.  1—6  h,  \  Jk  —  Thema  mit  Variationen 

(God  save  the  Queen).     \  Jk  —  Choral  von  Schütz  mit  Praeladinm  und  Variationen.     \  Jk    —    Concert-Aüe- 

gro.    \  Jk  —  Seche  ieichte  Praeludien.  70  /^.  -  Leichte  Praeiüdien.    \  Jk  —  Seche  Poetludien.  70  4. 

—   Praeludien  und  Poetludien.    \  Jk    —    A%  Praeludien  in  verschiedenen  Tonarten  zu  den  meist  bekannten 

Chorälen.   4  ^  50  4. 

„Pädagogischer  Jahresbericht«,  herausgegeben  von  Prof.  Dr.  Ditte«,  schreibt  u.  A. :  Die  2,  Phantasie  ist  ein  dankliaret 
Concertstflek  mit  eigenihfimliehem  Gepräge.  Der  4.  ist  der  Choral  „Lobet  den  Herren«*  zu  Grunde  gelegt.  Die  daraus  ent^ 
wiekelte  sekOne  Phantasie  eignet  sich  sehr  uokl  bei  festlichen  Gelegenkeiten.    —    «Oott  erbalte  Franz,  den  Kaiser'*  wird 


concipirt. 
meister  anlehnend,  geht  dennoch  unser  trefflicker  Meister  getrost  seine  eigenen  Wege  u.  s  w. 


[1044.] 


Soeben  erschien: 


Indiankber  LielH^gesaiig 


aus 


33 


CC 


Text  deutsch  und  englisch. 

Für  Männerchor  und  Orchester 


componirt  von 


[1046.] 


einrieh  Zöll&ei. 


Op,  BB. 

Ciavierauszug  Ji  2, — .  Chorstimmen  (jede  einzelne 30  /^)  J6 1,20. 
Partitur  n.  Ji  5, — .    Orchesterstimmen  n.  Ji  6, — . 

Das  Werk,  welches  dem  Cölner  H&nnergesangverein 
zu  seinem  fhnfisijg'ährigen  Jubiläum  gewidmet  ist,  erregte  bei 
seiner  ersten  Auiiuhrung  durch  den  Universitätsgesangverein 
„Paulus"  in  Leipzig  (70.  Stiftungsfest)  ungetheiltes  Interesse. 


C.  F.  W.  Siegel's  Mnsikalienhandlong 
(B.  Linnemann). 


Leipzig. 


Wr.  Klstner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  S 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besoreung  von  S 

Musikalien,  musikalisehen  Sehriften  etc.  —  Aataloge  S 

^  und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [1046—.]  £ 


Neuer  Verlag  von  Ries  &  Erler  in  Berlin, 

LMer  t  ei  Simstine  it  Piano. 

Dp.  3.  Inhalt:  Am  Fenster. —  Ich  hab  die  Nacht. —  Mond, 
hast  du  auch  gesehen.  —  Perlenfischer.  —  OampaneÜa. 
—  Schottisches  Lied.    ^  8,60.  [1047.] 

Op.  4.  Inhalt:  Lockung.  —  Die  Müllerin.  —  Ein  Fichten- 
baum. —  Nun  geht  das  Kind.  —  Ich  träume.  — 
Lenzduft.    Jt  8,3}. 


Soeben  erschienen: 


[1048.] 


Albert  Beckei*| 

Motette  für  das  Reformationsfest 

Für  Doppelchor  a  capella. 

Partitur  M.  1,60.      6  Stimmen,  je  80  Pf. 
Leipzig.  Breitkopf  Sl  HftrteL 


Verlag  von    Bieg  A   Erler  in   Berlin. 

Compositionen  Yon  Heinrich  Mb. 

Op.  18.    Harald.    Ballade  für  Hännerehor  und  Orehester. 
Partitur  4  Jf  n.    Olavierauszug  2  Ji,  [1049.] 

Op.  21.    5  Lieder  far  eine  Singstimme.    Ji  2,40. 
Op.  28.    2  Ciavierstücke.    No.  l.  Alice.  Nocturne.  Ji  1,20. 

No.  2.  Mazurka.  Ji  1,80. 


ÄuB  dem  Verlage  von 
durch   jede   Bucb-,   Kunst-  und  Mnaikalienhaiidlung 


VrttKMsh  tn  Leipzig 

[1050.] 


M 


lEliii6  di'a.ma.'tisclxe  Oa,iita,te 

fUr  Soli,  MSnnerchor,  gemischten  Chor  und 
grosses  Orchester 

Heinrich  von  Herzogenberg. 

Op.  11. 

Partitur  netto  37  J(. 
ChoTStiminen  cplt.  %  Jt  H  /^. 
Soloetimmen  3  X  60  ^. 
Orcheetoretünmen  cplL  36  Jt. 
Cl&vteranszug  mit  Text  vom  Componist«n.  16  J(, 
Textbuch  netto  15  4^. 
Chor  I,  9  u.  20  auch  m  der  Bearbeitung  filr  Mftiiiierstiiiimen: 
ClavierausKug  mit  Text  3  Jt. 
GhorBtimmeii  cplt.  2  Jl, 


Verlag  von  E.  W.  FrltraCh  In  Leipzig. 

Richard  Wagner, 

Ein  Albumblatt  für  das  Ciavier. 

Preis  1  M. 

BearTseltuaigen: 

Für  Orchester  von  C.  Beichelt     Partitur  Jl  1,50.    Stim- 
men cplt.  Jt  3,—. 

"t  Orchestorbegleitnng 


1  erschienen:  [1051.] 

Alfr.  Reisenaner. 

SJontefiförc  BOtt  Mfilttnö 

für  eine  Slngstlmme  mit  Clavler. 

lis  comp].  Jt  3,50.     Einzeln  b.  60—1,00  Ji. 

\a\H  IM  C.  1.  Ctisliitr  k  C«.  ii  Btrili. 


Sieben  progressive  Sonatinen 

für  Harfe 
F.  J.  Nadermann. 

Op.  92. 

Neue,    revidirte,    mit  genauen    Fingersatz-    und   Pedal- 
bezeiclinungen  versehene  Ausgabe 

IH^dmuiicl    SdiueolfeT*. 

Heft  I    (No.  1.  Esdur.    Ho.  2.  CmoU.    No.  3.  Bdur.    No.  4. 

GmoU)  n.  Jt  2,—.  [1053. 

Heft  II  (Mo.  5.  Pdur.    N0.6.  Dmoll.    No.7.  Cdur)  n. .«  3,— . 

Leipzig.         C.  F.  W.  Siegel'«  Musikalienhandlung 
(R  Linneniann). 


Aug.  Wilhelm]. 
Aug.  "Wilhelmj. 
on  Dav.  Popper, 
on  Dav.  Popper. 


Für  Violine  I 

Partitur  Jl  \M).    Stimmen  cplt.  .»  »,- 
Für  Violine  mit  Piauofortebegleitung  von 

Jt  1,60. 
Für  ViOloDCell  mit  Otchesterhegleitung  y 

Partitur  Jl  1,50.    Stimmen  cplt.  Jt  8,- 
Für  Vlolonoell  mit  Piauofortebegleitung  v 

Jt  1,60. 
Für  Harmonlam  mit  Piauofortebegleitung  von  Joh.  Hay. 

Jt  3,—. 
Für  Vlolonoell,  (oder  Violine),  HaFtnonlnin  und  Planoforte 

von  Au^.  Reinhard.     Jt  3,40. 
Für  Hom  mit  Orcheaterbegleitung  von  F.  Gnmbert.     Par- 
titur Jl   1,50.     Stimmen  cplt.  Jt  8,—. 
Für  Hora  mit  Pianofortebegleituug  von  F.  Gumbert.  Jt  1,50. 
Für  Viola   alta    mit    Pianofortel^teitung    von    Hermann 

Eitter.    Jt  1,60. 
Für  Cornet  jl  plstons   mit  Pianofortebegleitung  von  Rieh. 

Hofmann.    Jt  1,60. 
Für  Harmonium  oder  PedalflOgel  oder  Orgel  von  A.  W. 

GottBchalg.    Jt  1,50.  [1054.] 

Bekanntmachung. 

Im  hiesigen  städtiRchen  Orchester  ist  die  Stelle  eines 

Ersten  Fagottisten  sofopt  neu  zu  beseiten. 

Das  Gehalt  beträgt  Ji   1550  fürs  Jahr.    Fensionsberecli- 
tigung  nach  10  Jahren, 

Geeignete  Bewerber  wollen  sich  Umgehend  anter 
Beifügung  eines  kurzen  Lebenslaufs  und  der  Zeugnisse 
bei  dem  städtischen  Musikdirector  Herrn  Schwickerath 
melden.     Reisekosten  werden  nicht  vergütet. 

Aaoiien,  den  26.  September  1892. 

[1055.] 

Der  Oberbürgermeister. 

I.V. 
EbblnC* 


Für  deu  ersten  Hännergesangverein  einer  mittleren 
Residenzstadt,  in  welcher  vielfach  Gelegenheit  zu  lohnen- 
dem Privatunterricht  geboten  ist,  wird  gegen  ein  jährliches 
Honorar  von  800  Jt  bei  wöchentlich  einer  Uebung  und 
zwei  grösseren  Concerten  im  Jahr  ein  tüchtiger  Dirigent 
gesucht.  [1056.] 

Offerten  mit  Zeugnissabsch rillen  bittet  mau  unter  der 
Chiffre  W.  M.  an  die  Expedition  d.  Bits,  zu  richten. 


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Sopran  No.  1  -300,  Mezzosopran  Ko.  201—400,  AU  No.  401—460 
Tenor  Ho.  451— 600,  Bariton  und  Bass  No.  601—700. 

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Von  mir  aasgebildete  Schüler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Sohoder,  C^rl  Scheideraantel  u.  A,  m.  [1067— .J 

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und  bereits  an  mehreren  Anstalten  als  Epsotz  für  limf OngPeiche  und  theilPe  Cla vierschulen  eingeführt. 
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Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Preussen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Preussen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

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Violoncell 

mit    Begleitung    des    Piano  forte 

componirt 
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Op.  41. 

No.  1.     Intermezzo Ji  1,10. 

No.  2.     Albumblatt .^1,10. 

No.  3.     Walzer Jt  1,10. 

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DliAinhAMmA«    l     Op.  8.  -Waldm&rchen".  Concertskizze 
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OvIiConvepsations-Lexiicon« 

In  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Auf- 
lage.   Eleg.  geb.  5  Ji,  [IO680.] 

Verlag  von  J.  Sehubertb  &  Co.,  Leipzig. 


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im  "Verlage  von 
Fr.  Kistner  in  Ijelpztg. 

»)  Für  I  Singstimme  mit  Pianoforte. 

BpeUf  SimOlli    Op.   ll.     4  SpielmannsliedeT 

{CJedichle  vonDr.  AngiiBt  8chKffl«r)  f.  Bariton. 

Ko.  I.  Frahlingssegen.— No.  S.  Unter  dem  Flieder. 

—  No.  8.  EJage.  —  No.  4.  Nach  Webchland. 

—  Op.  14.  4  Spielmannslieder  (Gedichte  von 
Dr.   Aug.  Schaffler)  für  Bariton ' 

Ho.  l.Italia.  —  No.  2.  "Wildrosen.— No.  3.  Welsche 
Treu.  —  Bo.  4.  Beim  Mütterlein. 

—  Op.  24.  6  Lieder  eines  alten  fahrenden  Ge- 
sellen (Sedichte  von  Dr.  Aug.  Scfaäffler)  ffir 
Bariton 

No.  l.  „Wie  bist  du,  Pinke,  dea  Glückes  voU'^.  — 
No.  2.  „Dirne  am  BrnnneQ  dort".  —  No.  3.  „Weit 
bin  ich  in  die  Irr  eeKangen".  —  No.  4.  „0  Lerche, 
ieil]!:  ein  einziges  Mal".  —  No.  5.  „loh  hab  mich 
still  ergeben". 
Hortii  August,  Op.  65.  Deataches  Raiaer- 
lipd,    voa  W.  Friedrich - 

Langep,  Ferdinand,   „Mnriiio".    Oper  in 

:i  Arten  von  Elise  Henle. 

Daraus  einzeln; 
No.  1.     lied  der  Theresa  (Tempo  di  Bolero): 
„Blumen,  wer  kaafl  Blumen",  f.  Sopran. 
No.  2.     Lied  des  Pefro:    „Bin  ein  Soldat"  fnr 

Bariton 

No.  4.     Lied  der  Theresa:    „Eaer  Schtltzchen, 

Beht  doch  an",  für  Sopran    .... 

No.  Tl.     Fandaag»  des  Pedro:    „Hörst  dn  nicht 

die  Saitea  klingen",  fär  Bariton    . 
No,  6.     Lied   des  Pedro:      „Wenn   des   Lebens 
bittre  Qualen",  für  Bariton  .... 
Zöllner,  Heinrich,  Op.  58.  Lettische  Volks- 
lieder fir  mittlere  Singatimme 3  — 

N<i    1.  Auf  der  Boesweide.  —  No.  3.  Meine  Wonne. 

—  No.  8.  Die  Sonne  und  das  Waisen mädchen.  — 
No.  4.  rhr^en.  —  No.  5.  Erhörung.  —  No.  6.  Das 
Eösslein  am  Pluflse.  —  No.  7.  Das  arme  Kind,  — 
No.  8.  Anf  der  Mutter  &rab.  —  No.  9.  Das  Glück. 

—  No.lO.  .Komm,  theareMaid".  —  No.  11.  Schmerz. 

—  No.  49.  Ich  käme  gem.— No.l3.  Dashochgemnthe 
Dirnle'jtt. 

b)  Für  2  Singstimmen  mit  Pianoforte. 
Langer,  Ferdinand,  „Muriiio".    Oper  in 

3  Acten  von  Elise  Henle. 

Daraus  einzeln: 
No.  3.     Duett    (Murillo  und   Beatrice}:     „Zum 
ersten  Hai  allein  mit  ihr",  für  Tenor 

und  Sopran 1   50 

No.  7.  Duett  (Pedro  und  ITieresa):  „Komm, 
Theresa,  setz  dich  nieder",  für  Bariton 
und  Sopran 3   — 

c)   Für  MSnnerohor  und  Orchester. 

Hern,  August,  Op.  65.  Deutsche«  Kaiser- 
lied  {Gedicht  von  W.  Friedrich).  Für  einstim- 
stimmigsn  Männerchor  mit  Begleitung  von  Blas- 
inutnimenten. 

Partitur  netto  Jt  1,50.  Orchesterstirom  en 
niilto  Jti, — .  Choratimmen  (Tenor  oder  Baas) 
je  Iß   ^)  30    4.     Ciavierauszug  50  a%. 


Schwalm,  Robert,  Op.  81.     Abendstille    ji  ^ 

am  Meer  (Evening  by  the  Sea).      Dichtung  von 

Richard  Bereut.     (Engl.  Version  by  E.  Buek.) 

Fflr  Hftnnerchor  und  Orcheater. 

Partitur  netto  ..4  6, — ,     Orcheaterstimmen  netto     7  50 
Chorstimmen  Qe  40  4,)  Ji  1,60.     a«vierans- 
zug  J6  3,—. 
Steinhäuser,  Carl,  Op.   88     Vater  unser 

(Gedicht     von    Fr.     Aug.     Mahlmann).       Für 

Männerchor,  Soli  und  Orchester. 

Clavieranazug  ^  4,50.   Chorstiromen  (je50 /^)     2  — 
(Partitur     und     Orchesterstimmen     leihweise 
gegen  eine  Gebühr  von  Ji  10, —  di«  Woche.) 


Soeben  erschienen: 


[1065.] 


mmn  iiiidif 

i  Singstimme  mit  Pianoforte 


Richard  Barth. 


3  Mark. 


Op.  li. 

Dieselben  einzeln:  No.  1.  Stille  Sicherheit  00  ^. 
No.  S.  Liebespein,  60  ^.  No.  3.  Gang  durch  die  Sommer- 
nacht. 60^.  No.4.  Von  Baum  zuBaum.  60  4.  No.5.Herbst- 
geflJhl.  60  ^.  No.  6.  Wiegenlied.  60  ^.  No.  7.  Hier  wara, 
in  eurer  Scbattennacht,  ihr  Linden.    80  ^. 

Steyl  A  Thomas,  Frankfurt  «.  M. 
FOr  Hochschulen  I 

Im  Verlage  von  J.  Schuberth  &  Co.  in  Lelpslg  erschienen: 


Dieselben  in  8  Sectionen: 
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„        H.  Clementl,  Gradus  äd  pamassum  .    .  "  "" 

„         A.  Searlattl,  13  Fugen  und  Sonaten 
„        G.  F.  Händel,  15  Praeludien,  Variationen, 

Phantasie-  und  Tan^ücke    .     . 
„  do.        13  auBgew&hlt«  Fugen     .     .    . 

„        J.  S.  Baoh,  34  Praeludien,  ^iventionen 

und  Tanzstücke 

„  do.      16  Symphonien,  Phantasien  und 

Concertetücke 

„  do.      24  Fugen  (Wohltemper.  Clavior)      -   3,30. 

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nern nnd  Anslanilea  eInitefUbTt. 

HRlAinanil    Sobnle  des  Vortrags.    Melodische  Etnden 
•  liltjUldUUf  und  UebungBStUcke  vom  ersten  Anfang  bis 
zur  Mittelstufe  für  Pianoforte.     3  Hefte  i.  Ji  3,—. 

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zur  Aneicht  bezogen  werden. 


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Fr.  liszt, ' 


e  Llezt'ac 


DirigenteDgesucb. 

[1067b.] 

Die  Dirigentenstelle  des  Hännergeaangvereius  „Lieder- 
tafel Aurelia"  Baden-Baden  ist  in  Erledigung  gekommen. 
Tüchtige  Musiker,  welche  auf  dem  Gebiete  des  MAnner- 
gesanges  erfahren  sind,  wollen  ihre  Gesuche  alsbald  bei 
unterzeichnetem  Vorstände  einreichen,  hei  welchem  die 
näheren  Bedingungen  zu  erfahren  sind. 

Baden-Baden. 


Aug.  Batschari, 


Fabrikant, 


Constantin   Wild's   Verlag, 

Lslpzlg  and  Baden-BadeD. 

Soeban  ersohien  und  ist  durch  alle  Buchbaudlangen  zv 
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Die  Gavalleria  rusticana 

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Bedeutung  fUr  Deutschland. 

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Ooldmnrk,  C,  Merlin  (aoco  ohne  Text)  .     .    k 

Mohr,  A»  Der  deatsohe  Michel 

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—  Der  wilde  Jsger 

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in  niodBrne  NotlFnnB'  ObertFagen 
mit  oenem,  deutschem  Text  and  Yortragebezeiehnune;  (nebst 
einer  Beschretbung  des  Mtinchener  Binchois-Codex  und  Ueber- 
tragimg  der  6  u&vollst&ndig  erhaltenen  Chansons  desselben 
Cktdex  und  dem  Versuch  einer  Beataurirong  der  Chanson 
„Ge  mois  de  Maj")  heranagegeben  von 

Preis  S  -«.  [1071.] 


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In-  und  Auslandes  eingeMirt  fl076k.] 

Verlag  von  J.  Schaberth  ft  Co.,  Leipzig. 

Verlag  Ton  E.  W.  Fritzseb  In  Leipzig.      [1077.] 
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gleitung des  nanoforte.    Jf  2, — . 


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Mimi  Naber.  3frma  SSettega, 

Concert-  und  Oratoriensängerin  (hoher  Sopran).       Concert-  und  Oratoriensängerin  (Alt). 
Oöln-I>üi:-eii.  [1079y.]  Leipzig,  Sobe  Strasse  36,  IL  [lOBBE] 


.?"o""f.Ä?i'».p~.,.    Eduard  Ebert- Buchheim, 


Cont-ert-  und  OratorleuRKiiKerlii  (Sopran). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  2Q^  IL  (lOSOn. 


Pianist 


GlAFft     PolSCliOF  Htrassbiirg  1.  K.,  Jndengaase  1. 

(Mezzosopran  vind  Sopran). 


[1089c] 


Leipzig,  Hche  Slrme  49.  (1081k.)  EdUaTd     Mn.TITl 

Mopmunn     U/nlff       Rprlln        flai-lslii,^     1«  ^^  -—«.—MM.»*        ■■■■.■■■■j 


VertrefuHg:    Hermann  Wollf,   Berli 

Anna  Münch, 


Oi*a.toi^eii-  u.  Ooncei'teä.iis'er, 

Lebrer  am  k.  Conservalorinm, 
empfieblt  neb  für  bofae  Tenorpartien  und  lüs  Vertreter  der 
[tOMn.]  fiach'schen  Evangelisten. 


Concert-  nnd  Oratorlenaftncerln  (Sopran)..  Dresden«  Ostra-Alle  23. 

Leipzig,  Beethoven-Strasaa  6ni.  ri082w.]       „  „  _. 

Vartretuiig:    UermaDD  Wolff,  Am  Carlflb&d  19,  Berlin  W.       Vertreter:  Hermaim  Wolff,  Berlin  W.,  Am  öarlabad  19. 


^0n<ft  tDa^U, 


Anna  Schimon-Rep,  '"^'-' 

^      -  ^  Lehrerin  (Dr  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 

-{^^l-CM^     '4r^l^l'#  erlaubt  sieb  die  Veränderung  ihrer  Adresse  anBuseigen: 

Ooncert-  und  OratoriensäQgerin  (Sopran).  München,  Jägerstrasse  8,  III. 

Sonderataansen,  Friedriebst.  31.        [iowu.]     . 

Alfred  KLrasselt  Sustav  ßorcäers, 

Baden-Baden.  Concert-    und   Oratoriensänger   (Tenor), 

15-.]         Vertr.  H.  VToifr.   BevUn.  ^°'>o'  J^*^^-  Leipzig,  Hohe  Str.  40  pt. 

Concertvertretung:    Bermann  Wolfff  Berl 


Adolf  KIsinann, 

Violin-Virtuos.  [loeen.] 

Dreaden-A.    ^malienstr.  lO,  II. 


■r^' 


rrltZ    Hifif GfCn*  henogl. Bäohs.  Qofpianiat, Profeaaeur snpärieoi am Oonaerratorinm 

Concert-  und  Oratoriensfinger  (holier  Bariton).  "  ^^^  {SohweU).  [1098—.] 

Bremerhafeni  Deicb  16.        [io87— .]  Concert- Vertreinng:    Hornunn  Wolff,  Berlin. 

Dnek  TOD  0.  8.  Bäda  In  L«lpElg. 
Hieran  je  eine  Beilage  von  Gebrüder  Hug  in  Leipzig,  C.  F.  Peters  ia  Leipaig  und 
_   ^  SteingrSber  Verlag  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  13.  October  1892. 


Bitck  ituUlclB  BICk-,  KlUi- 

M  :initblinkiiliiiiii,  uwie 
l'ircli  alli  Fmilitir  u 


Fti  lu  nittiiluti  f  Dckuiun 
Mitlmiiiii  luinilmu  liil  u 
twa  imm  n  Uimiiu. 


för  Musiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Redaciear  und  Verleger: 

E.  W.  Fritxsch, 

Leipzig,  KöQigSBtraMe  6. 


^^ 


IIDL  Jahrg.] 


Dm  MuBikali»che  Wochenblatt  ersuhaint  jäbriicb  in  52  Nummern.  Der  Abonnementsbetiw 
filr  daa  Quartal  von  13  Nummern  ist  3Ms.rk{  eineeimelneNumraer  kostet 40  Pfennige.  Bei 
directec  frunlcirter  KreaEbandsendun;;  treten  nachstehende  viertetjUiTliche  l.bonnements- 
preise  in  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  daa  Deutsche  Reich  und  Oeaterreich.  ~  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   L&nder  des  Allgemeinen  PoBttarpins.  —   Jahresa,bonnHment«  irerden  unter 

Zugrundelegung  vorstehender  Bezugab  ed  in  jungen  berechnet. 
Die  IntertionHgeDflhtea  mr  den  R&um  einer  gespaltenen  Petitieile  betragen  30  Pfennige. 


[No.42. 


ihalt:  FttnfzlK  Thawn  udiI  Aphorlsmt 
■Mtik:  Pnnz  BrendBl,  Qesch- 
;eiDhichtc:  Hiialkbrlaf  aoa  V 


zur  Yerstandlgnntl  äl 
G  An  UiiHib  tu  It^isi 
~      SBWungl.    —    Bt 


r  Dr.  Hugo  R _.. ,_ 

DeaUchlasd  OQd  Franhteiob.  —  Blographiaabe*:   Arno  HJir.    [Uit  Portrait.^         _   „  _ 
'    '      '      —    ConcertnmschBD.    —    Enengsnieiita  and  Gu^iele  in  Oper  nnd 


geiDhichtc:  Hnalkbrlaf  ana  Wien  (FortsEtUung).    —    Baricbt  aua  Leipzig.  —    ConcertnmschBD.    —    Enengsnieiita  und  Gubuii« 
Öonoert.  —   Kirohanmnslk.  —  OpenwaffUhrungen.  —   Vanniachta  MitlhailnnReD  nnd  Hotiiar.  —   Offener  8prechs»»L    —    Kriöaehar  Anhuig: 
Büchar  nod  Bohrlflen  van  Dr.  F.  Hantagger,    AI.  HOrier,   A.  Heintz,  C.  Heckel,   F.  Pfobl  nnd  C.  Hey,  sowie  „Tannbäuser-Noobklängä",   Deiix 
Romanoss,  Op.  6,  von  H.  t.  Kiokwite,  Bearbaitnnsen  von  a  L.  Warner.      »-■-*——        • — • — 


FOnfkig  Thesen  und  Aphorismen  zur  VerstSndigung 
Dber  Dr.  Hugo  Riemann's  Phrasirungsreform. 

Von  Dr.  Carl  Fachs. 

(Fortsatzang.) 

21.  „Brftnch  int  ein  Tjrrann",  —  der  Erste,  der  den 
Bogen  Aber  eine  Pause  weg  zog,  war  Bob.  Schumann, 
eher  kam  eben  Niemand  darauf;  auch  nachher  iet  es  vor 
Riemann  nur  gelegentlich  (von  Bülow)  versucht  worden. 
Das  Fehlen  einer  analydschen  Methode  inuBste  dem  Com- 
ponisten,  da  es  Unsicherheit  des  Gefühls  verursachte, 
zusammen  mit  der  Unzulänglichkeit  des  gebräuchlichen 
Zeichens  die  analytische  Thätigkeit  am  eigenen  Werke 
rollends  rerleiden,  da  dieselbe  als  das  gerade  Oegentheil 
der  compositorischeu  (syntbetischen)  schon  ohnehin  Nie- 
mandem weniger  zusagen  wird,  als  dem  Coraponisten, 
so  lange  nicht  eine  sichere  Methode  ihm  die  Aussicht 
eröffnet,  seine  Intentionen  durch  Fhrastmngszeicben  un- 
zwddentig  dem  ausführenden  Künstler  und  der  Nachwelt 
überliefern  zu  können. 

22.  Irrtbümer  der  Componisteu  in  der  Niederschrift 
ihrer  eigenen  Werke  sind  im  C  und  in  anderen  Taktarten 
schon  seit  den  Zeiten  Bach 's  und  Händel 's  eher  die 
Regel  als  die  Ausnahme — sie  kommen  sogar  in  einfachen 
Taktarten  vor.  (S.  Tschfüikowsky  Ai.  Riemann  pag.  91 
Aum.)  Und  ist  es  nicht  ein  deutlich  genug  sprechendes 
Zeichen  der  herrschenden  Unsicherheit  in  einfachen  aber 
gan«  nnd  gar  nicht  unwichtigen  Dingen,  wenn  eA  möglich 


ist,  dass  die  Componisteu  ihre  eigenen  Werke  häufig 
nicht  in  ihrem  wirklichen  Takt  notiren?  Das  Missversteben 
des  Taktes  in  seinem  Wesen  ist  eine  der  wirksamsten 
Ursachen  des  unverkennbaren  Verfalls  der  Vortragskunst 
am  Ciavier:  die  zwei  oder  drei  Künstler,  die  davon  eine 
Ausnahme  machen,  beweisen  Nichts  gegen  unsere  Charakte- 
ristik des  Zustand  es. 

23.  Richtigkeit  des  Vortrages  ist  freilich  noch  nicht 
Bürgschaft  des  Schönen,  wohl  aber  die  Bedingung  dazu. 
(Unter  dem  Schönen  verstehe  ich  hier  das  musikalisch 
Wirksame  überhaupt.)  Einen  Appell  vom  Richtigen  an 
das  Schönere  oder  Interessantere  gibt  es  nicht.  Der 
„Sinn  des  Autors"  im  EÜnzelnen  (das  Richtige)  ist  noch 
nicht  der  Oeist  des  Autors  im  Oaneeu  (die  musikalische 
Wirkung),  aber  wie  sollen  wohl  Beide  mit  einander  in 
Widerspruch  stehen  können? 

24.  Michel-Angelo  ist  vielleicht  ein  Beispiel  von 
Uebertreibung  der  anatomischen  Wahrheit  in  der  Plastik, 
—  was  kann  die  Anatomie  daMr?  Und  wenn  Jemand 
die  Phrasirung  von  Fall  zu  Kall  allzusehr  ins  Einzelne 
treiben,  seinen  Vorrath  gleichsam  nur  Stück  für  Stück 
und  möglichst  theuer  an  den  Hörer  bringen  wollte  — 
wie  wäre  das  Kiemann 's  Schuld?  Zunächst  wird  auf 
der  einen  Seite  ein  pedantisches,  auf  der  anderen  ein 
sentimentales  Individuum  leicht  in  den  Fehler  verfallen, 
blos  hden  Augenblick  möglichstüberzeugeudBUgestalten", 
blos  von  Fall  zu  Fall  eindringlich  zu  phrasiren.  Derselbe 
Fehler  kann  aber  auch  dem  Begabteren  begegnen,  wenn 
er  in  einem  Falle  noch  nicht  zur  freien  Beherrschung 
de*  Ganzen    durchgedrungen    ist    und   dieses  Mangels  ku 


514 

sp&t,  nämlich  im  Vortrage  vor  Znhörem,  erst  inne  wird. 
Oder  es  lastet  auf  dem  auch  innerlich  Perti^n  etwa  ein 
Druck,  den  Umgtlnd«  und  Umgebung  auf  ihn  auB&ben, 
und  lisat  ihn  nicht  sur  freien  Entfaltung  seiner  Seelen- 
kraft, zum  Blick  auf  das  Ganze  durchdringen,  —  auch  er 
hält  sich  dann  wohl  ängstlich  an  das  Binselne.  Daran  ist 
Eiemaun's  Methode  aber  nicht  blos  unschuldig,  sondern 
soweit  eine  Methode  es  kann,  beugt  aie  jener  Gefahr  auch 
selbst  noch  vor,  indem  sie  durch  die  Rangzahlen  der  Pe- 
riode die  grosseren  Zuge  des  Bildes,  und  oft  nicht  blos 
Ton  8  EU  8  Takten,  sondern  in  2  bis  6  Mal  so  grossen 
Ümf&ngen  vorzeichnet.  Die  Gefahr,  dass  sie  missverstan- 
den  und  missbraucht  werde,  läuft  schliesslich  jede  Methode, 
ohne  dass   es  an  ihr  eu  liegen  braucht. 

25.  Die  mannigfaltigen  Erscheinungen  der  Phra- 
rirnng  lassen  eich  zam  grftssten  Theile  nicht  so  in 
Worte  und  Regeln  fassen,  wie  ea  mit  ihren  Hilfs-  oder 
vielmehr  Grundwissenschaften  der  Fall  ist.  Es  sind  viel- 
mehr concreto  musikalische  Krfahrungsthatsachen,  rhyth- 
mische Typen,  für  die  sich  Definitionen  ebenso  wenig 
aufstellen  lassen,  wie  es  f3r  Dinge  der  Erfahrung  auf 
anderen  Gebieten  möglich  oder  nöthig  ist  Mau  kann 
der  PhrasiruDg  deshalb  weder  den  Vorwurf  machen, 
dass  sie  von  nicht  hinreichend  klaren  VoTstellnngen  aas- 
gehe, noch  dass  sie  in  todten  Regeln  bestehe,  wie  ea 
mit  dem  Verfahren  Uathis  Lussy's  der  Fall  ist. 
(Fortsetzung  folgt.) 


Kritik. 

FrtnZ-  Brendel.  Geschichte  der  Musik  in  Italien,  Deutsch- 
land und  Fiankreich.  Siebente  neu  durchgesehene  und 
vermehrte  Auftage.     Leipzig,  H.  Matthes,   1889. 

Schon  bei  seinem  ersten  Erscheinen  erregte  das  Bren- 
del'sche  Buch  Anfsehen  dnrch  die  Neuheit  der  Darstellung, 
deren  Tendenz  vornehmlich  darauf  hinausläuft,  die  Musik 
in  das  allgemeine  Geistesleben  der  Menschheit  hineinzu- 
stellen, aus  der  allgemeinen  Kunst-  und  Culturgeschicbte 
entnimmt  Brendel  die  Gesichtspnncte,  unter  denen  er  auch 
die  musikalischen  Kunstwerke  eu  begreifen  sacht.  Die  Lob- 
redner des  Brendel'schen  Werkes  erklären  denn  auch  diese 
Methode  als  das  besonders  Verdienstliche  desselben.  Wir 
können  uns  zu  dieser  Auffassung  nicht  bekennen,  wenig- 
stens nicht  in  der  Form,  wie  sie  bei  Brendel  sich  geltend 
macht.  Der  Versnchnng,  die  bei  Anschauungen  dieser  Art 
immer  wieder  sich  einstellen  wird,  aus  den  nüchternen 
Thatsachen  in  das  Gebiet  der  Phrase  zu  fallen,  hat  Bren- 
del nicht  widerstehen  können.  Freilich  werden  Andere  solche 
Dinge  für  geistreiche  Offenbaningen  eines  seltenen  Genies 
halten.  Wie  wenig  es  richtig  ist,  gerade  die  Musik  als 
einen  Änsfloss  der  jedesmaligen  Oeistesrichtnng  aufzufassen, 
sei  hier  nur  an  zwei  Beispielen  dargelegt.  Die  Renaissance- 
hestrebnngen,  welche  die  ganze  damalige  litterarische  Welt 
ergriffen,  haben  lange  Zeit  bedurft,  hie  sie  sich  in  Musik 
umsetzten;  dies  geschah  erst  zu  Anfang  des  17.  Jahr- 
hunderts! Auch  der  Geist  der  Reformation,  der  in  glei- 
cher Weise  Tausende  von  Herzen  an  sich  zog,  hat  in 
derZeit,  in  welcher  er  am  meisten  lebendig  war,  im  16. 
Jahrhundert,  wenig  oder  fast  gar  Nichts  geschaffen,  was 
in  musikalischer  Hinsicht  als  ihm  homogen  betrachtet 
werden  könnte.  Die  ganze  protestantische  Musik  des 
16.  Jahrhunderts  unterscheidet  sich  von  der  gleichzeitigen 


katholischen  nur  sehr  wenig.  Erst  im  17.  Jahrhundert 
entstand  eine  Kunst,  die  man  protestantisch  nennen 
kann,  die  aber  dann  rasch  nach  ihrem  HShepuncte  (Bach) 
zueilte.  Ueberhanpt  kann  man  sehr  oft  in  der  Kunst- 
geschichte die  Beobachtung  machen,  dass  die  Musik  erst 
sehr  spät  die  Ideen,  welche  die  Menschheit  ergreifen  und 
nrngestal^ten,  in  sich  aufnimmt,  meist  als  die  letzte  im 
Ensemble  der  gesammten  Künste.  Man  erkennt  darana 
leicht,  wie  wenig  historische  Berechtigung  die  Brendel'sdie 
Methode  besitzt,  welche  die  Gleichsetznng  der  Musik  mit 
der  jeweiligen  Cultur  zum  Princip  erhebt.  Wer  tiefer 
blickt,  wird  das  Aprioristische  solcher  Constructionen  er- 
kennen und  auch  vorsichtiger  solchen  Zeiten  gegen- 
über werden,  bei  denen  der  genannte  Gedanke  sich  viel- 
leicht durchführen  Hesse.  In  der  Beethoven 'sehen  Musik 
z.  B.  steckt  ein  so  gewaltiger  musikalischer  Inhalt,  dass 
man  kaum  nöthig  hat,  in  einer  Musikgeschichte  ganze  Seiten 
über  die  gleichzeitige  Religionsphilosophie  voll  zu  schrei- 
ben. Eän  Verfahren,  wie  dos  Brendel'sche,  muss  nothwen- 
digerweise  sieh  an  Aeusserlichkeiten  klammem  und  die 
Hauptsache,  die  Musik,  vernachlässigen.  Wenn  der  Autor 
z.  B.  eine  gründliche  Erörterung  über  mnsikalische  For- 
men, z.  B.  der  Sonate,  des  Concertes  u.  A.,  an  der  Hand 
ihrer  historischen  Entwickelung  gegeben  hätte,  so  würde 
er  neb  mehr  Lorbeeren  errungen  haben,  als  durch 
seine  ellenlangen  Phrasen  über  Haydn's,  Mozart's  und 
Beethoven's  „Weltanschauung".  In  Brendel's  Buch  herrscht 
statt  gründlicher  Forschung  das  Alles  und  Nichts  beweisende 
Schlagwort:  die  Phrase.  (?) 

Im  Einzelnen  wäre  noch  ausserordentlich  Viel  zu 
sagen,  es  genügt,  einiges  Wenige  hervorzuheben.  Dr.W. 
KienzI,  der  Bearbeiter  dieser  7.  Anfinge  (von  dem  wir 
naehseroem  Buche  „Die  mustkaltBcheDeclamitiCin''  kaltm"  er- 
wartet hätten,  dass  er  seine  Hände  einem  so  vagen  nnd 
schwammigen  [?J  Buche  leihen  werde),  versichert  S.  VIII  der 
Vorrede,  es  sei  sein  Bestreben  gewesen  „manche  Daten  der 
älteren  Zeit  nach  den  neuerdings  stattgehabten  Forschun- 
gen richtig  zu  stellen".  Wir  wollen  darum  zusehen,  wie 
es  das  Buch  damit  hält.  Da  wundert  man  sich  denn,  alte 
Härchen  hier  wieder  aufgewärmt  zu  sehen,  so  die  Ge- 
schichte mit  den  vier  Tonarten  des  heiligen  Ambronns, 
dann  die  unbeweisbare  Behauptung  über  die  acht  Tonarten 
des  Papstes  Gregor;  auch  hat  dieser  immer  noch  „statt 
der  alten  schwerfälligen  griechischen  Buchstabennotation 
die  lateinischen  Buchstaben  als  Tonzeichen  eingeföhrt". 
Auch  Hucbald  figurirt  noch  als  Verfasser  der  „Musica 
Enchiriadis".  Ebenso  hat  Guido  die  Tonnamen  Ut  re  etc. 
zuerst  benutzt  u.  s.  w.  u.  s.  w. 

Auffällig  ist  in  dem  ganzen  Buche  weiter  der  gänz- 
liche Hangel  jedes  historischen  Verständnisses.  Aeusser- 
lich  erkennt  man  ihn  schon  in  dem  Umstände,  dass 
Brendel  diejenige  Kunst,  die  der  unsrigen  fern  liegt,  etwa 
die  Zeit  bis  zum  17.  Jahrhundert,  auf  ca.  60  Seiten  ab- 
macht, während  die  Darstellung  der  Husikgescbichte  in 
unserem  Jahrhundert,  etwa  von  Mozart  an,  rund  400 
Seiten  in  Anspruch  nimmt.  Und  doch  ist  der  Werth 
gerade  der  älteren  Kunst  för  eine  objective  Anschauung 
von  der  Musik  nicht  leicht  zu  überschätzen.  Man  weiss 
nicht,  was  man  sagen  soll,  wenn  man  heute  noch  Urtheile 
liest,  wie  die  z.  B.  über  Dnfay  und  Okeghem  (S.  22  ff): 
„Die  Compositionen  sind  ohne  Melodie,  schwerfällig  und 
hart  .  .  .  Alle  glichen  sich  im  Ausdruck,  mögen  die 
Textesworte  noch  so  verschieden  sein,  oder  richtiger  ge- 
sagt, sie  sind  deswegen  alle  gleich,  weil  Ausdruck  über- 
haupt   noch    fehlt    und  der    Verstand   die    allein    hervor- 


515 


tretende  Thätigkeit  ist  .  .  /^  Einem  Europäer  freilich 
kommen  auch  alle  chinesischen  oder  japanesischen  Ge- 
sichter gleich  vor,  erst  hei  näherem  Zusehen  entdeckt 
man  die  Unterschiede,  die  dort  gerade  so  gut  vorhanden 
sind,  wie  hei  uns.  Der  Bearbeiter  der  neuen  Auflage 
hätte  die  gänzliche  Unfähigkeit  BrendeVs  als  Historiker 
nicht  leicht  aufTallender  machen  können,  als  er  es  that, 
indem  er  obigen  Urtheilen  Brendel's  in  einer  Fussnote 
diejenigen  von  Amhros  gegenüberstellte,  die  ganz  anders 
lauten.  Wenn  doch  die  Leute,  welche  frühere  Zeiten  nur 
mit  der  Brille  der  gegenwärtigen  anschauen  können,  von 
der  Geschichte  weg  blieben! 

Doch  wir  haben  genug,  und  ich  denke,  mancher 
Leser  auch.  Es  ist  kein  Vergnügen,  so  ein  Buch  zu 
besprechen.  P.  Gar  wen. 


Biographisches. 

Arno  Hilf. 

(Mit  Portrait.) 

Es  ist  eine  oft  glossirte  Thatsache,  dass  unsere  grossen 
Concertinstitute  bei  ihren  Elngagements  von  Instrumental- 
solisten mit  grosser  Vorliebe  zu  ausländischen  Künstlern 
ihre  Zuflucht  nehmen.  Ganz  besonders  auffUlig  wird  diese 
Passion  in  Bezug  auf  die  Violinisten,  wo  sie,  in  ihrem 
Vorurtheil  gegen  deutsche  Virtuosen  auf  diesem  Instru- 
mente durch  die  feurigen  Anempfehlungen  und  die  Lager- 
bestände unserer  modernen  Concertagenturen  bestärkt, 
meinen,  ohne  ausländische  Solisten  nicht  auskommen  zu 
können  und  lieber  zehn  Mal  einen  Sarasate  und  ähnliche 
Tausendsassa  engagiren,  als  Ein  Mal  einen  ehrlichen 
deutschen  Künstler.  Man  braucht  nur  genauere  Einsicht  in 
die  Concertprogramme  der  heutigen  Zeit  zu  nehmen,  um 
uns  hierin  unbedenklich  beizupflichten.  In  Wirklichkeit 
gibt  es  gerade  in  Deutschland  eine  Anzahl  von  Violin- 
virtuosen, welche  ihre  ausländischen  CoUegen  nicht  nur 
nach  Seite  gediegener  musikalischer  AufPassung  und  see- 
lischer Vertiefung  weit  übertreffen,  sondern  denselben 
auch  in  der  technischen  Fertigkeit  nicht  nachstehen. 

Zu  diesen  Violinmeistem  zählt  in  erster  Reihe  der 
in  der  Ueberschrift  unserer  Zeilen  genannte  Künstler.  Er 
ist  allerdings  weder  von  einem  Concertagenten  gegründet  wor- 
den, noch  sonst  der  Mann  dazu,  durch  Reclamemittel  sich  der 
Musikwelt  beider  Hemisphären  in  die  papierne  Beleuchtung 
zu  rücken,  die  jetzt  zu  einem  vollwerthigen  Künstlerdiplom 
unbedingt  nöthig  zu  sein  scheint.  Er  ist  im  Oegentheil 
von  einer  in  der  Jetztzeit  geradezu  frevelhaften  künstle- 
rischen Bescheidenheit  Hierin  werden  Alle  mit  uns  ein- 
stimmen, die  sein  eminentes  Talent  und  Können  bewun- 
dem zu  lernen  Gelegenheit  hatten.  Neben  dieser  Be- 
scheidenheit hat  aber  wohl  auch  der  Umstand  mit  auf  die 
unverdiente  Ruhmlosigkeit  dieser  Geigergrösse  eingewirkt, 
dass  Arno  Hilf  zu  lange  im  Ausland  gelebt  hat.  Als  er 
von  dort  vor  vier  Jahren  nach  seiner  engeren  Heimath 
Sachsen  zurückkehrte  und  sich  privatim  und  öffentlich 
hören  Hess,  war  man  schier  verwundert,  wie  ein  solcher 
Geiger  so  lange  sein  Licht  tmter  den  Scheffel  zu  stellen 
vermocht  hatte,  und  namentlich  in  dem  genialen  Nikisch 
fand  der  Heimgekehrte  einen  enthusiastischen  Bewunderer 


seiner  Künstlerschaft,  der  ihn  am  liebsten  gleich  in  Leipzig 
behalten  hätte.  Hierzu  bot  sich  jedoch  nicht  sofort  eine 
Stellung,  diese  eröffnete  sich  erst,  nachdem  Arno  Hilf  neun 
Monate  als  Hofconcertmeister  in  Sondershausen  gewirkt 
hatte  und  in  Leipzig  durch  Petri's  Berufung  nach  Dresden 
der  von  diesem  vorher  innegehabte  Concertmeisterposten  am 
Theater-  und  Gewandhausorchester  frei  wurde,  in  welche 
unser  Künstler  im  Herbst  1889  einrückte,  die  er  aber, 
der  Berufung  als  Violinlehrer  in  das  k.  Gonservatorium 
der  Musik  folgend,  schon  im  Herbst  1891  wieder  aufgab. 
In  Leipzig  hat  er  sich  schnell  die  ihm  zukommende  künst- 
lerische Position  durch  seine  Thätigkeit  als  Quartettspieler, 
Solist  und  Lehrer  erworben.  Steht  er  als  Quartettfuhrer 
dem  Umstand  entsprechend,  dass  er  in  der  kurzen  Zeit 
seines  Hierseins  vollständig  seine  Collegen  wechseln  musste, 
und  als  Lehrer  erst  noch  im  Wachsen  seines  Ruhms  auf 
diesen  beiden  Gebieten,  so  hat  er  dagegen  durch  seine 
phänomenalen  Sololeistungen  die  begeistertste  Anerkennung 
aller  Kreise  sich  erworben.  Was  für  seine  Darbietungen 
zunächst  einnimmt,  ist  eine  ganz  individuelle  Belebung 
des  Tons,  in  der  sich  positive  Fülle  mit  heissblütiger  Em- 
pfindung verbindet.  Nach  Seite  der  Technik  gibt  es  für 
ihn  keine  Aufgabe,  die  er  nicht  mit  unglaublicher  Sicher- 
heit zu  überwinden  vermöchte,  dabei  stets  mit  jener  musi- 
kalischen Delicatesse,  die  auch  das  Minderwerthige  bis  zu 
einem  gewissen  Grade  schmackhaft  macht.  Speciell  in  den 
wagehalsigsten  Doppelläufen  und  Flageolet-  und  Pizzicato- 
effecten  steht  er  mit  Thomson  vereinzelt  da.  Glücklicher- 
weise nutzt  er  diese  Rivalität  mit  dem  belgischen  Virtuo- 
sen nicht  wie  dieser  als  Specialität  aus,  sondern  seine 
Kunstziele  sind,  wie  sein  die  besten  Schöpfungen  der 
bez.  Litteratur  umfassendes  Repertoire  bekundet,  weit 
gediegenere.  Eine  Empfehlung  Arno  HilTs  an  die  wei- 
testen Musikkreise  ist  nach  dem  Gesagten  wohl'  nicht 
nöthig.  Man  wird  überal],  wo  er  debutirt,  finden,  dass 
wir  nicht  zu  viel  zum  Lobe  dieses  Künstlers  gesagt  haben. 
Zur  Vervollständigxmg  unserer  Skizze  erübrigt  blos 
noch  das  Folgende:  Arno  Hilf  entstammt  einer  sächsischen 
Musikerfamilie,  deren  Nestor  vor  sieben  Jahren  als  lOSjäh- 
riger  Greis  in  Bad  Elster  starb.  Dort  wurde  unser  Künstler 
am  14.  März  1858  geboren.  Vom  Vater  und  von  einem 
Onkel,  ebenfalls  einem  Arno  Hilf  und  tüchtigen  Geiger, 
ehemaligem  Schüler  Ferd.  David's,  erhielt  er  den  ersten 
Musikunterricht  Von  1871 — 1875  besuchte  er  das  be- 
rühmte Leipziger  Institut,  an  welchem  er  jetzt  als  Lehrer 
wirkt,  und  bildete  sich  unter  Ferd.  David's,  Röntgen's 
und  namentlich  Schradieck's  Leitung  zum  perfecten 
Violinisten  aus.  Von  1878  bis  1888  war  er  als  Lehrer 
am  Gonservatorium  zu  Moskau  thätig.  In  Moskau 
erregte  er  bald  nach  seiner  Ankunft  das  Interesse  des 
musikalischen  Publicums  dadurch,  dass  er  in  einer  Kammer- 
musikveranstaltung, in  welcher  Daneeff  und  Wieniawski 
die  Kreutzer-Sonate  von  Beethoven  spielten,  unvorbereitet 
kurz  nach  Beginn  des  Vortrags  die  Fortführung  des 
Violinparts  an  Stelle  des  hieran  durch  plötzlichen  Krank- 
heitsanfall behinderten  Collegen  übernahm  und  seine 
Aufgabe  glänzend  löste.  Er  war  eben  schon  damals  ein 
Künstler  besonderer  Art! 


«* 


516 


Tagesgeschichte. 

Mu8ikbrief. 


Von  der  Internationalen  Musik- 
Ausstellung. 

(Fortsetzung.) 


Wien. 

und  Theater- 


Zum  ersten  Mal  eine  Brahms'sclie  Symphonie  wurde  den 
Besuchern  der  Popul&r-Concerte  in  der  Musikausstellung  in 
einem  von  Hm.  K.  Heuberger  geleiteten  Glastdirigenten- 
Goncerte  geboten,  und  zwar  war  es  das  erste  derartige  Meister- 
werk des  grossen  Tondichters,  die  GmoU-Symphonie,  Op.  68. 
Dass  nun  —  von  dem  grandiosen  Finale  abgesehen  —  gerade 
diese  Symphonie  mit  ihrer  mehr  nach  innen  p;ekehrten  Leiden- 
schafthchKeit  sich  weniger  zur  Au^iührung  m  einem  Populär- 
Goncert  bei  Bier  und  Wursteln  eigne,  Hegt  auf  der  Hand. 
Brahms'  S.  Symphonie  (Ddur)  soll,  von  Hrn.  G.  Henschel 
dirigirt,  in  einem  der  nächsten  Populär-Goncerte  ungleich 
mehr  gezündet  haben.  Leider  konnten  wir,  weil  als  ständiger 
Musikreferent  eines  grösseren  politischen  Blattes  Wiens  zur 
Berichterstattung  über  das  Ereigniss  des  Tages  (!) :  die  unter 
persönlicher  Leitung  Mascagnfs  inaugurirte  Italienische  Sta- 
gione  im  AussteUungstheater,  beordert,  weder  das  Orchester- 
und  nachfolgende  Liederconcert  Q.  HenscheVs  und  seiner 
Gattin,  noch  auch  das  dem  geistreichen  Gomponisten-Dirigenten 
viel  Euren  bringende  Goncert  Moszkowski  besuchen .  Ein 
bereits  angekündigtes  Gompositionsconcert  des  russischen  Ton- 
setzers F.  Tscha'ikowsky  entfiel  im  letzten  Augenblick  aus 
noch  unaufgeklärten  Gründen.  Unter  den  von  Hm.  Gra- 
den er  dirigirten  Populären  Goncerten  bleibt  Jenes,  in  wel- 
chem man  bei  der  gefährlichen  Tischaufstellung  die  „Eroica** 
vorzuführen  wagte,  ein  blonderer  Ehrenabend  der  Gapelle, 
ihres  feurigen  Leiters  und  des  Publicums.  Es  war  eine  Freude, 
wie  das  Letztere  bei  Beginn  der  Symphonie  sofort  seine  culi- 
narischen  Genüsse  unterbrach  und  die  servirenden  Kellner 
energisch  zur  Buhe  verwies,  um  nur  gar  keinen  Ton  der  er- 
habenen Schöp^g  Beethoven'^^a  vaslierex^  Vor JBeginu  des 
.  Trauermarsches  und  in  kleinen  Pauseüstellen  desselben  hätte 
man  eine  Stecknadel  im  Saale  fallen  hören  können.  Nach  den 
einzelnen  Sätzen  der  „Eroica*'  aber  erschoU  endloser  stürmi- 
scher Applaus,  welcher  zeigte,  dass  das  Werk  wirklich  in 
seiner  Tiefe  verstanden  worden,  zu  Aller  Herzen  gedrunfiren 
war.  Wir  reden  so  ausführlich  davon,  weil  hiermit  die  oei 
uns  so  viel  bestrittene,  ja  in  Wien  als  geradezu  unmöglich 
erachtete  Idee  der  Populären  Symphonieconcerte  in  ihrer  ge- 
schilderten Form  einen  der  grössten  Triumphe  feierte.  Leider 
ist  an  finanziellen  Hindernissen  der  schöne  Plan  gescheitert, 
diese  Goncerte  auch  über  die  Ausstellung  noch  zur  angenehm- 
sten musikalischen  Belehrung  und  edelsten  künstlerischen  Er- 
bauung des  Publicums  weiter  zu  erhalten.  Indem  wir  dieses 
schreiben  sind  die  braven  Musiker  des  sich  so  glänzend  be- 
währt habenden  Ausstellungsorchesters  bereits  nach  allen 
Richtungen  der  Windrose  zerstreut  und  ist  nunmehr,  wer  in 
Wien  vollkommen  befriedigend  eineBeethoven*sche  Symphonie 
oder  sonst  ein  bedeutendes  Orchester  werk  hören  will,  wie 
früher,  auf  die  (nur  8 !)  Philharmonischen  Goncerte  angewiesen, 
deren  bequemere  Plätze  stets  in  kürzester  Frist  vergriffen  und 
überdies  nur  den  Wohlhabenderen  zugänglich  sind. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Bericht. 

Leipzig.  Ein  höchst  glücklicher  Gedanke  war  es  von  der 
Gewandhausconcert-Direction,  für  ihr  1.  Abonnementcon- 
cert  den  Amsterdamer  a  capella-Ghor,  welcher  sich  im 
Juni  d.  J.  in  einem  Kirchenconoert  in  unserer  Stadt  so  ruhmvoll 
eingeführt  hatte,  zur  Mitwirkung  zu  gewinnen  und  somit  dem 
Auditorium  gleich  zu  Anfang  der  Saison  einen  künstlerischen 
Genuss  zu  bieten,  wie  er  nach  Seite  der  Heproduction  auf 
dem  Gebiete  des  mehrstimmigen  Gesanges  einfach  nicht  idealer 
gedacht  werden  kann.  Nachdem  in  No.  27  d.  Bits,  aus  berufen- 
ster anderer  Feder  nicht  nur  die  Leistungen  dieses  Elite- 
sängerchors und  dessen  ausserordentlichen  Lehrers  und  Diri- 
genten Hm.  D.  de  Lange,  sondern  auch  die  damals  in  unserer 
Thomaskirche  von  diesem  Ghor  vorgetragenen  altniederlän- 
dischen Gesänge,  von  denen  in  dem  Gewandhaus-Eröfihungs- 


concerb  das  „Kyrie^*  und  -Ghriste"  von  Joh.  Okeghem,  das 
„Agnus  Bei"  von  Jac.  Ooreoht  und  das  ^Hodie  Ghristus 
natus  est"  und  der  118.  Psalm  von  J.  P.  Sweehnck  zur  Wieder- 
holung gelangten,  in  die  diesen  herrlichen  G^esangsspenden 
gebüb^nde  ^leuchtung  gestellt  wurden,  bleibt  uns  für  heute 
zu  berichten  nur  noch  übrig,  dass  die  Gompositionsproben, 
welche  die  Amsterdamer  Künstler  im  Gewandhaus  ausserdem 
aus  der  weltlichen  Gesanglitteratur  jener  längstentschwun- 
denen Musikepoche  darboten  (der  sechsstimmige  sehnsuchts- 
und  resignationsvolle  Gbor  „Lan^^uir  me  fais**  von  J.  Glemens 
non  Papa,  das  liebesselige  dreistimmig  „Je  ne  fus  jamais  si 
ayse**  von  P.  Gerton,  das  vierstimmige  schalkhafte  Lands- 
knechtständchen „Matona  mia  cara*'  von  0.  Lassus,  die  sechs- 
stimmige süsse  „Petite  Gamusette*'  von  J.  des  Prte  und  ein 
zugegebenes  weihevolles  gincamatus  est''  desselben  Gompo- 
nisten),  die  Verdienste  des  Dirigenten  und  seiner  Sänger  um  He- 
bung der  musikalischen  Schätze  ihrer  alten  Tonsatzmeister 
nur  noch  erhöhen  konnten,  wie  andererseits  die  Ausführung 
derselben  nicht  minder  meisterhaft  war,  als  die  e;eistlichen 
Vorträge.  Noch  nie  ist  uns  der  Ghorklang  so  ätherisch  abge- 
klärt, von  allem  Materiellen  entkleidet  erschienen,  wie  oei. 
diesem  erlesenen  Verein  schöner  und  edelgebildeter  Stimmen, 
wie  auch  die  in  einfacher  Besetzung  gesungenen  mehrstim- 
migen Nummern  überall  in  idealer  V  oUkommenheit  zur  Wir- 
kung gelangten.  Hr.  D.  de  Lange  und  sein  unvergleichlicher 
Verein  werden  hier  unvergessen  bleiben!  —  Von  dem  übrifipen 
Theil  des  Goncertes  bleibt,  da  es  aus  allbekannten  Bepertoire- 
werken  —  der  „Goriolan"-Ouverture  von  Beethoven,  Bach's 
Ddur-Suite  und  Schumann 's  Bdur-Symphonie  —  bestand,  nur 
noch  zu  sagen,  dass  unter  Hm.  Prof.  Dr.  Reinecke 's  Lei- 
tung die  Ouvertüre  weniger  befriedigend,  als  die  beiden 
anderen  Werke,  von  welcben  besonders  die  Symphonie  ganz 
herrlich  gelang,  zur  Ausfilhnmg  kam. 

Concertumsohau. 

Aehern  i.  B.  Festconc.  zum  öOjähr.  Jubiläum  der  Irren- 
anstalt Hlenau  am  27.  Sept.:  Ghörev.  Gluck  u.  Hiller  („Sonn- 
tag^), sowie  Landeshymne,  Solovorträge  der  Frau  Hoeck-Lech- 
jiec.  A..«.CarlaKaha.  4^ea»,  ^Öeheimniss**  v.  H.  Goetz,  „Bas 
Mädchen  an  den  Mond*^  v.  V.  Lachner  etc.)  u.  der  HH.  Diezel 
a.  Berlin  (Ges.)  und  Pfeiffer  a.  Baden-Baden  (Glav.,  Ungar. 
Phant.  u.  12.  tjngar.  Rhaps.  v.  Liszt  etc.). 

Amsterdlllll.  Aussergewöhnl.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen 
Goncerthaus  (Kes)  am  29.  Sept.:  Ouvertüren  v.  Berlioz  („La 
Garnaval  romain^)  u.  Wagner  („Tannhäuser**),  zwei  Sätze  a. 
der  Suite  „Roma**  v.  Bizet,  Solo  vortrage  der  HH.  Goenen 
(Glav.,  Variat.  symph.  v.  G.  Franc  k,  Prael.  u.  Fuge  inEmoll 
V.  S.  JBach.  „Eltenspiel"  v.  Heymann,  Aria  v.  Grieg  und 
Etüde  V.  Rubinstein)  u.  Krämer  (VioL,  1.  Satz  des  DmoU- 
Violinconc.  v.  H.  Sitt,  Adagio  v.  A.  Becker  u.  Perpetuum 
mobile  v.  F.  Ries). 

Breslau.  1 .  Symph.-Gonc.  der  Bresl.  Goncertcap.  (Riemen- 
schneider): 6.  Symph.  v.  Beethoven,  Orchestersuite  (^.  42  v. 
Mac-Dowell,  Ouvertüren  v.  Reinecke  („Der  Gouverneur 
von  Tours")  u.  Mozart,  Balletmusik  a.  „Boabdil"  v.  M.  Mosz- 
kowski. —  1.  Musikabend  des  Tonkünstlerver.:  FmoU-Glav.- 
Violinson.  v.  Rubinstein,  Solif.  Ges.  v.  Löweu.  M.  Plüdde- 
mann  („Des  Sängers  Fluch"),  f.  Clav.  v.  Ghopin  u.  Ad.  Jen- 
sen (Valse-Gaprice)  u.  f.  Viol.  v.  F.  Reh  fei  d  (Span.  Tanz)  u. 
Nachöz  („All*Ongharese«J.  (Ausführende:  HH.  Schlesinger 
[Ges.],  Kuron  faav.]  u.  Fabian  [Viol.].)  —  1.  Abonn.-Goncert 
des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Maszkowski) :  3.  Symph.  v.  Beethoven, 
symph.  Dicht.  „Vltava"  v.  Smetana,  „Genovefii"-Ouvert.  v. 
Schumann,  (Jesangvorträge  des  Frl.  v.  Sicherer  („Vorabend" 
u.  „Erwachen"  a.  den  Brautliedem  v.  Go melius  etc.). 

Chemnitz.  1.  geistl.  MusikauffÜhr.  des  Kitchenchors  zu 
St.  Jacobi  (Schneider):  Ghöre  von  Händel  („Ehre  sei  Gk)tt, 
Hallelujah"),  S.  Bach  („Der  Herr  hilft  unsrer  Schwachheit 
auf"),  Hauptmann  („Lauda,  anima")  u.  W.  R eh berg  („Glück- 
lich, wer  auf  Gott  vertraut"),  Solovorträge  des  FrL  Sohmiedel 
a.  Leipzig  (Ges..  Busslied  v.  Beethoven  etc.)  u.  der  HH.  Hep- 
worth  V.  hier  (Orgel)  u.  Prof.  Lauterbach  a.  Dresden  (Vioi., 
Arioso  V.  Rietz,  Arie  v.  Goldmark  etc.). 

Cöln.  Musikal.  Gesellschaft  (Prof.  Seiss)  im  Aug.  u.  Sept. : 
5.  Symph.  v.  Beethoven,  Sinfonietta  f.  Streichorch.  v.  G.  Jen- 
sen, Ouvertüren  v.  Mozart,  Beethoven  u.  Mendelssohn  („Die 
Heimkehr  aus  der  Fremde"),  Ouvert.  u.  Entr'acte  a.  der  Oper 
„Der  Gouverneur  von  Tours"  v.  Reinecke,  „Waldeeträume*' 
f.  Orchester  v.  A.  Ludwig,  Balletmusik  a»  „Rosamunde"  u. 


1 

4 


Claviorgnint.  Y.  Schnbert,  Streichoct.  v.  STendsen,  Solovor- 
trftge  der  HH.  Mengelberg  (Clav.,  Esdur-Conc.  von  Liszt), 
Pauer  (Olav.),  Thalau  (Violono,,  Conc.  T,E»ff)n.Ketz  (Hom, 
Cono.  T,  Weber). 

Leipzig.  1.  Äbotin.-Coiic.  im  Neuen  QewandbauB  (Prof. 
Dr.  Beiuecke)  nnt.  Mitwirk.  des  a  capella-Chors  (D.  de  Lange) 
a.  Amsterdam  m.  den  Solisten  Frls.  de  Boever,  Beddingius, 
Loman,  Bibbe  u.  Beynders  u.  HH.  Rogmans,  Siep,  Meeschaert 
u.  Soatendyk:  1.  Symph.  v.  SchumaDii,  Ddar-Orchestersuite 
V.  S.  Bach,  „CorioläD''-OuTart.  v.  BoethoTen,  Chorgesftnge  t. 


Engigements  und  Glste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Zu  den  BerUhmtheit«ii  der  Eroll-Oper  zählt 
gegenvArtig  Fran  Oerster,  wenn  aucb  der  Qlanz  ihrer 
Stimme  wesentlich  verblichen  ist.  Aufseben  erregte  das 
neueste  Wunderkind,  welches  aich  hier  hören  Hess,  die  acht- 
jährige  Frieda  Simoason  von  hier  eine  Schülerin  des  Klind- 
worth'schenConservatoriums,  denn  dieselbe  spielte  Beethoven's 
Cdnr-Concert,  Baoh's  Dmoll-Praeludium  und  Fuge  u.  A.  m. 
nicht  nur  mit  einer  sicheren  Geläufigkeit,  sondern  aucb  mit 


Johannes  Okeghem,  J.  P.  Sweelinck,  J.  Clemens  non  Papa 
u,  J.  de  Pr6a,  „Petite  Camusette"  f.  sechs  Stimmen  v.  J.  de 
Pr6s,  „Matona  mta  cara"  f.  vier  Stimmen  v.  0.  Laseug,  „Ag- 
nus Dei"  f.  drei  Stimmen  v.  J,  Obrecht,  „Je  ne  fus  jamaia  si 
ayse"  f.  do.  v.  P.  Certon. 

SeheTenlngen.  15.  Symph.-Conc.  des  Philharm.  Orch.  a. 
Berlin  (Herftirth):  6.  Sympb.  v.  Beethoven,  Ouvertnren  von 
Weber  u.  Beethoven  (No.  3  zu  „Leonore"),  „  Pest  er  Garne  val" 
V.  Liszt,  Cla  vi  er  vortrage  des  Fr!.  Painpw^  a.  Paris  (Amoll- 
Fuge  V.  8.  Bach,  Gavotte  u.  Musette  v.  F.  T.homö  etc.).  — 
2.  Bich.  Wagner- Abend  desselben  Orch.:  Vorspiele  za  „Tristan 
und  Isolde",  den  „Meistersingern"  u.  „Parsifal",  Trauennarech 
a.  der  „Götterdämmerung",  Kaiaer-Marsch  etc. 

Sondershaus  es.  Woblthätigkeilsconc.  im  Conservat.  der 
Musik  am  2.  Oot.:  D  dur-Streichquart.  v.  Haydn,  Variat.  aus 
dem  Adnr-Streiohquart.  v.  Beethoven  (HH.  Corbaoh,  Martin, 
Cämmerer  u.  Prot.  Schröder),  Meditation  f.  Clav.,  zwei  Vio- 
linen, Tiolono.  u.  Harmonium  (HH.  Herold,  Corbacb,  Martin, 
-  Prof.  Schröder  u.  Grabofeky)  v.  S.  Bach-Schröder,  Solovorträge 
des  Frl.  Sandorf  (Declam.)  u.  der  HH.  Gttnzburger  (Gesang, 
„Blick  ich  umber"  a.  „Tannhiuser"  v.  B.Wagner  etc.)  und 
Herold  (Gmoll-Ballade  v.  Chopin  etc.). 


einer   weit  Über   ibr  Alter  hinauseebenden  Auffassung.     — 
Darmstadt.    Für  Frl.  Milena,    welche  belmnntlidi  mit  dem 

Prinzen  Heinrich  von  Hessen  sich  vermählen  wird,  ist  Frl. 
Melanie  v.  Santa  aus  Linz,  welche  als  Santuzza.  und  A^tbe 
unter  grossem  Erfolg  dehutirte,  engaeirt  worden.  —  EHteF- 
feld.  Frau  Sigrid  Arnoldson  hat  ihr  Gastspiel  am  hiesigen 
Stadttheater  glknzend  als  Mienon  beendigt. — Mannhelm.  In 
der  Titelpartie  von  Cornelius  „Barbier  von  Bagdad"  gastirte 
hier  Hr.  Marx  aus  Strassburg  i.  E.,  ohne  seiner  Anfgabe 
halbwegs  gorecht  zu  werden.  —  Rouen.  Das  Thfi&tre  des  Arts 
ist  mit  dem  folgenden  Personal  unter  der  musikalischen  Lei- 
tung des  Oapellmeisters  Barwolf  eröffnet  worden:  den  Da- 
men Baux,  Stevens  de  Frise,  Lita,  Andral,  Bhaijane, 
Parentani,  Allaiy  und  Legenisel  und  den  HH.  Dutrey, 
Anastay,  Cornubert,  Ferriäces,  Smeesters,  Stamler. 
■        "  fd,    Fahre,    Poitevin,    Viroui    und 


Corpait, 
Bollin. 


Kirchenmusik. 


Leipzig,  Tfaomaskirche:  8.  Oct.  „Wie  ein  wasserreicher 
Garten"  v.  J.  Rietz,  „Herr,  büre  mein  Gebet"  v.  M.  Haupt- 
mann. Nicolaikirche;  9.  Oct.  „Nicht  so  ganz  wirst  meiner 
du  vergessen"  v.  M.  Hauptmann. 


M8 


Vermischte  Mttfheilüngeh  und  Notizen. 

*  Die  Singakademie  zu  Chemnitz,  aus  dem  am^ 
Sl.Oct.  1817  gegründeten  Musikverein  hervorgegangen,  i&^'^^ 
dementsprechend  an  dem  gen.  Tage  des  1.  J.  das  TöjaÜrige 
Jubiläum  ihres  Bestehens  und  wird  dasselbe  atn  11.  d. 
Mte.  mit  einem  weltlichen  Concert  mit  Compositionen  der 
Dirigenten  des  Vereins,  sowie  Schumann's  „Der  Böse  Pilger- 
fahrt" und  am  18.  Nov.  mit  einem  Kirchenconcert  mit  dem 
Weihnachtsoratorium  von  S.  Bach-Franz  festlich  begehen. 
Eine  vom  Jubelverein  herausgegebene  Festschrift  mit  dem 
wohlgetroffenen  Portrait  des  gegenwärtigen  Dirigenten  des 
Vereins  Theodor  Schneider  behandelt  übersichtlich  die  Ent- 
stehung und  Weiterentwickelung  des  Vereins,  als  dessen  Diri- 
genten Kunstmannn,  Brunner,  Mejo,  Wild,  Stahlknecht, 
Wetterhahn  und  Th.  Schneider  namhaft  gemacht  werden.  Der 
Letztere  steht  diesem  Posten  seit  1860  in  rühmlicher  und  ver- 
dienstlicher Weise  vor,  und  ihm  vor  Allem  verdankt  der 
Verein  das  Ansehen,  dessen  er  sich  seit  Jahren  in  der  Musik- 
welt erfreut.  ^ 

*  Die  musikalische  Weihe  des  neuen  Saales  Bechstein 
in  Berlin  (Linkstr.  42)  ist  dem  von  uns  schon  mil^eth eilten 
Pro^amm  gemäss  an  den  Abenden  des  4^  5.  und  6.  Oct.  durch 
die  HH.  Dr.  H.  v.  Bülow  (1.  Concert),  Johannes  Brah ms  und 
Prof.  Dr.  Joachim  und  Gen.  (2.  Concert),  Rubinstein  und  Krelle, 
sowie  Frl.  v.  Jerebtzoff  (3.  Concert)  glanzvollst  vollzogen 
worden.  Die  Akustik  dieser  neuen  Wahlstatt  für  concert- 
bedürftige  Künstler  scheint  im  Grossen  und  Ganzen  eine  ge- 
lungene zu  sein,  nur  der  Klang  des  Streichquartetts  habe 
nicht  recht  befriedigt,  welche  Ausstellung  wohl  aber  zu- 
meist auf  die  jetzt  im  Forte  nicht  gerade  schöne  Tongebung 
des  Primgeigers  zurückzufuhren  sein  möchte,  die  im  kleineren 
Raum  auf&Tliger  wird,  als  im  grossen.  Die  äusserliche  Aus- 
stattung des  Saales  soll  eine  sehr  geschmackvolle  sein.  Hüter 
des  Safiues  ist  bekanntlich  Hr.  Concertdirector  H.  Wolff,  wel- 
cher auch  die  Einladungen  zu  den  Einweihungsconcerten  hatte 
ergehen  lassen. 

*  In  Heidelberg  wird  in  bevorstehender  Saison  L i s z t *s 
Graner  Festmesse  unter  Hrn.  Prof.  Wolfrum's  Leitung  zur 
Ausführung  gelangen. 

*  Die  7.  Saison  der  London  Symphony  Concerts 
unter  Leitung  des  Hrn.  G.  Henschel  wird  sich  vom  3.  Nov. 
d.  J.  bis  2.  März  des  n.  Jahres  abwickeln.  Zwei  der  Concerte 
werden  ausschliesslich  Wagnerischen  Werken  gewidmet 
sein ,  darunter  solche ,  welche  in  London  noch  nicht  gehört 
worden  sind. 

*  Vom  k.  Conservatorium  für  Musik  zu  Dresden  geht  uns 
nachstehende  für  weitere  Kreise  bestimmte  Mittheilung  zu: 
Am  7.  October  1892  vollendete  sich  ein  Zeitraum  von  25  Jahren, 
seit  am  k.  Conservatorium  zu  Dresden  die  Abtheilung 
für  Musiklehrerbildung,  damals  als  Seminar  für  Cia- 
vier 1  ehrer,  errichtet  wurde.  Dass  Derjenige,  welcher  spielen 
oder  singen  gelernt  hat,  auch  lehren  können  müsse,  ist  ja  eine 
grundfalsche  Ansicht.  Aber  erst  Hrn.  Prof.  C.  H.  Döring, 
dem  hochverdienten,  seit  34  Jahren  am  Dresdener  Conserva- 
torium wirkenden  Clavierpädagogen,  gelang  es  im  Jahre  1867, 
auf  Grund  seiner  besseren  üeberzeugung  das  Directorium 
(Hofrath  Pudor  und  Generalmusikdirector  Kietz j  zur  Einrich- 
tung besonderer  Curse  ftir  angehende  Clavierlehrer  zu  veran- 
lassen. Nach  und  nach  folgten  verschiedene  Musikschulen 
dem  in  Dresden  gegebenen  Beispiele,  ja  es  entstanden  eigene 
Musiklehrerseminare.  1877  übergab  Döring,  Gesundheitsrück- 
sichten folgend,  die  Leitung  des  Seminars  dem  Prof.  Eugen 
Krantz,  welcher  demselben  nun  15  Jahre  vorsteht.  Der 
ünterrichtsgang  bringt  im  ersten  Jahre  Vorlesungen  über  die 
Methodik,  verbunden  mit  praktischen  Arbeiten ;  vom  zweiten 
Jahre  an  tritt  dazu  die  überwachte  Unterrichtsvertheilung. 
Jeder  Lehrschüler  erhält  zwei  Uebungsschüler,  für  welche  der 


Unterriibht -uiieaüt^tli^h.'ist.  i'Dü  id^tfafiflnh^vaEAtandL  ^IlSclt 
Wöehehtiich  z»«{  Insbeäionaatitn^fntf'  iQ^^^^  die  £#)»> 

scbül0rr  itech;rder.^JfeiBe  ifaie  Schifier'^  yocflüften. ,  Die;  waEoidb 
besonderes  Lehrgeschick  zeigten,  erhalten  aip  ilfthreaschins^t 
vdas^eifezdQgm88>  Der^der  die  Besta'uÄlei^en^Jtjei^&S)! wird 
ft)&k  Lehrer 'X)ae(r  Lehi»r}B-  dert^^ruitdachiode  augestoüt'^-'i^da;^ 
iMiirAibäsblQders  tN(finicl]^.>LdirBnbatäna^  äxliffitalä    V880^ 

&m  id.  S^.yrwari0tn»ixiB^  ähnl&l]^  EiBiidhtn^  .fiOirclTeiianglahirei: 
'^e/ütöSeaHi  '  -Hiinderte. .  hafaen  >  im  Lsufe'dfir  Zeil  d£Bi  /Asstcdlb  als 
tiüdhläg«^^Bin^eldBns^eFthe .  Ldnerz-VeriaaBenj ,  mniv  inSmer 

frösser  wird  das  Feld  fiir  diese  trefflich  vorbereiteten  Lehr- 
räfte  sowohl  in  Dresden,  wie  auswärts-,  , da  im  Publicum 
immer  mehr  erkannt  wird,  dass  sorgfältiges  Lehren  doch 
der  einzig  richtige  Weg  zum  sicheren  Zielef  sei. 


\**  :- 


'  *Vl)«s,  Conservatorium  für  Musik  zu  Mannheim 
ist  nac^  dessen  3.  Jahresbericht  seit  Neubegründung  der  An- 
stalt im  Jahre  1889  in  steter  günstiger  Entwickelung  be- 
friffen.  Nicht  nur  ist  es  dem  Director  Pohl  gelungen,  die 
ervorragendsten  Kräfte  der  dortigen  Musikergude  als  Lehrer 
für  das  Institut  zu  gewinnen,  sondern  es  hat  auch  die  Schüler- 
frequenz im  letzten  Schuljahre  eine  Steigerung  gegen  das 
Vorjahr  gezeigt,  indem  sie  sich  mit  188  bezifferte.  Li  je  drei 
musikalischen  Auffuhrungen  und  TJebungsabenden ,  sowie  in 
fünf  Prüfungen  hatten  die  Schüler  Gelegenheit,  ihr  Können 
vor  einem  grösseren  Zuhörerkreise  zu  documentiren.  (Auf- 
fllllig  in  dem  Bericht  sind  die  vielfach  fisklsch  geschriebenen 
Eigennamen  [Schuhmann,  Li  tolf,  Hoffmann,  Kretschmar  etc.] !) 
—  In  noch  höherem  Maasse  hat  sich  die  Schülerfrequenz  des 
October  1872  von  W,  Freudenberg  gegründeten,  seit  Aprü  1889 
unter  der  sachkundigen  und  resultatvollen  Direction  von 
Albert  Fuchs  stehenden  Conservatoriums  für  Musik  zu 
Wiesbaden  ^egen  früher  gesteigert,  denn  sie  umfasste  365 
Eleven  männlichen  und  weiblichen  Geblechtes  (darunter  aus 
Canada,  Brasilien,  Kleinasien,  Mexiko,  Japan  etc.)  gegen  284 
des  vorhergehenden  Schuljahres.  Das  Lehrercollegium  wurde 
von  80  Mitgliedern  auf  86  erhöht.  Der  Unterricht  umfasst 
alle  Fächer  der  praktischen  und  theoretischen  Musik.  Vortrags- 
TJebungen  und  Prüfungen  fanden  nicht  weniger  als  87  statt. 
Neben  dem  soeben  genannten  renommirten  älteren  Institut 
besteht  in  Wiesbaden  seit  einer  Reihe  von  Jahren  noch  ein 
zweites  Conservatorium,  das  Spangenberg 'sehe,  an  wel- 
chem incl.  des  Directors,  des  Pianisten  H.  Spangenberg,  14 
Lehrer  und  Lehrerinnen  im  letzten  Schuljahr  221  Schülern  und 
Schülerinnen  Unterricht  in  Theorie,  Gesang,  Ciavier  und  den 
Streichinstrumenten  ertheilten  und  neben  2  Hauptprüfangen 
mehrere  Vortragsübungen  und  Privatprüfungen  abgehalten 
wurden. 

*  Der  Bestand  des  Conservatoriums  in  Marseille 
ist  durch  das  feindselige  Verhalten  des  socialistisch  ange- 
hauchten Stadtrathes  gefäh  rdet,  welcher  die  dem  Institut  ge- 
währte Subvention  von  48,000  Frcs.  verringern  wilL  Die 
Professoren  des  Instituts  haben  sich  einmütnig  gegen  die 
angedrohte  Unterdrückung  mehrerer  Classen,  namentlich  derer 
für  Blasinstrumente,  und  gegen  die  dadurch  noth wendige 
Entlassung  mehrerer  Collegen,  sowie  gegen  die  Herabsetzung 
der  ohnedies  nicht  bedeutenden  Lehrergehälter  erhoben  und 
wollen  lieber  insgesammt  ihre  Entlassung  nehmen.  Sie  haben 
die  Stimmung  der  Presse  und  aller  vemünftie;  Denkenden  fiir 
sich.    Die  Entscheidung  wird  erst  im  December  erfolgen. 

*  Voreilige  Reclame  wirkt  doppelt  komisch.  Sostand 
vor  Kurzem  fast  überall  in  der  Presse  zu  lesen,  dass  in  Leip- 

'zig  am  3.  Oct.  eine  Aufführung  von  C.  Rei necke's  neuer 
Oper  „Der  Gouverneur  von  Tours"  zu  einem  Wohlthätigkeits- 
zweck  stattgefunden  habe.  Angesetzt  war  das  Werl  zwar 
für  den  gen.  Tag,  aber  zur  Aufführuug  kam  es  wegen  eines 
Krankheitsfalles  schliesslich  gar  nicht.  Dass  der  Oomponist 
vollständig  unschuldig  an  diesem  vorzeitigen  Trompetenstoss 
eines  übereifrigen  Interessenten  seines  Werkes  war,  ist  selbst- 
verständlich. 

*  Im  Hoftheater  zu  Mannheim  gingen  kürzlich  an  Einem 
Abende  Mozart 's  Singspiel  „Bastien  und  Bastienne"  und 
P.  Cornelius'  „Barbier  von  Bagdad"  als  Novitäten  in Scene, 
Die  letztere  Oper  fand  infolge  nicht  ganz  ausreichender  Dar- 
stellung nicht  die  ihr  von  Rechtswegen  zukommende  Auf- 
nahme. 

*  I.  Brüll's  neue  Oper  „Gringoire"  ist  kürzlich  auch  in 
Wien,  dem  Domicil  des  Componisten,  in  Scene  gegangen, 
ohne  jedoch  mehr  als  einen  Localerfolg  zu  erzielen.    Weiter 


ßt^ 


H&nfino ver,  Biga.  sind  Wiesbftdeor.gtmeLM^ 


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■ft. 


Offener  Sprecfbsgal. 

.  .    . .    > 


*  Die  Neue  dent^liiß  Oper  in  l^etlin.brad&'te  '|Etbgst's3s 
2;  Ko^^Ött^^e;  difäÄ<5tjgier  feniisiäi^  'Oper  '  Per^'^VeibeiSliea^t. 

AllfftÄnfag:'^  -^  >^  -'        ^X^>  ^^  ^^      -    :-^u..it-t.  i.e.  ..  i 

29.  Septi  diernebe;  Oper  f^Kftröl  vf^^GelderJ*><m  £^^  fieil^l^ 
zum  erstoxi  Male*  gei^lben.  Dieselbe  soll,  dem  „Guide  Musical'' 
zu  Folge,  einen  ungeheuren  Fortschritt  im  Schaffen  des  ge- 
nannten Meisters  bedeuten,  einen  Schritt  nach  dem  Musik- 
dräma  Wagner*s,  wie  wir  vermuthen,  denn  da^ Vorherrschen 
des  Leitmotivs  wird  besonders  b|||vo^j|ef]^ep]|  jg^  jp^ein^ 
^gesprochene  Oper".  '^' 

:  '^/  Im  Oäiio.  Felice^Thebter  zu  Glenu^a  ging  aia  ß.  Oct.  dü^ 
neue  G;ro8se  C^er  „Christoph  Golumbua".  von  Franohetti 
erstmalig  über  die  Bretter. 

*  .Am  7.  (19.)  Sept.,  60  Jahre  nach  der  ersten  Moskauer 
Aufführung  der  Oper  „Das  Leben  für  den  Zar"  von  Glinka, 
wurde  in  Moskau  eine  Gallavorstellung  dieses  Werkes 
gegeben. 

*  In  Scheveningen  hat  sich  der  Baron  von  Zuylen  van 
Nyevelt,  ein  Dilettant  aus  den  höchsten  Gesellschaftskreisen, 
den  Luxus  gestattet,  ein  Ck)ncert  des  Philharmonischen  Or- 
chesters aus  Berlin  mit  ausschliesslich  Brahms^schenWer- 
ken  zu  dirigiren.  Er  hat  höchstens  die  Dirigentenbegabung 
des  Hm.  Herfurth  damit  beweisen  wollen. 

*  Der  Amsterdamer  a  capella-Chor  unter  Leitung 
des  Hm.  D.  de  Lanee  erregt  auch  auf  seiner  gegenwärtigen 
Kunstreise  in  Deutschland  die  begeisterte  Anerkennung  seiner 
Zuhörer.  Bis  jetzt  liess  er  sich  in  Leipzig,  Berlin  und  Dres- 
den hören. 

*  Der  tüchtige  Männerchor  „Leipziger  Liedertafel"  hat 
an  Stelle  des  schwer  erkrankten  und  deshalb  von  der  Leitung 
zurückgetretenen  Hrn.  Siegert  den  vor  einiger  SJeit  von 
Siegen,  wo  er  bereits  in  gleicher  Eigenschaft  verdienstlich 
thätig  war,  nach  hier  verzogenen  Hrn.  Paul  Reim  zu  seinem 
Dirigenten  erwählt. 

*  Hr.  Dr.  Hans  v.  Btilow  hat  verschiedenen  grösseren 
deutschen  Concertinstituten  seine  pianistische  Mitwirkung  für 
deren  bevorstehenden  Ck)ncerte  zugesagt. 

*  Der  k.  Musikdirector  Hr.  B.  Bilse,  gegenwärtig  in 
Liegnitz  privatisirend,  beging  am  1.  Oct.  unter  vielen  Ehrun- 
^n  von  nah  und  fern  den  Tag,  an  welchem  er  50  Jahre 
trüher  seine  Dirigentenlaufbahn  begann.  In  Berlin  erhielt  bei 
diesem  Anlass  eine  Strasse  den  Namen  des  Jubilars. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Strauss  in  Weimar  erhielt  das 
Bitterkreuz  2.  Glasse  vom  wachsamen  Falken  verliehen. 

Todtenliste.  Julius  Nagel,  tüchtiger  Violoncellist  und 
Pianist  in  St.  Petersburg,  f,  56  Jahre  alt,  am  15.  Sept.  — 
Julius  Gyriax,  ein  in  Bayreuther  Kreisen  bekannter  und  an- 
gesehener Londoner  Kunstmäcen,  der  sich  auch  als  Compo- 
nist  bekannt  gemacht  hat,  f  ^^  ^-  Sept.  während  einer  Beise 
durch  Schweden.  —  Hector  Cr6mieux,  der  bekannte  Libret- 
tist und  dramatische  Schriftsteller,  endete,  bald  64  Jahre  alt, 
durch  Selbstmord  in  Paris.  —  Patrik  Sarsfield  Gilmore, 
Militärmusikmeister  in  den  Yer.  Staaten  von  Nordamerika, 
bekannt  durch  seine  Monstreconcerte,  f  in  St.  Louis.  —  Fran- 
cesco Sangalli,  feiner  Pianist  und  verdienstvoller  Gomponist, 
t  am  23.  Sept.  in  Varese. 


Zur  geff.  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  geschäft- 
licnen  Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Eulenburg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  faUs  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gefällige  directe 
Zusendung  der  Billets  an  uns  gebeten. 


Märke 


'S/QJlllU 


.j'^e. 


_;  -f. 


y 


Erjddeyniig  m  Hm.  Qf.  Bü4oli  .Sehlö^s^r. 


.!■-,/,  M". 


Leipzig. 


Die  Redaetion  des 
MNosikalisehen  Woehenblattes''. 


.^itVergnüfiaSn  erkenne  ich  deü scharfsiii.nigen  Gedanken- 
des.HrB;. Dr:  Sch.fan,  niei^ej  Ak^sbestimn^ng  für  Matkc^ 
u^t^  diejt  ijj^pe^  P^^  ^derweite^i -.J^iphiiung  45a  nehm^lji 
Diese  Probe  ist  ganz  im  Geiste  meiner  eigenen  Behandlung 
Wagnerischer- Fragen;  es  würde  in  der  That  um  meine  An? 
fassupg  MarkQ*s  beclenklio^ji^tehen,  wenn  ich  diesem  Angriffe 

HrnTÜr. Seh. s Einwanalässt  sich  in  den  Satz  zusammen- 
fassen: es  sei  eine^  (^9p^,  >yphl  .physiologische?)  „üngeheuei- 
lichkeit",  dass  feteschwister '  (Socn'  natiirlic^  von  derselben 
Mutter?),  d.  h.  hier  Marke  und  dessen  Schwester,  die  Mutter 
Tristan^s,  im  Alter  um  25  Jahre  auseinander  seien.  Zu  dieser 
Ungeheuerlichkeit  bahnt  sich  Hr.  Dr.  Seh.  den  Weg  durch 
mehrere  Behauptungen,  von  denen  ich  nur  die  Eine,  dass 
Tristan  zur.  Zeit  des  Stückes  25  Jahre  alt  sein  werde,  sehr 
glücklieh  finde. 

Aber  weshalb  werden  wir  „kaum  fehlgehen",  Tristan's 
Mutter  bei  dessen  Geburt  20  Jahre  alt  sein  zu  lassen?  Sie  müsste 
dann  zur  Zeit  des  Stückes  allerdings  45  Jahre  alt  und  25  Jahre 
jünger  sein  als  Marke.  Mich  hätte  aber  Hr.  Dr.  Seh.  darum 
immer  noch  nicht  geschlagen,  denn  Marke  und  seine 
Schwester  könnten  ja  Kinder  verschiedener  Frauen 
ihres  Vaters  sein.  Mit  dieser  Möglichkeit  ist  nun  zwar 
allein  schon  der  gegen  mich  angestellten  Rechnung  jede 
Kraft  benommen.  Es  ist  aber  nicht  unnützlich,  auch  auf  die 
übrigen  Gründe  meines  Hrn.  Gegners  einen  Blick  zu  werfen. 

Hr.  Dr.  Seh.  meint,  ohne  jene  Zeitbestimmung  für  die 
Verheirathung  von  Tristan's  Mutter  müssten  wir  die  „abge- 
schmackte Annahme"  machen,  dass  er  noch  ältere,  zur  Zeit 
des  Stückes  verstorbene  Geschwister  gehabt  habe.  Aber  ich 
dächte,  dass  Personen,  welche  so  abgeschmackt  sind,  dass  sie 
entweder  ihrer  Eltern  einziges'  spätgeborenes  Kind  sind  oder 
auch  oft  eine  ganze  Reihe  verstorhener  Geschwister  hinter 
sich  haben,  nicht  gar  so  selten  seien.  Und  gerade  für  Tristan 
möchte  ich  zu  dieser  von  Hrn.  Dr.  Seh.  verurtheilten  An- 
nahme neigen.  Grosse  Männer  sind  häufig  nicht  das  erste 
Kind  ihrer  Eltern;  siehe  Wagner!  Was  er  uns  von  dem  Tode 
der  Eltern  Tristan^s  berichtet,  scheint  Etwas  bedeuten  zu  sollen, 
und  was  Anderes  wohl,  als  dass  dieser,  wie  der  Held  der  Liebe, 
so  auch  das  geborene  Genie  der  Liebe  sei?  Lassen  wir 
also  Tristan's  Mutter  bei  dessen  Geburt  80  Jahre  alt  sein,  so 
wäre  sie  zur  Zeit  des  Stückes  55,  und  nur  noch  15  Jahre  jünger, 
als  ihr  Bruder  Marke.  Sie  könnten  dann  Beide  auch  Kinder 
derselben  Mutter  sein  und  wir  könnten  darin  eine  stillschwei- 
gende Möglichkeit  finden,  dass  sich  die  liebesgeniale  Herkunft 
Tristan's  sogar  bis  auf  seine  Grossmutter  zurückerstreckte, 
was  sicherlich  im  Geiste  der  Stellung  ist.  welche  Wagner  den 
Frauen  in  seinen  Dichtungen  anweist. 

Dass  endlich  zwischen  Marke  und  seiner  Schwester  noch 
ebenfalls  verstorbene  Zwischengeschwister  vorhanden  gewesen 
seien,  damit  Tristan  Erbe  werden  konnte,  will,  mir  ebenfalls 
nicht  als  eine  so  „ganz  thöriehte  Vermuthung"  erscheinen, 
wie  Hrn.  Dr.  Seh.  Auch  Das  kommt  vor.  Ich  erinnere  an 
Ludwig  XV.  von  Frankreich,  der  als  jüngerer  Urenkel  Lud- 
wig XI V.  auf  den  Thron  folgte.  Anderer  Beispiele,  die  aus 
fürstlichen  Häusern  bekannt  sind,  nicht  zu  gedenken.  Das 
Recht  aber,  sich  zur  Erreichung  irgend  welchen  Zweckes, 
hier  der  Schaffnng  der  hochdichterischen  Gestalt  des  70jäh- 
rigen  Marke,  auch  anderer  als  nur  der  alltäglichsten  Ver- 
wandtschaftsverhältnisse zu  bedienen,  wenn  sie  nur  nicht  un- 
mögliche und  darum  „ungeheuerliche"  sind,  wird  auch  Hr.  Dr. 
Seh.  Wagner  nicht  bestreiten.  Der  Nachweis,  welcher  Art 
sie  waren,  wäre  eigentlich  meine  Sache  gewesen.  Hr.  Dr. 
Seh.  hat  sich  das  entschiedene  Verdienst  erworben, 
mir  eine  Lücke  in  meiner  Beweisführung  aufzu- 
decken, deren  Ergänzung  allerdings  nur  zu  einem  neuen 
Zeugniss  für  meinen  Marke  geräth. 

Hrn.  Seh.'s  letzter  Grund,  dass  ein  40— 45jähriger  Marke 
„auf  das  Verblüffendste"  mit  Gottfried's  Zeitangaben  überein- 
stimme, verstärkt  nach  meinen  Erfahrungen  nur  den  Verdacht, 
dass  jene  Annahme  von  einem  beschränkten  Ausleger,  gar 
nicht  von  Wagner  selbst  herrühre.  Allerdings  bin  ich  bei 
Abfassung  der  „König  Marke-Frage**  selbst  der  Meinung  ge- 
wesen,  dass  Wagner  den  45jährigen  Marke  „erst  später  in 


1 


sao 


seine  Diclitanfi;  hineingefalscht"  habe,  wie  Hr.  Dr.  Seh.  sich 
anszadrücken  beliebt.  Allein  formell  habe  ich  mich  im  Ab- 
schnitt VI  dieses  Aufsatzes  doch  etwas  achtungsvoller  Wag- 
ner g^^nüber  ^^ussert;  und  sachlich  ziehe  ich  meine 
damalige  Meinung  hiermit  zurück,  weil  ich  keinen 
Anlass  mehr  für  sie  habe.  Ich  brauche  bis  heute  nichts 
Anderes  zu  glauben,  als  dass  Wagner  seinen  Marke  inuner  so 
aufgesehen  hat,  als  wie  ich  ihn  entwickelt  habe.  Wohl  aber 
st^le  ich  hiermit  die  Behauptung  auf,  dass  der  46jährige 
Marke  als  echt   Wagnerisch   unter    Zuhilfenahme    einer 


groben  Fälsehong  in  die  Welt  gesetzt  worden  ist,  durch 
welche  ich  selbst  einst  getäuscht  wurde  und  für  die  ich  mir 
den  Beweis  vorbehalte. 

Hr.  Dr.-  Seh.  kündigt  eine  ausführlichere  Arbeit  über 
Marke  in  einem  bekannten  Organ  der  Wagnerianer  an;  auch 
ich  sehe  derselben  mit  derjenigen  Spannung  entgegen,  welche 
die  Auslassungen  eines  Wagner-Kenners,  wie  ]£*.  Dr.  Seh., 
verdienen.  Ob  ich  mich  aber  dabei  „beruhigen'*  werde,  das 
wird   hoffentlich  Hr.  Dr.  Seh.  durchaus  mir  überlassen. 

Moritz  Wirth. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  BQohersohau. 

Von  Dr.  Arthur  Seidl. 

(Fortsetzung.) 

Mit  aufrichtiger  Genugthuung  erfüllt  es  mich,  von 
Dr.  Friedrich  Hause^ger^s  „Richard  Wagner  und 
Schopenhauer*^  (Leipzig,  bei  F.  Reinboth) 
eine  zweite,  vermehrte  und  verbesserte  Auflage  hier  ver- 
zeichnen zu  dürfen,  hatte  ich  diesem  kleinen  "V^^rkchen,  das 
ich  als  Eines  der  allerersten  aus  der  Schopenhauer'schen 
Wagner-Litteratur  seinerzeit  mit  so  grossem  Vortheil  be- 
nutzte, doch  schon  längst  eine  solche  Neuauflage  gewünscht. 
Das  Werkchen,  das  sich  —  nach  Alledem,  was  mittlerweile 
von  H.  von  Wolzogen,  J.  H.  Löffler,  Hans  Herrig,  Ludwig 
Schemann,  H.  von  Stein,  Wolfg.  Golther  u.  A.  zur  Sache  noch 
einlässlicher  gesagt  worden  ist  —  auch  heute  noch  mit  weiser 
Oekonomie  darauf  beschränkt,  in  gedrängtester  Form  und 
Fassung  eine  Darlegung  der  philosophischen  Anschauungen 
R.  W^ener's  an  der  Hand  nur  seiner  Werke  zu  geben,  ist  jetzt 
noch  ourch  einen  Abschnitt  über  „Parsifal*'  ergänzt  worden 
und  bleibt  vornehmlich  dadurch  interessant,  dass  es  aus  den 
Dramen  allein  den  Nachweis  führt,  wie  Schopenhauer  für 
Wagner,  als  er  auf  ihn  stiess,  „nichts  Neues  mehr^  sein 
konnte.    (Cf.  Briefwechsel  mit  Liszt.) 

Alois  Höfler,  Der  Festspiel-Cyklus  „Tristan- 
Meistersinger  —  Parsifal"  (Wien  1888) 
ist  eigentlich  antiquirt,  insofern,  als  die  Thatsachen  seit  1888 
die  dort  ausgesprochenen,  damals  noch  schier  als  unerhört 
geltenden  Wünsche  längst  überholt  haben  und  neuerdings 
sogar  bekanntlich  auch  noch  „Tannhäuser**  hinzugekommen 
ist.  Immerhin  aber  behält  es  auch  jetzt  noch  seinen  Werth : 
einmal  als  Einführung  und  als  Begründung  der  bei  den  Bay- 
reuther Festspielen  beliebten  und  geübten  Zusammenstellung; 
dann  als  ein  Zeugniss  für  das  Fortschreiten  der  Bayreuther 
Bestrebungen ;  endlich  als  Forderung  des  „Cyklus  der  Cyklen** 
(„Nibelungenring**),  der  hoffentlich  im  Jahre  1894  nun  wieder 
seinen  Einzug  in  Bayreuth  halten  wird.  Der  Verfasser  ist 
überdies  durch  seine  werthvolle  frühere  Studie  über  den 
Wotan-Oharakter  (gleichfalls  erschienen  zu  Wien)  rühmlichst 
bekannt. 

Zwei  weitere  Schriften  beschäftigen  sich  —  mehr  histo- 
risch —  mit  der  „Nibelungen" -Tetralogie   als   dem  „Oyklus 
der  Oyklen"  im  Sinne  des  vorigen  Verfassers   insbesondere: 
Albert  Heintz,   „Der  Ring  des  Nibelungen".   Geschicht- 
liches über  Rieb.  Wagner's  Tetralogie.    (Berlin^  Verlag  der 
„Allgemeinen  Musik-Zeitung"),  und 

Carl  Heckel,  „ Die  Bühnenfestspiele  zu  Bayreuth" .  (Leip- 
zig, bei  E.  W.  Fritzsch.) 
Des  Oefteren  hat  man  sich  in  neuerer  Zeit  um  die  Ge- 
schichte des  Bayreutber  Gedankens  bemüht;  in  Sonderheit 
haben  die  „Bayr.  Blätter"  und  das  „Wagner- Jahrbuch"  aus 
der  Feder  H.  von  Wolzogen's,  Carl  HeckePs,  I.  van  Santen 
KolfTs  wiederholt  Beiträge  hierzu  gebracht.  So  recht  in 
Fluss  aber  war  die  von  obigen  beiden  Abhandlungen  be- 
handelte geschichtliche  Frage  erst  auf  Grund  der  neueren 
Veröffentlichungen  .a)  der  Briefe  Wagner's  an  Liszt,  Uhlig  etc., 
b)  der  Entwürfe,  Fragmente  etc. ,  sowie  c)  der  Erinnerungen 
von  Eliza  Wille  u.  A.  gekommen.  Auch  bez.  Mittheilungen 
von  Nohl  und  Pohl  haben  wohl  das  Ihrige  mit  beigetragen. 
So  sehr  ich  nun  Albert  Heintz'  sachverständige  und  frucht- 
bftre,  weil  stets  werthvolle  Beiträge  zur  Wagner-Sache  von  je 
geschätzt  habe,  —  wenn  ich  schon  zwischen  den  beiden  oben 
angeführten  Werkchen  zu  wählen  hätte,  würde  ich  zweifel- 
los nach  dem  HeckePschen  greifen.   Es  liegt  dies  in  der  Natur 


der  Sache,  denn  seine  Schrift  ist  die  umfangreichere  und  an 
historischem  Material  reichhaltigere ;  auch  greift  sie  über  die 
„Nibelungen"  noch  hinaus  und  wird  so  zu  emer  einheitlichen 
Darstellimg  des  Festspielgedankens  selber,  dem  sich  noch  eine 
ganze  Greschichte  der  Wagner- Vereine  in  umrissen  organisch 
anreiht.  So  Mancher  mag  die  im  vollständigere  (erste)  Be- 
arbeitung HeckePs  über  dieses  Thema  im  „Wagner- Jahrbuch" 
seinerzeit  gelesen,  der  Eine  oder  der  Andere  auch  vielleicht 
im  vorigen  Jahre  HeckePs  mündlichen  Vortrag  eines  Bruch- 
stückes daraus  gehört  haben,  dennoch  wird  man  diese  erste, 
zusammenfassende  Vorführung  in  Buchform  für  eine  grössere 
Oeffentlichkeit  willkommen  heissen  dürfen,  je  mehr  sie  über 
jenen  ersten  Versuch  und  den  Vortrag  vom  vorigen  Jahre 
noch  hinausreicht.  Heckel  hat  hier  so  manches  Neue  und 
Interessante  aus  dem  ihm  von  seinem  Vater,  dem  Begründer 
des  ersten  Wagner- Vereins,  zur  Verfügung  gestellton  Oorre- 
spondenzenmaterial  mitgetheilt,  und  mit  Fug  und  Recht  be- 
tont er  im  Vorwort,  „dass  diese  Ausgabe  (gegenüber  der  un- 
vollständigen Fassnne:  vom  Jahre  1886)  erst  vermöge  der  da- 
mals noch  unmöglichen  Darstollung  des  Untomehmens  in 
seinem  ersten  Begmnen,  femer  durch  .die  Mittheilungen  über 
die  Entwickelun^  des  Unternehmens  nach  1876  grössere 
Bedeutung  für  die  Geschichte  der  Festspiele  erhalte".  Um 
nur  Ein  Beispiel  dieser  Bedeutung  — '  namentlich  auch  ^  \m 
Hinblick  auf  den  vorjährigen  Streitfall  intra  muros  in  Sachen 
der  „Wagner-Vereine"  —  hervorzuheben,  muss  ich  sagen,  dass 
mir  die  Bekanntschaft  mit  den  hier  mit^theilten  Thatsachen 
und  Einzelnheiten  der  Vereinspropaganda  ein  Jahr  früher  sehr 
erwünscht  gewesen  wäre,  da  ich  dann  von  Anbeginn  an  weit 
klarer  in  der  Sache  gesenen  hätte,  und  unbegreiflich  will  es 
mir  scheinen,  wie  man  nach  wie  vor  —  trotz  des  unzweideu- 
tigen Wasserstrahles  aus  dem  Hause  Wahnfried  —  an  der 
„Erhaltung  der  Festepiele"  als  der  ersten  Tendenz  und  dem 
Verloosungs-Charakter  des  Allgemeinen  Richard  Wagner- Ver- 
eins als  Basis  festhalten  kann,  statt  dessen  man  vielmehr  aus 
dem  Wagner- Verein  lieber  eine  Art  Goethe-CjFesellschafb  con- 
stituiren  sollte,  welche  für  geistige  Verbreitung  und  gedank- 
lichen Ausbau  der  Wagnerischen  Kunst-  und  Gulturideen  zu 
wirken  und  dabei  die  Reinheit  der  Bayreuther  Aufführungen  zu 
Überwachen,  andererseits  z.  B.  die  Erhaltung  des  Oesterlein'- 
schen  Wagner-Museums  und  dessen  litterarische  Verwerthung 
zu  besorgen  hätte.  Desto  mehr  Anlass  habe  ich  heute,  die 
Durchsicnt  der  HeckePschen  Arbeit  allen  Denen  angelegent- 
lichst zu  empfehlen,  die  mit  mir  —  bei  unentwegtem  Glauben 
an  Bayreuth  und  vollstem  Vertrauen  in  dessen  Leitung  — 
einen  Häutun^process  der  Wagner -Vereine  und  des  All- 
gemeinen Richard  Wagner- Vereins  im  Besonderen 
gekommen  sehen. 

Indem  wir  nunmehr  zu  Schriften  und  Gelegenheits  Ver- 
öffentlichungen über  einzelne  Wagner'sche  Werke  tibergehen, 
erwähnen  wir  zunächst  die: 

„  TannJiätiser'Nachklänge"^  —  miteetheilt  aus  den  „Bayreuther 
Blättern"  in  einer  besonderen  Separatausgabe  (Berlin  1892). 
Bayreuther  Vor  klänge  hätte  sie  eigentlich 'heissen  sollen, 
diese  Sammlung  von  Nachklängen  aus  dem  vorigen  Fest- 
spieljahr ,  die  just  eben  recht  zur  Vorbereitung  aut  die  dies- 
jährigen Aufführungen  erschienen,  —  ein  überaus  dankenswer- 
thes  unternehmen ,  zumal  auf  der  letzten  Seite  eine  erschö- 
pfende, genaue  Uebersicht  Über  die  gesammte  „Tannhäu- 
ser"-Litteratur  (auch  die  Erwähnungen  bei  Wagner  nach 
Bänden  und  Seitenzahlen,  Briefen  eto.)  sich  verzeichnet  findet. 
Ich  verordne  Interessenten  für  etwaige  zukünftige  Fälle  fol- 
gendes Recept:  Man  kaufe  sich  ein  Textbuch  zum  „Tann- 
häuser", lasse  es  sich  vom  Buchbinder  mit  je  zwei  weissen 
Blättern  durchschiessen ,  lese  die  vorliegende  „Gesammtlitto- 
ratur",  trage  sich  —  nach  Schlag  werten  und  Hauptbegriffen  — 


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an  den  zagehörigen  Stellen  das  Einzelne,  was  dort  gesagt  ist, 
sorgfältig  ein,  studire  die  Dichtung  an  der  Hand  dieser  Auf- 
zeichnungen aufmerksam  von  Anfang  bis  zu  Ende;  dann  gehe 
man  nach  Bayreuth  und  höre  sich  dort  den  „Tannhäuser^  an. 
Probatum  est!  Man  wird  einen  ganz  unglaublich  hohen  Ge- 
nuss  davon  haben  und  —  man  wird  nicht  einen  Zweifel 
gegen  die  Bayreuther  Aufführung  mehr  hegen! 

Eine  der  in  vorstehendem  Werke  nälier  verzeichneten 
Schrifben  zur  ,yTannh&user**'Litteratur  liegt  uns  gleichfalls 
hier  vor  in 
Ferdinand  PfohPs  Führer  durch  Richard  Wag- 
ner's  „Tannhäuser*'  (Leipzig,  bei  Beinboth), 
dem  sich  noch  ein  ähnlicher 
Führer  durch  Bichard  Wagner's  deutsche  Natio- 
naloper: „Die  Meistersinger  von  Nürnberg"  des 
gleichen  VerÜEfcSsers  und  Verlags  anschliesst. 
Diese  neueren  „Führer"  P&hVs  erheben  keinerlei  An- 
spruch, den  im  selben  Verlag  erschienenen  bekannten  Leit- 
fäden Hans  von  Wolzogen's  Uoncurrenz  zu  bieten,  schon  des- 
halb nicht,  weil  von  Letzterem  solche  nur  zu  den  ,^ibelun- 
gen",  zu  „Tristan"  und  „Parsifal"  existiren.  Beide  VerfELSser 
und  demgemäss  ihre  Werke  sind  auch  von  ganz  verschie- 
dener Art:  Pfohl  immer  geistreich,  v.  Wolzogen  stets  gehalt- 
voll; Jener  exoterisch-populär.  Dieser  esoterisch-feinsinnig,  — 
da  braucht  Keiner  des  Anderen  Kreise  zu  stören,  Jeder  spricht 
sozusagen  zu  einem  anderen  Publicum  in  einem  anderen  Bocke. 
Eine  andere  Frage  aber  wäre  die,  inwieweit  diese  beiden 
„Führer"  wirklich  noth wendig  nnd  deren  Erscheinen  erwünscht 
war,  und  da  muss  man  immernin  anerkennen,  dass  die  begabte 
Feder  eines  Pfohl  dazu  gehört,  um  uns  diese  Frage  gänzlich 
vergessen  zu  machen.  Denn  schon  bestehen'  —  mit  den 
Pfohl'schen  „Führern"  zusammen,  abgerechnet  die  französi- 
schen oder  englischen  Arbeiten  in  diesem  Sinne  —  zum  „Tann- 
häuser" 5  (Smolian,  Dwelshauvers-Dery,  Liszt,  H.  P.),  zu  den 
„Meistersingern"  4  (Heintz,  Wüsing,  H.  P.),  zum  „Fliegenden 
Holländer"  und  „Lohengrin"  je 2  "zum  „Nibelungenring"  ca. 
7,  zu  „Tristan"  und  „Parsifal"  wieder  je  4  solcher  musikalischer 
Analysen  und  Leitfaden.  Wir  wollen  daher  aus  dieser  Führer- 
Littcoratur  die  PfohPscn  Essays  nur  rasch  noch  angelegentlich 
hervorheben ,  um  hinter  ihnen  mit  einem  „Genug  des  grau- 
samen Spielest"  die  Thüre  nun  für  längere  Zeit  hoffentlich, 
schliessen  zu  können. 

Eine  weitere  Schrift  über  die  „Meistersinger",  die  ernste 
Studie: 

„Der  Meistergesang  in  Geschichte  und  Kunst"  von 
Gurt  Mey  (Carlsruhe,  1892) 
gibt  uns  zunächst  noch  einmal  Veranlassung,  der  bereits  stArk 
angeschwollenen  „Meistersinger"  -  Litteratur  zu  gedenken. 
Denn  mussten  wir  schon  bei  F.  Pfohl^s  „Führer"  auf  die  vor 
ihm  bereits  erschienenen  „Leitfäden"  hinweisen,  so  noch  viel- 
mehr angesichts  einer  Schrift,  wie  der  obigen,  liegt  die  Frage, 
ob  des  Guten  denn  nicht  zu  viel  geschehe  und  wirklich  einem 
Bedürfhiss  dadurch  entsprochen  werde,  nahe  — ist  die  Zahl  der 
Quellenschriften  über  dieses  Thema  allein  (und  zwar  beson- 
dere Abhandlungen  wie  Zeitschriften- Artikel  gerechnet)  doch 
nun  schon  auf  ein  halbes  Hundert  angewachsen!  Es  ist  gewiss 
ein  Lob  für  obiges  Werk,  wenn  ihm —  selbst  angesichts  dieser 
Thatsachen  und  Voraussetzungen  —  die  Existeuzberechtigung 
von  der  Kritik  vollauf  anerkannt  werden  kann.  Denn  darf  es 
für  sich  schon  als  Vorzug  anfuhren,  die  älteren  litterarhisto- 
rischen  Voraussetzungen  des  Werkes  zum  ersten  Mal  über- 
sichtlich und  zusammenfassend  dargestellt  zu  haben  (nur 
E.  T.  A.  Hofimann  und  Deinhardstein-Lortzing  fehlen  zur 
Vollständigkeit  leider  noch!),  so  hat  —  entgegen  den  vielen 
Faseleien  über  Wagner*s  Form-  und  Stillosigkeiten  —  selten 
auch  eine  kräftigere  Demonstratio  ad  oculos  stattgefunden, 
als  hier  in  dieser  (in  ihrem  umständlichen  Titel  und  ihrer 
schwerfälligen  Eintheilung  nur  leider  —  fürchten  wir— etwas 
uneeläufigen)  Brochure.  Freilich  sind  wir  mit  dem  Verfasser 
nicht  ganz   einer  Meinung,    wenn  er  sie  hauptsächlich  den 


Wagnerianern"  gewidmet  wissen  will.  Nicht  nur  im  Kreise 
aer  Wagnerianer,  nein,  gerade  in  dem  der  urtheilslosen  und 
durch  fremde  Aburtheilungen  irregeführten  Zeitungsleser  etc. 
wünschen  wir  solcher  gründlichen  Apologie  des  Werkes,  sol- 
cher glänzenden  Begründung  eines  tiefgehenden,  strengein- 
heitlicnen  Formprincips  bei  Wagner  weiteste  Verbreitung. 
Eine  zweite  Auflage  wird  übrigens  die  mancherlei  übrigge- 
bliebenen Druckfehler  noch  zu  entfernen  haben. 

(Fortsetzung  folgt.) 


H.  von  Mickwitz.    Deux  Bomances  pour  Piano,  Dp.  8.   Stutt- 
gart, G.  A.  Zupisteeg. 

• 

Der  Componist  dieser  beiden  Bomanzen,  der  dem  grösseren 
Theile  der  modernen  Ciavierspieler  durch  seine  sehr  schönen 
und  wirkungssicheren  Opera  5  („Au  cröpuscule"  und  Menuet) 
und  6  (Lnpromptu)  bestens  bekannt  geworden  sein  dürfte^ 
bietet  in  seinem  Opus  8  der  clavierspielenden  Welt  zwei 
leichter  auszuführende  und  in  ihrer  melodischen  Gestaltung, 
ihrer  vornehmen  Harmonisirung  und  dem  klangvollen  Glavier- 
satze  seinen  vorerwähnten  Werken  ziemlich  gleichwerthige 
Tonsätze  dar.  Der  musikalische  Schwerpunct  der  ersten  in 
Adur  stehenden  Bomanze  liegt  in  dem  hübsch  erfundenen 
kleinen  Seitensatze,  der  die  vielleicht  etwas  zu  häufigen 
Wiederholungen  der  das  Hauptthema  bildenden  rhythmisch 
etwas  monotonen  achttaktigen  Periode  sehr  vortheilhaft  unter- 
bricht und  auch  das  ganze  Tonstück  in  sehr  anmuthender 
Weise  beschliesst.  Die  melodische  und  harmonische  Beminis- 
cenz  des  Themenanfanges  an  Lassen^s  allzuviel  gesungenes 
„Allerseelen"-Lied  hat  mich  ein  wenig  gestört,  wird  aber 
manche  Spielende  ganz  anheimelnd  berlmren.  Bedeutender 
erscheint  mir  die  zweite  in  Amoll  e;eschriebene  Bomanze  mit 
ihren  selbständiger  geführten  Mittelstimmen,  dem  hübschen 
kanonischen  Zwischensätzchen,  der  stellenweise  an  Liszt  ge- 
mahnenden Harmonisirung  und  dem  sehnsuchtsvoll  ausklm- 
f  enden  Schluss.  Im  kleineren  Kreise  gut  vorgetragen  dürfte 
eiden  Bomanzen  eine  freundlich  sympathische  Aufnahme 
gewiss  sein.  Arthur  Smolian. 


C.  L.  Werner.    Zwei  Bearbeitungen  fiir  Violine  und  Orgel: 
Bomanze  aus  Gade's  Violinconcert  Op.  56.    Leipzig,  Breit- 
kopf &  Härtel. 
Larghetto   aus   Beethoven's  Violinconcert  Op.  61.    Baden- 
Baden,  Emü  Sommermeyer. 

Unseren  Violinspielern,  die  bei  häufiger  Mitwirkung  in 
Kirchenconcerten  die  Dürftigkeit  der  Litteratur  für  Violine 
und  Orgel  wohl  schon  vielfach  beklagt  haben  mögen,  bietet 
Werner  mit  seinen  beiden  vortrefflichen  Bearbeitungen  clas- 
sischer  Concertsätze  eine  jedenfalls  sehr  willkommene  Gabe, 
zumal  in  den  beiden  schön  verlegten  Ausgaben  alle  nur  er- 
denkbaren Wünsche  berücksichtigt  worden  sind,  und  wie  die 
Geigenstimme  des  Beethoven'schen  Satzes  mit  genauen  Be- 
zeichnungen von  Ernst  Heim,  so  die  Orgelstimme  bei  beiden 
Stücken  mit  sehr  ausführlichen  und  geschmackvollen  Begist- 
rirungsangaben  vom  Bearbeiter  versehen  ist.  Dem  Beetho- 
ven'schen  Larghetto,  welches  im  Originale  bekanntlich  in  den 
letzten  Satz  des  Concertes  überleitet,  hat  Werner  einige  voll- 
ständig Beethoven-getreue  Sclilusstakte  angefügt,  und  so  wird 
dieses  schöne  und  nun  selbständig  gewordene  Tonstück  wohl 
in  erfolgreicher  Bivalität  mit  desseloen  Meisters  in  Kirchen- 
concerten häufig  zum  Vortrag  gebrachter,  ihrer  Begleitung 
nach  sich  aber  viel  weniger  für  den  betreffenden  Gebrauch 
eignenden  Gdur-Bomanze  treten.         Arthur  Smolian. 


B  ir  i  e  f*l£  sl  s  t  e  n. 


F.  E.  in  5.    Selbstverständlich  zählt  die  Bemerkung  „Die 
Loreley  enthält  somit  jetzt  164  Bravour-  und  da  capo-Ohöre 
ersten  Banges"  zu  den  wiederholt  von  uns  getadelten  Ver- 
leg^rredamen,  die  ja  in  Hm.  C.  B.  allerdings  schon  längere 
Zeit  einen  entschiedenen  Vertreter  besitzen. 

y*  L,  in  B,     Die  auf  dem  Programm  Diresl.  Abonnement- 
concertes   nicht   näher  bezeichneten  Gesangnummern    „Vor- 


abend" und  „Erwachen"  von  Cornelius  gehören  dem  Cyklus 
„Brautiieder"  an. 

M.  R,  in  5.  Nach  Ihrer  Beschreibung  dürfte  man  Dmen 
den  Seeber'schen  Glavier-Fingerbildner  empfohlen  haben,  doch 
kennen  wir  die  gegenwärtige  Bezugsquelle  dieses  mechanischen 
Hilfsmittels  nicht. 

L,  C,  E,    Erscheint  noch  im  1.  (Quartal! 


l^Concert-Arransrements  für  Hamlinrgr^ 

S  übernimmt  Job.  Ang.  BJilune,  Hamburg.  ^ 

[]  094)i.]  MusikEklien-Handlung,  a^ 


r 


lüMgesang, 
Jede  ein- 


Sammlung  von  Gesängen 

filr 

dreistimmigen  Chor  (Sopran  I,  II,  Alt)  ohne  Begleitung. 

[1096,] 

No.  1.  Hauptmann,  Horlts,  Op.  64.  Heft  I,  No.  1. 
„Vom  Himmel  hocb".  Fartitnr  ond  Stimmen  80  ^. 
Jede  eiuselne  Stimme  15  ^. 

No.  2.  Hanwtmknn,  lIoritE,  Op.  54.  Heft  I,  No.  6. 
„Allein  Qott  In  d«r  Höh  sei  Ehr".  Partitur  und  Stim- 
men 80  /A.    Jede  einzelne  Stimme  15  ^. 

No.  8-    Pfeil,  Heinrieh,  Op,  10,  No.  1.  „Still  ruht  der 
See".    (Mit  dieÜBchem  Text;  Original,  Trantm) 
Grabgesang.)     Partitur  und  Stimmen  ' 

zelnc  Stimme  16  /^. 

Nu.  4.  Abt,  Fr«nB,Op.388,No.2.  Waldandacht.  Partitur 
und  Stimmen  90  /^,    Jede  einzelne  Stimme  15  ^. 

No.  5.  Sctuunann,  Robert,  Vier  Lieder.  (EretesOrao. 
—  Der  Abendstem,  —  FrUhlingsgruas.  —  Hinaus  ins 
Freie.)  Partitur  und  Stimmen  Jv  1,20.  Jede  einzelne 
Stimme  25  A. 

No.  6.  Reinecfce,  Carl,  Qp.  150,  No.  1.  Prolog  aus 
„Aschenbrödel".  Partitur  und  Stimmen  »0  -4.  Jede 
einzeln»  Stimme  15  ^. 

No.  7.  Jüngst,  Hnco,  Op.  35, No.  Sund a.  Zwei  Lieder. 
(„O,  Frühling,  komm",  —  Johannisfeier.)  Partitur  und 
Stiminea  60  /&^  Jede  einzelne  Stimme  16  ^. 

No.  8.  Brach,  nax,  Op.  6.  Heft  I,  No.  3.  FrQhllngs- 
muth.  Partitur  und  Stimmen  80  -ii.  Jede  einzelne 
Stimme  15  4. 

No.  9,  Reinecke,  Carl,  On.  164.  No.  6.  Chor  der  Engel 
aus:  „Die  wilden  Schwäne'.  (Mit  Soli.)  Partitur  und 
Stimmen  90  ^.     Jede  einzelne  Stimme  15   ^J. 

No.  10.  Sehnmann,  Robert,  Op.  3Ö,  No.  3.  Wander- 
lied. Partitur  und  Stimmen  90  A.  Jede  einzelne  Stimme 
15  4- 

No.  U.  Betnecke,  Carl,  Die  Verkflndlgung  aua  der 
Weihnachtsoantate.  <%.  170.  Partitur  und  Stimmen 
.*  I,a0,    Jede  einzelne  Stimme  20  -A. 

No.  13.  Wfillner,  Franz,  Op.  81,  No.  5.  Nachts.  Par- 
titur und  Stimmen  80  ^.    Jede  einzelne  Stimme  16  ^. 

Nu.  13.  Abt,  Franz,  Op.  883,  No.  3.  0  Welt,  wie  bist 
du  sehQnl  Partitur  und  Stimmen  80  ,^.  jede  einzelne 
Stimme  15  '^. 

No.  14.  Kelnecke,  Carl,  Op.  183,  No.  9.  Schlassohor 
aus  „Schneewittchen".  Partitur  und  Stimmen  Jt  1,30. 
Jede  einzelne  Stimme  26  ^. 

Nu.  15.  Sehnmann,  Robert,  Op.as,  No.  7.  Die  Lotos- 
blume, Partitur  und  Stimmen  80  /^.  Jede  einzelne 
Stimme  15  ^. 

No.  16-  NeylTarth,  E.  H.,  Dp.  15.  Chrlstnaeht.  (Für 
Chor  oder  Soli.)  Partitur  und  Stimmen  80  4.  Jede 
einzelne  Stimme  15  4. 

Leipzjg.        C.  F.  W.  Siegel'*  Mueikalienhandlung 
(R.  Linnemaan). 


11  "E.  "W.  Fi'itzaoh  in  Leipzig. 


Soeben  erschien  in  meinem  Verlag:  |L097.] 

lia  LIederksIs 

aus  F.   W.   Qrlmme's    „Deutschen  Welsen" 
für  eine  Singstimme  mit  Ciavier 

componirt  von 

Christian  Bering. 

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Verlag  von  E.  W.  Frltzsob  In  Leipzig. 

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tf^AAtvA         stellt.  (Anhang  zu  des  Verfassers  Populären 

VWiiBV»       pädagogisch -musikalischen  Äbhandinngen 

über  Chvierspiel.)    Jl  2,-. [1098.] 


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einer  Beschreibung  des  Mtlncheiier  Binchois-Codex  und  Ueber- 
tragung  der  5  unvollst&ndig  erhaltenen  Chansons  desselben 
Codex  und  dem  Yersuoh  einer  Restaurirung  der  CSiansoa 
„Oe  mois  de  May")  herausgegeben  von 

I>r.  Hugfo   K.ienia.nii. 

Preis  2  w«.  [1100.] 


623 


Pianinos 

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stattung,  sind  wegen  ^ 

Liquidation  einer  Fabrilc 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

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Soeben  erschienen: 


_^  -         ^   .^^ '^     .•.xr.'*  -^A     w^^'^"-- 


für  eine  Singstimme  mit  Pianofforte 

von 

Robert  Kahn. 

No.  1.    Der  Gärtner:    .Auf  ihrem   Leibrösslein*'    von  Ed. 

Mörioke.  A.  Für  hohe  Stimme.  B.  Für  mittlere  Stimme 
ril09.]  ä  80  4. 

No.  2.    Die  Kleine:    „Zwischen  Bergen,  liebe  Mutter^  von 

J,  V,  Eichendorff,  für  hohe  Stimme  ,  .  ,  .  J6  — ,80. 
No.  8.    „Durch  säuselnde  Bäume  im  Mondensehein**  von 

Wilhelm  Osterwald,  für  hohe  Stimme  ,  ,  ,  Ji  1,20. 
No.  4.    Ständehen:  „Was  wecken  aus  dem  Schlummer  mich*' 

von  Ludwig  U bland,  für  mittlere  Stimme  .  Ji  — ,80. 
No.  6.    Neue  Liebe:  .0  Blitz,  der  aus  dem  Tiefsten  springt'' 

von  Friedrich  Heobel,  für  mittlere  Stimme  .  Ji  — ,80. 
No.  6.    ,Jeh  sende  einen  Gruss**  von  Friedr.  Rückert, 

für  mittlere  Stimme Ji  1,20. 

No.  7.    Der  Knabe  und  das  Immlein:    „Im  Weinberg  auf 

der  Höhe"  von  Ed.  Möricke,  für  mittlere  Stimme  Ji  1,50. 
No.  8.    Herbstgefahl:    pMüder  Glanz  der  Sonne"  von  Carl 

V.  Gerok,  für  tiefe  Stimme  . , Jt  —,80. 

Früher  erschien: 

Robert  Kahni  Op.  12.    Fünf  Gesänge  für  eine 

Singstimme  mit  Pianoforte. 

Für  hohe  Stimme. 
No.  1.    Jägerlied  von  Ed.  Möricke.  Jt  —,60. 

No.  2.    St&ldehen  von  A.  v.  Schack.  „    1,—. 

No.  8.    Ligurisehes  Lied  von  H.  Leuthold.     „    1,—. 

Für  tiefe  Stimme. 
No.  4.    Haidenaeht  von  H.  Allmers. 
No.  5.    Denk  es,  0  Seele  von  Ed.  Möricke. 


n   — »ÖO. 


W 


[llOBe.] 


grünblid^en 


ent  an  etner  «"*  '"*"' 


attreoenbcn 
eilbung  im 
ftlaütetfÄict  «legen   ift,   bem  empf eitlen  toir  ba8 
*«mm'|4e  ©etf*)  ouf  baft  brtngenbfte;  wir  flnb 
fibeiienot,  bafe  e«  etne  gro^e  3ttlunft  ^at. 

Jtnflkal.  Wo^niblfltt,  Ctinjfg. 

- r — ^^,^^.  «.v.^..jnf(^b-4*A%bfflbübecSOO,00(.,«£. 

^unaebuc^,  98  Keine  (£tttben  t>on  ^itvnrt,  3(^mitt,  maff  u.  a. 
Vtit  91.  @(b»alme  Xägdi^en  Übungen.  4  Jk 
—  ©ea  8Ut  «unftfertißfelt,  ISSoröftere  «tüben  bon  ClemenH,  Cramer, 


•)e.»amm,aiaüietf<^ulcu.  a»eIobieenf(^b.  4^?lbfnbübet300,ooo«y. 

« 8ut  srunrtttrttßfett,  isaoi 

iacmi),  (£^o)>in,  Raff,  €>(^umann.   4Jk 

otjü^liäfe»  üimnflgmateriaU     Der  tiaticr-ti^rfr. 

Steingräber  Verlag,  Leipzig. 


V 


Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig.      [1104.] 

Werner,  Aac*9  Op*  ^-    Gavotte  für  Yioloncell  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte.    Ji  2,—. 


ff\Af*\Af^\kf*\Af^\kf*\^*\Af*\ä^*'^^*^J^*\Ä^*\äf*\Af*\ä^*\ä^^>Äf*\^^^^*^^ 


Wilhelm  Hansen's  Musik- Verlag.  Leipzig. 

Novität  von 

Victor  Bendix. 

Op.  22.     Album  fUr  Ciavier.     Zehn    Stücke.     Theodor 
Kirchner  gewidmet.     4  ^ 

Femer  ist  erschienen  von  selbigem  Componisten:      [1106.] 

far  Piano,  Violine  u.  Violoncell,  Op.  12. 
7  Jt 


^ur  Höhe", 

Symplionie  in  C.     Partitur  12  Jk     Stimmen  cplt.  15  Jt 
Dublirstimmen    k    1  ^  50  /^.      Glavierauszug   zu    vier 

Händen  6  Ji 

Diese  Symphonie  wurde  in  dem  6.  Svmphonieconcert  der 
k.  Oapelle  in  Dresden  aufgeführt.  „Dresdener  Naehriehten" 
schreiben:  Von  Bendix  lernten  wir  im  Tonkünstlerverein 
und  später  auch  durch  das  Bappoldi-Quartett  ein  ton-  und 
formschönes  Trio  (Ciavier)  kennen,  das  sich  allgemeiner 
Anerkennung  zu  erfreuen  hatte.  Das  nicht  gewöhimche  Ta- 
lent, das  aus  diesem  Trio  firprach,  hat  sich  in  dem  neuesten 
symphonischen  Werke:  »,Zur  Höhe"  glänzend  bewährt.  — 
Der  Eindruck  des  Werkes  war  ein  ganz  trefflicher.  Er 
lässt  einen  Musiker  von  Talent  erkennen,  dem  Eingebung  und 
Phantasie  zu  Gebote  stehen  und  der  sich  die  Formen  der 
classisohen  Meister  zu  ei^en  gemacht  hat.  Seine  Melodik  ist 
edel,  nie  gewöhnlich,  und  seine  Harmonie  zeigt  Kühnheit  mit 
System  gepaart.  Der  Einfluss  der  neuen  Schule  ist  nicht  zu 
verkennen,  wenn  er  aber  wie  hier  sich  geltend  macht,  so  ist 
er  nur  als  löbliche  Errungenschaft  des  Fortschritte  anzusehen. 
—  „Dresdener  Journal'*:  Die  Hörerschaft  nahm  an  seiner 
Schöpfung  lebhaften  Antheil  und  äusserte  ihre  günstige  Mei- 
nung durch  starken  BeifiEdl.  —  „Anzeiger"  sagt:  Ju  dem 
Ganzen  herrscht  ein  kräftiger  gesunder  Geist,  der  sich  beson- 
ders auch  in  der  wohlklingenden  Instrumentetion  zu  erkennen 
gibt. 


Opemtext  (romant.  Dichtung)  zu  vergeben.    Adr.  sub 
J.  H.  8826  bef.  Rudolf  Mosse,  BerUn  S.  W.  [1106.] 

Dirigentengesnch. 

[1107a.] 

Die  Dirigentenstelle  des  Männergesangvereins  „Lieder- 
tafel Aurelia"  Baden-Baden  ist  in  Erledigung  gekommen. 
Tüchtige  Musiker,  welche  auf  dem  Gebiete  des  Männer- 
gesanges erfahren  sind,  wollen  ihre  Gesuche  alsbald  bei 
unterzeichnetem  Vorstande  einreichen,  bei  welchem  die 
näheren  Bedingungen  zu  erfahren  sind. 

Baden-Baden. 


Aug.  Batschari^ 


Fabrikant. 


Seh 


uberth's  IIEuslkallsehes 
Fremdwörterbuch. 


_  p  In  Über  90JOOO  XSosempiaren  ver^reUet»  "Tfm 

19.  Auflage.    Gebunden  1  Jf,  [HOSo:] 

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Leipzig,  am  20.  October  1892. 


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'^«^  für  Musiker  und  lusikfreunde.       A^J<j^ 


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Musikfreunde. 

Veranlworfliclier  Eedacleur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritxsoh, 

Leipzig,  Königtstrawe  ö. 


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J,;!"?"  ynartoi  von  18  Hummern  wt  8  Marlt;  eine  einielno  Nummer  koBtet  40  Pfenni«    Bm 

lAUl.  JaUl  j^J        g""" ',!,!?'ftj  ""J  ä".  "■  "".  J"  Deuteh,  Reich  und  Oertefreich.  -  H  M.rl  76  Pf, 
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Di.  Im«rtio™™SS.~  T°f  vonleheudet  Beingebeditguo,,»  ber.chuet. 
mn  Imnrbonisebaiinii  fir  Jen  E»uio  einer  Be.p.ileuenT>efil»eü,  betragen  30  Pfennige 


[No.43. 


""•"'=  l«MSSi?i?n.teä"i^SfeX''r,f™:!,"^^  ^-   I»^.  C«l  Fach.    (Fartset^J    - 


FOnftig  Thesen  und  Aphorismen  zur  VerstSndiguna 
Über  nr  Hudo  Riemann's  Phrasipungsreform. 


Von  Dr.  Carl  Fachs. 


(Fortsetzimg.) 


26.  Das  foitwälireude  Concumren  und  Ineinuider- 
Bpielen  der  metriachea,  harmoniscbeii,  thematischen  Be- 
itimmnngen  and  der  beständige  Wechsel  der  Typen  zur 
Oliedening  der  Rhythmen  verhindern  allerdings,  dass  die 
Anwendungen  so  einfach  wftren  wie  die  Normen.  Ob 
dabei  nun  nicht  Irrtbnmer  nnterlsufenP  Ein  Mittel,  hier 
den  Inthnm  ausznschlieBsen,  könnte  nnr  in  einem  Ällbeil' 
mittel  gegen  den  Irrtbum  überhaupt  bestehen,  —  ich 
glaube  nicht,  dass  Riemsnn  es  der  Menschheit  vorent- 
halten hatte,  wenn  er  es  besfisse.  Wenn  das  die  Meinung 
wäre,  dass  Eiemann  Inhaber  eines  Monopols  der  richtigen 
Phrasimng  sei,  so  hätte  er  nicht  selbst  anderen  namhaften 
und  auch  jüngeren  Musikern  die  Fhrasimng  einer  Reihe 
von  Stücken  in  den  unter  seinem  Namen  erschienenen 
Sammlungen  überl aasen.  Seine  Anhänger  haben  sich 
noch  nirgends  den  Anschein  eines  Cardinais- Coli eg:iumB 
gegeben,  das  einen  neuen  Papst  zu  proclamiron  hätte, 
und  in  welchem  schliesslich  Jeder  eich  noch  katliolischer 
gebärdete,  als  der  Papst  selber.  Wer  Riemann  aber  in 
einem  concreten  Falle  eine  irrtLümliche  Fhrasimng  nach- 
wiese, der  hätte  so  stark  wie  möglich  den  Satz  bestätigt, 
dass  (mit  0,0001  Ausnahmen)  in  jedem  Fall  nur  eine 
Phrasimng  die  richtige  sein  könne. 

Niemand  behauptet  ja  anch,  dass  Riemann  wie 
durch   ein  Wunder   mit   seiner   PhraBirnng  fertig  in   die 


Welt  gesprungen  sei;  seine  Entwickelnng  von  geringeren, 
obwohl  schon  Epoche  machenden  ÄnlSngen  bis  zur 
^"reSSc  I^J^l'«r'>Mt™e  der  Methode,  von  der  Moaart- 
meister"-  und  TschaJkowÄy"-!Sa«gHt>oaiid^zo^der  „Alt- 
Augen.  Und  in  der  Mitte  des  Wegs  hatte  er  dieK-öntt^ 
heit,  mit  dem  absoluten  Phrasenbogen  (der  unterhalb 
seiner  wieder  Zeichen  des  Wechsels  von  Legato  und 
Staccato  benöthigt)  zu  brechen  und  sich  auf  einen  er- 
weiterten und  veifeinerten  Gebranch  des  legato-Bogens 
(allerdings  mit  Pauaon-Phrasimng)  und  auf  reichere  An- 
wendung phrasirender  — ==^II  und  IH^ —  Zeichen 
zu  beschränken:  es  fehlte  natürlich  denn  auch  nicht  an 
Solchen,  die  in  den  Hohn  auabrachen,  dasa  Riemann 
bereits  selber  seine  Phrasimng  desavouirt  habe.  Ich 
bin  allerdings  der  Meinung,  dass  zu  wenig  geschieht, 
wenn  Nichts  geschieht,  um  mit  Nachdruck  auf  diese 
wichtigste  Reform  hinzuweisen,  welche  auf  musikalischem 
Gebiet  in  unserem  Jahrhundert  angebahnt  worden  ist. 
Niemand  aber  hat  je  gerechter  und  offener  die  Vorarbeit 
seiner  Vorgänger  gewürdigt.  Niemand  unbefangener  das 
Gute  oder  Zweckmässige  anerkannt,  das  Andere  zu  seiner 
Wissenschaft  hinzubrachten,  und  wäre  es  selbst  ein 
schimpfender  Gegner  gewesen;  Niemand  auch  hat  je 
geduldiger  das  Seh  ein  verdienst  auf  dem  eigenen  Gebiete 
neben  sich  bestehen  gelassen,  als  er,  der  in  Allem  ein 
echter,  stiller,  fast  zu  stiller  deutscher  Gelehrter  neben 
seinen  praktisch- musikalischen  Eigenschaften  ist  Nach- 
dem und  während  er  den  Dualismus  des  Dur-  und  Moll- 
accordea  als  einziger  Stamm-Accorde  (als  Ober-  und  Unter- 
klang eines  Tones)  zuerst  rein  durchführte,  und  alle 
Modulationen  als  vermittelst  der  Formel  T  D  S  (Tonica, 


S26 


Dominante)    Subdominante)    verstanden   erwies ,  dazu  die 
musikalische    Dynamik    und    Agogik    als    Darstellungs- 
mittel der  Metrik  schuf,  hat  er  successiv  die  metrischen 
und   rhythmischen  Typen  in  den  Jahren  1883 — 91  ent- 
deckt (oder  wiederentdeckt)  und  festgestellt:  den  rechten 
Platz  fär  den  Taktstrich,    den  binären  Wechsel  leichten 
Taktes  mit  schwerem,  Ausfall  leichten  oder  schweren  Tak- 
tes,   den  halbschweren  Takt,  triolische  Takte  und  Takt- 
triolen,   das    Grundgerust  der  achttaktigen  Periode,  Ver- 
tauschung der  Functionen  schwerer  Takte  mit  leichten  oder 
leichteren  (an  sich  schweren)  inmitten  der  Perioden  oder  auf 
der  Orenze  ineinandergreifender  Perioden,  Erweiterung  der 
Periode  durch  Eückgriffe,  Parallelismen  und  Nachschlüsse, 
oder  Verkürzung  durch  Elisionen  und  Verschränkungen, 
Motiv-  und  Phrasen- Abgrenzung  vornehmlich  auf  der  Grund- 
lage der  Harmonielehre,  den  Unterschied  der  Innen- von  der 
Endpause,    der  betonten    Pause  von  der    stummen,    den 
negativen  Accent,   die  Typen  der  abbrechenden  Phrase, 
der  Suspension,   der  Phrasen-   oder  Motivkreuzung,    der 
Anschluse-Motive  und  des  General-Auftaktes,  bis  er  sagen 
konnte,   „ich  bin  mit  dieser  Sache  fertig  und  warne  vor 
weiterer  Vervielftltigung  der  Typen**.     Wer  die  obliga- 
toriache  Phrasirung  nun  nicht  gelten  lassen  will,  der  ver- 
suche doch,  was  bisher  noch  Niemand  auch  nur  versucht 
hat,  nämlich  nachzuweisen,  welche  von  diesen  Thatsachen 
oder  Typen  auf  blosser  subjectiver  Einbildung  Riemann's 
beruhen,  oder  welche  der  Grundlagen,  die  er  geschaffen 
hat,   falsch  sei  —  dies  ist  nur  mit  der    Harmonielehre 
yersucht,  ohne  dass  es  bisher  etwa   gelungen  wäre.     Im 
Uebrigen  hat  man  nur  erst  gescholten  oder  brutal  gehöhnt 
(am  unziemlichsten  Herr  B.  Ziehm).    Gross  ist  die  Wahr- 
scheinlichkeit ja  nicht,  dass  Riemann   die  von  ihm  selbst 
entdeckten  Typen,    sobald    er  sie  nur  erst  hatte,   falsch 
angewendet  haben  sollte;  aber  wir  sind  gar  nicht  der  An- 
sicht, die  Riemann  nur  herabsetzen  würde,   dass  er  nun 
blos  wie  eine  Maschine  arbeite,    ohne  dass  Meinung  und 
Geschmack  irgendwie  mitsprächen  (gelegentlich  hat  ihm 
früher  die    Fassung  einer    Stelle^eine  J^fcb^^lJJg.  ^z»'*^* 
gemacht)  ,_j:-jyijiiiff'^In  seinen  Phrasirungstexten  nach- 
wiese, den  er  nicht  schon  wüsste,  würde  sich  gewiss  seinen 
Dank  verdienen.     Von  Parteibildung,  von  Personen  Cultus 
ist  unsererseits  gar  keine  Rede.     Das  Haltloseste  ist  aber 
hier  der  Tannhäuser-Ausruf  „Zuviell**  oder  die  Leporello- 
Klage:  „Mein  Herr,  Aas  geht  zu  weit,  zu  weit**,  —  wo 
soU  der  Anfang  vom  Ende  denn  gemacht  werden?    Vor- 
läufig bedürfen  wir  dieser  unvergleichlichen  Schulung  des 
Gefühls    für    Metrik,    Rhythmik,  Harmonik  u.  s.  f.,    und 
diese  ist  der  eigentliche  Zweck  der  Phrasirungs-Ausgaben, 
die  am  Ende  doch  nur  für  das  Stadium  sind,  das  man  Stu- 
dium nennt.     Wir  spielen  ja  unsere  Sachen  öffentlich  auch 
nicht  von  den  Noten  I    Ich  hätte  es  sehr  ungern  gesehen, 
wenn  Riemann  sich  zu  Einschränkungen,  wie  es  versucht 
worden   ist,    hätte    bestimmen   lassen.      In    dem  Maasse, 
wie  das  Gefühl  far  diese  Dinge  in  weiteren  Kreisen  wieder 
sicher  und  fein   geworden  sein  wird,   wird  man  die  Be- 
zeichnung der  Texte  immerhin  vereinfachen  können,  und 
wer  sich  individuell    so  weit    sicher   fühlt,    wie  man  es 
ohne  Riemann  heut  nicht  werden  kann,  der  mache  sich 
doch   weniger  Zeichen!     Mir  ftllt  es  ja  auch  gar  nicht 
ein,  mir  einen  Text,  den  ich  studiren  und  vortragen  will, 
durchaus  erst  vollends  k  la  Riemann   zu  „bemalen**,  nur 
die  Rangzahlen  der  Periode  kann  ich  für  die  „lückenlose 
Sicherheit  der  Empfindung**  (um  einen  nota  bene  Bülow'- 
schen    Ausdruck    zu    gebrauchen)    nicht    entbehren,    sie 


wirken  aber  fast  allein  schon  auf  mich  wie  die  sprechend- 
sten Vortragszeichen,  in  all  ihrer  scheinbaren  Nüchtern- 
heit; ich  habe  ungefähr  genug  dazu  von  Riemann 
inzwischen  gelernt."^)  Das  gibt  sich  Alles  mit  der  Zeit 
von  selbst,  ohne  dass  auch  nur  das  kleinste  Phrasirungs- 
Princip  deshalb  verleugnet  zu  werden  brauchte.  Später 
werden  die  Componisten  schon  den  Anfang  mit  weniger 
Bezeichnung  machen,  nämlich,  wenn  sie  verslanden  haben 
werden,  dass  sie  sich  verstehen,  wenn  sie  Riemann  ver- 
stehen. Natürlich  ist  uns  auch  in  diesem  Fall  wieder 
das  Ausland  in  der  Schätzung  deutschen  Verdienstes, 
deutscher  Grösse  voraus,  und  während  hier  die  Musikanten 
schimpfen  und  die  Besseren  secundum  ordinem  „ein  bedenk- 
liches Schütteln  des  Kopfes**  vollführen,  auf  Neben-  und 
Gegenvorschläge  sinnen  u.  s.  f.,  eignen  sich  England,  die 
Niederlande,   Italien  und  Russland  Riemann 's  Ideen  an. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Mu8ikbrief. 


Wien. 


Von  der  Internationalen  Musik-  und  Theater- 
Ausstellung. 

(Fortsetzung.) 

Zu  dem  Interessantesten,   was  uns  die  Ansatellun£  an 
Musikaufföhrungen   brachte,    gehörten    die   Historiscnen 
Goncerte,  und  unter  diesen  standen  wieder  die  drei  von  dem 
Amsterdamer  a  capella-Chorverein  unter  Leitong  des 
Hm.  D.  de  Lange  gesehenen  an    Bedeutung  obenan.     Sie 
haben  diese  illustre  kkine  Sängerschaar  (nur  9  D»m<>n  und 
9  Herren,  aber  von  treffh»»«*^«»^  *='-^'^-"«-  jeües  einzelne  Mit- 
^H- j     • .  v^-«wi«r  ooitst)  auch  m  Leipzig  gehört,  es  ist  daher 
kern  Grund,  in  ihre  Leistungen  näher  einzugehen.    Nur  so 
viel  sei  bemerkt,   dass  die  Letzteren  nicht  nur  in  höchstem 
Grade  anregend,  sondern  auch  mehrfach  musikgeschichtlich 
aufklärend  wirkten:    die    niederländischen   Altmeister,    wie 
Dufajr,  Okeghem,  Josquin  de  Pr6s  u.  s.  w.,  erschienen  plötz- 
lieh  m  ganz  neuem  Lichte;  während  uns  ihre  Musik  von  fast 
allen  Lehrbüchern  als  trockenste  Verstandesarbeit,  rein  mathe- 
matisohe  Berechnung,  haar  jeglichen  Empfindungsausdruckee 
oder  Klangreizes,  geschildert  wurde,  überrascht  gar  häufig  das 
directe  Gregentheil:  welch  fromme  Sftimmung  in  den  religiösen 
welch  zwingende  Anmuth  in  den  weltlichen  Gesängen!    Ein 
kleines  seohsstimmiges  erotisches  Stück  von  Josquin  de  Prte 
„Petite  Camusette"  machte  durch  den  naiven  Text  und  dessen 
liebenswürdig-pikante  Vertonung  in  den  Concerten  der  Am- 
sterdamer solches  Glück,   dass  es  immer  und  immer  wieder 
zar  Wiederholung,    bezüglich    als   Zugabe  verlangt   wurde. 
Emige  musikalische  Puritaner  von  der  streikten  Observanz 
wollten  freilich  meinen,  die  ausserordentliche  Wirkung  beruhe 
hier  und  in  anderen  Vorträgen  der  von  Hm.  de  Lange  ge- 
leiteten Sänger  in  einer  gewissen  modernen  Ueberfeinerung 
der  declamatorischen  Accente  und  dynamischen  Effecte,  die 
alten  Niederländer  würden  in  solcher  raffinirten  Wiedergabe 
ihre  Werke  heute  gar  nicht  mehr  erkennen.   Wir  unsererseits 
denken:    es  ist  besser  ein  Zuviel,  als  ein  Zuwenig  des  Aus- 
drucks, und  der  Beweis,  dass  man  bei  den  religiösen  Stücken, 
m  einer  doch  unstreitig  gläubigeren  Zeit,  als  der  unsrigen,  das 
heüige  Wort  so  ganz  und  gar  ausdruckslos  gesungen  haben 
sollte,  dürfte  sich  doch  schwer  führen  lassen.   Besonder»  be- 
wunderungswürdig erschien  uns  in  den  Concerten  der  Nieder- 
länder  ihre  TreflBrioherheit  bezüglich  der  dem  modernen  Gehör 
doch  so  widerstrebenden  alten  diatonischen  Melodik  und  der 


il 


ii 

1 


♦)  Uebrigens  fast  ausschliesslich  aus  seinen  Publicatlonen. 


627 


aus  dieser  sich  ergebenden  fremdartig  spröden  Harmonik;  da 
wnrde  aber  auch  nicht  um  eine  Schwebung  zu  hoch  oder  zu 
tief  gesungen,  nur  bei  dem  leider  so  bald  au%elösten  Schwe- 
dischen Damenquartett,  das  in  den  Siebziger  Jahren  ganz 
Wien  entzückte,  haben  wir  eine  gleich  haarscharf  bestimmte 
Intonation  vernommen,  aber  freilich  waren  die  von  den 
Amsterdamern  zu  lösenden  Aufgaben  ungleich  schwieriger. 
Leider  stand  der  Besuch  der  de  Lange'schen  Concerte  nicht 
in  entsprechendem  Verhältnisse  zu  den  gebotenen  Leistungen, 
erst  im  letzten  Concerte  war  der  Vortragssaal  in  der  Botunde 
von  einem  wirklich  zahlenden  Publicum  besetzt. 

Um  gegen  tüchtige  einheimische  Bestrebungen  nicht  un- 
recht zu  erscheinen,  sei  sofort  bemerkt,  dass  uns  die  histo- 
rischen Concerte  der  Wiener  Singakademie  (Dirigent 
v.Weinzierl)  und  besonders  Jene  des  von  Prof.  Böhm  höchst 
sorgf^tig  einstudirten  und  geleiteten  Wiener  Ambrosius- 
Vereins  auf  die  niederländischen  a  capella- Abende  würdig 
vorbereiteten.  Mehr  belehrend  noch,  als  genussreich,  musste 
sich  nach  der  natürlichen  Sachlage  das  erste  vom  Ambrosius- 
Verein  gegebene  Concert  gestalten.  Wir  bekamen  da  u.  A.  die 
Anfänge  der  Zweistimmigkeit,  die  berüchtigten,  von  dem 
Mönch  Hucbald  (f  932)  als  „lieblicher  Zusammenklang*'  ge- 
priesenen Quinten-Parallelen  zu  hören,  welche  indess  durch 
eine  vom  Dirigenten  anbefohlene  äusserst  discrete  Art  der 
Litonation  weit  weniger  übel  klangen,  als  man  es  bestimmt 
erwartete.  Also  auch  hier  wieder  Thöorie  und  Praxis  ein 
Bischen  von  einander  abweichend.  Hiermit  soll  nicht  gesagt 
sein,  dass  uns  im  Ganzen  und  Grossen  die  einem  kindischen 
Stammeln  zu  vergleichende  Musik  des  9.— 11.  Jahrhunderts 
heute  noch  sympathisch  sein  könrte.  Es  hätten  sich  ja  genug 
Zweiklänge  aus  dem  Kindesalter  der  Tonkunst  bringen  lassen, 
geeignet,  recht  drastisch  zu  illustriren:  wie  man  zu  verschie- 
denen 2ieiten  auch  ganz  verschieden  hörte.  —  An  dem  Tage, 
da  ich  diesen  Brief  zur  Post  gebe^  nämlich  am  7.  October  — 
finden  die  Historischen  Concerte  der  Ausstellung  mit  einem 
solchen  der  Frau  Amalie  Joachim  ihren  Abscmuss,  welche 
Meisterin  des  Vortrags  in  bekannt  stilvoller  und  würdiger 
Weise  uns  —  auf  drei  Abende  vercheilt  —  die  Entwickelung 
des  deutschen  Liedes  von  seiner  Entstehung  bis  zur  Gegen- 
wart vorführte.  Da,  wie  wir  hören,  Frau  Joachim  dasselbe 
künstlerische  Unternehmen  bereits  wiederholt  in  Deutschland 
vollbrachte,  kaim  ich  wohl  hier,  wie  bei  den  niederländischen 
Concerten,  von  jeder  Detailschilderung  absehen.  Wenden  wir 
uns  zum  Schluss  noch  zu  den  musikalischen  Aufführungen 
im  Ausstellungstheater,  d.  i.  denGesammtgastspielender 
Prager  czechischen,  der  Lemberger  polnischen  und  der 
um  den  Verleger  Sonzogno  sich  schaarenden  jung-italie- 
nischen Oper  daselbst. 

(Fortsetzung  folgt) 

s  Bericht. 

Leipzig.  Die  vorigeMusikwoche  begann  mit  einem  Concert 
in  der  neuen  Musikhalle  des  Krystallpalastes  zum  Besten  der 
Nothleidenden  in  Hamburg,  dessen  Programm  in  der  heutigen 
Concertumschau  zu  finden  ist,  und  an  dessen  Ausführung  sich 
die  Capelle  des  184.  Lifanterie-Begiments,  der  Männergesang- 
verein „Concordia"  unter  Leitung  seines  Dirigenten  Hm. 
Geidel,  die  HH.  Prof.  Schröder  aus  Sondershausen  und 
V.  Woyrsch  aus  Altena  als  Dirigenten  eigener  Werke,  Hr. 
Jahro  w  als  Leiter  der  Orchesterbe^eitung  zu  Ries'schen  Violin- 
stücken, die  Gesangsolisten  Frl.  Mark  von  hier  und  Hr.Perron 
aus  Dresden,  sowie  Hr.  Hofconcertmeister  Prof.  Halir  aus  Wei- 
mar betheiligten.  Wenn  wir  uns  eines  ürtheils  über  die  Haupt- 
nummern des  Concertes:  Fei.  v.  Woyrsch's  symphonischen 
Prolog  zu  Dante's  „Divina  Commedia"  und  Vorspiel  und  Ballet- 
musik  aus  der  Oper  „Aspasia**  von  Carl  Schröder  enthalten  und 
uns  mit  der  Bemerkung  begnügen,  dass  diese  Novitäten  mit 
Beifall  aufgenommen  wurden,  so  geschieht  dies  mit  Rücksicht 
auf  deren  Ausführung,  die  recht  ^t  noch  einige  Proben  ver- 
tragen hätte,  und  auf  die  anscheinend  mangelhafte  Akustik 
dieses  Baumes,  mit  der  auch  die  übrigen  Mitwirkenden  zu 
kämpfen  hatten.  Am  besten  klang  noch  der  Sologesang, 
dessen  Vertreter  enthusiastisch  gefeiert  wurden.  Es  ist  schade, 
dass  Frl.  Mark  den  G^nuss  an  ihrem  prächtigen  Organ  und  tem- 
peramentvollen Vortrag  durch  die  immer  mehr  oei  ihr  über- 
hand nehmende  Untugend  des  Tremolirens,  hauptsächlich  in 
der  mittleren  Stimmlage,  schädigt  und  Hr.  Perron  auch  in 
der  Dresdener  Theaterluft  das  Dehnen  der  Zeitmaasse  nicht 
verlernt  hat,  worin  er  sich  namentlich  mitLöwe's  „Archibald 


Dou^as**  eine  Güte  that.  Die  Gesangsoli  wurden  am  Ciavier 
mit  Feinheit  von  Hrn.  Afferni  begleitet.  Hr.  Prof.  Halir 
machte  den  meisten  Effect  mit  Simonis  weichlichem  Wiegen- 
lied. Von  den  übrigen  Stücken  (Adagio  und  Presto  mit  Orche- 
ster von  F.  Ries  und  eine  von  ihm  für  sein  Instrument  übertra- 
gene Liszt'sche  Rhapsodie)  wollte  ihm  das  Letztere  nicht  recht 
gelingen.  Wer  wird  aber  auch  ein  so  speciell  auf  das  Ciavier 
berechnetes  Stück,  wie  eine  Liszt'sche  Ungarische  Rhansodie. 
auf  der  Geige  spielen!  Dieses  Unterfangen  wird  sich  jeaesmal 
an  dem  Spieler  rächen,  ma^  er  auch  ein  Halir  sein.  Die 
.Concordia''  Hess  in  allen  ihren  Vorträgen  die  Vorzüge  er- 
kennen, welche  ihr  schon  längst  eine  ehrende  Ranfi»tellung 
unter  den  hiesigen  Männerchören  gesichert  haben.  I>as  Con- 
cert war  nur  massig  besucht.  Nicnt  einmal  Hr.  Perron,  der 
sonst  immer  eine  starke  Attractionskraft  auf  das  hiesige  Pub- 
licum, namentlich  das  weibliche  der  Backfischperiode,  ausübte, 
hatte  diesmal  gezogen,  geschweige  der  gute  Zweck.  Hr. 
Perron  hat  sich  allerdings  durch  seine  vielfach  geübten  Ab- 
sagen den  Ruf  als  zuverlässiger  Concertsänger  verscherzt, 
und  auch  diesmal  dürften  Viele  der  Sänger-Verheissung  in 
den  Concertanzeigen  keinen  rechten  Glauben  geschenkt  und 
deshalb  den  Besuch  des  Concertes  unterlassen  haben.  Und 
bald  wären  sie  übrigens,  wie  wir  hörten,  zu  Becht  mit  ihrem 
Zweifel  gekommen. 

Am  12.  Oct.  hatten  wir  noch  einmal  den  hohen  Genuss, 
in  der  Thomaskirche  den  Amsterdamer  a  oapella-Chor 
zu  hören.  Das  Programm  enthielt  kaum  eine  Composition, 
die  wir  nicht  schon  in  dem  Sommerconcert  dieser  Sängerelite 
an  gleicher  geweihter  Stelle  oder  im  vorhergegangenen  Ge- 
wandhausooncert,  welches  Hr.  D.  de  Lange  und  seine  Künstler 
durch  ihre  Mitwirkung  verherrlichten,  gehört  hatten,  und  auch 
in  Betreff  der  Leistungen  traten  neue  Momente  nicht  hervor, 
man  müsste  denn  den  an  einigen  Stellen  den  anderen  Stim- 
men ein  klein  wenig  an  Schmelz  des  Tons  zurückstehenden 
Chortenor  zu  einem  Flecken  dieser  wundervollen  Darbietun* 

§en  aufbauschen  wollen ,  statt  diesen  Umstand  auf  die  Ein- 
üsse  der  Reise  und  Witterung  zurückzuführen.  Wie  dies  in 
der  Natur  der  Sache  selbst  lie^,  macht  das  Gotteshaus  den 
Zuhörer  noch  empf^glicher  lur  diese  geistlichen  Vorträge, 
als  dies  in  den  grossen  Abonnementconcerten  im  Gewandhaus, 
wo  Einem  die  rechte  Stimmung  durch  verschiedene  äusserliche 
Gründe  getrübt  wird,  der  FaU  ist.  Das  Kirchenconcert  der 
Amsterdamer  Eünstlergilde  war  übrigens  hübsch  besucht, 
was  man  nach  dem  geringen  Interesse,  das  das  im  Gewand- 
haus nicht  abonnirte  Pubucum  der  Vereinigung  gelegentlich 
deren  Auftretens  am  letzteren  Ort  bezeug  natte,  kaum  er- 
warten durfte.  Allerdings  mochten  auf  diesen  Umstand  wohl 
auch  das  niodriAare  Entr6e  und  die  —  allerdings  nicht  gerade 
feine  —  eeschämiche  Manlpalcktioa  dt^  betr.  Uoncertagenten, 
das  Kircnenconcert  bereits  vor  dem  sicher  gut  hänxirirten 
Auftreten  des  Vereins  im  Gewandhaus  zu  annonciren,  mit 
eingewirkt  haben.  In  Zukunft  dürfte  die  Gewandsausconcert- 
direction  wohl  derartigen  Geschäftsmaximen  einen  Riegel  vor- 
schieben. 

Das  2.  Abonnementconcert  im  Neuen  Gewandhaus 
war  gamirt  durch  Weheres  „Oberon^-Ouverture  und  Beetho- 
ven's  Adur-Symphonie,  Werke,  die  an  dieser  Stelle  ebenso 
bekannt  sind,  wie  deren  feine  und  decente  Ausführung  unter 
Hm.  Prof.  Dr.  Reineck e*s  Leitung,  der  den  Dirigentenstab 
noch  ebenso  elastisch  schwingt,  wie  vor  Jahrzehenten,  als  er 
sein  Amt  im  Gewandhaus  antrat.  Inmitten  dieser  Eckstücke 
standen  die  Melodien  „Erstes  Begegnen**  und  „Norwegisch^ 
für  Streichorchester  von  Edvard  Gneg,  umgeben  von  Violin- 
vorträgen  des  Frl.  Gabriele  Wietro wetz  aus  Berlin.  Ist  das 
erste  Stück  des  norwegischen  Meisters  ein  wohlig-weiches 
Stimmungsbild  mit  feinen  Contouren,  aber  ohne  Besondere 
eigene  Färbung,  so  bricht  sich  dageg^en  in  dem  „Norwegisch** 
die  markante  Individualität  des  gefeierten  Componisten  gleich 
in  den  ersten  Takten  siegreich  Bahn  und  bildet  auch  in  seinem 
Charakter  einen  wirksamen  Gegensatz  zu  dem  Anderen.  Nur 
waren  diese  Stücke  zwischen  Brimms'  Violinconcert  und  Violin- 
soli von  Spohr  (Adagio  aus  dem  6.  Concert)  und  Zarzycki 
(Mazurka)  nicht  gerade  günstig  postirt;  zwischen  Gesangs- 
sachen hätten  sie  jedenfalls  noch  mehr  effectuirt,  als  in  der 
diesmaligen  klanglich  zu  gleichartigen  Anordnung.  FrLWie- 
trowetz,  die  wir  schon  längst  als  eine  der  Berufensten  unter 


und  ihre  echt  musikalische  Auffassung  feierten  vor  Allem  in 
dem  herrlichen,  von  Hm.  Concertmeister  Prill  mit  grosser 


43' 


59Ö 

Achtsmkeit  türigirteii  Brahms'schen  Coucert  vollverdienta 
Triuiiphe,  mit  tiefer  Empfindime  Baae  sie  das  Spobr'sche 
Adag'.o  und  mit  keckem  üeoermath  warf  Bie  die  Mazurka  bin. 
Mit  der  "Wahl  der  Solostücke  hat  es  bei  den  StreichsolJsten 
dasselbe  Bewenden,  wie  bei  den  Sängern:  Zo  einer  selbEt- 
veraiitwortlicbeu  Wabl  derselben  kann  sieb  eelten  Jemand 
H 11  t'sc Zwingen,  liebev  spielt  man  100  Mal  ein  längst  scbcn 
durcli  alle  Concertsäle  gepeitechtes  Stück  von  zweileih aftem 
mnäik aliseben  Werth,  wie  z.B.  die  beregte  Mazuika,  und 
scbmoicbelt  damit  dem  faden  Qescbmack  der  grossen  Menge, 
stnit  dass  m&u  Eio  Mal  selbst  mit  frischer  Hand  in  die  bez.  Lit- 
tei'Htiir  hineingreift  und  Das  dem  Publicum  bietet,  was  man 
selbst  t\Si  gut  und  recht  hält.  Geifide  bei  einer  Violinistin, 
die  sich  auf  der  einen  Seite  die  höchsten  Kunstziele  gesteckt 
und  dieselben,  wie  der  Vortrag  des  Brahms'echen  Concertes 
be^viea,  auch  zq  erreichen  verstanden  hat,  berührte  die  Con- 
cei^ion,  welche  sie,  man  konnte  sagen:  in  Einem  Äthem,  dem 
lieben  Publicum  machte,  besonders  betrQbend. 

Am  selben  Tage  fand  Nachmittags  in  der  Thomaakirche 
aus  Anlass  des  100.  Geburtstags  des  ehemaligen  Thomascan- 
tijis  Horitz  Hauptmann  zu  desseu  Oedächtniss  eine  Auffüh- 
ruug  rerschiedener  Chöre  durch  die 'Th Omaner  statt,  welcher 
eins  Jie  KircbenrS,ume  bis  zum  letzten  Plätzchen  füllende 
Zuhörerschaft  beiwohnte.  Das  Andenken  an  diesen  bedeu- 
tenden Uann  beging  am  18.  Oct.  in  einer  speciellen  Feier 
auch  das  k.  Gonservatorium  der  Musik,  zu  dessen  Buhm 
D.ich  answärts  Moritz  Hauptmann  als  langjähriger  Lehrer  an 
demselben  ganz  wesentlich  mit  beigetragen  bat.  Diese  Feier 
wurd»  mit  dem  gut  gelungenen  Vortrag  des  Offertoriums 
f)p.  15  des  Verstorbenen  begonnen.  Hierauf  hielt  Hr.  Prof. 
Dr.  O.  Paul,  Einer  der  hervorragendst«n  Schüler  Moritz  Haupt- 
niann's,  einen  dusaerst  lichtvollen  und  warmempfundenen, 
von  praktischen  Demonstrationen  am  Flügel  imterstUtzten 
Vortrag  über  dessen  Lebensgang  und  Bedeutung  fUr  die  musi- 
kalische Kunst  und  Wissenschaft,  der  auf  alle  Anwesenden 
einen  nachhaltigen  Eindruck  maclite.  Dieser  vortrefflichen 
Ansprache  folgen  das  von  Frl.  Margarethe  Schaube  aus 
Leipzig  mit  weit  vorgeschrittener  Technik  und  recht  befrie- 
diganäer  Au&esnng  gespielte  Italienische  Pianoforteconcert 
von  S.  Bach,  verscbiedene  Chöre  und  das  Andante  aus  dem 
Streichquartett  Op.  7,  No,  1,  von  M.  Hauptmann,  Letzteres 
von  dm HH.  Zimmermann  aus  Groningen,  Kor  bausPIatten, 
A.  Wille  ans  Greiz  und  Hammig  aus  Leipzig  in  klarer  Aus- 
arbeitung vorgetragen,  sowie,  als  Scblussnummer ,  das  von 
Hill.  Eckert  aus  Leipzig  mit  zuvertftssiger  Technik,  gesun- 
dem Ton  und  schon  recht  verständnissvollem  geistigen  Ein- 
gehei,  vorgetragene  Ödur-Clavierconceit  von  Beethoven.  Die 
('harnummem standen  untw  der  zuverlässigen  und  bololwuden 
Leitung  des  Hm.  Musik dir»ctor  EUsse. 


Conoertumsohau. 

Aachen.  9.  u.  10.  Vereamml.  des  Instrumental  Vereins 
(.SL'hwJckeratb):  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  2)  u.  Schu- 
mann (No.  4),  Ouvertüren  v,  Weber  u.  Cherubini,  Hochzeits- 
luusik  V.  Ad.  Jensen-Becker,  Andante  a.  dem  (welchem?) 
Stroichquart.  v.  Tschaikowsky  (vom  ganzen  Streichoroh. 
gespielt),  Violin  vortrage  des  Frl.  Schwartz  aus  Cöln  (Ungar. 
Tauz  V.  Brahms-Joachim  etc.). 

Amsterdam.  Aboim.-Conc.  im  Neaen  Ooncerthaus  (Kee) 
am  8.  Cot.:  1.  Symph.  v.  Schumann,  Po6me  eymph.  „LeChas- 
aeur  Uaadit"  v.  C.  Franck,  Ouvertüren  v.  P.  Gernsheim 
(„Waldmeisters  Brautfahrt")  u.  R,  Wagner  („Rienzi"),  „La 
Troyenne  regrettant  sa  patrie"  a.  „Les  Erinnyes"  v.  Masse- 
uet,  Pr61.  a.  „Le  Dfiluge"  V.  Saint-Saöns  (Violinsolo:  Hr. 
Krimmer). 

Basel.  1.  Abonn.-Oonc.  derAUgem.  Musikgesellschaft  (Dr. 
Volkland);  3.  Symph,  v.  Beethoven,  „Freischütz^-Ouvert.  v. 
W«ber,Scherzoa.  der  „Sommemachtstraum''-Musik  v.Mendels- 
sulin,  Solovortrtlge  des  Frl.  Hiller  a.  Stuttgart  (Ges.,  Marga- 
letheas  Wiegenlied  t.  E.  Grieg,  „Dort  in  den  Weiden"  v. 
Brahms  etc.)  u.  des  Hm.  Kahnt  v.  hier  (Violonc,  Adagio 
narh  keltischen  Melodien  v.  Bruch  u,  Sarabande  u.  Gavotte 
V.   M.  Kahnt). 

Berlin.  Symph.-ConcBrte  des  Pliilharm.  Oi-ch.  (Herfurth) 
iini  4.  u.  II.  Oct.:  Svmphonien  v.  Beethoven  (No.  4)  u.  Schu- 
luann  (No.  4),  „L'Arwsienne"  v.  Bizet,  Ouvertüren  v.  Gold- 
m«rb  (,ImFrÜhling''J,Volkmann(„Eichardin."),  Bruhms 
(Akad  Fest-)  u.  Weber,  „Parsifal"- Vorspiel  u.  „Waldweben" 
a.     „f^iegfried"  v.  Wagner,  1.  Salz  des  Violinconc.  iu  ungar. 


Weise  V.  Joachim  (Hr.  Olk)  u.  a.  Repertoirenummom.  — 
Am  11.  Oct.  Auffuhr,  t.  C.  Mengeweiu^s  Orator.  „Johannes 
der  Täufer"  durch  den  Oratorienver.  (Mengewein^  unt.  sollst. 
Mitwirk,  der  Frau  Freudenberg,  des  Frl.  Schacht  u.  der  HH. 
Kirchner  u.  Rolle. 

Breslau.  Symph.-Concerte  der  Brest.  Concertcap.  (Riemen- 
Schneider):  No.  2.  AmoU-Symph.  v.  Mendelssohn,  „Les  Prä- 
ludee"  v.  Liszt,  Ouvertüren  v.  Gade  und  Wagner  {„'fann- 
hftuser"),  2.  Sohwed.  Rhaps.  v.  A,  Hallän,  Gmoll-Oboeconc. 
V.  Händel  (Hr.  Klemcke).  No.  3.  Waldsymphonie  v.  Baff, 
Ouvertüren  v.  C.Stör  (Ritterliche)  u. Weber,  Festpraeludium 
V.  G.  Riemenschneider,  Intermezzo  a.  „Freund  Fritz"  v. 
Mascagni,  Zigeunerballet  a.  der  Oper  „Die  Mühle  im  Wisper- 
thal"  V.  W.  Freudenberg,  Gesang  vortrage  des  Hrn.  Schle- 
singer, —  Wohlthätigkeitsconc.  derselben  Gap.  am  11.  Gct.: 
Orcne6t«rsuite  Op,  42  v.  Mac-Dowell,  Ouvertnren  t.  Weber 
u.  Wagner  („Tannhäuser"),  Vocalduette  v.  Weber  u.  Mozart 
(Frau  Riemenschneider  u.  Hr.  Prof.  Kühn),  Solovorträge  der 
Frls.  Plüddemann  (Ges.,  Solveig's  Lied  v.  Grieg,  „Im  Maien" 
V.  J.  Schäffer  u.  Altdeutsches  Wiegenlied  v.  M.  Plfldde- 
mann)  u.  Berliner  (Clav.,  14.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt  etc.), 
der  Frau  Riemenschneider  und  der  HH.  Prof.  Dr.  Schäffer 
(Clav.),  Schnelle  (Viol.)  u.  Melzer  fViolonc,  Mazurka  v.  Pop- 
per et«.). 

Bractasal.  Festconc.  des  Musikvereins  za  dessen  26jähr. 
Jubiläum  am  8.  Oct.:  HmoU-Symph.  v,  Schubert,  Jubelouvert. 
V.  Weber,  „Festgesang  an  die  Künstler"  f.  gem.  Chor  u.  Orch. 
V.  E.  Ebriamann  {unt.  Leit.  des  Comp.),  Solovortr&ge  des  Frl. 
Calmbach  a.  Mannheim  (Ges.,  Das  Zauberlied  v.  E.  Meyer- 
Heimund,  Frühlingslied  y.  B.  Becker,  „Mei  Maidle"  von 
C.  J,  Bisch  off  etc.)  u.  desHrn.A,KrasBelt  a,  Baden-Baden 
(Violine). 

Chicago.  1.  Populär  Conc.  des  Pianisten  Hm.  Liebling 
unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Addy  (Ges.)  u.  des  Hm.  Weidig  (Viol.): 
Clav.-Violinsuite  v.  Goldmark,  Soli  f.  Ges.  v.  Förster  („Ich 
liebe  dich")  u,  Neidlinger  („ESveries")  u.  f.  Clav,  von  B.  0. 
Klein  (Prael.,  Thema  u.  Variat.),  Grieg  (Marsch  a,  Gp.  54), 
Blumenschein  (BarcaroUe)  u.  Moszkowski  (Valsa  de  Conc.) 
u.  f.  Viol.  V.  F.  Ries  (Adagio  u.  .Perpetuum  mobile"). 

Dresden.  Vortragsilhong  v.MusikvollschUlem  desk.Con- 
servat.  f.  Musik  am  5.  Oct.;  Streichquint.  Op.  18  v.  Mendels- 
sohn (HH.  Naumann,  Lang,  Müller,  Lichtenbergera.  Weidig), 
Esdur-Claviertrio  v.  I.  Brüll  (Frl.  Bräuer  u.  Iffi.  Lang  und 
ßamper),  Esdur-Clav.-Violinson.  v,  Bheinberger  (Frl.  Kah- 
lert  u.  Hr.  Hildebrandt),  Solovorträge  der  Frls,  Schaper  (Ges., 
„Es  blinkt  der  Thau"  v.  Bubinstein,  „Es  muss  was  Wun- 
derbares sein"  V.  F.  Ries  u,  „Er  ist  gekommen"  v.  Frans) 
u.  Crompton  (Clav.;  „Gondoliera"  v.  Liazt  etc.)  u.  des  Hrn. 
Qfissner  (Ges.). 

Elsleben.  Bach-Gonc.  des  Organisten  Hm.  Richter  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Böttcher  a,  Leipzig  (Ges.)  u.  der  HH.  Beyer 
a.  Königsberg  i.  Pr.  (Org.)  u.  Hopf  a.  Leipiig  (Viol.)  u.  A.  m. 
am  7,  Sept. :  Motette  „So  nun  der  Geist",  Anen  „Ich  vrilldir 
mein  Herze  schenken",  „Seu&er,  Thränen"  a.  „Mein  gläubiges 
Herze",  Esdur-Prael.,  Choral  vorspiele  u.  Passacaglia  f.  Orgel, 
zwei  Sarabanden  u.  Chaconne  f.VioL  v.S.  Bach.  (Von  Hm. Otto 
Richter,  seit  Ostem  1890  Organist  an  der  St.  Andreaskirche, 
gingen  uns  noch  weitere  Programme  von  demselben  in  Eis- 
lebrä  veranetalt«ter  Concerte  zu,  die  in  ihrer  interessanten, 
von  ernsten  künstlerischen  Principien  dictirten  Aufstellung 
weit  von  Dem  sich  unterscheiden,  was  man  sonst  in  kleineren 
Städten  gewöhnt  ist.  Hoffentlich  gelingt  es  ihm,  seinen 
reformatorischen  Bratrebangen  nach  und  nach  die  verdient« 
Anerkennung  seitens  des  dortigen  musikalischen  Publicums 
2D  gewinnen.) 

Genf.  Gonc.  der  Sängerin  Frau  Diaz  a.  Madrid  unter 
Mitwirk,  der  HH.  Romieux  (Ges.),  Willy  u.  Ad.  Eehberg  (Clav. 
u.  Violonc)  u.  Rey  (Viol.)  am  30.  Sept.:  D moU-Claviertrio  v. 
Mendelssohn,  D dur-Olav.-Violoncellsonate  von  Rubinstein, 
Introd.  u.  Polon.  f.  dieselben  Instrumente  v.  Chopin  ,  Soli  f. 
Ges.  V.  L.  de  Maupeou  (Arie  a.  „Ariane"),  Verdi  (Arie  a. 
„Aida"),  Meyerbeer,  Bovy-Lysherg  („Le  Poöte  mourant"), 
Oounod  (Couplets  a.  „Vulcaiu"),  C.  Gomez  (Barcarole  aus 
„Salvator  Rosa")  u.  Arditi  („Extase")  u.  f. Viol.  v.  Jaques- 
Dalcroze  (Romanze). 

Gotha.  1.  VereJnsconc.  des  Musikvereins  (Prof.  Tietz): 
Gdur-Symph.  v.  Schubert,  Ouvert.  zu  „Ipbigenie  in  Aulia"  v. 
Gluck  m.  dem  Schluse  v.  Rieh.  Wagner,  Solovortr&ge  des 
Frl.  Döbel  (Clav.,  Gdur-Conc.  v.  Beethoven)  u.  des  Hm.  Sister- 
maoe  a.  Frankfort  a.  M.  (Ges.,  Minnelied  v.  Brahms  etc.). 
-~  S.  Vereinsconc  des  Orchestervereins:     1.  Symph.  v.  Beet- 


529 


hoven,  Ouvertüren  y.  Mendelasobn  u.  Mozart,  Glaviervorträge 
des  Frl.  Waltber  a.  Leipzig  (Gdor-Conc.  y.  Beetboyen,  Esdur- 
Polon.  V.  Liszt  eto.)* 

Klagenfort.  Wobltbätigkeitsconc.  des  Männer-CTesang- 
ver.  (Weidt)  am  9.  Oct.;  MÄnnercböre  v.  A.  Wöckl  (Früh- 
lingslied), Tb.  Kose  bat  und  Herbeck  (Wemer's  Lied  aus 
Welscbland),  sowie  div.  Kärntner  Volkslieder. 

Leipzig.  Wobltbfttigkeitsconoert  im  KrystaUpalast  am 
11.  Oct.,  ausgefilbrt  von  dem  Mftnnergesangyerein  „Goncordia** 
(Gtoidelj,  der  Gap.  des  194.  Inf.-Reg.  (Jabrow),  Frl.  Mark  v. 
bier  u.  Hm.  Perron  a.  Dresden  (Ges.),  sowie  Hm.  Prof.  Halir  a. 
Weimar  (Viol.):  Sympbon.  Prolog  zu  Dante's  „Divina  Gom- 
media"  y.  F.  v.  Woyrscb  (unt.  Leit.  des  Gomp.),  Vorspiel  u. 
Balletmnsik  a.  „Aspasia*'  v.  G.  Scbröder  (unt.  Leitung  des 
Gomp.),  Männercböre  y.  M.  y.  Weinzier  1  („Segenswunscb"), 
V.  Lacbner  (Hymne  an  die  Musik),  F.  y.  Woyrscb  („Gute 
Nacbt")  u.  E einecke  (Wanderlied),  SöH  f.  Sopran  y.W.  Scb au- 
seil („Frage%  F.  Eies  (Wiegenlied),  H.Ritter  („Die  junge 
Spinnerin*')  u.  A.,  f.  Bariton  y.  Pauline  Erdmannsdörfer- 
Ficbtner  u.  Löwe  u.  f.  Violine  y.  F.  Ries  (Adagio  und 
Presto) ,  Simon  (Wiegenlied)  und  Liszt-Halir  (Ungar. 
Rbaps.).  —  Kircbenconc.  des  Amsterdamer  a  capella-Gbors 
(D.  de  Lange)  am  12.  Oct.  m.  Gompositionen  yon  SweeHnck, 
Okegbem,  Obrecbt,  Dufay,  Lassus  u.  de  Pros.  —  2.  Abonn.- 
Gonc.  im  Neuen  Gewandnaus  (Prof.  Dr.  Reinecke) :  7.  Sympb. 
V.  Beetboy en.  „Oberon"-Ouvert.  y.  Weber,  Melodien  „Erstes 
Begegnen"  u.  „Norwegiscb"  f.  Streicborcb.  y.  Grieg,Violin- 
yortiSge  des  Frl.  Wietrowetz  a.  Berlin  (Gonc.  y.  Brabms  etc.). 
—  Hauptmann*Feier  im  k.  Gonseryat.  der  Musik  am  14.  Oct.: 
„Lauda,  anima  mea"  f.  Gbor  yon  M.  Hauptmann,  Anspracbe 
des  Hm.  Prof.  Dr.  Paul,  Italien.  Gonc.  f.  Glay.  y.  S.  Bacbrr 
Frl.  Scbaube  a.  Leipzig,  Gborlieder  „Im  Sommer"  Wanderers 
Nacbtlied  u.  Mailied  y.  M.  Hauptmann,  And.  a.  dem  Streicb- 
quart.  Op.  7,  No.  1,  yon  demselben  :=  HH.  Zimmermann  aus 
Groningen,  Korb  a.  Platten  i.  Böbmen,  Wille  a.  Greiz  u.  Ham- 
mig a.  lieipzig,  Gborlieder  „An  der  Kircbe  wobnt  der  Prie- 
ster", „Frlmlingsliebe"  u.  „Wenn  Zweie  sieb  gut  sind"  yon 
M.  Hauptmann,  Gdur-Gonc.  y.  Beetboyen  =  Hr.  Eckert  aus 
Leipzig.  (Die  Gböre  unt.  Leit.  des  Hm.  Klesse.)  —  1.  Popul. 
Kammermusikabend  v.  Hrn.  y.  Böse  (Glay.),  Frl.  Robinson 
(Viol.)  u.  Hm.  Kiesling  (Violonc.)  unt.  Mitwirkung  des  Hm. 
Heintzscb  (Bratscbe):  Adur-Glayierquart.  y.  Brabms,  Ddur- 
Glayiertrio  y.  Beetboyen,  .Dmoll-Glay. -Violinsonate  y.  Scbu- 
mann. 

Magdeburg.  Tonkünstleryerein  am  26.  Sept.  u.  8.  Oct. : 
Streicbquartette  y.  Beetboyen  (Op.  54,  No.  8),  Tscna'iko  wsky 
(Op.  11)  u.  Haydn  (Bdur),  Fdur-Clayiertrio  y.  Scbumann  (Glay.: 
Hr.  Kauffinann),  Soloyorträge  der  Frau  Stöbe-Spiegelberg  a. 
Halberstadt  (Ges.,  »Auf  der  Bleicbe"  y.  A.  Bungert,  „Das 
alte  Lied"  y.  Edy.  Grieg  etc.)  u.  des  Hm.  Berber  (Violine, 
Gbaconne  y.  S.  Bacb). 

PfOPZhelm.  Gonc.  der  HH.  A.  Krasselt  (Viol.)  u.  Wamke 
(Violonc.)  a.  Baden-Baden  unter  Mitwirk,  der  Pianistin  Frl. 
Krasselt  y.  ebendaber  am  10.  Oct.:  Glayiertrio  (welcbes?)  u. 
Andante  f.  Viol.,  Viola  u.  Violonc.  y.  Beetboyen,  Soli  f.  Viol. 
y.  Vieuxtemps,  Wie niawski  (Andante)  u.  Ries  („Perpetuum 
mobile")  u.  f.  Violonc.  y.  J.  Kiengel (Noct.),  Popper  (Span. 
Tanz)  u.  A. 

Pirmasens.  44.  Gonc.  des  Mftnnerges.-  u.  Gaecilien-Ver. 
(Köbler):  „Der  Scb&fer  putzte  sieb  zum  Tanze"  f.  gem.  Gbor 
u.  Soli  (Frl.  Diebl  u.  Hr.  König)  y.  Moszkowski,  Hymne  f. 
Sopransolo  (Frl.  Diebl)  u.  gem.  Gbor  y.  Mendelssobn,  „Fritb- 
jors  Heimfabrt"  f.  Baritonsolo  (Hr.  K6nig)  u.  Männerobor  u. 
Männercbor  „Vom  Rbein"  y.  Brucb,  Gayotte  u.  Musette  f. 
zwei  Glayiere  y.  Raff-Pescio  (Frl.  Vanbeck  a.  Paris  u.  ein 
ungen.  Spieler),  Violoncelly ertrage  des  Hm.  Hartmann  aus 
Mannbeim  (Gonc.  y.  Lalo,  „Aye  Maria"  y.  Brucb,  Airs  de 
ballet  y.  G.  Ernest,  „Albumblatt"  y.  Wagner-Popper, 
Soblummerlied  y.  Oyerbeck  u.  „Vito"  y.  Popper). 

Stuttgart.  Wobltbätigkeitsconc.  am  23.  Sept.,  ausgefHbrt 
yom  Personal  der  Hof  bübne  u.  y.  der  Hofcapelle  unt.  Leit.  des 
Hm.  Zumpe:  Prolog  y.  W.  y.  Hoxar  (Frl.  Dumont),  Ouyer- 
turen  zu  „Goriolan"  u.  „Egmont"  y.  Beetboyen ,  Allemande, 
Sarabande  u.  Gebell  f.  Streicborcb.  y.  H.  Purcell- Webrle,  „Ave 
yerum"  f.  Gbor  u.  Orcb.  y.  Mozart,  Marienlieder  ( JDer  Ji^er", 
„Magdalena"  u.  „Maria's  Lob")  f.  gem.  Gbor  y.  J.  Brabms, 
M&nnerquart.  „0  Iftcble  stets"  y.  Gnerubini,  Soloyorträge  der 
Frls.  Hieser  (Ges.)  u.  Brand  (Declam.)  u.  der  HH.  Hromada 
(Ges.),  y.  Hoxar  (Declam.)  u.  Prof.  Wien  (Viol.). 

Weissenf  eis.  Goncert  der  Gap.  des  k.  s.  8.  In£-Regim. 
„Prinz  Jobann"  No.107  (Waltber)a. Leipzig  am  26. Sept.:  „Tann- 


b&user"-Ouyert.  y.  Wagner,  2.  Ungar.  Rbaps.  y.  Liszt  u.a. 
Orcbesterstücke,  Soloyorträge  des  Frl.  Waltber  aus  Leipzig 
(Glay.,  Amoll-Goncert  y.  Scbumann,  „Gonsolation"  y.  Liszt, 
Taranteile  y.  Moszkowski  etc.)  u.  der  HH.  Doli  (VioL)  u. 
Ettelt  (Violonc,  Gonc.  y.  Go Hermann). 

Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 


Engagements  und  GBste  in  Oper  und  Conoert. 

Aaehen.  Zwei  junge,  kOrzlicb  erst  aus  der  treff lieben 
Scbule  des  Hrn.  Bodo  Borebers  in  Leipzig  entlassene  Sänge- 
rinnen, die  Frls.  Martin  und  Siecker,  baben  bier  mit 
Glück  debutirt,  Erstere  als  Gkibriele  im  „Nacbtlager  yon  Gra- 
nada", Frl  Siecker  als  Page  in  den  „Hugenotten".  —  Ber- 
lin. Auf  dem  Gonceripodium  Hessen  sieb  kurz  bintereinander 
zwei  Pianisten  yon  sebr  yerscbiedenem  Kaliber  boren,  denn 
wäbrend  der  Eine,  Hr.  Genss  aus  Mainz,  sieb  nirgends  über 
die  Mittelmässigkeit  erbob,  macbte  der  Andere,  Hr.  Reise- 
nauer,  den  Eindruck  eines  reifen  und  selbständig  reprodu- 
cirenden  Meisters.  Aucb  als  Gomponist  yermocbte  Hr.  G^nss 
nicbt  weiter  zu  interessiren.  —  Gotha.  Li  dem  1.  Musik- 
yereinsconcert  entzückte  der  Bassist  Hr.  Sistermans  aus 
Frankfurt  a.  M.  im  böobsten  Grade  das  Publicum,  das  mit 
wabrer  Wonne  dem  Klange  dieser  edlen  und  berrlicb  ge- 
scbulten  Stimme  lauscbte  und  sieb  durcb  die  aucb  nacb  Seite 
der  Auffassung  ausgezeicbneten  Vorträge  dieses  Gkistes  be- 
geistern Hess.  Den  Hauptscbmuck  des  2.  Vereinsconcertes  des 
Orcbesteryereins  bildeten  die  mit  allen  Merkmalen  angebo- 
renen Talentes  und  rastlosen  Studiums  ausgestatteten  Glayier- 
yorträge  Ibrer  Jugendlieben  Landsmännin  Frl.  Meta  Waltber. 
Eine  unyergesslicbe  Leistung  bot  sie  yor  Allem  in  Beetboyen^s 
Gdur-Goncert.  —  Naumburg  a.  S.  In  einem  Goncert,  das 
Hr.  Musikdirector  Waltber  aus  Leipzig  mit  seiner  trefflieb 
gescbulten  Militärcapelle  bier  gab,  Hess  sieb  dessen  Tocbter 
Frl.  Meta  Waltber  als  Pianistin  boren  und  erregte  mit  ibrem 
poetiscben  Spiel  gerecbtes  Aufgeben.  — Paris.  In  der  Ko- 
miseben Oper  bat  Hr.  Badiali  als  Debütant  mit  yielem  Glück 
und  Gescbick  Besitz  yon  der  Rolle  des  Figaro  („Barbier  yon 
Sevilla")  ergriffen. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Tbomaskircbe:  18.  Oct.  Vierstimmige  Gbor- 
lieder „Sei  still  dem  Herrn",  „Nimm  mir  Alles",  „leb  weiss 
es,  Herr",  „Gott,  beilige  du  selbst  mein  Herz"  u.  „Die  Nacbt 
ist  gekommen",  sowie  „Kyrie",  „Gloria",  „Sanctus"  u.  „Agnus 
Dei"  a.  der  Vocalmesse  Op.  18  y.  M.  Hauptmann.  15.  Oct. 
„Seele,  was  betrübst  du  dicb"  y.  G.  Reinecke.  „Sanctus"  u. 
-Agnus  Dei"  yon  M.  Hauptmann.  16.  Oct.  „Sei  stille  dem 
Herrn"  und  „Wer  bis  an  das  Ende  bebarrt"  a.  dem  „Elias" 
y.  Mendelssobn. 

Plauen  i.  V.  St.  Jobanniskircbe:  26.  Juni.  „Sei  will- 
kommen, liebster  Freund"  y.  J.  Stecber.  10.  Juli.  „Durcb 
die  Engel  treibe  weit  weg"  y.  Palestrina.  —  Hauptkircbe: 
3.  Juli.  „Gross  und  wundersam  sind  deine  Werke",  Gantate 
f.  Solo,  Gbor,  Orcb.  u.  Org.  y.  Aug.  Riedel.  21.  Aug.  „Jerusa- 
lem"-Arie  a.  „Paulus"  yon  Mendelssobn.  «Acb,  wie  web  ist 
meinem  Herzen"  y.  Prätorius.  28.  Aug.  „Für  deine  gnaden- 
yolle  Milde"  y.  Grell.  2.  Sept.  „Herr,  der  du  bist  der  Gott" 
y.  Mendelssobn.  4.  Sept.  „Agnus  Dei"  y.  Morlaccbi.  11.  Sept. 
„Wie  könnt  icb  sein  y ergessen"  y.  0.  Lassus.  18.  Sept.  „Nun 
bitten  wir  den  beiigen  Geist"  y.  Erytbräus.  25.  Sept.  „Die 
Himmel  rübmen"  yon  Beetboyen.  „Dank  sei  dir,  Gott"  yon 
Mendelssobn.  9.  Oct.  „Gib  dicb  zufrieden"  yon  Ebeling. 
„Herzlicb  yertrau  du"  y.  Scbein.  —  Lutberkircbe:  8.  Juu. 
„Aus  der  Tiefe  ruf  icb"  y.  Kiel.  14.  Aug.  ,^0  beiHger  Wabr- 
neit  bobes  Wort",  Arie  a.  „Belsazar"  yon  Händel.  4.  Sept. 
„Menscb,  willst  du  leben  seligUcb"  y.  J.  Eccard.  25.  Sept. 
„Herr,  den  icb  tief  im  Herzen  trage"  (y.?). 

OpernauffDhrungen. 

September. 

Stuttgart.  K.  Hoftbeater:  1.  Fidelio.  4.  Don  Juan. 
6.  Der  fliegende  Holländer.  9.  Josepb  und  seine  Brüder. 
11.  Der  Freiscbütz.  13.  Der  Troubadour.  16.  Martba.  18., 
22.  u.  80.  Gringoire  (BrüU).  20.  Lobengrin.  22.  Die  Regi- 
mentstocbter.    25.  Undine.    28.  Fra  Diayolo. 


I 


Vermischte  Mitttieilungen  und  Notizen. 

*  Dm  n&chate  Schleaisohe  Musikfest  soll  endgiltig 
1894  in  Görlitz  abgiehalteD  werden. 

*  Die  k.  Hochschule  für  Musik  au  Berlin  soU  end- 
lich eise  ihrer  staatlichen  Stelluns  würdige  Heimstätte  er- 
hklten,  zu  welcher  der  k.  Baor&th  Hr.  Schwechten  bereits 
den  Plan  entworfen  hat. 

'  Hr.  (Soorge  Haddook  hat  in  Leeds  ein  Musikinsti- 
tut,  The  Leeds  College  of  Music,  begründet,  für  welches  er 
D.  A.  Frl.  Trebelli  und  die  HH.  Novara  und  Emile  Bach  ab 
Lehrkräfte  gewonnen  hat.  Zwei ginsti tote  sollen  in  Uan- 
oheeter,  Bradford,  Earrogate,  Yoä  und  London  errichtet 
werden. 

*  Die  Wittwe  des  Prof.  Pürstenau,  Eines  der  Dresdener 
Freunde  Rieh.  Wagner'a,  hat  dem  Stadtmuseum  zu  Dresden 
den  Taktstock  geschenkt,  mit  welchem  der  Dich ter-Compo- 
niet  die  erste  Dresdener  „Kienzi" 'Aufführung  geleitet  hat. 

*  Zum  Zweck  der  Errichtung  eines  Denkmals  für 
Donizetti,  welches  im  Jahre  1897|  am  hundertjährigen  Ge- 
burtstag des  Componisten,  in  Bergamo  eingeweiht  werden 
soll,  hat  sich  schon  jetzt  daselbst  em  Comit6  unter  dem  Vor- 
sitz des  Grafen  Gianforte  gebildet  und  einen  Aufruf  erhiesen. 

*  Das  Stadttheater  zu  Bremen  beging  am  16.  Oct. 
das  Jubiläum  seines  100jährigen  Bestehens  mit  der  Auf- 
Albrung  eines  Festspiels  von  fr.  Lahmann  und  des  „Loben- 
grin"  von  Wagner. 

*  InVerviers  wurde  dosneue,  elegant  und  zweckmässig 
eingericht«t«  und  mit  allen  Sich  erb  ei  ta  Vorkehrungen  der  Neu- 
zeit versehene  Theater  kürzlich  eingeweiht. 

*  Die  Neue  deutsche  Oper  in  Berlin  hat  schnell 
ein  Ende  genommen.  Der  geschäfthche  Director  derselben 
Carl  Jnnkermann  hat  das  Weite  gesucht.  Einstweilen  sollen 
das  Ausstellungsstück  „Pandora"  und  die  Oper  „Die  Nürn- 
berger Puppe"    noch    gegeben    werden ,    so   lange   es    eben 

*  Im   k.' Opernhaus   zu  Berlin   &nd  am  16.  d.  Mts.  die 

300.  Aufführung  von  Wagner'a  „Lohengrin"  statt. 

*  Es  ist  nun  fest  bestimmt,  daes  Wagner's  „Tristan 
und  Isolde"  im  Laufe  dieses  Winters  das  Licht  der  Lampen 
des  Monnaie-Theaters  in  Brüssel  erblicken  wird,  wenigstens 
haben  die  Erben  des  Meisters  in  die  Aufführung  gewilligt. 

*  Nachdem  sich  die  neulich  durch  die  Presse  gegangene 
Mittheilung,  dass  im  Dresdener  Hoftheater  Rieh.  Wagner's 
Jngendoper  „Die  Feen"  in  Sicht  sei,  als  eine  Ente  erwiesen 
hat,  taucht  dieselbe  mit  veränderter  Scene  von  Neuem  auf, 
indem  man  berichtet,  dass  die  bez.  Aufführung  sich  am 
13.  Febr.  n.  J.  im  Deutschen  Landestheater  zu  Frag  voll- 
ziehen werde.     Die  Bestätigung  ist  abzuwarten. 

*  Im  Czechischen  Nationaltheater  zu  Prag  ging  kürzlich 
mit  grossem  Erfolg  erstmalig  P.  Tschaikowsky's  „Pique- 
Dame"  in  Scene. 

*  Das  Stadttheater  zu  Leipzig  brachte  in  vor.  Woche 
ab  Novitäten  Mozart's  Singspiel  -Bastien  und  Bastienne" 
und  Mascagni's  „Freund  Fritz"  als  Novitäten.  Die  Auffüh- 
rung des  letzteren  Werkes  war  einmal  eine  recht  gute,  was 
hier  jetzt  zu  den  Seltenheiten  gehört. 

*  In  Carlsruhe  ging  am  9.  Oct.  Alban  Förster's  Oper 
^Lorle"  als  Novität  in  Scene,  ohne  jedoch  naohaltiger  zu 
interessiren. 


*  Nach  der  „Dr.  Z."  soll  Enna's  Oper  „Die  Hexa"  in 
der  begonnenen  Saison  im  Hoftheater  zu  Dresden  zur  Anf- 
fbhrung  gelangen. 

*  In  Hamburg  hat,  wie  man  liest,  die  neue  Opet  „Der 
Lieheskampf"  von  E.  Mever-Helmund  bei  ihrer  Premiere 
im  Stadttheater  Erfolg  gehabt. 

*  Die  uns  ans  Scheveningen  zugegangene  und  in  v.  No. 
abgedruckte  Mittheilung  tlber  ein  dortiges  firahms-Ooncert 
ist,  wie  wir  aus  anderen  Berichten  erkennen  müssen,  eine  in 
ihrer  ganzen  Fassung  derartig  tendenziöse  gewesen,  dass  wir 
aufrichtig  ihre  Keprodnction  zu  bedauern  haben.  Mit  dem 
betreffenden  Concert  hat  Hr.  Baron  von  Zujlen  vau  Nyevelt,  der 
bereits  früher  auf  Einladung  des  Philharmonischen  Orchesters 
ein  BeneSzconcert  für  dasselbe  dirigirt  und  sich  dabei  als 
vollständig  befähigt  hierzu  erwiesen  habe,  nur  Propeganda, 
für  den  von  ihm  be^istort  verehrten  deutschen  Meister 
machen  und  beweisen  wollen,  dass  man  es  auch  in  Scheve- 
ningen wagen  dürfe,  einen  ganzen  Concertabend  mit  Compo- 
sitionen  desselben  auszufüllen,  ohne  das  Publicum  ta  ermü- 
den, welche  Annahme  durch  den  grossen  Erfolg  des  Con- 
certes  gllüizend  gerechtfertigt  worden  ist. 

*  Hr.  Muck  bat  seine  Stellung  als  Hofcapellmeister  zu 
Berlin  in  vielversprechender  Weise  mit  der  Leitung  von 
„Tristan  und  Isolde"  angetreten.  Die  Berliner  HofliUhne 
kann  sich  zu  ihrer  jetzigen  Capellmeistertrias  Sucher- Wein- 
gartner-Mnck  gratuliren! 

*  Frau  Therese  Vogl  verabschiedete  sich  am  9.  d.  Mts. 
als  Isolde  von  ihrer  fast  27j8hrigen  hochbedeutenden  künst^ 
lerischen  Tfaätigkeit  an  der  Münohener  Hofbühne.  Die  der 
scheidenden  Sängerin  bei  diesem  Anläse  dargebrachten  Ova- 
tionen übertrafen  an  Herzlichkeit  alles  daselbst  früher  in 
dieser  Richtung  Erlebte. 

*FrauSeubert-Hausenin  Mannheim  feierte  am  28. Sept. 
ihr  25jähriges  Jubiläum  als  Mitglied  der  dortigen  Hofoper. 

■  Am  9.  Oct.  d.  J.  waren  es  60  Jahre,  dass  Anton  Bubin- 
stein  im  Leipziger  Gewand hausconcert  als  Pianist  debutirte. 

*  Der  Mendelssohn-Preis  von  1600  Jl  fUr  ausübende 
Tonkünstler  ist  für  die.'ses  Jahr  der  Sängerin  Frl.  Helene  Jor- 
dan in  Berlin  zuerkannt  'worden. 

'  Hr.  HofmusikdirectorA.  Meissner  in  Schwerin  wurde 
zum  groBsherzogl.  Hofcapellmeister  ernannt. 

*  Hr.  Johannes  Smith,  Solovioloncellist  der  Philharmo- 
nischen Concerte  zu  Bremen,  erhielt  von  der  Direction  der- 
selben den  Concertmeistertitel  verliehen. 

*  Kaiser  Wilhelm  II.  verlieh  gelegentlich  seiner  letzten 
Anwesenheit  in  Wien  Hrn.  Generalintendant  der  Hofoper 
V.  Bezecny  den  Kroneoorden  1.  Classe  und  Hm.  Hofopem- 
directer  Jahn  denselben  Orden  8.  Classe. 

Zup  gef.  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  geschäft- 
lichen Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Eulenburg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gefällige  direete 
Zusendung  der  Blllets  — l-i— 


uns  gebeten. 

Die  RedacüoD  d«g 
iHüsikaliscbeD  Wochenblattes". 


3  r  i  e  fk  asten. 


Af.  P.  in  G.  Das  Baltel^Divertissement  „Alpenrosen  und 
Edelweias"  ist  unseres  Wissens  nicht  der  erste  Compositions- 
reisnch  des  Cölner  Theaterdiieotors  Hm.  Jul.  Hofmann.  Sein 
Helfer  in  der  Instrumentationsnoth  war  diesmal  sein  Capell- 
meister  Hr.  Grossniann. 

J.  C.  in  L.  Allerdings  hat  Hr.  E.  E.  seine  BUletvermit- 
telnng  für  unser  Blatt  eingestellt,  aber  erst  auf  unsere  ent- 
achiedene  Veranlassung  hierzu,  d.  h.  nachdem  wir  Ausgang 
V.  Saison  aus  gewissen  GrOnden  die  Annahme  seiner  bez.  Sen- 


dungen mehrmals  verweigert  hatten.  Wenn  derselbe  den 
Sachverhalt  so  erzählt,  als  ob  er  von  seihst  die  BilletznstoU- 
ungen  an  uns  aufgegeben  habe,  so  sagt  er  einfach  die  Cn- 
wanrheit. 

E.  L.  in  Z.  Beide  vortreffliche  Violinistinnen,  Miss 
Brammer  sowohl,  wie  Miss  Robinson,  haben  ihr  Domiulnooh 
in  Leipzig  und  sind  in  ihrem  künstlerischen  £Onnen  eicht 
zurückgegangen,  sondern  noch  gewachsen. 

Ad.  G.  in  C,    Noch  unbestimmt. 


S31 

Angelgen. 

v„i., ..,  wiiheh.  H«».,  1,  L..,»^  Musikaljen-Nova 

Compositioneil  E.W.PritzsäüiLeipzfe. 

^1        ■       ■■                f\^       Jl  Durch   jede   Bnch-,  Kunst-  und  Musikalienhandlunfi;  zu 

UllllullClII     OlllUlllUl  Bonvin,  U    Op.  10.     „Christnachtstraum''    für    Streich- 

^  Orchester.     Partitur  75  /l^.     Stimmen  75  /^. 

Sonate  (Cfllff),  Suite  (FJlir)  '"?!^S^'*r-J'"""^''  '^  '"'  ^'"*"°°' "" 

fllr  "Violine  und  Pianoforte  ""f"  ?"S"'  ?':  '»•  Z"«  v«r&agot««ke  rar Vioio». 

p.    ^                                          f-     ^  cell  mit  Fianoforte.     No.   1.   Gavotte.     2  ^. 

^  "^                                         ^  -^  —  Idem.     No.  2.    Scherzo.     2  ^  50  4- 

^^^^•w^^^^H^-M^     TTlnQ/lllT*^  Holstein,  Franz  von,  Op.25.    Sechs  Lieder  und  Romanzen 

^->'^FMMm^^^JiL  m     ^JL/vJ&llULl  J  fiir  zwei  Frauenstimmen  mit  Pianoforte.   Einzelausgabe: 

für  Pianoforte  und  grosses  Orchester.  No.  i,  5  ^  80  4,  No.  2  60  4,  No.  3,  4  ii  1  Ji, 

Partitur  15  J^.     Stimmen  15  Jt.     Principalstimme  mit  ■  ^^*  ^r.^."*  ^^  ^'  ^      ^      ..               .      ^.       . 

Begleitung  eines  zweiten  Pianos  10  Ji,  l"!l"20  T^^'                         Nocturne  für  Pianoforte. 

=Z  Wurde  neulich  von  dem  norwegischen  Pianisten  ^k     ia  ou-        x»-  t>-      r   ^     t:^-      i         i.     xt    i 

Herrn  Martin  Knutsen  in  Wien  gespielt.  =  —  ^P-  ^O.  Skizzen  für  Pianoforte.  Einzelausgabe:  No.  1— 

6  i  60  4. 

y^Jl »IJI -^11^1^1  r|y|  —  Op.  14.     Sechs  Lieder  für  eine  Singstimme  mitPiano- 

(EsnflOll)  —  Op.  15.     Sechs  Lieder  für  eine  Singstimme  mitPiano- 

far  zwei  Pianoforte  zu  4  Händen.     9  ^.  forte.     3  Jt. 

(2.  Auf  läge.)  —  Op.  16.     Rondo  scherzando    für   Violine    mit  Piano- 

(Betde  Stimmen  sind  Jede  für  sich  gedrtickt.)  forte      2  Jt  bO  A 

^m  Von  Franz  Rummel  und  ArthurFriedheim  neuHch  Klughardt,  August,  Op.  59.    Concert  für  ViolonceU  mit 

in  rHew-York  ffespieit.  Hi^  r\    1                -■?..;       mm      -r^  •     .     1    .          ^     ^  ^r^    r. 

^  Orchester.     Partitur  4  ^.     Pnncipalstimme  1  ^bO  /^, 

^lli'fp     filT^     1^5)11  nfV^T^^A  Orchesterstimmen  7  J^.     Clavierauszug  des  Orchesters 

I  M.  50  Pf.  Noväcek,  Ottokar,    Scherzo  aus   dem  Streichquartett  in 

PrÄambule—Courante  — Sarabande— Gavotte— Presto.  Emoll,   zum   Concertvortrag    für   Pianoforte  bearbeitet 

(2.  Auflage.)  von  F.  B.  Busoni.     1  ,^50  ^. 

0^    A        jH  Pfau,  F.  R.,  Op.  1.     Drei  Gesänge  für  eine  Singstimme 

d(a9i(0(9(09^  mit  Pianoforte.     2  Ji. 

ausH.  Drachmann's„RankenundR08e  n".  '^2*'''  Ferdinand,  Op.  4.    „Mondrondels".  Phantastische 

(2.  Auflage.)     3  J^  Scenen  für  eine  Smgstimme  und  Pianoforte.    Einzelaus- 

Dichtungen  aus  „Buch  der  Lieder"  von  Holger  Drachmann  für  ^  ^*^®- .^®:  ^',3;  \^  1  ^L4'  ^.^"  ?..^^  A' 

eine  Singstimme  und  Piano.  Keckendorf,  AlOIS,  Op.  2.  Walzer  für  Pianoforte  zu  vier 

Weg^Psalmen:  v  Händen.     Neue  Ausgabe.     2  *S. 

No.  1.    Allmutter,  gut  und  gross!.    .             .    .  ^  1,-  Rehberg,  Willy,  Op.   10.    Sonate  (Ddur)  für  Pianoforte 

No!  3;    S^h^cf  d^  vXon^^^^  ^^'^"  '^"^^  :  j!  1;1  -??  yjfl-?;     Neue  Ausgabe.     5  ^. 

Ueder  aus  der  Levante  t  —  ^P*  ^^-     Romanze  für  Violine  mit  Pianoforte.     Neue 

No.  1.    Glaube .A— ,60  Ausgabe.     1  .^  50  4. 

No.  2.    Bosporus!  Du  bebst  vor  Wonne    .    .    .  .^  1,—  —  Mem  für  ViolonceU  mit  Pianoforte.      Neue  Ausgabe. 

No.  8.    Furchtbar  ist  es,  wenn  wir  denken    .    .  J(  1, —  'l     M  f\Ci    A 

No.  4.    Oft  sangst  du  Lieder  für  Andre     .    .    .  .^-,60  ^  ^  JT  "^^  ^\.   1*    r.       o      «  1.         .  ,  ^^       __ 

Klr^eana. J^  1—  Sandberger,    Adolf,    Op.   8.     Schauspiel-Ouvertüre   für 

£a  ixraltet  oben  auf  den  liolien  FJellen  .^-—,60  grosses   Orchester.     Partitur   5  •^.      Stimmen   6  ^, 

Bö  g^bt  Geatlme ^1,—  Ciavierauszug  zu  vier  Händen  2  Jü  bO  y^. 

2.  durchgesehene  Auflage  des  berühmten  —  Op   10-    Sonate  für  Viohne  u.  Pianoforte  6.^504. 

r\      •      j      1  A  Stade,  F.,  Vier  Männerchöre.   Heft  L  Partitur  u.  Stimmen 

Quintetts  2  jt. 

für  Pianoforte,  2  Violinen,  Viola  und  VioloneeD.  -  ^^--^  h^^  "•  ^«^^  --^  stimmen  2  ^  60  ^. 

Folgende  öffentliche  Aufführungen  haben  schon  stattge-  ^  lU*    vODipOlllSIÖll. 

fanden:  Ein  vorzüglicher  Text  einer  dreiactigen  Operette  von 

o  iLr^®*J??*?  ii^'T^'a  W  ?.  ^*^V^^f  *o"J  1-^  Breslau  einem  bekannten  BühnenschriftsteUer  ist  durch  den  Unter- 

d  MaL  Christiania  3  Mal,  Copenhagen  2  Mal,  St.  Peters-  •  v    ^                    i.                                                 r.  ^  »^ . 

bürg  2  Mal,  Genf  2  Mal,  München,  London,  Stockholm,  zeichneten  zu  vergeben.                                            [1126.] 

Helslngfors,  Graz,  Frankfurt  a.  M.,  Dordrecht,  Detroit,  Bodo  BorcnePO| 

Cbenmitz,  Paris,  Boston  und  New-Tork.  lieipsiar»  Peterskirchhof  7. 


Für  MWrnn«D  k  CoDcerten: 


BaeMt  JvH.  Seb.«  Sult«  In  HmOll  für  Flöte  und  StreicborchaBter.  Ouvartor«,  Boudo,  Sarabaada,  Boorr^e,  Polonaise, 
fotdinerie.  Zum  ConcwtTortrage  nach  der  neuen  Münchener  Ausgabe  f&r  die  AnfflUmmgen  und  Hamburg  (1692) 
Überarbeitet  und  vervollstftndigt  von  Hans  -von  Bülow. 

Partitur  M.  9,—  netto,  Stimmen  M.  5,—,  Solostimme  allein  M.  1,30. 
BeetboTen,  L.  van,  Op.  60.      Phantasie  für  Pianoforte,  Orcbeeter  and  Chor.     Ffir  iwei  Fiaaoforte  tum  ConcertTor- 
trag  bearbeitet  von  Hans  von  Bülow.    M  6,—. 

(NB.  Zur  ÄnCfBhmng  sind  3  Exemplare  nolbwendig.) 
Bronsart,  H.  T.,  Op.  1.     Trio  in  Gmoll  fOr  Pianofort«,  VioUne  and  Violoncell.    M,  10, — . 
UiUoir,  H.  T.,  Op.  SO.    Nirwana.     Orobester-Pbantasie  in  Ouvertaren-Form. 

Partitar  If.  6, —  netto,  OrcheBtersümmen  M.  19,—. 
Cllilard,  A.  H.,  Ouvertüre  zu  der  Oper  „Dls  Hermatmssohlacbt".    Für  grosses  Orobester  (mit  Directionsstimme).    M.  8,—. 

Für  kleinee  Orchester  (mit  Directionsstimme).    M.  6,60. 

OnvertaFe  zu  der  Oper  „Maobeth".    Für  arosses  Orchester  (mit  Directionsstimme) M.  Ö, — . 

Für  Kleines  Orchester  (mit  Directionsstimme) M.  6,50. 

OorBeliaB,  P.,  OaveFtare  zu  dem  lyrischen  Drama  „Der  Cid".     Partitur  netto  M.  4,—.    Stimmen  M.  10,—. 
PolUni,  Ces.,  Op.  3.    Suite  für  Pianoforte,  Violine  und  Violoncell.     AUegro  uon  troppo.    Largo  espressivo.     Tempo  di 

Menuette.    Mesto  (a  modo  di  Romanza).   Presto.    M.  6,—. 
Baff,  Joachim,  Zwei  Härscbe  für  Orchester  zu  „Bernhard  von  WeimaP",  Trauerspiel  von  W.  Qenast 

Partitur  M.  6, —  netto.    Orchosterstimmen  M.  12,—. 
Bittor,  Alex.,  Ouvertüre  zu  der  Oper  ,,Wem  die  Krone?"  für  Orchester. 

Partitar  netto  M,  Ö,— ,    Stimmen  M.  10,—. 
HtraDSB,  Fraiui,  Op.  8.    Conoert  für  Hom  mit  Olavierbegleitung.    M.  9,—. 
8traD«a,  Klch.,  Op.  2.    Quartett  (Adur)  für  S  Violioen,  Bratsche  und  Violoncell Partitur  netto    M.  4^. 


Glavieranszug 
Op.  6.  Sonate  (Fdur)  für  Yioloncall  und  Glavier  .  . 
Op.  7.    Serenade  für  Blasinstrumente  (Esdi 


i  4  Händen  von  Ri< 


.  Klei 


chel  . 


Op.  8.    Concert  in  Dmoll  für  Violim 


Partitur  M.  3, — .    Stimmen     „ 

ClavierauBzug  zu  4  Händen  vom  Componisten     „ 

Ciavierauszug  zu  3  Händen,  leicht „     i,d<j. 

mit  Orchesterbegleitung.      Partitur   nnd   Stimmen   in  Abschrift. 

Ausgabe  mit  Olavierbegleitung  vom  Componisteti    M.  7,60. 
"  '     ■■  3,50. 


Solosti 
Op.  11.    Conoert  fUr  Waldhorn  mit  Orobester-  oder  Ciavier-Begleitung  ....    Partitur  netto 

Orchasterstimmen  netto 

Clavierauszug  (zugleich  Directionsstimme)  und  Solostimme 

Solostimme  allein 

Op.  13.    Symphonie    (Fmoll)    für    grosses    Orchester.     Partitar  netto  M.  36,-.      Stimmen  netto 

Clavierauszug  zu  4  Händen  vom  Componist«ii 
Op.  13.    Quartett   in   Cmoll   (AUegro  —  Schereo  —  Andante  —  Finale)   für   Pianoforte,  Violine, 

Viola  und  Violoncell.    Ciavierauszug  ü..  8,^.    Instrumentalstimmen  (Oöthe) 

Op.  14.    „Wanderers  Sturmlied"  für  eecbsstimmigen  Chor  (3  Soprane,  1  Alt,  1  Tenor  und  S  Bässe) 

und  grosses  Orchester Partitur  netto 

Olavieraaszog  mit  Test 
Orcbesteretimmen  netto 
Singstimmen     k    netto 
Op.  16.    Aus  Italien.    Symphonische  Phantasie  (Odur)  für  grosses  Orchester. 

Partitur netto 

Orchesterstimmen  .    .     .  netto 
Clavierauszug  zu  vier  Händen 

Op.  18.    Sonate  in  Esdur  für  Viohne  und  Ciavier 

Improvisation  einzeln  daraus 


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„    8,- 


Weraer,  J.,  Op.  6.     Quartett  für  4  Violonoelle  oder  8  Violoncelle  und  Viola 

Wilm,  N.  V.,  Op.  88.    Sonate  No.  1  (Ddur)  für  Pianoforte  und  Violine.  (Allegro.     Poco  Adagio.     Con  brio.)  . 

Op.  111.    Sonate   (Amoll)   für  Pianoforte   und   Violoncell.     (Allegro   animato.     Andante,    ma  noi 

troppo.    Scherzo.    Allegro  con  hrio.) 

Wolft-mn,  Ph.,  Op.  7.    Sonate  (EmoU)  für  Pianoforte  und  Violoncell 


Münclieii,  Jörn,  Albl  Verlag. 


633 


6.  Secüstein, 

Flllgr^l-  und  Planino-Falirikaiil. 

Hoflieferaitt 

Sr.  Hnj.  des  EaiBers  von  DenUchland  und  Königs  von  Prenssen, 

Ihrer  HaJ.  der  Kaiserin  von  Deutschland  und  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  und  KönlgL  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und  von  Prenssen, 

Sr.  Königl«  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preussen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 

I^ondon   W. 

446  Ozford-StF. 


I.  Fabrik:    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  F  a  b  r  1  k :    21  Grünauer-Strasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Relehenberger-Strasse. 


[1128.] 

:eerliii  JX. 

5—7  Johannis-Str. 


13ie  unterzeichnete  Verlagshandlung  gedenkt,  eine  Anzahl  der  vorzüglichsten  franztfsisohen  Männerchöre 

[1129c.] 


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in  deutscher  Ausgabe  zu  veröffentlichen.     Bis  jetzt  erschienen: 

Jeuret|  L>|  Spanisches  Lied Partitur  Jt  1,26, 

„                An  das  Vaterland      ....  „  Ji  1>25, 

„                Der  Abend „  Jt  1,25, 

„                Gebet „  Jt  1,60, 

RigBi    Fr«!    Die  Geister  der  Nacht  ...  ^  Jt  2^—^ 

„                Der  Bergmann „  Ji  2, — , 

„                   Magnificat  (nur  mit  latein.  Text)  „  ^  2, — , 

Tilmaili  Alffr.|  Hymnus  an  die  Jugend    .  „  Ji  2, — , 

„                       Die  Eburonen     ....  „  ^  2, — j 

Repertoirenummern  der  berühmten  belgischen  MännerchOre  In  Brüssel,  Lüttieh,  Verviers  etc. 

Jouret,   „Spanisches  Lied^  wurde  mit  Erfolg  von  ersten  Vereinen  in  Wien,  Stuttgart,  Braunschweig  gesungen.  ^ 

Riga,   »Der  Bergmann*'  gelangt  in  Bonn  und  Cöln  a.  Rh.  zur  Aufführung.  —  Tilman,   „Hymnus  an  die  Jugend** 

ist  vom  Sangerchor  des  Lehreryereins  in  Frankfurt  a.  M.  zur  Aufführung  angenommen. 

Verlag  von 
(Sehott  fr^res,  Brüssel.  Otto  Junne,  I^elpzlg. 


jede  Stimme  k  Ji  — ,25. 

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—  Der  wüde  J&ger 

—  Der  Trompeter  von  S&kklngen  (auch  ohne  Text)  k 

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In  Torbereitanff:        ^^    [1184c.] 

Die  letzten  Tage  von  Thule. 

Bomantische  Oper  von  G.  Bauohenecker. 

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Verlag  von  J.  Sohuberth  &  Co.,  Leipzig. 


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zu  herabgesetzten  Preisen  zu  vericaufen. 

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C.  Sohwalbaoh,  Keichsstrasse  24,  Leipzig. 


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Soehen  erschien:  [1186 — .] 

aiHei8iie'sIleiMerMiiter-Kalenierü893. 

Mit  den  Portraits  und  Biographien  von  S.  Jadas- 
sohn^  Carl  Attenhofer,  Edyard  Grie«;,  August  Bungert, 
Grat  Gh^za  Zichy  und  Paul  von  Jank6,  sowie  mit  einer 
Ooncertumschau  von  Dr.  Hugo  Biemann  und  einem 
ca.  26,000  Adressen  enthaltenden  Adresshuche. 

81  IN^gen  kl.  8».  «l«gait  g«lnd«i  1  ^  20  ^. 

Der  Frenndeskrels  von  Xam  'Bt—tf»  I>oMtooMem  Jlf««<lBer- 
Kiri0iMier  ist  mit  jedem  Jahre  grösaer  geworden ,  auch  der  neue 
Jahrgang  wird  gewiss  wiederum  allgemeinen  Beifall  finden.    — 

hafier  Xintlband  umd  teftr   bÜUgtr  PrMs  Hnd  die  TormügB 
di«mm  Kaienderg, 

Za  beziehen  doroh  jede  Btfeh*  tmd  Musikalienhandlung. 

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Neue  Oper. 

Harald  und  Theano. 

Oper  in  vier  Au£sügen.     Dichtung  von  Felix  Dabii» 

Musik  von  [1136e.] 

C.  Ad.  Lerenz. 


VollständigeF  Clavlerauszug  mit  Text  15  J(. 

Textbuch  50  4. 

Vom  königl.  Hoftheater  in  Hannover  zur  Auf- 
führung angenommen. 

Die  Kritik  sagt  unter  Anderem :  Lorenz  bekundet  in  die- 
sem Werk  nicht  nur  eine  reiche  Erfindung,  einen  Beichthum 
an  Melodien,  wie  er  heutzutage  selten  ist,  sondern  auch  — 
und  das  ist  bei  einer  Oper  beinahe  das  Wesentlichste  und  ihr 
Leben  Gebende  —  eine  Kraft  der  dramatischen  Gestaltung 
und  der  Gharakterzeichnung,  die  ihn  in  die  erste  Beihe  der 
Gomponisten  stellen.  Bei  Gelegenheit  der  AuffUhrung  durch 
den  Musikverein  in  Stettin  nahm  das  Publicum  das  Werk  mit 
Begeisterung  auf  und  der  Dichter  dankte  dem  Gomponisten  in 
feurigsten  Worten. 

Cg^Vtubertli's  üueilMlisolies 
0  ^'^Cenversatiens-Lexilcen. 

In  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Auf- 
lage.   Eleg.  geb.  5  Ji.  [1037n.] 

Verlag  von  J.  Sohuberth  &  Co.,  Leipzig. 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 

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gleitung  des  Piandforte.    Ji  2, — . 


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Werner,  Aoicm  Gp.  42.    Gavotte  för  Yioloncell  mit  Be* 

)foi 


eethoven's  Werke. 


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^  kritisch  durchgesehene  Gesammt-Ausgabe. 

Für  Unterricht  und  praktischen  Gebrauch. 
(Orchester  für  Ciavier  übertragen.) 

20  BAnde.  [1140.] 

Auch  einzeln  zu  beziehen: 

Sämmtliehe  Gesangwerke. 

I.  Volkslieder  Ji  8,—.  11.  107  Lieder  tmd  Gesänge  JH  7,—. 
III.  Kirchenmusik  Ji  8,—.  IV.  Dramatische  Werke  *^9,— . 
V.  Cantaten  J(  7, — . 

Sämmtliehe  Clavlerwerke. 

VI.  Gesammelte  Werke  J(  6,—.  VII.  Sonaten  I  Ji  8, — 
II  J(  6,—.    Vni.  Variationen  J(  7,—.    IX.  Concerte  Jf  14,—. 

Sämmtliehe  Orchesterwerke. 

X.  Gesammelte  Werke  J(  6,—.  XI.  Symphonien  Ji  10, — . 
XII.  Ouvertüren  Ji  4,—. 

Kammermusik. 

XIII.  Septett,  Sextett,  Quintette  für  Streichinstrumente 
JH  7,—.  XIV;  Streichquartette  J(  20,—.  XV.  Streichtrios 
Jf  4,—.  XVL  Für  Blasinstrumente  J(  ly--.  XVII.  Clayier- 
Quintette  u.  Quartette  J^  8.—.  XVIIL  Ciaviertrios  JH  25,—. 
XIX.  Für  aavier  und  Violoncell  J(  9,—.  XX.  Für  Ciavier 
und  Violine  J(  20,—. 

Supplement  für  Ciavier  zu  4  Händen. 

IX.  Concerte  Ji  10,—.  X.  Orchesterwerke  J(  10, — . 
XL  Symphonien  J(  16,—.  XIL  Ouvertüren  Jü  6,—.  XIII. 
Septett,  Sextett,  Quintette  für  Streichinstramente  J(  3, — . 
XlV.  Streichquartette  Jü  20,—.    XV.  Streichtrios  .S  ö,— . 

Verlag  von  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 


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verdienen  es,   endlich  in  Deutschland  gekannt  und  ge- 
würdigt zu  werden!  [I14lk.] 
(Kothe  &  Forehhammer,  Führer  durch  die  Orgel-Litteratur.) 
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Neuer    Verlag    von    Breitkopf  &  Härtel   in  Leipzig. 

A.  Bertalotti.       [iu»d.] 

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von  Louis  Lohse.     Preis  1  Ji. 


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„Windes  Rauschen,  Gottes  Flügel" 
für  eine  Singstimme  mit  Ciavierbegleituna  von 

Franz  Schubert, 

[1148.]  instramentirt  tod 

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Sing^timme  mit  Clarierbegleitang  JK  2, — . 

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PartitDr  no.  Jt  6, — .      Onheetentiiiuiieii  Jt  13,75. 

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Sopran  No.  1001—1880,  2001—3350.    Mezzosopr.  No.  1881- 
1660,  9861—2660.     Alt  No.  1661—1600,  2551— S6B0.      Tenor 
No.  1601—1800,  3651—2850.    Bariton  No.  1801— 1960  8861— 
2950.    Bus  No.  1961-2000,  2961-3000.  [1144—.] 

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Sopran  No.  1  -300,  Uezzosopran  No.  201  —400,  Alt  No.  401-460. 

Tenor  No.  461— 600,  Bariton  nnd  Bass  Mo.  601—700. 

MV    Tertlehnlrfe  «««MffettNeA  und  ptutfret,   -^fl 

Soeben  wurde  ausgegeben: 

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21    Lieder    für    eine    Singstimme    mit    Clarierbegleitnnf 

(ans    OpQB    1,    3,    4,    6),     Text   deutsch   und   englisch. 

Preis  no.  Ji  d,—.  [1148.] 

Maine  B.  Sohott'«  S5hne. 

[it46d.] 


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am  mtclttwSS 


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nttxitttgl,  »ai  il  (int  gcDic  Öutunft  6a(. 

Jimiul.  NtAtaUtt,  ttiiniL 

•)&*imnii,IU«ttirt(4iiCeii.n{Ii)Hmtf(ta».*.««FfatD»n3i>D;«inVT. 

—  tUunglbui^.  es  »rinr  tiübtn  tan  Stnit«,  «liialtt.  Stall  u.  a. 

IRlt  n.  eihua[iH  Xii«Ili«fit  UbiingtR.    4.1K 

—  »«IUI «unfi)tnigttlt,  im jiBtnt  «tflttit noit  ttimmU. ttmniCT, 
«icm.  «»WIR,  SMff.  eitaiiaRn.   4.4 


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M.  1,60.  No.  S.  Erinnerang.  M.  1,—.  No.  4.  Wiegenlied. 
M.  1  60.  No.  6.  OrientaiiaeheH  Stück.  M.  2,—.  No.  6.  Wal- 
zer. M.  1,Q0. 

Homnann,  Ja«qau,  Op.  7.  Nootnmof.  Viol.u.Pfte.    M.  1,60. 

Schubert,  Franz,  Symphonie  (Hm.)  f.  Pfto.  n.  Violine  Ton 
F.  Hermann.  U.  3,60. 

Sehnmann,  Robert.  Op.  181.  Phantasie  (C)  für  Viol.  u.  Pfte. 
von  Ang.  Hom.    M.  2,40. 

Schmelz,  Reinhard,  2  da  capo-Stttcke  f.  Violine alleia  No.  I. 
Humoreske,  No.  2.  Lied  je  M.  —,60.  [1147b.] 


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Hierzu  eine  Beilage  von  IMaX  HeSSe's  Verlag  in  Leipzig. 


Leipzig»  am  27.  October  1892. 


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Ri4Bcieiu  m  niHtiiii. 


'S^C^^        für  lusikerjMJKusikfreunde.  ^J^ 

V  Verantwortlicher  Eedactear  und  Verleger:  ^ß 


für  lusiker  juMJÄusikfreunde. 

Verantwortlicher  Eedactear  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsoll, 

Leipzig,  Könlgsstrasse  6. 


nni.  Jahrg.] 


Du  UnsikaliBche  Wochenblatt  ersubeint  jährlich  in  53  Nummerti.  Der  AbonneineDtsbetr&g 
für  da«  Quartal  von  13  Nummern  ist  2  Mark;  eine  einzelne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
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Seise  in  Kraft:  2  Mark  50  Ff.  för  das  Deuteche  Reich  und  Oeaterreich.  —  2  Mark  75  Pf. 
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Zugrundelegung  vorstehender  BeEagebediagiin^en  berechnet. 
Die  Innertioa^ebahTeii  nlr  den  Banm  einer  geepatteoen  Fetitieile  betragen 


[No.  4t. 


betragen  30  Pfennige, 


:  FUnfziR  Tbeien  und  Apb 
Peuilleion:  Zam  Dresden 
und  OonoarU  —  Klrohsn 


;nd[enD|;  über  Dr.  Hugo  Rismonn'a  Phrasirnngsreform.  Ton  Dr.  Carl  Fach«.  (ForUet^nng.)  — 
m,  —  TaRBggeaohiehle:  Bericlite.  —  CoDeBrtamBchaa.  —  EnRuemants  and  Qwlapiele  In  Opar 
Tte  KovitllteD.  —  Tarmiiohta  Hitthetlong«!!  und  NotiEan.  -~  Bri«niBatan.  —  Annisan. 


FQnfcfg  Thesen  und  Aphorismen  zur  Verständigung 
Über  Dr.  Hugo  Rlemann's  Phrasfrungsreform. 


Ton  Dp.  Carl  Fachs. 


(Foitsetzung.) 


27.  Die  Freiheit  des  Vortrages,  d.  h.  das,  worin  er 
frei  sein  kann  nnii  soll,  ist  ein  Mysterium,  nftmlich  das 
der  persönlichen  Eigenart  des  Vortragenden  in  ihrem 
Verhftltniss  zu  der  des  Componisten;  die  Eigenart  des 
Spielers  darf,  kann  und  muBS  in  aller  Gebundenheit  an  das 
Richtige  znm  Vorschein  kommen,  wenn  sie  nur  intensiv 
vorhanden  ist.  Von  ihr  darf  der  Spieler  selbst  aber  kaum 
Etwas  wissen  oder  wollen,  gewollte  Eigenart  ist  fast  von 
seibat  schon  Uaart  und  wird  nur  za  leicht  Manier.  Art 
und  Form  sind  freilich  Gegensätze  wie  Person  und  Sache, 
and  Phrasining  ist  Nichts  weiter,  als  durchgeführte  Form. 
Gerade  Der  aber  denkt  gering  und  flach  von  dem  My- 
sterium der  Freiheit,  der  Art  mit  Form  für  unvereinbar 
hKlt.  Eben  weil  die  Form  nur  eiae,  ist  sie  der  Gegenpol 
zu  der  Art,  die  im  günstigen  Fall  einem  und  bnr  diesem 
einen  Künstler  eigen  ist.  Nur  wo  positive  und  negative 
Elektricität  einander  begegnen,  gibt  es  Fanken,  Blitze, 
Ströme. 

-  28.  Der  herrschende  Zustand  des  Vortrags  aber 
ist,  dass  falsche  Tradition  einerseits,  Willkür  anderer- 
seits  an  die  Stelle  der  Eigenart  treten.  Das  Becept, 
nach  welchem  die  Virtuosen  des  Tages  und  der  Mode 
vorzutragen .  pflegen ,  ist  leicht  festzustellen;  der  Takt 
wird,  besten  Falls  noch,  als  das  Ding  zwischen  je  zwei 
Taktstrichen    und    nftcL    Notenbalken,    die    der    Spieler 


„im  Ange"  hat,  verstanden:  eigentlich  aber,  was  man  in 
unbekannten  Stücken  leicht  bemerken  kann,  wird  selbst 
der  Takt  schon  unverständlich  gemacht,  indem  meist  nur 
die  Noten  glatt  weggespielt  werden;  die  Rhythmft  ist  so 
weit  in  Ordnung,  dasa  die  Notenwerthe  genau  zum  Vor- 
schein kommen.  Oft  genug  freiUch  werden  auch  sie  durch 
nnmUssige  Rallentaudi  gestört:  —  ich  habe  des  Oefteren 
in  T.  10  der  Appassionata  von  sehr  „theuren"  Virtuosen 
dieses  gehört: 

raXl.  ^ 


speciell  von  Frau  Carrefio,  die  in  diesem  Satze  auch  noch 
andere  ganz  elementare  Taktfehler  beging. 

Den  mechanischen  Dehnungen  entsprechen  fast  ebenso 
unerträgliche  AcceleraDdi,  dazu  kommt  grelle  Contrastirung 
der  Nuancen  ohne  Rücksicht  auf  Vorschriften  des  Com- 
ponisten, brüllende  oder  krachende  ff,  als  Beweise  der 
„Kraft",  die  die  neunfüssige  Goncertkanone  billig  hergibt, 
säuselnde  ipf,  die  durch  Ueberspannung  der  Aufmerksam- 
keit verblüffen  sollen;  Anschlags-  und  Pedal-Effecthasche- 
reien — in  den  höheren  Stadien  der  Albernheit  nnsinnige 
Verlängerung  von  Trillern  und  desgleichen  Dehnung  von 
Schlüssen,  das  Tempo  bis  auf  die  willkürlichen  Unter- 
brechungen starr  gleichförmig  und  beim  Vortrag  von  ge- 
tragenen Melodien  jede  Note  in  gleicher  Stärke  neben 
der  anderen  gleichsam  aufgenagelt,  was  weihevoll,  abge- 
klärt, objectiv  heissen  soll  und  bei  der  lieben  deutschen 
Kritik  gemeinhin  auch  so  heisst,  Ȋhrend  es  den  Zu- 
hörer, wie  alle  jene  Mittel  und  Hittelcfaen,  doch  nur  an 
der  Nase  herumführt.     Dazu  kommt  aus  guten  Gründen, 


638 


nftmlicli  wegen  der  musikalischen  ünrerstAndlichkeit  sol- 
elien  Vortrages,  Beschränkung  des  Repertoires  möglichst 
auf  das  Bekannteste  und  Vermeidung  von  werthvoUen 
technisch  ansprachslosen  StAcken,  weil  dort  die  Garikator 
leichter  hemerkt  wird.  In  allen  diesen  Dingen  gleichen 
sich  die  Tagesvirtnosen  bei  meistens  höchster  ESntwickelang 
der  Fingerfertigkeit  Alle  wie  ein  Eü  dem  anderen;  das 
IndividueUe  besteht  bei  ihnen  nnr  darin,  wie  Jeder  von 
ihnen  jene  Effecte  znfHUig  durcheinanderwirft.  Und  sie 
sind  es  asumeist,  die  deir  Phrasinmg  mit  ernster  Miene, 
mit  stolzem  Bewnsstsein  von  der  Würde  ihrer  ^Individna- 
lit&t*'  ablehnend  gegenüberstehen.  Nichts  ist  hier  seltener 
als  Anläufe  von  wirklichem  Genie  oder  ausgeprägter  Em- 
pfindnngsweise.*)  Ich  sage  dies  nicht  ans  Hochmuth  als 
Clavierspieler  den   „engeren**  Berufsgenossen  gegenüber; 


*)  Ich  mnss  seit  fünf  Jahren  als  Kritiker  der  „Danziger 
Zeitung'*  diesen  Zustand  beobachten  und  ertragen. 


ich  muss  aber  als  ELritiker  sagen  dürfen,  was  Hunderte 
von  ernsten  Musikern  in  Deutschland  mit  mir  empfinden, 
die  obenein  noch  das  Verdienst  dner  tüchtigen  Wirk- 
samkeit im  Bereich  ihrer  Wohnsitze  nur  zu  oft  Ton 
der  durchreisenden  Oberflächlichkeit  bei  einem  leicht- 
getäuschten Publicum  yerdunkelt  sehen  müssen«  Ausser- 
dem leidet  diese  locate  Wirksamkeit  ernster  Künstler 
darunter,  dass  das  Publicum,  wie  oft  es  auch  Enttäu- 
schungen heimtrage,  doch  sein  Geld  stets  wieder  zu  den 
Berühmtheiten  der  Beclame  trägt.  Das  Niveau  des  öffent- 
lichen Clavierspiels  drücken  noch  besonders  concertirende 
Sänger  und  Virtuosen  anderer  Instrumente  herab,  indem 
sie  absichtlich  sich  äusserlich  fertige,  aber  innerlich  ganz 
unreife  Persönlichkeiten  mitnehmen,  weil  sie  billig  und 
eine  dunkle  Folie  fui  die  Goncertgeber  sind.  Der  Beruf 
des  Kritikers  wird  diesen  Clavierlakaien  gegenüber  voll- 
ends zur  Qual. 

(Fortsetzung  folgt) 


Feuilleton. 


Zum  Dresdener  „Rienzi^-JubiiSum. 

Der  Qüte  des  Bildhauers  Hrn.  Prof.  Gustav  Kietz  in 
Dresden  verdanken  wir  die  Kenntniss  und  die  Erlaubniss 
zum  Abdruck  des  nachstehenden  an  dessen  Bruder,  den  damals 
in  Paris  lebenden,  im  Mai  1890  verstorbenen  Bruder  E.  B.  Kietz, 
gerichteten  Brieies  von  Ferdinand  Heine,  dem  durch  die  vor 
einiger  Zeit  bei  Breitkopf  &  H&rtel  in  Leipzig  erfolgte  Ver- 
öffentlichung von  Briefen  Richard  Wagner's  an  ühlig,  Fischer 
und  Heine  auch  in  weiteren  Wagner-Kreisen  bekannt  gewor- 
denen treuen  und  dienstfertigen  Freund  des  Dichter-O^mpo- 
nisten,  welcher  in  ungemein  anschaulicher  Weise  den  ausser- 
gewdhnlichen  Eindruck  schildert,  den  .Rienzi**  bei  seiner  am 
20.  October  1842  erfolgten  ersten  Aufmnrung  in  Dresden  auf 
die  an  dem  Ereigniss  activ  betheilifi't  gewesenen  Künstler  und 
das  Publicum  hervorrief,  und  deshalb  auch  jetzt  noch,  nament- 
lich bei  dem  5€^ährigen  AufEtlhrungfirjubiläum  dieser  Oper, 
mit  allgemeinstem  Interesse  gelesen  werden  wird. 

D.  Red. 

Dresden,  d.  24.  Oct.  1842. 

Mein  lieber  Kietzemietz! 

Wo  soll  ich  Worte  hernehmen,  um  Dir  den  wahrhaft 
beispiellosen  Erfols;!!  zu  beschreiben,  den  die  Oper  unseres 
Wagner  hier  gehabt  hat!  Ich  laufe  hier  doch  ^eine  schöne 
Reihe  Jahre  mit,  habe  hier  Viel  und  Mancherlei  erlebt,  aber 
einen  solchen  Mordscandal  doch  nicht,  selbst  nicht  bei  der 
ersten  Aufführung  der  „Eurvanthe",  wobei  allerdings  zu  be- 
rüc^ichtigen  ist,  dass  damals  überhaupt  das  Publicum  nicht 
so  leicht  zu  innamiren  war  wie  seit  einigen  Jahren.  Doch 
ich  muss  meine  GManken  ordnen,  um  Dir  und  den  anderen 
Pariser  Freunden  Wagner's  einen  halbweg  vernünftigen  Be- 
richt abzustatten.  Dabei  will  ich  mich  bemühen,  aUen  Enthu- 
siasmus und  freundschafUiche  Interesse  bei  Seite  zu  lassen 
und  nur  glattweg  wirkliche  Facta  berichten.  —  In  den  ersten 
Zimmer-  und  Quartettproben  schimpften  Säne^r  und  Kammer- 
musici  uija  die  Wette  über  die  unvernünftige  Schwierigkeit 
der  Musik,  kaum  aber  hatten  sie  die  Ideen  nur  einigermaassen 
begriffen,  so  trat  eine,  mit  jeder  Probe  sich  nur  steigernde 
Begeisterung  ein,  die  sich  bald  allen  Orchestermitgliedem,  ja 
den  letzten  Choristen  mittheilte,  wie  sie  mir  noch  nicht  vor- 
gekommen ist.  Am  höchsten  aber  trieben  es  Tichatschek  und 
Lipinski,  vorzüglich  Letzterer,  die  gar  keinen  Ausdruck  stark 
eenug  für  ihr  Entzücken  fancien.  Allerdings  fanden  sich  im 
ferneren  Verlauf  des  Einstudierens  so  viele  Schwierifi^keiten, 
dass  ich  fast  glaube^  ohne  Yater  Fischer's  unermüdliche  Aus- 
dauer und  Thätigkeit  wäre  die  Sache  jetzt  noch  lange  nicht 
zur  Reife  und  zu  einer  so  schönen  Reife  gekommen.  Fischer 
hatte  nicht  mit  mehr  Liebe  und  Aufopmrung  arbeiten  und 
sich  abmühen  können,  wenn  die  Oper  von  seinem  eigenen 
Sohne  gewesen  wäre.    Wagner  erkennt  dies  auch  doppelt 


dankbar  an  und  hat  den  guten,  ehrlichen  Fischer  förmlich 
und  feierlich  als  Papa  adoptirt,  allerdings  eine  ganz  neue  Art 
von  Adoption,  auf  die  Fisäier  in  kurzer  Zeit  ebäiso  stolz  sein 
wird,  als  Wagner  dadurch  zuletzt  nur  eine  gerechte  Aner- 
kennung um  Fischer^s  Verdienste  um  das  Qelinfi;en  seines 
Werkes  zu  erkennen  gibt.  Besonderen  Spass  machte  mir  die 
Schröder-Devrient,  diese  wurde,  comme  ä  l'ordinaire,  zuletzt 
mit  ihrer,  allerdings  höchst  schwierigen  und  neben  Rienzi 
sogar  undankbaren  Partie  klar  und  fertig,  sodass  Wagner  wie 
verdutzt  und  verdonnert  war,  und  wir  nur  immer  zu  trösten 
und  zu  beruhigen  hatten.  Desto  ungeheurer  war  seine  Ueber- 
raschung  am  Abend  der  Vorstellung,  wo  sie  urplötzlich  Eins 
ihrer  grossartigsten  Schöpfungen  vor  seine  Blicke  hinsauberte. 
Ich  wich  den  ganzen  Abend,  so  weit  es  meine  Geschäfte  er- 
laubten, nicht  von  seiner  Seite  und  wusste  nicht,  woran  ich 
mich  mehr  erlaben  sollte:  an  des  Publicums  Jubel  und  Ent- 
zücken oder  Wagner's  eigenem  Staunen  über  diese  unüber- 
treffliche Aufftlhrung  seines  Musenproductes.  Doch  halt,  ich 
komme  aus  Reih  und  Glied  und  muss  noch  einmal  zu  den 
Proben  zurück.  Obgleich  die  Hauptprobe  6  Stunden  und 
darüber  dauerte,  steic^rte  sich  die  Begeisterung  für  das  Werk 
immer  mehr  und  mehr,  die  Choristen  schrieen  sich  vor  Lust 
und  Wonne  die  halben  Lungen  weg.  die  Sänger  und  Elammer^ 
musici  stiessen  aller  Orten,  wo  sie  hinkamen,  so  unbändig  in 
die  Lobesposaune,  dass  mir  ganz  angst  und  bange  VRirde, 
die  hochgespannte  Erwartung  des  Publicums  könnte  dem  Er- 
folg eher  nachtheilig  sein.  Aber  siehe  da:  die  Sache  sing 
prächtig!  Unser  prachtvolles  Theater  war  trotz  der  erhöhten 
Freise  zum  Drücken  voll,  vom  ersten  Ton  der  Ouvertüre  an 
herrschte  tiefes  Schweigen,  und  der  donnernde  Applaus  am 
Sohluss  derselben  wälzte  Wagner  und  mir  und  allen  seinen 
Freunden  eine  Zentnerlast  vom  Herzen,  so  gewiss  ich  auch 
des  Gelingens  im  Voraus  war.  Jede  Nummer  erhielt  gleichen 
Bei&ll,  nach  dem  1.  Act  wurde  Wagner  herauggebrünt,  nach 
dem  2.  und  3.  ditto,  der  einfach  ergreuende  Schloss  des  4  Actes 
hinterliess  eine  förmliche  Stille,  vor  der  ich  ordentlich  erschrack, 
im  5.  wieder  neuer  Lärm  und  endlich  ein  Strampeln,  Klatschen, 
Hervorrufen  Wagner^s,  wie  es  mir  in  Wahrneit  noch  nicht 
vorgekommen  ist.  Und  denke  Dir,  die  Oper  wurde  erst  V« 
auf  12  Uhr  aus!  und  nirgends  hörte  ich  ^lage  über  Lange- 
weile, und  Niemand  verliess  seinen  Platz  vor  Ende  der  OMr, 
—  kurz:  die  Dresdner  waren  nicht  mehr  Dresdner.  —  Ich 
war  der  alte  Deberall  und  Nirgend,  im  Foyer,  Büffet,  Logen, 
Parket,  um  nur  die  verschiedenen  Meinungen  zu  verspüren, 
und  wusste  nicht  mehr,  ob  ich  meinen  Ohren  trauen  sollte. 
Da  steckten  alle  Notennesser,  Kontrapuncthähne  die  Köpfe 
zusammen  und  erklärten  unverholen,  oass  Wagner  sich  mit 
dieser  Oper  sofort  mit  den  gediegensten  Meistern  aller  Zeiten 
in  ^leicne  Linie  gestellt  habe;  dort  wieder  solche  etliche 
Itahenemarren,  wie  dieser  dicke  Graf  Solms  und  Oonsorten, 
die  auf  Beethoven,  Marschner  und  dergl.  schimpfen  wie  die 
Spatzen,  und  meinten  dennoch:  das  einge  doch  noch  über  dox 
himmlischen  Donizetti  u.  s.  w.  ~  Ich  Glitte  vor  Freude  närrisch 


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werden  können!  Al)er  auch  welche  Anffülirang!  Keck  kann 
man  behaupten,  dass  in  diesem  Angenblick  keine  Bühne  der 
Welt  ein  solches  Ensemble  prodnciren  kann.  Tichatschek  war 
ein  neuer  Mensch,  ein  Heros!  Trotz  seines Baoul,  Adolar  und 
allen  anderen  Glanzpartien  hätte  ich  ihm  nie  einen  solchen 

flanzYollen  Au&chwung  zugetraut.  Man  konnte  ihn  in  Wahr« 
leit  inspirirt  nennen!  Und  dazu  die  Schröder-DeYrient,  die 
Wüst  und  W&chter,  Dettmer  und  Alle,  Alle!  Besonders  auch 
die  Chöre!  Nein,  —  Fischer  ist  und  bleibt  ein  Ghordirector 
parexcdlence;  Du  kannst  Dir  keinen  Begriff  yon  dieser  Fril- 
cision  und  Nuanciruug  machen,  trotz  der  gewaltis^n  Massen 
und  Schwierigkeiten!  Ich  muss  immer  wieder  aui  die  obige 
Leier  zurückkommen  j  so  was  haben  wir  hier  noch  nicht  er- 
lebt! Und  glaube  mcht  etwa,  dass  das  nur  Freundschafts- 
enthusiasmus ist,  wo  man  seitdem  hinkommt  und  hiiüiorcht, 
vernimmt  man  gleiches  Entzücken! — Wagner  selbst  erld&rte, 
wenn  er  die  Oper  durch  irgend  ein  Zaubermittel  mit  Allem, 
was  darum  una  daran  hing,  nach  Paris  hexen  könnte,  wäre 
er  zeitlebens  ein  geborgener  Mann.  Je  nun.  ich  glaube  auch, 
ohne  Paris  soll  diS  nun  der  Fall  sein!  Schaae,  dara  der  König 
nicht  hereinkommen  konnte,  er  war'  am  Morgen  mit  dem 
Pferde  ^pstürzt  und  hatte  sich  etwas  am  Knie  verletzt.  Die 
Prinzessmnen  waren  aber  bis  zum  Schluss  zugegen,  und  Prin- 
zess  Amalie,  die  Dichterin,  hat  wiederholt  gäuceert:  solch 
einen  Eindruck  habe  noch  keine  Ck>mposition  auf  sie  ^macht, 
es  sei  ihr  inmier  gewesen,  als  werde  ein  kostbarer  Seidenstoff 
mit  Gold  und  Perlen  durchwebt  vor  ihr  aus^breitet.  (Wir 
erfuhren  es  anderen  Tags  von  der  Hofdame  Friederici.)  Der 
König  hat  erkl&rt,  dass  er  an  der  nächsten  Vorstellung  (die 
leider  durch  das  Angegriffensein  Tichatschek's  um  einige  Tage 
hinausgerückt  ist,  eine  natürliche  Folge  der  anstrengenden 
8  Proben  und  der  Aufregung  bei  der  ersten  Yorstollung) 
ebenfalls  bis  zum  Schluss  oeiwohnen  wollte.  Als  Lüttichau 
ihm  bemerklich  machte,  dass  die  Oper  allerdings  sehr  lang  sei, 
hat  der  Könie  ramtwortet:  Thut  nichts,  so  ein  Werk  muss 
man  ordentlicn  nören ,  ich  werde  in  der  Stadt  schlafen.  (Er 
wohnt  nämlich  noch  auf  dem  Weinberg).  Auch  Dein  Heine- 
männel  hat  sich  nicht  lumpen  lassen  und  darf  sich  rühmen, 
den  Dresdnern  Gostüme  hingestellt  zu  haben,  wie  sie  ihnen 
noch  nicht  vor  den  Schnabel  gekommen.  Aber  Da  lieber  Qott, 
wie  wenig  und  erbärmlich  kommt  man  sich  neben  dem  Gom- 
ponisten  vor.  Wenn  mir  Jemand  Complimente  über  meine 
Gostüme  machte,  that  eis  mir  immer  leid,  keinen  Hundeschwanz 
zu  haben,  um  ihn  geziemend  einziehen  zu  können!  Zur  näch- 
sten Vorstellung  hat  sich  Wagner  entschlossen,  die  Oper  be- 


deutend zu  kürzen,  dass  sie  bis  nach  V«  ^^^^  ^^  ^^  spiele. 
Es  ist  zwar  schade  um  jeden  Takt,  aber  was  hilft  es!  Der 
Erfolg  wird  dann  um  so  nachhaltiger  und  allgemeiner  sein, 
denn  jetzt  kann  keine  deutsche  Bühne  wagen,  ihren  Sänffem 
solche  Aufgaben  zu  bieten.  —  Sonderbar  imd  schmeicheUiaft 
für  Wagner  ist  es  aber,  dass  er  bei  dieser  Kürzung  die 
meiste  Schwierigkeit  und  Opposition  bei  den  Hauptsängem 
selbst  findet ;  trotzdem  ihnen  die  Zunge  vor  Anstrei^^une  aus 
dem  Halse  hing,  sind  sie,  besonders  Tichatschek.  so  veniebt 
in  die  Musik,  cbss  sie  sich  keine  Note  wollen  nehmen  lassen. 
—  Die  nächsten  2  Vorstellungen  sollen  wieder  bei  erhöhten 
Preisen  sein,  und  demohngeaontet  sind  alle  Plätze  auf  8  bis 
4  Mal  schon  ver^;riffen,  scäass  Wagner  selbst  für  seine  Ver- 
wandten nicht  die  erbetene  2iahl  von  Plätzen  bekommen  kann. 
Ich  bin  begierig  auf  das  Honorar!  —Wagner  hättest  Du  und 
die  Pariser  Freunde  an  jenem  Abend  säen  sollen.  Er  war 
ein  Schatten,  weinte  und  lachte  aus  Einem  Sack^  umarmte 
Alles,  was  ihm  vor  die  Stange  kam,  und  dabei  lief  ihm  immer 
der  kalte  Schweiss  von  der  Stirn.  Beim  ersten  Hervorruf 
wollte  er  durchaus  nicht  hinaus,  ich  musste  ihm  einen  unge- 
heuren Sphub  ffeben,  dass  er  aus  der  Oouh'sse  flog,  aber  auch 
nicht  einen  Zou.  weiter,  als  die  Kraft  des  Stosses  reichte, 
daim  prallte  er  ordentlich  wieder  vor  dem  (Gebrüll  des  Pub- 
licums  zurück.  Zum  Glück  hat  er  6ine  so  ÜEunose  Nase,  wie 
Dir  hinlänglich  bekannt  ist,  und  die  linke  Hälfte  der  Zu- 
schauer konnte  sich  wenigstens  an  dem  Anblick  von  deren 
Spitze  erlaben.  Macht  er  das  nächste  Mal  wieder  solche 
Sperenzien,  so  halte  ich  Deine  Charge  bereit  und  stecke  sie 
zum  Souffleurkasten  heraus.  Sein  armes  Frauchen  wollte 
erst  diesen  Abend  cnr  nicht  ins  Theater,  die  Meine  hat  sie 
unter  ihre  grossen  Fittige  genommen  und  sich  zu  ihr  in  die 
Loge  gesetzt.  Die  treue  Seele  hat  sich  in  Compagnie  mit 
ihrem  Kichard  so  abgeängstigt,  daSs  sie  ganz  grün  und 
jämmerlich  aussieht.  Desto  besser  wird  nun  aber  auch  der 
Lohn  schmecken.  —  Noch  einen  Spass  muss  ich  Dir  sagen: 
damit  Wagner  die  nächste  Nacht  in  Wahrheit  auf  Lorbeeren 
ruhen  möäte,  hatte  ihm  seine  Frau  einige  Lorbeerblätter  ins 
Bett  gelegt,  und  zwar  direct  unterm  .  .  «  .!   er  hat  prächtig 

geschmfen  und  die  profanirte  Buhmestrophäe  erst  den  andern 
[oreen  sespürt.  —  Warner  hat  mich  als  Dritten  im  Bruder- 
buna aufgenommen,  icn  hätte  nicht  den  Muth  gehabt,  ihn 
selbst  darum  zu  bitten,  ihm  steht  ja  noch  ein  glänzendes  Ziel 
bevor! 

Dein  redlicher  Freund  und  Bruder 

F.  Heine. 


Tagesgeschichte. 


Berichte. 

Leipzig»  Sl.October.  Das  am  gestrigen  Donnerstag  statt- 
gehabte Abonnementconcert  im  Neuen  Gewandhaus 
erhielt  sein  charakteristisches  Gepräge  durch  die  Mitwirkung 
der  Frau  Antonia  Mielke,  Primadonna  der  Metropolitan  Opera 
in  New- York.  Wir  lernten  in  ihr  eine  Sängerin  von  äusserster 
Intelligenz  kennen,  deren,  wenn  auch  nicht  grosse,  so  doch 
—  und  zwar  namentlich  im  piano- Ansatz  —  wunderschön  klin- 

Sende  Stimme  eine  ausfi;ezeichnete  Schule  genossen,  infolge 
eren  es  technische  Schwierigkeiten  für  sie  nicht  zu  ^ben 
scheint:  wenigstens  überwana  sie  dieselben  bei  allen  ihren 
Vorträgen  in  geradezu  spielender  Weise.  Ihre  glänzendste 
Leistung  war  £e  Wiedergabe  der  Scene  und  Arie  „Ocean,  du 
Ungeheuer*'  aus  „Oberen**;  man  merkte  es,  dass  sich  die 
Künstlerin  hier  in  ihrem  eigentlicben  Fahrwasser  befand, 
Auffassung,  Deolamation  und  Intonation  waren  musterhaft. 
Nicht  so  rückhaltslos  anzuerkennen  waren  die  gespendeten 
Lieder  vortrage:  in  den  „Träumen**  von  Wagner  hätte  man 
etwas  mehr  Innerlichkeit  und  Beseelung  gewünscht,  im 
„Kreuzasug**  von  Schubert  war  die  Intonation  in  den  allerdings 
sehr  heiluen  beiden  Schlussversen  nicht  immer  absolut  rein, 
und  in  Jensen's  entzückendem  Lied  „Murmelndes  Lüftchen** 
beherrschte  sie — was  bei  einer  dramatischen  Sängerin  ^wiss 
nicht  gering  zu  veranschla^n  ist — zwar  gerade  die  minutiö- 
sesten Stellen  in  meisterhaiter  Weise,  die  Höhe  hatte  aber  hier 
einen  etwas  genressten  ßeiklang.  Alles  in  Allem  verdient 
Frau  Antonia  Mielke,  deren  geschmackvolle  Wahl  der  vorzu- 
tragenden Stücke  noch  ein  besondereeWort  der  Anerkennung 
fordert,  gewiss  mit  Recht  den  Buf  einer  Sängerin  ersten 
Banges,  und  wir  wünschten,  immer  gleich  angenemne  Bekannt- 


schaften im  Gewandhaus  zu  machen.  Das  Publicum  zeichnete 
die  Künstlerin  durch  lebhaften  Beifall  aus,  der  sie  zu  einer 
Zugabe  (Mailied  von  Beinecke)  veranlasste.  Von  den  Instru- 
mentalvorträgen des  Abends  sei  zunächst  eine  Novität,  Vor- 
spiel zur  bibüschen  Scene  „Die  Sündfluth**  f&r  Streichorchester 
von  Oamille  Saint-Saöns,  erwähnt.  Das  Stück  verräth  überall 
die  geschickte  Mache  des  französischen  Componisten  und  ist 
nicht  bar  an  interessanten  harmonischen  Wendungen,  ver- 
liert aber  in  seinem  ersten  Theil  durch  die  Lang^tiimigkeit 
und  Phrasenhaftigkeit  der  Themen  und  im  zweiten  ourch 
ein  in  Hinblick  auf  den  kirchlichen  Stoff  viel  zu  süssliches 
Violinsolo.  Die  Ausführung  der  Novität  wäre  eine  vorzüg- 
liche zu  nennen  gewesen,  wenn  nicht  die  Wiedergabe  des  ge- 
dachten Yiolinsolos  seitens  des  Hm.  Concertmeister  Röntgen 
(die  sich  weder  durch  Reinheit  der  Intonation,  noch  Schönheit 
des  Klanges  —  Eigenschaften,  durch  die  sich  sonst  Gei^n- 
Spieler  auszuzeichnen  wünschen  —  empfahl)  bei  allen  mcht 
einer  abgebrauchten  Tradition  naohschmaohtenden  G^müthern 
die  berechtigtste  Bewunderung  erregt  hätte,  und  zwar  zumal 
in  Hinsicht  darauf,  dass  der  G^ewandhauscapelle  doch  in 
den  HH.  Hilf  und  Prill  zwei  Violinisten  ersten  Ranges  zur 
Verfügung  stehen:  sich  die  letztere  Thatsache  gebührend  in 
Erinnerung  zu  bringen,  möge  für  die  Zukunft  bei  ähnlichen 
Anlässen  dringend  gerathen  sein!  Zum  Schluss  sei  hinzuge- 
fügt, dass  das  Programm  des  Abends  vervollständigt  wurae 
durch  die  brillant  gespielte  „Abencera£en**-Ouverture  von 
Oherubini  und  durch  Volkmann's  DmoU-Symphonie,  deren 
Ausführung  wohl  in  der  Hauptsache,  aber  doch  nicht  immer 
mit  der  B^eutung  tmd  Schönheit  des  Werkes  Schritt  hielt. 

F.  B.  Pfau. 


44» 


640 


Leipzig«  Trotz  des  nicht  ermutbigenden  pecaniäreu  Be- 
sulJÄtes  ihrer  vorwinterlichen  theilweise  mit  Hrn.  Wille  aus- 
geführten Populären  Kammermusikabende  im  Alten 
Gewandhaus  haben  die  treffliche  Violinistin  Frl.  Edith 
Robinson  und  der  emststrebende  Pianist  Hr .  y .  Böse  dieses 
an  sich  sehr  verdienstliche  künstlerische  unternehmen  in 
dieser  Saison,  unter  ständiger  Zuziehung  des  Violoncellisten 
Hrn.  Kiesling,  fortgesetzt  und  am  17.  Oct.  unter  Mitwirkung 
des  Bratschisten  Hrn.  Heintzsch  bereits  das  1.  Goncert  ver- 
anstaltet. Dasselbe  baute  sich  aus  dem  Glaviertrio  Op.  70, 
No.  1,  von  Beethoven,  der  DmoU-Cla vier- Violinsonate  von 
Schumann  und  Brahms^  Ador-Clavierquartett  zusammen  und 
Hess  betreffs  der  Ausftlhrung^  in  allen  seinen  Theilen  ein 
schönes  künstlerisches,  auf  gewissenhafte  Vorbereitung  zurück- 
zuführendes Gelingen  erkennen.  Besonders  erfreut  hat  uns 
das  Ciavierspiel  des  Hrn.  v.  Böse,  weil  es  allenthalben  einen 
Fortschritt  m  seelischer  Beziehung  gewahren  liess,  während 
Frl.  Robinson,  wie  es  uns  scheinen  wollte,  seit  vor.  Winter 
an  Tön  Volumen  gewonnen  hat.  Hr.  Klesling  versteht  sehr 
hübsch  auf  seinem  Instrument  zu  singen,  und  Hr.  Heintzsch 
passte  sich  im  Quartett  seinen  Partnern  sehr  tüchtig  an.  Die 
junge  Genossenschaft  ist  zu  diesem  ersten  künstlerischen  Er- 
folg aufrichtig  zu  beglückwünschen. 

Auch  das  langjährige  Institut  der  eigentlichen  Gewand- 
haus-Kammermusiken, jetzt  im  Neuen  Gewandhaus  domi- 
cilirt,  ist  mit  seiner  ersten  Veranstaltung  herausgetreten.  Das 
Quartett  der  HH.  Hilf,  Becker,  Sitt  und  Jul.  Kiengel 
hatte  zum  Vortrag  die  Streichquaartette  Op.  18,  No.  1,  von 
Beethoven  und  in  Bdur,  Op.  67,  von  Brahms  gewählt,  zwi- 
schen welche  Werke  Schuberts  sogen.  Forellen-Quintett,  aus- 
geführt von  den  HH.  Prof.  Dr.  Rein  ecke.  Hilf,  Sitt,  Klengel 
und  Schwabe,  eingereiht  war.  Den  tiefsten,  nachhaltigsten 
Eindruck  machten  die  beiden  Streichquartette,  das  allbekannte 
classische  Beethoven's(fhe  und  das  nicht  minder  geniale  mo- 
derne von  Brahms,  das  sich  auch  bei  dieser  Gelegenheit 
wieder  als  ein  köstlichstes  Juwel  seiner  Gattung  erwies  und 
mit  Jedem  seiner  vier  Sätze  den  Zuhörer  in  die  künstlerisch- 
seligste Stimmung  versetzte.  Geradezu  zauberhaft  in  seinem 
traumhaften  Klangcolorit  —  wie  eine  Sage  aus  der  Märchen- 
welt mit  ihren  herrlichen  Wundern  —  wirkt  der  3.  Satz,  er 
mnss  aber  aacli  so  poetisch  erfäBSt  und  gespielt  werden,  wie 
dies  an  diesem  Abend  durch  die  auserlesene  Quartettvereini- 
gung  geschah.  Die  vier  Herren  haben  übrigens  gleich  an 
diesem  ersten  Abend  ein  so  minutiöses  Ensemble  und  inniges 
sich-einander- Verstehen  erkennbar  werden  lassen,  dass  eine 
Steigerung  kaum  möglich  erschien.  Dass  Hr.  Gapellmeister 
Sitt  auch  für  diesen  Winter  seine  Mitwirkung  an  der  Bratsche 
zugesagt  hat,  kommt  einer  nicht  zu  überbietenden  Besetzung 
dieses  Instrumentes  gleich.  Stand  nach  Tiefe  des  musikali- 
schen Gehaltes  das  Schubert'sche  Quintett  den  beiden  Quar- 
tetten nach,  so  liessen  dies  ihm  die  Ausführenden  jedoch  nir- 
gends- entgelten,  sondern  dieselben  wetteiferten  in  der  pietät- 
vollen und  warmfühligen  Execution  des  Werkes  in  rühm- 
lichster Weise  miteinander,  sodass  der  Beifall  nach  den  ein- 
zelnen Sätzen  kein  Ende  nehmen  wollte.  Ein  schöner  Blüthner- 
Flügel  diente  Hrn.  Prof.  Dr.  Reinecke  zum  willigen  Dolmetsch 
von  dessen  Auffassung. 

Zwei  geistliche  Musikaufführungen  führten  uns  in  letzter 
Zeit  zwei  Mal  in  die  Pauli ner-Kirche.  Die  Erstere  derselben 
wurde  von  dem  schon  desOefteren  an  dieser  Stelle  gewürdigten 
blinden  Organisten  Hm.  Pf  annstiehl  unter  Mitvyirkung  des 
Baritonisten  Hrn.  E.  Schneider  und  des  Hornisten  Hrn. 
B.  E.  Müller  veranstaltet,  welch  letztere  Beide  ebenfalls 
ihre  wiederholt  öffentlich  bewährte  künstlerische  Tüchtigkeit 
documentirten.  Hr.  Müller  führte  sich  dabei  auch  in  der 
Eigenschaft  als  Gomponist  vor,  nämlich  mit  einem  Andante 
religioso  ftir  sein  Instrument,  das  weniger  durch  besondere 
Gedanken,  als  durch  gefällige  Melodik  und  die  prakticable 
Art  der  Behandlung  des  Instrumentes  sich  charaktarisirte.— 
Die  Andere  dieser  Aufführungen  wurde  von  der  Sängerin  Frl. 
Marg.  Grossschupf,  dem  Orgel  virtuosen  Hm.Paul  Gerhardt 
und  dem  jungen  Violoncellvirtuosen  Hm.  Hugo  Schlemüller 
gegeben.  Hr.  Gerhardt,  den  wir  schon  von  den  Prüfungen 
am  k.  Conservaterium  der  Musik  her  als  tüchtigen  Orgelspieler 
kannten,  gab  mit  dem  Vortrage  der  Kirchlichen  Festen verture 
von  Nicolai-Liszt,  der  Gmoll-Passacaglia  von  S.  Bach  und  den 
As dur- Variationen  von  L.  Thiele  Beweise  seiner  mittlerweile 
erlangten  künstlerischen  Reife,  und  blieb  es  nur  zu  bedauern, 
dass  das  in  manchen  Theilen  etwas  schwerfällige  und  ge- 
räuschvoll functionirende  Instrument  dieser  Kirche  die  Inten- 
tionen   des  jungen  Künstlers   nicht   überall    vollständig  zur 


■^ 


Geltung  kommen  liess.  Hr.  Schlemüller,  noch  Schüler  des 
soeben  genannten  Institute,  machte  durch  schöne,  nur  nicht 
immer  reine  Tongebung  und  geschmackvolle  Auf  Passung  seinem 

f  rossen  Lehrer  Hrn.  Klen^l  alle  Ehre^  während  der  €^esang 
es  Frl.  Grossschupf  in  semem  soldatisch-derben  Wesen  uns 
nicht  sympathisch  zu  berühren  vermochte.  Jeden&lls  hat. 
diese  Sängerin  in  früheren  Jahren  empfindungsvoller  gesungen 
und  das  Organ  edler  geklungen,  als  jetzt. 

Bremen.  Von  unserer  Oper,  die  am  1.  September  wieder 
begann,  ist  zunächst  zu  melden,  dass  in  der  neuen  Spielzeit 
zwei  Kräfte  gewonnen  worden  sind,  welche  sich  weit  über  das 
in  unseren  Verhältnissen  gewohnte  Durchschnittsmaass  erhe- 
ben: Frau  von  Hübbenet,  bisher  in  Gassei  engagirt,  und 
Hr.  Ernst  von  der  Berliner  Hofoper.  Wir  sind  in  Bremen, 
das  in  Kunstsachen  „draussen  im  JEteiche"  oft  ganz  BsLlsch  be- 
urtheilt  wird,  denn  doch  ziemlich  verwöhnt  durch  die  Lei- 
stungen einer  Klafsky,  Temina  und  Bettaque,  die  hier  jahre- 
lang engagirt  waren  und  ausserordentlich  gefeiert  wurden. 
Aber  die  neue  Künstlerin  braucht  vor  den  genannten  Grössen 
nicht  zurückzutreten,  und  ihre  bisherigen  Leistimgen  an  un- 
serer Bühne:  ihre  Iphigenie  in  Glückes  Oper,  ihre  Elisabeth 
im  „Tannhäuser*',  ihre  Elsa,  Garmen  und  Santuzza  zeugten 
ebenso  von  ihrer  gewaltigen  dramatischen  Gesteltungskraft, 
als  von  stimmlicher  Begabung  und  Vielseitigkeit.  Auch  im 
Goncertsaal  hat  sie  bereits  glänzende  Erfolge  errungen,  Hr. 
Ernst  ist  ein  Heldentenor  von  bewundernswerther  darstelle- 
rischer Kraft  und  Gewandtheit;  wenn  seine  Stimme  gleiche 
Vorzüge  besässe,  —  nun,  dann  wäre  der  Künstler  eben  nicht 
in  Bremen.  Jedenfalls  ist  er  für  unsere  Oper  eine  höchst 
sohätzenswerthe  Kraft.  Von  den  aufstrebenden  Talenten 
unserer  Bühne  zeigt  sich  der  bereite  in  früheren  Berichten 
gelobte  Heinrich  Scheuten  als  in  erfreulicher  künstlerischer 
Entwickelung  begriffen;  aber  so  viele  kleine  und  grosse 
Rollen  er  neu  studirt  und  mit  Beifall  vorgeführt  hat,  seine 
Haupterfolge  hatte  er  bisher  doch  im  Goncertsaal,  dort  dürfte 
er,  wenn  er  so  weiter  strebt,  für  die  Erreichung  der  höchsten 
Ziele  geschaffen  sein. —  Ein  seltenes  Fest  beging  das  Bremer 
Stedttheater  am  16.  und  16.  October:  die  Feier  des  hundert- 
jährigen Bestehens  einer  ständigen  Bühne  in  Bremen.  Neben 
einem  Fee^niele  ^sunen  zur  Aufführung,  um  das  ,»Einst*^  un^ 
„Jetzt"  in  aer  Oper  zu  veranschaulichen:  das  Singspiel  „Der 
Apotheker  und  der  Doctor"  von  Ditters  zu  Dittersdorf ,  ein 
Werk,  das  vor  hundert  Jahren  hier  mehrfach  aufgeftkhrt 
wurde,  und  „Lohengrin",  die  zugkräftigste  Oper  der  neueren 
Zeit.  Eine  kunstgeschicntlich  interessante  Ijereichernng  er- 
fuhr unser  Repertoire  durch  die  Ausgrabung*'  der  Mozart'- 
schen  Jugendopern  „Bastion  und  Bastienne"  und  „Die  GArt- 
nerin**.  — 

Auch  in  diesem  Winter  schreiten  die  HH.  Bromberger 
und  Skalitzky  auf  dem  seit  zwei  Jahren  eingeschlagenen 
Wege  fort,  dass  sie  nämlich  fUr  ihre  Kammermusikabende 
Gesangskräfte  allerersten  Ranges  gewinnen,  ein  Verfahren, 
das  beim  hiesigen  Publicum  den  lebhaftesten  Anklang  findet. 
Diese  Musikaufführungen  gehören  hier  zu  den  am  meisten 
besuchten  Goncertabenden ,  bieten  sie  doch  eine  reiche  Aoe- 
wahl,  reiche  Vielseitigkeit  und  reiche  künstlerische  Gtenüsse. 
An  den  sechs  Kammermusik- Abenden  wirkten  mit:  Eugen 
Gura,  Julia  Uzi  elli,  Amalie  Joachim,  Alice  Barbi,  ferner 
die  Violoncellisten  Robert  Hausmann  und  Hugo  Becker 
und  im  Streichquartett  die  HH.  Bassermann,  Ludwig 
Becker,  H.  Düsterbehn  und  A.  Blome.  Seine  z&he  Aus- 
dauer, seine  künstlerische  Schlagfertigkeit,  sein  rasüosas 
Weiterstreben  bewies  Hr.  Bromberger  ausserdem  noch  bei 
vielen  Gelegenheiten,  bei  seinen  Vorträgen  int  Künstlerverein, 
bei  seiner  Mitwirkung  am  Liederabend  von  Andreas  Dippel, 
wo  er  Scherzo  Op.  20  von  Ghopin,  Etüde  von  Henselt  und 
einen  Goncertwalzer  von  G.  Reinthaler  spielte,  und  ein  groBser 
künstlerischer  Erfolg  war  für  ihn  auch  das  Goncert  seines 
Frauenchors,  in  dem  Frl.  Marie  Joachim  und  Frau  Pauline 
Metzler-Löwy  mitwirkten,  und  bei  dem  ein  fein  zusanunen- 
gestelltes  Programm  (im  2.  Theile  Pergolese's  „Stabat  mater** 
für  Sopran-  und  Alteolo,  Frauenchor  und  Streichorchester) 
ausgeführt  wurde.  Bereite  am  11.  October  eröffneten  die 
HH.  Bromberger  und  Skalitzky  die  Reihe  ihrer  dieigährigea 
Kammermusikabende  durch  die  Aufführung  von  Beethoven's 
Ddur-Serenade  Op.  8  (Vortragende:  die  HH.  SkaUtzkj,  Blome 
und  H.  Becker)  und  Schumann^s  Esdur-GlavierquartettO|>.47, 
dessen  Glavierpart  Hr.  Bromberger,  wie  nicht  anders  zu  er- 
warten stand,  vorzüg-lich  ausführte.  Als  Sängerin  wirkte  Fxau 
Ernestine  Heink  mit,   die  ich  diesmal  nicht  hören  keBBie, 


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die  sich  aber  bereits  im  vorigen  Winter  bei  ihrem  ersten 
Auftreten  in  Bremen  als  eine  künstlerische  Erscheinung  aller- 
ersten Ranges  zeigte.  Dr.  Ludwig  Braeutigam, 


Coiicertunnsoh«u. 

Amsterdam.  Abonn.-Gonc.  im  Keuen  Goncerthaus  (Kes) 
aml3.  Oct.:  Dmoll-Symph.  y.  A.  Brückner,  „Athalia**-Ouy. 
Y.  Mendelssohn,  „Lonengrin^'-Yorspiel  y.  Wagner,  Trauer- 
marsch einer  Marionette  y.  Gounod,  3.  Satz  a.  dem  Streich- 
quart. Op.  18,  No.  5,  y.  Beethoven. 

Annaberg*  1.  Museumsconc.  (Stiehler):  Mündlicher  Vor^ 
trag  über  Colnmbus,  „Die  Fahrt  des  Columbus^,  Scene  f.  Orch. 
y.  A.  Stiehler,  Festouvert..  v.  Bargiel,  Kaiser-Marsch  von 
Wagner,  Claviervorträge  des  Frl.Tancera  a.  Wien  (Adur^ 
Conc.  u.  Tarantelle  v.  Liszt,  Romanze  „L*Alouette*'  v.  Q-linka- 
Balakirew). 

Berlin.  Erö&ungsconcerte  des  Saales  Bechstein:  4.  Qct. 
Gompositionen  v.  Mozart  (CmoU-Phant.),  Beethoven  (Sonate 
Op.  81),  Kiel  (Variat.  n.  Fuge  Op.  17),  Schumann  („Wiener 
Faschingsschwank")  und  Chopin  (Nott.  Op.  87,  No.  2,  Im- 
promptu Op.  36,  ScJierzo  Op.  39  u.  Berceuse  Op.  57),  vorgetr. 
y.  Hm.  Dr.  H.  v.  Bülow.  6.  Oct.  ßdur-Streichsext.,  Dmoll- 
Clav.-Violinson.  u.  Clarinettenquintett  v.  Brahms.  (Ausfüh- 
rende: HH.  Dr.  Brahms  [Clav.],  Prof.  Joachim,  Kruse^  Wirth, 
Bram  Eidering,  Hausmann  u.  Dechert  [Streicher],  sowie  Mühl- 
feld  (Clar.J.)  o.  Oct.  Olav.-Violason.,  sowie  SoU  f.  Qea.  (zwei 
Persische  Lieder)  u.  f.  Olavier  (Variat.  Op.  88,  Ballade  nach 
Bürger's  „Lenore^  etc.)  v.  A.  Rubin  st  ein,  Arien  v.  Galdara 
u.  Pergolese.  (Ausföhrende:  Frl.  v.  Jerebtzofif  [Qesang]  und 
HH.  Rubinstein  [Clav.]  u.  Krelle  [Viola].)  —  Conc.  der  „kleinen" 
Pianistin  Frieda  Simonson  unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Schindler 
(VioL)  u.  des  Philharm.  Orch.  (Herfurth)  am  8. Oct.:  Ouvert. 
zu  „Figaro's  Hochzeit"  v.  Mozart,  Soli  f.  Clav.  v.  Beethoven 
<0dur-0onc.),  S.  Bach  (Prael.  u.  Fuge  in  Dmoll),  Raff  (Mar- 
che  de  Bohömiens),  Moszkowski  (Gdur-Etude)  u.  A.  u.  f. 
Viel.  v.  Ernst  („OtheUo"-Phant.)  u.  Saint-Saöns  (Introd.  u. 
Rondo  capricc.).  —  Conc.  zum  Beeten  der  Musikabtheil,  der 
Deutschen  Frauenabtheil.  b.  der  Weltausstellung  in  Chicago 
1898:  Vorträge  des  Kulenkamp^Tschen  Frauenchors  unt.  Leit. 
des  Hm.  Kulenkampff  (Lied  fy.  Shakespeare]  von  Brahms, 
„Schön  Aennchen"  v.  G.  K ulen kämpf f,  „Ständchen"  mit 
Altsolo  [Frl.  Rückward]  v.  Schubert  etc.),  der  Frls.  Hiedler 
(Ges.,  „Ich  liebe  dich"  von  Liszt,  „Könnt  ich  die  schönsten 
Sträusse  winden"  v.  Ingeborg  v.  JBronsart,  „Genesung"  v. 
Franz  etc.),  Rückward  („0,  lassdich  halten"  v.  Ad.  Jensen 
etc.)  u.  Schindler  (Viol.)  und  der  Frau  Scherres-FriedenUial 
(Clav. ,5.  Barcarolle  v.  Rubinstein,  CampaneUa  v.  L i s z t  etc.) . 
—  1.  J?hilharm.  Conc.  (Dr.  Hans  Richter):  7.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, „Siegfried-Idyll"  u.  „Meistersinger"- Vorspiel  v.  Wag- 
ner, Ouvert.  zu  „Benvenuto  Oellini"  y.  Berlioz,  1.  Ungar. 
Rhaps.  v.  Liszt).  (Keines  der  vorstehend  registrirten ,  von 
der  Concertdirection  H.  Wolff  arrangirten  Concerte  theilt  das 
Domicil  der  mitwirkenden  Künstler  und  Künstlerinnen  mit, 
es  ist  nirgends  angegeben,  ob  dieselben  aus  Berlin,  Buxtehude 
oder  sonstwo  her  sind,  und  dadurch  vorgesehen,  dass  die  noch 
unbekannteren  Kummern  des  Woln^schen  Künstlerlagers 
nur  durch  diese  Firma  zur  Mitwirkung  in  Concerten  bezogen 
werden  können.  Und  die  Herrschaften,  welche  sich  von  Hrn. 
Wolff  nicht  viel  anders  als  Waare  behandeln  lassen,  die  auf 
Bestellung  verhandelt  und  verschickt  wird,  fiihlen  diese 
Leibeigenschaft  nicht  einmal!) 

Bonn.    2.  Aufführ,  des  Beethoven-Ver.  (Köhler):    Sym- 

Shonien  v.  Mozart  (Bdur)  u.  Haydn(Cdur),  And.  a.  der  Trag, 
ymph.  u.  Ouvert.  zu  „Alfonso  und  Estrella"  von  Schubert, 
Solovorträge  des  Frl.  Müsch  a.  Cöln  (Ges.,  Arie  a.  „Gatharina 
Oomaro"  v.  F.  Lachner  u.  „Bas  Haidekind"  u.  „Betrogene 
Liebe"  v.  E.  Hildach)  u.  des  Hm.  Ebert  a.  Ooblenz  (Violonc, 
Romanze  v.  Volkmann  u.  Schiffers  Abendlied  und  Scherzo 
eig.  Comp.). 

Breslau.  4.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Concertcap.  (Riemen- 
schneider): 8.  Symph.  v.  Beethoven,  „Wilhelm  Tell"-Ouvert. 
v.  Rossini,  „Lohengrin"  -  Vorspiel  v.  Wagner,  „Träumerei  im 
Walde"  f.  Orch.  v.  M.Plü  ddemann  u.a.  Orchestemummern, 
Claviervorträge  des  FrL  Welz  („Die  Jagd"  v.  Rh  einberge  r, 
Valse  V.  Wieniawski  etc.). 

Chemnitz.  Symphonieconcerte  der  stftdt.  Cap.  (Pohls): 
No.  1.  1.  Symph.  v.  Schumann,  Ouvert.  zu  „Die  G^eschÖDfe 
des  Prometheus"  v.  Beethoven,  Soenen  a.  dem  S.  Au£sug  der 
„Meistersinger"  v.  Wagner,  Entr*acte  a.  dem  „Gouverneur 


von  Tours"  v.  Reinecke,  Solovorträge  der  HH.  Schiemann 
(Viol.,  „Albumblatt"  v.  Wagner-Wilnelmj)  u.  Majm  (Vc^., 
Tarantelle  eig.  Comp.).  Ko.  2  unter  Mitwirk,  des  Seminar- 
chors a.  Zschopau  (Höpner):  DmoU-Symph.  von  Dietrich, 
„Freischütz"-Ottvert.  v.  Weber,  „Szössat"  v.  Böni  u.  Hymnus 
y.  Erkel,  orchestr.  v.  Liszt,  vier  Sätze  a.  der  Reformations- 
cant.  „Ein  feste  Burg"  y.  S.  Bach,  Volkslieder  f.  gem.  Chor 
v.  Silcher,  VioHnvorträge  des  £üm.  Ohliger  (Romanze  v.Wil- 
h e  1  m j  u. Introd. u. Rondo brilL  y . W ieniawski).  No. 8.  Colum- 
bus-Symph.  v.  Abert,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  u. Wagner 
(„Der  fliegende  Holländer"),  Trauermarsch  a.  der  „Göttemäm- 
merung"  v.  Wagner,  Violinconc.  v.  Mendelssohn  (fiOr.  Ohliger). 

—  JuMlfeier  des  76jähr.  Bestehens  der  Singakad.  (SchneuLer) 
am  11.  Oct.:  Festouvert.  v.  Th.  Schneider,  „Der  Rose  Pil- 

g erfahrt"  v.  Schumann,  Weihegesang  f.  Chor  u.  Orchester  v. 
.  T.  Brunner.  -Agnus  Dei"  f.  Solostimmen  u.  Chor  v.  J,  G. 
Kunstmann,  „Wem  vom  Himmel  ward  verliehen"  f.  gem. 
Quart.  V.  H.  A.  Stahlknecht. 

Chrlstianla.  1.  Conc.  des  Musik ver.  (Holter):  8.  Symph. 
y .  Beethoven,  „Siegfried-Idyll"  y.  Wagner,  Solovorträge  der 
HH.  Bergh  (Ges»  Siciliana  a.  „Cavalleria  rusticana"  v.  Mas- 
ca^ni,  „Maria  Gnadenmutter"  y.  Sinding,  „Gamle  Mor"  v. 
Grieg  u.  „Die  beiden  Grenadiere"  v.  Schumann)  u.  Hai vorsen 
(Viol.,  Adur-Conc.  v.  Mozart  u.'  Rondo-Capriccio  v.  Saint- 
Saöns). 

Cöln.  1.  Kammermusikaufführun^  der  HH.  Hollaender, 
Schwartz,  Kömer  u.  He^esi  unter  Mitwirk,  der  HH.  Pauer 
(Clav.)  u.  Friede  (Clar.):  Streichquartette  v.  Schumann  (Adur) 
u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  8),  Bdur-Trio  f.  Clav.,  Clar.  und 
Violonc.  V.  V.  dvEndy. 

Darmstadt.  1.  Conc.  des  Musikver.  (de  Haan)  m.  Han- 
dels „Judas  Maccabäus"  unt.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Schmidt 
a.  Frankfurt  a.  M.,  der  Frau  Walther  v.  hier  u.  der  HH.  Dierich 
a.  Leipzig  (?)  u.  Müller  a.  Frankfurt  a.  M.  —  1.  Conc.  der  Hofcap. 
(de  Haan):  5.  Svmph.  v.  Beethoven,  „Phaöton"  v.  Saint- 
Saöns,  Ouvert.  Op.  124  v.  Beethoven.  Zwischenactamusik  und 
„Rufung  der  Alpenfee"  a.  der  „Mann'ed"-Musik  v. '.Schumann, 
Gesang  vortrage  des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  („Vorabend"  aus 
den  BrauÜiedem  v.  Cornelius,  „Vergebliches  Ständchen"  v. 
Brahms  etc.). 

Dresden.  1.  Kammermusikabend  der  Frau  Stern  (Clav.) 
u.  der  HH.Petri  u.  Stenz (Streicher):  Ciaviertrios  v.  Volkmann 
(Bmoll)  u.  Beethoven  (Op.  70,  No.  2),  Bdur-Clav.-Violinson. 
v.  Mozart.  —  OrchesteraunÜhr.  zum  Besten  der  Unterstützungs- 
casse  der  Schüler  des  k.  Conservat.  f.  Musik  am  18.  Oct.: 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Hebriden"-Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
Solo  vortrage  des  Frl.  Stein  (ßeB.)  u.  der  HH.  Bachmann  (Clav., 
1.  Satz  a.  dem  AmoU-Conc.  v.  Schumann)  u.  (jlamper  (Violonc, 
Nott.  V.  F.  Grützmacher). 

Graudenz.  Conc.  der  Frls.  Krüger  (Ges.)  und  Fritsch 
(Clav.)  u.  des  Hm.  Fei.  Meyer  (Viol.)  a.  Berlin  am  11.  Oct.  m. 
Soli  f.  Ges.  V.  F.  Hiller  (Gebet),  Rubinstein  („Der  Asra"), 
V.  Koss  (Winterlied)  U.A.,  f.  Clav.  y.  Liszt  (Hmoll-Ballade). 
Klein  (Liebeslied)  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Beethoven  (Conc.)  u.  A. 

Hannover.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Hm.  Kunke  (Clav.) 
unter  Mitwirk,  des  FrL  Schotel  (Ges.)  u.  des  Hrn.  Lorleberg 
(Violonc.)  am  12.  Oct.:  D dur-Clav.-Violoncellson.  v.  Rubin - 
stein,  SoH  f.  Q^s.  v.  F.  Lorlebere; („Ein  Abschied"),  Grieg 
(„Die  Prinzessin"),  Reinecke  (FrühUngslied)  u.  A.,  f.  Clav. 
V.  Beethoven  (Son.  appass.),  Chopin  u.  Liszt  (Tarantella  e 
Canzona  Neapolitana)  u.  f.  Violonc.  v.  Pergolese,  Simon  (Ber- 
ceuse) u.  Moszkowski  (Span.  Tanz). 

Innsbruck.  1.  Mitgliederconc.  des  Musikver.  (Pembaur) : 
D  dur-Sy mph.  v .  Haydn ,  „Friedensfeier" -Festouv.  v.  R  ei  n  e  c  k  e, 
„Herzwunden"  u.  „Frühling"  f.  Streichorch.  v.  Grieg,  Solo- 
vorträge der  Frau  Fleisch  a.  Frankfurt  a.  M.  (Gesang,  Arie 
„Sieh,  mein  Herz  erschliesset  sich"  v.  Saint-Saöns,  „Jetzt 
ist  er  hinaus"  v.  H.  Riedel  etc.)  u.  des  Hm.  Eibl  von  hier 
(Viol.,  11.  Conc.  v.  Spohr). 

Kaiserslautern,  l.  Conc.  des  Caecilien-Ver.,  ausgeführt 
y.  den  HH.  Hollaender,  Schwartz,  Kömer  u.  Hegyesi  a.  Cöln: 
Streichquartette  v.  Mozart  (Cdur),  Schumann  (Adur)  u.  Beet- 
hoven (Op.  59,  No.  3),  Adagio  a.  dem  2.  Violinconcert  von 
Bruch. 

Kiel.  Wohlthätigkeitsconc.  des  St.  Nicolaichors  (Forst) 
unt.  Mitwirk,  der  HH.  Voigt  u.  Harries  am  29.  Sept.:  Chöre  v. 
Palestrina,  Ecca^  und  Mendelssohn,  Soli  f.  Org.  v.  S.  Bach 
(Edur-Fuge  etc.)  u.  Mendelssohn  (2.  Son.)  u.  f.  Viol.  v.  S.  Bach. 

—  Conc.  V.  Frl.  Tornquist  (Ges.)  u.  HH.  Hanken  (Clav.)  und 
Voigt  (Viol.)  am  3.  Oct.:  Clav.- Violinson.  Op.  96  v.  Beethoven, 
Soli  f.  Ges.  V.  Ad.  Jensen  („Am  Ufer  des  Manzanares")  u.  A., 


542 


f.  Clav.  u.  f.  Viol.  V.  Wieniawski  („Legende"),  Grieg  (Nor- 
weg.  Tanz)  n.  A. 

Leipzig.  3.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  (Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Beinecke):  1.  Symph.  v.  Volkmann,  „Abenceragen^-Onv. 
v.CheraHni,  Vorspiel  zur  Soene  „Die  Sündfluth''  f.  Streiohorch. 
y.  Saint-Saöns,  Glesaiijryortr&ge  der  Frau  Mielke  ans  New- 
York  („Träume**  v.  R.  Wagner,  „Murmelndes  Lüftchen"  v. 
Ad.  Jensen  etc.).  —  Abendunterhaltung  im  k.  Conservat. 
der  Musik  am  80.  Sept.:  Dmoll-Streichquint.  v.  Onslow  =HH. 
Oppenheim  a.  Brunn,  Richter  a.  Leipzig,  SfttÜer  a.  Bockwai.  S., 
iwth  a.  Weimar  u.  Hammig  a.  Leipzig  Yocalduette  „Klftn^** 
u.  „Am  Strande**  v.  Brahms  u.  „Lied  aer  Vöglein**  v.  Rubin- 
stein  =  Frls.  Schumacher  a.  Rostock  u.  Rebling  a.  Leipzig, 
Ck>ncert8tück  f.  Violonc.  y.  Seryais  —  Hr.  Beyer  a.  Lyon, 
Violinconc,  1.  Satz,  y.  Beethoyen  =  Hr.  Wille  1.  aus  Greiz, 
Gdur-Glayiertrio  y.  Beethoyen  =  Frl.  Strassberger  a.  Leipzig 
u.  HH.  Wamecke  a.  Wiesbaden  u.  Bramsen  a.  Gopenhagen, 
Ddur-Glayierconc.  y.  Mozart  =  Frl.  Holmden  a.  Birmingham. 
—  1.  Kammermusik  im  Neuen  Gewandhaus:  Quint.  Dp.  114 
y.  Schubert,  Streichquartette  y.  Beethoyen  (Op.  18,  No.  1)  u. 
Brahms  (Bdur).  (Ausführende:  HH.Prof.Dr.Keinecke[01ay.1, 
Hilf,  Becker,  Sitt,  Elengel  u.  Schwabe  [Streicher].)  —  Geistt. 
MusikauffÜhr.  des  Frl.  GrosBSchupf  (Ges.)  u.  der  HH.  Gerhardt 
(Org.)  u.  H.  Schlemtdler  (Violonc.)  am  28.  Oct  in  der  Kirche 
ZT^  St.  Pauli  m.  SoH  f.  G^.  y.  A.  Becker  („Du,  Herr,  bist 
unser  Vater**),  Liszt  („Der  du  yon  dem  Himmel  bist**) U.A., 
f.  Org.  y.  Nicolai-Liszt  (Festouyert.  üb.  „Ein  feste  Burg**), 
S.  Bach  QPassacaglia)  u.  Thiele  (Variat.  in  Asdur)  u.  £  Violonc. 
y.  S.  Bach,  J.  Kien  gel  (Sarabande)  u.  Goltermann  (Adagio). 

London,  l.  Saturday  aftemoon  Conc.  im  Crystal  Palaoe 
(Manns) :  8.  Symph.  y.  Beethoyen,  Ouyert.  „Li  Memoriam**  y. 
A.  Sulliyan,  symph.  Dicht.  „Los  Lupercales^  y.  A.Wormser, 


Orchesterballade  „A  Day  Dream** 


0. 


Liiagey, 
inodT,  Gl 


Soloyor- 


rieg  und 


„ y.  u.  A.  Lidj 

träge  der  HH.  Oudin  (Gles.,  Arien  y.  Gou: 
Cham  in  ade)  u.  de  Fachmann  (Glay.). 

Magdebnpg.  Am  5.  Oct.  Aufführ.  y.Haydn*s  „Schöpfung** 
durch  den  Kirchengesangyer.  (Rebling)  unt.  Solist.  Mitwu^ 
des  Ehepaares  Schmidt(-Köhne)  u.  des  Hm.  Grahl  a.  Berlin. 
—  1.  Abonn.-Oonc  des  Brandt'schen  Gesangyer.  (Brandt)  mit 
Haydn's  -Jahreszeiten**  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Schauseil 
u.  der  HH.  Dierich  u.  Gillmeister. 

Nürnberg.  8.-6.  Eliteconc.  der  Winderstein'schen  Gap. 
(Winderstein):  „Le  Rouet  d'Omphale**  y.  Saint-SaCns,  Ouy. 
zum  „Fliegenden  Holländer**,  Huldigune;8niarsch ,  Fragmente 
a^^Lohengrin**.  „Tannhftuser**,  den  „Meistersingem**  u.  der 
Walküre"  y.  Wagner,   Ouyertnren  y.  Gade,  Thomas,  Ros- 


.gne 
(No. 


sini  u.  Beethoyen  (No.  8  zu  „Leonore**),  1.  Ungar.  Rhaps.  y. 
Liszt.  Taranteile  a.  „Venezia e  Napoli**  y.  demselben,  orcnestr. 
y.  Müiler-Berghaus,  Intermezzo  aus  „Freund  Fritz**  y.  Mas- 
cagni  u.  A.  m. 

Pforzheim.  Kammermusikabend  des  Instrumentalyer. 
am  3.  Oct.:  Drei  SKtze  a.  dem  Clarinettenquintett  y.  Mozart, 
And.  a.  dem  Clayierquart.  Op.  16  y.  Beethoyen^Gesangsoli  y. 
Bruch  (Arie  a.  „Odysseus**),  F.  Wüllner  („Wenn  &.  dein 
Haupt  mir  neigst**),  Franz  („Ln  Mai**)  u.  A.  (Ausführende: 
Frl.  Höfken  a.  Göln  [Ges.]  u.  HH.  Baal  [Clay.l,  ScbaU,  Kunz, 
Jacob,  0.  Schifferdecker  [Streicher]  u.  Dill  [Clar.].) 

Regensbnrg.  Greistl.  Conc.  des  Protestant.  Kirchenchors 
(Geiffer)  am  19.  Oct.:  Psalm  121  f.  Chor  m.  Org.  y.  0.  Geiger, 
Weihnachtslied  f.  gem.  Chor  u.  Soli  y.  Volkmann,  altdeut- 
sche geistl.  Lieder  „Christi  Leiden**  u.  „Gottes  Edelknabe**, 
f.  gem.  Chor  bearbeitet  y.  C.  Riedel,  SoloyortrS^  des  Frl.  Stoer 
(Ges.)  u.  der  EDE.  Distler  (Ges.,  Psalm  62  y.  A.  Becker),  Gross- 
mann (Ges.)  u.  Geiger  (Orgel,  Phant.  u.  Fuge  in  GmoU  yon 
S.  Bach,  Conc.  m.  Streichorch.  u.  zwei  Oboen  y.  Händel  und 
Fisdur-Son.  y.  Rheinberger).  

Saarbrücken.  Kammermusikabend  der  HH.  Hollaender, 
Schwartz,  Kömer  u.  Hegyesi  a.  Cöln  (Streicher)  unt.  Mitwirk, 
des  Hm.  Fassbaender  ((^ay.)  am  10.  Oct.:  Clayierquintett  y. 
Schumann,  Streichquartette  y.  Mozart  (Cdur)  und  Beethoyen 
(Op.  69,  No.  8),  Variat.  a.  dem  Dmoll-Streichquart.  v.  Schu- 
bert, Adagio  a.  dem  2.  Violinconc.  y.  Bruch. 

Siegen.  Conc.  des  Männergesangyer.  (Bremner)  am  9.  Oct. : 
-jFreischütz**-Ouyert.  y.  Weber,  Marsch  a.  „Tannhäuser**  yon 
Wagner,  .Deutsches  Aufgebot**  f.  Mftnnerchor,  Baritonsolo 
u.Orch.  y.  T.  Ochs.  „Sieges^^esang  der  Deutschen**  f.  Männer- 
chor u.  Orch.  y.  A  ot,  Brautlied  a.  „Lohenmn**  y.  Wagner, 
f.  do.  arr.  y.  Bremner,  Männerchor  „Das  Heldengrab**  yon 
L.  Liebe,  zwei  Vocalquartette  y.  Koschat,  Clayieryorträge 
des  Hm.  JBremner  (Serenata  y.  Moszkowski,  „Morgendäm- 
merung** y.  Ad.  Jensen  etc.). 


Sondershausen.  Conc.  f.  die  Wittwen-  u.  Waisencasse 
der  Hofcap.  am  16.  Oct.:  Orchestersuite  yon  Mac-Do  well, 
Ouyertnren  y.  Grieg  („Ln  Herbst**)  u.  Beethoyen  (No.  8  za 
„Leonore**),  Soloyorträge  der  Frau  Ren^  y.  hier  (Ges.,  »Mur- 
melndes Lüftchen**  y.  Ad.  Jensen^^.Mein  Herz  ist  im  Hoch- 
land*"  y.  Hiller  etc.)  u.  des  Hm.  Wörl  a.  Wien  (Violonoell, 
zwei  Sätze  a.  dem  Conc.  y.  Molique). 

Stendal.  1.  Symph  .-Conc.  der  yereinigten  städt.  u.  Mili- 
tärcap.  (GferlJer  u.  Lehmann):  Waldsymph.  y.  Raff^  „Euxr- 
anthe'*-Ouyert.  y.  Weber,  „Vom  Herzen  zum  Herzen**  f.  Streich- 
quartettchor  y.  E.  Seifert,  Gesangyorträge  des  Frl.  Perl  aus 
Sondershausen  („Liebesglück**  y.  Sucher,  „Er  ist  gekommen*' 
y.  Franz,  Seren,  y.  Bruch,  „Wenn  der  Vogel  naschen  will" 
y.  Meyer-Helmund  etc.). 

Stoektaolm.  1.  Bymph.-Conc.  der  k.  Cap.  (Hallön):  Esdur- 
Sjmph.  y.  Mozart,  Vorspiel  u.  „Charfireita^iszauber**  a.  „Par- 
sifal^  y.  Wagner,  And.  cant.  a.  dem  Streichquart.  Op.  11  y. 
Tscha'lkowsky,  Air  de  BaUet  a.  den  „Seines  pittoresques*' 
y.  Massenet,  Arie  „Ah,perfido**  y.  Beethoyen  (Frl.  Hulting). 

Wismar.  Orgelcono.  des  Hm.  Dr.  StoUbrock  am  27.  Au^^. 
m.  Werken  y.  S.  Bach  (FmoU-Fuge),  Händel  (Bdur-Concert), 
StoUbrock  (Choralbehandlnng  y.  „£in  feste  Burg**),  Kühm- 
stedt  (Fant,  eroioa),  Guilmant  (Symph.  m.  Orch.)  n.  A.  in 
Abwechs.  m.  Gesangyorträeen  der  Fniu  Gh)ldbach  a.  Berlin 
(Arie  „Bleibe  bei  uns**  u.  Aoendlied  y.  StoUbrock  u.  Arien 
y.  Händel  u.  Blumner  [„Dein,  o  Heiland**]).  —  Wohlthätig- 
keitsconc.  des  Hm.  Dr.  StoUbrock  unt.  Mitwirkung  der  Fran 
Schröder,  der  HH.  Hopsch  u.  Teetz  und  der  Militärcan.  am 
16.  Oct.:  Conc  f.  Orff.,  Streichorch.  u.  drei  Homer  u.  Variat. 
a.  der  Suite  f.  Org.,  vioL  u.  Violonc.  Op.  149  y.  Rheinber- 

§er,  Phant.  f.  Org.  zu  yier  Händen  y.  Kühne,  Soli  f.  G^.  y. 
tollbrock  („Gott  schütze  dich**  und  „Schweige  still**)  und 
S.  Bach  u.  f.  Org.  y.  S.  Bach  und  Herzog  (Ohoralyorspiel 
„Schmücke  dich,  o  liebe  Seele**). 

Zwlekan.  1.  Abonn.-Conc.  des  Musikyer.  (Vollhardt): 
Bdur-Symph.  y.  Haydn,  Ouvertüren  y.  Weber  („Der  Beherr- 
scher der  Geister*')  u.  Wagner  („Rienzi**),  Melodien  „Hers- 
wunden** u.  „FrühÜnjg;**  f.  Streichorch.  y.  Grieg,  Gesangyor- 
träge des  Frl.  Bossenberger  a.  Dresden  (Wiegenlied  y.  F.  Kies, 
-Zur  Drossel  sprach  der  Fink**  y.  d* Albert,  „Der  Traum**  y. 
Rubin  stein,  „Frühling  und  Liebe**  y.  F.  Sieb  er  etc.).  — 
1.  Geistl.  Musikaufführung  des  Kirchenchors  zu  St.  Marien: 
Chöre  y.  Ghillus,  M.  Hauptmann  u.  H.  Vollhardt  („Du,  meine 
Seele**  u.  „O,  Vaterhand**),  Soloyorträge  der  HH.  Reichert  a. 
Dresden  ((^.,  „Ich  liege  und  schlafe^  y.  H.  Schütz,  „Agnus 
Dei**  eig.  Comp.  u.  „Nehmet  das  Wort  an**  y.  A.  Becker)  u. 
Türke  y.  hier  (Org.,  6.  Toccata  y.  Frescobaldi  u.  CmoU-CJon- 
certfuge  y.  0.  Dienel). 

Veraltete  Programme^  scwie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeaclUet  bleiben! 


Engagements  und  GIste  in  Oper  und  Conoert. 

Frankfurt  a.  M.  Das  Gastspiel  des  Frl.  Preyosti  im 
hiesigen  Opernhaus  ist  yon  grossem  Erfolg  für  diese  ausge- 
zeichnete Sängerin  begleitet.  Eine  Bravourleistung  yon  inr 
war  namentlich  die  Lucia.  Im  1.  Museumsconcert  spielte 
unter  grösstem  Beifall  Hr.  Professor  Halir  aus  Weimar.  — 
Monte-Carlo.  Unter  dem  Opempersonal,  welches  für  die  be- 
y erstehende  Saison  gewonnen  ist.  glänzen  die  Namen  der  Damen 
Sembrich,  Richard,  Arnolason,  d*Alba  und  Darclöe, 
sowie  der  HH.  J.  de  Reszkö,  Melchissödec,  Soulacroix 
und  Renaut.  Als  Hauptereignisse  erwartet  man  die  Auf- 
führung von  „Tristan  und  Isolde**  und  eine  scenische  Auf- 
führung von  Berlioz*  „La  Damnation  de  Faust**.  —  Mün- 
ster i.  W.  Als  Concertdän^rin  erster  Qualität  erwies  sich  im 
1.  Concert  des  Musikyerems  Frau  Julia  üzielli  aus  Frank- 
furt a.M.,  und  dieser  Rangstellung  entsprach  die  enthusiastische 
Au&ahme,  welche  ihre  kostbaren  Gresangyorträge  bei  dem 
Publicum  fanden.  —  Paris.  In  der  Grossen  Oper  debutirte 
B[r.  Fournets  als  Mephistopheles  in  Gk)unod's.Margarethe** 
und  hatte  als  Sänger  wie  als  Schauspieler  gleichberechtigten 
guten  Erfolg. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  22.  Oct.  „Adoramus  te**  von 
R.  Papperitz.  „Dem  Chaos  im  Dunkel**  y.  Th.  Weinlig.  — 
Nicolaikirche:  28.  Oct.  „Sei  stille  dem  Herrn**  u.  „Wer  bis 
an  das  Ende  beharrt**  a.  dem  „Elias**  y.  Mendelssohn. 


I 


643 


Dresden.  Vesper  in  der  Krenzkirclie  am  8.  Oct.  Gdnr- 
Orgelvorspiel  v.  Papperitz.  Motette  nach  Psalm  23  t.  A.  Bie- 
del. Psalm  69  f.  Sopransolo  m.  Ore.  v.  A.  Becker  n.  ^In  vir- 
tute  tna''  f.  do.  v.  Beinecke  (FrL  Martini  a.  Leipzig).  „Lobet 
den  Herrn,  alle  Heiden**  y.  S.  Bach. 

Aufgeführte  Novitäten. 

Bizet  (G.),  „L'Arlteienne'*.  (BerHn,  Symph.-Ck)nc.  des  Phü- 
harm.  Orch.  am  11.  Oct.) 

Brahms  (J.),  9.  Symph.,  Tng.  Q.  Akademische  Fest-Ouvert, 
sowie  Olarinettenquint.  (Scheveningen,  Brahms-Oonc.  des 
Hm.  Baron  von  Zuylen  yan  Nyevelt.) 

Akad.  Festouyert.  (Berlin,  Symph.-Gonc.  des  Philharm. 

Orch.  am  11.  Oct.) 

Adur-Clayierquart.    (Leipzig,  1.  Popul.  Kammermusik- 

abend  v.  Hm.  v.  Böse  n.  U-en.) 

Bruch  (M.),  „Prithjofs  Heimkehr**  f.  Baritonsolo,  Männer- 
chor n.  Ctav.  (Pirmasens,  44.  Gonc.  des  Männerges.-  n. 
Caecilien-Ver.) 

Brückner  (A.),  Dmoll-Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Conc. 
im  Neuen  Goncerthaus  am  13.  Oct.) 

Ehrismann  (E.),  „Festgesang  an  die  Künstler*' f.  eem.  Chor 
u.  Orch.  (Bruchsal,  Jubil&umsconc.  des  Musäver.  am 
8.  Oct.) 

Franck  (C),  Symph.  Yariat  f.  Olay.  u.  Orch.  (Amsterdam, 
Aussergewöhnl.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Goncerthaus  am 
29.  Sept.) 

Poöme  symph.  „Le  Ghasseur  Maudit*'.  (Do.,  Abonn.- 
Gonc.  am  6.  Oct.) 

Gernsheim  (F.),  Ouyert.  zu  „Waldmeisters  Brautfahrt**.  (Do.) 

Goldmark  (G.),  Ouyert.  „Im  Frühling**.  (Berlin,  1.  Symph.- 
Gonc.  des  Philharm.  Orch.  [Herfurth].) 

—  —  Glay.- Violinsuite.  (Ghici^,  1.  Pop.  Gonc.  des  Hm. 
Em.  Liebling.) 

Jensen  (G.),  Sinfonietta  f.  Streichorch.  (Göln,  MusikaL  Ge- 
sellschan.) 

Lalo  (E.),  Violoncellconc  (Pirmasens,  44.  Gonc.  des  Mftnner- 
ges.-  u.  Gaecilien-Ver.) 

Liszt  (F.),  „Les  Pröludes**.  (Breslau,  2.  Symph.-Conc.  der 
^     Bresl.'  Concertcap.) 

Esdur-GlayiercoDc.    (Göln,  Musikal.  G^esellschafb.) 

Mac- Do  well  (E.  A.),  Orchestersuite  Op.  42.  (Bredau,  1. 
Symph.-Gonc,  sowie  Wohlthätigkeitsconc.  der  Breelauer 
doncertcap.) 

Mengewein  (G.),  Orator.  „Johannes  der  T&ufer**.  (Berlin, 
Aufführ,  durch  den  Oratorienyer.  am  10.  Oct.) 

Moszkowski  (M.),  „Der  Schäfer  putzte  sich  zum  Tanze**  f. 
gem.  Ghor,  Soli  u.  Glay.  (Pirmasens,  44.  Gonc.  des  Männer- 

f«.-  u.  Gaecilien-Ver.) 
(J.),  Waldsymph.     (Breslau,  3.  Symph.-Gonc.  der  Bresl. 
Goncertcap.) 

Violoncellconc.    (Göln,  Musikal.  Gesellschaft.) 

R  ein  ecke  (G.),  Ouyert  zur  Oper  „Der  Gbuyemeur  von  Tours**. 
(Breslau,  1.  Symph.-Gonc.  der  Bresl.  Goncertcap.  Göln, 
Musikal.  Gesellschaft.) 

Bheinber^er  (J.),  Esdur-Glay.-Violinson.  (Dresden, Vortrags- 
übung im  k.  Gonseryat.  f.  Musik  am  5.  Oct.) 

Riemenschneider  (G.),  Fest-Praeludium  f.  Orch.  (Breslau, 
8.  Symph.-Gonc.  der  BresL  Goncertcap.) 

Rubinstein  (A.),  FmoU-Glay.-Violinson.  (Breslau,  1.  Musik- 
abend des  TonkünsÜeryer.) 

Ddur-Glay.-Violoncellson.    (Gtonf,  Gonc.  der  Frau  Diaz 

am  30.  Sept.) 

Sitt  (H.),  Dmoll-Violinconc,  1.  Satz.  (Amsterdam,  Ausser- 
gewöhnl. Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Goncerthaus  am  29.  Sept.) 

Smetana  (F.),  Symph.  Dicht.  „Yltaya**.  (Breslau,  1.  Abonn.- 
Gonc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.) 

Stieler  (A.),  Scene  „Die  Fahrt  des  Golumbus**  f.  Orchester. 
(Annabeig,  1.  Museumsconc.) 

Syendsen  («TS.),  Streichoctett.  (Göln,  Musikal.  Gesellschaft.) 

Tscha'ikowsky  (P.),  Ddur-Streichquart.  (Magdeburg,  Ton- 
künstleryer.  am  8.  Oct.) 

Volkmann  (B.),  Ouyert.  zu  „Richard  HI.**  (Berlin,  Symph.- 
Gonc.  des  Philharm.  Orch.  am  11.  Oct.) 

Wagner  (R.),  Vorspiele  zu  „Tristan  und  Isolde**,  den  „Mei- 
stersinjgem**  u.  „Pandfal",  Kaiser-Marsch,  Trauermarsch 
a.  der  „Götterdämmerung**  etc.  (Scheyeningen,  2.  Rieh. 
Wagner-Gonc.  des  Philharm.  Orch.  a.  Berlin.) 

„Par8ifal**-Vorspiel.  f  Berlin,  Symph.-Gonc.  des  Philharm. 

Orch.  am  11.  Oct.) 


geean( 
G^eec 


VermisoMe  Mittheiiungen  und  Notizen. 

*  Für  nächsten  Sonnabend  ist  das  1.  Goncertdes  Liszt- 
Vereins  zu  Leipzie  mit  Liszt's  Faust-Symphonie  als 
Hauptwerk,  Hm.  R.  Strauss  als  Dirigenten  und  den  HH.  Jul. 
Eleugel  und  Stayenhagen  als  Solisten  angesetzt  —  Am  1.  Noy. 
beginnen  die  Akademischen  Orchesterconcerte  unter 
Prof.  Dr.  H.  Kretzschmar's  Leitung, 

*  Die  yereinigten  Wagner-Vereine  zu  Berlin  werden 
am  21.  Noy.  Liszt's  „Legende  yon  der  heUigen  Elisabeth** 
(unter  Prof.  Elindworth's  bewährter  Leitung)  zur  Aufführung 
bringen. 

41  Der  Düsseldorfer  Männergesangyerein  beging 
Mitted.  Mts.  in  solenner  Weise  das  60jährige  Jubiläum  seines 
Bestehens,  dessen  Mittelpunct  ein  grosses  Goncert  in  der  Ton- 
halle mit  Kicodö's  grossartiger  Symphonie-Ode  „Das  Meer**  bil- 
dete. Die  AufEührung  des  gen.  Werkes,  welchem  ein  Bericht- 
erstatter die  Bedeutung  eines  Ereignisses  tfXr  dieMusiklltteratur 
zuspricht,  ist  unter  Hm.  Kramm's  Leitung  tadellos  yon  Statten 
Igen  und  hat  einen  mächtigen  Eincuruck  auch  bei  dieser 
legenheit  nicht  yerfehlt. 

*  unter  dem  Protectorat  des  Bischofs  McDonnell  wurde 
in  Brooklyn  ein  auf  100  Stimmen  begrenzter  Ghor  gebil- 
det, der  es  sich  zur  Aufgabe  macht,  die  dort  selten  gehörten 
Messen.  Motetten  und  andere  kirchliche  Musik  der  Meister 
Palestrma,  Pergolese^  M.  Haydn,  Mozart,  Schubert  Gherubini, 
Spohr  u.  s.  w.  aufzufuhren.  Zur  musikalischen  Leitung  des 
Cjnors  ist  Prof.  Bemard  O'Donnel  berufen  worden. 

*  Am  yergaugenen  Sonnabend  ging  im  Hoftheater  zu 
Dresden  mit  einer  wiederum  pietäüos  in  der  Nomenscene 
gekürzten  Aufföhrun^  der  „Götterdämmerung**  der  aus  An- 
lass  des  „Rienzi'*-Jubiliäums  yeranstaltete  Wagner-Gyklus 
zu  Ende. 

*  Ln  Goyent  Garden-Theater  zu  London  werden  im 
Noyember  yier  Aufftlhrungen  yon  R.  Wagner^s  „Tristan 
und  Isolde**  unter  Leitung  des  Hm.  Garl  Armbruster  statt- 
finden. Die  Vertheüung  der  Partien  ist  folgende:  Tristane 
Hr.  Oberländer,  Isolde  =  Frl.  Pauline  Gramer,  Brangäne  == 
Frl.  Palliser,  Kömg  Marke  =  Hr.  Abramoff,  Kurweoial  = 
Hr.  Bispham. 

*  In  der  Grossen  Oper  zu  Paris  soll  auf  Wunsch  der 
Erben  Wagner's  an  Stelle  der  „Meistersinger**  die  „Widküre*^ 
aufgeftQirt  werden. 

*  H.  Goetz'  lange  nicht  nach  Verdienst  gewürdigte  Oper 
„Der  Widerspänstigen  Zähmung**  ist  am  15.  d.  Mts.  in  Mainz 
als  Noyität  m  Scene  gegangen  und  hat  sehr  gefallen.  —  Die 
andere  Oper  dieses  so  frühzeitig  der  Kunst  entrissenen  Ton- 
dichters, „Francesca  da  Rimini**,  ist  in  ihrem  letzten  Act  einer 
wesentlichen  Umarbeitimg  durch  FeL  Mottl  unterzogen  wor- 
den, yon  der  Kenner  des  vVerkes  die  beste  Wirkung  für  die 
Bühne  erwarten.  Die  Oper  wird  demnächst  in  der  neuen 
Fassung  ^n  Druck  erscheinen.  Möge  ihr  dieselbe  die  Bahn 
auf  den  Bühnen  ebnen  helfen. 

*  ImKroll-Theater  zuBerlingingam22.  d.  M.  Weber's 
„Oberen**  als  Noyität  in  Scene.  Die  Aufführune  unter 
Leitung  des  neuen  Gapellmeisters  Hm.  Doebber  und  Mitwir- 
kunp^  aer  genialen  Frau  Moran-Olden  als  Gast,  welche  als 
Rezia  eine  ihrer  Meisterleistungen  bot  imd  enthusiastisch 
gefeiert  wurde,  wird  sehr  gerühmt. 

*  Die  Oper  „Harald  und  Theano**  yon  Ad.  Lorenz  ist 
auf  dem  k.  Theater  zu  Hannoyer  in  Vorbereitung. 

*  Mit  der  Mailänder  Aufführung  yon  Verdi's  neuer  Oper 
„Falstaff",  dessen  Libretto  Bo'ito  yerfasst  hat,  scheint  es  Ernst 
zu  werden,  denn  der  Gomponist  habe  bereits,  wie  man 
schreibt,  die  Rollen  yertheilt  und  werde  persönlich  die  Pro- 
ben leiten. 

*  Das  Hofbheater  zu  Dresden  hat  zur  Aufführung  für 
die  begonnene  Saison  AI.  y.  Fielitz*  einactige  Oper  ,|yen- 
detta**  angenommen. 

*  Sir  Augustus  Harris  hat  für  England  das  alleinige 
Aufführungsrecht  yon  Wagner's  Jugendoper  „Die  Feen** 
erworben. 

*  Dem  Brodsky-Quartettin  New-Tork  ist  Hr.  Ottokar 
NoyäÖek  beigetreten. 


644 


*  Der  Prmzreffent  von  Bayern  hat  Frau  Kammersängerin 
Therese  Yogi  anjAsslich  ihres  Rücktrittes  von  der  Bühne 
9iun  Ehrenmitglied  des  Münchener  Hoflheaters  ernannt. 

*  Hr.  Baoul  Pugno  ist  zum  Harmonieprofessor  am  Pa« 
riser  Ck>nservatorium  an  Stelle  des  verstorbenen  Duprato  er- 
wählt worden,  die  HH.  Marsick  und  Lefort  sind  an  die 
Stellen  der  in  Ruhestand  getretenen  HH.  Sauzay  und  Dancia 
am  gleichen  Institut  beraten  worden. 

*  Der  Groseherzog  von  Weimar  hat  Hm.  Generalintendant 
H.  V.  Bronsart  in  Weimar  den  Stern  zum  Gomthurkreuz  des 
Hausordens  vom  weissen  Falken  verliehen. 

Todtenliste.  Dr.  Robert  Franz,  der  hoch  bedeutende 
Liedercomponist  und  Bearbeiter  classischer  Werke,  f,  77  Jahre 
alt,  in  den  ersten  Morgenstunden  des  24.  Oct.  in  Halle  a.  S., 
seinem  Geburtsort  und  fast  ausschliesslichen  Domicil. 


Beriehti^ung.  In  No.  48,  S.  680,  Sp.  9,  muss  es  2.  Z. 
V.  o.  Berlin  statt  Dresden  heissen. 

Zur  geff.  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  eescn&ft- 
licnen  Unterstützung  des  Hrn.  Ernst  Eulenburg  ^Is  selb- 
ständigen Arran^urs  oder  als  Vertreters  anderer  Goncert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  fsMa  sie  ihre  Gonoerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  imi  geflülige  dtreete 
Zusendung*  der  Billets  an  uns  gebeten. 


Leipzig. 


Die  RedaetioB  des 
,,Mii8ikali8ehen  WoelienUattes''. 


Brie  flL  asten. 


Fr,  B,  in  C.  Die  gew.  -Namensaneabe  bedeutender  Gom- 
fionisten*'  ist  an  dieser  Stelle  unmöglicn! 

M.  B.  in  P.  Hr.  C.  D.  ist  unseres  Wissens  nicht  mehr 
in  Schw.  aufhältlich. 

y.  Seh.  in  N,  Director  der  Erfurter  Musikakademie  ist 
der  Gteiger  Hr.  Hans  Bosenmeyer,  unter  dessen  „ungefügen 
Händen  und  manierirter  Auffassung"  in  Leipzigvor  einigen 
Jahren  S.  Baches  Chaconne  arg  zu  leiden  hatte.  Weitere  Aus- 
kunft können  wir  nicht  geben. 

L.  IC,  in  D,  Wenn  wir  die  Programme  der  Hofcapell- 
concerte  in  Dresden,  Berlin  und  Wien  bisher  nicht  regel- 


mässig abdruckten,  so  liegt  die  Schuld  nur  an  den  bez.  HH. 
Dirigenten,  die  die  Zusendung  derselben  an  uns  unterlassen 
haben. 

T,  G.  in  B.  Die  Frage  der  besseren  oder  schlechteren 
Akustik  des  dortigen  Bechstein-Saales  hat  ein  zu  locales  In- 
teresse, als  dass  wir  unseren  Lesern  mit  einer  ausführlichen 
Abhandlung  über  dieselbe  kommen  dürften,  so  richtig  uns 
auch  Ihr  Nachweis  über  die  mangelhafte  Beschaffenheit  jenes 
Baumes  in  akustischer  Beziehung  und  die  Betonung  der  Nach- 
theile für  die  in  demselben  auf  ihre  eigenen  Kosten  concer- 
tirenden  Künstler  erscheinen. 


It^sfsseM« 


FQr  Soli  (Alt  und  Tenor)  und  Frauen-,  M&nnerohor 
mK  Violbisolo,  Harfe,  Orgel  (oder  Harmonium)  und 
2  Hörnern  oder  mit  Begleitung  des  Pianoforte  und 

Violinsolo  ad  Hb. 

componirt  von 

J.  B.  Zerlett. 

Op.  78. 

Clav.-Auszug  M.  2, — .  Solosingstimmen  cplt.  3f .  — ,80.  Chor- 
stimmen  M.  —,60.    Partitur  (mit  unterlegtem  davierauszug) 

n.  M.  8,—.    Instrumentalstimmen  cplt.  n.  M.  1,20. 
[1170.] 

Leipzig.        Ca  ¥m  Wa  Slegel's  Musikalienhandlung 

(R.  Linnemann). 


'Vr.  Kistner,  Musik-Sortiment,  Leipzig, 

empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von 

Musikalien»  musikalischen  Schriften  etc.  —  Kataloge 

und  Auswahlsendungen  stehen  zu  Diensten.  [1171 — .] 


Neuer   Verlag   von    Breitkopf  &  H&rtel   in  Leipzig. 

A.  Bertalotti.       [ii7ac.] 

15  zweistimmige  Solfeggien  mit  hihlischen  Worten 
von  Louis  Lohse.     Preis  1   ^. 


Neuer  Verlag  von  Ries  &  Erier  in  Berlin, 

Lieder 

fnr  1  Singstimme  mit  PianofortebegleitoDg. 

Rudolf  Buokf  Op.  5. 

No.  1.  Mailied.  M.  1,20.  No.  2.  Lied  Margareta*s.  M.1, — . 
No.  8.  Du  liebes  Auge.  No.  4.  Am  Sprinebnmn  k  M.  1, — . 
No.  5.  Lu  Hain.  M.  1, — .  No.  6.  Wenn  der  Vogel  naschen 
will.    M.  Ij20. 

Catharinus  Elling,  Op.  40. 

No.  1.  Komm,  mein  Liebchen.  mTi, — .  No.  2.  Süsse  Träu- 
me. M.  1,20.  No.  3.  Ich  welke  deinetwegen.  M.  1, — .  No.  4. 
Plattersinn.    M.  —,60.  TU  78.] 

Adolf  Gunkel,  Op.  0. 

No.  1.  Diebstahl  (hoch,  tief).  No.  2.  Blaue  Augen  k  M.  1, — . 
No.  8.   Bheinstein.    M.  1,—.    No.  4.  Yogelweisheit.    M.  1,20. 

Zu  beziehen    durch    E.   W.    FpitzSOh    in   Leipzig: 

6 

bisher  nicht  gedruckte  dreistimmige  Chansons 

für 

Tenor,  Discant  (^  {Mezzosopran  oder  Alt)  und 
Contratenor  (=  hoher  Bass) 


von 


(c  1425) 


in  moderne  Notirung  übertragen 

mit  neuem,  deutschem  Text  und  Vortragsbezeichnung  (nebst 
einer  Beschreibung  des  Münchener  Binchois-<!k>dez  una  Ueber- 
tragung  der  5  unvollständig  erhaltenen  Chansons  desselben 
Codex  imd  dem  Versuch  einer  Bestaurirung  der  Chanson 
„Ce  mois  de  May")  herausgegeben  von 

Preis  2^.  [1174.] 


645 


lITeue  ClaTlermuislk 

im  Verlage  von  F.  E.  O.  IL<enol£a.i*t  in  Leipzig. 

[1175.] 

Kahn,  Robert,    Op.  11.    Sechs  Ciavierstaolce. 

Zwei  Hefte  k  J(  2,50. 

Hieraus  einzeln: 
No.  1.    Elegie.    No.  2.  Caprieelo  &  M.  1,50. 

Seifert,  Uso,  Op.  13.  iVlazurelc  f.  Pianoforte.  Ji  1,20. 

—  Op.  14.     Soherzino  für  Pianoforte.     Jü  1,20.' 

—  Op.  15.     „Oline  Rast,  oline  Ruh!"   Etnde  f.  Piano- 
forte.    Ji  1,20. 

Spindler,  Fritz,  Op.  382.    Tanzlied  für  Piano- 
forte.    Ji  1, — . 

—  Op.  383.     Naohtfaiter  für  Pianoforte.     Ji  1,—. 

—  Op.  384    Diamanten  und  Perlen.     Salonstück  für 

Pianoforte.    Ji  1,20. 

—  Op.  388.  Mohnbiüthen.  Phantasiestück  für  Pianoforte. 
Jü  1,20. 

Tsohiroh,  Wilhelm,  Op.  114.  Die  Spieluhr.  Salon- 

stück  für  Pianoforte.     Jü  1, — . 

Wilm,  Hioolni  von,  Op.l02.  Musikalische  Bilder- 

mappe.     Zwölf  kleine  und  leichte  Ciavierstücke  mit 

Fingersatzbezeichnung. 

Heft  I.    Im  Grünen;    Auf  der  Schaukel:   Beim  kranken 

Schwesterchen ;  St&ndchen ;  Der  JPostiUon ;  Klänge 

vom  Exercierplatz.    M.  1,80. 

Heft  n.  NachSchulschluss;  Fürs  Album;  Der  Dudelsack; 

Eosenknospe;  Im  Domhofe;  Die  Libelle.  M.  1,80. 

Krflger's  Volks -OläTiemhnle. 

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Eingeführt  in  vielen  Gonservatorien  und  Musikschulen 
Deutschlands,  Oesterreich-Üngarns  und  der  Schweiz,  sowie  im 
^Boyal  College  of  Music''  und  „The  Guildhall  School  of 
Music"  zu  London. 


8oeben  erschienen:       [1176.] 

=  Zwei  neue  Cooeertlieder  = 

für  Sopran  oder  Tenor  von 

Gustav  Schaper« 

i3p.  S5.    1.  Brtnnendt  Uebe  (Julius  Mosen)  Ji  1,-— . 
2.  Herz,  dein  FrOhling  Ist  gekommen  (Felix 
Dahn)  Ji  1,20. 

Heinriohshofen's  Verlag,  Magdeburg. 


Bei  F.  E.  C«  Leuokart  in  Leipzig  erschien: 

A.  W.  Ambros'  Geschichte  der  Mtisik. 

Mit  zahlreichen  Notenbeispielen  und  Mnsikbeilagen. 

fSrster  Band*  Dritte  gänzlich  umgearbeitete  Auflage. 
Auch  unter  dem  Titel:  Die  Musik  des  grieehisehen  Alter- 
thums  und  des  Orients  nach  Rudolf  WestphaPs  und 

F.  A.  Gevaert's  neuesten  Forschungen  dargestellt  und 
berichtigt  von  B.  von  Sokohvsky,  gr.  8®.  Geheftet  M.  12  no., 
gebunden  M.  14  netto. 

Zweiter  Band*  Dritte  verbesserte  Auflage,  herausge- 
geben von  Heinrich  Beimann.  gr.  8^.  Geheftet  M.  12  netto, 
gebunden  M.  14  netto. 

Dritter  Band*  Dritte  verbesserte  Auflage,  herausge- 
geben von  Otto  Kode.  gr.  8o.  Geheftet  M.  12  no.,  gebimden 
M.  14  no.  [1177.] 

Tierter  Band.    (Fragment.)    Mit  einem  Vorworte  von 

G.  NoUehohm  und   einem  Nachworte  von   Eduard  ScJheUe, 

§r.  8*.  Geheftet  M.  12  no.,  gebunden  M.  14  no, 
mfter  Band*  Zweite  vermehrte  und  verbesserte  Auf- 
lage. Auch  unter  dem  Titel:  Auser  Wählte  Ton  werke  der 
berühmtesten  Meister  des  15.  und  16.  Jahrhunderts. 
Herausgegeben  von  OUo  Kode.  gr.  8^.  Geheftet  M.  15  no., 
gebunden  M.  17  no. 


Wilhelm  Hansen,  Musik  -  Verlag 

in  Leipzig. 

[1178.1 
Soeben  erschien: 

Ängnl  Hanericb. 

Dlo  lllt  itir  KU  (Mil 

der  4.  m  MwA 

(1588—164:8.) 

(Musiken  ved  Christian  den  Fjerdes  Hof. 
—  Et  Bidrag  til  dansk  Musikhistorie.) 

Enthält  viele  neue  Erläuterungen  von 
verschiedenen    deutschen   Musikern    des 

17.  Jahrhunderts,  z.  B.  Heinrich  Schütz, 
Johan  Schop,  Nicolaus  Zangius,  Daniel 
Zellner,  Vincentus  Bertholusius,  femer 
auch  John  Dowland,  Willum  Brade, 
Thomas  Cutings,  Daniel  Norcome, 
IMelchior  Borcrigrevinclc,  Gregorius 
Trehou,  Agostino  Fontana  u.s.w.  u.8.w. 

258  Seiten  8^  5  Ji. 


In  unserem  Verlage  erschien: 


[1179b.] 


Lehrbneh  der  Harmonie 

als  Leitfaden  ffln  den  Unterniobt,  sowie 

zum  Selbststudium. 


Preis  M.  2,50  netto. 


Demnächst  erscheint  als  II«  Band: 

iiAngewnndte  Hnrmonielehpe''. 

Berlin,  W.  9.  Baabe  A  Plothow, 

Potsdamerstrasse  7  a.  Musik-Verlag. 


I  )iH  iuit«neiobiiete  Veriagahuidlnag*  gedenkt,  eine  Aneahl  der  Torzäglichstea  frailzOsIsohen  Hinaerdiäre 
I  deutscher  Ausgibe  n  TeröffenÜicben.     Bis  jetzt  erscbienen:  [1180b.] 


JH  1,26,     , 

\  M  —,26. 

Jl  1,25,     . 

.       i  M  —,25. 

Jl  1,60,     , 

.       4  Jt  -,40. 

Jt  2,-.     . 

i  M  -.40. 

^  2,—,     . 

i  J»  —40. 

J«  2,—,     , 

k  Jl  —,40. 

■»  2,—,     , 

.       i  Jl  -,40. 

^2,-,     . 

.       4  J«  —,40. 

.,  Spanisches  Lied Partitur  Jf  1,26,  jede  Stimme  k  Jl  - 

„  ka  das  Vaterland     ... 

„  Der  Abend 

„  Gebet 

RiflSf    FlS)   Die  Geister  der  Nacht  .     . 
„  Der  Bergmum       .... 

„  Magnificat  (anr  mit  Utaln.  Text) 

TilltHini  Aiffr.|  Hymaos  an  die  Jugend 
,  Die  Eboronen     .     . 

RepertolFemunmern  der  berOhmten  belfflaohen  H&nneFchöre  in  BrtUsel,  LAtUob,  Tervlers  ete. 
Jnuret,   „Spanisches  lied"  vnrde  mit  Erfolg  von  ersten  Vereinen  in  Wien,  Stattgart,  Braunschireig  gesangen.  — 
Riga,   iDer  Bergmann"  gelangt  in  Bonn  und  Cöln  a.  Bh.  rar  Auflubrang.  —  Tilman,   „Hymnas  an  die  Jagend" 
ist  vom  S&ngerchor  des  Lehtervereing  in  Frankfurt  a.  H.  zor  AufPährnng  angenommen. 

"Verlag  von 
ISchott  fi-ftres,  Brüssel.  Otto  Jimne,  Ijelpxlg;. 

$C(racert-ATrMg^emraLts^ 

^  äbernimmt  Job.  Aug.  Böhme,  Hamburg.  d^ 

a[  [1181g.}  Musikalien-Handlung.  dgi 


Neu! 

H.  Gspmep's  Akademlsohe  Neuausgabe 
ausgewMiltep  Claviepwerke  von 
W.  A.  Mozapt. 

Inhalt:  17  Sonaten,  0  Var.-Werke,  8  Fhantasiaa,  8  Bondos, 
I  Adagio  nnd  1  AJIegro.  [USa.j 

Prcns:  I.  Band  3  ^,  IL  n.  m.  Band  je  M  3,60. 
Znr  Ansieht  durch  jede  Musikalienhandlang. 
lielpziff,  Gommissions-VeTlag  von  C  F.  Leede. 


n 


Soeben  erschien; 


Mit   den  Portraits  nnd  Biographien  von  8.  Jados-  1 

'  söhn,  Carl  Ättenhofer,  Edvard  Grieg,  August  Bungert,  ' 

L  Graf  Geza  Zichy  und  Paul  von  Jank6,  sowie  mit  einer  i 

\  Concertomschau  von  Dr.  Hugfo  Biemann  und  einem  J 

ca,  25,000  Adressen  enthaltenden  Adreasbuche. 

81  lisei kl.  g».  «legut gtluin \JiVk  ^. 

Dec    FrenndeakretB  von   Mam  HaMs'i  i>«it«A«n  XtuOiar-  \ 

almrfff  ist  mit  Jedem  Jabia  gröBssr  geworden ,  >ncb  der 
'   Jalirguig  wird  gewtei  wiederum  aUgemeinen  Belf&ll  flndeiL    —   ] 


I  ao/ter  .Blntaitd  und  *aPkr    MOlyer   IVala   ■ind   Ae  Torwligt  I 


Za  beliehen  dorQli  Jede  Bndi.  and  Haeikellenliaadlang. 
Hkx  Hesse'»  Terl»ir  in  I<elpal| 
ElleDburgerstr.  4. 


Verlag  von  E3.  '^.  Frltassoh  in  Leipzig. 

KMoberger,  J.,  % 


Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

Beliebtestes  Sammelwerk  für  Violiospieler. 

Band  l/ll  [ii86i.} 

(enth.  20  Orlgütaloomposltlonen  von  Bott,  HanseF  etc.) 
Preis  broch.  &  M.  3,—,  geb.  mit  Golddruck  h  M.  8,80. 

Verlag  von  J.  SohuberHi  &  Co.  in  Leipzig. 

Neaer  Verlag  von  BreWcopf  &  HSrtel,  Leip»ig. 

Glavier-Quintett  in  Ddur 

für  Pianoforte,  2  Violinen,  Viola  nnd  Violoncell 
von  Jul.  Bleiobmann. 

Preis:  M.  15,—. 
Die  Kamiuermusik-LitteratuT  hat  durch  das  inteieGBaute 
und  geistvolle  "Werk  des  jugendlichen  Tonsetzeis  eine  schöne 
Bereicherung  erfahren,  [L188b.] 


Opgeloompoaitlonen 

verdienen  es,    endlich  in  Deutschland  gekannt  und  ge- 
würdigt zu  werdenl  [11871.] 
(Kothfl  ft  FoPOhhammer,  Führer  durch  die  Orgel-Litteratur.) 
Kataloge  verlange  man  gratis  und  franco  von 

Otto  Junne,  Musikverlag,  Leipzig. 


Sch 


nberth'fl  lIEaslkalisehes 
!F  remdwttrterbacb. 


Goncerlakizze 
a,— .      11184.] 


Verlag  von  J.  Scbaberfli  *  Co.,  Lelpilg. 


Pianinos 

'  bester    Qo&litftt,    einfache    and    eleg&nte    Ani- 
I .  etattnng,  dnd  we|^ 

Liquidation  einer  Fabrilc 
I  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

.  [1189—.] 

Illustrirte  Frels-VerzelehnJsse  zu  beziehBn  durch 
'  C.  Sohwalbioh,  Reichsstruae  24,  Leipzig. 


Neue  Musikalien: 

Smile  Waldteufel. 

Amour  et  Printemps,  Valse. 

Poor  Piftuo  sevl Ji  l,fiO. 

„         „         n     Edition  fuilit4e      „    1,50. 
.  „  „     &  4  mains   ....       „    2, — . 

„     Violon  et  Piano 2,25. 

„     Orchestre net.  „    2,25. 

Shul  JBaeomße. 

Mopceau  de  g^ni'c- 

Poor  Piano  k  2  mains  pat  Panl  Vidal  .     ,     Jt  1,75. 
R  n     ^  4  mains  par  l'anteiu      .     .     .     Jt  2, — . 

„     Orchestre,  Partition net.  Jt  1,75. 

„  „        ,  Parties  s4par^     .     .      .      „     ^  3, — . 

[X190.] 

Mainz.       B.  Schott's  S5hne. 


^  Nene  Concertlieder  ^ 

ans  dem  Verlage  von  Rudolf  Dietpiob,  Leipzig. 

rriflfj 

Beiver,  Wilh.,  Op,  63.    Tier  Lieder  fbr  Sopran  mit  Pianot. 

No.  1.    Was  klappert  im  Hanse  bo  lant?      .     .    Jt  1,- 

No.  2.    Still,  mein  Kind „1,- 

No.  S.    Mutter  nnd  Kind „    1,- 

No.  4.    Weihnachtalied «   1,- 

Fdrster,  Alban,  Op.  117.    Zwei  Lieder.   Aosgabe  fttr  hohe 
und  tiefe  Stimme. 

No.  1.    Knknk j»  1,20. 

No.  i.    Was  ich  sein  machte ,    1,90. 

Ooetze.  C,  Op.  91.    Uein  Stäbchen „   1,—. 

HenseF.  E.,   Op.  19.    Ich  liebe  dich.     Lied  für  Sopran  mit 

Pianoforte Jt  1,—. 

JflD^t,  H.,    Op.  14.    Zwei  Lieder.    Ausgabe  für  hohe  und 
tiefe  Stimme. 

Selijge  Bnh  nnd  Fröhliches  Wandern   .     .    .    .    Jf  1^. 

—  Op.  97.     Zwei  Lieder.     Ansgabe  tür  hohe,  mittle  n.  tiefe 

Stimme.    Abendstille  nnd  Am  Felsenbora   .     .     .    jl  t,GO. 

LoFleber?,  F.,  Op.  47.    Tier  Lieder  für  Sopran  oder  Tenor. 

No.  1.    In  Dornen ut  1,30. 

No.  2.    UorgenelQoli „  —.80. 

No.  8.    Am  UQblenbaoh „    1,20. 

No.  4.    Ein  Abschied -    1,20. 


Verlag  Ton  Breltkopf  &  H&rtel  in  Leipzig. 

Neue  Oper. 
Harald,  und.  Th.eano. 

Oper  in  yier  An&Qgen.     Dichtnng  von  Felix  Dahii* 

Musik  von  [ll»2d.] 

C.  Ad.  Lorenx. 

ToIlständiereF  Clavleraaszug'  mit  Text  16  Jl. 
Textbuch  SO  /i. 
g^  Tom  kAnlsrl.  Hoftbeater  In  Hannover  zur  Anf- 
fOhroiig  anirenommen. 

Die  Kritik  sagt  anter  Anderem:  Lorenz  bekundet  in  die- 
sem "Werk  nicht  nur  eine  reiche  Erfindung,  einen  Beichthum 
an  Melodien,  wie  er  heutzutage  selten  ist,  sondern  auch  — 
nnd  das  ist  bei  einer  Oper  beinahe  das  Weeentlichste  und  ihr 
Leben  Gebende  ~  eine  Eraft  der  dramatischen  Oeetaltnng 
and  der  Oharakterzeichnung,  die  ihn  in  die  erste  Reihe  der 
Oomponisten  stellen.  Bei  Gelegenheit  dar  AnfiUhrang  doroh 
den  Mneikverein  in  Stettin  nahm  das  Publicum  daa  Werk  mit 
Begeistern^  auf  nnd  der  Dichter  dankte  dem  Gomponisten  in 
fenrigsten  Worten. 

Verlag  wen  Rie»  *  Erlen  In  Berlin. 

' = — •■ \Tm 

A.  Panseron,  Gesangsdiule 

der  Conservatorien  zu  Pari«,  BrOeael, 
Neapel,  Wien  etc.  (mit  deutsobem  und 
franzSaleobem  Text)  zum  Selbetunter- 
riolite  vom  ersten  Anfange  bia  zur 
höoheten  Stufe  fortachreitend. 

Sopran  oder  Tenor,  Alt  oder  Baas.    Je  zwei  Bande  k9  Jin. 


[1104.] 


Bei  C.  A.  Klemm  (Leipzig:,  Dresden,  Chemnitz)  ei- 

schien  soeben;  [1196b.] 

Theodor  Schneider,  Op.  30.  „Wie  lieblich  sind 

deine  Wohnungen"  ffir  Solo,  gem.  Chor  u,  Orcbester, 
Part,  mit  nntergel.  Clav.-AaBBUg  Jt  3, — .  Orcheater- 
■tjmmen  Jt  4, — .  Singstimmen:  S..  &.,  k  2b  ^,  T., 
B.  k  40  4. 
Femer; 
Theodor  Sohneider,  Op.  31.  FestouTertnre  för 
Orchester  mit  dem  Choral:  .Nun  danket  Alle  Qott". 
Partitur  Jt  3, — .     Orchesterstimm eu  J(  5, — . 

Terlag  Ton  B.  W.  Fritzseh  In  Leipzig.      [1196.] 
Werner,  Au.,  Op.  4S.    Oavotte  fftr  Tiolonoell  mit  Be* 
gleitung  des  FianaEorte.    Jl  3,—. 


Julius  jßlätAner,  ^ip^. 

iqM  Säcls^y  %  Ho[-FiwMliM. 

Bedeutendste  Pianoforte-Fabrik  EnropasI 

FlUgel  und  Pianinos 

voti  a.oerli:a.oiit  unö.beirtroff'eiier'  Haltbairlfeit 
nud  edlem,  »angr-eiolieiu  n?oii. 


-yj^nAA/     Vertreter  bei. 


VexkaiufsxxiO'B»''^"  *>^  allen  bedeutenAeien  Platzen 

Die  Fabrik  becteht  seit  7.  November  1853. 


|l0»(9  PöJfl«, 


[11981.] 


Fritz  Higgen, 

Conoert-  und  OratorlensSnger  (hoher  Bariton). 
Bremephafen,  Deich  16.       {laoe— .] 


Concert-  und  OratorlenBftnicerlii  (Sopran). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26i>  IL     ,        [ll9»t.] 

Anna  Mtinch, 

Cone«rt-  und  OrntorlenvttnKerin  (Sopran). 

Leipzig,  Beetkdve&-StrasBe  6ni.  [1200tl 

Vertretnng:    Hermann  WoMf,  Am  Oarlsbad  19» -Berlin  W-,-- 

taeertr  und  Oratoriensingerin  (Sopran). 

Sondershausen,  Friedrichst.  al.         [ISOlr.] 

Anna  Schimon-Regan,   '"°'"' 

Lehrerin  flir  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 
erUnbt   sich   die  Veränderuiig  ibrer  Adresse   i 

Uünchen,  Jägerstrasse  8,  III. 


Concertsünger  (Bariton). 

Schüler  des  Leipziserk.  ConaerTatoriums  u.  Prof.  StockhanMn's. 

[1807.] 
LeIpzig-QohliSi  BShmeatr.  2. 

Franzisca  Gondar, 

Oratorien-  und  Conf;ertsängerin 

(Mezzosopran  and  AU),  [ISOSc] 

IJelpzlg,  Pfaffbndorfer  Strasse  22  ]. 

Clara  Hoppe, 


^^.  Siloti, 

Fianist.  (laoa. 

Paris.    ISO,  Arenne  Trndaine. 

Alfred  KLrasselt. 

Baden-Baden. 

[ia04— .]  Vertr.  H.  WoUT.    Berlin. 


Vollständige  Ansbildnng  für  Oper  i.  CoBMit 

SnBemble-üebangen.     Bollen*tndinm. 
Von  mir  aosgebildete  Schttler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  a.  A.  m.  [1910—.] 

Lsipzig.    Bodo  Borchers. 

Qesanglehrer. 


lern  (MX  einet!  S3 


n  (lapfc^ltn  Mi  t«l 


benogl.  a&obs.  Hoi^ianiat,  FrofeBsenr  sap^rienr  am  Oonurratoriiuii 
ta  Gtenf  (Sobweii).  .  [ia06— .] 

ConcwtVertretang:    Hermann  WoifT,  Berlin. 

Druck  von  C.  (j.  Ubder  in  Leipzis. 


2Ü^ 

^^f^^/  SluDiiclBlcl   grlMrn   Ift,    I 

^^  ^^    »onim't*(  ratrt*)  oul  bt _.  ._..  ...„ 

Otccicuet,  ta^  ta  Flni  giolt  3u(unh  bat. 

jngAhil.  «utnblatt,  eiTnlt- 
•>«,»oitit».,!(l(iljitri4m(u.Bl(lölHrni(i^o|.ti»IlS(o|ab(t»00,0«)*i. 
—  ÜbunflSbiirt.  Bl  [Ittm  ttlUbcn  ooii  H»nn.  eflmltt,  Kfllf  H-  «- 
SRIt  31.  SAinalm»  Titill^cn  läungFn.    1  Jk 
i(fl  IUI  i(iin[if(rtiflftlt.  i»8  gritSdt  «tflbm  Bon  «KmntH,  «lanitt, 
Stfmq.  S^opln.  !Rafi,  Sifumiiiin.    «jt 

lOtlflflHt^eg  übunflgmttterial!     iki  luiin-eitnik 

Stfllngräber  Verlag,  Leipzig. 


>in  Opemtext,    v,  Faohm.  a.   „vortrefflich"  anerk., 

r  a.  tOcht.  Comp,  zu  verg.    Bewerb.  a.  d.  ExpML'  d.' 

Bits.  unt.  H.  K.  30.  [1212. 


Leipzig,  am  3.  November  1892. 


Httt  tiiBtllcke  BiCk-,  LUIl- 
Hd  litikaiiiikiiAiDiEii,  Kwit 
Imk  am  Fniiiiii  ii  Mliku. 


^^ 


'•"'"  -m  Vw-T-  xuiaDtt  lull 

^  för  MliaiVflr  und  ¥nailrfrftini(lA  -^W 


fli  du  iBiltallickc  TuekEikUtt 
MlBDtt  lulidiiiiiea  ilii  ai 
Eadicttu  II  adtttttin. 


ftr  Musiker  jandjffusikfreunde. 

TerantwortUclier  Bedactenr  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,  Königsstrasse  6. 


^^ 


Xim.  Jahrg.] 


Daa  MuaiValisohe  Wochenblatt  ersubaint  jährlich  in  52  Numtnem.  Der  Abonnemanttbetrag 
ffir  diu  Quartal  von  13  Niimnien]  ist  3  Mark;  eine  einielne  Hummer  kostet  40  Pfennige.  Bm 
directer  franldrter  KreuEbandeendung  treten  nachatehende  TiertetiKbrliche  Abonnements- 
preise  in  Kraft:  3  Mark  50  Pf.  für  daa  Deutsche  Reich  und  Oeaterreich.  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   Linder  des  Allgemeinen  Po«tverein«.  —   JahreBabonnf^ment«   werden  unter 


Die  InsertioiugeL- Ohren  mr 


Ziif^randele^nif  vonte hander  Beiugabedinrun^n  berechnet. 

Qr  den  Raum  einer  gespaltenen  TetitEcile  hintragen  90  Pfennige, 


[Ro.  *5. 


.:  TUnfzlg  Tbeaen  and  Apfaorlauen  zur  TentbuUenng  üb«r  Dr.  Hugo  Rientana's  PI 
Tkcesgssoblchte:  Moiikbriaf  ana  Wien.  (FoTMeiEnäg.}  —  Barlnht  ans  Lelpiig.  — 

andOonocTt  —  Kirsbenmoiik.  —  T — '  -"■    "■"•^-■^ ■  "— — 

und  F.  Hayerhcilf.  —  Bristkuten.  - 


Von^  Dr.  Oul  Faolia.    (F^ortsetEiuiB.)    - 
and  Qutaplele  In  Ope 

i  F.  Uohanpt,  Psi  Laaso 


Fünfdg  Thesen  und  Aphorismen  zur  VerstSndigung 
Ober  Dr.  Hugo  RIemann's  Phrasirungsreform. 

Ton  Dr.  Carl  Fneha. 

(Fortsetzung.) 

29.  Der  Spieler  soll  tou  innen  herani  mit  der  Em- 
pfindong  daa  von  anssen  her  Erkannte  beleben,  daa  Ge- 
lernte imÄngeDblickderReprodactioa  ^jTergeBaen"  können, 
ebenso  wie  er  das  Erlernte  mähelos  verwendea  können 
soll,  —  sonst  ist  er  allerdings  kein  Künstler. 

30.  Die  Darlegung  des  natürlich-mnsikaliscb  Richti- 
gen im  Notentext  kann  die  anfangs  nnbeirusste  nnd  in 
letzter  Instanz  wieder  nnbewusst  werdende  Empfindnag 
des  vortragenden  Kitnatlers  nicht  abschwächen,  sondern 
da  die  Erkenntniss  dieses  natürlich  Richtigen  jene  Em- 
pfindung nnr  beatfttigt  und  bestärkt,  moss  sie  hinzukom- 
mend sie  aa<jh  verstärken.  Wenn  ich  z.  B.  die  Nothwen- 
digk^t  einer  ungeschriebenen  Pause  instinctiv  empfanden 
habe  nnd  erkenne  nun:  hier  ist  ein  leichter  oder  gar  ein 
sehwerer  Takt  ausgefallen,  ein  metrischer  Minuswerth 
also  wirklich  vorhanden,  so  wüsste  ich  nicht,  wie  dies  die 
Intensität  der  Ansföhmng  bei  mir  vennindera,  auch  nicht, 
wie  es  sie  übertreiben  sollte;  denn  ich  habe  ja  nnn  den 
Grand,  also  auch  das  Moass  und  Gewicht  der  Faase  mit 
Sicherheit  erfnsst.  Uebrigens  ist  ein  reflectirt-bewusstes 
Spielen  nach  Fhrasi ränge- Vorschrift  im  entscheidenden 
Augenblick  des  Vortrags  namentlich  vor  dem  Publicum 
überhaupt  unmöglicb:  was  von  dem  Erkannten  nicht  in 
Empfindung  umgesetzt  ist,  geht  hier  verloren;  und  wer 
hier  nicht  vergessen  darf,  war  mit  dem  Lernen  nicht  fertig 


geworden.     Selbstverständlich   dispensirt   dies  nicht  vom 
bewnssten  Lernen,  sondern  verpflichtet  dazu. 

31.  Der  Vorwurf,  die  natürliche  Unsikempfindnng 
Bu  schwächen,  zu  erkftlten,  würde  offenbar  nicht  bloa  die 
Riemann'scbe,  sondern  jede  dem  Spieler  bewusste  Phra- 
MTung  treffen,  denn  irgendwie  muss  sich  ja  doch  jeder  vortra- 
gende Künstler  sein  Stück  von  Fall  zu  Fall  surecht  legen  nnd 
sich  die  Frage  beantworten,  welche  Noten  zusammenge- 
hören, d.  h.  wie  zn  pbiaeiren  sei.  Das  kann  nur  Dem 
entgehen,  der  nicht  selbst  in  die  Lage  kommt,  öffentlich 
oder  sonst  verantwortlich  Etwa*  vorzutragen;  der  Vorwurf 
wird  also  a  priori  gemacht,  wobei  es  ihm  nicht  zum 
Ruhme  gereicht,  dass  a  priori  , ausserhalb  aller  Erfahrung" 
bedeutet.  Auch  dessen  bleibt  noch  genug,  was  bei  ganz 
gleicher  Phrasirung  vom  selben  Künstler  bei  öfterem  Vor- 
trage des  Stückes  oder  von  verschiedenen  Künstlern  beim 
Vortrage  desselben  Stückes  verschiedenen  Eindruck  machen 
kann;  dies  lehrt  gleichfalls  dieErEshrung  oder  eine  tiefere 
SachkenntnisB.  Wortlos  aber,  ohne  reflectirenden  Denk- 
vorgang,  kann  die  Wiedergabe  eines  Riemannisch  phra- 
sirten  Textes  ebensowohl,  wie  die  eines  „anders"  phra- 
sirten  erfolgen;  der  Unterschied  ist  nur,  dass  wir  unsere 
Zeichen  nach  objectiven  bestimmten  Vorstellnngen  setzen 
nnd  ausführen,  während  dies  sonst  allermeist  nach  un- 
deutlichen snbjectiveu  Varstellungen  und  experimentirend 
geschieht  nnd  in  Textansgahen  so  vorliegt.  Wirklich 
nun  muss  der  Erfolg  einer  Schwächung  der  natürlichen 
Uusikempfindung  da  eintreten,  wo  die  subjectiv  gewählte 
Phrasining  mit  dem  natürlichen  wirklichen  Zusammenhange 
der  Töne  nicht  zusammentrifft,  denn  dann  sind  Empfin- 
dung und  Vortrag  notbwendig  so  viel  unnatürlicher.  Die 
Aufgabe  aber,  den  musikalischen  Zusammenhang  lücken- 


660 


1 


los  festzustellen,  wird  in  ihrer  Schwierigkeit  gegenwärtig 
von  den  Talentvollen  kaum  minder  als  von  den  Talent- 
losen unterschätzt;  sie  ist  wenigstens  für  die  Texte  von 
Instrumentalsoli  schon  bei  Mozart  keineswegs  mehr  ein- 
fach)  und  wie  complicirt  ist  sie  metrisch  bei  Bach!  Ins- 
gemein Wird  nun  auch  nicht  zu  behaupten  gewagt,  dass 
Riemann's  Phrasirungen  auch  nur  in  ^/^  „  der  Fälle  falsch 
seien,  man  murmelt  nur  noch  oder  ruft:  sie  seien  „zu* 
complicirt". 

No.  32.  Der  Vorwurf  an  die  Phrasirungszeichen,  zu 
complicirt  zu  sein,  ist  eigentlich  von  Vornherein  unlogisch. 
Entsprechen  sie  dem  wirklichen  Zusammenhang  der  Tone, 
sind  sie  also  richtig,  so  sind  die  Tonverhältnisse  selbst  zu 
complicirt  oder  raffinirt,  und  der  Vorwurf  trifft  denCompo- 
nisten  —  in  der  That  wird  die  Grenze  der  Ausführbarkeit 
manchmal  von  ihnen  gestreift  (z.  B.  Beethoven,  Op.  7, 
Scherzo  T.  1—8,  p.  28,  Scherzo  T.  4—8).  Doch  wird 
sie  nicht  so  oft  überschritten,  wie  es  der  Fall  zu  sein 
scheinen  kann.  Kaum  darstellbar  ist  der  musikalische 
Zusammenhang,  wenn  in  raschen  Tempi  die  Note  nach 
dem  Punct     F^    oder  gar  nach  der  ihm  entsprechenden 

Pause  J7^  <lio  harmonische  Schlussnote  oder  Vorhalts- 
auflösung ist,  was  bei  Chopin  vorkommt  Sind  Phrasirungs- 
zeichen richtig  und  complicirt,  so  kann  Niemand  sagen, 
wo  sie  anfingen  zu  complicirt  zu  sein,  weil  die  Frage 
„wem?**  offen  bliebe,  d.  lu  weil  die  Grenze  subjectiv  ist. 
Phrasirungszeichen  können  allenfalls  einfacher  als  die  Ton- 
verhältnisse sein,  ohne  falsch  zu  sein,  nicht  aber  compli- 
cirter:  sind  sie  dies,  so  soll  man  sie  nicht  „zu  compli- 
cirt", sondern  falsch  nennen,  wenn  man  es  beweisen 
kann. 

(Portsetzung  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 

Von  der  Internationalen  Musik- 
Ausstellung. 

(Fortsetzung.) 


Wien. 

und  Theater- 


unter  den  im  Ausstellnngstheater  veranstalteten  Musik- 
aufßlhrungen  machte  die  von  dem  Mailänder  Verleger  der 
„Italia  giovane**  (Jung-Italien)  Sonzogno  inspirirte  italienische 
Stagione  mit  dem  besonderen  Magnet  des  persönlichen  Er- 
scheinens P.  Mascagni's  in  Wien  am  meisten  Sensation,  die 
reinsten  künstlerischen  Eindrücke  nahm  man  aber  doch  aus 
den  Opern  Vorstellungen  mit,  welche  anfangs  Juni  von  dem 
Qesammtpersonal  des  Czechischen  Landestheaters  in  Prag  ge- 
boten wurden.  Wenn  dies  ein  für  seine  Nation  begeisterter 
Deutscher  schreibt,  werden  Sie  es  ihm  um  so  mehr  glauben, 
denn  waiirlich  bei  den  höchst  misslichen  politischen  Verhält- 
nissen im  Lande  Böhmen  und  den  mannigfachen  Ohicanen, 
welchen  dort  die  Deutschen  seitens  ihrer  slavischen  „Brüder" 
ausgesetzt  sind,  hätten  wir  durchaus  keinen  zwingenden  An- 
lass,  uns  der  künstlerischen  Bestrebungen  der  Letzteren 
irgendwie  anzunehmen.  Aber  der  echte  Kunstfreund  darf 
sich  nimmermehr  von  politischen  Bücksichten  leiten  lassen, 
und  als  solcher  müssen  wir  der  stilvollen  Wtirde  und  Frische, 
mit  welcher  man  uns  die  czechischen  Opern  vorführte,  der 
minutiösen  Sorgfalt,  mit  der  sie  einstudirt  waren,  unsere 
vollste  Anerkennug  zollen.  Indess,  was  noch  schwerer  wiegt: 
an  jenen  interessanten  Abenden  wurde  ein  ausserhalb  seines 
engeren  Heiznathlandes  Böhmen  bisher  nur  sehr  wenig  be- 
kannter Tonsetzer  für  weitere  Kreise  fbrmlich  neu  entdeckt 


und  zu  al]fi;emeinem  Erstaunen  als  c^rosser  Meister  befunden: 
der  unglückliche,  1684  in  der  doppelten  geistigen  Nacht  der 
Gehörlosigkeit  und  des  Wahnsinns  von  dieser  Erde  geschie- 
dene Friedrich  S  m  e  t a  n  a !  und  zwar  offenbarte  sich  Smetana^s 
ungemein  dramatisch-musikalisches  Können  nach  doppelter 
Richtung.  Wenn  seine  zuerst  gegebene  Oper  „Prodana 
nevÖsta"  („Die  verkaufte  Braut")  mit  ihren  reizenden  (lyri- 
schen, wie  humoristischen)  Melodien,  ihren  leicht  beschwing- 
ten cnarakteristischen  Rhythmen,  ihrem  sprühenden  Leben 
im  Ganzen  als  das  Muster  einer  slavischen  Volksoper  erschien 

—  auch  ein  Nicht-Slave  kann  sich  daran  aufrichtig  erfreuen, 
wenn  er  an  dem  begreiflich  ziemlich  häufig  vorkommenden, 
aber  stets  in  gewäMter  Form  gebrachten  nationalen  Polka- 
Rhythmus  keinen  Anstoss  nimmt — ,  so  zeigte  ihn  der  weiter 
gegebene  „Dalibor**  mit  seiner  warmen,  eindringlichen  Or- 
chestersprache, schlagfertigen  Declamation  und  Kunst  der  Stei- 
gerung auch  den  Anforderungen  des  modernen  musikaliflchen 
Dramas  völlig  gewachsen.   Das  gründliche  Studium  Wagner's 

—  namentlich  des  „Lohengrin"  und  „Tristan",  wie  auch 
LiszVscher  Orchestersachen  („Gretchen**  aer  Faust-Symphonie 
z.  B.)  —  ist  in  der  Partitur  des  „Dalibor''  unverkennbar,  und 
doch  wahrt  sich  der  Componist  üoerall  seine  Selbständigkeit: 
warm  quillt  ihm  die  Musik  von  Herzen  und  rührt  damit  unser 
Herz.  Zwischen  den  beiden  lebensvollen  Smetana'schen  Wer- 
ken nahm  sich  die  grosse  historische  Oper  „Dimitrij"  von 
Anton  Dvorak  etwas  eklektisch  aus.  Es  fehlt  der  Miudk  bei 
aller  fieissigen  Detailarbeit  und  geschickten,  zum  Theil  sehr 
rauschenden  Instrumentation  einerseits  an  wahrhaft  ursprüng- 
licher Erfindung,  andererseits  an  einem  grossen  dramatischen 
Zuge.  Manche  Scene  schien  gar  nicht  vomFleck  zu  kommen. 
Aber  freilich  lässt  sich  ein  derartiges  Werk  ohne  Kenntniss 
der  Sprache  au&  erste  Mal  Hören  durchaus  nicht  endgiltig 
beurtheilen,  und  wir  verwahren  uns  auch  dagegen,  mit  vor- 
stehenden Zeilen  etwas  Anderes,  als  den  ersten,  flüchtigen 
Eindruck  wiedergegeben  zu  haben.  Von  seinen  Landsleuten 
wird  DvoFäk^s  stark  von  Meyerbeer  j  Gbldmark  und  dem 
früheren  Wagner  beinfiusster  „Dimitrij**  angeblich  sehr  hoch 
gestellt  und  als  des  Componisten  bedeutendste  Leistung  auf 
dramatischem  Gebiete  betrachtet;  dass  seine  eigentliche  künst- 
lerische Heimath  aber  nicht  die  Bühne,  sondern  der  Ooncert- 
saal,  speciell  das  rein-instrumentale  Gebiet  sei,  steht  für  uns 
ausser  Frage. 

Noch  wäre  von  den  czechischen  Vorstellungen  das  inter- 
essante Melodram  „Pelop's  Brautwerbung"  (Text  von  Vrchlicky, 
Musik  von  Fibich)  zu  erwähnen,  der  erste  Theü  einer  grossen, 
im  Geiste  des  Sophokles'  kühn,  mitunter  wahrhaft  erhaben 
gedichteten  Trilogie  „Hippodamia".  Sofern  man  dasKunst- 
genre  des  Melodrams,  mr  ganze  Theaterabende  ausgedehnt, 
überhaupt  gelten  lässt,  gehört  Fibich's  Partitur  zu  den  ge- 
lungensten; an  der  durchwegs  feinen,  vornehmen  und  zum 
Theil  sehr  wirksamen  orchestralen  Commentirung  des  gespro- 
chenen Wortes  hat  freilich  Meister  Wagner  mit  seinem  „Par- 
sifal"  und  seinen  „Nibelungen"  ausgibig  mitgeholfen. 

Die  vom  15.— -80.  September  im  Ausstellungstheater  spie- 
lende Italienische  Oper  hatte  nicht  nur  ihre  Hauptattractions- 
kraft  für  das  grosse  Publicum  in  der  persönlichen  Direction 
der  „Gavalleria  rusticana"  und  des  „Amico  Fritz"  durch  MaÖstro 
Mascagni,  sondern  noch  ein  besonderes  Interesse  für  Fach- 
kenner, indem  sie  dieselben  mit  den  Bestrebungen  einer  gan- 
zen Reihe  jüngerer  italienischen  Tonsetzer  bekannt  machte, 
welche  sich  als  das  sogenannte  „Italia  giovane"  um  die  Fahne 
des  Verlegers  Sonzogno  in  Mailand  schaaren. 

Auf  ihr  eigenes  Banner  haben  diese  musikalischen  Ver- 
treter Junff-ItiSiens  das  Schlagwort  „Verismo"  („Naturwahr- 
heit") geschrieben.  D.  h.  sie  legen  vor  Allem  Gewicht  auf 
die  Wahl  möglichst  packender  und  aufregender  Stoffe  aus 
dem  Volksleben  der  Gegenwart,  in  der  Behandlung  derselben 
für  die  Opembühne  streben  sie  auch  nach  einem  recht  betäu- 
benden Kjialleffect  als  Schluss:  die  „Gavalleria  rusticana"  hat 
in  diesem  Punct  und  auch  in  der  Bevorzugung  kurzer  Opern 
(Ein-  oder  Zweiacter)  förmlich  Schule  gemacht.  In  der  musi- 
kalischen Oomposition  tritt  überall  die  Tendenz  nach  scharfem, 
dramatischem  Ausdruck  hervor,  für  welchen  die  jungen  italie- 
nischen Tonsetzer  in  ihren  Mitteln  nicht  eben  wählerisch 
sind ;  das  einstige  Rossini^sche  Princip  absoluter  ohrgeflLlli^r 
Melodie  und  zunächst  den  Sängern  dankbarer  Schreibweise 
scheint  heute  im  Lande  der  Citronen  so  gut  wie  aufgegeben. 
Um  so  grössere  Sorgfalt  wendet  man  der  Tonsprache  des 
Orchesters  zu,  dasselbe  spielt  heute  in  jung  -  italienischen 
Opern  eine  Rolle,  von  der  sich  Rossini  und  Bellini  wohl 
Nichts   hätten   träumen   lassen.     Ein   gründliches   Stuiliuia 


j 


5B1 


leuchtet  fast  überall  hervor,  besonders  bei  dem  Tonsetzer 
Leoncavallo  (der  sich  uns  persönlich  gegenüber  als  einen 
der  glühendsten  Verehrer  des  I>ichter-Gomi)onisten  bekannte), 
leider  ver&ilen  die  Nachahmer  des  deutschen  Meisters  nur  zu 
h&ufig  in  den  Fehler,  Harmonien,  Modulationen,  hochdramar 
tische  Wendungen,  welche  Wagner  zur  musikalischen  Charak- 
teristik seiner  erhabenen  Heldenwelt  bedurfte,  ohne  Weiteres 
zur  Illustration  der  Empfindungen  einfacher  Bürger  und  Bauern 
zu  verwenden.  Die  specifisch  melodische  Erfindung  schien 
uns  überall  die  Schwäche  der  Herren,  man  lernt  nacn  dieser 
Richtung  erst  das  Talent — und  auch  das  musikalische  Gefühl, 
die  melodische  Ader —  des  Hm.  Mascagni  sch&tzen  (so  wenig 
wir  ihn  auch  nach  irgend  einer  Bichtung  für  ein  Originalgenie 
halten),  wenn  man  seine  Oper  mit  denen  seiner  CoUegen  und 
theilweise  Nachahmer  Mumone  („II  biricchino"),  Giordano 
(.Mala  vita''),  Gilea  („La  Tilda**)  vergleicht.  Die  Einzige  unter 
den  im  Ausstellungstheater  neu  aufgeführten  itab'enischen 
Opern,  welche  bei  entsprechender  TJebersetzung  vielleicht  auch 
auf  deutschen  Bühnen  lebensfähig  erscheinen  könnte,  ist  im- 
seres  Erachtens  die  von  Bu^g.  Xeoncavallo  gedichtete  und 
componirte  „I  pagliacci"  (n^^^  Dorfkomödianten"  oder  „Die 
Hanswurste^).  Hier  vereinigt  sich  ein  sehr  packender,  im- 
mittelbar  aus  dem  italienischen  Volksleben  geschöpfter  Text*) 
mit  einer  diesem  überaus  geschickt  angepassten,  dramatisch 
wirksamen  und  warmblüti^n,  wenn  auch  keineswegs  beson- 
ders erfindungsreichen,  vielmehr  häufig  an  Wagner,  Verdi, 
Bizet  und  Mascagni  erinnernden  Musik,  die  namentlich  im 
2.  Acte  —  die  Oper  hat  nur  zwei  —  während  der  AuffÜhnmg 
der  Dorfkomödie  aus  harmlosen,  pikanten  Tanzrhythmen 
(Menuett  und  Gravotto),  welche  die  anfisings  parodistisch  ge- 
haltene Spielscene  begleiten,  im  Orchester  und  den  Accenton 
der  Singstimmen  immer  wilder  und  leidenschaftlicher  heraus- 
wächst. 

(Schluss  folgt.) 


Berich}. 

Leipzig*  Frl.  Auguste  Götze,  die  in  ihren  Lehrerfolgen 
rühmlichst  bekannte  ausgezeichnete  Gesangspädagog^,  ver- 
anstaltete am  26.  Oct.  im  Alten  Gewandhaussaal  eine  Musika- 
lische Soiröe  vor  eingeladenen  Zuhörern,  die  nicht  nur  betr. 
der  Ausführung,  sondern  auch  bez.  der  Au&tellung  des  Pro- 
gramms mit  seiner  energischen  Berücksichtigung  .der  neuzeit- 
nchen  Froduction  interessirte.  Als  Schülerinnen  des  Frl.  Götze 
wirkten  Frau  Agnes  Wahls  (Sopran)  und  Frl.  Adrienne  Os- 
borne  (Alt)  mit,  die  mit  ihren  Vorträgen  glänzendes  Zeumiss 
von  den  Fortschritten  ihrer  Kunst  seit  der  Zeit,  zu  welcher 
wir  sie  letztmals  hörten,  ablegten  und  laut  die  Vorzüge  der 
genossenen  Gesangsmethode  priesen.  Beider  Organe  zeigen 
eine  ungemein  subtile  Ausgleichung  in  den  Registern  und 
rühmenswerthe  Tonbildung  bei  gut  gewahrter  Intonation. 
In  der  Wiedergabe  von  Recitativ  und  Andante  aus  der  er- 
greifenden dramatischen  Scene  „Sappho"  von  B.  Volkmann 
und  des  freundlichen  Mailiedes  von  Keinecke  fand  Frau  Wahls 
Gelegenheit,  die  Feinfühligkeit  ihrer  Auffassung  und  die  Ge- 
wissenhaftigkeit der  musikalischen  Ausgestaltung  zu  demon- 
striren.  Stand  Frl.  Osborne  in  der  Freiheit  des  Vortrags  der 
Frau  Wahls  mehr  oder  weniger  zurück,  so  ist  dies  bei  ihrer 
grossen  Jugend  und  dem  Umstände,  dass  sie  das  erste  Mal 
vor   einer  grösseren  Oeffentlichkeit  sang,  leicht  begreiflich. 

*)  Ganio,  der  Director  einer  herumziehenden  Volksschau- 
spieler-Truppe, hat  im  Bahmen  der  alten  italienischen  Polici- 
nell-Komödie  als  Pagliaccio,  d.  h.  Hanswurst,  mit  seiner  Frau 
Nedda  (Colombina)  die  BoUe  eines  betrogenen  Ehegatten  zu 
spielen,  nachdem  er  kurz  zuvor  durch  einen  von  Nedda  ab- 
gewiesenen, mit  der  Peitsche  misshandelten  Freier  (einen 
anderen  Pagliaccio  der  Truppe:  Tonio)  erfahren,  dass  diese  ihn 
mit  einem  dritten  Verehrer  —  einem  jungen  Bauer  —  hinter- 
sanfi^n  habe.  So  verwandelt  sich  denn  Canio's  vor  einem 
ländlichen  Publicum  gespielte  Eifersucht  und  Mordlust  all- 
mählich in  grause  Wirklichkeit,  sodass  er — während  die  Zu- 
schauer immer  stürmiseher  die  Naturwahrheit  der  Darstellung 


applaudiren  —  endlich  sein  ungetreues  Weib  auf  der  impro- 
visirten  Dorf bühne  ersticht  und  dann  auch  den  zu  Hilfe 
eüenden  Geliebten.  Starr  vor  Entsetzen  bleibt  das  Publicum 
sitzen,  der  Verräther  Tonio,  der  neue  Jago  dieses  ländlichen 
Othello-Dramas,  schliesst  den  Vorhang  der  aufgeschlagenen 
Theaterbude  mit  den  Worten:  La  commedia finita = die  Posse 
•ist  aus! 


Dafür  entschädigte  in  ihren  Vorträgen  der  auf  denselben  lie- 

fende  undefinirbare  Duft  einer  reinen  mädchenhaften  Empfin- 
ung  und  der  unberührte  jugendliche  Schmelz  der  edel  tim- 
brirten  und  klangsatten  Stimme,  mit  der  die  junge  Dame  be- 
gnadet ist.  'Abweichend  von  der  Schablone  hatte  Frl.  Osborne 
für  ihr  Debüt  in  Gesangsstücken  von  H.  BerHoz  („Die  Ge- 
fEingene"),  Heinrich  Zöllner  („Todt  sie  ihren  Krieger  sah"), 
Job.  Brahms  („Meine  Liebe  ist  grün''),  Beinh.  Becker  („Das 
Schloss  am  Meere*')  und  H.  Petri  (Wieß;enlied)  meist  Oom- 
positionen  gewählt,  für  welche  das  Publicum  erst  gewonnen 
werden  musste,  und  die  aus  dieser  Thateache  hervorleuch- 
tende muthvolle  künstlerische  Gesinnung  konnte  die  Achtung 
vor  dem  Streben  der  jungen  Dame  nur  erhöhen.  Frl.  Osborne 
fand  für  ihre  wahrhaft  erquickenden  Vorträge  eine  begeisterto 
Aufiiahme.  Sicher  geht  dieselbe  unter  der  weiteren  Führung 
ihrer  ausgezeichneten  Lehrerin  einer  schönen  künstlerischen 
Zukunft  entgegen.  Eines  ähnlichen  Erfolges  wie  Frl.  Osborne 
hatte  sich  der  Tenorist  Hr.  Dr.  Briesemeister,  ein  Schüler 
des  nach  einer  unvergessenen  Concertthätigkeit  hochverdienst- 
lich als  Lehrer  hier  wirkenden  Hm.  B.  Wiedemann,  zu  erfreuen, 
der  in  dem  mit  Frl.  Osborne  vorgetragenen  Duett  „Tragödie** 
von  Schumann  und  einer  Arie  von  Möhul  und  in  Liedern  von 
Bob.  Oehme  („Du  fragst  mich,  du  mein  holdes  Lieb*')  und 
Franz  („Stille  Sicherheit**)  ein  weiches,  äusserst  sympathisches 
^.nd  solid  gebildetes  Organ  und  musterhafte  Deutlichkeit  der 
Aussprache  gewahren  Hess  und  in  allen  seinen  Vorträgen  eine 
für  einen  Debütanten  Überraschende  Selbständigkeit  der  Auf- 
fassimg und  Unmittelbarkeit  der  Empfindune;  bekundete,  Vor- 
züge, welche  in  solcher  Vereinigung  sowohl  auf  hohe  musi- 
kansche  Intelligenz  des  Schülers,  wie  auf  einen  von  demselben 
genossenen  ganz  vortrefflichen,  seiner  Individualität  liebevoll 
angepassten  Unterricht  schliessen  lassen.  Bein  instrumentale 
Gtuben  steuerten  zu  dem  Abend  die  Violinistin  Frl.  Bobinson 
und  der  Pianist  Hr.  Afferni,  welch  Letzterer  ausserdem 
sämmtliche  Solonummern  accompa^irte.  Beide  eröffneten 
das  Ooncert  mit  Schubert^s  Bondo  onllante.  Hr.  Affemi  Hess 
dann  als  Solist  drei  Nummern  einer  eigenen  Suite,  Frl.  Bo- 
binson Stücke  von  Svendsen  und  Hubav  folgen.  Das  Beste 
gab  Ersterer  in  seinem  Arioso,  Frl.  Bobinson  in  Svendsen's 
Komanze. 

Das  4.  Abonnementconcertim  Neuen  Gewandhaus 
begann  mit  einer  Esdur-Symphonie  (als  Op.  66  bezeichnet)  von 
J.  Haydn,  die  wohl  lange  nicht  an  dieser  Stelle  gehört  worden 
ist  und  nach  der  lauen  Aufnahme,  die  sie  jetzt  fand,  kaum 
nochmals  in  ihrer  Bibliotheksruhe  gestört  werden  dürfte,  da 
man  bei  aller  Pietät  für  den  Gomponisten  ausser  dem  3.  Satz 
Nichte  entdecken  kann,  was  Haydn  nicht  schon  anderwärte 
viel  interessanter  ausgesprochen  hätte.  Das  2.  Orcheeterstück 
war  Wagner's  „Faust" -Ouvertüre,  die  —  Ironie  des  Schick- 
sals! —  einen  äusserst  lebhaften  Hervorruf  des  Dirie;enten 
Hrn.  Prof.  Dr.  Beinecke  im  Gefolge  hatte.  Das  Werk  ging 
unter  dessen  Leitung  glatt  durch.  Nichts  weiter!  Welche  noch 
ganz  andere  Wirkung  es  durch  dasselbe  Orchester  hervorzu- 
bringen vermag,  haben  wir  früher  wiederholt  schon  erlebt. 
In  seinem  eigentlichen  Fahrwasser  war  Hr.  Prof.  Dr.  Beinecke 
wieder  in  der  3.  Orchestemummer :  Ouvertüre,  Scherzo  und 
Finale  von  Schumann.  Der  mit  Becht  ungewöhnlich  gefeierte 
Solist  des  Abends  war  Hr.  Stavenhagen  aus  Weimar,  der  an 
diesem  Ort  als  Debütant  auftrat  und  seinem  conservativen  pro- 
grammgemässen  Bepertoire  (dem  CmoU-Ooncert  von  Beethoven 
und  Stücken  von  Onopin  und  Mendelssohn)  die  12.  Ungarische 
Bhapsodie  von  Liszt  als  feurig  verlangte  Zugabe  anhängte. 
Hr.  Stevenhagen  hat  Alles  wie  ein  Meister  gesjpielt,  nament- 
lich mit  einer  technischen  Ausgefeiltheit  und  einem  Nuanci- 
rungsreichthum ,  wie  dies  kaum  übertroffen  werden  kann. 
Aber  auch  in  psychischer  Beziehung  hat  er  alles  Das  überholt, 
was  wir  früher  von  ihm  gehört  haben,  und  besonders  alsOhopin- 
Spieler  recht  poetische  Wirkungen  hervorgebracht.  Ein  in  der 
Fülle  und  Schönheit  des  Tons  ganz  herrlicher  Bechstein-Flügel  er- 
leichterte nach  klanglicher  Seite  dem  Künstler  dessen  grossen 
Erfolg.  Von  den  letzten  hervorragendsten  Schülern  Meister 
Liszt^  ist  es  jetzt  noch  Alexander  Siloti,  welchem  die  Pforten 
des  Neuen  (^ewandhaussaales  noch  nicht  geöffnet  wurden,  zum 
Nachtheil  des  Institutes  und  seiner  Abonnenten,  wie  wir,  an 
das  auffällige  üebergehen  dieses  Künstlers  erinnernd,  Über- 
zeugungsvoU  hinzufügen. 

Conoertumsohau. 

Amsterdam.  Ausserge wöhnl.  Aboim.-Oonc.  im  Neuen 
Ooncerthaus  (Kes)  am  19.  Oct.:  „Peer  Gynt" -Suite  v.  Grieg, 

45* 


552 


Ouverfc.  zu  .Iphigenie  iu  Aulis"  v.  Gluok  m.  Rieh.  Waguer's 
Schlufis,  iSoiovortr&ge  des  Frl.  Heijmaim  (Ges.,  -Mein  Lieb- 
chen" V.  Ourti,  Altdeutscher  Liebesreim"  v.  Meyer-Hel- 
mund,  ^In  der  Fremde"  v.  Taubert,  „Het  looze  Molenarin- 
netje"  v.  Verhulst  etc.)  u.  des  Hm.  Buromel  (Clav.,  Ungar. 
Phant.  V.  Liszt  etc.). 

Asehersleben.  Ck>nc.  am  18.  Oct.,  gegeben  v.  Hrn.  Krebs 
a.  Dessau  (Ges.),  Frau  Hermann-y.  Thien  (Ges.)  u.  HH.  Dr. 
Badecke  (Clav.)  u,  Krelle  (VioL)  a.  Berlin:  Clav.-Violinson. 
Op.  30,  No.  8,  V.  Beethoven.  Vocalduett  „So  lang  hab  ich  ge- 
schmachtet" V.  Mozart,  Soli  f.  Ges.  v.  C.  Beinecke  („Der 
Schelm"),  B.Badeoke  („Dieblauen  Frühlingsaugen"),  E.Ba- 
decke  („Ständchen") u.  A.,  f.  Ciavier  von  B.  Kadecke  („Eine 
Mondnacht  im  Hsethal")  u.  A.  u.  f.  Yiol.  v.  Bruch  (Einlei t. 
u.  Adagio  a.  dem  1.  Conc.)  u.  Yieuxtemps  (Ballade  u.  Polon.). 

Berlin.  Liederabend  des  Ehepaares  Bchmidt(-Köhne)  unt. 
Mitwirk,  des  Hm.  Berger  (Clav.)  am  98.  Oct.:  Vocalduette  v. 
Schumann  („Familiengem&lde"),  IdaB  e  ck  e  r  (Dörpertanz  weise), 
W.  Berger  („Hans  und  Grethe")  u.  Am.  Erug  („Belauschte 
Liebe"),  Soli  f.  Ges.  von  HändeL  Haydn,  Durante,  Giordani, 
Pai-adies,  Schubert,  Schumann,  W.  Berger  („Der  Waldsee"  u. 
JagdHed),   P.  Cornelius  (Brautlieder),   A.  Naubert  („Nun 

früss  dich  Gott,  Frau  Minne"),  H.  Sommer  („Grabschrift"), 
r.  Wolf  („Der  Battenfknger"),  W.  Kienzl  ('„Immer  leiser 
wird  mein  Schlummer"  u.  „Unter  den  Linden"),  Franz  (Mai- 
lied) u.  Behm  („Die  Spröde"). 

Boston.  1.  Conc.  des  Boston  Symph.-Orch.  (Nikisch): 
5.  Symph.  v.  Beethoven,  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebestod"  aus 
„Tristan  und  Isolde"  u.  Kaiser- Marsen  v.  Wagner. 

Bremen.  1.  Kammermusik  der  HH.  Bromberger  (Clav.) 
u.  Skalitzky  (Yiol.)  unt.  Mitwirk,  der  Frau  Heink  a.  Hamburg 
(Ges.)  u.  der  HH.  Blome  v.  hier  (Bratsche)  u.  Becker  a.  Frank- 
furt a.  M.  (YiolonceU):  Ciavierquartett  v.  Schumann,  Serenade 
Op.  8  V.  Beethoven,  Gr^sangsou  v.  Schumann  u.  Franz  („Im 
Herbst"). 

Breslau.  2.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Yer.  (Masz- 
kowski):  1.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvertüren  v.  Wagner 
(„Der  fliegende  Holländer")  und  Mendelssohn,  Yioloncellvor- 
träge  des  Hrn.  Prof.  Hausmann  a.  Berlin  (Conc.  v.  Schumann, 
Canzone  v.  Bruch  u.  Bomanze  u.  Yalse  v.  Davidoff).  — 
Balladen-  u.  Liederabend  des  Hrn.  Mart.  PlÜddemann  unter 
Mitwirk,  des  Frl.  Plüddemann  (Ges.)  u.  der  HH.  Bulss(Ges.) 
u.  Masbach  (Clav.)  am  22.  Oct.:  Soli  f.  Ges.  v.  M.  Plüdde- 
mann („Die  Himmel  rühmen",  Buss.  Lied,  Altdeutsches 
MinneHed,  „Siegfried's  Schwert",  „Es  steht  ein  Lind",  „Ave 
Maria",  Ode  an  die  preuss.  Armee  u.  „Der  Taucher")  und  f. 
Clav.  V.  S.  Bach  (Cmoll-Sinfonia),  E.  E.  Taubert  (Praelu- 
dium),  Liszt  (12.  Ungar.  Bhaps.)  u.  A.  —  2.  Musikabend  des 
Tcnktinstlerver. :  Trio  f.  Clav.,  Yiol.  u.  Bratsche  v.  I.  La  ebner, 
Fdur-Clav.-Yiolinson.  v.  Haydn,  Soli  f.  Ges.  v.  J.  Brahms 
(„Immer  leiser  wird  mein  Schlummer",  „Mainacht"  u.  Minne- 
Ued)  u.  Franz  („Yöglein,  wohin  so  schnell",  „Liebchen  ist 
da",  „Auf  dem  Meere"  u.  Schweizerliedchen)  u.  f.  Ciavier  v. 
Baff  (Suite  ()p.  72).  (Ausführende:  Frl.  Seidelmann  [Ges.]  u. 
HH.  Kudell,  Kuron  [Clav.],  Bensch  u.  Backhaus  [Streicher].) 

Cassel.  1.  Abonn.-Conc.  des  k.  Theaterorch.  (Treiber): 
2.  Symph.  v.  Beethoven,  And.  a.  der  Tra^.  Symph.  v.  Schu- 
bei't,  Akad.  Festouvert.  v.  Brahms,  Yiolin vortrage  des  Hrn. 
Thomson  a.  Lüttich  (Adagio  v.  Bruch  etc.). 

Charlottenburg.  1.  Popul.  Kammermusikabend  der  HH. 
Ad.  Schnitze  (Clav.),  Lenzewski  u.  Horwitz  (Streicher)  unter 
Mitwirk,  des  Hm.  Severin  (Ges.):  Ciaviertrios  v.  Beethoven 
(Op.  1,  No.  8)  u.  H.  Hof  mann  (Adur),  Soli  f.  Ges.  v.  Löwe, 
H.  Hofmann  („Yergiss  mein  nicht"),  v.  Chelius  („Selig- 
keit") u,  B.  Becker  (Frühlingslied)  u.  f.  Yiolonc.  v.  Bargiel 
(Adagio). 

Cöln.  l.Gürzenichconc.  (Prof.  Dr.  Wüllner)  m.  „Manasse" 
f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  F.  Hegar  unt.  sollst.  Mitwirk,  der 
Frau  Herzog  a.  Berlin  u.  der  HH.  Wulff  a.  Frankfurt  a.  M., 
Hoffmann  u.  Sack  v.  hier. 

Constanz.  Conc.  des  Or^nisten  Hm.  Werner  a.  Baden- 
Baden  unt.  Mitwirk,  der  Begimentscap.  (Handloser)  und  des 
Evangel.  Kirchenchors  am  20.  Oct.:  Chöre  von  Lützel  und 
F.  Schneider,  Largo  f.  Streichorch.  u.  Org.  v.  Händel,  Orgel- 
soli V.  S.  Bach  (Prael.  U.  Fuge  in  Amoll),  Guilmant  («In- 
solation"), C.  L.  Werner  („Andacht")  u.  Bheinberger  (tJonc. 
m.  Streichorch.  u.  drei  Hörnern). 

Cref eld.  1 .  Abonn.-Conc.  der  Concertgesellschaft  (Grüters) 
m.  HändePs  „Salomo"  unt.  sollst.  Mitwirk,  des  Frl.  Nathan  a. 
Frankfurt  a.  M.,  der  Frau  Joachim  a.  Elberfeld  u.  des  Hrn. 
Francke-Förster  a.  CJöln. 


Dessau.  l.Conc.  der  Hofcap.  (Klughardt):  2.  Symph.  y. 
Brahms,  „Egmont"-Ouvert.  v.  Beethoven,  Solovorbräge  der 
FrauBemmert  a.  Berlin  (Clav.,  Ungar.  Phant.  v.  Liszt  etc.) 
u.  des  Hm.  v.  Krebs  v.  hier  (Ges.). 

Dortmund.     1.  Abonn.-Conc.  des  Orch.-Yer.   (Hüttner) 
Cdur-Symph.  v.  Mozart,   Ouvertüren  v.  Lachner  („Turan- 
dot")u.  Bossini,  „Aubadeprintaniöre  v.  P.  Lacombe,  Ballet- 
musik  a.  „Feramors"  v.  Bubinstein,  „Einzug  der  Götter  in 
Walhall"  a.  „Bheingold"  v.  Wagner  etc. 

Dresden.  1.  Symph.-Conc.  des  Hrn.  Trenkler:  6.  Symph. 
V.  Beethoven,  Orchestersuite  „Die  Schweiz"  v.  F.  Curti, Viofin- 
romanze  v.Svendsen  (Hr.  Schmidt)  u.  A.m.  —  1. — 3.  CJebungs- 
abend  des  Tonkünstlerver. :  Nonett  f.  FLOb.,  Clar.,  zweiYio- 
linen,  Bratsche,  Yiolonc,  Contrabass  u.  Clav.  v.  F.  Baum f ei- 
der, Blasoct.  V.  Haydn,  Streichquartette  v.  Beethoven  (Op.  18, 
No.  1),  Schumann  (Adur)  u.  Mozart  (Bdnr),  Litrod.  u.  Fuge 
in  Cmoll  f.  Streichquart,  v.  Mozart,  Ciaviertrios  v.  Th.  Müller- 
Beuther  (Op.  19)  u.  Beethoven  (Op.  1,  No.  1).  Ddur-Clav.- 
Yioloncellson.  v.  F.  Draeseke,  Capriccio,  Gk)naoIiera  u.  Me- 
nuette f.  Clav.  V.  B.  Both.  (Ausführende:  HH.  Müller-Beu- 
ther, Both,  Baumfelder,  Schmeidler  [ClavJ,  Brückner,  Lange- 
Frohberg,  Drechsler,  Gunkel,  Feigerl,  Blumner,  Sqhramm, 
Meissner  [Yiol.],  Wilhelm.  Schreiter,  Schlegel  [Bratsche],  Nebe- 
long,  Grützmacher,  Hüll  weck,  Böckmann,  Stenz  (Yioloncell), 
Büdiger  [Contrabass],  Bauer  [FL],  Pietzsch,  B.  Schmidt  [Ob.], 
Lange,  Schneider  [Clar.],  Tr&nkner,  E.  Schmidt  [Fag.j,  Mai  u. 
Uhlemann  [Hom].) 

Eisenach.  1.  Conc.  des  Musikver.:  Ciaviertrio  Op.  97  v. 
Beethoven,  Soli  f.  Gesang  v.  Schumann,  Ad.  Jensen  („Mur- 
melndes Lüftchen"),  B.Wagner  („Im  Treibhaus"),  F.  Eies 
(Wiegenlied)  u.  Lassen  („Lenz"),  f.  Yiol.  v.  F.  Kies  (And. 
u.  Presto)  u.  f.  Yiolonc.  v.  Lassen  („Andacht"  und  Beigen). 
(Ausführende:  Frau  Halir  [Ges.]  u.  HH.  Dr.  Lassen  [CUv.J, 
Prof.  Halir  u.  Grützmacher  [Streicher]  a.  Weimar.) 

Eisenberg.  Conc.  des  Frl.  Bobinson  (Yiol.)  u.  der  HH. 
V.  Böse  (Clav.)  u.  Kiesling  (Yiolonc.)  a.  Leipzig  am  23.  Oct. : 
Ciaviertrio  Op.  70,  No.  1,  v.  Beethoven,  Soü  £  Ciavier  von 
F.  V.  B o s e  („No vellette" ),  Chopin,  Beinecke  (E moll-Ballade), 
Ad.  Jensen  (zwei  Nummern  a.  „Erotikon")  u.  Paderewski 
(Yariat.),  f.  Yiol.  v.  Bruch  (Adagio  a.  dem  1.  Conc),  Hubay 
(„Hejre  Kati")  u.  A.  u.  f.  Yiolonc.  v.  Händel,  C.  Schröder 
(Danza  neapol.)  u.  M.  Kiesling  (Caprice). 

Frankfurt  a.  M.  1.  Eammermusikabend  der  Museums- 
Gesellschaft:  Streichquartette  v.  Havdn  (Cdur)  u.  Beethoven 
(Op.  130),  Gdur-Clav.-Yiolinson.  v.  Brahms.  (Ausfahrende: 
HH.  Ewast  [Clav.],  Prof.  Heermann,  Naret  Koning,  Welcker 
u.  Becker  [Streicher].)  —  1.  Museumsconc.  (Kogel):  Cdur- 
Symph.  V.  Schubert,  Ouvertüren  v.  Weber  u.Wagner  („Faust"), 
Vioiinconc.  v.  Beethoven  (Hr.  Prof.  Halir  a.  Weimar). 

Gera.  1.  Eammermusikabend  der  HH.  Eleemann  (Clav.), 
Jäger,  Grümmer,  Geipel  und  Friedrichs  (Streicher):  Streich- 
quart. Op.  18,  No.  2,  V.  Beethoven,  Dmoll-Claviertrio  v.  Men- 
delssohn, Air  u.  Gravotte  f.  Yiolonc.  v.  S.  Bach. 

Hannover.  Am  20.  Oct.  Aufführ.  v.  Mendelssohn's  „Elias" 
durch  die  Musikakad.  (Frischen)  unt.  sohst.  Mitwirk,  des  Frl. 
Vr  Sicherer  a.  München,  der  Frau  Beck-Badecke  v.  hier  und 
der  HH.  Gerhäuser  a.  Lübeck  u.  Messchaert  a.  Amsterdam. 

Heidelberg.  Conc.  des  Hm.  Sahlender  am  15.  Oct.:  Ton- 
dichtung „Der  Gefangene  im  Eaukasus"  f.  Orch.  v.  B. Wie- 
mann (unt.  Leit.  des  Uomp.),  „Phädra"-Ouvert.  v.  Masdenet^ 
Scenen  a.  der  Oper  „Der  Schelm  von  Bergen"  v.  Em.  Sah- 
lender, Scherzo  u.  Mazurka  f.  Orch.  v.  Th.  Graff  (unt.  Leit. 
des  Comp.),  Festzug  u.  Beigen  f.  do.  v.  Ad.  Jensen,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Eonopasek  a.  Eronstadt  i.  S.  (Ges.,  Ballade 
a.  dem  „Fliegenden  Holländer"  v.  Wagner,  »Xenz"  v.  Las- 
sen etc.l  u.  des  Hm.  Wiemann  (Clav.,lBsdur-Conc.  v.  Liszt 
u.Parapnr.  üb.  den  „Fledermaus"-Walzer  v.  Strauss-Schütt). 

Leipzig.  Wohlthätigkeitsconcert  der  „Typogiaphia" 
(Schmidt)  am  22.  Oct:  (Jem.  Chöre  m.  Clav.  v.  iL  v.  Vir  ein- 
zier 1  („Frühlingszauber")  u.  a  cap.  v.  E.  F.  Bichter  („Wie 
lieblich  sind  auf  den  Bergen"),  C.  Zöllner  u.  F.  Gartz  („Maien- 
duft"), Männerchöre  m.  Clav.  v.  Gold  mark  („Frühlingsnetz") 
u.  a  cap.  V.  M.  v.Weinzierl  („Herbstnacht"),  Ed.  Eretsch- 
mer  („Tausendschön")  u.  D  reger  t  („Hoho,  du  stolzes  Mädel"), 
Solovorträge  des  Frl.  Hoppe  a.  Frankfurt  a.  0.  (Ges.,  JDu 
bist  wie  eine  stille  Stemennacht"  v.  Ed.  Eretschmer,  „Uie 
LoreW"  V.  Liszt,  „Blumenorakel"  v.  Mascagni  etc.)  u.  des 
Hrn.  Barth  v.  hier  (Violonc, Wiegenlied  v.  J.  Elengel,  TarW 
teile  V.  Popper  etc.).  —  Musikal.  Soir6e  im  Alten  GewaSüd*^ 
haus  am  26.  Oct.:  Bondo  brill.  f.  Clav.  u.  Yiol.  v.  Schubert 
(Hr.  Afierni  u.  Frl.  Bobinson),  „Tragödie"  f.  Alt  u.  Tenor  v. 


553 


Schamann  (Frl.  Osbome  u.  Hr.  Dr.  Briesemeister),  Solovor- 
trä^  der  Frau  Wahls  (Ges.,  Bec.  u.  Andante  a.  ^oappbo*'  v. 
Yolkmiinn  u.  Mailied  v.  G.  Bein  ecke),  der  Frls.  Osbome 
(„Die  Gefangene"  v.  Berlioz,  „Todt  sie  ihren  Krieger  sah" 
von  H.  Zöllner,  „Meine  Liebe  ist  grün*'  von  J.  Brahms, 
^jDas  Schloss  am  Meere"  v.  B.  Becker  und  Wiegenlied  von 
Petri)  und  Bobinson  (Bomanze  von  J.  S.  Svendsen  und 
,,Hejre  £ati"  v.  Hubay)  und  der  HH.  Dr.  Briesemeister 
(„Du  frf^t  mich,  du  holdes  Lieb"  v.  B.Oehme,  „Stille  Sicher- 
heit" V.  Franz  etc.^  u.  Affemi  (drei  Sätze  a.  der  Ddur-Suite 
eig.  Comp.).  —  4.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof. 
Dr.  Beinecke):  Esdur-Svmph.  v.  EEaydn,  Ouvertüre,  Scherzo 
u.  Finale  v.  Schumann,  f^ine  Faust-Ouvert.  v.  Wagnet,  Cia- 
viervorträge des  Hm.  Stavenhagen  a.  Weimar  (Umoll-Conc. 
v.  Beethoven,  13.  Ungar.  Bhaps.  v.  Liszt  etc.).  —  1.  Musik- 
abend des  Kammermusik ver. :  Streichquartette  v.  H.  Afferni 
(Fmoll)  u.  Beethoven  (Op.  59.  No.  3),  vorgetragen  von  Frl. 
Brammer  n.  den  HH.  Lie,  Scnäfer  u.  Hansen,  drei  Stücke  im 
Volkston  f.  Yiolonc.  u.  Clav.  v.  Schumann  (HH.  Hansen  und 
AfTemi),  Arie  «^rgo  interest"  v.  Mozart  u.  Brautlieder  von 
Oornelius  (Frl.  Hoppe  a.  Frankfurt  a.  0.).—  1.  Orch.-Oonc. 
des  Liszt-Yer.  zur  Nacnfeier  des  goldenen  Hochzeitstages  des 
grossherzogl.  sächs.-weimarisohen  Herrscherpaares  unt.  Leit. 
des  Hm.  Strauss  a.  Weimar:  Prolog  von  Cfrome-Schwiening 
(Frau  Wieok-Halberstadt  a.  Weimar),  „Faust"-Symphonie  v. 
Liszt,  symph.  Dicht.  „Macbeth"  v.  B.Strauss,  Solovorträge 
der  Frau  Beuss-Belce  aus  Garlsruhe  (Ges..  Scene  u.  Arie  aus 
„Die  Trojaner"  v.  Berlioz,  „Ich  liebe  dien"  v.  Liszt,  „Wid- 
mung" u.  „Abends"  v.  Franz  u.  „Sommerabend"  v.  Lassen^ 
u.  des  Hrn.  Kiengel  v.  hier  (Violonc,  3.  Conc.  v.  David  off, 
Bomanze  v.  Y olkmann,  Yariat.  capric.  eig.  Oomp.  u.  Spinner- 
lied V.  Popper). 

Mfthlhausen  1.  Th.  1.  Bessourceconc.  (Möller):  ,^önig 
Stephan" -Ouvert.  v.  Beethoven,  „Parsifal"- Vorspiel  v.  Wag- 
ner, Solovorträge  der  Frls.  Asmann  a.  Berlin  (Gesang,  Arie 
„Sieh,  mein  Herz  erschliesset  sich"  von  Saint-SaÖns,  „Der 
Sandträger"  v.  Hungert  u.  „Lnmer  leiser  wird  mein  Schlum- 
mier"  u.  „Ständchen"  v.  Brahms)  u.  Walther  a.  Leipzig  (Clav., 
AmoU-Oonc.  v.  Schumann,  Tarantelle  v.  Moszkowski  etc.). 

Paris.  1.  Gonc.  Lamoureux:  2.  Symph.  v.  J.  Brahms, 
svmph.  Dicht.  „Le  Chdne  et  le  Boseau"  v.  C.  Chevillard, 
äc^nes  pittoiesques  v.  Massenet,  Ouvert.  „Le  Gamaval  ro- 
main"  v.  Berlioz,  Yorspiel  zum  3.  Aufzug  der  „Meistersinger" 
V.Wagner,  G  dur-Clavierconc.  v.  Beethoven  (Frl.  Kleeberg). 

Stettin.  1.  Ejimmermnsikabend:  Es  dur-Clavierquart.  v. 
E.  E.  Taubert,  Seren.  Op.  8  v.  Beethoven,  Liederv.^.  Hor- 
witz  („Unter  der  Linde"),  E.E.  Taubert  („Widmung"  ^Spiel- 
mannslied,  G^bet  u.  Luarin)u.  A.  (Ausführende:  FäHerms 
[Ges.]  u.  HH.  Taubert  [Clav.],  P.  u.  B.  Wild  u.  Sandow  [Strei- 
cherla.  Berlin.) 

Wiesbaden.  Symph.-Oonc.  des  städt.  Curorch.  (Ltlstner) 
am  23.  Oct.:  Esdur-äymph.  v.  Mozart,  Concertouvert.  im  ern- 
sten Stil  V.  Spohr,  Fragmente  a.  „Boabdil"  v.  Moszkowski, 
Yiolinvorträge  der  Hm.  Nowak  (Adagio  v.  Yiotti  u.  „Perpe- 
tuum mobile"  v.  Bies). 

Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben  l 


Engagements  und  GBste  in  Oper  und  Conoert. 

Berlin.  Yon  den  Pianisten,  welche  in  letzter  Zeit  sich 
hier  hören  Hessen,  hoben  sich  vor  AUendieHH.  Dr.  Neitzel 
aus  Cöln  und  Bummel  aus  New- York  hervor.  FrL  Nikita 
hat  die  Beichshauptstadt  auch  wieder  einmal  besucht  und  in 
Ermangelung  anderer  Nemgkeiten  das  Publicum  u.  A.  mit 
dem  Intermezzo  aus  der  „C^valleria  rusticana",  dem  Worte 
untergelegt  waren,  regalirt.  Anderen  Städten  steht  sicher  die- 
ser Genuss  noch  oevor.  —  Christiania«  Mit  ^sstem  Erfolg 
hat  das  Sänger-Ehepaar  Hildach  aus  Berlin  jüngst  hier  con- 
certirt,  denn  dasselbe  musste  nach  zwei  gut  Gesuchten  Gon- 
certen  noch  ein  drittes  geben,  das  ebenfalls  vor  seinem  Beginn 
ausverkauft  war.  —  Dresden«  Eine  Miss  Florence  Menk- 
meyer  wagte  es,  hier  öffentlich  ihre  Glavierdilettanterei 
offenkundig  zu  machen  und  die  Beclame  zu  strafen,  welche 
ihrem  unverfrorenen  Auftreten  vorangegangen  war.  —  Heidel- 
berg. In  einem  Ck>ncert,  welches  der  Gomponist  Hr.  Sahlender 
hier  veranstaltete,  wirkten  die  Sängerin  ItL  Eonopasekaus 
Kronstadt i.S.  und  Hr.  Musikdirector  Wiemann  aus  Pforzheim 
als  Solisten  mit.  Erstere  erfreut  sich  eines  ausgibigen  und 
gut  gebildeten  Mezzosoprans  und  singt  mit  Wärme  und  musi- 


kalischem Geschmack.  Hr.  Wiemann,  ein  früherer  Schüler 
Willy  Behberg's,  spielte  als  Hauptstück  Liszt^s  Es  dnr-Goncert 
und  erwies  sich  als  ein  Pianist  von  bedeutendem  Können  und 
feurigem  Temperament,  sodass  die  ihm  gewordene  warme 
Aufnahme  ganz  verdient  war.  Auch  als  Gomponist  einer  sym- 
phonischen JDichtung  wusste  er  sich  (Geltung  zu  verschaffen. 
—  Magdeburg.  Das  1.  Abonnementconcert  im  Kaufmänni- 
schen Yereine  gab  dem  hiesigen  Publicum  (j^legenheit,  die 
Bekanntschaft  mit  Ihrer  Leipziger  Sängerin  Frl.  Martini  zu 
erneuern  und  sich  wiederum  an  deren  ungeschmincktem 
ebenso  sinnigen,  wie  feinauseearbeiteten  Gesang  zu  erfreuen, 
gleichzeitig  vollzog  sich  in  inm  aber  auch  das  hiesige  Debüt 
eines  jungen  Pianisten,  der  na<3h  den  gebotenen  eminenten 
Leistungen  berufen  erscheint,  noch  Yiel  von  sich  reden  zu 
machen.  Es  war  Hr.  Anton  Förster,  der,  seine  höhere  pia- 
nistische Ausbildung  Hrn.  Prof.  Martin  Krause  in  Leipzig 
verdankend,  mit  seinen  Yorträgen  geradezu  Sensation  ^ 
macht  hat.  —  Plauen  i.  V.  Die  Sobstin  des  letzten  Musik- 
vereins-Goncertes  war  die  Altistin  Frl.  Gondar  aus  Leipzig, 
welche  nicht  nur  durch  ihr  sympathisches  Organ,  sondern 
auch  durch  ihre  gemüthvolle  Aufuussung  sich  viele  Freunde 


erwarb. 


Kirchenmusik. 


Leipzig.  Thomaskirche:  29.  Oct.  „Ein  feste  Bu^  ist 
unser  Gott*'  v.  Doles.  81.  Oct.  „Ein  feste  Burg''  v.  S.  Bach. 
Nicolaikirche:  30.  Oct.  „Herr,  schicke  was  du  willt"  von 
B.  Yolkmann. 

Chemnitz.  St.  Jacobikirche:  11.  Sept.  „Misericordias 
Domini"  v.  Durante.  18.  Sept.  „Glücklich,  wer  auf  Gott  ver- 
traut" V.  W.  Behberg.  25.  Sept.  „Jauchzet,  frohlocket"  von 
S.  Bach.  2.  Oct.  „Ich  und  mem  Maus,  wir  wollen"  v.  Ferd. 
Schulz.  9.  Oct.  „Gott  sei  mir  gnädig",  Arie  a.  „Paulus"  v. 
Mendelssohn.  16.  Oct.  „Agnus  Dei"  v.  Kunstmann.  —  St. 
Johanniskirche:  11.  Sept.  „Danket  dem  Herrn"  v.  Schröder. 
25.  Sept.  „Gott,  sei  uns  gnädig"  von  S.  Jadassohn.  2.  Oct. 
„Walte,  Wort  des  Herrn"  v,  Hauptmann.  —  St.  Petrikirche : 
11.  Sept.  Psalm  100  v.  Wermann.  18.  Sept.  „Der  aber  die 
Herzen  erforschet"  v.  S.  Bach.  26.  Se^t.  „Der  Geist  hilft"  v. 
S.  Bach.  2.  Oct.  „Gott,  deine  Güte  reicht  so  weit"  v.  Beet- 
hoven. 9.  Oct.  „Zions  Stelle"  v.  Alb.  Becker.  16.  Oct.  „Des 
Christen  Schmuck  und  Ordensband"  v.  Becker.  —  St.  Nicolai- 
kirche: 11.  Sept.  „Herr  (Jott,  von  deiner  Wohnung  schau"  v. 
Wermann.  25.  Sept.  „Danket  dem  Herrn"  v.  Engel.  9.  Oct. 
„Alles,  was  Odem  hat,  lobe  den  Herrn"  v.  Sucher.  —  St. 
^auHkirche:  18.  Sept.  „Dies  ist  der  Tag,  den  der  Herr  ge- 
macht" V.  Steglich.  25.  Sept.  „Was  betrübst  du  dich"  von 
S.  Jadassohn.  2.  Oct.  „Herr,  den  ich  tief  im  Herzen  trage" 
V.  Tottmann.  9.  Oct.  „Meine  Se^e  ist  still  zu  GK)tt"  v.  Haupt- 
mann. —  Schlosskirche:  18.  Sept.  „Ich  danke  dem  Herrn"  v. 
Hauptmann.  2.  Oct.  „Nimmer  kann  Gott  dich  verlassen"  v. 
Flügel.  16.  Oct.  Psalm  100  v.  Mendelssohn.  —  St.  Markus- 
Mrcne:  16.  Oct.  „Zu  dir  wiU  ich  fliehen"  v.  E.  F.  Bichter. 

Vermischte  IMittheilungen  und  Notizen. 

*  F.  Hegar's  grosses  Chorwerk  „Manasse"  ist  am  25.  Oct. 
mit  ehrendstem  Eriolg  im  Gürzenichconcert  zu  Cöln  aufge- 
führt worden. 

*  Im  Conservatorium  in  Brüssel  wurde  kürzlich  eine 
Büste  Auguste  Dupont's,  gestiftet  von  dessen  Schülern, 
eingeweiht. 

*  In  Bezug  auf  das  Conservatorium  in  Marseille  haben 
wir  zu  unserer  jüngsten  Nachricht  noch  nachzutragen,  dass 
den  vereinigten  Lehrern  eine  50prooentige  Herabminaerung 
ihrer  Gehftlter  angetragen  wurde,  dass  dieselben,  um  nur  den 
Bestand  des  Instituts  zu  sichern,  eingewilligt  haben,  dass  aber 
acht  Tage  später  ein  Drittel  der  Lehrer  abgedankt  wurde, 
was  die  Unterdrückung  mehrerer  wichtigen  Classen  und  Lehr- 
fächer zur  Folge  hatte. 

*  W&hrend  die  sämmtlichen  Theater  Londons  nur 
65,000  Zuschauer  fassen,  beträgt  die  Anzahl  derselben  in  den 
verschiedenen  Cafö-Chantants  160^000.  Mit  Becht  fürchtet 
man  ftü:  die  Zukunft  der  Theater.  Nicht  besser  ist  es  in  den 
englischen  Provinzen  bestellt.  Auch  aus  Italien  kommen  ähn- 
liche Klagen. 

*  Hans  Sommer 's  Oper  „Lorelei"  hat  im  Hoftheater  zu 
Darmstadt,  wo  sie  am  28.  Oct.  erstmalig  in  Scene  ging,  eine 


554 


sehr  warme  Aufnahme  gefunden.     Unser  Blatt  kommt  in  n. 
No.  ausfahrlich  auf  Werk  und  Aufföhrung  zurück. 

*  Strauss*  Oper  „Bitter  P&sm&n**  wurde  die  Ehre  er- 
wiesen, vom  Münchener  Hofbheater  zur  Auffiihrimg  ange- 
nommen zu  werden,  hat  aher  bei  ihrer  Premiere  daselbst 
wenig  Erfolg  gehabt. 

*  In  Barcelona  hat  Videly  Garet a's  „Oristobel  Colon" 
einen  vollständigen  Misserfolg  gehabt,  welchem  die  Schliessung 
des  Theaters  und  die  Auflösung  der  Truppe  folgten. 

*  An  dem  von  Mascagni  entrirten  Wettrennen  mit  ein- 
actigen  Opern  hat  sich  auch  der  berühmte  Bayreuther  Diri- 
gent Fei.  Mottl  mit  einem  „Kaiser  und  Dichter**  betitelten 
Werke  dieser  8pecies  betheil^,  das  er  in  nächster  Zeit  im 
Hofbheater  zu  CarLnruhe,  der  permanenten  Stätte  seiner  künst- 
lerischen Thätigkeit,  zur  Auftührung  bringen  wird. 

*  FrauLillianSanderson,  die  grosse  Vortragskünstlerin, 
wird  demnächst  mit  der  Violinistin  Frau  Marie  Soldat  und 
dem  Pianisten  Hrn.  Stavenhagen  eine  grössere  Kunstreise 
durch  Deutschland  antreten. 

*  Hr.  Musikdirector  Moritz  Vogel  in  Leipzig  wurde  zum 
Organisten  der  Matthäikirche  daselbst  erwählt. 

*  Hr.  üniversitatsmusikdirector  Dr.  E.  Naumann  in  Jena 
und  der  Pianist  Hr.  Stavenhagen  in  Weimar  wurden  vom 
Grossherzog  von  Weimar  mit  dem  Orden  vom  weissen  Falken 
2.  Classe  decorirt. 

*  Hr.  Emil  Praeer,  Bedacteur  der  „Deutschen  Militär- 
Musiker-Zeitung",  emielt  vom  König  von  Württemberg  das 
Eitterkreuz  2.  Classe  des  Friedrichsordens  verliehen. 

Todtenliste.  Geh.  Ober-Justizrath  F.  Hinrichs  in  Ber- 
lin, durch  gediegene  Liederspenden  in  musikalischen  Kreisen 
bekannt  geworden,  ein  Schwi^^er  B.ob.  Franz\  f,  73  Jahre  alt, 
am  25.  Oct.  —  H.  Franke,  Stadtcantor  in  Altenburg,  tüch- 
tiger Kenner  und  Pfleger  kirchlicher  Vocalmusik,  f  kürzlich 
durch  Selbstmord.  —  Otto  Dessoff,  Opemcapellmeister  in 
Frankfurt  a.  M.,  ausgezeichneter  Dirigent,  f  im  baldvollen- 
deten 69.  Lebensjahre,  am  28.  Oct.  —  Wilhelm  Schauseil, 
Musikdirector  in  Düsseldorf,  f,  bald  59  Jahre  alt,  am  29.  Oct. 


Robert  Franz. 


t 


Welke  Kränze  am  Grabe, 
Welke  Herzen  darin; 
Leise  rauschen  die  Weiden 
Frieden  darüber  hin. 


So  Wäre  denn  wieder  Einer  von  der  „alten  Garde"  dahin- 
gesunken,  —  Einer  von  Jenen,  bei  deren  Hinscheiden  uns 
Junge,  die  wir  an  ihrem  Schemel  lauschend  gesessen,  immer 
wieaer  von  Neuem  und  immer  stärker  das  Gefiihl  der  Ver- 
einsamung überkommen  muss  und  das  schmerzliche  Bewusst- 
sein,  wie  wir  doch  so  Wenig  mehr  zu  erringen  haben,  sondern 
im  Grunde  nur  ausbauen  können;  Einer  von  den  Wenieen 
aus  der  grossen,  vielbewe^n  Schumann-Liszt-Brendel-^it, 
die  das  Aufgehen  des  Gestirns  B.  Wagner  mit  eigenen  Augen 
sahen  imd  sein  Erscheinen  schon  damals  verständnissvoll  l)e- 
grüssten;  Einer  von  jenen  Grossen,  die  über  solchem  Schauen 
das  eigene  Schaffen  nicht  verbissen  und  ihrer  Zeit  noch  etwas 
Eigenes  zu  sagen  wussten;  Einer  von  jenen  Seltenen,  denen 
es  noch  ein  heuiger  Ernst  warum  ihre  Kirnst  und  deren  cultu- 
relle  Mission,  ein  „Inhalt*',  nicht  ein  „Spiel"  mit  „tönend  be- 
wegten Formen",  und  die  sich  darin  von  Anfuig  bis  zu  Ende 
selbst  unentwegt  treu  geblieben:  der  „Fixstern  musikalischer 
Lyrik"  —  wie  mn  Franz  Liszt  so  treffend  einmal  nannte,  der 
„Nestor"  zugleich  aller  Bearbeiter  und  Erneuerer  Bach-Hän- 
derscher  Kunst  —  wie  man  denn  von  Nestor  spricht,  wenn 
man  nicht  nur  den  Aeltesten,  sondern  auch  zugleich  den 
Reifsten  und  Tüchtigsten  unter  seinen  Zeitgenossen  meint 
—  er  ist  von  uns  gegangen. 

War  da  jüngst  m  einem  Buche  von  Phil.  Spitta  viel  Redens 
von  der  Nothwendigkeit  einer  WiederbeleDung  und  Auf- 
erstehung der  altprotestantischen  Kirchenmusik.  Ja,  deijenige, 
in  dem  jene  alte  Kunst  wirklich  noch  lebendig  war,  sodass 
sie  Leben  an  Leben  erzeugte,  als  eine  „Kunst",  nicht  als 
„geschichtliche  Grundlage",  und  der  uns  daher  jene  Werke 
aufs  Neue  zum  Leben  erwecken  konnte,  —  er  hat  eben  in 
unserem  Meister  nun  die  Augen  geschlossen.   Was  nützt  und 


hilft  da  alles  tiefsinnige  Meditiren  „zur  Musik"  wenn  die 
echte  Muse  fehlt!  Was  sagen  uns  alle  „Lieder"  und  „Gesänge", 
wo  das  innere  Singen  dem  Sänger  abgeht!  Und  er  war  Einer 
von  den  Grossen,  so  kleine  Lieder  er  auch  unserer  und  spä- 
terer Zeit  geschenkt;  Einer  von  den  Meistern,  deren  Kunst  in 
der  Beschränkung  just  sich  zeigt,  —  kein  Gewaltigjer  zwar, 
denn  seine  Ziele  und  Wege  waren  subjective,  weit  intimere, 
aber  doch  ein  Prediger,  anders  als  jene  Pharisäer  und  Schrift- 
gelehrten,  welche  meinen,  dass  sie  schüfen,  wo  sie  nur  machen ; 
dazu  ein  Märtyrer  seiner  Kunst  im  wahrsten  Sinne  des  Wortes, 
wie  seit  Beethoven  Keiner  mehr  gesehen,  denn  —  ein  Opfer 
unserer  Oultur — hatte  er  durch  einen  zu  schrillen  Locomotiven- 
pfiff  schon  früh  die  edelste  Gabe  des  Musikers,  sein  Gehör, 
verloren,  und  doch  ein  berufener  Träger  zugleich  des  geistig- 
sittlichen  Gehaltes  eben  dieser  Oultur;  anders  wieaer  als 
Beethoven,  nicht  in  kühnem  Trotze  sich  mächtig  auf  bäumuid 
gegen  ein  herbes  Schicksal,  sondern  mit  stiller,  edelster  Resig- 
nation sich  schickend  in  das  von  einer  uneriorschlichen  Vor- 
sehung vielleicht  gerade  zur  ErftÜlung  seiner  irdischen  Sen- 
dung ihm  Auferlegte,  in  solcher  schweren  Lebensprüfun^  als 
echter  Künstler  sich  läuternd  und  sich  erhebend  zur  reinen 
Höhe  ernstester,  tiefeter  Sittlichkeit.  Das  Bach'sche  „Gib  dich 
zufrieden  und  sei  stille",  das  uns  der  Meister  so  schön  „ent- 
ziffert" hat,  es  wurde  ihm  in  diesem  Sinne  vorbildlich  ftür 
sein  ganzes  Wirken.  So  schöpfte  er  „aus  seinen  grossen 
Schmerzen  die  kleinen  Lieder";  so  war  ihm,  dem  Beinen, 
Alles  rein  und  wurde  zu  lauterem  Gold,  was  seine  Hand 
berührte;  so  gab  er  uns,  seinen  Deutschen,  selbst  das  fremd- 
artige Geröll  Heine'soher  Poesie  von  allen  frivolen  Schlacken 
erst  gereinigt  als  lauteren  Edelstein  nunmehr  zurück;  so 
lehrte  er  uns  auch  wieder  den  wahren  Glauben,  wenn  wir 
in  Musik  zu  unserem  Gotte  beten.  Nicht  wurde  ihm  so  „ver- 
fehlte Liebe"  auch  schon  zu  „verfehltem  Leben",  wie  ergreifend 
er  sie  auch  besungen;  wohl  aber  musste  der  „Kelch  der 
Kose"  bei  solcher  Lebensauffiassung  ihm  zu  einem  „Kelch 
der  Passion"  werden. 

In  der  That:  mag  ihm  selbst  „die  Liebe"  auch  „gelogen" 
liaben  —  der  „Stem%  der  in  ihm  uns  aufgegangen  ist  und 
unser  Leben  beschienen  hat,  er  hat  „nicht  gelogen",  ist  er 
doch  zum  Fixstern  mittlerweile  geworden ;  und  nicht  zu  viel 
hat  er  von  sich  gesprochen,  da  er  der  Rose,  die  sich  um  der 
Vergänglichkeit  ihres  Duftes  willen  bei  ihm  beklagte,  „zum 
Trost  gesagt,  dass  der  durch  seine  Lieder  wehe"  — ja,  selbst 
Mirza-Schaflfy  (Bodenstedt) ,  der  Dichter  des  durch  Franz  so 
bekannt  gewordenen  kleinen  Liedchens,  und  mit  ihm  noch  so 
mancher  Andere,  wird  sich  längst  darüber  klar  gewesen  sein, 
dass  er  nur  „dort  (bei  ihm)  ein  ewi^  Leben  habe". 

Ihm  also,  dem  holden  Sänger,  wird  die  Erde  leicht  sein, 
denn  er  hat  für  die  Ewigkeit  gelebt^  und  so  gramerfWlt  wir, 
die  Zurückgelassenen,  an  seinem  offenen  Grabe  auch  stehen 
mögen,  wir  wollen  ihm  doch  gerne  gönnen,  was  ihm  die 
letzten  Jahrzehente  seines  Lebens  hiemeden  versagt  geblieben 
war  und  er  nun  dort  in  seligen  Höhen  auf  köstliche  Weise 
erlangt  haben  wird:  entzückt  zu  lauschen  dem  Klang  der  ewigen 
Harmonien,  nicht  mehr  nur  innerlich,  sondern  selbst  hörend 
theilzunehmen  an  der  göttlichen  Musik  der  Sphären. 

Sein  G^dächtniss  und  sein  Lied  aber,  es  bleibe  lebendig 
unter  uns!  Und  wenn  wir  später  in  Einem  Worte  zusammen- 
fjEiasen  und  Anderen  sein  Wesen  schildernd  mittheilen  werden, 
was  er  uns,  was  er  unserer  Kunst  geworden,  dann  wollen  wir 
unseren  Kindern  und  Enkeln  erzählen, — und  der  stillen  Thr&ne 
in  unserem  Auge  brauchen  wir  uns  dabei  nicht  zu  schämen: 
dass  in  ihm 

„der  Himmel  hat  eine  Thräne  geweint". 

Amen. 

Arthur  Seidl. 


Zun  geff.  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Ooncerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  geschäft- 
lichen Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Eulenburg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Ooncerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  geölllige  direete 
Zusendung  der  Billets  an  uns  gebeten. 


j 

■ 


Leipzig. 


Die  Redaetion  des 
„Mosikalisehen  Woeheoblattes". 


555 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Lieder  fUr  eine  Singstimme  mit  Ciavier- 
begleitung. 

Franz  Mohaupt.    Sechs  Lieder,  Op.  1.    Prag,  H.  Weiner. 

Das  ist  ein  bemerkenswerthes  erstes  Opus;  sein  Inhalt 
macht  einen  ganz  befriedigenden  Eindruck  und  zeigt  sich  als 
mit  feinem  Empfinden  und  künstlerischem  Bewusstsein  an- 
gelegt und  ausgeführt.  Der  Componist  dieser  Lieder  ist  offen- 
bar ein  sehr  guter  Musiker  von  reifer  Erfahrung  und  mit 
geläutertem  Geschmack.  Das  entnehmen  wir  aus  der  Art  und 
Weise,  wie  er  Heine's  etwas  sprödem  „Die  Mittemacht  war 
kalt  und  stumm^  beizukömmen  und  dessen  „Aus  meinen 
grossen  Schmerzen**  und  »Auf  Flügeln  des  Gesanges**  neue 
Seiten  abzugewinnen  gewusst,  wie  er  das  liebliche  „Hoch  im 
blauen  Himmelsrund**  von  Rittershaus  gleich  reizend  wieder- 
zugeben, den  tiefen  Ernst  von  Chamisso's  „Qeh  du  nur  hin!** 
darzustellen  und  Daumer's  „Komm,  falsche  Dirne**  treffend 
zu  charakterisiren  verstanden  hat. 


Per  Lassen.    Zwei  Lieder.    Ghristiania,  Garl  Warmuth. 

Die  erste  Nummer  des  Heftes  ist  ein  vortreffliches  Lied 
nach  Worten  aus  Ludwig  Ganghofer's  „Vom  Stamme  Asra**, 
das  uns  der  Becu^htung  im  höheren  Grade  werth  dünkt,  als 
das  Andere',  in  weichem  das  Streben  des  Gomponisten  nach 
ungewöhnlichen  Ausdrucksmitteln  gar  zu  sehr  zu  verspüren  ist. 


Franz  Mayerhoff.    Zwei  Lieder,  Op.  5. 

Zwei  Gesänge,  Op.  6. 

Zwei  Gesänge,  Op.  9. 

Dreien,  0.  A.  Klemm. 
Zwei  Lieder,  Op.  10.    Dresden,  Adolph  Brauer. 

Wir  haben  schon  länger  eine  gute  Meinung  von  dem  Ta- 
lent und  dem  Können  Franz  Mayerhoff's,  an  der  wir  auch 
nach  Kenntnissnahme  dieser  Liederreihe  festhalten.  La  allen 
diesen  Compositionen  finden  wir  wieder  zuerst  ein  feines  Yer^ 
ständniss  aer  dichterischen  Intentionen  und  liebevolles  Ein- 

g)hen  auf  dieselben,  dann  eine  warmherzige,  schön  melodiöse 
eclamation  und  im  Harmonischen  bei  aller  Freiheit  doch 
Plan  und  Ziel.  Grosse  Frische  und  Lebendigkeit,  eine  ge- 
wisse Jugendlichkeit  und  lebenslustige  Unbefangenheit  stecken 
in  den  beiden  Spielmannsliedem  Op.  5,  und  von  den  beiden 
G^esängen  Op.  6  nat  die  zweite  Nummer,  das  leidenschaftlich 
erregte  „Alles  hinzu^ben  ist  der  Liebe  Brauch**,  durch  ^e 
Zusammenstellung  eines  Rhythmus  von  drei  Takten  etwas 
Besonderes.  Eine  ähnliche  rhvthnusche  Eigenthümlichkeit 
findet  sich  in  dem  zarten  „Unter  blühenden  Bäumen**  aus 
Op.  9,  das  auch  im  Uebrigen  Interesse  hat.  Sehr  freundlich 
und  liebenswürdig  sind  schliesslich  die  anderen  drei  Lieder, 
das  Zweite  aus  Op.  9  nach  Mirza  Schaf^'s  „Ein  Blick  des 
Augs  hat  mich  erfreut**  und  die  Beiden  Op.  10  nach  Geibel'- 
sehen  Gedichten. 

Louis  Bödecker. 


Brie  flL  asten« 


y.  L.  in  S,  Greifen  Sie  ohne  weiteres  Besinnen  zu  dem 
von  Max  Friedlaender  bei  C.  F.  Peters,  hi^  herausgegebenen 
Oommersbuch,  denn  dasselbe  wird  Ihren  Wünschen  vollstän- 
dig entsprechen. 

F.  F,  in  H,  Der  Brochenmann  soll  sich  doch  ja  nur  um 
seine  eigenen  zum  Theü  recht  fragwürdigen  geschäftlichen 
Manipulationen  kümmern,  statt  einuLltige  Bemerkungen  über 
die  Unternehmungen  Anderer  zu  machen. 


F,  C,  in  L.  Der  Berichterstatter  des  gesandten  Blattes  ist 
für  uns  stanz  unmaassgebend  als  Kritiker,  weshalb  wir  ihn 
nicht  citiren  können. 

F.  F.  in  S.  Wir  bitten  um  ein  gedrucktes  Exemplar  des 
Programms;  die  Abschrift  und  die  Zeitungsausschnitte  sind 
unzureichend. 

E.  K,  in  St,  Von  den  Berliner  Musikconservatorien  wurde 
uns  wiederholt  das  Schwantzer'sche  sehr  gerühmt. 


Anzeigen. 


Soeben  erschien: 


.£uigi  Soccüerini. 

Compositionen  für  2  Violinen,  Viola  und 

2  Violoncello, 

heraushieben  and  bezeichnet  von 

Fritz  Yolbach. 

Fünf  ausgewfiblte  StOoke 

(L    Minuetto.       IL    Ballo  tedesco.     HL    Larghetto. 

IV.    Minuetto.     V.    Minuetto  a  modo  di  Seguidilla.) 

Partitur  no.  Ji  2,—.     Stimmen  no.  Jk  4,25. 

Diese  Stücke  sind  für  den  ersten  Unterricht  im  Ensemble- 
spiel verwendbar  [Violinstimme  durchweg  1.  Laee]  und  können 
mit  Ausnahme  von  No.  3  als  Quartette  gespielt  werden. 

Ouintett  (L'Ucoelliepa). 

Partitur  Ji  2, — .  Stimmen  Ji  4, — , 

ri2i3.] 

Mainz.       B.  Schott's  Söhne. 


Verlag  von  C  "^W.  FE*itzBoli  in  Leipzig. 

DliAinl\Ai*#vAi»    T     Op.  8.  „Waldmärchen''.  Gonoertskizze 
nllOlllVOrgOr^  «P«,  für  das  Pianoforte.    Ji  2,-.      [1214.] 


Bekanntmachung. 

Bei  unserem  Stadtorchester,  welches  den  Dienst  im 
Theater,  dem  Gewandhausconcert  und  bez.  in  den  Kirchen 
zu  versehen  hat,  sollen  möglichst  bald  die  Stellen  je  eines 

Aspiranten  für 

a)  II.  Violine  mit  dem  Jahresgehalt  von  1200  Ji 
(900  Jt  vom  Theater  und  300  Ji  vom  Concert),  so- 
wie b)  Posaune  und  beziehentlich  ContrabaSS  mit  dem 
Jahresgehalt  von  1500  »4(,  und  zwar  von  1200  v4(  far 
Posaune  vom  Theater  und  von  300  Jt  für  Goncert, 
wieder  besetzt  werden. 

Es  werden  auch  Bewerbungen  für  das  Instrument 
Posaune  allein  angenommen. 

Die  Anstellung  erfolgt  zunächst  auf  ein  Probejahr. 
Geeignete  Bewerber,    welche  sich  einem  Probespiel 
zu  unterziehen  haben,   wollen  ihre  Gesuche  nebst  Zeug- 
nissabschriften und  einem  kurzen  Lebenslauf  bis  •pfi« 

testens  zum 

15.  November  d.  J. 

bei  uns  einreichen. 

Leipzig,  den  27.  October  1892. 


[1216.] 


Der  Batli  1er  M  Leipzig. 

Dr.  Georgi, 

Oberbürgermeister. 


556 

Bei  F.  £:.  O.  I^enck&rt  in  Leipzig  erscliieii: 

Neues  Franz-Album. 

2S  Lieder  nnd  Gesänge 

itir-  eine  Singr^tlmme  mit  F^a-noförte 

Bobert  Franz. 

Xnthaltend:    Op.  48,  50,  61  uad  6  deutsche  Lieder  Ekus  dem 

16.  nnd  16.  Jahrbundart. 

Gr.  8».    Geheftet  Jt  8,—  netto.    Gebunden  Jl  4,60  netto. 

Johann  Sebastian  Bach's 

Zwanzig  geistliche  Lieder 

mr  eine  SingrstimTiie  mit  Pianoforte 

Bobert  Franz. 

Or.  S'.    G«beftet  Jl  ü,—  netto,  gebunden  ^  3,60  netto. 

Ribirt  Fraiz  uml  das  deutscbe  Volkt-  und 
Kircheniied 

Uit  Notenbeilagen,  entbaltend:  Sechs  Cb orale  fbr  gemiscfaten 
Chor  nnd  eecbs  altdeutsche  Lieder  för  eine  SingBtimme  mit 

PiAnoforte,  bearbeitet  von  Robert  Franz. 
fir.  8.  eeh.  M.  S.  Prachlauiiab«  mit  Robarl  Frani'  Perlntlt.  Qtb.  12  M. 

Poptpait  von   RobttPt   Fpanzi 

geatocben  7on  Adolf  Meumann  J$  8,26.        [1216.] 

iy«plag  »on  Fp.  Kl«ihep  iw  Leipzig- 

Charles  Mayer, 

Studienwerke 

fOr  Pianofopte. 

t^vidirt    und    mit  f  in^ersatz    vereehen 
[1217.]  von 

Knut  Pauer. 

Op.  HB.    Studien  zur  höheren  Ausbildung  im  Piano-  Jf  /^ 

forteapiel.    Heft  I— III j«  I  — 

Op.  871.    SO  technische  üebungen.    Heft  I  ond  11    je  1  60 

Dp.  80&.    li'Art  de  dölter  los  doigts.    Heft  I  und  H    je  1  — 

Op.  MO.    36  Uebungastttcke  fbr  die  Jngend     ...     .  1  50 

Grwide  Toccata —  60 

Wonvean  Tr&molo —  60 

StadtmnsikdirectorsteUe. 

Die  hiesige  Stadtmnsikdirectoratelle  ist  erledigt  und 
soll  haldigst  wieder  heeetzt  werden.  Das  Gehalt,  in  wel- 
chem die  Vergütong  für  Featmosiken  inkegriffen  iat,  be- 
tragt j&hrlicb  300  Hark.  Eb  ist  Aussicht  vorhanden,  dass 
dem  Stadtmosikdirector  anch  die  kirchlichen  Musikauffüh- 
nmgen,  für  welche  bisher  eine  j&hrliche  Vergätnng  von 
60  Hark  gew&hrt  worden  ist,  übertragen  werden.  Be- 
werber wollen  ihre  Gesuche  und  Zeugnisse  bis  zum 
10.  November  bei  uns  einreichen. 

Ehrenfriedersdorf,  am  26.  October  1882. 
Der  Stadtrath. 

[1916.]  HebneH. 


=Fflr  Dilettanten-  und  Vereins-Tlieater.= 

Ißperetten  in  einem  SlctW 
für  gemischte  Stimmen.  H 

Soeben  erschien:  [1810.] 

Hollaendep,  Viotop,  Op.  75.    Das  Rheinwein- 
lied.    Liedersptel  in  1  Aufzuge  von  Carl  Gilck.  Fär 
5    Solostimmen    (8opran,    Tenor,    2    mittlere    Hftoner- 
stimmen  u.  Baas)  mit  Begleit  des  Claviera  od.  kL  Or- 
cbestera  od.  d.  Streichquartetts  allein. 
Clav.-Äuaa.  m,  Text  n.  M.  4,—.  Sin^mm.  cplt.  M.  8,—. 
Ragiabuch  n.  M.  ~,50.     Text  der  Gelinge  n.  M.  —,16. 
Früher  erachianen: 
Hollaendar,  VIotop,  Dp.  10.  Die  Gesangvereins- 
Probe  od.:  Der  Jubll8umS-Tag.   Mit  Clavier- od.  Oroh.- 
Begleit. 
Clav.-Auez.  m.  Text  n.  M.  4,—.  Solostimm.  M.  3,—.  Cbor- 
Stimm.  (k  40  Pf.)  M.   1,60.     Textbuch  n.   16  Pf. 

HollaendePi  Victopi  Op.  15.  Primanerliebe.  Hit 

Ciavier-  oder  Str ei cbquintett- Begleit. 
Clav.-Ausz.  m.  Text  n.  M.  3,40.   Soloatimm.  M.  3,60.  Chor- 
Btimm.  26  Pf.    Textbuch  m.  Dialog  n.  40  Pf.    Text  d.  Ge- 
sänge n.  15  Pf. 

Hollaendep,  Viotop,  Op.  20.  Carmorinella.  Hit 

Clavier-  od.  Streichquintett-Begleit. 
Clav.-ÄUM.  m.  Text  n.  M.  6,—.    Soloatimm.  cplt.  M.  2,50. 
Cborstiinm.  (k.  40  Pf.)  H  1,60.    Begiebuch  n.  60  Pf.    Text 
d.  Gee&nge  n.  16  Pf. 

HoliaendePf  ViotoPf  Op.  25.  Striese  in  Kamenm 

od.:  Ein  schwarzer  GBtze.   Mit  Clavier-  od.  Streich- 

qnintett- Begleit. 
Clav.-Aus».m.  Textn.M.  4,— .    Soloatimm.  M.  2.—.   Chor- 
stimm. 90  Pf.  Regiebuch  n.  60 Pf.  Teitd.Oestng6n-16Pf. 

Hollaendep,  Vlctop,  Op.  28.     E.  £.  40  od.: 
Schöne  Geister  treffen  sich.  Mit  Clavierbegleit. 

Clav.-Ausz.  m.  Text  n.  M.  3,— .  Begiebnoh  n.  40  Pf.  Text 
d.  Gesänge  n.  16  Pf. 

Kanziep,  W.,  Op.  9.    Die  reiche  Erbin  od.:  Alte 

Liebe  rostet  nicht.  Mit  Clavier-  od.  Orcliesterbegleit. 
Clav.-Ausz.  m.  Text  n.  M.  8,40.  Die  8  Ohorstimm.  (k  30  Pf.) 
90  Pf.  VollstlLnd.  Text-  u.  Regiebuch  n.  30  Pf.  Text  d.  Ge- 
sKnga  n.  10  Pf. 

Weinzlepl,  Max  von,  Op.  64.     Die  FOrsters- 

tÖchter.     Hit  Orchester-  od.  Giavier-Begleit 
Clav.-Aosz.  m.  Textn.  Ji.6,— .  Solostimm.  M. 4,50.   Chor- 
stimm, cpl.  M.  8,40.  Regiebuch  uo.  60  Pf.  Text  a.Gaelnge 
n.  16  Pf: 
Zu   den   Meisten   dieser   Operetten  sind   Partitur   und 
Oreheaterstlmmen  In  Absehrlft  zu  babsn. 

I  Verzeichnisse,  welche  Nfiherea  über  den  Inhalt  der 
einzelnen  Operetten  und  die  Zahl  und  Stimmlage  der 
darin  vorgeschriebenen  Rollen  u.  dergl.  angeben,  sind 
Ton  der  Verlagsbandinng  gratis  und  franco  zu  erhalten! 

Leipzig.        Ca  Fl  Wa  Siegel'*  Muaikalienbandlnng 

(R.  Lianemann). 

iben:  [1290.] 


1 


Vor  Kurzem  vmrde  ai 


■o«egel 


(itf«  nd  B«Be  Tniibidiiir-Licier  nn  L  Ttlkuu-Ltuder) 

fKr  dreiRtImintcen  rrsaenehor  amd  Tenor**!* 

mit  Clavierbegleitung  componirt  von 

Fritz  Volbach,  op.  r4. 

Praia:  Partitur  und  Stimmen  Jl  1,50. 

B.  SohoH'o  SAhae. 


557 

JJie  uutflneichnete  VarlagshaDdlnng  gedenkt,  eine  Anzehl  der  vorzäglicbsten  frinzOsitchofl  MHoaeichore 
in  deirtsoher  Ausgabe  su  veröffentlichen.     Bia  jetzt  erschienen:  [isaie.] 

lt|  L.I  Spanijches  Lied Partitur  Jt  1,25,  jede  Stimme  &  Jt  — ,25. 

'      "'       '     '  M  1,25,      ,  ,        k  Ji  —,85. 


An  das  Vaterland 

„  Der  Ähend 

„  Gehet 

RigMl    Fp>|    Die  Geister  der  Nacht  . 

„  Der  Bergmann      .     .     . 

„  Magnificat  (nm  mit  Istein.  Tsxt) 

Tilman)  Alfr.,  Hymnus  an  die  Jugend 

„  Die  Eburonen 


Jt  1,2 
Jt  1,60, 
Jt  %-, 
Jt  2,—, 
Jt  %—. 
Jt  2,—, 
Jt  2,—, 


4  Jt  —,26. 

i  Jt  —,40. 

4  Jt  —.40. 

4  Jt  —,40. 

4  Jt  —,40. 

4  Jt  —,40. 

4  Jt  —,40. 


BepwtolreDiiiiunerD  deF  berUunten  belgtsehen  ManneFehOre  In  Bfüssai,  Lattloh,  VeFvleFs  eto. 
Jouret,   „Spanisches  Lied"  vurde  mit  Erfolg  von  ersten  Vereinen  in  Wien,  Stuttgart,  Braunschweig  gesungen.  — 
Riga,  „Der  Bergmann"  gelangt  in  Bonn  und  Cöln  a.  Rh.  zur  Aufinhmng.  —  Tilman,   „Hymnus  an  die  Jugend" 

igt  vom  S&ngerehor  des  LehrerTereins  in  Frankfurt  a,  M.  zur  Aullnhmng  angenommen. 

"V^erlag  von 
Sehott  Aröres,  Brüssel.  Otto  «fniine,  Iseipzlgf. 


Wilhelm  Hansen's  Musik-Verlag.   Leipzig. 

Neue  Kammermusik- Werke: 

in  Hmoll, 

fUr  2  Violinen,  Viola  und  Vloloncell 

Joseph  Miroslav  Wekr. 


(Bei  dem  Internationalen  Streiohquartett-Concurs 

der  KamnMmHMlk-Geselltohaft  in  St.  Petersburg 
darcb  Urtkeiluprucb  der  PreiErichter  Herren  P.  TschalT- 
kowsky,  E.  riUpravnIk,  N.  Rimsky-Korsakow  und 
H.  Laroche  am  6./18.  Härs  1892    mit  dem  ersten 

Preise  gekrönt.) 

Erste  Auffnlirung   in   St.  Petersburg:    am   15./27. 

Aprü  1892.  AaBmhreiide:  UH.  Albrecht,  Hille,  Hitde- 
brand  und  Wierzbllowics. 


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(enth.  20  OrlErlnaloomposltionen  von  Bott,  Häuser  eto.) 
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in  Fmoll  für  S  VloUnrn,  Viola  und 
Tioloneell  von 

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gleitung des  Fianoforte.    .U  3,—. 


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5ö8 

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No.  1.    Scherzo ^1,50. 

No.  a.    Xazourka Ji  1,35. 

Opus  16.  Deax  Maaonrka«.  No.  I,  a  .  .  i.  Jt  1,50. 
Opus  17.    Zwei  Clavlersttteke. 

Ho.  1.    Andante Jt  1,50. 

No.  2.    Presto *  1,50. 

In  Kurzem  ersoheint: 
Opas  18.    IHveb  41e  Wolken.    Clavierettick. 
Opus  19.    Zwei  TanB-Iaaprompta«. 

Ko.  1.    Dnerarlseb. 

Ho.  S.    Polnlseb. 

Heuer  Verlag  top  Breltkopf  A  H>rtel  in  Iielpalg. 

Paul  Gilson,  La  Mer. 

EsquisBes    symphoniquea    en    quatro    pardes    d'npreE     im 

po^ma  de  Eddj'  Levis  ponr  Orchestre. 

Partitur  Jl  83,—.     Clayieraosz^  zu  vier  Händen  .M  10,—. 

fraoB.  Text  40  ^ ,    deutecber  7%xt  von  Max  Kalbeok  20  ^ 

1^^  Das  Gedicht  dient  ab  Leitfaden  fQr  die  Musik  und 

kann  vor  Be^n  derselben  declamirt  werden.  [IS29.] 

Das  Werk  wurde  mit  lebhaftem  Erfolge  ao^fikhrt  3  Mal 
in  Brttsael,  8  Mal  in  Antwerpen,  1  Malin  Spa  und  1  Mal 
kfirtande^      *  m-. . 

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—  Der  Trompeter  von  Sftkkingen  (auch  ohne  Text)  k 

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forte.  No.  I.  Romanze.  M.  1, — .  No.  2.  Spanischer  Walzer. 
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M.  1,50.  No.  6.  OrientaliBchen  Stück.  M.  3,—.  Ho.  6.  Wal- 
zer. M.  1,60. 

Hoffmann,  Jacques,  Op.7.  Hocturnef.  Viol.u.Pfte.    M.  1,50. 

Schubert,  Franz,  Sjmphonie  (Um.)  f.  Ffte.  n.  Violine  vän 
F.  Hennann.  M.  2,60. 

Sehumann,  Robert,  Op.  181.  Phantasie  (G)  für  Viol.  u.  Pfte. 
von  Aug.  Horn.    M.  2,40. 

Schmelz,  Reinhard,  3  da  capo-Stücke  f.  Violine  allein.  Ho.  1 . 
Humoreeko.  No.  2.  Lied  je  M.  —.60.  [1386*.] 

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In-  und  Auslandes  eingeführt.  [1337h.] 

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559 


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Hofliefeiraiit 

Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deatsehland  und  Eönig^B  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deutschland  nnd  Königin  von  Prenssen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiser!,  nnd  KOnigl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  nnd  von  Prenssen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


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445  OxfOFd-StF. 


I.  F  a  b  r  i  k :    5—7  Johannis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse« 
II.  F  a  b  r  i  k :    21  Orttnauer-Stpasse  und  Wiener-Strasse. 
m.  Fabrik:    124  Reiohenbepger-Strasse. 


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5—7  Johannls-Str. 


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aiHesse'![])eQtsclierH]isiler-KaIeMerü893. 


Mit  den  Fortraits  und  Biographien  von  S.  Jadas- 

söhn,  Carl  Attenhofer,  Edvard  Grieg,  August  Bun^rt, 

Graf  Geza  Zichy  und  Paul  von  Jankö,  sowie  mit  einer 

Concertumschau  von  Dr.  Hugo  Biemann  und  einem 

ca.  25,000  Adressen  enthaltenden  Adressbuche. 

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Der  Freundeskreis  von  Maoo  Hesa^s  J}euiaehem  XuHker- 
Kalender  ist  mit  jedem  Jahre  grösser  geworden,  auch  der  neue 
Jahrgang  wird  gewiss  wiederum  allgemeinen  Beifall  finden.  — 
CMtßgte  BeichhidHffkeÜ  des  InhätU,  schöne  Auestattung,  dauer^ 
hafier  XUfdHtnd  und  »ehr  hUliger  Frei»  eind  die  VortrOffe 
dieee»  Kaiender», 

Zu  beziehen  durch  Jede  Buch-  und  Musikalienhandlung. 

Max  Hesse'«  Terla«;  in  lietpElflr, 

EilenburgerstF.  4. 


Verlag  von    Ries  A   Erler  in  Berlin. 


K.i^K.'-    ••  ./v-r'. -»  ••  ^•^  ■ 


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^.^\X*wA- >. /^  -N^^ 


•-  .*>  ^  -S  •^.  ^^■^  /N,-*   *       .  ^,  ■^•N  ■ 


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fttr  eine  Slngstlmme  mit  Planoforte.    M.  8,50. 

Von  Fr.  d'Andrade,  Carl  Perron  etc.  gesungen, 


m 


[1242b.] 


em  an  ^mct 


fttabierf^tel  oeleaen   ift, 
It^e  ffierf»)  an 

JlsfUuil. 


fiBeraeugt,  boft  eS  eine  aroie  3utun'ft 


grilnbtft^en 
unt>  hahti 
attregenben 

bem  em^fel^fttt  toir  bas 
)  auf  bas  brinaenbfte;  toit  fltib 
•  'at. 

"    000«J. 
0. 


*)0. 9amm^  ACablerfduIe  u.  aRetobteenfc^qb.  ^Jk  9ibfa|»  fiber  800,000 

—  Ubunfl«bu(5,  98  rtetne  «üben  bon  «iem^,  ©e^mttt,  «äff  u. 

fßdt  m.  @(fitt>almB  Xfiglic^en  Übuitaen.  4Jk 

—  »eo  jut  ftunftfertiglett,  I82arö^re  Ötüben bon  «lemeuti,  «iramcr, 
(iaem)},  C$o))f n,  «äff,  @<^umann.  4  Jk 

otjügtidfeB  ÜbungBrnateriail    Dfr  fttatifr-Ci^rcr. 

Steingräber  Verlag,  Leipzig. 


V 


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Neue  Oper. 

Harald  luid  Theano. 

Oper  in  vier  Aufisügen.     Dichtong  von  Felix  Dahn. 

Musik  von  [124dc] 

C.  Ad.  Lopens. 

VoUständiger  Clavierauszug  mit  Text  15  Jf. 

Textbueh  50  ^. 

(V^  Vom  königl.  Hoftheater  in  Hannover  zur  Auf- 
führung angenommen. 

Die  Kritik  sagt  unter  Anderem:  Lorenz  bekundet  in  die- 
sem Werk  nicht  nur  eine  reiche  Erfindung,  einen  Eeichthum 
an  Melodien,  wie  er  heutzutage  selten  ist,  sondern  auch  — 
und  das  ist  oei  einer  Oper  beinahe  das  Wesentlichste  und  ihr 
Leben  Gebende  —  eine  Kraft  der  dramatischen  Gestaltung 
und  der  Chan^terzeichnung.  die  ihn  in  die  erste  Beihe  der 
Gomponisten  stellen.  Bei  (^legenheit  der  AufftÜirung  durch 
den  Musikverein  in  Stettin  namn  das  Publicum  das  Werk  mit 
Begeisterung  auf  und  der  Dichter  dankte  dem  Gomponisten  in 
feurigsten  Worten. 


560 


c^u/üi^  "ßlutAner,  dß^ipjif» 


Bedeutendste  Planoforte«Fabrlk  EaropasI 

[1344.  Flügel  und  Pianinos 

^on.  aneirlcaiiiit  UL]].iL1>ertro£reiie]r  Hailtbairlceit 

und  edlem,  «angireiolieiii  nTon.. 


"^yx/lflfb     Vertreter  "bez.  "VerlcaiafsxxxaBazlzi*  azi  all^zi  "bedeiateziderezi  Plfttsezi.     ^T/lfiny^ 

Die  Fabrik  bestobt  seit  7.  November  1853. 


Franzisca  Gondar,    Adoir  Ktemann, 

Oratorien-  und  Concertsängerin  Violin-Vlrtuos.  [lasai.} 

(Me«B08opran  und  Alt).  [1246b.]  Pre«den»A»     Amalienstr.  lO,  II. 


lieipztg,  Pfaffendorfer  Strasse  22  I.  SdUArd    lVCa.1111 


•• 


«     ^  jM||    rf  ^.^ratoineii- «•  ^^oiicert»aiiger,p 

^gk^MW9     ^^VkX\\9^  [1246W.]  Lehrer  am  k.  Oonservatorium, 

Ooaoert.  ^xaa  Oratörirxx.ftxiBTixi  (Sopraxi).  «»pfi^bU  sicb  für  bohe  Tenorpartien  nnd  als  Vertreter  der 

lielpztff.    Hohestrasse  28.  [1254L]  Bacb'scben  Evangelisten. 

~  Dresdeiii  Ostra-Alle  23. 

A^ririQ      jV^tlliPll  Vertreter:  Hermann  Wolff,  Berlin  W.,  Am  Carlsbad  19. 

Caneert-  uil  OratorleiM&iiKertn  (Sopran).  X    ^n         «      X^  ^a 

Leipzigr,  Beethoven-Strasse  5in.  ri247s.]  .^^  lTl*Pfl        l^.t*QQQ^lT 

Vertretung:   Hermann  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W.  ^a..ä.xxj.  v^v*       .m^^M.  c%OOV./ALtf 

Anna  Schimon -Rep,  '''^^'  ^m^ 

Lehrerin  für  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 
erlaubt  sieb  die  Veränderung  ihrer  Adresse  anzuzeigen: 

München,  Jägerstrasse  8,  IIL  bereogl.8aoh8.Hofyiani8t,Profe88eur8npMenraiBOon86r7atoriii]a 

8U  öenf  (Sohweis).  [1266—.] 


Baden-Baden« 

Vertr.  H.  mTolir.    Berlin. 


IDUIy  Ue^^eif0, 


IVflTYil    Nfliber  Coneert-VertratTmg;   Hermann  Wolff,  Berillt. 

Conoert-  und  OratoriensSngerin  (hoher  Sopran).  FrltZ  Hlfi'ffen 

, C?<>to-Pttren.               [i249w.]  Conoert-  und  OratoriensBnger  (hoher  Bariton). 

'           ^                                                   ~ Bpamerhafen,  Deich  16.        [i267— .] 


Concert-  und  Oratoriensäf  gerin  (Alt).  ^'«Ws^^ndige  MMmg  fSr  Oper  8.  CoiWri. 

LeipzIOi  Höbe  Strasse  36,  It.         [I250d.]  Ensemble^Uebnngen.    Rollenstudlum. 

r^T  TTT «  .  Y^^  H^  ausgebildete  ScbtÜer:  Magdalena  Jahns,  Sehna 

Ulftrft    £[0PP6  Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  [1258-.] 

Conoert-  und  OratorienoAngorin  (Sopran).  T>      Jl         T^  1 

U»5lz.] Frankfurt  a.  O&r.  Leipzig.         XSOQO    iJOrCilÖTS« 

Gep^anerl  ehrer. 


Sustav  SSarcAers, 


Neuer   Verlag   von    Breitlcopf  &  HSrtel  in  Leipaig. 

Concert-   und  Oratoriensänger  (Tenor),  A    T^otH^^o  1 /\i^^^^^^ 

wobnt  jetzt;  Leipzig,  Hohe  Str.  49  pt.  ^*   -OertaiOtU*  [1259b.] 

[1252f.]         15  zweistimmige  Solfeggien  mit  biblischen  Worten 
Concertvertretung:    nermann  Wolff,  Berlin.  von  Louls  Lohso.     Preis  1  Jt. 

Dmok  von  0.  Q.  Röder  in  Lei]jcig. 

Zu  den  auf  Bucbbändlerwege  bezogenen  Exemplaren  der  vorliegenden  Nummer  eine  Beilage  von 

Breitl(0pr  &  HSrtel  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  10.  November  1892. 


stick  Ujiilllcle  BicL-,  lm\-  ■  pg, ...  w,^.^, 

III  »nltalliiliilliDtli,  sowii  _  -_^  »..Tim. 

■lÄ^Ö^  fnr  Mnaikflr  nnrl  IffnaitfronTiHfl  AÖ 


FDi  <lu  liHtaiiuki  f  ockiitiiati 

ietijQiBii  ZatendouiiBi  tlid  u 

EMacieu  iD  idrntiiii. 


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fttr  Musiker  jmdjffusikfreunde, 

Verantwortlicher  Eedacteor  und  Verleger: 

E.  W.  Fritzsch, 

Leipzig,   Königsstrasse  6. 


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IIDL  Jahrg.] 


Pas  MusiViilische  Wochenblatt  erBoLsint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  AbonneDientebetrag 
fflr  das  QnarlMl  ron  13  Nummern  ist  9  Mark;  eine  einzelne  Nummer  boi^tet  40  Pfennige.  Bei 
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preise  in  Kriift:  2  Mark  50  Pf,  fiir  dHs  Deutsche  Reich  und  Oesterreich,  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   Länder   des  AllgemBinan  Poetsereins.  —   Jahresahonnements   werden  unter 

Zugrun delegunK  vorstehender  Beeugsbedingun^en  berechnet. 
Die  Inaertionsgeb Ähren  für  den  ßftum  einer  gespaltenen  Petitieile  botragen  30  Pfennige. 


[No.  46. 


Inhalt:  FDofzig  Ttaeseu  and  Aph 

Kritik;  Symphonlsclie  Diohtnng  nFrlsda   Kampf  nnd  aieg",  Op.20,  and  VQoalduott  Op.  16  vi 

Danuatadt  and  Wien  (Sotlnsa).  —  Bericht  aas  Leipzie-  ~  Conoertomflohaa.  —  I5BB»gemauL ,. 

moslk.  —  Opemanrfllhnuieen.  —  Tennltchte  Mittheilangen  oid  Nottz«a.  —  Brlarkuten.  —  Anzeigen. 


a  Oper  und  Conoert.—  Klroheii' 


FOnhig  Thesen  und  Aphorismen  zur  VerstSndIgung 
aber  Dr.  Hugo  Rfemann's  Pbrasirungsreform. 


(Portaetzung.) 

No.  33.  Anfßüligkeit  oder  Peinlichkeit  des  Vortrags 
bei  beeonderH  complicirten  Tonverhältni^sen  (and  ihnen 
entsprechenden  Phraairnn^szeicfaen)  sind  allemal,  wo  der 
Componiat  nicht  geradezu  die  Grrenzen  der  Äiisführbarkoit 
nherschreitet,  die  Schuld  des  Spielers,  Jene  complicirteren 
oder  stärker  specialisirten,  feineren  TonverhältniHBe  wer- 
den schlieaslich  gleichfalls  in  die  Empfindung  aufgenom- 
men, wenn  es  auch  grösserer  Biegsamkeit  und  Gewandt- 
heit der  rhythmischen  Vorstellungskraft  dazn  bedarf  und 
namentlich  im  piano  auch  soviel  feinere  HAnde  dazu  ge- 
hören. Um  dies  za  „vermeiden",  müsste  man  den  Com- 
ponisten  verpflichten  können,  im  Voraus  nur  ein  mittleres 
Uassa  der  Fälligkeit  oder  der  Uebang  vom  Ausführenden 
zn  beanspruchen.  Dann  möchte  man  wohl  auch  den  Heraus- 
geber verpflichten  können,  sich  zu  dem  Leser  der  Aus- 
gabe in  dasselbe  Verhttltnias  zu  setzen,  und  endlich  gar 
den  Spieler,  sich  gefälligst  im  Vortrage  nach  den  wahr- 
scheinlichen Fähigkeiten  der  Mehrzahl  seiner  Zuhörer  zu 
richten.  Das  hiease  denn  die  Mittel mftssigkeit  destilliren, 
bis  vir  auf  den  Bodensatz  „lasciate  ogni  speransa"  herun- 
ter wären.  Es  ist  ja  natürlich,  dass ,  je  zarter  und  be- 
sonderer an  einer  Stelle  die  Tonveiknüpfungen  sind,  die 
Zeichen,  an  sich  doch  ntu-  Runen,  sich  desto  mehr  häufen 
oder  desto  schwerer  unauffällig  ausführbar  sind;  es  sei 
denn,    dass    der  Componist  Auft&lligkeiten    dabei    vorge- 


schrieben habe.  Aber  das,  was  die  Phrasirungszeichen  an 
sich  in  „complicirten"  Fällen  verlangen,  steht  an  Auf- 
fälligkeit fürs  Ohr  geradezu  im  umgekehrten  Verhältniss 
zu  ihrer  optischen  AuffUligkeit  in  manchen  Fällen  und 
zur  Schwierigkeit  ihrer  Ausführung  in  manchen  anderen. 
Was  in  Wahrheit  zur  Ausführung  solcher  empfind- 
licheren Stellen  nöthig  ist,  ist  hier  eine  momentane  Ver- 
dichtung, dort  eine  Verflüchtigung  des  Klanges,  hier  eine 
minimale  Cäsur  im  piano,  dort  ein  schwebender,  Pausen 
überbrückender  Anschlag,  ein  zartes  crescendo  oder  de- 
crescendo: Dinge,  die  auf  den  Zuhörer  wirken,  ohne  dass 
sie  ihm  wissentlich  wahrnehmbar  werden.  Ihm  wird  durch 
einen  empfundenen  Vortrag  die  gespanntere  Aufmerksam- 
keit eben  erspart,  diedem  Spieler  solche  Stellen  je  nach 
seiner  rhythmischen  Einbildungskraft  kosten  mögen:  in 
der  Gesammtwirkung  sind  die  feineren  Besonderheiten  der 
Pbrasirung  nur  wie  ein  Schimmer,  der  anf  dem  Vortrag 
ruht,  wie  ein  Duft,  dem  fiouquet  des  Weines  vergleich- 
bar, das  ja  auch  nicht;  in  den  Magen  kommt,  während 
der  Weinkenner  es  nicht  enthehren  mag.  Ein  künstliches 
Parfüm  würde  nur  durch  falsche  Pbrasirung  oder  senti- 
mentale Uebertreihung  der  richtigen  entstehen,  die  aber 
nach  der  anderen  Seite  doch  wieder  auf  etwas  nachweis- 
lich Falsches  hinausliefe,  weil,  wie  gesagt  (Tb.  24),  das 
übertriebene  Detailliren  die  Linie  der  Periode  zerstört, 
z.  B.  aus  8  Takten  4x2  wo  nicht  8  Mal  Einen  macht. 
Das  letzte  Gebeimniss  des  Vortrags  ist  eben,  das  4x2 
XL  dergl.  nicht  8  sind,  die  Linie  der  Periode  soll  gleich- 
sam wie  die  der  co  in  sich  zurücklaufen.  Hinter  all  den 
Vorwürfen  von  geschwächter  Empfindung  oder  der  Pein- 
lichkeit steht,  wie  ich  befürchte,  die  moderne  Begeiste- 
rung für  das  Zerfahrene,  Formlose,  Wilde  und  Rohe;  dies 


562 

Alles,  also  das  UnterstAndliche  und  Brutale,  verbirgt  sich 
hinter  der  Gl&tte,  der  ang'eblichen  Objectivität,  oder  hinter 
der  Bravour  and  dem  RaETinement  der  Tages- Virtuosen.*) 
34.  In  Ermangelnng  geschalten  Qefähles  für  die 
Phrasirnng  ist  der  Weg  vom  Oeist  des  Autors  oder  des 
Werkes  im  Ganzen  durch  das  Medinm  der  eigenen  Per- 
sönlichkeit abwSrts  zum  Sinn  des  Autors,  zum  Zusammen- 
FassBQ  der  natürlichen  Toogruppen,  ohne  allen  Vergleich 
onzuverlflssiger,  als  der  ohnehin  vernänttigere  umgekehrte 
Weg  von  den  Theilen  aufivftrts  zum  Ganzen,  den  leben- 
digen Quell  aneignnngsfähiger  Empfindung  natürlich  auch 
dann  noch  vorausgesetzt.  Das  Fehlgeheu  auf  dem  Wege 
abwärts  selbst  mit  dem  hSchsten  Talent  ist  heute  eine 
erwiesene  Sache,  und  wenn  der  Weg  aufwärts  ohne  Führer 
einmal  wirklich  zum  Ziele  führt,  so  ist  die  Ausnahme 
nicht  Etwas,  das  man  sich  zum  Vorbild  nehmen  kann. 
In  concreto  ist  ein  Ausgleich  zwischen  beiden  Bichtungen 
immerhin  nicht  ausgeschlossen,  und  jeder  Begabtere  ist 
bestrebt,  sich  zuerst  einen  Totaleindruck  von  dem  znm 
Studium  gewählten  Werke  zu  verschaffen. 


Künstlerinnen  sofort  die  Wichtigkeit  nnd  die  Bichtigkeit  der 
Sache  beffriflen:  Teresina  Tua  nnd  Franceschina  Prevosti. 
T.  Tua  erkannt«  (1888)  leicht,  dasa  statt  dieses  Vortrae;s,  der, 
was  man  auch  sage,  mehr  oder  weniger  aufiällig  der  ge- 
wohnte ist: 


Beethoven  Op.  47, 


^^^Ü 


dieser  der  phraseologisch  richtige  sei: 


Künatlerpaaren  genugsam  gehört  habe,  allerdings  möglichst 
niedlich  und  pätillant  (wie bei  a),  und  ich  sie  fragte:  ne  pr6- 
feriez-vouB  pas  de  suivre  les  conbiurs  du  thöme?  (wie  belh), 
erwiderte  sie  —  mit  stillem  Ernst  —  vons  avez  raison,  il  fan- 
drait  rayer  ces  barres,  gab  also  sogar  gleich  eben  das 
Ifittel  an,  welches  Riemann  anwendet,  um  die  Motivgestal- 
tung klar  zu  machen  (wie  bei  b).  AUerdings  i^gte  sie  schliess- 
lich hinzu:  mais  il  serait  infiiiiment  dinioile  de  changer  de 
möthode,  und  gewiss,  mit  Reisen  verträgt  Umlernen  sich 
am  wenigsten.      Bezüglich  Fr.  Frevoeti  s.  ob.  zu  These  9. 


35.  Das  Erste,  was  im  Vortrage  verloren  gebt,  wenn 
der  Spieler  mit  sich  oder  mit  dem  Stück  nicht  g&iiz  fertig 
geworden  war,  ist  der  Sinn  für  die  Periode ,  für  die 
grossen  Wellenlinien  des  Verlaufs  in  Tonstärke  und  Be- 
wegung. E«  ist  dies  eben  das  Letzte,  was  gelernt  werden, 
wozu  eine  phrasirte  Textausgabe  anleiten  kann,  —  hierbei 
wird  am  stärksten  fühlbar,  dass  auch  zum  Lernenkönnen 
schon  Talent  gehört.  Zum  Ueben  brauchte  Geschick, 
zum  Studiren  mehr-  Allerdings  wird  das  Schwimmen  auch 
hier  nur  im  Wasser  gelernt,  wenigstens  vermag  nur  der 
heiligste  Aufschwung  des  Willens  tmd  der  Phantasie  den 
Contact  mit  dem  Publicum  zu  ersetzen,  was  auch  sonst 
vom  Publicum  zu  halten  sei. 

36.  Selbst  wo  das  phraseologisch  Richtige  mechanisch 
unbequemer  auszuführen  ist,  als  wenn  man  in  Ausführung 
und  Fingersatz  sich  der  Tradition  oder  dem  Gutdünken 
uberliesse,  so  ist  die  richtige  Phrasirung  im  Vortrage  doch 
leichter  ausführbar,  weil  da  nicht  mehr  die  Hand,  sondern 
nur  noch  die  Seele  als  beschäftigt  empfunden  wird.  Für  ihren 
PIngelschlag  gleichsam  findet  sie  in  dem  luftigen  Element 
der  Töne  nun  eben  natürliche  Stützpnncto  und  Stationen 
der  Eintbeilung,  wo  sonst  nur  der  Flügel  „geschlagen'' 
wird.  Ueber  die  grössten  Schwierigkeiten  gewinnt  man 
damit  die  Herrschaft  nnd  bewahrt  in  ihnen  das  Gleich- 
gewicht der  Seele,  sofern  nur  die  Finger  pariren.  Die 
Ruhe,  welche  der  Gefühllose  seiner  mechanischen  Sicher- 
heit verdankt,  ist  gar  nicht  Gleichgewicht,  denn  dazu 
gebricht  es  ihm  überhaupt  an  gegensätzlich  ineinander- 
wirkenden  Seelen kräfteu.  Allerdings  ist  dessen,  was  man 
seihst  sein  nnd  thun  muss,  um  lebendig  wirksam  zu  machen, 
was  Riemann  notirt,  doch  zu  Viel,  als  dass  man  eine 
Pflicht  haben  sollte,  im  Voraus  zu  bekennen:  ich  spiele 
nach  Riemann  (wie  ich  es  mit  Notizen  auf  meinen  Pro- 
grammen mehrfach  gethan  habe)  und,  was  wichtiger  ist: 
der  Zweck  des  Vortrages,  der  doch  immer  (selbstverständ- 
lich) nur  die  rein  musikalische  Wirkung  sein  kann,  wird 
dem  Zuhörer  dadurch  verdunkelt  und  verschoben;  ein 
doctrinär  erscheinendes  Interesse  und  der  Anschein,  als 
wollte   man  durch  das  Spiel  lehren,  wie  gespielt  werden 

t,  wird  der  Aufnahme  jener  Wirkung  durch  solchen 
Hinweis  störend  beigemischt.  Von  Rechtswegen  hat  der 
Kritiker,  auch  wenn  der  Spieler  dafür  bekannt  ist,  dass 
er  lUemann's  Methode  befolge,  nur  die  Leistung  des 
Künstlers  vor  sich,  sofern  dieser  bei  der  Gelegenheit  die 
Berufung  oder  den  Hinweis  auf  Biemsnn  unterlässt;  er 
hat  ihn  also,  obwohl  dies  nicht  immer  leicht  sein  wird, 
wie  jeden  anderen  Spieler  unbefangen  zu  hören  und  zu 
beurtbeilen.  Wohl  ist  Vortrag  allemal  ein  Ausgleich  zwi- 
schen der  Natur  des  Spielers  nnd  der  des  Componisten, 
Kritik  aber  ist  ganz  ebenso  ein  Ausgleich  zwischen  der 
Natni'  des  Spielers  und  der  des  Hörers,  —  dies  muss  man 
versöhnlich  concediren.  Aber  das  Femhalten  dritter,  sach- 
fremder, äusserlicher,  „allzumenschlicher"  zufälliger  Ele- 
mente ist  bei  der  Kritik  noch  viel  schwieriger,  als  beim 
Vortrag,  deswegen  ancb  noch  viel  seltener,  und  das  Aller- 
scbwerste  eine  wirkliche  Kritik  von  heut  Abend  bis  mor- 
gen früh.  An  Riemann's  Phrasirung  ist  eben  das  Grosse 
und  Unsterbliche,  dass  sie  kein  fremdes  Element  ist,  so 
viel  Irrthum  auch  eben  hierüber  waltet.  Dar  Widerstand 
gegen  sie  —  und  nicht  Gründe,  sondern  Widerstand  setat 
man  ihr  entgegen  *-  wäre  unbegreiflich,  wenn  die  Motive 
(statt  der  Gründe)  nicht  so  begreiflich  wären, 

37.  Die  Kenntniss  der  Riemann'schen  Phrasirung,  im 
Unterricht  Musikern  wie  Musikliebhabem  mitgetheilt,  würde 
bei  genügender  Verbreitung  das  Mode- Virtuosen tlum,  be- 


668 


sonders  das  Glaviergerassel,  unmöglich  machen;  daher  der 
stille  Hass  gegen  sie  seitens  dieser  Virtuosen  und  ihrer 
litterarischen  Helfershelfer. 

38.  In  technisch  oder  wenigstens  mechanisch  ganz 
leichten  Stücken  von  grossem  musikalischen  Werth  werden 
die  dennoch  vorhandenen  Schwierigkeiten  der  Auffassung 
und  des  heseelten  Anschlages  allerdings  erst  durch  die 
Phrasirung  deutlich,  entstehen  also  gewissermaassen  erst 
mit  ihr  ganz.  Der  Tastenheld  versteht  in  solchem  Falle 
gar  nicht,  was  die  Phrasirung  fordert,  sondern  höchstens, 
dass  sie  Etwas  fordert,  was  er  nicht  versteht.  £2r  würde 
sich  an  einem  Nocturne  von  Field,  einer  „Kinderscene^ 
von  Schumann  hlamiren  und  geht  deswegen  allen  intimeren 
Ciavierstücken  aus  dem  Wege.  In  Wahrheit  also  ist  die 
Phrasirung  nicht  dem  Talent,  sondern  der  Inferiorität  ge- 
fährlich. 

39.  Die  Phrasirung  ist  ohne  Unterschied  auf  die 
instrumentale  Musik  aller  Stilgattungen  und  Zeitalter  an- 
wendbar. Der  Stil  eines  jeden  Autors  wird  durch  sie  erst 
klar.  Ich  habe  das  z.  B.  an  dem  genialen  Frescobaldi 
erlebt,  dessen  Anweisungen  zum  Vortrag  übrigens  (ca.  1520) 
die  Grundzüge  der  Phrasirung  bereits  aufs  Deutlichste 
vorbilden.  (Ich  möchte  wohl  wissen,  wie  man  die  von 
Ritter  in  seiner  Geschichte  des  Orgelspiels  mitgetheilte 
Toccata  von  Frescobaldi  heute  ohne  Riemann  verstehen 
wollte.  Dort  stehen  auch  Frescobaldi's  prophetische  An- 
weisungen, den  Vortrag  betreffend.) 

40.  Für  die  Orgel  ist  Riemann's  Phrasirungstheorie 
(was  übrigens  Organisten  von  Rang,  wie  Vollhardt  in 
Zwickau,  sofort  erkannten)  womöglich  noch  wichtiger,  als 
für  andere  Instrumente,  weil  auf  ihr  die  Dynamik  inner- 
halb der  Phrase  durch  die  Agogik  (d.  i.  die  Behandlung 
des  Tempo)  ersetzt  werden  muss.  Das  allerdings  auch 
dynamisch  wirkende  Hinzunehmen  und  Abstellen  von  Re- 
gistern kommt  80  gut  wie  ausschliesslich  nur  von  Phrase 
zu  Phrase  in  Betracht.  Bach'sche  Pedalsoli  z.  B.  sind 
ohne  dieses  Princip,  also  unphrasirt,  ein  blosses  Getrampel, 
die  Phrasirung  und  richtig  erkannte  Metrik  macht  sie 
erst  zum  „Tanz",  denn  diese  Soli  wollen  getanzt,  nicht 
getreten  sein.  Auch  die  Registrirung  aber  wird  durch 
die  Riemann'sche  Phrasirung  deutlich  geregelt,  indem  der 
Registerwechsel  nun  nicht  mit  dem  Taktstrich,  sondern 
pünctlich  auf  der  Phrasengrenze  und  öfter,  als  man  es 
bisher  gewohnt  ist,  zu  erfolgen  hat.  Allerdings  ist  nur 
die  pneumatische  Orgel  mit  ihren  widerstandslosen  Cla- 
viaturen  das  willige  Organ  der  Orgelphrasirung,  und  in 
Bezug  auf  phrasirenden  Registerwechsel  ist  dies  sogar  nur 
die  von  dem  Orgelbauer  Aug.  Terletzki  in  Elbing  zuerst 
hergestellte  pneumatische  Register- Claviatur.  *)  Hier 
winkt  abermals  durch  die  Phrasirung  und  den  ihr  entgegen 
gekommenen  Orgelbau  ein  ganzes  Reich  der  Zukunft  und 
der  Schönheit,  statt  aller  französischen  Spielereien  mit 
der  Orgel.  Mit  Riemann  fangen  wir  überhaupt  erst 
an,  den  instrumentalen  Bach  zu  verstehen.'^*)  Die  Möglich- 
keiten der  Wirkung  einer  Bach'schen  Orgelfuge  kennt 
der  Organist  gar  nicht,  der  sie  nicht  Riemannisch  zu 
phrasiren  und  demgemäss  zu  registriren  weiss,  und  man 

*)  In  Danzig  stehen,  auf  meine  Veranlassung  erbaut,  die 
ersten  beiden  Orgeln  dieser  Art,  eine  von  67  Stimmen  in  St. 
Marien,  eine  von  40  Stimmen  in  St.  Petri,  wo  ich  Organist 
bin,  —  wahre  Ideale  von  Orgeln. 

*♦)  „Hundert  Jahre  sind  verflossen  nicht  seit  Baches  Ge- 
burt, sondern  seit  seinem  Tode,  und  wir  sind  noch  nicht  ge> 
schult  genug,  um  ihn  zu  executiren"  —  ein  Wort  vonLiszt, 
1876.  Kiemann  fehlte  eben  daza ;  denn  an  der  Technik  lag 
es  doch  nicht? 


vergebe  es  mir,  wenn  ich  den  Fall  hier  für  fast  ausge- 
schlossen halte,  dass  Einer  ohne  Riemann  Riemannisch, 
also  richtig  phrasire,  obwohl  dies  im  Princip  nicht  aus- 
geschlossen wäre:  dazu  würde  heute  aber  ein  Genie  gehören, 
das  in  praxi  über  ein  Jahrhundert  weg  zu  springen  ver- 
möchte, wie  Riemann  in  der  Theorie  sein  Jahrhundert 
berichtigt  hat.  Siegfried  springt  auch  über  den  Drachen 
weg,  um  ihn  zu  tödten.  Man  kann  eine  Bach'sche  Fuge 
heute  20  Jahre  lang  „können",  ohne  sie  zu  kennen. 
Und  als  der  ehrwürdige  Oevaert  in  Brüssel  unter  vier 
Augen  meinen  Vortrag  der  CmoU-Orgelfage  (Einer  der 
sechs  grossen  von  Liszt  für  Ciavier  übertragenen)  mit 
den  Worten  lobte  „c'est  parfaitement  jou^  dans  le  sens 
de  l'auteur,  et  comme  moi  je  me  le  suis  figur^",  da 
hatte  ich  ihm  zu  antworten:  „Ich  kann  diese  Fuge  seit 
20  Jahren,  ich  kenne  sie  seit  2  Wochen."  Es  war  dies 
auf  der  Reise,  die  ich  von  Danzig  zunächst  nach  Ant- 
werpen tbat,  um  die  Probe  zu  machen,  wie  ein  grosser 
und  unabhängiger  Componist,  nämlich  der  mir  persönlich 
bis  dahin  gänzlich  fremde  Peter  Benoit,  den  Vortrag  seiner 
eigenen  Werke  in  Riemann'scher  Phrasirung  empfinden 
würde.  Ich  wählte  vier  seiner  „Contes  et  Ballades"  für 
Ciavier.  Die  Abweichung  des  Gehörbildes  vom  Augen- 
schein imd  gewohnten  Vortrage  ist  hier  so  stark  wie  mög- 
litsh.  Die  Wirkung  war  die  in  These  15  erwähnte,  die 
Worte:  „c'est  ce  que  j*ai  r6v6"  — „c'est  une  r^v^lation" 
—  „vous  cr^ez  mes  ballades",  im  Concert,  das  ich  am 
18.  März  (1889)  in  der  „Soci^t6  de  Musique  d'Anvers« 
solo  „im  Sinne  der  Reform"  etc.  gab:  „ich  lerne  meine 
Balladen  kennen".  'Eb  sind  Jugendwerke  von  ihm,  in 
Antwerpen  kannten  sie  Alle  und  Keiner.  Brieflich  sprach 
Benoit  nachher  noch  von  einer  „mani^re  tonte  particu- 
li^re  et  äminemment  artistique"  u.  s.  w.  Man  verzeihe, 
dass  ich  den  Vorgang,  weil  er  für  die  Sache  charakte- 
ristisch ist,  selbst  berichte. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Kritik. 

Cornelius  RQbner.  „Friede,  Kampf  und  Sieg!"  Sym- 
phonische Dichtung,  Op.  20.    Hannover,  Louis  Oertel. 

—  —  „Vöglein,  wohin  so  schnell?"  Duett  für  zwei 
Frauenstimmen  mit  Begleitung  des  Pianoforte,  Op.  16. 
Baden-Baden,  Emil  Sommermeyer. 

Ein  in  eine  kurze  Titelüberschrift  zusammengedrängtes, 
dabei  aber  ein  weites  Gebiet  von  gegensätzlichen  und  der 
musikalischen  Schilderung  wohl  zugänglichen  Stimmungen 
umspannendes  Programm  und  als  Ausführung  desselben 
stimmungsvolle,  formenreiche  und  in  Erfindung,  wie  in 
Durcharbeitung  gleich  interessante  und  in  ihren  Klang- 
farben durchaus  moderne  Musik,  —  das  gibt  Programm- 
musik, die  ihre  volle  Berechtigung  in  sich  selbst  trägt, 
und  dieser  erfreulichen  Art  von  neuerer  Orchestermusik  ist 
Rübner's  schwungvolles  und  mit  bedeutender  Beherrschung 
des  neuzeitlichen  Orchesterapparates  instrumentirtes  Op.  20 
beizuzählen.  Spricht  Rübner  auch  keine  ureigenste  Sprache, 
wie  das  ja  nur  den  wenigen  Grossen  beschieden  ist,  so 
hat  er  sich  doch  den  Schatz  der  modernen  Tonsprache 
wohl  anzueignen  gewusst  und  vermag  nun  mit  Hilfe  dieser 
erlernten  und  erfreulicherweise  von  ihm  niemals  gemiss- 
brauchten  Sprache  uns  selbsteigen-Empfundenes  in  fesseln- 
der Weise  mitzutheilen.     Ein  Andante  pastorale,  das  nach 

46* 


664 


einem  einleitenden  ruhig  ernsteren  Thema  in  ein  zu 
voDer  überschwänglicher  Daseinsfreudigkeit  anschwellendes 
Tonspiel  der  ein  bewegteres  zweites  Thema  umklingen- 
den Stimmen  übergeht  und  in  seiner  sich  immer  höher 
au&chwingenden  und  nur  hier  und  da  von  lockenden 
Vogelrufen  unterbrochenen  liebejauchzenden  Weise  den 
Anbruch  eines  sonnigen,  glück verheissenden  Tages  zu 
schildern  scheint,  wird  durch  die  zunächst  wie  aus  der 
Ferne  herüberschallenden  trotzig  herausfordernden  Triolen- 
figuren  eines  Allegros  fast  jäh  unterbrochen,  und  in  kür- 
zester Frist  umtobt  uns  ein  leidenschaftlich  wilder  Kampf, 
dessen  Versinnlichung  der  Componist  —  hierin  wohl  dem 
Beispiele  Liszt's  folgend  —  vornehmlich  den  Streichinstru- 
menten zugewiesen  und  diesen  darin  eine  wirklich  recht 
belangreiche  Aufgabe  gestellt  hat.  Inmitten  des  Kampfes 
stimmen  Geigen  und  Flöte  einen  begeisterten  Gesang  an, 
der,  volle  Zuversicht  zum  Siege  der  gerechten  Sache  aus- 
sprechend, eine  nochmalige  ungestümere  Aufnahme  des 
Kampfes  herbeiführt  —  dann  ein  heftiger  Zusammenprall 

—  ein  Augenblick  erschütterten  Verweilens,  ein  schmerz- 
voll sinnender  Rückblick  auf  die  im  Kampfe  Gefallenen, 

—  und  enthusiastisch  führt  ein  über  den  beiden  Themen 
des  einleitenden  Andantes  erbauter  Siegeshymnus  das 
hübsche  Werk  zum  Ende.  Hier  im  Schlusstheile  des 
übrigens  nach  Art  der  symphonischen  Dichtungen  nicht 
in  einzelne  Sätze  zerfallenden  Werkes  kommt  nun  auch 
das  im  einleitenden  Andante  mehr  nebensächlich  behan- 
delte erste  Thema  zu  voller  Geltung  und  tritt  hier  der 
überseligen  Friedensfreude  des  zweiten  Themas  gleichsam 
als  der  Ausdruck  eines  im  Bewusstsein  der  bewährten 
Kraft  gefestigten  Vertrauens  auf  dauernden  Friedensgenuss 
gegenüber.  Jedenfalls  glaube  ich,  Rübner's  „Friede,  Kampf 
und  Sieg*'  um  seiner  tüchtigen  Musik  und  seiner  hoch- 
gesinnten Tendenz  willen  den  grösseren  Concertinsti tuten 
bestens  empfehlen  zu  sollen. 

Dass  Rübner  auch  im  kleineren  Genre  Treffliches, 
ja  All  ervortreffliches  zu  leisten  vermag,  das  beweist  sein 
graziös  liebenswürdiger  Z wiegesang  „Vöglein,  wohin  so 
schnell?",  der,  von  zwei  jugendfrischen  und  wohlharmo- 
nirenden  Stimmen  vorgetragen,  bei  seiner  hübschen,  den 
Sprachsinn  wohl  berücksichtigenden  Melodik  und  der 
lebensvollen,  äusserst  feinsinnigen  Selbständigkeit  der 
entzückenden  Begleitung  überall  lebhaftesten  Beifall 
finden  dürfte.  Arthur  Smolian. 


Tagesgeschichte. 


Musikbriefe. 


Darmstadt,  den  24.  October. 

Sehr  geehrter  Hr.  Fritzsch! 

Wie  Sie  aus  obenstehender  Ortsangabe  ersehen  mögen, 
habe  ich  mich  von  Residenz  zu  Residenz  geschwungen,  von 
Carlsruhe,  woselbst  Wagner,  Liszt  und  Berlioz  noch  immer 
als  leuchtendes  Triumvirat  residiren,  nach  Darmstadt,  wo- 
selbst am  Sonntag-Abend  ein  kleinerer,  aber  tbatsächlich  ernst 
zu  nehmender  Meister  seinen  Einzug  hielt  und  von  dem  kunst- 
freundlichen Theile  der  Bevölkerung  mit  herzlichen  Will- 
komm ensgrüssen  empfangen  wurde.  Ich  meine  den  lieder- 
reicben    Oomponisten   Hans   Sommer,    dessen    Bühnenspiel 


-Lorelei"  am  gestrigen  Abende  seine  erste  Darmstädter  Auf- 
fahrung erlebte.  Als  ich  vor  nahezu  drei  Jahren  Ihnen  brief- 
lich meine  Ansichten  über  Sommer's  musik-dramatisches  Werk 
mittheilte,  hatten  Sie  die  Güte,  mein  damals  lediglich  auf 
die  Kenntnissnahme  des  Ciavierauszuges  gestütztes  Urtheil  in 
freundlichem  Vertrauen  auf  die  Richtigkeit  desselben  Ihrem 
Leserkreise  mitzutheilen  („Musikal.  Wochenblatt",  XXI.  Jahr- 
gang, No.  4),  und  heute  nun,  nachdem  ich  die  Partitur  des 
Werkes  eingehend  geprüft  habe  und  das  Erlebniss  einer  voll- 
ständigen Bühnenauffuhrung  der  „Lorelei"  hinter  mir  liegt, 
ist  es  mir  ein  aufrichtiges  Bedürfniss,  Ihnen  und  den  Lesern 
Ihres  Blattes  mitzutheilen,  dass  meine  seinerzeit  ^hegten 
und  ausgesprochenen  Homiungen  auf  eine  sehr  bedeutende 
Wirkung  des  Sommer*schen  Werkes  in  schönstem  Maasse  iu 
Erfüllung  gegangen  sind.  Ein  Irrthum  in  der  Beurtheüung 
von  dramatischen  Compositionen,  die  Einem  nur  aus  derLecture 
der  Partitur  bekannt  werden,  muss  selbst  bei  den  besten  und 
ehrlichsten  Musikern  wohl  mögb'ch  sein  —  wie  hätte  man  sich 
sonst  die  so  häufie  vorkommenden  Einstudirunffen  gänzlich 
unbedeutender  WerKe  und  die  mindestens  ebenso  häufige  Ver- 
nachlässigung wirklich  bedeutender  und  eigenartiger  Schöpf- 
ungen von  Seiten  unserer  Bühnenvorstände  zu  erklären  — ,  und 
darum  hätte  es  mir  an  Freimuth  wahrlich  nicht  gefehlt, 
meinen  Irrthum,  falls  ich  meine  frühere  Beurtheilung  der 
„Lorelei"  als  einen  solchen  hätte  erkennen  müssen,  offen  ein- 
zugestehen. Mein  energischer  Hinweis  auf  Sommer^s  Bühnen- 
spiel, als  auf  das  eigenartigste  und  darum  lebenswürdigste 
deutsche  Werk  der  nach- Wagner 'sehen  Zeit  war  •  aber  kein 
Irrthum,  und  wie  schon  die  früheren  Aufführungen  des  Wer- 
kes in  Braunschweig  und  in  Weimar,  denen  ich  leider  nicht 
habe  beiwohnen  können,  so  hat  nun  auch  die  Darmstädter 
Premiere  der  „Lorelei"  die  bedeutende  Bühnenwirksamkeit, 
sowie  die  ergreifende  Eindrucksfllhigkeit  der  Composition 
und  somit  die  volle  und  schöne  Lebensfähigkeit  der  Sommer*- 
sehen  Schöpfung  in  schönster  Weise  erwiesen. 

Dr.  Arthur  Seidl  hat  jüngst  in  No.  26  des  di^'ährieen 
„Musikal.  Wochenblattes"  sich  so  eingehend  und  zutreffend  über 
alle  Vorzüge  und  Mängel  der  Textdichtung  von  Gustav  Gurskz 
ausgesprochen,  dass  ich  in  voller  TJebereinstimmun&r  mit  Seidi*s 
Auäassungen,  fltr  alle  Bedenken,  welche  die  Aumühron^  in 
mir  geweckt  hat  und  die  ich  durchaus  nicht  verschweigen 
will,  meine  Leser  nur  auf  den  vorerwähnten  nach  der  Wei- 
maraner  Erst- Aufführung  verfassten  Bericht  verweisen  kann. 
Auch  in  mir  hatten  sich  alle  jene  Bedenken  geregt,  von  denen 
Dr.  Seidl  spricht,  und  ich  hatte  denselben  schon  in  meiner 
ersten  Beurtheilung  des  Werkes  in  einer  flüchtig^  Bemer- 
kung über  Mängel  des  Textbuches  in  schonender  Weise  Aus- 
druck verliehen.  Nun  aber  musste  ich  bei  der  lebensvollen 
Vorführung  des  Werkes  zu  meiner  innigsten  Freude  wahr^ 
nehmen,  wie  diese  Mängel  vor  der  Grösse  und  Schönheit  des 
Gesammteindruckes.  den  das  aufgeführte  Werk  in  musikali- 
scher und  dramatischer  Hinsicht  hervorruft,  nahezu  völlig  ver- 
schwinden, imd  wie  —  erst  wenn  er  dem  vollen  Zauber  des 
künstlerischen  Eindruckes  wieder  entzogen  ist  —  dem  seciren- 
den  Verstände,  der  das  TheaterpubUcum  im  Allgemeinen  ia 
glücklicherweise  nicht  allzusehr  oehelligt,  Dies  oder  Jenes  als 
nicht  ganz  wohlf  elun^n  zum  Bewusstsein  kommt.  Die  Auf- 
führung selbst,  das  tiefergreifende  und  an  mannigfaltigsten 
Stimmungen  so  reiche  Drama  und  die  ebenso  kunstvolle  aJs 
ausdruckswahre  und  tiefempfundene  Musik  nehmen  den  Hörer 
als  Miterleber  völlig  gefSeingen  und  führen  ihn  zu  jener  welten- 
fernen ästhetischen  Erhebung,  die  das  Ziel  jedes  ernsten  Kunst- 
werkes ist  und  deren  Eintreten  somit  den  rechten  Werth  der 
künstlerischen  Schöpfung  bezeugt.  Eine  ernste  und  oftmals 
geradezu  enthusiastisch  erblühende  Ermffenheit  herrschte 
beim  Publicum  der  Darmstädter  Erst- Aufführung  vor,  und  die 
vielfachen  Hervorrufe  der  einzelnen  Darsteller  nach  jedem 
Actschlusse  und  das  stürmische  Rufen  nach  dem  Componisten, 
welcher  demselben  nach  dem  dritten  und  vierten  Aufirage 
mehrfach  Fol^e  leisten  musste,  mögen  Ihnen  als  Beweis* 
material  für  die  warmherzige  und  verständnissvolle  Aninahme 
des  Werkes  dienen.  Schon  in  der  Generalprobe  am  Samstag- 
Nachmittag,  welcher  auch  Se.  k.  Hoheit  der  Grossherzog  von 
Anbeginn  bis  zum  Schluss  beiwohnte,  erfreuten  uns  neben 
dem  vielfach  ganz  eigenartig  bestrickenden  und  durchweg  sehr 
farbenreichen  Klange  des  Sk)mmer'schen  Orchesters  die  zum 
Theil  ganz  vorzügliche  Wiedergabe  der  wichtigeren  Gtesangs- 
Partien  und  die  sinnvolle  Schönheit  der  scenischen  Ausstat- 
tung, und  die  Aufführung  erbrachte  für  die  Darmstädter 
Hoioper  den  Beweis  einer  sehr  beträchtlichen,  ernsten  und 
durchaus  künstlerisch  geleiteten  Leistungsfilhigkeit. 


{ 


565 


Hr.  Hofcapellmeister  de  Haan,  der  das  Werk  augen- 
scbeinlich  mit  liebevollster  Sorgfalt  einstudirt  hatte,  brachte 
mit  seiner  tapferen  Orchesterschaar  die  sehr  schwierige  Som- 
mer'sche  Partitur  zu  schönstem  Erklingen,  und  nächst  ihm 
dürfte  das  schöne  Gelingen  der  Vorstellung  Frl.  Jungk,  der 
Vertreterin  der  ebenso  umfangreichen  und  schweren,  als 
schönen  Titelrolle,  zu  danken  sein.  Die  Lore,  die  fast  den 
ganzen  Abend  auf  der  Bühne  za  sein  und  alle  Empfindungs- 
Übergänge  vom  übermüthig  ausgelassenen  Mädchen  zur  lie- 
benden Jungfrau  und  schliesslich  zu  dem  in  tragischer  Grösse 
den  Verrath  an  Liebe  und  Treue  rächenden  Weibe  in  Gesang 
und  Gebärde  wiederzugeben  hat,  ist  vielleicht  Eine  der  alier- 
schwierigsten  musik-dramatischen  Partien,  und  es  durfte  mich 
daher  umsomehr  freuen,  diese  ausserordentliche  Aufgabe  von 
einer  noch  jungen  und  über  Darmstadt  hinaus  noch  wenig 
genannten  Künstlerin  in  wirklich  hervorragender  Weise 
lösen  zu  sehen.  Frl.  Jungk  besitzt  neben  einem  sehr  anmu- 
thisen  Aeusseren,  welches  in  der  Ausdrucksfülle  ihrer  schönen 
und  grossen  Augen  culminirt,  eine  sehr  umfangreiche  und 
klangschöne  Stimme,  die  nur  in  den  tiefsten  Lagen  etwas 
kraftlos  ist.  eine  vorzügliche  Declamation  und  ein  sehr  cha- 
rakteristiscnes  und  durchaus  edles  Spiel,  und  ich  halte  mich 
filr  verpflichtet,  schon  heute  weitere  Kreise  auf  diese  Künst- 
lerin, „die  gewiss  noch  von  sich  reden  machen  wird",  aufmerk- 
sam zu  machen.  Durchaus  Tüchtiges  leisteten  Hr.  Weber 
als  Kurprinz  Ludwig,  Frl.  Neumeyer  als  Rheintochter  und 
Hr.  Thate  als  Fischer  Erwin,  und  da  auch  alle  kleineren 
Partien  zureichend  besetzt  waren  und  die  Chöre  im  Allgemeinen 

Sit  sanken  und  einzelne  Sätze,  so  die  schönen  Gesänge  der 
heingeister,  sogar  recht  hübsch  vortrugen,  die  Kegie  dazu, 
unterstützt  von  dem  durch  seine  Wirksamkeit  im  Bayreuther 
Festspielhause  bestens  bekannten  Maschinenmeister  Kranich, 
im  Arrangement  der  sämmtlichen  Vorgänge  und  in  der  In- 
scenirung  des  Werkes  wirklich  Vorzügliches  geleistet  hatte, 
so  vermochte  schon  die  Vorstellung  an  sich  einen  durchaus 
vornehmen  und  echt  künstlerischen  Eindruck  hervorzurufen. 
Nunmehr  nach  dem  erfolgreichen  Vorgange  dreier  deut- 
schen Hof  bühnen  ist  wohl  anzunehmen,  dass  die  schöne  und 
dem  deutschen  Volksherzen  so  vertraute  Sage  von  der  Lorelei 
in  ihrer  durch  Sommer  so  treif  lieh  vollbrachten  musikalischen 
Einkleidung  allüberall  auf  den  deutschen  Opernbühuen  Ein- 
kehr halten  und  Heimathrecht  erwerben  werde.  Sollten  Sie, 
feehrter  Hr.  Fritzsch,  das  schöne  Werk  noch  nicht  gehört 
aben,  so  glaube  icn  für  heute  nicht  besser  schliessen  zu 
können,  als  mit  dem  freundlichen  Wunsche,  dass  Ihnen  der 
ausserordentliche  Kunstgenuss  einer  „Lorelei"-Aufführung 
recht  bald  zu  Theil  werden  möee. 

Mit  bestem  Grusse 
Ihr  aufrichtig  ergebener 

Arthur  Smolian. 


Von  der  Internationalen  Musik- 
Ausstellung. 

(Schluss.) 


Wien. 

und  Theater 


Auf  welche  Abwege  der  auf  die  Spitze  getriebene  Gultus 
des  „Verismo"  die  modernen  italienischen  Operncomponisten 
fuhrt,  ja  in  welchen  Sumpf  der  Abscheulichkeit  sie  dabei 
hineingerathen,  zeigt  die  in  Italien  und  auch  im  Ausstellungs- 
theater stürmisch  bejubelte  Oper  „Mala  vita".  „Mala  vita" 
bedeutet  liederliches  Leben,  und  durch  ein  solches  hat  sich  der 
junge  Färber  Vito  die  Schwindsucht  geholt,  die  sich  sogar 
auf  offener  Scene  in  Blutbrechen  äussert.  An  seinen  Aus- 
schweifungen trägt  hauptsächlich  die  Schuld  Amalia,  die  ehr- 
vergessene Gattin  eines  demselben  niedern  Volkskreise  ange- 
höngen  Trunkenboldes  Annetiello,  der  mit  wüsten  Gesellen 
Tage  und  Nächte  verzecht,  während  seine  Frau  mit  dem  be- 
sagten Vito  in  ehebrecherischen  Verhältnissen  lebt.  Am 
Bande  des  Grabes  thut  Vito  das  Gelübde,  falls  er  genesen 
sollte,  eine  Tochter  der  Sünde  dadurch,  dass  er  ihr  die  Hand 
am  Altar  reicht,  wieder  ehrlich  zu  machen.  Das  Gelübde  thut 
Wunder,  ja  der  kaum  erst  noch  als  tödtlich  brustkrank  Ge- 
schilderte entwickelt,  als  er  in  Ghristina  das  zu  rettende  und 
dadurch  ihm  Bettung  bringende  gefallene  Mädchen  gefunden 
hat^  eine  Lungenkrait  in  hohen  Tönen,  welche  bei  einem  der- 
artigen Beconvalescenten  im  wirklichen  Leben  einfach  un- 
möglich wäre  oder  ihn  mindestens  sofort  wieder  „recidiv" 
machen  müsste.    Ohne  Zweifel  scheint  also  den  dramatisch- 


musikalischen Vertretern  Jung-Italiens  der  effectvolle  Opern- 
tenor doch  wichtiger,  als  die  unbedingt  lebenswahre  Bühnen- 
figur. Um  so  greller  suchen  sie  in  den  weiteren  scenischen 
Vorgängen  das  wirkliche  Leben  nachzumalen.  So  erfreut  sich 
denn  auch  in  der  „Mala  vita**  die  neue  ländliche  Traviata 
nicht  lange  ihres  jungen  Liebesglückes,  da  ja  die  Sirene  Amalia 
den  wankelmüthigen  Vito  nur  zu  bald  wieder  in  ihre  Netze  zu 
ziehen  weiss.  Schliesslich  bleibt  der  von  ihrem  Verlobten  feige 
Verlassenen,  von  dessen  Courtisane  mit  Schimpf  und  Hohn 
üeberhäuften  kein  anderer  Ausweg,  als  sich  nach  dem  Hause 
zurück  zu  wenden,  aus  welchem  sie  vergeblich  durch  Vito  er- 
löst zu  werden  hoffte.  Mit  der  letzten  Energie  der  Verzweif- 
lung läutet  sie  dort  an,  doch  bevor  man  ömet,  verlassen  sie 
die  Kräfte,  und  sie  stürzt  ohnmächtig  zusammen,  der  Zu- 
schauer mag  sie  allenfalls  auch  für  todt  halten  ....  in  der 
Ferne  vernimmt  man  zu  diesem  Ausgange  die  sich  zu  einem 
fröhlichen  Gassenhauer  erotischen  Inhalts  vereinigenden  Stim- 
men Amalia*s,  Vito's,  Annettiello*s  und  der  übrigen  lieder- 
lichen Sippe.  Es  kann  sein,  dass  die  vorstehend  erzählte  ekle 
Geschichte  auf  manche  cy nischer  Aufregungen  bedürftige 
Leute  sehr  erschütternd  wirkt,  wir  persönlicn  konnten  uns 
nur  mit  tiefem  Widerwillen  davon  abwenden.  Solchen  Aus- 
schreitungen des  Naturalismus  gegenüber  kommt  Einem  das 
gleichwohl  die  Grenzen  des  Langweiligen  streifende  Idyll  des 
Mascagni'schen  „Freimd  Fritz"  fast  wie  eine  Erlösung  vor, 
und  man  kann  den  Oomponisten  der  „Cavalleria  rusticana" 
nur  beglückwünschen,  dass  er  auf  der  zuerst  eingeschlagenen 
realistischen  Bahn  nicht  einseitig  verharrte.  Was  auch  auf 
Nicht-Italiener  bei  den  letzten  Aufführungen  der  Oper  „Mala 
vita"  einen  wirklich  ergreifenden  Eindruck  machte,  war  die 
ausserordentliche  Leistung  der  Signora  Bellincioni  in  der 
Bolle  der  Christina.  Einen  zweiten  Beweis  ihrer  bewunde- 
rungswürdigen gesanglichen  und  noch  mehr  schauspielerischen 
Meisterschaft  bot  diese  wahrhaft  grosse  Künstlerin  als  San- 
tuzza.  Jedenfalls  bildete  sie  den  eigentlichen  Stern  unter  den 
von  Hrn.  Sonzogno  in  das  Wiener  Ausstellungstheater  ge- 
rufenen künstlerischen  Kräften,  was  ein  ziemlich  hohes  Lob 
bedeutet,  denn  auch  die  Tenoristen  Stagno,  Garulli,  de 
Lucia,  der  Baritonist  Bellrami,  endlich  die  Sopranistinnen 
Toresella  und  Brambilla  hoben  sich  weit  über  das  Mittel- 
maass,  sie  zeigten  erst,  wie  italienische  Opernmusik  gesungen 
werden  müsse,  um  ihren  eigenthümlichen,  zum  'iheil  freilich 
schon  auf  den  Beiz  der  Sprache  gegründeten  sinnlichen  Zauber 
zu  entfalten.  Ueberraschend  gegen  die  Wirkung  in  der 
Wiener  Hofoper  gewannen  besonders  einige  Nummern  in 
„Freund  Fritz",  vor  Allem  das  Kirschenduett,  dann  die  melan- 
cholische Arie  des  Titelhelden  im  3.  Act.  Hier  zeigten  sich 
die  gute  Schule  und  das  Talent  der  betreffenden  »Sänger 
(Sgra.  Toresella  und  Sgr.  de  Lucia)  von  der  vortheilhaftesten 
Seite  und  nicht  minder  die  grosse  Directionsbegabung  des 
Oomponisten  Mascagni.  Es  war  interessant  zu  beobacnten, 
mit  wie  viel  mehr  Lust  und  Liebe  dieser  seine  vom  Publi- 
cum weniger  hochgehaltene  zweite  Oper  dirigirte,  als  den  von 
der  Masse  vergötterten  Einacter.  Er  drang  auch  bei  der 
Ausstellimgscommission  darauf,  dass  nicht  mit  „Gavalleria 
rusticana",  sondern  mit  „Amico  Fritz"  die  Stagione  eröffnet 
würde,  „es  sei  doch  viel  mehr  Musik  in  dem  letztgenannten 
Werke".  Und  so  wie  nun  der  Componist  mit  sorgtUltigster 
Abwiegung  von  Takt-  und  Tempowechsel  und  den  feinsten 
dynamischen  Abstufungen  die  von  ihm  vertonte  einfache  El- 
sässer  Dorfgeschichte  vom  Capell  meisterpult  aus  interpretirte, 
konnte  man  ihm  kaum  Unrecht  geben.  Ueberraschend  hatte 
er  u.  A.  auch  das  von  ihm  nach  Wien  mitgebrachte  durchaus 
italienische  (sehr  tüchtige)  Orchester  fiir  seine  besonderen 
Intentionen  in  „Freund  Fritz"  eingeübt.  In  dem  zigeunerischen 
Intermezzo  zwischen  dem  2.  und  3.  Act  Hess  er  fast  von  vier 
zu  vier  Takten,  mehrmals  mitten  in  Einem  Takt,  das  Tempo 
wechseln,  bei  einer  einzigen  Note  ungeahnt  lange  anhalten, 
andere  Notengruppen  wieder  pfeilschnell,  wie  in  jähem  Ab- 
sturz nehmen,  und  stets  gehorchte  ihm  das  Orchester,  als  würde 
es  am  Schnürchen  gelenkt.  Mit  all  diesen  Mitteln  und 
Mittelchen  wusste  nun  Mascagni  das  Intermezzo  in  „Freund 
Fritz"  in  ganz  neuem  Lichte,  wie  eine  hochdramatische  Ton- 
sprache, eine  Art  verzweifeltes  Selbstgespräch  des  Titelhelden, 
darzustellen,  bei  dem  unvermeidlichen  da  capo  schwächte  sich 
freilich  der  Eindruck  ab,  und  man  fand  das  zuerst  wirklich 
bewunderte  Kunststück  orchestraler  Declamation  etwas  raffii- 
nirt.  Diese  ewigen  Wiederholungen,  dieses  unausgesetzte 
Hervorzerren  des  persönlichen  Momentes  bildete  überhaupt 
den  eigentlichen  wunden  Fleck  der  italienischen  Aufführungen 
im  Ai^ellungstheater,   sie  zeigten,   wie  das  sonst  so  that- 


1,^ 


kräftig  dem  Fortschritt  zustrebende  musikalische  Jun^-Italien 
doch  noch  dramatisch  zurückgeblieben.  Wird  bei  einer  ita- 
lienischen Opernaufftihrung  eine  Stelle  nur  ein  Bischen  stärker 
applaudirt,  so  betrachten  dies  die  Sänger,  der  betreffende 
Instrumentalsolist  oder  wer  es  sonst  ist,  sofort  als  gebieteri- 
sches Yerlanffen  nach  Wiederholung,  und  ist  der  Ck>mponist 
der  betreffenden  Oper  zufällig  im  Hause,  so  lässt  er  es  sich 
nicht  nehmen,  auf  der  Scene  zu  erscheinen,  um  sich  für  den 
vermeintlich  nur  ihm  geltenden  Beifall  schönstes  zu  bedanken. 
Dass  diese  Art  ^Intermezzi''  den  Hörer  aus  aller  Stimmung 
reissen  und  zu  dem  sonst  getriebenen  Gultus  des  „Verismo" 
wie  die  Faust  aufs  Auge  passen,  übersehen  die  national-ita- 
lienischen Enthusiasten  —  welche  im  Ausstellungstheater 
höchst  spektaculös  den  Ton  angaben  —  ganz.  Nach  dieser 
Bichtung  steckt  die  italienische  Oper  noch  immer  in  den 
Kinderscnuhen.  Es  sei  noch  erwähnt,  dass  zwar  sämmtliche 
Oomponisten  der  in  Wien  vorgeführten  Opernnovitäten  ihrem 
Protector  und  Verleger  Sonzogno  anher  gefolfi^  waren,  ausser 
Mascagni  aber  nur  der  Tonsetzer  des  schwächlichen  Einacters 
„II  biricellino",  Hr.  Mugnpne,  persönlich  dirigirte.  Und  zwar 
mit  einer  für  den  schleppenden  Gang  der  Musik  fast  ergötz- 
lichen Beweglichkeit  des  ganzen  Körpers.  Die  Opern  von 
Leoncavallo,  Cilea  und  Giordano  dirigirte  der  von  seinen  Lands- 
leuten mit  Becht  hochgeseh ätzte  GapeUmeister  Ferrari,  wel- 
cher echt  südliches  Feuer  mit  schärrater  musikalischer  Präci- 
sion  und  praktischer  scenischer  Erfahrung  vereinigt. 

Etwas  enttäuscht  haben  die  im  Ausstellungstheater  An- 
fang September  gebotenen  polnischen  Opern  Vorstellungen. 
Es  fehlte  ihnen  vor  Allem  an  den  rechten  ausführenden 
Kräften.  Diese  gehörten  fast  sämmtlich  dem  Lemberger  Stadt- 
theater an,  sodass  man  wohl  erfuhr,  was  dieses  heute  dra- 
matisch-musikalisch zu  leisten  im  Stande  sei,  nicht  aber  die 
Eolnische  Oper  überhaupt.  Aber  auch  die  vorgeführten  Werke 
lieben  sehr  unter  der  Erwartung.  Besonders  trat  in  ihnen 
das  nationale  Element  bei  Weitem  nicht  so  drastisch  hervor, 
wie  in  den  Opern  Smetana^s  oder,  um  auf  polnischem  Gebiete 
zu  bleiben,  mancher  Mazur  und  Polonaise  von  Chopin.  Die 
von  den  Polen  als  ihre  eigentliche  Nationaloper  hochgehaltene 
„Halka"  von  Moniuszko  (1858  erstmalig  in  Warschau  aufge- 
führt und  seither  dort  über  500  Mal  wiederholt)  hörte  sich 
etwa  wie  eine  der  besseren  Opern  Donizetti^s  an,  einige 
Stellen  hätten  auch  allenfalls  auf  Gonradin  Kreutzer  als  Autor 
schliessen  lassen.  Nur  in  gewissen  choreographischen  Scenen 
(Tänzen  und  Gruppiruugen)  tritt  das  volksthümliche  Element 
mehr  hervor,  da  steht  aber  andererseits  die  ohnehin  etwas 
dürftige  Handlung  völlig  still.  Es  kommen  factisch  in  der 
Oper  zahlreiche  Stellen  vor^  die  nur  dazu  da  zu  sein  scheinen, 
dass  d^er  Chor  dieses  oder  jenes  Stück  absinge,  der  Solist  sich 
für  eine  gelungene  (meist  elegische)  Cantilene  Beifall  hole,  die 
Tänzer  und  Tänzerinnen  sich  im  Nationalcostume  herumtum- 
meln. Wahres  dramatisches  Leben  kommt  in  die  „Halka*'  erst 
im  Schlussact.  Musikalisch  am  besten  gerathen  ist  aber  der 
sonst  als  reine  Episode  zu  betrachtende  dritte  Aufzug, 
Moniuszko's  eigentliches  Künstlernaturell  ist  kein  dramatisch- 
veranlagtes  ,  sondern  ein  lyrisch-weiches.  Aus  diesem  heraus 
gibt  es  in  der  „Halka"  manche  Melodie,  die,  wenn  auch  nicht 
allzu  originell,  so  doch  edel,  warm  und  musikalisch  empfun- 
den klingt.  Seine  schwächste  Seite  ist  die  Instrumentirung, 
er  scheint  offenbar  nur  mit  sehr  massigen  ausführenden 
Kräften  zu  thun  gehabt  zu  haben. 

Alles  in  Allem  macht  „Halka^  heute  auf  einen  deutschen 
Hörer  einen  nicht  hinweg  zu  leugnenden  Eindruck  der  Abge- 
tragenheit, des  Conventionellen  und  darum  Veralteten,  so  an- 
ziehend auch  Einiges  rein  musikalisch  wirkt.  Ueber  eine  zweite 
(romantisch-komische)  Oper  von  Moniuszko  „Der  Geisterhof" 
gewann  man  im  AussteUungstheater  kein  entscheidendes  ür- 
theil,  da  aus  diesem  Werke  nur  Bruchstücke  geboten  wurden, 
in  denen  sich  der  Gomponist  als  gewandter  Stimmungsmaler 
offenbarte,  aber  freilich  mehr  mit  den  Mitteln  Boieldieu's  (als 
Tonsetzer  der  „Weissen  Dame"),  Bellini's  (als  Maöstro  der 
„Sonnambula")  u.  s.  w.,  als  mit  eigenen.  Am  meisten  trat 
die  choristische  und  choreographische  Leistungsfähigkeit  der 
Lemberger  Oper  in  dem  noch  weiter  aufgeführten  nationalen 
Singspiel  „Krakowiaken  und  Goralen"  oder  „Der  Aberglaube" 
(Text  von  Kaminski,  Musik  von  Kurpinski)  hervor,  aus  welchem 
aber  nur  der  erste  Act,  eine  Art  Erntefest,  dargestellt  wurde. 
An  den  hübschen  jugendlichen  Mädchengestalten,  den  male- 
rischen Costumen,  den  frischen  und  trefflich  einstudirten 
Chorstimmen,  endlich  dem  fast  übermüthigen  Temperament 
einiger  höchst  urwüchsigen  nationalen  Tänze  konnte  man 
seine   Freude   haben.     Wenn   nur  die  eigentliche  Handlung 


nicht  gar  so  geistlos  und  albern  wäre  und  die  Musik  minder 
zopfig  klänge!  Nach  der  Letzteren  zu  urtheilen,  mnss  das 
Singspiel  spätestens  im  ersten  Viertel  dieses  Jahrhunderts 
entstanden  sein,  und  das  stimmt  mit  den  biographischen  An- 

faben  über  den  Componisten  Kurpinski,  der,  1785  imGross- 
erzogthum  Posen  geboren,  schon  in  seinen  Jünglingsiahren 
eifrigst  Mozart  studirte,  um  die  dadurch  gewonnene  Kennt- 
niss  dramatisch  zu  verwerthen.  So  erinnerten  denn  die  besten 
Chor-  und  Sologesänge  der  alten  „Novität"  in  der  That  an 
schwächere  und  schwächste  von  Mozart,  weit  häufiger  glaubte 
man  Dittersdorf,  Weigl,  Schenk,  Wenzel  Müller  oder  sonst 
einen  der  biederen  deutsch-österreichischen  Yolkscomponisten 
des  18.  Jahrhunderts  zu  hören.  Nun,  um  nur  solche  Musik 
vorzuführen,  brauchten  sich  eigentlich  polnische  Sänger  und 
ihr  Oapellmeister  nicht  nach  Wien  zu  bemühen. 

Dr.  Th.  Helm. 


Bericht 

Leipzig.  Der  Liszt -Verein,  welcher  sich  zu  einem 
mächtigen  Factor  des  hiesigen  Musiklebens  herausgebildet 
hat,  hielt  am  29.  Oct  sein  1.  Orchesterconcert  ab  und  gab 
demselben  den  Charakter  einer  Nachfeier  des  goldenen  Hoch- 
zeitstags des  Grossherzogs  Carl  Alexander  von  Sachsen-Weimar, 
des  honen  Protectors  des  Vereins,  auf  welches  Verhältniss  der 
das  Concert  einleitende,  von  Frau  Wiecke-Halberstadt  aas 
Weimar  gesprochene  Prolog  von  Crome-Schwiening  Bezug 
nahm.  Die  unter  Leitung  des  Hrn.  B.  Strauss  aus  Weimar 
stehenden  musikalischen  Darbietungen  setzten  sich  aus  des 
Genannten  symphonischer  Dichtung  „ Macbeth*',  der  Faust- 
Symphonie  von  Liszt  und  Solonummem  der  Frau  Beuss- 
Belce  aus  Carlsruhe  (Gesang)  und  unseres  Violoncellmeisters 
Kien  gel  zusammen.  Den  Hauptstock  des  Orchesters  bildete 
wieder,  wie  die  früheren  Male,  oie  treffliche  Capelle  des  134. 
Infeinterie-Begiments,  in  der  Faust-Symphonie  wirkten  die 
Leipziger  Liäertafel,  der  Tenorist  Hr.  Merkel  von  hier  und 
ein  imgen.  Organist  mit.  Dass  Hr.  Hofcapellmeister  Strauss 
ein  sicner  die  Massen  beherrschender  und  feuriger  Dirigent 
ist,  bewies  die  schwungvolle  Ausführung  des  Liszt'schen  Wer- 
kes, der  eine  feinere  Detailausarbeitung  wohl  nur  infolge  un- 
zureichender Einstudirung,  wie  TJeberanstrengung  der  Musiker, 
deren  freie  Zeit  in  jenen  Tagen  bereits  durch  die  Proben  zum 
1.  Akademischen  Concert  stark  ausgefüllt  war,  abging.  Der 
Schluss  der  grandiosen  Composition  gelangte  auf  Grund  der 
in  mangelhafter  Verfassung  befindlichen  und  deshalb  die 
rechte  tfnterstützung  versagenden  Orgel  leider  nicht  zu  der 
ihm  inne  wohnenden  grandiosen  Wirkung.  Bichard  Strauss* 
-Macbeth"  hatten  wir  vor.  Winter  bereits  unter  Direction  des 
Componisten  in  Berlin,  vom  Philharmonischen  Orchester  vir- 
tuos ausgeführt,  gehört;  die  neueste  Begegnung  hat  unsere 
damals  gefasste  Meinung,  dass  dieses  Opus  trotz  einiger  schwa- 
chen Lichtblicke,  welche  aus  den  Werken  anderer  Componisten 
reflectiren,  Eines  der  klanghässlichsten  Erzeugnisse  ist,  die  wir 
kennen.  Dasselbe  artet  nach  unserer  Ansicht  zum  grossen  Theil 
zu  wüstem  Lärm  aus,  bei  dem  es  schliesslich  gar  nicht  mehr 
darauf  ankommt,  ob  die  Ausführenden  Das,  was  in  ihren 
Stimmen  steht,  oder  etwas  beliebiges  Anderes  spielen.  Wenn 
derartige  Evolutionen  eine  Steigerung  des  musikalischen  Aus- 
drucksvermögens bedeuten  sollen,  so  ist  die  musikalische  Kunst 
auf  dem  besten  Wege,  in  das  vollständige  Tonchaos  einzu- 
münden. Und  nach  dem  Beifall,  welcher  diesem,  zum  Theil 
ganz  entsetzlichen  Spektakel  folgte,  scheint  diese  (Gefahr  gar 
nicht  so  fern  zu  liegen.  Als  Componist  hat  dies  Hr.  Strauss 
allein  zu  verantworten,  zu  protestiren  ist  aber  ernstlich  gegen 
die  Pietätlosigkeit,  mit  welcher  er  später  die  Clavierb^leitung 
Franz^scher  Lieder  mit  eigenen  Zuthaten  schädigte.  Frau 
Beuss-Belce  sang  ausser  denselben  („Widmung"  und  „Abends") 
noch  Scene  und  Arie  („Die  Griechen  sind  entfiohn"  aus  Ber- 
lioz'  „Trojanern"),  sowie  die  weiteren  Lieder  „Ich  liebe  dich" 
von  Liszt  imd  „Sommerabend"  von  Lassen,  Alles  mit  fulligem 
und  folgsamem  Organ  und  intelligenter,  warmer  Auffassung. 
Dass  sie  das  Verlangen  nach  einer  Zugabe  durch  Wiederholung 
des  wenig  vornehmen  Lassen'schen  Liedes  befriedigte,  war 
wohl  nicht  nach  Aller  Gheschmack.  Den  Haupterfolg  des  Abends 
hatte  Hr.  Kiengel  mit  seinen  Vorträgen  (3.  Concert  von  Davi- 
doff, Bomanze  von  Volkmann,  Variations  capriccieuses  eigner 
Composition  und  als  Zugabe  Spinnerlied  von  Popper),  die 
allerdings  wieder  einzig  in  ihrer  Art  dastanden.  Liegt  es  in 
den  Tendenzen  des  Liszt- Vereins  mit,  die  Virtuosität,  wie  sie 
auf  dem  Ciavier  Liszt  zu  der  höchsten  Vollkommenheit  ge- 


567 


führt  hat,  auch  auf  anderen  Instrumenten  in  seinen  Concerten 
vorssuftlhren ,  so  hatte  er  bezüglich  des  Violoncells  in  Hm. 
Klengel  den  Künstler  gewonnen,  welcher  hierbei  einzig  und 
allein  in  Frage  kommen  konnte.  Dass  die  phänomenale  tech- 
nische Seite  der  Vorträge  des  Hm.  Klengel  nur  einen  Theil 
der  eminenten  Künstlerschaft  desselben  bildet,  brauchen  wir 
nicht  von  Neuem  zu  betonen. 

Als  hocherfreuliches  Zeichen  für  den  Musiksinn  unseres 
Leipziger  Publicums  ist  die  feste  Position  zu  betrachten,  die 
sich  die  Akademischen  Orchpster-Goncerte  mit  der 
strengen  Einhaltung  des  aufgestellten  Programms,  in  ge- 
schlossenen Oyklen  die  historische  Entwickelung  der  Musik 
durch  praktische  Beispiele  zu  demonstriren,  in  kurzer  Zeit 
erobert  haben,  zu  bezeichnen,  umsomehr  als  der  Verein  immer 
nur  die  Sache  für  seine  Zwecke  sprechen  lässt  und  jede  Re- 
clame  verschmäht.*)  So  war  auch  bei  dem  Eröffnungsconcert 
am  1.  Nov.  die  Alberthalle  von  einem  grossen  und  erwartungs- 
freudigen Auditorium  stark  besetzt,  das  bei  jeder  passenden 
Gelegenheit  dem  genialen  und  geistvollen  Dirigenten  Hm. 
Prof.  Dt,  Kretzscnmar  und  seinen  tapferen  Mitkämpen  (der 
verstärkten  Capelle  des  134.  Infanterie-Regiments)  seinen 
Dank  ftir  die  ebenso  lehrreichen  als  köstlichen  Genüsse,  welche 
ihm  geboten  wurden,  in  begeisterter  Weise  äusserlichen  Aus- 
druck verlieh.  Mit  einer  festlich  animirten  Sonata  für  Cor- 
nette,  Posaunen,  Bratschen  und  Bass  von  G.  Gabrieli  (1667 — 
1618)  begonnen,  leitete  das  Programm,  das,  wie  von  früher 
gewohnt,  mit  kurzen,  aber  vollständig  orientirenden  Erläute- 
rungen des  Hrn.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  versehen  war,  über 
Georg  Muffat  (eine  Emoll-Suite  in  fünf  meist  melodisch  ein- 
diin^chen  und  rhythmisch-straffen  Sätzen)  und  Ph.  Bameau 
(Gdur-Suite  aus  der  Oper  „Zoroastre^,  amüsante,  mit  einem 
prächtigen  Menuett  altväterlicher  Haltung  abschliessende 
Musik)  hinweg  zu  den  grossen  deutschen  Meistern  S.  Bach 
und  Händel,  Ersterer  mit  dem  3.  Brandenburgischen  Ooncert 
(für  je  drei  Violinen,  Bratschen  und  Violoncelli,  sowie  Bass) 
und  Ouvertüre  und  Bourröe  der  4.  (Ddur-)  Suite,  Händel  mit 
dem  2.  Concerto  grosso  in  Fdur  und  der  Ouvertüre  zur 
pFeuermusik"  vertreten.  Von  den  beiden  Sätzen  der  im  Vor- 
jahr vollständig  vorgeführten  Bach'schen  Suite  gefiel  ganz 
besonders  die  Bourr^e  mit  ihrem  Mittelsatz,  dessen  wehmütnifi;- 
resignirte  Stimmung  durch  .die  Klangfarbe  des  Fagotts,  wm- 
ches  das  Wort  führt,  nur  noch  verstärkt  wird,  wie  auch  das 
Händersche  Concerto  grosso,  bei  dessen  Wiedergabe  die  BS.. 
Hamann,  Hopf  und  Hattenbach  recht  betriedigend  das 
Concertino  spielten,  in  allen  seinen  Sätzen  sehr  ansprach.  Das 
Orchester  verdiente  sich  für  die  accurate  technische  Ausfüh- 
rung und  die  Achtsamkeit,  mit  welcher  es  den  Winken  seines 
ausgezeichneten  Führers  folgte,  die  unverkürzte  Anerkennung. 

Das  6.  Abonnementconcert  im  Neuen  Gewandhaus 
bot  das  Hauptinteresse  nach  Seite  des  solistischen  Theils. 
Für  denselben  war  von  auswärts  Frl.  Elisabeth  Leisinger  aus 
Berlin  gewonnen  worden ;  neben  dieser  bei  Jung  und  Alt  stets 
willkommenen  höchst  sympathischen  Sängerin  debutirte  an 
dieser  Stelle  als  Solist  der  Solovioloncellist  des  Orchesters  Hr. 
Georg  Wille.  Frl.  Leisinger  zählt  nicht  zu  den  vielen  Berufs- 
sängerinnen, welche  ihre  Urtheilslosigkeit  und  Angst  vor  dem 
ausbleibenden  Beifall  der  Menge  dadurch  documentiren,  dass 
sie  nur  die  wenigen  Sachen  singen,  die  gerade  in  Mode  und 
mit  entschiedenem  Erfolg  schon  von  tausend  Anderen  ge- 
sungen worden  sind,  sondern  sie  wählt  Das,  was  sie  der  öffent- 
lichen Vorführung  für  werth  hält,  und  tritt  für  dessen  Geltend- 
machung mit  dem  vollen  Muthe  ihrer  künstlerischen  Ueber- 
zeugung  ein.  Vermöge  ihres  feinen  und  gediegenen  künstle- 
Geschmacks   und   eines   richtigen  Blickes  fiir  alles 


nscnen 


♦)  Nicht  in  Uebereinstimmung  mit  diesem  lobenswerthen 
Verhalten  steht  die  Behandlung,  welche  das  Publicum  seitens 
des  mit  dem  Billet verkauf  betrauten  Vorstandsmitgliedes  des 
Vereins  vor  Beginn  der  Concerte  erfahren  hat,  und  zwar  in- 
sofern, als  die  Regelung  dieser  Sache  nicht  mit  der  Prompt- 
beit  und  Einfachheit  stattgefunden  hat,  welche  man  als  Abon- 
nent verlangen  darf.  Namentlich  sind  vielfache  Klagen  dar- 
über laut  geworden,  dass,  nachdem  die  Abgabe  der  bestellten 
Billets  für  eine  bestimmte  Zeit  angesetzt  war,  die  angezeigte 
VerkaufssteUe  nicht  rechtzeitig  in  uen  Besitz  derselben  gesetzt 
worden  war  und  die  Besteller  den  Weg  vergeblich  zu  derselben, 
sogar  wiederholt,  zu  machen  gehabt  haben.  Ebenso  ist  es 
nicht  zustimmend  vermerkt  worden,  dass  man  gerade  am  Auf- 
fuhr ungstage  eine  Wiederholung  der  Concertanzeige  in  der 
Looalpresse  unterlassen  und  dadurch  manche  unfreiwillige 
Versäumnisse  des  Concertes  veranlasst  hat. 


Bedeutende  hat  sie  schon  mancher  werth  vollen  Novität  den 
Weg  gebahnt.  In  dem  beregten  Concert  waren  es  Lieder  von 
dem  Wiener  Gomponisten  Hugo  Wolf,  für  welche  sie  mit  dem 
ganzen  (Gewicht  ihrer  künstlerischen  Persönlichkeit  in  die 
Schranken  trat,  imd  der  hochtalentirte  Gomponist  kann  sich 
zu  dem  Erfolg  gratuliren,  welchen  seine  Lieder  „Der  Gene- 
sene an  die  Honnung^,  „Der  Gärtner'',  Elfenlied  und  „Er  ists" 
trotz  ihrer  so  kraft^oteend  aus  der  Gewohnheit  tr%em  Ge- 
leise herausblitzenden,  im  Ringen  nach  wahrem  Ausdruck 
rücksichtslos  manche  zopfige  Compositionsregel  über  den  Haufen 
rennenden  Eigenart  an  diesem  Orte  conservativer  Musikpflege 
fanden.  In  der  Generalprobe  hatte  Frl.  Leisinger  sogar  zwei  der 
Lieder  auf  stürmisches  Verlan&ren  wiederholen  müssen;  im 
Concerte  selbst  dankte  sie  mit  aer  Zugabe  des  Brahms'sohen 
Wiegenliedes.  Nicht  minder  meisterlich  und  empfunden,  als 
die  Lieder,  trug  Frl.  Leisinger  ausserdem  ein  Fragment  (Scene 
und  Arie  der  Francesoa)  aus  H.  Goetz'  Oper  „Brancesca  von 
Rimini^  vor,  wenn  dasselbe  mit  seiner  intimen  G«fühlsweise 
auch  nicht  so  durchdringen  wollte,  wie  es  dies  verdiente. 
Hr.  Wille,  der  erst  23jährige  Nacnfolger  Alwin  Schröder's, 
hat  das  1.  Concert  von  Davidoff  und  kürzere  Stücke  mit  Ciavier 
von  Händel,  Sitt  und  seinem  genialen  Lehrer  Klengel  derart 
^^espielt.  dass  man  über  die  grossartigen  Fortschritte,  die  der 
junge  Mann  in  letzter  Zeit  in  seiner  Kunst  gemacht,  nur  stau- 
nen musste.  Die  Technik  gibt  sich  in  vollem  virtuosen  Glanz, 
der  Ton  ist  stets  von  süsser  Klangfarbe  und  der  Vortrag  so 
musikalisch  feinfühlig,  dass  man  seine  wahre  Herzensfreude 
an  demselben  haben  kJEuin.  Zu  diesen  angeborenen  und  durch 
fieissiges  Studium  erworbenen  Spieleigenschaften  trat  noch 
in  der  Entscheidungsstunde  eine  glückliche  Disposition,  sodass 
der  Eindruck  dieses  Debüts  nicht  einmal  durch  leidige  Zu- 
fälligkeiten getrübt  wurde.  Den  Leistungen  entsprechend  ge- 
staltete sich  die  Au&iahme  des  jungen  Meisters  seitens  des 
Publicums  überaus  warm  und  her^ich.  Mit  C.  Reinecke*s 
„Friedensfeier" -Festouverture  und  Mendelssohn's  so  stim- 
mungsvoller und  edler  AmoU-Symphonie  steuerte  das  Or- 
chester in  schon  oft  gerühmter  Yortrefflichkeit  seinen  Theil 
zum  Programm. 

Concertumschau. 

Aachen.  14.  Versamml.  des  ListrumentaWer.  (Schwicke- 
rath):  Lyrische  Symph.  v.  W.  Wenigmann,  „Danse  ma- 
cabre**  v.  Saint-Saöns,  A dur-Concertouverture  v.  Rietz.  — 
1.  Stadt.  Abonn.-Conc.  (Schwickerath):  Ddur-Symph.  v.  Haydn, 
.Das  Paradies  und  die  Peri"  v.  Schumann  (Solisten :  Frl.  v. 
Sicherer  a.  München,  Frau  Wirth  v.  hier  u.  HH.  Litzinger  a. 
Düsseldorf  u.  Günther  v.  hier). 

Amsterdam.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Concerthaus  (Kes) 
am  27.  Oct.:  Symphonien  v.  Beethoven  (No.  2)  u.  Schubert 
(HmoU),  symph.  Dicht.  „Le  Chasseur  Maudit^  v.  C.  Franck, 
„Friedenswier"-Festouvert.  v.  Reinecke,  „Einzug  der  Götter 
in  Walhall"  a.  „Rheingold"  v.  Wagner. 

Annaberg.  1 .  Conc.  des  Männergesang- Ver.  (Stiehler)  unt. 
gesangsolist.  Mitwirk,  des  Frl.  Mandern  v.  hier  und  des  Hm. 
Reder.  a.  Buchholz:  Ouvert.  zu  „Vineta"  v.  R.  Wüerst.  Vor- 
spiel zu  „Melusine"  v.  Grammann,  „Johanna  von  Orleans" 
f;  Soli,  Männerchor  u.  Orch.  v.  H.  Hofmann,  „Zug  der  Frauen" 
a.  „Lohengrin"  v.  Wagner,  Männerchöre  a  cap.  v.  Mendels- 
solm  u.  C.  Attenhofer  („Fröhliche  Fahrt"),  Sololieder  von 
Fesca,  Lassen  („Mit  deinen  blauen  Augen")  u.  M.  Peuschel 
(„Die  drei  Weinkenner").  —  2.  Museumsconcert  (Stiehler): 
Symph.  Op.  20  v.  G.  Go Hermann,  Ouvertüren v.  Cherubini 
u.  Schubert,  Intermezzo  a.  „Freund  Fritz"  v.  Mascagni,  Ge- 
sangvorträge der  Frau  Wahls  a.  Leipzig  („In  der  Fremde"  v. 
W.  Taubert,  „Es  war  ein  alter  König"  von  H.  Heitsch, 
„Wenn  lustig  der  Frühlingswind"  v.  P.  Umlauft  u,  A.). 

Araheim.  Geistl.  Conc.  des  Frl.  Ribbe  a.  Amsterdam  (G-es.) 
u.  des  Hm.  Hoog  a.  Haarlem  (Org.)  am  26.  Oct.:  Soli  f.  Qes. 
V.  Mendelssohn,  Beethoven,  Händel  u.  S.  Bach  u.  f.  Orgel  y. 
S.Bach(Fdur-Tocc.,  GmoU-Fuge  u.  Tocc.u.Fuge  in  Dmoll)  U.A. 

Baden-Baden.  Conc.  der  Sängerin  Frl.  Inghoff  unter 
Mitwirk,  der  Frls.  Stoesser  (Ges.)  u.  Oswald  (Clav.)  am  21.  Oct.: 
Duett  a.  „Norma"  (!)  v.  Bellmi,  Soli  f.  Ges.  v.  Hildach  („Be- 
trogene Liebe"),  R.  Pohl  (Volkslied),  W.  de  Rothschild  („La 
Rose  de  Bruy6re")  u.  A.  u.  f.  Clav.  v.  Chopin,  Schumann  u. 
Liszt  (Chant  polon.). 

Barmen.  Festconc.  zum  25jähr.  Jubiläum  des  Quartett- 
ver.  (Wicke)  am  19.  Oct.:  Symph.  f.  Org.  (Hr.  Kalthoff  von 
hier)  u.  Orch.  v.  Guilmant,  Prolog,  gM.  u.  gespr.  v.  Hm. 
Herzog,  „Die  Schöpfung"  v.  Haydn  (Solisten:  Frl.  Nathan  a. 


S68 

PrankftiTt  a.  1£.  n.  HH.  Eirchner  a.  Berlin  und  Hangar  a. 
Leipzig). 

Basel.  S.  Conc.  der  Altern.  Masi^esellscliaft  (Dr.  Volk- 
Aud):  Ocean-Symph.  v.  Bubinsteiu,  „Le  Boaet  d'Omphale" 
t.  Saint-Saens,  „Tannh&user''-0uv6rt.  v.  Wagner,  violio- 
TOrträge  des  Hrn.  Thomson  a.  Lüttich  (9.  Conc.  v.  Wiani- 
»weki  etc.).  —  Am  3.  n.  5.  Nov.  Anfföhrungen  der  Musik 
snm  Baseler  Festspiel  f.  Soli,  Chor  u.  Dreh.  v.  H.  Haber  durch 
len  Baseler  Oesaneyer.  u.  die  Baseler  Liedenafel  (Dr.  Volk- 
and)  nnt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frauen  Hnber-Fetzold,  Zäslin- 
Paravicini  n.  Stamm,  des  Frl.  Reinisch  nnd  der  HH.  Kauf- 
iiann,  Sandreuter,  Strühin,  Wäffler,  Mörikofer  und  Wasser- 

BerllD.  2.  Philbann.  Conc.  (Maszkowski):  1.  Symph.  v. 
Brahma,  „La  Jennesse  d'flercule"  v.  Saint-Saöns,  violin- 
(Onc,  V.  Beethoven  (Hr.  Prof,  Dr.  Joachim.).  —  Symph.-Abend 
ies  Philharmon.  Orch.  fHerfurth)  am  18.  Oct.:  6.  Symph.  v. 
Beethoven,  symph.  Dicht.  „Frühlings wogen"  v.  Ph.  Sohar- 
wenka,  Orchesterballade  v.  E.  E.  Taubert,  sowie bekanute 
Eepertoirestücke.  —  Wagnor-Abend  desselben  Orch.  am  19. Oct.; 
Eine  Faust- Ouvert,,  Vorspiel  u.  -Isoldens  Liebestod"  a.  „Tri- 
stan nnd  Isolde",  „Sie^ied-Idyll  ,  Huldigungemarsch  u.A.m. 
7.  E.  Wagner.  —  Beethoven- Abend  desselben  Orch.  am26.  Oct.: 
S.  Symph.  u.  andere  Repertoirestücke  dieses  Meisters.  —  Conc. 
V.  H.  Genes  u,  Marie  Schott-Mohr  a,  Mainz  unt.  Mitwirk,  des 
Philharm.  Orch,  unt.  Leit.  des  Hm. Prof. Rudorff  am  14.  Oct.; 
l.  Satz  einer  Amoll-Symph.,  Trauerspielouvert.  u.  2.  Clavier- 
ionc.  v.  H.  Qenss,  Soli  f.  Ges.  v.  Bnngert  (,Der  Sandtrft- 
eer"),  Mascagni  (, Entsagung")  n.  A.  u,  f.  Clav.  v.  Brahms 
Rhapsodien  Op.  79j  Chopin  u.  Liszt  (Taranteile).  —  Conc. 
■ler  Pianiatin  Frau  Stern  unt.  Mitwirk.  des  Philharm.  Orch. 
un  28.  Oct,:  Menuett  a.  „L'Arltoienne"  v.  Bizet,  Abendlied 
F.  Streichorch.  v.  Schumann,  Clavierconcerte  von  Beethoven 
;GdQr)  u.  Brahms  (Bdur),  Polon.  v.  Weber-Liszt. 

Breslau.  5.  Symph. -Conc.  der  Brest.  Concertcapelle 
[Riemenschneider):  Symphonien  v.  Mozart  (Gmoll)  u.  Schu- 
lart (Hmoll),  Ouvert.,  Scherao,  Noct.  u.  Hochzeitsmarsch  aus 
ler  „Sommemachtstranm" -Musik  von  Mendelssohn,  Conoert- 
Duvert.  „Waldlehen"  v.  Kücken. 

Copenhagen.  Conc.  des  Ver.  „Caeciha''(Eung'l  amSB.Oct.: 
Oovert.  u,  zwei  Arien  a.  „Radamisto"  v.  Händel,  Conc,  f.  vier 
□laviere  v.  S.  Bach,  „Eine  kleine  Nachtmusik"  f.  Streichorch. 
7.  Mozart,  Abendlied  zu  Gott  f.  Chor  u.  Clav.  v.  Haydn,  Chor- 
lieder B  cap.  V.  Senfl,  Hasler  u.  Mendelssohn. 

Danzlg.  I.  Kammermuaikabend ;  Forellenquint.  v.  Schu- 
bert, Clavierqnartette  v.  Schumann  u.  Mozart  (Gmoll).  (Aus- 
föhrende: HH.  G,  Schumann  v.  hier  [Ciavier],  Struss,  Ad. 
Müller  und  Dechert  a.  Berlin  [StreioherlJ 

Dortmund.  2.  Symph.-Conc.  des  Orch,-Ver.  (Höttner): 
3dur-Symph,  v.  Haydn,  „Las  Pröludes"  v.  Liszt,  Balietsuite 
,Ooppelia"  v.  DeJibes,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  u.  Nicolai, 
,Ein  Alhomblatt"  (f.  ?)  v.  R.  Wagner,  Streichorchesterstücke 
7.  Taubert  (?)(OatBrhymne)«.Gillet  („In  der  Mühle"),  And. 
i.  dem  Violinconc.  v.  Mendelssohn  (Hr.  MüLer).  —  1.  Conc. 
ies  Musikver.  (Janssen)  m,  Bruch's  „Odysseus"  unt.  Solist. 
Hitwirk,  der  Frau  Haase-Bosse,  des  Frl.  Kloppenbnrg  a.  Olden- 
burg u.  des  Hm.  Büttner  a.  Coburg, 

Eaux-Tives.  Eirchenconc,  zur  Einweihung  der  neuen 
Orgeln  am  23.  Oct,:  Frauenchöre  v.  Mendelssohn  u.  Schubert, 
äolovorträge  des  Frl,  Sillem  (Qea.)  und  der  HH.  Charbonnet 
(Ges,,  „Priöre"  a.  „Jeanne  d'Arc"  v.  Gounod),  Barblan  (Org., 
Prot,  eig.  Comp.  u.  And.  «.  Allegro  von  Merkel),  Rotschy 
iOrg,,  Improvisata  Üb,  Psalm  38),  Eien  (Org.,  Ddur-Sonate  v. 
Mendelssohn)  u.  Eoeckert  (Viol.,  Son,  v.  F.  W.  ßust  u.  And.  a. 
dem  Conc.  v.  Mendelssohn). 

Essen  a.  d.  R.  l.  Conc.  des  Musikver.  (Witte)  m.  „Orpheus 
ind  Eurydice"  v.  Glnok  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frau  Joachim 
'].  der  Frls.  Plüddemann  u.  Krätma. 

Fürth.     Vocai-  u.  Instrumental  conc.  des  Privat-Musikver. : 
Bdur-Symph.    v.   Haydn,    „Athalia" -Ouvert.   v.  Mendelssohn, 
.Der  Frühling"  f.  Streichorch.  ^     "    ' 
Frau  Hoeck-Lechner  a.  Carlsrul 
„Qeheimniss"  v.  H.  Go  e  t  z   Volkslied 
u.  „Rothhaarjg  ist  mein  Schfttzelein"  v.  V.  lachner). 

St.  Gallen.  I.  Abonn.-Conc.  des  Concertver.  (Meyer): 
B.  Symph.  v.  Beethoven,  „Melusinen "-Ouvert,  v.  Mendelssohn, 
Solovorträge  der  Fran  Bächi-Fährinann  a.  Dresden  (Ges.)  u. 
des  Hrn.  Erasselt  a.  Baden-Baden  (Viol.,  Adur-Polon.  v.Wie- 
niawski  etc.). 

Gaben.  I.  Cooc.  des  Musikver.  (Ochs):  4.  Symphonie  v. 
Beethoven,    „Peer  Gynt"-Snite  v.  Qrieg,    „Lohengrin"-Vor- 


spiel  V.Wagner,  Violoncellvorträge  des  Hm.  Sandow  a,  Ber- 
lin (Ungar.  Phant.  v,  F.  Gtützmacher,  Adagio  v,  Golter- 
mann,  „Am  Springbrunnen"  v.  Davidoff  etc,), 

Halle  a.  S.  I.Conc.derStadtschützen-Oesellschaft(Zehler): 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvert.zur„Heimkehrausder Fremde" 
V,  Mendelssohn ,  Solovorträge  der  Frau  Sanderson  a.  Berlin 
(Ges.,  „La  Captive  v,  Berlioz,  „Zur  Drossel  sprach  der  Fink" 
V.  d'Albert  etc.)  n,  des  Hrn.  Thomson  a.  Lüttich  (Adagio 
V.  Bruch  etc.J. 

Heidelberg.  Conc.  des  Pianisten  Hm.  da  Motta  unter 
Mitwirk,  der  Sftngerianen  Frls.  Schäfer  n.  Harden  am  18.  Oct : 
Vocalduette  v.  Schnmann  u.  Brahme-Viardot-Garcia  (Zi- 
geunerlied), Soli  f.  Gesang  V.  J.  V.  da  Motta  („Hier  an  der 
Bergeshalde"  n.  „Ländlicher  Reigen")  u.  A.  u.  f.  Ciavier  v. 
8,  Bach  (Amoll-Fuge  etc.),  Weber  (As dnr-Sonate),  E.  Grieg 
(„Norwegischer  Brautzug"),  Strauss-Tausig  („Nachtfalter"} o,  A. 

Hildburghausen.  1.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  a.  Mei- 
ningen (Steinbach):  Cdur-Symph.  v,  Schuberti  Ouvertüre  su 
„Richard  III."  v.  Volkmann,  „Parsifel"- Vorspiel  v.  Wag- 
ner, Fmoll-Clarinettencone.  v.  Weber  (Hr.  Mühlfeld). 

Jena.  l.  Akad.  Conc.  (Prof  Naumann):  8.  Symph.  von 
Beethoven,  Concertouvert.  v.  Cherubini,  Solovortrflge  der  Fr&u 
Halir  a.  Weimar  (Ges.,  Schilflieder  v,  Franz,  „Titume"  v. 
Wagner,  Wiegenlied  v.  Ries  und  „Lenz"  v.  Lassen)  und 
deren  Gatten  Hrn.  Prof.  Halir  (Viol.,  Fdur-Conc.  v.  S.Bach, 
Conc-Allegro  v.  Paganini,  Cavatine  v.  Raff  u.  Masurka  ▼. 
Zarzycki). 

Kaiserslautern,  l.  Conc.  des  Musikver.:  Männerch&re 
V.  Liszt  („Gottes  ist  der  Orient"),  Dregert  („Blau  BlOmo- 
lein")j  Kremser  („Juheissa,  mei  Dirndal")  u.  G.  Baldamus 
(„Weihe  des  Liedes",  m.  Clav.),  Solovortrage  der  Frauv.  Pil- 
grim  (Viol,,  Gavotte  v.  Böhm,  Berceusev.  Renard,  Mazurka 
V.  Wieniawski  etc.),  des  Frl,  Schönwald  (Clav.,  „Funken" 
V.  Moszkowski,  Valse-Improraptu  v.  Raff  etc.)  n.  des  Hm. 
Oberhauser  (Ges.,  zwei  Trompeterheder  v.  Brückler,  „6e- 
heimniss"  v.  Rehhanm,  „Liebesglöck"  v.  Sucher,  „Am 
Rhein  beim  Wein"  v.  Ries  etc.),  sämmüich  a.  Berlin. 

Kiel.  1.  Abonn.-Conc.  des  Gtesangver.  (Prof.  Stange)  m. 
Composltioneu  v.  Beethoven  unt.  Mitwirk,  des  Pianisten  Hm. 
Stavenhagen  a.  Weimar:  „Die  Ruinen  von  Athen",  „Meei^- 
stille  und  glückliche  Fahrt",  Chorphaut.,  Elegischer  GoMng, 
„König  Stephan" -Ouvert.  u.  Claviersonato  Op.  M7,  No.  M.  — 
1.  Conc.  des  St.  Nicolai-Chors  (Forst)  unt.  sollst.  Mitwirk,  der 
Frau  Heink  a.  Hamburg:  Missa  v.  F.  Anerio,  Geistl.  Dialog 
f.  Chor  n.  Ältsolo  m.  Clav.  v.  A.  Becker,  Chöre  f.  gem.  M&nner- 
u.  Knabenstimmen,  Altlieder  v.  Franz  („Im  Herbst"),  Hehr- 
kens („Wie  ein  Grüssen")  u.  A. 

Kbnigsberg  l.  Pr.  2.  Künstlerconc.  am  2Ö.  Oct.,  ansgef. 
von  der  Sängerin  Frl,  Kloppenburg  („Magetone "-Romanze, 
„Immer  leiser  wird  mein  Schlummer"  u.  „Des  Liebsten  Schwor" 
V.  Brahms,  „Die  Sonne,  sie  lachte"  v.  Saint-Saßns,  Wie- 
genlied V.  Harthan,  „Die  beiden  Königskinder"  v.  H.  Rei- 
mann, „Meine  Mutter  hats  gewollt"  v.  Lessmann,  „Der 
Wildfang"  V.  W.  Taubertet«.),  der  Violinistin  Frl.  Schwabe 
(Adur-Polon.  v.  Wieniawski  etc.)  und  des  Pianisten  Hm. 
G,  Schumann  (Variat.  eig.  Comp,  etc.).  (Angabe  der  Domicile 
der  Ausführenden  fehlt  nach  bekanntem  Muster!) 

Lausanne,  l.  Aboiin,-Conc.  (Banti):  2.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, „Medea"-Ouvert.  v.  Cherubini,  Menuett  a.  „Manon"  v. 
Massenet,  Rhaps.  norveg.  v.  Lato,  Violinvorträfe  des  Hrn. 
Marteau  (Conc.  v.  J.  Garcin,  Vision  a.  „Jeanne  d'Aro'  von 
Gounod  etc.). 

Leipzig.  Geistl,  Musikauffilhr.  des  Kirchenchors  zu  St. 
Johann's  (Röthig)  unter  Mitwirk,  der  Frau  Räthig,  des  Frl. 
Handrich  (Gea.)  u.  der  HH.Pfannstiehl  (Org.),  Malz  u.  Michelsen 
(Viol.)  am  aO.  Oct.  m.  Compoaitioden  v.  H.  Schütz  (Motetten 
„So  fahr  ich  hin"  u.  „0  Heber  Herr  Gott",  sowie  Geeanwolo 
„Kommet  her  zu  mir")  u.  S.  Bach  (Dor.  Toccata  f.  Org.,  Chor 
„Alles,  was  Odem  hat"  etc.).  —  1.  Akad.  Orch.-Conc.  (Prof. 
Dr,  Kretzschmar):  Sonata  f,  Comette,  Posaunen,  Bratechen  n. 
Bass  V.  G.  Gabrieh.  EmoU-Suite  v.  G.  Muffat,  Gdnr-Suite  a. 
„Zoroastre"  v.  Ph.  Rameau,  Gdur-Concert  f.  je  drei  Violinen, 
Bratschen  u.  Viotoncells,  sowie  Contrabass  u.  Ouvertüre  und 
Bourr^e  a.  der  4.  {Ddur-)Suite  v.  S.  Bach,  2.  Conc.  grosso  n. 
Ouvert.  zur  „Peuermusik"  v.  Händel.  (Orch.:  die  verst&rkte 
Capelle  des  134.  Inf.-Reg.)  —  5.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Ge- 
wandhaus (Prof  Dr.  Reinecke):  Amoll-Symph.  v.  Mendels- 
sohn, Friedensfeier" -Feste nvert.  v.  Reinecke,  Solovortr&ge 
des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  ((Jes.,  Scene  u.  Arie  a.  „Franoe6c& 
von  Rimini"  v.  H.  Goetz  u,  Lieder  „Der  Genesene  an  die 
Hoffnung",  „Der Gärtner",  Elfenlied  u.  „Er  ists"  v.  H.Wolt 


669 


n.  Wiegenlied  von  J.  Brahms)  und  des  Hm.  Wille  von  hier 
(Violonc,  1.  Conc.  v.  David  off,  Largo  v.  Händel,  Seienata  v. 
Sitt  u.  Scherzo  v.  J.  Klengel).  —  'Musikal.  Aufführung  im 
k.  Conservat.  der  Musik  am  4.  Nov.  zur  Feier  des  70.  Geburts- 
tags des  Hrn.  Director  Dr.  Günther:  Ouvert.  zur  Oper  „Die 
Maler  von  Leyden"  v.  F.  Herther,  Actus,  And.  a.  dem  Gmoll- 
Streichquart.  v.  Volkmann  (HH.  Hilf,  Becker,  Sitt  u.  Klen- 
gel), Duett  a.  der  Oper  „Die  Maler  von  Leyden"  u.  Ouvert. 
zur  Oper  „Der  Abt  von  St.  Gallen"  v.  F.  Herther.  —  Ebenda- 
selbst Abendnnterhalt.  am  4.  Nov.  zum  Gedächtniss  Mendels- 
sohn*8  mit  Gompositionen  v.  demselben:  Adur-Symph.,  „Ruy 
Blas"-Ouvert.,  Goncerte  in  GmoU  f.  Clav.  (Frl.  Burbage  aus 
Washington)  u.  f.  Viol.  (Hr.  Lauboeck  a.Wunsiedel),  Concert- 
arie  Op.  94  (Frl.  Friedel  a.  Osterfeld  i.  Th.).  —  2.  Kammer- 
musik im  Neuen  Gewandhaus:  Quint.  f.  Glar.  u.  Streichinstru- 
mente V.  Brahms,  EmoU-Streichquart.  v.  Verdi,  Serenade 
Op.  8  V.  Beethoven.  (Ausführende:  HH.  Prill,  Becker,  TJnken- 
stein,  Wille  [Streicher]  u.  Kessner  [Clar.].)  —  Am  7.  Nov.  Auf- 
flihr.  V.  Haydn's  „Jahreszeiten"  durch  die  Sineakad.  unt.  Leit. 
des  Hrn.  Dr.  Klengel  u.  solist.  Mitwirk,  des  Frl.  v.  Sicherer 
und  der  HH.  von  Zur-Mühlen  u.  Staudigl. 

Ludwigshafen  a.  Rh.  Feier  des  25jähr.  Stiftungsfestes 
des  Caecilien-Ver.  (Taubmann)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe  u.  der  HH.  Litzinger  a.  Düssel- 
dorf u.  Brune  a.  Hannover  am  30.  Oct.:  l.Conc.  Jubelouvert. 
V.  Weber,  Festrede,  „Halleluja"  v.  Händel,  Marsch  a.  „Tann- 
häuser" v.  Wagner.    2.  Conc.  m.  Haydn's  „Jahreszeiten". 

Lübeck.  1.  Kammermusikabend  des  Frl.  Herrmann  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Ziradars  a.  Frankfurt  a.  M.  (Ges,)  u.  der  HH. 
Zajic  u.  Lüdemann  a.  Berlin  (Viol.  u.  Violonc):  Ciaviertrios 
V.  Schumann  (Dmoll)  u.  Schubert  (Bdur),  Soli  f.  Gesang  v. 
Brahms  („Vergebliches  Ständchen"),  Bungert  („Der  Sand- 
träger"), Bizet  („Chanson  d'Avril"),  Berger  (Kinderlied), 
V.  Koss  (Winterlied)  u.  A.,  f.  Viol.  v.  S.  Bach  (Chaconne)  u. 
f.  Violonc.  V.  Boccherini. 

Magdeburg.  1.  Conc.  im  Kaufmann.  Ver.  (Kaufmann): 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Tannhäuser"-Ouvert.  v.  Wagner, 
Solovorträge  des  Frl.  Martini  aus  Leipzig  (Ges.,  „Die  Wahr- 
sagerin" V.  F.  Kauffmann,  „Barbarazweige"  v.  Reinecke, 
„Herzensfrühling"  v.  G.  Seh  aper  etc.)  u.  des  Hrn.  Förster  v. 
ebendaher  (Clav.,  Fismoll-Conc.  v.  H.  v.  Bronsart,  Fmoll- 
Etude  u.  Tarantelle  v.  Liszt  etc.). 

Mainz.  1.  Conc.  im  Conservat.  der  Musik:  Streichquart. 
Op.  18,  No,  2,  V.  Beethoven  u.  Variat.  a.  dem  Dmoll-Streich- 
quart.  v.  Schubert  (HH.  Seibert,  Pöpperl,  Fischer  u.  VoUrath), 
»olovorträge  der  HH.  Götze  aus  Berlin  (Ges.,  „Himmlische 
Zeit"  V.  Ries  etc.)  u.  Seibert  (Mfitzurka  v.  Zarzycki  etc.). 

Meinlngen.  Vereinsconc.  des  Singver.  (Steinbach)  unt. 
Mitwirk,  des  Frl.  Jäger  u.  der  HH.  Dr.  Wüllner  u.  v.  Maix- 
dorfP  (Declam.),  sowie  der  Frau  Funk,  des  Frl.  Luther  u.  der 
HH.  Behs  v.  hier  u.  Schulz-Dornburg  a.  Würzburg  (Ges.)  am 
9.  Oct.:  Musik  zu  „Manfred"  v.  Schumann,  „Promemeus"  (sym- 
phon.  Dicht,  u.  Chöre)  v.  Liszt.  —  1.  Abonn.-Conc.  der  Hof- 
cap.  (Steinbach):  HmoU-Symph.  v.  Schubert,  1.  Orchestersuite 
y.Moszkowski,  Eine  Faust-Ouvert.  v.  Wagner,  Bondinof. 
Blasinstrumente  v.  Beethoven. 

Mfllheim  a.  d.  R.  Geistl.  Musikauffilhr.  des  Organisten 
Hrn.  aus  derWiesche  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Mosebach 
u.  eines  gem.  Chors  unt.  Leit.  des  Hm.  Stronck  am  23.  Oct.: 
Chöre  V.  Eccard,  M.  Haydn  u.  S.  Bach,  Soli  f.  Ges.  v.  Ahle- 
Beimann  u.  Brahms  (Geistl.  WiegenL'ea)  u.  f.  Orc.  v.  S.  Bach 
(Phant.  u.  Fage  in  GmoU)  u.  Mendelssohn  (Fmoll-Son.),  so- 
wie freie  Choralphantasie  des  Vortragenden. 

München.  Conc.  des  Violinisten  Hrn.  Schörg  unter  Mit- 
wirk, der  Pianistin  Frl.  ten  Have  a.  Paris  am  29.  Oct. :  A  dur- 
Clav.-Violinson.  v.  C.  Franck.  Soli  f.  Clav.  v.  Saint-Saöns 
(Etüde- Valse)  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Vieuxtemps  (4.  Con- 
cert)  u.  A. 

Paris.  Colonne-Conc.  am  16.  Oct.:  61.  Aufführung  von 
Berlioz'  La  Damnation  de  Faust"  unt. Mitwirk.  desFrLPregi 
u.  der  HH.  Engel,  Fournets  u.  Ballard. 

Plauen  i.  V.  41.  Stiftungsfest  des  Musikver.  (Biedel)  unt. 
gesangsolist.  Mftwirk.  des  FrL  Gondar  a.  Leipzig  u.  des  Hm. 
Wünsche  v.  hier:  Tarantella  f.  Clav,  zu  vier  Händen  v.  Ni- 
cod6,  „Dithyrambe"  f.  Tenorsolo  u.  Chor  m.  Clav.  v.  Bruch, 
„Hansel  und  Grethel"  f.  Soli,  Frauenchor,  Clav.  u.  Declam.  v. 
F.  Hummel,  Liebeslieder  f.  Ciavier  zu  vier  Händen  u.  vier 
Singstimmen  v.  Brahms,  Tanzlieder  f.  gem.  Chor  v.Klef fei 
u.  Morley,  Altsoli  v.  H.  Kiedel  („Margarethe"),  Beinecke 
(„Klein  Anna  Kathnn"),  Franz  („Mei  Mutter  mag  me  net"), 
K  jerulf  („Des  Mondes  Silber  rinnt")  u.  A. 


Potsdam.  Conc.  der  Philharm.  Gesellschaft  am  SO.  Oct.: 
Esdur-Symph.  v.  Mozart,  „Medea" -Ouvert.  v.  Cherubini,  Solo- 
vorträge des  Frl.  Jordan  (Ges.,  „0,  süsse  Mutter"  u.  „Klein 
Anna  Kathrin"  v.  Reinecke,  „Stille  Einkehr"  v.  A.Werken- 
thin,  „Gute  Nacht"  u.  „Der  Frühling  wird  wach"  v.  E.  Mar- 
ke es  etc.)  u.  des  Hrn.  Masbach  (Clav.,  Prael.  v.  E.  E.  Taubert, 
12.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt  etc.). 

Schönlinde.  Conc  des  Männer- u.  Damengesangver.  „Con- 
cordia"  am  23.  Oct.:  „Frühlingsbotschaft"  f.  Chor,  Ciavier u. 
Harmon.  v.  Gade,  „Königin  Waldlieb"  f.  gem.  Chor  u.  Clav. 
V.  M.  Meyer-Olbersleben,  gem.  Chöre  v.  F.  Kretschmer 
(Sängermarsch),  H.  Jüngst  („Als  ich  betrübt  und  leidyoU 
war"  u.  „FrühUngszeichen")  u.  Th.Kränzl  („Ich  weiss  nicht, 
wie  es  gekommen"),  Tanzchor  f.  Frauenchor  a.  „Hansel  und 
Grethel"  v.  C.  Böhm,  Frauenquart.  „Hochsommer"  v.  M.  v. 
Weinzierl,  Solo  vortrage  des  Frl.  Walter  (Ges.,  „Ich  hör 
ein  Sichlein  rauschen"  u.  „Das  Mädchen  spricht"  v.  J.  25 eitler) 
u.  des  Hrn.  Lischke  (Viol.,  Dmoll-Conc.  v.Wieniawski)  etc. 

Schwerin.  Conc.  der  Singakad.  (Ballin^)  am  93.  Oct.: 
Gem.  Chöre  v.  S.  Bach  (Choral  u.  „Der  Geist  hilft  unsrer 
Schwachheit  auf"),  Mozart  u.  Bortniansky,  Psalm  23  f.  Frauen- 
chor V.  Brahms,  Solo  vortrage  der  HH.  Dierich  (Ges.,  Geistl. 
Abendlied  v.  Ed.  Kupfer,  „Heilige  Nacht"  v.  Ehe  in  berger 
u.  Psalm  26  v.  O.W  ermann)  u.  Balling  (Altgeige,  Largos  v. 
S.  Bach  u.  Leclair  u.  And.  v.  Nardini). 

Weimar.  1.  Abonn.-Conc.  der  grossherzogl.  Musikschule 
(Prof.  Müller-Hartung):  Cdur-Seren.  f.  Streichorch.  v.  Volk- 
mann, Jubelmarsch  v.  Meyer-Olbersleben,  Solovorträge 
der  Frls.  Ickel  v.  hier  (Ges.)  u.  Busse  a.  Breslau  (Clav.). 

Wernigerode.  Conc.  des  Chorgesangver.  unt.  Mitwirk, 
des  Sängerpaares  Schmidt(-K ohne)  a.  Berlin  am  20.  Oct.:  „Das 
Märchen  von  der  schönen  Melusine"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  u. 
Schlummerlied  für  Streichorch.  v.  H.  Hof  mann,  „Oberon"- 
Ouvert.  v.  Weber,  Vocalduette  von  Arn.  Krug  („Belauschte 
Liebe")  u.  Boieldieu,  Gesangsoli  v.  H.  Schmidt  („Waldruf"), 
Brahms  („Vergebliches  Ständchen")  u.  A. 

Würzburg.  1.  Conc.  der  k.  Musikschule  (Dr.  B[liebert): 
Columbus-Symph.  v.  Abert,  Ouvert.  zu  „Die  Geschöpfe  des 
Prometheus"  v.  Beethoven,  „La  Jota  aragonese"  f.  Orch.  v. 
C.  Saint-Saöns,  Gesang  vortrage  des  Frl.  Galfy  aus  Berlin 
(„Zwitschert  nicht  vor  meinem  Fenster",  Minnelicd  u.  „Du 
trägst  mich,  liebe  Kleine"  v.  F.  Beichmann  etc.).  —  Conc. 
der  Liedertafel  (Meyer-Olbersleben)  am  26.  Oct.:  Ciaviertrio 
(welches?)  V.  ßubinstein  (HH.  Meyer-Olbersleben,  Hussk  u. 
Stöhr),  gem.  Chöre  v.  Schumann,  Männerchöre  v.  Hauptmann, 
Zenger(Hirtenlied),  Podbertsky  („Andas  Meer"),  Koschat 
(„Karntnergmüath")  u.  Breu  („Frühling  am  Bhein").  Frauen- 
chöre  „Weihnachtsabend"  u.  „Die  Nymphen  im  Rnein"  m. 
Clav.  V.  Marschner,  Gesang  vortrage  des  Frl.  Heinig  a.  Leipzig 
(Lied  der  Loreley  v.  Meyer-Olbersleben,  „Lieb  und  Leid" 
V.  Hiller,  „Im  Mai"  v.  Franz,  „Wenn  lustig  der  Früh lings- 
wind"  V.  Umlauft  etc.). 

(^^  Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  tmbeaciUet  bleiben  l 

Engagements  und  GSste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Wie  verlautet,  ist  Frau  Moran-Olden  auf  die 
Dauer  der  Saison  als  Gast  in  der  Kroll'schen  Oper  thätig. 
Ist  dies  aber  der  würdige  Platz  für  diese  geniale  Künstlerin? 
Als  Eine  der  besten,  feinsinnigsten  Pianistinnen,  welche  unsere 
Zeit  aufzuweisen  hat,  erwies  sich  unlängst  in  einem  eigenen 
Concert  von  Neuem  Frau  Stern  aus  Dresden.  —  Gera.  Unter 
den  verschiedenen  Bewerbern ,  welche  sich  zu  der  vacanten 
Dirigentenstellun^  bei  der  hiesigen  angesehenen  Liedertai'el 
gemeldet  hatten,  ist  Hr.  Musikdirector  Graf  aus  Heidelberg, 
ein  vielseitig  gebildeter  Musiker,  gewählt  worden.  —  Meissen. 
Im  1.  Abonnementconcert  wurde  dem  hiesigen  Publicum  durch 
Hm.  Hofpianist  Wendling  aus  Leipzig  Gelegenheit  geboten, 
die  Vortheile  der  Janko-Claviatur  auf  einem  in  der  Tonfülle, 
namentlich  nach  der  Höhe  zu,  ausserordentlich  gelungenen 
Blüthner-Flügel  kennen  und  würdigen  zu  lernen.  Hr.  Wend- 
ling fand  mit  seinen  zum  Theil  ganz  frappanten  Vorti'ägen 
eine  wirklich  begeisterte  Aufnahme,  und  die  geniale  Neuerung 
des  Hrn.  v.  Jankö  feierte  einen  vollkommenen  Sieg.  — 
Paris.  Als  Valentine  in  den  „Hugenotten"  debutirte  dieser 
Tage  in  der  Grossen  Oper  Frau  Tanesy,  eine  Dame  von 
vortrefflicher  musikalischer  und  gesangucher  Bildung,  mit 
einer  gut  tragenden  und  wohlgeferbten,  wenn  auch  nicht  be- 
sonders schönen  Stimme.   —    Prag.    Jüngst  feierte  hier  der 


670 

Wiener  Piwiist  Hr.  Alfred  Grünfeld,  ein  Kind  unserer  Stadt, 
grosse,  wohlberechtigte  Erfolge  in  einem  eiKenen  Coscert. 
Die  g^Dzeaden  Vorzüge  seines  Spiels,  namentlich  die  seltene 
Modülationsfthigkeit  seines  Dona,  traten  Qberall  leuchtend 
hervor.  —  Zeitz.  Zu  dem  Vorwochen tlichen  Concert  dea  Con- 
certvereiuB  erbrachten  die  Sängerin  Frau  von  Enappstaedt 
und  der  Violinvirtuos  Er.  Arno  Hilf  aus  Leipzig  den  solisti- 
schen Glanz.  Frau  von  Euappstaodt  gebietet  über  imposante 
Stimnunittel  und  eine  vortreßUche  Behandlung  derselben ;  mit 

froeser  Coloreturfertigkeit  weiss  sie  ebenso  zu  brilliren ,  wie 
urcb  ihre  (3antilene  zu  erwärmen.  Hr.  Hilf  hat  die  Erwar- 
tungen, welche  seine  neuliebe  Biographie  in  diasem  Blatte 
angeregt  hatte,  vollständig  erfiült,  ja  noch  übeitroSen  durch 
sein  phänomenales  Spiet.  —  ZUiiCli.  Im  Stadttheater  deba- 
tirte  als  Aennchen  und  Page  Drbain  mit  sehr  freundlichem 
Erfolg  die  junee  Schweizerin  Frl.  Alice  Forster.  Für  den 
Janaar  steht  ein  Gastspiel  der  gefeierten  Bayreuther  Isolde 
Frau  Rosa  Sucher  aua  Berlin  in  Aussicht.  In  Hrn.  Lederer 
vrird  sie  einen  sehr  respectablen  Partner  in  ihren  Haapt- 
partien  vorfinden. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  6.  Nov.  „Kyrie"  v.  W.  Bnst. 
-Credo"  V.  J.  Bheinberger.  6.  Nov.  „Vertrauen  auf  Gott"  v, 
K.  Volkmann. 

OpemauffUhrungen. 

October. 
CoburBT.     Hoftheater:  3.  Hamlet.  6.  Der  Troubadour.  9., 
13.  u.  23.  Die  Königin  von  Saba.   16.  Wilhelm  Teil.    18.  Ca- 
valleria  rustioana.  30.  Der  Wasserti^ger.  37.  Die  jQ^n. 


Vermlsclite  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Von  den  für  den  verstorbenen  grossen  Meister  des  deat- 
Bohea  Liedes^  Robert  Franz,  veranstalt«ten  Gedäcbtniss- 
feiern   dürfte   ilie   des  Löwe-Vereins  in  Berlin  die  Erste 

giwesen  sein.  Dieselbe  bestand  ans  einer  die  Bedeutung  des 
eimgegangenen  würdigenden  Anrede  des  verdienten  Vereins- 
voraitaenden  Hm.  Dr.  Kunze  und  der  Ausführung  eines  pas- 
send zusammengestelltenj  meist.  Franz'sche  Lieder  enthaltenden 
Programms  durch  tüchtige  künstlerische  Kräfte. 

*  Die  städtischen  Behörden  zu  Halle  a.  S.  haben  be- 
schlossen, zur  Erinnerung  an  ihren  berühmten  Ehrenbürger 
Kobert  Franz  einer  Steasse   ihrer  Stadt  dessen  Namen  zu 

*  Im  Vestibüle  des  Fenice-Theaters  in  Venedig  wurde 
die  Bflste  Verdi's,  als  Seitenstück  zu  der  ßossini's,  auf- 
gestellt. 

*  Um  die  Lücke  auszufüllen,  welche  durch  den  Mangel 
einer  Opembühne  im  Musikleben  New-Yorks  entsteht, 
hat  Hr.  Damrosch  die  verzweifelte  Idee  gefasst,  mit  seinem 
^mphonie-Orchester  und  einem  eigens  gebildeten  Chore 
CToncertauffährungen  von  Opern  in  den  Sonntagscon- 
certen  zu  veranstalten,  und  dazu  Werke  von  Beethoven, 
Gluck,  Waener,  Bizet  und  Gounod  ausersehen,  welche,  soweit 
als  möglich,  in  englischer  Sprache  geenngen  werden  sollen. 


haben  keinen  grossen  0«danken  entwickelt.  Alles,  was  er- 
reicht ist,  sind  die  Einfügung  einiger  neuen  Classen,  Fest- 
setzung der  Schüleizahl  in  jeder  Classe  und  die  Einsetzung 
eines  Ünterrichtsrathes  zur  Ueberwachung  der  Studien  und 
zur  Au  frech  terhaltung  der  Disciplin,  Auch  ist  festgesetzt 
worden,  dass  die  Professoren  des  Instituts  mit  dem  70.  Lebens- 
jahre in  den  Ruhestand  zu  treten  haben. 


•  In  Leipzig  wurde  kürzlich  ein  Verein  deutscher 
Pianofortefabrikantengegründet,  welcher  den  Schute  and 

das  Gedeihen  dieser  Kunstbranche  bezweckt.  Derselbe  hat 
seinen  Sitz  in  Berlin,  1.  Vorsitzender  ist  Hr.  Hofpianoforto- 
fabrikant  Bechstein  daselbst,  aU  dessen  Stall  Vertreter  worden 
die  HH.  Hofpianofortefabrikant  J.  Blüthner  in  Leipzig  und 
Piano fortefabrikant  Ad.  Schiedmayer  in  Stuttgart  gewählt. 

*  Die  neue  Tonhalle  der  Neuen  Tonhalle-Geaellschaft 
zu  Zürich  wird  nach  den  Plänen  der  Architekten  HH.  Fell- 
ner &  Helmer  in  Wien  gebaut  werden.  Mit  diesem  Neubau 
wird  einem  längst  gefühlten  Bedürfniss  des  dortigen  regen 
Musiklebens  endlich  abgeholfen. 

•  Die  im  Covent  Garden -Theater  zu  London  inmitteD 
einer  italienischen  Opernstagione  in  vor.  Woche  unter  Leitung 
des  Hm.  Armbruster  und  Mitwirkung  des  Frl.  Panline  Gra- 
mer von  dort  und  des  Hrn.  Oberländer  aus  Carlsruhe  in  den 
Titelpartien  stattgehabten  zwei  Aufführungen  von  Rieh.  Wag- 
ner's  „Tristan  und  Isolde"  waren  trotz  verschiedener  TJnvoQ- 
kommenbeit«n  derselben  reich  an  Erfolg  fQr  das  Werk. 

*  Im  Stadttheater  zu  Hamburg  war  die  neueste Opern- 
novitat  wieder  ein  ausländisches  Opus:  „Manon"  von  Mas- 
senet.  Von  einem  durchschlagenden  Erfolg  wird  nicht 
berichtet. 

•  Mascagni's  „Freund  Fritz"  gdangte  am  5.  Nov.  in 
Odin  zur  Premiere  und  wurde  freundlich  aufgenommen. 

•  Das  Grand-Thöätre  in  Lyon  wurde  am  10.  Nov. 
mit  den  „Hugenotten"  eröffnet,  doch  musste  unter  lebhaf- 
testen Missfallensbezeugungen  des  Publicums  die  Aufffthrung 
abgebrochen  werden. 

•  Das  Stadttheater  zu  Elberfeld  hat  zu  baldiger  Auf-, 
fühmng  die  neue  Oper  „Jago"  von  Georg  Bauchenecker 
angenonunen. 

*  Die  Zeitungen  melden,  dass  das  Berliner  Philharmo- 
nische Orchester  mit  Hm.  Dr.  H.  v.  Bülow  als  Dirigen- 
ten nächstens  einen  Goncertausflug  nach  Wien  und  Möndien 
unternehmen  werde.  —  Wie  der  ständige  Oapellmeister  dieses 
Orcbesters  Hr.  Herfurth  heute  annoncirb,  muss  er  ausG«- 
Bundheitsrtlcksichten  diesen  Posten  demnächst  aufgeben.  Er 
sei  bei  entsprechenden  Vacanzen  der  Beachtung  empfohlen! 

*  Von  den  beiden  neuen  Dirigenten  der  Philhar- 
monischen Conoorte  zu  Berlin,  den  HH.  Hans  Richter 
aus  Wien  undMaszkowskiaus  Breslau,  hatte  sich  der  Erster« 
einer  allgemein  begeisterten  Anerkennung  zu  erfreuen,  wäh- 
rend bei  Hrn.  Maszkowski  die  Meinungen  m  der  Presse  stellen- 
weise ganz  gegensätzlich  sich  äusserten;  das  Richtige  möchto 
wohl  in  der  Mitte  liegen. 

*  Der  Componist  Alberto  Francbetti  hat  mit  einer 
Summe  von  50,0C0  Frcs.  eine  Christoph  Colnmbna-Stif- 
tung  zum  Besten  der  Kinder  von  Seeleuten  begründet. 

Todtenltste.  Michel,  Director  der  Muntcipalmusik  in 
Bastia,  f  daselbst.  —  E.  W,  Thomas,  Chormeister  der  Liver- 
pool Philharmonie  Society,  fi  ^9  Jahre  alt.  —  F.  Hervä,  Ca- 
pellmeister  und  Operettencomponist  in  Paris,  ti  ö7  Jahre  alt, 
am  4.  Not. 

Zup  geff.  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  g^di&ft- 
liehen  Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Euleitburg  [als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertret«rs  anderer  Goncert- 
agenturen)  zu  bedieneu  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gei^llige  dlrecte 
Zusendung  der  Blllets  an  uns  gebeten. 

^^'p^'fr  Die  Redaction  des 


1 


„Nasikalischen  ffochenblattes". 


Brie  f  l£  asten. 


£.  D.  in  Z.  Wir  sind  ganz  Ihrer  Meinung,  dass  die  auf 
Irreitihrnng  des  Publicums  abzielende  Erfindung  und  prak- 
tische Ver  wer  thung  von  Autornamen,  dieallgemem  bekannten 
sehr  ähnlich  klingen,  als  Schwindel  anzusehen  ist. 

W.  K.  in  0.  Wir  hoffen,  Ihnen  In  n.  N.  die  Lösung  der 
eingesandten  Aufgabe  ,"l.:i__  _._  i_-, 


nittheilen  zu  können. 


C.  y.  H.  in  F.  a.  M.  Ihre  so  gerechte  Inschutznahme 
der  HH.  Theatercapellmeister  Goltermann  und  Rumpel,  denen 
man  bei  der  Wahl  eines  neuen  Dirigenten  der  von  Dessoff 
ins  Leben  gerufenen  und  geleiteten  Tneater-AbonnementcoD- 
certe  Hrn.  Dr,  B.  Scholz  vorgezogen  hat.  ist  leider  im  Aas- 
druck zu  schroff,  als  dass  wir  sie  abdrucken  könnten. 


0 
671 


Anxelflren. 


Aufruf! 


\ 


In  Förderang  eines  schon  vor  20  Jahren  durch  den  mit- 
unterzeichneten  Musiklehrer  G.  Neumann  in  Königsberg  i.  Pr. 
in  einer  Brochure,  in  Musikzeitungen  und  Organen  iilr  BÜnden- 
unterricht  angeregten  Gedankens  hat  sich  in  der  Hauptstadt 
der  Provinz  Ostpreussen,  dem  leuchtenden  Beispiele  grosser 
Städte  im  Auslände  folgend,  ein  Gomitö  gebildet,  um  auf  Grün- 
dung einer  in  einer  deutschen  Hauptstadt  zu  errichtenden 
Hochschule  der  Musik  ftir  Blinde  hinzuwirken.  Dasselbe 
wendet  sich  an  alle  Diejenigen,  welche  für  das  edle  Unter- 
nehmen, die  Geisteskrärbe  unglücklicher  Blinder  zu  ihrer  ge- 
deihlichen Existenz  nutzbar  zu  machen,  einzutreten  und  an 
diesem  Werke  durch  Bildung  von  Ortsausschüssen  mitzuhelfen 
bereit  sind. 

Eine  nur  mit  Anwendung  des  schriftlichen  Verfahrens 
mögliche,  gründliche  Vorbildung  kann  weder  an  Blindeninsti- 
tuten,  welche  für  die  Kategorie  der  geistig  gering  beanlagten 
Blinden  berechnet  sind,  noch  an  Anstalten,  die  fhr  Sehende 
bestimmt  sind,  und  ebensowenig  im  Privatimterrichte  erwor- 
ben werden.  Da  aber  bei  musikalischer  Begabung  die  Musik 
ftlr  den  Blinden  die  einzige  von  ihm  zu  erreichende  höhere 
Lebenssphftre  bildet,  in  welcher  er  mit  gutem  Erfolge  die 
Goncurrenz  mit  sehenden  Gollegen  bestehen  kann,  so  tritt  an 
alle  mit  dem  Unglück  der  Blindheit  mitfühlenden  Menschen- 
freunde die  Püicht  heran,  dem  dazu  qualificirten  Theile  der 
Blinden  zur  zweckmässig  gründlichen  Ausbildung  zu  ver- 
helfen. 

Das  Oomitö  wendet  sich  daher  an  alle  diejenigen  geehrten 
Leser  dieses  Aufrufs,  welche  mitzuhelfen  bereit  sind,  mit  der 
Bitte,  ihre  desfaUsige  Absicht  dem  mitunterzeichneten  George 
Neumann,  Königsberg  i.  Pr.,  Oberhaberberg  93 ,  als  Secretair 
des  Comit^  geflllligst  anzeigen  zu  wollen.  Die  gleiche  Bitte 
ergeht  an  diejeni^n  mildthätigen  Blindenfreunde,  welche  ihre 
Mithilfe  durch  einmalige  Gaben  oder  in  anderer  Weise  be- 
kunden wollen.  [1260.] 

Auch  bittet  das  Comitä  die  geehrten  Herren  Redacteure 
aller  grossen,  in  weiten  Kreisen  gelesenen  Zeitungen,  diesen 
Aufruf  gefälligst  au&ehmen  zu  wollen. 

M.  Becker,  Bon, 

Geh.  Gommerzienrath.  Generallandschaflsdirector. 

Cornill,  Eilsberger, 

ordentl.  Professor  der  Theologie.  Consistorialrath. 

Ellendt,               Dr.  Kretschmer,  0.  Neumann, 

Justizrath.     Begierungs-  und  Schulrath.  Musiklehrer. 
Obervorsteher  der  musikalischen 
Akademie. 


Der  mit  dem  Wirkungskreis  des  Berliner  Philhar- 
monischen Orchesters  verbundene  Sommeraufenthalt  in 
Scheveningen  ist  meiner  Gesundheit  so  wenig  günstig, 
dass  ich  dadurch  veranlasst  worden  bin,  meine  jetzige 
Stellung  bis  1.  Mai  1893  aufzukündigen.  Von  diesem 
Zeitpunct  ab  oder  später  suche  ich  eine  anderweitige 
Thätigkeit,  vorzugsweise  als  Dirigent  von  Symphonie-  und 
Oratorienconcerten.  [1261c.] 

Berlin  S.W.,  Grossbeerenstrasse  61,11. 

Rudolph  Herfurth. 

Capellmeister  des  Philharmonischen  Orchesters. 


Für  Componisten. 

Eine  vorzügliche  einactige  Operndichtung   (go 

schichtlicfa,   tragischer  Stoff)  habe  ich  zu  vergeben. 
[1262.] 

Bodo  BopcbePSf  Leipzig. 


Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau. 

erscheint  soeben:  [1268.] 

ein  mvit%  3eni»cn  ^  ^Ibmit^ 

Lieder -Album 


von 


Sammlung  von  12  GesSngen  für  eine  Singstimme 
mit  Begleitung  des  Pianoforte. 

H tt  deutschem  and  ena^llsehem  Text. 

Ausgrabe  fflr  hohe  und  für  tiefe  Stimme.  Preis  ä  S  Mk. 

Die  Lieder  sind  aus  den  letzten  Werken 
Adelf  Jensen'«  entnommen. 

Inhalt:  1.  Mein  Herz  ißt  im  Hochland.  —  2.  Einen 
schlimmen  Weg  ging  gestern  ich.  —  8.  John  Anderson,  mein 
Lieb.  —  4.  0,  sSi  ich  auf  der  Haide  dort.  —  5.  Wenn  durch 
die  Piazzetta.  —  6.  Leis  rudern  hier,  mein  Gondolier.  — 
7.  Die  Bowle  fort.  —  8.  Wiegenlied.  —  9.  Mutter,  o  sing 
mich  zur  Buh.  —  10.  Perlenfischer.  —  11.  Auf  den  Bergen. 
—  12.  Heimathglocken.  • 

In  demselben  Verlage  sind  erschienen: 

Lassen -Album. 

54  Lieder  und  Gesänge  mit  Pianoforte  in  3  Bänden 

«  3  IVIk. 

Ausgaben  für  hohe  und   für  tiefe  Stimme. 
Mit  deutschem  und  englischem  Text. 

Ferner: 

Lieder-Albnm  v«.  P.  E.  Lange-Mflller. 

45  Lieder  und  GesSnge  mit  Pianoforte  in  3  Bänden. 

Preis  &  Band:  3  Mk. 


Verlag  von  E.  M^.  Fritzsok  in  Leipzig. 


74  Einderlieder 


fOr  eine  Singstimme  mit 
Clavlerbegleitung 

von         [1264.] 

Guido  Nakonz. 


2  eleg.  cartonnirte  Bände  &  8  M.  netto. 


Bei  F.E.C 

soeben : 


in  Leipzig  erschien 

[1265.] 


Lieder 


von 


Robert  Franz 


für  MännePChOP  eingerichtet  von 

J  o  H  e  f     3P  e  m  1>  »  11.  X*. 

1.  ]>er  ISicliwald:  „Ich  trat  in  einen  heilig  düstem  Eich- 

wald" von  Nicolaus  Lenau.    (Op.  51,  Wo.  1.) 

Partitur  und  Stimmen  (ä  16  /4)  •    .     •    Ji  1,20. 

2.  O  Herz  in  meiner  Brast:    „Das  Vöglein  auf  dem 

Baum"  von  0.  Mayer.    (Op.  51,  No.  4.) 

Partitur  und  Stimmen  (^  15  /i^)  .     .     .    Ji  1,20. 

3.  ,9Dle   schönen  An^en  der   Frühltngfsnacht** 

von  Heinrich  Heine.     (Op.  51,  No.  5.) 

Partitur  und  Stimmen  (&  15  /«§) .    .    .    M  1, — . 
(Wird  fortgesetzt.) 


B 


I  Wilhelm    Hansen's   Verlag.    Leipzig,  p 
Zu  Concertaufführungenl 

Ägnete  und  die  Meermädchen. 

(Apete  and  the  Memaiiisj 

G.><iicbt   von    H.   C.   Andersen. 

Für  eine  Solostimme,  Frauenchoru.  Orchester 

Niels  W.  Gada. 

I   Partitur  Jt  2,30.  ho.     Orchesteretinimen  M  4,—.  no. 

'  (Vidliiie  1,2,  Viola,  Violoucell,  ßiiss  je  30 /ij  netto.)  ' 

'    ChorBtimmBu(SQpran  1,2,  AltJB40  4).     Solostimme 

(Sopran)  50  i^.      OlavierauBKag  .M   1,80. 

„Der  Chorgesan?"  v.  iri./lS9a:  Eine  der  reizend- 
sten   Blüthen    aus    dem    Füllhorn    des    verklilrten 
-,—    nordischen    Meisters.      Nach    kurzer    Instrumental- 
<^j    einleitung  (kleines   Orchester)    beBiiint    ein    anrau-    jK 
"■"^    thiges  Wiegenlied.     Daran  reiht  sich  ein  drelstim- 
niiges    Lied   der    Meemiftdchen.     Das    Wiegenlied 
heginnt  von  Neuem,  fortgeführt  von  dreistimmigem 
Gesänge,    nnd    so   geht  das  liebenswürdige  duftige 
Stück  KQ  Ende.     Wir  machen  auf  dieses  Blümchen 
„Wunderhuld"  ganz  hesondera  aofmerksani. 


:  2  Lustspiel-Ouvertüren  I 

(für  grosses  oder  kleineres  Orchester 
ausführbar). 

;  1.  Nariotta. 

'  den  2  H. 

in.  Nordische  SenDfaiirt.  Irr»'.i° 

Ciavierauszug'  zu  vier  Händen  2  H. 

Studien-Werke  für  Violine 

von 

Henry  Schradieek. 

Op.    1.     22  Studien  für  Violine. 

Heft  I    {No.   1  —  13).     h  Jim  4,. 
Heft  II  (No.  14—25).     5  Ji. 
—  —  Perpetuum  mobile    für   Violine    (No.  22   auB    den 
Studien  Op.  1)  mit  Begleitung  des  Pianoforte.   1  ^  50  4 . 
Op.  2.     Der  junge   Violinspieler.      Leichte    Stücke    für 
Violine  mit  Begleitung  einer  zweiten  Violine. 
Heft  I  {No,  1-8).     3  Jt. 
Anleitung    zum   Studium    der   Accorde   für   Violine   (zum 
Gebrauch  am  k.  CouBervatorium  der  Husik  zu  Leipzig). 
2  ^. 
Tonleiter- Studien  für  Violine  (zum  Oebraucb  am  k.  Gon- 
aervatorium  der  Musik  zu  Leipzig).   3  Jt 

[1267.] 

Leipzig.  Fr.  Kistnep. 


Soeben  ist,  erachieneB:  [1268.] 

Vei'zeicliriiss 

Jlnsikalicn-Verlages 

lärtel  in  Leipzig, 

I.    Alphabetischer  Theil   mit   Nachträgen  bis 
nur  Gegenwart.     Preja  H.  3,—. 
(II.    Sj-sCamMiiiuliei  Tbeil  nater  iIbt  Ffuhp.) 


Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 

Compoeitioneii 

von  fl; 

Willy  Eehberg. 

I  Sonate  iDdur)  för  Pianoforte  und  Violine,   Op.  10.  1 
I  M.  ."),—.  ' 

I  BomanzefttrViolonc»llmitPianofort«,Op.I9.  M.ljSO. 
Ausgabe  für  Violine  mit  Pianoforte,  bearbeitet 
von  Hans  Sitt.     M.  I,ß0.  ' 

J   Concertwalzer  für  Ciavier,  Op    13.    M.  340. 

Feetmarsch  für  Cla vier  zu  vier  Händen,  Op.  14.  M .  2,— 
I  Barcarole  für  Ciavier,  Op.  16.    M.  1,80. 
I  OeisÜiohes  Lied  „Glücklich,  wer  auf  Gott  vertraut' 
für  gemischten  Chor.    Part.  u.  Stimmen  M.  1,60. 
Part.  M.  1,—.    Stimmen  ä  15  Pf. 

d  HiulkftlieiüuncUBiic,  MwlB  | 


Verlag  von  Heinp.  Petersen  in  Leipzig. 

Hohmann,  Praktiscbe  Vioilnschnle. 

Nen   revidirte    Ausgabe   von   Han»    Sltt, 

Lebrer  am  k,  Conservatorinm  der  Musik  zu  Leipzig. 
Hit  englischem  und  deutsebem  Test. 

Preis  3  Mark.  [1270.] 

TorrMhlc  1b  allen  naKlkAlIenhandlDMceM. 


Gelegenheitskauf 

AuB  dem  Nachläse  eines  Musikers  ist  eine    | 
vorzüglicli  erhaltene  [1271f.] 

ecM  Hai.  9eige 

mit   Gapantiesohein   aehr    preis-  | 

■lePth  zu  verkaufen. 

Cef.  Anfragen  zn  richten  wa  die  Musikalien- 
handlung von  Stern  &  Ollendorif,  BeriinW., 
PotsdamerBtrasse  No,  27b. 


[1372.]       Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  In  Leipzig. 
Piutti,  Carl,  Op.  S.    Drei  Interludien  für  OrgeL    jV  2,26. 


Vetlne  »on  BREITKOPF  &  HARTEL,  Leipzig. 

T\eutscher  '*<«^i^'^'^ 


Liederverlag. 


Soeben  erschien; 


■V   rtnitBkittm  imattgaaueh  und  pottfrti.  -9% 

Neuer  Verlag  von  Ries  &  Erier  In  Berlin. 

[1274, 

Wilhelm  KienzI,  Daheim! 

7  ClavierstUcke.    Op.  43.    M.  2,50. 


1 1275a.) 

icm  Ott  einet?  31 

itrfnltl  «dtocn   Ift,   bcm  taa^Vm  Wie  bai 
m'Wt  ra«f*)  auf  ba«  birlnafuBlif;  mit  nnb 


Die  Lieder  ftlterer  und  neuer  Tonsetzep 

für   eine    Singstimme    mit    Pianoforte. 
Sopran  No.  lOOl— 1360,  2001—3360.    Mezzosopr.  No.  1861— 
1560,  2351—2560.     Alt  No.  1661—1600,  9551—2660.      Tenor 
No.  1601—1800,  2661- 28Ö0.    Bariton  No.  1801— 1960,  2861- 
2980.    Bass  No.  1961-2000,  2951—3000.  [1273— .J 

■  <'   -    HeftaDSfabe  Je  H.  1,—.    — ->- 


21> 

^^  ^^    »«iiu.  ,, ,  . 

Ottrjnigl,  BoS  ti  ttnt  gtoie  ^ututill 

_.  Jniiiiiti.  »MntiiiL  rrtiHli. 

•)«,»<™ni,l(loi!l(tii*iir(ii.TOclobi((ii(i*oS.*ji;ilb(QBllbtr»oo,(»n«T. 

-  ÜBunaWu*.  88   tftliK  BiUbtn  oon  Sittnfl.  Siflmlll.  Moff  u.  a. 

Stit  ».  Sdiinalm«  Xitiillitdi  übunarn.    l  .A 

-  Kra  tut  «unllftrtlgrdi.  iM  nrött«  atflhfn  Boit  IIem(ntt,  Biamn, 

"^^oriflgHc^eg  tounflgma*eria[!     Dr  txtt\a-ti^tt. 

^^      Stelngrfiber  Verlag,  Leipzig. 
Verlag  von  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 

Neue  Oper. 
Harald  und  Theano. 

Oper  in  Tier  Aa&figen.     Dichtung  Ton  Felix  Doltn. 

MoBik  von  [1276b.] 

C.  Ad.  Lopenx. 

Vollst&adierer  ClavlerauBzug  mit  Text  15  J(. 
Textbuch  60  ^. 
g^  Vom  kfinlgl.  Hoftheater  In  Hannover  zur  Auf- 
fOhrung  angenommen. 

Die  Kritik  sagt  unter  Anderem:  Lorenz  bekundet  in  die- 
sem Werk  nicht  nur  eine  reiche  Erfindung,  einen  Reichthnm 
an  Melodien,  nie  er  heutzutage  selten  ist,  sondern  auch  — 
□nd  das  ist  oei  einer  Oper  beinahe  das  Wesentlichste  und  ihr 
Lehen  Clabende  —  eine  Kraft  der  dramatischen  Gestaltung 
Dnd  der  Charakterzeichnung,  die  ihn  in  die  erste  Reihe  der 
Componisten  stellen.  Bei  Gelegenheit  der  Aufführung  durch 
den  Musikverein  in  Stettin  nahm  das  Publicum  das  Werk  mit 
Begeistenuw  auf  und  der  Dichter  dankte  dem  Componisten  in 
fenrigaten  Worten. 

Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

Beliebtestes  Sammelwerk  fflr  Violinspieler. 

Band  l/ll  [1277«.] 

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Ihrer  Haj.  der  Esiaerin  von  Deatscbland  and  KQntgin  von  Prenssen, 
Ihrer  Uaj.  der  ESnlgin  von  England, 

Sr.  Eaiserl.  nnd  EOnigl.  Hoheit  des  Eronprinzen  von  Dentschland  nnd  von  Prensaen, 
Sr.  ESnigl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  PrenBien, 

Sr.  EQnlgl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh.  (lass.] 

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Scarlatti,  Pastorale 

Hozart,  Adagio 

Pergoleee,  Nina  (Tre  giorni)  Canzonetta 

Nardini,  Larghetto 

Oinck,  Oavotte  aus   „Iphigenie  in  Aulis" 

Martini,  Gavotte 

Schumann,    Träumerei  ans  den  Einderscenen 
Hozart,  Larghetto  aoB  dem  Clarinetten -Quintett 
Rarnean,    Gavotte   ans   nl^^r  BubmesCempel" 

Schumann,  Schlummerlied 

Gluck,  Gavotte  aua  „Alceete" 


B.  SOHOTT's  SÖHNE,  MAINZ. 


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und  Oratoriensftngerin  (Sopran). 
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Leipzig»  am  17.  November  1892. 


BUrt  dUtlitkl  BUl-,  KUH- 

m  imüiinkuiiuni,  uwu 

iinl  Uli  tmmt 


Verantwortlicher  Bedacteur  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisoh, 

Leipzig,  KÖDlgHirawe  6. 


fit  du  IllltllllChl  f  Dcliitlin 

taüiiuDii  luimiiEei  iiu  u 
Esduiiu  H  adiMlni. 


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XXm.  Jahrg.] 


Dm  HutiV&lische  Wocheoblktt  enaLeint  j&hrlich  in  53  NnrnmeTD.  Der  Äbonnementsbetrag 
fQr  du  QunrUl  von  13  Nummern  iat  3Muk;  eine  einielne  Nummer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
diiecter  fnuikirtar  Krensbandiiendaag  treten  nachstehende  vierteljahrliche  Abonnementa- 

Seise  in  Kraft:  2  Mark  ÖO  Pf.  fflr  das  Dentsche  Reich  und  Oeaterreich.  —  2  Mark  75  Pf, 
r  weitere   L&nder  des   Allgemeinen  PoetvereinB.  —  JahraaabonnRmenta   werden  unter 
Zxtfraadelegaaa  vorstehender  BMngabedin^ngen  berechnet. 
a  tflr  den" 


„    flhrec  rar  den  Banm  einer  geepaltenen  Fetitceile  b'^tngen  30  Pfenn 


rennige. 


[No.  ff. 


t  Dt.  Hitga  Steinann'B  PhrutmiBSTefOim.    Von   Dr.  Ou-l  Fnclu.    (FartsetEnnK.)    — 
_  n.._..w.._..i...  .     ibigueinenU  und  OMUpIela  in  Oper  nnd  Cowwrt  ~  Kirchen- 
tlieiliuisen  und  Netlsen.    —   Krittaolier  Anhug:  BScher  nnd 
-  Anzci^B. 


FUnhIg  Thesen  und  Aphorismen  zur  VentSndigung 
Ober  Dr.  Hugo  Riemann's  Phraslrungtrefbrm. 

Von  Dr.  Carl  Fachs. 

(Fortfietsang.) 

41.  Die  Wirkung  pbrasirten  Vortrages  im  Unter- 
acbiede  vom  blossen  Notenspielen  hat  eine  Grenze  an  der 
Grösse  des  Baumes  und  der  ZnböierscbaH,  namentli^  im 
Concertsaal.  Jenseits  dieser  Grenze  entzieben  Wirkungen 
der  Pbrasiruug  sieb  der  Wabmehmbarkeit,  and  ancb  der 
Zuhörer  bört  nicht  mehr  individuell  zu,  wenn  Ibrer  all- 
zuviel (z.  B.  aber  500)  sind,  er  füblt  sich  dann  in  die 
Hasse  aufgehen,  er  wird  „Heerdentbier". 

42.  Auch  ohne  Verschulden  des  Spielers  kann 
ein  phrasirter  Vortrag  vorläufig  leicht  den  £Sndmck  machen, 
als  ob  er  zu  empfindlich  delaillire,  denn  die  Virtuosen 
haben  dafür  gesorgt,  dass  das  Pablicnm  gegen  das  blosse 
Notenspielen,  gegen  den  „egalen"  Stil  oder  was  man 
franeSsisch  trop  uni  nennt,  unempfindlich  geworden  ist 
oder  dass  es  dergleichen  fiir  schön,  fär  klar,  für  objectir 
u.  dgl.  hält. 

43.  Es  ist  ungerecht  und  tbdricht,  Jemandem,  der 
die  Forderungen  der  Phrasirung  kennt  und  sich  in  ihnen 
bekennt,  indem  er  ihre  Vorzüge  darlegt,  deshalb  der  Än- 
nnuusuug  zu  zeihen,  dass  er  den  Anspruch  mache,  jene 
Anforderungen  allezeit  zu  erfüllen,  diese  Vorzfige  also 
allesammt  zu  besitzen  and  mithin  besser  eq  spielen,  als  alle 
mit  Recht  oder  Unrecht  Berähmten  zusammengenommen. 
Der  Hohn  in  letzterer  Bicbtnng  besonders  ist  zu  wohlfeil, 
als    dass  ich  ihn  nicht  sowohl   als  Schriftsteller,   wie  als 


Pianist  hatte  erfahren  sollen,  wie  es  gleich  an  der  Schwelle 
meiner  Tb Uigkeit  für  die  Pbrasirung  von  Seiten  mehrerer 
Becensenteu  geschehen  ict.  Ich  bin  auch  ferner  darauf  ge- 
fasst.  Dem,  der  zum  ersten  Mal  dieser  Sache  gegenüber- 
tritt, ist  Viel,  fast  Alles  an  Irrthnmem  und  Vorurtheilen 
zu  verzeihen,  —  das  Jahrhundert  entschuldigt  ihn.  Was 
wird  dieses  plebejische  19,  Jahrhundert  ohnedies  nicht 
Alles  entschuldigen  müssen!  Kritiker  hätten  allerdings 
die  Pflicht,  nicht  ohne  alle  vorhergegangene  ernstliche 
Information  zu  urtheilen.  Und  was  die  Person  betrifil, 
so  muss  man  sie  auch  da  noch  menschlicher  Weise 
schliesslich  von  der  Sache  trennen,  wo  man  die  Sache 
von  der  Person  fordern  darf,  Oder  sollen  wir  etwa  durch- 
aus auf  Die  warten,  die  von  der  Phrasirung  sprechen 
wollen,  ohne  persdnllch  Erfahrung  davon  und  Uehung 
darin  zu  besitzen? 

44.  £s  ist  dafür  gesorgt,  dass  die  Bäume  nicht  in 
den  Himmel  waclisen.  Es  gibt  Mängel  genug,  die  ein 
correct  phrasirter  Vortrag  noch  haben  kann,  und  ich  habe 
de  selber  im  Scblnsscapitel  meines  Buches  „Die  Freiheit 
des  musikalischen  Vortrages  im  Einklänge  mit  Riemann's 
Phrasirungslehre"  aufgezählt.  Schon  Alles,  was  Elang- 
phantaüe  beisst,  liegt  ausserhalb  der  Phrasirung  von  FM 
zu  Fall 

45.  Den  Künstler  bindert  Nichts,  den  Werth  seines 
Vortrages  so  hoch  über  der  Phrasirung  und  so  tief  im 
eigenen  Inneren  zu  suchen,  wie.  er  will,  kann  und  soll. 
Das  Thor  ist  ja  weder  der  Weg,  noch  das  Ziel,  und  es 
wird  nicht  mehr  behauptet,  als  dass  der  Weg  zum  Rich- 
tigen und  also  auch  zum  Schonen  nnr  durch  dieses  Thor 
(der  Erkennlnisa,  wenn  auch  sozusagen  der  empfindenden, 
wortlosen  Erkenntnies  einem  fertig  pbrasirten  Text  gegen- 


678 


über)  beschritten  werden  kann.  Ob  der  Wanderer  das 
Ziel  erreicht  oder  Mrie  nahe  er  ihm  kommt,  das  hängt 
immer  davon  ab,  was  Mutter  Natur  und  Vater  Fleiss 
ihm  in  den  Tornister  gethan  haben,  —  vor  der  Oeffent- 
lichkeit  spielen  dann  noch  der  Dämon  Zufall  und  die 
Elfe  Stimmung  mit. 

46.  Zur  musikalischen  Wirkung  eines  Vortrages  ge- 
hören Zwei:  Einer,  der  das  Werk  gibt,  wie  er  das  Er- 
kannte empfindet,  und  Einer,  der  es  mitthätig,  willig  und 
mit  empflüiglichem  Sinne  aufnimmt.  Es  ist  nicht  gleich- 
giltig,  wer  zuhört,  und  der  Zuhörer  ist  ungerecht  gegen 
den  Vortragenden,  der  von  Stücken,  die  ihm  oder  die  all- 
gemein bekannt  sind,  ein  auf  Tradition,  Gewohnheit, 
Autorität  oder  selbst  auf  eigener  Auffassung  beruhendes, 
vielleicht  auch  durch  Erinnerungen  liebgewordenes  Bild 
in  der  Meinung  mitbringt,  dies  sei  ein  unumstössliches 
Normalbild,  wonach  er  urtheilen,  wohl  auch  verurtheilen 
dürfe.  Ein  voraussetzungslos  williges  Ohr  darf  der  Künstler 
vom  Zuhörer  verlangen. 

(Schluss  folgt.) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Hannover,  im  November. 
Sehr  geehrter  Herr  Fritzsch! 

Der  Erste  meiner  Mosikberichte  trifit  in  dieser  Saison 
später,  als  gewöhnlich  ein.  Die  Schuld  ist,  dass  sich  der 
Beginn  der  hiesigen  Goncertsaison  verzögerte  und  dass  ausser- 
dem nicht  viel  Aussergewöhnliches  hervorgebracht  wurde. 
Hannover  scheint  überhaupt  im  Rückschritt  in  masikalischer 
Beziehung  zu  sein,  d.  h.  qualitativ,  denn  den  Concertankün- 
digungen  nach  zu  urtheilen,  wird  die  Zahl  der  Ck>ncerte  in 
dieser  Saison  grösser,  als  in  den  früheren  Jahren  sein.  Was 
bis  jetzt  geboten  wurde,  und  wie  die  Verhältnisse  Überhaupt 
hier  liegen,  das  Alles  lässt  keine  zu  grossen  Ho&ungen  auf- 
kommen. Grössere  nennenswerthe  Concerte  fanden  eigentlich 
nur  Zweie  statt,  und  zwar  das  1.  Abonnementconcert 
der  k.  Oapelle  und  dasjenige  der  Hannoverschen  Musik- 
akademie. Das  Erstere,  unter  Leitung  des  Hm.  Oapell- 
meister  Kotzky,  enthielt  im  Programm  die  Symphonien  in. 
D  dur  von  Haydn  und  in  Bdur  von  Beethoven,  Lieder  vortrage 
der  Frau  Beck-Radecke  und  Harfensoli  des  Kammer- 
virtuosen Yizthum,  beide  Solisten  von  hier.  Ein  neues 
Werk  suchte  man  vererebens  auf  dem  Programm.  Frau  Beck 
bewährte  sich  als  treffliche  Liederinterpretin ,  und  Hr.  Viz- 
thum  bewies  in  seinem  Spiel,  dass  er  den  Titel  „Kammer- 
virtuos" mit  Berechtigung  trä^t. 

Der  oben  erwähnte  Oratorienverein,  welcher  bis  dato  von 
den  Capellmeistem  der  hiesigen  Oper,  zuletzt  von  Hrn.  Kotzky, 
geleitet  wurde,  hat  sich,  nachdem  der  Letztere  dieses  Amt 
niederlegte,  einen  Dirigenten  von  auswärts,  und  zwar  Hrn. 
Capellmeister  Josef  Frischen  engagirt. 

Infolge  dieses  Wechsels  war  in  der  „Elias"-AuffÜhrung 
auch  nicht  die  k.  Capelle,  sondern  die  des  Füsilierregiments 
Generalfeldmarschall  Albrecht  von  Preussen  No.  73  mit- 
wirkend. Betheiligte  sich  diese  Gapelle  auch  lobenswerth, 
so  Hess  doch  der  lUang  der  lustrumente  an  edlem  Charakter 
Viel  zu  wünschen  übrig;  und  es  bleibt  deshalb  diese  Ver- 
änderung sehr  zu  bedauern.  Mit  der  Aufführung  des  ^Elias" 
führte  sich  Hr.  Frischen  als  Dirigent  gut  ein,  denn  dieselbe 
gine^  glatt  von  Statten,  und  auch  sonst  fehlte  es  nicht  an 
wirksamen  Momenten.  Ob  Hr.  Frischen  eine  musikalische 
Kraft  sein  wird,  das  hiesige  Musikleben  auf  höhere  Stufe  zu 
bringen,  bleibt  zu  hoffen,  jedenfalls  bietet  ihm  seine  Stellung 


Gelegenheit,  dazu  beizutragen;  möchte  er  dieselbe  voll  und 
ganz  ausnutzen.  AU  Solisten  waren  in  erwähntem  C!oncert  hin- 
zugezogen Frl.  Pia  von  Sicherer  aus  München  und  Frau 
Beck-Kadecke,  welche  Damen  recht  Gutes  leisteten.  Die 
Tenorpartie  sang  Hr.  Emil  Gerhäuser,  welcher  namentlich 
in  dramatischen  Momenten  reussirte;  in  den  lyrischen  Stellen 
mangelten  dagegen  mehr  oder  weniger  der  Schmelz  und  der 
leichte,  ungezwungene  Ansatz  der  Töne.  Der  noch  junge 
Sänger  wird  seine  schönen  Stimmmittel  gewiss  noch  veredeln 
können.  Hr.  Messchaert  aus  Amsterdam  sang  die  reich- 
bedachte Partie  des  Elias  mit  klangreichem  Organe  und 
innigem,  belebtem  Ausdrucke. 

Der  Pianist  Hr.  Hermann  Kunke  von  hier  veranstaltete 
ein  eigenes  Ooncert.  Seine  Vorträge  waren  den  Werken 
Beethoven^s,  Ohopin's  und  Liszt's  entnommen.  Die  tech- 
nischen Schwierigkeiten  überwand  der  Concertgeber,  hingegen 
gelangte  der  geistige  Lihalt  derselben  nicht  voll  zur  GeUung. 
>ie  Concertsän^erin  Frl.  Schotel  und  Hr.  Violoncellist 
Lorleberg  wirkten  an  diesem  Abend  verdienstvoll  mit. 

Der  1.  Kammermusikabend  der  HH.  Ooncertmeister 
Haenflein  und  Genossen  brachte  unter  Mitwirkung  von 
Frau  Haenflein  Werke  von  Haydn,  Mozart  und  Beetnoven 
zu  Gehör.  Ich  hoffe,  Gelegenheit  zu  haben,  bei  neuen  Werken 
die  dieswinterlichen  Vorträge  dieser  Vereinigun|f  würdigen 
zu  können.  Der  1.  Kammermusikabend  füir  Blasinstrumente 
und  Ciavier  der  Kammermusiker  HH.  Herbort,  Scheck, 
Oley,  Fedisch,  Richter  und  des  Pianisten  Major  war 
interessant  genug,  um  denselben  hervorzuheben.  Ein  neues 
Quintett  (No.  4)  für  Flöte,  Oboe,  Clarinette,  Hörn  und  Fagott 
von  unserem  Olarinettenmeister  Scheck  stand  an  der  Spitze 
des  Programms.  Dieses  Werk  ist  eigenartiger  in  der  Er- 
findung, als  die  früheran  Quintette  dieses  Componisten  und 
bedeutet  deshalb  einen  Fortschritt.  Im  1.  Satz  ist  das  Hom 
auffallend  wenig  hervortretend  verwendet,  im  Uebri^n  sind 
die  Instrumente  geschickt  und  wirksam  behandelt.  Am 
musikalisch  werthvollsten  halte  ich  den  1.  und  8.  Satz.  Das 
Werk  wurde  dankbar  aufgenommen.  Die  2.  Nummer  des 
Programms:  Trio  in  Amoll  für  Cht  vier,  Oboe  und  Hom  Op. 
188  von  C.  Reinecke,  ist  ein  schönes  Werk.  Die  MischuDg 
der  Klang£Etrben  dieser  drei  Instrumente  ist  von  oigentbüm- 
lich  elegischer  Wirkung;  es  weht  ein  wehmüthig  melancho- 
lischer Hauch  über  das  Ganze,  so  Etwas  wie  Herbststimmung: 
klarer,  sonniger  Himmel  zwar,  allein  die  herbstlich  bunt  ge- 
färbten Bäume  sind  halb  entblättert,  die  Natur  träumt  und 
ruht  (Adagio),  doch  erwacht  sie  erblühend  wieder  im  kom- 
menden Frühling;  (Finale).  Das  Trio  hatte  guten  Erfolg. 
Das  reizende  Esour-Quintett  (mit  Ciavier)  von  Mozart  bildete 
den  Schluss  des  Programms.  lieber  die  Ausführung  der 
genannten  drei  Werke  lässt  sich  Gutes  berichten.  Die  Mit- 
wirkenden sind  sämmtUch  Künstler  auf  ihren  Instrumenten. 
Die  Clarinette  des  Hrn.  Sobeck  klingt,  ja  man  möchte  sagen : 
sinet  so  weich  und  edel,  fröhlich  dazwischen  hüpfen  die 
leichten  Tonfiguren  der  Flöte  des  Hrn.  Herbort,  es  klagt  die 
Obo#  des  Hrn.  Oley  so  eindringlich  zu  Herzen,  das  Hörn  des 
Hrn.  Richter  tönt  bald  träumerisch,  bal^  jubelnd  darein,  und 
behäbig  und  humorvoll  drän^  sich  das  Fagott  des  Hm. 
Fedisch  harmonisch  unter  die  Menge.  Das  gibt  einen  guten 
Klane;,  zumal  wenn  Hr.  Major  mit  seinen  Clavierharmonien 
tonfmlend  hinzutritt. 

Einen  künstlerischen  und  finanziellen  Erfolg  hatte  das 
Abschiedsconcert  unseres  früheren  Bassisten  der  Oper  Hm. 
Bietzacher.  Aus  Gefälligkeit  mitwirkend,  brachten  Hr.  Prof. 
Dr.  Joachim  mit  Hm.  Evers  am  Ciavier  die  Sonate  in 
Gdur  von  Brahms  zu  Gehör.  Das  war  ein  doppelter  G^nuss: 
eine  Meistercomposition  von  Meisterhänden  reproducirt.  Die 
Chaconne  von  Bach  und  eine  Zugabe  waren  die  weiteren 
Vorträge  des  Gei^enmeisters.  Hr.  Evers  zeigte  sich  als  ein 
brillanter  Spieler  in  der  Wiedergabe  der  SoU  JPapillons**  von 
Schumann,  „Liebestraum"  von  Liszt  und  Tarantelle  von 
Rubinstein. 

Die  k.  Oper  brachte  eine  einzige  kleine  Neuheit,  die 
einactige  Oper  „Gringoire"  von  I.  Brml,  die  jedoch  weder  in 
der  Handlung,  noch  in  der  Musik  besonders  zu  interessiren 
vermochte,  wenn  auch  die  Letztere  immerhin  noch  den  Vor- 
zug vor  der  Dichtung  verdient. 

Ueber  die  neuengagirten  Mitglieder  an  der  k.  Oper  zu 
schreiben,  spare  ich  mir  für  meinen  nächsten  Bericht  auf. 
Auffällig  ist  es,  dass  Hr.  Grüning,  welcher  den  Tannhäuser 
in  Bayreuth  so  erfolgreich  sang,  für  diese  Partie  hier  nicht 
in  Anspruch  e^enommen  wird,  trotzdem  diese  Oper  bereits 
zwei  Mal  in  dieser  Saison  gegeben  wurde. 


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Erfreuliches  ist  über  das  Gredeihen  des  Hannoverschen 
Männergesangvereins  zu  sagen.  Dieser  Verein  gründete 
sich  ein  eigenes  Sängerheim,  indem  derselbe  das  sogenannte 
„Haus  der  Väter '*,  ein  interessantes  Gebäude  aus  cäthanno- 
verscher  Zeit,  ankaufte  und  dieses  Haus  praktisch  und  com- 
fortabel,  mit  grossem  Uebungssaal  daran,  einrichten  Hess. 
Am  15.  und  16.  October  fand  die  Einweihung  statt;  es  ge- 
langte ein  grosses  Festspiel  von  F.  Stillke  (mit  Gesang  und 
Musik  von  ig.  Lachner)  zur  Darstellung,  welches  am  das 
neuerworbene  Heim  der  Säne;er  Bezug  nahm.  Der  Verein 
gedenkt  nun^  sich  vomehnmch  grösseren  Männergesangs- 
werken zu  widmen  und  dieselben  au&uführen,  von  welchen 
Darbietungen  ich  zur  Zeit  berichten  werde. 

Der  hiesige  Richard  Wagner- Verein  fand  an  seinem 
1.  Musikabend  in  dieser  Saison  eine  zahlreiche  Zuhörerschaft. 
Durch  die  Absage  des  Hm.  Grüning  entstand  leider  eine 
Störung  im  Programme,  doch  war  das  Letztere  immerhin 
noch  interessant  genug  durch  einen  Harfenvortrag  des  Hm. 
Vizthum,  durch  die  Vorträge  der  Frau  Beck-Kadecke, 
welch  Letztere  Lieder  von  B.  Wagner,  Liszt  und  Schumann 
charakteristisch  und  herrlich  wohfiautend  sang,  sowie  durch 
die  Ciaviervorträge  unseres  besten  einheimischen  Pianisten 
Hrn.  Lutter.  Bei  Gelegenheit  sei  gesagt,  dass  der  Letztere, 
wie  ich  hörte^  beabsichtigt,  in  nächster  Zeit  ein  Ooncert  zu 
Gunsten  des  Leipziger  Liszt- Vereins  zu  veranstalten^  welches 
sich  voraussichtlich  aus  der  noch  zu  erwartenden  grossen 
Zahl  der  Concerte  vortheilhaft  herausheben  wird. 

Emil  Fritzsch. 


Berichte. 

Leipzig.    Die  Hoffnung,  das  neue  Quintett  für  Glarinette, 
zwei  Violinen,  Bratsche  und  Violoncell  von  Meister  Brahms 
auch  in  Leipzig  zu  hören  zu   bekommen,   ist,  nachdem   die 
vorige  Saison  deren  Erfiüllung  versagte,   nun  endlich  in  der 
2.   Kammermusik    im    Neuen    Gewandhaus    verwirklicht 
worden,  indem   die  HH.  Prill,  Bother  (Nachfolger  des  als 
Concertmeister   nach   Barmen   berufenen  Hrn.  von  Dameck), 
TJnkenstein  und  Wille  diese  Novität,   welche   bereits  in 
verschiedenen  anderen  Grossstädten  durch  öffentliche  Auffüh- 
rungen grösseren  Kreisen  bekannt  und  überall  enthusiastisch 
begrüsst  worden  ist,  in  ihr  erstes  dieswinterliches  Programm 
eingefugt  hatten  und  unter  Hinzuziehung  ihres  CoUegen  Hrn. 
Kessner  zu  ganz  vorzüglicher  Wiedergabe  brachten.     Das 
Werk  hinterliess  auch  hier  einen  tiefgehenden,   sich   in   be- 
geistertem Beifall  und  wiederholten    Hervorrufen   der  Aus- 
Klhrenden  kundgebenden  Eindruck.  Und  wo  wären  auch  der 
urtheilsfähige  Musiker,  welcher  die  reiche  und  originale  Ge- 
dankenwelt dieser  Schöpfung  lenken  wollte,  und  das  musik- 
verstockte Gemüth,  das  von  der  Tonpoesie,  die  in  mächtigem 
Strom  aus  diesem  Werk  sich  ergiesst,  nicht  berührt  würde? 
Ganz  herrlich  in  letzterer  Beziehung  sind  die  beiden  ersten 
Sätze,  ein  Allegro  mit  seinem  wie  Frühlingsluft  und -Duft  so 
weich  und  wonnig  dem  Ohr  sich  einschmeichelnden  Ton  gekose 
und  ein  Adagio,  das  trotz  seinem  hellen  Dur  eine  traumhaft- 
ernste, wahrhaft  magische  Stimmung  athmet,  die  nur  in  dem 
Mittelsatz,  in  welchem  die  Clarinette  energisch  die  Situation  be- 
herrscht, kurz  unterbrochen  wird.  Um  so  gegensätzlicher  wirkt 
darauf  das  von  einem  kurzen  Andantino  eingeleitete  Presto  non 
assai  mit  seiner  sprühenden  Wirklichkeit,  während  sich  der 
Componist   in    dem   Finalsatz    wieder   einmal   schier    uner- 
schöpflich im  Variiren  eines  eigenen  Themas  zeigt  und  dabei 
die  nach  Farbe  und  Charakter  mannigfaltigsten,  stets  aber 
fesselndsten  Gebilde  hervorzaubert,  ohne  den  Hörer  die  unver- 
gleichliche contrapimctische  Kunst  auch  nur  ahnen  zu  lassen, 
welche  sich  hinter  diesem  Spiel  verbirgt.   Das  herrliche  Werk 
wurde,  wie  gesagt,  ganz  prächtig  ausgeführt;  einen  ungemein 
weichen   und   doch   satten  Ton  und  Geschmack  im  Vortrag 
entwickelte  dabei  Hr.  Kessner,  welchen  man  bisher  nur  im 
Orchester  gehört  hatte.    Aber  noch  eine  weitere  Novität  bot 
der  Abend:  ein  EmoU-Streichquartett  von  Maöstro  Verdi,  ein 
Werk,  in  welchem  der  berühmte  Opemcomponist  nach  dem 
Beifall   der  Kenner   dieser   intimen   Musikgattung  trachtet. 
Der  Versuch  ist  besser  gelungen,   als  man  erwarten  durfte, 
der  alte  Herr  hat  gewissenhafte  Sicht  Über  die  Wahl  der  The- 
men gehalten  und   das   für  die  üblichen  vier  Sätze  nöthige 
Material  auch  in  recht  passabler  Weise,  im  3.  Satz  nicht  ohne 
directe  Anlehen  an  frühere  eigene  Opera,  beschaf^^.    Der  an- 
genehmste Satz  ist  der  zweite  mit  seinem  graziös  wirkenden 
Haaptthema,  der  kurz   angebundenste   die  Scherzo-Fuga  am 


Schluss,  der  man  die  ungewohnte  Arbeit,  die  der  Componist  dabei 

fehabt  hat,  deutlich  anmerkt.  Auch  dieses  Opus,  wie  die  als 
"rogrammnummer  noch  zu  nennende  allbekannte  Serenade 
Op.  8  von  Beethoven  gelangte  zu  ganz  perfecter  Wiedergabe, 
för  welche  das  Publicum  oei  jeder  Gelegenheit  seinen  leb- 
haftesten Dank  äusserte. 

Mit  einem  neuen  Streichquartett  von  einem  Italiener 
wartete  an  seinem  1.  Musikabend  ebenfalls  der  unter  der 
liebe-  und  opfervollen  Direction  des  Hm.  H.  Kl  esse  stehende 
Kammermusikverein  auf.  Der  junge  Tonkünstler  Hugo 
Affemi,  der  hier  seine  Studien  gemacht  hat,   war  der  Com- 

Sonist,  dessen  Werk  von  Miss  Brammer  und  den  HH.  Lie, 
chäfer  und  Hansen  in  tüchtiger  Weise  zur  Ausführung 
gelangte.    Dasselbe  ^ht  aus  Fmoll  und  zeigt  in  seinen  vier 
Sätzen   eine   zwar  nicht  originelle,  aber  regsame  Phantasie, 
deren  Einf^e  nebst  Ausarbeitung  aber  dem  rechten  Quartett- 
stil nicht  recht  angemessen  erscheinen,   für  welchen  Beides 
nirgends  recht  zureichen  will.    Bei  Alledem  ist  der  Eindruck 
wegen  der  jugendlichen  Frische  der  Gedanken  ein  überwiegend 
anregender.     Das   zum   Schluss  der  Veranstaltung  von  dem 
hochtalentirten  Frl.  Brammer  und  ihren  HH.  Genossen  ge- 
spielte weitere  Streichquartett  Op.  69,  No.  8,  von  Beethoven 
haben  wir  nur  noch  in  seinem  —  recht  befriedigend  verlau- 
fenen — ersten  Satz  angehört.    Die  Mitteltheüe  des  Programms 
bildeten  drei  der  von  den  HH.  Hansen  und  Afferni  vor- 
getragenen Stücke  im  Volkston  aus  Op.  102  von  Schumann  und 
Solovorträge  der  Sängerin  Frl.  Olara  Hoppe  aus  Frankfurt  a. 0. 
Selten  dtmte  P.  OomeUus^    poesie-   und   empfindungsvoller 
Liedercyklus  ,,Brautlieder**  in  der  Oeffentlichkeit  eine  so  un- 
genügende,  aller  seelischen  Durchdringung  bare,   dabei  ge- 
schmacklose und  manierirte  Wiedergabe  finden,  wie  an  diesem 
Abend  durch  diese  Dame,  der  übrigens  auch  Hr.  Affemi  am 
Glavier  bedenklich  nacheiferte.    Nicht  viel  besser  gelang  der 
Sängerin  eine  Mozart^sche  Arie  imter  ähnlich  unzureichender 
Qui^tettbegleitung. 

Was  Kunstgesang  bedeutet,  lehrte  recht  verständlich  die 
am  7.  Nov.  in  der  Alberthalle  von  der  Singakademie  veran- 
staltete, vertretungsweise  von  Hm.  Dr.  P.  Kiengel  diriglrte 
Aufführung  von  Haydn's  „Jahreszeiten^  in  der  Ausführung 
der  Solopartien  durch  Frl.  v.  Sicherer  aus  München  und  die 
HH.  von  Zur-Mühlen  und  Staudigl  aus  Berlin.  Nament- 
lich an  den  Leistungen  der  vielgesucnten  Dame  konnte  man 
sich  ohne  Rückhalt  delectiren,  denn  jeder  Ton  klan^  wie 
edles  Metall  und  war  durchglüht  von  reiner,  ungeschminkter 
Empfindung,  wie  auch  die  feinen  Fiorituren  der  Fartie  überall 
mit  erlesenstem  künstlerischen  Geschmack  zum  Austrag  kamen. 
Das  Gleiche  könnte  man  von  den  beiden  Solisten  sagen,  nur 
beeinträchtigte  Hr.  von  Zur-Mühlen  durch  öfters  zu  raffmirte 
Auffassung  den  naiven  Charakter  dieser  Musik  und  versagten  bei 
Hm.  Staudigl  die  schon  etwas  verblühten  Stinmimittel  den 
künstlerischen  Litentionen  dieses  intelligenten  Sängers  manch- 
mal den  rechten  Dienst  Die  Singakademie  selost  erfüllte 
unter  der  anregenden  und  aufmerksamen  Leitung  des  Hm. 
Dr.  P.  Klengel,  der  collegialisch  für  den  durch  einen  Armbruch 
an  der  Direction  verhinderten  Hm.  Prof.  Müller  eingesprun- 

Sen  war,  die  verschiedenen  dem  Chor  gestellten  Aufgaben 
urchweg  mit  ganz  prächtigem  Gelingen.  Die  Stimmen  stan- 
den in  guter  Proportion  zu  einander  und  zeigten  sich  in  er- 
freulicher EHangnische^  die  Litonation  Hess  kaum  Wesent^ 
liebes  zu  wünschen  übng,  und  auch  dynamisch  war  die  Chor- 
leistung gut  abgetönt.  Nicht  weniger  Lob  verdiente  sich  die 
vorzüglicne  Capelle  des  184.  In£uiterie-Begiments  um  die  Aus- 
führung des  an  Tonmalerelen  so  reich  ausgestatteten  orchest- 
ralen Tüeüs  des  noch  in  ungebrochener  Jugendschöne  wirken- 
den Werkes,  sodass  dessen  neueste  Aufrahnmg  auch  nach 
diesen   beiden  Seiten  hin  zu  einer  sehr  lobenswerthen  und 

fenusssj^endenden  sich  gestaltete   und  man   dem  Verein   zu 
iesem  jüngsten  Lebenszeichen  seiner  künstlerischen  Thätig- 
keit  aunichtig  Glück  wünschen  konnte. 

Als  ein  £liteconcert  darf  die  Aufführung,  welche  der 
Leipziger  Lehrer-Gesangverein  am  12.  Nov.  im  gleichen 
Local  veranstaltete,  bezeichnet  werden,  indem  mit  der  Wahl 
vorzüglicher  Chomummem  und  der  Gewinnung  ausgezeich- 
netster Solisten  sich  eine  exquisite  Ausführung  sämmtlicher 
Compositionen  verband.  Als  die  vornehmste  künstlerische 
That  des  unter  Hrn.  Hans  Sitt's  befeuemder  Führung  zu 
grösster  LeistungsflQiigkeit  entwickelten  Vereins  charaKteri- 
sirte  sich  an  diesem  Abend  die  aufs  Minutiöseste  herausge- 
arbeitete, auf  innigstes  Verständniss  basirte  und  von  allge- 
meiner Begeisterung  der  Sänger  getragene  Wiedergabe  des 
„Credo"  und  „Benedictus*'  aus  der  2.  Messe  für  Männerchor 

47* 


680 


von  B.  Volkmann,  welche  Sätze  kraft  der  sich  in  ihnen  aus- 
sprechenden echten  Glaubensfreudifi^keit  sowohl,  wie  des  über- 
zeagungsvoUen,  gesunden,  mosikuischen  Ausdrucks  zu  den 
herrlichsten  Erzeugnissen  auf  kirchlichem  Gebiete  zählen  und 
sicher  einer  allgemeineren  Werthschätzung  sich  zu  erfreuen 
hätten,  wenn  sie  nicht  so  immense  Anforderungen  an  die 
musikalische  Intelligenz  der  Sänger  stellten.  Ein  ähnlicher 
Werthmesser  fdr  die  Qualität  der  Männerchöre  ist  der  schon 
wiederholt  vom  Verein  gesungene  Chor  «Die  beiden  Särge" 
von  F.  He^üT,  welcher  auch  bei  dieser  Wiederholung  einen 
wirklichen  Beifallssturm  bei  dem  Auditormm  entzündete.  So 
tüchtifi;e,  in  ihrer  Art  vorzü^iche  Compositionen  die  femer 
zu  GenÖr  gebrachten  Chöre  Herbstlied  von  Dürrner,  „Ein 
Müller  hat  ein  Lied  erdacht"  von  Kremser  und  „Spielmann" 
von  V.  Lachner  auch  sind  und  so  deliciös  auch  deren  Execu- 
tion  war,  so  lag  das  Vorhergegangene  doch  noch  zu  frisch  i!n 
der  Erinnerung,  als  dass  sie  mehr  als  eine  freundliche  Auf- 
nahme finden  konnten.  Dajvegen  wurden  die  Solospenden  der 
Frau  Baumann  und  des  Hm.  Arno  Hilf,  welche  von  dem 
chorischen  Theil  umrahmt  waren,  in  mindestens  gleich  enthu- 
siastischer Weise  wie  die  Chöre  von  Volkmann  und  Hegar 
aufgenommen,  sodass  Zugaben  unerläaslich  waren.  Frau  Bau- 
mann brillirte  und  erwärmte  mit  ihrer  reifen  Künstlerschaft 
in  einer  Arie  aus  Kretschmer's  „Folkungem"  und  Liedern  von 
Franz,  Reinecke  und  Lorleberg,  und  Hr.  Hilf  elektrisirte  das 
Publicum  durch  die  ganz  einzige  Wiedergabe  des  Concert- 
allegros  von  Bazzini  und  einer  Ungarischen  Bhapsodie  von 
Hauser  und  rührte  dasselbe  durch  &n  innigen  Vortrag  eines 
Spohr'schen  Adagios. 

• 
Berlin.  Der  Löwe-Verein  versandte  soeben  seinen 
10.  Jahresbericht,  aus  dem  hervorgeht,  wie  ausserordent- 
lich Viel  des  Interessanten  und  —  Neuen  der  Verein  an 
seinen  Abenden  und  öffentlichen  Concerten  geboten  hat. 
Neu  dürfen  wir  sagen,  weil  ein  grosser  Theil  der  weniger 
oder  e;ar  nicht  gehörten  Werke  des  grossen  Balladen-Meisters 

fBrade  jetzt  wie  funkelnagelneu  und  wie  eine  unverkennbare 
ereicherung  der  an  so  wahrhaft  eigenthümlichen  und  dabei 
doch  naiven  Werken  entschieden  armen  zeitgenössischen 
Musiklitteratur  erscheint.  Der  hervorragendste  und  inter- 
essanteste Abend  war  der  imter  Mitwirkung  des  bekannten 
Löwe-Sängers  Waldner  veranstaltete  Goethe-Abend.  Goethe 
war  ja  Löwe^s  Lieblingsdichter,  von  Keinem  hat  er  eine 
solche  Fülle  von  Liedern  und  Balladen  in  Musik  gesetzt, 
welche  fast  ebenso  viel  Kunstwerke  ersten  Ranges  bedeuten. 
An  dem  genannten  Abende  kamen  nur  Vertonungen  G^ethe'- 
scher  Dichtungen  zu  Gehör.  —  Die  Seele  dieses  Löwe- Vereins 
ist  Pastor  Dr.  Max  Runze  hier,  der  Gründer  und  Vorsitzende 
desselben.  Dr.  Runze  ist  noch  persönlich  Schüler  Lowe's  in 
seiner  besten  Zeit  in  Stettin  gewesen.  Seine  ideale  opfer- 
willige Begeisterung  und  Verehrung  für  Alles,  was  Löwe 
angent,  spottet  aller  Hindemisse.  Er  hat  im  Laufe  der  Jahre 
eine  Art  ,Jtiöwe-Museum"  zusammengebracht  und  mit  nimmer 
rastendem  Fleisse  aufgestapelt,  welches  die  Werke  Lowe's 
(auch  ganz  verschollene!)  in  allen  Ausgaben,  dazu  Bücher, 
Brochuren,  Programme,  Texte,  Handschriften  und  Denk- 
würdifi;keiten  jeder  Art  enthält.  Die  Reichhaltigkeit  seiner 
Sammlung  übertrifft  noch  die  hochinteressante  von  Josef 
Waldner  m  Graz.  Genug,  er  hat  für  seinen  Meister  im  Laufe 
der  Jahre  eine  ähnliche  rührende  Treue  an  den  Tag  gelegt, 
wie  sie  (auf  einem  freilich  umfassenderen  Gebiete  und  m 
grösserem  Maassstabe)  Nicolaus  Oesterlein  durch  die  durch 
viele  Jahre  fortgesetzte  imsäglich  mühsame  und  kostspielige 
Sammlung  des  „Richard  ^W^gner- Museums"  in  Wien  be- 
kundet hat.  —  Ein  schönes  Denkmal  deutschen  Gelehrten- 
und  Sammelfleisses  bietet  auch  das  umfangreiche  Buch  „Löwe 
redivivus"  von  Dr.  Max  Runze.  Runze  spricht  darin  nicht 
nur  ausführlich  und  oft  hochgeistvoll  über  die  Eigenthüm- 
lichkeiten  der  Ballade  als  Dichtform  und  über  idle  wichtigeren 
Werke  Lowe's,  sondern  er  gibt  auch  streng  historische 
Kunde  von  den  erstaunlichen  Fortschritten,  die  der  Balladen- 
gesan^  als  Kunst  überhaupt  und  im  Besonderen  die  Löwe'sche 
BaUaoe  seit  knapp  zwei  kurzen  Jahrzehenten  gemacht  hat, 
eine  Kunde,  die  unter  Umständen  einem  künftigen  Musik- 
Geschichtsschreiber  wichtig  werden  dürfte,  sofern  derselbe 
nicht  (wie  faßt  alle  bisherigen  Historiker)  ungerechtfertigter 
Weise  die  Ballade  als  ganz  besonderen  Zweig  der  Musik 
einfach  ignoriren  wollte.  Bei  eingehender  Kenntniss  auch 
nur  dieses  einen  an  Stoif  fast  überreichen  und  oft  deshalb 
ganz  aphoristischen  Buches  würde  ihm  das  aber  als  ehrlichem 
Manne  sehr  schwer  werden  müssen.  —  Einen  der  interessan- 


testen Abschnitte  bilden  die  Erzählung  von  Runze's  Besuch  in 
Löbejün,  dem  Geburtsorte  CarlLöwe^,  und  die  völlig  neuen 
Daten  und  charakteristischen  Einzelnheiten,  die  er  dort  über 
die  Jugendgeschichte  desselben  in  Erfahrung  bringt.  Dieser 
Abschnitt  liest  sich  wie  ein  frisch  geschriebenes  Feuilleton!  — 
,,Löwe  redivivus"  war  1888  in  Dunker's  Verlag  erschienen, 
dort  aber  wenig  bekannt  geworden.  Jetzt  ist  der  Verlag  in 
andere  Hand  übergegangen  und  eine  neue  billigere  Ausgabe 
des  werthvoUen  Werkes  veranstaltet,  die  wir  unseren  Lesern 
nur  empfehlen  können.  M.  P. 

Hamburg,  1.  November,  unter  dem  schweren  Drucke, 
der  selbst  nach  dem  endlichen  Schwinden  der  bitterbösen 
Cholera  noch  immer  auf  uns  liegt  und  den  wir  überall 
anfinden,  kommen  die  musikaliscnen  Freuden  im  Concert- 
saal  bis  jetzt  nur  ganz  spärlich.  Sie  werden  auch  während 
des  Winters  nicht  reichlich  fliessen,  weil  die  auswärtigen 
und  hiesigen  Künstler  einsehen,  dass  bei  unserer  Noth  und 
Drangsal  der  Sinn  ftlr  den  G^nuss  des  Schönen  sich  nicht  im 

gehörigen  Grade  entwickeln  kann.  Nur  an  einer  Stelle  des 
amburger  Musiklebens  kommt  es  zum  gewohnten  Pols- 
schlage:  in  den  von  Hrn.  Dr.  v.  Bülow  dirigirten  Orchester- 
concerten.  Davon  hat  das  Erste  stattgefunden,  und  zwar  im 
völlig  ausverkauften  Saale  und  vor  emem  im  wahren  Sinne 
des  Wortes  enthusiasmirten  Publicum.  Wer  unter  den  Aus- 
fahrenden und  Zuhörenden  vermag  sich  aber  auch  dem  Ein- 
fluss  dieses  einzigen,  genialen  Mannes  zu  entziehen?  Wer 
würde  wohl  nicht  hingerissen,  begeistert,  bis  ins  Innerste 
bewegt,  wenn  er  das  Herauskommen  der  Orchesterwerke 
unserer  Tonmeister  vermittelt?  —  Brahms'  CmoU-Symphonie 
haben  wir  an  diesem  ersten  Abend  in  ganz  köstlicher  Aus- 
führung gehört,  ausserdem,  und  in  nicht  mindet*  schöner 
Wiedergabe,  die  „Paulus"- Ouvertüre  von  Mendelssohn  und 
die  unvollendete  Symphonie  von  Schubert.  Dazwischen  geigte 
Frau  Soldat  das  Concert  von  Beethoven;  wir  meinen  aber, 
dass  dieses  Stück  doch  zu  gross  und  gewaltig  für  die  weib- 
liche Hand  ist. 

Die  Philharmoniker  haben  sich  bis  jetzt  ebenfalls  ein 
Concert  geleistet,  in  dem  Frau  Kre bs  sehr  virtuos  das  Concert- 
stück  von  Weber,  sowie  kleinere  Sachen  von  Rnbinstein 
vortrug  und  unter  der  Leitung  des  Hm.  Prof.  v.  Bernuth 
die  Esdur- Symphonie  von  Mozart,  die  „Faniska"- Ouvertüre 
von  Cherubini  und  das  Scherzo  aus  Rheinberger's  „Wallen- 
stein" recht  trefflich  gespielt  wurden. 

Die  Saison  im  St^tÖieater  begann  Mitte  September  mit 
einer  durch  die  Krankheitsverhdtnisse  veranlassten  Ver- 
spätung von  vierzehn  Tagen.  Seitdem  sind  die  bei  uns  ihr 
Publicum  ganz  gut  findenden  Einacter  „Der  Liebeskampf" 
von  Meyer -Helmimd,  -Djamileh"  von  Bizet  und  Massenet's 

fTOSse  Oper  „Manon"  als  Neuigkeiten  gegeben  worden.  Be- 
eutendes  und  Ausserordentliches,  das  energisch  anregt  und 
zum  ernstlichen  Nachdenken  veranlasst,  enthalten  die  drei 
Stücke  nicht,  —  vielleicht  sehen  und  hören  sich  die  Leute 
dieselben  gerade  deshalb  an.  Wie  manches  Werk,  worin 
Dichter  und  Componisten  das  Beste  erstrebten  und  mit  allem 
Eifer  neue  Wege  einzuschlagen  versuchten,  ist  sofort,  nach 
einmaliger  AunÜhrung,  wieder  vom  Repertoire  abgesetzt 
worden,  und  diese  Sachen,  die  textlich  beinahe  Nichts  be- 
sagen („Der  Liebeskampf"  und  „Djamileh")  oder  sich  mit 
den  dunkeln  Seiten  des  Pariser  Lebens  b^ch&nigen  („Manon"), 
deren  musikalische  Urheber  ihre  Riemen  aus  anderer  Leute 
Leder  schneiden  und  sich  mit  einer  gewissen  Gefälligkeit  im 
Klange  zufrieden  geben,  bleiben  bestehen.  Es  ist  doch  manch- 
mal sonderbar  genug  eingerichtet.  —  Sonstige  das  hiesige 
Opeminstitut  angehende  Mittheilungen  haben  wir  keine, 
wenn  wir  noch  gesagt,  dass  in  Frau  Mohor  aus  Mannheim 
eine  absolut  unmögUche  Sängerin  en^igirt  ist,  mit  deren 
Ünreinsingen,  Tremoliren,  Pressen  der  Töne  und  Unsicherheit 
wir  uns  nun  drei  Jahre  herumschlagen  sollen,  und  dass  auch 
der  Übrige  Personalzuwachs  im  neuen  Theaterjahr  xms  nicht 
von  Belang  dünkt.  Louis  Bödecker. 


Concertumschau. 

Altenburg.  120.  Musikaufführ.  der  Singakad.  (Sitt  ans 
Leipzig)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Stade  u.  Bettega  aus 
Leipzig,  zweier  ungen.  Damen  u.  der  HH.  Geyer  v.  hier  u. 
Schreiber  a.  Leipzig  (Ges.),  sowie  des  Hm.  v.  Öose  a.  Leipzig 
(Clav.):  Dmoll-Clav.-Violinson.  v.  Gade,  „Der  Rose  Pilger- 
fahrt" v.  Schumann,  gem.  Chorlieder  „Liebesfrühling",  „Abend- 


581 


frieden"  u.  „Das  ist  die  schönste  Zeit"  v.  fl.  Sitt,    Olavier- 
soli  V.  Beinecke  (Ballade  Op.  215)  u.  Paderewski  (Theme 

var.). 

Amsterdam.  .  Abonn.-Conc.  im  Neaen  Concerthaus  (Ees) 
am  3.  Nov:  1.  Symph.  v.  Brabms,  „La  Jeunesse  d'Hercule" 
V.  C.  Saint-Saöns,  „Fee  Mab"  v.  Berlioa,  Ouvertüren  y. 
Cherubini  u.  Mendelssohn. 

Baden-Baden.  Conc.  pop.  des  städt.  Ourorch.  (Erasselt 
sen.)  am  3.  Nov.:  „Euryantne"-Ouvert.  v.  Weber,  Festmarsch 
V.  J.  Rosenhain,  Solovortrftge  der  Frau  v.  Filgrim  (VioL, 
Gavotte  v.  Böhm,  Bercense  v.  Benard,  Mazurka  v.  Wie- 
niawski  etc.),  d.es  Frl.  Schönwald  (Ciavier,  „Etincelles"  v. 
Moszkowski,  Yalse-Impromptu  v.  Baff  etc.)  und  des  Hm. 
Oberhauser  (Ges.,  Wolfram's  Gesai^  a.  dem  2.  Act  v.  „Tann- 
häuser" V.  Wagner,  Trompeterlieder  v.  H.  Brückler  etp.). 
(Die  Mitwirkung  der  drei  Solokräfte  ist  nicht  gerade  ausge- 
zeichnet gewesen  durch  die  Leistungen,  sondern  durch  die 
Provision,  welche  deren  Concertagent  Hr.  Sachs  in  Berlin  von 
diesem  Engagement  in  Abrechnung  gebracht  hat,  n&mlich 
gegen  40^/o.    Ist  ein  Geschftftchen!) 

Berlin.  Symph  .-Ooncerte  des  Philharm.  Orch.  (Herfurth) 
am  1.  u.  8.  Nov.:  Symphonien  v.  Brahms  (No.  1)  u.  Beet- 
hoven (No.  6)  u.  sonstige  Bepertoirestücke  der  Cap.,  Dmoll- 
Violoncellconc.  v.  A.  Bouman  (der  Comp.).  —  2.  Componisten- 
Abend  der  Meyder'schen  Gap.  unt.  Mitwirk,  des  S&ngers  Hm. 
Severin:  Compositionen  v.  H.  Hof  mann  („Frithjof"-Svmph., 
Balletmusik  a.  der  Oper  „Donna  Diana",  „Die  Lieder  des  Trouba- 
dours an  Königin  Jolanthe  von  Navarra",  sowie  Gesangsoli 
„Sidlianisch"  u.  „Geküsst"),  Gade,  Schubert  u.  Mendelssohn. 
(Nach  diesem  Muster  des  Hrn.  Meyder  müssten  die  meisten 
Conoerte  „Componisten- Abende"  genannt  werden!) 

Boston.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch):  No.  2. 
6.  Symph.  v.  Tschai kowsky,  „König  Man£red"-Ouvert.  v. 
Beinecke,  Cmoll-Clavierconc.  v.  Saint-Saöns(Hr.  Stasny). 
No.  8.  4.  Symph.  v.  Gade,  Ddur-Orchestersuite  v.  Dvofik, 
symph.  Dicht.  „Frühlingswogen"  v.  Ph.  Scharwenka,  Ge- 
sangvorträge des  Frl.  Juch  („Ocean"-Arie  v.  Weber  u.  „Lore- 
ley"  V.  Liszt). 

Braunschweig.  Theaterconc.  der  Hofcap.  O^iedel)  am 
29.  Oct.:  3.  Symph.,  8.  Ouvert.  zu  „Leonore",  Violinconcert 
(Hr.  Wünsch)  u.  „Adelaide"  (Hr.  Cronberger)  v.  Beethoven. 
(Dieses  Concert  sollte,  um  den  damit  verbundenen  wohlthä- 
tigen  Zweck  besser  zu  fördern,  ursprünglich  unter  Leitung 
des  Hm.  Dr.  von  Bülow  und  mit  anderem  Programm  statt- 
finden; als  dieser  aus  Gesundheitsrücksichten  ab^sag^  hatte, 
wandte  man  sich  vergeblich  an  Hm.  A.  Bubmstein,  der 
unter  Hinweis  auf  seine  in  Braunschweig  unaufgeführt  ge- 
bliebenen Opern  verneinend  antwortete,  und  andere  Künstler. 
Man  sieht,  wie  schwer  es  unter  Umständen  ist,  Hilfe  von  aus- 
wÄi'ts  zu  bekommen,  namentlich  für  einen  guten  Zweck.)  — 
L  Abend  des  Yer.  f.  Kammermusik:  Clarinettenquintette  v. 
Brahms  u.  Mozart,  Bmoll-Claviertrio  v.  Volkmann.  (Aus- 
führende: HH.  Biedel  [Clav.],  Wünsch,  Hinze,  Schulz.  Bieler 
[Streicher]  u.  Oberländer  [Clar.].) 

Bremen.  2.  Kammermusik  der  HH.  Bromberger  (Clav.) 
u.  Skalitz]^  (Viol.)  unt.  Mitwirk,  der  HH.  Düsterbehn,  Blome 
und  Becker  (Streicher):  Streichquartette  v.  Grieg  (Op.  27) 
u.  Beethoven  (Op.  18,  No.  6),  Ddur-Clav.-Violoncellson.  von 
Mendelssohn. 

Cassel.  Conc.  des  Frl.  Schick  v.  hier  (CJes.)  u.  der  HH. 
Spangenberg  a.  Wiesbaden  (Clav.)  u.  Gregorowitsch  a.  Berlin 
(Viol.)  am  31.  Oct.:  1.  Clav.-Violinson.  v.  Grieg,  Soli  f.  Ges. 
V.  Brahms  („Feldeinsamkeit"),  B.  Wagner  („Träume")  u.  A., 
f.  Clav.  V.  Godard  (Mazurka),  Wagner-Liszt)  Spinnerlied), 
Bheinberger  (Caprice  f.  die  1.  Hand  all.),  Spangenberg 
(Seren.)  u.  Liszt  („Bigoletto"-Phant.)  u.  f.  Viol. 

Chemnitz.  4.  Symph.-Conc.  der  städt.  Capelle  (Pöble): 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Gluck  („Iphigenie  in 
Aulis",  mit  dem  Bich.  Wagnerischen  Schluss)  u.  Weber,  Solo- 
vorträge der  HH.  Ufert  (CSav.,  Cmoll-Conc.  v.  Mozart,  Bo- 
manze  u.  Sarabande  v.  A.  Longo  u.  Yalsemign.  v.  Schutt) 
u.  Ohliger  (Viol.).  —  1.  Abonn.-Conc.  derselben  Cap.:  Cmoll- 
Symph.  V.  Klug  bar  dt,  8.  Ouvert.  zu  „Leonore"  v.  Beetho- 
ven, „Meistersinger "-Vorspiel  v.  Wagner,  (3^sangvorträge 
des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  („Vorabend"  a.  den  Brautliedern 
V.  Cornelius,  „An  den  Mond"  v.  Dorn  etc.). 

Cöln.  Conc.  der  Musikal.  Gesellschaft  (Prof.  Seiss)  zur 
Erinnerung  an  Ferd.  Hiller's  Geburtstag  imt.  Solist.  Mitwirk, 
der  Frls.  Heinig  a.  Leipzig  (Ges.)  u.  Linde  a.  New-York  (Clav.) 
am  22.  Oct.:  Ouvert.  zu  „Phädra",  Fismoll-Clavierconc,  Arie 
a.  „Saul"  u.  Lieder  Mädchenlied,  „Lieb  und  Leid"  und  „Im 


Maien"  V.  F.  Hiller.  —  2.  Gürzenichoonc.  (Prof.  Dr.  Wüllner) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Zimdars  a.  Frank  fürt  a.M  (Ges.) 
u.  des  Hm.  Sauer  a.  Dresden  (Clav.):  4.  Symph.  v  Beethoven, 
symph.  Dicht.  „Vltava"  v.  Smetana,  Frühlingshymne  f.  Chor, 
Altsolo  u.  Orch.  v.  Goldmark,  Soli  f.  Gesang  u.  f.  Ciavier 
V.  Henselt  (Conc),  Liszt  (3.  „Liebestraum")  u.  A. 

Danzig.  2.  Kammermusikiabend:  Trios  f.  Clav.,  Viol.  u. 
Violonc.  V.  Volkmann  (Bmoll)  u.  Beethoven  (Op.  70,  No.  2), 
sowie  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.  v.  Brahms.  (Ausführende: 
HH.  G.  Schumann  v.  hier  [Clav.],  Struss,  Dechert  [Streicher] 
u.  Schubert  [Clar.]«a.  Berlin.) 

Dessau.  1.  Kammermusikabend:  Streichquart.  Op.  18, 
No.  1,  V.  Beethoven,  Bdur-Claviertrio  v.  Schubert.  (Ausfüh- 
rende: HH.  Klugbardt  [Clav.],  Seitz,  Voss,  Weise  u.  Jaeger 
[Streicher].) 

Dresden.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Lehrer-Gesangver. 
(Prof.  Wermann)  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Ulrich  (Declam.), 
der  Frau  Schuch-Proska  (Ges.)  u.  der  HH.  Anthes  von  hier 
((Jes.)u.  Bossi  a.  Wien  (Viol.)  am  26.. Oct.:  Prolog  von  W.  E. 
Stephan,  Männerchöre  v.  0.  Wermann  („Begrüssung"  und 
„Das  deutsche  Schwert"  [mit  vier  Hörnern]),  fi.  Volkmann 
(„Kyrie"  u,  „Gloria"  a.  der  Vocalmesse  m.  Soli),  Cornelius 
(„Mitten  wir  im  Leben  sind"  u.  „Pilgers  Buhe"),  Grell  («Ein 
getreues  Herze",  m.  Soli  [HH.  Anders  und  G^ckeritzR,  Um- 
lauft („Des  Lehnsmanns  Abschied"),  Beinecke  (Wander- 
lied) u.  A.,  drei  Vocalduette  v.  Schumann,  Soli  f.  Sopran  v. 
Grieg  („Solvejg's  Lied"  u.  „Zwei  braune  Aueen")  u.  Baff 
(„Keine  Sorg  um  den  Weg"),  f.  Tenor  v.  Schubert,  Umlauft 
(„Abendstunde")  u.  Brahms  (Bomanze)  u.  f.  Viol.  v.  Beet- 
hoven (Fdur-Bomanze),  Tscha'i kowsky  (Chansons  sans  pa- 
roles),  Bossi  (Canzonetta)  u.  Wieniawski  (Polen.). 

Gera.  (Jone,  des  Musikal.  Ver.  (Kieemann)  am  2.  Nov.: 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Tannhäuser" -Ouvert.  v.  Wagner, 
Intermezzo  a.  „Freund  Fritz"  v.  Mascagni,  Gesang  vortrage 
des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  („Neue  Liebe"  v.  Bubin  stein, 
„Vorabend"  a.  aen  Brautliedem  .v.  Cornelius,  „Vergebliches 
Ständchen"  v.  Brahms  etc.). 

Hamburg.  Abonn.-Concerte  unt.  Leit.  des  Hm.  Dr.  von 
Bülow:  No.  1.  Symphonien  v.  Schubert  (Hmoll)  u.  Brahms 

e^o.  1),  „Paulus"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  VioUnconc.  v.  Beet- 
oven  (Frau  Soldat-Boeger).  No.  2.  7.  Symph.  v.  Beethoven, 
Ouvert.,  Scherzo  u.  Finale  v.  Schumann,  Larghetto  aus  der 
6.  Symph.  v.  Baff,  Gesangvorträge  der  Frau  Joachim  („Im- 
mer leiser  wird  mein  Schlummer"  u.  „Wie  Melodien  zieht  es" 
V.  Brahms  etc.).  —  1.  Philharm.  Conc.  (Prof.  v.  Bemuth): 
Amoll-Symph.  v.  Mendelssohn,  Ouvert.  zu  „Iphifi^enie  in  Aulis" 
V.  Gluck  m.  Bich.  Wagner's  Schluss,  Geistl.  Marsch,  Sieges- 
marsch, Gratulationsmenuett  u.  Triumphmarsch  v.  Beethoven, 
Ciavier  vortrage  der  Frau  Krebs  a.  Dresden  (JtSsdur-Conc.  v. 
Beethoven  etc.). 

Leipzig.  Abendunterhaltungen  im  k.  dJonservator.  der 
Musik:  21.  Oct.  Prael.  u.  Fuge  f.  Org.  v.  S.  Bach  =  Hr.  Hof- 
mann a.  Görlitz,  Dmoll-Streichquart.  v.  Baff  =  HH.  Liste- 
mann I.  a.  Boston,  Thomas  a.  Leipzig,  Sattler  a.  Bockwa  i.  S. 
u.  Listemann  11.  a.  Boston,  Ciaviersuite  Op.  142  v.  F.  Lach- 
ner =  Frl.  Peters  a.  Hamburg,  Hornquartette  v.  Hansel  u. 
Schubert  =  HH.  Seidel  a.  Markneukirchen,  Neidhardt  a.  Leip- 
zig, Albert  a.  Weida  u.  Flemms  a.  Lüneburg,  G  moll-Clavier- 
conc.  V.  Moscheies  =  Frl.  Jacchia  a.  Triest,  Baritonlieder  v. 
Schumann  u.  Bubinstein  („Es  blinkt  der  Thau")  =Hr.  Dr. 
Bärge  a.  Leipzig,  Posaunenquartette  v.  C.  Santner,  Mendels- 
sohn u.  Chwatal  =  HH.  Dathe  a.  Tautendorf  i.  S.,  Truntz  a. 
Leipzig,  Bühl  a.  Schladitz  u.  Lampe  a.  Dessau.  26.  Oct. 
Thema  u.  Variat.  f.  Org.  in  Asdur  v.  L.  Thiele  =  Hr.  Gerhardt 
a.  Leipzig,  Bdur-Clav.-Violinson.  v.  Mozart  =  Frl.  Cranbrook 
a.  Ventnor  (Amerika)  u.  Hr.  Lauboeck  a.  Wunsiedel,  Ciavier-  / 
soU  V.  Chopin,  TschaÜ kowsky  (Lied  ohne  Worte)  u.  Mosz- 
kowski  (Adur- Walzer)  =  Frl.  Middleton  a.  Neu-Süd- Wales, 
Dmoll-Viob'nconc,  I.Satz,  v.  H.  Sitt  =  Hr.  Wille  IL  a.  Greiz, 
Bdur-Clav.-Violoncellson.  v.  Mendelssohn  «*  HH.  Turner  a. 
London  u.  Hammig  a.  Leipzig.  —  6.  Abonn.-Conc.  im  Neuen 
Gewandhaus  (Prof.  Dr.  Beinecke)  m.  Compositionen  v.  Schu- 
mann unt.  gesangsolist.  Mitwirk,  der  Frls.  Münch,  Dom,  Gott- 
löber  V.  hier  u.  Keddingius  a.  Amsterdam,  der  Frauen  Wahls 
u.  Metzler  u.  der  HH.  Pinks  u.  Wittekopf  v.  hier,  sowie  des 
Hm.  Messohaert  a.  Amsterdam :  2.  S^ph.,  Die  Liedpr  Mig- 
non's,  des  Harfners  u.  Philinens,  sowie  Bequiem  f&r  Mignon 
a.GK>ethe*8  „Wilhelm  Meister"  u.  3.  Abtheil,  der  „Faust" -Scenen. 
—  Conc.  des  Lehrer-Gesangver.  (Sitt)  am  12.  Nov.:  Männer- 
chöre V.  B.  Volkmann  („Credo"  und  „Benedictus"  aus  der 
2.  MesiM),  F.  flegar  („Die  beiden  Särge"),  Dürrner  (Herbst- 


Q(Hr. 


lied),  Kremser  (Das  Volkslied)  n.  V.  LachDer  („Spielnwnn"), 
Solovorträge  dar  Fraa  BaomaDD  (G«s.,  Arie  a.  den  „Polknn- 
gem"  V.  Kretaehmer,  „Da  die  Stunde  kam"  und  „Vöglein, 
wohin  öo  schnell"  v.  Franz,  „Coriose  Frage"  v.  Beineoke 
u.  Lied  V.  Lorlebere)  a.  des  Hm.  Hilf  (Viol.,  GoncertaUeero 
V.  Bazzini,  Uiwar.  Bhaps.  v.  M.  Haaser  u.  Adagio  a.  i^m 
U.  Conc.  V.  SpoEr). 

HagdebUFg>  Tonkünstlerver.  am  17.  a.  a4.0ct:  Streich- 
quartette Op.  41,  No.  a,  V.  Sohumann  a.  Op.  IB,  No,  4,  und 
Op.  59,  Nc.  3,  T.  Beethoven  (HH.  Berber,  Pröhli^  Troatorf 
u.  Petoreen),  Clav.-Violoncellaon.  v.  H.  Huber  (HH.  Fischer 
u.  Potcraen),  Solovorttäge  des  Frl.  Wehe  ((Jas.)  u.  des  Hm. 
Petersen  („Ave  Mtwia"  v.  Bruch). 

Minden.  l.Kammermumkabend  der  HHZusclineid(Clav.], 
Beyer,  Tiitiiig,  Heisterbere  und  Kellermann  (Streicher)  unter 
Mitwirk.  diT  Sängerin  Fn.  Kloppenburg  a.  Frankfurt  a,  M.: 
Esdur-ClavJerqnart.  v.  Schumann,  Cdur-Straichquartett  (?)  v. 
Mozart,  Variat.  a.  dem  Kaiserquart,  v.  Haydn,  OeeangBoli  v. 
Scbumonu,  S.Bach,  J.  Bcahms  („Immer  leiser",  Uagelonen- 
Romanze  u.  „Des  Liebsten  Schwur")  u.  Haydn. 

Paderbopn.     i-  Conc.  des  Maaikver.  (Wazner):    Wald- 
symph.  V.  Raff,  „Oberon''-Ouvert.  v.  Weber,  Festliches  Vor- 
spiof  V.  P,  F..  Wagner,  £sduT-C3aviercoBC  v.  Beethi 
Wagner),  „Zigeunarleben"  v.  Schumann. 

Bostoch.  1.  Conc.  des  Ooncertver.  (Dr.  Thierfelder):  Co- 
Inmbus-Syraph.  v.  Abert,  „Medea" -Ouvertüre  v.  Cheruhini, 
„Malagueüa"  a.  „Boabdü"  v.  Moasskowski,  Gesangvorträge 
der  Frau  Metzler  a.  Leipzig{„Sommerabend"  v.  Lassen  etc.). 

Saarbrücken.  Conc.  unt.  Leit.  dee  Hm.  Fassbaender  u. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Lissner-Ooldsticker  (Oea.),  des  Hrn. 
Neahoisel  (Viol.?)  n.  A.  m.  am  21.  Oct.:  Adur-Symphonie  von 
P.  FassWender,  ^Friedensfeier''-Festouvert.  v.  Beineoke, 
Soli  f.  Gea.  v.  F.  Hompeeoh  („Wenn  Zwei  von  einander 
scheiden",  „Vorsatz"  und  „SiehSj  der  Frühling  wfthret  picht 
lang"),  P.  Fassbaender  („Der  irre  Spielmann"  n.  „Es  moas 
ein  Wunderbares  sein")  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Bruch  (l.  Conc). 
(Nach  einci^u  anscheinend  von  einem  Laien  verfaasten  Bericht 
der  „St.  Joh.-Z."  enthalt  die  neue  Svmphonie  von  Fassbaender 
recht  angenehme,  ein^iängliche  und  sogar  originelle  und  phan- 
tasievolle älosik;  ob  in  modernem  Sinne  geschrieben,  weiss 
der  Referent  selbst  nicht  anzugeben,  die  Composition  ent- 
spreche „ehur  dem  Charakter  der  Werke  älterer  Meister",  als 
„etwa  der  Musik  b.  la  Richard  Wagner",  bemerkt  er  recht  dilet- 
tantisch. Der  Beifall,  den  die  Novit&t  fand^  hat  sich  am 
Schluss  derselben  zu  einer  Ovation  fCkr  den  SSj&hrigen  Com- 
poaiaten  geatalt«t.) 

Sehmalkalden.  Orgelconc  des  Hm,  Wilk  am  6.  Nov.: 
Vorträge  des  Kirchenchors  unt.  Leit.  des  Hm.  Wilk  („Qrosset 
Gott,  wir  loben  dich"  v.  P.  Bitter,  „Tröstet  mein  Volk"  v. 
Palmer  u.  Dankeebet  v.  Kremser),  des  Frl.  Perl  a.  Son- 
dershauaen  iQeB.,  Gebet  v.  fliller  etc.)  u.  der  HH. Wilk  (Org., 
Aadur-Toco.  v.  Hesse,  Odur-Prael.  v.  S.  Bach,  Variat.  ttber 
„Stille  Nacht"  v.  Ch.  B.  Pfretzschner  u.  Esmoll-Concert- 
satz  V.  L.  Thiele)  n.  TJtendörfer  (Org,,  eig.  Phant.  üb.  -Ein 
feste  Burg"  u.  Trio  v-  Vierling).  (Der  Gast  Frl.  Perl, 
welche  nacli  dortigen  Berichten  Über  ein  sehr  feines  Gehör, 
sowie  eiup  liebliche  klare,  weiche  and  ansdrncksvolle,  dabei 
gutgeschuhü  Stimme  verfugt,  hat  eich  mit  ihren  Vorträgen 
die  voüe  Anerkennung  erworben.) 

Wolgast.  Conc.  der  Stadtcap.  (Friedemann)  am  7.  Nov. : 
Militarsyiu|'!i.  v.  Haydn,  Ouvertüren  v.  Bossini  und  Flotow, 
Cla vier vort  läge  des  Hm.  Schulz-Schwerin  a.  Berlin  (Son.  ap- 
pas.s.  V.  Bi.'<;tlioven,  Bercense  eig.  Comp.,    „Bigoletto" -Phant. 


iZt   < 


..j.). 


Zeitz.  4.  Auffuhr,  des  Goncertver.  (Fritsch):  1.  Symph. 
V.  Beethoven,  Festouvert.  von  Bietz,  Solovorträge  der  Frau 
v.  Knapptet Eiedt  a.  Leipzig  (Ges.,  „Do  rothe  Bos"  von  Leas- 
mann,  „hu  Maien"  v.  Miller,  „Ach,  wer  das  doch  könnte" 
V.  W.  Berger,  „Abendreihn"  v.  Beinecke  etc.)  n.  des  Bm. 
Hilf  V.  ebendaher  (Viol..  Conc.-Allegro  v.  Bazzini  u.  Ungar. 
Bhaps.  V.  Uanser), 


Engagements  und  GBste  in  Oper  und  Conoert. 

Amsterdam.  In  dem  letzten  Abonnementconcert  im 
Neuen  Cojii^erthans  debutirte  die  SängerinFrl.Polacher  aus 
Leipzig  reit  groasem  und  verdientem  Erfolge  in  unserer  Stadt. 
Ihr  klang-  and  Bobmelzvolles  Organ,  ihr  empfind ungavoller 


Vortrag  und  ihre  musterhafte  Teztbehandlnng  fanden  allaei- 
tigste  nnd  ^^Irmste  Anerkennung.  —  Berlin.  In  der  KroU- 
Oper  hat  die  italienische  Primadonna  Frau  Bellincioni,  dio 
unlängst  in  Wien  Aufsehen  erregte,  ein  Gastspiel  als  Violetta 
(in  „Traviata")  eröffoet  und  mit  der  darstellerischen  Seit« 
ihrer  Leistung  wahrhafte  Swisation  erregt.  Neben  ihr  gastirt« 
Hr.  Stagno,  der  aber  Manches  zu  wünschen  übrig  liess.  Br. 
Prof.  Hermann  Genss  stellte  sich  Anfang  d.  Mts.  in  einero 
Concert  des  Philharmonischen  Orchesters  dem  hiesigen  Pnb- 
licnm  nachmals  als  Componist  und  Pianist  vor  und  macht« 
dabei  einen  bei  Weitem  vortheilhafteren  Eindruck  auf  das- 
selbe, als  bei  seinem  neulichen  Debüt,  —  Copenhagen.  Za 
seltenen  künstlerischen  Siegen  auf  allen  Linien  gestalt«teii 
sich  die  beiden  Liederabende,  welche  das  Sängerpaar  Hil- 
dach  aus  Berlin  auf  seiner  Nordlandsreise  in  unserer  Stadt 
gab.  Es  waren  Genüsse  erlesener  Art,  welche  Beide  darboten, 
ganz  besonders  aber  darf  deren  Duettgeaang  als  einzig  in 
seiner  Art  bezeichnet  werden.  Der  Applaus,  mit  welcnem 
man  die  Vorträge  au&ahm,  lieea  an  Begeisterung  Nichts  za 
wünachen  Übrig.  —  Detmold.  Im  3.  Svmphonieconcert  des 
Hrn.  Hubert  erregte  die  Altiatin  Frl.  Höfken  aus  Cöln  in 
Arien  von  Händel  und  Gluck  stürmischen  Applaus  und  Her- 
vorruf mit  ihrem  ausgezeichneten  Voriirage  und  sympathi- 
schen Organ.  —  Paris.  Frl.  Lola  Beeth  hat  hier  die  Elsa 
in  „Lohengrin"  gesungen,  ohne  die  feineren  Kenner  des  Wer- 
kes nur  halbwegs  mit  ihrer  sehr  äusserliohen  Darstellung  za 
befriedigen.  Was  die  Leistung  der  hübschen  Jüdin  fast  wider- 
wärtig machte,  war  das  stereotype  Lächeln.  —  Prag.  Den 
Hauptpnnct  des  Interesses  in  dem  Concert^  welches  jüngst  der 
Kammermusik- Verein  veranstaltete,  bildete  das  Solo-  imd 
Quartettspiel  des  Hrn.  Concertmeister  Prill  aus  Leipzig.  In 
demselben  lernt«  unser  kunstsinniges  Publicum  einen  Gei^r 
mit  gesundem  und  warmtimhrirten  Ton,  fermer  Technik  bei 
zuverlässiger  Intonation  und  gediegenem  mnsikalischen  Ge- 
schmack kennen,  und  aufrichtig  und  stark  war  der  dem  treff- 
lichen Gast  fiir  seine  ausgezeichneten  Leistungen  g«zollte 
Beifall.  —  Rostock.  Das  1.  Concert  des  Concertvereins  er- 
hielt seinen  leuchtenden  solistischen  Schmuck  durch  die  Mit- 
wirkung der  Leipziger  Heistersängerin  Frau  Metzler-Löwy, 
welche  einer  Qlu(£'Bchen  Arie  und  verschiedenen  Liedern 
ihre  herrliche  Geaongskunst  dienstbar  machte  und  namentlich 
mit  dem  Vortrage  des  classisohen  Stückes  eine  tiefgehende 
Bewegung  erzeugte- 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomasldrche:  12,  Nov.  „Herr,  es  sind  Heiden 
in  dein  Erbe  gefallen"  v,  E.  F.  Richter.  „Aus  tiefer  Noth 
schrei  ich  zu  dir"  v.  Mendelssohn.  Nicolaikirche;  18.  Nov. 
„Domine  Jesu"  u,  „Hostias"  a.  dem  Beqüiem  v.  MozarL 


OpemauffOhningen. 

September. 

Cassel.  K.  Hoftheater:  4.  Don  Juan.  6.  u.  SS.DieBegi- 
mentetochter.  9.  Die  Jüdin.  II.  n.  96.  Hans  Heilig.  14.  Der 
WafTenechmied.  17.  Der  schwarze  Domino.  19.  Der  Freischütz. 
28,  Gringoire  (Brüll).  Schauspieldirector.  Cavalleria  msticana. 
80.  Tannb&user. 

October. 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  5.  Fidelio. 
26.  Cavalleria  msticana. 

Carlsruhe.  Grossherzogl.  Hoftheater:  2.  Der  Prophet. 
»,  u.  20.  Lorle  (A.  Förater).  11.  Fidelio.  17.  Die  Trojaner 
1.  Theil  {Die  Einnahme  von  Troja).  18.  Do.  3.  Theil  (Die 
Trojaner  in  Karthago).  23.  Lohengrin.  25.  Cavalleria  rusti- 
cana.  28.  Zac  und  Zimmermann.  30.  Der  Trompeter  von 
S&kkingen. 

Aufgeführte  Novitäten. 

Abert  (J.  J.),  Columbus-Symph.    (Chemnitz,  3.  Symph.-Conc. 

der  sULdt.  Cap.) 
Abt  (F.),    „Siegesgesang  der  Dentschen"    f.  Männerchor  und 

Orch.  {Siegen,  Conc.  des  Männergesang ver.  am  H.  Oct.) 
Afferni  (H.),    F moU-Streichquart.    (Leipzig,  1.  Musikabeud 

des  Kammermusik  ver.) 
Bargiel  (W,),  Festouvert.    (Annaberg,  1.  Musenmsconc.) 
Baumfelder(F.),  Nonett  f.  Blas-  u.  Streichinstrumente  und 

Clav.    (Dresden,  Tonkünstlerver.) 


683 


Berlioz  (H.),  Oavert.  zu  „Benvenuto  Cellini".  (Berlin,  1.  Phil- 
harm. Gonc.) 
Brahms  (J.),  1.  Symph.    (Breslau,  2^  Abonn.-Gono.  des  Bresl. 

Orch.-Ver.     Berlin,  2.  Philharm.  Conc.) 

2.  Symph.    (Dessau,  1.  Gonc.  der  Hofcap.) 

Akadem.  Festouvert.      (Gassei,  1.  Abonn.-Gonc.  des  k. 

Theaterorch.) 
Bdur-Streichsext.,   Glarinettenquint.  u.  DmoU-Glavier- 

Yiolinson.     (Berlin,  2.  Erö&ungsconc.  des  Saales  Bech- 

stein.) 
Bdur-Streichquart.  (Leipzig,  1.  Kammermusik  im  Neuen 

Gewandhaus.) 
Gdur-Glav.- Violinsonate.  (Frankfurt  a.  M.,  1.  Kammer- 
musikabend der  HH.  Prof.  Heermann  u.  G^n.) 
G  u  r  t i  (F.),  Orchestersuite  „Die  Schweiz" .  (Dresden ,  1 .  Symph.- 

Gonc.  des  Hm.  Trenkler.) 
Davidoff  (G.),  3.  Violoncellconc.  (Leipzig,  1.  Gonc.  des  Liszt- 

Vereins.) 
Dietrich  (A.),    Dmoll-Symph.    (Chemnitz,  2.  Symph.-Cfenc. 

der  Stadt.  Gap.) 
Draeseke  (F.),  Ddur-Glav.-Violoncellsonate.    (Dresden,  Ton- 

künstlerver.) 
Goltermann  (G.)»  Symph.  Op.  20.    (Annaberg,  2.  Museums- 

oonc.) 
G  r  a  m  m  a  n  n  (G.),  Vorspiel  zur  „  Melusine" .  (Annaberg,  1 .  Gonc, 

des  Mannergesangver.) 
Grieg  (Edv.),    ^Peer  G3^t"-Suite.      (Amsterdam,   Ausserge- 

wöhnl.  Abonn.-Gonc.  am  19.  Oct.) 
Ouvert.  -Im  Herbst".  (Sondershausen, Wohlthätigkeits- 

Gonc.  der  Hofpap.  am  16.  Oct.) 
Guilmant  (A.),  Symph.  f.  Org.  u.  Orch.  (Barmen,  Festconc. 

des  Quartettver.  am  19.  Oct.     Wismar,  Orgelconcert  des 

Hrn.  Dr.  Stollbrock.) 
Hegar  (F.),  „Manasse"  f.  Soli,  Ghor  u.  Orch.   (Göhi,  1.  Gür- 

zenichconc.) 
Hof  mann  (H.),  Adur-Glaviertrio.    (Charlottenburg,  1.  Popul. 

Kammermusikabend  der  HH.  Ad.  Schultze  u.  Gen.) 

—  —  „Johanna  von  Orleans"  f.  Soli,  Männerchor  und  Orch. 

(Annaber^,  1.  Conc.  des  Männergesane^ver.) 
Huber  (H.),  Musik  zum  Baseler  Festspiel  f.  Soli,  Chor  und 

Orch.    (Basel,  Aufführungen  am  3.  u.  5.  Nov.) 
Lachner  (I.),    Trio   f.    Clav.,    Viol.  u.   Bratsche.     (Breslau, 

2.  Musikabend  des  Tonkünstlerver.) 

Liszt  (F.),  Faust-Symph.     (Leipzig,  1.  Gonc.  des  Liszt-Ver.) 

Esdur-Glavierconc.    (Heidelberg,    Gonc.  des  Hm.  Sah- 

lender  am  15.  Oct.) 

Adur-Glavierconc.   (Annaberg,  1.  Museumsconc.) 

Mac-Dowell  (E.  A.),  Orchestersuite.  (Sondershausen,  Wohl- 
th&tigkeitsconc.  der  Hofcap.  am  16.  Oct.) 

Massenet  (J.),  „Phädra"-Ouvert.  (Heidelberg,  Gonc.  des  Hm. 
Sahlender  am  15.  Oct.) 

Müller-Reuther  (Th.),  Glaviertrio  Op.  19.  (Dresden,  Ton- 
künstlerver.) 

Ochs  (T.),  „Deutsches  Aufgebot"  f.  Männerchor,  Baritonsolo 
u.  Orch.    (Siegen,  Concdes  Mannergesangver.  am  9.  Oct.) 

Plüddemann  (AT),  „Träumerei  im  Walde"  f.  Orch.  (Bres- 
lau, 4.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Symph.-Cap.) 

Beinecke (C.),  „Friedensfeier"-Festouvert.  (Innsbruck,  1. Mit- 
gliederconc.  des  Musikver.) 

Bheinberger  (J.),  Gonc.  f.  Org.,  Streichorch.  u.  drei  Homer. 
(Wismar,  Wohlthätigkeitsoonc.  des  Hrn.  Dr.  StoUbrock 
am  15.  Oct.) 

—  —  Gonc.  f.  Org.  m.  Streichorch.  u.  zwei  Oboen  u.  Fisdur- 

Sonate.    (Regensburg,  Greistl.  Gonc.  des  Protestant.  Kir- 
chenchors am  19.  Oct.) 
Rubinstein  (A.).  Oceansymph.    (Basel,  2.  Conc.  der  AUgem. 

Musikgesellscnaft.) 
Glav.-Violason.      (Berlin,  3.  Eröffnungsconc.  des  Saales 

Bechstein.) 
Ddur-Glav.-Violoncellsonate.      (Hannover,  Wohlthätig- 

keitsconc.  des  Hrn.  Kunke.) 
Saint-Saöns  (G.),  „Dansemacabre".    (Aachen,  14. Versamml. 

des  Instrumentalver.) 

„La  Jeunesse  d'Hercule".    (Berlin,  2.  Philharm.  Gonc.) 

„Phaöton".    (Darmstadt,  1.  Conc.  der  Hofcap.) 

„Le  Rouet  d'Omphale".     (Basel,    2.  Abonn.-Conc.  der 

Allstem.  MusikgeseUschaft.) 
Vorspiel  zur  Silndfluth"  f.  Streichorchester.      (Leipzig, 

3.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 
Schneider  (Th.),  Festouvert.    (Chemnitz,  JubUäumsconc.  der 

Singakad.  am  11.  Oct.) 


S  trau  SS  (R.),  Symphon.  Dicht.  „Macbeth".  (Leipzig,  1.  Gonc. 
des  Liszt-Ver.) 

Taubert  (H.  E.),  Esdur-Glavierquart.     (Stettin,  1.  Kammer- 
musikabend.) 

Volkmann  (R.),    1.  Symph.      (Leipzig,   3.  Abonn.-Conc.  im 
Neuen  Gewandhaus.) 

BmoU-Claviertrio.    (Dresden,  1.  Kammermusikabend  der 

Frau  Stern  u.  Gen.) 

Wagner  (R.),  EineFaust-Ouvert.  (Frankfurta.M.,1. Museums- 
conc.     Leipzig,  4.  Abonn.-Gonc.  im  Neuen  Gewandhaus.) 

Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und  Isolde". 

(Boston,  1.  Gonc.  des  Boston  Symph.  Orch.) 

„Meister8inger"-Vorspiel  u.  „Siegfried-Idyll".      (Berlin, 

1.  Philharm.  Gonc.) 

Vorspiel  u.  „Charfreitagszauber"  a.  „Parsifal".    (Stock- 
holm, 1.  Symph.-Conc.  der  k.  Gap.) 

„Parsifal"- Vorspiel.    (Mühlhausen  i.  Th.,  1.  Ressource- 

concert.) 

Kaiser- Marsch.    (Annaberg,  1.  Museumsconc.     Boston, 

1.  Gonc.  des  Boston  Symph.  Orch.) 

Trauermarsch  a.  der  „Götterdämmerung".    (Chemnitz, 

3.  Symph.-Conc.  der  städt.  Gap.) 

„Siegfried-Idyll".     (Christiania,  1.  Conc.  des  Musikver.) 

Wen  ig  mann  (W.),  Lyr.  Symph.  (Aachen,  14.VersammL  des 
Instrumentalver.) 

Wie  mann  (R.),  Tondicht.  „Der  Gefangene  im  Kaukasus"  f. 
Orch.    (Heidelberg,  Conc.  des  Hm.  Sahlender  am  15.  Oct.) 

Wieniawski  (H.),  2. Violinconc.    (Basel,  2.  Abonn.-Gonc. der 
AUgem.  MusikgeseUschaft.) 

Wüerst  (R.),  Ouvert.  zu  „Vineta".    (Annaberg,  1.  Conc.  de© 
Mannergesangver.) 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

-  *  Im  nächsten,  am  18.  d.  Mts.  stattfindenden  Kirchen- 
concert  des  Riedel-Vereins  zu  Leipzig  kommt  Fei.  Drae- 
seke's  FismoU-Messe  zur  ersten  Auniihrung. 

*  In  Nürnberg  hat,  nachdem  im  vor.  Winter  der  Leip- 
ziger Pianist  Hr.  WendUng  mit  öffentlichen  Vorträgen  auf 
einem  Jank6-Flügel  die  aUgemeine  Aufmerksamkeit  auf  die 
Neuclaviatur  hingelenkt  hatte,  nunmehr  der  dortige  Musik- 
lehrer Hr.  August  Jahn  Unterrichtscurse  ftü:  Erlernung 
der  Jank6-Glaviatur  errichtet  und  somit  für  diese  intelUgente 
Stadt  den  ersten  Schritt  zur  praktischen  Einführung  dieser 
genialen  Idee  gethan.  Wir  können  im  Interesse  der  dortigen 
Musikinteressenten  nur  wünschen,  dass  Hr.  Jahn,  der  auch  in 
der  Presse  mit  gewandter  und  überzeugender  Feder  Propa- 
ganda für  die  Neuclaviatur  macht,  den  besten  Erfolg  mit 
seinen  Bestrebungen  erzielen  möge. 

*  Die  Ghor^esangschule  zu  Bayreuth  wird,  wie  die 
„N.  M.  N."  schreiben,  von  22  Schülern  und  Schülerinnen  be- 
sucht, welche  zunächst  von  Hm.  Musikdirector  Jul.  Kniese 
unterrichtet  werden.  Für  die  weitere  Ausbildung  der  Eleven 
hof%  man  Frl.  Marianne  Brandt  zu  gewinnen. 

*  Der  FlügePsche  Gesangverein  in  Breslau  hat  das  Ora- 
torium „Franciscus**  von  Edg.  Tinel,  welches  er  in  v.  Sai- 
son als  Novität  brachte,  kürzlich  mit  gutem  Gelingen  und 
grossem  Erfolg  wiederholt. 

*  Von  der  riesigen  Production  auf  musikalischem  Gebiete 
geben  am  deutUchsten  die  im  Verlage  von  Friedrich  Hofmeister 
in  Leipzig  erscheinenden  Monatsberichte  über  musikalische 
Novitäten  Kunde.  Ans  einer  diesem  Hüfismittel  entnommenen 
Statistik  für  1891  ist  zu  ersehen,  dass  während  des  ver- 
gangenen Jahres  5024  Werke  für  Instrumental-  und  8287  für 
Gesangmusik,  sowie  298  Bücher  und  Schriften  musikalischen 
Inhalts  erschienen  sind,  darunter  u.  A.  29  Ouvertüren  für 
Orchester,  17  Quintette,  25  Quartette,  80  Duos  und  369  Solo- 
stücke für  Streichinstrumente,  14  Duos  und  173  Solostücke 
für  Blasinstrumente,  662  Compositionen  für  Zither,  50  Quin- 
tette, 17  Quartette,  85  Trios,  231  Duos  und  1950  Solostücke 
für  Ciavier,  666  Männer-  und  125  gemischte  Chöre  und  1623 
einstimmige  Gesänge. 

*  Das  Star-Theater  in  Cleveland  (Ohio),  sowie  die 
Grosse  Oper  in  New-Orleans  sind  durch  Feuer  zerstört 
worden. 

*  In  Lille  soU  am  20.  d.  Mts.  Wagner's  „Fliegender 
Holländer",  zum  ersten  Male  auf  französischem  Boden,  ge- 
geben weraen. 


684 


*  Im  Hoftheater  zu  Dresden  ginfi;  in  vor.  Woche  mit 
schönem  Erfolg  A.  Eitter'k  komische  Oper  „Der  üeiale  Hans** 
erstmalig  in  Scene. 

*  Einen  bedeutenden  Erfolg  hatte  jüngst  die  im  Marie- 
Theater  in  St.  Petersburg  erstmalig  aufgeführte  Ballei- 
Oper  „Mlada"  von  Tscha'ikowsky. 

*  Der  Director  der  Leipziger  Stadttheater  scheint  sich 
jetzt  ganz  auf  die  Protection  ausländischer  Opernproducte  ge- 
worfen zu  haben,  denn  auch  die  neueste  Premiere  betraf  ein 
solches,  nämlich  „Gioconda^  von  Ponchielli.  Aber  weder 
Publicum,  noch  Presse  hat  dem  hierin  von  Hm.  Director 
Staegemann  bewiesenen  Eunsteeschmack  beigepflichtet.  Da 
Hr.  ^egemann,  wie  man  schreibt,  die  Ausstattung  der  Novität 
ausschliesslich  mit  alten  Decorationen  und  C^stumen  be- 
sorgt hatte,  wird  ihm  kaum  ein  pecuniärer  Schaden  aus 
seinem  Eunsteifer  für  nichtdeutsche  Opemneuigkeiten  ent- 
stehen. 

*  Das  Stadttheater  zu  Brunn  wird  die  erste  Bühne  sein, 
auf  welcher  die  zwei  Abende  füllende  neue  geistliche  Oper 
„Moses**  von  Ant.  Bubinstein,  und  zwar  noch  dazu  unter 
Leitung  des  Componisten,  in  Scene  gehen  soll. 

*  A.  Bubinstein  hat,  dem  Zeitgeist  enteprechend,  auch 
eine  einactige  Oper  componirt.  Sie  heisst  „Unter  Bäubem" 
und  soll  von  der  k.  Oper  zu  Berlin  zur  Aufführung  ange- 
nommen worden  sein.  Mit  den  einactigen  Opemproductionen 
der  neuesten  Zeit  könnte  man  gut  die  Abende  eines  ganzen 
Monats  —  auf  Jeden  drei  Stück  gerechnet  —  ausfüllen,  ohne 
wiederholen  zu  müssen. 

*  Im  Hoftheater  zu  Weimar  ging  am  13.  Nov.  unter 
Hrn.  Dr.  Lassen's  Leitung  Massen et's  Oper  „Werther**  erst- 
mals über  die  Bretter,  ohne  jedoch  trotz  guter  Vorbereitung 
und  Aufführung  einen  irgendwie  nennenswerthen  Erfolg  zu 
erzielen. 

*  Mascagni's  Oper  „Die  Bantzau**  ist  am  10.  d.  Mts. 
glücklich  in  Florenz  zu  ihrer  allerersten  Aufführung  ge- 
langt und  hat,  wie  man  schreibt,  einen  grossarti^en  £folg 
gehabt.  Bei  „Freund  Fritz**  lauteten  die  italienischen  Be- 
richte ebenso.    Also  abwarten! 

*  Die  neue  vieractige  Oper  „Garin**  des  spanischen  Com- 
ponisten Thomas  Breton,  in  Madrid  erstmalig  aufgeführt, 
wurde  zwar  günstig  angenommen,  doch  scheint  der  Erfolg 
nur  ein  Achtungserfolg  zu  sein. 

*  Die  im  Olympia-Theater  zu  London  zum  ersten  Male 
gegebene  einactige  Oper  „Gedmar**  von  Bantock  hatte  einen 
wenig  schmeichelhanen  Erfolg.  Nur  eine  Balletnummer 
musste  wiederholt  werden. 


*  Adolf  Mohr's  bereits  vielfach  ^^ebene  Oper  „Der 
deutsche  Michel**  soll  in  der  gegenwärtigen  Saison  auch  im 
Eroll-Theater  zu  Berlin  in  Scene  gehen. 

*  P.  Mascagni's  „GavaUeria  rusticana**  gelangte  im  k. 
Opemhause  zu  Berlin  am  21.  Oct.  1891  zur  1.  und  am  3.  Nov. 
d.  J.  bereits  zur  100.  Aufführung.  Die  Jubiläums- AufEÜhrung 
wurde  von  Hm.  Dr.  Muck  dirigirt,  der  das  Werk  überhaupt 
in  Berlin  eingeführt  hat,  s.  Z.  mit  dem  Opemensemble  des 
Hm.  A.  Neumann  in  Prag.  Dass  das  Opemrepertoire  der  k. 
Bühne  unter  der  Bevorzugung  dieses  Modestücks  zum  Schaden 
künstlerischer  Beputation  gelitten  hat,  wird  Niemand  be- 
streiten können. 

*  Der  achtjährijge  Hofpianist  des  Schah  von  Persien  Raool 
Eoczalski  hat,  wie  vor.  Jahr  in  Wien,  kürzlich  in  Dresden 
die  Bewunderung  desPublicums  und  der  Musiker  mit  seinem 
frühreifen  Spiel  erregt.  Am  7.  Dec.  gibt  derselbe  im  Erystall- 
palast  in  Leipzig  ein  eigenes  Goncert. 

*  Wie  die  „N.  L.  Nachr.**  berichten,  ist  zum  Gantor  der 
Thomasschule  zu  Leipzig,  als  NachfoWer  W.  Bust's,  der 
Goniponist  Hr.  Prof.  Aibert  Becker  in  Berlin,  Director  des 
k.  Domchors  und  Mitglied  des  Senats  der  Akademie  der 
Eünste  daselbst,  gewählt  worden. 

*  Hr.  Turban,  1.  Geiger  im  Opemorchester  und  in  den 
Gonservatoriumsconcerten  inParis^  ist  zum  Professor  der  Vor- 
bereitungsclassen  am  Gonservatonum  daselbst  an  Stelle  des 
abgegangenen  Hm.  Börou  ernannt  worden. 

Todtenllste.  Johann  Georg  Zahn,  tüchtiger  Orgel- 
spieler, f.  84  Jahre  alt,  vor  einiger  Zeit  in  G^ldkronach.  Ein 
SchlaganxaU  Ende  der  70er  Jahre  hatte  seiner  künstlerischen 
Thätigkeit  ein  frühzeitiges  Ende  gesetzt.  —  Otto  Tiersch, 
vorzüglicher,  selbständiger  Theoretiker,  f«  ^  Jahre  alt,  am 
1.  Nov.  in  Berlin,  seinem  langjährigen  Domicil.  —  Friedrich 
Erug,  ehemaliger  Baritonist  und  Hofinusikdirector  in  Garls- 
ruhe,  auch  Gomponist  einiger  längst  vergessenen  Opern,  f, 
81  Jahre  alt,  Anfang  d.  Mts. 

Zur  gef.  Beachtung- 
Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  gescnäft- 
liehen  Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Eulen  bürg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Goncert- 
agenturen)  zu  b^ienen  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Goncerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  ge&llige  direete 
Zusendung  der  Biilets  an  uns  gebeten. 

^^^p^^s  Die  Redaetion  des 

„MDsikalisehen  WoeheDblattes''. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  BOcherschau. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

Eine  Brochure  von  Julius  Eatz  über  „Wagner's 
»Tristan  und  Isolde«  und  das  Kunstwerk  der  Zu- 
kunft", erschienen  in  Mannheim  1888,  bleibt  nur  an  der 
Oberfläche  haften  und  erweist  sich  ganz  deutlich  als  das 
Ergebniss  eines  Journal -Feuilletonbedürfnisses  farblosesten 
Charakters.  Diese  Bücher  bringen  uns  immer  nur — günstigsten 
Falles  —  zu  einer  Anerkennung  der  „wenn  irrigen,  so 
jedenfalls  tief^g^ehenden"  Idee  aes  Meisters  von  Bayreuth. 
Aber  gottlob,  die  gediegenen  und  gesinnungstüchtigen  Schriften 
über  Wagner  und  seine  Kunst  mehren  sich  neuerdings  so 
sehr,  dass  man  sich  mit  Widerlegung  einer  Brochure  wie  der 
vorliegenden  gar  nicht  erst  abzugeben  braucht.  Eine  höchst 
zweifelhafte,  unklare  und  unentschiedene  Darstellung  des 
Liebes-  bezw.  Todestranks-Motives,  keine  Spur  eines  tieferen 
Verständnisses  für  den  2.  Act  oder  eines  sorgfö-ltigeren  Be- 
fassens  mit  dem  philosophischen  Problem,  eines  ernsten  Ein- 
gehens auf  die  cuchterische  Bedeutung  gerade  der  Sprache 
Wagner's!  Ja,  ja  —  so  würde  unser  Volk  über  Wagner  und 
seine  Werke  noch  heute  berathen  sein,  wenn  nicht  in  Mann- 
heim „Männer  daheim",  Heckeis  heimisch  wären.  Nun  aber 
haben  wir  Carl  HeckeTs   auch   in   ihrem  philosophischen 


Theil  so  gelungene  Schrift  über  Wagner^s  „Tristan  und 
Isolde"  (Mannneim  1888),  die  beste  populäre  und  kurze 
Einführung  in  das  Werk,  die  Überhaupt  geschrieben  worden 
ist.  Also  keinerlei  Grund  zu  Besorgnissen  für  Wohl  und 
Wehe  des  Mannheimer  Publicums  vorhanden! 

„Warum  und  wieso  ich  ein  solches  Vorurtheü  hatte,  ia 

—  frage  diese  Journalisten,  die  es  seit  jeher  als  ihre  Au^^oe 
betrachtet  haben,  so  viele  Hindemisse  als  möglich  zwischen 
die  grossen  Kunstwerke  und  das  Publicum  aufzuhäufen*^  — 
sagt  da  übrigens  treffend,  als  wollte  es  uns  geschickt  über- 
leiten und  an  vorige  „Tristan"- Studie  von  '&Aa  anknüpfen, 
(auf  S.  2)  ein  Buch: 

Richard  Wagner  in  seinem  Hauptwerk  „Der 
Ring  des  Nibelungen"  von  Carl  Gjellerup, 
das  uns  in  deutscher  Wiedergabe  von  Dr.  Otto  Luitpold 
Jiriczek  durch  den  Reinboth'schen  Verlag  zu  Leipzig  darge- 
boten wird  und  nur  z.  B.  mit  einem  Bucne  wie  „Das  musi- 
kalische Drama"  von  Ed.  Schürt  verglichen  werden  kann. 
Ein  herrliches,  ganz  ausgezeichnetes,  weil  tief  eindringendes 
Werk,  das  auch  von  den  Deutschen  recht  viel  gelesen  werden 
sollte!  Von  besonderem  Werth  dünkt  uns  der  feinsinnige  Ab- 
schnitt über  Natur  und  Technik  des  Leitmotives  —  nur  ist 
hier  die  Nutzanwendung  auf  die  symphonische  Programm- 
musik noch  ein  klein  wenig  zu  weit  vom  Wege  abgerathen, 

—  ferner  das  vortreffliche  Capitel  über  „Die  Erotik  der 
Walküre"  und  der  weitsichtig  Schluss  des  Ganzen.  Mögen 
einzelne'  Irrthümer  und  Unrichtigkeiten  da  und  dort  noch 


685 


mit  nnterlaufen,  der  grosse  Zas;,  ein  congenialer  Blick,  das 
tiefere  Verständniss  und  ein  ecnt  dichterischer  Sinn  bleiben 
bestehen  und  lassen  uns  bei  solcher  Darstellung,  die  Etwas 
von  dem  tiefen  Ethos  der  Tetralogie  selbst  in  sich  trägt, 
erleichtert  wieder  aufathmen.  Ueberhaupfc  kommt  man  nach 
Lecture  einer  solchen  Schrift  zur  Ueberzeugung,  dass  es 
einer  Erscheinung  am  Kunsthimmel  wie  Wagner  gegenüber 
schlechterdings  nur  zwei  Gruppen  geben  kann,  die  sich 
nämlich  klar  unterscheiden  als  solche,  die  ihn  verertehen,  und 
solche,  die  ihn  nicht  verstehen.  Ein  Zwischending  gibt  es 
nicht  Mag  Gjellerup  in  dem  einen  oder  dem  anderen  Functe 
mit  seiner  E^rkenntniss  noch  nicht  weit  genug  vorgedrungen 
sein,  das  ist  dann  im  Grunde  nur  eine  Frage  der  Zeit,  — 
man  hat  bei  diesen  Verständigen  doch  von  Anbeginn  an  den 
Eindruck:  sie  erfiissen  den  fempunct  der  Sache,  sie  haben 
jenen  offenen  Sinn  für  Das,  was  der  Künstler  in  seinem 
besten  Theile  gewollt  hat.  Die  Anderen  aber,  ewig  Yer- 
Ständnisslosen,  werden  nie  in  ihrem  Leben  dahinter  kommen, 

—  da  ist  Hopfen  und  Malz  verloren  und  alle  Bekehrung 
auch  verlorene  Liebesmüh!  Darum  ist  es  wohl  auch  nicht 
ganz  richtig,  wenn  der  Verfasser  von  sich  sagt  (S.  2):  .So 
wenig  als  man  derselbe  Mensch  ist,  nachdem  man  ShaJce- 
speare's  Tragödien  oder  »Faust«  gelesen  oder  Beethoven's 
Symphonien  gehört  hat,  so  weni^  ist  man  derselbe^  nachdem 
man  mit  Wagner's  »Nibelungenrmg«  Bekanntechan^  gemacht 
hat;  —  ich  war  nicht  mehr  derselbe,  als  ich  vom  letzten 
Ta^e  der  Trilogie  wegging."  Das  kann  ich  nur  cum  grano 
salis  verstehen:  der  Wagnerianer  steckte  doch  schon  in  ihm, 
und  daher  diese  grosse  geistige  Umwälzung  und  innere 
Wiedergeburt.  Dem  XJebersetzer  des  Buches  aber  gebührt 
der  aufrichtigste  Dank  aller  wahren  Litteraturfreunde  und 
echten  Patrioten,  uns  diesen  Schatz  vermittelt  zu  haben,  und 
zwar  je  mehr  Dank,  je  besser  ihm  diese  TJebertragung  ge- 
lang und  ohne  Rest  in  deutsche  Sprache  und  aeutsches 
Sprachgefühl  aufgegangen  ist.  Haben  die  Nordländer  umso- 
mehr  Anlass,  sich  lur  ein  Werk  wie  Wagner*s  „Nibelungen" 
zu  interessiren,  als  sie  ia  im  skandinavischen  Norden  droben 
dem  Verständniss  der  altgermanischen  Mythenwelt  und  Welt- 
anschauung nie  ganz  so  fremd  geworden  sind,  wie  wir 
Deutschen  selber,  so  freuen  wir  unsererseits  uns  herzlichst 
über  das  in  einem  solchen  Werke  vorliegende  Anzeichen  einer 
Annäherung  zwischen  unseren  beiden  stammverwandten 
Völkern  auf  Grund  eines  grossen  idealen  Gemeingutes,  trotz 
aller  politischen  Vorurtheile,  —  einer  Annäherung,  die  beiden 
Nationen  doch  nur  zum  Vortheil  gereichen  kann. 

Auch  aus  der  französischen  Litteratur,  die  schon  mehr- 
fach Beweise  einer  geistigen  Anthei Inahme  von  sich  gegeben, 
ist  neuerdings  wieder  ein  solch  erfreuliches  Zeichen  der  An- 
näherung —  leider  freilich  noch  nicht  geistigen  Verbrüderung 

—  zu  vermelden.  Seit  Ed.  Schur6*s  geistvoll -begeisterter 
Notiznahme  des  Bayreuther  Kunstwerkes  imd  seiner  Ein- 
gliederung desselben  in  die  Entwickelung  der  internationalen 
Weltlitteratur  überhaupt  hat  die  specielle  Wagner-Forschung 
dort  eine  Beihe  von  begabten  Vertretern  gefunden,  die  sich 
sowohl  über  die  Frage  im  Allgemeinen,  wie  über  die  Wagner'- 
schen  Werke  im  Einzelnen  mehr  oder  ipinder  ausführlich 
aussprachen.  Noufflard,  Catulle  Mendöz,  Hippeau,  Soubies 
imd  Malherbe,  Bönoit,  Gge.  Serviöres,  Alfr.  Ernst,  Judith 
Gautier,  Heunequin,  ]<lvenepoel,  Dujardin,  Closson,  Gouzien, 
Nuitter  imd  V.  Wilder  unterstützten  so  muthig  auf  littera- 
rischem Gebiete  die  tapfere  praktische  Pionnier- Arbeit  der 
Capellm^ister  Pasdeloup,  Colonne,  Dupont  und  nicht  zuletzt 
Lamoureux,  sowie  derComponisten  EmestReyer,  Brüneau  u.  A. 
auf  musikalischem  Boden,  und  nur  Camille  Saint-Saöus,  der 
vielleicht  am  meisten  Veranlassung  gehabt  hätte,  sich  für 
Wagner  auszusprechen,  stellte  sich  mit  mehreren  französischen 
Verlegern  der  Wagner-Propaganda  feindselig  entgegen.  Noch 
in  den  letzten  Jahren  begrüssten  wir  aus  Frankreich  ein  so  vor- 
treffliches, ernstes  biographisches  Werk  über  R.  Wagner  wie 
dasjenige  Adolphe  Jullien^s,  freilich  auch — echt  französisch !  — 


die  Garteret^sche  Oarricaturensammlung,  und  sogar  eine  „Revue 
Wagn6rienne"  —  eine  Zeitschrift,  eigens  dem  Ausbau  des 
Wagnerischen  Kunst-  und  Oulturideales  gewidmet,  nach  dem 
Vorbild  der  „Bayr.  Blätter"  —  sahen  wir  auf  französischem 
Boden  entstehen.  Allen  diesen  werth vollen  Arbeiten  und 
Beiträgen  nun  schliesst  sich  —  keineswegs  als  der  Geringsten 
Einer  —  Maurice  Kufferath  ebenbürtig  an,  ein  begabter 
Schriftsteller,  der  schon  früher  wiederholt  (durch  seine  vor- 
trefflichen Studien  über  Hector  Berlioz  et  Schumann,  Henri 
Vieuxtemps,  Les  instrnments  de  Musique.  femer  über 
R.  Wagner  et  la  Neuviöme  Symphonie,  L'Art  de  diriger 
Porchestre.  Hans  Richter  et  R.  Wagner,  über  „La  Walkyrie" 
und  „Siegtried")  seinen  Beruf  sowohl  zum  „Musikologen"  im 
Allgemeinen,  als  auch  zum  „Wagnerforscher"  s:anz  im  Be- 
sonderen erwiesen  hatte.  Heute  liegen  uns  zwei  Werke  seiner 
Feder  aus  den  Jahren  1890/91  zur  Besprechung  vor,  die  — 
wie  nicht  anders  zu  erwarten  —  in  hervorragendem  Sinne 
wieder  die  Vorzüge  seiner  Darstellungs-  und  Schreibweise 
bekunden: 

1)  Parsifal  de  Richard  Wagner.    Lögende  —  Drame  — 
Partition;   Paris  1890  und 

2)  Lohengrin.    Essai  de  critique  littöraire,  esthötique  et 
musicale;   Paris,  Brüssel  und  Leipzig  1891. 

Beide  Brochuren  stehen  in  einem  gewissen  ideellen  Zusammen- 
hang nicht  nur  insofern,  als  beide  Dramen  ja  denselben  stoff- 
lichen Hintergrund  im  „hl.  Gral" '  haben,  sondern  auch  schon 
deshalb,  weil  deren  Vorwürfe,  dem  keltisch  -  romanischen 
Sagenkreise  angehörend  (mit  „Tristan  und  Isolde"^,  wohl  die 
nächste  Aussicht  auf  ein  Interesse  gerade  für  französische 
Leser  haben  dürften.  Die  Zweitgenannte  hatte  durch  die  im 
vorigen  Jahre  endlich  ermöglichte  Pariser  „Lohengrin"-Auf- 
fährung  für  Frankreich  obendrein  wohl  ihre  sehr  nahe  Ver- 
anlassung und  actuelle  Bedeutung  und  war  zudem  als  erste 
Publication  einer  grösseren  Samimung  gedacht,  welche  unter 
dem  Gesammt-Titel  „Le  thöätre  de  S.  Wagner  —  de  Tann- 
haeuser  ä  Parsifal"  (zu  2  Frcs.  das  Buch)  nicht  nur  über 
„Tannhäuser",  „Tristan",  die  „Meistersinger"  und  den  „Ring 
des  Nibelungen"  sich  nocn  verbreiten  sollte,  sondern  auch  den 
bereits  früher,  wenn  auch  in  anderem  rormat  und  Verlag 
erschienenen  „Parsifal"  (No.  1^  getrost  als  Schlusscapitel  noch 
mit  einbeziehen  konnte.  Beide  Werke  stehen  nicht  zuriick 
hinter  den  gleichartigen  Arbeiten  und  schriftstellerischen  Er- 
zeugnissen über  dieselbe  Materie  innerhalb  unserer  deutschen 
Sprache.  Es  sind  umfassende  Betrachtungen,  die  auch  zu  den 
deutschen  Forschungen  auf  diesem  Gebiete  noch  manche  neue 
Version  mit  hinzubringen,  selbst  einem  mit  der  einschlägigen 
Litteratur  bereits  vertrauten  deutschen  Leser  noch  manche 
Anregung  zu  geben  vermögen;  und  mag  auch  der  genauere 
Kenner  Wagner^s  und  der  Wagnerischen  Kunst  hier  und  da 
einmal  anderer  Meinung,  als  der  Verfasser  sein,  mögen  einzelne 
kleine  Lrrthümer  mitgenen,  —  immer  doch  wird  gerade  der 
Kenner  von  des  Verfassers  gründlicher  Belesenheit  in  deut- 
scher Litteratur  bis  zu  Simrock  und  Grimm  hinauf  entzückt 
sein,  dem  französischen  Collegen  den  streng  wissenschaft- 
lichen Ernst  anerkennen  und  eine  geradezu  deutsche  Gewissen- 
haftigkeit nachrühmen  müssen.  Höchstens  ein  noch  tieferes 
Eingehen  auf  die  systematische  Kunstanschauung  Wagner^s 
in  dessen  Hauptschriften,  als  es  die  gelegentlichen  Ausblicke 
und  vereinzelte,  kurze  Citate  aus  Briefen  an  Liszt  etc.  mit 
sich  bringen  können,  bliebe  für  den  Essai  über  „Lohengrin" 

Sim  Hinblick  weni^tens  auf  den  Sammeltitel:  „Le  thöätre 
le  R.  Wagner")  vielleicht  noch  zu  wünschen;  andererseits 
wieder  bilden  die  Zusätze  und  Nachträge  (darunter  authen- 
tische Mittheilungen  über  die  Pariser  „Lohengrin"-Aufführung 
des  Jahres  1891)  eine  für  uns  Deutsche  besonders  werthvolle 
Beigabe  gerade  dieses  Büchleins.  Immerhin  ^  wenn  wir  vor 
die  Wahl  gestellt  wären,  würden  wir  derjenigen  über  „Par- 
sifal", als  aer  bedeutenderen  von  Beiden,  den  Vorzug  geben. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Brie  f*  l£  asten. 


C.  C.  in  T.  Die  beiden  Brüder  L.,  welche  gegenwärtig 
am  hiesigen  k.  Gonservatorium  der  Musik  studiren,  sind  die 
Söhne  unseres  einstigen,  jetzt  in  Boston  künstlerisch  ver- 
dienstlich thätigen  Studiengenossen  und  machen  ihrem  Namen 
Ehre. 

E,  M,  in  F.  Es  wäre  im  Gegentheil  gut,  wenn  die 
AfPaire  gerichtlich  erörtert  würde.  Nur  wird  der  Betreffende 
selbst  sich  hüten,  den  Anstoss  dazu  zu  geben. 


L,  G.  in  /?.  Der  Concertsänger  und  Gesanglehrer  an  der 
Hochschule  des  k.  Gonservatoriums  zu  Dresden  Hr.  Max  Ronne- 
burger  ist  identisch  mit  dem  gleichnamigen  Verfasser  des 
gen.  Theaterstücks. 

JV.  K.  in  ö.  Es  ist  weder  uns  selbst,  noch  anderen  tüch- 
tigen Fachleuten  möglich  gewesen,  eine  befriedigende  Lösung 
des  Kanons  herauszubekommen.  Wir  werden  die  Sache  aber 
noch  weiterhin  im  Auge  behalten. 


Sachliche  Richtigstellung. 

Die  in  No.  18  dee  „Mus,  Wochenbl.",  im  Briefkaaton,  über 
meine  PersoD  gem&chten  zvfei  An^ben  sind  nlle  beide  un- 
riohtig.    Stndirender  der  hiesigen  Hochscbule  bin  ich  bereits 


seit  meiaer  vor  einiger  Zeit  erfolgten  Vermählung  nicht  mehr 
ebenso  bin  ich  kein  Intimus  des  Hrn.  Qoepfart,  den  ich 
meinem  Leben  genau  sieben  Mal  gesehen  habe. 
Berlin  W.,  am  16.  Mai  L892. 

Ernst  Otto  Nodnagel. 


Soeben  erschienen: 

^^=^  FDp  Weihnachten. 


.nzeisren. 

S'"^'         Zwanzig  Operetten, 


1 


Nicolai  von  Wilm,  Op.  113. 
Hraa  Splils&clmi. 

Zehn  leichte  charakterlstliche   Stücke  für  Clavler 
zu  2  Hlfnden. 


Heft  1.    Jt  l,PO. 
Kletternder  Affe. 
Wiegenlied  der  neaen  Fu[ 
Bleierner  Kosak. 
Schaukelpferd. 
Hampelmännoh  en. 

(hochelegante: 


Heft  2.    jn  l,eo. 
Mit  Schwert  und  Schild, 
le.  üeber  dem  Bilderhuche. 

Jftger  und  Hund, 
Hirt  und  Heerde. 
Des  Kindes  Dank, 
draifarhiger  Titel.) 


Jos.  Atbl  Verlag,  MUnchen. 


Em|ifehlenswei*the 

Opern -Ciavierauszüge  mit  Text. 

Dlttersdorf,  Doctor  und  Apotheker J(  4  — 

•  €)oldinark,  C,  Merlin  (anoh  iihne  Test)  .    .    ä 

Hohr,  A>,  Der  deutsche  Michel 

Ke*sler,  V.  E.,  Ratteni&nger  (auch  ohne  Text)  b. 

—  Der  wilde  Jäger 

—  Der  Trompeter  von  Sftkkingen  (auch  ohne  Text)  k 

—  Otto  der  ibchütz 

OebDodeDe  Ezemplue  M.  1^  mehr. 

Im  Torbereitanc:         [1313a.) 

Die  letzten  Tage  von  Thule. 

Romantische  Oper  von  G.  BauGheneoker. 

eV  AU  Uinaucript  wiederholt  mit  gr.  Erfolge  in  Klbeifeld  aurgenuirt  lig 

VeHag  von  J.  Schuberth  &  Co.,  Leipzig. 

Verlag  von   E.  W.   FrJtzSOh   in  Leipzig. 

Trio 

für  Ciavier,  Oboe  und  Bratsche 

componirt  von 

Adolf  Kuihardt. 

Op.  34.    Pr.  a  M.  [1314.] 

Vollständige  insbildasg  fBr  Oper  n.  Cencerl.  ii„h^h'p'',;;'t"'l^^ 

EnBembl«-üebiingen.     RolIenBtndinm. 
V(m  mir  aasgebildete  Schüler:   Magdalena  Jahns,  Selma 
Sohoder,  Carl  Scheidemantel  n.  Ä.  m.  [1316—.] 

Leipzig.    Bodo  Borchers. 

Gl-esanglehrer. 


besonders  zur  [1316.] 

AnnUmiBK  ia  MinaergeBu^ercinen  iind  Liedertafeln  geelsitt 

Unlängst  erschien: 

Paul  und  Vipginie 

Das  Abenteuer  vor  dem  Musken  ball. 
Ein  musIkallMh  Sehwftnkletn  tn  einem  Aet 

von  Lrudivlg  Hofh. 

Cßr  Soll  und  ManneFthar  mU   l'larl»rbri,ktttutg 

Hermann  Kipper. 

Op.  HZ. 

Giav.-Ausz.  Mk.  5, — .    Solostimmen  oomplet  Mk.  2, — .  Chor- 
stimmen (Tenor  oder  Baas  Je  60  Ff.)  Mk.  1,20.     Text  und 
Regiebuch  n.  40  Pf.    Text  der  Gesänge  n.  16  Pf. 
Früher  erschienen: 
Ih^    Donnn    ^*^  Hauptprobe  oder:   Ein  Abend  vor 
AUL  rrdUf,  dem  Stiftungsfest.    Liederspiel  in  1  Act. 

Mit  GlavierbegleituDg. 
£jAllA|tf    I       Die  Bauernfänger.   In  1  Act.    Mit  Olavier- 
uCUCri,  L.)  begleituDg.    (Auch  ohne  Chor  ausführbar.) 
fiAÜlta     R       ^'^    ZopfabBchneider.      In    1  Act.     Mit 
uCllvV)    lU)     Ciavier'  oder  Orchest«rbegleitung. 
dania     B       ^^<^  Prinzessin  von  Kannibalien  oder: 
VCUVC,    Hr.,    NarrbeitundPhotugraphie.    In2Acteu. 

Mit  Ciavier-  oder  Orchesterbegleituiig. 
dan&a    ß      ^°^  Trabuco  di  Tvabucillos.     In  1  Act. 
UCUCO)   Ulf   Mit  Ciavier-  oder  Orcheeterbegleitung. 
ITinnar    II      Incognitooden  Der  Fürst  wider  Willen. 
Hippel,  Ulf  In  1  Act.    Mit  Clarier-  oder  Orchester begl. 
""  "Der  Quacksalber  oder:  Dootor  Säge  bei  n 

,    und  sein  Famulus.   In  1  Act.  MitClavier- 

oder  Orchesterbegleitung. 
¥innaP    H      KoUner  und  Lord.   In  1  Act.  Mit  Ciavier- 
nippCl,  Dt,  oder  Orohesterbegleitung. 
KinnAI*    ü      Meister    Tutenbaoh    oder:     Das    Aben- 
nipUQlji  n*)  teuer  auf  dem  S&ngerfeste.    In  3  Acten. 

Mit  Cla Vierbegleitung. 
Ilnnilü    r      ^^''  Wunderdoctot  in -der  Liedertafel 
AUilliiEC,  Vi,  zu    Siugsanghauseu    oder:    Die    Kunst, 

aus  Bässen  Tenöre  zu  machen.    In  3  Scenen.    Mit 

Ciavier-  oder  Orchesterbegleitung. 
ßhgm     ß      Des  SängersFluch.   InlAct.   Mit  Clavier- 
nilalll,   Vi,   oder   Orchesterbegleitung. 
ttoitho    VA      Der  Abt  von  St.  Gallen.    InlAct.     Mit 
»Snl/llK,   liUt,   Clavierbeglettung. 

Sturm,  W.,  f.-jj.r''"-  '°'*°'-  """'""■ 

Cfiivm    W     König  Wullrisching  und  sein  Hof  oder: 
OlUriU,    VI.,   DerumgeänderteHandschuh.InaActeu. 

Mit  Ciavier-  oder  Orchesterbegleitung. 
^tllrm     W      J»''<""i'''     ^  3  Abtheilungen.    Mit  Clavier- 

^inrm    W      Der  versiegelte  Bürgermeister.    Humo- 
»31U11II,    llt,  reske  in  1  Act.    Mit  Claviorbegleitung. 
TAnrhijS     K       ^^''    Gesangverein    „Reform".      Sing- 
IVUl  Iflij,  llx,  spiel  in  1  Act.    Mit  Clavierbegleitung. 

■'    *     ■  "       "■  .  Wahlküre  oder:  Es  ist  ja  AI 

egal!    In  1  Act.    Mit  Clavior-  oder 


I  Liebha' 


r  oder: 


rte.     In 


1  Act.    Mit  Ciavier-  oder  kleiner  Orchesterbegleitung. 
ClavlBFauszflge  u.  Reglebtlcher  stehen  durch  Jede  Baeh- 
u.  Musikalienhandlung  gern  zur  Ansieht  zu  Diensten. 

rerteiehnitte  mtt  Attgabe  dar   rrelta,    towia   deM    ItituMet   tmd   der 
MollenbfaelruHff  anf  H'iinjfA  ffratU  und  fmncB- 

Leipzig.  C.  F.  W.  Siegel'B  Uusikalienhandlnng 

(B.  Linnomauu). 


587 


Verlag  von  Wilhelm  Hansen  in  Leipzig. 

[läiT.] 

Compositionen 

von 

Christian  Sinding: 

Sonate  (CJir),  Suite  m) 

ftlr  Violine  vmö.  Ranofbrte 

Coneert  (Desdur) 

für  Pianoforte  und  grosses  Orchester. 

Partitur  15  ^.      Stimmen  15  ^.      Principalstimme  mit 
Begleitung  eines  zweiten  Pianos  10  ^. 

SZ  Wurde  neulieh  von  dem  noFwegischen  Pianisten 
Herrn  Martin  Knutsen  in  Wien  gespielt.  SZ 

Variationen 

(Esmoll) 

für  zwei  Pianoforte  zu  4  Händen.     9  ^. 

(2.  Auflage.) 

{Beide  Stimmen  sind  Jede  für  sich  gedruckt,) 
■Hl  ^^^  Franz  Rummel  und  Arthur  Friedheim  neulich 

in  New- York  gespielt.  ■■§ 

Suite  für  Pianoforte- 

I  M.  50  Pf. 

Pröambule —  Gourante  —  Sarabande  —  Gavotte  —  Presto. 

(2.  Auflage.) 

aus  H.  Draohmann's  „Ranken  und  Rosen^ 

(2.  Auflage.)     3  Jt 

Dichtungen  aus  „Buch  der  Lieder"  von  Holger  Drachmann  für 
"  eine  Singstimme  und  Piano. 

Wea-Psalmen: 

No.  1.    Allmutter,  gut  und  gross! S  1, — 

No.  2.  Staubwolken  steigen  bei  jedem  Schritt  .  Ji  l^— 
No.  3.    Als  hoch  der  Voflmond J6  \y — 

Uedep  aus  der  Uevante: 

No.  1.    Glaube ^—,60 

No.  2.  Bosporus!  Du  bebst  vor  Wonne  .  .  .  »Af  1, — 
No.  8.  Furchtbar  ist  es,  wenn  wir  denken  .  .  Ji  1, — 
No.  4.    Oft  sangst  du  Lieder  für  Andre     .    .    .  ^  —  ,60 

Nirwana Ji  l,— 

Mb  vsraltet  oben  auf  den  liolien  FJ  eilen  Ji—fiO 
£s  gibt  Geatlvne Ji  l,— 

2.  durchgesehene  Auflage  des  berühmten 

Quintetts 

für  PiaDoforte,  2  fiolinen,  fiola  ond  ¥ioIoneeII. 

12  Mark. 

Folgende  öffentliche  Aufführungen  haben  schon  stattge- 
funden: 

Leipzig  (Gewandhaus)  8  Mal,  Dresden  2  Mal,  Breslau 
2  Mal,  Christiania  3  Mal,  Copenhagen  2  Mal,  St.  Peters- 
burg 2  Mal,  Genf  2  Mal,  München,  London,  Stockholm, 
Helsingfors,  Graz,  Frankfurt  a.  M.,  Dordrecht,  Detroit, 
Chemnitz,  Paris,  Boston  und  New-York. 


Verlag  der  Dresdener  Wochenblätter. 

Soeben  erschien:  [I318.[ 

Wiedergebnrt  in  der  Musik 


von 


Heinrich  Pndor. 


Preis  7  JUeO  4, 
Nach  dem  Vorfeuer  der  vorhergehenden   Brochuren 
dürfte   der    Verfasser    mit    dieser    Hauptschrift    nunmehr 
die  Schlacht  gewonnen  haben. 

Zu  beziehen  durch  jede  Buchhandlung.     . 


Novität  für  Violoncell! 


Im  Verlage  von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig 

erschi«!  soeben: 


für  Tioloneell 

mit    Orohesterbegleitung 


von 


August  Klughardi 

Op.  50. 

[1319.] 
Partitur  ^  4, — .  Principalstimme  ^  1,50.  Orchester- 
stimmen .X  7, — .    Glavierauszug  des  Orchesters  ^  2,50. 

Soeben  erschienen: 

Nicolai  won  WUm. 

Op.  III. 

Sonate  in  Amol!  dir  Clavier  und  Yioloncell. 

Verl.-No.  2738.    M.  8,—.  [1320.] 

MOnciieiiy  Jos.  AibI  Verlag. 

Technische   Stadien   für  Piano- 
forte.   12  Hefte  k  JH  8,—. 
(Heft  X.    Doppelheft  JH  6,—.) 
Diese  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  Gonservatorien  des 

In-  und  Auslandes  eingeführt.  [IdSilf.] 

Verlag  von  J.  Sehuberth  &  Co.,  Leipzig. 


Fr.  Liszt, 


Von  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig  zu  beziehen: 


^^iogifay^ie 


von 


OBimctrbr  (^X\Zf^. 


(Aufnalime    von    Georg    Brokesch    in    Leipzig.) 

Gabinetformat  Ji  2,—.    Visitformat  76  ^,        [i822.j 


\ 


Chorgesänge  für  mfeihnachten. 

Vor  Kurzem  erschien:  [1323.] 

Zerlett,  J.  B.,  Op.  78.  Chrlstoaoht.  Für  Soti  (Alt  und 
Teuar)  und  Frauen-  u.  Mftnnerchor  mit  Violinsolo,  Harfe, 
Orgel  (oder  Harmonium)  und  9  Hömam  oder  mit  Beglei- 
tung (lee  Pianoforte  und  ViolioBolo  ad  lib.  Glav.-Aoszug 
M  %—.  SolosingGtimmen  Ji  —,30.  Chorstimmen  (jede 
eini^elne  15  /^)  Jt  —,90.  Part.  m.  unterlegtem  CUvier- 
aiiszug  n.  Jt  3, — .  InstrumentAlstimmeu  n.  .ft  1,20. 
Frtlher  erschienen; 

HaJven,  Ernst,  Weihnachtsbllder.  Ein  Gvklus  von 
Cliijreu,  Melodramen  und  lebenden  Bildern  (ad  lib.)  mit 
Clavierbegieitung,  zur  Aufiilbrongin  Vereinen  und  Schulen. 
Partitar  M  8,B0.     Stinunen  cplt.  Ji   1,8'). 

Jerichao,  Thorald,  Welhnaotata -Festspiel  in  drei  Bil- 
dern, bestimmt  zur  Aufführung  mit  lebenden  Bildern 
oder  Transparenten  bei  grösseren  christlichen  Weihnachts- 
FeierlichkeitoD,  mit  deutschem  und  dänischem  Text  nach 
düF  Heiligen  Schrift.  Für  Chor,  Soli,  Pianoforte  und 
Harmonium.  Partitur  Jt  4, — .  Chorstimmen  Ji  1, — . 
Text  der  Oestlnge  n.  10  ^. 

Reinecke,  C»rl,  Od.  170.  Welhaachts-Cantate.  FUr 
S'.ipran-  und  Alt-Solo,  weiblichen  Chor  und  Pianoforte. 
Ckvier-Auszug  Ji  h,-~.  Chorstimmen  i^  m  ^)  Ji  2,40. 
Tüxthach  n.  10  4. 

Mrhaper,  CInatnT,  Op.  18.  Eine  kleine  Weltanachts- 
eantate.  Zur  Aufführung  in  Schule  und  Haua.  Für 
zweistimmigen  Chor  (Sopran  und  Alt)  mit  Begleitung 
des  Plte.  und  (ad  lib.  Orgel  oder  Harmonium).  Partitur 
.li  1,—.    Stimmen  (ä  25  /^)  Ji  —,50. 

Hieraus  einzeln: 
WviknirhtilM:  „Was  top  Zelten  die  Propheten". 

Ä.  Ausübe  für  eine  hohe  Singstimme  mit  Begleitung 
dt.s  Fianoibrte  oder  der  Orgel  Ji  — ,80. 

B.  Dasselbe  fUr  tiefe  Stimme  Ji  —,60. 

C.  Ausübe  für  gemischten  Chor  a  capella  oder  mit  Be- 
frleituttg  des  Pianoforte  oder  der  Orgel  (Harmonium). 
Partitar  Ji  1,—.  Singstimmen  (jede  einzelne  15  ^) 
M  -,80. 

1).  Streichquartettbegleitnng  (zu  Ausgabe  A  für  eine 
hoho  Singstimme  und  zur  Ausgabe  C  filr  gemischten  Chor 
verwendbar).     Stimmen  cplt.  Jt  — ,60. 

Ntoepkert,Herniann,Op.lO.Orosstnutters  Geschichte. 
Ein  Weih  nachtsspiet  für  Mädchenschulen,  Penaionate  etc. 
Für  dreistimmigen  Chor  (3  Soprane,  1  Alt),  Declamation 
und  Gavierbe^eitnng,  mit  scenischer  Darstellung  und 
lebenden  Blldem  ad  lib.  Olavier-Auszug  Jt  5, — .  Siug- 
stimman  (jede  einzelne  70  .^  Ji  2,10.  Text-  und  Regie- 
buch  (mit  6  Abbildungen)  n,  .J  1,~.  Text  der  Gesänge 
n.  10  ^. 


Leipzig. 


Sieger 
fli.  1 


Vf-'  ^\ 


Röntgen,  Julius, 

Op.  31. 

Für  Chor  und  Orchester. 

(Deutsch  —  Englisch.)  [1324a.; 

Partitur        Jt     B,— . 

Orchesterstimmen Ü  '2,— 

Chorstimmen je  .*  — ,30 

Verlag  von  Broitkopf  &  Härtel,   Leipzig. 


Verlag  von  Ries  A  Erler  In  Berlin. 

Ed.  Rohde,  Clavierschule. 

Op.  100.    17.  Auflage.    3  M. 

Nozart's  Jngend-Opern. 

Erste  kritisch  durchgesehene  Partitur- Ausgabe. 

1.  Die  Schuldigkeit  des  ersten  Gebotes     .    .     .    .  Ji  6, — . 

2.  Apollo  et  Hyacinthuß  (lat.) „    7,50. 

3.  Bastien  und  Bastienne „    4,60. 

4.  La  finta  semplice „  13,50. 

5.  Mitridate,  H*  di  Pont» „  13,50. 

6.  Ascanio  in  Alba „  14,65. 

7.  n  Sogno  di  Scipione „    9,60. 

6.  Lucio  Silla „  18,- 

9,  La  fiuta  Oiardiniera  (Gärtnerin  aus  Liebe)    .    .  „  21,- 

10.  n  Rö  Pastore „  11,40. 

11.  Zaide „    9,48. 

12.  Thamos,  König  in  Ae^pten „  10,60. 

[1326.]      Dieselben  in  Originaleinband  je  2  .jV  mehr. 

Nener  Verlag  von  Breltkopf  &  HSrtel,  Leipzig. 


1 


Pianinos 


n 

te    Aas-  V 


beater    Qualit&t,    einfache    nnd    eleganti 
stattung,  sind  wegen 

Liquidation  einer  FabrilK 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

[1327— 

lltustrlrte  Prels-Verzeiebnisse  zu  bezi^en  durch 

C.  Schwalbach,  Keichsstrasse  24,  Leipzig. 


Neuer   Verlag   von   Breitkopf  &  Härtel  in   Leipaig. 

Otto  Nicolai. 

TagebQcher  nebst  biographischen  Ergänzungen' 

herausgegeben  von  (1338.] 

B.  Schroeder. 

VII,  166  S.    8»  geh.  M  3,—  ;  geb.  Jt  4,—. 
Berichte   und  Selbstbekenntnisse   des   Componisten    der 
„Lustigen  Weiber"  aus  einem  kurzen,  aber  reichen,  bewerten 
Leben,  das   ein   plötzlicher  Tod  kurz  nach  Schafiung  eines 

Meist«rwerkes  fast  tragisch  abschliesst.  Die  wenigen  in  den 
Tagebüchern  vorhanden  gewesenen  Lücken  sind  durch  den 
Herausgeber  trefflich  ergänzt.  Alles  ist  so  treu,  so  ganz  das 
warme,  oft  stürmisch  erregte,  aber  st«ts  edle  Heiz  des  Künst- 
lers offen  legend,  daas  diese  Bücher  eine  anvergleichliohe 
Selbstbiographie  bilden. 

Neuer  Verlag  von  Ries  &  Erler  in  Berlin. 

[1329.] 

Joseph  Wieniäwski. 

6  Gesänge  für  2  Singstimmen  mit  Ciavier- 
begleitung. 

,  Op.  47.     Heft  1,  2  k  3  .tt. 

4me  Polonaise  pour  Piano. 

Dp.  48.    Jt  2,60. 


689 


Soeben  erscMen: 


[1380—.] 


aiHesse'sDentsolierM]isiter-KaleMerf.M 

[it  den  Portraits  und  Biographien  von  S.  Jadas- 

sohn,  Carl  Attenhofer,  Edvard  Grieg,  August  Bun^rt, 

Grat  Geza  Zichy  und  Paul  von  Janko,  sowie  mit  einer 

Concertumschau  von  Dr.  Hugo  Riemann  und  einem 

ca.  26,000  Adressen  enthaltenden  Adressbuche. 

31  B«gen  kl.  8^.  elegant  gebiuileii  IJ(2^  4. 

Der  Freundeskreis  yon  Maao  Heßse^a  JHuUehem  MusHeer^ 
Kaiender  ist  mit  Jedem  Jahre  grösser  geworden ,  auch  der  neue 
Jahrgang  wird  gewiss  wiedernm  allgemeinen  Beifall  finden.  — 
etrifsäte  neUMuiUiakeU  des  InhaÜM,  acMne  AuttaUung,  dauer- 
hafter Sünband  und  sehr  hiUiffer  Breie  Hnd  die  Verzüge 
dieeee  Kaüenders» 

Zu  beziehen  durch  Jede  Buch-  und  Musikalienhandlung. 

Blax  He«se's  Terlajc  in  IjelpstjCf 

Eilenburgerstr.  4. 


Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

Beliebtestes  Sammelwerk  für  Violinspieler. 

Band  l/ll  [issif.] 

(enth.  20  Opiglnaleompositlonen  von  Bott,  Hauser  etc.) 
Preis  broch.  &  M.  3,—,  geb.  mit  Golddruck  b.  M.  8,80. 

Verlag  von  J.  Schuberth  &  Co.  in  Leipzig. 


Rensburg,  Jacques  K, 

[1332a.]  Dp.  4. 

Am  Meeresstrande. 

8  Charakterstücke  für  Violoncell  (Violine  oder  Viola) 

mit  Orchester-  oder  Ciavierbegleitung. 
Ausgabe  f£ü:  Violoncell  und  Clavier     .    .    M  4,50. 

„        för  Violine  und  Clavier     .    .    .      „    4,60. 

„        für  Viola  und  Clavier    .    .    .     .      „   4,50. 

Verlag  von  Breitkopf  &  Härtel,  Leipzig. 


Gelegenheitskauf« 

Aus  dem  Nachlass  eines  Musikers  ist  eine 


vorzüglich  erhaltene 


[1338e.] 


eeüt  Ual.  Beige 

mit   Garantieschein   seiir    preis- 

Wertil  zu  verkaufen. 

Gef.  Anfragen  zu  richten  an  die  Musikalien- 
handlung von  Stern  &  Ollendorff,  BerlinW., 

Potsdamerstrasse  No.  27  b. 


[1334.]      Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 
Piuttl,  Carly  Op.  8.    Drei  Interludien  für  Orgel.    J$  3^5. 


von  Anton  Rfickauf. 


Op.  6.    Drei  Balladen  von  L.  Uhland,   für  eine  Singstimme 
mit  Begleitung  des  Pianoforte. 

No.  1.  Die  Nonne.  1  M.    No.  2.  Die  Königstochter.  1  M. 

No.  3.    Der  letzte  Pfalzgraf.    1  M. 
Op.  7.    Sonate  für  Violine  und  Pianoforte.    6  M. 
Op.  8.    Bdissische  Volkspoesien,  übersetzt  von  G.  Fr.  Daumer 
für  gemischten  Chor  mit  vierhändiger  Ciavierbegleitung. 
Partitur  5  M.    Chorstimmen  Qe  50  Pf.)  2  M. 
Op.  9.    Fünf  Lieder  von  Hafis  mr  eine  Singstimme  mit  Be- 
gleitung des  Pianoforte. 

No.  1.    „Wie  Melodie  aus  reiner  Sphäre  hör  ich".  60  Pf. 

No.  2.     „Ich  will  bis  in  die  Sterne".     1  M. 

No.  3.    „Mein  süsser  Schatz!  Du  bist  zu  gut".    50  Pf. 

No.  4.     „Ich  dachte  dein  in  tiefer  Nacht".    60  Pf. 

No.  5.    „Wehre  nicht,  o  Lieb,  wehre  nicht".    75  Pf. 
Op.  10.    Sechs  Stücke  für  Pianoforte. 

No.  1.  Praeludium.  1  M.    No.   2.  Novellette.    1  M. 

No.  3.  Albumblatt.  1  M.    No.  4.  Impromptu.    1  M. 

No.  6.  Walzer.    1  M.    No.  6.  Menuett.    1  M. 
Op.  11.    5  Duette  (Volkspoesien,  übersetzt  von  G.  Fr.  Daumer) 
für  2  Singstimmen  mit  Pianoforte. 

No.  1.  Tröstung  (litthauisch)  für  Sopran  und  Alt.      1  M. 

No.  2.  Sehnen  und  Bangen  (litthauisch)  f.Sopr.  u.  Ten.  1  M. 

No.  3.  Vergeblicher  Bath  (böhmisch)  für  Sopran  U.Alt.  IM. 

No.  4.  Liebesgezänke  (neugriechisch)  für  Axt  u.  Tenor.  IM. 

No.  5.  Rasche  Gnade  (russisch)  für  Alt  und  Tenor.    1  M. 
Op.  12.    Fünf  Minnelieder  von  Walther  von  der  Vogelweide 
für  1  Singstimme  mit  Pianoforte. 

No.  1.  Ein  Kuss  von  rothem  Munde.  50  Pf.    No.  2.  Schön- 
heit und  Tugend.  1  M.    No.  3.  Ergebung  und  Versa^ung. 

1  M.    No.  4.  Unter  der  Linde.  1  M.    m.  5.  G^waß  der 

Minne.    1  M. 
Op.  13.    Quintett  für  Pianoforte,  2  Violinen,  Viola  und  Violon- 
cell.   Fdur.    12  M. 
Op.  14.    Sieben  Lieder  für  1  Singstimme  mit  Pianoforte. 

No.  1.  „Dämmernd  liegt  der  Sommerabend",  von  H.  Heine. 
IM. 

No.  2.  „Einen  Liebsten  hab  ich",  aus  dem  Italienisch'^'n 
von  G.  Fr.  Daumer.    1  M. 

No.  8.  „Und  du  bist  vermählt",  aus  dem  Serbischen  von 
G.  Fr.  Daumer.  50  Pf. 

No.  4.  „Du  wunderschönes  Mägdelein",  aus  dem  Rumä- 
nischen von  Carmen  Sylva.    50  Pf. 

No.  5.  „Die    Jungfrau    schläft   in   der   Kammer",    von 
H.  Heine.    1  M. 

No.  6.  „0  Liebe,  kehre  meinem  Herzen".    50  Pf. 

No.  7.  „Du  schaust  mich  an",  aus  dem  Rumänischen  von 

Carmen  Sylva.  1  M. 
Ed.  Hanslick  schreibt  in  der  „Neuen  freien  Presse"  über 
Op.  8:  Ein  volksthümlicher  Hauch  weht  auch  aus  zwei  Chören 
von  Anton  Rückauf,  die  zu  dem  Besten  zählen,  was  wir 
seit  langer  Zeit  an  weltlicher  Chormusik  gehört  haben. 
Der  erste  besteht  nur  aus  den  zwei  Versen:  „0  wie  sanft  die 
Quelle  sich  durch  die  Wiese  windet  —  0  wie  schön,  wenn 
Liebe  sich  zur  Liebe  findet!"  Er  ist  siebenstimmig  gesetzt: 
ein  dreistimmiger  Frauenchor  hebt  die  zarte  Melodie  an,  der 
vierstimmige  Männerchor  folgt:  bald  vereinigen  sich  Beide  zu 
sinnigen  Verflechtungen  und  schliessen  pianissimo.  Das  Stück 
ist  von  reizender  Wirkung,  nur  etwas  xurz.  Breiter  ausge- 
führt ist  der  zweite  Chor:  „Ein  schmucker  Junge  bist  du 
zwar".  In  raschem  Plauderton  beginnen,  neckiscn  heraus- 
fordernd, die  Frauenstimmen:  nachdem  sie  zwei  Strophen 
allein  gesungen,  rühmt  der  Männerchor  statt  jeder  Entgeg- 
nung „die  schönen,  stillen  Plätzchen,  wo  sichs  so  linde  ruht 
mit  einem  Schätzchen".  Die  Composition  ist  von  liebenswür- 
digem Humor,  geistreich  ohne  Künstelei  oder  Ueberspanntheit. 
Siebenstimmige  Chöre  von  so  musterhaft  sauberer  Stimmfüh- 
rung, reiner  und  doch  stets  interessanter  Harmonie  wird  man 
heutzutage  nicht  gar  häufig  finden.  Herr  Rückauf  gehört 
zu  den  talentvollsten  und  gebildetsten  Jüngeren  Musikern 
Wiens,  leider  auch  zu  den  überbescheidenen.  Als  Pianist  hat 
er  sich  fast  gänzlich  von  der  Oeffentlichkeit  zurückgezogen, 
so  warme  Anerkennung  ihm  diese  auch  gespendet.  Von  seinen 
Compositionen  kennt  man  nur  ein  oder  zwei  von  Walter  ge- 
sungene Lieder  und  einige  bei  Wetzler  erschienene  Clavier- 
Etuden.  Hoffentlich  hat  der  grosse  Erfolg  seiner  beiden  Chöre 
den  Componisten  gehörig  ermuntert,  bald  mit  einer  Fort- 
setzung hervorzutreten.  [1885.] 


Leipzig. 


Fp.  Kistnsp. 


590 

Im  Vertage  von  Julius  Halnauer, 

kgl.  Sof-Musikalieiüiandlnng  in  Breslau, 
ist   eracfaieneti :  [1836.] 

Moritz  Moszkowski's 

1.  und  2.  Suite 

£\i.c  PianofoiTte  zu  4=  Händen. 

4»pnfl  39.    1.  Snlte: 

No.  l.    Allegro  molto  a  brioso  .    .     .  Ji  3,50. 

No.  3.    Allegretto  giojoso „   2,3I>. 

No.  3.    Tema  con  variazioni  .    .     .    .  ,    8,—. 

No.  4.    Intermezzo „    2,50. 

Dasselbe  fQr  Piano  zu  3  H&nden  „    2,—. 

No.  5.    Perpetuum  mobile „    2,50. 

Dasselbe  complet  in  1  Bande  .    .  -  12,60. 
Opus  47.    ».  Saite: 

No.  1.    Pröludio Jt  I,ft0. 

Dasselbe  für  Piano  zn  2  Händen  .    2,-. 

No.  2.    Fuga „    1,76. 

No.  3.    Scherzo „   2,-. 

No.  4.    Largbetto „    1,25. 

No.  5.    Intermezzo „   2,—. 

Dasselbe  fttr  Piano  zu  3  H&nden  .    2,60. 

No.  6.    Marcia ,   2,35. 

Dasselbe  complet  in  1  Bande      .  „10,—. 


von  Breitkopf  &  Hartel  in  Leipzig. 

Neue  Oper. 
Harald  und  Theano. 

Oper  in  vier  Aufzügen.     Dichtong  von  Felix  Dalm. 

Musik  von  [1340a.] 

C.  Ad.  Lorenz. 

Vollständiger  Ciavierauszug  mit  Text  16  Ji. 
Textbuch  60  .^. 
0^  Vom  kOnlgl.  Hoftheater  In  Hannover  zur  Anf- 
fahrung  angenommen. 

Die  Kritik  sagt  unter  Anderem:  Lorenz  bekundet  in  die- 
sem Werk  nicht  nur  eine  reiche  Erfindung,  einen  Beichtham 
an  Uelodien,  wie  er  heutzutage  eelten  ist,  sondern  auch  — 
und  das  ist  bei  einer  Oper  beinahe  das  Wesentlichst«  und  ihr 
Leben  Gebende  —  eine  Kraft  der  dramatischen  Gestaltung 
und  der  Charakterzeichnung,  die  ihn  in  die  erste  Heihe  der 
Componisten  stellen.  Bei  Gelegenheit  der  Autföhrong  durch 
den  Husikverein  in  Stettin  nahm  das  Publicum  das  Werk  mit 
BegeisteruiuE  auf  und  der  Dichter  dankte  dem  Componisten  in 
feurigeten  Worten. 


Soeben  erschien: 


Opgeloompoailionen 

verdienen  es,  endlich  in  Deutschland  gekannt  und  ge- 
würdigt zu  Verden!  (1341f.] 
(Kothe  ft  FOFCbhammer,  Fahrer  durch  die  Orgel-Litterat ur.) 
Kataloge  veilange  man  gratis  und  franco  von 

Otto  Junne,  Uusikverlag,  Leipzig. 


iFr.IUstner,  Musik-Sortiment,  Leipzig,  » 


empfiehlt  eich  zur  Bchnellen  prompten  Besorgung     . 

■uslkalien,  moslkallsehen  Sehriften  etc.  —  KattJoge 

und  Anawahlsendungen  st«hen  zu  Diensten.  [1343 — .] 


l 


^Igemeiner  deutscüer 
Sftusißer-JCalender 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  in  Leipzig.      [1339.] 

_„, „.,   _,.    — .     Gavotte  für  Violoncoll 

Kleitung  des  Pianoforte. 


*y^^    1893.    @^i§N» 
XV.  Jahrgang.     Elegant  gebunden  Preis  Jt  2,00. 

Raabe  &  Plothow. 

Berlin,  W.  9.     PotedamerstrasBe  7  a. 

'^  Albert  Becker,  ^ 

Motette  f8r  das  Reformationsfest  S 

für  Doppelchor   a   capella.  [ia44a.]  jfc 

Partitur  M.  1,50.     Stimmen  je  30  Pf.  jj 

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iiirer  Maj.  der  Konigin  von  i&ngiana, 

Sr.  Kaiserl.  nnd  KOnigl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentschland  nnd  von  Prenssen, 

Sr.  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Prenssen, 

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stimmen Ji  4, — .     Singstimmen:  S.,  A.  A.  25  /^,  T., 
B.  Ä  40  4. 
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und  edUem,  rsangreiclieu»  Ton. 

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Clara  Polscher 

(Mezzosopran  und  Sopran). 

Leipzigi  Höbe  Strasse  49. 
Vertretung: 


Hermann  Wolff,   Berlin, 


Csrlsbad   19. 


CoMcert-  Dsid  OratoriensftsiKerln  (Soyraii). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26^  IL [I365r.] 

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Violln-Vlrtuos.  [isssk.] 

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Eduard  Mann, 

Oratorien-  n.  Ooncertsänger, 

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empfiehlt  sich  für  hohe  Tenorpartien  und  »Sa  Vertreter  der 
[I364k.j  Bach'achen  EvaDgelisten. 

Dpesden,  Ostra-Alle  23. 

Vertreter:  HeFtnann  Wolff,  Berlin  W.,  Ätn  Garlsb&d  Ift 

Alfred  K.rasselt. 

Baden-Baden. 

{1365—.]  Vertr.  H.  WoUT.    BevUn. 


Anna  Münch,  |t>itJ«  Heb^eifa« 

ürt-  und  OratorlensKnuerln  (Sopran).  '^  ^    -w-w-w  j        ^-w^^^^^  ^^  JpF 


Caneert-  nnd  OratorlensKncerln  (Sopmn). 

LelpzUr.  Beethoven-Stnsse  b"'.  [I858q.] 

Vertretung:    Uarmaim  Wolff,  Am  Garlsbad  19,  Berlin  w. 


[1869a.] 


Anna  Schimon-Regan, 


Lehrerin  fDr  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 
erlaubt  sich   die  Veränderung   ihrer  Adresse   anzuzeigen: 

München,  Jägerstrasse  8,  III. 

Clara  Hoppe, 


henogl.  i&ohi.  Hof^ianist,  PnfeBsenr  supdrieor  am  OonierratoriiuD 
tn  Genf  (Sohweii).  [1866—.] 

Concert-Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 

Fritz  Higgen, 

Conoert-  und  Oratoriensünger  (hoher  Bartton). 
Bremephafen,  Deich  16.        [i867— .} 


Mimi  Naber. 

Concert-  und  Oratoriensfingerin  (hoher  Sopran). 
Cöln-I>iiren.  (1361v.] 

3rma  Settega, 

Concert-  und  Oratoriensängerin  (Alt). 

Leipzifl,  Hohe  Strasse  36,  U.  [18630.] 


Der  mit  dem  Wirkangskreis  des  Berliner  Fhithar- 
monischen  Orchesters  verbundene  Sommerauf enthalt  in 
Scbeveningen  ist  meiner  Oesimdheit  so  irenig  gflnstig, 
dass  ich  dadurch  veranlasst  worden  bin,  meine  jetajge 
Stellung  zum  1.  Hai  1893  aufzukündigen.  Vai  diesem 
Zeitpnuct  ab  oder  später  suche  ich  eine  anderweitige 
Thätigkeit,  vorzugsweise  als  Dirigent  von  Symphonie-  und 
Oratorienconcerten.  ._  [1868b.] 

Berlin  S.W.,  Grossbeerenatrasse  61,11. 

Rudolph  Herfurth. 

Capellmeister  des  Philbarmoniach«!  Oicheeten. 


Dnok  von  0.  e.  Rödar  In  Leipilg. 

Hierzu   je    eine    Belage  von  Brettkopf  &  HSrtel  in  Leipzig    und  C.  F.  W.  Sieger«  Musllcalienhsnij 


Leipzig»  am  24.  November  1892. 


Hitt  ilaaillcki  Bici-,  um- 

iil  iBtltallnkBidliiiiisi,  lowle 
imt  illi  Fmlliiei 


Fli  4u  liiitaliitli  Vottiiblitl 
MtllBU  llHSimiHl  tll4  U 

iMBCIlU    11   allHEltU. 


"^«^5^        für  Musiker  jmdjttusikfreunde.  ^/jf^ 

V  Verintworlliclier  Eedaclenr  und  Yarlegsr:  ^f 


für  Husiker  und  Musikfreunde. 

Verantwortlicher  Redacteor  und  Verleger: 

E.  W.  Fritisch, 

Leipzig,  KöaigwtraMe  6. 


nm,  Jahrg.] 


Du  Huiikalische  Wochenblatt  ersisbRint  jährlich  in  52  Nummern.  Der  Abonnementshetraf^ 
für  du  Quartal  von  13  Nummern  ist  S  M.-irk;  eine  einzelne  Nummer  kotztet  40  Pfennige,  Bei 
directer  frankirter  KreiizbiLudBendun^  treten  nachstehende  vierteljährliche  l^bonnements- 
preise  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  das  Deutsche  Reich  und  Oeaterreich,  —  2  Mark  75  Pf. 
für  weitere   Länder  des   Allgemeinen  PoetTereinB.  —   Jahresabonnemente  werden  unter 

Zugrundelegung  vorfitehender  Bezugabedingungen  beteebnet. 
Die  In  Berti  onsgebflh  reo  für  den  Raum  einer  geepiiltenen  Petitaeile  betra^D  30  Pfennige. 


[No,  48. 


ilt:  Fünftig  Tbeaen  und  AphorisnieD  zdt  VentSndigaDK  über  Dr.  Hugo  Hlamann'a  PhruiranKBrerorm.  Van  Dr.  Onrl  Pachs.  (Schloss.)  — 
TLgesBUohlohte :  Miuikbrlet  taa  Frankfurt  n.  H.  —  Bariohte.  —  Conoertamichfta.  ~  BoKteBinenta  nnd  Outaplels  In  Oper  nnd  Gancert.  — 
Klrohenmaiik.  —  OpemBUfnibningen.  —  Vermiscbta  HlttbellnnEen  und  NotlEsn.  —  OITenei  SpreohsaiiL  —  Krltlsclier  Anhans:  Ltodsr  tou 
Th.  MüllBr-Raatsr,  Ed.  Herrmann,  O.  Krarom,  Th.  Hehbanm,  Chr.  aindlng  und  Ferd,  Snhilling.  —  Brlefkarten.  —  AnBoigBn. 


Fünfzig  Thesen  und  Aphorismen  zur  Verständigung 
Qber  Dr.  Hugo  Riemann's  Phrasirungsreform. 


Von  Dr.  Carl  Fnehs. 


(Schtnss.) 


47.  Je  bekannter  heate  ein  Musikstück  durch  den 
traditionellen  oder  den  Vortrag  der  Tages- Virtuosen  ist, 
fQr  desto  unbekannter  muss  es  seinem  Geiste  nach  gelten. 
Z,  B.  die  in  diesem  Sinne  berühmtesten  Sonaten  von 
Beethoven  sind  heute  in  unserem  Sinne  die  unbekann- 
testen: der  Ijaie  mindestens,  der  die  Ciamoll-Sonate,  die 
Appassionata  drei  Mal  auf  die  beut  übliche  Concertmanier 
gehört  hat,  kennt  sie  nicht  mehr,  und  wir  beklagen  es 
nicht,  dasB  nur  noch  wenige  Sonaten  von  Beethoven  (nicht 
ein  Drittel)  in  Concertcn  gespielt  werden.  Phrasirlen 
Vorträgen  bekannter  Stücke  gegenüber,  in  denen  die  Ab- 
weichungen vom  Gewohnten  am  häufigsten  und  am  deut- 
lichsten wahrnehmbar  sind,  muss  der  Zuhörer  also  mit 
seinem  Urtheil  nicht  desto  sicherer,  sondern  desto  vor- 
sichtiger sein,  damit  er  nicht  fiir  Abweichung  von  der 
Natur  der  Sache  nehme,  was  nur  mit  der  von  uns  als 
falsch  erkannten  Tradition  nicht  übereinstimmt.  Es  ist 
für  manche  Zuhörer  eine  vielleicht  zu  weit  gebende  Zu- 
mnthnng,  ja  eine  Unmöglichkeit,  gern  einem  Vortrage  eu 
folgen,  der  Zug  für  Zug  von  einer  bei  ihm  featgewordenen 
oder  ihm  Uehgewordenen  Vorstellnng  abweicht.  Es  sind 
indess  doch  bereits  sehr  sprechende  Fälle  vorgekommen, 
daas  Zuhörer  Vorträgen  von  Stücken,  die  ihnen  allge- 
mein, genau  und  durchaus  „anders"  bekannt  waren,  dem 
neuen  Leben,    mit    welchem   sie   ihnen  io  Riemann'scber 


Phrasirung  nun  bekannt  wurden,  sofort,  und  zweifellos 
ohne  Voreingenommenheit  für  den  Spieler  ihre  freudige 
Zustimmung  schenkten.  In  jedem  Falle  ist  es  aber  vor- 
eilig, aus  dem  empfundenen  Unterschied  vom  Gewohnten 
dem  phrasirenden  Künstler  den  Vorwurf  der  Absichtlich- 
keit,  des  Scbulmässigen  u.  drgl.  zu  bereiten,  angenommen, 
es  sei  dem  nrtheilenden  Zuborer  bekannt,  dass  der  Künstler 
die  Riemann'schen  Aufschlüsse  für  sich  benutzt  bat.  Der 
Künstler,  der  dies  bekannt  gibt,  wagt  beute  natürlich 
mehr,  als  der  es  stillschweigend  thut.  Künstlerisch  rich- 
tiger ist  dieses  Schweigen  streng  genommen  allerdings: 
ich  bähe  aus  Dankgefübl,  aus  Ehrlichkeit  und  in  dem 
Bestreben,  die  Indifferenz  gegen  diese  Sache  zn  brechen 
—  .die  aber  in  Deutschland  wie  immer  grösser  ist,  als 
im  Auslande  — ,  hiervon  abgesehen, 

48.  Für  den  Musiker  w&ren  Stücke,  die  ihm  nicht 
bekaoDt  waren,  ein  besserer  Prüfstein  des  Werthes  der 
Riemann'schen  Phrasirung,  wenn  schon  einmal  davon  die 
Rede  sein  soll.  Denn  ihr  höchstes  Ziel  ist  Steigernug  des 
Wohllautes  und  der  musikalischen  Verständlichkeit,  Talent 
vorausgesetzt,  und  beim  Zuhörer  Empfänglichkeit,  einige 
Uebung  und  Mitarbeit,  jedoch  natürlich  kein  Wissen  um 
die  Methode. 

49.  Gewiss  wird  auch  ohne  Biemann  spontan  desto- 
mehr  richtig  pbrasirt,  je  mehr  Talent  oder  durch  Flräs 
verfeinertes  Musikgefühl  in  einem  Vortrage  wirksam  sind, 
und  gewiss  ist  auch  der  Riemannisch  informirte  und  ge- 
schulte Kritiker  dem  Künstler,  der  diese  Eigenschaft 
nicht  besitzt,  schuldig,  ihm  ohne  Vornrtbeil  zuzuhören. 
Aber  der  Einfluss  der  falschen  Lebte  und  Tradition  wird 
allgemein  unterschätzt,  desgleichen  die  Summe  von  Talent, 
die  schon  zum  blos  richtigen  Vortrage  gehört.  Das  Rich- 

4S 


f 


694 


tige  gehört  hier  sehr  vielfach  schon  zum  „Ungemeinen" 
und)  mit  Goethe's  goldenen  Worten  zu  reden: 

„Dem  glücklichsten  Genie  wirds  kaum  ein  Mal  ge- 
lingen, 
Sich  durch  Natur  und  durch  Instinct  allein 
Zum  Ungemeinen  aufzuschwingen." 

Mit  diesen  Worten  verlangt  der  grosse  Poet  und  Kunst- 
kenner aher  Fleiss  und  Nachdenken  ausserdem,  die  doch 
die  Ermittelung  und  Herstellung  des  Richtigen  zunächst 
zum  Gegenstande  haben.     Er  fügt  hinzu: 

„Die  Kunst  bleibt  Kunst! 

Wer  sie  nicht  durchgedacht, 

Der  darf  sich  keinen  Künstler  nennen", 

und  in  diesem  Puncte  kann  Keiner  auf  eigne  Hand  leben, 
sonst  langt  er  wieder  beim  Instinct  an  und  geräth  in 
die  Gefahr,  die  derselbe  Dichter  bezeichnet,  dass  er  „ein 
Narr  auf  eigne  Hand"  werde.  Und  uns  hat  doch  einmal 
Keiner  so  wie  Riemann  das  Richtige  an  die  Hand  ge- 
geben; ihn  zu  hören  ist  heute  Pflicht  mindestens  jedes 
Lernenden*  Und  wer  darf  sich  vermessen  und  sagen,  er 
sei  kein  Lernender  mehr? 

50.  In  dieser  ganzen  Angelegenheit  des  Vortrages 
wird  bisher  in  Deutschland,  das  doch  das  Land  der  „Seelen- 
vollen" und  der  Denker  sein  will,  viel  zu  wenig  psycho- 
logisch und  viel  zu  viel  „persönlich",  also  kleinlich,  ge- 
dacht und  verfahren.  Trennung  der  Person  von  der  Sache 
ist  allerdings  eine  Aufgabe,  deren  Höhe  die  Wenigsten 
auch  nur  ahnen,  namentlich  wo  die  eigene  Person  im 
Spiele  ist  oder  zu  sein  scheint  —  gleich  scheint  sie  dann 
den  Meisten  auf  dem  Spiele  zu  stehen.  —  Der  Einzige, 
der  einen  höheren  Gesichtspunct  gegnerisch  und  auf  psy- 
chologischem Wege  geltend  zu  machen  versucht  hat,  ist 
Friedr.  Nietzsche  in  seiner  Schrift  „Der  Fall  Wagner" 
pag.37,  es  gelang  mir  aber  leicht,  ihn  brieflich  zu  über- 
zeugen, dass  er  sich  1.  c.  im  Irrthum  befand  und  es  sich  in 
Vortrag  und  Bezeichnung  zunächst  nur  um  die  Alternative 
des  im  rein-musikalischen  Sinne  Richtigen  oder  Falschen 
handle  und  nicht  die  Aufdringlichkeit  des  Augenblicks 
die  Folge  der  Phrasimng  sein  müsse.  Ja  er  antwortete: 
„Ich  sehe  mit  Entzücken,  dass  ich  im  Unrecht  war". 
Aber  Nietzsche  war  eben  auch  das  Genie  der  Ehrlichkeit. 
Wie  Viele  wird  es  im  Lande  „der  Treue"  geben,  die 
jemals  diese  neun  Worte  zusammenbrächten? 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Frankfurt  a.  M.,  im  November. 

Wenn  die  diesjährige  Concertsaison  hält,  was  sie  ver- 
spricht, so  dürfte  sie  in  den  Musik- Annalen  unserer  Mainstadt 
einen  hervorragenden  Platz  einnehmen.  Der  Dirigent  der 
zwölf  Museums -Concerte,  Hr.  Capellmeister  Kogel,  hat  ein 
stolzes  Programm  entworfen,  welches  neben  den  Classikem 
Job.  Seb.  Bach,  Ph.  Em.  Bach  (Symphonie  in  Ddur)jGluck, 
Händel,  Mozart,  Haydn,  Cherubini,  Beethoven  (unter  7  werken 


die  „Neunte"),  Schubert,  Schumann  und  Mendelssohn  auch 
die  zeitgenössischen  Tonkünstler  gebührend  berücksichtig 
Berlioz  ist  mit  4  Werken  (darunter  die  Harold- Symphonie), 
Liszt  mit  3  WerKon  (darunter  die  „Faust"-Symphonie),  Wanier 
mit  4  und  Brahms  mit  5  Werken  vertreten.  Ausseraem 
finden  wir  auf  dem  Proeramm  die  Namen  von  Peter  Ck>meliu8, 
Bichard  Strauss,  S venösen,  Dvof&k,  Lalo,  Meyerbeer,  Raff, 
Rubinstein,  Saint-Saens,  Smetana,  Tscha'lkowsky  und  Volk- 
mann. Fürwahr  ein  Achtung  gebietendes  Streben,  dem  zum 
Glück  ja  auch  das  Können  entspricht!  Wenn  wir  einem 
Wunsche  Ausdruck  geben  dürften^  so  möchten  wir  den  W^- 
fall  der  „Rienzi"-Ouverture  anheimstellen.  Abgesehen  davon, 
dass  die  Oper  hier  stehend  auf  dem  Repertoire  ist,  besitast 
die  Ouvertüre  auch  zu  wenig  selbständigen  künstlerischen 
Werth,  filr  den  Reformator  Wagner  zu  wenig  Charakte- 
ristisches, um  in  dem  Rahmen  eines  so  vornehmen  Concert- 
Institutes  nicht  deplacirt  zu  erscheinen.  Dagegen  vermissen 
wir  in  dem  Prospecte  schmerzlich  den  Namen  eines  noch 
lebenden  Componisten,  dessen  eminente  Begabung  nur  von 
seiner  grenzenlosen  Bescheidenheit  übertroSen  wird.  Wir 
meinen  Anton  Brückner,  dessen  Dmoll-Symphonie  vor  einigen 
Jahren  geistig  und  technisch  so  unzureichend  vorgeführt 
wurde,  dass  die  künstlerische  Rehabilitirung  des  greisen 
Wiener  Meisters  für  die  Museums-Gesellschafb  unabweisbare 
Pflicht  geworden  ist. 

Die  sechs  Theater-Abonnementconcerte,  von  denen 
unter  der  feinsinnigen  Leitung  des  so  plötzlich  seinem  Wir- 
kungskreise entrissenen  Otto  Dessoff  mancher  Kunstgenuss  zu 
erhoffen  war,  haben  durch  den  unerwarteten  Tod  dieses  als 
Mensch  wie  Künstler  höchster  Achtung  würdigen  Dirigenten 
eine  sehr  unliebsame  Störung  erfahren.  Was  die  neue 
Theater -Actien- Gesellschaft  veranlasst  hat,  die  Leitung  des 
zweiten  Concertes  mit  Umgehung  der  beiden  Theater-Capell- 
meister  HH.  Goltermann  und  Rumpel  und,  wie  die  „Frank- 
furter Zeitung"  ohne  begründetes  Dementi  berichtet,  trotz  des 
Widerspruches  der  Orchestermitglieder,  dem  lediglich  als  Theo- 
retiker angesehenen  Hrn.  Prof.  Scholz  anzuvertrauen,  ist  nur 
Demjenigen  verständlich,  welcher  die  hiesigen  Verhältnisse 
kennt  und  weiss,  dass  die  Theater -Concerte  einer  übrigens 
nicht  von  D  e  s  s  o  f  f  angeregten  Demonstration  der  musi kalisäen 
Reaction  gegen  die  Berücksichtigung  eines  Berlioz  —  Liszi  — 
Wagner  etc.  ihre  Entstehung  verdanken  und  Hr.  Dr.  Scholz 
als  technischer  Leiter  des  überaus  reich  dotirten,  jetzt  frei- 
lich nur  von  dem  Ruhme  der  geschiedenen  Raff,  Stockhausen 
und  Clara  Schumann  zehrenden  Hoch-Gonservatoriums  seine 
Stellung  im  Geiste  der  durch  ihn  vertretenen  musikalischen 
Orthodoxie  überall  auch  praktisch  geltend  zu  machen  versteht. 
Jedenfalls  wird  aber  die  Gesellscnafb,  falls  inzwischen  die 
Stellung  des  ersten  Capellmeisters  nicht  anderweit  definitiv 
besetzt  sein  sollte,  für  die  einzelnen  Concerte  auf  weni- 
ger einseitige  Richtung  verfolgende  Dirigenten  Bedacht 
nehmen  müssen,  soll  das  neubegründete  unternehmen  der 
mächtigen  Concurrenz  der  Museums  -  Concerte  gegenüber 
künstlerisch  nicht  scheitern.  Ein  finanzieller  Misserfolg  ist 
bei  dem  günstig  abgeschlossenen  Abonnement  ft!Lr  diese  Saison  ' 
freilich  nicht  mehr  zu  besorgen. 

Der  Rühl'sche  Gesang -Verein  wird  unter  Anderem 
die  seit  dem  Abgange  Kmese's  nicht  mehr  vorgeführte 
„Heilige  Elisabeth"  von  Liszt  zu  Gehör  bringen.  Sind  wir 
richtig  orientirt,  so  hatte  der  Vorstand  den  13.  Psalm  des 
genannten  Meisters  gewählt  und  dieses  Werk  nur  mit  Rück- 
sicht auf  die  ausgesprochene  Antipathie  des  Dirigenten  Hm. 
Professor  Scholz  fallen  lassen.  In  einem  Oompromiss  wurde 
dem  Psalm  das  erwähnte  Oratorium  substituirt  und  eine 
Wiederholung  des  Chorwerkes  des  Hrn.  Professor  Dr.  Scholz: 
„Die  Glocke"  zugestanden.  Da  der  Verein  in  der  Saison  drei 
Abende  zur  Verfügung  hat,  lässt  sich  die  Reprise  des  letzteren 
Werkes  nicht  bemängeln,  zumal  bei  der  ersten  vor  3  oder 
4  Jahren  erfolgten  Vorführung  die  Schönheiten  desselben 
noch  nicht  allseitigem  Verständniss  begegnet  waren. 

Der  Cäcilien-Verein  hat  ausser  mehreren  kleineren 
Novitäten  die  Requien  von  Verdi  und  Cherubini,  sowie  die 
Matthäus-Passion  in  Aussicht  genommen. 

Hierzu  treten,  abgesehen  von  den  Concerten  weniger 
hervorragender  Vereine,  unter  Leitung  des  stete  ftlr  inter- 
essante Novitäten  bedachten  Directors  des  Ri^-Oonservato- 
riums  Hm.  H.  Fleisch  die  gehaltvollen  Concerte  des 
Sängerchores  des  hiesigen  Lehrer-Vereines, 

Die  Kammermusik  wird  in  zehn  Soir6en  des  Heer- 
mann'schen  Quartettes  ihre  Pflege  finden  und  auch  durch 
Werke  neuerer  Meister  (Brahms,  Bazzini,  C6sar  Franck,  Grieg, 


596 


Sgambati,  Smetaua,  Strauss,  Tscha'ücowsky,  Yolkmann)  ver- 
treten sein. 

Ein  besonderes  Verdienst  hat  sich  Hr.  CapeUmeister 
Kogel  dadurch  erworben,  dass  er  in  den  Museums-Goncerten 
die  Blechbläser,  welche,  seit  Jahren  hoch  über  den  Streich- 
instrumoDten  postirt,  mit  ihrem  nicht  selten  brutalen  Klange 
den  Ck>ncertsaal  gleich  den  Mauern  Jerichos  sprengen  zu 
wollen  schienen,  seitwärts  untergebracht  hat.  Der  orchestrale 
Klang  hat  dadurch  nicht  an  Glanz  eingebüsst,  erscheint  nun- 
mehr aber  viel  edler  und  lässt  die  reichen  dynamischen 
Schattirunffen  des  Dirie^enten  mehr  in  den  Vordergrund  treten. 
Nur  ein  Mangel  in  der  Zusammenstellung  des  Orchesters, 
dessen  Beseitigung  leider  nicht  in  der  Macht  des  verdienst- 
yoUen  Concertleiters  lieet,  macht  sich  noch  sehr  fühlbar,  die 
tonUch  so  unzureichende  Oboe.  Die  in  dem  ersten  Concerte 
vorgeführte  „Faust"- Ouvertüre  von  Wagner  litt  wesentlich 
unter  dem  dünnen,  jeder  Anschwellung  haaren  Tone  des 
Blasers.  Die  Oboe  nimmt  seit  Wagner  ,in  den  Partituren 
einen  so  wesentlichen  Platz  ein,  dass  diesem  Instrumente  eine 
hervorragende  Kraft  nicht  fehlen  sollte.  Im  Üebrigen  wurde 
dem  genannten  tiefsinnigen  Werke  wie  der  stets  durch- 
schlagenden schwungvollen  „Eury an the** -Ouvertüre  eine  vor- 
zügliche Wiedergabe  zu  Theil.  Auffallend  war  uns  in  dem 
Wagnerischen  Werke  nur,  dass  das  schon  im  largo  sostenuto 
von  den  Geigern  gebrachte,  sich  in  Octaven  bewegende,  von 
dem  tie£sten  Schmerze  eingegebene  Motiv  a  a  b  b  —  ge- 
wissermaassen  das  Motto  der  symphonischen  Dichtung —  trotz 
des  molto  espresslvo  und  crescendo  eine  so  abgeblasste 
Wiedergabe  fand.  Hr.  Kogel,  welcher  mit  äusserster  Sub- 
tilität  in  den  Greist  der  Werke  einzudringen  bestrebt  ist,  hat 
für  die  Auffassung  der  Stelle  sicher  seine  Gründe,  und  aner- 
kennen müssen  wir,  dass  ein  crescendo  im  —  hier  vor- 
geschriebenen —  piano  anders  als  im  forte  zu  Gehör  zu 
bringen  ist,  indessen  erscheint  gerade  dieses  Motiv  —  der 
verhaltene,  aus  zerrissener  Seele  dringende  Aufischrei  —  für 
das  ganze  Werk  doch  zu  bedeutungsvoll,  um  nicht  grössere 
Intensivität  zu  beanspruchen.  Herrlich  wirkte,  wie  immer, 
Schubert's  Cdur- Symphonie,  zumal  uns  Hr.  Kogel  manches 
Neue  zu  sagen  wusste.  Bezaubernden  Eindruck  machte  im 
Andante  die  träumerische  Zurückhaltung  der  Adur-Cantilene 
a  h  eis  d  e  e  gis.  In  Beethoven's  YioUnconcert  erwies  sich 
Hr.  Professor  Halir  als  der  rühmlich  bekannte  solide 
Künstler.  Ob  indessen  dieses,  namentlich  in  dem  ersten  und 
letzten  Satze,  männliche  Energie  athmende  Werk  der  Eigen- 
art des  Künstlers  entspricht,  dürfte  zweifelhaft  sein;  sein 
Ton  ist  für  dieses  grandiose  Werk  zu  wenig  gesättigt.  Bei 
Beethoven*s  Ddur-&ncert  verzeiht  man  wie  bei  dem  Esdur- 
Clavier-Concert  wohl  eine  Incorrectheit,  aber  man  erwartet 
vor  Allem  Grösse  des  Tones  und  der  Auffassung,  nicht  nur 
akademisch  tadelloses  Spiel.  Uneingeschränkte  Bewunderung 
rief  der  Gast  des  zweiten  Musexmis-Ooncertes,  Frl.  Olotüde 
Kleeberg,  hervor.  Hier  darf  die  Kritik  ruhen  und  sich  nur 
dem  Genüsse  hingeben.  Wir  glaubten  uns  bei  dem  Vortrage 
des  Gdur-Goncertes  von  Beethoven  in  einem  schattigen  Walde, 
den  Blick  durch  das  sonnenbeglänzte  Blätterdacn  auf  den 
blauen  Aether  gerichtet,  uns  an  dem  frischen  Nass  eines 
krystallklaren  Bergquelles  labend.  Keine  parfumirte  Salon- 
lun  schlug  uns  entgegen,  keine  künstliche  Kohlensäure  wurde 
dargeboten,  die  unverf^Llschte  Natur  in  ihrer  schönen  Eben- 
mässigkeit  und  holden  Naivetät  trat  uns  entgegen.  Gtewiss, 
nur  eine  reine,  von  dem  profanen  Hetzen  und  Hasten  der 
G^egenwart  unberührt  gebliebene  Seele  kann  so  innerlich 
keusch  emp&ingen  und  wiedergeben;  nur  Derienifi^,  dessen 
G^müth  einen  solchen  Schatz  birgt,  kann  auf  jedes  äusser- 
liche  Mittel  verzichten  und  doch  eines  tiefen  Eindruckes  sicher 
sein.  Es  ist  uns  nicht  mehr  vergönnt  gewesen,  dem  Spiele 
der  Clara  Schumann  in  ihren  Mädoheniahreu  zu  lauschen, 
aber  was  der  begeisterte,  anerkennungsbedtirfbige  edle  Liszt 
einst  gelegentlich  ihres  Auftretens  in  Wien  (1838)  über  Clara 
Wieck  schrieb:  „Sie  zog  die  Zuhörer  mit  sich  fort  in  ihre 
poetische  Welt,  zu  der  sie  in  einem  von  Lichtfunken  ge- 
zogenen und  von  kleinen  zierlichen  prismatischen,  aber  nervig 
schwungvollen  Flüceln  gehobenen  Wunderwagen  empor- 
schwebte**  —  es  darf  auch  auf  Clotilde  Kleeberg  angewendet 
werden,  deren  Spiel,  jeder  Zeit,  jeder  Manier  entrückt,  die  Incax- 
nation  der  reinen  Schönheit  genannt  werden  könnte.  Wodurch 
wirken  unsere  Cia  vier-Heroinnen,  selbst  wenn  sie  als  sogenannte 
Chopin-Spielerinnen  Ruhm  ernten?  Es  ist  neben  der  selbst- 
verständlichen Technik  doch  fast  nie  die  innere  Beseelung, 
es  sind  oft  mit  reizender  Pikanterie  aus^führte  äusserliche 
Effecte,  ein  ihrem  Geschlechte  fremder  Kraftaufwand!    Be- 


zeichnend für  die  Spielweise  der  Künstlerin  war  vor  Allem 
das  Verschmähen  jenes  in  Chopin*schen  Stücken  geübten  und 
selbst  von  angesehenen  Pianisten  auf  Beethoven  üoertragenen 
Verhallenlassens  der  Fiorituren  und  Läufer.  Für  Denjenigen, 
welcher  auf  Effect  spielt,  fordert  z.  B.  in  dem  ersten  Satze 
nach  der  Wiederkehr  des  Themas  in  den  ff-Sechszehnteln  der 
vierte  Takt  mit  seinen  Zweiunddreissigsteln  geradezu  zu  einer 
solchen  Nuancirung  heraus.  Wie  keusch  spielte  aber  Clotilde 
Kleeberg  diesen  Lauf!  Wir  glauben  allerdings,  dass  die 
Individualität  der  Künstlerin  besondere  und  nicht  sehr  weite 
Grenzen  zieht,  aber  innerhalb  dieses  Gebietes,  welches  Mozart, 
Schubert,  Chopin  und  Beethoven  (vielleicht  mit  Ausnahme 
der  Op.  53,  57,  106,  111,  120)  in  sich  schliesst,  ist  sie  sicher- 
lich oie  sonnenhellste  Erscheinung  der  Kunstwelt.  Neben 
dieser  Künstlerin  von  Gt>ttes  Gnaden  hatte  der  zweite  Solist 
des  Abends,  Hr.  Birrenkoven  aus  Cöln,  keinen  leichten  Stand. 
Er  erntete  zwar  mit  der  bekannten  Pylades-Arie  aus  Gluck*s 
„Iphigenie  in  Tauris"  (Adur),  sowie  mit  Wagner's  ,.Am  stillen 
Heerd*'  und  dem  Frühlingsgesange  Siegmund's  lebnaften  Bei- 
fall, es  lässt  sich  aber  nicht  leugnen,  dass  seinem  baritonalen 
Tenor  in  der  Höhe  eine  gewisse  Sprödigkeit  anhaftet  und  die 
Tonbildung  nicht  ganz  naturalistischen  Anwandlungen  ent- 
zogen ist.  üeberaus  dankenswerth  war  die  Wiedergabe  der 
Ouvertüre  zum  „Barbier  von  Bagdad*'  von  Cornelius.  Das 
von  Greist  und  Grazie  sprudelnde  reizende  Werk  zündete  und 
lässt  es  unbegreiflich  erscheinen,  dass  unsere  Theaterleitung, 
welche  für  die  ephemeren  seichten  Machwerke  eines  Massenet, 
Saint-Saäns,  Paladilhe  etc.  weder  Kosten,  noch  Kräfte  scheut, 
trotz  unseres  jahrelangen  Petitionijrens  diesen  Edelstein  unbe- 
achtet liegen  lässt.  obschon  ihr  in  Hm.  Heine  für  den  Barbier 
eine  schauspielerische  Kraft  ersten  Banges  zur  Verfügung 
steht,  welche  den  schwierigen  gesanglichen  Theil  ebenso  wie 
Eugen  Gura  —  mit  einigen  Meinen  Aenderungen  —  be- 
wäßigen  würde.  Eine  reizende  Bereicherung  der  Orchester- 
Litteratur  ist  das  von  Hrn.  CapeUmeister  Kogel  sehr  geschickt 
für  den  Concertvortrag  bearbeitete  Concerto  grosso  No.  10  von 
Händel,  welches  trotz  seines  Alters  von  150  Jahren  an  Frische 
und  anmuthiger  Pikanterie  Nichts  eingebüsst  hat.  Der  zweite 
Theü  des  Concertes  war  einer  durchaus  würdigen  Eeproduction 
der  C  moll-Symphonie  von  Brahms  gewidmet. 

(Schluss  folgt.) 


Berichte. 

Gera,  11.  Nov.  Zur  Feier  des  hohen  Geburtstages  Sr. 
Durchlaucht  des  Erbprinzen  fand  erestem  Festvorstellung  im 
Theater  statt,  welche  Beethoveirs  „Fidelio"  brachte.  Für 
die  Solopartien  war  zum  Theil  das  Leipziger  Opernensemble 

gewonnen,  nur  für  die  Bollen  des  Bocco  und  Jacmiino  traten 
ewährte  Kräfte  aus  Weimar  (HR.  Schwarz  und  v.  Szpin- 
ger)  ein,  während  die  Marzelline  von  einem  Mitglied  des  hie- 
sigen Theaters  (Frl.  Merelli)  gesungen  wurde.  Es  bot  sich 
uns  darum  ein  grosser  Genuss,  zumal  Frl.  Doxat  zu  den  be- 
rufensten Vertreterinnen  der  Titelrolle  gehört  und  auch  die 
übrigen  Solisten  (Pizarro  =  Hr.  Demuth,  Florestan  =  Hr. 
Hübner,  Fernando  =  Hr.  Neldel)  durch  entsprechende  Lei- 
stungen rühmlichst  hervortraten.  Ein  besonderes  Interesse 
war  diesmal  dem  Chor  geweiht,  der  in  selir  stattlicher  Anzahl 
von  einigen  60  Personen  lediglich  durch  Damen  und  Herren 
aus  den  niesigen  ersten  Gesellschaftskreisen  gebildet  wurde, 
und  zwar  einerseits  durch  die  Mitglieder  der  „Liedertafel*', 
andererseits  durch  Schülerinnen  unserer  trefflichen  G^esangs- 
lehrerin  Frl.  Gertrud  Müller.  Die  überaus  sorgf&ltige  Vor- 
bereitung und  Einübung  gab  dem  Ganzen  ein  scnönes  künst- 
lerisches Grepräge;  besonders  wohlthuend  durch  die  vielen 
jugendfrischen  Stimmen  wirkte  das  letzte  Finale,  aber  auch 
im  Soldaten-  und  namentlich  im  Gefangenenchor  zeigten  die 
Ausführenden,  dass  es  ihnen  mit  Lösung  der  schweren  Auf- 
gabe rechter  Ernst  war.  Das  Orchester  brillirte  unter  der  be- 
feuernden Leitung  des  Hrn.  Hofcapellmeister  Kleemann, 
dem  auch  die  Einübung  der  Chöre  obgelegen  hatte,  nament- 
lich mit  der  trefflich  gespielten  grossen  „Leonoren" -Ouver- 
türe; es  zeigte  sich  überhaupt  seiner  Aufgabe  ^wachsen  und 
trug  zum  Gelingen  des  Ganzen  wesentlich  bei.  Mit  Hecht 
konnten  daher  von  dem  enthusiastischen  Beifall  des  sehr 
zahlreich  erschienenen  Publicums,  nächst  den  Solisten,  auch 
Chor  und  Orchester  nebst  Dirigent  ein  gut  Theil  für  sich  in 
Anspruch  nehmen.  P»  M. 

48* 


S96 

Weimar.  U.Not.  Masseuet'sBWerther"  hat  hier  gesUrn 
die  erste  Aul'fülirang  in  Deutöchlaad  erleht.  Nur  Wien  war 
voranKeganj;eQ,  Paris  folgt  erat  in  dieeoQ  l'agen  nach.  — 
Die  Mfiüeii  i'jethe'a  werden  wohl  hedanUich  das  Haupt  ge- 
BchütteiL  luili'  II,  aber  ein  leidlich  effectvolles  Tentbuch  nahen 
die  drei  Vrii'^t^sar,  Blau,  Milliet  and  Hartmann,  denen  sich 
als  Ueberset/r^r  Kalbeck  zugesellt,  doch  zu  Stande  gebracht, 
indem  sie  ilif  Hanptbilder  aus -Werther'a  Leiden"  der  Hand- 
lung zu  Grunde  legten.  Wie  Lotte  die  Kinder  um  sich  ver- 
sammelt iiiiil  >o  von  Werther  überrascht  wird,  wie  Beide  zum 
Bfttle  aufbiiL-hen,  wie  Lotte  ihrer  Mutter  gedenkt,  ihraai 
Verlobt-en  -nh  verbindet  und  Werther  bestimmt,  sie  nu  vor- 
lassen, i\it>  Letzterer  unvermuthet  niedarkehrt  und  sein 
Vortrag  liiiios  „Liedes"  von  Ossian  Beide  leidenschaftlich 
entflammt ,  wie  Werther  endlich  sich  erschiesst  oder  wie 
hier  vielmfhr  der  tödtlioh  Verwundete  von  Lotten  aufgefunden 
wird  und  si^-U  mit  ihr  zum  letzten  laugen  Liebesduette  ver- 
eint, —  das  Allee  föhrt  die  Oper  getreulich  vor.  Es  fehlt 
leider  nur  d;is  feinere  eeistige  Band,  der  intime  Hauch,  die 
tiefe  Wehmuth,  die  über  Goethe's  unsterblicher  Dichtung 
ausgebreitet  liegt  nnd  deren  eigentlichen  Zauber  ausmacht. 
Nur  der  3.  Act,  der  sich  am  engsten  an  Üoethe  anschliasst 
und  wirklii'h  ergreifende  Momente  enthält,  erhebt  uns  öfters 
aber  den  Eindruck  des  Opemhafteo;  trotz  einzelner  Miss- 
griöe  ist  oi  stimmungsvoll. 

Goetbo  liiit  seinem  Helden  zwei  andere  Charaktere  gegen- 
über gestell^  die  sich  in  ähnlicher  Le^e  befinden^  aber  ganz 
anders  banli'u:  den  Ämtsschreiber,  &t  durch  die  Liebe  zd 
Lotte  deiii  .-lillen  Wahnsinn  verfallen  ist,  und  den  Bauern- 
buraoben,  'h  i  meinen  Rival  kurzweg  erschlagt.  Diese  tragischen 
Figuren  liul..  n  die  Librettfaten  beseitigt,  sie  haben  dafür  zur 
Auffrischung  dar  traurigen  Handlung  einige  mehr  änssertich 
wirkende  Momante  herangezogen ;  so  den  Weih  nach  tschor 
der  Kinder;  —  andere  Chöre  kommen  Oberhaupt  nicht  vor, 
dieser  abot'  wird  den  Kleinen  schon  anfangs  einstudirt,  und 
er  klingt,  schliesslich  noch  in  die  Sterbesoene  hinein-  femer 
kommen  vor:  Lotte's  muntere  Schwester,  dann  zwei  Freunde 
des  Amtmanns,  die  gerade  wie  im  „Frennd  Fritz"  stets  auf 
gutes  Essen  und  Trinken,  dazwischen  auf  einen  den  Appetit 
stärkenden  Spadergang  bedacht  sind,  endlich  episodiscn  ein 
angejahrtem  Liebespaar,  das  Über  gegenseitiges  verschftmtes 
Änschwäriiiei L  und  die  Worte:  „0  Klopstock"  —  ,g&tthcher 
Mann"  niclit  hinauskommt. 

Alle  di(-.--H  Figuren  sind  kräftig  -naturalistisch"  be- 
handelt; bei  Lotte  dagegen  vermisse  ich  den  Zug  von  Heiter- 
keit untt  NitivHt&t,  der  sie  im  Homan  so  anziehend  macht, 
auch  Älberr  iiasst  über  von  Empfindungen  der  Liebe  und 
Fieand^chtilt.  WerCher  selbst  aber  ist  nicht  nur  sentimental, 
er  gibt  an  hohem  Pathos  keinem  Wagner'schen  Helden 
Etwas  nauli,  iiuch  wenn  es  sich  um  die  genngfügigsten  Dinge, 
z.  B,  das  liebliche  Thal  und  den  Abendsonnenstrahl,  handelt. 
Gei-ade  tiioj-  !mt  Massenet  Effect  auf  Eifect  gehäuft.  Kam- 
mersänger Giessen  hat  sich  das  zu  Nutze  gemacht  nnd  mit 
der  enorm  --chwierigen  Parthie  einen  glanzenden  Erfolg 
errungen,  nn  dem  der  Componist  wohl  unbedingt  betheiligt 
ist.  Um  >;.-:  gleich  hier  anzufßgea:  auch  im  Uebrigen  war 
die  von  Dr.  Lassen  trefflich  geleitete,  von  Hm.  Wiedey 
gut  insceiiirti!  Aufführung,  in  der  sich  noch  Fri.  de  Ahna 
5.otte),  Hr.  Schwarz  {^Wt)  und  in  den  kleineren  Rollen 
Fr!.  KayaiM,  die  HH.  Wiedey,  v.  Szpinger,  Bucha  aus- 
zeichneten, ;illen  Lobes  werth. 

Dass  di<  Musik  aber,  so  geistreich  und  geschickt  sie  auf- 
gebaut, tu  w  iirtn  sie  viellach  empfunden  ist,  an  einem  Fehler, 
n&mlich  aii  ilem  der  Stillosigkeit,  krankt,  daran  trägt,  wenn 
wir  tiefer  lur  hspören,  Richard  Wagner  die  Schuld.  Die  Epi- 
gonen, aui  li  iTi  Frankreich  und  Italien,  hat  sein  grosses  Vorbild 
verwirrt.  Mit  der  alten  Form,  die  die  Franzosen  so  sicher  und 
virtuos  XU  liandbaben  wussten,  geht  es  nun  einmal  nicht  mehr, 
Wagner  dircit  copiren  geht  auch  nicht,  —  es  mussalso  eine  neue 
Form  get'nnilen  werden;  an  dem  unsicheren  Tasten  danach 
krankt  abei'  unsere  gesammte  Opernproductton.  Hascagni 
wie  Masseii<'t  Imiten  sich  an  das  naturalistisch  angehauchte 
Drama,  dn^  .^lu  möglichst  effectvoU  zu  gestalten  suchen.  Ganz 
gut!  X>ami  ii^iias  aber  auch  das  Drama  darnach  sein,  in  ihm 
und  in  di.T  Miisik  mnss  vor  Allem  das  Princip  der  Wahr- 
haftigkeit dvs  Ausdrucks  gewahrt  werden,  wenn  nicht  jede 
formelle  Si^  bi^rlieit,  die  früher  schon  durch  die  rein  musi- 
kahsche  l''<.irm  bedtagt  war,  verloren  gehen  soll.  Gewiss 
empfiehlt  ev  sich^  wie  Hassenet  es  vielfach  thut,  das  Orchester 


Weise  Menschen  reden  würden,  nicht  mit  nnmotivirten 
Dehnungen  und  unbegreiflich  schwei-en  Accenton,  nicht  in 
auseinandergerissenen  Sitzen  und  in  Intervallen,  die  den 
Eindruck  des  absolut  Willkürlichen  machen.  Nur  theilweise 
kann  die  Schuld  hieran  den  üebersetzer  treffen.  Wenn  diese 
Herren  aber  doch  weniger  auf  den  Reim,  der  ohnehin  vom 
Strom  der  Musik  meist  überflathet  wird,  als  auf  ein  sinn- 
volles Ineinandergreifen  von  Wort  und  Ton  bedacht  sein 
wollten!  Wir  waren  bereits  auf  dem  besten  Wnge,  unseren 
Sinn  an  eine  gute,  logische  Behandlung  der  Sprache  zu  ge- 
wöhnen, —  durch  die  neuesten  Opernhelden  wird  das  AUee 
wieder  über  den  Haufen  geworfen.  Oeftera  entspricht  SKich 
die  Musik  nicht  der  Situation.  Lotte  vertieft  sich  z.  B.  in 
alte  Briefe  von  Werther,  wie  sie  sie  aber  sich  vorliest,  nein 
vorsingt,  das  gibt  der  leidenschaftlichsten  Arie  wenig  nach. 
Und  wenn  Werther's  Biilet  auch  die  Worte:  „Bitte,  leihen 
Sie  mir  Ihre  Pistolen",  enthält,  so  werden  dem  nichts 
Schlimmes  ahnenden  Albert,  der  das  Biilet  entfiütet  und  liest, 
andere  Töne  in  den  Mimd  zu  legen  sein,  als  dem  Gouverneur, 
der  von  Don  Juan  Buhe  für  die  Todten  heischt.  In  der 
That  hätte  Albert  mehr  Grund,  über  die  seine  Vorlesung 
begleitenden  düsteren  Posaimen-Accorde,  als  über  den  Inhalt 
der  Zeilen  7.u  erschrecken. 

In  dieser  etwea  gewaltsamen,  zu  wenig  natürlichen  Be- 
handlung, nicht  nur  der  Sprache,  sondern  auch  der  Situation, 
erinnert  „Werther"  ungemein  an  „Freund  Fritz",  wie  ver- 
schieden auch  die  Hauptpersonen  sind.  Auch  eine  Reihe 
von  Aeusserlichkeiten  stimmt  merkwürdiger  Weise  überein. 
Doch  muss  das  zutällig  sein,  denn  dem  Textbuohe  zufolge 
ist  „Werther"  bereits  1886  vollendet  worden,  wenn  er  auch 
erst  in  diesem  Jahre  auf  die  Bühne  gekommen  ist.  Die  Auf- 
nahme des  immerbin  interessanten  Werkes  war  ziemlich  lau, 
eine  längere  Lebensdauer  dürfte  ihm  hier  kaum  beschie- 
den sein,  G.  R. 


Conoertumsohau. 

Aachen.  Soir^  der  Liedertafel  am  6.  Nov.:  Männer- 
chöre V.  Rietz,  Rieh.  Wagner  (Pilgerebor  a;  „Tannhftuser'l, 
Dürmer  (,John  Anderson"!  u,  A.,  sowie  seohs  AltniedertihiÄ. 
VolksUeder,  bearbeitet  v.  Kremser,  Gesang  vortrage  des  Frl. 
Krötma  a.  Elberfeld  {„Die  Wanderschwalbe"  v.Rnbinstein, 
„Vorabend"  a.  den  Braut lii'dern  v.  Cornelius,  NDrweg.Lied 
V.  Hartmann,  „Liebst  du  um  Schönheit"  v.  Clara  Schu- 
mann, Kinderlied  v.  W.   Berger  u.  Wiegenlied  v.  Petri). 

Aschersleben.  l.  Abonn-Conc.  (Gruss  a.  Magdebniv): 
Esdur-Symph.  v.  Mozart,  Ouvert.  „Im  Frühling"  v,  Gold- 
niark,  Intermezzo  a.  „Freund  Fritz"  v.  Mascagni,  Gavotte 
f.  Streichorch.  v.  Hofmann,  „Pester  Game vat"  f.  Orch.  von 
Liszt,  TonbUder  f.  Orch.  (?)  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner, 
Gesanj; vortrage  dep  Frl.  Berg  a.  Nürnberg  (Arie  „Sieh,  mein 
Heiz"  V.  Saint- Saßna,  Brautlieder  v.  Cornelius,  -Mit  einer 
Primuln  veris"   u.  „Lauf  der  Welt"  v.  Gfieg  n.  Winterlied 


.  H,  ■ 


Ko, 


symphonisch    wirken   und   die   S&ngec  dazu   declamiren 
■  "  '         """■ — ndiese  aberso  det^miren,  wie  vernünftiger 


iBfisen;  dar 


3.  Abonn.-Conc.  derAllgem.  Musikgeeellschaft  (Dr. 
Volkland):  Symphonien  v.  Mozart  (Ddnr)u.  Schubert  (HmoU), 
„König  Manfred  "-Ouvert.  v,  Reinecke,  Gesangvorträga  des 
Frl.  Barbi  („Immer  leiser  wird  mein  Schlummer"  und  „Ver- 
gebliches Ständclien"   v,  Brahms  etc.). 

Bern.  l.  Abonn.-Conc.  der  Musikgeeellschaft  (Dr.  Hun- 
zinger): H.  Symph,  v.  Beethoven,  „AnsJtreon'-OuverL  v.  Che- 
rubini ,  Solovorträge  der  Frau  Loliäe-Nenhaus  a.  Paris  (Oes., 
Arie  a.  „La  Reine  de  Saha"  v.  Gounod,  „Vieille Chanson"  v. 
Bizet,  „Solvejg's  Lied"  v.  Grieg  u.  „Herzallerliebster"  von 
Taubert)  u.  dos  Hm.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Violonc, 
Conc.  V.  Haydn,  Tatanteile  v.  Popper  etc.). 

Bingen.  Conc.  des  Frl.  Schwartz  a.  Cöln  (Viol.)  u.  der 
HH.  Louwerse  v.  hier  (Clav.),  Ad.  Müller  (Gm.)  und  Hagen 
(Violonc.)  a.  Flankfurt  a.  M.  am  .10.  Oct.:  Cmoll-Claviertrio 
V.  Brahms,  „Novelletten"  f.  dieselben  Instrumente  v.  Oade, 
Soli  f.  Ges.  V.  Löwe  W.  Hill  („DaeHerz  am  Rhein"),  W.  de 
Mol  (Lenzlied),  f.  Viol.  v.  Wieniawski  (2.  u,  3.  Satz  ans 
dem  DmoU-Conc.)  u.  £.  Violonc,  (Larghette  eig.  Comp.,  -An 
der  Wiep"  v.  Davidoff  und  „Blfentanz"  v.  Popper).  — 
CJavierabend  v.  Felicia  Kirchdorffer  a.  Frankfurt  a.  M.  mit 
Compositionen  v.  S.  Bach  (Chromat.  Phant,  n.  Fuge)  Beet- 
hoven (Op.  109),  Liszt  („Die  Nachtigall«  u.  13.  Ung.  Rhaps.), 
J.   Kwast  (Etüde)  u.  A.  ^ 

Bitterfeld.  Conc.  im  „Casino"  am  8.  Nov.  m.  Solovor- 
trftgen  des  Frl.  Martini  a.  Leipzig  (Ges.,  „Elaa'e  Traum'  ans 


597 


„Lohengrin^  v.  Wagner.  „Sehnsuchf  v.  P fitzner,  „Wenn 
lustig  der  Frühlings  wind"  v.  Umlauft,  „An  die  Nacht"  v. 
Lassen,  „Herzensfrühling"  y.  Schaper,  „Barharazweige"  v. 
Reinecke  u.  „La  Follette"  v.  Marohesi)  u.  des  Hm. Wer- 
ner T.  hier  (Clav.,  Jagdlied  u.  Etnde  ▼.  Löschhorn  etc.). 

Breslau.  6.  u.  7.  Symph.-Conc.  der  Bresl.  Gonoertcap. 
(Kien^enschneider) :  Symphonien  y.  Bruch  (No.  1)  u.  Schu- 
mann (No.  4),  „Peer  dfynt" -Suite  y.  Grieg,  Oayerturen  yon 
Ahert  („Astorga")  u.  A.,  Vorspiel  zur  Oper  „Die  siehen  Bä- 
ben" y.  Rheinberger,  Hochzeits-Morgenständchen  y.  P.  La- 
combe,  Yalse-Gaprice  y.  G.  Riemenschneider,  Vorspiel 
zum  3.  Act  des  „Gouyerneur  yon  Tours"  y.  Reinecke  u.  a. 
Orchestemummem,  Soloyorträge  des  Frl.  Höbich  (Ges.,  „Lie- 
bei^lück"  y.  Sucher  etc.)  u.  des  Hm.  Schnelle  (VioL,  zwei 
Sfttze  a.  dem  1.  Gonc.  y.  Bruch  u.  Polon.  y.  Wieniawski). 

Bromberg.  Conc.  der  Liedertafel  (Bauer)  unter  ^^esang- 
solist.  Mitwirk,  der  Frau  Weckwarth,  des  Hm.  Seyenn  u.  A. 
m.  am  8.  Noy.:  Ooncertouyert.  y.  L.  Bauer,  „Columbus"  f. 
Solo,  Chor  u.  Orch.  y.  A.  Schröder,  Chorlieaer  y.  Storch 
(„Nachtzauber"),  Herb  eck  („Du  kleines  blitzendes  Stemlein") 
u.  Bruch  („Vom  Rhein"),  Die  Lieder  des  Troubadours  Raoul 
le  Preux  f.  Bariton  m.  Orch.  y.  H.  Hof  mann. 

Chemnitz.  2.  Geistl.  Musikaufßlhr.  des  Eärchenchors  zu 
St.  Jacobi  (Schneider)  unt.  Mitwirk,  der  Singakad.,  der  Frau 
y.  Lauppert-Martin  (Ges.)  u.  deo  Hrn.  Hepworth  (Org.):  ,| Ag- 
nus Dei"  f.  Solostimmen  u.  gem.  Chor  y.  J.  G.  Kunstmann, 
fem.  Chöre  y.  M.  Luther,  Mozart  („Aye  yerum  corpus")  und 
1.  Grell  („Benedictus"  a.  der  166timm.  Messe),  zwei  drei- 
stimm. Enabenchöre  y.  G.  Kittan,  Soli  f.  Qes,  y.  Meinar- 
dus  (Arie  a.  „Luther  in  Worms"  u.  Lied  „Jerusalem")  und 
R.  Becker  („Wo  du  hingehst")  u.  f.  Org.  y.  Rinck  u.  S.  Bach 
(Fuge  üb.  „Allein  Gott  in  der  Höh"). 

Christiania.  2.  Conc.  des  Musikyer.  (Holter)  unt.  solist. 
Mitwirk,  des  Sängers  Hm.  Lammers:  Festpolon.  f.  Orch.  y. 
J.  S.  Syendsen,  zwei  Island.  Melodien,  i,  Streichorch.  be- 
arbeit.  y.  Syendsen,  „Der  Bergentrückte"  f.  Baritonsolo,  Streich- 
orch. u.  zwei  Hörner,  drei  Orchesterstücke  u.  zwei  Gesänge  f. 
Baritonsolo  u.  Chor  a.  der  Musik  zu  Biömson*s  „Sigurd  Jor- 
salyar"  y.  Edy.  Grieg  (unt.  Leit.  des  Comp.). 

Coburg.  1.  Conc.  des  Sängerkranz  Coburg  unter  solist. 
Mitwirk,  des  Frl.  Altona  u.  des  Hrn.  Büttner  (Ges.),  sowie  des 
Hm.  Schleicher  (Clay.):  1 .  Satz  a.  dem  „Lobgesang"  y.  Mendels- 
sohn, „Schön  EUen"  y.  Bruch,  „Landkennung"  t.  Männerohor 
m.  Baritonsolo  u.  Orch.  y.  Grieg,  Scene  a.  „Frithjof"  f.  do.  y. 
Bruch,  „Germanenzug"  f.  Männerchor  u.Orch  .y.  Rheinberger, 
Soli  f.  Sopr.  y.  Böhm  („Still  wie  die  Nacht"),  Schumann  u. 
Grieg  („Ich  liebe  dich"),  f.  Bariton  y.  H.  Hof  mann  (Mono- 
log u.  Arie  a.  „Aennchen  yon  Tharau")  u.  f.  Clay. 

Üessau.  2.  Conc.  der  Hofcap.  (Klughardt):  Esdur-Symoh. 
V.  Schumann,  -Oberen" -Ouvert.  von  Weber,  Soloyorträge  aer 
Frau  Schmidt-Köhne  (Ges.,  „Ruhe,  Süssliebchen"  u.  „Vergeb- 
liches Ständchen"  y.  Brahms,  „Komm,  wir  wandeln"  y.  Cor- 
nelius, „Solyejg's  Lied"  y.  Grieg,  Pastorale  y.  Bizet  etc.), 
des  Frl.  Schindler  (Viol..  Ballade  u. Polen.  y.Vieuxtemps  etc.) 
u.  des  Hrn.  Sormann  (Clay.,  Walzer  u.  Seren,  y.  Moszko  wski, 
Mazurka  eig.  Comp.,  Polon.  y.  Liszt  etc.),  sämmtl.  a.  Berlin. 

Genf.  1.  Abonn.-Conc»  im  Stadttheater  (W.  Rehberg): 
3.  Symph.  y.  Mendelssohn,  „Seines  alsaciennes"  y.  Massenet, 
Jubelouyert.  v.  Weber,  Violinyorträge  des  Hm.  Thomson  ä. 
Lüttioh  (4.  (3onc.  y.  Vieuxtemps,  Romanze  y.  Rubin- 
stein etc.). 

Graz.  1.  Kammermusikabend  der  HH.  Beermann,  Per- 
dacher,  Presuhn  u.  y.  Oeiwenka  (Streicher)  unt.  Mitwirk,  des 
Bjrn.  Pohlig  (Clay.):  Streichquartette  y.  Mozart  (Esdur)  und 
Schubert  (AmoU),  Phant.  f.  Clav.  Op.  17  y.  Schamann.  — 
1.  Mitgliederconc.  des  Steiermark.  Musikyer.  (Degner):  Esdur- 
Symph.  y.  Mozart,  „Egmont"-Ouyert.  y.  Beethoyen,  „Meister- 
singer"-Vorspiel  y.  Wagner,  Violinyorträge  des  Hm.  Beer- 
mann (Conc.  y.  Gade,  Romanze  y.  Syendsen  etc.). 

Innsbruck.  Ausserordentl.  Conc.  des  Musikyer.  (Pem- 
baur):  Waldsymph.  y.  Raff,  „Gtenoye£a"-Ouyerture  y.  Schu- 
mann, zwei  Bieg.  Melodien  f.  Streichorch.  y.  Grieg,  Clayier- 
yorträge  der  Frau  Menter  unter  Leit.  des  Hm.  Sapellnikoff 
(Esdur-Conc.  y.  Liszt  und  Zigeunerweisen  y.  S.  Menter- 
Tschaikowsky  [?]). 

Laibaeh.  1.  Mitgliederconc.  der  Philharm.  GeseUsohaft 
(Zöhrer):  1.  Symph.  y.  Brahms,  8.  Ouyert.  zu  „Leonore"  y. 
Beethoyen,  „Träumerei"  u.  Intermezzo  a.  der  Suite  f.  Streich- 
orch. m.  obug.  VioL  (Hr.  Gerstner)  y.  Wüerst,  Vorträge  des 
Österreich.  Damenquart,  der  Frls.  Tschampa  u.  Gen.  (Wiegen- 
lied y.  Brahms  etc.). 


Leipzig.  Conc.  des  Riedel- Ver.  (Prof.  Dr.  Kretzschmar) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Münch,  der  Frau  Metzler-Löwy 
u.  der  HH.  Dierich  u.  Ejiüpfer  y.  hier  am  18.  Noy.:  XJtrechter 
Jubilate  v.  Händel-Chrysander,  Missa  in  Fismoll  f.  Soli,  Chor, 
Orch.  u.  Org.  y.  F.  Draeseke. — 8.  Kammermusik  im  Neuen 
Ghewandhaus:  Streichquartette  y.  Mozart  (Fdur),  Schumann 
(Amol!)  und  Beethoyen  (Op.  180).  (Ausführende:  HH.  Hilf, 
Becker,  Sitt  u.  Kiengel.)  —  Am  20.  Noy.  Aufführung  des 
Kirchenoratoriums  „Selig  aus  Gnade"  yon  A.  Becker  durch 
den  Kirchenchor  zu  St.  Johannis  (Röthig)  unter  solist.  Mit- 
wirk, der  Frls.  Martini  u.  Handrich  u.  der  HH.  G.  Borchers 
u.  Schreiber.  (Orgel:  Hr.  Pfannstiehl.)  — -  2.  Musikabend  des 
Kammermusikyer. :  Streiohquint.  y.  A.  Dyofäk  (HH.  Payne^ 
Klesse,  Löwenthal,  Merckel  u.  Wolschke),  Esdur-Clayiertrio 
y.  Schubert  (Frl.  Härtung  u.  HH.  Kühn  u.  Ettels),  Lieder- 
yorträge  des  Frl.  Hirzel  („Gteheimniss"  y.  H.  Goetz,  „0  kehr 
zurück"  y.  Berlioz  und  „Alte  Liebe"  und  „Ständchen"  yon 
Brahms)  u.  ClayiersoH.  —  8.  Conc.  des  Pester'schen  Dilett.- 
Orch.- Ver.  (Pester) :  Werke  f.  Streichorch.  y.  Rein  ecke  (Trauer- 
musik a.  „Zenobia"  u.  Wiegenlied  m.  Violoncellsolo)  und 
H.  Götze  (Seren.),  Duo  f  zwei  Violoncells  y.  Kummer  (HH. 
Beyer  u.  SchiUizLg;),  Gesangyorträge  der  Frau  Wirth  (Reo.  u. 
Ane  a.  „Der  Widerspänstigen  Zähmung"  y.  H.  Goetz,  „Aus 
deinen  Augen  fliessen  meine  Lieder"  y.  F.  Ries  etc.). 

Magdeburg.  1.  Logenconc.  (Kaufimann):  Cdur-Symph. 
y.  Schubert,  8.  Ouyert.  zu  „Leonore"  y.  Beethoyen,  „Herz- 
wunden" u.  „Der  Frühling"  f.  Streichorch.  y.  Grieg,  Gesang- 
yorträge des  Frl.  y.  Spira  a.  München  (Arie  a.  „Catharina 
Cornaro"  y.  F.  Lachner  u.  „Liebestreu",  „Feldeinsamkeit" 
u.  „Meine  Liebe  ist  grün"  y.  Brahms). 

Mannheim.  Aluul.-Concerte  (Röhr):  No.  1.  4.  Symph.  y. 
Beethoyen,  Italien.  Suite  f.  Orch.  y.  Raff,  „Phädra"-Ouyert. 
y.  Massenet,  Gesangyortrl^ee  der  Frau  Moran-Olden  a.  Olden- 
burg (Arie  a.  „Oberen"  y.  Weber  u.  ^Isoldens  Liebestod^  aus 
„Tristan  und  Isolde"  y.  Wagner).  Wo.  2.  4.  Symph.  y.  Schu- 
mann, Orchesteryariat.  über  ein  Haydn'sches  Thema  yon 
Brahms,  Ouyert.  „Im  Frühling"  y.  Goldmark,  Clayieryor- 
träge  des  Hrn.  Stayenhagen  a.  Weimar  (Esdur-Concert  yon 
Liszt  etc.).  —  1.  Kammermusik- Auf  führ,  der  HH.  Schuster, 
Stieffei,  Gaulö  u.  Ktindinger:  Streichquartette  y.  Haydn  (Ddur), 
Mozart  (Esdur)  u.  Beethoven  (Ojp.  95). 

Mtthlhansen  i.  Th.  26jähr.  Stiftungsfest  des  Allgem.  Musik- 
yer.: 1.  Conc.  m.  Bruch* s  „Odysseus"  unt.  Leit.  des  Comp.  u. 
Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Strauss-Kurzwelly  a.  Leipzig  u.  Schacht 
a.  Berlin  u.  der  HH.  Thiede  y.  hier  u.  Settekom  a.^raunschweig. 
2.  Conc.  unter  Leitung  des  Hm.  Möller.  Ouvertüre  Op.  124 
y.  Beethoyen,  „Herzwunden"  u.  „Der  Frühling"  für  Streich- 
orch. V.  E.  Grieg,  Solo  vortrage  der  Frls.  Strauss-Kurzwelly 
(„Von  ewiger  Liebe"  von  Brahms,  „Wald Wanderung"  von 
Grieg  etc.)  und  Schacht  („Die  Mainacht"  y.  Brahms,  „Das 
alte  Lied"  v.  Lassen  etc.)  u.  der  HH.  Marx  (G^es.),  Weisen- 
bom  (Clav.,  CmoU-Conc.  v.  Beethoven)  u.  Dittmar  (Violine), 
die  drei  Letzteren  v.  hier. 

New- York.  Antrittsconc.  des  Hm.  A.  Dyoi^k:  National 
Hymn  (America),  Bede  des  Hrn.  Higginson  „Two  New  Worlds", 
-Torquato  Tasso"  y.  F.  Liszt  (unt.  Leit.  des  Hm.  A.  Seidl), 
Triple-Ouvert.  „Natur,  Leben  und  Liebe",  sowie  „Te  Deum" 
(Solisten:  Frau  de  Vere-Sapio  u.  Hr.  Fischer)  von  A.  Dvof  äk 

gmter  Leit.  des  Comp.).     (Der  Componist  empfing  herzliche 
vationen,   obgleich  die  vorgeführten  Werke  nicht  auf  der 
Höhe  seiner  bekannten  übrigen  stehen.) 

Oberlln  (Amerika).  Piano  Becitals  des  Frl.  Emery  am 
28.  u.  30.  Sept.:  Clavierquint.  v.  Schumann,  Claviersoh  von 
V.  Lachner  (Prael.  u.  Toco),  Schutt  („Arabeske"),  Chopin, 
Mikuli  (Mazurka),  Fluber  (Elegie),  Mendelssohn,  Wagner- 
Brassin  („Siegfried's  Tod"  u.  Trauermarsch  a.  der  „Götter- 
dämmerung" u.  „Wald weben"  a.  „Siegfried"),  Grieg  („ßro- 
tikon"),  X.  Schar wenka  (Valse-Caprice),  J.  Rhein  oerger 
^trod.  u.  Toccata),  Brahms  (Capriccio),  Bizet  (Menuett), 
Schubert-Liszt  (Barcarolle),  Bach,  Ad.  Jensen  („Am  Meeres- 
strand"), Schumann,  Chaminade  (Valse-Caprice)  u.  Beet- 
hoven (Esdur-Conc). 

Oldenburg.  Conc.  des  St.  Lamberti-Kirchenchors  fKuhl- 
mann)  am  81.  Oct.:  Gemischte  Chöre  von  E.  F.  Richter 
(„O,  wie  er  freundlich  ist"  und  „Wie  gross  dein  Leid  auch 
sei"),  J.  Haydn,  V.  Schurig  („Sei  getreu  bis  in  den 
Tod")  u.  Th.  Schneider  (JesusUed),  Solovorträge  des  Frl. 
Klingenber^  a.  Berlin  (G«s.,  „Weihnachtsspruch"  v.  C.  Ra- 
decke, „Sei  stiU"  y.  Lessmann  etc.)  u.  der  HH.  Kuhlmann 
(Oig.,  Chromat.  Phant.  v.  L.  Thiele  u.  Pastorale  v.  S.Bach) 
u.  Krollmann  (Viol.,  zwei  Sätze  a.  der  Suite  Op.  36  v.  F.  Ries). 


598 


(Wie  die  „0.  Z."  in  einem  längeren  Bericht  u.  A.  schreibt, 
ist  „der  Eindruck  des  Goncertes  insgesammt  ein  durchaus 
vollendeter"  gewesen.) 

Speier.  1.  Oonc.  v.  Caecilien-Ver.  u.  Liedertafel  (Sohefter) 
mit  Oompositionen  von  Mendelssohn:  „Hebriden" -Ouvertüre, 
„Athalia"  (Solisten:  Frauen  Thielmann  u.  Walter  a.  Landau, 
Frl.  Ziegenhain  a.  Garlsruhe  u.  A.  m.,  Declam.:  Hr.  Weger  a. 
Mannheim),  GmoU-Clavierconc.  (Hr.  Schefter)  und  Arie  „Sei 
stille  dem  Herrn**  (Frau  Walter) 

Wiesbaden.  1.  Quartettsoir^  der  HH.  Nowak,  Schäfer, 
Sadony  u.  Eichhorn  (Streicher)  unter  Mitwirk,  des  Pianisten 
Hm.  Spangenberg:  Bdur-Streichquart.  v.  Mozart,  Streichquar- 
tettsätze v.  Spohr  u.  Mendelssohn,  F^ur-Claviertrio v.  Godard. 
—  1.  Künstlerconc.  der  Curdirection  unt.  Leit.  des  Hm.  Lüstner: 
Cdur-Symph.  v.  Schubert,  „Sommemachtstraum**-Ouvert.  von 
Mendelssonn,  Scherzo- Valse  a.  „Boabdil"  von  Moszkowski, 
Gesang  vorträte  des  Frl.  Barbi  a.  Bologna  („Immer  leiser"  u. 
„Der  Mond  steht  über  dem  Berge"  v.  Brahmsetc).  — 
Symph.-Conc.  des  Gurorch.  (Lüstner)  am  6.  Nov.:  Gdur-Symph. 
V.  Schubert,  „Sommemachtstraum"-Ouvert.  v.  Mendelssonn, 
Scherzo  „Lrrlichter  und  Kobolde"  v.  H.  Hof  mann,  Elegie  a. 
der  Seren,  f.  Streichorch.  Op.  48  v.  Tschaikowsky. 

Winterthur.  l.Abonn.-Gonc.  des  Musikcollegiums(Mun- 
zinger):  5.  Symph.  v.  Beethoven,  „Robespierre"-Ouverture  v. 
Li  toi  ff,  Solo  vortrage  der  Frau  Sprenger  a.  Bern  (Arie  „Wenn 
der   Feind   ist   verjagt"    a.   der  Oper  „Die  Hochländer"  von 

F.  V.  Holstein,  „Komm,  wir  wandeln  zusammen"  v.  Gor- 
nelius,  Schlummerlied  V.  Wagner  u.  „Wem  ffilts"  V.L.  Pabst) 
u.  des  Hrn.  Becker  a.  Frankmrt  a.  M.  (VioTonc,  Goncert  v. 
Haydn,  Tarantella  v.  Popper  etc.). 

Zürich.  1.  Abonn.-Uonc.  der  AUgem.  Musikgesellschaft 
(Dr.  Hegar):  5.  Symph.  v.  Beethoven,  „Anakreon"-Ouvert.  v. 
Gherubini,  Hmoll-Marsch  f.  Orch.  v.  Schubert-Liszt,  Glavier- 
vorträge  des  Frl.  Durosiez  a.  Paris  (AmoU-Gonc.  von  Schu- 
mann etc.).  —  Gonc.  des  Männerchors  Zürich  (Attenhofer)  unt. 
Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Münch  a.  Leipzig  u.  des  Hm.  Fessler 
v.  hier  am  6.  Nov.:  „Johanna  von  Orleans"  f.  Männerchor, 
Soli  u.  Orch.  v.  H.  Hof  mann,  „Römische  Leichenfeier"  ftir 
Männerchor  u.  Orch.  v.  F.  Gernsheim,  Männerchöre  „Vom 
Rhein"  v.  Bruch  u.  „Ständchen"  u.  „Sicheres  Merkmal"  v. 
Attenhofer,    Gesangsoli  von  M.  Stange  („Die  Bekehrte"), 

G.  Götze  („Mein  Stübchen"),  L.  Hartmann  (Schwanenlied), 
F.  Hegar  („Herzensfrühling")  u.  A. 

H^^  Veraltete  Programme^  sowie  Programme  ohne  Angabe  von  Ort  und 
Datum  müssen  vollständig  tmbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  Güste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Zu  den  erfreulichsten  Erscheinungen  auf  dem 
Gebiete  desVioUnsüiels  zählt  Hr.  Felix  Berber,  gegenwärtig 
Goncertmeister  in  Magdeburg,  der  kürzlich  hier  ein  eigenes 
Goncert  veranstaltete  und  sich  mit  Goncerten  von  Joachim 
(in  ungarischer  Weise)  und  Tschaikowsky  trotz  seines  sehr 
jugeniuichen  Alters  als  ein  Geiger  von  der  Kunst  Gnaden 
auswies  und  dementsprechend  einen  durchschlagenden  Erfolg 
davontra^.  Hr.  Berber  gehört  mit  Alfred  Krasselt  zu  den 
bedeutendsten  Violinisten  aus  der  so  ungemein  resultatvollen 
Schule  Adolf  Brodsky 's  während  dessen  nur  kurzer  Thätigkeit 
am  Leipziger  k.  Gonservatorium.  —  Carlsruhe.  Ein  grosser 
Verlust,  der  unserer  Oper  drohte,  ist  glücklicherweise  nicht 
perfect  geworden :  Unserer  ausgezeichneten  dramatischen  Sän- 
gerin Frl.  Mailhac  war  eine  glänzende  Engagementsofierte 
aus  München  zugegangen,  doch  hat  man  die  Künstlerin,  in- 
dem man  ihre  Gage  bedeutend,  wenn  auch  nicht  dem  Mün- 
chener Anerbieten  gleichkommend,  erhöhete,  zu  halten  ver- 
standen. Jetzt,  wo  bei  den  Künstlern  das  Geld  eine  bedeu- 
tend grössere  Macht,  als  die  Pietät  und  Anhänglichkeit  besitzt, 
ist  dieser  Ausgang  der  Afifaire  immerhin  etwas  Seltenes.  — 
Dresden.  In  dem  letzten  Goncert  des  hiesigen  Lehrergesang- 
vereins wirkte  als  auswärtige  künstlerische  Kraft  Frl.  Bertha 
Martini  aus  Leipzig  mit  und  fand  mit  ihren  durch  sympa- 
thischen Klang  des  Organs,  gute  Gesangsmethode  und  warmfüh- 
]  ige  Auffassung  sich  erfreulich  auszeichnenden  Liedervorträgen, 
von  denen  sie  Zweie  wiederholen  musste,  die  lebhafteste  Aner- 
kennung. —  Halle  a.  S.  Wie  schon  kürzlich  in  einem  Gon- 
cert der  Berggesellschaft  ein  Schüler  des  Hm.  Prof.  Martin 
Krause  in  Leipzig,  der  genial  beanlagte  Anton  Foerster,  mit 
seinen  durch  Geist  und  Temperament  aussergewöhnlichen 
Cla Viervorträgen  für  die  von  seinem  Lehrer  erhaltene  höhere 
künstlerische  Ausbildung  die  bündigsten  Beweise  erbrachte,  so 


war  es  neuerdings  ein  weiterer  Schüler  des  angesehenen 
Gla Vierpädagogen.  Hr.  Thilo  Becker,  der  in  einem  Goncert, 
das  er  im  Saale  aer  Loge  zu  den  fünf  Thürmen  mit  der  hie- 
si^n  Goncertsängerin  Fn.  Leist  veranstaltete,  ebenfalls  sowohl 
mit  der  echt  künstlerischen  Wahl  der  Vortragsstücke,  als  deren 
feinmusikalischen  Auffassung;  und  technisch  virtuosen  Aus- 
führung das  nachhaltigste  &teres8e  und  den  warmen,  ein- 
helligen Beifall  des  Publicums  erregte.  —  Wiesbaden.  fVau 
Sigrid  Arnoldson  hat  kürzlich  hier  mit  grossem  Erifolg  die 
Garmen  dargestellt  in  einer  in  ihrer  individuellen  Art  ganz 
vollendeten  Wiedergabe,  deren  Wirkung  nur  dadurch  ver- 
kümmert wurde,  dass  sich  der  Gast  der  minzösischen  Sprache 
bediente  und  dadurch  bei  Allen  Anstoss  erregte^  denen  ein 
derartiges  Sprachgemengsel  auf  der  Bühne  mit  Becht  ein 
Gräuel  ist.  —  Wien.  Im  letzten  Gesellschaf tsconcerte  docu- 
mentirte  sich  Frl.  Adele  ausderOheals  forme  Liüzt-Spielerin. 

Kirchennnusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  19.  Nov.  „Unser  Leben  währet 
siebenzig  Jahre"  v.  S.  Galvisius.  ^Mitten  wir  im  Leben  sind" 
V.  Mendelssohn.  20.  Nov.  „Domme  Jesu"  u.  „Hostias"  aus 
dem  Requiem  v.  Mozart. 

Chemnitz.    St.  Jacobikirche:   23.  Oct.     „Nun  weiss  und 

flaub  ich  feste",  geistl.  Lied  v.  Kittan.  30.  Oct.  „Danket  dem 
[errn,  denn  er  ist  freundlich"  v.  Engel.  31.  Oct.  „Wie  lieb- 
lich sind  deine  Wohnungen"  v.  Th.  Schneider.  6.  Nov.  Gebet 
V.  G.  Götze.  13.  Nov.  Gebet  „In  deine  Hände,  o  Herr"  von 
E.  F.  Richter.  20.  Nov.  „Wenn  ich  einmal  soll  scheiden"  v. 
S.  Bach.  —  St.  Paulikirche:  23.  Oct.  „Neige,  o  Herr,  dein 
Ohr"  V.  Jadassohn.  30.  Oct.  „Vaterunser"  v.  Fesca.  81.  Oct. 
„Es  ist  ein  köstlich  Ding"  v.  Reissiger.  6.  Nov.  „Ach  bleib 
bei  uns"  v.  G.  Reinecke.  13.  Nov.  „Verbirg  dein  Antlitz 
nicht  vor  mir"  v.  E.  F.  Richter.  20.  Nov.  „Wenn  der  Stifter 
der  (Geschlechter"  v.  Jadassohn.  —  St.  Petrikirche:  28.  Oct. 
„Gloria  in  excelsis"  v.  Grell.  30.  Oct.  „Ein  getreues  Herze 
wisse"  V.  MayerhoAT.  31.  Oct.  „Richte  mich,  Gott"  v.  Jadas- 
sohn. 6.  Nov.  „Ich  komme  vor  dein  Angesicht"  v.  Haupt- 
mann, 13.  Nov.  Dasselbe.  20.  Nov.  „Entzücke  mich  mit  dei- 
nem Licht"  V.  Alb.  Becker.  —  St.  Nicolaikirche:  28.  Oct. 
Rec.  u.  Duett  a.  „Paulus"  v.  Mendelssohn.  81.  Oct,  „Selig 
sind,  die  Gottes  Wort  hören"  v.  Franke.  6.  Nov.  „Der  Herr 
ist  mein  Hirt"  v.  Engel.  20.  Nov.  „Die  richtig  vor  sich  ge- 
wandelt" V.  Engel.  —  St.  Johanniskirche:  31.  Oct.  „Wenn 
Ghristus  seine  Kirche  schützt"  v.  Dolos.  6.  Nov.  „Meine  Seele 
ist  still"  V.  Hauptmann.  20.  Nov.  „Wiedersehen"  v.  Rolle.  — 
Schlosskirche:  31.  Oct.  „Erhalt  uns  deine  Lehre"  v.  Wermann. 
13.  Nov.  „Gott  ist  mein  Heil"  v.  Schulz.  18.  Nov.  „Kyrie" 
V.  Th.  Schneider.  20.  Nov.  „Was  ist  der  Mensch  auf  Erden" 
V.  V.  Lachner. 

Hamburg.     Motette  in  der  St.  Petrikirche  (Hamburger 
Kirchenchor  [Th.  Odenwald]):  18,  u.  20.  Oct.  Ghöre  v.  S.  Bach 
(„Es  ist  nun  aus  mit  meinem  Leben",  Tonsatz  v.  F.Wüllner) 
u.  „Wann  wir  in  höchsten  Nöthen  sein"),  R.  Schwalm  („Selig 
sind  die  Todten").  J.  M.  Bach  („Ich  weiss,  dass  mein  Erlöser 
lebt")  u.  J.  Paohelbel  („Was  Gott  thut"),  Orgelcompositionen 
V.  D.  Buxtehude   (Ghoralvorspiel  über  „War  Gott  nicht  mit 
uns"),  Th.  Berthold  (Ghoralphant.  „Herr,  wie  du  willst")  und 
Gluck  (Todtenklage  a.  „Orpheus"),  vorgetr.  v.  Hm.  Armbrust. 
25.  u.  27.  Oct.    Chöre  v.  Ghr.  H.  Rinck  („Selig  sind  des  Him- 
mels Erben"),   M.  Hauptmann  („Gott,  mein  Heil"),   S.  Bach 
(„Ein  feste  Burg")  u.  D.  Bortniansky  („Doxologie"),  Orgelcom- 
positionen V.  Mendelssohn  (drei  Säteea.  der  l.Son.)u.S.  Bach 
(Ghoralvorspiel  „Es  ist  das  Heil"  u.  Gmoll-Fuge),  vorgetr.  v. 
Hm.  Armbrust.    1.  u.  3.  Nov.  Ghöre  v.  Händel  („Halleluja"), 
Mendelssohn  (Psalm  100),  Palestrina(„ Horch,  die  liebe  Stimme"'),' 
B.  Marcello  („Ecce  enim  veritatem")  u.  M.  Luther  („Ein  feste 
Burg"),  Geistl.  Lied  f  Sopransolo  (Frl.  Faller)  u.  Knabenchor 
m.  Orgel  u.  Harfe  v.  A.  Becker,  GmoU-Phantasie  für  Orgel  v. 
S.  Bach,  vorgetragen  von  Hm.  Armbrust.    (Der  Hamburger 
Kirchenchor  ist  am  l.Nov.  1882  von  seinem  jetzigen  Director 
Th.  Odenwald  gegründet  und  dem  Leipziger  Thomanerchor 
und  Berliner  Domchor  nachgebildet  worden.  Derselbe  besteht 
aus  ca.  100  Mitgliedern  [80  !ESiaben  und  20  Herren],  welche  den 
Leistungen  entsprechend  honorirt  werden  und  in  festem  Ver- 
tragsverhältniss  zum  Director  stehen.    Seit  mehreren  Jahren 
werden  die  Mittel  zur  Erhaltung  des  Ghores  vom  Hamburger 
Staate   gewährt,   welcher   auch   die  Verwaltung  führt.    Die 
Thätigkeit  des  Instituts  besteht  in  wöchentlich  zweimali^r 
Motetten- Aufführung,  deren  Besuch  Jedermann  unentgelthch 
freisteht.    Ausserdem  hat  der  Ghor  auf  Verordnung  des  Senats 


l 


599 


aus  besonderen  Anlässen  am  Abend-Gottesdienste  mitzawirken 
u.  dergl.  Die  Motetten  finden  am  Dienstag  2^9  TJhr  und  am 
Donnerstag  T'/a  Uhr  in  der  St.  Peterskirche  statt.  Die  ver- 
schiedenen Tageszeiten  sind  gewählt  worden,  um  den  ver- 
schiedenen Qesellschaftsclassen  zu  ermöglichen,  sich  dieAuf- 
fiührnngen  anzuhören.  Aus  diesem  Qrunde  und  weil  that- 
sächlich  die  Zuhörer  der  beiden  Tage  gänzlich  verschiedene 
sind,  wird  an  beiden  Tagen  im  Princip  dasselbe  Programm 
vorgetragen.  In  der  Regel  wirkt  der  Organist  zu  St.  Petri, 
Hr.  Carl  Armbrust,  bei  den  Aufftihrungen  mit.  Die  Texte 
werden  den  Zuhörern  unentgeltlich  verabfolet. 

Plauen  i.  V.  HauptkLrcne:  23.  Oct.  „Siehe,  wie  fein  und 
lieblich**  v.  F.  Kiel.  30.  Oct.  „Hosianna  Gott  unserm  Herr- 
scher" V.  R.Volkmann.  31.  Oct.  Ouvert.  „Ein  feste  Burg"  v. 
0.  Nicolai.  6.  Nov.  „Liebster  Herr  Jesu"  v.  S.  Bach-WüBner. 
18.  Nov.  „Agnus  Dei"  v.  Schumann.  20.  Nov.  „Recordare", 
„Gonfutatis"  u.  „Lacrymosa"  a.  dem  Requiem  v.  Mozart.  — 
Lutherkirche:  16.  Oct.  „Ich  will  dich  heben"  v.  G.  Joseph- 
Stecher.     13.  Nov.     „Gott,  dem  es  eigen  ist"  v.  Alb.  Becker. 

Torgau.  Stadtkirche:  6.  Nov.  „War  Gott  nicht  mit  uns 
diese  Zeit"  v.  O.  Taubert.  20.  Nov.  „Siehe,  wir  preisen  se- 
lig" V.  Mendelssohn.  „Mit  Fried  und  Freud  ich  fahr  dahin" 
V.  0.  Taubert. 

OpernaufYUhrungen. 

October. 

Cassel.  K.  Hoftheater:  3.  Der  PostiUon  von  Lomnmeau. 
6.  u.  16.  Gringoire.  Schauspieldirector.  7.  Zar  und  Zimmer- 
mann. 9.  Aida.  18.  Der  schwarze  Domino.  20.  Der  WaflTen- 
schmied.  22.  Rienzi.  23.  Die  Regimentstochter.  25.  Hans 
Heilmg.    27.  Gringoire.    28.  Pidelio.    80.  Don  Juan. 

Wien.  K.  k.  Hofoper:  1.  Rigoletto.  2.  Margarethe.  4., 
9.,  16.,  18.,  21.,  28.  u.  81.  Gringoire.  6.,  7.  u.  29.  Cavalleria 
rusticana.  6.,  11.  u.  25.  Manon.  8.  Der  Prophet.  10.  Sylvia. 
12.  Bastien  und  Bastienne.  Freund  Fritz.  14.  u.  27.  Des 
Teufels  Antheil.  16.  Die  Walküre.  17.  Werther.  19.  Die 
Eöni^n  von  Saba.  20.  Romeo  und  Julie.  22.  Mignon.  23. 
Das  Kheingold.  24.  Don  Juan.  26.  Siegfried.  30.  Die 
A£rikanerin. 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Fei.  Draeseke's  neue  Manuscript-Messe  kam  vorigen 
Freitag  durch  den  Riedel- Verein  zu  Leipzig  zu  ihrer  ersten 
AufHihrung  und  machte  zumeist  einen  tiefen  Eindruck.  Wir 
kommen  in  n.  No.*  auf  die  Novität  zurück. 

*  Das  Eidgenössische  Sängerfest  findet  vom  8.— 10. 
Juli  n.  J.  in  Basel  in  dem  üblichen  Arrangement — nur  das 
ofi^cielle  Mittagsessen  fä.llt  weg  —  statt. 

*  Die  am  3.  und  5.  Nov.  stattgefundenen  Wiederholungen 
der  von  Hans  Huber  componirten  Musik  zur  Baseler  Yer- 
einigungsfeier  im  vergangenen  Sommer  waren  von  stür- 
mischem Erfolg  für  den  Componisten  begleitet.  Verschiedene 
Nummern  mussten  wiederholt  werden. 

*  Der  70.  Greburtstag  des  gegenwärtigen  hochverdienten 
Directors  des  k.  Conservatoriums  der  Musik  zu  Leipzig  Hm. 
Dr.  O.  Günther  hat  u.  a.  Ehrungen,  welche  dem  all  ver- 
ehrten Jubilar  dargebracht  wurden,  seitens  der  Schüler  des 
Instituts  eine  „Günther-Stiftung"  ins  Leben  gerufen.  Wie 
dieselbe  von  Schülern  gegründet  worden  ist  und  ausschliess- 
lich durch  Beiträge  von  Schülern  vergrössert  werden  soll,  so 
sollen  die  Unterstützungen,  welche  sie  bezweckt,  auch  nur 
Schülern  der  Anstalt  zugute  kommen. 

*  In  Chicago  wurde  eine  Gesellschaft  mit  einem  reichen 
Capital  zu  dem  Zwecke  einer  theatralischen  Unternehmung 
begründet,  welche  sich  ausschliesslich  auf  die  Geschichte 
des  Christoph  Columbus  beziehen  soll.  In  einem  eigens 
zu  errichtenden  Theater,  welches  10,000  Personen  fassen  soU, 
wird  drei  Mal  täglich  gespielt  werden.  Ein  Chor  von  500 
Stimmen,  ein  Orchester  von  120  Mann,  ausserdem  für  die 
Bühnenmusik  40  Mann,  sollen  zusammengebracht  werden. 
Hr.  X.  Scharwenka  soll  die  Musik  zu  diesem  Festspiel 
componiren. 

*  Eine  reiche  Fundgrube  hat  der  soeben  verstorbene 
englische  Dichter  Tennyson  in  seinen  Werken  den  Com- 
ponisten geboten,  denn  nicht  weniger  als  613  musikalische 
Compositionen ,  unter  diesen  etwa  400  Lieder,  sind  Verto- 
nungen von  dessen  G^ichten. 


*  Ravenna,  die  Vaterstadt  des  vor  einem  Vierteljahrhun- 
dert berühmtesten  Orchesterdirigenten' Angelo  Mariani,  ehrt, 
nachdem  es  früher  Eine  seiner  Strassen  mit  dem  Namen 
dieses  Künstlers  belegt,  jetzt  dessen  Andenken  durch  Ueber- 
tragung  seiner  Asche  auf  den  neuen  Friedhof  und  Errichtung 
eines  Grabdenkmals  auf  Kosten  der  Stadt. 

*  In  Massa  (Toscana)  wurde  dem  1637  dort  geborenen 

frössten  Organisten  Italiens,   Bemardo  Pasquini,   ein  Ge- 
enkstein  gesetzt. 

*  In  Rom  hat  sich  unter  Direction  unseres  geschätzten 
Mitarbeiters  Hm.  Dr.  Spiro  ein  deutscher  Chorvereinge- 
bildet,  der  zu  Beethoven's  Geburtstag  zum  ersten  Mal  an  die 
Oeflfentlichkeit  treten  wird. 

*  In  Wiesbaden  sind  von  Seiten  der  Polizei  die  Sonn- 
tagsproben für  das  Theater  verboten  worden,  was  dem 
Künstlerpersonal  sehr  angenehm  sein  wird. 

*  Im  Hoftheater  zu  München  beginnt  Ende  d.  Mts.  eine 
vollständige  „Nibelungen "-Auffuhrung. 

*  In  der  k.  Oper  zu  Berlin  ging  am  16.  Nov.  erstmalig 
die  Oper  „Genesius"  von  Felix  Weingart ner  in  ausgezeich- 
neter Ausführung  mit  schönem  Erfolg  in  Scene.  Den  Text 
zu  der  textlich  wie  musikalisch  jedenfalls  sehr  interessanten 
Novität  hat  der  Componist  selbst  unter  Benutzung  der  Opem- 
dichtung  „G^minianus"  von  Hans  Herrig  hergestellt,  wel- 
chen Umstand  aber  das  gedruckte  Textbuch  verschweigt. 

*  Die  neue  komische  Oper  „Signor  Formica"  von  Eduard 
Schütz  ist  am  18.  d.  Mts.  im  Hofopernhaus  zu  Wien  mit 
freundlichem  Erfolg  erstmals  in  Scene  gegangen. 

*  In  Graz  hat  eine  neue  dreiactige  Oper  des  dortigen 
begabten  Componisten  Hans  von  Zois,  „Der  Venefianer"  oe- 
titelt,  bei  ihrer  am  12.  Nov.  vor  sich  gegangenen  Premiöre 
eines  grossen  Erfolgs  sich  zu  erfreuen  gehabt. 

*  In  der  Kroll-Oper  zu  Berlin  hatte  am  16.  Nov.  die 
zweiactigeOper  „A  Santa  Lucia"  des  jungen  ItalienersP.  Tasca 
einen  sensationellen  Erfolg,  um  weichen  sich  in  erster  Linie 
die  mitwirkenden  Gäste  Gemma  Bellincioni  und  Roberto 
Stagno  verdient  machten.  Was  bei  solchen  Gctötspielen  selbst 
nicht  grossen  Bühnen  möglich  zu  sein  scheint:  die  sprach- 
liche Uebereinstimmung  der  Darstellenden,  bei  dieser  Auf- 
führung wurde  sie  zur  That! 

*  Die  zweiactige  Oper  „Die  Bajazzi**  von  Leoncavallo, 
welche  im  Sommer  in  Wien  Aufsehen  erregte,  ist  jüngst  auch 
in  Livorno  mit  grossem  Erfolg  in  Scene  gegangen  und  wird 
nächstens  in  der  Hofoper  in  Berlin  ihre  Premiöre  erleben. 

*  Die  Stadt  Zürich  hat  dem  dortigen  Theatercapell- 
meisterHm.  Kempter  in  Anerkennung  seiner  künstlerischen 
Verdienste  das  Bürgerrecht  —  eine  in  den  Schweizer  Städten 
auch  pecuniär  sehr  werthvolle  Auszeichnung,  —  geschenkt. 

*  Die  Universität  Cambridge  hat  dem  Maöstro  Verdi  den 
Doctorhut  angeboten,  doch  erklärte  sich  der  Meister  wegen 
seines  hohen  Alters  ausser  Stande,  die  weite  Reise  zu  unter- 
nehmen. 

Todtenllste.  Albert  Jungmann,  bekannter  Saloncom- 
ponist  für  Ciavier,  t»  Ö8  Jahre  alt,  kürzlich  in  Paudorf  bei 
Krems.  —  Prof.  G.  Brückner,  Decorationsmaler  in  Coburg, 
berühmt  durch  seine  Bayreuther  künstlerische  Thätigkeit,  f, 
48  Jahre  alt,  am  11.  Nov. —  F.  Mittelhauser,  Heldentenor 
der  Hof bühne  zu  Mannheim,  ein  hofl&iungsvoUer  Künstler,  f, 
erst  30  Jahre  alt,  kürzlich  in  Folge  eines  Herzschlages. 


Zur  gef.  Beachtung. 

Ausw^ärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concerte  veranstalten  und  sich  hierzu  der  gescnäft- 
liehen  Unterstützung  des  Hrn.  Ernst  Eulenburg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gefällige  dlrecte 
Zusendung  der  Billets  an  uns  gebeten. 


Leipzig. 


Die  Redaetion  des 
„Nnsikalisehen  Wochenblattes''. 


r 


OfTener  Spreohsaal. 


1  Hm,  Heimann  Wolff  ii 


Herr  Concertngent    Her 
seine  BebAndlang  u 

Lieber  Herr  Pritzscli! 

Am  S8.  October  bekam  ich  i 
Berlin  folgenden  Brief: 

„Lieber  Herr  Siloti! 
Tel^erapliii^n  Sie  mir  bei  Erhalt  dieser  Zeiten,  was  Sie 
t'iiT  20  Ooncert«  in  den  Vereinigten  Staaten  (Amerika)  im 
Januar  verlangen.  Beim  und  Hotel  frei.  Nur  wenn  die  An- 
sprüche nicht  groas  Bind,  kann  die  Sache  zn  Stande  kommen. 
Ansaer  der  Provision  iür  mich  sind  5"/,  an  meinen  amerika- 
□  iscben  Vertreter  zu  zahlen. 

Mit  Oruss 

Ihr  Hermann  Wolff." 

Da  in  diesem  Briefe  weder  der  Impresario  resp.  ünt«r- 
uehmer  der  Tournto,  noch  der  Ciavierfabrikant,  dessen  Flügel 
zu  spielen  waren,  genannt  war,  ich  aber  keinesfalls  mich  zur 
Kedome  tüi  eine  mir  unbekannte  Ciavierfirma  und  deren 
möglicherweise  fragwürdieien  Fabrikat«  hergeben  wollte,  ao 
nannte  ich  Hrn,  Wolff  telegraphisch  die  Summe,  welche  ich 
verlangte,  und  fügte  die  Bemerkung  .Wahl  des  Claviers  vor- 
buh^ten"  dazu.  Bis  14.  November  bekam  ich  keine  Antwort 
von  Hm.  Wolff;   ich   fragte  ihn  telegraphisch  an,   ob   eine 


,,Antwort  aus  Amerika"  angekommen"  sei  Am  16.  Nov.  erhielt 
ich  endlich  folgenden  Brief: 

„Geehrter  Herr  Siloti! 

Keine  Antwort!  Aber  von  Ihrem  Standpunote  ans  i»t 
doch  Nichts  zu  machen.  Ihre  Bedingungen  sind  viel  zu  bo^. 
Da  femer  die  Offerte  von  einer  Ciavierfirma  aasgeht,  oo 
können  Sie  nicht  die  Wabl  des  Ctaviers  haben!  Wir  mflsaen 
günstigere  Qelegenheit  abwarten. 

Inzwischen  mit  bestem  Oruss 


Ihr 


nn  Wolff." 


Sie  können  sich  vorstellen,  wie  ich  mich  gewundert  bab«, 
dass  Hr.  Wolff  mir  am  14.  November  Das  schreibt,  wm  er 
schon  am  28.  October,  d.  h.  sofort  nach  meiner  Depesche, 
mir  h&tte  mittheilen  können.  Meine  Bemerkung:  „Wahl  des 
Claviers  vorbeb^ten"  hieas  für  die  Clavierfirma,  welche  diese 
Tournee  arrangirt,  so  viel  wie  „nein",  besonders  wenn  dieselbe 
eine  weltbekannte  ist. 

Es  wäre  mir  sehr  angenehm,  wenn  die  betreffende  Cla- 
vierfirma  diese  Zeilen  zu  lesen  bekäme.  —  Mag  Hr.  Wolff  die 
Geschäfte  der  grossen  Künstler  sehr  prompt  auä^ren,  jeden- 
falls aber  l&sst  die  Art  und  Weise,  wie  er  mit  KünsÜem  um- 
springt, welche,  wie  ich,  die  für  seine  geschäftlichen  Zwecke 
<£enlicbe  Berühmtheit  noch  nicht  angetreten  haben,  sehr  Viel, 
ja  zu  Viel  zu  wünschen  übrig. 
Mit  herzlichem  Grusse 

Ihr  ganz  ergebener 

A.  Siloti. 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Lieder  für  eine  Singstimme  mit  Ciavier- 
begleitung. 

Theodor  HQUer-Seutsr.    Gesänge,  Op.  7.    Frankfurt  a.  M., 
Steyl  &  Thomas. 

Müller-Reuter  ist  sehr  für  das  Fröhliche,  darum  hat  er 
seine  Wahl  unter  den  Liedern  in  Wolffs  „Der  wilde  Jäger" 
getroffen.  Testlich  ond  musikalisch  sind  die  Gesänge  vor- 
trefflich in  ihrem  lustigen,  frohmuthigen  Wesen  zu  einander 
i>as8end  und  anch,  wo  der  Dichter  derber  zntrat,  wusste  der 
Componist  zu  folgen,  wie  in  dem  „Gling  glang  Gloria!"  und 
„Das  Vierblatt".  Weniger  nett,  als  die  heiteren  Stücke  der 
Siimmlnng  finden  wir  die  sentimentalen,  das  „Loos  ist  der 
Tag"  nnd  „Im  Orase  thauts",  denen  zuweilen  die  Nattkrlich- 
bait  fehlt. 


i.  Nürnberg,  Wilhelm 

Diese  Lieder  bieten  in  keiner  Weise  etwas  Besonderes, 
aber  sie  sind  recht  frisch  und  natürlich  er^nden,  mit  einer 
gewissen  Noblesse  gemacht  nnd  wirken  darum  ganz  angenehm. 

Q.  Kramm.    Zwei  Lieder,   Op.  10.     Dftaseldorf,    W.  Bayr- 
hoffer  Nachfolger. 

Die  beiden  Lieder  lassen  völlig  gleichgiltig  und  bringen 
»lieh  nicht  das  Geringste,  woran  man  sich  ertreuen  könnte. 

Theobald    Behbaum.     Drei   Lieder,   Op.  SS.      Berlin,   Carl 


Christian  Sindlng.    Alt«  Weisen. 

Lieder  und  Gesänge. 

Lieder. 

Christiania,  Gebrüder  Hals. 

Den  Werken  nordischer  Künstler  haben  wir  von  jeher 
lebhaftes  Interesse  entge^n  getragen  und  uns  in  unseren 
Erwartungen,  die  wir  von  Vornherein  hatten,  eigratlich  selten 
genug  getäuscht  gesehen.  Aach  Sinding'a  Cmnpositionen 
haben  wir  gleich  mit  besonderen  Erwartungen  in  die  Hand 
genommen  und  nachher,  bei  der  Dorchsicht.  gefonden,  dose 
sie  ihre  besonderen  W^e  ^hen  und  wirklich  eine  inJBge- 
prägt  charakteriBtische  Physiognomie  zeigen.  Hervomwend 
ist  das  der  Fall  bei  den  sechs  nach  Gedichten  aus  „Des  Eiw- 
ben  Wunderhüm"  geschriebenen  Liedern,  die  so  ungeeucht- 
eigenthOmlich  klingen,  so  reizend  den  Ton  der  älteren  Volks- 
weise treffen  und  ebenso  das  Gemüth  berühren,  wie  die  schö- 
nen ihnen  zu  Grunde  liegenden  Worte.  Eigenartig  ist  theo- 
&Us  der  Inhalt  der  beiden  anderen  Liederhefte,  wenn  sach 
nicht  in  demselben  Grade  einfach  und  natürlich,  nicht  so  m- 
mittelbar  zu  Herzen  gehend;  interessant  aber  nnd  anregend 
sind  auch  diese  Sachen. 


Rehbanm's  drei  Lieder  haben  ein  angenehmes,  aber  etwas 
eawöhnliches  Gesicht,  wie  man  es  bald  joden  Tag  zu  sehen 
bekommt 


Ferdinand  Schilling.    Sechs  Lieder,  Op.  SO. 

2hrei  Lieder,  Op.  25. 

Vier  Lieder,  Op.  30. 

—  —  Drei  Lieder,  Op.  32, 

Drei  Lieder,  Op.  38. 

Frankfurt  a.  JH.,  Stejl  &  Thomas. 

Diese  Lieder  sind  zwar  melodiös  und  wohlklingend,  aber 
nicht  Eines  davon  besagt  etwas  Ausserordentliches,  bei  dem 
es  lohnte,  länger  zu  verweilen. 

Louis  Bödecker. 


Brie  f  h  asten. 


S.  O.  F.  in  W.  Von  dem  gegenwärtigen  Aufenthalt  des 
„^mosen  Musikgelehrten  und  Tondichters  A.  B.  haben  wir 
cbeasowenig  eine  Ahnung,  wie  von  den  litterarischen  und  com- 
positorischen  That«n,  welche  die  Menschheit  von  ihm  noch  zn 
erwarten  hat. 

F.  W.  in  K.  Der  Pianist  A.  F,  weilt,  so  viel  wir  wissen, 
noch  in  Amerika.  —  Blüthner-Flügel  finden  Sie  in  Jeder 
grösseren  Stadt  vertreten. 


\  keine 


E.  D.  in  S.    In  dieser  Beiiehung  lassen 
Vorschlage  machen,  da  wir  die  betr.  Verhältnisse  mindesteas 
so  genau   wie  jeder  Andere,  kennen. 

L.  K,  in  R.  Von  den  hiesigen  Chorvereinen  steht  eine 
Aufführung  des  Deutschen  Reg^uiem  von  Brahma  9is  diesen 
Winter  nicht  zn  erwarten;  ob  von  Seiten  des  Gewandhaus- 
Concertinstitutes    eine    solche    geplant    wird ,    wissen    wir 


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Edga 


Der  mit  dem  Wirkungskreis  des  Berliner  Philhar- 
monischen Orchesters  verbundene  Sommeraufenth&lt  in 
SchevBuingen  ist  meiner  Gesundheit  so  wenig  günstig, 
dass  ich  dadurch  veranlasst  worden  bin,  meine  jetzige 
Stellung  zum  1.  Hai  1893  aufzuküniltgen.  Von  diesem 
Zeitpunct  ab  oder  später  suche  ich  eine  anderweitige 
Th&tigkeit,  vorzugsweise  als  Dirigent  von  Symphonie-  und 
Oratorienconcerten.  [  IB7  la.] 

Berlin  $.W.,  Grossbeerenstrasse  61,11. 

Rudolph  Herfurth. 

Capellmeister  des  Philharmonischen  Orchesters. 


Verlag    von    Broltkopf    &    HSrtel   in   Leipzig. 

ar  Tinel. 
hranziscus. 

Oratorium  für  Soll,  Chor,  Orgel  und  Orchester. 

Partitur   M.  60,-.,   Violine  I/II   je   M.  6,60,    Viola   M.  6,—, 
Violoncell   U.   (>,— ,    Baes  M.  3,öÖ,    Harmoniestimmen    (leih- 
weise)  M.  75—.      Jede  Chorstimme  M.  1,60,    Clavieranszae 
M.  16,-.  11873b.] 

^  Seit  October  1891  aufgefDhrt  fn  Frankftirta.M., 

COtn,Copenhagen,  Düsseidorf,  Breslau  (2  Uai),  Aachen, 

Würzburg,  Amsterdam  und  GOriitz  ^= 

überall  mit  gl&nzendem  Erfolg. 
Femer  «ur  Aufführung  angenommen  in  New-York, 

Berlin,  LUttich  etc. 

Dieses  hervorragende  Werk  kann  mit  vollem  Recht  tüch- 
tigen Vereinen  zur  AuHtihrang  bestens  empfohlen  werden. 

Novität  für  Violoncelli 


Im  Verlage  von  E.  W.  FpHzSOh   in  Leipzig 

erschien  soeben; 

Ooncert 

fDr  Tioloneell 

mit    Orohesterbegleitung 

August  Klughardt. 

Op.  59. 

[1374.] 
Partitnr  J(  4, — .  FriDcipaUtitnnie  ^  1,50.  Orchester- 
stimiDen  Jt  7,~.    Clcrieratuang  d«s  Orcheate»  jl  2,50. 


602 

SftDiDitliche  ODTertaren   ■■ 

,875       Mozarts  jBgend-Opern. 

Jl  Jt       Jt 

I ,  Die  Schuldigkeit  des  ersten  Gebotes  .     —,60.  —,76.  — ,- 

3.  Apollo  et  Hyaointhus —,«0.  — ,75,  —,- 

3    Bastieu  und  Bastienne —,30.  —,50.  — ,- 

-I.  La  flnta  semplice 1,06.  l.as.  — ,- 

,->.  Mitridate -,90-  1,25.     1,7 

li,  .iycanio  in  Alba -,«).  -,75.     1,- 

Dieselbe  f.  Pfte.u.Viol.  .*  l.A  f.SPfte. 
Bhdg.  .M  9,-,  f.  2  Pfte.  4hdg.  J(  1,25, 

7    11  Soeno  di  Soipione — ,W).  1, — .  — ,- 

H.  LucioSilla    .         1.30-  1,60.    2,- 

y.  La  fintaGiardiniera  {Gärtnerin  aus  Liebe)  —,80.  1,50,  — ,- 

[d,  n  Eö  Paetore    .    .     ,■ — ,V5.  —,75.    1,E 

Neaer  Verlag  von  Breitkopf  &  HSrtel,  Leipzig. 

I  Pianinos 

S    bester    Qualität,    einfache    und     elegante    Aus- 
A   Ht&ttung,  sind  vegen 

W  Liquidation  einer  Fabrik 

W  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

H  ^  ^ [1376-.] 

:lllustrirte  Preis-Varzeichiiisse  zu  beziehen  durch 
C.  Schwalbach,  KeichsstraBBe  24,  Leipzig. 


1 


i 


Soeben  erschien; 


Mit  den  Portraite  und  Biographien  von  S.  Jadaa- 1 

r  Bohn    Carl  AttenhotJer,  Edvard  Grieg,  August  Bun^rt,  1 

,  Graf"  Gaza  Zichy  und  Paul  von  JanSö,  sowie  mit  emer  i 

"oncertumadiftu  von  Dr,  Hugo  Eiemann  und  einem  I 

ca.  35  000  Adreasea  enthaltenden  Adresebuche. 

11  Btgei  kl.  8".  elegiat  gehvain  IJlit  ^. 

Dm    FreondeBkrei«  von    Mam  BtnOi  i>«((MAffm  Xtutker-  \ 
—almOer  ist  mit  jedem  Jahrs  grüBwr  geworden,   «noli  der 
JtthrgMie  wird  gewiss  vledenm  ullgemelnen  Beifall  fladei 
i   Orttute  BeMAaUtiiliMt  daa  IllutlU,  wMim  Atu^iiltuiii/,  Ot 
\hafter    Bttiband   «nd   «fcr    Mdlff«-   IVai.   itnd   dU   Torwügm^ 


iehen  dntch  jede  Boch   und  HUHikBlieniMndlun«, 

Sax  Hecse's  TerlnK  in  lieipEi«, 

EilenbuFgerstr.  4. 


Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

Beliebtestes  Sammelwerk  fUr  Mnspieler. 

Band  l/ll  [i38ie.] 

(enth.  20  OplginaloompOBltlonen  von  Bott,  Häuser  ete.) 
Preis  broch.  b.  M.  8,—,  geb.  mit  Golddruck  &  M.  3,80. 

Verlag  von  J.  SchuberHi  Ä  Co.  in  Leipzig. 


Nene  Violia-Mnsik. 

Jenö  Hubay. 

Mailied  —  Fleur  de  Mai.      Op.  .171.      1    Jl  2b  4- 
Aus  vergangener  Zeit  —  Des  tompa  jadi».  Op.  37II,  2  Ji. 
Vor  ihrem  Bild —Devant Bon image.  Op.38I.   1^25,^. 

(Gesang  auf  der  G-Saite.) 
ITiiieriliremFenster-Sousaafenetre.  Op.38Il.   IJtÖO/^. 
N;u'litigallen-Gesang  —  Ramage  des  rossignoles.  Op.  39. 
2  .^  50  4-  [1377b,) 

G.  Hille. 

Toncert  No.  III  (in  Gmoll).     8  Jl  netto. 

Verlar 

Schott  fk*ere8  >n  BrQssel,  Otto  Junne  in  Leipzig. 


Orgeloompositionen 


.   endlich  in  Detitacliland  gekannt  und  ge- 
urdigt  zu  werden!  [1378e.] 

Käthe  ft  FOFchhammer,  Führer  durch  die  Orgel-Litteratur.) 
Kataloge  verlange  mau  gratis  und  franco  von 

'  Otto  Junne,  Musikverlag,  Leipzig. 


Fr. 


I  •       I      TecfanlBche   Stadien    ffir   Piano- 
I  Ix/I       f*rte.     12  Hefte  &  ^  3,—. 
^>*'*'*»       (Heft  X.    Doppelheft  J(  6,-,) 
es9  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  Conservatorien  des 
In-    und  AuGlandes  eingeführt.  [1879e,] 

Verlag  von  J,  Sehuberth  &  Co.,  Leipzig.     . 


Soeben  erschien 

i  MM  dli  Uaieiblfith.  j 

Lied  fUr  eine  Singstimtne 

Arno   Kleffel. 

;   Hoch.  Preis  fc  Jt  —,80  Tief. 

^  Verlag  von  Stern  &  Ollendorit    Bertin  W. 

f        Allen  Singenden  sei  diese  tiefempfundene,  höchst  j 
',  dankbare  neue  Liederschöpfung  des  beliebten  Com- 
.  pouisten  warmstena  empfohlen 


603 


Im  Verlage  von  Juliu9  Hainauer, 

k^^l.  Mof-Musiknlienhandlung  in  Sreslau» 

sind  erschienen:  [1384.] 

Instroctive  Werke  Ar  Pianoforte. 

Arthur  von  Dombay,  Op.  51.     Bunte  Blätter.    Drei 

leichte  Vortragsstücke  zu  2  Händen. 
Inhalt:  No.  1.  Grossmütterchens  Erzählung,  No.  2.  In- 
termezzo k  bO  /^y  No.  3.  Streit  75  /^. 

Hans  Harthan,  Op.  36.    Albumblätter.    Fünf  kleine 
ClavierstOoke.    ^  2,25. 

Inhalt:  Ehrinnerung.  —  Elegie.  — Valse  mignonne. — 
Fröhlicher  Augenhlick.   —  Frühlingsgruss. 

Otto  Mailer,  Op.  17.    Ueber  Berg  und  Thal.    Sechs 

Ciavierstücke  zu  4  Händen  f.  d.  untere  Mittelstufe. 

Inhalt:    1.  Früh  am  Morgen.     1  ^.       2.  Ländlicher 

Friede.     3.  Tanzende  Kinder.     4.  Auf  Bergeshöhen. 

5.  Im  Thale.     6.  Heimwärts.      No.  2—6   k  Ib   4. 

Bernhard  Wolif,  Op.  151.    Rondo  brillant.   Ji  1,—. 

Op.  152.    Scherzino.    Ji  1, — . 

Op.  153.    Toccatina.    Jl  1,—. 

Op.  154.    Tempo  dl  ballo.    Ji  1,—. 

Op.  156.     Zur  AufVnunterung.     Sonatine  (im 

Violinschlüssel).     Ji  1, — . 
—   —  Op.  157.     Vier   Stücke.      No.    1—2    zusammen 

Ji  1, — .     No.  3 — 4  zusammen  Ji  1, — . 

Op.  158.    Fünf  Charakterstocke  k  Ji  1,—. 


Gelegenheitskaufe 

Aus  dem  Nachlass  eines  Musikers  ist  eine 
vorzüglich  erhaltene  [1385d.] 

ecßt  Hai,  Seige 

mit   Garantieschein   selir    preis- 

wertll  zu  verkaufen. 

6ef.  Anfragen  zu  richten  an  die  Musikalien- 
handlung von  Stern  &- Ollendorff,  Berlin W., 

Potsdamerstrasse  No.  27  h. 


Vor  Kurzem  erschien: 


[1386.] 


Zahnschmerzen. 


Komisches  Singspiel  in  I  Act 

für 
Solostimmen   (1  Sopran,   1  Tenor,  1  Bariton,  1   Sprech- 
rolle) mit  Clavierhegleitung 

componirt  von 

Richard  Tonrbl^. 

Op.  81. 

Partitur  Ji  1,50.      Stimmen  Ji  1, — .      Text-  u.  Regie- 
buch netto  50  /i^. 

Leipzig.  C.F.W.  SiegePs  Musikalienhandlnng 

(B.  Linnemann). 


Fürs  Weihnachtsfest. 


ChristfestMIder. 

Eine  Weihnachtsgabe  fOr  Jung  und  Alt, 

enthaltend 

51  alte  und  neue  Lieder  und  Ciavierstücke 

far  die  ITelliiiaclitszell;, 

leicht  ausführbar  bearbeitet 
und  zu  Iclelnen  Stimmungsbildern  zusammengestellt 


von 


Carl  Kipke. 

Preis  netto  Ji  2, — . 

„Eine  in  Hinsicht  der  Auswahl,  Zusammenstellung — und 
BeichhaltiRkeit  —  einzig  in  ihrer  Art  dastehende,  prächtige, 

musikalische  Weihnachtsgahe " 

(Fritz  Luhrich  in  „Die  Orgel".) 

„eine  pi^chtige,  auüs  anmuthigste  ausgestattete  Weihnachts- 

fi^be" »Wir  wllssten  keine  erfreulichere  musikalische 

Weihnachtsgabe  auf  den  Festtisch  zu  legen " 

(Bernhard  Vogel  in  „Leipziger  Nachrichten**.) 

£ine  „prächtige  Gabe**,  die  „nicht  nur  durch  Reichhaltig- 
keit, sondern  auch  durch  sinnig  anregende  Anordnung  des 
Inhalts**  sich  auszeichnet. 

(Heinrich  Pfeil  in  „Leipziger  Tageblatt"). 

„Eine  originelle  Festgabe." yj^^^  Gedwike  ist  vor- 

trenlich,  und  man  kann  sich  denken,  welche  intensive  Wir- 
kung diese  sohdne  musikaUsohe  Feier  auf  die  Herzen  der 
Kinder  sowohl  wie  der  Erwachsenen  hervorbringen  muss. 

(Ferdinand  Pfohl  in  „Daheim"). 

In  ganz  ähnlicher  Weise  beurtheilen  und  empfehlen  das 
Werkchen  noch  die  Leipziger  „lUustr.  Ztg.",  die  „Dresdner 
Ztg.",  die  „Dresd.  Nachr.**,  der  „NOrnbg.  Anz."  etc.  etc. 


Leipzig. 

[1387.] 


C.  F.  W.  SlegeFs  Musikalienhandlung 

(R.  Linnemann). 


Romantische  Blätter. 

Zehn  Phantasiestocke  für  Pianoforte 


von 


l¥lllieliii  HIenzL 


No.  1. 

No.  2. 

No.  3. 

No.  4. 

No.  5. 

No.  6. 

No.  7. 

No.  8. 

No.  9. 

No.  10. 


Op.  84. 

Gruss  an  Franz  Schubert.     1   Ji. 
Gedenkblatt    (zum    Todestage    einer    berühmten 
Tänzerin).     1  Ji. 
Fahrender  Schüler.     1  Ji. 
Barcarole.     1  Ji. 
In  der  Polen-Schenke.     1  Ji, 
Wiegenlied.     1  JI, 
Schlaflose  Nacht     1  Ji. 
Ländler.     1   Ji. 
Walzer.     1  Ji. 
Erinnerungen.     1 


%^9. 


Leipzig. 


[1888.] 

Fr.  Kistner. 


[1389.]      Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 
Piutti,  Carl,  Op.  3.    Drei  Interludien  für  Orgel.    Ji  2^6. 


r 


604 


Suliu^  *ß{ütAner,  dßeipzif. 


[1890.] 


Bedeutendste  Planoforte-Fabrlk  Europas! 

Flügel  und  Pianinos 


uxnd  ecUem^  tsaingpreiolneiiüi  n7oxii. 


-'^^'tn/lflr     'Vertreter  "bez.  'VerlKaixfsxxxagazizi.e  axi  all«xi  'bed.e\a.t«xiderttxi 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  Novomber  1853. 


Pl&tze: 


^IflfUXy^ 


Concert-Arranff  emeiits  far  Hambursr 

übernimmt  JToh.  Äug;.  Btthme,  Hamburg. 

^  [139le.]  Musikalien-Handlung.  ^ 


Franzisea  Gondar, 

Oratorien-  n.  Coneertaftnf^erin  (Mezzosopran  u.  Alt). 

lieipxlg,  Ffaffendorfer  Strasse  22  I.[id98a.] 

geleite  perl^ 

Coneertr  ond  OratorieBsäDgerin  (Sopran). 

Sonder«haa«en,  Friedrichst.  21.         [139do.] 

Oozi.oert.   \aaa.cl  Oratori«aa.s&aa.geri33.  (Soprazi.). 

I^eipslic«    Hohestraaee  28. 


henogl.  B&ohs.  Hofjpianist,  Professem  supMeur  am  Oonsenratorium 

xn  Genf  (Sohweix).  [1899~.J 

GoneertpVertretan^:     Hermtim  WoNT,  Berifal. 

Fritz  Higgen, 

Concert-  und  OratoriensSnger  (hoher  Bariton). 
Bremerhafen,  Deich  16.        [i400->.] 


-A-  Silot 


Anna  Münch, 

Coneert-  und  Oratorlensftni^erln  (Sopran). 

Leipzig,  Beethoven-Strasse  6ni.  ri395p.] 

VTertretung:    Hermann  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W. 

Anna  Schimon -Regan,    ''"^'^ 

Lehrerin  fDr  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 
erlaubt  Bich  die  Verftnderttng  ihrer  Adresse  anzuzeigen: 

München,  Jägerstrasse  8,  III. 


Pianist. 


[1401bO 


Paris.    Se,  ATtonue  Trudalne. 


Ernst  Scluielder, 

OoDcert-  und  OratorieosäDger 

.    .     .    »     j  .^      (Bariton).  [1402.] 

Leipzig-Reudnitz.  Senefelderstr.  22 III. 


Clara  Hoppe, 

Coneert-  und  Ontovleiiaangepln  (SopranK 
[1397W.]  FranJkfturt  a.  Oder. 


Vollständige  AosbildoDg  fnr  Oper  n.  Concert 

Ensemble-Uebnngen.     Rollenstadimn. 

Von  mir  ansgebUdete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Sehna 
Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  ^[1403—,] 


Leipiig. 


Alfred  K 


Bodo  Borchers. 

Gresan^lehrer. 


[1898—.] 


Baden-Baden« 

Vertr.  H.  ^NoVS.    Borlln. 


O^-^V^ubertb's  MaslkaÜMhes 
>3wll   Fremdwörterbneh. 

19.  Auflage.    Gebunden  1  Ji.  ri40S!] 

Yerlag  von  J.  Schaberth  A  Co.,  Leipzig. 


Drook  Ton  O.  O.  fiödar  in  Leipzig. 
Hierzu  eine  Beilage  von  E.  Hatefeld  in  Leipzig. 


Leipzig,  am  1.  December  1892. 


Duck  iSiDUlliche  BDcb-,  £,uii:- 

llll  aDSiUaUBltaBdlDIIgtD,  lOTlG 

datcb  alle  FnläiDtei 


m  üi  iiittiUKki  ffockukun 

Mitlaiti  iiiHiilimii  iiii.u 
Emacieu  II  HiMlin. 


"^«^i^►^        für  Musiker  jandjffusikfreunde.  ^J^ 

V  Verantwortlichor  Redactenr  und  Verleger;  ^ß 


för  Musiker  jpdJKusikfreunde. 

Verantwortlichor  Redactenr  und  Verleger; 

£.  W.  FritiBoh, 

Leipzig,  Könlgestrasse  6. 


XXni.  Jahrg.] 


Dm  MuRikalJBche  Wochenblatt  eraobeint  j&briich  in  52  Nummern.  Der  Abonnenienttbetrsg 

für  Oa.f  Quartiil  von  13  Nnmmern  ist  3  Mark;  eine  einielneNummer  kostet 40  Ifennige.   Bei 
dirocter  frankirter  Kreuzbandsendunf;  treten  nachstehende  viertel  jährliche  Abonnemente- 

S reise  in  Kraft:  2  Mark  50  Pf,  für  dae  Deutsche  Reich  und  Oesterreich.  —  2  Mark  75  Pf. 
jr  weitere   Lilnder   des   Allf;emeinen  PoatierpinB,   —   Jahresabonnpmente   werden  unter 
ZuRmndeleffung  Torstebender  BeEugBbedinffnngen  berechnet. 
Die  InxertionsgebahreD  (ur  den  Raum  einer  gespaltene oPetibeile  betragen  90  Pfennige. 


[Ro.  49. 


Fr.  Joh.  ScIiUtky,  U.  Snhate  n 


li'ar  Waliieriae.  -  Tagesfesohlohte :  MnilkbrlBf 
tplela  In  Oper  Dnd  Oancoii.  ~  Kirch enniiilh.  — 
-  KritlBCbar  AnhMe;  Liedar  Ton  H.  Krettehmkr, 


Zur  Passionsmusik    nach   dem   Evangelisten   Lucas 

von  Johann  Sebastian  Bach. 

Von  Paul  Graf  Waldersee. 

DiiH  Neu  Leipziger  Gesangbucli,  liprausgegebm  von 
Üotllried  Vopelius  (Lcipaig,  1682)  etilbillt  u.  A.  zwei 
Cliorälo,  welche  aueb  in  der  Lucas-Passion  vorhanden  sind. 
Die  Partitur  der  Letzteren  ist  noch  niclit  voroiTentliubt,  wir 
beliehen  uns  auf  den  nach  der  OH^inatpartitur  von 
A.  Dorfl'el  eingeri'-liieten  OnvicrauBzug  (l^cipzig,  Breit- 
kopf  &  Harte'),  in  dem  die  betreffenden  Choiille  unter 
No.  40  „Ads  der  Tiefe  rufe  ich"  (Seite  48)  und  No.  68 
„Freu  Qicb  sehr,  o  nieine  Seele"  (Seite  90)  zu  linden 
sind: 

Im  Gesangbiidie  sind  sie  auf  Seito  936  und  918 
aogedruckt  und  lauten  hier  . 


Di«  Chovalmelodien  §ind,  von  einzelnen  Differenzen 
abgesehen,  im  alten  Druck  und  in  der  Lncas- Passion  die 
gleiclion,  die  Bearbeilangen  der  Choräle  zeigen  unver- 
kennbare Äehnlicbkeiten.  Dieser  Umstand  ist  der  Erwft- 
gnng  werth,  sumal  er  diese  Passion  betriSl,  welche  doch 
nicht  von  Jedermann  für  eine  Composition  Bach's  aner- 
kannt wird. 

Im  Choral  „A^a  der  Tiefe  rnfe  ich"  sind  die  B&sse 
fast  die  gleichen;  wir  lassen  sie,  einander  gegenüberge- 
stellt, folgen: 

Nach  der  Lucas-Paasion : 


Im  Choral    „Freu  dich  sehr,  o  meine  Seele"  sind  die 
den   vier    ersten  Noten  des  1.  Abscbnittei  und 
den  sechs  letzten  des  2.  Abschnittes  die  gleichen.   Ferner 
Aefanlichkeit  in  der  Stimme nf abrang  nachweisbar: 
Abschnitt  2,  vorletzter  Accord  hier  und  in  der  Lucas- 
Passion  ein  Dreiklang  mit  fehlender  Terz. 

Abschnitt  4,  3.  bis  7.  Note  Octavenparallelen  auf  der 
Arsis  zwischen  Tenor  und  Bass,  hier: 


,  in  der  Lucas  Passion  also: 


der  Zufall  ein  neckisches  Spiel  oder  stehen 
in  lösenden  R&tbsel  gegenüber? 

Wir  vermuthen,  dass  der  Bearbeiter  der  beiden  Cho- 
räle im  Gesangbuche  identisch  sei  mit  dem  Bearbeiter 
der  betreffenden  Choräle  in  der  Lucas -Passion.  Die  Melo- 
die und  dieHarmonie  des  Chorals  „Freu  dich  sehr,  o  meine 
Seele"  stammt  von  Johann  Hermann  Schein  her.  Dieses 
besagt  die  Ueberschrift  und  folgender  Satz  aus  der  Vor- 
rede des  Gesangbuches: 

„Weil  nun  unter  andern  guten  Autorihua,  fürnem- 
lich  Herr  Johann  Hermann  Schein  seel.  in  seinem  Can- 
tional  sehr  natürlich  und  lieblich  ist;  Als  hat  wohlge- 
dachter Herr  Autor  nicht  wenig  zu  diesem  Wercke  ber- 
leihen  müssen.  Wo  aber  dessen  (gleich  wie  auch  anderer 
Stimmige  Composition  von  Noten  su 
Noten  in  dieses  Gesangbuch  ist  eingetragen  worden ,  da- 
selbst ist  allezeit  oben  bey  der  Discant-Stimme  ihr 
ausdrücklich  gesetzter  Nähme  zu  sehen." 

Wir  folgern  weiter:  Die  beiden  Chorftle  des  Gesang- 
buches scheinen  einer  bereits  im  Jahre  1682  vorhandenen 


607 


PaBsionsmnsik  entnommen,  und  da  Schein  einen  Choral 
derselben  melodisirt  und  harmonisirt  hat,  so  wird  er  yer- 
muthlich  der  Componist  der  ganzen  Passionsmusik  ge- 
wesen sein. 

Diese  Passionsmusik  hat  sich  des  Wohlgefallens 
Bach's  zu  erfreuen  gehabt,  sodass  er  die  Mühe  nicht 
scheute,  sie  eigenhändig  abzuschreiben.  Das  Vorhandensein 
dieses  Autographs  hat  die  Veranlassung  gegeben,  die 
Composition  der  Passionsmusik  nach  dem  Evangelisten 
Lucas  ihm  zuzuschreiben,  während  sie  wahrscheinlich 
von  Johann  Hermann  Schein  herrührt. 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Frankfurt  a.  H.,  im  November. 
(Schluss.) 

Die  beiden  Kammermnsikabende  der  Museums-Ge- 
sellschaft brachten  Quartette  von  Haydn,  Beethoven  (Op.  180), 
Schubert  und  Schumann,  sowie  unter  Mitwirkung  des  Hm. 
James  Kwast  die  Pianoforte-Yiolinsonate  in  Gdur  (Op. 
78)  von  Brahms.  Der  hier  sehr  beliebte  Pianist  löste  seine 
Aufgabe  mit  der  ihm  eigenen,  ftir  den  etwas  strengen,  ernst 
männlichen  Tondichter  n-eilich  nicht  ganz  geeigneten  Eleganz, 
ging  jedoch  in  seinem  Streben  nach  Discretion  wohl  zu  weit, 
sodass  der  Ciavierpart  gewissermaassen  in  einen  Schleier  g^e- 
htdlt  erschien  und  das  Glavier  neben  der  Geige  nicht  mehr 
als  gleichberechtigter  Factor  wirkte.  Eine  sehr  interessante, 
wennschon  nicht  mehr  junge  Novität  war  Hans  von  Bronsart^s 
Gmoll-Trio  Op.  1,  dessen  Pianofortestimme  seitens  des  Directors 
am RafP-Conservatorium,  Hm.  Max  Schwarz,  eine  geistig  und 
technisch  mustergiltige  Wiedergabe  fand.  Welche  umstände 
haben  es  wohl  veranlasst,  dass  das  hervorragende  Compositions- 
talent  des  jetzigen  Weimaraner  Hoftheater-Intendanten  nach 
einem  so  glänzenden  Anfange  so  frühzeitig  abgestorben  ist, 
oder  verschmäht  der  treffliche  Künstler  nur,  die  Früchte  zu 
ernten?  Der  in  dem  Trio,  sowie  in  seinen  Glavier  werken 
(namentlich  der  Ballade  Op.  5,  Phantasie  Op.  6,  Melusine  Op.  9) 
sich  abspiegelnde  feine  Geist,  die  reizvollen,  trotz  Liszt  har- 
monisch und  melodisch  originellen  Ideen  lassen  es  aufrichtig 
bedauern,  dass  dieser  hervorragende  Vertreter  der  Programm- 
musik die  Bahnen  seiner  Ju^nd  nicht  weiter  verfolgt  hat. 

Höchstes  Interesse  erweckte  der  eittte  Clavier-Abend 
des  Hm.  Max  Schwarz.  Die  ernste  Anregung  und  der  hohe 
G^nuss,  welche  die  Vorträge  dieses  eminenten  Künstlers  ge- 
währen, sind  leider  immer  getrübt  durch  das  Gefühl  tiefer 
Indignation  über  die  musikalische  Indolenz  des  Frankfurter 
Pubhcums.  Alles,  was  hier  musikalisch  tonangebend  ist, 
namentlich  die  in  den  Museums-Ooncerten  nie  fehlende  haute 
finance,  glänzt  an  diesen  Abenden  durch  Abwesenheit,  ob- 
schon  Hr.  Max  Schwarz  der  einzige  bedeutende  Künstler  ist, 
welcher  hier  die  grossen  Ciavierwerke  von  Beethoven,  Liszt, 
Schumann,  Brahms  zu  Gehör  bringt.  Wer  mit  den  hiesigen 
Verhältnissen  nicht  genau  vertraut  ist,  wird  nie  verstehen, 
bis  zu  welchem  Grad  die  reinste  und  idealste  Kunst  mit  den 
Finanzen  verquickt  werden  kann.  Es  hat  sich  in  Folge 
dessen  in  allen  Branchen  der  Künste  ein  Cliquenwesen  ein- 
genistet, welches  jedes  freiere  Kunstleben,  wie  es  München, 
Dresden,  Düsseldorf  und  selbst  noch  das  weitansgedehnte 
Berlin  kennen,  im  Keime  ersticken  muss.  Quod  non  est  in 
actis,  non  est  in  mundo.  Was  nicht  die  Sanction  dieser  Cirkel 
gefunden,  hat  hier  keine  Berechtigung!  Wer  den  Machina- 
tionen dieser  Kreise  —  wir  sprechen  selbstverständlich  nur 
von  den  künstlerischen  Beziehungen  —  vornehm  den  Rücken 
kehrt  und  es  verschmäht,  gewissermassen  mit  einer  Glocke 
in  der  Hand  das  Publicum  zu  seiner  Verherrlichung  heraus- 
zuläuten, wer  es  nicht  über  sich  gewinnen  kann,  nach  zudring- 


licher Hausirerart  seine  Erzeugnisse  überall  ä  tont  prix  an  den 
Mann  zu  bringen,  wird  hier  nie  eine  Position  erringen,  mag 
sein  Streben  und  Können  ein  noch  so  ernstes  und  kunst- 
fbrdemdes  sein.  Die  Krisis,  welche  vor  zwei  Jahren  die 
Museums-Gesellschaft  erschütterte,  hat  indessen  bereits  inso- 
weit fordernd  eingewirkt,  als  der  jetzige  Vorstand  den  künst- 
lerischen Errungenschaften  der  li^euzeit  ohne  Aufgabe  der 
classischeii  Traditionen  vorurtheilslos  Rechnung  trägt  und 
nunmehr  endlich  auch  Künstler  zu  Wort  kommen,  welchen, 
wie  Frl.  Kleeberg  und  Hm.  Klax  Schwarz,  früher  die  Pforten 
des  vornehmen  Institutes  verschlossen  blieben.  Hr.  Max 
Schwarz  ist  keine  von  einzelnen  Freunden  aufgebauschte 
locale  Grösse,  er  darf  als  Einer  der  vorzüglichsten  d^utfichen 
Pianisten  bezeichnet  werden.  Nicht  immer  folgen  wir  seiner 
Auffassung,  wie  wir  denn  auch  keinen  Anstand  nehmen, 
einzugestehen,  dass  wir  uns  Beethoven's  Sonate  Op.  14,  No.  1, 
und  namentlich  das  Allegretto  anders  als  der  Concertgeber 
denken;  aber  auch  wo  er  von  dem  traditionellen  Wege  ab- 
weicht, wirkt  er  stets  anregend.  Seine  Wiedergabe  der 
33  Variationen  von  Beethoven  Op.  120  scheint  uns  eine  der 
eminentesten  pianistischen  Leistun^n,  denen  wir  als  fleissige 
Concertbesucher  im  Laufe  fast  eines  halben  Jahrhunderts 
begegnet  sind.  Was  Plastik,  technische  Vollendung,  Tiefe 
der  Auffassung  und  Sicherheit  des  Gedächtnisses  —  man 
konnte  von  photographisch  treuer  Reproduction  sprechen  — 
anbetrifft,  so  dürfte  der  Künstler  vielleicht  mit  Ausnahme 
von  d' Albert  bei  diesem  über  allen  Maassstab  grossartigeii 
Werke  keinen  Rivalen  finden.  In  gleicher  Vollkommenheit 
wurden  Liszt  und  Chopin  zu  Gehör  gebracht. 

Das  zweite  Abonnement-Concert  der  Theater- 
cape 11  e  war  angemessen  zunächst  dem  Gedächtnisse  des  ver- 
storbenen Dessen  gewidmet  (Maurerische  Trauermusik  von 
Mozart)  und  brachte  sodann  die  beiden  Sätze  aus  Schubert's 
Hmoll-Symphonie,  Schumann's  Cdur-Symphonie  und  Beetho- 
ven's  Ouvertüre  „Zva  Weihe  des  Hauses**.  Hr.  Kammersänger 
Scheidemantel  sang  —  selbstverständlich  unter  lebhaftestem 
Beifall  —  die  Edur-Arie  des  Hans  Helling  und  Beethoven^s 
(von  Riccius  instrumentirtes)  Op.  94  „An  die  Hoffnung**.  Das 
Programm  verzichtete  somit  zwar  auf  jede  Novität,  fesselte 
aber  doch  durch  seine  vornehme  Zusammenstellung  und.  wie 
wir  uns  rückhaltlos  anzuerkennen  freuen,  unter  der  Leitung 
des  Hrn.  Professor  Scholz,  auch  durch  eine  jeder  Künstelei 
entbehrende  treffliche  Wiederfi^be  der  classischen  Werke. 
Nur  das  Scherzo  der  Schumann^schen  Symphonie  wirkte  mit 
seinem  für  AUegro  vivace  wohl  etwas  zu  sehr  zurückgehal- 
tenen Tempo  einigermaassen  befremdend. 

Von  der  Oper  lässt  sich  nach  wie  vor  Wesentliches 
nicht  berichten ;  denn  die  projectirte  Aufführung  des  liebens* 
würdigen,  aber  immerhin  wenig  bedeutenden  „Gringoire"  vou 
Brüll  (die  reizende  Djamileh  von  Bizet  ist  nicht  in  Aussicht 
genommen,  weil  die  einzige  Frauenrolle  hier  nicht  besetzt 
werden  kann  —  bei  einem  Gagenetat  von  fast  einer  Million 
Mark!),  die  Wiederaufnahme  des  „Golo"  von  Bernhard  Scholz, 
sowie  die  neue  Einstudirung  des  „Liebestrankes''  können  als 
künstlerische  Thaten  eines  so  grossartig  angelegten  Institutes 
nicht  gepriesen  werden.  Es  fehlt  uns  eine  frische,  der 
Primadonnen-Wirthschafb  gegenüber  energisch  durchgreifende 
Kraft  mit  dem  künstlerischen  Prestige  eines  Weingartner, 
Nikisch,  um  die  seit  Jahren  stagnirenden  Verhältnisse  wieder 
einer  gedeihlichen  Entwickelung  entgegenzufahren.  Hoffen 
wir,  dass  die  Wahl  des  Nachfolgers  von  Otto  Dessoff  dem 
Institute  und  uns  zum  Heile  gereiche!  B. 


Berichte. 

Leipzig.  Das  6.  Abonnement-Concert  im  Neuen 
Gewandhause  war  den  Manen  Robert  Schumann's  ge- 
widmet und  brachte  lediglich  Compositionen  dieses  Meisters, 
deren  Auswahl  —  2.  Symphonie,  sämmtliche  Lieder  Mig- 
non's,  des  Harfners  und  Fhilinens  aus  Goethe*s  „Wilhelm 
Meister^,  das  „Requiem  fiir  Mignon^  und  schliesslich  der 
3.  Theil  der  „Faust*' -Scenen  —  zwar  den  distinguirtesten 
Geschmack  bewies,  insofern  jedoch  keine  ganz  e^ünstige 
war,  als  das  beregfte  Concert  durch  die  zu  grosse  FhHe  des 
Stones  eine  Ausdehnung  von  2%  Stunden  erhielt,  also 
sicherlich  die  Zeitdauer  um  ein  Beträchtliches  überstieg, 
während  deren  man  im  Goncertsaal  mit  voller  geistiger  Ela- 
sticität  Musik  zu  hören  im  Stande  und,  was  nicht  unter- 
schätzt werden  mag,  traditionell  gewöhnt  ist.    Die  Ausfuh- 

49* 


608 


rung  des  umfangreiohen  Programms  war  eine  in  fast  sämmt- 
lichen  Theilen  vorzügliche;  von  den  Solisten  sei  an  erster 
Stelle  des  Hm.  Messchaert  aus  Amsterdam  gedacht,  der, 
nns  Leipzigern  längflt  ein  lieber  Bekannter,  von  Neuem  durch 
seinen  meisterhaften  Gesang  entzückt«;  seine  Phrasirung 
und  Tonbildung  sind  musterhaft,  seine  grosse  Charakteri- 
rungskunst  vermochte  selbst  die  in  der  Färbung  stellenweise 
etwas  blassen  Harfaerlieder  interessant  zu  gestalten,  unver- 
gesslich  wird  uns  seine  (Gestaltung  der  Soli  im  „Faust"  sein; 
man  hat  die  herrliche  Partie  des  Doctor  Marianus  wohl  selten 
so  wunderbar  ausführen  gehört,  das  „Höchste  Herrscherin 
der  Welt"  hat  Hr.  Messchaert  mit  einer  Inbrunst,  mit  einer 
poetischen  Verklärung  gesungen,  die  Ort  und  Zeit  für  den 
Moment  vollständig  vergessen  machten  und  in  die  Gefilde 
reinsten  künstlerischen  Geniessens  hinübertrugen.  Frl.  A.  Red- 
dingius  (Sopran)  fand  sich  zwar  mit  dem  technischen  Theil 
ihrer  Aufgabe  in  recht  anerkennenswerther  Weise  ab,  konnte 
aber  in  den  Mignon-Liedem  weder  die  Stimmung,  noch  den 
unendlich  tiefen  poetischen  Inhalt  der  Dichtungen  wieder- 
geben: man  hatte  das  Gefühl,  als  ob  sie  den  Mignon-Oharakter 
überhaupt  nicht  verstände,  so  conventionell,  so  kalt  und 
nüchtern  kam  Alles  heraus,  und  man  vermisste  jenen  Zug 
der  Wehmuth  und  Entsagung,  der  die  Gestalt  wie  ein  leichter, 
schwarzer  Flor  umhüllt  und  ins  Halbdunkel  rückt,  jenen 
träumerischen,  schwärmerisch  schmerzlichen  Zug,  ohne  den 
Mignon  eine  überhaupt  imverständliche  Figur  bleibt.  Von 
weit  besserer  Seite  zeigte  sich  die  jimge  Künstlerin  später 
im  „Faust".  Den  ^ubig  frommen  Ton  in  dem  ruhig  dahin- 
schreitenden  „Jene  Rosen  aus  den  Händen  liebendheiliger  Bus- 
serinnen"  traf  sie  bedeutend  glücklicher.  Im  Uebrigen  bethei- 
ligten sich  solistisch  noch,  und  zwar  mit  bestem  Erfolge 
Frl.  Münch,  Frl.  Dorn,  Frl.  Gottlöber,  Frauen  Kammer- 
sängerin Metzler  und  Wahls,  sowie  die  HH.  Wittekopf 
und  Pinks.  Der  Chor  hielt  sich  gut;  nur  einige  Einsätze 
gegen  Schluss  des  „Faust"  hin  hätte  man  etwas  prägnanter 
und  sicherer  gewünscht.  Vollständig  auf  der  Höhe  seiner 
Aufgabe  und  seines  alten  Ruhmes  stand  das  Orchester:  es 
spielte  durchweg  meisterhaft.  Sollte  man  Etwas  hervorheben, 
so  möge  den  Holzbläsern  in  dem  Adagio  der  Symphonie  ein 
besonderes  Wort  der  Anerkennung  gezollt  sein.  Hr.  Professor 
Dr.  Reinecke  dirigirte  mit  bewunderungswürdiger  Umsicht 
und  Frische,  sowie  mit  dem  liebevollsten  und  denkbar  ein- 
gehendsten verständniss  für  die  zu  Gehör  gebrachten  Werke. 

F.  R.  Pfau. 

Leipzigr«  Wie  wir  schon  wiederholt  rühmend  erwähnen 
durften  und  wie  dies  von  dem  Nachfolger  des  verstorbenen 
Carl  Riedel  als  Vereinsdirigenten,  dem  Hrn.  Prof.  Dr. 
Kretzschmar,  nicht  anders  zu  erwarten  war,  betrachtet  es 
der  Riedel -Verein  auch  unter  der  neuen  Leitung  als  einen 
Theil  seiner  Mission,  hervorragenden  kirchlichen  Werken 
neuester  Schaffensperiode  seine  thatkräfbige  und  fols^enschwere 
Unterstützung  zu  leihen.  In  dem  letzten  Concert  aes  Vereins 
war  es  eine  neue  fünfsätzige  Messe  in  FismoU  für  Soli,  Chor, 
Orchester  und  Orgel  von  Felix  Draeseke,  welche  er  aus  der 
Taufe  hob,  indem  er  sie  erstmalig  zu  einer  Auffi^hrung 
brachte,  die  in  ihrer  VortrefPlichkeit  dem  Verständniss  des 
Werkes  in  menschlich-möglichster  Weise  die  Wege  ebnete. 
Von  der  innigen  Vertrautheit  des  genialen  Dirigenten  mit  der 
Novität  gab  schon  der  äussere  Umstand  Kenntniss,  dass  er 
dieselbe  mit  einer  felsenfesten  Sicherheit  frei  aus  dem  Ge- 
dächtniss  leitete;  noch  mehr  aber  sprach  dafür  die  congeniale 
geistige  Auffassung  im  Ganzen  und  in  jedem  Einzelnen,  die 
warme  Begeisterung,  mit  der  sich  Hr.  Prof.  Dr.  Kretzschmar 
seiner  Auigabe  widmete  und  die  Ausführenden  zum  glänzen- 
den Siege  mit  sich  fortriss,  der  nur  durch  ein  paar  Versehen 
der  männlichen  Solisten,  jedoch  fast  unbemerkbar,  getrübt 
wurde.  Ausgezeichnet  behaupteten  sich  durchgängig  Chor  und 
Orchester  mit  Mei.ster  Homeyer  an  der  Orgel,  Ersterer  erregte 
schier  Bewunderung  durch  die  sieghafte  Zuverlässigkeit,  mit  der 
er  auch  die  complicirtesten  Stellen,  an  welchen  das  Werk  über- 
reich ist,  bei  tiberall  gewahrter  E^elart  des  Klanges  beherrschte. 
Von  den  Solisten  trat  unser  Theaterbassist  Hr.  Knüpferuns 
erstmalig  als  Kirchensänger  gegenüber,  und  das  Debüt  war 
dazu  angethan,  die  Hochachtung  vor  dem  gesanglichen  Können 
und  der  musikalischen  Intelligenz  desselben  nur  noch  wesentlich 
zu  steigern,  denn  es  war  eine  Freude,  ihn  zu  hören.  Nicht 
minder  rühmlich  gestaltete  sich  die  Mitwirkung  des  Frl. 
Münch,  deren  sympathischer  und  schlackenfreier  Sopran  sich 
mehr  und  mehr  zu  künstlerischer  Freiheit  herausarbeitete  und 
besonders  im  „Benedictus"  ätherische  Wirkung  ausübte,  und 


der  stete  ihren  Platz  bestens  ausftillenden  Frau  Metzler- 
Löwy.  Die  Tenorpartie  sang  Hr.  Dierich,  der  seit  einiger 
Zeit  auch  wieder  der  Leipziger  Musikergilde  angehörL  Die 
Novität  verdiente  eine  solche  liebevolle  Hingabe  jedes  Ein- 
zelnen in  hohem  Grade,  denn  sie  ist  nicht  blos  unter  den 
geistlichen  Schöpfungen  ihres  Componisten  die  hervorragend- 
ste, sondern  überhaupt  unter  den  bezüglichen  Erscheinungen 
der  letzten  Jahre  entechieden  die  in  dem  Ernst  der  künstle- 
rischen Gesinnung,  der  Kraft  der  Erfindung  und  der  Unmittel- 
barkeit des  musikalischen  Ausdrucks  die  bedeutungsvollste, 
trotz  der  mancherlei  Absonderlichkeiten,  die  ihr  in  der  des 
Oefteren  gar  zu  dramatisch-theatralisch  zuspitzten  Auffas- 
sung des  Textes,  in  der  Modulation  und  in  der  Instrumen- 
tation anhaften,  wie  wir  hinzufügen  müssen.  Doch  darf  man 
diese  Eigenheiten  um  so  eher  mit  in  den  Kauf  nehmen,  als 
sie  überall  mit  der  aus  früheren  Werken  Draeseke's  sattsam 
bekannten  besonderen  und  starken  Individualität  dieses  Com- 
ponisten orpinisch  verwachsen  erscheinen  und  durchaus  den 
grossen  und  tiefen  Gdsammteindruck  des  Werkes  nicht  ver- 
kümmern. Gerade  das  „Credo",  das  eine  rückhaltslose  Be- 
freundung am  schwersten  macht,  besitzt  andererseite  Stellen, 
die  in  der  Schlichtheit  und  Echtheit  der  Empfindung  wahr- 
haft rührend  wirken.  Ganz  von  Excentritäten  frei  ist  der 
1.  Satz,  ein  den  Ton  innigen  Flehens  vorzüglich  treffendes 
und  festhaltendes  „Kyrie",  dem  ein  an  Erfindung  und  poly- 
phoner Durcharbeitung  reiches  „Gloria"  folgt,  dem  man  nur 
einen  weniger  äusseruch  wirkenden  Absduuss  wünschen 
möchte  j  als  ihn  das  „Cum  sancto  spiritu"  dem  Satze  gibt. 
Die  weihe-  und  stimmungsvollsten  Sätze  sind  das  „Sanctus*' 
und  „Agnus  Dei",  Emanationen  eines  gläubigen  Gemüthes, 
die  jedes  Menschenherz  zur  Andacht  stimmen  müssen,  eine 
Tonsprache,  wie  sie  in  solcher  Eindrucksf^hiskeit  nur  er- 
lauchten Geistern  zu  eigen  ist.  —  Der  Draeseke  sehen"  Messe 
fing  ein  „Jubilate",  das  sogen.  Utrechter,  von  Händel  voraus, 
as  trotz  seines  hohen  Alters  Nichte  von  seiner  einfachen  Grösse 
eingebüsst  hat.  Die  Auffuhrung,  auf  einer  Bearbeitung  von 
Friedrich  Chrysander  basirend,  glückte  unter  der  pietätvollen 
Direction  des  Hm.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  ebenfiBuils  in  allen 
ihren  Theilen  und  spendete  reiche  innere  Erbauung  Allen, 
die  empfänglichen  una  gläubigen  Herzens  gekommen  waren. 

Leipzig.  Das  Concert,  welches  der  hiesige  Verein 
ehrenvoll  verabschiedeter  Militärs  zum  Besten  einer 
Weihnachtebescheerung  für  hilfsbedürftige  Hinterbliebene 
verstorbener  Vereinskameraden  am  Todtensonntag  in  der 
Alberthalleveransteltet  hatte,  war  von  schönem  künstlerischen 
Erfolge  begleitet.  An  der  Spitze  der  Künstler,  welche  in 
anerkennenswerther  Opferwilligkeit  ihre  Kräfte  in  den  Dienst 
der  Wohlthätigkeit  gestellt  hatten,  stend  Hr.  Professor  Dr. 
Reinecke;  derselbe  dirigirte  zwei  Orchesterwerke  eigener 
Composition,  nämlich  seine  „Friedensfeier  *-Ouverture  und 
das  Vorapiel  zum  5.  Acte  von  ,J5^önig  Manfred*',  welche  in 
dieser  Wiedergabe  stürmischen  Jubel  wachriefen  und  Ver- 
anlassung zu  zahlreichen  Huldigungen  für  den  Meister  wurden. 
Die  Capelle  des  107.  Regiments  leistete  auch  in  einigen 
anderen,  unter  Direction  des  kgl.  Musikdirectors  C.  Waltner 
gespielten  Stücken  Lobenswertnes.  Frl.  Meta  Walther  trug 
das  Clavierconcert  von  Schumann  und  Stücke  von  Beinecke, 
Chopin  und  Mendelssohn  vor  und  bewährte  sich  in  Allem 
als  eine  vortrefilich  gebildete  Pianistin.  Die  bekannte  Violi- 
nistin Frl.  May  Brammer  riss  wie  immer,  wenn  sie  sich 
hören  lässt,  das  Publicum  zu  lebhaften  Acclamationen  hin, 
und  Frl.  H.  Ortmann,  Altistin  aus  Dresden,  erwies  sich  als 
eine  Sängerin  mit  einem  kräftigen  und  umfangreichen  Oi^n, 
das  nur  noch  einer  gewissen  Veredelung  bedarf,  um  allen 
Anforderungen  zu  genügen.  Hr.  Afferni  begleitete  die 
Solovorträge  musterhaft.  P.  Ghdt. 

Dessau.  Am  Sonntag  den  90.  Nov.  führte  man  hier  das 
Requiem  von  Verdi  zum  ersten  Male  auf.  Wir  siud  dem 
Veranstalter  der  Aufführung,  Hm.  Hofcapellmeister  Klug- 
hardt,  für  die  Vermittelung  dieser  neuen  Bekanntschaft 
dankbar.  Ueber  die  Licht-  und  Schattenseiten  des  Werkes, 
über  den  künstlerischen  Werth  desselben  sind  die  Acten  ge- 
schlossen ;  es  sei  gestattet,  der  Aufführung  selbst  mit  warmen 
Worten  aufrichtiger  Anerkennung  Erwähnung  zu  thun.  Hr. 
Klughart  übt  strenge  Zucht  in  seiner  Singakademie.  So 
singt  ein  geschulter  Chor.  Da  regierte  nur  Ein  Wille,  da  war 
Alles  dynamisch  fein  abgetönt,  rhythmisch  sauber  ausgear- 
beitet. Textaussprache  und  Athemeintheilung  wurden  sehr 
sorgiUltig  behandelt,  und  die  Intonation  war  feist  durchweg 


609 


musterhaft.  Tadellos  gelangen  die  auf  mäohtig  anschwellende 
Crescendos  plötzlich  eintretenden  Pianissimos.  Ganz  wunder- 
schön klang  der  Chor  in  dem  originellen  „Agnus  Dei**,  wie 
hingehaucht  und  glockenrein.  Das  Soloouartett  hielt  sich  auf 
respectabler  Höhe,  im  Ensemble  gut  und  fest  studirt,  in  den 
Sologesängen  sympathisch  wirkend.  Die  beiden  Frauenstim- 
men, Frl.  Gleiss  und  Frau  Markan,  mögen  mit  dem  süssen 
.Becordare*'  manchem  zarten  Gemüth  Genuss  bereitet  haben, 
die  Octavenstelle  des  „Agnus  Dei^  scmeen  sie  höchst  lobens- 
werth.  Den  Tenorpart  mhrte  Hr.  Holmusicas  Lampe  (der 
1.  Oboebläser  der  nofcapelle  —  „merkwürdiger  Fall*!"),  wel- 
cher mit  einer,  seinem  musikalischen  Gefühl  wohlthuend  ge- 
horchenden hohen,  nicht  gerade  grossen,  aber  klangvollen 
Tenorstimme  ausgerüstet  ist,  prächtig  durch.  Dem  beliebten 
Hm.  Kammersäne^r  von  Kreos  war  die  Basspartie  über- 
tragen. Den  orchestralen  Theil  brachte  die  Hofcapelle  vor- 
trenlich'zur  Gheltung:  glänzend,  wo  es  e;alt,  zu  leuchten,  nir- 
gends aber  aufdringlich.  Die  JohannisKirche  war  bis  anf  den 
fetzten  Platz  gefüllt. 

Aus  den  beiden  bisher  stattgehabten  Ooncerten  der  H  of- 
ca pelle  müssen  hervorgehoben  werden:  die  Ddur-Svmphonie 
von  Brahms,  wirklich  ein  bis  ins  Kleinste  liebevoll  und  mit 

Seinlichstem  Fleiss  ausgearbeitetes  Repertoirestück  unseres 
rchesters,  und  die  in  Esdur  von  Schumann.  Ueber  die 
Wiedergabe  des  ersteren  schwierigen,  herrlichen  Werkes  unter 
Klughardt's  Leitung  ist  in  diesem  Blatte  schon  früher  be- 
richtet worden,  man  muss  aber  immer  vneder  von  Neuem 
darauf  hinweisen,  mit  welcher  Hingebung  und  Weihe  solche 
Perlen  der  Concertlitteratur  hier  spielt  werden.  Frl.  Martha 
Remmert  erntete  lebhaften  BeiÜEtll,  namentlich  mit  Liszt's 
Ungarischer  Phantasie;  Frau  Schmidt-Köhne  sang  sich  in 
die  Herzen  der  Hörer  hinein:  Hr.  Alfred  Sormann,  der 
junge  Berliner  Pianist,  und  Frl.  Bosa  Schindler,  einetalen- 
tirte  Geigerin  in  kurzem  Kleide,  wurden  sehr  freundlich  auf- 
genommen. 

Von  Kammermusik  hörten  wir  in  bekannter  rühm- 
licher Ausführung  durch  dieHH.  Klughardt,  Seitz,  Voss, 
Weise  und  Jaeger  zwei  Streichquartette  von  Beethoven 
(Od.  18,  No.  1,  und  Op.  69,  No.  1),  sowie  Claviertrios  von 
Schubert  (Bdur)  und  Klughardt  (Pdur). 

Magdeburg,  1.  Noyember.  Den  Beigen  der  Winter- 
concerte  eröffnete  wie  alljährlich  bereits  Ende  September  der 
Tonkünstlerverein  mit  den  werthen  Kräften  vom  vorigen 
Jahre',  den  HH.  Felix  Berber,  Fröhlich,  Trostorf  und 
Petersen.  Dieses  wohl  eingespielte  und  künstlerisch  ein- 
müthige  Quartett  bot:  'Streichquartette  von  Haydn  (Bdur), 
Beethoven  (Op.  54,  No.  2  und  3,  und  Op.  18,  No.  4),  Schumann 
(Op.  41,  No.  2)  und  Tscha'ikowsky  (Op.  11)  und  in  ge- 
wohnter Schönheit  das  Fdur-Olaviertrio  von  Schumann  unter 
Mitwirkung  des  Hm.  Kau  ff  mann,  dazu  eine  Sonate  für 
Pianoforte  und  Violoncell  von  Hans  Huber  und  ein  Concert- 
stück  „Arcellaria^  ftir  Violoncell,  unter  freier  Benutzung 
eines  Motives  aus  Bruches  Cantate  „Feuerkreuz**,  sowie  die 
Chaconne  für  Violine  von  S.  Bach,  Musterleistungen  der 
HH.  Petersen  und  Berber.  Femer  Gesangsvorträge  am 
3.  October  von  Frau  Emma  Stöbe-Spiegelberg  aus  Halber- 
stadt (Lowe's  Ballade  „Die  Dorfkirche",  „Auf  der  Bleiche" 
von  Bungert,  „Das  alte  Lied"  von  Griegu.  s.  w.)  und  am 
24.  Octol^r  von  unserem  Frl.  Elisabeth  Wehe  als  dankbar 
aufgenommene  und  sich  würdig  einreihende  Zwischengaben. 

Von  grossen  Ton  werken  kamen  Zweie  zur  Aufführung: 
Am  5.  October  in  der  Johanniskirche  Haydn's  „Schöpfung" 
durch  den  KirchenjB^esangverein  unter  Leitimg  des  Hrn. 
Rebling  und  solistischer  Mitwirkung  der  Frau  Schmidt- 
Köhne  und  der  HH.  Heinrich  Grahl  und  Felix  Schmidt 
in  vollendeter  Ausführung  und  zu  grosser  Befriedigung  der 
andächtig  lauschenden  grossen  Hörerschaft,  wie  zu  erheb- 
licher Verstärkung  des  Pensionsfonds  unseres  Goncertorchesters 
imd  am  12.  October  Haydn's  „Jahreszeiten"  durch  den 
Brandt'schen  Gesangverein  unter  Leitung  des  Hm. 
Brandt  und  solistischer  Mitwirkung  des  Frl.  Schauseil  und 
der  HH.  Dierich  und  Gillmeister  in  der  gewissenhaft 
vorbereiteten  und  begeisterten  Art,  die  man  von  solchen 
vereinigten  Kräften  gewohnt  ist. 


*)  Analog  dem  Stadtorchester  in  Leipzig,  welchem  der 
treuliche,  der  Beachtung  weiterer  Kreise  als  Goncert-  und 
Oratoriensänger  warm  zu  empfehlende  Baritonist  Hr«  Ernst 
Schneider  als  Mitglied  angenört.  D.  Eed. 


Von  Künstlerconcerten  fiel  das  Erste  auf  den 
20.  October.  Es  traten  auf  der  Sänger  Hr.  Oberhauser 
aus  Berlin  im  Bunde  mit  der  Violinvirtuosin  Frau  Anna  v. 
Pilgrim  (geb.  Säbel)  und  der  Pianistin  Frl.  Olga  v.  Schön - 
wald.  Es  brachte  in  gewisser  Beziehung  eine  Enttäuschung : 
denn  wer  da  wusste,  dassHr.  Oberhauser  nach  sechszehnjähriger 
Thätigkeit  an  der  Hofoper  in  Berlin  unter  grossen  Ehren 
und  Zeichen  der  Trauer  über  sein  Scheiden  der  Bühne  den 
Rücken  gekehrt  hatte,  hoffte  doch  eine  recht  grosse,  volu- 
minöse und  sympathische  Stimme  zu  hören.  Hr.  Oberhauser 
aber  sang  so  vorsichtig  und  maassvoll,  dass  ihm  seine  Vor- 
träge nur  einen  Achtungserfolg  eintrugen.  Auch  Frau  v. 
Pilgrim  entsprach  den  hochgespannten  Erwartungen  nicht 
ganz.  Wurde  sie  als  beste  Schülerin  Joachim's  in  den  letz- 
ten zehn  Jahren  neben  einer  Soldat  genannt,  so  musste  man 
mehr  erwarten,  als  diesen  kühlen,  fast  mechanischen  Vortrag 
und  eine  andere  Wahl  als  Bohm's  Gkivotte.  Und  der  lange 
Beifall  und  da  capo-Ruf  bei  diesem  trivialen  Stücke  oder 
beim  Minutenwalzer  von  Chopin  zeigten,  dass  man  ihren 
Künsten  mehr  Werth  beilegen  musste,  als  ihrer  Kunst.  Die 
Pianistin  entwickelte  in  der  Begleitung  und  in  Einzel- 
leistungen erstaunliche  Ausdauer  für  eine  so  zarte,  jugend- 
liche Mädchenfigur,  in  ihrer  Technik  recht  hübsche  Erfolge 
und  in  ihrer  Auffassung  guten  Ansatz.  Aber  noch  fehlte  es 
an  Kraft,  klarer  Phrasirung  und  rhythmischer  Durcharbeitung. 
So  erhob  sich  die  Temperatur  in  diesem  Goncert  nicht  oft 
über  eine  lauliche  oder  warme  hinaus. 

Und  auch  das  2.  Künstlerconcert,  am  81. October  im 
Fürstenhof,  bewegte  sich  doch  nur  auf  mittlerer  Höhe  der 
Leistungen  imd  des  Erfolges,  künstlerisch  wie  materiell.  Die 
vor  einigen  Jahren  in  so  ungeschickter  Weise  als  „Fee  vom 
Niagara"  eingeführte  Gesang  virtuosin  Nikita  hatte  sich  mit 
ein  paar  ganz  jugendlichen  Künstlern,  dem  Sänger  Hrn.  Emile 
de  Mlynarski  und  dem  Pianisten  Hm.  Mayer-Mahr,  zu 
einer  Tournöe  verbunden,  fand  aber  trotz  der  feurigen  An- 
strengungen einiger  unbedingten  Verehrer,  trotz  des  in  Pausen 
ihr  auf  offener  Bühne  Überreichten  Strausses  und  Blumen- 
korbes und  trotz  des  Brillantfeuers  ihres  Schmuckes  und  ihrer 
Augen  nur  getheilten  Beifall.  Die  Musikverständigen  be- 
leidigten ihre  Schwäche  oder  Unarten,  das  unklare  Intoniren, 
das  stete  Schweben  der  Töne,  das  Trillern  auf  einem  Tone 
oder  auf  2 — 3  Tönen,  aber  nur  nicht  auf  Prime  und  Secunde, 
das  Schlittern  von  einem  Tone  zum  anderen,  die  im  verständ- 
liche Textaussprache  in  vier  Sprachen,  die  willkürliche  Her- 
vorhebung oder  Unterdrückung  gewisser  Silben  oder  Töne  etc. 
zu  sehr  in  ihrem  musikalischen  G^chmacke,  um  die  Vorzüge 
ihres  Organs  oder  ihrer  Schule  noch  zur  Geltung  kommen 
zu  lassen.  Und  der  Pianist  erhob  sich  doch,  bei  selbstver- 
ständlich guter  Technik,  in  Auffassung  und  Wirkung  zu 
wenig  über  das  uns  gewohnte  Maass  hinaus,  um  neben  ihr 
sich  behaupten  zu  können.  Besser  war  noch  der  Geiger,  der 
nach  französischer  Art  keck  und  zum  Theil  glänzend  spielte, 
aber  leider  Nichts  für  das  Gefühl  bot  und  ein  zwar  gutes, 
aber  offenbar  krankes  L:istrument  gar  hübsch  erklingen  liess, 
aber  wohl  bei  Keinem  auch  eine  oder  ein  Paar  Saiten  des 
Herzens.  Und  das  sind  wir  doch  nun  einmal  von  künstle- 
rischem Geigenspiele  zu  erwarten  gewöhnt  und  berechtigt. 

Von  Ges^lschaftsconcerten  bot  der  October  Zweie:  am 
22.  Oct.  im  Kaufmännischen  Verein  mit  den  Orchester- 
nummern Beethoven's  6.  Symphonie  und  „Tannhäuser" - 
Ouvertüre;  wirklich  grossartigen,  technisch  vollendeten  und 
seelenvollen  Ciaviervorträgen  des  vielversprechenden  Hrn. 
Anton  Foerster  aus  Leipzig  (Fis  moll-Concert  v.  H.  v.  Bronsart^ 
As  dur-Nocturne  von  Chopin,  Etüde  in  F  moll  und  Tarantelle 
von  Liszt)  und  beifällig  aufgenommenen  Gesangsgaben  des  Frl. 
Bertha  Martini  aus  Leipzig  (Recitativ  und  Axie  aus  „Hans 
Heiline^  und  Lieder  von  Kau&iann,  Schaper,  Röntgen  und 
Reinecke).  Am  26.  October  in  der  Loge  Ferdinand  mit 
Schubert's  C  dur-Symphonie,  Elegischen  Melodien  für  Streich- 
orchester V.  Grieg  in  gewohnter  Präcision  und  Durcharbeitung 
und  mit  Gesangs  vortragen  des  Frl.  L.  v.  Spira  aus  München. 
Leider  genügten  die  Mittel  und  technischen  Künste  der 
jugendlichen  Säneerin  noch  nicht  ganz  den  hohen  Aufgaben, 
die  sie  sich  in  den  drei  Liedern  von  Brahms  selbst  gestellt 
hatte;  besser  gelang  ihr  noch  die  Arie  aus  Lachner^s  „Catha- 
rina  Comaro".  Doch  fanden  ihre  Gkiben,  um  sie  in  ihrem 
Streben  zu  ermiithigen,  beifUlige  Aufnahme. 

Eine  reichere  Auswahl  und  grössere  Kunstgenüsse  ver- 
spricht der  Monat  November,  unser  rechter  und  echter  Musik- 
monat, zu  bringen,  R.  S. 


610 


1 


Concertumschau. 

Aachen.  2.  städt.  Abonn.-Oonc  (Schwickerath) :  Ouver- 
taren  y.  Beethoven  (Op.  124)  a.  Berlioz  („Le  Carnaval  ro- 
main**),  Vorspiel  u.  Bacchanale  a.  „Tannhäuser''  (Pariser  Be- 
arbeit.)  v.  R.  Wagner,  „Wanderers  Sturmlied**  f.  Chor  und 
Orch.  y.  B.  Strauss,  Soloyorträge  der  Frls.  Zimdars  a.  Berlin 
(Ges.,  „Feldeinsamkeit**  y.  Brahms  etc.)  u.  Schwabe  y.  eben- 
daher (Viol.,  2.  Polon.  y.  Wieniawski  etc.). 

Amsterdam.  Abonn.-Concerte  im  Neuen  Ooncerthaus 
(Kes)  am  10.  u.  18.  Noy.:  Symphonien  y.  B..  Strauss(Fmoll) 
u.  Beethoven  (No.  3),  „Sommernachtstraum**-Musik  y.  Mendels- 
sohn, Ouyert.  zu  „Figaro's  Hochzeit**  y.  Mozart,  Solovorträge 
des  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  (Ges.,  „Luftschloss**  v.  Beinecke, 
Wiegenlied  v.  Harthan,  Frühlingslied  v.  Umlauft  etc.)  u. 
des  Hm.  Stavenhagen  a.  Weimar  (Clav.,  12.  Ungar.  Rhaps. 
y.  Liszt  etc.). 

Angers.  4.  Abonn.-Conc.  der  Association  artist.  (Frö- 
maux):  Esdur-Symph.  v.  Haydn,  Ouvertüren  v.  Spohr( „Faust**) 
u.  £.  Lalo  („Le  Koi  d'Ys**),  drei  Nummern  a.  der  „Manfred**- 
Musik  y.  Schumann,  „Kermesse  flamande*'  a.  „Milenka**  von 
Jan  Blockx. 

Bayreuth.  146.  Gonc.  des  Musikver.:  Drei  Sätze  a.  der 
Preissymphonie  v.  R.  Wüerst  (entspricht  der  ausgelassene 
3.  Satz  nicht  der  Bedeutung  einer  solchen  Symphonie?), 
Tromneten-Ouvert.  v.  Mendelssohn,  drei  „Bilder  aus  Osten**  f. 
Streicnorch.  v.  Schumann,  Vorträge  des  Österreich.  Damen- 
quart.  der  Frls.  Tschampa  u.  Gen.  („Es  steht  eine  Linde**  v. 
Kienzl,  Wiegenlied  v.  Brahms  etc.). 

Berlin.  Am  26.  Oct.  Liederabend  v.  Anna  v.  Jerebtzoff 
unt.  Mitwirk,  der  Pianistin  Frl.  MarkofF.  —  Am  1.  Nov.  Lieder- 
abende v.Olara  Hoppe  unt.  Mitwirk.  desViolinisten  Hm.Beröny 
u.  v.  V.W.  White  unt.  Mitwirk,  der  Violoncellistin  Frl.  v.  Bolo- 

rvskoy.  —  Am  8.  Nov.  Liederabend  v.  Frl.  Finkenstein.  — 
Kammermusikabend  y.  Gust.  u.  Ingeborg  Exner  u.  Espenhahn 
unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  Plüdderaann :  Ciaviertrios  v. 
Tschaikowsky  (Op.  60)  u.  R.  Radecke  (Op.  30),  Soli  für 
Qea.  y.  M.  Plüddemann  („Es  steht  ein  Lind^),  J.  Brahms 
(„Ständchen**)  u.  A.  m.  u.  f.  Viol.  v.  Ries  (zwei  Sätze  a.  der 
Gdur-Suite).  —  Am  10.  Nov.  Conc.  des  Violinisten  W.  Meyer 
unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  v.  Spira  u.  des  Philharmon. 
Orch.  (Herfurth):  „ Zauberflöten** -Ouvert.  v.  Mozart,  Soli  für 
Ges.  y.  Eckert  (Arie  a.  „Wilhelm  von  Oranien"),  Rubin- 
stein („Neue  Liebe**)  u.  A.  u.  f.  Viol.  v.  Goldmark  (Conc), 
Gernsheim  (Phantasiestück),  Moszkowski  (Ballade)  und 
N&pravnik  (Phant.  üb.  russ.  Themen).  (Ein  Bravo  dem  Hrn. 
Concertgeber  für  die  aparte  Wahl  seiner  Solostücke!) — Wohl- 
thätigkeitsconc.  der  HH.  Professoren  Joachim  u.  Ad.  Schulze 
unt.  Mitwirk,  der  Sänc^eHn  Frl.  Jordan ,  des  Pianisten  Hrn. 
Barth  u.  des  a  cap.-Chors  der  k.  Hochschule  der  Musik  am 
10.  Nov.:  D moll-Clav.- Violinson.  v.  Schumann,  gem.  Chorge- 
sänge V.  Brahms  („Nachtwache**  No.  1  u.  2,  u.  „Verlorene 
Jugend**)  u.  A.,  Frauenchöre  v.  Schubert  („Ständchen**,  mit 
AJtsolo)  u.  Brahms  („Der  Holdseligen  sonder  Wank**  und 
„Fidelin**^,  Soli  f.  Qav.  v.  Brahms  (Rhaps.  Op.  79,  No.  2), 
Rudorfi  (Phantasiestück)  u.  A.  u.  f.  Viol.  —  Am  12.  Nov. 
Gonc.  der  Violinistin  S.  Pick-Steiner  unter  Mitwirk,  der  Sän- 

§enn  Frau  Kohut-Manstein.  —  3.  Philharm.  Conc.  (Dr.  Hans 
dichter  a.  Wien):  4.  Symphonie  v.  Schumann,  „Euryanthe"- 
Ouvert.  V.  Weber,  „Parsif al** -Vorspiel  v.  Wagner,  «Der  Tanz 
in  der  Dorüschenke**  v.  Liszt,  Ciavier  vortrage  des  Hrn.  Rei- 
senauer.  —  Am  15.  Nov.  Ciavierabend  v.  Marg.  Eussert.  — 
Am  16.  Nov.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Gesangver.  „A  capella** 
(Schaerf )  unt.  sollst.  Mitwirk,  der  Frls.  Lampe  u.  Braun  u. 
der  HH.  Kirchner  u.  Noack  ((res.),  sowie  des  Hm.  Deckert 
(Org.):  Cant.  „Gottes  Zeit  ist  die  allerbeste  Zeit**  v.  S.  Bach 
u.  A.  m.  —  ion  16.  Nov.  Conc.  des  Sängers  A.  Udvardy  unt. 
Mitwirk,  des  Violinisten  Hrn.  Weintraub.  —  1.  Abonn.-Conc. 
der  HH.  Zajic  (Viol.)  u.  H.  Grünfeld  (Violonc.)  unt.  Mitwirk, 
der  Sängerin  Frl.  Deppe  u.  des  Pianisten  Hrn.  A.  Grünfeld: 
Ciaviertrio  Op.  15  v.  F.  Smetana,  Pbantasiestücke  für  die- 
selben Instrumente  v.  Schumann,  Soli  f.  Gesang  v.  Wagner 
(„Träume**),  Moszkowski  („Mädchenaug'*),Ph.  Schar wenka 
(„Im  tiefsten  Innern**),  Brahms  („Meine  Liebe  ist  grün**)  u. 
A.,  f.  Viol.  V.  S.  Bach  (Chaconne)  u.  f.  Violonc.  v.  Haydn  u. 
Popper  (Menuett).  —  Conc.  der  Berliner  Liedertafel  (Zander) 
am  17.  Nov.:  Chorlieder  v.  Abt  („Am  Sonntag**),  A.  Schu- 
mann (Spielmannslied),  L.  Liebe  („Kriegers  Nachtwache**) 
u.  A.,  Solovorträge  des  Frl.  Hiedler  (Ges.,  Arie  a.  „Der  Wider- 
spänstigen  Zähmung**  v.  Goetz,  „Ich  liebe  dich**  v.  Liszt, 
Seren,  v.  Moszkowski  u.  „Genesung**  v.  Franz)  u.  des  Hrn. 


Masbach  (Clav.,  Praeludium  v.  E.  E.  Taubert  etc.).  —  Am 
18.  Nov.  Conc.  v.  Margarethe  Pütz  (Ges.)  unter  Mitwirk,  der 
■HH.  G.  Freudenberg  (Viol.)  und  Hegner  a.  Copenhagen  (wie 
hat  sich  diese  Domicilangabe  in  die  Programme  der  WolfiT- 
schen  Concertagentur  verirrt?).  —  Am  18.  Nov.  Concert  von 
Martha  Hornig  (Clav.)  u.  Franz  Fink  (Viol.)  unter  Mitwirk, 
des  Philharmon.  Orch.:  Soli  f.  Clav.  v.  Liszt  („Waldesrau- 
schen**) u.  A.  u.  f.  Violine  v.  C.  Rübner  (Conc),  Wagner- 
Wilhelmj  („Albumblatt**),  Singer  (Rhaps.  hongr.)  u.  A.  — 
Am  19.  Nov.  Ciavierabend  v.  Felicia  Bürchdorffer  a.  Frank- 
furt a.  M.  (derselbe  Verwunderungsausruf  wio  oben!)  m.  Com- 
?ositionen  v.  Beethoven  (Sonate  Op.  109),  S.  Bach  (Chromat, 
•haut.  u.  Fuge),  Liszt  (13.  Ungar.  Rhaps.)  u.  A.  —  Concert 
y.  Helene  Geisler  u.  Adeline  Herms  unt.  Mitwirk,  des  Hrn. 
E.  E.  Taubert. 

Braunsehweig.  1.  Abonn.-Conc.  der  Hofcap.  (Riedel): 
Orohestersuite  „Im  Schlosshof*  v.  H.  Hof  mann,  Ouvert.  zu 
„Benvenuto  Cellini**  v.  Berlioz,  üng. Rhaps.  f.  Orchester  v. 
Liszt-Doppler,  Gesang  vortrage  der  Frau  Moran-Olden  („Es 
blinkt  der  Thau"  v.  Rubinstein,  „Der  Kobold"  v.  Reinecke, 
Wiegenlied  v.  Harthan  etc.). 

Breslau.  3.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.-Ver.  (Masz- 
kowski):  6.  Symph.  u.  Gdur-Clavierconc.  (Frl.  v.  Jakimowska 
a.  St.  Petersburg)  v.  A.  Rubin  stein  (unt.  Leit.  des  Comp.), 
„Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Entr^acte  a.  „Rosamunde**  v. 
Schubort,  Claviersoli  v.  Chopin.  —  8.  Musütabend  des  Ton- 
künstlerver. :  Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.  v.  Brahms,  Soli 
f.  Ges.  V.  Meyerbeer,  Lessmann  („Du  rothe  Rose**),  Ries 
(„Ajn  Rhein  und  beim  Wein**),  Wagner  (Lohengrin's  Erzäh- 
lung a.  „Lohengrin**),  Brahms  („Liebestreu**),  Ad.  Jensen 
(„ifiirmelndes  Lüftchen**)  und  W.  Taubert  („Der  Herzaller- 
liebsten**), f.  Clav.  V.  Schumann  („Faschingsschwank ausWien**) 
u.  f.  Viol.  V.  A.  Becker  (AmoU-Ballade)  u.  I.  v.  Bronsart 
(Romanze).  (Ausfahrende:  Frl.  Faulhaber  a.  Glatz  [Ges.]  u. 
HH.  Dr.  Freund  [Ges.],  Dr.  Steinitz  [Clav.],  Fabian  [Violine], 
Hey  er  [Violonc]  u.  Wiedemann  [Clar.].)  —  8.  Symph.-Conc. 
der  Bresl.  Concertcap.  (Riemenschneiaer) :  Drei  Sätze  a.  der 
1.  Orchestersuite  v.  F.  Lachner,  Sinfonietta  f.  Blasinstru- 
mente V.  Raff,  Ouvertüren  v.  Litolff  („Robespierre**)  und 
Thomas  („Mignon**),  „Vor  dem  Muttergottesbilde**  f.  Streich- 
quart, von  G.  Riemenschneider,  Gesang  vortrage  des  Frl. 
Michalke. 

CarlSFUhe.  Aufführ,  des  Ver.  f.  evang.  Kirchenmusik 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Hoeck-Lechner  (G«s.)  u.  der  HH. 
Lang  (Ges.)  u.  Jäger  (Org.)  am  20.  Nov.:  Chöre  v.  S.  Bach, 
J.  Moller,  B.  Klein,  L.  Spohr  u.  Mendelssohn,  Hymne  f.  So- 
pransolo u.  Chor  „Bei  dir  gilt  Nichts**  v.  Mendelssohn,  SoH 
f.  Ges.  V.  J.  Rosenhain  (Arie  a.  „Saul**),  Hiller  (G^ebet)  u. 
A.  u.  f.  Org.  V.  S.  Bach. 

Charlottenburg.  2.  Popul.  Kammermusikabend  der  HH. 
Ad.  Schultze  (Clav.),  Lenze wski  u.  Horwitz  (Streicher)  unter 
Mitwirk,  der  Sängerin  Frau  BindhofF:  Emoll-Claviertrio  von 
Goldmark,  Adur-Clav.-Violinson.  v.  Beethoven,  Soli  f.  (3^es, 
von  Beethoven  (drei  Schott.  Lieder),  Schubert,  Kubinstein 
(„Die  Waldhexe**)  u.  W.  Taubert  („Sonne  hat  sich  müd  ge- 
laufen**) u.  f.  Viol.  V.  Spohr. 

Chemnitz.  Grosse  113.  Musikaufführ.  m.  S.  Baches  Weih- 
nachtsoratorium (Theil  I  u.  II  m.  ausgeführter  Orchesterbeglelt. 
in  der  Bearbeit.  v.  R.  Franz,  Theil  III  zusammengestellt  a.  dem 
3.,  4.  u.  6.  Theil  u.  bearbeit.  v.  Th.  Schneider)  durch  die. 
Singakad.  u.  den  Kirchenchor  zu  St.  Jacobi  unt.  Leit.  des  Hm. 
Schneider  u.  soLLst.  Mitwirk,  der  Frls.  Schneider  a.  Dessau  u. 
Boehme  v.  hier  u.  der  HH.  Mann  u.  Reichert  a.  Dresden. — 
Wohlthätigkeitsconc.  am  21.  Nov.,  ausgeführt  vom  „Sänger- 
kranz**, Frl.  Grossschupf  a.  Leipzig  u.  Hrn.  Piehler  a.  Dres- 
den (Ges.).  sowie  der  städt.  Cap.  unt.  Leit  der  HH.  Blumen- 
tritt u.  Ponle:  „Friedensfeier** -Festouvert.  v.  Reinecke,  „Im 
Krönungssaal**  a.  der  Ungar.  Suite  f.  Orch.  u.  „Johanna  von 
Orleans*^  f.  Männerchor,  Soli  u.  Orch.  v.  H.  Hof  mann,  alt- 
deutsche Volkslieder,  f.  Männerchor  ges.  v.Isenmann  u.  Jüngst, 
Gesangsoli  v.  F.  Ries  („Aus  deinen  Augen**),  H.  Hofmann 
(„Blumenorakel**),  H.  v.  Koss  (Winterlied)  u.  Löwe. 

Coblenz.  1.  Abonn.-Conc.  des  Musikinstituts  (Heubner) 
unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Jongnell  u.  Oebbecke  und  der 
HH.  Wilhelm  u.  Gausche  (das  Domicil  der  Solisten  wird  vom 
Concertzettel  nach  dem  Muster  einer  Berliner  Concertagentur, 
die  die  Gäste  wahrscheinlich  geliefert  hat,  verschwiegen!): 
3.  Symph.  v.  Beethoven,  Vorspiel  zu  „Tristan  und  Isolde**  v. 
Wagner,  „Christoforus**  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  Rhein- 
berger.  (Von  dem  Vertreter  der  Hauptpartie  in  Rheinber- 
ger*s  Werke,  Hrn.  Gausche,  schreibt  die  „Cobl.  Z.**,   dass  er 


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sich  der  dankbaren  Aufgabe  mit  „grossem  Geschick"  entledigt 
habe.  „Seine  Stimme  ist  ein  umfangreicher,  kräftiger  hoher 
Bass,  seine  Art  zu  singen  eine  sehr  gute;  vor  allen  Dingen 
versteht  er  gut  zu  charakterisiren."). 

CÖln.  Kammermusik- Aufführungen  der  HH.  Hollaender, 
Schwarz,  Kömer  u.  Hegyesi:  No.  2  unt.  Mitwirk,  der  HH. 
Grossmann  (Clav.)  u.  Erck  (Bratsche).  Cdur-Streichquint.  v. 
Beethoven,  DmoU-Streichquart.  v.  Mozart,  Bdur-Claviertrio  v. 
Schubert.  No.  3  unt.  Mit  wirk,  des  Hm.  Prof.  Dr.  Scholz  a. 
Frankfurt  a.  M.  (Clav.).  Fmoll-Olavierquart.  v.  B.  Scholz, 
Streichquartette  v.  Haydn  (Gdur)  u.  Beethoven  (Op.  131). 

CÖthen.  Goncerte  desGesangver.  (Gruss):  No.  1.  4.  Sym- 
phonie V.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  und  Gold- 
mark („Im  Trühling"),  Schlummerlied  u.  Gavotte  a.  der  Seren, 
f.  Streichorch.  v.  R.Hof  mann,  Gesangvorträge  des  Frl.  Berg 
a.  Nürnberg  (Arie  a.  „Samson  und  Dalila''  v.  Saint-Sa^ns, 
vier  Brautlieder  v.  P.  Co  melius,  „M&rzschnee"  v.  Erbprinz 
Friedrich  von  Anhalt,  Wiegenlied  v.  N.  v.  Koenneritz, 
JLauf  der  Welt"  v.  Grieg  und  Winterlied  v.  H.  v.  Koss). 
(Frl.  Berg  zählt  zu  den  wenigen  Sängerinnen,  die  nicht  aus- 
schliesslich auf  classischen  und  allerwärts  schon  abgesungenen 
neueren  Compositionen  herumreiten,  sondern  auch  muthig  zu 
unbekannterem  greifen!  Solche  Künstler  sollten  bei  Engage- 
ments ganz  besonders  berücksichtigt  werden!)  No.  2,  ausge- 
führt von  Frau  Schmidt-Köhne  (Ges.).  Frl.  Schindler  (Viol.) 
u.  Hrn.  Sormann  (Clav.)  a.  Berlin:  Clav.-Violinson.  v.  Beet- 
hoven, Soli  f.  Qesang  v.  Grieg  („Solvejg's  Lied"),  Brahms 
( „Vergebliches  Ständcnen"),  Mascagni  („Blumenorakel"),  Cor- 
nelius („Komm,  wir  wandeln  zusammen"),  Eietz  („Elfe"), 
Biz et  („Pastorale),  R.  Strauss  („Ständchen"),  Stange  („Tan- 
daradei")  u.  A.,  f.  Ciavier  v.  Moszkowski  (Seren.),  A.  Sor- 
mann (Mazurka)  u.  Liszt  (Esdur-Polon.)  u.  f.  Viol.  v.Vieux- 
temps  (Ballade  u.  Polon.)  u.  Sarasate  (Span.  Tänze). 

Dessau.  2.  Kammermusikabend:  Streichquart.  Op.  59, 
No.  1,  V.  Beethoven,  Bdur-Claviertrio  v.  A.  Klughardt. 
(Ausfährende:  HH.  Klughardt  [Clav.],  Seitz,  Voss,  Weise  u. 
Jaeger  [Streicher].) 

Deventer .  Conc.  des  Männerchors  (Rijken)  am  14.  Nov. : 
„Die  erste  Walpurgisnacht"  v.  Mendelssohn,  „Fingal"  f.  Soli 
u.  Männerchor  v.  Arn.  Krug. 

Dresden.  1.  Vortragsabend  des  Lehrer-CJesangver.  (Prof. 
Wermann):  „Kyrie"  u.  „Gloria"  a.  der  Vocalmesse  f.  Männer- 
chor u.  Soli  V.  Volkmann,  Männerchöre  v.  Grell  („Ein  ge- 
treues Herz"),  Rossi  („Wohl  waren  es  Tage  der  Sonne"),  Um- 
lauft („Des  Lehnsmannes  Abschied"),  Keinecke  (Wander- 
lied), J.  Otto  („Trost")  u.  O.  Wermann  (Jagdlied),  sowie 
zwei  V.  Letzterem  bearbeit.  Volkslieder,  Soloquartette  „Gruss" 
V.  H.  Langer  und  Frühlingslied  v.  E.  Kretschmer  (HH. 
Anders,  Grumbt,  Holzegel  u.  Spranger),  Solovorträge  des  Frl. 
Martini  a.  Leipzig  („Marie"  v.  Franz,  Schlummerlied  v.  Rieh. 
Wagner,  „Im  Frühling"  v.  F.  v.  Holstein,  „Die  Wahr- 
sagerin" V.  Kauffmann,  „An  die  Nacht"  v.  Lassen  und 
„Barbarazweige"  v.  Rein  ecke)  u.  des  Hm.  Schmidt  v.  hier 
(Variat.  f.  Ob.  v.  H.  Griebe  1,  sowie  „Des  Hirten  Wiegenlied  in 
der  heil.  Nacht"  v.  0.  Wermann  u.  Lied  an  den  Abendstem 
V.  R.  Wagner  f.  Engl.  Hom).  —  1.  Unterhaltungsabend  des 
Frauenerwerbver. :  Clav.-Violinson.  Op.  30,  No.  3,  v.  Beetho- 
ven (HH.  Hess  und  Eismann),  Solovorträge  der  Frls.  Kaiser 
(Ges.,  Winterlied  v.  H.  v.  Koss,  „Sandmännchen"  v.  Brahms, 
„Rothhaarig  ist  mein  Schätzelein"  v.  Steinbach  etc.)  und 
Diacono  (Declam.)  u.  der  HH.  Hess  (Romanze  und  Etüde  v. 
Rubinstein  etc.)  und  Eismann  (Nord.  Weisen  v.  G.  Eber- 
hardt,  Zigeunertanz  v.  Nachöz  etc). 

Eisleben.    Musikaufführ.  des  städt.  Singyer.  (Richter)  unt. 

fesangsolist.  Mitwirk,  das  Frl.  Oberbeck  a.  Berlin  am  9.  Nov.: 
.  Symph.  V.  Beethoven,  Reformati onscant.  „Ein  feste  Burg" 
V.  S.  Bach  (der  orchestr.  Theil  v.  A.  Richter  bearbeitet),  Ada- 

fio  a.  dem  GmoU-Streichquint.  v.  Mozart,  Lieder  „Denk  ich 
ein",  „Im  Herbst",  „Gute  Nacht",  „Liebchen  ist  da",  „Für 
Musik",  „Im  Rhein",  „Wohl  viele  tausend  Vögelein"  u.  „Lie- 
ber Schatz,  sei  wieder  gut"  v.  Franz.  (Ueber  den  Lieder* 
Vortrag  schreibt  man  uns:  „Frl.  Oberbeck  wusste  durch  ihre 
vollendete  Declamation,  durch  die  warme  Beseelung  des  Tons 
und  die  Vertiefung  in  den  Empfindungsgehalt  der  Poesien 
Franz^scher  Muse  Eindrücke  zu  hinterlassen,  deren  man  sich 
so  bald  nicht  vnrd  entänssern  können."^ 

Frankfurt  a.  M.  2.  Kammermusikabend  der  Museums- 
gesellschaft: Streichquartette  v.  Schumann  (Fdur)  u.  Schubert 
(Dmoll),  GmoU-Claviertrio  v.  H.  v.  Bronsart.  (Ausführende: 
HH.  Schwarz  [Clav.],  Prof.  Heermann,  Naret  Koning,  Welcker 
u.  Becker  [Streicher].)  —  2.  Museumsconc.  (Kogel):  1.  Symph. 


V.  Brahms,  Ouvert.  zur  Oper  „Der  Barbier  von  Bagdad"  v. 
Cornelius,  Conc.  f.  Streichorch.,  zwei  oblig.  Violinen  und 
oblig.  Violonc.  v.  Händel,  Solovorträge  des  Prl:  Kleeberg  a. 
Paris  (Clav.)  u.  des  Hrn.  Birrenkoven  (Ges.). 

Freiburgr  i.  B.  1.  grosses  Conc.  des  Musikver.  (Adam)  m. 
HändePs  „Judas  Maccaoäus"  unter  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Huber  a.  Basel,  des  Frl.  Kloppenbur^  a.  Frankfurt  a.  M.  und 
der  HH.  Dierich  a.  Leipzig  u.  Staudigl  a.  Berlin.  (Von  den 
Solisten  wird  ganz  besonders  FrauHuber  hervorgehoben,  in- 
dem man  Über  dieselbe  schreibt:  „Sie  besitzt  ein  glocken- 
reines, trefflich  geschultes,  gut  ausgeglichenes  Organ  und  be- 
handelt den  Text  mit  groaser  Sorgfalt.  Zu  diesen  für  eine 
Concertsängerin  unerlässlichen  Eigenschaften  kommt  aber 
noch  die  einer  durch  und  durch  musikalischen  Auffassung, 
die  sich  in  der  feinsinnigen  Phrasirung  ihrer  Arien  glänzend 
offenbarte.  Diese  Eigenschaften  fielen  mir  besonders  auf  im 
Vortrag  der  Chorarie  >Du  sinkst,  ach,  armes  Israel«,  wo  die 
Sängerin  bei  aller  Innigkeit  der  Tongebung  den  stilgerechten, 
epischen  Ton  beibehielt  und  es  mit  feinem  Takte  vermied, 
in  eine  dramatisch-pathetische  Declamation  zu  verfallen.") 

Genf.  Kirchenconc.  des  Organisten  Hm.  Barblan  unter 
Mitwirk,  des  Hm.  Ad.  Rehberg  (Violonc.)  u.  des  Choeur  russe 
(Spassovhodsky)  am  13.  Nov.:"  Chöre  von  Starorousky,  Bort- 
nianskv,  Lomakine  u.  Lwoff,  Solif.  Org.  v.Kirchner  (Pr61.), 
S.  Bach,  Guilmant  (Allegro  mod.)  und  L.  Thiele  (Cmoll- 
Phant.)  u.  f.  Violonc.  v.  Chopin,  Durante  und  S.  Bach.  — 
2.  Abonn.-Conc.  im  Stadttheater  (W.ßehberg):  BdurrSymph. 
V.  Haydn,  Orchestersuite  „Conte  d'Avril"  v.  Widor,  Ouvert. 
zum  „Fliegenden  Holländer"  v.  Wagner,  Cla  vier  vortrage  des 
Hrn.  Slivinski  (4.  Conc.  v.  Rubinstein,  Air  v.  Leschetizki, 
Spinnerlied  v.  Wagner-Liszt  etc.). 

Guben.  Conc.  des  Gesangver.(Ochs)  unt.  gesangsolist.  Mit- 
wirk, der  Frls.  Kostetzky,  Maass  u.  Schicke  u.  HH.  Sasse  u. 
Gander  v.  hier,  sowie  des  Hm.  Krüger  a.  Berlin  am  12.  Nov. : 
„Der  Rose  Pilgerfahrt"  v.  Schumann.  Brautlied  f.  gem.  Chor, 
Soli,  Clav.  u.  zwei  Homer  v.  Ad.  Jensen  ,  Lieder  „Leer  ist 
der  Tag"  und  „Horch  auf,  du  träumender  Tannenforst"  von 
A.  Wandelt. 

Halberstadt.  Am  10.  Nov.  Aufführ.  v.  Mendelssohn's 
,,Paulus"  durch  den  Oratorienver.  (Stoebe)  unt.  solist.  Mitwirk, 
des  Frl.  Böttcher  a.  Leipzig,  der  Frau  Stoebe-Spiegelberg  a. 
Halberstadt  u  der  HH.  Wolff  a.  Cöln  u.  Settekorn  a.  Braun- 
schweig. 

Hannover.  1.  Conc.  der  Bückeburger  Hofcap.  (Sahla): 
5.  Symph.  v.  Beethoven,  Ouvertüren  v.  Mendelssohn  u.W ag- 
ner, Gesangvorträge  des  Frl.  Hartmann  v.  hier  („Klinge, 
klinge"  v.  Aa.  Jensen,  „Am  Sonntag-Morgen"  u.  Niederrhein. 
Volkslied  v.  Brahms  etc.). 

Königsberg  1,  Fr.  Am  19.  Nov.  Auffahr.  v.  Brahms' 
Deutschem  Requiem  durch  die  Musikal.  Akad.  (Schwalm). 

Laibach.  1.  Kammermusikabend  der  Philharm.  Gesell- 
schaft: Streichquartette  v.  Haydn  (D  dur)  u.  Beethoven  (Op.  18, 
No.  2),  BmoU-Claviertrio  v.  Volkmann.  (Ausführende:  HH. 
Zöhrer  [Clav.],  Gerstner,  v.  Nickerl,  Moravec  und  Lasner 
[Streicher].) 

Leipzig.  2.  Akad.  Orch.-Cono.  (Prof.  Dr.  Kretzschmar) : 
Ouvertüren  v.  M.  A.  Cesti  („H  Pomo  d'Oro"),  N.Piccini  („Dido") 
u.  Gluck  („Iphigenie  in  Aulis"),  Militärsymphonie  v.  Haydn, 
AmoU-Violinconc.  v.  Viotti  (Hr.  Zajic  a.  Berlin),  Esdur-Symph. 
V.  Mozart.  —  Conc.  des  Orch.-Ver.  der  Musikfreunde  (Thieriot) 
unt.  Mitwirk,  der  Sängerinnen  Frls.  Lenbach  u.  Gondar  am 
23.  Nov.:  Fdur-Symph.  v.  F.  Thieriot,  3.  Seren,  f.  Streich- 
orch. V.  R.  Fuchs,  Walzer  f.  do.  a.  „Prinzessin  Glückskind" 
V.  C.  Rein  ecke,  „Ständchen"  f.  Altsolo  u.  Frauenchor  mit 
Clav.  V.  Schubert,  Frauenchöre  „Im  Wasser  wogt  die  Lilie" 
u.  Z wiegesang  ra.  Clav.  v.  R.  Kahn,  Sopranlieder  v.  Rubin- 
stein (,^ch  mhle  deinem  Oden"),  Reinecke  („Abendreihn") 
u.  R.  Kahn  („Der  Garten").  —  7.  Abonn.-Conc.  im  Neuen 
Gewandhaus  (Prof.  Dr.  Reinecke):  4.  Symph.  v.  Beethoven, 
Ouvert.  „Der  römische  Carneval"  v.  Berlioz,  Solovorträge 
des  Frl.  Jordan  a.  Berlin  (Ges.,  „Die  Mainacht"  v.  Brahms, 
„Lieber  Schatz,  sei  wieder  gut"  v.  Franz  etc.)  u.  des  Hrn. 
Prill  V.  hier  fViol.,  5.  Conc.  v.  Vieuxtemps  und  „Gesangs- 
scene"  v.  Sponr). 

Magdeburg*  L  Harmonieconc.  (Kauffmann):  1.  Symph. 
V.  Beethoven,  Ouvert.  „Meeresstille  und  glückliche  Fahrt"  v. 
Mendelssohn,  Solovorträge  des  Frl.  Dienstbach  a.Frankfurta.M. 
(Ges.,  „Die  Mainacht"  v.  Brahms  etc.)  u.  des  Hrn.  Petri  a. 
Dresden  (Viol.,  Romanze  u.Charakt.  Tanzweisen  v.W.Kes  etc.). 

Mannheim.  Musikal.  Abend  des  Rieh.  Wagner- Ver.  am 
11.  Nov.:  Solovorträge  der  Frau  Seubert  (Ges.,  „Im  Herbst". 


612 


„Liebchen  ist  da",  „Zwei  welke  Rosen",  „Stille  Sicherheit", 
„Er  ist  gekommen",  „Ständchen"  u.  „O,  sah  ich  auf  der  Haide 
dort"  V.  Franz,  „Angedenken"  v.  Cornelius,  „Der  Engel", 
-Stehe  still",  „Im  Treibhaus",  „Schmerzen"  u.  „Träume^  v. 
R.  Wagner)  u.  des  Hm.  Hartmann  (Violonc,  Conc.  v.  Lalo, 
„Albumblatt"  v.  Wagner-Popper  und  Air  de  Ballet  [?]  v. 
G.  Ernst).  —  60.  Orgelvortrag  des  Hrn.  Hänlein  m.  Werken 
V.  S.  Bach  (Fdur-Toco.),  Guilmant  (Invocation)  u.  Mendels- 
sohn (FmoU-Son.)  in  Äbwechs.  m.  Viola  alta- Vorträgen  des 
Hm.  Prof.  Ritter  a.  Würzburg  (Stücke  v.  S.  Bach,  Nardini 
u.  Burante). 

Nürnberg.  7.  u.  8.  Eliteconc  des  Winderstein^schen  Orch . 
(Winderstein):  Orchestersuiten  v.  Grieg  (a.  „Peer  Gynt")  u. 
Bizet  („L'Arl6sienne"),  Ouvertüren  v.  Wagner  („Tannhäu- 
ser"), Brahms  (Akad.  Fest-)  U.A.,  2.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt 
u.  A.  m.  —  4.  Conc.  des  Philharmon.  V er.  (Winderstein) : 
6.  Symph.  v.  Beethoven,  „L*Arl6sienne"  v.  Bizet,  Ouvertüre 
„Husitska"  v.  Dvo^&k,  (Jesang vortrage  der  Frau  Mielke  a. 
New- York  („Liebesglück"  y.  J.  Sucher,  Mailied  v.  C.  Rei- 
necke etc.). 

Oels.  Conc.  des  Gesangver.  f.  gem.  Chor  (Winkelmann) 
unt.gesangsolist.  Mitwirk,  der  Frls.Zlotnicka a.  Berlin  u.  Fischer 
a.  Breslau  u.  des  Hrn.  Bilewsky  v.hier  am  6. Nov.:  Cant.  „Bleib 
bei  ims"  v.  S.  Bach,  „Erlkönigs  Tochter"  v.  Gade,  Ballade 
„Pharao"  f.  gem.  Chor  v.  Hop  ff  er,  Männerchöre  v.  Schu- 
mann, Silcher  u.  Hauptmann,  Gesangsoli  v.  Brahms  („Mai- 
nacht"), Bruch  („Frage"),  Ad.  Jensen  („Morgens  am  Brun- 
nen"), Schubert,  Stange  („Tandaradei")  und  H.  Schmidt 
(„Waldruf"). 

Paris.  Oolonne-Concerte  am  23.  u.  30.  Oct.  u.  6.  Nov.: 
„La  Damnation  de  Faust"  v.  Berlioz.  (Solisten:  Frl.  Pregi 
u.  HH.  Engel,  Fournets  u.  Ballard.) 

Plauen  i.  V.  1.  Abonn.-Conc.  des  Rieh.  Wagner- Vereins 
(Zöphel):  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Festouvert.  v.  Volkmann, 
Vorspiel  u.  „Lsoldens  Liebestod"  a.  „Tristan  und  Isolde"  von 
Wagner,  Ghssangvorträge  des  Frl.  Leisinger  a.  Berlin  („Vor- 
abend" a.  den  Brautliedern  v.  P.  Cornelius,  „Vergebliches 
Ständchen"  u.  „Feldeinsamkeit"  v.  Brahms,  „Neue  Liebe"  v. 
Rubinstein  etc.). 

Rotterdam.  1.  Auf  führ,  der  Maatschappij  tot  Bevord. 
der  Toonkunst  (v.  Perger)  unt.  solist.  Mitwirk.  der  Frls.  Seyn 
a.  dem  Haag  u.  Kunen  v.  hier  u.  des  Hrn.  Büttner  a.  Coburg: 
Ein  deutsches  Requiem  v.  Brahms,  Musik  zu  „Rosamuude" 
V.  Schubert. 

Strassburg  i.  E.  2.  Abonn.-Conc.  des  städt.  Orch.  (Prof. 
Stockhausen):  4.  Symph.  v.  Brahms,  Ouvert.  zu  „Richard  III." 
V.  Volk  mann,  Solovorträge  des  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  (Ges., 
„Mignon"  V.  Liszt,  „Frühlingsliebe"  v.  Franz,  „Feldeinsam- 
keit" V.  Brahms  etc.)  u.  des  Hm.  Schuster  v.  hier  (Violine, 
8.  Conc.  V.  Spohr). 

Trier.  l.Vereinsconc.  des  Mosikver.  (Lomba):  4.  Symph. 
V.  Schumann,  „Mei8tersinger"-Vorspiel  u,  „Siegfried-Idyll"  v. 
Wagner,  „Das  Glück  von  Edenhall"  f.  Chor  und  Orch.  v. 
E.  Humperdinck,  Violinvorträge  des  Hrn.  Prof.  Halir  aus 
Weimar  (Berceuse  v.  Simon,  „Perpetuum mobile"  v.  Ries  etc.). 

Weimar.  Am  20.  Nov.  AutTühr.  von  Mozart*s  Requiem 
unt.  Leit.  des  Hrn.  Prof.  MüUer-Hartung  u.  solist.  Mitwirk, 
des  Frl.  MüUer-Hartung,  der  Frau  Hessenland-Formaneck  u. 
der  HH.  Zeller  u.  v.  Iifilde. 

Wiesbaden.  Conc.  des  Sängerchors  des  Wiesbadener  Lehrer- 
ver.  (Spangenberg)  am  5.  Nov.:  Männerchöre  von  Goldmark 
(„Frühlingsnetz",  m.  Hörner-  u.  Ciavier  begleit.) ,  Brambach 
(„Waldmorgen"),  Spangenberg  („Heimfahrt  nordischer  Krie- 
ger") u.  Kremser  („Robin  Adair"  u.  „Wenn  Zweie  sich  gut 
sind"),  Solovorträge  der  Frls.  Kuzm'tzky  (Ges.,  Zigeunerlieder 
V.  Brahms,  „Du  bist  wie  eine  stille  Sternenacht"  v.  Kretsch- 
mer,  „Pastorale"  v.  Bizet  u.  „Ich  liebe  dich"  v.  A.  v.  Glaesz) 
u.  Bieger  (Clav.,  Span.  Rhaps.  v.  Liszt  etc.),  Beide  v.  hier. — 
1.  Kammermusikabend  der  HH.  Weber,  Troll,  Müller  und 
Brückner:  Streichquartette  v.  Haydn  (Gdur)  und  Schubert 
(Amoll),  Stücke  f.  dieselben  Instrumente  v.  Mendelssohn  (Cau- 
zonetta)  u.  V.  Petr  (Wiegenlied).  —  2.  Künstlerconc.  des  Cur- 
orch.  (Lüstner):  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Hamlet" -Ouvert.  v. 
Gade,  „Charfreitagszauber"  a.  „Parsifal"  v.  Wagner,  Gesang- 
vorträjge  des  Hrn.  Reichmann  a.  Wien  (Hans  Sachs'  Monolog 
a.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner,  Arie  a.  „Der  König  von 
Labore"  v.  Massenet  etc.). 

Worms.  Conc.  der  Musikgesellschaft  u.  Liedertafel  (Kie- 
bitz) unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Steinwarz  a.  Carlsruhe  u. 
der  Frau  Rahn  v.  hier  am  9.  Nov.:  „Die  Weihe  der  Nacht" 
ff  Altsolo^  Chor  11.  Clav.  v.  H.y.  Herzogen  her  g,  Rhapsodie 


f.  do.  V.  Brahms,  „Mirjam's  Siegesgesang"  f.  Sopransolo,  Chor 
u.  Clav.  V.  Schubert,  Gesaugsoli  v.  Caldara,  J.  Gi ehr  1  („Letz- 
ter Wunsch"  u.  „Liebchen Geige")  u.  Ad.  Jensen  („Rosenzeit"). 

gj^^  VeralteU  Programnu^  soivie  Progravime  ohne  Angabe  vott  Ort  und 
Datum  Müssen  vollständig  unbeachtet  bleiben! 

Engagements  und  G8ste  in  Oper  und  Concert. 

Berlin.  Hr.  Arno  Hilf  aus  Leipzig  hat  in  dem  Concert, 
das  er  am  v.  Sonnabend  in  der  hiesigen  Singakademie  unter 
Mitwirkung  des  Pliilharmonischeu  Orchesters  veianstaltete, 
grösste  Sensation  mit  seiner  phänomenalen  Virtuosität  und 
dem  künstlerischen  Chic  seines  Vortrags  erregt.  —  Colmar 
(Elsass).  Ein  illustrer  Gast  aus  der  Reichshauptstadt,  Meister 
Joachim,  gab  hier  vor  überfüUtem  Hause  mit  gewohntem 
Erfolge  ein  Concert,  unterstützt  von  Hrn.  Freund,  dein  sehr 
beachtenswerthen  Pianisten  aus  Zürich.  —  Glauchau.  Das 
Concert,  welches  jüngst  der  junge  Violinvirtuos  Hr.  Krasselt 
aus  Baden-Baden  veranstaltete,  bot  nicht  nur  durch  die  bril- 
lanten Leistungen  des  Goncertgebers  hohes  Interesse,  sondern 
entzündete  auch  Begeisterung  durch  die  gesauglich  wie  in 
der  Auffassung  wahrhaft  süperben  Liedervorträge  des  Frl. 
Polscher  aus  Leipzig.  —  Hannover.  In  einem  hiesigen 
Concert  Hess  sich  kürzlich  der  Kammersänger  Hr.  Koebke 
aus  Neustrelitz  hören.  Seine  Bekanntschaft  war  eine  hoch- 
erfreuliche, da  Hr.  Koebke  sein  hübsches  Stimm organ  künst- 
lerisch  behandelt  und  über  einen  gebildeten  und  warmen 
Vortrag  gebietet.  —  Luzern.  An  Stelle  des  nach  Hannover 
gegangenen  Hrn.  Frischen  wurde  Hr.  Wilh.  M enge  1  borg, 
ein  vorzüglicher  Pianist  und  begabter  Componist,  Schüler  der 
HH.  Professoren  Seiss  und  Wüllner  in  Cöln,  zum  städtischen 
Musikdirector  nach  hier  berufen.  —  Harienburg.  In  dem 
letzten  Concert  des  Schmid tischen  Chorgesangvereins  nahm 
unt«r  den  Solisten  Ilr.  Hintzelmann  aus  Berlin  die  erste 
Stelle  ein,  der  mit  seinem  weichen  und  warmen  Organ  und 
dem  sinngemä.ssen  Ausdruck,  den  er  seinem  Vortrag  gab, 
sich  als  ein  vorzüglicher  Sänger  documentirte.  —  Metz.  Als 
ein  Pianist  von  bedeutendem  technischen  Können,  hoher 
musikalischer  Intelligenz  und  warmfühliger  Auffassung  be- 
kundete sich  Hr.  Ebert-Buchheim  aus  Strassburg,  der  in 
dem  l.  Concert  des  hiesigen  Musikv^ereins  Brahms'  gigantisches 
D moll-Concert  und  weitere  Soli  von  Fabian,  Reinecke  und 
Liszt  spielte  und  mit  seinem  Vortrage  eine  überaus  freund- 
liche Aufnahme  fand.  Einen  nicht  minderen  Erfolg  ersang 
sich  an  gleicher  Stelle  Frl.  MüUer-Hartung  aus  Weimar, 
die  seit  ihrem  letzten  hiesigen  Auftreten  an  Tonvolumen 
noch  gewonnen  hat.  —  Strassburg  (Elsass).  Das  2.  Abon- 
nementconcert  des  städtischen  Orchesters  interessirte  zunächst 
durch  den  Umstand,  dass  der  Name  Liszt,  dem  der  musikaliscli 
so  einseitige  Dirigent  dieser  Concerte  in  grossem  Bogen  aus 
dem  Wege  geht,  auf  dem  Programm  stand,  dann  durch  die 
weitere  Thatsache,  dass  die  Einschmuggelung  dieses  ver- 
pönten Componisten  dem  überzeugungsvollen  Muth  Ihrer 
Landsmännin  Frl.  Clara  Pol  seh  er  zu  danken  war!  Es  war 
das  herrliche  Lied  „Mignon",  mit  welchem  die  junge  Dame 
ihre  durch  eine  seltene  Individualisirungskunst  ausgezeich- 
neten und  von  jugendlicher  Begeisterung  getragenen  Vorträge 
begann.  Leider  nur  verdarl)  aie  Orchesterbegleitung  infolge 
verständnissloser  Direction  des  überhaupt  den  Werken  fort- 
schrittlicher Musikrichtungantipathisch  und  abwehrend  gegen- 
überstehenden Hrn.  Prof.  iStockhauseu  eine  volle  Wirkung 
dieses  Liedes.  Besser  fand  sich  der  Genannte  mit  der  Clavier- 
begleitung  der  übrigen  Gesänge  ab. 

Kirchenmusik. 

■• 

Leipzig.  Thomaskirche:  2H.  Nov.  „Machet  die  Thore 
weit"  V.  Alb.  Becker.  „Lobet  den  Herrn,  alle  Heiden**  von 
J.  S.  Bach.  27.  Nov.  „Nun  komm,  der  Heiden  Heiland**  v. 
J.  S.  Bach. 

OpernauffUhrungen. 

October. 

Stuttgart.  K.  Hoftheater:  2.  Tannhäuser.  S.u.  13.  Grin- 
goire.  7.  Die  Regimentstochter.  10.  Ekkehard.  IG.  Die 
JStumme  von  Portici.  20.  Zar  und  Zimmermann.  23.  Die 
Meistersinger  von  Nürnberg.  25.  Orpheus.  27.  Das  Glöck- 
chen  des  Eremiten.    30.  Cavalleria  rusticana. 


i 


613 


Aufgeführte  Novitäten. 

Abert  (J.  J.),  Columbus-Symph.  (Würzburg,  l.  Couc.  der  k. 
Musikschule.    Rostock,  1.  Conc.  des  Concertver.) 

Baue^r  (L.);  Concertouvert.  (Bromberg,  Gonc.  der  Liedertafel 
am  3.  Nov.) 

Becker  (A.),  Geistl.  Dialog  f.  Chor  u.  Altsolo  m.  Clav.  (Kiel, 
1.  Conc.  des  St.  Nicolai-Chors.) 

Bouman  (A.),  Violoncellconc.  (Berlin,  Symph.-Conc.  des  Phil- 
harm. Orch.  am  1.  Nov.) 

Brahms  (J.),  1.  Symph.  (Amsterdam,  Abonn.-Cono.  im  Neuen 
Concerthaus  am  3.  Nov.  Berlin,  Symph.-Oonc.  des  Phil- 
harm. Orch.  am  1.  Nov.  Hamburg,  1.  Abonu.-Conc.  unt. 
Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow.  Laibach,  1.  Mitglieder  conc. 
der  Philharm.  Gesellschaft.) 

—  —  2.  Clavierconc.  (Berlin,  Conc.  der  Frau  Stern  a.  Dresden 

am  28.  Oct.) 

Clarinettenquint.  (Braunschweig,  1.  Abend  des  Ver.  f. 

Kammermusik.  Leipzig,'  2.  Kammermusik  im  Neuen  Ge- 
wandhaus.) 

—  —  CmoU-Claviertrio.     (Bingen,  Conc.  v.  Frl.  Schwartz  a. 

Cöln  u.  Gen.  am  30.  Oct.) 

—  —  Trio  f.  Clav.,  Clar.  u.  Violonc.     (Danzig,   1.  Kammer- 

musikabend.) 
Bronsart  (H.  v.),  FismoU-Clavierconc.    (Magdeburg,  1.  Conc. 

im  Kaufmann.  Ver.) 
Bruch  (M.),  1.  Symph.  (Breslau,  6.  Symph.-Conc.  der  Bresl. 

Concertcap.) 

—  —  „Dithyiambe"   f.  Tenorsolo  u.  Chor  m.  Clav.    (Plauen 

i.  V.,  41.  Stiftungsfest  des  Musikver.) 

—  —  „Odysseus".    (Dortmund,  1.  Conc.  des  Musikver.) 

—  —  „Schön  Ellen".    (Coburg,  1.  Conc.  des  „Sängerkranzes**.) 
Davidoff  (C),   1.  Violoncellconc.     (Leipzig,  5.  Abonn.-Conc. 

im  Neuen  Gewandhaus.) 

Delibes,  Balletsuite  „Coppelia".  (Dortmund,  2.  Symph.- 
Conc.  des  Orch. -Ver.) 

Draeseke  (F.),  Missa  in'FismoU.  (Leipzig,  Conc.  des  Riedel- 
Ver.  am  18.  Nov.) 

Dvof&k  (A.),  Ddur-Orchestersuite.  (Boston,  3.  Conc.  des 
Boston  Symph  .-Orch.) 

^ —  —  Streichquiut.  (Leipzig,  2.  Miisikabend  des  Kammer- 
musik vcj*.) 

Fassbaender  (P.),  Adur-Symph.  (Saarbrücken,  Conc.  des 
Comp,  am  21.  Oct.) 

Franck  (C),  Adur-Clav.-Violinson.  (München,  Conc.  des 
Hrn.  Schörg  am  29.  Oct.) 

Gade  (N.  W.),  Violinconc.  (Graz,  l.  Mitgliederconc.  des 
Steiermark.  Musikver.) 

Garcin  (J.),  Violinconc.     (Lausanne,  l.  Abomi.-Conc.) 

Geiiss  (H.),  Symphoniesatz,  Trauerspielouvert.  u.  2.  Clavier- 
conc.   (Berlin,  Conc.  des  Comp,  am  14.  Oct.) 

Gold  mark  (C),  Ouvert.  „Im  Frühling".  (Aschersleben, 
1.  Abonn.-Conc.) 

—  —  Frühlingshymne  f.  Chor,  Altsolo  u.  Orch,    (Cöln,  2.  Gür- 

zenichconc.) 
Grieg  (E.),  „Peer  Gynt"-Suite.  (Guben,  l.  Conc.  des  Musikver.) 
Gmoll-Streichquart.      (Bremen,    2.    Kammermusik    der 

HH.  Bromberger  u.  Skalitzky.) 

—  -  1.  Clav.-VioTinson.  (Cassel,  Conc.  v.  Frl.  Schick  u.  Gen. 
am  31.  Oct.) 

—  —  „Der  Bergentrückte"  f.  Baritonsolo,  Streichorch.  u.  zwei 

Hörner  u.  A.  m.    (Christiania,  2.  Conc.  des  Musikver.) 

—  —  „Landkennung"   f.  Männerchor,    Baritonsolo    u.    Orch. 

(^Coburg,  1.  Conc.  des  „Sängerkranzes".) 
Herther  (F.),  Ouvertüren  zu  den  Opern  „Die  Maler  zu  Ley  den" 

u.   „Der  Abt  von  St.  Gallen".     (Leipzig,  Musikal.  Feier 

des  70.  Geburtstages  des  Directors  Hrn.  Dr.  Günther.) 
Hof  mann  (H.),  Frith;of -Symph.  (Berlin,  2.  Comp. -Abend  der 

Meyder'schen  Cap.) 

—  —  „l^BS  Märchen  von  der  schönen  Melusine"  f.  Soli,  Chor 

u.  Orch.  (Wernigerode,  Conc,  des  Chorgesangver.  am 
20.  Oct.) 

Huber  (H.),  Clav.-Violoncellson.  (Magdeburg,  Tonkünstlerver.) 

Hummel  (F.),  „Hansel  u.  Grethel"  f.  Soli,  Frauenchor,  Clav, 
u.  Declam.    (Plauen  i.  V.,  41.  Stiftungsfest  des  Musikver.) 

Klughardt  (A.),  CmoU -Symph.  (Chemnitz,  1.  Abonn.-Conc. 
cler  Stadt.  Cap.) 

Kücken  (F.),  Concertouvert.  „Wald leben".  (Breslau,  5.  Symph.- 
Conc.  de«  Bresl.  Concertver.) 

Liszt  (F.),  „Les  Prdludes".  (Dortmund,  l.  Symph.-Conc.  des 
Orch.-Ver.) 


Liszt  (F.),  „Prometheus".  (Meiningen,  Vereinsconc.  des  Sing- 
ver.  am  9.  Oct.) 

Esdur-Clavierconc.     (Innsbruck,    Ausserordentl.    Conc. 

des  Musikver.) 

Massenet  (J.),  „Seines  alsaciennes"  f.  Orch.  (Genf,  l.  Abonn.- 
Conc.  im  Stadttheater.) 

Moszkowski  (M.),  L Orchestersuite.  (Meiningen,  1.  Abonn.- 
Conc.  der  Hofcap.) 

Raff  (J.),  Waldsymph.    (Paderborn,  1.  Conc.  des  Musikver.) 

—  —  Waldsymph.      (Innsbruck,    Ausserordentl.    Conc.    des 

Musikver.) 
6.  Symph.    (Hamburg,  2.  Abonn.-Conc.   unt.  Leit.  des 

Hrn.  Dr.  v.  Bülow.) 
Reinecke    (C),    „Friedensfeier"- Festouvert.      (Saarbrücken, 

Conc.  des  Hm.  Fassbaender  am  21.  Oct.) 
„König  Manfred"-Ouvert.  (Boston,  2.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 
Saint-Saens  (C),  „La  Jota  aragonese"  f.  Orch.  (Würzburg, 

1.  Conc.  der  k.  Musikschule.) 
C  moll-Clavierconc.    (Boston,  2.  Conc.  des  Boston  Symph. 

Orch.) 
Sandberger  (Ad.),    Sonate  f.  Viel.  u.  Clav.     (Wien,    Ton- 
künstlerver. am  7.  Nov.) 
Scharwenka  (Ph.),  Sjonph.  Dicht.  „Frühlingswogen".  (Berlin, 

Symph.-Abend  des  Philharm.  Orch.  am  18.  Oct.    Boston, 

3.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.) 
S  nie  tan  a  (F.),   Symph.   Dicht.    „Vltava".    (Cöbi,   2.  Gürze- 

nichconc.) 
Schröder  (A.),  „Columbus"  f.  Solo,  Chor  u.  Orch.  (Bromberg, 

Conc.  der  Liedertafel  am  3.  Nov.) 
Taubert  (E.  E.),  Orchesterballade.    (Berlin,   Symph.-Abend 

des  Philharm.  Orch.  am  18.  Oct.) 
Tschaikowsky  (P.),  6.  Symph.  (Boston,  2.  Conc.  des  Boston 

Symph.  Orch.) 
Verdi  (Gr),  EmoU-Streichquart.    (Leipzig,  2.  Kammermusik 

im  Neuen  Gewandhaus.) 
V  0 1  k  m  a  n  n  (R.),  Ouvert.  zu  „Richard  lU. "   (Hildburghausen, 

1.  Abonn.-Conc.  der  Meiningenschen  Hofcap.) 

—  —  Bmoll-Claviertrio.     (Braunschweig,   1.  Abend  des  Ver. 

f.  Kammermusik.     Danzig,  1.  Kammermusikabend.) 

Wagner  (P.  E.),  Festl.  Vorspiel.  (Paderborn,  1.  Conc.  des 
Musikver.) 

Wagner  (R.),  Eine  Faust-Ouvert.  (Meiningen,  1.  Abonn.- 
Conc.  der  Hofcap.) 

„Meister8inger"-Vorspiel.     (Chemnitz,    1.  Abonn.-Conc. 

der  Stadt.  Cap.  Graz,  1.  Mitgliederconc.  des  Steiermark. 
Musikver.) 

„Parsifal "-Vorspiel.     (Hildburghausen,  1.  Abonn.-Conc. 

der  Meiningenschen  Hofcap.) 


Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Die  Richard  Wagner-Vereine  yon  Berlin  und 
Berlin-Potsdam  veranstalteten  am  21.  Nov.  in  Berlin  eine 
Aufführung  von  Liszt's  „Legende  von  der  heiligen  Elisabeth". 
Das  Werk  machte  auch  bei  dieser  Gelegenheit  einen  erhe- 
benden Eindruck  auf  das  Auditorium,  vielleicht  unter  einziger 
Ausnahme  des  Hrn.  Wilhelm  Tappert,  der  im  „Kleinen 
Journal"  u.  A.  schreibt:  „Gestern  erschien  uns  die  Partitur 
wegen  ihres  starken  Choralgehaltes  ungeniessbar;  ziun  Ein- 
schlafen langweilig  fanden  wir  den  uoerwie^nd  reizlosen 
Singsang  und  Klingklang.  Was  bedeuten  emige  passable 
Körnchen  in  dem  Haufen  Spreu  V" 

*  In  Worms  soll  im  Juni  n.  J.  unter  Leitung  der  HH. 
Prof.  F.  Gernsheim  in  Berlin,  der  ein  geborener  Wormser  ist, 
und  Musikdirector  Kiebitz  von  dort  ein  Musik  fest  statt- 
finden. 

*  Die  auf  Einführung  des  Janko-Claviers  in  Nürnberg 
abzielenden  Bestrebungen  des  Hrn  Aug.  Jahn  daselbst  be- 
gegnen trotz  der  Drohung  gewisser  Leute,  dieselben  mit 
„Galle  und  Gift"  bekämpfen  zu  wollen,  einem  über  Erwarten 
lebhaften  Interesse  des  musikalischen  Publicums.  So  wurden 
z.  B.  die  Sonn  tags- Vormittagsstunden,  welche  Hr.  Jahn  für 
die  Erklärung  der  Neuerung  angesetzt  hat,  bisher  jedes  Mal 
von  50—60  Interessenten  besucht. 

*  In  Paris  ist  eine  neue  künstlerische  Gesellschaft 
gegründet  worden,  welche  den  Titel  „Concert-conförences" 
führt  und  deren  Zweck  die  Entwickelung  des  mnsika- 


614 

lii>clieD  Geschm&cks  ist,  ein  Zweck,  welcher  erreicht 
werden  soll  durch  tadellose  Änffllhnmg  der  Ueistorwerke 
imd  Analyse  derselben  bis  ins  kleinste  Detail.  Als  Con- 
f'arencier  ist  Hr.  Albert  BayroUes  erwählt  worden.  Zur  Auf- 
führung sind  zunächat  nur  Werke  von  A.  Thomas,  Massenet, 
Uelibes,  Goonod  und  Saint-Sa^s  bestimmt. 

*  Ueber  die  berühmte  Silbermaun'sche  Orgel  der 
katholischen  Hofkirche  za  Dresden  hat  sich,  wie  das  „Leipz. 
T."  berichtet,  im  Hauptstaatearchiv  ein  Schriftstück  vor- 
gefunden, aus  welchem  ersichtlich  wird,  dass  nicht  Silber- 
maon,  sondern  sein  Altgeselle  David  Schubert  der  eigent- 
liche Erbauer  dieser  Orgel  gewesen  ist.  Silbormann  natt« 
wegen  seines  vorgerückten  Alters  und  seiner  Leibesschwach- 
lieit  ihm  den  Bau  übertragen,  der  auch  erst  ein  Jahr  nach 
des  Heisters  Tode,  der  am  4.  August  1753  erfolgte,  beendet 
wurde.  Auoh  die  Orgel  im  Joseph inenstift  zu  Dresden  hat 
t^cliubert  gebaut.  Er  erhielt  1769  den  Titel  als  „Hoforgel- 
liauer",  wurde  aber  nicht  Nachfolger  Silbermaim's  als  „Land- 
oreelbauer",  was  er  gehoSt  hätte.  Dieses  Amt  erhielt 
SiTiramm,  t  1774,  den  Schubert  ebenfalLi  später  wegen 
Alters  und  Krankheit  vertreten  musstej  Schramm  s  Nachfolger 
wurde  der  auch  berühmt  gewordene  Hildebrand. 

*  Bas  Ausschreiben  von  Plänen  fUr  das  für  Bertin  pro- 
jucUrt«  Denkmal  Haydn-Mozart-Beethovenhat  dieEin- 
^endang  von  nur  vier  Entwürfen  zur  Folge  gehabt,  und  zwar 
f-eitens  der  Bildhauer  HH.  Hildebrand,  Hundrieser,  Schaper 
und  Siemering. 

*  Im  Beichsmuseum  zu  Amsterdam  wurde  die  daselbst 
luifgestellte  Büste  des  verstorbenen  Musikdirectors  und Gom- 
I'ouiaten  Verhulst  am  14.  Nov.  feierlich  enthüllt. 

*  Im  Hoftheater  zu  Dessau  erschien  am  S5.  Nov.  zum 
irsten  Mal  Wagner's  „Siegfried".  Die  durch  keine  Striche 
geachändete  Aufführung  des  wundervollen  Werkes  verlief 
unter  KluKhardt's  Hebevoller  Leitung  in  bester  Weise  und 
erweckte  der  Schi^fung  eine  begeisterte  Aufnahme.  Nach' 
dem  nun  auch  noch  die  .GOtterdäuimeTung"  daselbst  in  Scene 
t;egangen  sein  wird,  soll  eine  Aufführung  der  vollständi- 
gen Trilogie  stattfinden. 

*  Im  Hofthaater  zu  Darmstadt  ging  am  35.  Nov.  unter 
t.le  Haan's  vorzüglicher  Leitung  B.  Wagner's  „Lohengrin" 
erstmalig  ungekürzt  und  neuiuscenirt  in  Scene. 

*  G.  Grammanu'e  Oper  „Melusine"  ist  kürzlich  im 
Stadttheater  zu  Posen  mit  hübschem  Erfolg  als  NovitAt  in 


*  Im  Stadttheater  zu  Nürnberg  ging  am  20.  Nov.  die 
mit  Dialog  versebeue  einactige  Oper  „Al&echt  DQrer"  von 
!''.  Baselt  erstmalig  mit  dem  üblichen  Localerfojg  in  Scene, 
Nach  einer  uns  zugebenden  Mittheilung  „lehntsich  die  Musik 
t  heils  der  alten  italieuischen.  tbeils  der  neuen  deutschen  Schule 
un"undmnss  daher  ein  recnt  stilloses  Product  sein.  Auch  mit 
ilor  Handlung  kann  es  nach  derselben  Quelle  nicht  weit  her 
.si'iiL,  denn  eine  effectvolle  Balletmusik  unterbreche  dieselbe 
„in  angenehmer  Weise". 

•  Im  ßistori-Theater  inVerona  wurde  kürzlich  die  neue 
üpur  „La  Tradita"  des  jungen  Componislen  Cusinati  unter 
[Itjssen  persönlicher  Leitung  erstmalig  aufgeführt  und  trug 
ilcniselben  die  wärmsten  Huldigungen  ein. 


.Gl 


*  Hofcapellmeist«r  Felis  Weingartner  hat  s 


e  Oper 


nach  zweimaliger  Aufführung  in  der  k.  Hofoper 
Berlin  zurückgezogen  und  begründet  diesen  Act  einer 


1  Anspruchslosigkeit  des  Näheren  in  einer  Berliner 
Zeitung,  in  welcher  Veröffentlichung  er  aber  die  boshaften 
Schmähartikel  gewisser  Reoensenten  vornehm  ignorirt,  trotz- 
ilom  die  Zurückziehung  der  Novität,  wie  dies  auch  College 
'iito  Lessmann  in  der  „Allgem.  M.-Z."  in  Frage  zieht,  mit 
jenen  Beschimpfungen  des  Werkes  und  des  Autors  eiuiger- 
niaiifisen  im  Zusammenhange  stoben  dürfte, 

•  Freiherr  C.  v,  Perfall  beging  am  25.  Nov.  das  25j&h- 
rjge  Jubiläum  als  Generali ntendaut  des  k,  Hoftheaters  zu 
München,  das  unter  seiner  Leitung  immer  eine  erste  Stellung 
unter  den  deutseben  Bühnen  eingenommen  bat  und  noch 
einnimmt.  Sein  an  den  Prinzregenten  um  Enthebung  von 
seinem  verantwortungsvollen  Poston  gerichtetes  Gesui3i  ist 
VI31J  demselben  abschliiglich  beschieden  worden. 

*  Eugen  d'Albert  hat  ein  neues  Clavierooncert gesoh rie- 
ben, das  seine   Gattin  zunäclist  in  einem  Philharmonischen 


Concert  zu  Berlin  uud  dann  in  einer  Aufführung  des  Liszt- 
Vereins  zu  Leipzig  unter  Leitung  des  Componisten  spielen 
wird. 

*  In  Kronstadt  i.  S.  haben  jüngst  in  einem  eigenen 
Concert  die  im  Alter  von  14  resp.  J3  Jahren  stehenden 
Schwestern  Elsa  uud  Gretchen  Krummel,  Töchter  und 
Schülerinnen   des   dort  seit  Jahren  verdienstlich  als  Musik- 

^  wirkenden  Hrn.  Hugo  Erummel,  grosses  Auäehen 
ihr  ausgezeichnetes  Ensemble-  und  Unisonospiel  auf 
zwei  Flügeln  erregt. 

*  Zu  den  Ehrengästen,  die  die  Direotion  der  nächst- 
jährigen Weltausstellung  zu  Chicago  eingeladen  hat,  zählt 
seltsamerweise  der  als  Wagner-Fresser  berüchtigt«  Wiener 
Prof  Eduard  Hauslick,  Vielleicht  erhält  eine  Reiche  Ein- 
ladung auch  dessen  Namens-,  Glaubens-  uud  Eunstbruder 
Bernsdorf,  sodass  es  dann  nur  noch  derselben  Auszeichnung 
eines  ähnlichen  Federbel den  bedürft«,  um  ein  der  Vertretung 
der  deutschen  Musikkritik  würdiges  litterarisches  Kleeblatt 
zusammen  zu  haben.  Es  scheinen  in  dem  besagten  Directo- 
rium  rechte  Musikdilettanten  das  Wort  zu  führen,  dass  ihre 
Wahl  auf  Hanslick  fallen  konnte! 

*  Der  niederiändischo  Meister  Feter  Benoit  ist  zum 
Offizier  des  Ordens  Orange-Nassau  ernannt  worden. 

Todtenllste.  L,  MSnard,  hervorragender  musikalischer 
Kritiker,  f  in  Marseille.  —  Morel,  Primadonna,  f  *uf  offener 
Bühne  in  Seerakarta  (Java),  —  Henselor,  Ciavierprofessor 
am  Royal  College  of  Music  in  London,  f  unlängst.  —  Bruno 
Hopstock.  Heldentenor  am  Stadttheater  zu  Freiburg  i.  B,,  t, 
8L  Jahre  alt,  am  31.  Oct.  daselbst. 


Zur  gef.  Beachtungi 

Auswärtige  Vereine  und  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eigene  Concert«  veranstalten  und  sich  hierzu  der  geschäft- 
lichen Unterstützung  des  Hrn,  Ernst  Eulenburg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zu  bedienen  haben,  sind,  falls  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gefällige  dlrect6 
Zusendung  der  Blllets  an  uns  gebeten. 


Leipzig. 


Die  Redaetion  dos 
„Hnsikalisehen  Woehenblati««". 


Protest  gegen  unwahre  Beschuldigungen. 

Das  von  Dr.  Heinrich  Beimann  hergestellte  sogen. 
Programm  buch  znm  3.  Hamburger  Abonnementconcert 
unter  Direction  des  Km.  Br.  Hans  von  Bülow,  welches  am 
24.  Nov.  stattfand,  enthält  folgende,  das  Richard  Wagner'- 
sche  Programm  zu  Beethoven's  !'.  Symphonie  be- 
treffende Fussnote: 

„Da  die  früher  ertheilto  Eriaubniss.  zum  Abdruck  des- 
selben in  letzter  Stunde  durch  den  Verleger  (E.W.  Fritzscb 
in  Leipzig)  zurückgezogen  wurde,  so  musste  sich  der  Hrsg. 
begnügen,  nur  im  Allgemeinen  die  Motive  mit  den  betr. 
Versen    Goethe's,    die    ihnen  Wagner    unterlegte,    anzu- 
jreben", 
welcheinderHauptsaohe  vollständig  auf  Unwahrheit 
beruht:    Erstens   haoe   ich   Hm.  Concertdirector  Hermann 
Wolff  in  Berlin,  dem  Verleger  dieser  Programmbücher,  nie 
für  ewige  Zeiten,  sondern  nur  frühor  einmal  für  einen  be- 
stimmten Fall  den  Abdruck  von  Abhandlungen  aus  den   Ge- 
sammelten  Schriften   und   Dichtungen    von  Richard  Waener 
gestattet,  welche  Beschriknkung  denselben  jedoch  nicht  abge- 
halten bat,  verschiedene  Male  ohne  meine  Erlaubniss 
und    mein    vorheriges  Wissen    diese  meine  Verlags- 
rechte zu  schädigen,    Hr.  Dr,  Heinrich  Eeimann,  der 
die  unwahre  Behauptung  gegen  mich  loslässt,  hat  überhaupt 
nie  in   dieser  Angelegenheit  mit,   mir  verliandelt.     Zweitens 
wurde  Hrn.  Hermann  Wolff',  als  er  unterm  8.  Nov,  d.  J.  bei 
voller  Eenntniss   meiner  Ansicht    in    dieser  Sache    bei  mir 
anfrug,  ob  ich  ihm  den  fraglichen  Abdruck  für  das  Hambur- 
ger Programmbuch  gegen  ein  Honorar  gestatten  wolle,    von 
mir  umgehend  —  mithin  genau  zwei  ganze  Wochen  vor 
dem   betreffenden  Concert!  —  dahin  erwidert,  dass  ich 


ihm  die  eibetene  Erlaubniss  geben  wolle,  falle  er  nicht  nur 
diesen  einen  Abdruck  mit  26  Jl  honorire,  sondern  gleichzeitig 
AQch  noch  eine  nachträgliche  Geldbusse  von  150  Jl  füi  seine 
früheren  widerTechtlichen  Entlehnungen  aus  den  Richard 
Wagner'schen  Qesammelteii  Schriften  und  Dichtungen  an  mich 
leiste.  Sjfttere  Verhandlungen  zwischen  uns  fanden  nicht 
Statt,  meine  gerechte  Forderung  blieb  hei  Hrn.  Hermann 
Wolff  ohne  Yerständniss.  Es  ist  somit  auch  die  Behauptung 
vollständig  und  gegen  besseres  Wissen  unwahr,  dass 


616 

ich    meine  Ertaubnifs    in    letzter    Stunde   zurückgezogen 

Weitere  Bemerkungen  zu  der  nndefinirbaren  Handlnngs- 
weise  der  HH.  Hermann  Wolff  und  Dr.  Heinrich  Beimann 
kann  ich  mir  ersparen;  die  richtige  Beurtheüung  derselben 
wird  Jeder,  den  diese  Sache  interessirt,  nach  meinen  Erklä- 
rungen leicht  selbst  finden. 


Leipzig,  Se.  Not.  1892. 


E.  W.  Fritzsel 


Kritischer  Anhang. 


Neue  Lieder  fUr  eine  Singsttmme  mit  Ciavier- 
begleitung. 

Hax  Kretsohmar.    Zwei  Gesänge,  Op.  4. 

Drei  Lieder,  Op.  5. 

Drei  Gesänge,  Op.  11. 

Boden-Baden,  Emil  Sommermeyer. 

Max  Kretsohmar  singt  nicht  gerade  neue,  aber  warm  em- 

Sfimdene  Melodien,  deolamirt  mit  Ausdruck  und  legt  seinem 
esang  recht  interessante  Harmonien  unter.  Die  Sachen  wer- 
den gut  klingen. 

Fr.  Jos.  SchQtky.    Drei  Lieder,  Op.  32. 

„Wers  nur  verstÄnde"    Op.  30. 

Stattgart,  Eduard  Ebner. 

Die  Lieder  ' 

att«r  zu  spät. 


1  Schütk;  kommen  ein  halbes  Menschen- 


Hax  Schütz.     Fünf  Lieder.    Wien,  J.  Gutmann. 

Recht  klangangenehme  Lieder,  die  wir  im  Allgemeinen 
gut  heissen-  in  der  zweiten  Nummer,  einer  sonst  ganz  hüb- 
schen „Ausfahrt"  nach  Scheffel,  finden  wir  die  Decliimation 
verfehlt,  denn  in  den  Worten  „Beregipfel",  „Waldwipfel"  und 
„Zugvögel"  liegt  der  Accent  auf  der  ersten  Silbe  und  nicht, 
wie  oei  Schütz,  auf  der  zweiten. 


Julius  Tausch.    Fünf  Lieder,  Op.  31. 

Vier  Jagdlieder. 

Düsseldorf,  Bayrboffer  Nachfolger. 

Schwung  und  Lehen  habende,    sehr    nett    zu    singende 
Stücke;    hinsichtlich  der  Erfindung  geben  wir  den  fhnf  Lie- 
dern in  Op.  21  den  Vorzog  vor  den  Jagdliedern,  von  welchen 
besonders  das  zweite  und  vierte  leicht  etwas  verbraucht  klingt. 
Louis  Bödecker. 


B  !•  i  e  fl£  asten. 


F.  y.  in  B.  Lassen  Sie  doch  dem  cnten  Mann  sein  billi- 
ges Vergnü^n,  aus  dem  Hinterhalte  der  Anonymität  seine 
giftigen  Pfeile  besonders  ge^en  solche  Künstler  abzuschi essen, 
die  nach  allgemeinem  UrtheU  zu  den  Ersten  ihrer  Kunst 
zählen.  Daes  er  im  neuesten  Fall  (Weingartner)  den  Aus- 
spruch „Anonymität  ist  die  Tarnkappe  der  Feigheit"  tbut, 
ist  wenigstens  ein  Zeichen  für  eine  bei  ihm  tagende  Selbst- 
erkenntnifis. 

IV.  K.  R.  in  B.  Sie  irren  sich  nicht  in  der  Annahme, 
bereite  früher  gelesen  zu  haben,  dass  Hr.  Noduagel  seit  eini- 
ger Zeit  vermänlt  ist  und  kein  Intimus  des  Hrn.  G.  sein  will. 
Nur  die  Begründung  des  letzteren  Uinstandes  mit  dem  sieben- 
maligen Gesehenhaoen  war  neu.  Hr.  N.  scheint  Buch  über 
solch  interessante  Begegnungen  zu  führen,   was  für  manche 


Leute  allerdings  nützlicher,  ab  andere  Beschäftigungen  mit  der 
Feder  ist 

L.  G.  in  R.  Die  sich  von  Tag  zu  Tag  noch  steigernde 
Protection  der  Zarzycki'schen  Mazurlia  seitens  unserer  Violi- 
nisten und  Violinistinnen  ist  ein  neuer  Beweis  dafür,  dass 
ein  Appell  an  den  künstlerischen  Geechmack  der  Virtuosen 
so  gut  wie  Nichts  nützt. 

S.  E.  in  B.  Die  Zusendung  interessanter  Programme  fOr 
unsere  Concertumflchau  ist  uns  immer  willkommen. 

K.  G.  in  F.  Die  auf  weiches,  bei  der  Berührung  kein 
Geräusch  machendes  Papier  gedruckten  Conoertzettol  sind, 
wie  wir  die»  an  den  uns  zugehenden  vielen  Hunderten  von 
Programmen  erkennen  können,  leider  noch  lange  nicht  in  dem 
Grade  eingeführt,  wie  Sie  es  annehmen. 


Anzeigen. 


Wilhelm  Hansen'»  HJuaikwerlag,   Leipzig. 

Neu! 

?ju  systematischem  Stiidieng-ebrauch: 

Gzerny-,  Gramer-,  Olementi- 
Ktoden 

Auswahl  und  kritischer  Behandlung  mit  Torworten  und  Bemerkungen  fürs  Studium  v 

Heinrich   Germep. 

Czernr'a  Stndlenwerlte.    4  Kknde  je  3  Jl.    Supplement:   Tägliche  Studien  I  .^. 
Cramer's  ««  Binden.    4  Bände  je  1,25  jf. 

Clementl's  Oradns  md  Pamassnin.    33  Etüden.    2  Bände  je  1,70  .#. 
Deutscher  und  englischer  Text, 


EPB/p'l  Nt.t?jgjEl''-  :bI  |gi?F^Tig|  IcilggEllgi^fgllSl^wl  |pil?R^lgl?R[ia||E^'  ...yi-gJIgiriyjBltg^J 


( 


Neue  gemischte  Chöre  mit  Begleitung.    ■y«.»nmhr.n.>.inwn»...as.h.i..,^i^..t. 

Weihnachtsbilder. 


M.  1,-.    Part,  n.  M.  4,-.    Orch.-Stimm.  n.  M.  H),— . 

nilde.  Li.,   Op.  2«.    Prahlings-Symphonel.    Mit  kleinem 

Orchester  oder  Ctavier.  Clav.-Ausz.  M.  2,—.  Chorgtimm. 

irt  2h  Ff.)  M.  l,— .      Part.  n.  M.  +,— .      Orch.-Stimm.  n. 

Fodbertsky,  Th.,    Op.  38.     Am  Clilemsee.     Für  vier- 

etiiiüiiigen  Frauenchor,  vieratiramigen  Männerchor  und 
mil  Orchester  oder  Clavier.  Clav.-Auöz.  M.  1,80.  Chor- 
stimmeo  {k  1'»  Pf.)  M.  ^,90,  Part.  n.  M.  3,-.  Orch.- 
Stimm,  n.  M.  4,—, 

Mchnuteil,  W.,  Böhmisches  Liedepsplel.  Mit  CUvier. 
Pari.  M.  B,— .    Stimm,  (&.  51)  Pf.)  M.  2,—. 

WeinKlerl,n.  ▼.,  Op.  88B.  Der  Zigeuner.  Mit  Tenor- 
iiiul  Violinsolo  und  mit  Ciavier  oder  Orchester.  Clav.- 
AusK  M.  2,—.  ChoTstimm.  .i  30  Pf.)  M.  1,20.  Violin- 
atiinm.  M,  —,50.  Part.  n.  M.  6,—.  Orch.-Stimm.  volle 
,  M.  la,— .      Orch.-Stimm.  kleine  Besetzung 

Mit 


.  M.  ' 


l.eii,zig.        C 

F. 

W 

Siegel 

(E.  Li» 

»i 

usiknli 

nlinnillung 

VerUg 

von 

Rl 

BS  i  Er 

er 

In  Berlin. 

[1407.1 

ff 


Mrrat". 


ivipiauBZUg  mit  Text  i 
Leipzig,  Nov.  1833. 


II  Componisleri  Fr.  12  Ji  i 
In  Comnüsbion  biii 

Rob.  f  orberg. 


[lioo.j      Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  In  Leipzig. 
Piuttl,  Carl,  Op.  8.    Drei  Interlndian  für  Orgel.    Jl  8,85. 


Ein  Cyklns  von  Chören, 
Melodramen  und  lebenden  Bildern  (ad  libitum) 
mit  Clavlerbegleltang  componirt 


Partitur  Ji  3,r>0.     Stimmen  complet  M   1,80-     Stimmen 
einzeln:  Sopran  und  Alt  ä  50  ^.  Teoor  und  IJasB  i  40  ^ . 


Leipzig. 

[1387.] 


C.  F.  W.  Siegers  Mueik^ienhandlung 
(R.  Llnnemann). 


Weinxierl.  K.  v.,  Op.  lOOB.    Wandersehn  sucht. 

Clftvier  oder  Orchester.  Clav.-Aosz.  3,~.  Chorstimm. 
|ii2f)Pf.)  M.  —,^0.  Part,  n,  M.  3,50.  Orch.-Stimm.  volle 
Bosetzung  n,  M.  5,60.  Orch.-Stimm.  kleine  Besetzung 
n.  M.4,-. 
ZSlIner,  H.,  Op.  60.  Hymnus  der  Liebe.  Mit  Bariton- 
solo und  KTOssem  Oiohester.  Clav.-AuBz.  M.  3,50.  Chor- 
stimm, (ä  30  Pf.)  M.  1,20.  Baritonsolostimme  M.  —,30. 
Part.  n.  M.  10,—.    Orch.-Stimm,  n.  M.  12,—. 


Aus  Marcella  Sembrich's  Repertoire 

und   in  ihrem   Berliner  Concert  am 
19.  November  gesungen. 

C.  Cui,  Denkst  du  daran?  Hoch,  tief  k  \  Ji. 

S.  Moniuszko,  Der  Frühling.    Hoch,  tief  k  1,20  Jt. 

G.  Paisiello,  Nel  cor  piü.     Hoch,  tief  k  1  M. 

H.  Rigel,  Kleine  Vögel.  AltfVanzösisoh.  Uoch,tierki^. 

D.  Scarlatli,  Quel  farfalletta.    Hoch,  lief  k  \  .M. 

Soeben  encbien; 


Grosse  Oper  in  drei  Acten. 

Text  und  Musik 

[1408,1  von 

Felix  Draeseke. 


Im  Verlage  von  Julius  Halnauer, 

königl.    Hof-MuBikalienhandlung   in   Breatau, 

ist  erschienen;  ['^l^O 

Sonate  lo.  2  in  Emoll 

für  Violine  und   Pianoforte 


von 


Opus  24. 


wt 


i  j«  50  ^. 


Am  15,  December  erscheint: 


StalieniscRes  JBiederßucX^ 

nach  Paul  HeysB  [H'S-l 

für    eine   Singstimme   vinö.  Clavier. 
Mainz.  B.  SchotTs  Söhne. 


Mit  deB  Portrait»  und  Biographien  von  3,  Jadas- 
f  söhn,  Carl  Äf  tenhofer,  Edvard  Grieg,  August  Bungert, 
1  {jrafOezaZichy  und  Paul  von  Jankö,  sowie  miteinei 
\  ConoertuiDSchau  von  Dr.  Hugo  Riemann  and  einem 

2A.  25,000  Adressen  enthaltenden  Ädresshuche. 


Sil 


Dkl.; 


«legiit  g<hud«D  1  .iV  !0  ^. 


}ar    FreaDdeBhreis  von    Jf(W  H'SH«'i 

iHfcr  Ist  mit  Jedem  Jahre  grösser  eewonlen,   aacb  der 
'  JtthreuiB  wird  gnwlss  wiederum  sllgemeinoii  ßol/all  flndei 
i   OrSatUi  KuMilmltliilieU  det  InhaJU,  iflAOna  AtutlaUung,  datitr- 
\Hantr   BttAand   und   tahr    btOiga-   Pnit   itnd    dia   VonOg 


liuben  durch  Jede  Bncli-  und  Mnsikalienhandlnng. 
BileDburfTfirstF.  4. 


Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

S\kt*7iihvinu 

Beliebtestes  Sammelwerk  fflr  Vielinspieler. 

Band  l/ll  {uisd] 

(enth.  20  OriKtnaleorapositionen  von  Bott.  Haoser  etc.) 
Preis  broch.  k  M.  3,—,  geb.  mit  Golddruck  &  M.  3,80. 

Verlas  von  J.  Schuborth  &  Co.  i»  Lelpzfg. 


Im  Verlage  von  Julius  Halnauer, 

k|?l.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau, 
sind  erschiensa:  [1418.) 

Sigmond  Mowski. 

Compositionen  für  Pianoforte. 

Ot>u§  32.     CaUSeries.     Cinq  Moiceaux  i  2  maina. 

No.  l.    Noatalrfie Jt  1,50. 

No.  2.    Mazurka „   3,—. 

No.  3.    Canzonetta b    1,3ä- 

No.  4.     BarcaroUe „    1,50. 

No.  fi.    Rondo „    1,50. 

Opus  37.     ConteS.     Cinq  Morcennx  k  2  müm. 

No.  I.     Mannet  lyrique Ji  1,75. 

No,  2.    Chant  de  berceau „    1,25. 

No.  3,     Mazurka  ardente „    1,50. 

No.  4.    Chansoanette  d'hiver „    1,25. 

No.  fi.    Caprice „    1,50. 

Opus  40.    Moments  de  danse.    Six  Morccanx  k  2  ms. 

No.  1.    Sicilienne 4  1,50. 

No.  2.    Krakowiak „    1,60. 

No.  3.    Valse  sfirieuse ,     .      „    1,60. 

No.  4.    Polonaise „    1,60. 

No.  5.    Danse  d'ükraine „    1,60. 

No.  6.     BolÄro „1,50. 

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*  nnd  Auswahlaendungen  stehen  zu  Diensten.  [1419— .]   • 


verdienen  es,   endlich  in  DeutacUnnd  gekannt  nnd  ge- 
würdigt za  werden!  [I421d.] 
(Kothfl  &  Porehhammer,  Führer  durch  die  Orgel-Litloratur.) 
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Otto  Junne,  Musikverlag,  Leipzig. 


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Sr,  Haj.  des  Kaiserg  von  Deatschland  und  EOnigB  von  Prenssen, 

Ihrer  HaJ.  der  Kaiserin  von  Dentschland  und  KSnlg^a  von  Prenesen,  1 

Ihrer  Haj.  der  König:ln  von  England, 

Sr.  Ealeerl.  nod  Ettnie;).  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Dentaehl&nd  nnd  vod  Preoasen, 

Sr.  Rßntgl.  Hoheit  des  Prineen  Friedrich  Carl  von  Preuuen, 

Sr.  KSnigl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh,  [14S3.J 


445  Ozford-Str. 


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Hans  Brüninsr. 

Preis  M.  1,20. 

Obiges  entzückend  dankbares  Lied,  dessen  Text  von  C.  Baumbsch,  wurde  soeben 
in  Berlin  von  Frau  Liilian  Sanderson  mit  rauschendem  Beifall  gesungen  und  von 
der  berühmten  Sängerin  in  das  Concertprogramm  ihrer  ganzen  Wintertourn^e  aufgenommen. 


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Kataloge  franco. 

[1494a.] 


ttMifubeplh'«   Musikalische« 
^^**Conwepsalions-Lexikon. 

lu  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Aufl. 
Hcnugegebei  »i  Frif.  E.  BrMlisr.   Eleg.  geb.  5  .«. 
[I4a5k.]    Verlag  von  J.  Sehuberth  &  Co.,  Leipzig. 


TechnlRche   Stndlen    ffir   Plan«- 
forte,     la  Hefte  b.  Jl  3,—. 
(Heft  X.    Doppelheft  Jl  6,—.) 
Diese  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  Oonsenmtorien  des 

In-    und  Auslajides  eingeführt.  [1426d.] 

Verlag  von  J.  Sehuberth  £  Co.,  Leipzig. 


Fr.  Llszt, 


619 


Bearbeitungen 

für 

Streich-Orchester. 

Part.  Stimm. 

Gade,  Niels  W.,  Op.  19.   Aquarellen.  (Rieh.         Ji  4  Jü  ^ 

Hofmann) no.    2  —    2  50 

Od.  36.    Der    Kinder    Christabend. 

(Eich.  Hofmann) no.     1  20    1  50 

Gouvy,  Theod.,  Schwedischer  Tanz  a.  dem 

Octett f.  Blasinstrumente.  Op.  71.  (A.flom).  no.    2—    2  60 
Heller,  Stephen,  ()p.78.  Spaziergänge  eines 

Einsamen.    (Kich.  Hofmann).    No.  2     .  no.    1  50    1  50 

No.  3     .  no.    1  60    1  50 
No.  4     .  no.  —  75  —  75 
Schumann,  Rob.,  Op.  66.  Bilder  aus  Osten. 

(Friedr.   Hermann) no.    2  —    3  10 

Vogt,  Jean,  Nachtgesang no.  —  60  —  60 

Volkmann,  Rob.,  Op.  11.     Musikalisches 
Bilderbuch. 

No.  1.  In  der  Mühle.    (M.  Barnes)    .    .  no.    1  20    1  20 

No.  2.  Der  Postillon.    (Bich.  Hofmann). 

Mit  Cornet  ä  pistons  ad  libitum  .  no.     1  50    2  10 

No.  3.  Die  Russen  kommen.  (R.  Hofmann)  no.    1  50    1  60 

No.  4.  Auf  dem  See.    (Rieh.  Hofmann)  no.  —  75  --  75 

No.  5.  Der  Kukuk  und  der  Wanders- 
[1427.]  mann.    (Rieh.  Hofinann)  .     .    .  no.  —  76  —  90 

Die  Pariitaren  sinddarch  jede  Masikalieiihandlang  sni*  Einsicht 

za  erhalten.   . 

Leipzig.  Fr.  Kistner. 


Pianinos 


bester    Qualität,    einfache    und    elegante    Aus-  ^m 
stattung,  sind  wegen  |B 

Liquidation  einer  Fabriic  S 

zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen.      W 

[1428—.] 

lllustrlrte  Ppeis-Yerzelehnisse  zu  beziehen  dureh 

C.  Schwalbach,  Reichsstrasse  24,  Leipzig. 


Nene  Violin-MiLsik. 

Jenö  Hubay. 

Mailied  —  Fleur  de  Mai.     Op.  371.     1  Jt  2b  4^. 
Aus  vergangener  Zeit  —  Des  temps  jadis.  Op.  3711.  2^, 
Vor  ihrem  Bild  —  Devant  son  image.  Op.  381.  1  ^2b  /^, 

(Gesang  auf  der  G-Saite.) 
Unter  ihrem  Fenster — Sous  sa  fenßtre.  Op.  38 II.  l^bO/^. 
Nachtigallen-Gesang  —  Ramage  des  rossignoles.  Op.  39. 
2  ^  50  4.  [1429a.] 


G.  Hille. 


Concert  No.  III  (in  Gmoll).     8  ^  netto. 

Terlaic 

Schott  freres  in  Brüssel,  Otto  Junne  in  Leipzig. 


Verlag    von    Breiticopf   &    HSrtoi   in   Leipzig. 

Edgar  TineL 

Franziscus. 

Oratorium  für  Soli,  Chor,  Orgel  und  Orchester. 

Partitur  M.  60,—,  Violine  I/II  je  M.  6,50,  Viola  M.  6,—, 
Violoncell  M.  6,—,  Bass  M.  3,50,  Harmoniestimmen  (leih- 
weise) M.  75, — .      Jede  Ohorstimme  M.  1,60,    Olavierauszug 

M.  16,—.  [1480a.] 

=  Seit  Ootober  1801  aufgeführt  in  Frankfürt  a.M., 

Cöln,Copenhagen,  Düsseldorf,  Breslau  (2  Mal),  Aachen, 

Würzburg,  Amsterdam  und  Görlitz  = 

überall  mit  glänzendem  Erfolg. 
Femer  zur  Aufführung  angenommen  in  New- York, 

Berlin,  Lüttioh  etc. 

Dieses  hervorragende  Werk  kann  mit  vollem  Recht  tüch- 
tigen Vereinen  zur  Aufführung  hestens  empfohlen  werden. 


Im  Verlage    von    E.  W.  Fritzsch    in    Leipzig   er- 
schien soeben:  [1431.] 

IComische  Oper  in  drei  Acten 

von  J.  K., 

Musik 

von 

Heinrich  Zöllner. 

Ciavierauszug  mit  Text.    M.  6, —  netto. 
Partitur  unter  der  Presse. 


W.  Auerbach  Nachf ., 

Musikalien-VersandgeschSft  u.  Leihanstalt. 

Leipzig,  Nenmarkt  32.   ['^''^  j 

Bfllipt«  Bezngsqndk,  sehnellste  Lieferimg. 

Ansichtssendungen  bereitwilligst,  Kataloge 

und  Prospecte  gratis  nnd  ft*anoo. 


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Soeben  erschien: 


[1438.] 


ffiicAard  Wagner: 


„Die  Meistersinger  von  Nürnberg". 

Clavleraaszug  zu  lEwel  H&nden 

(erleichterte  Ausgabe) 

mit  Hinzufügung  des  Gesangstextes  und  der  scenischen 

Bemericungen 

von 

Richard  Kleinmichel. 

Gross-Octav.  Preis:  Ji  10, — .  no. 

Mainz.       B.  Schott's  Söhne. 


620 


K.- 


r 


f^ulius  jßlätÄner,  ^etpjfif. 


[  1434.] 


Beflentendste  Plaiioforte-Fabrlk  Enropafti! 

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von  aiieirlcannt  iMittl>ei*troflreiiei*  Maltl>aflcei  i 

und  edlem,  »angr^eiolieiii  nTon. 


-T^ayT/2/^     "Vertreter  bez.  Verlta-ufsian  agazlae  an.  allen  "bedeiatenderezi  Pl&tzen.     ^Win^^^ 

Die  Fabrik  besteht  Beit  7.  November  1853. 


Jlnnii  H^ iiti0« 


Adolf  Kl^mann, 


Coneert-  und  Oratorien«ftng:erlift  (8opran). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26^  II.  [L435q.] 


Franzisca  Gondar, 

Oratorien-  a.  Concertsftnicerln  (Mezzosopran  u.  Alt). 

I4elpzlg,  Pfaffendorfer  Strasse  22  l.[i436t.] 

Coneert-  und  Oratoriensäagerin  (Sopran). 

fl«n4emkKaaeB,  Friedrichst.  21.       ri4B7n.] 

Jlglte«     Pulfl«»  [I438S] 

Oozicert.   lAXxd.  Oratorlezisäzigerlx^  (Sopraxx). 

lieipslK*    Hohestrasse  28. 


Violin-Virtuos.  [I444i.] 

Dresden*A.    j^malienstr.  lO,  II. 

Eduard  Mann, 

Ofatorien-  n.  Ooiicei:^eiäiig:ei% 

Lehrer  am  k.  Oonservatoriam, 
empfiehlt  sich  für  hohe  Tenorpartien  und  als  Vertreter  der 
[I446i.]  Bach^schen  Evangelisten. 

D  res  de  Hl  Ostra-Alle  23. 

Vortreter:  Hermann  Wolff,  Berlin  W.,  Am  Carlsbad  19. 

Alfred  Ivrasselt. 


[1446—.] 


Raden-Baden. 

Vertr.  H.  WollT.    Beplln. 


Anna  Münch, 

€oncert-  und  Oratorlen«iinfi:erln  (8opran). 

Leipzig,  Beethoven-Strasse  6ni.  [l4B9o.)     herzogl.  sächs.  Hofpianist,  Professeur  snp^rieur  am  Oonservatorinm 

Vertretung:    Hermann  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W. 

Anna  Schimon -Rep,    '''^' 

Lehrerin  für  Sologesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst, 
erlaubt  sich   die  Veränderung  ihrer  Adresse  anzuzeigen: 

München,  Jägerstrasse  8,  IIL 


IDiUt  Ue^l>etf0, 


ZU  Genf  (Schweia).  [1447—.] 

Coneert- Vertretung:    Hermann  Wolff,  Berlin. 


Clara  Hoppe, 

Conoept-  und  OratorlensAngepln  (Sopran). 
[1441y.]  Frankfurt  a.  Oder. 

Mimi  Naber. 

Coneert-  und  OratoriensSngerin  (hoher  Sopran). 

Cöln-Diiren.  [I442u.] 


Fritz  Higgen, 

Coneert-  und  Oratoriensänger  (hoher  Bariton). 
Breinerhafeni  Deich  16.        [i448— .] 

Alle  geschäftlichen  Anfragen,  den  Hofpianisten 

Alfred  «rünfeld 

betreifend,  bittet  man  zu  adressiren  an  [1449aa.; 

Impresario  Ludwig  Qrünfeld, 
Wien  I,  Getreidemarkt  10. 

Hedwig  Bernhardt, 

Coneert-  und  Oratoriensängerin 

(Alt  und  Hezzosoppan),  [14fiOh.j 

Schülerin    Stockhausen's, 


3rma  Settega, 

Coneert-  und  Oratoriensängerin  (Alt).       Soncertvertretunf  n/woiir,  BeViin,^Am  ckrisbad  19, 

Leipzifll  Hohe  Strasse  36,  IL  [1443b.]  ~  ' 


Eigene  Adresse:  Breslau,  Kaiser  Wilhelm-Str.  10,  part. 


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Hierza  eine  Beilage  der  Jos.  Roth'schen  Verlagshandlung  in  Stuttgart. 


Leipzig,  am  8.  December  1892. 


hrel  lUmiUcki  Buk-,  (uii- 

Hl  Huiinllnkuiiiiiuii,  lowii 
aink  Uli  Mim« 


rü  du  iiiltaiiuki  itekalliii 
hitlonti  luiUBitu  liii  u 

Eidaciiu  u  ailrHiira 


■^«^J^        för  Musiker  jndjffusikfreunde.  ^J^ 

V  VarantworÜicher  Bed&cteur  und  Verleger:  ^ß 


f&r  Musiker  jMJffusikfreunde. 

Verantwortlicher  Bed&ctenr  nnd  Verleger: 

E.  W.  Fritifloh, 

Lftipzlg,  KÖDlgistrawe  6. 


nm.  Jahrg.] 


Da«  Huaikalieche  Wochenblatt  eriobeint  jihrlich  in  &3  Ktunmem.  Der  Abonnementsbetrog 
für  du  Qn&rtal  tod  ISNnmmem  iit  3  Mark;  eine  eiuielneNommer  kostet  40  Pfennige.  Bei 
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nlr  weitere   L&nder   des  Allgemeinen  Poitvereine.  —   Jahreuibonneiiienta  werden  unter 

ZuffTiindeleganft  Toratehender  BeingebedinEnn^^n  berechnet. 
Die  IiuertionBgebflhren  fÖr  den  Raum  einer  geipaltecen  Tetitieile  betragen  90  Pfennige, 


[No,  50. 


SpreahMKl.   —  Kritlgoher  Anbuig: 


I  OdiÜwM.  —  Elndiwuiiiulk.  —  OpernMifnUiiaiiSBii.  —  Tenniiehts 
Bilohar  nnd  8<ibrinen  von  Fanl  Sohaelder,  Dr.  EuKen  Dieher  and 


Kritik. 


Das  mathematisch-reine  Ton^stem, 

^meinveratflndlich  dargestellt  von  Carl  Eitz  in  Eisleben, 
mit  einem  Vorwort  von  Profeesor  Dr.  W.  Preyer  in 
Berlin.  Leipzig,  Breitkopf  &  Härtel  1891.  (Preis  2  ^.) 
Die  Frage,  ob  überbaupt  and  inwiefern  es  für  den 
praktischen  Musiker  nützlich  sei,  sieb  mit  dem  hier  behan- 
delten Gegenstand  eingehend  zu  beschäftigen,  wird  sehr 
Terschieden  beantwortet.  Wie  musikaUscbe  Handwerker 
darüber  denken ,  kann  ans  natärlich  gleicbgiltig  sein, 
denn  sie  haben  überhaupt  nicht  das  Recht,  in  solchen 
Dingen  mitzusprechen.  Äufi'allend  ist  es  jedoch,  dass 
unter  denjenigen  Künstlern,  welche  in  der  musikalischen 
Praxis  Hervorragendes  leisten ,  die  Ansichten  über  den 
Werth  derartiger  theoretischen  Erörterungen  sehr  weit 
auseinandergehen.  Ich  kenne  berühmte  Meister,  welche 
gar  kein  Interesse  und  Verständnias  für  dergleichen  haben 
und  behaupten,  dass  ein  gesunder  musikalischer  Instinct 
ohne  Weiteres  allemal  genügt,  um  das  Richtige  beraust 
zufinden,  und  wiederum  Andere,  welche  der  Ansieht  sind, 
daaa  die  wiaBenschafUiche  Erkenntniss  tinter  Umständen 
■ebr  wohl  geeignet  ist,  dem  natürlichen  Instinct  unter 
die  Arme  zu  greifen.  Ich  für  meinen  Theil  bekenne 
mich  ganz  entschieden  als  Anhänger  der  letztgenannten 
Partei  und  betrachte  deshalb  die  vorliegende  Schrift  als 
einen  willkommenen  Beitrag  zur  Popularisirung  der  höchst- 
iateressanten  Lehre  von  den  Tonverhältnissen,  womit  übri- 
gens durchaus  nicht  gesagt  sein  soll,  daes  ich  alle  Be- 
hauptungen und  Vorschläge  dea  Verfassers  ohne  Weiteres 
unterschreiben  möchte. 


Vertrauenerweckend  ist  vor  allen  Dingen,  dass  Herr 
Eitz  sich  in  seinem  Vorwort  auf  folgende  Werke  beruft: 
Helmholtz,  Die  Lehre  von  den  Tonempfindungen, 
Hauptmann,  Die  Natur  der  Harmonik  und  Metrik, 
Preyer,  Ueher  die  Grenzen  der  Ton  Wahrnehmung,  von 
Oettingen,  Harmoniesystem  in  dualer  Entwickelung, 
Engel,  Das  mathematische  Harmonium,  Tanaka,  Studien 
im  Gebiet  der  reinen  Stimmung,  und  Opelt,  Allgemeine 
Theorie  der  Husik.  Im  ferneren  Verlauf  seiner  Dar- 
stellung erwähnt  er  auch  Riemann's  Handbuch  der 
Harmonielehre. 

Nach  diesen  allgemeinen  Bemerkungen  will  ich  nun 
versuchen,  dem  Leser  einen  ungefähren  Begriff  von  dem 
Inhalt  des  vorliegenden  Buches  zu  geben.  Der  Verfasser 
erläutert  zunächst  die  Ton  Verhältnisse  der  rein  gestimm- 
ten Cdur-Tonart  nnd  geht  dann  unter  Zugrundelegung 
des  Principe  der  Qnint-  und  Terz  Verwandtschaft  von  da 
aus  immer  weiter,  nm  zuletzt  zu  dem  folgenden  (in  etwas 
anderer  Form  schon  früher  von  v.  Oettingen  aufgestellten) 
Schema  zu  gelangen,  welches  man  sich  nach  allen  Rich- 
tungen hin  beliebig  erweitert  denken  möge. 


töne                  h-» 

fia-s 

ci«-* 

t        dia-s 

a" 

hl        fia- 

Null- 

töoe    ea  *         b " 

f» 

Mal- 

tono            ges '  1       des-' 

'        as 

"         ' 

iir" 

töne                  bes** 

fe^» 

ce»«-» 

ges^ 

%       des-^* 

692 


Die  horizontalen  Reihen  veranBchaiilicfaeii  hier  die 
Qaintverwandtschaft  und  die  schrägen  (bei  von  Oettingen 
die  vertikalen)  Reihen  die  Terzverwandtschaft.  Die  mitt- 
lere Rßihe  enthält  demnach  die  mit  irgend  einem  belie- 
bigen als  Ansg^ngston  ^wählten  Normalton  (in  diesem 
Fall  c)  in  Quintverwandtschaf^  stehenden  Tdne.  Eitz 
nennt  diese  Töne  Nulltöne.  Die  Töne  der  nächsthöheren 
Reihe  sind  um  ein  syntonisches  Komma  (^^si)  ^^^^^^» 
die  Töne  der  nächsttieferen  Reihe  dagegep  nm  ein  syn- 
tonisches Komma  höher,  als  die  gleichnamigen  Nnlltöne. 
(Hauptmann  drückt  diesen  Unterschied  bekanntlich  da- 
durch aus,  dais  er  i^b wechselnd  grosse  und  kleine  Buch- 
staben gebraucht,  eine  Methode,  die  sich  jedoch,  wie  wir 
später  sehen  werden,  nicht  consequent  durchfuhren  lässt.) 
Bei  der  nächstfolgenden  Reihe  beträgt  der  Unterschied 
2  Koqfiina  u.  s.  w.  Komma -Verminderung  und  Ver- 
mehrung druckt  Eitz  aus  durch  die  Silben  in  und  al. 
Mono-in  (abgekürzt  Min)  bedeutet  demnach  ein  Komma 
weniger,  mono-al  (abgekürzt  Mal)  ein  Komma  mehr,  di-in 
oder  din  2  Komma  weniger,  di-al  oder  dal  2  Komma 
mehr,  tri-in  oder  trin  3  Komma  weniger  tri-al  oder  tral 
2  Komma  mehr  n.  s.  w. 

Diese  Plus-  und  Minnszeichen  können  auch  nöthigen- 
falls  bei  den  Noten  angebracht  werden,  z.  B.: 


tr^.i-^,i-^ 


U.  8.  W. 


Tetrin-Trin-Din-  Min-NuU  Mal-  Dal-Tral-Tetral 


Aus  der  obigen  Stellung  der  Buchstaben  zu  ein- 
ander ergibt  sich  für  jede  Art  der  Ton  Verbindung  eine 
besondere  Figur,  z.  B.  für  den  Durdreiklang  o  ^  o>  ^^ 
den  MoUdreiklang  <>  <,  <>,  iur  die  Durtonart  ^  ^  (^^  o'^  o» 
för  die  reine  Molltonart  ^  o  ^  o  *  o  *  ^«  ®«  ^-  ^^^  ^^^ 
reiben  Molltonart  spricht  Eitz  allerdings  nicht,  sondern 
nur  von  der  uns  geläufigeren  Durmolltonart  ^      ^      o  ^  o* 

0        0 

Als  Beispiel  dafür  führt  er  unser  gewöfaiUiches  Cmoll  an, 
begeht  aber  dabei  den  Fehler,  da9  a  in  der  aufsteigen- 
den melodischen  CmoU-Tonleiter  schlechthin  als  Terz  der 
Unterdominante  f  zu  bezeichnen,  wahrend  es  in  den 
meisten   Fällen    doch  wohl  eher  als  Quinte  von  d,   also 

als  pythagoriscfae  Terz  von  f,  zu  betrachten  sein  dürfte. 

(Schlags  folgt) 


Tagesgeschichte. 


Musikbrief. 


Paris,  22.  November  1892. 

Die  hiesige  Concertsaison  haben  die  Leiter  der  beiden 
sprossen  Ooncertuntemehmungen,  HH.  Lamoureux  und  Oo- 
fonne,  nngefllhr  vor  sechs  Wochen  wieder  eröfihet.  An  die 
Spitze  eines  Berichtes  über  das  von  den  beiden  Herren  bis 
jetzt  Gebotene  ist  der  Name  des  Mannes  zu  setzen,  der  von 
Tag  zu  Tag  mehr  in  der  Gunst  des  Pariser  Publicums  steigt, 
den  man  während  seines  Lebens  nicht  genug  beschimpfen, 
jetzt  nicht  genug  feiern  kann:  Hectot  Berlioz.  Wahrend  in 
der  Komischen  Oper  die  Yorstellungen  seiner  „Trojaner**  noch 
fortdauerten,  erönnete  Hr.  Oolonne  die  Beihe  seiner  Concerte 
mit  einer  Wiederholuisg  von  „Faust'sVerdammniss**.  Es  sind 


genau  46  Jahre  (Ende  November  1846),  dass  die  erste  Auf- 
führung dieses  Werkes  in  Paris  in  der  Komischen  Oper  statt- 
fand. y,Ea  war  an  einem  trüben  Novemberta^**.  schreibt 
Berlioz  selbst  darüber,  „ich  hatte  keine  vom  Fublicum  be- 
liebte Sängerin  fUr  die  Partie  der  Margarethe,  und  ^uch  die 
Träger  der  beiden  anderen  Hauptrollen  waren  nicht ,  »£uihio- 
nabelf .  Die  Folge  war,  dass  ich  »Fauste  zwei  Mal  vor  halb- 
leerem Hause  gab.  Das  vornehme  Publicum,  welches  in  die 
Concerte  geht,  und  von  dem  man  annimmt,  dass  es  sich  für 
Musik  in^ressirt,  blieb  ruhig  zu  Hause.  Nichts  hat  mich  in 
meiner  Künstlerlaufbalin  so  tief  verletzt,  wie  diese  unerwar- 
tete Gleichgiltigkeit.**  Nun,  die  heutigen  Pariser  scheinen 
die  Ungerechtigkeit  der  Väter  wieder  gut  machen  zu  wollen. 
Vier  Sonntage  nintereinander  gab  Golonne  jenes  Meisterwerk 
bei  völlig  ausverkauftem  Hause  und,  nebenbei  gesagt,  nach- 
dem es  schon  im  vorigen  Jahre  mehrere  Male  angeführt 
worden  war.  Wie  viel,  bei  diesem  grossen  Zudrang,  der 
herrschenden  Mode  zuzuschreiben  ist,  will  ich  hier  dahinee- 
stellt  sein  lassen.  Immerhin  muss  man  zugeben,  daas  die 
Aufi\lhrung  eine  durchaus  musterhafte  war.  Das  Orchester, 
welches  di^  Werk  unter  der  geschickten  Leitung  seines  Diri- 
genten schon  mehr  als  60  M^  öffentlich  gespielt  hatte,  Hess 
an  Präcision  und  feiner  Nuancirun^  Nichts  zu  wünschen  übrig, 
und  auch  die  Sänger  standen  diesmal  ganz  auf  der  Höhe 
ihrer  Aufgabe.  —  Auch  Lamooreux  hatte  Berlioz  auf  sein 
Programm  gesetzt  und  brachte  dessen  Ouvertüre  „Der  romi- 
sche Gameval"  imd  die  immer  gern  ^hörte  n^Mai  der  hei- 
ligen Familie^  aus  der  „Kindheit  Ohnsti". 

Neben  Berlioz  nimmt  Richard  Wagner  eine  Hauptstelle 
ein.  Die  Pariser  sind  immer  noch  in  der  traurigen  Lage,  die 
meisten  Werke  Wagner's  nur  fragmentarisch  und  im  Goncert- 
saal  zu  hören.  Es  ist  zwar  die  fiede  davon,  die  „Walküre* 
in  der  Grossen  Oper  aufzuführen;  aber  man  hatte  uns  auch 
schon  die  „Meistersinger"  verbrochen,  und  jetzt  ist  die  Sache 
wieder  vollständig  aufgegeben.  Einstweilen  ^bt  sich  Lamou- 
reux die  beste  Mühe,  sein  Goncertpublicum  mit  einigen  Haupt- 
stücken  aus  Wagner's  Tonschöpiungen  vertraut  zu  machen. 
So  kamen  bis  jetzt  das  Vorspiel  zu  den  „Meistersinffern^, 
Vorspiel  zum  1.  und  3.  Act  und  „Isoldens  Liebestod"  aus 
„Tristan  und  Isolde''  und  der  „W^alkürenritt"  zur  Auffiihrung. 

Auch  J.  Brahma  ist  hier  nicht  nach  Verdienst  gewtlrdi^. 
Kaum  dass  einige  seiner  Kammermusikwerke  und  Lieder  be- 
kannt sind.  Lamoureux  wieder  brachte  zum  ersten  Male 
seine  2.  Symphonie  (Ddur),  und  zwar  mit  durchschlagendem 
Erfolg. 

An  Novitäten  hörten  wir  drei  Werke  französischer  Oom- 
ponisten:  Ghevillard^s  „Le  Ghdne  et  le  roseau",  Charpentier^s 
„Impressions  d'Italie**  und  Saint-Saäns*  „Africa**.  Das  Erste 
der  ^nannten  Werke  ist,  wie  der  Titel  es  andeutet,  eine  Art 
musikalische  Interpretation  der  bekannten  ljafontaine*8che9 
Fabel.  Es  beginnt  mit  einem  kurzen  Vorspiel,  welches  die 
ländliche  Ruhe  darstellen  soll ,  und  im  Laufe  dessen  durch 
zwei  kurze  von  Bass-Tuba  und  Englischem  Hom  ausgeftdirte 
Motive  die  Eiche  und  das  Bohr  charakterisirt  werden.  Auf 
diesen  beiden  Motiven  baut  sich  wesentlich  das  Ganze  auf. 
Mit  dem  „Dialog*'  f&n^  die  Fabel  an,  die  sehr  geschickt  und 
ohne  Pedanterie  Schritt  für  Schritt  verfolgt  wird.  Das  zarte, 
wogende  Thema  des  Vorspiels  wird  auch  hier  neben  den  zwei 
Hauptmotiven  wieder  aufgenommen  und,  etwas  veräadeiri, 
namentlich  im  Sturm,  der  sich  mittlerweUe  erhoben  hat,  yer- 
werthet.  Nachdem  die  Eiche  zersplittert  ist,  kehrt  die  Buhe 
des  An&ngs  wieder  zurück. 

Gharpentier's  „Eindrücke  aus  Italien*'  ist  ein  viel  grösser 
angelegtes  Werk.  Leider  hatten  wir  nur  einmal  Gelegenheit 
es  zu  hören.  Der  Eindruck,  den  es  uns  hinterliess^  war  der 
eines  geschickten,  aber  nicnt  in  allen  Theilen  gleich  gelun- 
genen und  gleich  schönen  Tonstückes.  Glänzendes  Oolont  darf 
man  ihm  nicht  absprechen,  ebensowenig  Gewandtheit  in  der 
Verwerthung  der  Instrumente;  dagegen  zeichnet  es  sieh  nicht 
immer  durch  edlen  Oharakter  aus.  JQines  der  besten  StMce 
scheint  uns  das  Erste,  die  „Setenade*',  zu  sein,  welches  ein 
hübsches  Bratechensolo  enthält.  Auch  der  „Auf  den  Gipfeln* 
überschri ebene  Theil  ist  voll  von  Poesie.  In  dem  letzten  Stück, 
„Napoli*',  will  uns  der  Componist  das  bunte  Lebaai  Neapdb 
darstellen.  Volksmelodien,  Tanzrhythmen,  sentimentale  Wei- 
sen ertönen,  von  Zeit  zu  Zeit  von  einer  Militärmusik  unter- 
brochen, durcheinander  und  steigern  sich  zuletzt  zu  einem  un- 
geheuren Spektakel. 

Saint-Sagns'  „Afnca**  ist  eine  Phantasie  föt  €H*vier  und 
Orchester,  die  der  Componist  nach  einer  Beise  in  jenem  Vxä* 
theil  geschrieben  hat.  Verschiedene  Motive,  die  populäre  ^j^ 


t 

I 

I 


I. 

■ 

i 


62a 


lodien  sein  sollen,  werden  abwechselnd  von  dem  Ciavier  and 
der  Oboe  skizzirt.  —  Der  Olavierpart  wurde  von  Frau  JaöU 
raeisterhaffc  zum  Ausdraek  gebracot. 

Zum  Scbluse  dieses  Berichtes  sei  es  ans  noch  gestattet, 
mit  einigen  Worten  eines  Maimes  za  gedenken,  der,  vor  weni- 
gen Wochen  verstorben ,  sein  ganzes  Leben  lang  ein  warmer 
Anhäneer  andYertheidiger  der  modernen  Bichtnng  und  speciell 
Einer  der  eifrigsten  YorkAmpfer  ftlr  die  Verbreitung  von  Wag- 
ner's  Kunstwerken  in  Frankreich  gewesen  ist.  Victor  Wilder, 
aus  Qent  ^hurtig,  hatte  auf  den  Universitäten  seiner  Hei- 
matb  Btudirt  und  sich  den  Titel  eines  Doctoi-s  der  Becbte  und 
der  Philosoj^hie  erworben.  Nebenbei  besuchte  er  das  Conser- 
«valorium  seiner  Vaterstadt  und  gab  sich  eifrigen  Musikstudien 
hin.  Gegen  1860  kam  er  njush  Paris,  wo  er  infolge  von  Fami- 
lienereignissen plötzlich  in  eine  sehr  bedrängte  Lage  gerieth. 
Seine  reichen  Sprachkenntnisse  bewogen  einen  Verleger,  ihm 
die  Uebersetzung  einiger  deutschen  Lieder  anzuvertrauen. 
Von  dem  Augenblick  entfaltete  Wilder  eine  erstaunliche 
Thfttigkeit.  Beethoven,  Schubert,  Schumann,  Mendelssohn, 
Lassen,  Grieg,  Bubinstein,  Brahms  u.  A.  fanden  in  ihm  einen 
Uebersetzer.  Neben  den  Liedern  machte  er  sich  an  grossere 
Werke,  wie  Händel's  „Messias",  ^ Judas  Maccabäus"  und 
„Alexandersföst",  Schumann's  „Das  Paradies  und  die  Peri«. 
Vor  Allem  aber  suchte  er  Wagner's  Dichtungen  ins  Franzö- 
sische zu  übertragen.  Fehlerlos  sind  sind  diese  Uebersetzun- 
gen  nicht;  manche  Verstösse,  namentlich  gegen  den  Geist  der 
firanzösischen  Sprache,  Hessen  sich  nachweisen.  Immerhin  war 
es  eine  sehr  verdienstvolle  Leistung,  die  dazu  beigetragen  hat, 
manchem  Kunstwerk  in  Frankreich  Bahn  zu  brechen.  Immer 
in  den  ersten  Reihen  kämpfend,  wenn  es  galt  ein  Werk  von 
wirklich  künstlerischem  Werth  zu  unterstützen ,  hatte  sich 
Wilder  schon  bei  dem  ersten  Versuch  einer  „Tannhäuser"- 
Aufnihrun^  in  Paris,  damals  an  einem  kleinen  Blatte  thätig, 
eifrig  in  die  Schanze  geworfen.  Später  war  es  nicht  wenig 
seinem  Einfluss  zu  verdanken,  dass  „Lohengrin"  endlich  in 
der  Grossen  Oper  gegeben  wurde.  —  Ein  hiesiges  Blatt  be- 
merkte treffend,  Wilder  sei  zur  guten  Stunde  gestorben.  Wäre 
er  früher  hinweggerafiBb  worden,  so  wäre  es  ein  grosser  Scha- 
den für  die  Wagner-Partei  in  Frankreich  gewesen.  Jetzt  ist 
diese  Biehtung  stark  genug,  um  Nichts  mehr  zu  befürchten. 

G. 

Berichte. 

Leipzig«  Das  2.  Akademische  Orchesterconcert 
unter  Hrn.  Prof.  Dr.  Kretzschmar^s  Leitung  hatte  zu  seinem 
Anfkng  zwei  Ouvertüren:  zu  „II  Porno  d'Oro"  von  M.  A.  Cesti, 
an»  dem  17.  Jahrhundert,  und  die  dreisätzige  zu  „Dido"  von 
N.  Piccini,  aus  dem  v.  Jahrhundert,  stehen,  die  trotz  des 
nicht  blos  historischen,  sondern  auch  starken  musikalischen 
Interesses,  das  sie  in  einer  ihnen  widerfahrenden  stilvollen  Aus- 
führung noch  heute  zu  bieten  im  Stande  sind,  hier  noch  kaum, 
jedenfalls  nicht  in  den  auf  einen  mehr  als  hundertjährie^en 
Bestand  zurückblickenden  Gewandhausconcerten  gehört  worden 
sind.  In  der  geistvollen  Erläuterung,  welche  auf  dem  Con- 
oerteettel  Hr.  Prof.  Dr.  Kretzschmar  zu  den  Programmstücken 
gibt,  werden  als  besondere  Charakteristica  der  Gesti*schen 
(^Sonata"  betitelten)  Ouvertüre  mit  Recht  die  Raschheit,  mit 
welcher  von  einer  Stimmung  in  die  entgegengesetzte  über- 
gegangen wird,  und  die  Kunst,  den  poetischen  Gehalt  in 
kni^pster  Form  zu  entwickeln,  bezeichnet.  Im  Gegensatz  zu 
den  genannten  beiden  Ouvertüren  steht  die  zielbewusste  Kraft, 
mit  welcher  Gluck  in  seiner  Oaverture  zu  „Tphigenie  in  AuHs" 
die  beiden  Hauptstimmungen  der  nachfolgenden  Handlung 
gegeneinander  in  Bewegung  bringt  und  das  Interesse  des  Zu- 
lörers  concentrirt.  Hr.  Prof,  Dr.  Kretzschmar  liess  diese  clas- 
sische  Ouvertare  nicht  nur  mit  dem  Schluss  von  Rieh.  Wagner 
spielen,  sondern  acceptirte  auch  in  congenialer  Weise  dessen 
Auffassung  von  dem  Vortrag  dieses  Stückes,  und  die  ausser- 
ordentliche Wirkung,  die  er  damit  erzielte,  bestätigte  nur  die 
Richtigkeit  dieser  Auffassung  und  die  Sünde,  die  man  durch 
eine  sinnwidrige  eilig-lustig  Temponahme  noch  jetzt  so  viel- 
fach an  dem  erhabenen  Geiste  dieser  Ouvertüre  begeht.  (Wir 
erinnern  uns  noch  mit  Grausen  an  manche  der  früheren  Ge- 
wandhausaufführungen  des  Werkes!)  Zwei  bekannte  Sym- 
phonien, die  sogen.  Militärsymphonie  von  Haydn  und  die 
unter  der  Bezeichnung  „Schwaneng^ng"  bekannte  in  Es  dur 
von  Mozart,  sowie  Viotti's  AmoU-Violinconcert  folgten  den 
drei  Ouvertüren.  Wie  für  die  reinen  Orchesterwerke  des 
Abends  die  verstärkte  Capelle  des  134.  Infanterie-Regiments 


unter  der  geistbeschwingten  Führung  des  Hrn.  Prof.  Dr. 
Kretzschmar  ihr  ganzes  Können  mit  rühmenswerthestem  Er- 
folge einsetste,  so  trefflich  entledigte  sich  dieselbe  äudi  der 
Begleitung  des  Viotti^sehen  Oonc^rt^),  des^nPfincipalstimtne 
mit  kerngesundem,  dabei  warm  timbrirtem  und  höchst  modu- 
lations^higem  Tön  und  Überall  feinpointirter,  aber  nirgends 
roanierirter  Auffassung  Hr.  Zajic  aus  Berlin  ausführte,  zum 
grossen  Entzücken  der  äusserst  zahlreichen  Zuhörerschaft,  die 
inn  nach  Beendigung  seiner  Meisterleiatung  drei  Mal  stür- 
misch hervorrief.  Dieser  ausgezeichnete  Künstler  ist  ini  Be- 
sitz der  Ferd.  David'sche^  Concertgeige,  auf  welcher  vor  ZeSten 
gerade  dieses  Viotti'sche  Ck)ncert  unzählig  Male  erklungen 
ist;  ob  je  in  derselben  Vollkommenheit,  wie  durch  Hm.  Zajic, 
möchten  wir  bezweifeln.  Dass  Hr.  Prof.  Dr.  Kretzschmar 
auch  in  diesem  Concert  in  Anerkennung  seiner  interessanten 
Programmaufstellung  und  seiner  Dirigententhaten  begeistert 
gefeiert  wurde,  sei  nur  ergänzend  bemerkt. 

Am  folgenden  Abend  rief  uns  die  Referentetmflicht  wie- 
derum in  den  Krystall-Palast,  wo  im  Blauen  Saal  der  im  v. 
Winter  gegründete  Orchesterverein  der  Musikfreunde 
mit  einem  Concert  unter  Leitung  seines  Dirigenten  Hm.  Ferd. 
Thieriot  debutirte.  Der  neue  Verein,  als  dessen  Concert- 
meister  Hr.  A.  Payne  (ein  früherer  tüchtiger  Schüler  Ferd. 
David*s)  in  vorzüadicher  Weise  füngirt,  führte  zunächst  mit 
eigenen  Kräften  Streichorchesterwerke  vorr  R.  Fuchs  (eine 
Emoll-Serenade,  ein  ziemlich  schwächliches,  in  seinem  3.  Satz 
stark  an  den  Gircus  erinnerndes  Opus)  und  C.  Reinecke  (einen 
anmuthigen  Walzer  aus  der  Märchenoper  „Prinzessin  Glücks- 
kind") und  später  unter  (auf  demiConcertzettel  verschwiegener) 
Mitwirkung  fremder  Vertreter  der  nöfchigen  Blas-  und  Schlag- 
instrumente eine  neue  Fdur-Syinphonie  des  Dirigenten  auf, 
von  welcher  uns  den  befriedigendsten  Eindruck  der  1.  Satz  mit 
seinen  hübschen  gegensätzlichen  Hauptthemen  und  danii  der  in 
frohgemuther  Laune  sich  ergehende  Finalesatz  gemacht  haben, 
während  es  im  Andante  weder  im  thematischMi  Material,  noch 
in  der  Stimmung  zu  etwas  Rechtem  kommt  und  das  Menuett 
mit  seinen  ebenfalls  nicht  besonders  anregenden  Gkdanken 
und  in  seiner  Länge  sogar  einigermaassen  ermüdend  wirkt. 
Manches  würde  in  vollkommenerer  Ausführung,  als  sie  durch 
ein  Liebhaberorchester  möglich  ist,  sicher  Irasser  ef^tuirt 
haben,  in  der  Hauptsache  aber,  der  Erfindung,  steht  dieses 
Novum  manchen  anaeren  Werken  dieses  so  talentvollen  Gompo- 
nisten,  namentlich  der  reizvollen  Sinfonietta,  nach.  Die  Lei- 
stungen des  den  Verein  repräsentirenden  Sti^eicherchors  waren 
recht  schätzenswerthe,  man  erkannte,  dass  Alles  ^wissenhaft 
vorbereitet  worden  war  und  dass  ausserdem  in  jeder  Stimme 
sichere  Kräfte  sich  befinden.  Die  für  die  Symphonie  acqui- 
rirten  Hilfstruppen  wirkten  tapfer  mit.  Das  Pro^itemm  ^  er- 
hielt durch  einige  Vocalnummern  Abwechselung:  am  von  jun- 
gen Damen  gebildeter  und  von  Hm.  Kahn  am  Glavier  be- 
gleiteter Ohor  sang  sehr  annehmbar  des  Grenannten  musika- 
kalisch-feinsinnige  und  stimmungsvolle  Frauenchöre  ^m 
Wasser  wogt  die  Lilie"  und  „Zwiegesang''  und  mit  Frl. 
Gondar  zusammen,  welche  in  S3^pathischer  Weise  die  Solo- 
partie ausführte,  Schubert*s  „Ständchen"  für  Altsolo  und 
Frauenchor,  während  Frl.  Käthe  Lenbach  mit  noch  mangel- 
hafterer Tonbildung,  als  sie  in  einer  eigenen  Soiröe  im  Früh- 
jahr V.  J.  besass,  aber  gefiklligerem  Vorttag  Lieder  von  Rubin^ 
stein,  Reinecke  und  R.  Kahn  zum  Besten  gab.  Das  zahlreich 
erschienene  Publicum  nahm  sämmUiche  Darbietungen  wohl- 
wollend auf,  namentlich  aber  die  Kahn-schen  Oompositionen, 
die  zum  Theil  wiederholt  werden  mussten. 

Im  Neuen  Gewandhaus  hatten  seit  unserem  letzten 
Bericht  das  7.  und  8.  Abonnementconcertund  die  8.  Kam^ 
mermusik  statt.  Das  Erstere  der  beiden  grossen  Concerte 
hatte  die  4.  S3nnphonie  von  Beethoven,  die  Ouvertüre  „Der 
römische  Oarnevar  von  Berlioz  und  Solovorträge  der  Sängerin 
Frl.  Helene  Jordan  aus  Berlin  und  unseres  einheimischen Gon- 


*)  Dass  diese  treffliche,  von  ihrem  ständigen  Leiter  Hrn. 
Musikdirector  Jahrow  stets  auf  schöner  Höhe  musikalischer 
Leistungsfäihigkeit  erhaltene  Militärcopelle  die  Gelegenheit  zu 
ihrer  weiteren  künstlerischen  Ausbildung,  die  si6h  ihr  in  den 
Akademischen  Orchesterconcerten  und  den  Liszt-Vereins-Con- 
certen  so  reichlich  bietet,  sich  unbeschränkt  zunutze  machen 
diürf,  ist  in  erster  Linie  dem  kunstsinnigen  Obersten  des  betr. 
Regiments,  Hm.  v.  Loeben,  zu  verdanken,  der  in  rühmenS- 
werthester  Weise  nicht  nur  hierfür  seine  Erlaubniss  ertheilt, 
sondern  die  HH.  Gapellisten  öfters  sogar  zu  Gunsten  der  Mit- 
Wirkung  derselben  in  den  beregten  Ooncertön  von  anderen 
dienstlichen  Obliegenheiten  entbindet. 

50* 


r 


634 

certraeistors  Hrn.  Prill,  das  Andere  iJieBdur-Symphonie  von 
H.  von  Herzogenberg  (unter  Leitang  des  Componisten).  die 
„Medeft"-Onverture  von  Cherubini,  „Kyrie",  „Benedictus  und 
„Credo"  ans  der  Messe  für  MäJinerchor  von  Rob.  Volkmann, 
{,-esiingen  vom  Leipziger  Lehrer-Gesangverein  unter 
Oiieotian  des  Hrn.  Sitt,  und  Beethoven'a  Tnpelconcert,  ge- 
spielt von  den  HH.  Prof.  Dr.  Eeinecke,  Hilf  und  Kiengel, 
im  Programm,  Die  Bdur-Symphonie  von  H.  von  Herzogen- 
berg,  welche  vor  zwei  Jabren  als  Novität  an  dieser  Stelle 
erschien  und  von  uns  eingebender  cbarakt«risirt  worden  ist, 
fand  auch  diesm&l  freundücben  Anklang,  besonders  war  es 
aber  wiederum  der  8.  Satz,  der  den  allgemeinsten  Beifall  sich 
erring.  Die  von  anderer  Seite  aufgeworfene  Frage,  warum 
so  scDneU  die  Wiederholung  dieser  und  nicht  lieber  die  der 
I ; iiioll-Sympbonie,  die  auch  uns  bedeutender,  als  die  in  Bdnr, 
I  rscbeint,  erfolgt  ist,  mochten  wir  ebenfalls  thun.  (Noch  inter- 
i'ssuiterwärewohldie  „OdysseQs''-Symphonie  gewesen.)  Gespielt 
i,vurde  das  Werk  ganz  prächtig,  wie  auch  die  von  Hrn.  Pro£  Dr. 
Jteinecke  dlrigirten  Übrigen  Orchesternommem,  mit  Ausnahme 
ilerBerlioz'schenOuverture,  die  gern  noch  etwas  mehr  Licht  und 
Debatten  vertragen  hätte,  trefflicQ  gelangen.  Die  Chorsätze  von 
\'olkntann,  von  welchen  wir  das  .Bouedictus"  und  das  „Credo" 
erst  kürzlich  in  einem  Concert  des  aueführenden  Vereins  ge- 
hört hatten,  waren  Novitäten  für  das  Gewandhaus,  machten 
iiber  hier,  trotz  gleich  ausgezeichneter  Wiedergabe,  nach  Seiten 
der  Macht  und  Fülle  im  Klang  nicht  denselben  packenden 
l'lindruok,  wie  in  der  AlberthaJle,  die  sieb  für  Chorauffilhrun- 

fen  ganz  vortreffhch  eignet  nnd  von  dem  ausgezeichneten 
erein  auch  fernerhin  flir  seine  Concerte  beibehalten  werden 
mochte.  Die  Vorträge  des  excellenteu  Vereins  wurden  trotz 
dieses  klanglichen  Minus  nach  ihrem  vollen  Wertb  beurtheilt, 
und  hatte  der  ausgezeichnete  Dirigent  des  Vereins  wieder- 
holten Bervorrnfen  Fol^  zu  leisten.  Zu  wünschen  ist,  dass 
es  bei  diesem  selbständigen  Debüt  des  Lehrer-Oesangvereins 
an  diesem  Orte  nicht  sein  Bewenden  habe,  sondern  dass  der- 
:ielbe  wie  der  Sängerverein  zu  St.  Pauli  und  der  Tbomaner- 
chcr  ein  ständiger  Gast  der  Gewandhausconcerte  werde.  Das 
erstmalige  Auf&ten  des  Frl.  Jordan  war  ebenfalls  ein  Sieg 
anfallen  Linien,  nnd  ganz  verdient,  denn  die  junge,  beschei- 
den auftretende  Dame  besitzt  ausser  einer  in  allen  Lagen 
gleich  weichen  und  süssen  und  wohlgebildeten  Mezzosopran- 
Stimme  eine  so  warme  Innerlichkeit  und  scb licht-poetische  Auf- 
lassung in  ihrem  Vortrag,  dass  man  den  köstlichen  Spenden 
iiQS  ihrem  Munde  mit  wahrem  Entzücken  lauschte  und 
sich,  nicht  satt  an  denselben  hOren  konnte.  Eines  schQnen  £r- 
Iblgee  hatte  sich  Hr.  Prill  mit  der  ebenso  virtuosen,  wie  ge- 
schmackvollen Wiedergabe  des  ö.Vieuitemps'schen  Concertee 
und  der  Spohr'schen  „Gesangacene"  zu  erfreuen.  Wenn  diesmal 
liiiige  kleine  Trübungen  m  seinem  Spiel  sich  bemerklich 
iiiacnten,  so  ist  dies  erklärlich  durch  den  Umstand,  dass  er, 
statt  seine  physischen  Kräfte  schonen  zu  können,  am  Mittwoch 
die  „Walküre"-Äu£Rlhrung  mitzuspielen  hatte,  weil  Hr.  Con- 
I  ertmeist«r  Aöntgen  ohne  Rücksichtnahme  auf  das  dem  Col- 
iegan  für  den  folgenden  Tag  bevorstehende  Solospiel  im  G^ 
waodhatis  sich  geweigert  hatte,  denselben  im  Theater  zu 
vertreten.  Die  Ausfuhrung  des  Tripelconcertes  von  Beet- 
hoven ^b  sich  als  eine  Muster-  und  Meisterleistung  in  allen 
ihrsn  Theilen ,  wie  dies  bei  Künstlern,  wie  den  Eetreffen- 
ileii,  allerdings  auch  gar  nicht  anders  zu  erwarten  gestanden 
liat.t«.  —  Das  Progi'amra  der  3.  Kammermusik  im  gleichen 
ilnose  umfosste  die  Streichquartette  in  Fdur  (No.  23  der 
f'itera'schen  Ausgabe)  von  Mozart,  in  Amoll  von  Schumann 
und  Op,  130  von  Beethoven  imd  gelangte  durch  die  HH. 
Becker,  Sitt  nnd  Kiengel  in  einer  Weise  zur  Per- 
,  (läse  einbelhgster  Beifall  nach  jedem  einzelnen  Satz 
ilcii  Saat  durchbrauste,  die  Künstler  wiederholten  Hervorrufen 
T'ulge  leisten  und  dieCavatineaus  Beethoven's Quartett  aufstür- 
I Fl ibches Begehren  da  capo  spielen  mussten.  Gerade  aberder  zur 
\ViBderholung  verlangt«  Satz  erschien  uns  der  etwas  zu  über- 
soljwänglichen  Tongebung  des  Primgeigers  wegen  nicht  als 
der  Höhepunct  des  Abends,  wie  wir  Überhaupt  bei  Beethoven, 
mag  es  nun  im  Hilfschen  oder  Prill'schen  Quartett  sein,  stets 
unwillkürlich  an  Brodsky  zurüek  denken  milssen. 

Oldenburg,  16.  Nov.  Im  l.  Abonnementconcert  der 
Ilofcapelle  unt«r  Leitung  des  Hm.  Hofmusikdirector 
1'.  Manns  koni  an  erster  Stelle  zum  Vortrag  HendelsKobn's 
I  >uTerturezum„Soramemachtatraum",derenmitPormscbonheit 
j^cpaarte  zarte  Poesie  eine  vollendete  Wiedergabe  erfuhr.  Eine 
Echwere  Aufgabe  war  dem  Orchester  mit  Wagner'a  Vorspiel 
■/ii  „Tristan  und  Isolde"  gestellt,   doch  wurde  dieselbe  vor- 


ililf,  ] 


trefflich  gelöst,  namentlich  gelang  die  Steigerung  vom 
„schüchternen  Bekenntniss  und  zagenden  Seuäen  bis  ^^m 
mächtigsten  Andrang",  zum  gewaltigen  Höhepunct  der  Leiden- 
schaft, ausgezeichnet.  Am  Sohluss  fehlte  leider  di«  Harfe, 
deren  Partie  aber  auf  dem  Clavier  so  gut,  wie  dies  möglich 
ist,  ersetzt  ward.  Als  Solist  trat  im  ersten  Theil  des  Con- 
certee  ein  junger  Pianist.  Hr.  Alfred  Ernst  aus  Erfurt,  auf. 
Er  spielte  Schumann's  Amoll-Goncert,  sowie  eine  Mazurka 
von  Godard,  eine  Ballade  von  Liszt  nnd  ein  Sonett  eigener 
Composition.  Der  Künstler  bewies  nicht  nur  eine  hervor- 
ragende Technik,  sondern  anch  tiefgehende  und  geschiuack- 
volle  Auffa.saung,  nur  fehlte  es  dem  Anschlag  bisweilen  an 
Präcision  und  hier  und  da  an  Weichheit,  so  in  der  schonen 
Stelle  des  Schnmann'schen  1.  Satzes,  wo  das  Clavier  mit  der 
Clarinett«  um  die  Wette  singen  soll.  Das  Sonett  war  un,*;  zu 
subjectiv  im  Empfind ungsgebalt  nnd  zu  künstlich  in  der 
Melodik;  ein  beigegebenes  Promimm  hätte  vielleicht  ein  Ver- 
ständniss  erraögbcht.  Den  2.  Theil  des  Abends  fällte  Beet- 
hoven's Adur-Symphonie.  Der  Vortrag  des  Vivace  zeichnete 
sich  durch  scharfe  Rhvthmik  aus,  docn  hätte  dieser  ^'orzug 
auch  bei  noch  lebhafterem  Tempo  wohl  gewahrt  werden 
können.  Der  Grundcharakter  des  Satzes  ist  doch  ein  drän- 
gendes Ungestüm,  und  bei  aller  Heiterkeit  dieser  Tanzrliyth- 
men  miiss  doch  jeder  Schein  der  Gemüthlichkeit  vermieden 
werden,  wenn  die  Stimmung  im  Einklang  mit  der  Erhaben- 
heit des  Allegrettos  stehen  soll.  Eine  Glanzteistnng  war  der 
Vortrag  des  Scherzos.  Der  letzte  Satz,  im  feurigsten  Zeitmaass 
gespielt,  wirkte  hinreissend,  doch  würde  hier  eine  kleine  Er- 
mässigung des  Tempos  die  Sechszehntelläufe  klarer  nnd  das 
schwungvolle  zweite  Hauptthema  breiter  und  gros.sartiger 
hervortreten  gelassen  haben.  Unser  Gesammtnrtheil  über  das 
Concert  geht  dahin,  dass  die  musikalische  Saison  damit  eine 
glückliche  nnd  verheissungsvoUe  Eröfinnng  gefiinden  hat. 
Dr,  B. 

Conoertumsohsu. 

Annaberg.  3.  Museumsconc.  (Stiehler):  Bdur-Symph.  v. 
Haydn,  Trauermarsch  aus  der  3.  Symph.  v.  Beethoven  (zum 
Gedäcntniss  des  langjähr.  Dirigenten  der  GreseUschaft  Organist 
Herrmann  gespielt),  „Coriolan''-Ouvert.  V.  Beethoven,  Violin- 
vorträge des  Frl.  brammer  a.  Leipzig  (1.  Conc.  von  Bruch, 
Wiegenlied  v.  Afferni  u.  Mazurka  v.  Zarzvcki). 

Augsburg.  155.  Conc.  des  Oratorienver.  (Dr.  S<shlett«rer): 
CmoU-Symph.  v.  A.  Klnghardt,  Thema  u.  Variat.  B.uf<  der 
HmoU-Symph.  V.  M.  Marquis,  Ouvert.  „LeCamaval  romain" 
V.  Berlioz,  Chorgesänge  v.  H.v.Bülow  („Abend  am  Meere") 
u.  H.  Scbletterer  („La  r^ne  Ävrillouse") ,  Violin  vortrage 
des  Prl.  Scotta  a."  Copenhagen  (Dmoll-Conc.  v.Vieuxteinps, 
Mazurka  v.  Zatzycki,    And,  relig.  v.  Tbomä   n.   Zigeuner- 

Bregenz,  Am  18.  Nov.  Aufführung  v.  Händel's  „Judas 
Maccabäus"  durch  den  Caecilien-Ver.  unt.  solist.  Mitwirk,  der 
Frau  Hoeck-Lechner  a.  Carlsruhe  u.  der  HH.  Diezela.  Berlin 
u.  Hromada  a.  Stuttgart. 

Bremen.  Musikal.  Vorträge  im  Künstlerver.  am  10.  Nov. : 
Clav.-Violoncellson.  Op.  6ft  v,  Beethoven,  Soli  t  Gesang  von 
J.  Smith  („Herbststimmung"  u.  „Bettlerliebe"),  Evers  („Hia- 
duniaid")  u.  A.,  f.  Clav,  v.  Raff  (Phant.  u.  Fuge)  u.  Ä.,  für 
Clav.  V.  Raff  (Phant.  u.  Fuge)  u.  A.  u,  f.  Violonc.  v,  Ha- 
merik  (Romanze),  Nicodö-Smith  (Wiegenlied)  O.  Popper 
(Spinnlied).  (Austiihrende :  Frl  Diermayr  [Ges.]  u.  HH,  Oden- 
wald [Clav,]  u.  Smith  [Violonc,].)  —  Kammermusik  der  HH. 
Prof.  Kruse,  Wittenberg,  Pfltzner  und  Smith  am  17,  Nov.t 
Streichquartette  v,  Mende!«ohn  (Ddur)  u,  Beethoven  (Op.  18, 


Symph.  V.  Haydn,  Ouvert.  zu  „Alphonso  und  Estrella" 
Schubert,  FmoU- Phant,  f,  Org.  zu  vier  Händen  von  Mojart 
(HH,  V,  Proskowetz  jun,  u,  Petyrek),  Violin  vorträge  des  Hm. 
V.  Stoda  a.  Wien  (Adagio  a.  dem  Conc,  v.  Godard,  Ungar. 
Tanz  V.  Brahms-Joachim,  Presto  a.  der  Suite  v.  Sinding, 
ßerceusea  v,  Cui  u.  Nerudau,  Mazurka  charakt  v.  Wieni- 
awski).  (Dem  Dirigenten,  sowie  sSmmthchen  Ausfahrenden 
wird  in  zwei  vorliegenden  Berichten  warmes  Lob  gespeiiiK'i.) 
Cassel.  2,  Äbonn.-Conc.  des  k.  Theateroreh.  (Tre,i!..T)i 
Ouvert.,  Scherzo  u.  Finale  v.  Schumann,  „Maaeppa"  v,  Li.^iU, 
Solovortrftge  der  Frauen  Biazzi-Foerster  (Gles.,  „Miasppraiiza 
adorata"  v.  Mozart,  „Am  Strande"  v.  F.Ries,  „Koroui,  wir 
wandeln  zusammen"  v.  Cornelius  u.  „Meine  Liebe  iisi  f;nin" 
V,  Brahms)n, Stern  a,  Dresden  (Clav,,  Gmoll-Conc.  v.  d.iint- 
8a  8  ns  etc.). 


626 


Chieago.  2.  Populär  Ck)nc.  desHm.  Em.  Liebling:  Clav.- 
Violinson.  Op.  100  v.  Brahms  (HH.  Liebling  und  Spiering), 
SoloYorträge  des  Frl.  Skiff  (Ges.,  Gartenscene  a.  „Margarethe'' 
V.  Gounod  etc.)  u.  der  HH.  Liebling  (Etüde  von  Neupert, 
Etüde  u.  Concertpolon.  v.  Scbytte  etc.)  u.  Spiering  (ßarca- 
role  V.  OndriÖek  u.  „Der  Zephir"  v.  Hubay). 

Ghristlania.  9.  Conc.  des  Orch.-Ver.  (Heiter):  Amoll- 
Symph.  V.  Mendelssohn,  Kaiser-Marsch  v.  Wagner,  „Le  der- 
nier  Sommeil  dela  Vieree"  f.  Streichorch.  v.  Massenet,  G^s.- 
Solo vortrage  der  Frau  Moe  (Arie  v.  Spohr  u.  Lieder  v.  War- 
muth)  u.  des  Hrn.  Brüel  („Ave  Maria"  v.  Saint-Saöns,  „La 
bella  Sorrentina"  v.  Hallström  etc.). 

CJöln.  Musikal.  Gesellschaft  (Prof.  Seiss)  im  Oct.:  Sym- 
phonien V.  Mozart  (Ddur)  u.  Schumann  (Esdur),  zwei  Sym- 
phöniesätze  v.  E.  Mertke,  zwei  Sätze  a.  einer  I^ord.  Suite  v. 

E.  Heuser,  „Waldesträumen"  f.  Orch.  v.  A.  Ludwig,  „Traum- 
bild" f.  Streichorch.  v.  0.  Klau  well,  Solo  vortrage  der  Frls. 
Heinig   a.    Leipzig    (Ges.,   Arie  a.    „8aul"   und   Lieder  von 

F.  Hiller),  Edel  (Ges.,  Lieder  v.  F.  Wüllner),  Bright  aus 
London  (Clav.,  2.  Conc.  eig.  Comp.)  und  Linde  a.  New- York 
(Clav.,  Fismoll-Gonc.  v.  F.  Hill  er)  u.  der  HH.  Mengelberg 
(Clav.,  Cdur-Phant.  v.  Schumann)  u.  Prof.  Seiss  (Clav.,  Cap- 
rice,  Andante  u,  „Humoreske"  eig.  Comp.). 

CÖthen.  2.  Musikabend  des  Kammermusikver. :  Bdur- 
Claviertrio  v.  A.  Klughardt,  Phantasiestücke  f.  dieselben 
Instrumente  v.  Schumann,  Gmoll-Clav.- Violinson.  v.  Haupt- 
mann. (Ausfahrende:  HH.  E^lughardt  [Clav.],  Seitz  u.  Jaeger 
[Streicher]  a.  Dessau.) 

Darmstadt.  2.  Conc.  der  Hofcap.  (de Haan) :  Cdur-Symph. 
V.  Schubert,  Trauerspiel-Ouvert.  v.  Bargiel,  BaUetmusik  a. 
„Boabdil"  v.  Moszkowski,  Violin  vortrage  der  Frau  Soldat- 
Boeger  a.  Wien  (Conc.  v.  Brahms  u.  Bondo  capricc.  v.  Saint- 
SaSns). 

Detmold.  2.  Symph.-Conc.  der  Regimen  tsmusik:  l.Symph. 
V.  Schumann,    „Buy  Blas"-Ouvert.  v.  Mendelssohn,    „Lohen- 

S in"- Vorspiel  v.  Wagner,  Larghetto  a.  dem  Clar.-Quint.  v. 
ozart,  Gesangvorträge  des  Frl.  Höf  ken  a.  Cöln  (Arien  von 
Händel  u.  Gluck). 

Düren.  42.  Stiftungsfest  des  Männergesangver.  „Concor- 
dia"  u.  des  Damenchors  (Hoffsümmer)  unter  solist.  Mitwirk, 
des  Frl.  Rudolph  a.  Trier  u.  des  Hm.  Amtsrichter  Merrem  v. 
hier:  Introd.  u.  Siciliana  a.  der  „Cavalleria  rusticana"  v.  Mas- 
cagni  u.  andere  Orchesterstücke,  „Schön  Ellen"  f.  Soli,  Chor 
u.  Orch.  V.  Bruch,  „Frühlingsbotschaft"  f.  Chor  u.  Orch.  v. 
Gade,  Psalm  42  f.  Sopransolo,  Chor  u.  Orch.  v.  Mendelssohn, 
Abschiedslied,  „In  stiller  Nacht"  u.  „Die  Wollust  in  den  Maien" 
f.  gem.  Chor  v.  Brahms,  Männerchöre  „Oster morgen"  v.Cour- 
voisier  u.  „Der  letzte  Gruss"  v.  Dregert,  Gesangsoli  von 
Stange  („Tandaradei")  u.  A. 

Erfurt.  Conc.  des  Männergesangver.  (SiefFarth)  am  4.  Nov. : 
Männerchöre  v.  Bungert  (Chorlied  der  Deutschen  in  Amerika), 
Hegar  („Die  beiden  Särge"),  A.  Ernst  („Meeresabend"),  Su- 
cher, Weinwurm  („Alpenstimmen  aus  Oesterreich",  m.  Clav.), 
I.  Machanek  („Lacrimae  Christi")  u.  W.  Köhler  („Orakel"), 
Cla Viervorträge  des  Hm.  Ernst  v.  hier  (Ballade  v.  Liszt  etc.). 

Erlangen.  1.  Symph.-Conc.  des  Winderstein'schen  Orch. 
a.  Nürnberg:  6.  Symph.  v.  Beethoven,  „Le  Rouet  d*Omphale" 
V.  Saint-Saöns,  „Euryanthe"-Ouvert.  v.  Weber,  Violinsoli 
„Legende"  u.  2.  Polon.  v.  Wieniawski  (Hr.  Malina). 

FrankenthaL  Am  12.  Nov.  Aufführ.  v.A.Thierfelder's 
„Zlatorog"  f.  Soli,  Chor,Declam.  u.  Clav,  durch  den  Caecilien- 
Ver.  (Schörry)  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Tobis  a.  Mannheim 
u.  Canstatt  a.  Worms  und  des  Hm.  Fronheiser  a.  Ludwigs- 
hafen. 

Frankfart  a.  H.  1.  Conc.  des  Chorver.  (Parle w):  Ballade 
„König  Erich"  f.  Chor  m.  Clav.  v.  Rheinberge r,  gem.  Chöre 
V.  N.  V.  Wilm  („Abendlich  schon"),  G.  Trau t man n(„Wege- 
wart")  u.  A.,  Frauenchöre  m.  Clav.  v.  Wüerst  („Mondschein- 
nacht") und  M.  Zenger  („Der  Christbaum"),  Solovorträge 
der  HH.  Wilhelm  (Ges.,  „Mainacht"  v.  J.  Brahms,  „Uebers 
Jahr"  V.  W.  Berger  etc.)  u.  Hess  (Viel.,  Introd.  und  Rondo 
capricc.  V.  Saint- Saens  etc.). 

Fürth.  3.  CJonc.  des  Philharm.  Ver.,  ausgeführt  v.  dem 
Winderstein'schen  Orch.  (Winderstein)  a.  Nürnberg  und  dem 
Sänger  Hm.  Scheidemantel  a.  Dresden:  6.  Symph.  v.  Beet- 
hoven, „Le  Rouet  d'Omphale"  v.  Saint-Saöns,  Largo  von 
Händel,  Gesangsoli  v.  E.  Lassen  („Der  Lenz"),  A.  Kieffel 
(Liebeslied)  u.  A. 

Halle  a»  S.  Symph.-Conc.  des  Hm.  Wiegert  am  26.  Nov.: 
1>  Symph.  V.  Beethoven.  „Wasserträger"-Ouvert.  v.  Cherubini, 
Solovorträge  de$  Frl.  Polscher  a.  Leipzig  (Ges.,  „Mignon"  m. 


Orch.  y.  Liszt,  „Der  Liebe  Lohn"  v.  Cornelius,  „Mutter 
und  Kind"  von  W.  Berger,  „In  deines  Auges  wunderbarer 
Pracht"  V.  Umlauft,  -Lieber  Schatz,  sei  wieder  gut"  von 
Franz  etc.)  u.  des  Hra.Foerster  v.  ebendaher  (Clav.,  Conc.  v. 
H.  V.  Bronsart,  Etüde  u.  Taranteile  v.  Liszt  etc.). 

Hannover.  1.  Conc.  des  Hannov.  Damenchors  (Stein- 
mann): Frauenchöre  V.Schubert, Cherubini,  Am.  Krug  (Oster- 
lied),  Heymann-Rheineck  („In  dem  Himmel  mht  die  Erde"), 
J.  Röntgen  („Im  April")  u.  ßargiel  („Die  Libellen"),  Solo- 
vorträge der  HH.  Koebke  a.  Neustrelitz  (Ges.,  „Ständchen"  v. 
Liszt,  „Es  hat  die  Rose"  v.  Franz,  „Komm,  wir  wandeln" 
V.  Cornelius,  „Im  zitternden  Mondenschein"  v.  E  vers,  „Mor- 

gen  send  ich  dir  die  Veilchen"  v.  Me  y  er -Helm  und  etc.)  u. 
[aenflein  v.  hier  (Viol.,  Canzonetta  v.  Godard  etc.). 

Jena.  2.  Akad.  Conc.  (Prof.  Naumann):  Dmoll-Symph., 
1.  Bearbeit.,  v.  Schumann,  „Macbeth "-Ouvert.  v.  A.  H.  Chelard, 
Solovorträge  des  Frl.  Müller  a.  Berlin  ((3hes.,  „Elsa's  Traum* 

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melndes  Lüftchen"  v.  Ad.  Jensen)  u.  des  Hm.  Ansorge  a. 
New- York  (Clav.,  6.  Ungar.  Rhaps.  v.  Liszt  etc*). 

Lausanne.  2.  Abonn.-Conc.  (Banti):  Gmoll-Symph.  v. 
M6hul,  „Feuerzauber"  a.  der  „Walküre"  v.  Wagner,  Mar- 
che  h6roique  v.  Saint-Saöns,  „Herzwunden"  u.  „Im  Früh- 
ling" V.  Grieg,  Ciaviervorträge  des  Hrn.  Slivinski  (4.  Conc. 
V.  Kubinstein,  Air  von  Leschetizky,  „La  Fileuse"  von 
Liszt  etc.). 

Leipzig.  Conc.  der  Frau  Sanderson  (Ges.)  unt.  Mitwirk, 
der  Frau  Soldat-Röger  (Viol.)  u.  des  Hrn.  Stavenhagen  (Clav.) 
am  28.  Nov.:  Clav.-Violinson.  Op.  24  v.  Beethoven,  Soli  für 
Ges.  V.  Em.  Hess  („Der  Tannenbaum",  „Das  Ringlein^  und 
„Der  verrückte  Geiger"),  A.  Bungert  („All  meine  Herzge- 
danken"  u.  „Liebe  auf  Capri"),  Tschaikowsky  („Nur  wer 
die  Sehnsucht  kennt"),  H.  Sommer  („Mir  glänzen  die  Augen"), 
H.  Brüning  („Stellaichein")  u.  A.,  f.  Cla  vier  v.  Schumann 
(-Papillons"),  Liszt  (Petrarca-Sonett  in  Asdur  u.  13.  Ungar. 
Rhaps.)  u.  f.  Viol.  v.  Saint-Saöns  (Rondo  capricc.)  u. Spohr 
(Adagio).  —  3.  Musikabend  des  Kammermusikver.:  Bdur- 
Streichquint.  v.  Mozart  (HH.  Payne,  Hopf,  Klesse,  v.  Ber- 
lepsch  u.  Hansen),  Ciavierquart.  Op.  75  v.  H.  v.  Herzogen- 
berg (HH.  Tramm,  B^er,  Klesse  u.  Hansen),  ß  moll-Clavier- 
trio  V.  Volkmann  (HH.  Tramm,  Beyer  u.  Hansen),  Gesang- 
vorträge des  Hrn.  Glömme  a.  Dresden  („Elüand"  v.  W.  Ber- 
ger, „Lebe  wohl"  u.  „Herzenstraut"  v.  M.  Heidrich  und 
„Mondenschein"  u.  „Suleima"  v.  J.  Technitz).  —  Auffuhr, 
des  WahPschen  Dilett.-Orch.-Ver.  (Wahls)  am  80.  Nov.:  Ddur- 
Symph.  V.  Mozart,  Ouvert.  zu  „Iphigenie  in  Aulis"  v.  Gluck, 
Entracte  a.  „König  Manfred"  v.  Reinecke,  Solovorträge  des 
Frl.  Fuchs  (Ges.,  „Hingegeben"  v.  Sitt,  „Frühlingssehnsucht" 
V.  Pohl  etc.)  u.  des  Hm.  Jockisch  (Viol.,  Ddur-Conc.  v,  Mo- 
zart, Oriental.  Rhaps.  v.  Hille  etc.).  —  8.  Abonn.-Conc.  im 
Neuen  Gewandhaus  (Prof.  Dr.  Reinecke):  Bdur-Symphonie  v. 
H.  V.  Herzogenberg  (unt.  Leit.  des  Comp.),  „Medea"*Ouv. 
V.  Cherubini,  „Kyrie",  „Benedictus"  u.  „Credo"  a.  der  Messe 
f.  Männerchor  a  cap.  v.  R.  Volkmann,  ges.  vom  Leipziger 
Lehrergesangver.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Sitt,  Conc.  f.  Clav., Viol. 
u.  Violonc,  vorgetr.  v.  HH.  Prof.  Dr.  Reinecke,  Hilf  u.  Klen- 

gel  unt.  Leit.  des  Hrn.  Prill.  —  Abendunterhaltungen  im  k. 
^nservat.  der  Musik:  1.  Nov.  Prael.  u.  Fuge  in  Dmoll  von 
S.  Bach  =.  Hr.  Ursin  a.  Moss  (Norwegen),  EsmoU-Claviertrio 
V.  Haydn  =  HH.  Grübler  a.  Altena,  Wille  II.  a.  Greiz  und 
Schlemüller  a.  Leipzig,  Variat.  u.  Scherzo  f.  Streichquart,  v. 
Mendelssohn  =  HH.  Korba.  Platten.  Meinecke  a.  Braunschweig, 
Wille  n.  u.  Hammig  a.  Leipzig,  EmoU-Clav.- Violinsonate  v. 
Mozart  =  Schwestern  Herrmann  a.  Colorado  (Springs),  Vio- 
loncellconc.  v.  Svendsen  =  Hr.  Braun  a.  Lenzburg,  Scene 
u.  Arie.  a.  dem  „Waffenschmied"  v.  Lortzing  =  FrL  Voigt  a. 
Leipzig,  Clav.-Violinson.  Op.  24  v.  Beethoven  =  Frl.  Brown  a. 
Glasgow  u.  Hr.  Wille  I.  a.  Greiz,  Variat.  sörieuses  f.  Clav.  v. 
Menaelssohn  =  Frl.  Lohr  a.  Grossalmeroda  b.  Cassel.  11.  Nov. 
Seren,  f.  Fl.,  Viol.  u.  Bratsche  v.  Beethoven  =  HH.  Rammelt 
a.  Leipzig,  Brandenburg  a.  Breslau  und  Henkel  a.  Leipzig, 
Ciaviersoli  v.  Chopin  =  Hr.  Beidler  a.  St.  Qullen,  Arie  des 
Cardinal  a.  „Die  Jüdin"  v.  Hal6vy  =  Hr.  Schultheiss  a.  Leip- 
zig, Esdur-Claviertrio  v.  Haydn  =  Frl.  Homann  a.  Culm  i. 
Westpr.  u.  HH.  Lauboeck  a.Wunsiedel  u.  Schlemüller,  Con- 
certstück  f.  Ob.  v.  A.  Klughardt  =  Hr.  Engelmann  a.  Leip- 
zig, Arie  a.  „Hans  Heilinj;^  v.  Marschner  «  Hr.  Meienreis  a. 
Görlitz,  Claviersoli  v.  Mendelssohn  =  Frl.  Lohr.  17.  Nov. 
Clavierquart.  v.  Schumann  =  Frl  Blässig  a.  Altenburg  und 


6S6 

BH.  Kotb,  Tbuiiiaä  a.  Leipzig  u.  Braun,  CoucärtalWin  Tür 
Viol.  V.  Bazzini  =  Hr.  Kleitz  «.  Leipzig,  Prael.  u.  Fugein 
Dmoll  f.  Org.  v.  S.  Buch  =Hr.  Hoffmann  a.  Görlitz,  Esdar- 
Clav.-Violinson.  v.  Mozart  =:  Frl.  PromniU  a.  Breslau  und 
Hr.  Korb,  Komanze  f.  Trorap.  v.  Kosleok  r^  Hr.  Beiger  a. 
Bernburg,  Bdur-Ctaviertrio  v.  HayJn  =  frl  Carr  a.  EaliDg 
b.  Loudou  u,  HH,  Waniecke  a.  Wiesbaden  U.  Zeelaniler  ans 
ÄniHterdam,  Variut.  f.  Clav.  u.  Violunc.  von  Mendelssobn  =^ 
Frl.  Howe  aus  Denver  und  Hr.  Braun.  —  Geistliche  MusUt- 
aiil't'Uhruug  in  der  Pauli nerkirche,  veranstaltet  von  Hm. 
Pfannstieul  (Orgel)  unter  Mitwirkung  der  Frau  Kuthig, 
des  Frl.  Heudnch  und  der  HH.  Eöthig  und  Waldvogel 
(Ges.),  sowie  der  HH.  Ä.  Müller  (Saitenorgel)  u.  Hopf  (Viol.) 
ain4.  Dec:  Vocalquartetto  v.  Eckhardt,  Gade  (.,Benediituä'')j 
Alb.  Becker  („Gott,  dem  es  eigen  ist"  und  „Des  Prieetets 
Schmuck"),  sowie  Weihnachtslied  a.  dem  15.  Jalirh.,  bearbeit. 
V,  Eöthig,  Soli  f. Org.  v.  S,  Bach  (Passacaglia  u.Fuge)u.  Rhein- 
berger  (Pastoralson.),  f.  Saitenorg.  v.  Händel  (Sarabande)  u. 
Monatt  („Ave  verum")  u.  f.  Viol.  v,  S.  Bach  u.  Schumaim. 

London.  Saturday  Oonc.  (Manns)  am  IS.  Nov.:  Schott. 
Symph-  V.  Mendelssohn,  „Leonoren"-Ouvert.Ni).3  v.Beetboven, 
ßalletmiiaik  a.  „Henry  Vin."  v.  E.  Gevman  («nt.  Leit.  dee 
Comp.),  Violin vortrage  des  Hrn.  Prof.  Heermanu  aus  Frank- 
furt a,  M.  (Oonc.  V.  Brahms  u.  „Hejre  Kati"  v.  J.  Hubay). 

—  Crystal  Palace  Conc.  am  19.  Nov.  mit  C'ompoaitionen  v. 
Schubert:  Cdur-Sympb.,  „Fierabras''-Ouvert.,  Variat.  a.  dem 
Dmoll -Streichqoart.  u.  Lieder,  gea.  v.  Hrn.  u.  Frau  Henschei. 

—  S.  London  Symph.  Conc.  (Hens.^hel):  Bdur-Symphonie  V. 
Haydn,  Esdur-Ouveri.  v.  Schubert,  „Siegftied'a  Bheinfahrt" 
».  der  „Götterdämmerung"  u.  „Träume"  (f.  Straichorch.  ?}  v. 
Wagner,  Viol  in  vertrage  des  Hrn.  Prof,  Heermann  (Conc.  v. 
Brahmsetc.).  — Conc.  der  Hoyal  Albert  Hall  Choral  Society 
(Barnby):  „La  Damnation  de  Faust"  v.  Berlioz.  (Solisten: 
Frl.  Williams  u,  HH.  McKay,  Grice  u.  Henschei.) 

Luzern.  Soiree  der  Frau  Hirt  (Clav.)  unt.  Leit,  de-s  Hm. 
Dr.  Huber  a.  Basel  u.  Mitwirk.  v.  dessen  Gattin  (Cieeaiif,')  am 
19.  Nov.:  Ouvert.  zur  Oper  „Das  goldene  Kreuz-  v.  Brüll, 
Soli  f.  Ges.  v.  H.  Huber  i  Fischerin -Lied)  u.  A.  u.  f.  Clav.  v. 
Saiut-Saana  (G moll-Conc.) ,  Brahms  (Capriccio  und  Inter- 
mezzo Op.  78),  H.  Huber  (Skizze)  u.  A. 

Hagdeburg.  1.  Casiuo-Cunc.  (Kaufi'mann):  B.  Symph.  v, 
Beethoven,  Ungar.  Marsch  v.  Schuhe rt-Liezt,  Solovorträge  der 
Frau  Hiöber  a.  München  (Ges.,  „Die  Rose,  die  Lilie"  v.  Zen- 
ger,  „Sländohen"  v,  E.  Strauas,  „Ich  liebe  dich"  v,  A.  För- 
ster etc.)  u.  des  Hrn.  Bummel  a.  Berlin  (Clav.,  Capriccio  v. 
Brahms  etc.).  —  Tonkiinstlerver.  am  7.  Nov.:  Ddur-Streich- 
quart..  V.  Tschaikuwsky,  Eadur-Divert.  f.  Viol.,  Bratsche 
U.  Violonc.  V.Mozart,  Gesangsoli  v.  Bruch  („Ligeborg's  Kla- 
ge" a.  „Frithjof"),  Chopin  u.  Hofmann  („Blumenorakel"). 
(Ausführende:  Frl.  LütkemüUer  [Ges.]  u.  HH.  Berber,  Fröhlich, 
Trostorf  u.  Petersen  [Streicher].)  —  2.  Lueeaconc.  (Kauff- 
mann):  Ouvertüren  v.  Volkmann  („Richard  Hl."!  u.  Man- 
delssobn,  „Lohengrin" -Vorspiel  v.  Wagner,  Solovorträge  der 
Frau  Geller  (Ges.,  Nachtgesang  v.  F.  Kauffmann,  Frühlings- 
lied v.  C.  Hürse  etc.j  u.  des  Hrn.  Berber  (Viol.,  Concert  y. 
Tschaikowsky  u.  Romanze  v.  Dvorik).  —  2.  Cnno.  des 
KauüuÄun.  Ver.  (Kaufiinann):  OcoBiisymph.  v.  Rubinstein, 
Ballet  „Malagueüa"  a.  „Boabdil"  v.  Moszkowski,  „Der  Früh- 
ling" i.  Streichorch.  v.  Grieg,  Gesang  vortrage  des  Hm.  Hun- 
gar  a.  Leipzig  (vier  Trumpeterlieder  v.  Brückler,  „Gewitter- 
nacht"  V.  Franz  etc.). 

Hetz.  I.  Conc.  des  Muäikver:  Ouvert.  zu  „Iphigeuie  in 
Aulis"  V.  Gluck  (ro.  Wagner'.s  Schluss),  „Loreley" -Finale  v. 
Mendelssohn  (Solo:  Frl.  Maller-Hartung  a.  Weimar),  Solovor- 
trilge  des  Frl.  Möller- Härtung  (Elisabeth's  fiegrüssung  der 
Halle  a.  „Taunhäuser"  v.  Wagner,  „Es  blinkt  der  Thau"  v. 
Eubinstein,  „Im  Herbat"  v.  Franz  u.  „Zur  Drossel  sprach 
der  Fink"  v.  d'Albert)  u.  des  Hrn.  Ebert-Buchheim  a.  ^^trass- 
burgi.E.(Clav.,  1.  Conc.  v.  Brahms,  Ballade  Op.  2!.t  v.  Rei- 
necke ii.  14.  Ungar.  Ehaps.  v.  Liszt). 

Naumburg  a.  S.  a.  Conc.  des  Gesangver.  (Arndt):  Psalm 
9ö  f.  Soli,  Chor  u.  Org.  v.  Mendelssohn,  Chöre  v.  demselben, 
Lotti  u.  M.  Bach,  Solovorträge  der  Sängerin  Frl.  Gondar  aus 
Leipzig  u.  eines  uugen.  Orgelspielers.  (Von  den  acht  Pro- 
grammuummern  sind  vier  CompositLonen  Mendelssohn 's.) 

Neubrandenburg.  1.  Conc.  des  Concertver.  m.  Solovv 
trägeu  des  Frl.  Leisiuger  a,  Berlin  (Ges.,  „Feldeinsamkeit"  u, 
Wiegenlied  v.  Brahms,  „An  den  Mond"  v.  Dorn,  „An  die 
Nacht"  V.  Lassen,  „Madel,  wie  bliihts"  v.  Naubert.  „Der 
Gürtner"  v.  H.  Wolf  etc.)  u.  des  Hrn.  Üreyschuck  v.  eben- 
daher (Clav.,  „Die  WasserspiL-IccIer  VilUd'Est«"  v.  Lisztetc.). 


OsQatirAok.  t.  Kammermusikabend  der  HH.  Oeser  von 
hier  (Clav,),  Wünsch  u.  Bieter  a.  Braunsehweig  (Streich«): 
Claviertrios  y.  Kiel  (Cistnoll)  u.  B«eehoT«n  (Op.  70,  No.  t), 
Clav.-Violiofion.  Op.  77  v.  Bheinberger. 

Paris.  Lamoureuz-Conoerte:  80.  Oct.  3.  Symph.  von 
Brahms,  „Le  Chdne  et  le  Eoseau"  v.  Ghevillara,  Vorspiele 
zn  den  , Meistersingern"  u.  zum  3.  Act  a.  „Tristan  und  Isolde" 
V.  Wagner,  AmoU-ClaTieroonc.  t.  Schumann  (Hr.  Di6mer). 
0.  Nov.  6.  Symph.  v.  Beethoven,  Vorspiel  zu  dm  -Meister- 
singern" v.  Wagner,  „Impreagions  d'Italie"  v.  O.  Charpen- 
tier,   Arie  a.  jJL'Bnfanoe  du  Christ"  v.  Berlios  (Hr.  Mau- 

5ui6re).  18.  Nov.  6.  Symphonie  v.  Beethoven,  „Impr«ssions 
'lUlie"  V.O.  Charpentier,  .Walkürenritt"  v.  Wagner,  „Le 
Reposdela  eainte  fiunille"  a.  „L'Enfance  du  Ohrist''  v.  Ber- 
lioa  (Hr.  Maugui^re).  —  Colonne-Cono,  am  18.  Nov.;  1.  Sym- 

Shonie  v.  Schomann,  „L'Aritoienne"  v.  BiKSt,  .Le  Bonat 
'Omphale"  v.  Saint-SaönSj  ,Les  Erinnyes"  v.  Massenet, 
Bruchstück  a.  den  „Meistersingern"  v.  Wagner,  „Penthtei- 
Ife«  V.  A.  Brunean,  ges.  v.  Frl.  BrÄval. 

Pforzheim.  Conc.  der  Liedertafel  (Wiemann)  unt.  Hit- 
wirk, der  Sängerin  Frl.  Vaeth  v.  hier  am  13.  Nov.:  Männet- 
chöre  V.  Meyer-Olbersleben  („Johannisnacht  am  Bhein"), 
Kremeer  („Wenn  Zwei  sich  gut  sind"),  Liszt  (Soldatenlied), 
V.  W  einzierl  („Lacrimae  Christi")  u.  Orieg  („Laudkennung", 
m.  Clav,),  Fragmente  a.  ,,Tannhäus«r''  u.  den  „Meisteisingem" 
V.  Wagner  u.  „Der  Widerspäostigen  Zähmung"  v.  Goetz, 
Gesaugsoli  v.Wagner  (Elsa's  Gesang  an  die  Ltlfte  a.  „Lohen- 
grin"),  Grieg  (Solvejg's Lied),  Brahms  („Ständchen"),  Cor- 
nelius („Komm,  wir  wandeln  zusammen"),  Liszt  (-P«r 
Fischerknabe")  u.  Taubert  („In  der  Fremde").  (Dieses  Pro- 
gramm könnte  mit  seinen  Novitäten  maoehem  Vereine  in 
grossen  Städten  zum  Huster  dienen!) 

WOrzbopg.  a.  Conc.  derk.  Musikschule:  Sept.  Op.30  v. 
Beethoven  (HH.  Pfisterer,  Bitter  Boemgen,  Pek^rek,  Stark, 
Both  u.  Lindner),  Trio  f.  Clav..  Viol.  n.  Horu  v.  J.  Brahms 
(HH.  Ougel,  Pfiaterer  n.  Lindner),  fünf  Nummern  aus  dem 
„Liederkreis"  v.  Schumann  (Hr.  Schulz~Domburg). 

ZerbSt.  a,  Eammermnsikabend:  Bdur-Claviertrio  von 
A.  £lughardt,  Pbantasiestücke  f  dieselben  Instrumente  v. 
Schumann,  Gmoll-Olav.-Yioloncellaon.  v.  Beethoven,  (Ausfüh- 
rende: HH.  Klughardt  [Glav.J,  Seitz  u.  Jaeger  [Streicher]  a. 
Dessau.) 

Zwickau.  Wohltbätigkei6toonc.  am  8.  Nov.,  veranstalt. 
vom  Gesangver.  -Arion"  u.  Hm.  Bochlich  unt.  Iieitung  des 
Letzteren  u.  des  Hm.  Gerhardt  u.  Hitwirk,  der  HH.  Zemmrioh 
(Declam.,)  Kressner,  Teichmann  u.  Apelt  (Ges.),  desHrn.  Meb; 
(Viol.)  u.  des  Stadtmusikcoms:  Ouvert.  zur  Oper  „Der  Drei- 
bermstein"  v.  L.  BOhner,  „Der  Bergmannagruss"  v.  Anacker. 
Toskanische  Lieder  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  von  Weinwurno, 
Soli  f.  Ges.  V.  Brüll  (Lied  „Wie  anders  war  es"  aus  „Das 
goldene  Kreuz")  u.  f  Viol.  v.  Vieuitemps  (Ballade  u.  Polon.). 
~  Conc.  des  a  cap.-Ver.  (VoUhardt)  f.  das  Bob.  Sohamann- 
Denkmal  unt.  gesangsolist.  Uitwirk.  der  Frls.  Üoller-Hartung 
a.  Weimar  u.  Gondar  a.  Leipzig  u.  der  HH.  Uanii  a.  Dresden 
u.  Fiedler  a.  Görlitz  am  11.  Nov.:  Variat.  über  ein  Beetho- 
ven'sches  Thema  f.  zwei  Claviers  v.  Saint-SaSns  (HH.Toll- 
hardt  u.  Göhler),  „Der  Böse  Pilgerfahrt"  v.  Schumann,  G«- 
sangsoh  v.  Franz  („Im  Herbst"),  Müller-Hartung  (Früh- 
lingslied), H.  Riedel  („Jetzt  ist  er  hinaus"),  Taubert  (Wie- 
genlied), H.  Brückler  (.Als  ich  zum  ersten  Mal"),  Ad.  Jen- 
sen („Hurmelndes  Lüftchen"),  Schumann  u.  Stange  („0,  wir 
es  noch  mir  einst  bestellt").  —  Am  20.  Nov.  Auffllhrung  ». 
F.  Schuhert's  Esdur-Messe  durch  den  Kirchencbor  zu  St 
Marien  (Vollhardt). 


Engagements  und  GIfste  in  Oper  und  Concert. 

Augsburg.  Drei  Münchener  Künstler  veraDsta)t«t«n 
kürzlich  hier  ein  Concert,  das  als  höchst  gelungen  b^eichnet 
zu  werden  verdient.  Ein  sehr  tüchtiger  Virtuos  und  guter 
Musiker  ist  der  Pianist  Hr.  Ammermann,  mit  künstlerischH- 
Delicatesae  behandelt  Hr,  Schoerg  die  Violine,  aber  die 
Hauptkraft  dieses  Trios  war  doch  Fri.  Hanna  Borohers, 
welcne  mit  ihrem  quellfrischen  Gesang  alle  Zuhfirer  wahr- 
haft erquickte.  —  Crefeld.  Von  Cöln  waren  die  Sängerin 
Frl.  Hülters,  die  Violinistin  Frl.  Seh wartz  und  dar  Pianist 
Hr.Dr.Neitzel  hierher  gekommen,  um  in  einem  geoneinsam 
veranstalteteu    Concert  nnisikalisclic  Genüsse  prächtiger  Art 


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zu  milden.  GemÜth  imd  Seele  sprach  ans  deo  Vorträgen 
der  I)amen,  hohe  mniikalieche  Intelligena  tmd  modiilationa- 
fs^hijg9r  Anschlag  Uessen  die  dayierleistungen  als  moster- 
giltige  erscheinen.  —  Frankfurt  a.  M.  Im  ^sten  liuseums- 
concert  lernte  unser  PubLLoum  in  dem  Yorher  hier  kaum  dem 
Namen  nach  bekannt  gewesenen  Alexander  Siloti  einen  Pia- 
nisten kennen«  dessen  Vorträge  wahrhafte  Sensation  erregten. 
Nach  diesem  Biesenerfolg  ist  kaum  daran  zu  zweifeln,  dass 
dieser  grosse  Künstler  sehr  bald  nach  unserer  Stadt  zurück- 
kehren wird,  um  von  Neuem  unser  Publicum  durch  sein  Spiel 
zu  begeistern.  —  Halle  a.  S.  Zur  Mitwirkung  im  1.  Sym- 
phonieconcert,  das  der  treffliche  MilitärcapeUmeister  Hr. 
\Viegert  mit  seiner  yorzüglich  geschulten  Gapelle  in  dem 
neueröffneten  Etablissement  ,, Wintergarten^  veranstaltete, 
waren  die  Sängerin  Frl.  Polscher  und  der  Pianist  Hr. 
Foerster  aus  Leipzig  herangezogen,  die  mit  ihren  Leistungen 
die  Zuhörerschaft  in  hohem  Grade  elektrisirten.  Das  Haupt- 
stück der  Sängerin  war  Liszt's  „Mignon'',  das  durch  dieselbe 
zu  hoch  vollendeter  Wirkung  gelangte,  während  Hr.  Foerster 
mit  dem  Vortrag  von  H.  v.  Bronsart's  Concert  und  kürzeren 
Stücken  von  Chopin  und  Liszt  von  Neuem  eine  ganz  impo- 
sante Technik  und  künstlerisch-reife  Auffassung  oekundete. 
-T-  Mainz«  Im  4.  Symphonieconcert  der  städtischen  Capelle 
feiei*te  der  mitwirkende  Hofopemsänger  Hr.  Grünine  aus 
Hannover,  ein  Meistersänger  nach  Wahl  und  Ausführung 
seines  Repertoires,  wohlberechtigte  seltene  Triumphe  mit 
seinen  herrlichen  Gesangsgaben. 

KirchemiHlsik. 

LelpZigr*  Thomaskirche:  9.  Dec.  „Er  kommt,  er  kommt 
der  starke  Held**  v.  J.  A.  Hiller.  ^Er  ist  gewaltig  und  stark^ 
v.  B.  Yolkmann. 

OpernauffQhrungen. 

November. 

Baden-Baden.  Grossherzogl.  Hoftheater:  16.  Lorle 
(Förster). 

Carlsruhe«  Grossherzogl.  Hoftheater:  8.  Lorle.  7.  Die 
Trojaner  I.  Theil.  8.  Die  Trojaner  II.  Theil.  10.  u.  29.  Don 
Pasquale.  18.  Lohengrin.  18.  Der  Barbier  von  Sevilla. 
34.  Das  goldene  Kreuz.    Cavalleria  rusticana.    27.  Carmen. 

Wien.  £.  k.  Opemtheater :  1.  Bobert  der  Teufel.  2.  Wer- 
ther. 8.  Der  Maskenball.  4.  u.  21.  Carmen.  5.  Bomeo  und 
Julie.  6.  Der  Barbier  von  Sevilla.  7.  Bastion  und  Bastienne. 
Freund  Fritz.  8.  Der  fliegende  Holländer.  9.  Mephistopheles. 
11.  Die  Afrikanerin.  12.  u.  16.  Gringoire.  18.,  24.  u.  30.  Ca- 
valleria rusticana.  14.  Othello.  15.  u.  26.  Manon.  17.  Freimd 
Fritz.  18.  Der  Troubadour.  19.,  22.,  25.  u.  28.  Signor  Formica 
(Schutt).  20.  Lucrezia  Borgia.  28.  Die  Walküre.  27.  Lohen- 
grin. 


Vermisohte  Mtttheilungen  und  Notizen. 

*  Der  Musik  verein  zu  Eisenach  brachte  kürzlich  L  i  s  z  t '  s 
^Legende  von  der  heiligen  Elisabeth^  mit  nachhaltiger  Wir- 
kung zur  scenischen  Auffuhrung  auf  der  dortigen  Bühne. 

*  Unter  dem  Titel  „Berühmte  Geiger  der  Vergan- 
genheit und  Gegenwart"  erscheint  soeben  bei  A.  H.  Payne 
m  Leipzig  eine  von  A.  Ehrlich  herausgegebene  Sammlung  von 
87  Bio^aphien  und  Portraits  der  bedeutendsten  Violinisten 
und  Violinistinnen  von  Corelli  bis  auf  die  jüngste  Zeit,  die, 
soweit  ein  flüchtiger  Einblick  in  dieselbe  erkennen  lässt,  der 
gestellten  Aui^be  nach  Seite  des  Textes  in  knapper  und  ge- 
wissenhafter Weise  gerecht  zu  werden  sucht,  mit  fast  durch- 
gehends  gelungenen  Bildern  (Autotypien  aus  der  renommirten 
Kunstdruckerei  von  BudolfLoös  in  Leipzig)  versehen  ist  und 
auch  betrefls  der  äusseren  Ausstattung  (Papier,  Di*uck  und 
Einband)  und  der  Preisstellung  allen  billigen  Anforderungen 
entspricht,  sodass  wir  manchem  Leser  unseies  Bits,  einen 
Dienst  zu  thun  glauben,  wenn  wir  auf  dieses  schmucke 
Specialwerk  als  ein  für  die  betr.  Interessenten  recht  passend 
kommendes  Festgeschenk  hinweisen. 

*  Eine  die  äussere  Ausstattung  der  Concertprogramme 
betreffende  Neuerung  geht  uns  soeben  aus  Halberstadt  in 
dem  mit  dem  Portrait  des  berühmten  Leipziger  Gtewandhaus- 
ciqpelhaaeisters  Hrn.  Prof.  Dr.  Beinecke  geschmückten  Concert- 


zettel  zu  dem  1.  Stöbe*8chea  Abonaomentconcert  daselbst  zu. 
Das  Publicum  feierte  den  illustren  Gast  als  Pianisten  y  Gern- 

fonisten  und  Dirigenten.  —  Wir  sind  überzeugt)  dass  diese 
*ortrait-Idee,  die  in  Halberstadt  ausgedacht  wurde,   bflld  in 
Mode  kommen  wird.    Oder  sollten  wir  uns  hierin  irren? 

*  In  diesem  Jahre  haben  sich  etwa  900  Schüler  zur 
Aufnahme  in  das  Pariser  Conservator^um  gemeldet. 
Von  226  für  Cla^er  sich  Meldehdeh  wurden  blös  16,  von  187 
das  Violinstudium  Beanspruchenden  nur  12  aufgenommen. 

*  Die  Gümbersche  Saitenoveel,  von  welchem  neuen 
Instrument  wiederholt  iii  unserem  Bl.  clie  Bede  gewesen  ist, 
wurde  in  einem  Instrument  aus  der  altrenommirten  Hof- 
pianofortefabrik  von  Julius  Feurich  am  vor.  Sonntag  iü 
einem  Kirchenconcert  zu  Leipzig  erstmalig  einem  grossen 
Publicum  vorgeführt  und  erregte  das  lebhafteste  Interesse. 
Wir  kommen  auf  diese  Aufführung  zurück. 

*  Das  Stadttheater  zu  Leipzig  brachte  kürzlich  Mo- 
zart*s  Jugendoper  „Die  (Gärtnerin  aus  Liebe"  als  Neuigkeit 
heraus.  •. 

*  Im  Stadttheater  zu  Hamburg  gingen  am  29.  Nov.  zwei 
Opemnovitäten  in  Soene:  eine  von  Giacomo  Puccini  im 
Jahre  1884  unter  dem  Titel  „Die  WiUi's"  componirte  und 
M  o  z  a  r  t '  s  „Bastien  und  Bastienne*' . 

*  Im  Stadttheater  zu  Bremen  ging  Anfangd.  Mts.  erst- 
malig A.  Bubinstein's  0|>er  „Die  Kimler  der  Haide^  u&ter 
Leitung  des  Componisten  m  Soene  und  fand  ein  dankbares 
Publicum. 

*  Im  Opemsaale  des  Particulariers  Hrn.  Praeschnikoff  iti 
Moskau  wurde  die  Oper  „Les  Partisans  de  Chowansky"  von 
Mussorgsky  erstmalig  eegeben.  Die  Presse  bezeichnet  die 
Musik  als  grandios  und  oIels  Libretto  als  interersant. 

*  Die  Oper  „Meister  Martin"  vonBlockx  wurde  Ende  v. 
Mts.  erstmaag  in  Brüssel  aufgeführt  und  hatte  eines  grossen, 
einmüthigen  Erfolges  sich  zu  erfreuen. 

*  Saint-Saöns*  Oper  „Samson  und  Dalila",  welche  he- 
reits  avif  einigen  deutschen  Bühnen  aufgeführt  wurde,  ist 
kürzlich  auch  in  der  Grossen  Oper  zu  Paris  zur  Premiere 
gelangt 

*  Im  Costanzi-Theater  zu  Rom  hat,  wie  es  scheint,  die 
neue  Oper  „Gualtiero  Swarten^  von  Gnaga  nicht  sonderlich 
gefallen;  dem  Componisten  werden  Mangel  an  Bühnenerfahrung 
und  ungenügende  Kenntniss  des  Orchesters  vorgeworfen. 

*  Die  Concertsangerin  Frl.  Emilie  v.  Colin  in  Halle  a.  S. 
hat  sich  das  Verdienst  erworben,  in  der  Vaterstadt  von  Bob. 
Franz  die  Erste  gewesen  zu  sein,  welche  den  Manen  des  un- 
längst verewigten  Liedermeisters  ein  würdie^es  Dankopfer 
durch  Veranstoltung  eines  Franz-Liederapends  weinte, 
an  dessen  Aufführung  sich  ausser  ihr  noch  der  Sänger  Hr. 
Homanof  und  als  Begleiter  am  Ciavier  Hr.  Afferni  aus  Leip- 
zig betheiligten.  Den  Löwenantheil  an  dem  günstigen  Aus- 
faU  dieses  Gedenkabends  durfte  die  geschätzte  Sängerin  für 
sich  in  Anspruch  nehmen. 

*  In  einem  Musikvereinsconcert  zu  Zwickau  hat,  wie 
man  uns  von  dort  berichtet,  der  ausgezeichnete  Pianist  Hr. 
Dr.  C.  Fuchs  aus  Danzig,  der  geistvolle  Vertreter  und  Aus- 
bildner der  Biemann'schen  Lehre  vom  phrasirten  Vortrag,  die 
eminent  praktische  Seite  seiner  feinsinnigen  Theorie  erprobt, 
indem  die  durch  seine  durchsichtige  Phrasirung  wesentlich 
gesteigerte  Verständlichkeit  der  vorgetragenen  Werke  von 
Beethoven,  Chopin  und  Liszt  ihm  zu  einem  allgemeinen  und 
glänzenden  Erfolge  verhalf. 

*  Wie  uns  aus  Bremen  gemeldet  wird,  hat  daselbst  Hr. 
Eugen  d* Albert  selbst  sein  neues  Clavierconcert  bereits 
öffentlich  gespielt.  Die  von  uns  nachgedruckte  Nachricht, 
dass  die  Novität  in  Berlin  ihre  überhaupt  erste  AuftUhrung 
erleben  werde,  stimmte  also  nicht;  sie  entstammte  wahrschein- 
lich dem  Pressbureau  der  Concertagentur  von  Hermann  Wolff 
und  war  zunächst  auf  das  Publicum  der  Philharmonischen 
Concerte  in  Berlin  berechnet  gewesen. 

*  Den  durch  den  Tod  des  Hrn.  de  Ahna  erledigten  Platz 
am  2.  Geigenpulte  des  Joachim'schen  Quartettvereins 
hat,  wie  man  aus  Berlin  schreibt,  Hr.  Prof.  Kruse  einge- 
nommen. —  Was  wird  nun  aus  dem  in  Bremen  kürzlich  ge- 
bildeten Kruse-Quartett? 


628 

'  Hr.  Ho&noaikdirector  A.  Ueissner  in  Sohwerm  bveui- 
cirte  znm  Hofcapellmeister. 

Todtenllste.  Alexandre  De  srousseaax,  beliebter  Gbon- 
suuuier,  tt  ^^  J&bie  alt,  in  Lille. 


Zur  gef .  Beachtung. 

Auswärtige  Vereine  nnd  Solisten,  welche  in  Leipzig 
eiijene  Concerte  veranstalten  ncd  sich  hierzu  der  gescnäft- 
Iicucn  Unterstützung  des  Hm.  Ernst  Eulenhurg  (als  selb- 
ständigen Arrangeurs  oder  als  Vertreters  anderer  Concert- 
agenturen)  zn  bMienen  haben,  sind,  &lls  sie  ihre  Concerte  in 
unserem  Blatte  besprochen  wünschen,  um  gefällige  dlrecte 
Zusendang  der  Billets  a '^-'— 


Leipzig. 


Die  Redaetion  d«8 
„Masikidisek«!!  Vockenblattes". 


Offener  Spreohsaal. 

Lieber  Hr.  Fritzsch! 

Wie  vorauszusehen  war,  hat  Hr,  Hermann  WolfF  die  seine 
Rsbandlting  noch  unberUbnit«r  Künstler  beleuchtenden  Mit- 
l.|]f;i langen,  welche  ich  Ihnen  in  No.  48  Ihres  Blte.  machte, 
tii<.ht  unerwidert  gelassen.  In  seinem  in  dieser  Sache  an  Sie 
gerichteten,  mir  von  Ihnen  zur  Einsicht  gesandten  Briefe 
raucht  er  mir  hauptsächlich  den  Vorwurf,  daas  ich  zwei  Dinge 
verschwiegen  habe,  n&mlich  die  Höhe  des  von  mir  gefor- 
derten Honorars  von  circa  29,000  ..*  für  20  Abende  bei  freier 
Fahrt  und  freiem  Hotel  und  den  Umstand,  dass  Hr.  Wolff 
mir  un  14.  Nov.  noch  einen  „zweiten  Brief  zur  Erläuterung" 

f^^.schriehen  hat,  wodurch  der  „Sachverhalt  des  amerikanischen 
ugBgements versuch 8  von  mir  entstellt"  worden  sei. 

Was  das  Honorar  anbelangt,  so  habe  ich  es  ahsichtliah 
nirbt  genannt,  weil  es  die  Sache  an  sich  Nichts  angeht.  Da 
jedoch  die  Eonorarfrage  von  Hm.  WolfF  in  die  Letztere 
hineingezogen  wird,  so  bin  ich  gezwungen,  mich  hierüber  za 
orlilären..  Ich  verlangte  7000  Dollars.  Bechnet  man  hiervon 
l''"/o  Provision  für  Hrn.  Wolff  und  eine  weitere  Provision 
viin  5%  fllr  dessen  amerikanischen  Vertreter,  also  zusammen 
H'.iO  Dollars,  sowie  femer  noch  einige  hundert  Dollars  Un- 
kosten, die  dem  engagirten  Solisten  trotz  freier  Heise  und 
W'olmung  entstehen,  ao,  so  würde  mir  ein  Beingewinn  von 
(iica  550O  Dollars  geblieben  sein,  der  doch  kaum  im  richtigen 
Verh&ltniss  zu  den  Strapazen  einer  zweimonatlichen  Concert- 
rL'ise  gestanden  h&tte. 

Den  „Erkl&rungsbrief"  angehend,  den  mir  Hr.  WolfF 
<Lirch  seinen  Secretair  am  14.  Nov.  schreiben  liess,  so  muss 
ii^li  die  Frage,  die  ich  schon  in  No.  48  d.  Bits,  aufwarf, 
wioderholenr  Wamm  hat  mir  Hr.  Wolff  erst  am  14.  Nov.  Das 
ge.whrieben,  was  er  sofort  nach  meiner  Depesche  am  23.  Oct. 
zur  KiarstelJung  der  Sache  hätte  thun  können  und  sollen? 
Denn  es  steht  fUr  mich  fest,  dass  Hr.  Wolff  schon  am 
'21,  Oct-,  ab  er  mir  den  ersten  Brief  schrieb,  alles  Das 
j;['na,n  wusste,  was  er  in  seinen  beiden  Briefen  vom  14.  Nov. 
nur  über  diese  Angelegenheit  mitzutheilen  für  nüthig  hielt. 
I':e  Belehrung,  die  mir  Hr.  Wolff  in  dem  an  Sie  gerichteten 
Si.  hreiben  zukommen  lässt:  dass  ein  Briefumtausch  mit  Amerika 
circa  4  Wochen  erfordere,  sowie  die  dareui  geknüpfte  Mit- 


theilung, dass  die  aus  Amerika  erwartete  briefliche  Antwort 
am  23.  l4ov.  bei  Hm.  Wolff  eingegangen .  sei,  sind  für  den 
Vorwurf,  welchen  ich  gegen  den  genannten  Berliner  Concerb- 
agenten  erhoben  habe,  vollständig  gegenstandslos. 
Mit  herzlichem  Qrusee 

Ihr  ganz  ergebener 
PariB,  29.  Nov.  1892.  A.  Siloti. 

Nachschrift  der  Bedaction:  Wir  halten  diese  An- 
gelegenheit mit  dem  Abdruck  des  obigen  Briefes  des  Hm. 
Siloti  an  dieser  Stelle  für  erledigt 


Berichtigung. 

Bezüglich  des  in  No.  49  d.  Bits,  enthaltenen  nProtestee 
gegen  unwahre  Beschuldigungen"  stelle  ich  meinerseit«  fol- 
gende Thatsachen  hin:  Des  3.  Hamburger  Abounementcon- 
cert  sollte  am  14.  November  stattfinden;  wegen  Erkrankung 
des  Hm.  v.  Bülow  wurde  es  schliesslich  um  l'/i  Wocbo  ver- 
schoben. Das  Programmbuch  war  der  ursprünglichen  Sach- 
lage entsprechend  bereits  am  10,  nach  erledigter  Corroc- 
tur  von  mir  dem  Drucker  übergeben  worden;  es  enthielt  die 
Wagner'ache  Analyse  voUettlndig,  in  der  alten  Form.  Erst 
am  11.,  früh  9  Uhr,  erhielt  ich  die  Nachricht,  der  Verleger 
habe  die  Druckerlauhnies  nicht  ertheilt.  Da  das  Buch  am 
13.  früh  bereits  in  Hamburg  sein  musste,  so  war  es  für  mich 
in  der  That  die  „letzte  Stunde",  in  der  mir  jene  Nachricht 
zuging.  Denn  noch  am  selben  Tage  musste  das  Buch  ee- 
drackt  werden.  Ich  habe  also  in  Jener  Note  die  volle  Wahr- 
heit gesagt  und  weise  die  Zumuthung  eine  ^unwahre 
Beschuldigung"  erhoben  zu  haben,  entschieden  zu- 
rück. Welche  Verhandlangen  Hr.  Herrn.  Wolff  mit  dem 
Verleger  geführt  hat,  ist  mir  gänzlich  unbekannt  nnd  inter- 


Berlin, den  1.  Dec.  1899. 


Dr.  Hein 


1  Beil 


Eine  ganz  verfehlteBerichtigung,  denn  wie  kommt 
Hr.  Dr.  H.Heimann  dazu,  in  seinerbez.Fussnote  von  einer  mir 
„&üher  ertheilten"  und  von  mir  „in  letzter  Stande  zurück- 
gezogenen" Erlaubniss  zu  sprechen,  da  ihm  nach  seiner 
eigenen  Aussage  doch  nur  die  Nachricht  zuging,  dass  der 
Verleger  „die  Druckeria uhniss  nicht  ertheilt"  habe.  Liieso 
einfache  ihm  wahrscheinlich  von  Hrn.  Hermann  Wolff  ge- 
wordene Mittheilung  in  einen  verleumderischen  Angriff  auf 
meine  Person  umzumodeln,  ist  ein  Verfahren,  fllr  welches, 
wie  ich  jetzt  erkennen  muss,  meine  Bezeichnung  „nndefinir- 
bar"  noch  viel  zu  mild  erscheint  und  dem  gegenüber  die 
Behauptung  des  Hrn.  Dr.  H.  Aeimann,  „in  jener  Note  die 
volle  Wahrheit  gesagt"  zu  haben,  wie  der  reine  Hohn  auf 
den  gesunden  Menschenverstand  klingt.  Wenn  der  Genannte 
weiter  zu  seiner  Entlastung  noch  versucht,  die  Verlegung  des 
fraglichen  Concertes  ins  Treffen  zu  führen,  so  verfilngt  auch 
dieses  Mittel  nicht,  da  er  sicher  von  derselben  gehört  hatt4^ 
und  ihm  deshalb  erst  recht  genügende  Zeit  geboten  worden 
war,  einen  vielleicht  in  der  Eile  begangenen  Irrthnm  vor 
Ausgabe  des  betr.  Programm  buche«  aus  der  Welt  zu  schaffen. 
Von  einer  Erklärung  seines  frivolen  Ausfalles  auf  mich  kann 
ja  aber  bei  Hm.  Dr.  Beimann,  wie  dessen  eigen thüm liehe  Be- 
richtigung lehrt,  noch  nicht  einmal  heute  die  Bede  seini 

Leipzig,  2.  Dec.  1892. 

E.  W.  Fritzsch. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  BUohersohau. 

Von  Dr.  Arthur  Seldl. 

(Fortsetzung.) 

II.   Zur  Aesthetik  und  Geschichte  der  Tonkunst. 

IMe  Ausbeute  auf  dem  Gebiete  der  Husikästhetik  war 
I  den  letzten  Jahren  —  so  weit  ich  überblicken  konnte  — 
uö  ziemlich  spärliche.    Nur  vier  Werke  sind  mir  ~  zumeist 


erst  in  allerjün^ter  Zeit  —  bekannt  geworden  und  dieser 
„Bücherschau"  einzureihen. 

Noch  immer  scheint  HansHok  das  Feld  —  und  wenn 
auch  nur  negativ  —  zu  beherrschen.  Sehr  mit  Unrecht,  wie 
mich  dünken  will,  denn  er  ist  fängst  „überwundener  Stand- 

Sunct"  und  war  im  Grunde  nur  eine  „Krankheitserscheinung" 
erdeatechenÄesthetik;  hatte  der  Schreiber  Dieses  vor  Kurzem 
doch  die  Genugthuung,  von  einem  früheren  Anhänger  des 
Wiener  Aesthetikers  in  der  Form  einer  gewonnenen  Wette 
diese  Thatsache  sich  vollauf  besttltigt  zu  sehen.  Dieser,  ein 
eifriger  Freund   des   Hauslick'schen  Uusik- Feuilletons   und 


629 


gewififieuhafter  Leser  der  „Modernen  Oper^,  sowie  ihrer  ver- 
schiedenen „Folfi;en*',  hatte  im  Jahre  1882  nach  den  ersten 
„Par8ifid''-ATifmnrunfi;en  sich  verschworen,  dass  nach  einem 
Jahrsse hent  die  Oenentlichkeit  Hanslick's  ästhetische  und 
feuilletonistische  Gesichtspuncte  bestätigen  würde,  und  wollte 
mich  —  seines  Sieges  gewiss  —  in  zehn  Jahren  wieder  dar- 
über sprechen.  Die  Wette  war  nicht  vergessen;  vor  Kurzem 
kam  er  ganz  kleinlaut  bei  mir  an :  ich  hätte  Recht  behalten ; 
die  Frage  hätte  sich  endgiltig  2u  Gunsten  der  Wa^er^schen 
Kunst  entschieden,  —  Hanslick  sei  antiquirt.  Nun,  ich  wusste 
das  un^fähr  schon,  seit  ich  den  Wiener  Musikprofessor  an 
der  Universität  zu  Wien  selbst  dociren  gehört,  und  war  daher 
auch  nicht  mehr  weiter  erstaunt  über  diese  „Wendung  der 
Dinge''.  So  ein  kleiner,  unschuldiger,  immerhin  wohlthuender 
Triumph  wars  aber  doch,  den  seiner  Sache  damals  so  sicheren 
Freund  nun  mit  so  ehrlichem  Gesichte  sein  Unterliegen  ein- 
gestehen zu  hören.  Freilich  ist  auch  das  noch  nicht  ganz 
richtig:  „die  Zeit  hätte  sich  fhr  Wagner  gegen  Hanslick 
entschieden".  Wagner  und  Hanslick  waren  von  Anfane  an 
Incommensurabilien.  Man  kann  sich  für  Wagner  gegen  Men- 
delssohn oder  Meyerbeer,  allenfalls  auch  für  Wagner,  Liszt 
und  Berlioz  gegen  Brahms  u.  s.  w.  aussprechen,  aber  Hanslick 
war  Wafiper  ge^nüber  nichts  Anderes  als  eine  Herostraten- 
Natar.  Wie  AcniU  seinen  Thersites,  Homer  seinen  Zoilus 
fand,  so  hatte  Beethoven  seinen  ülibischeff,  Mozart  seinen  — 
Salzburger  Erzbischof  und  Wagner  eben  seinen  Hanslick. 
Ich  sage:  war  und  hatte,  denn  die  Geschichte  ist  darüber 
(auch  bei  Letzte^nanntem)  bereits  zur  Tagesordnung  über- 
gee^ngen.  Wom  aber  hat  sich  auch  auf  rein  ästhetischem 
Geoiete  die  Meinung  mittlerweile  gegen  Hanslick  gedreht 
und  umsomehr,  als  es  seit  den  letzten  Jahren  auch  hier  einen 
ganz  klaren  und  entschiedenen  Schlachtruf:  „Hie  Hauseg^er 
contra  Hanslick  !**  gibt,  um  so  weniger  begreift  man  eigentlich 
die  immer  wiederkehrenden^  noch  immer  nicht  zur  Euhe 
kommenden  Versuche,  Hanslick  durch  Widerlec^ung  im  Ein- 
zelnen umzubringen.  „Eine  Untersuchung  an  der  Hand  von 
Prof.  Dr.  Ed.  EGinsUck's  Buch  „Vom  Musikalisch -Schönen" 
nennt  sich  z.  B.  wieder  mit  besonderer  Betonung  ein  Buch, 
das  uns  zuerst  hier  beschäftigen  muss: 
Paul  Schneider's:  „Ueber  das  Darstellungsver- 
mögen der  Musik";  Leipzig  und  Oppeln,  1892. 
Der  uns  bisher  noch  unbekannte  Autor  zeigt  sich  in  dieser 
(„Prof.  Dr.  Frz.  WüUner  in  Dankbarkeit  und  Verehrung  ge- 
widmeten") Arbeit  in  der  neueren  Litteratur  zur  Sache  nicht 
unbelesen;  manche  selbständigre  und  eigenartige,  mitunter 
tief  durchdachte  Gedanken  erfreuen  dann,  und  gerne  fol^ 
man  dem  Verfasser  in  denjenigen  Capiteln,  wo  er  Neues,  m 
Sonderheit  Positives  zu  sagen  hat.  Aber  scheint  uns  schon 
die  ganze  Form  der  logischen  Widerlegung  auf  Schritt  und 
Tritt  —  die  wir  bei  dieser  leidigen  Materie  endlich  über- 
wunden glaubten  —  nicht  mehr  ganz  zeitgemäss,  und  muss 
man  sich  billig  darüber  verwundern,  wie  sich  der  Hr.  Ver- 
fasser über  durch  frühere  Gegenschriften  längst  erledigte 
und  abgethane  Meinungen  Hanslick's  noch  so  echauffiren  kann, 
so  erregt  auf  der  anderen  Seite  wieder  einigermaassen  Be- 
fremden der  wunderliche  Eifer,  mit  welchem  hier  vom  Ver- 
fasser der  Begriff:  „Gefühls  dar  Stellung",  wenn  auch  in 
anderem  Sinne  und  wohlbegründet,  einzuftlhren  und  in  der 
Aesthetik  weiter  fortzuschleppen  versucht  wird.  Dieses  Vor- 
haben erscheint  uns  um  so  weniger  glücklich,  als  damit 
Schneider  einen  ganz  ähnlichen  Fehler  begeht,  den  er  selbst 
in  seiner  Brochure  Hostinsky  gegenüber  mit  Recht  zum 
Vorwurf  machen  musste:  statt  gerade  die  wünschenswerthe, 
radicale  Klarheit  geschaüHi,  durch  seinen  Vermittelungsversuch 
vielmehr  die  Grenzen  der  Wahrheit  erst  recht  wieder  ver- 
wischt zu  haben.  Nicht  „darstellen",  sondern  „ausdrücken" 
wird  uns  —  ein  zweiter  Ariadnefaden  —  aus  dem  Labyrinth, 
in  das  die  deutsche  Musik- Aesthetik  gerathen,  weil  sie  zu 
wenig  bei  ihren  Künstlern  anfrug  und  zu  viel  immer  auf 
ihre  gelehrten  Herren  Professoren  hinhörte,  wieder  heraus- 
und  zum  klaren  Tageslicht  hinanführen,  und  wenn  Hostinsky 
seinerzeit  noch  zu  der  Anschauung  sicn  verstieg:  der  Com- 
ponist  sei  streng  genommen  für  den  Hörer  gar  nicht  vor- 
handen, und  aucn  der  bezw.  die  Spieler  könnten  beim  Kunst- 
fenuss.  nicht  weiter  in  Frage  kommen,  so  ist  Dem  gegenüber 
eute  ernstlich  zu  betonen,  dass  mehr  und  mehr  gottlob  in 
der  ästhetischen  Wissenschaft  sich  jetzt  die  Ueberzeugung 
Bahn  bricht,  wie  im  Gegentheil  nur  aus  einer  gewissenhaften 
Psychologie,  einer  Untersuchung  der  Seelen  Vorgänge  des 
Künstlers,  des  Schöpfers  des  Kunstwerkes,  nicht  allein  des 
empfangenden  Subjectes,  der  Isisschleier  mit  der  Zeit  enthüllt 


zu  werden  Aussicht  habe.  Auch  neuerdings  wieder,  bei 
Dinger,  regte  sich  Etwas  von  dieser  Erkenntniss;  den  ersten 
Anstoss  hierzu  aber  haben  Wagner  und  Liszt  selbst,  rein  wissen- 
schaftlich Fr.  von  Hausegger,  zu  dieser  Wendung  in  der 
deutschen  Musikästhetik  gegeben,  und  wir  werden  —  nach 
den  vorhandenen  Anzeichen  —  kaum  mehr  fehlgehen,  wenn 
wir  auch  von  Hausegger'scher  Seite  den  consequenten,  syste- 
matischen Ausbau  dieser  neuen  Wahrheit  noch  erwarten. 
Ein  Pendant  bezw.  geistiger  Vorläufer  zu  jenem .  wahrhaft 
classischen  Hostinsk^rschen  Ausspruch  war  ja  schon. ehedem 
das  nicht  minder  berühmte  Hanslick*sche  Dictum  gewesen: 
„Das  Schöne  ist  und  bleibt  schön,  auch  wenn  es  weder  an- 
geschaut, noch  betrachtet  wird;  es  besteht  zwar  für  das 
Wohlgefallen  eines  anschauenden  Subjectes,  aber  nicht  durch 
dasselbe."  Dem  s^egenüber  hatte  sich  aber  doch  die  „exacte" 
Wissenschaft  auf  die  Beine  gemacht  und  die  Forderung  ge- 
fühlt, aus  der  reinen  Physik  der  Lehre  vom  Schall  und 
Bhytnmos  die  physiologische  Lehre  von  den  Ton-  und 
Gehörsempfindungen  des  Subjectes  weiter  zu  bilden.  Sie  hat 
Viel  damit  erreicht,  ein  bedeutendes  Gebiet  damit  erschlossen, 
und  wir  verdanken  dieser  Wendung  ein  so  grundlegendes 
Werk,  wie  das  allbekannte  Helmholtz*sche  Buch.  Allein  sie 
vermochte  das  Wohlgefallen  an  der  Harmonie  lediglich  negativ 
zu  erklären,  beschäftigte  sich  ausschliesslich  mit  der  Melodie- 
bildung und  eigentlich  noch  mehr  mit  den  Accordverbin- 
dungen,  wie  als  ob  der  Rhythmus,  die  Seele  der  Musik,  ear 
nicht  vorhanden  wäre,  musste  vor  mancher  Frage  bescheiaen 
Halt  machen  und  konnte  jedenfalls  das  Musikalisch-Schöne 
als  solches  noch  langer  nicht-  einheitlich  begründen.'  -  Etwas 
weiter  in  dieser  physiologischen  Erforschung  der  natürlichen 
Voraussetzungen  des  Kui^teindruckes  beim  hörenden  Subject, 
und  zwar  nach  psychologischer  Seite  hin,*  geht  ein 
Büchlein: 

„Die  Physiologie  der   Tonkunst"    von   Dr.  Eugen 

Dreher;  Halle  a.  S.,  1889, 
dem  wir  im  Ganzen  ein  verständnissvolles  und  sachgemässes 
ürtheil  über  Musik,  einen  lebendigen,  poetischen  Sinn  ftLr 
Schönheit,  dabei  viel  interessante  imd  lehrreiche,  oft  ebenso 
scharfsinnige  wie  neue  Beleuchtungen  der  rein  ph^iologischen 
Frage  entnehmen,  die  auch  den  Helmholtz*schen  ^Forschungen 
gegenüber  ihre  Selbständigkeit  behaupten.  Der  Verfasser, 
der  schliesslich  gegen  Ende  seiner  Untersuchung  bei  einer 
Anerkennung  des  von  B.  Wa^er  gegebenen  Programms  zur 
IX.  Symphonie  auf  streng  wissenschaftlicher  Grundlage  an- 
langt, würde  dadurch  allein  schon  unser  lebhaftestes  Interesse 
für  seine  Ergebnisse  in  Anspruch  nehmen  dürfen.  Indess 
können  wir  uns  trotzdem  nicht  des  immer  wiederkehrenden 
Eindruckes   dabei  erwehren,    dass   auf   dieser   physikalisch- 

Ehvsiolog^ch-psychologischen  Entdeckungsreise  die  eigent- 
cnen  Brücken  fehlen,  sodass  die  einzelnen  Ergebnisse  ohne 
jenes  innere,  einheitliche  geistige  Band  bleiben,  welches  die 
beiden  Seiten  dieser  Art  von  „prästabilirter  Harmonie"  wirk- 
lich erst  vermittelte,  und  können  daher  dem  Verfasser  vor- 
fenannter  Untersuchung  „Ueber  das  Darstellungsvermögen 
er  Musik"  im  Grunde  nur  beipflichten,  wenn  er  (S.  98  seiner 
Brochure)  von  dem  Dreher'schen  Buche  sagt:  dass  es  „von 
der  Analyse  der  Gehörsempfindungen  mit  einem  wahren 
Biesensatze  zu  der  fertigen  Wirkung  ninüberspringe".  Jeden- 
falls erweist  auch  dieser  —  gut  gemeinte,  aber  trotz  dem 
stolzen  Appell  an  die  „exacte  Imturwissenschaft",  als  die  heut- 
zutage „maassgebendste"  Forschungsmethode,  schliesslich 
doch  nur  ohnmächtige  —  Versuch  aufis  Neue  wieder  nur  zu 
deutlich,  dass  auf  dem  bewussten  Wege  eine  Erklärung  des 
eigentlichen  Kunsteindruckes  in  der  Musik  endgiltig  nicht 
zu  gewinnen  ist;  ja,  der  Verfieisser  selber  hätte  dies  nicht 
beredter  einräumen  können,  als  durch  das  Verdict,  welches 
er  selbst  im  letzten  Satze  seines  Werkes  ausspricht  (und 
damit  über  seine  eigene  Arbeit  fällt),  wenn  er  constatirt, 
dass  „für  unsere  Erkenntniss  des  Zusammenhanges  von 
Materie  und  Geist  stets  eine  unausfüUbare  Kluft  bestehen 
bleiben  wird,  die  durch  keine  monistische  Weltanschauung, 
welche  Lockbilder  sie  auch  vorspiegeln  möge,  zu  beseitigen 
sei".  (Das  Buch  strotzt  übrigens  —  nebenbei  bemerkt  — 
von  abscheulichen  Druckfehlern,  die  auch  durch  die  lange 
Berichtigungsliste  am  Ende  längest  noch  nicht  alle  beglichen 
sind.) 

Noch  viel  weniger  natürlich  führt  uns  ein  anderes  Buch 
hier  zu  dem  gesuchten  Ziel,  das  sich  betitelt: 

„Ueber  das  Idealschöne  in  der  Musik  und  die  Mittel 
zu  dessen  künstlerischer  Wiedergabe"  von  Otto 
Waldapfel,  gepr.  Musiklehrer  in  Dresden;  Dresden,  1893, 


680 


eine  So&ri£b,  die  uns  üuer  ganzen  Form  und  Attednicksweise 
nAch  wie  ein  Anaohronismna  berührt,  wie  etwa  ein  Buoh 
jeeoitiflcher  Forsehnng,  das  die  modfemen  Pobkme  zwar 
cenau  kennt  und  sich  den  Anschein  gibt,  dieselben  zu  durch- 
forschen, in  Wirklichkeit  aber  zuletzt  Alles  auf  den  Qesichts- 
punct  der  Kirchenväter  zurückschrauben  möchte  und  so  zum 
modernen  Wesen  den  alten  Senf  antiquirter  Scholastenweisheit 
gibt.  Man  braucht  sie  ja  nur  zu  der  voraus  besprochenen 
Arbeit  von  Dreher  zu  halten,  bezw.  gleich  nach  dieser  zu 
lesen,  um  dieses  Veraltete  an  ihr  sofort  herauszufühlen  und 
auch  ihre  «dtsetzliche  Einseitigkeit  unmittelbar  zu  empfinden. 
Denn  versuchte  Jene  (c£  S.  9)  allen  Accent  auf  Melodie  und 
Harmonie  zu  leoen  und  schien  —  wie  schon  Helmholtz  -- 
das  Element  des  Khythmus  gftnalich  übersehen  zu  wollen,  so 
verlegt  Dieser  nun  ebenso  extrem  wieder  den  ganzen  Nach- 
druck auf  Letzteren  und  sucht  w^s  dem  Rhythmischen  gerade 
vor  Allem  jenes  „Idealschöne''  der  Musik  zu  construiren.  So 
artet  die  Schrift,  deren  Grundmaximen  schon  sich  auf  Plato, 
Winckelmann,  Kant,  Westphal  und  Drieberg  gründeten  una 
welche  im  Nachtrag  die  Uebersetzung  resp.  einen  Auszug 
der  Sehrifien  eines  griechischen  Musikers  (des  Pseudo^Euklid) 
und  Metrikers  (Hephästion)  gibt,  welche  dem  schönen  Wahn 
lebt,  dass  wir  den  Duft  der  modernen  Musikblüthe  mit  dem 
sekwerDÜligen  Wortschwall  griechischer  and  mittelalterlicher 
Musiktheoretiker  bezw.  Metriker  zu  erklären  vermöchten  — 
artet,  sage  ich,  in  eine  Beihe  von  rhythmischen  oder  doch 
specifisch  metrischen  Analysen  eines  Chorales,  eines  Volks- 


liedes, einiger  kleinen  Glavierstücke  von  Beethoven,  sawie 
des  „Stabat  mater"  aus  und  —  was  das  Naivste  an  der  Sache 
ist  —  glaubt  damit  nun  das  „Idealschdne  in  der  Musik^  etA 
für  allemal  gefunden  und  begründet  zu  haben.  ^EinlMkkeit 
der  Mittel  wie  der  Struetor  ,  „Vorwiegen  der  Homoplaetik 
und  Heteroplastik**,  „Werthschätsung  der  Gäsursn.  und  peHk>- 
dischen  Nachsätze**,  „annähernde  Symmetrie  der  Theile^  er- 
scheinen dem  Verfasser  dabei  als  die  hauptsächlichsten  Fao- 
toren  der  Verkörperung  dieses  Schönen,  und  damit  glaabt  er 
einen  Hund  hinter  dem  Ofen  verlocken  zu  können.  loh 
brauchte  ja  nur  irgend  welche  beliebige  Seite  des  Baches 
aufzuschlagen  und  einige  wenige  Sätze,  in  denen  es  von 
Ausdrttoken  wie  „Plastik,  philantropisch,  Ekstase,  Erotik, 
Instaae,  correlirena,  Metaplastik,  Hyperkatal.  Tripod.,  Primär- 
zeit'' —  oft  in  den  unglaublichsten  ZusammensteUui^gen  — 
ordentlich  wimmelt,  als  Proben  des  „hyperkatalektiseheB." 
Stiles  des  Hm.  Autors  hier  zum  Besten  zu  geben,  um  mein 
scharfes  Urtheil  zu  begründen  (und  schier  möchte  man  ja 
versucht  sein,  an  einen  „geprüften  Lehrer  des  Griechischen'', 
statt  „gepr.  Musiklehrer"  dabei  zu  denken);  ich  möchte  aber 
den  kostoaren  Baum  dieser  Zeitschrift  nicht  muthwilliger 
Weise  noch  mehr  in  Anspruch  nehmen,  als  ich  es  nothwen- 
differ  Weise  ohnehin  schon  thun  muss,  und  überdiess  kann 
sich  ja  Jeder,  der  mir  etwa  nicht  glaaben  sollte,  das  Buch 
selbst  kommen  lassen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


J3  I*  1  e  flu  ästen« 


B.  O.  F.  in  1K  Der  Gefälligkeit  unseres  Gollegen  Hm. 
0.  Lessmann  verdanken  wir  die  Eenntniss  von  dem  gegen- 
wärtigen Aufenthaltsort  des  „famosen  Musikeelehrten  und 
Tondichters  A.  R." :  derselbe  „wimmele",  wie  Hr.  L.  sehreibt, 
seit  einip^r  Zeit  wieder  in  Berlin  herum.  Vielleicht  genügt 
Ihnen  dieser  Fingerzeig. 

fV.  in  Af,  Natürlich,  denn  nur  wenn  man  mit  vollen 
Backen  lobt,  kann  man  in  den  meisten  Fällen  auf  Glaub- 
würdigkeit rechnen,  während  der  geringste  Tadel  auf  irgend- 
welche persönliche  Motive  zurückgeführt  wird.  Unter  den 
hierin  Empfindlichen  befinden  sicn  nicht  blos  unbekanntere, 


sondern  auch  berühmte  Künstler.  Wir  könnten  Hunderte  von 
Fällen  aus  unserer  Er&hrung  anführen,  in  welchen  eine 
offene  Kritik  sogar  z\ir  Abbestellung  des  Blattes  Anlass  war, 
so  kürzlich  erst  von  Ihrer  Stadt  aus,  wo  sich  ein  Instituts- 
director  durch  einen  Bericht  gekränkt  gefühlt  zu  haben 
scheint. 

y,  A'.  in  L,  Der  neuliche  Hausirhandel  mit  Liedertezten 
in  der  Alberthalle  hat  :nioht  nur  den  geschätzten  Beferenten 
des  „L.  T.",  sondern  auch  viele  Andere  choquirt.  Er  schien 
nicht  von  dem  Berliner  Agenten,  sondern  von  dessen, ^liesi- 
gem  Vertreter  besorgt  zu  werden. 


Anzelsren. 


6.  S^eeßstein, 

S^lllgrel-  und  Piaiilno-Fabrikant. 


Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Deutsehland  and  Königs  von  Preassen, 

Ihrer  Maj.  der  Kaiserin  von  Deatschland  und  Königin  von  Preassen, 

Ihrer  Maj.  der  Königin  von  England, 

Sr.  Kaiserl.  and  Königl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deatschland  and  von  Preassen, 

Sr.  KönigL  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preassen, 

Sr.  Könlgl.  Hoheit  des  Herzogs  von  Edinburgh. 


445  Oxford-Str. 


I.  Fabrik:    5—7  «Tohamiis-Str.  und  27  Ziegel-Strasse. 
n.  Fabrik:    21  Orflnauer-Strasse  und  Wiener-Strasse* 
in.  Fabrik:    124  Reichenberger-Strasse. 


[1451.] 

[Berlin  IV. 

5—7  Johannls-Str. 


Fr.  Uszt, 


Teehni«ehe  Stadien   für  Piano- 
forte.    12  Hefte  &  Jf  3,—. 
(Heft  X.    Doppelheft  JH  6,—.) 

Diese  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  Gonservatorien  des 

In-    und  Auslandes  eingeführt.  [1452c.] 

Verlag  von  J.  Sehuberth  9^  Go.,  Leipzig. 


Verlag  von  E.  ^VW.  Wirftmmötk  in  Leipzig. 


^«^wv  '^\^^r>m  'w'x.'^  •.  <ta  V  V  • 


74  KinderMer 


far  eine  Singstimme  mit 
Clavlerbegleitung 

von         [1458.] 

Guido  Nakoi^. 


2  eieg.  oartonnirte  Bände  b  3  M.  netto; 


e»! 


Verlag  von  E.  W.  Fritztch  in  Leipzig. 


^.■.■    -.      -V         .-.-•«.  - 


[1454.J 


Altböhiisclie  hdm 

f&r  gemischten  Chor, 

herausgegeben  von 

Carl  Riedel. 

Hofl  I. 

No.  1.  Gesang  der  Kelchner.  „Herr  mein  Gott,  Geber 
alles  Guten«.  No.  2.  Feldgesang  der  Taborlten.  „Krie- 
ger des  Herrn".  No.  3.  Altböhmisches  Morgenlied.  „Dem 
die  Sternenheere".  Partitur  u.  Summen  Jk  2,—.  (Part. 
Jk  1,—.    Stimmen  k  Jk  —,15.  und  Jk  —,25.) 

Heft  II. 
Drei  attböbmieclie  WeihnaGbielleder:  i.  „Freu  dich,Erd 

und  Sternenzelt".  2.  Die  Engel  und  die  Hirten.  „Kom- 
met, ihr  Hirten".  3.  „Lasst  Alle  Gott  uns  loben". 
Partitur    und    Stimmen   Jk    2,50.     (Partitur    Jk    1,— . 

Stimmen  h  Jk  —,38.) 


Violine. 


Im  CöJner  städtischen  Orclieeter  ist  eine  Stelle 

an  der  Violine  mit  einem  Jabresgehalt  von  1200  bis 
1440  Mark,  je  nach  der  Leistung,  neu  zu  besetzen. 
Bewerber  müssen  einige  Opemgewandtbeit  besitzen. 

Meldungen  unter  Beifügung  von  Zeugnissen  sind  bis 
zum  20.December  er.  an  das  Oberbürgermeister-Amt  Cöln 
zu  richten.  Antritt  der  Stelle  zum  15.  Januar  1893. 
Zum  Probespiel  ergeht  besondere  Einladung. 

C9lll,  den  1.  December  1892. 

[1455.] 

Der  Oberbürgermeister. 

der    Beigeordnete 

Jansen. 


Soeben  erschien: 


ffÜcAard  Wagner  i 


[1466b.] 


H^ellinaclitüiiiaslk 


im  Verlage  von  F.  !E].  O.  ILieuckart  in  Leipzig. 

[1458.] 
Soeben  erschienen: 

Zwei  WeilmacliMIlcke 

für  Pianoforte  von 

Vso  Seifert. 

Op.  17. 


No.  1. 
No.  2. 


Stille  Nacht,  heilige  Nacht J6  1,20. 

Alle  Jahre  wieder  kommt  das  Ghristuskind.    J$  1,— . 


*w    w     w'   -  S.    ^--/-*-  ^-<m    »^     b     ■^■^•^    -V-     -     w/-  «-■»•--'*i 


.      •  -^■v"■.•^.^v'■^.^•'•-^  V 


Früher  erschienen: 

Joh.   Sebastian   Baoh|  Hirtenmusik  aus  dem 

WeihnaohtS-Oratorium,  bearbeitetvon  Robert  Franz, 
für  Pianoforte 

a)  zii  zwei  Händen  80  /ij,  b)  zu  vier  Händen  M  \^ — . 

Wilhelm  Rust|  Op.  7.    Praeludium  und  Choral: 

„Wie    schön    leuchtet    der    Morgenstern",     für 
Pianoforte  zu  vier  Händen Ji  — ,80. 

F.W.  Bernep  und  Adolf  HesS|  Das  Kindlein 

wiegen.     Fünf  Variationen  über  ein  Volkslied  (»Suse, 
liebe  Ninne")  für  Orgel Ji  1, — . 


Joh.  Seb.  ßaeh^Weihnachts-Oratoriom, 

Theil  I  und  II  mit  ausgeführtem  Accompagnement  von 
Bobert  Franz. 

Partitur  M  20  netto.    Orchesterstimmen  M  30  netto. 

Olavierauszag  M  3  netto.    Chorstimmen  M  2. 
Hieraus    einzeln:      Hiplenmusik     (Sinfonia)     für 

Orcliester. 

Partitur  M  2,50  netto.    Orchesterstimmen  Ji  5  netto. 

Hepiii.  Beptholdi  Op.  5.  Ihr  Palmen  von  Bethle- 
hem. Weihnachtsgesang  für  Sopran-Solo  und  ge- 
mischten Chor  mit  Orgel  oder  Pianoforte. 

Partitur  M  1,25  netto.    Chorstimmen  M  1, — . 


Edition  Peters. 


Soeben  erschien: 


[1469.] 


,^  HeistersiDger  von  Nürnberg«.    SUltC  fÜF  PldnOfOllB 


Clavleraaszug  zu  zwei  Händen 

(erleichterte  Ausgabe) 

mit  Hinzufagung  des  Gesangstextes  und  der  scenischen 

Bemericungen 

von 

Richard  Kleinmichel. 

Gross-Octav,  Preis:  Ji  10,—.  no. 

Mainab       B.  Schatt's  Söhne. 


Welcher  Componist  VOÜ  Ruf  würde  sich  für  die 

Compositiou  eines  voraüglichen  Opemtextes  interessiren? 

Offerten  unter  J.  O.  4648  an  Rlldelf  Mosse, 

Berlin  8.  W.  [1457. 


(AUegi-o,    Aria,    Capriccio,    Presto   alla  Giga) 

von 

Moritz  Moszkowski. 

Opus  SO.    Preis  Marie  2,=. 

Verlag  von  E.  W.  FritzSGh  in  Leipzig. 

-^  \.  ^■.     .         %w»-.--  \--V.    ,/^.-     -,    .,-       -     ^   S,-        .  V.W.W.-.--.  ••^-.-^>.  ">.•>.  ■W>r->.-^->.- 

Eduard  de    ^P'  ^^'     ^ft^ofutanz.     (La  Danse  des  Sabots.) 
u^.^^^       Charakterskizze  für  Violoncell  mit  Pianoforte. 

nartog,    ^  2,50,  [i4^.] 


Verlag  ron  E.  W.  Fritzsch  in  Leipzig. 


Ein  Cyklus  ftir  eine  Singsttmnfie  nfiit  Pianoforte- 
begleitung. 

P  e  ter    Cornelius. 

Op.  8. 

No.  1.  gi^rtsfectum. 

So.  2.  5)ie  ^irien. 

No.  8.  3>ie  ^önig«. 

No.  4.  gümeon. 

No.  5.  g^rietua  ber  ^inberiveunb. 

No.  6.  e^riatainb. 
(Mit  deutccher  und  eagliecher  Textuoterlage.) 


Novität  für  Violoncelli 

Im  Verlane  von  E.  W-  FrHzsoll  in  Le^zig 

erschien  Boeben: 

Ooncert 

flr  Ti«l«neell 

mit    Orchesterbegleitunt! 

von  II464.] 

August  Klughardi 

Op.S9. 

Partitar  Ji  4,—.     PHncipalstimme  Jt  1,50.     Örcbester- 
stimmen  Ji  7, — .     ClavierAUszug  des  Orchesters  ^  2,50. 


Ende  December  ] 


Prometheus. 


Fflr  gemischkn  Chor, 
Soli  (Sopran,  Bariton  nid  ßass) 
Orchester 


und 


componirt  von 


Op.  HO. 

CtAvior- Auszug  mit  Text  (denlBch  nnd  englisch)  vom 
CcimjioniHten  n.  Jt\2, — .  Chorstimmen  (deutsch  n. engL) 
(jede  einzelne  n.  Jt  3,—.)  n.  Jt  12,—.  Orch, -Partitur 
geb.  n.  Ji  40,—.      Orch.-Stimmen  n.   Jt  50,—.      Text- 


Lg 


pzig. 


8oebc[i  erschien  bei  B.  Sohott's  Söhne  in  Mainz: 

[1403.] 

Sonate 

für  Pianoforte  iL  Violoncell 
Carl  Goldmark. 

Ol.,  m.  Jt  6,50. 


Soeben  im  Verlage  von  A.  H.  Pftyne  i 
I  Leipzig    erschienen   und   dnrch   olle   Bach-  nnd  I 
I  Masikslienhandlungen  dee  In-  and  Auslandes  zu 

I  beziehen:  [1465.] 

iBerütimteGeigerj 

ijj        der  Vergangenheit  und  Gegenwart. 

üJl  Eine  Sammlung  von  87  Biographien  u.  Portraite, 
I  herausgegeben  von  A.   Ehrlifth* 

I        Ein  stattlicher,  hoch  elegant  in  Damast-  | 
1  Gewebe    gebundener    Band  mit    reichem 
I  Golddruck,  ganz  besonders  zu 

!  ■F'  Fest-Cleschenken  '^1 


I  geeignet. 


'  Ppeis  5  Mark. 


liüiiüiiiil 


Von  E.  W.  Fritzsch 
Heinrich 


Big    ZU 


C.  F.  W.  Siegel'*  Musikalienhandlung 

(R.  Linnemann). 


Die  wichtigsten  technischen  TTebungen  fttr 

dae  Pianofoi-te,  syBtenmtisch  zu^anunenge- 

dodze         stellt.  (Anhang  zu  des  Verfassers  Populären 

*       pädagogisch-muBikalischen  Abhandlungen 

über  Clavierspiel.)    .*  2,—.  [I46«.j 


Wir   haben  die   geschäftliche   Vertretung   des 
Violinvirtuosen  Herrn 

Felix  Berber 

übernommen  und  bitten,  Engagements-AntrBge  für 
den  Künstler  gef.  an  uns  richten  zu  wollen. 

[1467.] 

Nene  Berliner  Cftncert-Agentnr 

Qnevkow  <6  Stennfyerg. 
Berlin  "W,,  Linkstrasse  31. 
Tetegr.-Adr.:  Huslkleben. 


Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau, 

erscheinen  soeben:  [1468.] 

Composition 

fOr  Pianoforte  zu  2  HSnden. 

von 

Anton  Strelezki. 

Opus  190.    Feullles  volantes.    Album  de  6  Morceaox: 

No.  1.    Bomance „    1,25. 

No.  2..  Habanera „    1,60. 

No.  3.*  Valse-Pr61ude „    1,— . 

No.  4.    Souvenir  de  Bergen „    1, — . 

No.  5.    Gbant  de  berceau „    1,26. 

Opus  196.    Quatre  Mazourkas.    No.  1,  2,  3,  4  ä   „   1,— . 

Quatre  Moreeaux: 

No.  1.  Pastorella „  1,60. 

No.  2.  Au  soir.    Böverie-Nocturne  .    .  „  1,60. 

No.  3.  Meditation „  1,50. 

No.  4.  Yalse  mignonne „  1,60. 

Sept  Moroeaux: 

No.  1.  Imprompta „  1,60. 

No.  2.  Melodie  Russe „  1,60. 

No.  3.  Sörönade  Yenitienne „  1,60. 

No.  4.  Valse  lente „  1,50. 

No.  6.  Deuxiöme  Valse  Russe .    .    .    .  „  1,60. 

No.  6.  Sons  de  nuit „  1,60. 

No.  7.  Norvöglen „  1,60. 

Verlag  von  Ries  &  Erler  in  Berlin. 

llgerDon  äsMod:  Me 

für  2  Claviere  zu  4  Händen. 

(Praeludium.  Pastorale.  Scherzo.  Marche  triomphale.  Finale.) 

Op.  50.    11  IM. 

Zur  Aufftihrung  gehören  2  Exemplare.         [1469.] 

Verlag  iron  L.  Hofffarth  in  Dresden; 

Gesang-Gompositionen 

fOr  eine  Stimme  mit  Begleitung  des  Pianoforte 

von 

Paul  Pfitzner. 

Opus  1.     Sieben    Lieder. 

No.  1.    Der  fahrende  Musikant  (L.  Pfau)    .    .  Pr.  ^  —,80. 

No.  2.    „Treulos  verliess  das  Glück  mich  bald«  „  „  1,20. 

No.  3.    Lenznacht  (Günther  Walling)  ....  „  „  1,20. 

No.  4.    „Horch   auf,    du   träumender  Tannen- 
forst" (R.  Baumbach) „  „  1,20. 

No.  6.    Wiedersehen  (L.  Pfau) „  „  —,80. 

No.  6.    „Neie,  schöne  Knospe"  (Mirza-Schaflfy) .  „  „  — ,60. 

No.  7.    „Müller,  hab  Acht!  (R.  Baumbach)       .  „  „  —,80. 
Für  hohe  Stimme.     Für  mittlere  Stimme. 

Opus  2.    FOnf   Lieder. 

No.  1.    FrühlingBgebet „  „  —,80. 

No.  2.    Frieden  (E.  Scherenberg) „  „  —,80. 

No.  3.    Gute  Nachbarschaft  (Hoyos)    ....  „  „  — ,80. 

No.  4.    Sehnsucht „  „     1,20. 

No.  6.    Im  Frühling  (Maurice  von  Stern)    .    .  „  »  — ,80. 

Für  mittlere  Stimme. 
Op.  4.    Der  Kreuzritter.  Ballade  von  M.Voll- 

hardt- Wittich „  „    3,—. 

[1470.]  Für  mittlere  Stimme. 


688 
Verlag  iron  Wiiiteiwt  Haneen  in  Leipaig. 

[Uli,] 

Compositionen 

von 

Christian  Sinding: 

Sonate  (Gllllf),  Suite  (Flur) 

ftlr  V^ioline  und  Pianoforte 

m 

Coneert  (Desdur) 

für  Pianoforte  und  grosses  Orchester. 

Partitur  15  •^.     Stimmen  15  •^.     Principalstimme  mit 
Begleitung  eines  zweiten  Pianos  10  ^, 

SI  Wurde  neulloh  von  dem  norwegisohen  Pianisten 
Herrn  Martin  Knutsen  in  Wien  gespielt.  SS 

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(Esmoll) 

für  zwei  Pianoforte  zn  4  Händen.     9  ^. 

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(2.  Auflage.)     3  Jt 

Dichtungen  aus  „Buch  der  Lieder*'  von  Holger  Drachmann  ftir 
eine  Singstimme  und  Piano. 

Weg-Psalmen : 

No.  1.    Allmutter,  gut  und  gross! M  1, — 

No.  2.    Stauhwolken  steigen  hei  jedem  Schritt  ,  Ji  l, — 

No.  3.    Als  hoch  der  VoBmond Ji  1, — 

Irfieder  aus  der  Uevante: 

No.  1.    Glauhe ^—,60 

No.  2.  Bosporus!  Du  bebst  vor  Wonne  .  .  ..41, — 
No.  8.  Furchtbar  ist  es,  wenn  wir  denken  .  .  Ji  l, — 
No.  4.    Oft  sangst  du  Lieder  für  Andre     ...  .4  —,60 

Nip^irana S  1,— 

'Em  ^^altet  oben  auf  den  liolien  FJellen  .^—,60 
'Em  gibt  Gestirne Ji  1  — 

2.  durchgesehene  Auflage  des  berOhmten 

Quintetts 

für  Pianoforte,  2  Violinen,  Viola  und  VioloneeD. 

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funden : 

Leipzig  (Gewandhaus)  2  Mal,  Dresden  2  Mal,  Breslau 
2  Mal,  Christiania  8  Mal,  Copenhagen  2  Mal^  St.  Peters- 
burg 2  Mal,  Genf  2  Mal,  München,  London,  Stoekholm, 
Helsingfors,  Graz,  Frankfurt  a.  M.,  Dordrecht,  Detroit, 
Chemnitz,  Paris,  Boston  und  New- York. 


^f  684 

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1550,  2351—2550.      Alt  No,   I6B1  — löOÜ,   25r>l~2li50.      Tenor 

No.  1601— leOO,  2651-2850.    Bariton  No.  1ÖOI—1950,  28(U— 

SS50.     Bass  No.  1951-2000,  3951-3000.  [[472-.J 

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Concertvertretnng:    Hennann  WolV.  Berlin. 

Alle  geachäftlicben  Anfragen,  den  HoIpiBnisten 

Alfred  «rflnfeld 

betreffend,  bittet  man  zn  adreesiren  an  [lüOTiil 

Imureaario  Ludwig  Orflüfela, 
Wienl,  OetreidemarktlO. 


lUdtr  In  Ltlpiig. 
E.  C.  Leuckart  i 


Lei 


Leipzig,  am  15.  December  1892. 


hrtk  lUaoicki  bki-,  Kiui 

IM  IiiiIaü»ku4lU2ii,  lowie  _  _  ta.,,-™,.  ,.,„,,   „      . 


Fli  dai  Muitiliuli  f  ocliiKttl 


"^»^^        für  lusikerjMidJIusikfreuiide.  ^/^ 

\  Verantwortlicher  Redacteur  and  Verleger:  ^» 


E.  W.  FritiBoh, 

Leipzig,  KfinIgMtrane  6. 


Daa^IuBikalische  Wochenblatt  ersuliiint  jährlich  in  52  Nummern.   Der  Abonnementsbetrag 
für  das  Quartal  von  13  Nuraniern  ist  2  Mark;  eine  einBeineNummer  kostet 40 Pfeunige.   Bm 
WUT      lAk»!-  1         directer  frankirtar  KtBiubaDdHendung  treten  nachstehende  vierteljährliche  4.bonneni6n(«-  ^ 

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*^  J         für  WHiteie   fclliidcr   doa   Allgemeinen  PoatverBins.  —   JahreBabonnement«   werden  unter  L""*   "*• 

ZuprandeleijunB  »orBtehender  BeaagabadiDgunnen  berechnet. 
Dt«  IiueTboiugeblUiTeD  für  den  Raum  einer  geapaltcneu  FetitTi>ile  betragen  90  Pfennige. 


klt;  Kritik:  Doa  muth^mailscL-rauie  ToosyaUm.  gameiiivergtaiidllah  dargestellt  von  Carl  Eftz.  (Sohlas*.)  —  BionrnphiMheB:  PranE  RummaL 
(Mit  Purtrait.}  —  Tagfliseaobiahta ;  Berichte.  —  Gancerlaauahaa.  —  EBsagementi  and  Qutaplels  in  Oper  and  UDno«rt.  —  KiroheDmiuik. 
—  OpeiDkufraiiraDgen.    —    Antgeniut«  NovlUtoD.  —   VeimlMlits  HltthellangoTi  and  NotizeD.  —    Offener  Sprecbual.   —    Brierkutcn.    — 


An  die  geehrten  Abonnenten. 

&as  jji^tmkaMaoJba  ■^othe^ibtatt"  wird,  unierstüizi  von  den  howAhriesien  soiiheri gan,  sowie 
neutfewonntTbotb  gediegenen  •Mitarheitem  am  29.  ^eoemBer  d.  J. 

seinen  vierundzwanz^sten  3fafirgang 

Iie^innen,  oendenz  und  i.'^ieJbhaZtiglteii ,  soitde  äuasej'e  Ausstattung  u?td  tAhonnamentjiTeis  werden  heme 
K^mttderwng  erfahren.  &er  'Unter zeich/n^e  erÜttet  auch  ßir  den  neuen  Jahrgang  seüies  glattes  die 
fi'utMt  der  Jtusiher  und  des  muaihaMsohen  ihibUeums  und  siefti  zahZreicJten  gefalMgen  ^onnement- 
ieeteUungen y    die   man  mögliehst  liald  a^^hrmg&n  möge,  zuversicJi^Uch  entgegemi. 

"Me  geehrten  Meser ,  welche  das  „MusihaUselie  (Wochenblatt"  durcJi-  S'osiahonnefnent  hezielien, 
werden  im &esoitderen  darauf  aufmerhsam  getnaoJti,  dasses  zuin  unwtUerh-oöhenetv  und  vollständigen ^zug 
der  Jfwnvmern  ihrer  zuvorigen  rt^usdrüßhUchen  &rhlärung  und  der  Voraushezahlung  des 
..thonnementletra^es  "bedarf,  wnd  dass  bei  späterer ,  schon  in  das  b^ownene  Quartal  faZlender 
^ßeafeUw»!/  die  bereits  erschienenen  iMtmmem,  soweit  sie  noch  zu  beschaffen  sind,  nur  a%i,f  ausdrüch' 
Hohes  %'erZangen  und  gegen  eine  Bestellgebühr  von  fO  ff/onyiigen  von  der  JiaiserUclten  ä'ost  nach' 
geliefert  werden.  @»t  ffeitereib  wird  denselben  bemierTft,  daas  das  kaiserliche  i'/osfamt  die  Jfo.  i  lUcht 
a/m  Sfage  deren  &rscheinens,  sondern,  erst  anfangs  Januar  expedirt. 

E.    W.  FRITZSCH. 


r 

I 


Kritik. 

Das  mathematisch-reine  Tonsystem, 

gemfiiiiverstSndlicli  dargestellt  von  Carl  Eitz  in  Eisleben, 

mit    einem    Vorwort    von    ProfeesoT    Dr.    W.    Frey  er    in 

Berlin.    Leipzig,  Breitkopf  &  Hftrtel  1891.    (Preis  2  Jl.) 

(Schluss.) 

Ansgebend  von  dem  gane  ricbtigen  Grundsslz,  dass 
alle  mnsikaliscb  braacbbaren  Tonverhältnisse  in  letzter 
Instanz  auf  die  3  Stammintervalle  Octav,  Qaint  nnd 
grosse  Terz  znräckgefübrt  «erden  können,  scldägt  Eitz 
vor,  sieb  inr  symbolischen  Darstellung  derselben  eines 
aafrechtstehenden  Erenzes  zu  bedienen ,  in  dessen  vier 
Ecken  die  Zabi  der  fallenden  oder  steigenden  Quinten 
und    grossen  Terzen  angedeutet  wird  wie  folgt: 

&llende  Quinten         steigende  Quinten 


&llende  Terzen         steigende  Terzen 

wobei  dann  die  Transposition  in  böbere  oder  tiefere 
Oetaven,  als  das  harmonische  Verbältniss  nicht  weiter 
berührend,  unberücksichtigt  bleiben  kann.  ESn  Beispiel 
möge  dies  erläutern.  Wenn  wir  von  c  ausgebend  8 
Quinten  und  1  grosse  Terz  aufwärts  rechnen,  so  erhalten 
wir  das  sogenannte  Schisma  c — bis. 


Die  Hauptmann 'sehe  Bezeichnung  o — his  wäre  hier 
zw^deutig,  weil  sie  anch  auf  das  durch  Combination  von 
3  grossen  Terzen  entstehende  Intervall  e — bis  bezogen 
werden  kam 


TOn    Oettingen    schreibt   ganz    richtig    im    erstgenannten 

Falle  c — his,  und  im  zweiten  Falle  c — his;  Eitz  eben  so 
richtig  c — bis"*  nnd  c — his"*,  wobei  die  Zahlen  1  nnd 
3  wie  gesagt  bedeuten,  dass  des  betreffende  his  1  be- 
Kiebentlich  3  syntonische  Komma  tiefer  ist,  als  dasjenige 
bis,  welches  in  der  von  o  ausgebenden  Quintreihe  liegt. 
Die  symbolische  Darstellung  dieser  3  Interralle  w&re  also: 


_L 


und 


I  13 


FOr  sehr  praktisch  halte  ich  aach  den  Vorschlag 
des  Verfassers,  die  räumliche  Entfernung  zwischen  2 
Tönen  durch  Decimalbrücbe  zu  veranschaulichen,  wobei 
das  Uaass  der  Octav  als  Einheit  angenommen  wird.  Die 
grossen  Vorzüge,  welche  diese  Methode  vor  der  bbher 
allgemein  üblichen  voraus  hat,  liegen  auf  der  Hand;  denn 
die  gewöhnlichen  Brüche,  wobei  Zähler  und  Nenner  das 
VerhftltnisB  der  betreffenden  Schwingnngszablen  andeuten 
(Octav  ^  ^/j ,  Quint  ^  */g ,  Qnart  ^  */^ ,  grosse  Terz 
:=*l^,  kleine  Terz  =  */„  grosser  Ganzton  =^/g,  kleiner 
Ganzton  ^  '/^g,  diatonischer  Halbton  ^  'Vier  grosser 
chromatischer  Halbton  ^  ^'/^j ,  kleiner  chromatischer 
Halbton  ^r:  '**/jgg  u.  s.  w.)  geben  nicht  entfernt  ein  so 
anschauliches  Bild  wie  die  auf  die  räumUche  Entfernung 
der  betreffenden  Töne  sich  beziehenden  Decimalbrücbe. 
Ein  Beispiel  möge  dies  veranschaalichen.  Derjenige  Ton 
(wir  wollen  Ihn  x  nennen),  welcher  genau  in  der  Mitte 
ewischen  c  und  c  liegt  (also  das  temperirte  fis  oder  ges), 


findet  allerdings  im  reinen  System  gar  keine  Verwendung, 
aber  wenn  wir  die  Schwingungszahl  dieses  Tones  be- 
rechnen wollen,  so  verfahren  wir  wie  folgt:  l:x=:s:2, 
also   X  *  ^  2   oder   x  = )  2.     Das    Intervall    c — x   würde 

also  ausgedrückt  durch  den  Bruch   — ^  nnd  das  Intervall 
f/2 

I — c   durch    den   Bruch    ' — ■--=  =  !_    nnd    deshalb 
2   '  l/2         2 

c-^x^x— c.  Eitz  bezeichnet  dagegen  das  untere  k 
als  0,  das  obere  durch  1  und  die  Hitte  zwischen  Beiden 
als  0.5.  Die  Zahlen  haben  hier  natürlich  einen  ganz 
anderen  Sinn,  aber  für  den  Nichtmathematiker  ist  dieco 
Darstellung  viel  einfacher  nnd  verst&ndlicher.  Hat  uulil 
einmal  das  richtige  Maass  der  Qoiut  und  der  grossen 
Terz  in  Bmchtheilen  der  Octav  ausgedrückt,  so  kann 
man  alle  übrigen  Maasse  durch  Addition  und  Sabatracücn 
leicht  finden.  Angenommen  also,  dass  die  Qnint  O.bSö 
und  die  grosse  Terz  0.322  Oetaven  misst  (ich  gestehe, 
dass  ich  nicht  genug  mathematische  Bildung  besitze,  um 
die  Richtigkeit  dieser  Angaben  controliren  zu  könnea), 
so  erhalten  wir  für  die  Quart  1— 0.585  =  0.41&,  ffir 
die  kleine  Torz  0.585  —0.322  —  0.263,  für  den  grossen 
Ganzton  0.585  —  0.415  =  0,17,  fär  den  kleinen  Ganzton 
0.322  —  0.17  =  0.152,  für  Jen  diatonischen  Halbton 
0.415  —  0.322  =  0.093    der   Octav   n.  s.  w.     Vergldohl 

diese  Zahlen  mit  denjenigen  Zahlen,  welche  ita 
entsprechenden  Intervallen  des  temperirten  Systems  ent- 
sprechen, so  bekommt  man  ein  sehr  anschauliches  Bild 
von  der  Unreinheit  der  I/etzteren.  Das  Haass,  womit 
sämmtliche  temperirten  Intervalle  gemessen  werden,  ist 
bekanntlich  der  temperirte  Halbton  ^  '/,2  oder  0.0&<f 
der  Octav.  Die  temperirte  Quint  misst  demnach  7  X 
0.08»  =0.583  Octav,  die  temperirte  Quart  5x0.08» 
=  0.416,  die  temperirte  grosse  Terz  3  X  0.0&a-=  0.333, 
die  temperirte  kleine  Terz  3  X  0.08-9-  =  0.25,  der  Gtia- 
ton  (gleichviel,  ob  gross  oder  klein)  2  X  0.080  =  0.167 
Oetaven  u.  s.  w.  Die  temperirte  Quint  ist  also  0-002  tu 
klein  und  die  temperirte  Quarte  um  ebenso  viel  zu  gros«, 
die  temperirte  grosse  Terz  0.011  zu  gross,  die  temperirw 
kleine  Terz  0.013  zu  klein,  der  temperirte  grosse  GanK- 
ton  0.003  zu  klein,  der  temperirte  kleine  Ganzton  0.01& 
zu  gross,  der  temperirte  diatonische  Halbton  O.Ol  zn 
klein  u.  s.  w.  Wie  ausserordentlich  wichtig  es  fElr  jeden 
Musiker,  namentlich  aber  für  den  Gesanglehrer  und  Cbor- 
dirigenten  ist,  über  diese  Dinge  genau  orientirt  zu  sein, 
das  weiss  ich  aus  eigener  Erfabrtiug  nnd  kann  deshalb 
nnr  wünschen,  dass  derartige  jetzt  leider  noch  vielfach 
als  überflüssig  betrachtete  Kenntnisse  allmählich  immec 
mehr  Gemeingut  aller  musikalisch  Gebildeten  werden 
mögen. 

So  weit  bin  ich  nun  mit  Herrn  Eitz  ganz  einver- 
standen; dagegen  muss  ich  entschieden  protestiren  gegen 
seinen  Vorschlag,  die  natürlichen  (sogenannten  reines) 
Oetaven  und  Quinten  gross,  die  natürlichen  (sogenannten 
reinen)  Primen  und  Quarten  dagegen  klein  zu  nennen- 
Nennt  man  die  natürliche  Quint  gross,  so  muss  mtm 
selbstredend  die  verminderte  Quint  klein  nennen,  und  dts 
scheint  mir  durchaus  verkehrt ,  denn  das  Verbältniss 
zwischen  Beiden  ist  ein  ganz  anderes,  als  beispielsweise 
das  Verbältniss  zwischen  grosser  und  kleiner  Terx. 
Grosse  und  kleine  Terz  sind  Beide  natürliche ,  dtreft 
verständliche  Intervalle;  sie  sind  Beide  Bestandtheile  d«r 
natürlichen  Dreiklftuge  nnd  deshalb  harmonisch  einsndef 


6B9 


vollkommen  ebenbürtig.  Eine  Parallele  zwischen  der 
natürlichen  und  verminderten  Qnint  ziehen,  hiesse  da- 
gegen die  harmonische  Bedeutung  dieser  Intervalle  voll- 
ständig verkennen,  und  .genau  dasselbe  gilt  von  den 
Primen,  Quarten  und  Octaven.  Dass  die  Bezeichnung 
rein  sehr  unglücklich  gewählt  ist,  muss  zugegeben 
werden,  aber  wenn  man  einmal  weiss,  was  man  sich 
dabei  zu  denken  hat,  so  sind  MissYerstJIndnisse  ein  für 
allemal  ausgeschlossen.  Am  einfachsten  und  zweck- 
mässigsten  erscheint  es  mir,  die  natürliche  (sogenannte 
reine)  Quint  einfach  Quint  zu  nennen.  Femer  finde  ich 
es  bedenklich,  die  Silben  in  und  al  nicht  nur  auf  die 
einzelnen  Töne,  sondern  auch  auf  die  Intervalle  anzu- 
wenden, also  beispielsweise  die  pythagoreische  Terz  ®^/gj 

f  —  —   =  0.34  j  einfach   grosse    Terz    und    die    falsche 

kleine  Terz  «'/g^  f— U  =  0.245^  einfach    kleine  Terz, 

die  natürliche  grosse  Terz   ^/^   f — --  =  0.322  ]  dagegen 

grosse   Terzine    und    die    natürliche    kleine    Terz    ^^/^ 

(-- —  =  0.263  J   kleine    Terzale    zu    nennen.      Wenn 

man  den  natürlichen  Intervallen  künstliche  Namen  gibt 
und  umgekehrt,  wo  bleibt  da  die  Logik?  Wenn  die 
schrägen  Reihen  im  Schema  die  Terzverwandtschafk  ver- 
anschaulichen, so  dürfen  auch  für  die  Benennung  der 
Terzen  die  horizontalen  Reihen  nicht  maasagebend  sein. 
Da  man  durch  das  symbolische  Kreuz  jedes  Tonver- 
hältniss  genau  ausdrücken  kann,  so  liegt  auch  meines 
Erachtens  gar  kein  Bedür&iss  zu  einer  derartigen  Be- 
reicherung der  Nomenclatur  vor. 

Die  Benennungen,  welche  Herr  Eitz  für  die  leiter- 
eigenen Drei-  und  Vierklänge  vorschlägt,  muss  ich,  um 
nicht  gar  zu  ausführlich  zu  werden,  mit  Stillschweigen 
übergehen.  Seine  Darstellung  ist  im  Allgemeinen  sehr 
knapp  gehalten,  sodass  es  nicht  leicht  ist,  den  Inhalt 
seiner  Schrift  noch  mehr  zusammenzupressen  und  dabei 
doch  ein  klares  Bild  zu  geben.  Ho£Pentlich  veranlassen 
diese  Zeilen  alle  diejenigen  Leser,  welche  sich  für  der- 
gleichen interessiren,  das  Buch  in  die  ELand  zu  nehmen. 

G.  H.  Witte. 


Biographisches. 

Franz  Rummel. 

(Mit  Portrait.) 

Unserer  Portraitgallerie  hervorragender  Pianisten  der 
Gegenwart  fügen  wir  heute  das  Bild  von  Franz  Rummel 
ein,  der  mit  Recht  zu  den  besten  neueren  Meistern  des 
Claviers  gezählt  werden  darf.  Nicht  nur  in  der  virtuosen 
Ausbildung  der  Technik  und  der  Bravour  im  Vortrage 
modemer  Elffectstücke  stellt  er  voll  und  ganz  seinen  Mann, 
sondern  er  versteht  sich  ebensogut  auf  classische  und 
romantische  Musik,  sein  Repertoire  ist  genau  so  univer- 
seU,  wie  seine  Interpretationsgabe.  Er  ist  eben  ein 
intelligenter  Künstler,  der  von  jeher  sich  für  Alles,  was 
musikalischen  Werth  hat,  interessirt  und  für  manches 
neue  Werk  Bahn  gebrochen  hat.  Zu  den  musikalischen 
Vorzügen  seines  Spiels  kommen  ein  ausgezeichnetes  Ge- 
dächtniss  und  grosse  physische  Ausdauer,  welch  letztere 
Naturgabe  ihm  gestattet,  an  Einern  Concertabend  ohne  jede 


Ermattung  gleich  drei  ganze  grosse  Concerte,  z.  B.  von 
Beethoven,  Schumann  und  Liszt,  hintereinander  zu  spielen, 
wie  er  dies  öfters  gethan  hat.  Ein  Specialist  unter  den 
europäischen  Pianisten  ist  er  insofern,  als  er  nur  Flügel 
der  amerikanischen  Firma  Steinway  &  Sons  zu  seinen  Gon- 
certen  benutzt  und  dadurch  einige  Abwechselung  in  die 
deutsche  Flügelhegemonie  Bechstein-Blüthner  bringt 

Franz  Rummel  vollendet  am  11.  n.  Mts.  sein  40.  Lebens- 
jahr, steht  also  noch  in  der  Vollblüthe  der  Mannesjahre, 
sodass  seine  künstlerische  Entwickelung  noch  nicht  einmal 
abgeschlossen  ist.  Seine  Wiege  stand  in  London.  Sein 
Grossvater  war  der  nassauische  Capellmeister  Ghretien 
Rummel;  ob  der  Vater  ebenfalls  Musiker  von  Fach  war, 
wissen  wir  nicht.  Thatsächlich  aber  erhielt  er  von  der 
Mutter  den  ersten  Unterricht.  Die  Eltern  dachten  jedoch 
nicht  entfernt  daran,  dass  das  Söhnchen  Musiker  werden  solle, 
die  kaufmännische  Carrifere  war  ihm  bestimmt.  Franz 
scheint  trotzdem  frühzeitig  eifrig  seinen  Clavierstudien  ob- 
gelegen zu  haben,  denn  als  sich  ihm  im  Oct.  1867  Ge- 
legenheit bot,  dem  mittlerweile  verstorbenen  bedeutenden 
Pianisten  Louis  Brassin  vorzuspielen,  sah  sich  dieser 
veranlasst,  die  Eltern  des  Knaben  zu  einer  anderen  An- 
sicht über  dessen  Lebensberuf  zu  bewegen,  und  erreichte 
vorläufig  für  ein  Jahr  die  Einwilligung  dazu,  dass  Franz 
bei  ihm  sein  Ciavierstudium  ernstlich  fortsetzen  dürfe. 
Unter  der  Führung  dieses  grossen  Ciaviermeisters  ent- 
wickelten sich  die  musikalischen  und  pianistischen  Fähig- 
keiten des  jungen  Rummel  in  dem  Grade,  dass  derselbe 
nach  1  ^/g  Jahren  die  ersten  beiden  Preise  in  der  Privat- 
classe  für  Technik  und  Auffassung  sich  errang  und  damit 
die  Bedenken  der  Eltern  gegen  den  Künstlerberuf  zer- 
streute und  deren  Erlaubniss,  auf  dem  Brüsseler  Conserva- 
torium  weiter  zu  studiren,  erhielt.  Nachdem  er  im  Sommer 
1872  dieses  Institut  mit  dem  ihm  mit  Auszeichnung  ein- 
stimmig ertheilten  grossen  ersten  Preis  verlassen  hatte, 
begann  er  seine  öffentliche  Thätigkeit  als  Pianist,  studirte 
aber  noch  geraume  Zeit  privatim  bei  Brassin  weiter.  Im 
Winter  1877/78  absolvirte  er  mit  Minnie  Hauck  und  Ole 
Bull  seine  erste  grosse  Concertreise,  und  zwar  in  Holland. 
Im  Herbst  1878  ging  er  das  erste  Mai  nach  Amerika, 
wo  er  in  mehr  als  100  Concerten  spielte  und  die  Be- 
kanntschaft seiner  Gattin,  der  Tochter  des  berühmten 
Telegraphenerfinders  Morse,  machte,  mit  der  er  seit  1881 
in  glücklicher  Ehe  lebt  Sein  ständiges  Domicil  hat  er 
trotz  langen  ausländischen  Concertreisen  seit  1881  in 
Berlin.  Von  hier  aus  bereiate  er  Russland,  Elngland, 
Belgien,  Holland  und  Skandinavien,  wie  er  auch  ein  stets 
gefeierter  Gast  deutscher  Concertsäle  war.  1886  besuchte 
er  zum  zweiten  Male  Amerika,  um  mit  Lilli  Lehmann 
eine  längere  Concerttoumäe  auszuführen,  und  von  dort 
kehrte  er  in  vorigem  Sommer,  den  New- Yorker  Mänmer- 
gesangverein  „Arion**  auf  dessen  deutscher  Siegesreise  als 
Solist  begleitend,  zum  dritten  Male  zurück,  nachdem  er 
während  einer  1890  von  Neuem  angetretenen  Concert- 
toumie  daselbst  die  dort  schon  bei  seinem  ersten  Auf- 
treten errungene  Position  unter  den  grossen  Pianisten 
noch  mehr  befestigt  hatte.  Wie  er  auf  seiner  Reise  mit 
dem  „Arion"  sich  in  Deutschland  überall  grosse  Erfolge 
erspielt  hat,  so  ist  ihm  dies  nicht  minder  gelungen  in 
den  Concerten,  in  denen  er  sich  seit  Anfang  der  jetzigen 
Saison  hören  Hess. 


51" 


640 


Tagesgeschichte. 


Berichte. 

Leipzig.  Dass  man  auch  in  Leipzig  echten  Kunstgesang 
noch  zu  schätzen  weiss^  bezeugte  das  Ooncert  der  Frau  Lillian 
Sanderson  am  28.  Nov.  in  der  Alber thalle,  das  wieder  von 
einer  gleich  grossen  Menschenmenge  besacht  war,  wie  das 
Concertj  welches  diese  grosse  Vortragskünstlerin  vor  einem 
Jahr  an  derselben  Stelle  gab.  Ihrer  schönen  Mission,  Pionierin 
für  noch  unbekanntere  Gomponisten  zu  sein,  war  sie  auch 
diesmal  treu  geblieben,  und  die  Wahrnehmung,  dass  die  von 
der  Künstlerin  getroffene  (möglichenfalls  nicht  immer  von 
ihrem  Berliner  Impresario  unbeelnflusste)  Wahl  der  Novitäten 
manches  Mal  eine  strengere  sein  könnte,  thut  der  Anerken- 
nung ihrer  bezüglichen  Verdienste  kaum  wesentlichen  Ein- 
trag. Von  den  hier  unseres  Erinnems  erstmalig  gesungenen 
Liedern  haben  uns  Em.  Hess'  stimmungswarmer  „Der  Tannen- 
baum'', A.  Bungert's  lebensvoUe  „Liebe  auf  Capri"  und 
H.  Sommer's  erfindungs-  und  empfindungsfrisches  „Mir  glän- 
zen die  Augen"  am  besten  geiallen;  gesunken  hat  Frau 
Sanderson,  sehr  anschmiegend  von  Hrn.  Srüning  am  Ciavier 
begleitet,  Alles  ganz  wundervoll.  Das  war  überall  nicht  blos 
höcliste  Vollkommenheit  im  Gesanglichen,  sondern  auch  feinste 
Charakteristik  und  warmes  seelisches  Erfassen  des  poetischen 
Gehaltes  der  Vortragsobjecte,  Eigenschaften,  die  auch  diesmal 
mit  sanfter  Gewalt  das  Publicum  fesselten  und  dasselbe  zu 
den  herzlichsten  Ovationen  begeisterten,  für  welche  die  ge- 
feierte Künstlerin  mit  einigen  Zugaben  dankte.  Als  Se- 
gleiter auf  ihrer  gegenwärtigen  Ooncerttourn6e  hat  sich  Frau 
Sanderson  in  Frau  Soldat-Koeger  undHm.  Stavenhagen 
zwei  ihr  ebenbürtige  Künstler  gewonnen.  Diese  Beiden  er- 
öfftieten  das  Concert  mit  Beethoven's  bekannter  Fdur-Clavier- 
Violinsonate,  von  der  wir  iedoch  infolge  schnellen  Verlassezui 
des  schlechten  Platzes,  welcher  uns  gogem  die  Anordnung  der 
Concerto;eberin  ange wiesen  worden  war,  nur  den  1.  Satz  ge- 
hört haben.  Als  S^lostücke  Hess  Frau  Soldat-Boeger  später 
das  Bondo  capriccioso  von  Saint-Saens  und  als  stürmisch  ver- 
langte Zugabe  ein  Spohr'sches  Adagio  folgen,  mit  deren 
Vortrag  sie  von  Neuem  den  Buf ,  in  Betreff  der  Tongebung 
und  der  Intensität  der  Empfindung  die  Erste  unter  den  leben- 
den Violinmeisterinnen  zu  sein,  bestätigte,  während  Hr.  Sta- 
venhagen mit  Schumann's  so  selten  önentlich  gespielten 
„Papillons**  und  Stücken  von  Liszt  und  Chopin  ebenfalls 
seine  hohe  Stellung  unter  seinen  speciellen  KunstcoUegen 
überzeugend  behauptete.  Gegen  eine  in  die  Tasche  des  Ar- 
rangeurs des  Concertes  fliessende  Extrasteuer  von  10  Pf. 
wurde  dem  Zuhörer  die  Gelegenheit  geboten,  den  auf  die 
äussersten  Angaben  beschränkten  Concertzettel  nach  Seite  der 
Liedertexte  zu  vervollständigen.  Man  hausirte  mit  dem 
10-Pfennig- Artikel  in  diesem  feinen  Concert  gerade  so,  als 
wäre  Circusvorstellung. 

Von  den  Solistenconcerten,  welche  in  Leipzig  veranstaltet 
wurden,  erregte  seit  Menschengedenken  das  ausserordentlichste 
Auj&ehen  mit  vollstem  Recht  das  von  dem  gegen  acht  Jahre 
alten  Pianisten  Baoul  Koczalski  am  7.  Dec.  im  Theatersaale 
des  Krystall-Palastes  gegebene,  denn  in  diesem  kleinen,  dem 
Anschein  nach  körperlich  kerngesunden  Bürschchen  stellt 
sich  ein  Phänomen  künstlerischer  Frühreife  und  Selbständig- 
keit dar,  wie  es  nur  in  grossen  Zeitpausen  auftaucht  und 
speciell  in  der  Musik  an  Mozart  erinnert.  Nicht  die  perfecte 
Technik,  mit  welcher  der  Kleine  sein  modernes  Programm 
bemeistert,  und  der  die  ^anze  Scala  vom  zartesten  Pianissimo 
bis  zu  einer  bei  so  kleinen  Händen  unbegreiflichen  Kraft- 
entwickelung beherrschende  Anschlag  bilden,  so  frappant 
dieser  Theil  der  künstlerischen  Ausbildung  RaouPs  angesichts 
dessen  kindlichen  Alters  an  sich  auch  wirkt,  das  Ausser- 
ordentliche, Wunderbare  an  dieser  Erscheinung:  es  ist  der 
göttliche  Funke  des  Selbstschöpferischen,  der  hier  in  einem 
Lebensalter  des  Reproducirenden  seine  zündende  Wirkung  äus- 
sert, in  welchem  sonst  die  Musikseele  nur  erst  Nachempfundenes 
lallt.  Nur  ganz  selten  hat  man  bei  diesem  Knaben  das  Ge- 
fühl, als  sei  ihm  das  Verständniss  für  Das ,  was  er  vorträgt, 
von  aussen  angeflogen,  als  habe  es  bei  ihm  erst  einer  Anlei- 
tung bedurft,  das  Charakteristische  im  Stil  und  Wesen  der 
verschiedenen  Componisten,  die  er  interpretirt,  richtig  zu 
treflen;  das  ergibt  sich  scheinbar  ganz  von  selbst,  man  hört 
es  nicht  nur,  man  merkt  es  auch  dem  unwillkürlich  wech- 
selnden Gcsichtsausflrnck  des  Kleinen  an,  wie  dessen  Genius 


kräftig  aus  sich  herausschafiPt  tind  wie  er  dabei  mit  siegtiaJEto 
Energie  die  natürlichen  Hemmnisse,  die  sich  bei  so  zarter 
Körperconstitution  der  äusserlichen  Verdeutlichung  stärkerer 
Gemüthsaflecte  entgegenstellen,  zu  überwinden  nicht  ermüdet. 
Das  auf  einem  äusserst  gesangvollen  „Blüthner**  außgeführte 
Programm  umfasste  Werke  von  S.  Bach  bis  Liszt  (s.  heutige 
Concertumschau) ,  darunter  eine  Gavotte  und  eine  Valse  des 
Concertgebers,  die,  als  Opus  48  und  46  bezeichnet,  nicht  nur 
auf  eine  ergibige  Productivität  schliessen  lassen,  sondern  auch 
als  Erzeugnisse  eiiies  Sieben-  oder  Achtjährigen  ganz  merk- 
würdig flx  und  fertig  in  der  Structur  erscheinen  vmd  auch 
hoflnungsvoUe  Keime  eigenen  Wesens  zeigen,  das  aber  in  dem 
Walzer  eine  bei  einem  so  jungen  Componist^n  auffallend  weh- 
müthige  Stimmung  athmet.  Da  wir  den  kleinen  Wundermann 
in  n.  Woche  nochmals  hören  werden,  so  beschränken  wir  uns 
heute  auf  die  Fixirun^  des  allgemeinen  Eindrucks,  den  er  wie 
auf  alle  anderen  Besucner  des  Concertes  auch  auf  uns  gemacht 
hat,  und  kommen  später  nochmals  auf  den  Knaben  zurück. 
Heute  möchten  wir  aen  Eltern  des  Elnaben  nur  noch  rathen, 
das  Behängen  des  Kleinen  mit  den  verschiedenen  Orden,  die, 
wie  auch  der  fiofpianistentitel,  demselben  schon  verliehen 
wurden,  doch  tlir  fernere  Concerte  zu  unterlassen,  da  dieser 
pomphafte  Anputz  gar  nicht  zu  dem  kindlichen  Auftreten  des 
knaben  passt  und  eher  ein  Vorurtheü  gegen,  als  Sympathien 
für  denselben  erzeugen  kann.  Ein  so  gottbegnadetes  Talent 
wie  Eaoul  Koczalski  hat  nicht  solche  Mittel  nöthig,  um  sich 
in  Respect  zu  setzen. 

Aus  der  letzten  Zeit  haben  wir  als  öffentlicher  und  von  uns 
zumeist  besuchter  Musikveranstaltungen  noch  das  9.  Abonne- 
mentconcertes  und  der  4.  Kammermusik  im  Neuen  Ge- 
wandhaus und,  etwas  weiter  zurückliegend,  des  2.  Popu- 
lären Kammermusikabends  von  Hrn.  v.  Böse  und  G^n., 
des  4.  Musikabends  des  Kammermusik  Vereins  und  einer 
Musikaufführung  des  Organisten  Hm.  Pfannstiehl  in 
der  Paulinerkirche  zu  gedenken.  Das  9.  Gewandhausconcert 
hatte  ausschliesslich  Brahms'sche  Werke  —  die  2.  Symphonie, 
das  1.  Clavierconcert,  die  Gesänge  „Gestillte  Sehnsucht*'  und 
Geistliches  Wiegenlied  (mit  obugater  Viola),  „Feldeinsam- 
keit*', „Der  Tod,  das  ist  die  kühle  Nacht**  und  „Meine  Liebe 
ist  grün**,  sowie  HmoU-Bhapsodie  und  zwei  Ungarische  Tänze 
für  Cla vier— zur  Unterlage,  welche  bis  auf  die  unzulängliche 
Wiedergabe  des  vocalen  Theils  durch  Frau  Matz-Langs- 
dorff,  rür  welche  körperliche  Indisposition  als  entschuldigen- 
der Grund  geltend  gemacht  wurde,  in  vorzüglichster  Ausrah - 
rung  gelangten.  Der  Symphonie  Hessen  der  Dirigent  Hr.  Prof. 
Dr.  Kein  ecke  und  das  Orchester  die  peinlichste  Sorgfalt  und 
einen  frischzugigen  Vortrag  angedeihen,  Ciaviersolist  war  Hr. 
Freund  aus  Zürich,  welcher  £ule  seine  Stücke  wahrhaft  voll- 
endet ausführte  und  nach  vollstem  Verdienst  gefeiert  wurde. 
In  den  Triumphen,  die  er  sich  erspielte,  unterstützte  ihn  ein 
ganz  ausgezeichneter  Blüthner-Flügel.    Der  Conoertdirection 

febührt  Dank  für  die  zwar  recht  verspätete,  nunmehr  aber 
och  erfolgte  Vorführung  dieses  vortrefflichen  Pianisten.  Sie 
sollte  überhaupt  öfter,  als  ihr  Brauch  ist,  Solisten  heranziehen, 
die,  wie  Hr.  Freund,  nicht  zu  den  Modekünstlem  zählen, 
trotzdem  sie  solchen  in  rein -musikalischer  Beziehung  nicht 
nachstehen.  Zu  besonderem  Verdienst  würde  ihr  dies  bei  den 
Geigern  gereichen,  von  denen  mancher  ausgezeichnete  Künst- 
ler (Heermann,  Halir,  Wünsch  u.  A.)  noch  gar  nicht  zum 
Auftreten  an  dieser  Stelle  gelangt  ist,  während  Viele  (Bar- 
cewicz,  Deecke,  Hohlfeld,  Kes,  Lauterbach,  Petri,  Schradieck, 
Frau  Soldat-Boeger,  Walter,  Wilhelmj,  Zajic  u.  A.)  gern 
wieder  einmal  daselbst  gehört  werden  würden.  Der  unver- 
gessliche  de  Ahna  ist  über  dem  sehnlichsten  Warten  auf  ein 
Wiederengagement  gestorben.  —  Die  4.  Kammermusik  prä- 
sentirte  im  Mittelpunct  des  Programms  eine  Novität  von  Carl 
Eeinecke:  das  kürzlich  erschienene  Octett  für  Flöte,  Oboe 
und  je  zwei  Clarinetten,  Fagotte  und  Homer,  das,  durch  die 
HH.  Schwedler,  Hinke,  iCessner,  Heyneck,  Freitag, 
Göpel,  Gumpert  und  Müller  unter  des  Componisten  Lei- 
tung zu  exquisiter  Ausführung  gelangend,  sich  in  allen  seinen 
vier  Sätzen  einer  äusserst  warmen  Aufnahme  zu  erfreuen  hatte 
und  als  216.  Werk  eines  Achtundsechszigjährigen  allerdings 
auch  eine  Frische  und  Lebendigkeit  in  der  Empfindung  auf- 
weist, auf  die  mancher  Zwanzigjährige  neidisch  zu  werden 
Grund  hätte.  Nach  erfinderischer  Seite  gibt  kein  einziger  Satz 
neue  Aufschlüsse  über  den  Componisten  und  ebensowenig  in 
Betreff  der  Klangmischung,  in  welcher  Beinecke  stets  mit 
grosser  Feinfühligkeit  verfahren  ist.  Eine  gefährliche  Um- 
gebung hatte  das  Novum  in  der  Cmoll-Clavier^Violinsonate 
von  Beethoven  und  dem  Eä  dur-Streichquartett  von  Gherubini, 


i 


indem  dieselben  mit  ihrem  Reicbthum  originaler  Ideen  und 
deren  stets  im  höchsten  Qrade  fesselnder  Verarbeitung  die 
seringe  Individualität,  welche  das  Octett  besitzt,  um  so  auf- 
Hlliger  erscheinen  lieesen.  Dem  Vortrage  der  Sonate  wäre 
im  Ciavierpart  eine  der  ansgezeichn'.t  von  Hrn.  Prill  ge- 
spielten Violinatimme  gegenülier  decentere  imd  auch  technisch 
befriedigendere  Behandlung,  als  ihr  widerfuhr,  zu  wünschen 
eewesen,  in  dem  Streichquartett  lieferten  die  HH,  Prilt, 
Bother,  Unkenstein  und  Wille  «ine  entschieden  clasai- 
Bche  Leistung,  die  im  Scherzo  den  Beifall  des  Publicum»  zu 
einem  unwiderstehlichen  da  capo-Ruf  dieses  herrlichen  Satzes 
steigert«.    —    Der  «weit«  Populäre  Kammerrouaikabend  von 


641 

Das  Clavierqnartett  von  H.  v.  Herzogenberg,  welches  durch 
die  obeiwen.    UH.  Inatrum entalisten   und   Hm.  Klesse  als 

vorzüglichen  Bratschisten  eine  liebevolle,  vielleicht  aber  in 
der  Temponahme  nicht  ganz  unanfechtbare  Wiedergabe  er- 
fulir,  ist  erfreulich  knapp  in  dar  Form  seiner  einzelnen  Sätze 
und  von  selbstverständlich  meisterhafter  Auaarheitung ,  aber 
zu  auffallend  Brahmsisch  angehaucht,  als  dasa  man  ihm  eine 
grössere  selbständige  Bedeutung  beimessen  könnte.  Die 
Schlusanummer,  das  Mozart'sche  Quintett  unter  Ftthrung  des 
Hrn.  Payne,  haben  wir  leider  nicht  abwarten  können,  —  Das 
Eircbenconcert  des  Hm.  Pfannstiehl  wies  musikalischer- 
seits   in  dessen  ausgezeichneten  Orgel  vortragen  (Passacaglia 


Franz  Rummel. 


Hrn.  V.  Böse.  Frl.  Rob-inson  und  Hrn.  Kiesling,  den 
wir  leider  zu  oeauchen  verhindert  waren,  ist  nach  anderen 
Berichten  sehr  anregend  verlaufen.  Als  Haup tun mraer  in  Be- 
treff packender  Austtthrung  wird  uns  Rubinst«in'a  Sonate  für 
Ciavier  und  Bratsche  bezeichnet,  und  zwar  dank  der  ausser- 
ordentlichen, in  ihrer  Leidenschaftlichkeit  auch  den  Pianisten 
mit  sich  fortreissenden  Leistung  des  als  Gast  mitwirkenden 
Hrn.  Capellmeister  Sitt  am  Bratschenpult.  Die  übrigen  rait 
gut«m  Erfolg  vorgetragenen  Werke  waren  Schumann's  Cla- 
vierquintett  (unter  Mitwirkung  der  HH.  A.  Wille  und  Sitt) 
und  Moiart's  Bdur-Claviertrio.  —  Das  reichhaltige  Programm 
des  Kammermusik  Vereins  begann  mit  einer  trefflichen  Aus- 
führung von  Votkmann's  genialem  B  moU-Claviertrio  durch  die 
HH.  Tramm,  Beyer  und  Hansen,  die  weiteren  Kammer- 
musikwerke  waren  ein  neues  Ciavierquartett  von  H.  v.  Her- 
zogenberg und  ein  im  12.  Leben^ahre  des  Componisten  ent- 
standenes B dnr-Streichquintett  von  Mozart:  zwischeninne 
sang  Hr.  Glömme  mit  recht  monotonem  Ausdruck  ond  nicht 
einnandirei  in  der  Intonation  den  musikalisch  mehr  anem- 
pfundenen, als  direct  aus  dem  Herzen  herausgefühlten  Cjklus 
„Etiland"  von  W.  Bereer  nnd  einige  weitere  ebenfalls  nicht 
gerade  hervorragende  Lieder  von  M.  Beidrich  und  J-  Technitz. 


und  Fuge  von  S.  Bach  und  Pastoralsunate  von  Rheinberger, 
seine  bedeutendsten  Bestandtheile  aus.  Von  dem  mitwirken- 
den „Röthig'schen  gemischten  Soloquartett  fürKirchengesang" 
—  so  lautet  die  lange  Bezeichnung  des  Quartetts  —  der  Frau 
Röthig,  des  Frl.  Handrich  und  der  HH.  Röthig  und 
Waldvogel  freut  es  uns  sagen  zu  können,  d  aas  dasselbe  zwei 
geistliche  Lieder  von  A.  Becker  und  noch  drei  andere  Stücke 
bei  allerdinga  niuht  glanzvollem  Stimmmaterial  in  küiistleri ech- 
treff lieh  er  Weise  zum  Vortrag  brachte.  Wenig  haben  nnsda- 
g^en  die  Violin  vortrage  des  Hm.  Hopf  in  ihrer  Unreinheit 
behagt.  Den  Hauptmagnet  für  das  Concert  schien  die  erste 
öffentliche  Vorfilhrung  derneuen  Gümbel'schen  Saiten  orgel 
(in  einem  Pianinomodell  aus  der  HofpianofortefabriH  von 
Julius  Fe urich,  hier)  gebildet  zu  haben,  denn  die  Kirche  war 
gestopft  voller  Zuhörer.  Dieses  ingeniöse  Instrument  machte, 
wo  ea  nicht  gleichzeitig  den  Ciavierton  mit  hören  tiess,  welche 
Klangcombination  möglich  ist,  eine  ganz  vorzügliche  Wirkung 
in  seinem  an  Streichinstrumente  erinnernden  Klangcharakter 
und  der  gut«n  Tragähigkeit  des  Tons.  Die  Glümbersche  Idee 
hat  durch  die  genannte  altberühmt«  Ciavierfabrik  bereits  eine 
praktische  Ausftkhrung  erlangt,  die  sie,  wie  dies  die  Vorfüh- 
rung des  Instrument«  durch    die  Hfl.  Arthur  Muller  (Solii 


642 


und  Pfannstiehl  (Begleitung)  in  diesem  Goncerte  zeiste, 
künstlerischen  Zwecken  in  gesteckten  Grenzen  dienstoar 
macht.  Eine  grössere  Bedeutune;  als  Klangorgan  wird  die 
Saitenorgel  sicher  erlangen,  sobald  man  sie  zu  der  von  ver- 
sohiedentlichen  Seiten  (u.  A.  auch  von  Julius  Bluthner)  an- 
strebten Vollkommenheit  gebracht  haben  wird.  Der  Ton 
ist  zu  werthvoll,  als  dass  man  sich  in  diesem  Streben  nicht 
alle  Mühe  geben  sollte. 

Königsberg  i.  Pr.»  3.  Dec.  Mein  erster  Monatsbericht 
über  das  Musikleben  der  alten  preussischen  Krönungsstadt 
kann  aus  mancherlei  Gründen  aui  Vollständigkeit  keinen  An- 
spruch erheben  j  zumal  da  ich  die  hiesige  Oper  noch  nicht 
Msuchen  konnte.  In  anderen  grossen  S^ten  pflegen  unter 
den  Goncerten  die  Symphonieconcerte  die  grösste  Anziehungs- 
kraft auf  das  Publicum  auszuüben,  und  zwar  mit  vollem 
Rechte,  da  nur  in  ihnen  die  bedeutendsten  musikalischen 
Schöpfungen  zu  G^hör  gebracht  werden  können.  Anders  in 
Königsberg,  wo  sich  die  von  dem  yortrefflichen  Musiker  Hm. 
Max  Brode  geleiteten  Symphonieconcerte  nicht  so  grosser 
Frequenz  erfreuen,  wie  die  von  Hm.  Hübner  (Inhaber  der 
Kunsthandlung  Hübner  &  Matz)  arrangirten  Künstlerconcerte. 
Das  Programm  des  am  12.  Nov.  stattgehabten  Künstler- 
concertes  wurde  von  der  S&n^rin  Fn.  Louise  Heymann 
und  dem  Pianisten  Josef  Sliwinski  bestritten.  Frl.  Hey- 
mann sang  ausser  einigen  Liedern  die  bekannte  Arie  der 
Bosine  aus  dem  „Barbier  von  Sevilla**  und  die  furchtbar 
trivialen  Proch^schen  Variationen  und  bekundete  in  beiden 
Nummern  eine  ansehnliche  Kehlfertigkeit.  Weniger  gut  e;e- 
langen  ihr  die  Lieder,  mit  Ausnahme  des  n^<^^^  ^^  Walde" 
von  Taubert,  das  die  Künstlerin  mit  grosser  Frische  vortrug. 
Den  Haupterfolg  des  Abends  hatte  der  polnische  Pianist,  dem 
eine  emmente  Technik  und  ein  wundervoller  Anschlag  zu 
Gebote  stehen.  Wenn  er  die  Tempi  der  zu  Anfing  gespielten 
Sonate  Op.  31,  No.  3,  von  Beethoven  nicht  immer  getroffen  (das 
Menuett  nahm  der  Künstler  entschieden  zu  schnell),  so  bot  er 
später,  namentlich  im  Vortrage  von  Schumann's  „Papülons**, 
Ghopin's  Cismoll-Scherzo  und  der  „Robert** -Phantasie  von 
Liszt  geradezu  vollendete  Leistungen.  Ohne  Zweifel  gehört 
Sliwinski  zu  den  bedeutendsten  Pianisten  der  Gegenwart, 
der  keine  Goncurrenz  zu  scheuen  braucht.   —   Wenige  Tage 

SAter  trat  im  Symphonieconcert  Hr.  Stavenhagen  auf. 
ass  er  Beethoven's  Omoll-Concert  technisch  tadellos  spielte, 
hat  nicht  viel  zu  sagen,  musikalisch  vornehm  war  jedenfEills 
sein  Vortrag  nicht  durong&ngig;  im  ersten  Satze  störte  vor 
Allem  die  scharfe  Hervorhebung  des  Viervierteltaktes.  Auch 
die  Solonummem  fNoctume  in  Fdur  von  Chopin  und  12. 
Rhapsodie  von  Liszt)  bewiesen  eine  gewisse  Härte  im  An- 
schlf^^,  die  dem  Künstler  früher  nicht  eigen  war.  Von  den 
Leistungen  des  Orchesters  verdient  die  gelungene  Wieder- 
gabe von  Mozart's  Gmoll-Symphonie  rühmend  hervorgehoben 
zu  werden.  In  Schumann's  ixerrlicher  ^Manfred** -Ouvertüre 
zeigte  sich  der  Bläserchor  den  Schwierigkeiten  nicht  recht 
gewachsen. 

Am  Sonnabend  vor  dem  Todtenfeste  führte  die  Musi- 
kalische Akademie  unter  Leitung  des  Hm.  Robert 
Schwalm  Brahms*  Deutsches  Requiem  auf.  Ueber  die 
Leistungen  des  Chors  lässt  sich  nur  Gutes  berichten;  dagegen 
Hessen  die  beiden  Soli  ii^  Bariton  und  Sopran  recht  Viel  zu 
wünschen  Übrig,  auch  das  Orchester  that  nicht  immer  in  der 
gewünschten  Weise  seine  Schuldigkeit. 

Das  Brode'sche  Streichquartett  eröffnete  die  Reihe 
seiner  dieswinter liehen  Soir6en  mit  Werken  der  drei  Classiker 
Haydn,  Mozart  und  Beethoven,  von  denen  namentlich  des 
Letzteren  EmoU- Quartett  aus  Op.  69  auf  die'  nicht  allzu 
zahlreiche  Zuhörergemeinde  einen  tiefen  Eindruck  hinterliess. 
Einen  in  jeder  Beziehung  glänzenden  Verlauf  nahm  das 
vierte  Künstler concert,  das  unter  Mitwirkung  von  Clotilde 
Kleeberg,  Raimund  von  Zur- Mühlen  imd  dem  jungen 
Geiger  Rezsö  Kemöny  am  vorigen  Dienstag  stattfand. 
Letzterer  hatte  neben  so  routinirten  Künstlern  gewiss  keinen 
leichten  Stand,  zudem  liess  er  sich  an  diesem  Abende  in 
Königsberg,  wo  er  sich  seit  Kurzem  als  Lehrer  niedergelassen, 
zum  ersten  Male  als  Solist  hören.  Um  so  höher  ist  der  grosse 
Erfolg  anzuschlagen,  den  er  mit  Wieniawski's  DmoU-Concert 
erzielte.  Wenn  nicht  Alles  trügt,  so  steht  Hr.  Kem6ny,  welcher 
seine  künstlerische  Ausbildung  Jenö  Hubay  und  Jos.  Joachim 
verdankt,  am  Anfange  einer  glänzenden  Laufbahn.  Ueber 
Frl.  Kleeberg's  Spiel  etwas  Neues  zu  sagen,  ist  schwer.  Wer 
Beethoven's  „Eroica"  -Variationen  und  Schuniann's  „Kinder- 
sceuen"    technisch  und  musikalisch  so  durchaus  gerecht  zu 


werden  versteht,  der  hat  die  höchste  Künstlerschafb  erreicht; 
nur  in  dieser  Künstlerin  können  wir  eine  würdige  Nach- 
folgerin der  Frau  Clara  Schumann  erblicken.  Hr.  von  Zur- 
Mimlen^s  Stimme  hat  erfreulicherweise  (wohl  infolge  seiner 
unlängst  in  Italien  wieder  aufgenommenen  Studien)  an  Stärke 
bedeutend  zugenommen.  Wundervoll  war  der  Vortrag  von 
vier  Romanzen  aus  „Magelone"  von  Brahms;  dagegen  hätten 
wir  gern  auf  die  Arie  des  Vasco  aus  der  „Afrikanerin"  ver- 
zichtet, so  schön  sie. auch  gesungen  wurde.  Hr.  von  Zur- 
Mühlen  wurde  von  Hm.  Hans  Scmnidt  aus  Riga  am  Clavier 
aufs  Feinfühligste  begleitet.  Dr.  Joh.  Merkel. 


Conoertumsohau. 

Aachen.  63.  Stiftungsconc.  des  Männergesangver.  „Con- 
cordia"  (Kube)  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Mensing-Odrich 
V.  hier:  Kaiser-Marsch  f.  Orch.  m.  Schlusschor  v.  Wagner, 
«Loreley "-Vorspiel  v.  Bruch,  -Pizzicati**  v.  Delibes,  „An 
das  Meer"  f.  Sopransolo,  Männerchor, Orch. u.Org.v.  C.  Hirsch, 
„Das  Fest  der  Rebenblüthe"^  f.  Männerchor  u.  Orch.  y.  H.  Zöll- 
ner^ Männerchöre  a  capella  von  F.  Hegar  („Todtenvolk''), 
F.  Langer  („Am  Ammersee**)  u.  Schumann,  Sopranlieder  v. 
Weber,  Kubinstein  („Es  blinkt  der  Thau**)  u.M. Blumner 
(„Frühling  und  Liebe**). 

Angers.  Abonn.-Concerte  der  Association  artist.  (Fr6- 
maux):  No.  6.  Seines  hongroises  v.  Massenet,  „Fidelio*'- 
Ouvert.  V.  Beethoven,  jOortege  ViUageois"  v.  Ch.  Lefebvre, 
Violoncell vortrage  des  Hrn.  Loeb  a.  x^aris  (Conc.  v.  Saint- 
Saöns,  sowie  And.  u.  Rondo  v.  E.  Bernard).  No.  6.  Symph. 
„Im  Sommer"  v.  J.  Raff,  Ouvertüre  zur  „Fingalshöhle"  v. 
Mendelssohn,  Ungar.  Tänze  v.  Brahms-Parlow,  Ciavier- 
vorträge des  Hrn.  Delafosse  a.  Paris  (Amoll-Rhapsodie  von 
Liszt  etc.). 

Annaberg.  4.  Mnseumsconc.  (Stiehler):  8.  Svmph.  von 
Mendelssohn,  Ouvertüren  v.  Gluck  u.  Reinecke  („Friedens- 
feier**), „Charfreitagszauber"  a.  „Parsifd"  v.  Wagner,  G^e- 
sangvorträge  des  Hm.  Kirchner  a.  Leipzig  („Nur  einmal  möcht 
ich  dir"  v.  H.  Kann,  „Der  letzte  Gruss"  v.  Levi,  „Im 
Wunderbuch"  v.  A.  Förster,  „Geküsst"  v.  H.  Hof  mann  etc.). 

Arnstadt.  Conc.  des  Ghesangver.  f.  gem.  Chor  am  4.  Dec!: 
„Clärchen  auf  Eberstein**  f.  Chor  u.  Soli  v.  Rheinberg  er, 
„Prinzessin  Edelweiss"  f.  Soli  u.  Frauenchor  von  A.  Tott- 
mann. 

Baden-Baden.  1 .  Svmph.-Conc.  des  städt.  Curorch.  (Hein) 
m.  Compositionen  v.  Beethoven:  3.  Symph.,  „Fidelio"-Ouvert., 
1.  Satz  a.  dem  Violinconc.  (Hr.  Bletzer)  u.  Yariat  ans  dem 
Streich^uart  Op.  18,  No.  6.  —  1.  Abonn.-Conc.  des  städt. 
Curconutö:  Ouvertüre  Op.  124  v.  Beethoven,  Ungar.  Marsch 
V.  Schubert-Liszt,  Balletmusik  a.  „Gioconda"  v.  Ponchielli, 
Solovorträge  des  Frl.  Saak  a.  Dresaen  (Ges.,  Arie  a.  „Der  Cid" 
V.  Massenet,  „Widmung"  v.  R.  Franz,  „Blumenorakel"  v. 
Mascagni  etc.)  u.  des  Hm.  Sauer  von  •bendaher  (Clavier, 
FmoU-Conc.  v.  Henselt,  Romanze  eig.  Comp.  etc.). 

BPOOklyn.  1.  Conc.  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
Emoll-Symph.  v.  Tschaikowsky,  „Sakuntala"-Ouvert.  von 
C.  Gold  mark,  Vorspiel  und  „Isoldens  Liebestod"  a.  „Tristan 
und  Isolde"  v.  Wagner,  Gesangyorträge  des  Frl.  Juch. 

Constanz.  Abonn.-Symph.-Concerte  des  Hm.  Handloser: 
No.  1.  8.  Symph.  v.  Beethoven,  Onvert.  „Mein  Heim"  von 
Dvofäk,  Balletmusik  a.  „Boabdil"  v.  Moszkowski,  zwei 
Sätze  a.  uem  Streichquart.  „Die  schöne  Müllerin"  von  Raff, 
Violoncell  vortrage  des  Hrn.  Becker  a.  Frankfurt  a.  M.  (Conc. 
von  Havdn,  Menuett  eig.  Comp.,  „Perpetuum  mobile"  von 
Fitzennagen  etc.).  No.  2.  Esdur-Symph.  v.  Haydn,  „Sieg- 
fried-Idyll** V.  Wagner,  ,jKönig  Lear"-Ouvert.  v.  Berlioz, 
Rhaps.  „Espana"  v.  Chabrier,  Gesangvorträge  des  Hm.  Gura 
a.  München  (Balladen  v.  Löwe  u.  Balladen  „Der  Kühne**  u. 
„Odysseus"  u.  Lieder  „Röslein,  wann  blühst  du  auf*,  „SteU- 
dichein"  u.  „Grabschrift"  v.  H.  Sommer). 

Dortmund.  8.  u.4.  Symph.-Conc.  des  Hm  Hüttner:  Sym- 
phonien V.  Goldmark  („Ländliche  Hochzeit")  u.  Beethoven 
(No.  8),  div.  ältere  Ouvertüren,  Vorspiele  zu  den  „Meister- 
singern" V.  Wagner  u.  „Die  Hexe**  v.  Enna,  „Mor^nständ- 
chen  der  Neuvermählten"  v.  Lacombe,  1.  Ungar.  Khaj^.  v. 
Liszt,  „Wonnetraum"  v.  Meyer- Heimund,  Balletmusik  a. 
„Carmen"  v.  Bizet,  zwei  Motive  (?)  a.  „Benvenuto  Cellini"  v. 
Berlioz,  Solovorträge  der  HH.  Thiem  a.  Münster  (Harfe)  u. 
Müller  (Yiol.,  Romanze  v.  Svendsen).  —  1.  Kammermusik- 
abend: Dmoll-Claviertrio  v.  Mendelssohn,  Clav.- Violinsonate 
Op.  30,  No.  2,  V.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  Löwe  u.  Corne- 


643 


lius  (Brantlieder),  f.  Viol.  v,  Bich.  Wagner  (-Albumblatt") 
n.  Sarasate  („Zapateado")  u.  f.  Violonc.  (Ausinhrende:  Frl. 
Tilly  [Ges.]  u.  HH.  Janssen  v.  hier  [Clav.],  Sahla  a.  Bücke- 
barg u.  Hegyesi  a.  Göln  [Streicher].) 

FreibeFg  1.  S.  Conc.  des  „Phönix"  am  16.  Nov.:  Orch.- 
Seren.  v.  Moszkowski,  Ouvertüren  v.  Weber  u.  Ga de  (Lust- 
spielouvert.) ,  Solovorträge  des  Frl.  Martini  a.  LeipzigJGes., 
„Marie"  v.  Franz,  „Barbarazweige"  v.  Bei  necke,  „Was  ist 
der  Wuchs  der  Pinie"  von  J.  Böntgen.  Schlummerlied  von 
B.  Wagner  u.  „Vergessen"  u.  „Wenn  lustig  der  Frühlings- 
wind" V.  P.  Umlauft)  u.  des  Hm.  Scholz  a.  Dresden  (Clav., 
De8dur-„Gonsolation"  v.  Liszt,  Liebesgesang  u.  „Burleske" 
eig.  Oomp.  etc.). 

Gotha.  8.  Yereinsconc.  des  Musikver.:  Clav.-Yiolinson. 
Od.  47  V.  Beethoven,  Soli  f.  Ges.  v.  Grieg  („Der  Lauf  der 
Welt"  u.  „Ein  Traum"),  Cornelius  (drei  Brautlieder),  Liszt 
(„Gomment  disaient-ils"),  H.  v.  Koss  (Winterlied)  u.  A.  u.  f. 
Viol.  V.  Wieniawski  (Polon,),  Bies  („Perpetuum  mobile") 
n.  A.  (Ausftihrende:  Frl.  Berg  a.  Nürnberg  [Ges.l  und  HH. 
Prof.  Tietz  v.  hier  [Clav.]  u.  Arasselt  a.  Baden-Baden  [Viol.].) 

Hamburg.  Wohlthätigkeitsconc.  des  Gesangvereins  von 
1880  (Prof.  Bödecker)  am  12.  Nov.:  Chörev.  Bitter  („Advent"), 
Grell  (Motette)  u.  Löwe,  Duo  f.  Hom  u.  (!Jlav.  v.  Schubert, 
Soli  f.  Ges.  V.  Ph.  zu  Eulenburg  (BosenUeder)  u.  A.,  f.  Clav., 
f.  Harmon.  u.  f.  Hom  v.  Bödecker(Bomanze).  (Mitwirkende: 
Frauen  Ehrhardt  u.  Voth-Albrecht,  Frl.  Faller  u.  HH.  Hinzer 
u.  Kugelberg.)  —  2.  Philharmon.  Conc.  (Prof.  v.  Bemuth): 
Symph.  Suite  f.  Orch.  v.  J.  L.  Nicod6,  2.  Ouvert.  zu  „Leo- 
nore"  v.  Beethoven,  „Norwegisch"  u.  „Erstes  Begegnen"  für 
Streichorch.  v.  Grieg,  Violinvortrl^  des  Hm.  fiirö  a.  Cöln 
(1.  Conc.  V.  Bruch  u.  „Faust"-Phant.  v.  Wieniawski^.  — 
1.  Abonn.-Oonc.  des  Gaecilien-Ver.  (Spengel):  Zigeunerlieder 
f.  gem.  Chor  u.  Clav.  v.  Brahms,  gem.  Chöre  a  capella  von 
S.  Bach,  Bubinstein  („Die  erwachte  Böse")  u.  J.  Spengel 
(„In  dem  Himmel  ruht  die  Erde"  u.  „Frühüngsgezwitscher"), 
Frauenchöre  ^ wiegesang"  u.  BrautUed  v.  B.  Kahn,  Gesang- 
vorträge des  Hm,  v.  Zur-Mühlen  a.  Berlin  („Jung  Dietrich" 
V.  G.  Henschel,  „Warum"  v.  P.  Tschaikowsky,  „Ständ- 
chen" V.  B.  Strauss  etc.).  —  1.  Abend  des  Quartettver.  der 
HH.  Marwege,  Schmahl,  Oberdörffer  u.  Klietz:  Streichquar- 
tette V.  Haydn  (Cdur),  Bazzini  (Gdur)  u.  Beethoven  (Op. 95). 
—  3.  Abonn.-CJonc.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Dr.  v.  Bülow :  Sympho- 
nien V.  Haydn  (CmoU),  Mozart  (Gmoll)  u.  Beethoven  (No.  9 
ohne  Schlusssatz).  —  1.  Kammermusikabend  der  HH.  Zajic, 
Löwenberg,  Schloming  u.  Gowa:  Streichquartette  v.  Mendels- 
sohn (Ddur)  u.  Beethoven  (Op.  18,  No.  1),  Violinciacona  v. 
Vitali.  —  Ciavierabend  des  Hm.  d' Albert  am  30.  Nov.  mit 
Compositionen  v.  S.  Bach-d' Albert  (Prael.  u.  Fuge  in  Ddur), 
Beethoven  (Sonate  Op.  109),  Brahms  (Bhaps.  Op.  79,  No.  2), 
Chopin  (Noct.  Op.  9,  No.  8,  u.  HmoU-Son.),  Baff  ((^i^  mit 
Vanat.  a.  Op.  91),  Bubinstein  (Amoll-Barcarolle),  Liszt 
(Desdur-Petrarca-Sonett  u.  „Feux  foUets")  u.  Strauss-Tausig 
(Walzer  „Man  lebt  nur  einmal"). 

Heidelberg.  Abonn.-Concerte  des  Bach- Vereins  (Prof. 
Wolfrum):  No.  1  m.  Solovortr&gen  des  Frl.  Barbi  (Ges^  »Ver- 
gebliches Ständchen"  v.  Brahms,  „Im  Herbste"  v.  Franz, 
„Ich  liebe  dich"  v.  Grieg  etc.)  u.  des  Hrn.  Prof.  UzieUi  (Clav.). 
No.  2.  Harold-Symph.  v.'Berlioz(oblig.Violaalta:  Hr.  Prof. 
Bitter  a.  Würzburg).  „Fierrabras" -Ouvert.  v.  Schubert,  Solo- 
vorträge der  HH.  Plank  a.  Carlsruhe  (Ges.,  „Die  drei  Zigeu- 
ner" V.  Liszt  etc.)  u.  des  Hrn.  Prof.  Bitter  (Suite  v.  S.  Bach- 
Bitter).  (Wie  ein  dortiges  Blatt  schreibt,  hat  Hr.  Professor 
Wolfrum  mit  der  Aufführung  der  Berlioz*schen  Symphonie 
„wieder  ein  kleines  Wunder  vollbracht",  es  sei  eine  vollendete 
Wiedergabe  gewesen,  für  welche  dem  Dirigenten  wie  dem 
Orchester  in  allen  Theilen  die  aufrichtigste  Bewunderung 
auszusprechen  sei.) 

Leipzig.  2.  Popul.  Elammermusikabend  v.  Hrn.  v.  Böse 
(Clav.),  Frl.  Bobinson  u.  Hrn.  Kiesling  (Streicher)  unt.  Mit- 
wirk, der  HH.  A.  Wille  u.  Sitt  (Streicher):  Clavierquint.  von 
Schumann,  Bdur-Claviertrio  v.  Mozart,  Clav.-Bratschenson.  v. 
Rubinstein.—  169.  Kammermusikaufführ.  im  Biedel- Verein: 
Quint,  f.  Clar.  u.  Streichinstrumente  v.  J.  Brahms,  Esdur- 
Streichquart.  v.  Cherubini,  Streichquart.  „In  memoriam"  v. 
R.  V.  Proch&zka.  (Ausfuhrende:  HH.  Prill,  Bother,  Unken- 
stein u.  Wille  [Streicher],  sowie  Hr.  Kessner  [Clar.].)  — -  Conc. 
des  kleinen  Pianisten  Raoul  Koczalski  am  7.  Dec:  Ungar. 
Phant.  f.  zwei  Cla viere  v.  Liszt  (2.  Clav.:  Hr.  v.  Böse),  Cla- 
viersoli  v.  S.  Bach  (GmoU-Gavotte),  Mozart  (Amoll-liondo), 
Schubert  (Hmoll-Menuett),  Chopin  (Fmoll-Conc,  2.  u.  3.  Satz, 
u.  Emoll- Walzer),  Bubinstein  (Bomanze  No.  1  a.  Op.  44)  u. 


Baoul  Koczalski  (Gavotte  Op.  48  und  Valse  Op.  46).  — 
9.  Abonn.-Conc.  im  Neuen  Gewandhaus  (Prof.  Dr.  Beinecke) 
m.  Compositionen  v.  Brahms  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Matz-LangsdorfP  v.  hier  (Ges.)  u.  des  Hrn.  Freund  a.  Zürich 
(Clav.):  2.  Symphonie,  Gesangsoli  „Gestillte  Sehnsucht",  Geist- 
liches Wiegenlied,  „Feldeinsamkeit",  „Der  Tod,  das  ist  die 
kühle  Nacht"  u.  „Meine  Liebe  ist  grün"  (die  beiden  Ersten  m. 
oblig.  Bratsche  [Hr.  Thümer]),  1.  Conc.  sowie  HmoU-Bhaps. 
u.  zwei  Ungar.  Tänze  f.  Clav.  —  Wohlthätigkeitsconcert  im 
Alten  Gewandhaus  am  9.  Dec.,  veranstaltet  vom  Gesanglehrer 
Hm.  F.  Benner  m.  Schülern  desselben  u.  unt  Mitwirk,  von 
Mitgliedern  der  Singakad.  u.  der  Liedertafel:  „Der  Böse  Pil- 
germhrt"  v.  Schumann  (m.  Clav.:  Hr.  Hauschud),  Duett  aus 
„Lohengrin"  v.  Wagner  (Frl.  Melching  u.  Hr.  Wünschmann), 
Gesangsolovorträge  der  Frls.  Melching  "(„otändchen"  v.  B  r  a  h  m  s, 
Wiegenlied  v.  Petri,  „Klein  Anna  Kathrin"  v.F.  v.  Holstein 
etc.)  u.  Fuchs  (Arie  a.  „Carmen"  v.  Bizet,  „Hingegeben"  v. 
Sitt  u.  „Bückkehr"  v.  Pfohl)  und  des  Hm.  Meyer  („Archi- 
bald  Douglas"  y.  Löwe).  — -  4.  Kammermusik  im  Neuen  Ge- 
wandhaus: Octett  f.  Blasinstrumente  Oja.  216  v.  Beinecke, 
Esdur-Streiohquart.  v.  Cherubini,  Clav.-VioÜnson.'Op.  30,No.2, 
V.  Beethoven.  (Ausführende:  HH.  Prof.  Dr.  Beinecke  [Clav.], 
Prill  u.  Gen.  [Streicher],  Schwedler,  Hinke,  Kessner,  Heineck, 
Freitag,  Gönel,  Gumpert  u.  Müller  [Bläser].)  —  Matinöe  der 
Frls.  P.  Hofmann  a.  München  (Clav.)  u.  B.  Paghelli  a.  Berlin 
(Qea.)  im  Saale  Blüthner  am  11.  Dec.  m.  Soli  f.  Gesang  von 
F.  Neumann  (Arie  a.  „Irmela"),  B.  Wagner  („Träume"), 
Kienzl  („Die  verschwiegene  Nachtigall"),  Bungert  („Auf 
der  Bleiche"),  Behm  („Die  Spröde")  u.  A.  u.  f.  Olavier  von 
Beethoven  (Son.  Op.  109),  Saint-Saäns  (Gbivotte),  Jadas- 
80 hn  (Frühlingslied),  Moszkowski  (Taranteile)  u.  A.  — 
i.  Kirchenconc.  des  Bach-Yer.  (Sitt)  m.  S.  Bach's  Weihnachts- 
oratorium unt.  Mitwirk,  des  Frl.  Martini,  der  Frau  v.Knapp- 
Btaedt  und  der  HH.  Mann  a.  Dresden  und  Hungar  (Gesang- 
soUsten),  des  Hm.  Homeyer  (Org.)  u.  des  Gewandhausorch.  — 
3.  Akad.  Orch  .-Conc.  (Prof.  Dr.  Kretzschmar)  m.  Compositionen 
V.  Beethoven  unter  Mitwirk,  des  Frl.  Strauss-Kurzwelly ,  der 
Frau  Geller  a.  Magdeburg  u.  der  HH.  Dierich  u.  Schelper  (Ges.), 
des  Hm.  v.  Böse  (Clav.)  u.  des  Biedel- Ver.;  Ouvert.  Op.  124, 
Chorphant.  u.  9.  Symph.  —  Abendunterhaltungen  im  k;  Gon- 
servat.  der  Musik:  22.  Nov.  CmoU-Orgelflon.  v.  Bheinber- 
ger  =  Hr.  Eckert  a.  Leipzig.  Clav.-Yiolinsonate  ()p.  77  von 
Bheinberger=  Frl.  Birgfeld a.  Hamburg  u.  Hr.  Listemann I. 
a.  Boston,  Arie  m.  oblig.  V iol.  a.  dem  „Zweikampf"  v.  Herold 
=  Frl.  Steckhan  a.  Leipzig  (Ges.)  u.  Hr.  Lauboeck  a.  Wun- 
siedel  (Viol.),  Phant.  f.  Clav.  u.  Viol.  Op.  160  v.  Beinecke 
=  Frl.  Spittel  a.  Gotha  u.  Hr.  Listemann  I. ,  Cmoll-Clavier- 
trio  V.  Mendelssohn  =  Frl.  Vosburgh  a.  Clinton  (Jowa)  und 
HH.  Wille  a.  Greiz  und  Haagman/a.  Botterdam.  25.  Nov. 
Phant.  u.  Fuge  in  Gmoll  f.  Org.  v.  S.  Bach  =  Hr.  Fey  aus 
Neumünster,  Cdur-Streichquart.  von  Mozart  =  HH.  Lie  aus 
Christiansand  (Norwegen),  Babe  a.  Bergen,  Barchewitz  aus 
Schweidnitz  u.  Hammig  a.  Leipzig,  Concertino  f.  Clar.  von 
Weber  =  Hr.  Loth  a.  Abtnaundonb.  Leipzig,  Bdur-Clayier- 
conc.  2.  u.  3.  Satz,  v.  Mozart  =r  Frl.  Genney  a.  Grimsby 
(England),  Violoncellconcert  v.  Schumann  =  Hr.  Hammig, 
Fismoll-(-)lavierconcert  v.  Beinecke  =  Frl.  Grahn  a.  Leipzig. 
29.  Nov.  Hmoll-Orgelfuge  v.  C.  Piutti  =  Hr.  Thomas  aus 
Leipzig ,  Clav.-Violinson.  Op.  12,  No.  2,  v.  Beethoven  =  Frl. 
Buchbinder  a.  Leipzig  u.  Hr.  Werner  a.  Tauscha,  Arie  a.  «Der 
Widerspänstigen  Zähmung"  v.  H.  Goetz  »  Frl.  Schmiat  a. 
Leipzig-Beudnitz,  Clav.-Violinson.  Op.  12,  No.  3,  v.  Beethoven 
=  HH.  Farmer  a.  London  \md  Listemann  L,  Esdur-Quint. 
f.  Clav.  u.  Blasinstrumente  v.  Mozart  =:  Frl.  Freyer  a.  Naun- 
hof  i.  S.  u.  HH.  Kämpfe  a.  Leipzig-Beudnitz,  Pathe  a.  Gröb- 
zig  (Anhalt),  Andrae  a.  £[lein-t)orDetha  und  Neidhardt  aus 
Leipzig. 

London«  SaturdavPop.  Concerts:  12.  Nov.  Streichquart. 
Op.  18,  No.  1,  V.  Beetnoven,  Fdur-Claviertrio  v.  Schumann, 
Soli  f.  Viol.  V.  Saint-Saöns  (Introd.  u.  Bondo  capricc.)u.  A. 
u.  f.  Clav.  V.  Beethoven  (Son.  Op.  110)  u.  A.  (Ausführende: 
Frau  Hallö,  HH.  Whitehouse  u.  (Jen.  [Streicher]  u.  Frl.  Davies 
[Clav.].)  19.  Nov.  Dmoll-Streichquart.,  Clavierson.  Op.  164  u. 
Lieder  v.  Schubert.  (Ausführende:  Frl.  Fillunger  [Gesang], 
Frau  Hall6,  Hr.  Hall6  [Clav.]  u.  A.  m.)  26.  Nov.  Fdur- 
Streichquart  v.  Schumann,  Ciaviertrio  Op.  8  voi^  Brahms, 
Soli  f.  Ges.  u.  f.  Violonc.  (Ausführende:  Frau  Gomez  [Ges.], 
Hr.  Borwick  [Clav.].  Frau  Hall6,  Hr.  Piatti  [Violonc]  u.A.m.) 
—  Monday  Pop.  Concerts:  14.  Nov.  F dur-Streichquartett  v. 
Schumann,  Cdur-Claviertrio  v.  Haydn,  Soli  f.  Ges.,  f.Clav.  u. 
f.  Violonc.    (Ausführende:  Frau  Hall6,  Hr.  Piatti,  Fri.  Davies 


644 

u.  Hr.  Blaok  |Ges.|.)  tJl.N-iv.  Araoll-Streichquart.  v.MendeU- 
8ohn,  Claviertrio  Op.  70,  Nu.  3,  v.  Beethoven,  „Liebealieder"- 
Walzer  T.  J.  Brahma,  Ciaviersoli.  (ÄuafÜhrende:  Khepaar 
HeuBchel,  Frl.  Janson  u.  Hr.  Shakespeare  [Ges.],  Hr.  Borwick, 
Frau  Hall6  u.  Gea.  2S.  Nov.  Esdur-Streichquart.  v.  DvorÄk, 
D moU-CIav.- Violinson.  v,  Brtihms,  Polon.  f.  Clav.  u.  Violonc. 
V,  Chopin  Soli  f.  Gesane  ii.  f.  CUvier.  (ÄuBfilhrende:  Frls. 
Mackintosh  [Ges.]  u.  Davley,  Frau  Hallö,  Hr.  Piattiu.A.m.)  — 
Gyetal  Palace  Couc.  (Man^is)  am  26.  Nov.:  9.  Symphonie  v. 
SchHmann,  symphon.  Dicht.  „The  Paasins  of  Beatrice"  von 
W.  Wallace,  Ouvert.  zu  ,Iphigenie  in  Auüb"  und  „Beigen 
seliger  Geister"  a.  Orpheus"  v.  Gluck,  Solovorträge  der  Damen 
BavogU  (Q«3.)  u.  de  Lara  iClav.,  Eisdur-Conc.  v.  Beethoven, ' 
„Legende"  v.  Paderen-ski    a.   Esdur-Scherzo   v.  Brahms). 

—  2.  Kammermusikconc.  der  HH.  Kann:  Quintett  Op.  168  v. 
Schubert,  Gdur-Claviertriu  v,  Haydn,  C moll-CIav.- Violinson. 
v.  Saint-Saens,  Soli  f.  Ges.  v.  Brahms  u.  Cellier.  (Aus- 
fahrende: Fri.  Barnard  |G.'S,>.HH.  Hann U.Gen.  [Streicher],) 

—  Kainmertunsik  des  Royal  College  of  Music  am  33.  Nov.: 
Clarinetteiiquinl.  v.  Brahms  (Hr.  Draper,  Frls.  Grinaon  u. 
Wright  u.  HH.  Fowles  ii.  Ludwig),  Streichquartett  Op.  IR, 
No.  4,  V.  Beethoven,  Amall-Romanze  f.  Viol.  v.  Bruch  (Frl. 
Mott.u)  etc. 

New-Yopk.  Wohlthfttigkeiteconc.  des  „Arion"  (van  der 
Stnckeu)  am  '60.  Out.;  „Kay  Blas" -Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
Chöre  m.  Orchester  v.  Schubert  (Psalm  23),  G.  Baldamus 
(„Weihe  de«  Liedes")  u.  Ruhinetein  („Der  Morgen")  und 
a  capella  v.  Rheinberger(^DiB  verfallene  Mühle"),  Jüngst 
(„Braun  Maideleiu"),  M.  Spicker  („Im  Grase  thaute"), 
C.  Girschuer  („Hüte  difh"),  E.  Kremser  (Altniederlftndi- 
sches  Lied)  und  W.  Bunte  (Minnelied),  Solovortrftge  der 
Dameu  Blauvelt  (Ges.,  Arie  a.  „Les  Pteheurs  de  Perles"  von 
Bizet,  sowie  „Seligkeit"  u.  Seren,  v.  F.  van  der  Stucken) 
u.  M.  Powell  (Viol.,  1.  Couc.  v.  Bruch  u.  Introd.  u.  Rondo 
capr.  V.  C.  Saint-aaiinBl.  —  1.  Conc.  der  Symph.  Society 
(Damrosch):  3.  Symph.  v.  Beethoven,  Suite  „Aus  Holberg^s 
Zeit"  V.  Grieg,  Bacchan^ile  a.  „TannhÄuser"  in  der  Pariser 
Bearbeitung  v.  Wagner,  Gesangvortr&ge  der  Frau  Belle  Cole. 

Paris.  Colonne-Conc.  am  20.  Mov.:  1.  Symph.  V.  Schu- 
..jiiaun,  „Le  Rouet  d'Omphale"  v.  Saint-Sa&ns,  „Impiessions 
4'ltalie"  v.  G.  Charpentier,  BtuchetQcke  aus  „Sigurd"  von 
,E.  Koyer  n.  a.  „LoheiiKrin"  v.  Wagner,  „Penthesilte"  von 
A.  Brnneau,  gea.  v.  Fri.  BrÖval.  —  Lamoureux-Conc.  am 
20.  Nov.:  Esdur-Syiiipli.  v.  Schumann,  Vorspiel  zum  1.  Act 
u.  „Isoldeng  Liebes'tod"  (Frl.  Langlois)  a.  „Tristan  und  Isolde" 
u.  „Walkürenritt"  V.  Wagner,  Scdovorträge  der  Damen  Lang- 
lois  (Ges.,  Arie  a.  „Oherun"  v.  Weber)  u.  JaSll  (Clav-,  Phant. 
„AfricA"  v.  Saint-Sa6ns). 


Engagements  und  Gäste  in  Oper  und  Concert. 

Bayreuth.  Die  Aufführung  des  „Liederkranzes"  gelegent- 
lich dessen  48,  StiftungatWfis,  deren  Hauptwerk  H.  Hofinann's 
wirkungsvolle  „Johanna  von  Orleans"  war,  wurde  verechöut 
durch  die  Mitwirkung  iUt  Leipziger  Sängerin  Frl.  Heinig, 
welche  sowohl  in  diesem  Werke,  als  in  Liedern  als  eine 
stiuimbegabte  und  fpinfiililige  Künstlerin  sich  hew&hrte.  — 
Leipzig.  Nach  langer  Pause  durfte  unser  Opempublicum  am 
letzten  Sonntag  Frau  Suclier  auf  unserer  Bühne,  auf  der  sie 
ihre  ersten  Triumphe  als  Wagner-Sängerin  erlebte,  wieder 
begröfisen.     Die  mittlerweile  zu  einer  weltberühmten  Sängerin 

fediehene  grosse  Kiin&tlerin  interpretirte  die  Brünnhilde  in 
er  „Giittcrdäniiiieruiig"  miil  wurde  enthusiastisch  gefeiert. 
Hr.  Sl«6geroann  hatte  din  Aufführung  des  hehren  Werkes 
dadurch  populär  zu  maclu-n  versucht,  daes  er  die  Preise  der 
Plätze  bedeutend  erhöhte.  Er  versteht  sich  auts  Geschäft.— 
Nürnberg.  In  dem  letzten  Concert  des  Phitbarmonischon 
Vereins  war  Hr.  Julius  Klengel  aus  Leipzig  als  Solist  thfttig 
und  errang  mit  seinem  uniibertrefFlichen  Violoncellapiel  einen 
sensationellen  Erfolg.  —  Schwerin.  Hr.  Kammersänger 
Heinrich  Ernst  ist  nach  einem  ungemein  glänzenden  Gast- 
spiel an  unserem  Hofthealer  auf  längere  Zeit  für  dasselbe  als 
stÄndiges  Mitglied  engagirt  worden,  sodass  das  Fach  des 
Heldentenors  nunmehr  wieder  in  guten  Händen  sich  befindet. 
—  Stuttgart.  Im  4.  AI  lounementconcert  unter  der  ausge- 
zeichneten Leitung  des  Hrn.  Znmpe  hatten  wir  Gelegenheit, 
den  jungen  Violinvirtuosen  Hm.  A.  Krasselt  wieder  zu  be- 
gegnen   und   ims   an   seinem  sich  mehr  und  mehr  vertiefen- 


deu  Spiel  zu  erfreuen.  Die  Aufnahme,  welche  er  mit  seinen 
prächtigen  Vorträgen  fand,  war  eine  äusserst  animirte.  We- 
niger reussirte,  wohl  infolge  von  Indisposition,  FrauBeuss 
mit  ihrem  Gesang.  —  Worms.  Das  Eammerrousikcoucert, 
welches  jüngst  die  Casino-  und  Musik-Glesellscbaft  veranstal- 
tete, wurde  ausgeführt  von  dem  Streichquartett  der  HB, 
Schuster  und  Gen.  aus  Mannheim,  der  Sängerin  Frl.  Pol- 
scher  aus  Leipzig  und  unserem  Mufiikdirector  Hm.  Eiebit:i 
am  Claviar.  Nahm  das  Publicum  die  Quartette  mit  vollem 
Dank  für  die  gediegene  Kost  entgegen,  eo  kam  es  doch  m:t 
dem  Beifall  erst  recht  in  den  Zug  durch  die  Violin-  undGe- 
sangsoli,  besonders  aber  war  es  Frl.  Polscher,  die  auf  du 
Herzlichste  und  Feurigste  gefeiert  wurde. 

Kirchenmusik. 


Penig.  Siadtkircbe:  ImDecember  18U1.  „Macht hochdie 
Thür"  V.  M.  Hauptmann.  Jesuslied  „Schönster  Herr  Jesu" 
V.  Tb.  Schneider.  Becitativ  „Da  Jesus  geboren  ward",  Ter- 
zett -Wo  ist  der  neugeborene  König"  u.  Chor  „Ea  wird  ein 
Stern"  a.  -Christus"  v.  Mendelssohn.  Drei  althöhmische  Weib- 
nachtsheaer  „Freu  dich,  Erd  und  Sternenzelt",  „Die  Engel 
und  die  Hirten"  u.  Lasat  Alle  Gott  uns  loben"  v.  C.  Riedel. 
—Im  Jan.  1892.  „Alles,  was  dein  Gott  dir  gibt"  v.  E.F.Hicbtaf. 
Das  Volk,  das  im  Finstern  wandelt"  v.  D.  H,  Engel.  „Herr, 
deine  Güte"  v.  E.  Grell.  —  Im  Februar.  „Ich  bete  an  die 
Macht  der  Liebe"  v.  Bortniansky.  „Da  machst  arm  und  du 
machst  reich"  v.  E.  F.  Richter.  —  Im  März.  „Wenn  Alle 
untreu  werden"  v.  W.  Stade.  Psalm  31  „Lohet  den  Herrn" 
V.Gläser.—  Im  April.  (Einweihung  der  restaurirten  Kirche.) 
Psalm  43  „Richte  mich,  Gott"  v.  Mendelssohn.  „Wenn  ich 
einmal  soll  scheiden"  a.  der  Matthäus-Passion  v.  J.  S.  Bach. 
„Gloria"  a.  der  Messe  Op.  80  v.  M.  Hauptmann.  —  Im  M»i, 
„Salvum  fac  r^em"  v.  M.  Hauptmann.  „Lobet  den  Herrn" 
V.  C.  Stein.  „Heil  und  Freude"  v.  Bach- Cornelius.  —  Im 
Juni.  „Komm,  heiiger  Geist"  v.  M.  Hauptmann.  „Hold  wie 
der  Tauben  Flügel"  v.  E.  F.  Richter.  „Die  Dreieinigkeit", 
altdeutsches  geistl.  Lied  v.  W.  Stade.  „0  Herr,  wess  soll  ich 
mich  nun  trösten"  von  E.  Rühhng.  „Herr,  hilf  tragen"  voü 
E.  F.  Bichter,    —    Im  Juli,      „0,  wie  er  freundlich  ist"  vun 

E.  F.  Bichter.  „Ich  und  mein  Haus"  v.  M.  Hauptmann.  - 
Im  August.  „Lehen  in  Gott"  von  M.  Hauptmann.  —  Im 
Seplember.  Gott,  der  Weltschöpfer  „Zu  Gott  flieg  auf  uieiü 
schallender  Gesang"  f.  Chor  m.  Org.  u.  Streichorchester  von 

F.  Schubert.  „Gross  ist  der  Herr"  von  C.  Eungenhageii.  — 
Im  October.  „0  du,  der  du  die  Liebe  bist"  v.  N.  W.  Gade. 
„Ich  danke  dem  Herrn  von  ganzem  Herzen"  v.  Hauptmann. 
—  Ira  November.  „Gottes  Edelknabe"  v.  C.  Riedel.  „Sslig 
sind  die  Todten"  v.  D.  H.  Engel. 

OpernsuffUhrungen. 

November. 

Coburg.  Hoitheater:  1.  Robert  der  Teufel.  «.  Die  Kö- 
nigin von  Saba.  10.  Die  Zigeunerin.  13.  u.  20.  Titus,  1' 
Hamlet.    25.  Don  Juan.    27.  Lohengrin.    29.  TannhtLoser, 

AufgefUlirte  NovitSten. 

Barnett  (J.  F.),  Cant*te  „The  Ancient  Mariner",  (ßrisiul 
Conc.  der  B,  Musical  Association  am  29.  Oot.) 

Brahms  (J.),  Orchestervariat.  üb.  ein  Haydn'sches  Thera» 
(Mannheim,  S.  Akad.-Conc.) 

Clarinettenquint  u.  Clarinettentrio.    (New-York,  C^tuc 

der  String  Quartet  Society  am  L.  Nov.) 

GmoU-Clavierquart.      (Shefiield,  l.  Kammermusik  «* 

Hrn.  Reynolds.) 

Adur-Clavierquart.    (Glasgow,   3.  Conc.   des  Gla&g'»'' 

Quartet.) 

Streichquart.  Dp.  51,  No.  9.      (London,  3.  Concert  li" 

Musical  Guild.) 

Claviertrio  Op.  8  (neue  Bearbeitung).  (Brüssel,  1.  Kam- 
mermusik der  HH.  Colyns,  Jacob  u.  de  Greef.) 

Claviertrio  Op.  101.    (London,  Saturday  Pop.  Conc.  am 

5.  Nov.) 

Clav.- Violinson.  Dp.  100.     (Edinburgh,  Conc.  des  &ic- 

paares  Hallö  am  5.  Nov.    Manchester,  Gentlemen'sCou<:'. 


646 


Bruch  (M.),  „Odysseus"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  (Mühlhaußen 
i.  Th.,  25jähr.  Stiftungsfest  des  Allgem.  Musikver.) 

Dvoi&k  (A.),  4.  Symph.  (Bradford,  Subsc.-Conc.  am  28.  Oct. 
Liverpool,  Conc.  der  Philharm.  Society  am  22.  Nov.) 

—  —  Gdur-Symph.    (Manchester,  1,  Conc.  des  Hm.  Hall6.) 

—  —  Triple-Ouvert.   „Natur,  Leben  und  Liebe**,   sowie  „Te 

Deum**.    (New- York,  Antrittsconc.  des  Comp.) 

—  —  „Stabat  mater".    (Devonport,  Conc.  der  Stoke  Musical 

Society.) 

Gernsheim  (F.),  „Römische  Leichenfeier"  f.  Männerchor  u. 
Orch.    (Züi-ich,  Conc.  des  Männerohors  Zürich  am  6.  Nov.) 

Godard  (B.),  Fdur-Claviertrio.  (Wiesbaden,  l.  Quartettsoir6e 
der  HH.  Nowak  u.  Gen.) 

Goldmark  (C),  Ouvert.  „Im  Frühling".  (Mannheim,  2.  Akad.- 
Conc.) 

Grieg  (Edv.),  „Peer  Gynt"-Suite.  (Marseille,  Conc.  der  Asso- 
ciation artist.  am  6.  Nov.  New- York,  L  Conc.  v.  Soüsa's 
New  Marine  Band.) 

Amoll-Clavierconc.    (New-York,  Conc.  des  German  Con- 

servatory  am  IL  Nov.) 

1.  Clav.-Violinson.  (St.  Louis,  Mo.,  Conc.  der  HH.  Bau- 
semer  u.  Heeiich  am  10.  Nov.) 

—  —-2.  Clav.-Violinson.     (Edinburgh,  Conc.  des  Ehepaares 

Halle  am  5.  Nov.) 

Hof  mann  (H.),  „Johanna  von  Orleans"  f.  Männerchor,  Soli 
u.  Orch.    (Zürich,  Conc.  des  Männerchors  Zürich  am  6  Nov.) 

Klughardt(A.),  B dur-Claviertrio.  (Dessau,  2.  Kammermusik- 
abend.) 

Liszt  (F.),  „Die  flunnenschlacht".  (St.  Louis,  Mo.,  Conc.  am 
28.  Oct.) 

—  —  Jites  Pr61udes".    (Baltimore,  1.  Conc.  des  Symph.  Orch.) 
„Torquato  Tasso".     (New-York,  1.  Pop.  Sonntagabend- 

Conc.  des  Hrn.  Damrosch  u.  1.  Damrosen  Sunday  Conc.) 

—  —  „Angelus"  f.  Streichorch.      (Chicago,  1.  Symph.-Conc.) 
Litolff  (H.),  „Robespierre"-Ouvert.  (Wmterthur,  1.  Abonn- 

Conc.  des  Musikcollegiums.) 
Masse net  (J.),  „Phädra"- Ouvert.  (Mannheim,  1.  Akad.-Conc.) 
Moszkowski  (M.),    Vorspiel  etc.    a.   „Boabdil".      (Chicago, 

1.  Symph.-Conc.) 

Parker  (H.  W.),   Concertstück  f.  Org.,  Op.  17.    (New-York, 

2.  Orgjm  Recital  des  Comp.) 

Parry  (C.  H.  H.),  Ode  „Biest  Pair  of  Sirens".  (Cheltenhan), 
Conc.  der  Ch.  Festival  Society  am  8.  Nov.) 

Prout  (E.),  4.  Symph.  (Birmingham,  Conc.  der  B.  Amateur 
Orchestral  Society  am  12.  Nov.) 

Raff  (J.),  Ital.  Suite  f.  Orch.    (Mannheim,  1.  Akad.-Conc.) 

Rheinberger  (J.),  „Wallenstein*s  Lager"  a.  der  „Wallen- 
stein"-Symph.  (Baltimore,  1.  Conc.  des  Symph.  Orch.) 

Orgelsonate  Op.  182.    (New-York,  2.  Organ  Recital  des 

Hrn.  Parker.) 

Ruhinstein  (A.),  DmoU-Claviertrio.  (Bristol,  Conc.  der  HH. 
Bemard  u.  Gen.  am  18.  Nov.) 

Saint-Saens  (C),  „  Phaeton" .  (Marseille,  Conc.  der  Association 
artist.  am  6.  Nov.) 

C moU-Clavierconc.  (Manchester,  l.Conc. desHm.Hall6.) 

Strauss  (R.),  „Wanderers  Sturmlied"  f.  Mäunerchor  u.  Orch. 
(Aachen,  2.  städt.  Abonn.-Conc.) 

Sullivan  (A.),  „The  Martyr  of  Antioch"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch. 
(Cheltenham,  Conc.  der  Ch.  Festival  Society  am  8.  Nov.) 

Tschaikowsky  (P.),  Suite  a.  dem  Ballet  „Casse  noisette". 
(Chicago,  1.  Symph.-Conc.  New-York,  Conc.  des  Geigers 
Hrn.  Diaz  Albertmi  am  10  Nov.  1.  Sonntagabend-CSnc. 
des  Hrn.  Damrosch.    1.  Seidl  Pop.  Conc.) 

Wagner  (R.),  „Waldweben",  Vorspiel  u.  „Isoldens  Liebes- 
tod" a.  „Tristan  und  Isolde"  u.  A.  m.  (New-York, 
2.  Sonntagabend-Conc.  des  Hrn.  A.  Seidl.) 

—  —  Vorspiel  u.   Bacchanale  a.   „Tannhäuser"  (Pariser  Be- 

arbeit.).    (Aachen,  2.  städt.  Abonn.-Conc.) 

„Siegfried-Idyll".    (New-York,  Conc.  des  Hrn.  D.  Alber- 

tini  am  10.  Nov.) 

Vermischte  Mittheilungen  und  Notizen. 

*  Nachdem  der  Stadtrath  von  Angers  die  der  dortigen 
Association  artistique  bisher  gewährte  Subvention  von 
4000  Frcs.  für  die  Folge  gestrichen  hat,  wird  diese  für 
das  Kunstleben  der  Provinz  so  wichtige  musikalische  Station 
mit  Ende  dieser  Saison  zu  bestehen  aufhören.  Nati\r- 
licherweise  wird  das  Theater,  welchem,  wie  bereits  mit- 
getheilt,  die  Gesellschaft  das  vorzügliche  Orchester  geliefert, 
auch  darunter  leiden. 


Hr.  G.  Henschel  hat  für  seine  Londoner  Goncerte  auch 
ei  nen  Chorverein  begründet,  welch  er  dem  nächst  zum  ersten 
Male  mitwirken  wird. 

*  Im  Stadttheater  zu  Nürnberg  ging  nach  längerer  Pause 
kürzlich  die  „V^alki\re"  von  B.Wagner  in  Scene,  und  stellte 
die  Auftlihrung  sowohl  dem  neuen  Capellmeister  Hm.  Prill, 
als  den  Ausführenden  ein  ehrenvolles  Zeugniss  aus. 

*  Die  neue  Oper  „Frauenlab"  von  Beinhold  Becker  ge- 
langte in  vor.  Woche  im  Hoftheater  zu  Dresden  nut  ent- 
schiedenem Erfolg  zur  ersten  Aufführung. 

*  Die  Oper  „Die  Hexe"  von  A.  Enna  fand  bei  ihrer  am 
27.  Novbr.  stattgehabten  ersten  Auffiihrung  im  Stadttheater 
zu  Magdeburg  eine  sehr  freundliche  Aufnahme. 

*  Leone avallo 's  Oper  „Der  Baiazzo",  deren  ausserordent« 
liehe  dramatische  Wirksamkeit  sich  bereits  bei  den  Wiener 
Aufführungen  des  Werkes  (s.  den  Bericht  unseres  verehrten 
dortigen  Mitarbeiters  Hm.  Dr.  Th.  Helm  in  No.  45  d.  Bits.) 
gezeigt  hat,  fand  auch  bei  ihrer  Premiere  im  Hofopemhaus 
zu  Berlin  eine  begeisterte  Aufnahme,  die  den  anwesenden 
Componisten  über  ein  Dutzend  Mal  vor  die  Bampe  rief.  — 
Als  weitere  Novität  wurde  am  selben  Abend  Mozart*s  „Ba- 
sti en  und  Bastienne"  geboten. 

*  Mascagni's  Oper  „Die  Bantzau"  hat  in  Bom,  wo 
sie  kürzlich  erstmalig  in  Scene  ging,  nicht  den  grossen  Er- 
folg gehabt,  wie  vorher  bei  ihrer  Premiere  in  Florenz. 

*  Das  Stadttheater  zu  Lübeck  brachte  als  schon  etwas 
ältliche  Novität  jüngst  Geldmarkts  „Königin  von  Saba"  zu 
gut  wirkungsvoller  Aufführung. 

*  Aus  Stockholm  wird  die  kürzlich  erfolgte  Erstauf- 
tührung  der  neuen  romantischen  Oper  „Granada's  Tochter** 
von  Ivar  Hallström  gemeldet,  eines  Werkes  von  ziemlich 
antiquirtem  Habitus. 

*  In  Eiber feld  ging  kürzlich  eine  Novität,  ,jCodrillo" 
von  Bud.  Wurmb,< erstmalig  unter  freundlicher  Aufnahme  in 
Scene. 

*  Di  j  von  uns  in  No.  47  als  Novität  bezeichnete  einactige 
Oper  „Unter  Bäubern"  von  Bubinstein  ist,  wie  man  uns 
berichtigend  mittheilt,  kein  neues  Product,  sondern  bereits  im 
Herbst  1883  in  Hamburg  in  Scene  gegangen. 

*  Die  neue  einactige  Oper  „Vardhämana"  von  Bruno 
0 eisner,  deren  Existenz  wir  vor  einiger  Zeit  erwähnten, 
hat  nunmehr  den  ersten  Schritt  über  die  Bretter  in  Cassel 
mit  gutem  Erfolg  gethan. 

*  Das  Bossini-Theater  in  Venedig  gab  dieser  Tage  vor 
reichbesetztem  Hause  erstmalig  die  neue  Oper  „Atenaide" 
von  Pier  Adolfe  Tirindelli,  welcher  Com ponist  mit  diesem 
Werke  zum  ersten  Male  die  weltbedeutenaen  Bretter,  und 
zwar  mit  gutem  Erfolg,  betrat.  Günstig  aufgenommen  wurde 
ferner  in  Guastalla  die  neue  Oper  „Osmano  in  Candia"  von 
Angelo  Corti,  dagegen  fiel  im  Fossati-Theater  in  Mailand 
Mantegna  mit  seiner  Oper  „Chavigny"  durch. 

*  Im  Nationaltheater  in  Buenos  Ayres  wurde  mit  Er- 
folg „n  Leone  di  Venezia",  Musik  von  Enea  Verardini 
und  Corradino  d*Agnillo  aufgeführt. 

*  Hr.  Hofcapellmeister  Prof.  J.  Hellmesberfirer  gibt 
aus  Altersrücksicnten  die  Jahrzehente  hindurch  rtuimlichst 
innegehabte  artistische  Leitung  des  Wiener  Conservatoriums 
auf. 

*  Der  gefeierte  Pianist  Hr.  Paderewski  ist  von  einer 
längeren  Krankheit,  die  ihn  befallen  hatte,  vollständig  ^- 
nesen  und  am  6.  d.  Mts.  zum  ersten  Mal  wieder  öffentlich 
in  London  aufgetreten,  und  zwar  mit  grossartigem  Erfolg. 
Noch  in  diesem  Monat  reist  er  nach  Amerika  ab,  um  dort 
60  Concerte  zu  geben. 

*  Die  musikalische  Abtheilung  der  französischen  Aka- 
demie der  Schönen  Künste  hat  Hrn.  Peter  Tschaikowsky 
zu  ihrem  correspondirenden  Mitgliede  ernannt. 

*  Hr.  Musikdirector  Anton  Krause  in  Barmen  wurde 
mit  dem  preussischen  Kronenorden  decorirt. 

*  Hr.  Stadttheaterdirector  Staegemann  in  Leipzig  er- 
hielt das  fürstlich  Schwarzburg -Sonaershausener  Ehrenkreuz 
2.  Classe  verliehen.    I|ie  Ursache  ist  uns  nicht  bekannt. 


•46 


Todtmllste.  Ed.  fiorak,  tüchtiger  Clavierpftdaf^og, 
Gründer  und  Inhaber  der  Horak'schen  Mosikscholen  zn  Wieu, 
t,  69  Jahre  alt,  am  6.  Dec.  daselbst.  —  Prof.  Heinrich  de 
Ahna,  k.  Concertmeister,  Lehrer  an  der  k.  Hochschule  für 
Musik  und  Mitglied  des  Joacliim-Quartetts  in  Berlin,  Einer 
der  bedeutendsten  Violinisten  der  Gegenwart  und  prächtigsten 
Menschen,  f  im  noch  nicht  vollendeten  5^.  Lebensjahre  am 
1.  Nov. 

Berlehtigung.  In  No.  60,  S.  628,  Sp.  2,  drittletzte  Zeile 
der  Erwiderung  von  E.  W.  Fritzsch  ist  Erkennung  statt 
Erklärung  zu  lesen. 

Offener  Sprechsaal. 

Bin  Preis»ns«ehrelben. 

In  einigen  Zeitungen  prangt  eine  Bekanntmachung, 
die  Bewerbunj^  um  den  Micmi^  Beer'schen  Preis  betreffend. 
JEb  erben  sich  Gesetz  und  Hecht  wie  eine  ewge  Krankheit 
fort''  musB  man  angesichts  dieses  Preisausschreibens  aus- 
rufen« Die  Aufgabe  ist  folgende:  „Die  Composition  eines 
mehra&tzigen  iTe  Deumc  a  capella,  dessen  Hauptsätze  acht- 
stimmig sind  und  in  dem  minaestens  zwei  fugirte  Sätze  vor- 
kommen. **  Welcher  talentvolle  junge  Künstler  (denn  um 
junge  handelt  es  sich  doch,  da  ein  Lebensalter  von  22—32 
Jahren  gefordert  wird)  wira  seine  Schafienskraft  einer  sol- 
chen Au%abe  zuwenden?  Wird  ihn  nicht  Ekel  erfsissen, 
wenn  er  ein  paar  Worte  bis  zum  Ueberdruss  durch  die 
Stimmen  einer  Vocalfuee  jagen  muss  und  nicht  Einer  allein, 
sondern  gar  Zweier?  £t  das  ein  würdiger  Vorwurf  flLr  einen 
Tonkünstler?  —  den  ich  wohl  zu  unterscheiden  bitte  vom 
Componisten  (das  Wort  ist  sehr  bezeichnend:  componere 
heisst  „zusammensetze^*'!).  Wird  sich  ein  wirklich  begabter 
Tonkünstler,  dem  es  daran  liefi;t,  nicht  die  alten  ausgetretenen 
Geleise  neu  zu  befEibren,  sonoem  neue,  wenn  auch  vorläufig 
nicht  zu  entlegene  Pfade  zu  betreten,  mit  solch  einer  Au^ 
gäbe  befassen?  Vermag  er  das  überhaupt  ?  Wird  er  nicht 
vielmehr  die  Zeit  dazu  verwenden,  wozu  er  Lust  und  Liebe 
besitzt? 

Was  wird  also  durch  dieses  Preisausschreiben  erreicht? 
Dass  Einer,  der  fleissig  Contrapunct  studirt  hat,  der  alle 
Schliche  desselben  kennt,  aber,  wie  so  oft  bei  solchen  Contra- 
punct-Luminibus,  mit  einer  nur  minimalen  Erfindungsgabe 
oedacht  ist,  den  Preis  wegen  seiner  „regelrechten**  Arbeit 
einheimst.  Wer  es  heutzutage  in  jungen  Jahren  fertig  bringt, 
seine  Zeit  mit  einer  Vocalfuge  todtzuscblagen  —  NB.  wenn 
er  die  Lehrzeit  hinter  sich  hat  — ,  von  dessen  tondichte- 
rischer Begabung  kann  ich  nicht  viel  halten. 


Und  wozu  ist  der  glückliche  Sieger  im  Kampf  noch  ver- 
pflichtet? Er  muss  eine  Studienreise  nach  Italien 
machen,  sich  acht  Monate  in  Rom  aufhalten  (warum  gerade 
in  Rom?);  ja  nicht  genug:  er  muss  sogar  Lust  und  Stimmung 
erzwingen,  dort  Neues  zu  componiren,  das  er  seinen  Berichten 
über  seine  Studien  beifügen  muss.  Doch  ich  veimss:  der 
Sieger  in  diesem  Elampf  bedarf  ja  nicht  der  Lust  und 
Stimmung  zu  ferneren  „Arbeiten**. 

Michael  Beer  ist  meines  Wissens  1838  gestorben,  also 
zu  einer  Zeit,  wo  noch  die  Meinung  herrschte  —  und  wohl 
theilweise  berechtigt  war  — ,  dass  Italien  die  unumgängliohe 
Schule  des  Musikers  sei,  der  Born  wahrer  Musik,  aus  dem 
jeder  Oomponist  schöpfen  müsste,  um  seinen  G^eschmack  zu 
bilden.  Heute  hat  sich  aber  das  Verhältmss  umgedreht;  die 
Italiener  sind  nicht  mehr  tonangebend  in  Bezug  auf  Opem- 
stil,  sondern  die  Deutschen  (Wagner  hat  den  Schwerpunct 
veiTückt),  und  nicht  aasschliesslich  maassgebend  in  Bezug  auf 
Gesangskunst  (hierin  haben  wir  Deutsche  jetzt  unsere  eigene 
Schule). 

Was  für  Studien  soll  also  der  Gomponist  heute  in 
Italien  machen? 

Aber,  wirft  man  mir  ein,  die  Bedingungen  sind  vom 
Stipendiumstifber  so  gestellt,  und  daran  können  wir  nicht 
rütteln.  Warum  nicht?  Sind  Gesetze  ewig?  Soll  ein  Gesetz 
nicht  geändert  werden,  wenn  es  nicht  mehr  in  unsere  Zeit 
hineinpasst?  Ich  möchte  behaupten,  dass  M.  Beer  heute  zeit- 
ge  mäss  e  Bedingungen  stellen  würde.  Weg  also  mit  demBucb- 
staben,  und  es  lebe  der  Geist!  Fort  mit  dem  Stillstand,  fort 
mit  seohzigährigen  Regeln,  die  nicht  mehr  stichhaltig  sind! 
Stiftungen  iiir  schaffende  Künstler  sollten  nur  den  Zweck 
haben,  unbemittelte  Talente  für  eine  Zeit  lazig  der  Nahrungs- 
sorgen zu  überheben,  damit  sie  sLdi  ungestörtdem  Schaffen  von 
Kunstwerken  widmen  können.  Stellt  daher  keine  „Angaben**, 
die  den  Schaffenstrieb  hemmen,  sondern  wartet  abTois  ein 
Talent  auftaucht,  das  sich  aus  der  Masse  erhebt;  dem  gebt 
den  Preis,  unbekümmert  darum,  in  welchem  StU,  in  welcher 
Form  es  schaift,  ob  als  Symphoniker,  als  Dramatiker  oder 
als  Lyriker!  Q^bt  Preise  den  Würdigsten!  Der  Preise  gibt 
es  ja  genug,  um  auch  mehreren  gleichzeitig  auftretenden 
Talenten  benilf lieh  zu  sein.  Dann  feilt  das  „Arbeiten**  um 
Geld  weg,  es  ffibt  keine  nutzlosen  Reisen  mehr,  es  herrscht 
kein  Zwane,  der  dem  schaffenden  Künstler  stets  hinderlich 
ist,  wenn  dieser  ihn  sich  nicht  selbst  auferlegt. 

Doch  da  habe  ich  mich  in  Ideen  hineingeredet  und  nicht 
bedacht,  dass  nirgends  mehr  als  im  Musiktreiben  das  physi- 
kalische Gesetz  der  Trägheit  herrscht  und  nirgends  mehr  als 
in  Deutschland  das  Cliquen-  und  Partei wesen  in  Kunst- 
sachen. Th.  Graff 


X*  i  e  ria 

Af.  G,  in  N.    Wohl  ist  uns  das  Programm  des  1.  Sym- 

Shonieconcertes  der  Stadtcapelle  zugegangen,  doch  ist  aus 
emselben  weder  der  Tag,  noch  das  Jahr  des  Goncertes  zu 
erkennen.  Ist  denn  bei  Innen  die  Druckerschwärze  so  theuer, 
dass  man  sogar  das  Datum  auf  den  Programmen  sparen  muss, 
an  den  Abdruck  der  Gesangstexte  gar  nicht  zu  denken! 

P,  F,  in  H.  Durch  Ihre  fr.  Anfrage  wurden  wir  erst 
darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  die  Todesnachricht  über 
den  edlen  Berliner  Künstler  in  unserem  Blatte  noch  gar  nicht 


&  s  t  e  IX. 

gestanden  hatte  resp.  s.  Z.  infolge  einer  Satzumstellung  in 
letzter  Stunde  irrthümlicherweise  wieder  aus  demselben  ver- 
schwunden war. 

W,  H.  D,  in  H.  Der  Nachgefragte  ist  Client  der  HH. 
Gnevkow  &  Sternberg,  Berlin,  Linkstr.  31. 

C.  L.  Schönen  Dank  für  die  übersandte  No.  der  „M.  A.**, 
doch  hat  bereits  Hr.  College  L.  in  B.  den  in  derselben  enthal- 
tenen kritischen  Kohl  über  Berlioz  hinlänglich  unter  Wasser 
gesetzt,  sodass  es  dabei  sein  Bewenden  haben  kann. 


Anzeiflren. 


kel.  säcks.  Hof- 

Leip 


äof-PlanoforiefaUrilc,    4/  ^  ^^iißl 


Julius  Feurich 


.^iaiio" 


Prämiirt 

mit 

höchsten  Preisen. 


Kataloge  franeo. 


[I506n.] 


647 


Bei  Jos.  ANii  Verlag  in  MOnohen  ist  erschienen:      Verlag  ^o*«  WHhelm  Hanseni  Leip»g. 

Andante 

:    („Ave  Maria' S  neu  untergelegter  Text)  von 


W.  A.  MOZART. 

Heraik^egeben    von    J  O  S>    V  E  N  Z  La 

Ji  ^ 
*  Kleines  zwölfstimm.  Orchester  (ad  libitum  Harfe  od. 

Glavier)  mit  Dijrectionsstimme 2  50 

«Violine  und  Clavler 1  — 

♦Violine,  Olavier  und  Harmonium 1  20 

♦Violine,  Ciavier,  Harmonium  \md  2.  Violine    ...  1  60 
♦Violine,  Ciavier,   Harmonium   (ad  libit.:   2.  Violine, 

Viola  und  2  Violoncelli) 2  — 

♦Flöte,  Violine,  Ciavier  oder  Harfe  (ad  Hb.:  Violon- 

cell,  Harmonium  oder  Ciavier) 1  80 

♦♦Clavler  su  tt  Htoden     .    .    .            .    .    ...  80 

♦♦Clavler  bu  4  HUnden 1  20 

♦♦Ciavier  und  Harmonium 1  — 

♦♦Vloloncell  und  Ciavier 1  — 

t*Vlol»  und  Ciavier 1  — 

t^S^opran  und  Clavler 1  — 

•(•♦Sopran,  Ciavier  und  Harmonium  oder  Orgel    ...  1  — 
■f^  Sopran,  2  Violinen,  Viola,  Violoncell,  Bass  und  Har- 
monium oder  Orgel  .    .         2  — 

t*Alt  und  Clavler 1  — 

•j-^Alt,  Ciavier  und  Harmonium 1  20 

♦  übertragen  von  Josef  Venzl. 
♦♦  übertragen  von  Hermann  Ley. 
t  mit  neu  untergelegtem  Text  [1607.] 

VoptFagsstüek  ebenso  für  Künstler  wie  Dilettanten  I 


Jßeueüarfs  Sranz^SUßum. 

Zwei  Bände  gr.   8^  geheftet. 

Erster  B^^d  enthaltend:  24  Lieder  (Op.  9,  84,  35  und  86) 
für  eine  Singstimme  mit  Pianoforte  von  Bobert  Franz. 
Text  deutsch  und  englisch netto  Ji  8,—. 

Zweiter  Band  (Neues  Franz- Album)  enthaltend:  28  Lieder 
Op.  48,  50,  51  und  6  altdeutsche  Volkslieder)  für  eine  Sing- 
stimme mit  Pianoforte  von  Robert  Franz    netto  Ji  8, — . 

lAh    ^ahfiQt    R<li»h    zwanzig   «relstllche  Ueder 

dVllt  lijVVdiSl«  DllOlly  für  eine  Singstimme  mit  Piano- 
forte, ausgearbeitet  von  Robert  Franz.  Gr.  8^  Geheftet 
Ji  2  netto,  gebunden  Ji  8,50  netto.  [1508.] 

Verlag  von  F.  £]•  O.  ILieixckAirt  in   Leipzig. 

Orgeloompositionen 

verdienen  es,    endlich  in  Deutschland  gekannt  und  ge- 
würdigt zu  werden!  [1509b.] 
.(Kothe  &  Forohhammer,  Führer  durch  die  Orgel-Litteratur.) 
Kataloge  verlange  man  gpratis  und  franco  von 

Otto  Junne,  Musikverlag,  Leipzig, 

Wichtig  für  Orchestervereine. 


Fortsetzung  des  Orchester-Sammelwerkes: 
«ino,  Lie%.  7S  und  ^ 
Favoritstücke  a.  d.  Oper 


Casino,  Lie%.  7S  und  73, 
Favoritstücke  a.  d.  Oper 

ZweiXönige  (£a  SiasocAe) 

Andri  Messager. 


von 


Uebertrag^n  nach  der  Original-Partitur  von  Herrn.  Ley. 
Inhalt  der  Liefg.  72:    Intr<muction,  Pastorale,  Couplets  XV, 

Villanello,  Entr'acte,  Passepied.    Preis  10  Mark. 
Inhalt  der  Liofg.  73:    Couplets  XII  u.  XVII f,  Romanze  und 

Arie.     Preis  8  Mark.  [1510.1 

MOncheiii  Jos.  AibI  Verlag. 


Conipositionen 

für 

Hänn^ehor  und  (ür  gemischten  Cbor 


von 


Catl  Bitsoh. 


No.  1.     Zwei  Grabgesänge:     „Trost*'    von  E,  Dunker. 
„Nicht  die  Thräne  kann  es  sagen"    von    PeterCor- 
nelius  (für  Männerchor).     Op.  71    .     .     .     Jt  1,55. 
Partitur  75  j^.      Jede  Stimme  20  j^. 
No.  2.     Deutsches  Beiterlied,  von  A«  A.  Naaf  (f.  Männer- 
chor, 2  Trompeten  and  Pauken).  Op.  79  .     Jt  1,65. 
Partitur  60  /i^.     Jede  Stimme  15  /^. 
No.  3.     Der   welke   Kranz,    von   Wilhelm  Hertz    (für 
gem.  Chor,   Sopran,   Alt,  Tenor  und  Bass).     Op.  80. 
Ji  1,55.      Partitur  75  .4.      Jede  Stimme  20  /^. 
No.  4.     Auf  der  Wacht,  von  Carl  Stiel  er  (ffir  Männer- 
chor),    Op.  81a .     .     .     Jt  1,20. 

Partitur  60  /^.     Jede  Stimme  15  /^. 
No.  5.     Die    Soldatenbraut,     von     Martin    Greif    (für 

Männerchor).     Op.  81b .^1,10. 

Partitur  50  /^.      Jede  Stimme  15  /^. 
No.  6.     Begrüssung,   von  Friedr.  Rhoda  (für  Männer- 
chor).    Op.  82a .^1,55. 

Partitur  75  j^.     Jede  Stimme  20  /^. 
No.  7.     Frühling,    von  V.    Blüthgen   (för  Männerchor). 

Op.  82b Jt  1,95. 

Partitur  75   /^.      Jede  Stimme  30  /^. 
No«  8.     Am    Ammersee,    von    Ernst  Ziel   (für  Männer- 
chor).    Op.  83 Jt  2,20. 

Partitur  1  Jt.     Jede  Stimme  30  ^. 
No.  9.     Drei  Volkslieder:     „Deanderl,  wo  hast  denn  dei 
Kammerl?"  —  „A'  Göscherl  muasst  bahn*'  —  „Ei,  du 
liebs  Engelein!"   (für  Männerchor  bearbeitet).  Jt  1,85. 
Partitur  65  /^.      Jede  Stimme  30  /^. 

rIGuU    jVlDuGril6u6r    15  Lieder  für  eine  und  zwei 

Singstimmen  mit  Pfte.  Ji  2,50. 

Das  Partiturspiel 

in  einem  geordneten  Lehrgange 

dargestellt  von 

!Dr.  Ang^nst  KelssmaDii. 

Gr.  8.    Pr.  6  Jt  no.  [I6ia.] 

Leipzig.  Fr.  Kistner. 

Für  den  Weihnachtstisch! 

Hey,  Julius, 

Blau     cartonnirt    mit     flchöno.m    künstlerischen     Titelbild. 

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Neuer  Verlag  von  Breitkopf  4  Häiiel,  Leipzig. 


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Carl  RelneckeAlbum.  3m  . 
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Meyer-Helmund-Album.    sd  n  3m„ 


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I  gesammelt  von  [1515.]  = 

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I  [lir  SBinmInng  der  Briefe  Liszt's  bietet  ein  | 
ItryiiP-:  SpiBgelbitd  von  dem  Lebensreichtbiune  = 
I  lind  tU'i  liinraissenden  Persönlichkeit  dieses  ge-  = 
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No.  2.      Mfidftine  avisez-y JL—,lö. 

No.  3.  C'est  la  renouveau  ma  Suzuii!  ^   1,—  . 

No.  4.     Si  c'cat  aimer Jt    1,—. 

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Leipzig     Bodo  Borchers. 

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Id  meineni  Husikinstitut  ist  die  Stelle  einea 

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fiir  Violine  (und  womöglich  Violoncell),  sowie  Elementar- 
unterricht iin  Olavierspiel  von  Anfang  189.1  ab  sofort  zu 

Der  Bewerber  muss  die  Fähigkeit  besitzen,  als  Vio- 
linist oder  Violoncellist  an  Aufführungen  von  Kammer- 
musikwerken tbeilnehmcn  zu  können.  Jahreseinkommen 
ca.    1400  Mitrk  und  Nebenverdienst.    Alles  Nähere  durch 

[1618.1 

Hermann  Telbler's  concess.  Musiklehranstalt, 

ADBsig  a.  Elbe  (Böhmen). 


Verlag  von  E.  W.  Frltzsch  In  Leipzig. 

11519) 

Aitbökisclio  Besänge 

für  gemischten  Chor, 

beraaBgegeben  von 

Carl  Riedel. 

Heft  I. 

No.  1.  Oeaang  der  Kelcbner.  „Herr  mein  Qott,  Ueber 
alles  Outen".  No.  3.  Feldgetang  der  Taboritcn.  „Krie- 
i;er  des  Herrn".  No.  i).  Altböhmiscbes  Horgentied.  „Dem 
die  Sternenheere'*.  Partitnr  n.  Stlramen  JtS,— .  (Part. 
Jk  1,—  .  Stimmen  &  .A  — ,15.  tind  Jk  —,25.) 
HeTt  II. 
Drei  altböhmische  Weihnachtelleder;  l.  „Freu  dich.Erd 

nnd  Sternenzelt".     3.  Die  Eng^l  and  die  Hirten.   „Kum- 
met,   ihr    Hirten".      3.     „Lasat   Alle   Gott   udb   loben". 
Partitnr    nnd    Stimmen    Jk    2,&0.     (Partitnr    .fi    \,—. 
Stimmen  k  Jk  —,38.) 


Soeben  erscbien: 


[ism] 


8 
StalieniseAes  JBiederßucü 

nacb  Paul  Heyse 

~.Mp-eme  Singatimme-and  Clawier. 

I.  Dnod.     Preis:   ..*  4,50  nO. 

Mainz.  B.  Scholt'a  55hne. 

Verlag  von  E.  W.  Pritzsoh  in  Lei  iziR, 

üompoeitioneii 

von  [1521.] 

Willy  Rehberg. 

Sonate  (Ddur)  ftlr  Fianoforte  und  Violine,    Op.  10. 

I  Rom>inzefUrVioloncellmitPianoforte,Op.  12.  M.1,50. 
Ausgabe  imr  Violine  mit  Fianoforte,  bearbeitet  1 


Jitt. 


1,50. 


I   Concertwalzer  für  Ciavier,  Oji    18.     M.  2,40. 

Fe8tmarsohfürClavi6rzuvi6rMauden,Op.I4.  M.2,— . 
I   Barcarole  für  Clavier,  Op.  16.     M.  1,80. 
I  Geistliches  Lied  „Glücklich,  wer  auf  (rott  vertraut" 
i\ii  gemischten  Chor.    Part.  u.  Stimmen  M.  1,50. 
Part.  M.  1,—.     Stimmen  k  Iß  Ff. 

KflDhunUimg,  sowiu 


Beim  JabreswecU 
Choral-Notette  fOr  Chor  a 


ALBERT  ßECKER. 

[1522b.]  Op.  67. 

Partitur  .*  1,—.      Stimmen  je  30  ■\,- 

Den  €)esancTereinen  beatems  cMiprohlen! 

Neuer  Verlag    von    Brettkopf  &  HUftel   in   Leipzig. 


fS^ulius  'ßlütAner,  ^eippj» 

KUM  Säclstsclie  Ü  Hof-FiiOfortiiraM. 

Bedeutendste  Piauoforte-Fabrlfc  Enropaal 

Flügel  und  Pianinos 

v-on  anerkannt  un1il>ei*t:i*o£renei*  HAltbarlceit 
undl  ecUeiu,  sang^ireiolieui  ITon. 


-y^'x/l/m,     "Verl 


Die  Fabrik  besteht  teit  7.  November  1853. 


Soeben  erschien; 


Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  Id  Leipzig. 


Stietiard  Wagner: 

„Die  MeistersiDger  von  Nürnberg". 

Ciavierauszug  zu  Kwel  Händen 

(eileichteii«  Ausgabe) 

mitHinzurugungdus  Gesangstextes  und  der  sconischeit 
Bemerkungen 

Richard  Kleinmichel. 

GrosB-OctÄT.  Preis:   Ji   10,—.   no. 


_L 


J_ 


W.  Auerbach  Nachf., 

MusIkalien-VersandgeschSft  u.  Leihanstalt. 

Leipzig,  Nenmarkt  82.  [^''^«t.0 

Billigst«  BuDKsqDelle,  Hchnctlstc  LicferoHg. 

Ansichtssendungen   bereitwilligst,  Kataloge 

und  Prospecte  gratis  und  franco. 


-r 


Ein  Cyklus  für  eine  Singstimme  mit  Pianoforte- 
begleitung, 

von  [16S7.1 

Peter    Cornelius. 

Op.  8. 

No.  I.    je"«»»"»!- 
No.  2.    pic  Strien. 
No.  3.    5ie  #5atgc. 
No.  1    Siw»"n- 

No.  ö.    g^riaiuB  bex  ^tn&erfre«n&. 
No.  6.    J^riaUUn». 
(Mit  deiitacher  und  ODglUchor  Teitnnterloge.) 
.A.u>B.Ll>e  A^     (Ongli^al.}     ZdL  93,60. 

Soeben  erschien: 

I  Baftit  die  UadiBblüth.  I 

Lied  für  eine  Singstimme 

Arno   Kleffel. 

;   Hoch.  Preis  ä  M  —,80.  Tief,  j 

Verlag  von  Stern  &  Ollendorff.    Berlin  W. 

Allen  Singenden  sei  diese  tiefempfundene,  höchst  j 
^  dankbare  neue  Liederecböpfung  des  beliebten  Com- 
I  ponisten  irtlrmstens  empfohlen. 


Max  Ärend, 

Die  Sciilllssel-  d.  Transpositions-Lehre. 

Vertag  der  Schweiz.  Verlags-Druckerei  in  Basel. 

Auslieforungs-Ijagor :  L.  Fernau   in  Leipxig. 

Preis  1  Mark.  [lB28g] 

Cyrill  Kistler:     „Sehr  empfehlenswerth.     Praktisch". 


4 


650 

Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musikalienhandlung  in  Breslau, 
sind  erscliienen:  [1530,] 

Compositionen 

für  Violine  und  Pianoforte. 
Jenö  Hubay,  Opus  :!0.    Blumenleben.    Seciis  iha- 

raktonstiache  Stücke.  Erläuternde  Gedichte  von  G(;7.'a 
Graf  Zichy.  No.  \,  A  k  Ji  1,25,  No.  2.  .M  \,lb. 
No.  Z,  b  h.  Ji  2,—.     No.  ß.  Jt   1,50. 

—  —  Seines  de  la  Csärda. 

OpuB  32.     Hejre  Kati ^2,25. 

Opus  33.  HulUmzo  Balaton  .  .  .  .  Ji  2,25. 
Oi>us  34.     SiSrga  CserebogA .*  ?,,—. 

P.  E.  Lange-Maiiep,  Opus  39.   Drei  Phantasie- 
stücke     Ji  6,-. 

Emil  Sjögren,  Opus  24.    Sonate  No.  2  (Emoll). 

Jt  C),h(i. 

—  —  Opus  27.     Zwei  Phantasiestücke     .     .».  .-!.-, 


Mit    den  Portraits  uud  Biographien  von  S.  Jadaa- 

r  söhn,  Carl  Attenhofer,  Edvard  GrJeg,  August  Bünj^rt, 

1   Graf  Geza  Zichy  und  Paul  von  Janko,  sowie  mit  einer 

\  Coiicertumschau   von   Dr.   Hngo    Riemann   und  einem 

ca.  SÖ.TOO  Adressen  enthafienden  Adressbuche. 

Sl  Biig«D  kl.  S".  ekgiDt  sebnndei  1  ^  SO  z^. 

Der    Freuadeskrcia   von    Max  Hrae'ä  VrultcKem 
J  KaJendfr  ist  mit  Jeclflm  JaLre  giuflser  geworden.  Kunt 

Jahre&ug  wird  gen-iBs  wiojerum  «.llgamoinan  Baitall 
i   (Mlufe  ReieMmMgktit  da  ItUtaUt,  trhöne  AiuOoliui 

nAaiKl    und   thr    blUigrr  VmU   tind    Me    rortUgt 


lutiker- 


Zn  li 


1  ilurcli  jeilt)  Huüb-  nnd  Müh 


'•Convepsations-Lexikon. 

In  über  100,000  Exemplaren  verbreitet.  11.  Aufl. 
HtrM^tKeben  <«B  Prof.  t.  Bnalanr.    Eleg.  geh.  5  J(. 
[1638!.]     Verlag:  von  J.  Sehnberth  &  Co.,  Leipzig. 


Pianinos 

I   bester    Qa^litlt,    einfache    nnd     ele^nte 
I  Btattang,  sind  wegen 

Liquidation  einor  Fabpilt  Ä 

I  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen.      9 

[1534—.]   |~ 

Ulusbirte  Prels-VareBlGhnisae  zu  bsaleben  durch 

.  Sohwalbaoh,  ReichaBtruse  24,  Lelpzl0. 


Soeben  ersohienen: 


.«« 


Ferdinand  Pfohl. 

■  Pianoffopte  zu  2  HInden.  Compl.  f»  Jt 

Daraus  einzeln: 

Meeresleuchten  —  Wellenjagd Jl  2, — . 

In  deD  Dtlnen „  — ,W. 

Haide-Idyll 

Auf  de«  Friedhof  der  Namenlosen 
Taat-j'em-Glaat.    (Thal  der  Küsse.) 


Friesische  Tanzscene 


1,-10. 


Wiegenlied 


Ugo  Äfferni. 

Für  Violine  und  Pianoforte     .    .    . 
Für  Vfolonoell  und  Pianoforte     .    . 


.     Ji  \,hO. 
.     Ji  1,50. 

Conslaniin  Wild's  Vaplag, 

Leipzig  und  Baden-Baden. 

I  IjmA      Teehnliche    Htndlen    fttr   Plano- 
LISZT.     fort©,     la  Heft«  b.  Jt  8,-. 
I    bivfc«!        ^g£j  -^     Doppelheft  JI  6,—.) 

Diese  Studien  sind  in  den  bedeutendsten  CoosM-vaterien  des 
In-    nnd  Auslandes  eingeführt.              [15S6b.] 
Verlag  von  J.  Schubflrth  &  Co.,  Lelpz^. 


i  Vr.  Kistner,  Maaik-Sortiment,  Lelpz^,  • 

1  empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Besorgung  von  £ 

)  ■aslkallen,  maslkallschen  Sohrtrten  etc.  —  Kataloge  i» 

und  Answahlaendnngen  stehen  zn  Diensten. [1537— .)  • 


Soeben  erschien  neue  Ausgabe  vom 

Beliebtestes  Sammelwerk  fOr  Violinspieler. 

Band  i/il  [i688b.] 

(anth.  20  OFlglnaleom Positionen  von  Bott,  Hanser  etc.). 
Preis  broch.  k  M.  3,—,  geb.  mit  Oolddrook  h  H.  8,80. 

Verlag  von  J.  Schuberth  &  Co.  in  Leipzig. 


661 


Äusgeiählte  Gomposifionen 


von 


CARL  EBNER. 


VerL-No. 

2717. 

2721. 

2722. 

2706. 
2712. 
2723. 
2724. 
2725. 
2726. 
2727. 
2728. 
2707. 

2708. 
2749a  n.b. 

2760aii*l>' 

2751. 


Op.  4.  A  rHongrrolse.  Für  Violoncellu.  Ciavier 
Op.  5.  1¥ieffenlied.  Für  Violine  u.  Streich- 
orchester (ad  lib.  Harfe)     .    .    .    . 

—  —    Für  Violoncell  und  Streichorchester 

(ad  Kb.  Harfe) 

—  —    Für  Violine  und  Ciavier    .    .    . 

—  —    Für  Violoncell  und  Ciavier    .    . 

—  —    Für  Flöte  und  Ciavier  .... 

—  —    Für  Violine  und  Harmonium 

—  —    Für  Violoncell  und  Harmonium 

—  —    Für  Flöte  und  Harmonium    .    . 

—  —    Für  Ciavier  zu  2  H&nden  .    .    . 

—  —    Für  Ciavier  zu  4  Händen  .    .    . 
Op.  6a.  Trftamerei.    \  Für  Violoncell  u. 
Op.  6b.  Hunoresjce.  J 


2  — 

2  — 

2  — 
1  20 
1  20 
1  20 


Op.  7a.  Im  Walde. 
Op.  7b.  Llebesgrrnss. 


Ciavier 
Für  Männer- 
chor 


1 
1 
1 
1 
1 
1 
2 


20 
20 
20 

20 
20 


f    1  20 
l    2- 


(a  capella) 


(Partitur  —  40 
Stimmen  —  60 
Partitur  —40 
Stimmen  —  60 


Op.  8.  Concert-Polonaise.    Für  Violoncell  u. 

Ciavier 2  50 

2752.  —    —    Für  Violine  und  Ciavier    ....    2  50 

2709.  Op.  9,  No.  1.  Ein  Lieaehen.l  Für  Violoncell  ]    1  — 

2710.  Op.  9,  No.  2.  Ländler.  J     und  Ciavier    1    1  30 

2711.  Op.  10.  Cz&Fdas  No.  1.    Für  Violoncell  und 

Ciavier 

2758a  iLb.  Op.  13.  's  Hlmmelsbleamerl.  Lied  im  Volks- 
ton fftr  1  Singstimme  mit  Ciavier. 

a)  Für  hohe  Stimme  .  j .    .    . 

b)  Für  tiefe  Stimme.    .    .    . 
2759.         Op.  14.  Cx&rdas  No.  2.     Für  Violoncell  u. 

Ciavier 2  — 


1  50 


—  80 

-  80 


Verl.-No. 
2760. 
2761. 
276i*. 

2763»  ii.b 


2729. 

2764. 

2765. 

2766. 
2767. 


2768. 
2769. 
2770a- c. 


2772. 

2773. 
2774. 
2775. 

2776. 
2777. 


Jk  4 
Op.  14.  Csardas  No.2.  Für Vlolineu. Ciavier    2  — 

—  —    Für  Militärmusik 4  — 

Op.  15.  Harienlied.     Für  Sopran  mit  Orgel 

oder  Ciavier   .    , —  80 

Op.  27.  Der  Mirzl  ihr  Beichtvater  (nieder- 
österr.)  Für  Männerchor  mit  Ciavier. 

a)  Partitur 1  — 

b)  Stimmen —  60 

Op.  28.  liarffo.    Für  Violoncell  und  Ciavier 

oder  Orgel 1  20 

Op.  30.  Cs&rdas  No.  8.     Für  Violoncell  und 

Ciavier 2  — 

Op.  32.  Zwei  Lieder  für  Bariton  und  Ciavier. 

No.  1.  Dein  Auge —  80 

—  —  No.  2.  Ich  geh  oft  Nachts  vorüber    l  — 
Op.  33.  Im  Rosenbuseh  die  Liebe  sehlief. 

Liedchen  für  1  Singstimme  u;  Ciavier. 
«(In  Form  eines  Blumeokorbes)    .    .    1  — 
Op.  36.  B^Terie,  Für  Violoncell  mit  C»avier    1  50. 

—  —    Für  Violine  und  Glavier   ....   il  60, 
Op.  87.  Sehnsucht.    Lied  für  1  Singstimme 

und  Ciavier 1  20 

a)  hoch;  b)  mittel;  o)  tief. 
*0p.  38.  Postillon  jd*amour.    Gavolrf». 

Für  Orchester     .     .    .    .    .     netto    2  -— 

—  —  Für  Ciavier  zu  2  Händen  ....  1  20 
*0p.  39.  Capriecio.  Für  Violoncell-Solo  .  .  1  — 
*0p.  40.  MOnehner  Rindin.    Walzer. 

Für  Orchester netto    3  -^ 

—  —  Für  Ciavier  zu  2  Händen   ....    1  60 

—  —  Für  Ciavier  zu  4  Händen   ....    2  — 
*  Erscheinen  am  1.  Januar  1893. 


Soeben  erschienen: 


Symplionieii  von  J.  Haydn, 

für  Olavier  zu  z^vei  Händen 

übertragen  von 

Tiieodor   Klreimer. 

No.  1  (DmoU— Ddur).     No.  2  (Bdur).     No.  3  (Cmoll).     No.  4  (Esdur).     No.   5  (Gdur).     No.  6  (I>dur). 

Billige  Ausgabe.    Jede  Symphonie  Mk.  1,20  netto. 


<=^    3os.  9U61  Verlag  in  SnUncäen.    mi^ 


[1539.] 


Clara  Polscher 

(Mezzosopran  und  Sopran). 

L«lpzig|  Hohe  Strasse  49.  [1540f.] 

Vertretung:  Hermann  WolfT,  Berlin.  Carlsbad  19. 


Mimi  Naber. 

Conoert-  und  Oratoriens&ngerln  (hoher  Sopran). 
Cöln-Diii-en.  [1541t.] 

3frma  SSettega, 

Concert-  und  Oratoriensängerin  (All). 

Leipzifli  Hebe  Strasse  36,  H.         [1542a.] 

CoBcert-  and  OratoriensftiiBerin  (Sopran). 

Leipzig,  Hohe  Strasse  26'*  IL  |1543o.] 


Fritz  Higgen, 

Cwioert-  und  Oratoriensinger  (hoher  Baritor). 
Bremephafen,  Deich  16.        [ig&i-.[ 

Adolf  S]lsinanii, 

Vlolln-Vlrtuos.  [i652h,] 

Dresden-A.    Ätaalienstr.  lO,  II. 

Concert-  und  Oratoriensänger, 

Bass-Bariton.  [isrisu] 

Leipzig,  An   der   Pleisse  ll|  H- 

Alfred  KLrasselt. 

Baden-Badeo. 

ir>64— .]  Veitr.  R.  iRTolfr.    Berlin. 


Franzisca  Gondar,      zOtUy  U^^h^va, 

ratorlen-  n.  C««e«rtSHiiKerin  (Mezzosopran  n.  Alt).  4  t  i^r 


Oratorien-  n.  C«ne«rtsftnKerin  (Mezzosopran  n.  Alt). 

Ijelpzlg,  Pfaffendorfer  Strasse  22  I.[i544r.] 

Sonde nifaansen,  Friedricbat.  21.  [15461.] 

|l0tte«  Polfl«,     ,15»,] 


Anna  Münch, 

Concert-  und  Oratorlencftnxerln  (Sopran). 

Leipzig,  Beethoven-Strosse  fi"'.  [1647m.) 

Vertretung:    Uerm&nn  Wolff,  Am  Carlsbad  19,  Berlin  W. 

Clara  Hoppe, 

Conoort-.  und  Oratorienaftnoerln  (Sopran). 
[15481]  Frankftirt  a.  Oder. 

Anna  Schimon-Regan,    '"''> 

Lehrerin  für  Sologesang  an  der  h.  Akademie  der  Tonkunst, 
erlaubt  sich  die  Veränderung  ihrer  Adreaee    anzuzeigen: 

München,  Jägerstrasse  8,  III. 

Hedwig  Bernhardt, 

Concert-  und  Oratoriensängerin 

(Alt  und  Hezzosopran),  [l'>-''>Og-] 

Schülerin    Stockhausen's, 
empßelilt  eicli  den  geehrten  Concertdirectionen. 

Concertvertretnne  H.  Wolff.  Berlin,  Am  Carlsbad  19. 
Eigene  Adresse:  Breslau,  Kaiser  Wilhelm-Str.  10,  part. 


hersogL  s&ohs.  Ho^iaDist,  Profeueor  anpörienr  am  OonBerTatorinm 
m  flenf  (Sohweii).  [lBti5— .] 

Ck>ncert- Vertretung:    Hermann  WolfT,  Berlin. 

Eduard  Mann, 

Oratorien.-  «.  Ooncertsämger, 

Lehrer  am  k.  Oonservaborium, 
empfiehlt  aich  für  hohe  Tenorpartien  und  als  Vertreter  der 
[l&5Sh.]  Bach'schen  Evangelietea. 

Dresden,  Ostra-Alle  23. 

VertreUrr  Hermann  Wolff,  Berlin  W.,  Am  Carisbad  19. 


Alle  geschäftlichen  Anfragen,  den  Hofpia 

Alfl-ed  «rttnfeld 

betrofiend,  bittet  man  zu  adresairen  an  [ll>'''''y'! 

Impresario  Ludwig:  GrOnfeld, 
Wienl,  (Jetreidemarkt  10. 

Ernst  Schneider, 

CoDcert-  ond  Oratoriensäiiger 

(Bariton).  {V^-'t^ 

Leipzlg-Reudnitz.  Senefelderstr.  22  III 

Zur  Uebernahme  von  Harfenpartien  in  Opern,  Clior- 
werken,  Symphonien,   Oratorien  etc.  empfiehlt  sich 

Hargarethe  Stablf 

Dresden-A.  Harfenspielerin, 

Grnnaerstrasse             früher  Mitglied  der  königl.  Hofoper 
No,  49  pt. zu  Dresden. 


Verlag  ^ 


I  £2.  y/V,  Fi-itassch 


74  Kinderlieder 


Leipzig. 

fOp  eine  Singstimm«  mit 
Clavlerhegleitung 

von         [lü"" 

Guido  Nakonz. 


Bünde  ä  3  M.  nett«. 


finek  TOD  C.  u.  Bäder  in  Lalpiig. 


Leipzig,  am  22.  December  1892. 


Uta  üMiiici.  Bill-,  um  miimiiiiaUBiiTOiiiiu 

•■I  Jliiitiuiiuiiuii,  tnii  WW-,  miii.ll  uniliMii  ilil  u 


lirgk  all!  FWiail»  ti 


dKlBl  EtlatIBir    II   MllttllU. 


'^«^^►'^       für  Musiker  jmdjlusikfreunde.  ^J^ 

V  Verantwortlicher  Redacteur  nnd  Verleger;  ty 

S.  W.  FritsBoh, 

Leiprjg,  Königsstraase  6. 

Dm  MusihaliBche  Wochenblatt  erauhsint  jährlich  in  5S  Nummom.  Der  Abonnementabetnw 
filr  das  Quartal  von  18  Nummern  ist  3  Mark;  eine  einielnc  Nummer  kostet  40  Pfennif^e.   Bei 
_— ---      f    L  -|         directer  franiirter  K  reu  iban  dien  düng  treten  nachstehende  vierteljihrliche  Abonnements-  ^.^ 

AAUI.    JAlir£>  I         iL™''*  '"  Kraft:  2  Mark  50  Pf.  für  dne  Deutsche  Reich  und  Oesterreich.  —  2  Mark  76  Pf.  IIA     hO 

~  -•         für  weitere   Linder  den   AllgemeinBa  PoBtiereine.   —   Jahre«abonnflment«   werden  unter  L^'vt    UUt 


:   L&nder  den   Allgemeineu  Postiereine.   —   Jahreaabonunmenta   werden  unter 

0  Pfennige. 


d  aeaftnee  von  Henniuin  Bebn.  -•   TuMgeacblohle:   Bsricht  >na  Lelpiig.  —  CancsrtanuobftB.  —  RnRBK«m»nts  nod  Gas 

_i  Opar  nnd  Oonoan.  —   Rirob "■         ir— .^— t».  Bii»k.ii .•  m..i —        ir-i.i^i....  ..i ou.i...  — a  a.\.^tt —  — 

i.  Alfred  Sohttz  und  Pblltpp  SplHk  - 


An  die  geehrten  Abonnenten. 

9ba9  „,M,Vi3ihaMs6h«  if^ohanhlait"  wird,  umferstüizt  von  den  lewährtesten  aeitheri^en,  aowi« 
neugewonnenen  gediegenen  JCiiarheiiern  am  29.   ^eeemier  d.  J. 

seinen  vierundzwanzigsten  9aßrgang 

ie^innan.  Sendern  und  Sieichltaltig^eii ,  lOJine  äussere  Aussta,tlw)ig  Ufid  ^.^oHnementpreis  werdei-.  keine 
•Aendemng  erfahren.  Sier  dinier zeiehneie  erhUted  auch  für  den  neuen  faKrgan^  seines  flaues  die 
ffunsi  der  i^WAöt"  wnd  des  musi-hoMsciken  9'ublicums  und  siehi  zafiZreieken  ge/alHg^  vtionnetneni- 
ieattMum^en ,    die    man  mogliehst  iald  anirin^en  möge,  zuversiohiUoK  entgegen. 

^ie  geehrten  Meaer ,  welche  das  „JlusihaMsohe  '^oehenblaM"  durch  S'osiahonnement  beziehen, 
werde?!,  im  besonderen  darav/f  oMfm^rhaam,  gemacht,  dass  es  zum  ununteriroehenen  und  volleiändigen  ^ezug 
der  J^urnm^em  ihrer  zuvorigen  ausdriiehlichen  irhldrung  und  der  Vor auahe Zahlung  des 
•Aiannem-entietrages  l>edarf,  und  daaa  hei  spaterer,  aehon  in  das  begonnene  Quartal  Zollender 
SesteUung  die  hereits  erschienenen  Jfv,niynem,  soweit  sie  nooh  zu  beschaffen  sind,  nur  auf  auadrüoh' 
liches  VerTahgcn  uibd  gegen  eine  ^esiellgehühr  von  iO  ^/enaiigon  von  der  MaiaerUchen  9oat  nach- 
geliefert  werden.  ^3ea  ^'eiteren  wird  denseHen  hemerht,  dass  das  JCaiaerUche  ifosia?nt  die  Jfo.  f  nicht 
am,  Sage  deren   &rao?i,einens,  sondern  erat  anfangs  Januar  expedirt. 

k    14^.  FRITZSCH. 


r 


Hermann  Behn. 

MainK. 


Kritik. 

Lieder  und  OesAnge.     Schott's  8öhn( 


Wt^Dn  Arthur  Seidl  tn  seiner  verdienst  vollen  Schrift 
„Jim  Wa^er  eine  Schule  hinterlassen?"  (Kiel  und 
ljei[>z\g,  Verlag  von  Lipsius  und  Tischer)  fiber  die  Art 
und  Weise,  wie  das  musikalische  Drama  auf  das  Lied 
zurückgewirkt  hat,  sich  ausspricht  und  hierbei  Hans 
Sommer,  Richard  Strausa,  vor  Allen  aber  Hugo  Wolf  er- 
wähnt als  Solche,  die  in  Anwendung  des  „Uotivs"  auf 
die  Lyrik  mittelst  einer  reicheren  Polyphonie  und  ge- 
wisse nhafleren  Harmonik  das  Lied  auf  seinen  einfach- 
klarsten Ausdruck  zuriickföhrten  und  in  Form  wie  Ton 
atilvoU  KU  „treffen"  suchten,  so  hatte  er  Hermann 
Behn  nicht  vergessen  dürfen.  Auch  er  gehört  der 
Wagner'scben  Schule  an  und  macht  ihr  alle  Ehre. 

Die  1 8  Gesänge ,  welche  in  den  vier  bei  Scbott'a 
Sohiu^  erschienenen  Heften  enthalten  sind,  erweisen  ein 
schönes,  gläcklichea  Talent,  das  theils  in  einfachen  Tönen, 
wie  in  den  drei  ersten  Liedera  („Gefunden",  Minnelied, 
Wiegenlied)  sich  in  liebenswürdiger,  edler  Weise  aus- 
spricht, theils  aber  in  tief  bedeutenden  Aensserungen,  so 
in  dem  „Gebet"  von  Hebbel,  dem  „Gewitter"  (Test  von 
Itehm,  der  „Sapphischen  Ode"  (Worte  ebenfalls  von  Behn), 
t\i-ui  „Ritt  in  den  Tod"  und  dem  „Heiligen  Peuer"  (Dich- 
tuiiy^'  LI  von  Conrad  Ferd.  Meyer),  eine  in  den  Hüben  wie 
Tiell'u  der  Kunst  kundige  Schaffenskraft  verräth. 

GeheimnisB vollen  Zauber  atbmet  die  Musik  zu  kleinen 
Liedirn  von  Heine,  Goethe,  Geibel,  Conrad  Ferd.  Meyer. 
Wir  verweisen  auf  „Im  Ehein"  von  Heine,  woselbst  mit 
(iliiil-:  die  Stimmung  für  das  alte  heilige  Cöln  durcb  die 
dini  >  !ii!  Tonart  gefunden  ist.  Bei  dem  Lied  von  Heine, 
„lit  1-  l'itbtenhaum  und  diePalme",  würden  wir  gewünscht 
hHlii'n,  die  Husik  hätte  sich  der  epigrammatischen  Kürze, 
welche  das  Gedicht  berühmt  gemacht,  eng  angeschlossen. 
Ulis  Vorsjiiel  zu  dem  Goetbe'schen  „Ueber  allen  Gipfeln" 
bereitet  die  Seele  auf  den  göttlichen  Naturfrieden  vor 
durch  ein  allmähliches  Verstummen  der  Vögel  und  des 
Aht^iidwindes  —  wie  das  Nachspiel  mit  seinem  fernen 
Wiildhomklang  noch  einen  Blick  auf  die  stille  Abend- 
lHjitlsi:haft  gestattet.  Ist  dabei  nicht  zu  viel  Musik  ge- 
iji.ulif  und  der  tiefen  Symbolik  des  Gedichtes  zu  wenig 
Ki'i/Iiiiung  getragen?  Geihel's  schöne  Worte  „Nun  die 
Sili.itti'a  dunkeln"  sind  oft  in  Mnsik  übertragen  worden; 
nir  -■•  glücklich  und  überzeugend,  wie  in  der  vorliegenden 
t  dl!,' (isition.  Nicht  weniger  reizend  ist  das  vierte  Lied 
(ii-  .  rslen  Heftes,  „Liebesflämmchen"  von  C.  F.  Meyer, 
cU'v  Entstehung  nach  aber  Eines  der  jüngsten  Lieder 
Ilehii's;  die  flammende  Leidenschaft  wie  Schalkhaftigkeit 
i^iud  hier  glucklich  in  einander  verwoben.  Endlich  ist 
<hi^  ricTst  empfundene  dieser  kleinen  Lieder  „Am  Uim- 
!<..  !  iLiir"  ebenfalls  von  Conrad  Ferd,  Meyer  ein  dem  er- 
»<  In 'trnden  Gebalte  des  wunderbaren  Gedichtes  durchaus 
Hdai|uatea  Musikstück. 

Letztgenanntem  Dichter  bringt  der  Componist  über- 
iiaiipt  ein  volles  VerstilndniBs  entgegen  und  weiss  die 
beim  Dichter  durch  allzuviel  Reflexion  oft  verdunkelte, 
echt  lyrische  Stimmung  mit  seiner  Musik  ans  Licht  zu 
erheben.  So  viel  im  Einzelnen.  Im  Ganzen  ist  an 
Bebn'a  Liedern  besonders  anmulhend  die  glückliche  Ver- 
einigung einer  durchaus  sangbaren  Melodie  mit  einer  in 
Wagaer'schem  Sinne  streng  motivisch  sich  entwickelnden 
Rclbsilliidigen  Begleitung.      Davon    auszunehmen  sind    die 


drei  ersten  Lieder  des  ersten  Heftes,  welche  ohne  Zweifel 
einer  früheren  Zeit  angehören. 

Tadellos  ist  die  Dectamation,  was  bei  einem  Künstler, 
der  sich  an  Wagner  herangebildet  hat,  als  selbstverstAnd- 
lich  erscheint.  Er  erreicht  in  ainniger  Weise  eine  voll- 
kommene Declamation  mitunter  durch  Kreuzung  der 
Taktart.  In  dem  bedeutendsten  seiner  Gesänge ,  dem 
„Heiligen  Feuer",  ergeht  sich  die  Singstimme  im  ^/^-Takt, 
während  die  Begleitung  den   'j^-Takt  festhält. 

Wird  der  Tondichter  sich  erst  mit  grösseren  Ton- 
formen beschäftigen,  so  darf  gehofft  werden,  dass  ein 
gewisser  Ueberachwang  des  Gefühls,  eine  zu  grosse 
Breite,  von  welcher  seine  Muse  nicht  ganz  fVeizusprecben 
ist,  einem  ruhigeren  Pathos,  einer  grösseren  Objectivität, 
einer  präciseren  Kurze  der  Ausdrucksweise  weichen  wird. 
Damit  soll  nicht  gesagt  sein,  dieses  Uebermaase  sei  ein  ge- 
machtes. Behn  gibt  sein  innerstes  Empflnden  ohne  Ueber- 
legung,  wie  es  nun  wirken  werde.  Verharre  er  nur  bei 
dieser  Scbaffensartl  Er  wird  dann  später,  bei  noch  rei- 
cherer, innerer  Entwickelung  ebenso  absichtslos  voU- 
gereifte  Früchte  darreichen,  entsprossen  einem  nicht 
minder  ehrlichen  Künetlerherzen,  als  seine  heutigen 
Werke.  Dr.  E.  Kanffmann. 


Tagesgeschichte. 


Bericht. 

Leipzig.  Wie  ISee  und  1890,  so  veranstaltete  auch  in 
diesem  Jahre  der  Bach-Verein  unter  Hm.  Sitt'a  warm- 
blütiger Leitung  kurz  vor  dem  Feste  eine  Aufführung  von 
S.  Bach's  Weibnachtsoratorium,  der  eine  andächtig  lauschende 
Zuhöi-erschaft  beiwohnte,  eine  der  Anzahl  nach  erfrenlich 
grössere,  ala  man  sonst  leider  in  den  Kirohonconcerten  dieeee 
Vereins  zu  finden  gewohnt  ist.  Es  stand  diese  neueste  Vor- 
führung des  gomüth erhebenden  Werkes  ihren  Vorgängerinnen 
nicht  nach,  im  Gegentheil  wollte  es  uns  dünken,  als  sei  der 
Gbor  diesmal  voller  im  Klang  gewesen,  als  sonst.  Von  seinem 
excelletiten  Dirigenten  auf  das  Sorgfältigste  vorbereitet,  bot 
der  Verein  auch  diesmai  vorzügliche  Leistungen,  er  sang  mit 
sieghafter  Sicherheit  und  innigfelebtem  Ausdruck.  DasSolisteu- 
quartett  bestand  aus  Frl. Martini  und  Frau  v.Knappstaedt 
von  hier  und  den  HH.  Mann  aus  Dresden  und  Mungsr  von 
hier.  Frl.  Martini  und  Hr.  Mann  standen  schon  früher  an  dem- 
selben Platz,  und  war  es  von  ßeiden  die  Sopranistin,  welche 
mit  ihrem  klaren  und  klanggesättigten  Organ  und  sinnigen 
Vortrag  sich  in  die  Hemen  der  Zuhörer  hineinsang,  während 
Hr.  Mann  stimmlich  nicht  so  giit  disponirt  erschien,  wie  bei 
früheren  Begegnungen  mit  ibm.  Ganz  ausgezeichnet  erfüllte 
Frau  V.  Knappstaedt  ihre  Aufgabe,  trotzdem  sie  erst  in  letzter 
Stunde  Tdr  die  erkrankte  Frau  Metzler  eingetreten  war  und 
sich  hierdurch  ein  doppeltes  Verdienst  um  die  Aufführung 
erwarben  hatte.  Ihr  pastoses  Organ  war  überall  von  präch- 
tigster Wirkung  und  die  Auffassung  schlicht  und  ergreifend. 
Hr.  Hungar  schien  wie  Hr.  Mann  etwas  gegen  körperliche 
Indisposition  ankämpfen  zu  müssen,  was  jedoch  der  schOnen 
Eindrucka&higkeit  seines  Gesanges  kaum  Abbruch  that.  I>as 
mitwirkende  öewandhausorchester,  in  welchem  sich  nament- 
lich die  obligaten  Blasinstrumente  rühmlichst  hervorthaten, 
sowie  der  an  der  Orgel  seines  Amtes  wattende  Oewandhaos- 
organist  Hr.  Homeyer  vervollständigten  nach  vollsten  Kräften 
den  befriedigenden  Gesa mmteind ruck  der  Aufführung  des  köst- 
lichen  Werkes. 

Im  Saale  Blüthn er  liessan  sich  am  11.  December  in  einer 
Matinöe  die  Sängerin  Frl.  Eosa  Paghelli  aus  Berlin  und 
die  Pianistin  Frl.  PoUy  Hofmann  ans  München  zum  ersten 
Mal  in  unserer  Stadt  hören.  Beiden  jungen  Damen  ist  ein 
eutea  Zeugniss  Ober  die  gebotenen  Leistungen,  so  weit  wir 
denselben  beiwohnen  konnten,  auszustellen.  Frl.  Paghelli  be- 
sitzt hübsche  stimmliche  Mittel,  die  sie  technisch  sicher  be- 


655 


herrscht,  nnd  ihr  Vortrag  erfreut  ebenso  durch  geistige  In- 
telligenz, wie  durch  gesunde  Empfindung,  sodass  man  sich 
ungestört  dem  Genüsse  desselben  hingeben  konnte,  der  nur 
durch  den  gutturalen  Beisatz,  der  dem  Organ  stellenweise  an- 
eignet, getrübt  wurde.  In  den  Leistungen  des  Frl.  Hofmann 
überwiegt  vorläufig  noch  das  Technisch-Exacte  das  Spirituelle, 
d.  h.  die  letztere  Seite  ist  ent wickelungsbedürftiger,  als  die 
Fertigkeit  der  Hände,  obgleich  auch  hierin  noch  Ausgleichun- 
gen (vor  Allem  grössere  Kräftigune;  der  linken  Hand)  nöthig 
erscheinen.  Nichtsdestoweniger  geuing  ihr  auch  nach  Seiten 
des  Ausdrucks  Manches  sehr  hübsch*  überraschend  wirkte 
namentlich  das  Variationenthema  in  Beethoven^s  grosser,  im 
(ranzen  über  ihre  geistige  Kraft  hinausgehender  £  dur-Sonate. 
Frl.  Pa^helli  lernten  wir  in  einer  sehr  epigonenhaften  Arie  von 
Franz  Neumann  und  Liedern  von  R.  Wagner  und  Schubert 
kennen,  deren  Glavierbegleitung  aufmerksam  Hr.  von  Böse 
ausführte.  Der  benutzte  Flügel  war  in  der  Schönheit  und 
Weichheit  des  Tons  ein  Prachtinstrument. 


Concertumschau. 

Barmen.  Festconc.  zur  25 jähr.  Jubelfeier  des^Quartett- 
ver.  (Wicke)  unt.  sollst.  Mitwirk,  des  Frl.  Nathan  a.  Frank- 
furt a.  M.  u.  der  HH.  Kirchner  a.  Berlin  u.  Hungar  a.  Leip- 
zig (Ges.),  sowie  des  Hrn.  Kalthofi'  v.  hier  (Org.):  Symph.  f. 
Org.  u.  Orch.  v.  Guilmant,  Prolog  v.  Herzog,  „Die  Schöpf- 
ung" V.  Haydn.  —  1.  Kammermusiksoir6e  der  HH.  v.  Dameck, 
Allner,  Körner  u.  Schmidt:  Streichquartette  v.  Haydn  (Gdur) 
u.  Beethoven  (Op.  59,  No.  3),  Cla  vier  vortrage  des  Hrn.  Heuser 
a.  Cöln  (Seren^  Märchen,  Capriccio  u.  Valse  brill.  eig.  Comp.). 

Berlin,  zwei  Ciavierabende  des  Frl.  Kleeberg  m.  Com- 
positionen  v.  Beethoven  (Variat.  u.  Fuge  Op.  35  u.  Son.  Op. 
31,  No.  8)  u.  A.  m.  —  Symph. -Concerte  des  Philharm.  Orcn. 
(Herfurth)  am  22.  u.  29.  Nov.:  Symphonien  von  Beethoven 
(No.  7)  u.  Schubert  (Cdur),  Violinconc.  v.  Brahms  (Hr.  Ei- 
dering) u.  a.  Repertoirestücke.  —  CJonc.  der  Pianistin  Emma 
Koch  unter  Mitwirkung  der  Sängerin  Frl.  Rumpp  a.  Mün- 
chen u.  des  Phiiharm.  Orch.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Moszkowski 
am  24.  Nov.:  Clavierconcerte  in  Fmoll  v.  Chopin  u.  in  Bdur 
V.  Brahms,  sowie  kürzere  Ciaviersoli  von  Schubert,  Mosz- 
kowski („Etincelles")  u.  Liszt  (8.  Ungar.  Rhaps.),  (3^sang- 
soli  v.  Lessmann  („Meine  Matter  hats gewollt"),  E.  E.  Tau- 
bert (Toskan.  Mel.),  Liszt  („Bist  du")  u.  A.  —  Concert  des 
Pianisten  Hrn.  Liebling  unt.  Mitwirk,  des  Philharm.  Orch. 
(Herfurth)  am  25.  Nov.:  „Hebriden"-Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
„Le  Rouet  d'Omphale"  v.  Saint-Saens,  Clavierconcerte  von 
Tschaikowsky  (Bmoll)  u.  Liszt  (Esdur),  sowie  kürzere 
Claviersoli.  —  Conc.  des  Violinisten  Arno  Hilf  unt.  Mitwirk, 
des  Philharm.  Orch.  (Herfurth)  am  i6.  Nov.:  Ouvertüre  „Die 
Heimkehr  aus  der  Fremde"  v.  Mendelssohn,  „Anitra's  Tanz" 
a.  der  „Peer  Gyn t" -Suite  v.  Grieg,  „TJne  nuit  ä  Lisbonne" 
V.  Saint-SaÖns.  Concertallegro  f.  Viol.  v.  Bazzini,  Amoll- 
Violinconc.  v.  Molique  u.  ConcertaUegro  f.  Viol.  v.  Paganini.  — 
4.  Philharm.  Conc.  f Maszkowski) :  Symphonien  von  Schubert 
(Hmoll)  u.  Beethoven  (No.8),  Solovorträge  der  HH.  vonZur- 
Mühlen  (Ges.)  u.  Gregore  witsch  (Viol.). 

Boston.  Concerte  des  Boston  Symph.  Orch.  (Nikisch): 
No.  4.  Symphonien  v.  Saint-Saöns  (AmoU)  u.  Beethoven 
(Ddur),  „Humoreske"  f.  Orch.  v.  E.  Humperdinck,  Violin- 
conc. V.  Ernst  (Hr.  Adamowski).  No.  5.  3.  Symphonie  von 
Brahms,  „Taseo"  v.  Liszt,  „Irrlichter"  u.  Sylphentanz  v. 
Berlioz,  AmoU-Clavierconc.  v.  Mac-Do  well  (der  Comp.). 
No.  6.  Cdur-Symph.  v.  R.  AI.  Schumann,  Ouvert.  „Husitska" 
V.  Dvof&k,  Orcnesterlegende  „Zorahayda"  von  Svendsen, 
3.  Violoncellconc.  v.  Davidoff  (Hr.  A.  Schröder). 

Bremerhaven.  1.  Conc.  des  Gesangver.  (Spielter)  mit 
Haydn's  „Jahreszeiten"  unt.  Solist.  Mitwirk,  des  Frl.  Busjaeger 
u.  der  Hfl.  Scheuten  u.  Piechler  a.  Bremen. 

Breslau.  4.  Abonn.-Conc.  des  Bresl.  Orch.Ver.  (Masz- 
kowski):  Cdur-Symph.  v.  Haydn,  „ Ben venuto  Cellini" -Ouvert. 
V.  Berlioz,  „Parsifal" -Vorspiel  v.  Wagner,  Violinvorträge 
des  Hm.  OndrÜek  (Romanze  eig.  Comp.,  Seren,  neapol.  von 
Sgambati,  „Perpetuum  mobile"  v.  Ries  etc.).  —  1.  Soir6e 
des  Ludwig*schen  Musikzirkels:  Adur-Clavierquint.  v.  Dvo- 
rak, „Italienisches  Liederspiel"  f.  vier  Singstimmen  u.  Clav. 
V.  Am.  Krug,  Soli  f.  Ges.  v.  Ad.  Jensen  („MeinHerz  ist  im 
Hochland",  „Wenn  durch  die  Piazetta",  „John  Anderson", 
Wiegenlied  und  „Morgens  am  Brunnen"),  M.  Plüdde- 
mann  („Meine  Lebens.rcit  verstreicht",  „Nicht  mit  trister 
Miene"  \ind  „Lieben  ohne  Maass  entflammt"),  Saint-Saöns 


(Lied  aus  „Samson  und  Dalila"),  He  üb  erger  („Der  Spiel- 
mann) u.  Rubinstein  („Neue  Liebe"),  f.  Clav.  u.  f.  Violine. 
(Ausführende ;  Frauen  Springer  u.  Peiper  und  HH.  Paul  u. 
Staritz  [Ges.J,  Frl.  Neumann  u.  Hr.  R.  Ludwig  [Clav.],  HH. 
Sobotka,  Wittenberg,  W.  Ludwig  u.  Kaupert  [Streicher].) 

Brunn.  3.  Ordentl.  Conc.  des  MusiKver.  (Kitzler)  imter 
Solist.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl.  v.  Sicherer  a.  München: 
Bdur-Symph.  v.  Schubert,  Caecilien-Ode  v.  Händel,  „Loreley"- 
Finale  v.  Mendelssohn,  Gesangsoli  v.  Brahms  („Feldeinsam- 
keit" u.  „Ständchen")  u.  A.  —  1.  Vereinsabend  des  Kammer- 
musik ver.:  Adur-Clavierquint.  v.  Dvorak,  Gmoll-Streich- 
quart.  v.  R.  Wickenhause r.  (Ausführende :  HH. Dr. Rotten- 
berg [Clav.],  C.  Koretz,  jjdara,  Juda  u.  Dr.  Koretz  [Streicher].) 

Carlsruhe.  1.  Conc.  des  Philharm.  Ver.  (Rübner)  mit 
Handelns  „Alexander's  Fest"  unt.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau 
Reuss  u.  der  HH.  Rosenberg  u   Plank. 

Chemnitz.  Am  16.  Nov.  Aufführ,  der  „Faust" -Scenen  v. 
Schumann  durch  den  Musikver.  (Mayerhoif)  unt.  solist.  Mitwirk 
der  Frau  Wittich  a.  Dresden,  des  Frl.  Rockstroh  v.  hier,  der 
Frau  Stöbe  a.  Halberstadt  u.  der  HH.  Trautermann  a.  Leip- 
zig, Plank  a.  Carlsruhe  u.  Hartmann  v.  hier.  (Die  Auffüh- 
rung, auf  welche  unser  dortiger  Hr.  Referent  ausführlicher 
zurück  kommen  wird,  findet  von  anderen  Seiten  die  lebendste 
Anerkennung.) 

Coblenz.  2.  Abonn.-Conc  des  Musikinstitutes  (Heubner) 
m.  Mendelssohn*s  „Elias"  unt.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Mar- 
tini a.  Leipzig  u.  Haas  a.  Mainz  u.  der  HH.  Doerter  a.  Mainz 
u.  Sistermans  a.  Berlin. 

Crefeld.  2.  Abonn.-Conc.  der  Ooncertgesellschafb  (Grü- 
ters):  1.  Symph.  v.  Brahms,  „Euryanthe"-Ouvert.  v. Weber, 
„Tantum  ergo"  u.  „Die  Allmacht"  f.  gem.  Chor  m.  Orch.  v. 
Schubert,  Olaviervorträge  des  Hrn.  Rummel  a.  Berlin  (Noct. 
V.  L.  Brassin,  Taranteile  v.  Liszt  etc.). 

Darmstadt.  2.  CJonc.  des  Musikver.  (de  Haan)  m.  Schu- 
mann's  „Das  Paradies  und  die  Peri"  unt.  solist.  Mitwirk,  der 
Frls.  Nathan  a  Frankfurt  a.  M.  u.  Höf  ken  a.  Cöln  u.  der  HH. 
Litzinger  a.  Düsseldorf  u.  Müller  a.  Frankfurt  a.  M. 

Dresden.  Am  18.  Nov.  Aufführ.  v.  Handelns  „Messias" 
durch  die  Dreissig'sche  und  Rob.  Schumann'sche  Singakad. 
u.  den  Neustädter  Chorgesangver.  unt.  Leit.  des  Hrn.  Baum- 
felder u.  Solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Strauss-Kurzwelly  a.  Leip- 
zig u.  V.  Graba  a.  Berlin  u.  der  HH.  Riese  u.  Seitz  v.  hier. 
(Neben  Hm.  Riese  behauptete  sich,  wie  ein  dortiges  Blatt 
schreibt,  „mit  Glanz  und  Ehren  Frl.  Clara  Kurzwelly  aus 
Leipzig ,  die  den  ihr  vorangehenden  Ruf  vollständig  recht- 
fertigte. Begabt  mit  einer  glanzvollen  und  ausgibigen  Sopran- 
stimme, trefflich  geschult,  vermag  sie  nach  Seiten  des  Vor- 
trags allen,  selbst  höchsten  Anforderungen  als  Oratoriensän- 
gerin zu  genügen".) 

Düsseldorf.      2.  Conc.  des  städt.  Musikver.  (Buths)  unt. 

fesangsolist.  Mitwirk,  der  Frls.  Plüddemann  a.  Breslau  und 
lützeler  v.  hier  u.  der  HH.  Francke-Förster  a.  Cöln  u.  Bütt- 
ner a.  Coburg:  „Freyhir"  f.  Soli,  Chor  u.  Orch.  v.  Em.  Ma- 
thieu,  „Frühlingsphantasie"  f.  Soloquart.,  Clav.  (Hr.  Buths) 
u.  Orch.  V.  Gade  (unt.  Leit.  des  Hrn.  Zerbe),  Gesangsoli  v. 
Hofmann  (Arie  des  Simon  Dach  a.  „Aennchen  vonTharau"), 
M.  Plüddemann  („Die  Himmel  rühmen"),  Franz  („Horch, 
wie  still")  u.  Grieg  („Solvejg^s  Lied"). 

Erfurt.  Conc.  des  Erfurter  Musikvereins  am  18.  Nov.: 
„Les  Pr61udes"  v.  Liszt,  „Hebriden"-Ouvert.  v.  Mendelssohn, 
Frauenchöre  v.  Arn.  Krug  („Die  Maikönigin",  mit  Orch.)  u. 
Bargiel  („Frühlingsnacht"  u.  „An  den  Frühling"),  Violin- 
vorträge des  Hrn.  Arasselt  a.  Baden-Baden  (FismolKConc.  v. 
Ernst,  Berceuse  v.  Faur6  u.   „Perpetuum  mobile"  v.  Ries). 

Frankfurt  a.  M.  Museumsconcerte  (Kogel):  No.  3. 
4.  Symph.  v.  Beethoven,  symph.  Dicht.  „Tod  und  Verklärung" 
V.  K.  ötrauss,  Ouvertüren  v.  t^chumannu.Wagn er  („Tann- 
häuser"), Violinvorträge  des  Hm.  Ondriftek  („II  moto  perpe- 
tuo"  V.  Raff  etc.).  No.  4.  Harold-Symph.  v.  Berlioz  (obfig. 
Viola  alta:  Hr.  Prof.  Ritter  a.  Würzburg),  Ddur-Orchester- 
suite  V.  S.  Bach,  Ouvert.  „Meeresstille  und  glückliche  Fahrt" 
V.  Mendelssohn,  Adagio  u.  And.  a.  der  Musik  zu  „Die  Ge- 
schöpfe des  Prometheus"  v.  Beethoven,  Ciaviervorträge  des 
Hm.  Siloti  a.  Paris  (Cdur-Phant.  v.  Schubert-Liszt,  Romanze 
V.  Tschaikowsky,  Basso  ostinato  v.  Arensky,  14.  Ungar. 
Rhaps.  V.  Liszt  etc.). 

Gera.  Conc.  des  Musikal.  Ver.  (Kleemann)  am  23.  Nov.: 
Cdur-Symph.  v.  Haydn,  Vorspiel  zu  „Boabdil"  v.  Moszkows- 
ki, Chorphant.  v.  Beethoven  ?Clav.:  Hr.  v.  Böse  a.  Leipzig), 
Altdeutscher  Schlachtgesang  f.  Männerchor  u.  Orch.  v.  Kietz, 
Solovorträge  des  Frl.  Robinson  a.  Leipzig  (Viol.,  1.  Cono.  v. 

52 


Brach,  Romanze  v.  Svendeen  u.  „Hejre  Kati"  v.Hubay) 
u.  des  Hj-d.  V.  Böse  (Emoll -Ballade  v.  Reinecke  □.  Thäme 
var.  V.  Paderewaki). 

Guben.  Am  18.  Not.  Aufführ.  v.  T.  Ochs'  Requiem  f. 
,Soli,Choru.Orch.  durch  den Chorgesang-n.GesaiiKver.ünt.Leit. 
des  Comp.  u.  solist.  Mitwirk,  der  Frls.  Trutwin  v.hier  u.  Burand 
a.  Berlin  u.  der  HH.  Hintzehuaiia  u.  Ad.  Schulze  a.  Berlin. 
(Manschreibt  ans:  Das  Requiem  für  Soli,  Chor  und  Orchester, 
ein  mit  Spannung  erwartetes  Werk  von  Traugott  Ochs,  wel- 
cher berufen  erscheint,  das  Feuer  musikalischer  Begeisterung 
ia  unserer  Stadt  mächtig  anzuschüren,  ist  am  IS.  Nov.  hier 
zur  Aufführung  gelangt.  Es  hat  die  gehegten  Erwartungen 
gerechtfertigt  und  unserem  sonst  sehr  zähen  Publicum  voUen 
Beifall  abgenötbigt  Die  Chöre  sind  sangbar,  frisch  und  äin- 
dnicksvoU,  am  ansprechendsten  wirkte  das  „Lacrimosa".  Mit 
besonderer  Liebe  Sind  die  Soli  ausgearbeitet,  in  deren  Erfin- 
liuug  der  Componist  auch  am  glücklichsten  war.  Als  die  Krone 
des  Ghmzen  ist  wohl  das  „Hostias"  [Soloterzett]  zn  bezeichnen, 
welches  so  beifUli^  aufgenommen  wurde,  dass  sich  der  Com- 
ponist, der  zugleich  Dirigent  war,  zu  einer  Wiederholung 
veiSi«hen  musste.  Die  Aufführung  der  Compusition  gab 
Zeiigniss  davon,  mit  welchem  Ernst  der  Dirigent  seine  Auf' 
gaben  anfasst,-  und  gereicht  ihm  zur  Ehre.  Möge  dem  Com- 
ijoiiisten  die  Genugthuung  zu  Theil  werden,  dass  auch  andere 
Vereine  das  Werk  zur  Aufführung  bringen;  sie  werden  ea 
nii'ht  zu  bereuen  haben.) 

iDtlSbrnek.  a.  Mit^ederconc.  des  Musikver.  (Pembaur): 
S.  S3'mph.  V.Beethoven,  Ungar.  Marsch  u.  Sylphentanz  v.  ßer- 
lioz,  Orgelvorträge  des  Hrn.  Homeyer  a.  Leipzig  (Conc.  m. 
Orch.  T.  Gailmant  u.  GmoU-Son.  v.  0.  PiuttiJ.  (Der  be- 
rühmt« Leipziger  Orgelmeister  hat,  trefflich  von  dem  schönen 
Werke  des  Siaatsaales  unteretötzt,  mit  seinen  glänz-  imd  geist- 
vollen Vorträgen  wahre  Begeisterung  hervorgerufen  undmusste 
verschiedenen  Hervorrufen  seitens  des  Publicums  Folge  lei- 
sten. Das  Novum  von  C.  Piutti  wird  ala  als  Eine  der  werth- 
vollsten  Erscheinungen  auf  diesem  Gebiete,  der  Beachtung 
aller  Orgelspieler  im  höchsten  Grade  werth,  gepriesen.) 

Leipzig.  2.  Cone.  des  kleinen  Pianisten  Raoul  Koczalaki 
m.  Compositionen  v.  Mendelssohn  (1.  Conc),  Mozart  (Dmoll- 
Phtuit.),  Rubinstein  (Balletmuaik  a.  „Feramors"),  Schubert- 
Liszt  („Slftndchen"),  Godard  (Mazurka),  Chopin  (Romanze  a. 
dem  EmoU-Conc,  Walzer  in  Emollu.  Desdur),  E-Koczalski 
(NocL  u.  Rhaps.  polon.)  n.  Liszt  (13.  Ung.Khaps.}.  (2.  Clav. 
in  den  Concertsfttzen :  Hr.  v.  Boae.)  —  10.  Abonn.-Conc.  im 
Neaen  Gewandhaus  (Prof.  Dr.  Beinecke):  Jupiter-Symph.  v. 
MoHHl,  drei  Bilder  a.  der  geistl.  Oper  „Moses  v.  A.  Euhin- 
stein  (unt.  Leit.  des  Comp.  n.  Solist.  Mitwirk,  der  Frau  Wil- 
belaij  a.  Wiesbaden,  des  Frl.  Carus  v.  hier  u.  der  HH.  Kauf- 
mann a,  Basel,  Trautermaun,  Pinka.  C.  Müller,  Schelper, 
Neldel,  E.  Schneider  u.  Leideritz  v.  hier).  —  4.  Musikabend 
des  Eammermnsikver.  m.  Compositionen  v.  A. Rubinstein: 
Quint.  f.  Clav.  u.  Blasinstrumente  Op.  55,  Clav. -Violinsonate 
Op.  98,  Phont.  f.  zwei  ClaviereOp.  (3,  Ballade  „Der  Harfner" 
u.  Baritonlieder  „Waldeinsamkeit",  „Die  drei  Zigeuner"  und 
„Die  Waldhese".  (Ausführende:  Ehepaar  Paur  [Clav.],  HH. 
Griffith  u.  Seitz  a.  Dresden  [Ges.],  Hilf  [Viol.],  Schwedler, 
Kessner,  Rudolph  u.  Wünsch  [Bläser]  v,  hier.)  (Dem  Coucert 
hängte  der  Componist  noch  eine  ^anze  Reihe  Ciaviervorträge  an.) 

Magdeburg.  2.  Harmonieconcert  (Kauffmann);  Suite 
„L'ArlöaieQne"  v.  Bizet,  „Meistersinger"- Vorspiel  v.  Wag- 
ner, Solovortr&ge  des  Frl.  Pläddemann  a.  Breslau  (Qesang, 
-Solvojg's  Lied"  v.  E.  Grieg,  „Im  Maien"  v.  J.  Schäffer, 
Altdeutsches  Volkslied  v.  M.  Fiüddemann  etc.)  u.  des  Hm. 
Dr.  Jedliczka  a.  Berlin  (Clav.,  Amoll-Conc.  v.  Schumann  etc.). 
—  Am  30.  Nov.  Aufführ.  v.  Brahms'  Deutschem  Requiem 
durch  den  Kirchengesangver.  (Rebling)  unt.  Solist.  Hitwirk, 
des  Frl.  Wehe  u.  des  Hrn.  Heüigtag  v.  hier. 

Merseburg.  Aoffiihr.  v.  Brahms'  Deutschem  Requiem 
durch  den  Gesangver.  (Schumann)  am  20.  Nov.  im  Dom. 

Plauen  l.  V.  Geistl.  Oonc.  in  der  Hauptkirche,  ausgef. 
unt,  Leit.  des  Hm.  Riedel  vom  Kirohenchor.  Lehrergesang- 
ver.  n.  Musikver.,  Prl.  Strauss-Kurzwelly  a.  Leipzig  (Ges.)  u, 
Tin.  Fiedler  a.  Görlitz  (Ges.)  und  Schnackenberg  (Orgel)  am 
•M,  Nov.:  „Domacene"  f  Orch.  ii.  Orgel  v.  C.  A.  Fischer, 
Ein  deutsches  Requiem  v.  Brahms. 

Potsdam.  Am  26.  Nov.  Aufführung  von  Hendelssohn's 
.Elias"  durch  den  Gesangver.  f.  dass.  Musik  (Oehhardt)  unt. 
aolist.  Mitwirk,  der  Frle.  Oberbeck  u.  Nittsohalk  u.  der  HH. 
Kirchner  a.  Rolle. 

Rostock,  l.Orch.-Conc.  des  Ver.  Rostocker  Musiker  (Dr. 
Thierf eider)  unt.  Mitwirk,  des  Sängers  Hm.  Severin  a.  Berlin: 


Symph.  Dicht.  „.Julinacht"  v.  0,  Riem.'nschneider,  Fest- 
marsch f.  Orch.  V.  E.  Lassen,  „Die  Ruinen  von  Athen"  v. 
Beethoven,  Monolog  a.  „Aennchen  von  Tharau"  v.  H.  Hof- 

Rotterdam.  Conc.  v.  Rotte's  Mannenkoor  (Vorhey)  am 
an.  Nov.:  Chöre  v.  Gernsheim  („Salamis",  m.  Clav.).  W.  de 
Haan  („De  Zee")  u.  C.  T.  Konradin  („Die  Nacht  ist  hehr 
und  heiter"),  „Zigeunerheder"  v.  Brahma  (Frau  Haase-ßosso, 
Frl.  Lüning  u.  HH.  Bakkes  u.  Stoon),  Solovorträge  der  Frau 
Haase-Bosse  (Arie  a,  „Der  Widerspänstigen  Zähmung"  von 
Goetz,  „Tandaradei"  v.  Stange,  „Die  stille  Rose"  v.  M. 
Ruthen  u.  Zonnelied  v.  C.  van  Sennes). 

Rudolstadt.    2.  Kammermusik  der  HH.  Gott^chalk,  Bött- 

fir.  Bloss  o,  Brand  (Streicher)  unt.  Mitwirk,  der  Sängerin  Frl. 
er!a.  Sondershausen :  Streichquartette  v.  Mendelssohn  (Emoll) 
u.  Schumann  (Fdur),  Gesangsoli  v.  R.  Wagner  (a,  „Lohen- 
grin"  u.  „Tannhäuser"),  Ad.  Jensen  („0,  lass  dich  halten"), 
Schubert  n.  Bruch  (Seren.). 

Schaff  hausen.  1.  Abonn.-Conc.  des  Mnsik-CoHeg.  (Flit- 
uer):  3.  Symph.  v.  Beethoven,  „rell"-Ouvert.  v.  Bo^ni,  Solo- 
vorträge  der  Frau  Gmür-Harloff  a.  Bergen  (Ges.,  Bolero  von 
Massö,  „Stille  Sicherheit"  v.  Franz,  „Maria, önadenmutter" 
v.  Sinding,  „Blumenorakel"  v.  Maecagni  etc.)  u.  des  Hrn. 
Naumann  (Viol.,  Concert-Allegro  v.  Bazzini,  Intermezzo  a. 
„Gavalleria  rusticans"  v.  Mascagni  u.  Mazurka  v.  Zar- 
zycki). 

Strassburg  1.  E.  Conc.  des  Frl.  v.  Münchhauaen  (Oes.) 
u.  des  Hm,  Bbert- Buchheim  (Clav.)  unt«r  Mitwirk,  der  HH. 
Layer-Popelka  (Viol.)  u.  Dr.  Kaiser  (Declaro.)  am  12.  Nov.: 
Soli  f.  Qes.  V.  Grieg  (Wiegenlied),  Brahms  („Es  liebt  sich 
so  liebhch"),  Ebert-Buchneim  (Abendlied  u.  „Herz,  mein 
Herz"),  Liszt  („Loreley")  n.  A.,  f.  Clav.  v.  Beethoven  (Son. 
Op.  101),  Caiopin,  Erb  (Valse-Impromptu),  Reinecke  (Emoll- 
ßallade)  u.  Liszt  (9.  Ungar.  Rhaps.)  u.  f.  Viol.  v.  Spohr  u. 
Bazzini  (Kondo  des  Liitins),  declam.  Vorträge. 

Wernigerode.  40.  Stiftungsfest  des  Ge^tngver.  f  g.  M. 
(Ebrhardt)  am  23.  Nov.  m.  Mendelssohn'a  „Elias"  unt.  aolist. 
Mitwirk,  des  Prl.  Martini  a.  Leipzig,  der  Frau  Stöbe  a.  Hat- 
berstadt  u.  der  HH.  Trautermann  a.  Huugar  a.  Leipzig. 

Wiesbaden.  3.  Eünstlerconc.  des  Curorch.  (LOstner): 
Ddur-Symph.  v. Haydn,  Gmoll-Conceri»uvert. v.J. Joachim, 
zwei  linear.  Tänze  v.  Brahms,  Violinvorträge  des  Hm.  Prof. 
Dr.  Joachim  a.  Berlin. 

Zeitz.  11.  Stiftungsfest  des  Gem.  Chors  (Löbus)  mit 
H.  Hofmann's  „Ediths"  f  Soli,  Chor  u.  Orch.  unter  solist. 
Mitwirk,  der  Frls.  Brange  u.  Bettega  a.  Leipzig  u.  der  HH. 
Glömme  a,  Dresden  u.  Hauachild  v,  hier, 

Zerbst.  Conc.  des  Kirchenchors  (Preita)  unt.  soliat  Mjt- 
wirk,  der  Frauen  Toberentz  u.  Preitz  (Ges.)  u,  des  Hm.  Heer- 
haber (Org.)  am  30.  Nov.:  Gem.  Chöre  von  OrÜger,  Gallns, 
S.  Bach  u.  Fasch  („Requiem  aeternam"  f.  achtstimm.  Chor  u. 
acht  Solostimmen),  Männerchäre  v,  Mendelssohn  u.  H.Franke 
(„Ich  hebe  meine  Äugen  auf"),  „Mache  mich  selig,  o  Jasa" 
f.  Sopransoio  u.  vier  Knabenstimmen  m,  Org.  v.  A.  Becker, 
Altsolo  „Verlaas  mich  nicht"  m.  Org.  v,  N.  v.  Wilm,  Orgel- 
soli V.  Mendelssohn,  J.  G.  Töpfer  (Choral Vorspiel  „Was  Gott 
thut")  u.  Merkel  (Adagio). 


•  ViralliU  Fros;ra. 


n  Ort  u 


Engagements  und  GSste  in  Oper  und  Conceri. 

Berlin.    Gegenwärtig  übt  in  der  k.  Oper  Hr.  Emil  Götze  | 

mit  seinem  süssen  Gesang  eine  seltene  ma^etische  Kraft  auf 
das  Publicum  aus.  Derselbo  soll  bereite,  wie  es  heisst  auf  des 
Kaisers  Wunsch,  als  festes  Mitglied  ^r  das  Institut  gewonnen  > 

worden  sein.     —     BrQssel.     Frl.  Barbi  hac  mit  ihrem  vor- 
trefflichen Gesang  hier  grossen  Eindruck  gemacht,    nament- 
lich in  italienischen  und  deutschen  Liedern.    Reicher  Beifall  i 
wurde  ihr  zu  Theil.  —  Copenhagen.   Hr.Edvard  Grieg  und  ! 
seine  Frau ,   die  mit  ihrem  echt  poetisch  inspirirt^n  Gesang             •' 
wahrhaft  packend  wirkt,  gaben  hier  Ende  v.  Mts.  ein  stark             f 
besuchtes  und  mit  Begeisterung  aufgenommenes  Concert.  Im             f 
1.  Philharmonischen   Concert  war   Frau  Moran-Olden    der 
enthusiastisch  gefeierte  solistisohe  Gast.  —    LOttlch.    Ueber 
alles  Lob  erhaben  waren  die  Gesangvorträge  des  Frl.  Barbi, 
ausgezeichnet    durch  Geschmeidigkeit    der    reichen  Stimme, 
empfindunga vollen    Vortrag    und    vortreffliche   Deolamation. 
Von  den  zwei  Brahms'schen  Liedern  wurde  das  „Vergebliche  | 
Ständchen"     mit    Begeisterung    aufgenommen    und    musste 


657 


wiederholt  werden.  —  TPiest.  Die  Operntruppe,  welche  Im- 
presario Strakosch  fiir  die .  nächste  Saison  des  Communal- 
theaters  engagirt  hat,  besteht  aus  den  folgenden  Künstlern: 
den  Damen  Bellincioni,  Careta,  French,  Reid,  Boe- 
lants,  Mozzoli-Orini  und  Strakosch,  sowie  den  HH. 
Stagno,  Lhörie,  Sammarco,  Rover^  und  Monchero, 
über  welche  Hr.  Vanzo  als  Dirigent  schalten  wird.  Ausser 
der  Oper  sollen  noch  zwei  Ooncerte,  ein  solches  mit  Wagneri- 
schen Werken  unter  Hans  Richter 's,  ein  anderes  mit  fran- 
zösischen Werken  unter  Colonne's  Leitung,  stattfinden.  — 
Wien.  Frau  Klaf sky,  welche  auf  Engagement  in  der  k.  k. 
Hofoper,  als  event.  Nachfolgerin  der  Frau  Matema,  gastirt, 
debutirte  als  Fidelio,  ohne  jedoch  den  Erwartungen,  £e  man 
an  ihr  Auftreten  geknüpft  hatte,  voll  zu  entsprechen.  Der 
Wirkungskraft  ihrer  Darstellung  stand  namentlich  die  Massig- 
keit des  Stimmvolumens  entgegen.  Der  Erfolg  war  aber 
immerhin  ein  grosser.  —  Zeitz.  "In  dem  letzten  Concert  des 
„Gemischten  Chorvereins"  wirkte  in  dem  Chorwerk  „Editha" 
von  H.  Hof  mann  solistisch  u.  A.  Frl.  Else  6  ränge  aus  Leip- 
zig mit,  welche,  in  noch  höherem  Maasse  als  bei  einem 
früheren  Auftreten  in  unserer  Stadt,  das  Publicum  mit  ihrem 
reizvollen  ü-esang  und  der  innigen  Empfindung  ihres  Vortrags 
entzückte. 

Kirchenmusik. 

Leipzig.  Thomaskirche:  17.Dec.  „Macht  hoch  die  Thür" 
V.  Hauptmann.  „Es  ist  ein  Ros  entsprungen"  v.O.  G.Reissiger. 

Vermischte  Mitthellungen  und  Notizen. 

"*  Die  Mozart-Stiftung  zu  Frankfurt  a.  M.  vergibt  am 
1.  Sept.  1893  von  Neuem  ein  Stipendium  an  einen  jungen 
Musiker,  der  sich  in  der  Composition  ausbilden  will,  be- 
stehend in  einer  Freistelle  am  Dr.  Hoch'schen  Conservatorium 
zu  Frankfurt  a.  M.  und  einem  jährlichen  Geldbeitrag  von 
1500  Ji.  Der  Umstand,  dass  ein  zweijähriger  Besuch  gen. 
Musikschule  Bedingung  für  den  Stipendiaten  und  an  derselben 
ein  so  conservativer  Musiker,  wie  Hr.  Dr.  B.  Scholz  der  Haupt- 
lehrer  für  Composition  ist,  dürfte  manchen  Kunstjünger  ab- 
halten, sich  um  dieses  Stipendium  zu  bewerben.  Die  Bewer- 
bungen haben  bis  zum  31.  Januar  1893  zu  geschehen.  Näheres 
über  die  weiteren  Bestimmungen  ist  vom  Yerwaltungsaus- 
schuss  der  Stiftung  zu  erfahren. 

*  Die  sogenannten  Concerts-Conferences,  von  denen 
wir  neulich  aus  Paris  berichteten,  haben  in  Epernay  und 
Nancy,  begleitet  von  lebhaftem  Erfolg,  ihren  Anfang  ge- 
nommen. 

*  Die  erste  Production  desBrodsky-Quartetts  oder  viel- 
mehr des  Symphony  String  Quartett  inNew-Yorkin  diesem 
Winter  war  ein  Hocngenuss,  wie  er  selten  vorkommt.  Grössere 
Schönheit,  Zartheit  und  Adel,  als  die  Streicher  im  langsamen 
Satz  von  Beethoven's  Op.  132  entwickelten,  Hess  sich  kaum 
ahnen. 

*  Wagner's  „Götterdämmerung"  ging  am  10.  Dec.  erst- 
malig über  die  Bretter  des  k.  Opernhauses  zu  Budapest  und 
erregte  eine  tiefe  "Wirkung  auf  das  Auditorium.  Unbeschreib- 
lichen Jubel  erregte  das  Werk  bei  seiner  am  18.  Dec.  unter 
Klughardt's  Führung  vortrefflich  verlaufenen  Premiöre  im 
Hoftheater  zu  Dessau. 


*  Im  Krolltheater  zu  Berlin  hat  auch  die  zweite  italie- 
nische Novität,  „Mala  Vita**  von  U.  Giordano,  einen  ent- 
schiedenen Erfolg  gehabt,  allerdings  zum  TheU  mit  infolge 
der  glanzvollen  Mitwirkung  der  Damen  Bellincioni  und 
Moran-Olden. 

*  Am  9.  Dec.  wurde  in  der  Grossen  Oper  zu  Paris  die 
s.  Z.  aus  dem  Concours  Cressent  preisgekrönt  hervorgegangene 
einactige  Oper  „Stratonice"  von  Aux  Fournier  erstmalig 
aufgeführt. 

*  Eine  der  im  Concours  Sonzogno  preisgekrönten  Opern, 
-Rudello"  von  Vincenzo  Ferroni,  hatte  kürzlich  im  Carcano- 
Theater  in  Mailand  einen  nicht  unbestrittenen  Erfolg,  wohl 
in  Folge  mangelhafter  Aufführung. 

*  Das  Th6ätre  des  Arts  in  Bouen  hat  mit  den  Opern 
„H^rodiade^  und  „Manon"  von  Massenet  grosse  Erfolge  ge- 
habt, ebenso  hat  die  erstere  Oper  in  Bei  ms  volle  Häuser 
gemacht. 

*  Hr.  Dr.  v.  Bülow  ist  seit  einiger  Zeit  leidend,  sodass 
er  verhindert  war,  das  5.  Abonnementconcert  in  Hamburg  zu 
leiten.  An  seiner  Stelle  erschien  Hr.  Theatercapellmeister 
Mahler,  der  sich  nach  den  „H.  N."  bei  diesem  Anlass  als 
ganz  ausgezeichneter  Dirigent  erwiesen  hat. 

*  Das  berühmte  Wiener  Hofopernorchester  soll  nach 
dortigen  Zeitungsmittheilungen  am  Hungertuche  nagen,  in- 
dem nur  28  Mitglieder  der  108  Köpfe  zählenden  Elitecapelle 
sich  eines  760  Gulden  übersteigenden  jährlichen  Einkommens 
zu  erfreuen  hätten.  Das  wäre  allerdings  eine  Bezahlung,  wie 
man  sie  an  anderen  Hof-  und  besseren  Stadttheatern  nur 
selten  antreffen  wird. 

*  Der  ausgezeichnete  Violinist  Hr.  Prof.  Halir  in  Wei- 
mar hat  soeben  eine  grössere,  überall  aufs  Bühmlichste  für 
ihn  ausgefallene  Concertreise  über  Frankfurt  a.  M.,  Trier, 
Bremen,  Strassbur^  i.  E.,  Mannheim,  Bestock,  Kiel,  Hamburg, 
Hildesheim,  Düsseldorf,  Prag,  Eisenach  etc.  vollendet. 

*  Der  Leipziger  Theaterpächter  Hr.  Staegemann  hat  so- 
eben nachfolgenden  höchst  charakteristischen  Ukas  an  die 
Mitglieder  des  Stadtorchesters,  das  seinen  Weltruhm  bekannt- 
lich der  Mitwirkung  in  den  Gtewandhausconcerten,  nicht  aber 
dem  Theaterdienst  verdankt,  höchsteigenhändig  erlassen: 
„Den  geehrten  Mitgliedern  des  Stadtorchesters  hierdurch  zur 
Kenntniss,  dass  diejenigen  Herren,  welche  sich  bei  irgend 
welchen  Mitwirkungen  in  Concerten  etc.  als  Gewandhau s- 
Orchestermitglieder  bezeichnen  oder  bezeichnen  lassen, 
statt  sich  des  omciell  vom  Rath  eingeführten  Namens  »Mit- 
glieder des  Stadtorchesters«  zu  bedienen,  auf  keinerlei 
Urlaub  weder  für  hiesige,  noch  auswärtige  Concerte  etc.  vom 
Unterzeichneten  zu  rechnen  haben." 

*  Hr.  Prof.  M.  Bruch  erhielt  den  bayerischen  Maximi- 
liansorden für  Wissenschaft  und  Kunst  verliehen. 

Todtenliste.  FrauChartondeMeur,  vortrefiliche Büh- 
nensängerin, auf  verschiedenen  französischen  und  fremden 
Bühnen  zu  Kuf  gelangt,  f  am  30.  Nov.,  68  Jahre  alt,  in  Paris. 
—  Frau  Kriete- Wüst,  k.  Hofopemsängerin  a.  D.  in  Dresden, 
die  erste  dortige  Darstellerin  der  Irene  in  Wagner's  „Bienzi", 
t,  78  Jahre  alt,  am  13.  Dec. 


Kritischer  Anhang. 


Zwanglose  BUcherschau. 

Von  Df.  Arthur  Seidl. 

(Fortsetzung.) 

In  einem  ähnlichen  Sinn  veraltet  oder  doch  wenigstens 
altmodisch  in  der  ^nzen  Form  berührt  uns  auch  —  so  kurz 
es  erst  erschienen  ist  —  ein  Werk  wie 

-Die  Geheimnisse  der  Tonkunst"  von  Dr.  Alfred 
Schüz  (Stuttgart  1891,  J.  B.  Metzler'scher  Verlag), 
veraltet  und  altmodisch,  weil  es  uns  wie  eine  unmoderne, 
unzeitfi^emässe  Auferstehung  der  Schubart,  Hand,  Schilling, 
auch  Lemcke  und  Consorten  anmuthet,  die  wir  wahrlich 
nach  den  neueren  Forschungsresultaten  endlich  überwimden 
glaubten.    Es  scheint  für  einen  Leserkreis  wie  den  der  ehe- 


maligen Tonger*schen  Musikzeitung  („Wer  Vieles  bringt"  etc.) 
berechnet  zu  sein  und  hat  sich  dcunit  sein  TJrtheil  eigentlich 
selbst  gesprochen.  Es  will  zu  viel  in  sich  vereinigen,  nandelt 
über  Omnia  et  quaeque  alia;  Trivialität  und  Oberflächlichkeit 
ist  seine  Signatur,  und  wenn  wir  das  Facit  über  das  Ganze 
ziehen  wollen,  so  müssen  wir  mit  einem  beliebten  Ausdruck 
der  politischen  Journalistik  leider  von  ihm  sagen:  „es  ent- 
behrt jeder  Begründung".  Sein  Hauptfehler  ist  vor  Allem 
der ,  dass  sein  Verfasser  —  ähnlich  wie  jene  braven  Leute, 
aber  schlechten  Philosophen,  die  in  jedem  Naturvorgang  schon 
das  „Wunder"  sehen  —  allüoerall  „Geheimnisse"  wittert,  und 
zwar  besondere  „Geheimnisse  der  Musik",  dieser  Kunst  vor 
allen  Anderen  specifisch  eigenthümliche,  aber  doch  schliess- 
lich immer  nur  dasjenige  (xeheimniss  dabei  meint  und  dann 
nicht  einmal  aufdeckt,  welches  eben  das  psvchophysische 
Gebiet  unserer  Wissenschaft  überhaupt  noch  ieute  umgibt. 


r 


658 

SchoD  die  Schilderung  des  „Doppelwesens  der  Musik"  (die 
im  Mittelpunct  des  Ganzen  at«ht  und  aaf  die  sich  der  Ver- 
fasser oiaeDtlioh  etwas  znguM  thut),  d,  h.  die  gleich- 
werthige  Annahme  der  Musik  als  .Tonspiel"  und  als  „Ton- 
sprache",  verräth  einen  h&chst  bMenklichen,  gftnzKcn  nn- 
frxtchtbaren  Eklekticismus ,  der  sich  u.  E.  im  weiteren  Ver- 
laufe des  Werkes  schlieaalich  bis  zur  wissenschaftlichen 
Charakterlosigkeit  auewächst.  Aber  auch  im  Einzelnen  — 
ungeachtet  so  mancher  treffenden  oder  anregenden  Aper9us 
—  vermag  es  ernstgemeinter,  wiBsenscbaftlicher  Betrach- 
tung nicht  zn  genügen.  Kurz,  ^gen  das  Buch  Uesee  sich 
so  viel  sagen,  dass  ica  hier  ear  nicht  erst  anfangen  und  mich 
auf  Einzelheiten  n&her  einlassen  kann.  Ich  meine  nur  un- 
maassgehlich,  es  konnte  eben  so  gut  auch  ungeschrieben 
bleiben.  Jedenfalls  wUrde  durch  Nichtbeachtung  desselben 
keinerlei  Lücke  in  unserer  Fachästhetik  entstanden  sein,  und 
zum  mindesten  steht  för  mich  wieder  so  viel  fest:  daaa  wir 
doroh  die  vier  im  Obigen  besprochenen  Studien,  also  in  den 
letzten  9—3  Jahren,  leider  wieder  einmal  nm  keinen  einzigen, 
ernstlichen  Schritt  in  der  Lösung  des  musikphilosophiscnen 
Problems  vom  Flecke  gekommen  sind.  Auch  die  letzt- 
erwähnte Schrift  vorsagt  ja  wieder  durchaus  da,  wo  sie  Über 
die  Psychologie  in  Sonderheit  des  musikalischen  Schaffens 
EtwtkS  zu  geben  versucht.  Mit  um  so  grösserer  Spannung 
sehen  wir  daher  einem  neuen,  grundlegenden  Werke  in  diesem 
Sinne  aus  der  berufenen  Feder  Fr.  von  Hausegger's  entgegen, 
das  —  wie  mir  private  Mittheilung  ward  —  sich  mit  dem 
_Jen.si3it6  des  Künstlers"  vornehmlich  beschäftigen  will  und 
di4mit  gerade  das  Hauptproblem  der  Musikästhetik  (nach  dem, 
was  wir  von  dem  Autor  im  Hinblick  auf  seine  bisherieen 
werthvollen  Beiträge  stets  zu  erwarten  haben}  zweifelsohne 
um  ein  Bedeutendes  weiter  filrdern  wird. 

Den  üebergang   von   der  ästhetischen  zur   historischen 
Forsi'liimg  vermitteln  uns 

Philipp    Spitta's  Sechszehn  Anfsätze    „Zur    Musik"; 

Berlin,  1892, 
wt^L'h''  mit  ihren  beiden  ersten  Capiteln  „Kunstwissenschaft 
u)]i|  Kirnst",  sowie  ,,Vom  Mittleramte  der  Poesie"  noch  an 
r:i,-ii  diu  Gebiet  participiren.  Dass  auch  diese  beiden  Essais 
^iir  Kimstwissenschaft  der  musikalischen  Aesthetik  keinen 
!!■  !!■  II.  pioductiven  Weg  zu  zeigen  vermögen,  das  wird  dem- 
Ji^Tii^;.  ir  sofort  einleuchten,  der  nach  dem  oben  Gesagten  darin 
im.  !il-..-t,  wie  Über  die  Selbstbeobachtung  dee  Künstlers, 
des'i.ii  eiKene  Aussagen  über  den  Schaffensvorgang  in  ihm, 
viiiri  Ver&sser  genrtheilt  wird.  Wie  wir  gesehen  haben, 
u'i.rl'  II  gerade  diese  Selbstbeurtheilung  imd  Selbstschau,  diese 
Iii'k<  iinrnisse  des  Künstlers  aus  seiner  eigenen  Werkstätte 
lii.'i.'ii~  tür  die  Zukunft  der  Schlfkssel  zur  tieferen  Erkennt- 
□.!■-'■  ili't'  I'ntstehung  eines  schönen  Eindruckes  werden  können. 
Aber  auch  sonst  Hflnde  ich  mich  dem  Werke  und  seinem 
vomebmen  Doctrinarismus  gegenüber  in  einer  ganz  eigen- 
thümlichan  Yerfassnn^  und  bin  leider  so  ketzerisch,  von  mir 
bekennen  zn  müssen,  dass  mich  das  voluminöse,  in  so  apart«m 
grossen  Format  erschienene  Buch  mitunter  —  recht  sehr 
gclang^veilt  hat.  Auch  kann  ich  mir  nun  einmal  nicht  helfen: 
K.  Wagner  in  seinen  kurzen  Darlegungen  und  Mittheilnngen 
über  SpoDtini,  Spohr  und  Weber  war  fÖr  mich  interessanter 
oder   doch   wenigstens  lichtvoller,   als   Hr.  Professor  Spitta 


in  den  bezüel.  Abhandlungen;  auch  Brendel  mit  seiner  geist- 
vollen Parallele  Bach-Händel  gab  mir  eigentlich  mehr  und 
Neueres,  als  der  Hr.  Bach -Biograph  und  Herausgeber  der 
Schütz'schen  Werke  in  seinem  (^d&chtniss- Artikel  „Händel- 
Bach  und  Schutz"  es  gethan;  ja,  sogar  der  begeisterte,  ebenso 
Schwung-  wie  überaeugunKSvolle  Aufruf  des  verstorbenen 
L.  Nohl  über  das  gleiche  Thema  (erschienen  in  den  „Bayr. 
Blättern"  1886)  war  mir  schliesslich  doch  lieber,  als  die 
akademischen  Betrachtungen  Über  eine  möghche  „Wieder- 
belebung protestantischer  Musik  auf  geschichtlicher  Grandlage" 
bei  unserem  Hm.  Ver&saer  —  ein  solch  räudiges  undfär 
die  strenge  Musikwissenschaft  (will  sagen:  sburren  Histori- 
cismus)  verlorenes  Schaf  bin  ich  nun  einmal!  Und  auch  das 
ist  nur  zu  charakteristisch:  der  Name  B.  Wagner  wird  in 
dem  ganzen  voluminösen  Bande  vielleicht  vier  oder  Auf  Hai, 
höchstens  kurz  gestreift  —  eine  solch  brennende  Frage, 
eine  so  sehr  die  Zeit  bewegende  und  die  G«mllther  be- 
schäftigende Erscheinung!  Alles  Andere* erscheint  dam  Em. 
Gelehrten  wichtiger,  a&  gerade  dieses.  Kurzum,  um  es 
ganz  dentlich  zn  sagen:  mein  Standpunct  ist  es  —  trotzdem 
ich  dereinst  einmal  Hörer  der  Collegien  Spitta's  an  der  Ber- 
liner Universität  war  —  nicht,  den  der  Hr.  Verfikaser  ver- 
tritt; kaum  begreife  ich,  seit  ich  ins  Leben  hin  ausgetreten 
bin,  überhaupt  noch  mehr,  dass  ihn  Jemand  vertreten  kann. 
Indees  möclite  ich  trotz  dieser  meiner,  derjenigen  des  Buches 
völlig  diametral  entgegengesetzten  Bichtung  keineswM«  ver- 
kennen, dass  es  für  Leser  eben  jener  Bichtung  manch  Wertb- 
voUes  und  Eigenartiges,  Belehrendes  sowohl  als  Anregendes 
bieten  mag,  wie  denn  auch  die  besondere,  zurückhaltend  vot^ 
sichtige  Form  des  Auadrackes,  die  grosse  (nur  all  zn  grosse) 
Objectivitftt.  die  manchmal  so  feine  Ironie  und  nicht  zuletzt 
die  erstaunliche  Belesenheit  des  Hm.  Autors  immer  eine 
Eigenart  dee  Werkes  begründen  wird,  sodass  Jene,  es  zu 
lesen,  hierdurch  nicht  etwa  sich  abhalten  lassen  wallen.  An 
Besonderheiten  wäre  ausserdem  vielleicht  noch  zu  vermerken, 
dass  Betrachtungen,  wie  diejenigen  über  Qoethe's  Verb&lt- 
niss  zur  Musik  nur  für  den  ersten  Augenblick  mit  ihren 
Ergebnissen  den  Schein  der  Richtigkeit  tut  sich  erwecken 
dürf^«n,  aber,  da  sie  —  wiewohl  geistvoll  und  neu  —  das 
Verhältniss  geradezu  auf  den  Kopf  stellen,  bei  näherer  Prü- 
fung als  durchaus  verkehrte  una  schon  im  YoraussetzuLgs- 
kerne  verfehlte  alsbald  doch  verworfen  werden  müssen.  Und 
das  ist  nicht  etwa  Standpuncts-  oder  Auf&ssungssache,  son- 
dern läset  sich  zufell^  auch  „historisch"  gar  wohl  erweisen. 
Diesmal  scheint  die  Historie  eben  ihrem  Meister  einmal  gründ- 
lich durchgebrannt  zu  sein.  Ob  reine  Becensionen  und  Be- 
sprechungen (wie  die  über  E.  Pohl'a  Haydn  -  Biographie, 
Nottebohm's  „Beethoveniana"  oder  gar  über  die  „Todten messe" 
von  Herzogenberg  —  diese  unter  dem  etwas  gewagten,  weil 
mehr  versprechenden  Titel;  Musikalische  Seelenmessen)  aja 
würdig,  der  Zeitschrii'ten -Vergessenheit  entrissen  und  in 
eine  solche  Sammlung  mit  aufgenommen  ku  sein,  empfanden 
werden ,  überlassen  wir  dem  privaten  Ermessen  eines  jeden 
einzelnen  Leeers;  allerdings  aber  bedurfte  die  Aufnahme  des 
Aufsatzes  über  Riesemaon  gar  sehr  der  besonderen  Becbt- 
fertigung,  und  bleibt  selbst  darauf  hin  noch  nicht  ohue 
Einwand. 

(Fortsetzung  folgt.) 


^,  y.  in  X.  Geduldieen  Sie  sich  bis  zum  Januar; 
jetzt  positiv  unmöglich,  aas  Proeramm-Material  in  der  gew. 
schnellen  Weise  zu  verwerthen.  TJnd  nur  Conoertumscbau  zu 
bringen,  geht  doch  eret  recht  nicht! 

IK   G.  in  M.     Es  bleibt  uuter  allen  Umständen  eineUn- 
gebörigkeit,  vom  Concertbesucher  noch  eine  Extrasteuer  für 
"  iadertextezuerheben.resp,  ihm  dieselben  vorzuenthalten. 


B  I-  i  e  T^s.  asten. 


Nebensache  ist,  nicht  zu  zahlen  Lost  hat.  So  viel  wir 
wissen,  ist  Hr.  Hermann  Wolff  in  Berlin  der  Entdecker  dieser 
modernen  Geldquelle  und  deren  eifrigster  Nutzniesser.  Sein 
Beispiel  ahmen  die  kleineren  Leute  seiner  Branche  tapfer  nach. 

N.  S.  in  C,  Wir  haben  noch  von  keinem  berähmten 
Pianisten  gehört,  dass  er  sich  des  bezeichneten  gymnastischen 
Hilfsmittab  bedient  habe,  so  zweckdienlich  dasselbe  in  man- 


r  den  geforderten  Betrag,  dessen  Höhe  dabei  vollstiQ-      eben  Fällen  gewiss  auch  sein  wird. 


Anzeiareit. 


Fr.  Liszt, 


Teelmlsclie    Studien    für    Piano- 
forte.     13  Heft«  ä  J(  3,—, 
(Heft  X.    Doppelheft  Jt  6,—,) 
Stadien  sind  in  den  bedeutendsten  Conservatorien  des 
In-    und  Auslandes  eingeführt,  [1561a.] 

Verlag  von  J.  Schuberth  tt  Co.,  Leipzig. 


Verlag  v 


1  £!.  TT.  Fz-itstsola 


74  Kinderlieder 


Leipzig, 
far  eine  Slngatlmme  mit 
ClavleFbegleftung 


Guido  Nakonz. 

S  eleg.  cartonnirte  Bände  ii  S  M.  netto. 


659 


Jo».  AibI  Verlag  in  MO  neben. 

pmT" -^^ 

OoinpositiorLen 

von 

Hans  voD  Bfllow. 

YerL-No.  Ji  ^ 

2643.  Op.  6.  Fünf  Lieder  ftir  eine  hohe  Bass- 
stimme  mit  Glavierbegleitong.  Dritte  Aus- 
gabe. No.  1.  Freisinn  (Goethe):  „Lasst  mich 
nur".  No.  2.  Der  Fichtenbaum  (Heine) :  „Ein 
Fichtenbaum  steht**.  No.  3.  Wunsch  (Meiss- 
ner): „0  könnte  doch".  No.  4.  Nachts 
(H.  Grimm):  „Blüthen  öf&ien".  No.  5.  Volks- 
lied (Immermann):  „Die  schönste  Böse**  .  .  2  — 
Op.  20.  Nirwana!  Orchester  -  Phantasie  in 
Ouverturen-Form. 

2888a.    Partitur netto    6  — 

2388b.    Orchesterstimmen 12  — 

2889.      Glavierauszug   zu   4  Händen',   übertragen   von 

Rieh.  Sleinmichel 5  — 

2292.      Op.  27.    Lacerta.    Impromptu  pour  le  Piano. 

Seconde  Edition  soi^eusement  revue  .    .    2  50 
2477.  Pour  Violon  avec  accompagnement  de  Piano 

par  L.  Abel 8  — 

2398.      Op.  28.      Königsmarsch.      Für    Ciavier    zu 

2  H&nden  vom  Componisten 2  50 

2409.  Für  Glavier  zu  2  H&noen  leicht  eingerichtet 

von  Bich.  Kleinmichel 2  60 

2407.  Für  Ciavier  zu  8  Händen  eingerichtet   von 

J.  v.Vögh 4  — 

1926.  Der  König  von  Thule  (Gk)ethe):  „Es  war 
ein  König",  im  Volkston  componirt  fiir 
eine  Stimme  mit  Ciavierbegleitung  ad  lib.  1  — 
1 922.  B  o  m  a  n  z  e  für  Tenorstimme  mit  Clavierbeglei- 
tung:  ^ahin  sind  nun  die  Leidensstun- 
den".     Zum.  dritten  Act  von  Hal6vy's: 

„Musketiere  der  Königin"  comp —  60 

Bayerische  Volkshymne.  GMicht  von 
M.  Oechsner.  In  Es  für  einstimmigen 
Chor  oder  für  eine  Singstimme  allein: 

2394e.    Singstimmen ä  netto  —    5 

In  Es  für  vierstimmigen  gemischten  Chor: 

2394b.    Singstimmen ä  netto  —    6 

2894a.    Ciavierauszug netto  —  20 

In  G  fär  vierstimmigen  Männerchor: 

2894d.    Singstimmen ä  netto  —    5 

2394c.     Ciavierauszug netto  —  20 

Für  Blechmusik  allein  oder  als  Begleitung: 

2394f.     In  Es.    Partitur netto  —  20 

2394g.    In  G.    Partitur netto  —  20 

2379.  Drei  schottische  Lieder  für  1  Singstimme 
mit  Ciavierbegleitung.  No.  1.  An  Marie, 
die  Verklärte  (Gedicht  von  Bob.  Burns). 
Text  deutsch  und  englisch.  Deutsche 
TJebersetzung  von  E.  Spitzweg.  No.  2. 
Hell  ^eht  die  Sonn  in  FranliTeich  auf 
rJacobiten-Lied).  No.  3.  Die  schnee weise 
Böse  (Jacobiten-Lied) 1  60 

Für  den  Weihnachtstisch! 

Hey,  Julius, 

Blau    cartonnirt    mit    schönem    künstlerischen    Titelbild. 

J(  3,—.  [1664a.] 

Eine  schmucke  und  gediegene  Weihnaehtsgabe! 

Neuer  Verlag  von  Breitkopf  &  HSrtei,  Leipzig 

Verlag  von  E.  W.  Fritzseh  in  Leipzig. 

DliAinKAittfVAit    I      Op-  ^-  n^^<^i^^^^^**'  Ck>ncertskizze 
MtjlllVOrgCr,  Jt9  f&r  das  Pianoforte.    Jt  2,—.      [1566.] 


ImVerlage  von  E.W.  FritxscliL  in  Leipzig  erschien  unlängst : 

Richard  Wa^er's  geistige  Entwici^elimg. 

Versuch  einer  Darstellung  der  Weltanschauung 

Richard  Wagner's 

mit  Bücksichtnahme  auf  deren 
Verhältniss   zu    den    philosophischen   Bichtungen 
der  Junghegelianer  und  Arthur  Schopenhauer's 

von 

Hugo  Dinger. 

Band  I.    Die  Weltanschauung  Richard  Wagner's  In 
den  GrundzUgen  ihrer  Entwicicelung. 

Vorwort.  [1566.] 

Bichard  Wagner's  Persönlicheit. 

Erstes  Capitel.    Die  Periodisirung  des  Entwickelungsgan- 

ges  Bichard  Wagner's. 
Zweites    Capitel.     Die    erste   Hauptperiode   (1813—1849). 
I.  Allgemeines. 

§  1.    Die  metaphysisch-religiösen  Anschauungen  Wag- 
ner's während  der  ersten  Hauptperiode. 
§  2.    Die  ethischen  Anschauungen  Wagner's. 
§  8.    Die  politischen  Anschauungen  Wagner's  während 
der  ersten  Hauptperiode. 
n.    Charakteristik  der  fimzelperioden. 

§  4.    Die  Periode  der  rein  conventioneilen  Nachahmung. 

1.  Von  den  ersten  künstlerischen  Versuchen  his 
zur  Vollendung  der  Oper  „Die  Feen". 

2.  Wagner  im  Gefolge  des  Jungen  Europa*'. 
8.   „Bienzi**. 

§  6.    Künstlerische  Emancipation. 
§  6.    Beformationsbestrehungen. 

1.  Versuch  einer  Beformation    der    „deutschen 
Oper«. 

2.  Wagner  im  Conflict  mit  seiner  Thätigkeit  am 
Honheater  zu  Dresden. 

8.  Wagner's  Eintritt  in  die  politisch-socialen  Be- 
wegungen der  vierziger  Jahre. 

A.  Eintritt  in  den  Ideenkreis  der  Junghege- 
lianer imd  der  „Demokraten".  Vereinigung 
von  künstlerischen  und  politischen  Postu- 
laten.  Aufsatz  über  Devrient's  Geschichte 
der  Schauspielkunst. 

B.  Wagner  im  Anschlüsse  an  die  politischen 
Parteibestrebuneren  der  „demokratischen 
Partei".     „Die  Vaterlandsvereins-Bede". 

Drittes  Capitel.  Bichard  Wagner  und  der  Mai-Aufstand 
zu  Dresden. 

Viertes  Capitel.  Zwei  bisher  unbekannt  gebliebene  Auf- 
sätze Wagner's  für  die  „Volksblätter". 

Fünftes  Capitel.    Die  zweite  Hauptperiode  (1849—1888). 

I.  Wagner   unter    dem   Einflüsse   der  Philosophie    der 
Junghegelianer. 

§  1.    A&gemeine  Charakteristik  dieser  Periode. 

§  2.    Die  metaphysischen  und  religiösen  Anschauungen 

Wagner's  während  der  Junghegel'schen  Periode. 
§  3.    Die  ethischen  Anschauungen  Wagner's  wfiJirend 

der  Junghegel'schen  Periode. 
§  4.    Wagner's  politische  Anschauungen  während  der 

Junghegel'schen  Periode. 
§  6.    Kunstlehre   Wagner's    in    der  Junghegel'schen 

Periode. 

II.  Wagner  unter  dem  Einflüsse  der  Philosophie  Schopen- 
hauer's. 

§  6.    üebergang  zu  Schopenhauer.     Allgemeine  Cha- 
rakteristik dieser  Periode. 
§  7.    Die  metaphysisch-religiösen  Anschauungen  Wag- 
ner's in  der  letzten  HiEiuptperiode  seines  Lebens. 
§  8.    Ethik. 

§  9.    Politische  Anschauungen. 
§  10.  Kunsttheorie. 
Tabellarische  Uebersicht  über  die  Entwickelung  der  Welt- 
anschauung Bichard  Wa^er's. 
Verzeichniss  der  Varianten  zwischen  den  Originalausgaben  der 
Wagner'schen  theoretischen  Schriften  und  dem  Abdruck  der 
zweiten  Auflage  der  G^esammelten  Schriften  u.  Dichtungen. 
Litteratur- Verzeichniss. 

Preis  broch.  M.  6,— •;  K^h.  M.  7950. 


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No.  1  (DmoU— Ddnr).     No.  2  (Bdur).     No.  3  (Cmoll).     No.  4  {E«diir).     No.  6  (Gdui).     No.  6  (Ddllr). 

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Ihrer  Haj.  4er  Königin  von  England, 

Sr.  Kalserl.  nnd  KOnigl.  Hoheit  des  Kronprinzen  von  Deutschland  und 

Sr.  KSnigl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  Carl  von  Preassen, 

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'Kleines  zwölfstimm.  Orchester  (ad  libitum  Harfe  od. 

Ciavier)  mit  Directionsstimme 2  60 

■Violine  nnd  Ciavier I  — 

'Violine,  CJavier  und  Harmonium 1  20 

•Violine,  Ciavier,  Harmonium  und  S.  Violine     .     .     .  1  öO 
•Violine,   Clavior,    Harmonium    (ad  libit.;    2.  Violine, 

Viola  und  2  Violoncelli) 2  — 

*F10te,  Violine,  Ciavier  oder  Harfe  (adlib.:  Violon- 

cell,  Harmonium  oder  Ciavier) 1  80 

**ClaTler  ku  S  HKnden —  80 

■*  eis  vier  KU  4  HKoden 1  30 

•*CIavier  und  Harmonium 1  — 

**Violoncell  und  Ciavier 1  — 

t'VIol«  und  Ciavier 1  — 

-)-■  Sopran  und  CI«Tler 1  — 

■fSopran,  Ciavier  und  Harmoninm  oder  Orgel    ...  I  — 
■j-'Sopran,  3  Violinen,  Viola,  Violoncell,  Bass  und  HoT' 

monium  oder  Orgel 2  — 

t'Alt  und  Clavler 1  — 

t'Ält,  Ciavier  und  Harmonium 1  20 

*  übertragen  von  Josef  Venzl. 
••  übertragen  von  Hermann  Ley, 
t  mit  neu  untergelegtem  Text.  [1B79.1 

IV  Vortragsstflck  ebenso  für  KUnstler  wie  Dilettanten  I 

Verlag  von  E.  W.  Fritzsch  injieipzig. 

Eduard  de    ^?'  ^^'     Hanemtanz.     (La  Danse  des  Sabote.) 
u>_»A«       Charakterskizze  für  Violonc«ll  mit  Pianoforto 

nanog,     ,^  2^50.  [i67a.i 


661 


Soeben  erschien: 


[1574-.] 


aIHesse'sDeBtsclle^MBte^Kaleflde^tMi 


Mit   den  Portraits  und  Biographien  von  S.  Jadas- 

sohn,  Carl  Attenhofer,  Edvard  Grieg,  August  Bangert, 

Grat  Gessa  Zichy  und  Paul  von  Jankö,  sowie  mit  einer 

Concertumschau  von  Dr.  Hugo  Riemann  und  einem 

ca.  26,000  Adressen  enthaltenden  Adressbuche. 

81  B«gen  kl.  8^  elegant  gebondeii  1  ^  20  /^. 

Der  Freundeskreis  von  JUTcub  Hease^n  JDeutsehem  MuHker- 
Kalender  ist  mit  jedem  Jahre  grösser  geworden,  auch  der  neue 
Jahrgang  wird  gewiss  wiederum  allgemeinen  Beifall  Ünden.  — 
QrOsate  ReiehhaUigheit  des  Itthatts,  Bchöne  AuBaUtUutig,  äauer^ 
hafter  JBÜnband  und  aetiT  hüligev  Frei»  sind  die  Vormüge 
dieaet  Kalendera, 

Zu  beziehen  durch  jede  Buch-  und  Musikalienhandlung. 

Max  Hesse'«  Verlag  in  Ijeipmig^ 

Eilen  burgepstr.  4. 


Seh 


uberth's  Iflusikalisehes 
F  rem  d  w  Ort  er  buch. 


B^  In  Übet'  80,00  Exemplaren  verhreitet. 

19.  Auflage.    Gebunden  1  Ji.  [  15761. | 

Verlag  von  J.  Schaberth  A  Co.,  Leipzig. 


Soeben  erschien 


WM  ff I 


Lied  für  eine  Singstimme 

mit  Pianoforte 


von 


[1576b.] 


Christian  Sinding. 

Hoch,  mittel,   tief. 

Pr.  60  Pf. 

Von  Frau  Anna  Hildach  mit  is^rossem  £r- 
folfl:  Kesans^en. 

Leipzig,  bei  Rob.  Forberg. 
Christiania,  bei  GebrQder  Hals. 


Im  Verlage  von  Julius  Hainauer, 

kgl.  Hof-Musik;  ilienhandlung  in  Breslau, 

sind  erscliienen:  [1577.] 

£ieder  und  9esänge 

mit  Begleitung  des  PianffTorte 


von 


Jenö    Hubay. 

Opus  8.  FOnf  Lieder  für  eine  Singstimme  mit  deutschem 
und  ungarischem  Text.  Ausgaben  für  hohe  und  für 
tiefe  Stimme.  No.  1,  2,  3,  5  a  75   /Ä.    No.4  1  U» 

Opus  29.    Fünf  Gedichte  von  Carmen  §ylva  für  eine 

Singstimme.     2  J(> 

Opus  31.    Fünf  Petöfl- Lieder  in  ungarischem  Stil 

für   eine,  Singstimme.     Ausgaben  für   hohe  und  für 
tiefe  Stimme.  No.  1,  2,  4  i  1  ^,  No.  3,  5  ä  75  /^. 
Opus  36.     Lieder    einer    Rose.     Für  eine  Singstimme. 
No.  1,  2,  3,  4  4  75  4. 


Jos.  AibI  Verlag  in  Miinchen. 

Nicolai  von  Wilm. 


Op.  49. 
Dp.  53. 


Op.  20.    Drei  instructive  Sonatinen  für  Clavier  zu 
2  Händen: 
No.  in  C,  No.  2  in  DmoU,  No.  3  in  D      .     .     ä 
Neue  Ausgabe  mit  Fingersatz. 
Op.  31.    Völker   und   Zelten  Im   Spiegel   ihrer 
Tänze. 
17  Original-Glavierstücke.    5  Hefte  .     .     .     .    k 
Dieselben  zu  4  Händen.  5  Hefte.  (Inhalt:  siehe 

Kataloge) ä 

Deux  Capriees  pour  Piano.  No.  1.  Fdur. 

No.  2.  Amoll k 

Eine   Nordlandfahrt.     Suite  No.  4  für 
Clavier  zu  4  Händen. 

No.  1.     Meerfahrt  und"  Landuug      .     . 

Bei  den  Hirten 

Holzschuhtanz 

Mitternachtssonne 

Blick  auf  die  stillen  Seen     .    . 
Abschied  und  Heimkehr  .    .     . 

Complet  in  1  Heft  . 

Phantasie  (Fmoll)  für  Pianoforte. 

Heft  1.    No.  1.  Praeludium  und  Recitativ. 

No.  2.   Intermezzo 

Heft  2.    No.  3.    Adagip  cantabile  e  soste- 

nuto.    No.  4.   Finale 

Complet  in  l  Heft 

Drei  eharakteristische  Märsehe  f  Cla- 
vier zu  4  Händen. 

No.  1.    Feierlicher  Marsch 

„    2.    Trauermarsch 

„    8.    Einzugsmarsch     .    .    .     .     .     . 

Op.  74.    Stimmungen.    Vier  Ciavierstücke. 

Heft  1.  AUegro  giocoso.      Andante  con  sentimento 

Heft  2.  Allegro  scherzando.    Allegro  con  alterezza 

Op.  83.     Sonate  No.l(Ddur)  für  Pianoforteu.  Violine 

Op.  86.    Walzersuite(Cdur)fPianofortezu4Händen 


r, 

Yt 


Ji 


» 


2. 
3. 
4. 
5. 
6. 


Op.  68. 


Op.  70. 


Ji  1,80. 

J6  1,60. 
Ji  2,20. 
J6  1,50. 


»  1.80 
„  1,80 
»-,80 
„-,80 

n  2,- 
»   ^,~ 


»    2, — . 

»   8,50. 


»  1.20. 
n  1,20. 
„    1,20. 


„   2,-. 
„   3,50. 


Soeben  erschienen: 


Nicolai  von  WUm. 

Op.  Hl. 

Sonate  in  imoll  für  Clavier  und  YioIoncelL 


Verl.-No.  2738.     u«  8,— . 


[1578.] 


Soeben  erschienen: 


Nicolai  von  Wilui.  Op.  US. 

;  STene  {Spielsachen. 


Eine  Weihnachtsgabe  für  die  Jugend,   10  leichte  charak« 
teris tische  Stücke  für  Clavier  zu  2  Händen. 


Heft  1: 
Kletternder  Affe. 
Wiegenlied  der  neuen  Puppe. 
Bleierner  Kosak. 
Schaukelpferd. 
Hampelmännchen. 

Ji  1,80. 


Heft  2: 
Mit  Schwert  und  Schild. 
Ueber  dem  Bilderbuche. 
Jäger  und  Hund. 
Hirt  und  Heerde. 
Des  Kindes  Dank. 


Ji  1,80. 

Jos.  AibI  Verlag  in  Mflnchen. 

Verlagsbuchhandlung  von  Georg  Maske  in  Oppeln, 

Vor  Kurzem  erschien:  [1579b.] 

Deber  das  DarstellungsvemSgen  der  Musik. 

Eine  Untersuchung  an  der  Hand  von 
Prof.  Ed.  Hansllek's  Buch  „Vom  Musikalisch -Schönen'* 

von 

Paul  Schneider. 

Preis   brochirt   3    Mark. 


Pianinos 

'  beater    Qualit&t,    einf&che    und    elegaDte    Ai 
I   sUttung,  sind  wegen 

I  Liquidaiion  einep  FabPik 

>  zu  herabgesetzten  Preisen  zu  verkaufen. 

H  _.    _.   _  [1580- 

9     iiluslrirte  Preis-Yerzeiehaisse  zu  beziehen  dureh 
9  C.  Schwalbach,  Reichsstnuse  24,  Leipzig. 


>••••• 


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J 


Wilhelm  Hansen's  Musik-Verlag,  Leipzig. 

Neue  Kammermusik- Werke: 

in    Hmoll 

für  2  Violinen.  Viola  und  Vloloncell 

Joseph  Miroslav  Weber. 


[1&84.] 


7  Mark. 


Verlag  von  F.  E.  C  Leucliaj-t  in  Leipzig. 

Wlelinns  von  taauen, 

altniederllindisches  Volkslied 

für 

Bapüon   mit   Pianofopte 

bearbeitet  von 

Eduard  Kremser. 

(Adb   Kremser's    beräbmten    „Secbs  altniederl an di sehen 

Völkaliedem",) 
[1681.]  Preis  «O  PfeiuUee. 

In  den  Concerteii  der  Amsterdamer  Sängergesellscbatt 
erreKto  dieses  Lied  den  gröasten  Beifall,  die  ergreifendste 
Wirkung  übte  es  bei  der  Wittenberger  Luther-Feier 


(Bei  dem  Intern ationalen  Streich quartett-ConCUrs 

kammermuslk- Gesellschaft    in    St.   Petersburg 

durch  Urtheilsspruch  der  Preisrichter  Herren  P.  TsohaF- 

kowsky,  E.  Näpravnik,  N.  Rimsky-Korsakow  und 
H.  Laroche  am  6./18.  März  1892  mit  dem  ersten 
Preise  gekrönt.) 

Erste  Aufführung  in  St.  Petersburg:  am  15./27. 
April  1892.  Ausführende:  HH.  Albrecht,  Hille,  Hllde- 
brand  und  Wierzbilowics. 

Quartett 

in  Fmoll  für  2  TioUneD,  VioU  Tind 
Tioloncwll  von 

6  Mapk. 

Aufgeführt  mit  grossem  Beifall  in  Copenhagen. 


Soeben  erschien 


;  Bull@t  dl@  Iilid@ablith. 

Lied  fUr  eine  Singstimme 

Arno   Kleffel. 

!  Hoch.  Preis  &  Jt  —,80.  Tief.  { 

I  Verlag  von  Stern  &  OllendorfT.    Berlin  W. 

Allen  Singenden  ^i  diese  tief  empfundene,  höchst  i 
_  dankbare  neue  Liederschöpfung  des  beliebten  Com- 
I  ponisten  warmstens  empfohlen 


reitkopf  &  Härter 

len:  [16( 

Loewe, 

aus  ungedruckten  Opern  u.  s.  w. 

1893.     Album  für  Sopran «  3,—, 

1303.     Album  für  Tenor „    3,—, 

1394.    Album  für  Bariton  nnd  Bass  .     .     .     „    3,— 
IV  Neue  Prospecte  unberechnet.  *^|g 


***************** 


1 1  m»  Featfleachenk  geeignet  I 


erläutert 

Richapd   Gaache. 

Textausgabe  in  Quart. 
Hit  12  Photographien  nach  Cartons  von  Bauer 
und  Limmerund  einem  Brief  Rlohard  Wagner's 
in   Autograpbie.    farbigen    B&ndem   auf   Eupfer- 
druck,   ieinste  Ausstattung,   Original-Praohtbtuid. 

Anstatt  M.  20,—  fOp  M.  10,—. 

wir  besitzen  nur  nooh  eine  geringe  An- 
zahl von  Exemplaren  und  bitten  deshalb  um 
m&gliohst  umgehende  dtreete  Bestellung. 

rl585.]  Hochachtungsvoll 

Leipzig,  Conatantin  Wild'a  Veplag. 


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J^  empfiehlt  sich  zur  schnellen  prompten  Beaorgnng  von  S 


und  Answablsendnngen  stehen  zu  DienBtain.[1566 — .]  f 


663 

Für  Aufführungen  in  Concerten: 

Räch,  Joli.  Seb.9  Suite  in  Hmoll  for  Flöte  und  Streichorchester.  Ouvertüre,  Rondo,  Sarabande,  Bonrröe,  Polonaise, 
Badinerie.  Zum  Goncertvortrage  nach  der  neuen  Münchener  Ausgabe  für  die  Aufftührnngen  in  Berlin  und  Ham- 
burg (1892)  überarbeitet  und  vervollständigt  von  Hans  von  Bülow. 

Partitur  M.  3, —  netto,  Stimmen  M.  6, — ,  Solostimme  allein  M.  1,20. 

BeethoTen.  Ij.  Tan,  Op.  80.  Phantasie  für  Pianoforte,  Orchester  und  Chor.  Für  zwei  Piano  forte  zum  Concertvortrag 
bearbeitet  von  Hans  von  Bülow.    M.  6, — . 

(KB.    Zur  Aufföhrung  sind  2  Exemplare  nothwendig.) 

Bronsart,  H.  von,  Op.  1.    Trio  in  GmoU  für  Pianoforte,  Violine  und  Violoncell.    M.  10,—. 

Bülow,  H.  Ton,  Op.  20.    Nirwana.    Orchester-Phantasie  in  Ouverturen-Form. 

Partitur  M.  6, —  netto,  Orchesterstimmen  M.  12, — . 

Chilard,  A.  H«,  Ouvertüre  zu  der  Oper  „Die  Hermannsschlacht''.  Für  grosses  Orchester  (mit  Directionsstimme).    M.  8,—. 

Für  kleines  Orchester  (mit  Directionsstimme).      „    6,50. 

Ouvertüre  zu  der  Oper  „Macbeth'*.    Für  grosses  Orchester  (mit  Directionsstimme) „    6,—. 

Für  kleines  Orchester  (mit  Directionsstimme) „    5,60. 

Comeliiis,  P.,  Ouvertüre  zu  dem  lyrischen  Drama  „Der  Cid".    Partitur  netto  M.  4,—.    Stimmen  M.  10,—. 

Pollinl,  Ces.,  Op.  8.  Suite  für  Pianoforte,  Violine  und  Violoncell.  Allegro  non  troppo.  Largo  espressivo.  Tempo  di 
Menuetto.    Mesto  (a  modo  di  Romanza).    Presto.    M.  5, — . 

BalT,  Joachim,  Zwei  Märsche  ftü:  Orchester  zu  „Bernhard  von  Weimar",  Trauerspiel  von  W.  Genast. 

Partitur  M.  6, —  netto.    Orchesterstimmen  M.  12, — . 

Bitter,  Alex.,  Ouvertüre  zu  der  Oper  „Wem  die  Krone?«  für  Orchester. 

Partitur  netto  M.  6, — .    Stimmen  M.  10, — . 

Stranss,  Frans,  Op.  8.    Coneert  für  Hom  mit  Clavierhegleitung.    M.  d,->. 

t^trauss,  Richard,  Op.  2.    Quartett  (Adur)  für  2  Violinen,  Bratsche  und  Violoncell  ....    Partitur  netto  M.  4,60 

Stimmen  .    .     „6, — 
Ciavierauszug  zu  4  Händen  von  Rieh.  Kleinmichel  .    .     „    6, — 

Op.  6.    Sonate  (Pdur)  für  Violoncell  und  Ciavier „    4,50 

Op.  7.    Serenade  für  Blasinstrumente  (Esdur) Partitur  M.  3,—.    Stimmen     „    3,50 

Ciavierauszug  zu  4  Händen  vom  Componisten     „     1,80 

Ciavierauszug  zu  2  Händen,  leicht „     1,60 

Op.  8,    Coneert  in  Dmoll  für  Violine  mit  Orchesterbegleitung.    Partitur  und  Stimmen  in  Abschrift. 

Ausgabe  mit  Ciavierbegleitung  vom  Componisten    M.  7,50 
Solostimme       „     2,50 

—  Op.  11.    Coneert  für  Waldhorn  mit  Orchester-  oder  Ciavier-Begleitung Partitur  netto    „    7, — 

Orchesterstimmen  netto  „    8,— 

Ciavierauszug  (zugleich  Directionsstimme)  und  Solostimme  „    4,— 

Solostimme  allein  „  — ,80 

—  Op.  12.    Symphonie    (FmoU)    für  grosses    Orchester.     Partitur   netto   M.  25,—.     Stimmen   netto  „  25,— 

Ciavierauszug  zu  4  Händen  vom  Componisten     „    8,- 
Op.  13.    Quartett   in   CmoU    (Allegro  —  Scherzo  —  Andante  —  Finale)    für   Pianoforte,  Violine, 

Viola  und  Violoncell.    Ciavierauszug  M.  8,—.    Instrumentalstimmen  (Göthe) „    4,50. 

Op.  14.    „Wanderers  Sturmlied*'  für  sechsstimmigen  Chor  (2  Soprane,  1  Alt,  1  Tenor  und  2  Bässe) 

und  grosses  Orchester Partitur  netto  „  6,—. 

Ciavierauszug  mit  Text  „  5,—. 

Orchesterstimmen  netto  „  10, — . 

Singstimmen  ä  netto     .  „  — ,50. 
Op.  16.    Aus  Italien.    Symphonische  Phantasie  (Gdur)  für  grosses  Orchester. 

Partitur netto  „  25,—. 

Orchesterstimmen .    .    .  netto  „  30,—. 

Clavieranszug  zu  vier  Händen  „  8,—. 

Op.  18.    Sonate  in  Esdur  für  Violine  und  Ciavier »7,—. 

*  Improvisata  einzeln  daraus „    2, — . 

Op.  20.    Don  Juan.    Tondichtung  (nach  Lenau)  für  grosses  Orchester. 

Partitur  M.  25, —  netto.    Orchesterstimmen  M.  25, —  netto. 

Op.  28.    Macbeth.    Tondichtung  (nach  Shakespeare)  für  grosses  Orchester. 

Partitur  M.  26, —  netto.    Orchestei'Stimmen  M.  25, —  netto. 

Op.  24.    Tod  und  Verklärung.    Tondichtung  für  grosses  Orchester. 

Partitur  M.  25,—  netto.    Orchesterstimmen  M.  25, —  netto. 

Werner,  J.,    Op.  6.    Quartett  für  4  Violoncelle  oder  3  Violoncello  und  Viola * .     „    3,—. 

Wilm,  N.  von,  Op.  88.    Sonate  No.  1  (Ddur)  für  Pianoforte  und  Violine.    (Allegro.    Poco  Adagio.   Con  brio.)     „    6,—. 

-         Op.  111.    Sonate    (AmoU)    für    Pianoforte    und    Violoncell.      (Allegro  animato.    Andante,  ma  non 

troppo.    Scherzo.    Allegro  con  brio.) „    8, — . 

Wolfrnm,  Ph.,  Op.  7.    Sonate  (Emoll)  für  Pianoforte  und  Violoncell -    4,60 

[1687.] 

Hlliielieiif  Jos«  AIM  ¥erlagr# 


664 


Bedeatendfi^te  Planoforte-iFabrik  SjaropasI 

11688]  FIfigel  und  Pianinos 

^on  anerkannt  umübeirtiTofieneir  Haltbairkeit 

und  edlem,  sangpreiolieni  HTon. 


-'^yxnfl/ir     Vertreter  Tsez.  "Verlnaufaxxa.agazija.e  azi  allezx  'bed.eutexiderexi  Z^lfttzexi.     ^l/l/^^^^ 

« 

Die  Fabrik  besteht  seit  7.  November  1853. 


Clara  (itranss  -  Knrzwelly«  ^i^^t^A^4^    i^^IXi^^i^ 

Concert-  und  Oratoriensänfirerin  (Sopran).  ^VVV^t^^V      >^^¥V^7¥^# 

Gesanglehrerin.                       [I689aa.]  tF^ 

Leipaig.        Kaiser  Wilhelm-Strasse  9  part,  Concert-  und  Oratoriensänger, 

— — ; — ^  Bass-Bariton.                     [I698a.] 

Franzisca  Gondar,  Leipzig,  And^rPiei««eii,n 

Oratorieii-  n.  Ooneertflängerln  (Mezzosopran  u.  Alt). 

Ijelpzig,  Kaffendorfer  Strasse  22  l.[i6«oq.]  ß^Aft^A     K^faSSClt 

-ßcICIlC    i^^tX»  Baden-Baden. 

*                         W             W _  [1599-.]            Vertr.  H.  Dirolir.    Berlin. 


Coneert-  ond  OratoriensäogeriD  (Sopran). 


Sondershausen,  Friedrichst.  21.        fl5<>lk.1  ^i%4fff.^     '%^^fwf^^^.  ^ 

Vi'   X^                 w^     '  /        ^                  ^  herzogl.s&oha.HofbianistjProfeBBeursupörieiiramOonBervatoriiuD 

Ooxxoert.   uxid.  OratorlexxaftxaLgerlza.  (Sopraja)-  n     i»  /a  i.      •  \  ,     ^ 

I^elpslK.    Hohestrasse  28.  ra  Oenf  (flohweu).                     [1600-.] 

^ZI       =      ZZ  Concert-Vertretnng:    Hermann  Wolff,  Berlin. 

Clara  Hoppe,  ; 

Coneert-  und  OratoriensSngerln  (Sopran).  ■■■i                 ■_     mm      «              ■  « 

116938]                 Frankfurt  a.  O&r.  EmST     SCliliOldOV. 


Anna  Schimon -Rep,  '■'""         oo.eert.  ,jrfj«t.ri.«*,«»r    _^_^^ 

Lehrerin  fQr  Soiogesang  an  der  k.  Akademie  der  Tonkunst,  Leipzig-Reudnitz.  Senefeiderstr.  22  lll. 


erlaubt  sich  die  Veränderung  ihrer  Adresse   anzuzeigen: 


--,.        ,  «..  .  -.    ---  Zur  Uebernahme  von  Harfenpartien  in  Opern,  Chor- 

fflU neben,   Jagerstrasse   8,  III.  werken,  Symphonien,  Oratorien  etc.  empfiehlt  sich 

[1602b.] 


Fritz  Higgen,  lüargaretlie  (italil^ 

Concert-  und  OratoriensSnger  (hoher  Bariton).  Dresden-A.  Harfenspielerin, 

Bremerhaf  en|  Deich  16.           [I595— .]  Grunaerstrasse  früher  Mitglied  der  königl.  Hofoper 

.._.-^___— ^— ^_— _,.-^_          No.  49  pt.  zu  Dresden. 


Carl  Halir 


(Vtoiinist)  ru»   WIständig«  insbilding  (Or  Opor  i.  C»i«r , 

W  e  i  Ifl  a  r-  Ensemble-Üebungen.     RoUenstudium. 


All  U.Ü1T  v       A   XL.  j       tr  r  •     •  i.  ^^^  °"r  ausgebildete  Schüler:  Magdalena  Jahns,  Sei     i 

Alle  geschaÄlichen  Anfragen,  den  ^fpianisten  Schoder,  Carl  Scheidemantel  u.  A.  m.  (1603-    1 

Alfred  Orunfeld  d    j      ri         -u 

betreffend,  bittet  man  zu  adressiren  an  [1597x.]  Lelpzio  XjOCLO      rifn*fi  ll  AT*R 

Impresario  Ludwig  Grünfeltt,  ä^x^^äx^     .■.^^^.^  ^/aaw.!.  i^r 

Wien  I,  Getreidemarkt  10.  GreBanglehrer. 

Dmok  von  C.  (>.  Köder  in  Leipsig. 

Hierzu  Titelbiatt  und  Inhaltsverzeiohniss  zum  23.  Jahrgang  des  „IMusilcaiischen  Wochenbiattes". 


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